dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

04.07.2020

WDH: Maut-Untersuchungsausschuss lädt Telekom-Chef

(Wiederholung: Berichtigung Grammatikfehler im ersten Satz.)

BERLIN (dpa-AFX) - Telekom-Vorstandschef Tim Höttges soll im September im Untersuchungsausschuss des Bundestags zur gescheiterten Pkw-Maut gehört werden. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Der Deutschen Presse-Agentur lag eine entsprechende Liste ebenfalls vor. Demnach ist geplant, dass Höttges bei der zweiten Sitzung nach der parlamentarischen Sommerpause, und zwar am 17. September, in den Ausschuss kommt.

Nach den derzeitigen Plänen soll dann am 1. Oktober neben Vertretern der eigentlich vorgesehenen Maut-Betreiberfirmen auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aussagen, dessen Vorgehen bei der Maut massiv in der Kritik steht. Scheuer soll dann aber noch einmal Anfang 2021 in den Ausschuss kommen.

Laut Zeitung wollen die Abgeordneten im Ausschuss mehr darüber erfahren, was Höttges, dessen größter Aktionär der deutsche Staat ist, mit Scheuer besprochen hat. Scheuer hatte immer wieder Schwierigkeiten, zum vorgesehenen Preis Interessenten für die Maut-Ausschreibung zu finden. Die Zeitung zitiert aus einer Aufstellung des Verkehrsministeriums, der zufolge Scheuer und Höttges in den Jahren 2018 und 2019 elfmal miteinander sprachen.

Unter anderem hätten sie mitten im Vergabeprozess am 13. August 2018 telefoniert - drei Tage später stieg der Staatskonzern Telekom aus dem Bieterkonsortium mit einigen internationalen Konzernen aus und ging als einzelner Bieter ins Rennen. Auch am 14. September telefonierten die beiden. In allen Gesprächen sei es nur um Fragen von Mobilfunknetz und Breitband-Anschlüssen gegangen, heißt es in einer Aufstellung. Das Verkehrsministerium vergab Ende 2018 Verträge zur Kontrolle und Erhebung der Maut an die Firmen Kapsch und CTS Eventim .

"Angesichts von zahlreichen Gesprächsterminen kurz vor und nach wichtigen Entscheidungen in Sachen Maut zwischen dem Minister und Herrn Höttges ergeben sich eine Reihe an offenen Fragen, die wir im Untersuchungsausschuss sachlich aufklären möchten", sagte der FDP-Abgeordnete Oliver Luksic der Zeitung.

Die Opposition wirft Scheuer schwere Fehler zu Lasten des Steuerzahlers vor. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte die bereits gesetzlich besiegelte Pkw-Maut im Juni 2019 als rechtswidrig gestoppt. Scheuer hatte die Verträge zur Kontrolle und Erhebung der Maut abgeschlossen, bevor Rechtssicherheit bestand. Die eigentlich vorgesehenen Betreiber fordern Schadenersatz von 560 Millionen Euro, nachdem der Bund die Verträge direkt nach dem Urteil gekündigt hatte./hoe/DP/men

04.07.2020

Maut-Untersuchungsausschuss lädt Telekom-Chef

BERLIN (dpa-AFX) - Telekom-Vorstandschef Tim Höttges soll im September im Untersuchungsausschusses des Bundestags zur gescheiterten Pkw-Maut gehört werden. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Der Deutschen Presse-Agentur lag eine entsprechende Liste ebenfalls vor. Demnach ist geplant, dass Höttges bei der zweiten Sitzung nach der parlamentarischen Sommerpause, und zwar am 17. September, in den Ausschuss kommt.

Nach den derzeitigen Plänen soll dann am 1. Oktober neben Vertretern der eigentlich vorgesehenen Maut-Betreiberfirmen auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aussagen, dessen Vorgehen bei der Maut massiv in der Kritik steht. Scheuer soll dann aber noch einmal Anfang 2021 in den Ausschuss kommen.

Laut Zeitung wollen die Abgeordneten im Ausschuss mehr darüber erfahren, was Höttges, dessen größter Aktionär der deutsche Staat ist, mit Scheuer besprochen hat. Scheuer hatte immer wieder Schwierigkeiten, zum vorgesehenen Preis Interessenten für die Maut-Ausschreibung zu finden. Die Zeitung zitiert aus einer Aufstellung des Verkehrsministeriums, der zufolge Scheuer und Höttges in den Jahren 2018 und 2019 elfmal miteinander sprachen.

Unter anderem hätten sie mitten im Vergabeprozess am 13. August 2018 telefoniert - drei Tage später stieg der Staatskonzern Telekom aus dem Bieterkonsortium mit einigen internationalen Konzernen aus und ging als einzelner Bieter ins Rennen. Auch am 14. September telefonierten die beiden. In allen Gesprächen sei es nur um Fragen von Mobilfunknetz und Breitband-Anschlüssen gegangen, heißt es in einer Aufstellung. Das Verkehrsministerium vergab Ende 2018 Verträge zur Kontrolle und Erhebung der Maut an die Firmen Kapsch und CTS Eventim .

"Angesichts von zahlreichen Gesprächsterminen kurz vor und nach wichtigen Entscheidungen in Sachen Maut zwischen dem Minister und Herrn Höttges ergeben sich eine Reihe an offenen Fragen, die wir im Untersuchungsausschuss sachlich aufklären möchten", sagte der FDP-Abgeordnete Oliver Luksic der Zeitung.

Die Opposition wirft Scheuer schwere Fehler zu Lasten des Steuerzahlers vor. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte die bereits gesetzlich besiegelte Pkw-Maut im Juni 2019 als rechtswidrig gestoppt. Scheuer hatte die Verträge zur Kontrolle und Erhebung der Maut abgeschlossen, bevor Rechtssicherheit bestand. Die eigentlich vorgesehenen Betreiber fordern Schadenersatz von 560 Millionen Euro, nachdem der Bund die Verträge direkt nach dem Urteil gekündigt hatte./hoe/DP/men

04.07.2020

Karstadt/Kaufhof-Beschäftigte demonstrieren in Hamburg

HAMBURG (dpa-AFX) - In Hamburg haben am Samstag erneut Karstadt/Kaufhof-Beschäftigte gegen die geplante Schließung von Filialen protestiert. Die Gewerkschaft Verdi hatte Mitarbeitende aus allen sieben Hamburger Standorten aufgerufen, sich ab mittags vor der Filiale am Sachsentor in Bergedorf zu versammeln. Mehrere Dutzend folgten dem Aufruf, wie die Polizei mitteilte.

Schon am Freitag hatten rund 120 Demonstranten vor dem Karstadt-Haus in Wandsbek gegen die geplanten Filialschließungen protestiert. "Wir haben es hier mit reinem Profitdenken zu tun", kritisierte Hamburgs Verdi-Landesbezirksleiter Berthold Bose. Vier der sieben Karstadt/Kaufhof-Filialen in Hamburg sowie zwei Karstadt Sport-Häuser seien von der Schließung bedroht. Damit seien 600 Mitarbeiter betroffen.

