dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

23.04.2018

Anti-Raucher-Volksbegehren in Österreich für Oktober terminiert

WIEN (dpa-AFX) - Die Österreicher können vom 1. bis 8. Oktober in einem Volksbegehren gegen die nun doch erlaubten Raucherräume in der Gastronomie protestieren. Das Innenministerium legte am Montag dafür die Woche im Herbst als Termin fest. Anlass für die Anti-Raucher-Initiative ist die Entscheidung der neuen rechtskonservativen Regierung aus ÖVP und FPÖ, an der raucherfreundlichen bisherigen Regelung festzuhalten. Damit wurden die ursprünglichen Pläne der Vorgängerregierung aus SPÖ und ÖVP gekippt, ab 1. Mai ein Rauchverbot in der Gastronomie wie in vielen europäischen Ländern aus Gesundheitsgründen einzuführen.

Das Volksbegehren "Don't smoke" haben bereits in der Antragsphase fast 600 000 Österreicher unterstützt. Damit muss das Anliegen zumindest im Parlament behandelt werden. Zeitgleich können die Österreicher auch das Frauenvolksbegehren unterstützen. Damit soll Druck für mehr Gleichberechtigung von Frauen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gemacht werden./mrd/DP/tos

23.04.2018

Munich Re profitiert von überraschend wenigen Großschäden

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Unerwartet wenige Schadensfälle von großem Ausmaß haben dem weltweit größten Rückversicherer Munich Re einen guten Start ins laufende Jahr beschert. Man erwarte für das erste Quartal ein Konzernergebnis von über 800 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. "Dieses gute Ergebnis wird im Wesentlichen getragen durch eine geringe Belastung aus Großschäden in der Rückversicherung." Hierbei habe einem der Zufall in die Hände gespielt. Die Schätzung stehe aber unter dem Vorbehalt der noch laufenden Erstellung des Konzernabschlusses.

Im ersten Quartal des Vorjahres habe das Ergebnis noch bei 557 Millionen Euro gelegen, hieß es weiter. Sollte das nun geschätzte Mindestergebnis tatsächlich erreicht werden, läge der Zuwachs bei über 40 Prozent. Für das Gesamtjahr 2018 gehen die Münchner aber dennoch unverändert von einem Ergebnis zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro aus./tos/gl

23.04.2018

Tausende Krankenschwestern in Simbabwe nach Streik wieder eingestellt

HARARE (dpa-AFX) - Rund 16 000 nach einem Streik entlassene Krankenschwestern sind in Simbabwe wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Sie hätten sich neu beworben und seien wieder eingestellt worden, teilte der Gesundheitsminister des Landes im Südwesten Afrikas, David Parirenyatwa, am Montag mit. Die Krankenschwestern hatten vergangene Woche für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. Offen blieb zunächst, ob sie nun mehr Gehalt bekommen. Der Verband der Krankenschwestern war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Ausstand der Krankenschwestern hatte den ohnehin prekären Zustand des Gesundheitssystems des Landes zusätzlich belastet. Nun habe sich die Lage aber normalisiert, sagte der Gesundheitsminister. Krankenschwestern verdienen nach Gewerkschaftsangeben monatlich umgerechnet etwa 260 Euro brutto. Das Land hat bereits viele Ärzte und Krankenschwestern an Großbritannien und andere Länder verloren./cmv/DP/tos

23.04.2018

Amazon-Gründer nimmt Axel Springer Award entgegen

BERLIN (dpa-AFX) - Amazon -Gründer und "Washington Post"-Eigentümer Jeff Bezos erhält am Dienstag (ab 19.00 Uhr) den diesjährigen Axel Springer Award. Die Auszeichnung sei eine Würdigung für sein visionäres Unternehmertum in der Internetwirtschaft sowie die konsequente Digitalisierungsstrategie der 140 Jahre alten US-Traditionszeitung, erklärte der Medienkonzern zur Begründung.

Bezos hatte Amazon 1994 gegründet und entwickelte das Online-Buchgeschäft zum weltweiten Einzelhändler, Marktplatz und Anbieter von Cloud-Diensten weiter. Die "Washington Post" kaufte er in einer persönlichen Investition im Jahr 2013. Bezos ist auch der Gründer des privaten Raumfahrtunternehmens Blue Origin.

Den undotierten Axel Springer Award erhalten nach Angaben des Unternehmens herausragende Persönlichkeiten, die in besonderer Weise innovativ sind, Märkte schaffen und verändern und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. Vorherige Preisträger waren 2016 Facebook -Gründer Mark Zuckerberg und 2017 der britische Physiker und Informatiker Timothy Berners-Lee, der das World Wide Web erfunden hat./ah/so/DP/tos

23.04.2018

Starker Euro drückt auf Michelin-Umsatz - Trend zu teuren Reifen stützt dagegen

CLERMONT-FERRAND (dpa-AFX) - Der starke Eurokurs hat im ersten Quartal die Umsatzentwicklung beim französischen Reifenhersteller Michelin belastet. Die Umsätze seien im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro gesunken, teilte der Continental-Konkurrent am Montag nach Börsenschluss in Clermont-Ferrand mit.

Bereinigt um die Wechselkursentwicklung seien die Erlöse aber um 1,4 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro gestiegen. Profitiert hat Michelin von einem stärkeren Absatz teurer Spezialreifen.

Der französische Konzern geht davon aus, dass die Wechselkursentwicklung für das gesamte Jahr 2018 ungünstig bleibt. Der operative Gewinne dürfte dadurch insgesamt um rund 350 Millionen Euro belastet werden. Davon würden alleine 250 Millionen Euro im ersten Halbjahr anfallen.

Insgesamt sollten sich die Umsätze im Jahr 2018 im Rahmen der Weltmärkte entwickeln. Der operative Gewinne sollte bereinigt um Wechselkurseffekte zum Vorjahr zulegen. Michelin bestätigte damit bisherige Projektionen./jsl/zb/tos

23.04.2018

Börsennotierte Ibu-tec baut neuen Standort in Bitterfeld auf

WEIMAR (dpa-AFX) - Der Weimarer Industriedienstleister Ibu-tec baut sich einen weiteren Produktionsstandort in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt auf. Ein Kaufvertrag für ein Areal im Chemiepark Bitterfeld sei am Montag unterzeichnet worden, teilte das börsennotierte Unternehmen mit. Dort sollen Rohmaterialien für Batteriewerkstoffe und chemische Katalysatoren hergestellt werden. Diese beiden Produkte zeigten das stärkste Wachstum.

Auswirkungen auf den Standort in Weimar habe die Entscheidung nicht, sagte ein Sprecherin auf Anfrage. Es handele sich um einen zusätzlichen Standort des Unternehmens.

Laut Geschäftsführung soll die Produktion in Bitterfeld noch in diesem Jahr starten. Zunächst würden sechs Millionen Euro investiert. Die Investition an einem traditionellen Chemiestandort sei ein Jahr nach dem Börsengang möglich, erklärte Vorstandschef Ulrich Weitz.

Im vergangenen Jahr hatte Ibu-tec bereits ein neues Logistikzentrum in Nohra (Kreis Weimarer Land) in Betrieb genommen. Ibu-tec war Ende März 2017 an die Börse gegangen und hatte sich mit der Ausgabe von Aktien Geld für Investitionen besorgt. Die Firma entwickelt unter anderem Pulverwerkstoffe für die Batterien von Elektroautos oder für stationäre Speicher für Ökostrom, aber auch für Autokatalysatoren./ro/DP/zb

23.04.2018

ROUNDUP: Faule Schiffskredite - HSH-Länderanstalt macht weniger Verlust

KIEL (dpa-AFX) - Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den der Verwaltungsrat der hsh portfoliomanagement (pm) am Montag in Kiel genehmigte. Im Jahr 2016 hatte die Anstalt öffentlichen Rechts noch einen Verlust von 505 Millionen Euro verbucht. Der deutlich geringere Verlust 2017 sei darauf zurückzuführen, dass nur noch zwei Millionen Euro zusätzliche Risikovorsorge für gefährdete Kredite getroffen worden sei - statt 470 Millionen Euro wie 2016, erläuterten die Vorstände Ulrike Helfer und Karl-Hermann Witte.

"Wir erwarten derzeit den Verlauf des Geschäftsjahres 2018 etwas positiver als den des vergangenen Jahres", sagte Witte und fügte hinzu: "Aber es wird eine Herausforderung bleiben, ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis mit diesem ausschließlich notleidenden Kreditportfolio in den hochvolatilen Märkten zu erzielen." Zugleich betonte er mit Blick auf 2017: "Ein negatives Ergebnis können wir nicht schönreden."

Die Anstalt hatte im Auftrag der Länder am 1. Juli 2016 im Zuge des damals geplanten und inzwischen erfolgten Verkaufs der HSH Nordbank schlechte Kredite der Bank im Nominalwert von 4,1 Milliarden Euro übernommen und dafür 2,4 Milliarden Euro bezahlt. Die HSH Nordbank habe selber die abzugebenden Kredite ausgewählt, betonte Witte. Es ging darum, die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein von den schlimmsten Lasten zu befreien und für einen Verkauf attraktiver zu machen. Die pm müsse das übernommene Kreditportfolio von notleidenden Schiffsfinanzierungen "wertschonend" abwickeln. Ziel sei, dass am Ende die Steuerzahler so stark geschont werden wie möglich.

Ursprünglich standen 253 Schiffe als Sicherheit, die aber wegen der Überkapazitäten auf dem Schiffsmarkt nur schwer zu veräußern sind. 2016 konnten zwei Schiffe als Sicherheit wegfallen, 2017 weitere 37 Schiffe - durch Kredittilgung oder Veräußerungserlöse. Zurzeit verfüge die pm noch über 214 Schiffe als Sicherheit, die nahezu alle für den Handel genutzt würden und nicht auf Reede lägen, sagte Helfer.

Für sie und Witte stellt es sich derzeit so dar, als wenn die Schifffahrtskrise durchschritten sei. Der Seehandel sei 2017 stärker gewachsen als das Weltwirtschaft, sagte Helfer. Und die unter den Betriebskosten liegenden Frachtraten für Containerschiffe seien endlich wieder gestiegen. Aber es gebe große Unsicherheiten wie die Gefahr eines Wirtschaftskrieges etwa zwischen den USA und China.

Der ausstehende Kreditbetrag - also offene Kreditbeträge und offene Zinsansprüche - sank 2017 auf nominal 3,856 Milliarden Euro. Ende 2016 hatte er nominal 4,478 Milliarden Euro betragen. Die hohe Differenz liege vor allem am gesunkenen Dollarkurs, erläuterte Helfer. Denn fast alle Schiffskredite würden in Dollar vergeben - der Geschäftsbericht aber in Euro verfasst.

Der Buchwert der Kredite sank von 2,038 Milliarden Euro Ende 2016 auf 1,643 Milliarden Euro Ende 2017. Obwohl sich die Frachtraten 2017 erholten, sank das Zinsergebnis der pm von 5,7 Millionen Euro auf 870 000 Euro. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die besonders schwierige Situation 2016 sich zeitverzögert bei den Kreditzinszahlungen 2017 ausgewirkt habe, sagte Helfer.