Nach harten Verhandlungen mit den Vermietern hatte der Kaufhaus-Konzern am Freitag angekündigt, in Deutschland sechs Filialen weniger schließen zu wollen als ursprünglich geplant. Auch andere Kommunen hoffen nun, das Aus für bedrohte Warenhäuser in ihren Einkaufsstraßen in letzter Minute verhindern zu können. Galeria Karstadt Kaufhof will nach Zugeständnissen der Vermieter statt 62 lediglich 56 Kaufhäuser schließen./fwe/DP/men

04.07.2020

Philippinen: Ex-Wirecard-Vorstand doch nicht eingereist

MANILA (dpa-AFX) - Eine Schlüsselfigur im milliardenschweren Bilanzskandal um den insolventen Dax -Konzern Wirecard ist womöglich doch nicht über die Philippinen nach China gereist. Die Daten, die die Einreise und Ausreise des früheren Vorstands Jan Marsalek Ende Juni dokumentieren sollen, seien gefälscht, sagte der philippinische Justizminister Menardo Guevarra am Samstag. Dies habe eine Untersuchung der Aufnahmen von Überwachungskameras, Passagierlisten und anderem Material ergeben.

"Die Beamten der Einwanderungsbehörde, die diese fiktiven Einträge vorgenommen haben, wurden von ihren Aufgaben entbunden und müssen nun mit verwaltungsrechtlichen Stafen rechnen", sagte Guevarra weiter, ohne die genaue Zahl der Mitarbeiter zu nennen. Er habe weitere Ermittlungen in dem Fall angeordnet.

Wirecard hatte im Juni eingeräumt, dass 1,9 Milliarden Euro auf asiatischen Treuhandkonten verbuchte Firmengelder sehr wahrscheinlich nicht existieren - und hatte vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Eine Schlüsselfigur ist neben Ex-Vorstandschef Markus Braun der früher im Wirecard-Vorstand für das Tagesgeschäft zuständige Manager Marsalek. Seine Spur verlor sich, wie bislang angenommen wurde, vor gut zehn Tagen auf den Philippinen. Öffentlich gemacht hat die Staatsanwaltschaft, dass gegen Braun, Marsalek und andere wegen Verdachts unrichtiger Angaben und Marktmanipulation ermittelt wird./gal/DP/men

04.07.2020

ROUNDUP: Holsten-Brauerei trotz Corona-Krise gut an neuem Standort angekommen

HAMBURG (dpa-AFX) - Mehr als ein halbes Jahr nach ihrem Umzug von Altona über die Elbe ist die Holsten-Brauerei gut am neuen Standort in Hamburg-Hausbruch angekommen - trotz Corona-Krise. Zu Einschränkungen sei es durch die Pandemie bisher nicht gekommen, sagte Carlsberg Deutschland-Sprecherin Linda Hasselmann der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei die Nachfrage der Gastronomie nach Fassbier in den vergangenen Monaten coronabedingt zurückgegangen. Dies habe man aber zumindest zum Teil durch einen höheren Absatz bei Flaschenbieren kompensieren können.

"Wir von Carlsberg Deutschland haben in der akuten Corona-Zeit im Handel ein Wachstum von circa fünf Prozent verzeichnet", sagte Hasselmann. Der nationale Pilsbiermarkt sei im selben Zeitraum dagegen nur um drei Prozent gestiegen.

Im November vergangenen Jahres hatte die Holsten-Brauerei ihren Betrieb im Stadtteil Hausbruch offiziell aufgenommen. Seither produzieren dort rund 190 Mitarbeiter Bier der Carlsberg-Marken Holsten und Astra. Auf eine Million Hektoliter Bier und Bier-Mischgetränke ist die Anlage ausgelegt. 80 Prozent werden in Flaschen, die übrigen 20 Prozent in Fässer abgefüllt.

Acht Monate nach Eröffnung der neuen Brauerei fällt das Zwischenfazit von Braumeister und Projektleiter Jan Freitag positiv aus. "Wir sind erfolgreich im Normalbetrieb angekommen und sehen bereits jetzt ganz deutlich die Vorteile der hochmodernen Anlagen." Mit diesen könne man flexibler und effizienter arbeiten als am alten Standort in Altona. Das gelte auch für den Bereich Nachhaltigkeit. "Hier konnten wir den Wasserverbrauch um 25 Prozent und den Energieverbrauch um 34 Prozent reduzieren."

Derzeit entsteht in der Brauerei auch eine neue, größere Anlage zur Herstellung von Biermischgetränken. Damit wolle man der steigenden Nachfrage dieser Produkte gerecht werden, sagte Hasselmann./fi/DP/men

04.07.2020

ROUNDUP/Protestaktion bei Tönnies: 'Shut Down Tierindustrie'

RHEDA-WIEDENBRÜCK (dpa-AFX) - Mitglieder des Bündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" haben am Samstag am Hauptstandort des Fleischverarbeiters Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gegen die Massentierhaltung protestiert. Vier Aktivisten besetzten zeitweise das Dach des Betriebs und brachten dort ein Transparent mit der Aufschrift "Shut Down Tierindustrie" an. Weitere Demonstranten blockierten die Hauptzufahrt der Fleischfabrik und verlangten auf Transparenten "Schlachthäuser schließen!" und "Schluss mit der Ausbeutung von Mensch, Tier, Natur".

In einer Erklärung forderte das Bündnis, der aktuell wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen unter den Mitarbeitern stillgelegte Schlachthof müsse dauerhaft geschlossen bleiben. Denn Corona sei nicht das einzige Problem, die Tierindustrie bringe enormes Leid über Millionen fühlende Lebewesen.

Die vier Besetzer räumten nach einigen Stunden freiwillig das Dach und verließen das Firmengelände. Vor der Fabrik demonstrierten zu diesem Zeitpunkt nach Augenzeugenberichten knapp 100 Personen gegen die Tierindustrie. Die Kundgebung verlaufe friedlich, berichtete die Polizei.

Der Tönnies-Standort hatte in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht, weil dort mehr als 1500 Mitarbeiter mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert worden waren. Während im restlichen Bundesgebiet die Corona-Maßnahmen deutlich gelockert wurden, hatte die Bevölkerung in den Kreisen Gütersloh und Warendorf deshalb erneut weitgehende Einschränkungen des Alltags hinnehmen müssen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh am Samstag bei 66,5. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende des regionalen Lockdowns im Kreis gilt der Wert 50.

Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits unter den Grenzwert von 50 gefallen./bcf/rea/DP/men

04.07.2020

Erste Staats-Milliarde bei Lufthansa eingetroffen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei der Lufthansa sind erste Finanzmittel aus der deutschen Staatshilfe eingetroffen. Gut eine Woche nach Zustimmung der Hauptversammlung zu dem Rettungspaket hat der MDax -Konzern die erste Tranche von rund einer Milliarde Euro aus dem KfW-Kredit abgerufen, wie ein Sprecher am Samstag in Frankfurt erklärte. Der Zeitpunkt zum Abruf der zwei weiteren Milliarden aus dem Kredit der staatlichen Bank stehe noch nicht fest und könne von der Lufthansa bestimmt werden.

Auch die besonders umstrittene Kapitalbeteiligung des Bundes von 20 Prozent ist auf dem Weg. Die neuen Aktien seien am Freitag ausgegeben worden und sollen am Montag beim Bund eingebucht werden, sagte der Sprecher. Vor allem dieser Teil der Staatshilfe hatte bei Alt-Aktionären Kritik hervorgerufen. Neben Kredit und Aktienanteil ist zudem eine stille Beteiligung geplant, für die steigende Zinsen anfallen.