Der Abbau der notleidenden Kredite wird etwa zehn Jahre dauern und möglicherweise teuer für die Steuerzahler in Hamburg und Schleswig-Holstein. Doch das lässt sich erst am Ende sagen. Der aktuelle Verlust der Abwicklungsgesellschaft steht erst einmal nur auf dem Papier. Für den Steuerzahler ist der Hauptverlust bereits bei der HSH Nordbank entstanden, die diese notleidenden Kredite mit einem Abschlag von mehr als 40 Prozent an die Abwicklungsgesellschaft verkauft hat. Der daraus entstehende Verlust der Bank von 1,7 Milliarden Euro wurde gegen die Ländergarantien abgerechnet.

Was die Abwicklungsgesellschaft am Ende den Steuerzahler kostet, hängt ab vom weiteren Verlauf der Schifffahrtsmärkte und der Verwertung der Kredite. Wenn sich die Frachtraten und Schifffahrtsmärkte erholen sollten, werden die Sicherheiten wieder werthaltiger und die Kredite können leichter zurückgezahlt werden. Die Schifffahrtskrise begann vor zehn Jahren./mho/DP/zb

23.04.2018

Faule Schiffskredite der HSH Nordbank - Anstalt macht 44 Millionen Euro Verlust

KIEL (dpa-AFX) - Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht. Das geht aus dem am Montag in Kiel vom Verwaltungsrat der hsh portfoliomanagement (pm) genehmigten Geschäftsbericht hervor.

Im Jahr 2016 hatte die Anstalt öffentlichen Rechts noch einen Verlust von 505 Millionen Euro verbucht. Der deutlich geringere Verlust 2017 sei darauf zurückzuführen, dass nur noch zwei Millionen Euro zusätzliche Risikovorsorge für gefährdete Kredite getroffen worden sei - statt 470 Millionen Euro wie 2016, erläuterten die Vorstände Ulrike Helfer und Karl-Hermann Witte.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten beide eine etwas positivere Entwicklung als 2017. "Aber es wird eine Herausforderung bleiben, ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis mit diesem ausschließlich notleidenden Kreditportfolio in den hochvolatilen Märkten zu erzielen", sagte Witte./mho/DP/tos

23.04.2018

Deutsche Anleihen: Renditen legen erneut zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Anleihemarkt sind die Renditen am Montag erneut gestiegen. Die Kapitalmarktzinsen zehnjähriger Bundesanleihen stiegen bis zum späten Nachmittag auf 0,63 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit gut einem Monat. Auch in den meisten anderen Ländern der Eurozone gab es eine ähnliche Entwicklung. Der für den Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,12 Prozent auf 157,74 Punkte.

Die Renditeentwicklung knüpft an vergangene Woche an, als die Marktzinsen ebenfalls gestiegen waren. Auslöser dieser Entwicklung waren in erster Linie steigende Rohstoffpreise, die an den Märkten Erwartungen auf höhere Inflationsraten geweckt hatten. Als Ausgleich dafür fordern Anleger in aller Regel eine höhere Verzinsung. Dies lässt die Zinsen an den Märkten steigen. In den USA nähert sich der Zehnjahreszins der Marke von drei Prozent.

Neue Konjunkturdaten aus dem Euroraum unterstützten den Trend zu höheren Renditen. Der Einkaufsmanagerindex stabilisierte sich im April nach zwei deutlichen Rückgängen in den Monaten zuvor. "Die Daten dürften von vielen Marktteilnehmern mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis genommen worden sein, fielen doch einige Konjunkturindikatoren zuletzt eher durchwachsen aus", kommentierte Thomas Metzger, Analyst beim Bankhaus Bauer.

Belastet wurden die Anleihekurs am Nachmittag durch robuste Konjunkturdaten aus den USA. Die Stimmung in der Industrie- und im Dienstleistungssektor ist im April laut einer Erhebung des Markit-Instituts besser als von Analysten erwartet ausgefallen. Auch die Verkäufe bestehender Häuser fielen im März höher als prognostiziert aus. Bereits am Wochenende hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin im Handelsstreit mit China eine Annäherung in Aussicht gestellt. Auch dies belastete laut Händlern die Kurse der als sicher geltenden Anleihen./jsl/zb

23.04.2018

Eon-Chef versichert: Innogy-Mitarbeiter werden nicht benachteiligt

ESSEN (dpa-AFX) - Eon -Chef Johannes Teyssen ist Befürchtungen entgegengetreten, nach der Übernahme der RWE -Tochter Innogy könnte der geplante Stellenabbau einseitig zulasten der dortigen Mitarbeiter gehen. "Wir sind uns unserer Verantwortung den Mitarbeitern beider Unternehmen gegenüber sehr bewusst", sagte Teyssen am Montag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Eon stehe dafür ein, "dass ein Mitarbeiter von Innogy bei entsprechenden Maßnahmen nicht schlechter behandelt wird als ein Mitarbeiter der jetzigen Eon".

Die bisherigen Konkurrenten Eon und RWE wollen die Geschäfte der RWE-Netz- und -Ökostromtochter Innogy unter sich aufteilen. Dabei sollen beim Eon-Konzern, der den Großteil der Innogy-Aktivitäten übernehmen will, bis zu 5000 Stellen wegfallen. Der Deal zwischen Eon und RWE dürfte auch ein wichtiges Thema bei der Innogy-Hauptversammlung am Dienstag in Essen sein.

Der Betriebsrat von Innogy fordert feste Zusagen von Eon für den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Dazu sagte Teyssen, die aufgrund von Synergien unvermeidlichen Personalanpassungen werde Eon "sozialverträglich und in enger Abstimmung" mit den Sozialpartnern gestalten. "Dabei werden wir, wo immer möglich, auf freiwillige Vereinbarungen setzen." Davon würden sowohl Mitarbeiter von Eon als auch von Innogy betroffen sein. Mittelfristig gebe es in der neuen Aufstellung "große Chancen für zahlreiche neue Beschäftigungsverhältnisse"./hff/DP/tos

23.04.2018

Aktien New York: Moderate Verluste zum Beginn einer ereignisreichen Woche

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat am Montag nach einem richtungslosen Frühhandel moderat nachgegeben. Zum Beginn einer politisch ereignisreichen Woche wollten sich die Anleger offenbar nicht klar positionieren. In den kommenden Tagen werden sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron zu Gast im Weißen Haus in Washington sein. Außerdem bremsen steigende Anleiherenditen und der erstarkende US-Dollar die Kaufbereitschaft. Unternehmensnachrichten sorgten indes bei Einzelwerten für heftige Kursausschläge.

Zuletzt stand der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial 0,37 Prozent im Minus bei 24 372,11 Punkten. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,24 Prozent auf 2663,79 Punkte, während der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,43 Prozent auf 6638,88 Zähler nachgab.

Am US-Anleihemarkt ging es mit den Kursen erneut nach unten, weshalb die Renditen im Gegenzug weiter stiegen. Der Zinssatz für zehnjährige Anleihen kletterte zeitweise bis knapp unter die Marke von 3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2014. Dies kann Anleihen für Anleger im Vergleich zu Aktien attraktiver machen. Als Auslöser dieser Entwicklung gelten in erster Linie die zuletzt gestiegenen Rohstoffpreise, die an den Märkten Erwartungen auf höhere Inflationsraten geweckt hatten.

Der Dollar setzte seinen jüngsten Aufwärtstrend fort, was tendenziell Produkte US-amerikanischer Unternehmen für Käufer im europäischen Währungsraum verteuert. Gute Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten gaben dem Greenback derweil keinen nachhaltigen Rückenwind. Sowohl die vorläufigen Einkaufsmanager-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für April als auch die Verkäufe bestehender Häuser im März fielen besser als erwartet aus.

Bei den Treffen von Donald Trump mit Macron und Merkel dürften Themen wie der Syrien-Konflikt und mögliche US-Strafzölle für europäische Unternehmen im Fokus stehen. Am Dienstag empfängt der US-Präsident seinen französischen Amtskollegen Macron und am Freitag Bundeskanzlerin Merkel.

An der Wall Street stürzten die Aktien des Generikaherstellers Akorn um fast ein Drittel auf 13,37 Dollar ab, nachdem der deutsche Medizinkonzern Fresenius dessen Übernahme abgeblasen hatte. Sie markierten damit den tiefsten Stand seit Sommer 2013. Fresenius begründete die Absage des mehr als 4 Milliarden Euro schweren Deals unter anderem mit schwerwiegenden Verstößen von Akorn gegen Vorschriften der US-Gesundheitsbehörde FDA. Dass die Amerikaner laut Fresenius auf Vollzug der Transaktion klagen, half dem Akorn-Aktienkurs nicht.

Beim Aluminiumhersteller Alcoa mussten die Aktionäre nach dem jüngsten Rekordhoch Kursverluste von knapp 14 Prozent verkraften. Hier belastete die Nachricht, dass die Sanktionen gegen den russischen Konkurrenten Rusal aufgehoben werden könnten. Voraussetzung dafür sei, dass der Geschäftsmann Oleg Deripaska die Kontrolle über Rusal abgebe, informierte das US-Finanzministerium. Deripaska gilt als Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin. Die Papiere der Rivalen Century Aluminium und Arconic sanken um jeweils fast 5 Prozent.

Die Aktien des Ölfeld-Dienstleisters Halliburton verbilligten sich nach der Vorlage von Quartalszahlen um rund 1 Prozent. Besser wurde der Bericht des Spielzeugherstellers Hasbro über die jüngste Geschäftsentwicklung aufgenommen: Die zuletzt schon gebeutelten Anteilsscheine drehten trotz enttäuschender Resultate mit 3 Prozent ins Plus.

Für Wal-Mart ging es um knapp 1 Prozent nach unten. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen berichtete, steht der Handelskonzern kurz davor, das indische E-Commerce-Unternehmen Flipkart für mindestens 12 Milliarden US-Dollar zu kaufen.

Die Anteilsscheine von Liberty Global rückten hingegen um knapp 4 Prozent vor. Laut einem Medienbericht steht der britische Telekomkonzern Vodafone kurz vor der Übernahme von wichtigen Teilen des Kabelkonzerns in Europa. In den kommenden zwei Wochen könnten sich die Manager auf einen weitreichenden Spartentausch im Wert von rund 16,5 Milliarden Euro inklusive Schulden einigen, schrieb die "Financial Times" (FT) am Sonntag unter Berufung auf Insider. Der Deal stecke in den finalen Verhandlungen.

Für Sears-Titel ging es um 5,65 Prozent hoch, nachdem das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet hatte, dass Unternehmenschef und Großaktionär Edward Lampert die Aufspaltung des angeschlagenen Handelsunternehmens vorantreibe./gl/tos

23.04.2018

Kreise: Deutsche Bank erwägt Einschnitte bei US-Geschäft

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank erwägt laut übereinstimmenden Medienberichten die Aktivitäten in den USA herunterzufahren. Man erwäge im Zuge der Restrukturierung des Investmentbankings deutliche Einschränkungen beim Geschäft mit dem Aktienhandel in den USA, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montagabend unter Bezug auf mit der Sache vertraute Personen. Eine Entscheidung gibt es demnach noch nicht - sie könnte aber noch diese Woche fallen und zusammen mit weiteren Maßnahmen bekannt gegeben werden. Eine Sprecherin der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Das "Handelsblatt" berichtete zudem am Montagabend unter Berufung auf Finanzkreise, Konzernchef Christian Sewing prüfe eine Anpassung der bisherigen Strategie. Die Ergebnisse könnten demnach bereits am Donnerstag verkündet werden, wenn die Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt werden. Einschränkungen soll es laut dem Bericht im Investmentbanking geben, unter anderem in den USA. Demnach dürften Teile des Aktienhandels sowie der Serviceleistungen für Hedgefonds betroffen sein. Außerdem stelle die Bank den Handel mit US-Kommunalanleihen sowie einzelne Teile des Asiengeschäfts auf den Prüfstand.