Zuvor hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einem Interview der "Neuen Zürcher Zeitung" betont, dass man voraussichtlich das gesamte Volumen der Staatshilfen über insgesamt 9 Milliarden Euro benötige - auch um in neue, umweltfreundlichere Flugzeuge zu investieren. "Weil wir weniger wachsen werden, haben wir die Zahl der Flugzeuge zwar halbiert, die wir die nächsten Jahre abnehmen wollen. Aber die Modernisierung wird fortgeführt", sagte Spohr. Laut Sprecher sollen in den kommenden drei Jahren rund 80 neue Jets eingeflottet werden, während weitere rund 80 Bestellungen nach hinten verschoben worden seien./ceb/DP/men

04.07.2020

Swapfiets will E-Mopeds testen und expandiert

BERLIN (dpa-AFX) - Das vor mehr als einem Jahr in Deutschland angetretene Fahrrad-Abo-Unternehmen Swapfiets testet in Berlin inzwischen auch E-Mopeds und will in weitere Länder expandieren. "Es gibt in der Stadt unterschiedliche Entfernungen, für die die Menschen unterschiedliche Angebote nutzen", sagte Geschäftsführer Marc van Pappelendam der Deutschen Presse-Agentur. "Für kurze Strecken gibt es die E-Tretroller, für längere Strecken das Fahrrad. Und wenn man noch weiter fahren will, bietet sich ein E-Moped an."

Während das Unternehmen Tretroller auf Abo-Basis bereits anbietet, gehören die elektrischen Scooter bislang noch nicht zum festen Bestandteil der Plattform. Seit einigen Tagen wird der Verleih in Berlin getestet. Wie schon beim Swapfiets-Kerngeschäft Fahrrad stehen die Fahrzeuge nur über ein Abo zur Verfügung. Für eine monatliche Gebühr können die Kunden sie nutzen, als wären es ihre eigenen. Geht etwas kaputt, repariert ein Mitarbeiter entweder vor Ort oder tauscht die Fahrzeuge aus.

In Deutschland startete das niederländische Unternehmen im Frühjahr vergangenen Jahres. Inzwischen bietet es seine Fahrräder mit dem blauen Vorderreifen in 29 deutschen Städten an - und besetzt mit dem Verleihmodel eine Nische. Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder Nextbike setzen mit ihren Fahrrädern auf kurzfristige Fahrten etwa zum Bahnhof. Diese Räder werden per App auf- und abgeschlossen und in der Regel an festen Stationen wieder abgestellt. Häufig arbeiten sie dafür eng mit den Kommunen zusammen.

"Zu unserer Zielgruppe gehörten zunächst vor allem Studenten, die etwa in einer neuen Stadt ein eigenes Rad haben wollten", sagt van Pappelendam. Inzwischen richte sich der Fokus stärker auf junge Berufstätige, die häufig in unterschiedlichen Städten arbeiteten. Die durchschnittliche Verleihdauer bei den Rädern liege in etwa bei einem halben Jahr. 50 000 Kunden hat das Unternehmen hierzulande.

Ein Vorteil für Swapfiets: Dadurch, dass die Nutzer die Fahrräder und E-Tretroller für eine gewisse Zeit quasi besitzen, bedarf es keiner Genehmigung von den Kommunen zum Aufstellen im öffentlichen Bereich. Gleichzeitig will das Unternehmen damit das Problem umgehen, dass die Fahrzeuge herumstehen und Gehwege versperren.

Bislang gibt es den Dienst in den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Belgien. Kürzlich kündigte Swapfiets an, auch nach London, Paris und Mailand expandieren zu wollen./maa/DP/men

04.07.2020

Bundeswahlleiter: Reduzierung der Wahlkreise für 2021 noch möglich

BERLIN (dpa-AFX) - Für die diskutierte Verringerung der Wahlkreise noch vor der Bundestagswahl 2021 ist es nach Einschätzung des Bundeswahlleiters noch nicht zu spät, wie teilweise befürchtet wird. "Auch bei einer Neuordnung der Wahlkreise können der Bundeswahlleiter und die Wahlorgane der Länder die kommende Bundestagswahl ohne wahlrechtliche Beanstandungen realisieren", sagte Georg Thiel, der als Vorsitzender der Wahlkreiskommission für Neuzuschnitte der Wahlkreise zuständig wäre, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). Dafür müsste nach seinen Worten lediglich der Bundestag das Wahlgesetz erneut ändern.

Der Bundestag ist seit der Wahl 2017 mit 709 Abgeordneten so groß wie nie. Befürchtet wird, dass er im kommenden Jahr auf mehr als 800 Mandate wachsen könnte, wenn das Wahlrecht nicht geändert wird.

Befürchtet wurde, dass eine Verringerung der Wahlkreise nicht mehr möglich sein könnte, weil seit 25. Juni Unterstützungsunterschriften für die Aufstellung der entsprechenden Wahlvorschläge gesammelt werden können. Thiel sagte jedoch, dafür sei eine Lösung möglich. "Die Parteien müssten in diesem Fall das Aufstellungsverfahren wiederholen."

FDP, Grüne und Linke waren zuletzt mit einem gemeinsamen Gesetzentwurf für eine Wahlrechtsreform gescheitert, die eine Reduzierung der Wahlkreise von derzeit 299 auf 250 vorsieht. Die Union hat 280 vorgeschlagen. Die SPD will eine Deckelung der Zahl der Abgeordneten bei 690./and/DP/men

04.07.2020

ROUNDUP: Justiz ermittelt gegen Frankreichs Ex-Premier Philippe in Corona-Krise

PARIS (dpa-AFX) - Nach dem Rücktritt der französischen Regierung hat die Justiz wegen Vorwürfen im Umgang mit der Corona-Krise gegen den bisherigen Premier Édouard Philippe und zwei Ex-Minister Untersuchungen eingeleitet. Ihnen wird fehlende Bekämpfung einer Katastrophe vorgeworfen, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichteten. Die Untersuchungen richten sich neben Philippe gegen die ehemalige Gesundheitsministerin Agnes Buzyn und ihren Nachfolger Olivier Véran. Unterdessen wird in Frankreich mit Spannung erwartet, wie die neue Regierung aussehen wird.

Philippe und die Regierung waren am Freitagmorgen geschlossen zurückgetreten. Nur wenige Stunden später präsentierte Präsident Emmanuel Macron einen neuen Premier: den weithin unbekannten Jean Castex. Die Regierungsumbildung markiert Macrons politischen Neustart und war erwartet worden. Philippe wurde unter lang anhaltendem Applaus im Amtssitz des Premiers verabschiedet.

Frankreich ist von der Corona-Krise schwer getroffen und zählt rund 30 000 Tote. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte die Regierung Versäumnisse im Umgang mit der Pandemie eingeräumt. In der Kritik standen besonders der Mangel an Masken, Schutzkleidung und Tests.

Beim Gerichtshof der Republik waren zahlreiche Klagen eingegangen. Er ist als einzige Institution in Frankreich in der Lage, Minister für Handlungen zu verurteilen, die in Ausübung ihres Amtes begangen wurden. Französische Präsidenten können im Amt nicht von der Justiz verfolgt werden.

Die Kommission, die nun die Untersuchungen gegen Philippe, Véran und Buzyn leitet, kann diese und die Beschwerdeführer nun anhören. Erst danach wird entschieden, ob es überhaupt zu einem Prozess kommt.