Nach wochenlangen Spekulationen über seinen Vorgänger John Cryan steht seit gut zwei Wochen der einstige Privatkunden-Chef Sewing an der Spitze des größten deutschen Kreditinstituts. Er muss nun vor allem klären, wie der Dax -Konzern sein Kapitalmarktgeschäft künftig aufstellen will. Aus der einstigen Goldgrube ist eine Baustelle geworden, mit hohen Kosten und geschrumpften Einnahmen. Der Anspruch, weltweit mitzuspielen, weicht auf. Stattdessen betonte die Bank zuletzt immer wieder, vor allem für ihre Firmenkunden in Europa da zu sein./tos/gl

23.04.2018

ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Weitere Gewinne nach schwachem Start

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Börsen haben am Montag nach Anlaufschwierigkeiten ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Unterstützung kam von der Euro- und Pfundschwäche gegenüber dem US-Dollar, welche die Absatzchancen europäischer und britischer Produkte auf dem amerikanischen Markt tendenziell begünstigt. Gute Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone ließen die Aktienkurse hingegen kalt. Im Fokus standen unter anderem Geschäftszahlen der Schweizer Großbank UBS und des niederländischen Gesundheitskonzerns Philips .

Der schwach gestartete EuroStoxx 50 kämpfte sich bis zum Mittag in positives Terrain vor. Zum Handelsende notierte der Leitindex der Eurozone 0,54 Prozent im Plus bei 3513,06 Punkten, womit er den höchsten Stand seit Anfang Februar erreichte. In Paris stieg der CAC-40-Index letztlich um 0,48 Prozent auf 5438,55 Punkte, und der Londoner FTSE 100 rückte um 0,42 Prozent auf 7398,87 Punkte vor.

In der europäischen Branchenübersicht hatten Telekomtitel die Nase vorn: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 1,27 Prozent. Schlusslicht war hingegen der Index der Medienunternehmen mit minus 0,80 Prozent.

Im Schweizer Leitindex SMI übernahmen die Aktien der UBS mit minus 2,50 Prozent die rote Laterne. Das Geldhaus hatte im ersten Quartal den Gewinn zwar deutlich gesteigert und die Erwartungen zahlreicher Analysten übertroffen. Allerdings wurde die Qualität der Ergebnisse bemängelt. Der Jahresausblick ist zudem nur verhalten optimistisch und gespickt mit Verweisen auf bestehende Unsicherheiten.

Dagegen konnte Philips die Anleger mit seinem Jahresauftakt überzeugen: Mit einem Plus von 5,53 Prozent auf 34,75 Euro führten die Papiere der Niederländer die Gewinnerliste im EuroStoxx an und kosteten so viel wie zuletzt im vergangenen November. Die Analysten der Bank Berenberg lobten trotz des im Jahresvergleich in etwa halbierten Überschusses im ersten Quartal den "stärker als erwarteten Start" des Medizintechnik- und Gesundheitskonzerns.

An der Londoner Börse gehörte Reckitt Benckiser mit knapp 2 Prozent Minus zu den größten Verlierern. Nach den am Freitag vorgelegten Umsatzzahlen und der Telefonkonferenz zum ersten Quartal senkten die beiden US-Investmentbanken Goldman Sachs und JPMorgan ihre Gewinnschätzungen für den Konsumgüterhersteller.

Dagegen rückten die Aktien von Vodafone um fast 2 Prozent vor. Laut einem Medienbericht steht der britische Telekomkonzern kurz vor der Übernahme von wichtigen Teilen des Kabelkonzerns Liberty Global in Europa. In den kommenden zwei Wochen könnten sich die Manager auf einen weitreichenden Spartentausch im Wert von rund 16,5 Milliarden Euro inklusive Schulden einigen, schrieb die "Financial Times" (FT) am Sonntag unter Berufung auf Insider. Der Deal stecke in den finalen Verhandlungen./gl/zb

23.04.2018

Aktien Europa Schluss: Weitere Gewinne nach schwachem Start

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Börsen haben am Montag nach Anlaufschwierigkeiten ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Unterstützung kam von der Euro- und Pfundschwäche gegenüber dem US-Dollar. Gute Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone ließen die Aktienkurse hingegen kalt. Im Fokus standen unter anderem Geschäftszahlen der Schweizer Großbank UBS und des niederländischen Gesundheitskonzerns Philips .

Der schwach gestartete EuroStoxx 50 kämpfte sich bis zum Mittag in positives Terrain vor. Zum Handelsende notierte der Leitindex der Eurozone 0,54 Prozent im Plus bei 3513,06 Punkten, womit er den höchsten Stand seit Anfang Februar erreichte. In Paris stieg der CAC-40-Index letztlich um 0,48 Prozent auf 5438,55 Punkte, und der Londoner FTSE 100 rückte um 0,42 Prozent auf 7398,87 Punkte vor./gl/tos

23.04.2018

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax rettet moderates Plus ins Ziel

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit Gewinnen ist der deutsche Aktienmarkt in die neue Börsenwoche gegangen. Erst im späten Handel kämpfte sich der Dax ins Plus und schloss 0,25 Prozent höher bei 12 572,39 Punkten. Zuvor hatte vor allem der Anstieg der Zinsen die Aktienkurse gebremst: Die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere war auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren gestiegen. Bei steigenden Renditen verlieren Aktien an Charme im Vergleich zu Anleihen.

Zudem dürften sich Anleger vor dem Beginn der Saison der Quartalsberichte noch bedeckt gehalten haben. Am Dienstag lässt sich der Software-Konzern SAP in die Bücher schauen. Vor allem der starke Euro dürfte teils tiefe Spuren in den Ergebnissen hinterlassen haben - und könnte auch die Ausblicke auf das Gesamtjahr trüben.

Der MDax der 50 mittelgroßen Werte stieg um 0,26 Prozent auf 26 051,48 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax erholte sich von den überdurchschnittlichen Verlusten der vergangenen Handelstage. Er legte um 0,84 Prozent auf 2646,03 Zähler etwas stärker zu.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss etwas fester. Der Dow Jones Industrial zeigte sich zum Börsenschluss am deutschen Markt kaum verändert.

Im Rampenlicht standen bei den Unternehmen Fresenius Medical Care (FMC) und deren Mutterkonzern Fresenius . FMC-Papiere büßten nach einer gesenkten Umsatzprognose gut 4 Prozent ein und waren so abgeschlagen das Schlusslicht im Dax. Der Dialysespezialist bekommt Änderungen im US-Gesundheitssystem stärker zu spüren als gedacht.

Bei Fresenius sorgte die Absage der teuren Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn anfangs für große Erleichterung unter den Anlegern. Diese wich dann aber der Sorge vor einem langen Rechtsstreit, weshalb die Aktien ihre anfänglichen Gewinne einbüßten und mit einem Abschlag von 0,12 Prozent aus dem Handel gingen.

Für das Geschäft von Kreditinstituten wird ein höheres Zinsniveau als förderlich angesehen: Die Aktien der Commerzbank legten an der Dax-Spitze knapp 3 Prozent zu. Deutsche Bank brachten es auf ein Plus von 0,74 Prozent.

Bei der Metro AG setzten sich die hohen Kursverluste vom Freitag fort, die Aktie büßte weitere 9,25 Prozent ein. Die gesenkten Jahresziele lasteten erneut schwer auf dem Kurs des Handelskonzerns.

Bei den Nebenwerten fielen die Aktien von Borussia Dortmund auf - mit einem Plus von fast 10 Prozent. Der Fußballclub hatte am Wochenende den direkten Verfolger Leverkusen mit einem hohen Sieg in die Schranken verwiesen und damit einen großen Schritt hin zur Qualifikation für die lukrative Champions League getan.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,41 Prozent am Freitag auf 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 139,54 Punkte. Der Bund-Future gab am Abend um 0,15 Prozent auf 157,70 Punkte nach.

Der Eurokurs gab weiter nach und kostete zuletzt 1,2214 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs zuvor auf 1,2238 (Freitag: 1,2309) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8171 (0,8124) Euro./bek/tos

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

23.04.2018

Aktien Frankfurt Schluss: Dax rettet moderates Plus ins Ziel

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit Gewinnen ist der deutsche Aktienmarkt in die neue Börsenwoche gegangen. Erst im späten Handel kämpfte sich der Dax ins Plus und schloss 0,25 Prozent höher bei 12 572,39 Punkten. Zuvor hatte vor allem der Anstieg der Zinsen die Aktienkurse gebremst: Die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere war auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren gestiegen. Bei steigenden Renditen verlieren Aktien an Charme im Vergleich zu Anleihen.

Zudem dürften sich Anleger vor dem Beginn der Saison der Quartalsberichte noch bedeckt gehalten haben. Am Dienstag lässt sich der Software-Konzern SAP in die Bücher schauen. Vor allem der starke Euro dürfte teils tiefe Spuren in den Ergebnissen hinterlassen haben - und könnte auch die Ausblicke auf das Gesamtjahr trüben.

Der MDax der 50 mittelgroßen Werte stieg um 0,26 Prozent auf 26 051,48 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax erholte sich von den überdurchschnittlichen Verlusten der vergangenen Handelstage. Er legte um 0,84 Prozent auf 2646,03 Zähler etwas stärker zu./bek/tos

23.04.2018

ROUNDUP/Aktien New York: Dow moderat höher zu Beginn einer ereignisreichen Woche

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat am Montag nur moderate Gewinne erzielt. Zum Beginn einer politisch ereignisreichen Woche wollten sich die Anleger offenbar nicht klar positionieren. In den kommenden Tagen werden sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron zu Gast im Weißen Haus in Washington sein. Außerdem bremsen steigende Anleiherenditen und der erstarkende US-Dollar die Kaufbereitschaft. Unternehmensnachrichten sorgten indes bei Einzelwerten für heftige Kursausschläge.

Knapp zwei Stunden nach Handelsbeginn stand der Dow Jones 0,17 Prozent im Plus bei 24 504,44 Punkten. Damit fand er nach den jüngsten Verlusten wieder den Weg nach oben. Der marktbreite S&P 500 stieg am Montag um 0,43 Prozent auf 2681,49 Punkte, während der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,77 Prozent auf 6719,07 Zähler zulegte.

Am US-Anleihemarkt ging es mit den Kursen erneut bergab, weshalb die Renditen im Gegenzug weiter stiegen. Der Zinssatz für zehnjährige Anleihen kletterte zeitweise bis knapp unter die Marke von 3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2014. Dies kann Anleihen für Anleger im Vergleich zu Aktien attraktiver machen. Als Auslöser dieser Entwicklung gelten in erster Linie die zuletzt gestiegenen Rohstoffpreise, die an den Märkten Erwartungen auf höhere Inflationsraten geweckt hatten.

Der Dollar setzte seinen jüngsten Aufwärtstrend fort und kostete zuletzt 0,8182 Euro, was tendenziell Produkte US-amerikanischer Unternehmen für Käufer im europäischen Währungsraum verteuert. Gute Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten gaben dem Greenback derweil keinen nachhaltigen Rückenwind. Sowohl die vorläufigen Einkaufsmanager-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für April als auch die Verkäufe bestehender Häuser im März fielen besser als erwartet aus.

Bei den Treffen von Donald Trump mit Macron und Merkel dürften Themen wie der Syrien-Konflikt und mögliche US-Strafzölle für europäische Unternehmen im Fokus stehen. Am Dienstag empfängt der US-Präsident seinen französischen Amtskollegen Macron und am Freitag Bundeskanzlerin Merkel.

An der Wall Street stürzten die Aktien des Generikaherstellers Akorn um 28,30 Prozent auf 14,125 Dollar ab, nachdem der deutsche Medizinkonzern Fresenius dessen Übernahme abgeblasen hatte. Sie markierten damit den tiefsten Stand seit August 2013. Fresenius begründete die Absage des mehr als 4 Milliarden Euro schweren Deals unter anderem mit schwerwiegenden Verstößen von Akorn gegen Vorschriften der US-Gesundheitsbehörde FDA. Dass die Amerikaner laut Fresenius auf Vollzug der Transaktion klagen, half dem Akorn-Aktienkurs nicht.

Beim Aluminiumhersteller Alcoa mussten die Aktionäre nach dem jüngsten Rekordhoch Kursverluste von rund 12 Prozent verkraften. Hier belastete die Nachricht, dass die Sanktionen gegen den russischen Konkurrenten Rusal aufgehoben werden könnten. Voraussetzung dafür sei, dass der Geschäftsmann Oleg Deripaska die Kontrolle über Rusal abgebe, informierte das US-Finanzministerium. Die Papiere der Rivalen Century Aluminium und Arconic sanken um 2,15 beziehungsweise 3,40 Prozent.

Die Aktien des Ölfeld-Dienstleisters Halliburton verbilligten sich nach der Vorlage von Quartalszahlen um knapp 1 Prozent. Besser wurde der Bericht des Spielzeugherstellers Hasbro über die jüngste Geschäftsentwicklung aufgenommen: Die zuletzt schon gebeutelten Anteilsscheine drehten trotz enttäuschender Resultate mit knapp 2 Prozent ins Plus.

General Electric (GE) gehörte mit einem Kursanstieg von fast 1 Prozent zu den Favoriten der Anleger im Dow Jones. Bereits am Freitag waren die Aktien des Industrieunternehmens nach Geschäftszahlen und Spekulationen über einen Spartenverkauf um nahezu 4 Prozent gestiegen. Für Sears-Titel ging es um über 2 Prozent hoch, nachdem das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet hatte, dass Unternehmenschef und Großaktionär Edward Lampert die Aufspaltung des angeschlagenen Handelsunternehmens vorantreibe./gl/zb

23.04.2018

Aktien New York: Wenig Bewegung zum Beginn einer ereignisreichen Woche

NEW YORK (dpa-AFX) - Die wichtigsten US-Aktienindizes haben sich am Montag erst einmal nur wenig von der Stelle bewegt. Zum Beginn einer politisch ereignisreichen Woche wollten sich die Anleger offenbar nicht klar positionieren. In den kommenden Tagen werden sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron zu Gast im Weißen Haus in Washington sein. Außerdem bremsen steigende Anleiherenditen und der erstarkende US-Dollar die Kaufbereitschaft. Unternehmensnachrichten sorgten indes bei Einzelwerten für heftige Kursausschläge.

Eine Stunde nach Handelsbeginn stand der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial 0,03 Prozent im Minus bei 24 454,75 Punkten. Der marktbreite S&P 500 stieg indes um 0,12 Prozent auf 2673,25 Punkte, während der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,25 Prozent auf 6684,73 Zähler zulegte./gl/tos

23.04.2018

KORREKTUR/Aktien Frankfurt: Dax schafft es im zögerlichen Handel knapp ins Plus

(Korrigiert wird der Eurokurs im vorletzten Absatz.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist kraftlos in die neue Handelswoche gestartet. Frühe Verluste konnte der Leitindex am Montag aber immerhin aufholen, so dass er es am Nachmittag mit 0,13 Prozent leicht ins Plus schaffte. Mit zuletzt 12 557,00 Punkten behält er die Marke von 12 600 Punkten in Sichtweite, die sich in der Vorwoche als hohe Hürde erwiesen hatte.

Die mittelgroßen Werte traten zu Wochenbeginn mehr oder weniger auf der Stelle, wie der bei 25 980,62 Punkten fast unveränderte MDax zeigte. Der Technologiewerte-Index TecDax dagegen erholte sich von seinen überdurchschnittlichen Verlusten der vergangenen Handelstage. Er legte um 0,60 Prozent auf 2639,49 Zähler zu. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schaffte es moderat in die Gewinnzone.

Der Markt tut sich schwer mit der Richtungsfindung, weil Börsianer gespannt auf kommende Ereignisse blicken. Neben der anlaufenden Berichtssaison zählen im Wochenverlauf der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu, bei denen es wohl auch um die gegenseitigen Handelsbeziehungen gehen wird. "Investoren werden genau beobachten, welchen Ton Trump in den Gesprächen anschlägt", sagte Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets.

Die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar sprachen am Montag von einer "kleinen Atempause", weil die Aufwärtsdynamik in den vergangenen Tagen merklich an Schwung verloren habe. Gleichzeitig warnten sie davor, dass der Markt nach einem Dax-Anstieg um 800 Punkte seit Anfang April mittlerweile einen "leicht überhitzten" Eindruck mache, so dass die Gefahr einer Konsolidierung nicht unterschätzt werden sollte.

Auf Unternehmensseite stand am Montag im Dax die Gesundheitsbranche im Fokus - mit einer eher schlechten Nachricht für die Aktionäre von Fresenius Medical Care (FMC) . Die Papiere büßten nach einer gesenkten Umsatzprognose mehr als 3 Prozent ein und waren so abgeschlagen das Schlusslicht im Dax. Der Dialysespezialist bekommt Änderungen im US-Gesundheitssystem stärker zu spüren als gedacht.

Beim FMC-Mutterkonzern Fresenius sorgte die Absage der teuren Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn anfangs für große Erleichterung unter den Anlegern. Diese wich dann aber der Sorge vor einem langen Rechtsstreit, weshalb die Aktien ihre frühen Gewinne zeitweise komplett einbüßten. Zuletzt standen sie wieder mit einem halben Prozent im Plus.

Schwäche zeigten die Immobilienwerte, deren Anleger sich am jüngsten Anstieg der Marktzinsen stören. Papiere von Vonovia verloren im Dax gut 0,7 Prozent und Deutsche Wohnen im MDax sogar 1,4 Prozent. Für das Alltagsgeschäft von Kreditinstituten wird ein höheres Zinsniveau dagegen als förderlich angesehen: Die Aktien der Commerzbank legten an der Dax-Spitze knapp 1,8 Prozent zu.

Bei der Metro AG geht der jüngste Kurseinbruch wegen gesenkter Jahresziele am Montag ungebremst um 9 Prozent weiter. Experten blicken nun pessimistischer auf die Aktie: Während die Baader Bank ihre bisherige Kaufempfehlung aufgab, rät die britische HSBC nun sogar zum "Reduzieren" der Depotbestände. Laut Analyst Andrew Porteous untergräbt die Gewinnwarnung die Glaubwürdigkeit des Managements.

Positiv machten unter den Nebenwerten die Aktien von Borussia Dortmund auf sich aufmerksam. Sie schnellten um 8 Prozent hoch, nachdem der Fußballclub am Wochenende den direkten Verfolger Leverkusen mit einem hohen Sieg in die Schranken wies. In der Schlussphase der Saison werteten Händler dies als wichtigen Schritt hin zur Qualifikation für die lukrative Champions League.

Der Eurokurs blieb am Montag auf Talfahrt. Mit zuletzt 1,2238 Dollar kostete die Gemeinschaftswährung wieder weniger als 1,23 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor dem Wochenende auf 1,2309 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,41 Prozent am Freitag auf 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 139,54 Punkte. Der Bund-Future gab leicht um 0,08 Prozent auf 157,80 Punkte nach./tih/fba/tos

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

23.04.2018

Aktien Frankfurt: Dax schafft es im zögerlichen Handel knapp ins Plus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist kraftlos in die neue Handelswoche gestartet. Frühe Verluste konnte der Leitindex am Montag aber immerhin aufholen, so dass er es am Nachmittag mit 0,13 Prozent leicht ins Plus schaffte. Mit zuletzt 12 557,00 Punkten behält er die Marke von 12 600 Punkten in Sichtweite, die sich in der Vorwoche als hohe Hürde erwiesen hatte.

Die mittelgroßen Werte traten zu Wochenbeginn mehr oder weniger auf der Stelle, wie der bei 25 980,62 Punkten fast unveränderte MDax zeigte. Der Technologiewerte-Index TecDax dagegen erholte sich von seinen überdurchschnittlichen Verlusten der vergangenen Handelstage. Er legte um 0,60 Prozent auf 2639,49 Zähler zu. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schaffte es moderat in die Gewinnzone.

Der Markt tut sich schwer mit der Richtungsfindung, weil Börsianer gespannt auf kommende Ereignisse blicken. Neben der anlaufenden Berichtssaison zählen im Wochenverlauf der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu, bei denen es wohl auch um die gegenseitigen Handelsbeziehungen gehen wird. "Investoren werden genau beobachten, welchen Ton Trump in den Gesprächen anschlägt", sagte Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets.

Die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar sprachen am Montag von einer "kleinen Atempause", weil die Aufwärtsdynamik in den vergangenen Tagen merklich an Schwung verloren habe. Gleichzeitig warnten sie davor, dass der Markt nach einem Dax-Anstieg um 800 Punkte seit Anfang April mittlerweile einen "leicht überhitzten" Eindruck mache, so dass die Gefahr einer Konsolidierung nicht unterschätzt werden sollte.

Auf Unternehmensseite stand am Montag im Dax die Gesundheitsbranche im Fokus - mit einer eher schlechten Nachricht für die Aktionäre von Fresenius Medical Care (FMC) . Die Papiere büßten nach einer gesenkten Umsatzprognose mehr als 3 Prozent ein und waren so abgeschlagen das Schlusslicht im Dax. Der Dialysespezialist bekommt Änderungen im US-Gesundheitssystem stärker zu spüren als gedacht.

Beim FMC-Mutterkonzern Fresenius sorgte die Absage der teuren Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn anfangs für große Erleichterung unter den Anlegern. Diese wich dann aber der Sorge vor einem langen Rechtsstreit, weshalb die Aktien ihre frühen Gewinne zeitweise komplett einbüßten. Zuletzt standen sie wieder mit einem halben Prozent im Plus.

Schwäche zeigten die Immobilienwerte, deren Anleger sich am jüngsten Anstieg der Marktzinsen stören. Papiere von Vonovia verloren im Dax gut 0,7 Prozent und Deutsche Wohnen im MDax sogar 1,4 Prozent. Für das Alltagsgeschäft von Kreditinstituten wird ein höheres Zinsniveau dagegen als förderlich angesehen: Die Aktien der Commerzbank legten an der Dax-Spitze knapp 1,8 Prozent zu.