Buzyn hatte sich bereits Anfang der Woche vor einem Untersuchungsausschuss in der Nationalversammlung rechtfertigen müssen. Sie hatte versichert, das Risiko zu keiner Zeit unterschätzt zu haben. Philippe hatte die Franzosen durch die Corona-Krise navigiert - er wurde während dieser Zeit immer beliebter und gab den Menschen Verlässlichkeit. Bei den Lockerungen trat er aber anders als Macron auf die Bremse.

Er werde der Untersuchungskommission alle Antworten und Informationen vorlegen, die für das Verständnis seines Handelns und das seiner Regierung angesichts der beispiellosen Weltgesundheitskrise erforderlich seien, erklärte Philippe nun nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP. Er geht nun als Bürgermeister nach Le Havre in Nordfrankreich. Beobachter schließen nicht aus, dass er sich für die Präsidentenwahl 2022 in Stellung bringt.

Offen ist nun noch, wie das neue Kabinett von Castex aussehen wird. Der 55-Jährige hatte in einem TV-Interview am Freitagabend erklärt, so schnell wie möglich eine neue Regierung bilden zu wollen. "Ja, es gibt immer neue Gesichter, neue Talente", hatte Macron zuletzt in einem Interview Regionalzeitungen gesagt.

Im Gespräch für das Umweltministerium ist die 69-jährige Laurence Tubiana. Sie war die französische Verhandlungsführerin bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 und ist Co-Vorsitzende des Bürgerkonvents für das Klima, der Macron Vorschläge zur Bekämpfung des Klimawandels vorgelegt hatte.

Der blass wirkende Castex kündigte am Freitag an, in der kommenden Woche eine politische Grundsatzrede zu halten. Es wolle im Zuge der Folgen der Corona-Krise einen neuen Sozialpakt aushandeln und suche nicht das Licht, sondern Ergebnisse. Castex gilt als Technokrat, der Macron - anders als Philippe am Ende - eher nicht in den Schatten stellen und die Pläne des Präsidenten geräuschlos umsetzten wird. Ein starker Linksschwenk bleibt damit aus. Den hatten Beobachter nach dem Erfolg der Grünen bei der Kommunalwahl erwartet./sg/DP/men

03.07.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnbringende Woche endet mit Atempause

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach seiner Vortagesrally am Freitag eine Verschnaufpause eingelegt und sich mit leichten Verlusten in das Wochenende verabschiedet. Der Dax notierte zum Handelsschluss 0,64 Prozent tiefer bei 12 528,18 Punkten. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen, da am Donnerstag der deutsche Leitindex knapp drei Prozent zugelegt hatte. Für das Börsenbarometer ergibt sich damit ein solider Wochengewinn von rund 3,6 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor am Freitag vergleichsweise moderat mit minus 0,10 Prozent auf 26 600,49 Zähler.

Der Markt schwankt weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag durch hohe Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktzahlen hatten tags zuvor noch für kräftigen Schwung gesorgt. Vor dem Wochenende wollten viele Investoren jedoch lieber ohne neue Positionen am Markt auskommen, hieß es nun an der Börse. Aus den Vereinigten Staaten blieben am Freitag größere Impulse aus, weil die amerikanischen Finanzmärkte vor dem Nationalfeiertag am Samstag geschlossen blieben und auch keine US-Konjunkturdaten auf dem Programm standen.

"Ein Trend mit drei negativen Wochen für Aktien konnte auf Basis von positiven News vorerst abgewendet werden, doch das zeigt auch, dass der Markt aktuelle Impulse braucht. Bleiben die aus, könnte es sehr schnell auch negativ werden", stellte Marktexperte David Iusow vom Broker IG fest.

Unter den Einzelwerten an der Frankfurter Börse stachen zum Wochenschluss die Aktien von Delivery Hero mit knapp 5 Prozent Zuwachs als MDax-Spitzenreiter hervor. Die Papiere des Essenslieferdienstes knackten erstmals die runde Marke von 100 Euro und erklommen ein Rekordhoch. Delivery Hero verdoppelte im Juni die Anzahl der Bestellungen, woraus sich für das zweite Quartal ein Auftragsplus von 94 Prozent ergab. Analystin Sarah Simon von der Privatbank Berenberg rechnet nun mit einer Anhebung der Umsatzprognose.

HeidelbergCement profitierten mit einem Kursplus von rund 1 Prozent von einer positiven Analystenstudie. Die Experten von Morgan Stanley hatten die Papiere des Baustoffkonzerns gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" erhöht und das Kursziel von 39 auf 58 Euro angehoben. Analystin Cedar Ekblom glaubt, dass HeidelbergCement mit seiner Gewinnentwicklung im laufenden Jahr positiv überraschen könnte.

Qiagen -Papiere zogen im späten Handel etwas an nach Medienspekulationen, wonach einer der wichtigsten Aktionäre der MDax-Firma ein deutlich höheres Übernahmeangebot durch den US-Konzern Thermo Fisher Scientific fordere. Die Amerikaner wollen das Biotechnologie- und Diagnostikunternehmen für rund zehn Milliarden Euro schlucken und bieten 39 Euro je Aktie. Diese Offerte läuft noch bis zum 27. Juli. Die Qiagen-Aktien schlossen mit einem Aufschlag von 0,81 Prozent auf 38,36 Euro.

In den hinteren Börsenreihen sprangen nach der US-Zulassung von Remimazolam zur Kurznarkose die Aktien des Aachener Pharmaunternehmens Paion um rund 13 Prozent nach oben. Paion erhält vom Entwicklungspartner Cosmo eine Meilensteinzahlung von 15 Millionen Euro zuzüglich gestaffelter Lizenzgebühren von mindestens 15 Prozent auf den US-Nettoumsatz.

Auch der EuroStoxx 50 schloss etwas tiefer, er verlor 0,77 Prozent auf 3294,38 Punkte. Ähnlich hohe Abschläge verbuchte auch der Cac 40 in Paris, während es für den FTSE 100 in London noch etwas mehr nach unten ging. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss weniger als ein halbes Prozent im Plus.

Der Euro bewegte sich in dem ruhigen Handelsumfeld kaum von der Stelle und kostete zuletzt 1,1243 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1224 (Donnerstag: 1,1286) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8910 (0,8861) Euro gekostet.

Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex um 0,18 Prozent auf 145,12 Punkte. Die Umlaufrendite fiel von minus 0,42 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Bund-Future trat zuletzt mit plus 0,01 Prozent nahezu auf der Stelle bei 175,99 Punkten./tav/fba

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

03.07.2020

Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnbringende Börsenwoche endet mit Atempause

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach seiner Vortagesrally am Freitag eine Verschnaufpause eingelegt und sich mit leichten Verlusten in das Wochenende verabschiedet. Der Dax notierte zum Handelsschluss 0,64 Prozent tiefer bei 12 528,18 Punkten. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen, da am Donnerstag der deutsche Leitindex knapp drei Prozent zugelegt hatte. Für das Börsenbarometer ergibt sich damit ein solider Wochengewinn von rund 3,6 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor am Freitag vergleichsweise moderat mit minus 0,10 Prozent auf 26 600,49 Zähler.