Bei der Metro AG geht der jüngste Kurseinbruch wegen gesenkter Jahresziele am Montag ungebremst um 9 Prozent weiter. Experten blicken nun pessimistischer auf die Aktie: Während die Baader Bank ihre bisherige Kaufempfehlung aufgab, rät die britische HSBC nun sogar zum "Reduzieren" der Depotbestände. Laut Analyst Andrew Porteous untergräbt die Gewinnwarnung die Glaubwürdigkeit des Managements.

Positiv machten unter den Nebenwerten die Aktien von Borussia Dortmund auf sich aufmerksam. Sie schnellten um 8 Prozent hoch, nachdem der Fußballclub am Wochenende den direkten Verfolger Leverkusen mit einem hohen Sieg in die Schranken wies. In der Schlussphase der Saison werteten Händler dies als wichtigen Schritt hin zur Qualifikation für die lukrative Champions League.

Der Eurokurs blieb am Montag auf Talfahrt. Mit zuletzt 1,2303 Dollar kostete die Gemeinschaftswährung wieder weniger als 1,23 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor dem Wochenende auf 1,2309 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,41 Prozent am Freitag auf 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 139,54 Punkte. Der Bund-Future gab leicht um 0,08 Prozent auf 157,80 Punkte nach./tih/fba

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

23.04.2018

Weißes Haus: Nordkorea muss konkrete Schritte gehen

WASHINGTON (dpa-AFX) - Das Weiße Haus verlangt von der Führung in Nordkorea konkrete Schritte zum Abbau von Atomwaffen, ehe US-Sanktionen gegen das kommunistische Land aufgehoben werden können. Das sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Montag in Washington und fügte hinzu: "Denuklearisierung bleibt das Ziel."

US-Präsident Donald Trump hatte am Vortag via Twitter verbreitet, Nordkorea habe sich zur Denuklearisierung bereit erklärt und dies als "so gut für die Welt" bezeichnet. Allerdings werteten Experten die Äußerung Trumps als zu voreilig. Der von Pjöngjang angekündigte Verzicht auf Atomtests bedeute keineswegs automatisch Denuklearisierung.

US-Verteidigungsminister James Mattis gab sich am Montag vorsichtiger. "Derzeit, so denke ich, gibt es viel Anlass zu Optimismus, dass die Verhandlungen fruchtbar sein werden. Wir werden sehen", sagte Mattis am Montag im Pentagon./dm/DP/tos

23.04.2018

EU-Verhandlungsführer warnt Firmen vor Zeit nach dem Brexit

HANNOVER (dpa-AFX) - Der EU-Verhandlungsführer für den Brexit, Michel Barnier, hat Firmen in der Europäischen Union aufgerufen, sich rasch auf die Zeit nach dem britischen EU-Austritt einzustellen. "Wir geben euch mehr Zeit - 21 Monate -, um euch vorzubereiten", sagte Barnier am Montag am Rande der Hannover Messe vor Unternehmensvertretern. "Aber bitte nützt diese Zeit sorgfältig. Diese Zeit ist kurz." Die Firmen müssten sich auf alle möglichen Szenarien vorbereiten, wie Großbritannien die EU Ende März 2019 verlassen könnte. Es dürfe kein "business as usual" (Normalbetrieb) herrschen.

Brüssel und London hatten sich im März auf einen Großteil des Abkommens über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union im Frühling 2019 sowie eine Übergangsfrist bis Ende 2020 geeinigt. Während dieser sollen der EU-Binnenmarkt und die Währungsunion weiter gelten. Barnier beruhigte die Firmen: "In dieser Zeit darf es keine Abweichung vom Vereinten Königreich geben."

Barnier sagte, es sei nun an London, seine Vision für die künftige Zusammenarbeit zu präsentieren, damit die Verhandlungen weitergehen können. "Alle Modelle für Drittstaaten stehen dem Vereinigten Königreich zur Verfügung wenn sie möchten", fügte er an. Solche Drittstaaten sind etwa Norwegen oder die Schweiz, die mit der EU ein Freihandelsabkommen und bilaterale Verträge haben. Barnier betonte, dass zu solchen Verträgen allerdings immer eine Mitgliedschaft im EU-Binnenmarkt gehöre.

Die verbleibenden 27 EU-Mitgliedstaaten rief Barnier zur Einheit auf: "Die Zukunft der EU ist viel wichtiger als der Brexit."/asg/DP/tos

23.04.2018

'HB': Deutschland spart Milliarden durch niedrige Zinsen

BERLIN (dpa-AFX) - Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 hat der Bund nach einem Medienbericht insgesamt 162 Milliarden Euro an Zinsausgaben gespart. Der Bund habe zwischen 2008 und 2017 für den Schuldendienst Zinsausgaben von insgesamt 450,4 Milliarden Euro veranschlagt, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums. Dank niedriger Zinsen sei der Betrag aber viel niedriger ausgefallen: "Die Summe der nach Abschluss der Haushaltsjahre ausgewiesenen Beiträge der Jahre liegt bei 288 Milliarden Euro", schreibt Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn (SPD) in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen.

Der grüne Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler sagte: "Zehn Jahre Krise in Europa haben den deutschen Haushalt saniert. Während in anderen Ländern Europas die Krise herrscht, hat der deutsche Staat massiv von der Eurokrise profitiert." Allerdings haben auch die übrigen Euroländer stark von den Niedrigzinsen profitiert, wie neue Daten der Bundesbank zeigen, die dem "Handelsblatt" vorliegen.

Die Bundesbank hat berechnet, wie hoch die Ausgaben wären, wenn das Zinsniveau heute noch auf dem Stand von vor der Finanzkrise läge. Damals musste zum Beispiel Deutschland Anlegern noch mehr als vier Prozent Zinsen für Kredite zahlen. Dank niedrigerer Zinsen sparten die 19 Euro Länder - inklusive Deutschland - zwischen 2008 und 2017 Zinsen in Höhe von 1,15 Billionen Euro ein. Allein bei Frankreich waren es 275 Milliarden, bei Italien 216 Milliarden Euro. Nach diesem Ansatz hätte Deutschland sogar 294 Milliarden Euro gespart - und läge unter den Euro-Ländern damit an der Spitze./hrz/DP/zb

23.04.2018

WDH/Gutachten: Schrittweiser 'Soli'-Abbau verfassungswidrig

(Im letzten Satz des ersten Absatzes wurde das Wort Stiftung gestrichen.)

BERLIN (dpa-AFX) - Der von der großen Koalition geplante schrittweise Wegfall des Solidaritätszuschlags verstößt einem Gutachten zufolge gegen das Grundgesetz. So sei die sozial gestaffelte Entlastung verfassungswidrig, geht aus einem am Montag in Berlin vorgestellten Gutachten des Rechtsprofessors Hanno Kube von der Uni Heidelberg im Auftrag der wirtschaftsnahen "Initiative neue soziale Marktwirtschaft" hervor.

Der "Soli" sei als Ergänzungsabgabe nur durch einen besonderen Mittelbedarf des Bundes zu rechtfertigen und dürfe nicht als Umverteilungsinstrument genutzt werden. Auch die Tatsache, dass die Entlastung erst für 2021 geplant ist, sieht Kube kritisch, weil die Abschaffung des "Soli" bereits ab dem Auslaufen des Solidarpakts II Ende 2019 verfassungsrechtlich geboten sei.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass der Solidaritätszuschlag schrittweise wegfallen soll - und zwar 2021 mit einer Entlastung von 10 Milliarden Euro, die 90 Prozent der Zahler vom "Soli" befreien soll. Wirtschaftsverbände haben dies mehrfach massiv kritisiert, weil vor allem mittelständische Unternehmen nicht entlastet würden.

Der Geschäftsführer der Initiative, Hubertus Pellengahr, forderte die Bundesregierung zum Umsteuern beim "Soli" auf. "Die aktuellen und künftigen Überschüsse im Bundeshaushalt machen es der Bundesregierung möglich, den "Soli" ab 2020 ersatzlos abzuschaffen und alle Steuerzahler gleichermaßen zu entlasten."

Der Finanzobmann der Unions-Bundestagsfraktion, Hans Michelbach (CSU), sagte, die Zweifel an der Verfassungskonformität beim "Soli"-Abbau müssten ernstgenommen werden. Das Gutachten unterstütze die Bedenken der CSU gegen die von der SPD verlangte "willkürliche Ausgrenzung" von Steuerzahlern jenseits einer bestimmten Einkommensgrenze bei der Entlastung samt Freigrenze./hoe/DP/zb

23.04.2018

Sozialdemokraten und Fünf Sterne? - Italien sucht weiter nach Regierung

ROM (dpa-AFX) - Auf der Suche nach einer Regierung in Italien soll nun der Präsident der Abgeordnetenkammer und Politiker der Bewegung Fünf Sterne, Roberto Fico, helfen. Der italienische Staatschef Sergio Mattarella beauftragte Fico am Montag damit, bis Donnerstag auszuloten, ob es eine Chance für eine Regierung aus der Protestbewegung und der bisherigen Regierungspartei PD gibt.

Vergangene Woche waren Gespräche von Senatspräsidentin Maria Elisabetta Alberti Casellati ergebnislos geblieben. Sie hatte Chancen für eine Regierung aus Fünf Sternen und dem Mitte-Rechts-Bündnis um Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi geprüft. Auch Fico hat keine leichte Aufgabe: Die Sozialdemokraten der PD waren von den Wählern abgestraft worden und wollen einen Neuanfang in der Opposition suchen.

Fast zwei Monate nach der Parlamentswahl am 4. März ist somit noch immer unklar, wer das Land künftig regieren wird. Es hatte keinen klaren Gewinner gegeben. Zwar wurde die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung stärkste Einzelkraft. Insgesamt hatte aber die Mitte-Rechts-Allianz um die fremdenfeindliche Lega und die konservative Forza Italia von Berlusconi mehr Stimmen.

Die Regionalwahl in Molise am Sonntag galt deshalb als Kräftemessen zwischen dem Mitte-Rechts-Lager und den Fünf Sternen. Mit 43,7 Prozent gewann der von Berlusconis Kandidat ins Rennen geschickte Donato Toma, wie am Montag nach der Auszählung mitgeteilt wurde. Der Kandidat der Fünf Sterne, Andrea Greco, bekam 38,4 Prozent, der Mitte-Links-Kandidat Carlo Veneziale nicht einmal 17 Prozent. Inwieweit das Resultat die Entscheidungen von Mattarella beeinflusst, ist fraglich. Beteiligt hatten sich nur knapp über 52 Prozent./lkl/DP/zb

23.04.2018

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 23.04.2018

ROUNDUP: Unternehmensstimmung im Euroraum stabilisiert sich

LONDON - Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im April nach einer schwachen Entwicklung in den beiden Vormonaten stabilisiert. Der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex betrug unverändert 55,2 Punkte, wie das Institut am Montag in London mitteilte. Analysten hatten dagegen eine Eintrübung auf 54,8 Punkte erwartet. Die Stabilisierung dürfte Ängste vor einer starken Konjunkturabschwächung etwas dämpfen.

USA: Verkäufe bestehender Häuser steigen stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Verkäufe bestehender Häuser im März stärker als erwartet gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat legten sie um 1,1 Prozent zu, wie die Maklervereinigung "National Association of Realtors" (NAR) am Montag in Washington mitteilte.