Der Markt schwankt weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag durch hohe Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktzahlen hatten tags zuvor noch für kräftigen Schwung gesorgt. Vor dem Wochenende wollten viele Investoren jedoch lieber ohne neue Positionen am Markt auskommen, hieß es nun an der Börse. Aus den Vereinigten Staaten blieben am Freitag größere Impulse aus, weil die amerikanischen Finanzmärkte vor dem Nationalfeiertag am Samstag geschlossen blieben und auch keine US-Konjunkturdaten auf dem Programm standen./tav/fba

03.07.2020

KORREKTUR/Aktien Frankfurt: Starke Börsenwoche endet mit Atempause

(Letzter Absatz: Der Rentenindex Rex ist gestiegen rpt gestiegen)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach seiner Vortagesrally am Freitag eine Atempause eingelegt. Der Dax notierte am Nachmittag 0,41 Prozent tiefer bei 12 556,92 Punkten. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex knapp drei Prozent zugelegt. Damit deutet sich für das Börsenbarometer ein solider Wochengewinn von rund 3,8 Prozent an. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte rückte am Freitag um minimale 0,03 Prozent auf 26 635,81 Punkte vor. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund 0,7 Prozent.

Der Markt schwankt weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag mit neuen hohen Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktzahlen hatten tags zuvor noch für kräftigen Schwung gesorgt. Aus den Vereinigten Staaten sind an diesem Freitag jedoch kaum Impulse zu erwarten, weil die amerikanischen Finanzmärkte vor dem Nationalfeiertag am Samstag geschlossen bleiben und keine US-Konjunkturdaten auf dem Programm stehen. Und auch in der Eurozone stehen keine wichtigen Wirtschaftsdaten auf der Agenda.

Unter den Einzelwerten stachen die Aktien von Delivery Hero mit plus 5,7 Prozent als MDax-Spitzenreiter positiv hervor. Die Papiere des Essenslieferdienstes knackten erstmals die runde Marke von 100 Euro und erklommen ein Rekordhoch. Damit summiert sich der bisherige Jahresgewinn der Anteilsscheine auf mehr als 46 Prozent. Delivery Hero verdoppelte im Juni die Anzahl der Bestellungen, woraus sich für das zweite Quartal ein Auftragsplus von 94 Prozent ergab. Nach Meinung der Privatbank Berenberg hat das Unternehmen mit seinen Eckdaten deutlich positiv überrascht.

Die Anteilsscheine von HeidelbergCement gewannen zuletzt 1,4 Prozent auf 48,25 Euro. Zuvor hatten die Analysten von Morgan Stanley die Papiere des Baustoffkonzerns gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" erhöht und das Kursziel von 39 auf 58 Euro angehoben. Analystin Cedar Ekblom glaubt, dass HeidelbergCement mit seiner Gewinnentwicklung im laufenden Jahr positiv überraschen könnte.

Die Aktien von Vossloh kletterten als einer der besten SDax-Werte um 2,4 Prozent. Seit dem Tief des Corona-Crashs bei 23,60 Euro stiegen die Titel des Bahntechnikunternehmens damit um fast 75 Prozent. Viel Luft nach oben gibt es mit Blick auf die fundamentalen Kursziele der Analysten nun allerdings nicht mehr.

Nach der US-Zulassung von Remimazolam zur Kurznarkose sprangen die Aktien des Aachener Pharmaunternehmens Paion um rund 12 Prozent nach oben. Nach dem Erfolg erhält Paion vom Entwicklungspartner Cosmo eine Meilensteinzahlung von 15 Millionen Euro zuzüglich gestaffelter Lizenzgebühren von mindestens 15 Prozent auf den US-Nettoumsatz.

Der Euro kostete zuletzt 1,1229 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1286 Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex um 0,18 Prozent auf 145,12 Punkte. Die Umlaufrendite fiel von minus 0,42 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Bund-Future gewann 0,09 Prozent auf 176,13 Punkte./edh/fba

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

03.07.2020

INDEX-FLASH: EuroStoxx 50 weitet Verluste aus - Verschnaufpause

PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone hat am Freitag in einem ruhigen Handel nachgegeben und ist auf ein Tagestief von rund 3279 Punkten gefallen. Zuletzt stand noch ein Minus von gut 1 Prozent auf 3286,47 Punkte zu Buche. Das deutsche Börsenbarometer Dax weitete seine Tagesverluste ebenfalls aus und gab um 0,8 Prozent nach.

Beide Indizes legten damit nach ihrer Vortagesrally eine Verschnaufpause ein. Da außerdem an der New Yorker Wall Street wegen der Feierlichkeiten rund um den morgigen Unabhängigkeitstag kein Handel stattfand, bewegte sich das Handelsgeschehen in ruhigen Bahnen. Der Markt schwankt weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag mit neuen hohen Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden./la/fba

03.07.2020

INDEX-MONITOR/EuroStoxx 50: Gute Chance für Corona-Gewinner Adyen und Prosus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien des Bezahldienstleisters Adyen und der Technologie-Holding Prosus haben aktuell sehr gute Chancen auf einen Platz im EuroStoxx 50 . Auf der Auswahlliste per Anfang Juli haben beide eine starke Position, wie aus den aktuellen Listen der Deutsche-Börse Tochter Stoxx Ltd. hervorgeht. Ausscheiden könnten dagegen nach aktuellem Stand der deutsche Autobauer BMW und der deutsche Medizintechnikkonzern Fresenius . Allerdings ist es bis zur regulären Überprüfung der wichtigsten europäischen Indizes noch eine Weile hin, denn entscheidend ist die Auswahlliste per Ende August.

Für den erst 2006 gegründeten digitalen Zahlungsdienstleister Adyen könnte es seit dem Corona-Börsencrash Mitte März kaum besser laufen. Zwar wurde auch Adyen von der im Februar ausgebrochenen Covid-19-Panik mitgerissen und hatte innerhalb von vier Wochen rund ein Viertel an Wert eingebüßt. Die dann erfolgte Erholung war jedoch rasant. Inzwischen eilt die Aktie fast ungebremst von Rekord zu Rekord. Erst an diesem Freitag erreichte sie einen neuen Höchststand bei 1357,50 Euro, was vom Tief im März aus betrachtet mehr als eine Verdoppelung des Kurswertes bedeutet.

Der gesamte Börsenwert von Adyen beträgt inzwischen knapp 41 Milliarden Euro. Profitiert hat der niederländische Konzern vom durch den Virus angefachten Trend hin zum bargeldlosen Zahlen. Zuletzt kam noch der Bilanzskandal samt dem dadurch ausgelösten Kollaps des Konkurrenten Wirecard hinzu.

Auch Prosus, als Aufnahmekandidat für den Leitindex der Eurozone noch vor Adyen platziert, hat seit März eine fulminante Erholung hinter sich und eilt seit Mitte Mai ebenfalls von einem zum nächsten Rekord. An diesem Freitag ging es bis auf 85,26 Euro hoch.

Prosus ist eine Beteiligungsgesellschaft für Internet-Unternehmen, die im September vergangenen Jahres vom südafrikanischen Naspers-Konzern gegründet und an die Euronext-Börse in Amsterdam gebracht wurde. Naspers hält noch etwas mehr als 70 Prozent an Prosus. Zugleich besteht Prosus aus den internationalen IT-Beteiligungen von Naspers und ist somit auch an Delivery Hero und dem chinesischen IT-Konzern Tencent beteiligt. Der gesamte Börsenwert von Prosus liegt zurzeit bei knapp 140 Milliarden Euro.