ROUNDUP: G7 will Dialog mit Russland - Noch keine konkrete Initiative

TORONTO - Die sieben führenden westlichen Industriestaaten haben bei einem Außenministertreffen in Kanada ihre Gesprächsbereitschaft mit Russland zur Lösung des Syrien-Konflikts bekräftigt, aber noch keine konkrete Initiative gestartet. In der Abschlusserklärung der zweitägigen Konferenz in Toronto werde festgehalten, "dass es eine politische Lösung in Syrien zum Beispiel ohne Russland nicht geben wird und dass man deshalb den Dialog mit Russland braucht", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Montag am Rande des Treffens. Dazu müsse aber auch die russische Seite ihren Beitrag leisten.

Bundesregierung befürchtet Handlungsunfähigkeit von WTO-Instanz

BERLIN - Im Handelskonflikt mit den USA befürchtet die Bundesregierung, dass eine EU-Beschwerde bei der WTO auf die lange Bank geschoben werden könnte. Zwar bestünden gute Erfolgsaussichten für ein mögliches Streitschlichtungsverfahren der Welthandelsorganisation (WTO), wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von FDP-Abgeordneten hervorgeht. Das Problem sei aber, dass bei der Berufungsinstanz der WTO momentan zu viele Richterstellen vakant seien - wodurch sie in absehbarer Zeit "handlungsunfähig" werden könnte.

Neun von zehn Deutschen halten Einkommensunterschiede für zu hoch

BRÜSSEL - Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen hält die Einkommensunterschiede im Land für zu groß. Wie aus am Montag veröffentlichten Umfragedaten der EU-Kommission hervorgeht, sind in der Bundesrepublik neun von zehn Menschen (92 Prozent) dieser Meinung. In der EU halten demnach lediglich in Portugal noch mehr Bürger die Einkommensunterschiede in ihrem Land für zu hoch (96 Prozent). Am niedrigsten sind die Werte in den Niederlanden (59 Prozent) und in Dänemark (63 Prozent).

Stiftung: Mindestlohn für Leben in meisten Großstädten zu niedrig

DÜSSELDORF - Köln und Bonn gehören aus Sicht der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zu den Städten, in denen der Mindestlohn nicht ausreicht, um ohne Zusatzleistungen über die Runden zu kommen. "Wer zum Mindestlohn beschäftigt ist, kann in vielen Großstädten auch als Alleinstehender oft kein Leben ohne zusätzlichen Hartz-IV-Bezug führen", heißt es in einer Stellungnahme der Stiftung für die Mindestlohnkommission, die alle zwei Jahre die Höhe des Mindestlohns neu festsetzt. Demnach sei in 15 von 20 Städten ein Mindestlohn von 9,50 Euro pro Stunde notwendig, um nicht auf zusätzliche Leistungen angewiesen zu sein, schreibt die Stiftung darin. Der aktuelle Mindestlohn liegt bei 8,84 pro Stunde.

USA prüfen Aufhebung von Rusal-Sanktionen - Aluminiumpreis bricht ein

WASHINGTON/FRANKFURT - Die Aussicht auf eine Lockerung amerikanischer Sanktionen gegen den Aluminium-Riesen Rusal hat den Preis für Aluminium am Montag stark fallen lassen. Am Montagnachmittag fiel der Aluminiumpreis an der Londoner Rohstoffbörse innerhalb kurzer Zeit um mehr als acht Prozent. Das war der größte Preissturz an einem Handelstag seit 13 Jahren.

Großbritannien streitet um Mitgliedschaft in Zollunion nach Brexit

LONDON - Der Streit in Großbritannien um die Mitgliedschaft in einer Zollunion mit der EU nach dem Brexit spitzt sich zu. Nachdem die Regierung in der vergangenen Woche eine herbe Niederlage im Oberhaus in der Frage einstecken musste, bekräftigte sie am Montag ihren Entschluss zum Austritt aus dem Verbund. "Wir werden nicht in der Zollunion bleiben oder einer Zollunion beitreten", hieß es aus Regierungskreisen.

Industrie: Besser als in diesem Jahr läuft die Konjunktur nicht mehr

HANNOVER - Die deutsche Industrie rechnet nach einem stabilen Aufschwung in diesem Jahr mit keinen zusätzlichen Wachstumssprüngen. "Besser als in diesem Jahr wird die Konjunktur wohl nicht mehr", sagte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Dieter Kempf, am Montag auf der Hannover Messe. Im neunten Jahr des Aufschwungs präsentiere sich die deutsche Wirtschaft aber robust.

Griechenland mit höherem Haushaltsüberschuss als vorgegeben

ATHEN - Griechenland hat bei der Sanierung seines Haushalts 2017 die Zielvorgaben der internationalen Geldgeber deutlich übertroffen. Ohne die Kosten für den Schuldendienst erzielte der Staat im vergangenen Jahr einen Überschuss von gut sieben Milliarden Euro. Dieser sogenannte Primärüberschuss habe damit vier Prozent des Bruttoinlandproduktes erreicht, teilte das griechische Statistikamt am Montag in Athen auf Basis vorläufiger Schätzungen mit.

Bundesbank: Anhaltender Konjunkturboom trotz Dämpfers im Winter

FRANKFURT - Streiks und Grippewelle dürften den deutschen Konjunkturboom nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank im Winterquartal etwas gebremst haben. Die Aussichten seien jedoch weiterhin gut, stellt die Notenbank in ihrem Monatsbericht April fest, der am Montag veröffentlicht wurde: "Die Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft hält an, auch wenn die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts im ersten Vierteljahr 2018 spürbar niedriger ausgefallen sein könnte als in den Vorquartalen."

Bundesbank: Engpässe bei Arbeitskräften sorgen für stärkeren Lohnanstieg

FRANKFURT - Die Bundesbank rechnet wegen des robusten Aufschwungs in den kommenden Jahren mit einer stärkeren Lohndynamik. Es spreche vieles dafür, "dass sich in den kommenden Jahren die zunehmenden Knappheiten am Arbeitsmarkt stärker in der tatsächlichen Lohnentwicklung niederschlagen werden", hieß es im Monatsbericht für April, den die Bundesbank am Montag veröffentlichte.

Eurozone: Schuldenquote fällt spürbar

LUXEMBURG - Das starke Wirtschaftswachstum und ein langsamerer Anstieg der Neuverschuldung haben die Schuldenquote der Eurozone im vergangenen Jahr spürbar fallen lassen. Wie das Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte, betrug die Gesamtverschuldung im Jahr 2017 der 19 Euroländer im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung (BIP) 86,7 Prozent. Das waren 2,3 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2016.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

/jsl

23.04.2018

HANNOVER: Zulieferindustrie warnt vor Protektionismus

HANNOVER (dpa-AFX) - Deutschlands Zulieferindustrie hat sich angesichts der amerikanischen Schutzzölle für einen freien und fairen Welthandel ohne Protektionismus ausgesprochen. Auch eine etwaige Verhängung von Importbeschränkungen der EU gegen US-Produkte sehe man kritisch, teilte die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie am Montag auf der Hannover Messe mit. Eine Eskalation müsse vermieden werden, durch weitere Handelsbarrieren entstünden noch größere Schäden für Europa und die USA. Gerade für mittelständische Zulieferer, die ihren Kunden nicht an deren Standort folgen könnten, sei der weltweite und barrierefreie Handel wichtig.

Das vergangene Jahr hätten die Zulieferer dennoch mit einem deutlichen Umsatzplus abgeschlossen. 2017 steigerten die Zulieferer ihre Erlöse um 5,6 Prozent auf 235 Milliarden Euro. Auch im ersten Quartal 2018 sei die Kapazitätsauslastung gestiegen. Die Arbeitsgemeinschaft vertritt rund 9000 meist mittelständische Zulieferer mit mehr als 1,1 Millionen Mitarbeitern./tst/DP/zb

23.04.2018

Gutachten: Schrittweiser 'Soli'-Abbau verfassungswidrig

BERLIN (dpa-AFX) - Der von der großen Koalition geplante schrittweise Wegfall des Solidaritätszuschlags verstößt einem Gutachten zufolge gegen das Grundgesetz. So sei die sozial gestaffelte Entlastung verfassungswidrig, geht aus einem am Montag in Berlin vorgestellten Gutachten des Rechtsprofessors Hanno Kube von der Uni Heidelberg im Auftrag der wirtschaftsnahen Stiftung "Initiative neue soziale Marktwirtschaft" hervor.

Der "Soli" sei als Ergänzungsabgabe nur durch einen besonderen Mittelbedarf des Bundes zu rechtfertigen und dürfe nicht als Umverteilungsinstrument genutzt werden. Auch die Tatsache, dass die Entlastung erst für 2021 geplant ist, sieht Kube kritisch, weil die Abschaffung des "Soli" bereits ab dem Auslaufen des Solidarpakts II Ende 2019 verfassungsrechtlich geboten sei.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass der Solidaritätszuschlag schrittweise wegfallen soll - und zwar 2021 mit einer Entlastung von 10 Milliarden Euro, die 90 Prozent der Zahler vom "Soli" befreien soll. Wirtschaftsverbände haben dies mehrfach massiv kritisiert, weil vor allem mittelständische Unternehmen nicht entlastet würden.

Der Geschäftsführer der Initiative, Hubertus Pellengahr, forderte die Bundesregierung zum Umsteuern beim "Soli" auf. "Die aktuellen und künftigen Überschüsse im Bundeshaushalt machen es der Bundesregierung möglich, den "Soli" ab 2020 ersatzlos abzuschaffen und alle Steuerzahler gleichermaßen zu entlasten."

Der Finanzobmann der Unions-Bundestagsfraktion, Hans Michelbach (CSU), sagte, die Zweifel an der Verfassungskonformität beim "Soli"-Abbau müssten ernstgenommen werden. Das Gutachten unterstütze die Bedenken der CSU gegen die von der SPD verlangte "willkürliche Ausgrenzung" von Steuerzahlern jenseits einer bestimmten Einkommensgrenze bei der Entlastung samt Freigrenze./hoe/DP/zb

23.04.2018

Iran fordert vertragsgerechte Umsetzung des Atomabkommens

TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran hat das Bekenntnis des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum Wiener Atomabkommen von 2015 begrüßt. Außenminister Mohamed Dschawad Sarif fordert aber mehr als nur ein Bekenntnis. Macron habe recht, dass es für den Atomdeal keinen Plan B gebe, schrieb Sarif am Montag auf Twitter. "Es ist so, wie es ist, oder gar nicht." Macron und die Europäer sollten jedoch nicht nur US-Präsident Donald Trump dazu bewegen, an dem Abkommen festzuhalten. Wichtiger sei es, dafür zu sorgen, dass es auch vertragsgerecht "und im guten Glauben" umgesetzt werde.

Macron hatte die USA vor seinem Besuch bei Trump dazu aufgerufen, nicht aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. Dieser Deal sei sicher nicht perfekt, es gebe aber keinen besseren und auch keinen Plan B für den Iran, sagte Macron in einem Interview mit dem Sender Fox News.

Trump hatte zuletzt betont, er wolle entweder einen kompletten Ausstieg aus dem Deal oder dessen Überarbeitung im Rahmen von Neu- und Nachverhandlungen. Der 12. Mai gilt als mögliche Frist für die Wiedereinführung von US-Sanktionen gegen den Iran - dies könnte das Ende des Abkommen bedeuten.

Sarif bekräftigte bei einem Aufenthalt in New York die iranische Drohung, das Atomprogramm ohne die vorgesehenen Einschränkungen wieder aufzunehmen, falls der Deal scheitern sollte. Damit wäre das Land zumindest technisch fähig, an einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran sei jedoch "aus religiösen Erwägungen" weiterhin gegen Herstellung und Nutzung von Massenvernichtungswaffen, betonte er.

Das Atomabkommen mit dem Iran wurde 2015 von den USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ausgehandelt. Der Iran verpflichtet sich darin, für mindestens ein Jahrzehnt wesentliche Teile seines Atomprogramms drastisch zu beschränken, um keine Atomwaffe bauen zu können. Im Gegenzug wurden die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben und eine Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen mit dem Westen in Aussicht gestellt./str/fmb/DP/zb

23.04.2018

USA: Verkäufe bestehender Häuser steigen stärker als erwartet

WASHINGTON (dpa-AFX) - In den USA sind die Verkäufe bestehender Häuser im März stärker als erwartet gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat legten sie um 1,1 Prozent zu, wie die Maklervereinigung "National Association of Realtors" (NAR) am Montag in Washington mitteilte.

Volkswirte wurden von der Stärke des Anstiegs überrascht. Sie hatten nur einen leichten Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet. Bereits im Februar waren die Verkäufe um 3,0 Prozent im Monatsvergleich gestiegen.

Auf das Jahr hochgerechnet (annualisiert) wurden im März 5,60 Millionen Häuser verkauft. Das lag ebenfalls über der Erwartung von 5,55 Millionen Häusern./jkr/jsl/tos

23.04.2018

AKTIE IM FOKUS 2: Fresenius-Aktionäre fürchten teuren Rechtsstreit mit Akorn

(Neu: Aktienkurs aktualisiert und Klage von Akorn auf Vollzug der Übernahme.)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Erleichterung der Fresenius-Aktionäre über die Absage an einen teuren Zukauf ist am Montag der Sorge über einen langen Rechtsstreit gewichen. Hinzu kam eine Umsatzwarnung der Dialysetochter FMC . Die Papiere des Medizinkonzerns gaben ihre hohen Anfangsgewinne am Montag im Handelsverlauf ab und schlossen 0,12 Prozent schwächer bei 65,62 Euro. Zuvor waren sie in der Spitze um fast 4 Prozent gestiegen.

Der Dax-Konzern kündigte die Übernahmevereinbarung mit Akorn, weil der Generikahersteller mehrere Voraussetzungen für den Vollzug nicht erfüllt habe. So habe es laut einer von Fresenius eingeleiteten Untersuchung unter anderem schwerwiegende Verstöße gegen Vorschriften der US-Gesundheitsbehörde FDA bezüglich der Datenintegrität bei Akorn gegeben, hieß es.

Der US-Generikahersteller sieht sich aber zu Unrecht an den Pranger gestellt: Am Nachmittag teilte Fresenius mit, dass Akorn auf Vollzug der vereinbarten Übernahme klagt. Laut dem Analysten Oliver Reinberg vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux könnte Fresenius hier noch ein längerer Rechtsstreit ins Haus stehen.

Fresenius dürfte allerdings einen guten Grund gefunden haben, den Deal abzusagen, erklärte Analyst Tom Jones von der Privatbank Berenberg. Auch er verwies auf einen andernfalls drohenden langen Rechtsstreit mit unsicherem Ausgang.

Für Analyst Hugo Solvet vom Investmenthaus Bryan Garnier dürft der Schritt für den Dax-Konzern aber in jedem Fall positiv sein. "Egal wie es weitergeht, Fresenius dürfte in jedem Fall im Vorteil sein", sagte er. Sollte Fresenius mit seinen Vorwürfen gegen Akorn Recht haben, würde der Kaufpreis vermutlich deutlich sinken, oder aber Fresenius könnte den Deal wirklich abblasen. Selbst ohne Akorn errechnet der Experte einen Wert von circa 80 Euro je Fresenius-Aktie - ein Potenzial von fast einem Fünftel.

Zum Zeitpunkt der ersten Spekulationen über einen Akorn-Kauf vor rund einem Jahr hatten die Fresenius-Aktien um 75 Euro gekostet. Ende März 2018 im Tief lag der Preis dann nur noch bei rund 59 Euro - ein Minus von mehr als 21 Prozent.

Im Lauf der Monate hatten sich die Zweifel der Anleger an der Geschäftsentwicklung von Akorn und damit auch an dem rund 4,4 Milliarden Euro teuren Zukauf gemehrt. Im Februar stellte Fresenius dann selbst den Kauf nach anonymen Hinweisen auf den Prüfstand und leitete die externe Untersuchung möglicher Regelwidrigkeiten von Akorn bei der Produktentwicklung ein./mis/bek/zb

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

23.04.2018

AKTIE IM FOKUS: Pessimistische Analystenstimmen setzen Metro weiter zu

(Neu: Aktienkurs aktualisiert, weiterer Analystenkommentar)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Negative Analystenkommentare nach der Gewinnwarnung von Metro haben am Montag den Aktien des Lebensmittelhändlers erneut zugesetzt. Nachdem sie am Freitag im Zuge der Prognosesenkung bereits um fast 11 Prozent eingebrochen waren, rutschten sie am Montag um weitere 9,25 Prozent auf 11,82 Euro ab.

Im Tief fielen sie auf 11,66 Euro. So wenig haben die Aktien noch nie gekostet, seitdem die Metro im Juli 2017 in den Groß- und Einzelhandel (jetzt Metro) und den Elektrohandel (jetzt Ceconomy ) aufgespaltet wurde. Damals war Metro mit einem Kurs von 20 Euro an der Börse gestartet.

Wegen der Schwäche im Russland-Geschäft rechnet Metro währungsbereinigt nun sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis des Geschäftsjahres 2017/18 mit geringeren Wachstumsraten.

Analysten reagierten darauf am Montag entsprechend. So stufte Andrew Porteous von der britischen Investmentbank HSBC die Metro-Aktien von "Buy" auf "Reduce" gleich doppelt ab. "Zeitpunkt und Ausmaß der Gewinnwarnung vom Freitag untergraben die Glaubwürdigkeit des Managements", kritisierte er.

Analyst Volker Bosse stellte neben den strukturellen Problemen in Metros wichtigstem Markt Russland auf die Situation bei der Supermarktkette Real ab. Inzwischen sehe es so aus, als sei Real weder restrukturierbar noch zu verkaufen. Auch Bosse strich seine Kaufempfehlung und votiert nun mit "Hold".

Gerold Deppisch von der Landesbank Baden-Württemberg wies darauf hin, dass die Gewinnwarnung der Metro vor allem dem schwachen russischen Absatzmarkt geschuldet sei. "Russland war bisher die beste Region bei Metro", sagte der Kreditanalyst mit Blick auf die operative Gewinnmarge.

Hinzu kamen einige Kurszielsenkungen, etwa von JPMorgan, Kepler Cheuvreux und Bernstein Research. Mit einem von 17 auf 10 Euro gesenkten Kursziel ist die Bank HSBC besonders skeptisch.

Im MDax sind die Metro-Aktien mit einem Kursverlust von fast 30 Prozent seit Jahresanfang der schwächste Wert. Die Ceconomy-Anteile stehen einen Platz vor Metro kaum besser da: Ihr bisheriger Jahresverlust beläuft sich derzeit auf gut 25 Prozent./ajx/bek/zb

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

23.04.2018

AKTIE IM FOKUS: SLM Solutions unter Druck - Blackrock baut 'Shorts' aus

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Aktien von SLM Solutions sind am Montag unter Druck geraten. Sie büßten am Nachmittag 7,6 Prozent auf 33 Euro ein und lagen damit abgeschlagen am Ende des TecDax . Ein Händler führte zum Einen Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Kurserholung sowie zum Anderen den Aufbau einer größeren Leerverkaufs-Position in der Aktie als Gründe für den Kursrutsch an.

Nach Angaben des Bundesanzeigers hat der US-Investor Blackrock die Leerverkaufs-Position bei SLM Solutions im Verlauf der vergangenen Woche von 0,55 auf 1,02 Prozent nahezu verdoppelt. Mit Leerverkäufen erzielen Anleger bei fallenden Kursen Gewinne. Im Verlauf des April hatten sich die Papiere des Herstellers von 3D-Metalldruckern um rund 13 Prozent erholt. Zuvor waren sie vom Rekordhoch Anfang des Jahres bei 49,70 Euro um mehr als ein Drittel eingebrochen./bek/zb

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

23.04.2018

AKTIEN IM FOKUS: Steigende Zinsen stützen Papiere der Finanzbranche

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Zu den Profiteuren der steigenden Zinsen haben am Montag die Aktien von Finanzwerten gezählt. So lagen im Dax mit Munich Re , Commerzbank , Deutsche Bank und Allianz gleich vier Finanztitel unter den ersten fünf neben der Lufthansa . Sie legten zwischen 1,1 und 2 Prozent zu.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verpasste am Montag den Sprung über die Marke von 3 Prozent im Tageshoch von 2,998 Prozent nur denkbar knapp. Sie stieg auf den höchsten Stand seit Anfang 2014. Ursache sind vor allem steigende Rohstoffpreise, die die Inflationserwartungen nach oben treiben.

Banken können bei steigenden Zinsen vor allem im Geschäft mit festverzinsten Wertpapieren höhere Erträge erwirtschaften. Versicherer profitieren besonders im Kapitalanlagegeschäft von höheren Marktzinsen./bek/tos

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

23.04.2018

AKTIE IM FOKUS: Mögliches Ende der Rusal-Sanktion belastet Alcoa vorbörslich

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die Anteile des Aluminiumherstellers Alcoa haben am Montag vorbörslich kräftig nachgegeben. Sie litten mit einem Minus von 7,5 Prozent auf 55,50 US-Dollar darunter, dass die Sanktionen gegen den russischen Konkurrenten Rusal aufgehoben werden könnten. Möglich sei dies, sofern Geschäftsmann Oleg Deripaska, der über die Holding En+ die Mehrheit an Rusal besitze, seine Kontrolle abgebe, informierte das US-Finanzministerium auf seiner Website. Auch der Schweizer Rohstoffhändler Glencore ist an Rusal beteiligt und zwar mit 8,75 Prozent.

Die Alcoa-Aktien hatten zuvor von den Sanktionen gegen Rusal profitiert und waren erst am Donnerstag auf ein Rekordhoch bei 62,35 Dollar gestiegen. Hintergrund war der zwischenzeitlich stark gestiegene Alupreis, der am Montag wieder deutlich nachgab./ck/das

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

23.04.2018

AKTIE IM FOKUS 2: Fresenius-Aktionäre fürchten teuren Rechtsstreit mit Akorn

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erleichterung der Fresenius-Aktionäre über die Absage an einen teuren Zukauf ist der Sorge über einen langen Rechtsstreit gewichen. Hinzu kam eine Umsatzwarnung der Dialysetochter FMC . Die Papiere des Medizinkonzerns gaben ihre hohen Anfangsgewinne am Montag im Handelsverlauf ab und notierten zuletzt unverändert bei 65,70 Euro. Zuvor waren sie in der Spitze um fast 4 Prozent auf 68,24 Euro gestiegen.

Der Dax-Konzern kündigte die Übernahmevereinbarung mit Akorn, weil der Generikahersteller mehrere Voraussetzungen für den Vollzug nicht erfüllt habe. So habe es laut einer von Fresenius eingeleiteten Untersuchung unter anderem schwerwiegende Verstöße gegen Vorschriften der US-Gesundheitsbehörde FDA bezüglich der Datenintegrität bei Akorn gegeben, hieß es.