Die Ergebnisse der Indexüberprüfung werden von der Deutsche-Börse-Tochter Stoxx Ltd. auf Basis der Schlusskurse Ende August ermittelt und dann am späten Dienstagabend, 1. September, nach Börsenschluss bekannt gegeben. Die Umsetzung etwaiger Änderungen wird dann zum 21. September erfolgen.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgestellt werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann./ck/la/fba

03.07.2020

WOCHENAUSBLICK: Zweites Halbjahr beginnt zwischen Hoffen und Bangen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der aktuelle Kampf an den Börsen zwischen Konjunkturpessimisten und -optimisten dürfte auch in der neuen Woche noch nicht ausgestanden sein. Vielmehr wächst mit den zuletzt wieder anziehenden Kursen nach Einschätzung von Experten auch die Gefahr eines Rückschlags.

Die Aktienmärkte gingen nunmehr gespalten in die zweite Jahreshälfte, konstatierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. "Einerseits signalisieren die globalen Frühindikatoren mit tatkräftiger Hilfe von Geld- und Fiskalpolitik sogar V-förmige Wirtschaftserholungen. Andererseits muss die Konjunktur-Saat auch tatsächlich aufgehen, zumal weltweit wieder zunehmende Corona-Infektionszahlen Sorgen vor erneuten Shutdowns nähren." Nun stelle sich die Frage, welches Lager der Investoren am Ende die Oberhand gewinnt.

Elmar Völker von der Landesbank Baden Württemberg sieht die Märkte derzeit in einer Art Schwebezustand zwischen Hoffen und Bangen. Die jüngste Entwicklung an den Börsen spiegelt den Zwiespalt der Anleger nur zu deutlich wider: Die steile Rally infolge des Corona-Crashs von März bis Anfang Juni brachte dem Dax mit einem Plus von fast 24 Prozent den höchsten Zuwachs im zweiten Quartal seit vielen Jahren. Damit nahm ein wegen der Pandemie ausgesprochen turbulentes erstes Halbjahr ein überaus versöhnliches Ende.

Zuletzt allerdings waren die Notierungen wegen zunehmender Zweifel an der schnellen wirtschaftlichen Erholung wieder zurückgekommen, bevor am vergangenen Donnerstag starke US-Arbeitsmarktdaten erneut für ein Kursfeuerwerk im Dax sorgten und den deutschen Leitindex über die Marke von 12 600 Punkten hievten.

Dies ruft nun abermals die Zweifler zurück auf den Plan: "Der Optimismus an den Börsen nimmt mit den steigenden Kursen immer weiter zu - unsere Skepsis aber auch", heißt es etwa im aktuellen Fuchs-Brief. Die Autoren des Börsenbriefes erwarten nach wie vor eine zweite Verkaufswelle an den Märkten und halten es für sehr unwahrscheinlich, dass diese ausbleiben könnte. Aktuell kämen jedoch als Kurstreiber vor allem institutionelle Investoren in den Markt. Diesen hätten in der Corona-Panik Regeln zur Verhinderung großer Kursschwankungen oft einen Riegel vorgeschoben und Investments nicht erlaubt, nun aber griffen sie kräftig zu.

Dabei dürften die anstehenden Sommerferien verbunden mit der Sehnsucht nach einer "Corona-Pause" und den - noch - fortgesetzten Lockerungen nach Einschätzung der Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba in den kommenden Wochen zumindest zu einer gewissen Entspannung auch der Anleger beitragen. "Schließlich überraschten die Konjunkturdaten der vergangenen Woche durchweg positiv." Das gelte ebenso für Deutschland wie auch für die USA, wo der Stellenaufbau nach dem massiven Corona-Einbruch wieder an Fahrt aufnimmt und im Juni die Arbeitslosenquote den zweiten Monat in Folge sank.

Allerdings ist laut Windt die Frage nach der Nachhaltigkeit einer solchen konjunkturellen Aufwärtsbewegung mit einigen Fragezeichen zu versehen: Denn nicht nur die rasant steigende Zahl der Neuinfektionen biete Anlass zur Sorge, sondern auch der weiter schwelende Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China.

Laut Chefvolkswirt Ulrich Kater von der Dekabank dürfte sich gleichwohl die Stimmungsaufhellung in der Wirtschaft auch in der kommenden Woche fortsetzen. Der Kalender mit Makrodaten ist allerdings recht dünn bestückt, weswegen von dieser Seite nur wenig Impulse auf die Märkte zu erwarten sind. Im Fokus der Volkswirte stehen dabei vor allem am Montag die Daten zu Auftragseingängen aus der deutschen Industrie, denen am Dienstag die Zahlen zur hiesigen Industrieproduktion folgen. Aus den USA steht ebenfalls zu Wochenbeginn der ISM-Index als Stimmungsmesser für den Dienstleistungssektor zur Veröffentlichung an.

Auch auf Unternehmensseite bleibt es ruhig: Während sich die Zeit der Hauptversammlungen weiter fortsetzt, präsentiert am Mittwoch die Südzucker-Tochter Cropenergies detaillierte Quartalszahlen. Einen Tag später am Donnerstag öffnet dann die Mutter ihre Bücher./tav/la/fba

03.07.2020

Aktien New York: Kein Handel an der Wall Street - Feiertag

NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Aktienmärkten findet an diesem Freitag wegen der Feierlichkeiten rund um den "Independence Day" am Samstag, 4. Juni, kein Handel statt./ck/mis

03.07.2020

Aktien Frankfurt: Starke Börsenwoche endet mit Atempause

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach seiner Vortagesrally am Freitag eine Atempause eingelegt. Der Dax notierte am Nachmittag 0,41 Prozent tiefer bei 12 556,92 Punkten. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex knapp drei Prozent zugelegt. Damit deutet sich für das Börsenbarometer ein solider Wochengewinn von rund 3,8 Prozent an. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte rückte am Freitag um minimale 0,03 Prozent auf 26 635,81 Punkte vor. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund 0,7 Prozent.

Der Markt schwankt weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag mit neuen hohen Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktzahlen hatten tags zuvor noch für kräftigen Schwung gesorgt. Aus den Vereinigten Staaten sind an diesem Freitag jedoch kaum Impulse zu erwarten, weil die amerikanischen Finanzmärkte vor dem Nationalfeiertag am Samstag geschlossen bleiben und keine US-Konjunkturdaten auf dem Programm stehen. Und auch in der Eurozone stehen keine wichtigen Wirtschaftsdaten auf der Agenda.

Unter den Einzelwerten stachen die Aktien von Delivery Hero mit plus 5,7 Prozent als MDax-Spitzenreiter positiv hervor. Die Papiere des Essenslieferdienstes knackten erstmals die runde Marke von 100 Euro und erklommen ein Rekordhoch. Damit summiert sich der bisherige Jahresgewinn der Anteilsscheine auf mehr als 46 Prozent. Delivery Hero verdoppelte im Juni die Anzahl der Bestellungen, woraus sich für das zweite Quartal ein Auftragsplus von 94 Prozent ergab. Nach Meinung der Privatbank Berenberg hat das Unternehmen mit seinen Eckdaten deutlich positiv überrascht.

Die Anteilsscheine von HeidelbergCement gewannen zuletzt 1,4 Prozent auf 48,25 Euro. Zuvor hatten die Analysten von Morgan Stanley die Papiere des Baustoffkonzerns gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" erhöht und das Kursziel von 39 auf 58 Euro angehoben. Analystin Cedar Ekblom glaubt, dass HeidelbergCement mit seiner Gewinnentwicklung im laufenden Jahr positiv überraschen könnte.

Die Aktien von Vossloh kletterten als einer der besten SDax-Werte um 2,4 Prozent. Seit dem Tief des Corona-Crashs bei 23,60 Euro stiegen die Titel des Bahntechnikunternehmens damit um fast 75 Prozent. Viel Luft nach oben gibt es mit Blick auf die fundamentalen Kursziele der Analysten nun allerdings nicht mehr.

Nach der US-Zulassung von Remimazolam zur Kurznarkose sprangen die Aktien des Aachener Pharmaunternehmens Paion um rund 12 Prozent nach oben. Nach dem Erfolg erhält Paion vom Entwicklungspartner Cosmo eine Meilensteinzahlung von 15 Millionen Euro zuzüglich gestaffelter Lizenzgebühren von mindestens 15 Prozent auf den US-Nettoumsatz.

Der Euro kostete zuletzt 1,1229 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1286 Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihemarkt sank der Rentenindex Rex um 0,18 Prozent auf 145,12 Punkte. Die Umlaufrendite fiel von minus 0,42 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Bund-Future gewann 0,09 Prozent auf 176,13 Punkte./edh/fba

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

03.07.2020

HINWEIS: Kein Handel an der Wall Street - Feiertag

NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Aktienmärkten findet an diesem Freitag wegen der Feierlichkeiten rund um den "Independence Day" am Samstag, 4. Juni, kein Handel statt./ck/mis

03.07.2020

Aktien Frankfurt: Dax mit leichten Gewinnmitnahmen nach Vortagesrally

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach seiner Vortagesrally am Freitag eine Atempause eingelegt. Der Dax notierte gegen Mittag 0,35 Prozent tiefer bei 12 563,80 Punkten. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex knapp drei Prozent zugelegt und damit das bisherige Wochenplus auf mehr als vier Prozent ausgebaut. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte rückte am Freitag um 0,07 Prozent auf 26 646,84 Punkte vor. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 stagnierte auf Vortagesnoveau.

Der Markt schwankt weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag mit neuen hohen Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktzahlen hatten tags zuvor noch für kräftigen Schwung gesorgt. Aus den Vereinigten Staaten sind an diesem Freitag jedoch kaum Impulse zu erwarten, weil die amerikanischen Finanzmärkte vor dem Nationalfeiertag am Samstag geschlossen bleiben und keine US-Konjunkturdaten auf dem Programm stehen. Und auch in der Eurozone stehen keine spannenden Wirtschaftsstatistiken auf der Agenda.

"Der Optimismus an den Börsen nimmt mit den steigenden Kursen immer weiter zu - unsere Skepsis aber auch. Wir warten nach wie vor auf eine zweite Verkaufswelle an den Märkten und halten es für sehr unwahrscheinlich, dass diese ausbleibt", hieß es in der aktuellen Ausgabe des Börsenbriefs Fuchs-Kapital. Die Märkte würden vom billigen Geld getrieben, die Leitzinsen seien weltweit historisch tief und die Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken sei atemraubend. Zudem erreichten die Ausgabenprogramme der Regierungen völlig neue Dimensionen. Als zusätzliche Kurstreiber kämen nun noch die institutionellen Investoren hinzu, stellten die Autoren des Börsenbriefs fest.

Unter den Einzelwerten stachen die Aktien von Delivery Hero mit plus 7,1 Prozent als MDax-Spitzenreiter positiv hervor. Die Papiere des Essenslieferdienstes knackten erstmals die runde Marke von 100 Euro und erklommen ein Rekordhoch. Damit summiert sich der bisherige Jahresgewinn der Anteilsscheine auf mehr als 48 Prozent. Delivery Hero verdoppelte im Juni die Anzahl der Bestellungen, woraus sich für das zweite Quartal ein Auftragsplus von 94 Prozent ergab. Nach Meinung der Privatbank Berenberg hat das Unternehmen mit seinen Eckdaten deutlich positiv überrascht.

Die Anteilsscheine von HeidelbergCement gewannen zuletzt 1,1 Prozent auf 48,11 Euro. Zuvor hatten die Analysten von Morgan Stanley die Papiere des Baustoffkonzerns gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" erhöht und das Kursziel von 39 auf 58 Euro angehoben. Analystin Cedar Ekblom glaubt, dass HeidelbergCement mit seiner Gewinnentwicklung im laufenden Jahr positiv überraschen könnte.

Die Papiere von Jenoptik bauten ihre Vortagesgewinne aus und stiegen um 1,4 Prozent. Experten reagierten positiv auf die Übernahme von Trioptics am Vortag, einem Anbieter von Mess- und Fertigungssystemen für optische Komponenten. Damit setze Jenoptik seine externen Wachstumspläne auch in der Corona-Krise um, bemerkte Analyst Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe.

Aktien von Norma verteuerten sich um 2,1 Prozent. Die Papiere des Spezialisten für Verbindungstechnik kamen in einer Nachhaltigkeitsstudie der Societe Generale recht gut weg und erhielten einen Aufschlag auf das bisherige Kursziel. Analyst Sebastian Ubert traut den Papieren des Autozulieferers nun 33 Euro zu. Hoffnungsträger sei das Geschäft mit dem Wassermanagement, das im Vorjahr bereits 20 Prozent der Konzernumsätze beigetragen habe.

Nach der US-Zulassung von Remimazolam zur Kurznarkose sprangen die Aktien des Aachener Pharmaunternehmens Paion um rund 13 Prozent nach oben. Nach dem Erfolg erhält Paion vom Entwicklungspartner Cosmo eine Meilensteinzahlung von 15 Millionen Euro zuzüglich gestaffelter Lizenzgebühren von mindestens 15 Prozent auf den US-Nettoumsatz./edh/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

04.07.2020

ROUNDUP 2: Proteste bei Tönnies - Söder: Agrar-Ökologie statt Agrar-Kapitalismus

(neu: Mit Aussagen von Klöckner im 1. und 5. Absatz.)

RHEDA-WIEDENBRÜCK (dpa-AFX) - Aktivisten haben am Samstag am Hauptstandort des in die Kritik geratenen Fleischverarbeiters Tönnies in Nordrhein-Westfalen gegen Massentierhaltung protestiert. Vier Teilnehmer besetzten zeitweise das Dach des Betriebs und brachten dort ein Transparent mit der Aufschrift "Shut Down Tierindustrie" an. Ähnliche Forderungen kamen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der sich in einer Videobotschaft für kleinere Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland stark machte. "Agrar-Ökologie statt Agrar-Kapitalismus - das könnte doch ein Weg sein für die Zukunft", sagte der 53-Jährige. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) prüft derweil juristische Schritte gegen Fleisch-Billigangebote.

Bei den Protesten bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück blockierten Demonstranten die Hauptzufahrt der Fleischfabrik und verlangten auf Transparenten "Schlachthäuser schließen!" und "Schluss mit der Ausbeutung von Mensch, Tier, Natur". Zu dem Protest aufgerufen hatte das Bündnis "Gemeinsam gegen die Tierindustrie".

In einer Erklärung forderte das Bündnis, der aktuell wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen unter den Mitarbeitern stillgelegte Schlachthof müsse dauerhaft geschlossen bleiben. Vor der Fabrik demonstrierten nach Augenzeugenberichten knapp 100 Personen friedlich gegen die Tierindustrie.

Bayerns Ministerpräsident forderte derweil mehr Geld für die Landwirtschaft, "aber für eine Wende hin zu mehr Agrar-Ökologie", sagte Söder. Die Landwirte müssten mehr Möglichkeiten bekommen, ihre Ställe und das Tierwohl zu organisieren und trotzdem wirtschaftlich zu bleiben. Viele Bürger seien auch bereit, dann mehr Geld auszugeben. "Es soll so sein, dass Fleisch nicht unendlich teuer wird, es soll für jeden erschwinglich sein."

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", dass es kein Recht auf tägliches Billigfleisch gebe. Dumpingpreise für Fleisch würden nicht dem Wert der Ware entsprechen. "Ich lasse derzeit juristisch prüfen, inwieweit es möglich ist, der Werbung mit Lockangeboten beim Fleisch Einhalt zu gebieten", sagte Klöckner der "FAS". Wertschätzung für Tiere und die Menschen in der Branche könne nicht entstehen, wenn Dumpingpreise an der Tagesordnung seien. Mehr Tierwohl erreichen möchte die CDU-Politikerin mit Stallumbauten, einem staatlichen Tierwohlkennzeichen oder Prämien für Landwirte, die ihre Betriebe entsprechend umbauen.

Der Fleischverarbeiter Tönnies hatte in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht, weil dort mehr als 1500 Mitarbeiter mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert worden waren. Die Bevölkerung in den Kreisen Gütersloh und Warendorf hatte deshalb erneut weitgehende Einschränkungen des Alltags hinnehmen müssen. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz dort am Samstag bei 66,5. Die Kennziffer beschreibt, wie viele Neuinfektionen es pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gab. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende eines regionalen Lockdowns gilt der Wert 50. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage zuletzt bereits unter diesen Grenzwert gefallen./bcf/DP/men

04.07.2020

Klöckner: Es gibt kein Recht auf täglich Billigfleisch

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will sich verstärkt gegen Fleisch-Billigangebote einsetzen. "Ich lasse derzeit juristisch prüfen, inwieweit es möglich ist, der Werbung mit Lockangeboten beim Fleisch Einhalt zu gebieten", sagte die CDU-Politikern der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS"). Wertschätzung für Tiere und die Menschen in der Branche könne nicht entstehen, wenn Dumpingpreise an der Tagesordnung seien. "Es gibt kein Recht auf täglich Billigfleisch." Billigpreise für Fleisch würden nicht dem Wert der Ware entsprechen. Zudem könnten Bauernfamilie bei solchen Preisen nicht von den Erträgen leben.

Klöckner setzt zudem auf Veränderungen bei der Tierhaltung. "Für mich ist klar: Wir müssen in Stallumbauten investieren. Im Konjunkturpaket habe ich für 300 Millionen Euro für den Umbau der Sauenhaltung gekämpft", sagte Klöckner der "FAS".

Die Verbraucher müssten aber auch erkennen können, "wo mehr Tierwohl drinsteckt". Das könne etwa durch ein staatliches Tierwohlkennzeichen erreicht werden. "Ein Weg könnte auch sein, dass es wie in der Biolandwirtschaft Umstellungs- und Beibehaltungsprämien gibt für Landwirte, die ihre Betriebe umbauen für mehr Tierwohl."/nif/DP/men

04.07.2020

Rechte Opposition um Salvini fordert bei Protest in Rom Neuwahlen

ROM (dpa-AFX) - Bei einer Demonstration mit mehreren Tausend Teilnehmern haben Spitzenpolitiker der rechten Opposition baldige Neuwahlen in Italien gefordert. Der Lega-Chef und Ex-Innenminister Matteo Salvini sagte bei der Kundgebung auf der zentralen Piazza del Popolo in Rom am Samstag: "Heute steht auf diesem Platz die Mannschaft, die Italien in den kommenden Jahren regieren wird."

Die Mitte-Rechts-Allianz aus drei Parteien kritisierte, die Regierung von Giuseppe Conte habe in der Corona-Krise viel versprochen und wenig gehalten. Viele Italiener würden weiter auf zugesagte Hilfen warten müssen.

Die Lega Salvinis, die vor fast einem Jahr die erste Regierung Contes verlassen hatte, demonstrierte zusammen mit Anhängern von zwei anderen Parteien: der rechtskonservativen Forza Italia und den ultrarechten Fratelli d'Italia.

Fratelli-Chefin Giorgia Meloni kritisierte, der Regierung fehle eine Vision, sie herrsche mit Show-Auftritten. Mehrere Redner, unter anderem der Europaabgeordnete Antonio Tajani von der Forza Italia, wiesen Medienberichte zurück, dass die Oppositionsparteien selbst zerstritten seien. Dabei ging es um Spekulationen, dass sich Ex-Premier Silvio Berlusconi von der Forza Italia auch andere Mehrheiten etwa mit den mitregierenden Sozialdemokraten (PD) vorstellen könne. Seit September 2019 steht der parteilose Conte an der Spitze einer Koalition, die von der Fünf-Sterne-Bewegung und der PD dominiert wird.

Für die Kundgebung hatten die Veranstalter rund 4000 Stühle auf dem Platz aufgestellt - mit weitem Corona-Abstand. Die Opposition hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Neuwahlen gefordert, zum Beispiel parallel zu geplanten Regionalwahlen in mehreren italienischen Regionen im September. Italien ist in Europa von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen und zählte bisher offiziell rund 35 000 Tote./pky/DP/men

04.07.2020

ROUNDUP 2/Schwere Unwetter in Japan: Zehntausende müssen Schutz aufsuchen

(neu: Aktualisiert und mehr Details.)

TOKIO (dpa-AFX) - Sintflutartige Regenfälle haben im Südwesten Japans schwere Überflutungen und Erdrutsche verursacht und vermutlich mehr als ein Dutzend Menschen in den Tod gerissen. Japanische Medien meldete am späten Samstagabend (Ortszeit) aus den schwer betroffenen Provinzen Kumamoto und Kagoshima zunächst einen Toten sowie 18 weitere Opfer mit "Herz- und Atemstillstand" - eine in Japan oft benutzte Formulierung, bevor der Tod von Menschen amtlich bestätigt wird. Sieben Menschen wurden am späten Abend noch vermisst, hieß es.

Die örtlichen Behörden auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu forderten mehr als 200 000 Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen und Schutzräume aufzusuchen. In den mehr als 100 in Kumamoto eingerichteten Notlagern mussten zugleich Vorkehrungen gegen die Gefahr einer Ansteckung durch das Coronavirus getroffen werden.

"In der Luft hängt der Geruch von leckenden Gasleitungen und Abwässern", erzählte eine 32-jährige Bewohnerin der schwer betroffenen Stadt Ashikita in Kumamoto Reportern. Als sie gegen 4.00 Uhr morgens (Ortszeit) aufwachte, hätten einige Nachbarhäuser bereits unter Wasser gestanden. Große Bäume und Teile von Häusern seien von den Wassermassen fortgerissen worden.

Auf Luftaufnahmen des staatlichen Fernsehens waren ganze Wohngebiete metertief versunken in schlammigen Wassermassen zu sehen. Aus oberen Stockwerken winkten Menschen mit weißen Tüchern, um die Besatzung von Rettungshubschraubern auf sich aufmerksam zu machen. An