Der US-Generikahersteller sieht sich aber zu Unrecht an den Pranger gestellt und pocht auf die Einhaltung der von Fresenius gemachten Zusagen. Laut dem Analysten Oliver Reinberg vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux könnte Fresenius hier noch ein längerer Rechtsstreit bevorstehen.

Fresenius dürfte allerdings einen guten Grund gefunden haben, den Deal abzusagen, erklärte Analyst Tom Jones von der Privatbank Berenberg. Auch er verwies auf einen ansonsten drohenden langen Rechtsstreit mit unsicherem Ausgang.

Für Analyst Hugo Solvet vom Investmenthaus Bryan Garnier dürft der Schritt für den Dax-Konzern aber in jedem Fall positiv sein. "Egal wie es weitergeht, Fresenius dürfte in jedem Fall im Vorteil sein", sagte er. Sollte Fresenius mit seinen Vorwürfen gegen Akorn Recht haben, würde der Kaufpreis vermutlich deutlich sinken, oder aber Fresenius könnte den Deal wirklich abblasen. Selbst ohne Akorn errechnet der Experte einen Wert von circa 80 Euro je Fresenius-Aktie - ein Potenzial von fast einem Fünftel.

Zum Zeitpunkt der ersten Spekulationen über einen Akorn-Kauf vor rund einem Jahr hatten die Fresenius-Aktien um die 75 Euro gekostet. Ende März 2018 im Tief lag der Preis dann nur noch bei rund 59 Euro - ein Minus von mehr als 21 Prozent.

Im Lauf der Monate hatten sich die Zweifel der Anleger an der Geschäftsentwicklung von Akorn und damit auch an dem rund 4,4 Milliarden Euro teuren Zukauf gemehrt. Im Februar stellte Fresenius dann selbst den Kauf nach anonymen Hinweisen auf den Prüfstand und leitete die externe Untersuchung möglicher Regelwidrigkeiten von Akorn bei der Produktentwicklung ein./mis/ag/tav

23.04.2018

AKTIE IM FOKUS: Anleger wenden sich von UBS ab

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS hat am Montag die Investoren mit ihren Quartalszahlen enttäuscht. Sie quittierten dies mit Verkäufen der Aktie. Gegen Mittag lagen UBS-Papiere im Schweizer Leitindex SMI mit 3,46 Prozent im Minus bei 16,61 Franken.

Die Schweizer Großbank hatte den Gewinn im ersten Jahresviertel 2018 zwar deutlich gesteigert und die Erwartungen zahlreicher Analysten übertroffen, allerdings wurde die Qualität der Ergebnisse bemängelt. Der Ausblick auf das Gesamtjahr ist zudem nur verhalten optimistisch und gespickt mit Verweisen auf bestehende Unsicherheiten. Saisonal bedingt dürften die Erträge in bestimmten Bereichen im zweiten Quartal zudem niedriger ausfallen, hieß es seitens des Managements.

Der Jahresauftakt sei durchwachsen verlaufen, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Jernej Omahen in einer ersten Reaktion. Im Investmentbanking hätten die Schweizer stark abgeschnitten. Mit dem restlichen Geschäft zeigte er sich aber unzufrieden und verwies vor allem auf den höher als erwarteten Verlust bei den Konzernfunktionen.

Analystin Anke Reingen von RBC und JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein urteilten ähnlich. Das im ersten Quartal starke Investmentbanking-Geschäft dürfte nicht nachhaltig sein, befürchtet etwa Reingen nach den Kommentaren des UBS-Managements sowie nach Berechnungen Datenanbieters Dealogic. Der JPMorgan-Experte monierte die Kosten auf Konzernniveau. Für ihn bleibt die UBS aber trotzdem die Bank mit dem besten Mix an Geschäften./ck/ag/das

23.04.2018

ANALYSE/Baader Bank wird für CTS Eventim wegen neuer Angebote optimistischer

FRANKFURT (dpa-AFX) - Kräftig steigende Umsätze und Gewinne dank neuer Geschäftsideen hat die Baader Bank optimistischer für CTS Eventim gestimmt. Künftige Angebote wie das "Ticket Bundling" oder die "Event Promotion" dürften die Erträge des Ticket-Vermarkters und Veranstalters antreiben, schrieb Analyst Volker Bosse. Er stufte die im MDax enthaltenen Aktien daher von "Hold" auf "Buy" hoch.

Beim "Ticket Bundling" würden an die Eintrittskarte weitere Dienstleistungen geknüpft wie beispielsweise die Buchung eines Hotelzimmers, erläuterte Bosse. Für diesen Service erhalte CTS Eventim eine Provision von den jeweiligen Geschäftspartnern. Das Angebot dürfte von Anfang an profitabel für das Unternehmen sein, der Start sei für das dritte oder vierte Quartal vorgesehen.

Hinter der "Event Promotion" stehe die Kooperation von CTS Eventim mit anderen Unternehmen. Es handelt sich also um ein sogenanntes B2B-Angebot. Als Beispiel führt CTS Eventim auf seiner Website die Zusammenarbeit mit dem Kreditkarten-Konzern Mastercard für bargeldloses Bezahlen auf Konzerten an. Der Umsatz mit solchen Angeboten, in diesem Jahr lediglich ein einstelliger Millionenbetrag, dürfte rasch steigen, prognostizierte Bosse.

Die Investitionen hierfür habe das Unternehmen bereits getätigt, die künftigen Erträge und Gewinne seien aber noch nicht in seinen Schätzungen enthalten. Die neuen Angebote hätten die Investoren bislang "noch nicht auf dem Radarschirm". Insgesamt unterstellt der Analyst eine Steigerung des Umsatzes von 2017 bis 2020 um rund ein Viertel. Der operative Gewinn (Ebitda) dürfte in diesem Zeitraum sogar um rund die Hälfte zulegen.

Die Konsensprognosen für den Umsatz und den Gewinn sind laut Bosse noch immer zu niedrig. Auf kurze Sicht rechnet er zudem mit überzeugenden Quartalszahlen von CTS Eventim am 8. Mai. Für eine Kaufempfehlung für die Aktien spreche auch die jüngste Kursentwicklung: Nach seiner Abstufung der Papiere auf "Hold" sei der Kurs deutlich gefallen. Bei einem unveränderten Kursziel von 44 Euro haben die Papiere nun jedoch gut 15 Prozent Aufholpotenzial (aktueller Kurs: 38,40 Euro).

Mit der Einstufung "Buy" traut die Baader Bank der Aktie je nach Risikokategorie eine Gesamtrendite (berechnet aus Kursanstieg und Dividende) von mehr als 10 Prozent beziehungsweise mehr als 15 Prozent für die kommenden 12 Monate zu./bek/ajx

Analysierendes Institut Baader Bank.

23.04.2018

ANALYSE/Kepler Cheuvreux: Verschnaufpause bei Bauer nach starkem Lauf

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem zuletzt kräftigen Kursgewinn der Bauer-Aktien sieht das Analysehaus Kepler Cheuvreux nun Zeit für eine Atempause. Der Tiefbau- und Maschinenbaukonzern hatte vor einigen Tagen mit zuversichtlichen Unternehmensprognosen aufhorchen lassen. Positive Analystenkommentare folgten und trieben die einst im SDax notierten Papiere zusätzlich an.

In der Spitze kletterten sie am vergangenen Freitag bis auf 27,65 Euro und damit auf den höchsten Stand seit Ende Januar. Anfang April hatten sie gerade mal etwas mehr als 18 Euro gekostet.

Kepler-Analyst Hans-Joachim Heimbürger stufte die Papiere von "Buy" auf "Hold" ab und beließ das Kursziel auf 25 Euro. An diesem Montag haben die Bauer-Anteile im Börsenhandel bislang knapp 4 Prozent an Wert verloren auf 26,35 Euro.

Der Aktienkurs spiegele eine Normalisierung im Maschinenbau-Geschäft, einen stärkeren Fokus auf das Chance-Risiko-Profil im Projektgeschäft und gestiegene Infrastrukturausgaben in den meisten Teilen der Welt wider, so Analyst Heimbürger. Die Oberbayern seien aber nach mindestens jeweils einer Gewinnwarnung pro Jahr seit 2009 nun auf einem guten Weg, sich operativ in diesem Jahr weiter zu verbessern.

Gemäß der Einstufung "Hold" rechnet Kepler Cheuvreux auf Sicht der nächsten zwölf Monate mit einem absoluten Aufwärtspotenzial der Aktie von weniger als 10 Prozent./ajx/jkr/fba

Analysierendes Institut Kepler Cheuvreux.

23.04.2018

AKTIE IM FOKUS: Erholung von FMC geht nach Umsatzwarnung die Luft aus - Dax-Ende

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (kurz FMC) hat die Anleger am Montag mit einer Umsatzwarnung vergrault. Auch der profitable Verkauf eines Tochterunternehmens vermochte nicht, die Stimmung der Investoren aufzuhellen. Die Aktien knickten am Vormittag als abgeschlagenes Schlusslicht im Dax um 3,04 Prozent auf 82,30 Euro ein. Die Erholung vom Zwischentief Ende März bei 79,28 Euro ist damit ein gutes Stück weit dahin. So hatten die Papiere in den vergangenen Tagen wieder mit der Marke von 85 Euro gerungen.

Weil der Konzern nach Änderungen im US-Gesundheitssystem bestimmte Medikamente bei der Dialyse in geringerer Dosierung verabreicht, rechnet das Unternehmen mit weniger Umsatzwachstum als bisher. Im ersten Quartal belastete zudem der starke Euro Erlös und Gewinn. Nachdem der Konzernausblick zuletzt schon für Fragezeichen gesorgt habe, dürfte die Warnung negativ aufgenommen werden, erklärte Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan.

Der ebenfalls angekündigte Verkauf von Sound Inpatient Physicians dürfte laut dem Experten - isoliert betrachtet - eigentlich positiv bei den Anlegern ankommen. Adlington verwies auf den voraussichtlichen Buchgewinn in Höhe von rund 800 Millionen Euro vor Steuern. Zudem hätten viele Investoren das Geschäft ohnehin nur wenig verstanden und es habe die Gewinnmargen verwässert.

Die Analysten der schweizerischen Bank Credit Suisse werteten den Beteiligungsverkauf ebenfalls positiv. FMC konzentriere sich wieder stärker auf das eigentliche Dialysegeschäft. Zudem könnten die Verkaufserlöse oder Teile davon in der einen oder anderen Form an die Aktionäre fließen, wenngleich das Management auch weiter in das Wachstum investieren wolle.

Die Umsatzwarnung sorgt die Credit-Suisse-Experten zudem nur wenig. Sinkende Beschaffungspreise für Medikamente würden das beim Gewinn ausgleichen. Zudem hätten die Aktien in den vergangenen Monaten geschwächelt - auch im Vergleich zur Branche. Daher sehen die Analysten eine Kursrutsch als Kaufgelegenheit.

Erst Anfang Februar waren die FMC-Aktien auf ein Rekordhoch von 93,82 Euro gestiegen. Bis Ende März war es dann um etwa 15,5 Prozent auf rund 79,28 Euro nach unten gegangen. In den vergangenen Jahren hatten die Papiere aber nur einen Weg gekannt: nach oben. Auf Sicht von vier Jahren hatten sie ihren Wert in etwa verdoppelt./mis/nas/fba

dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser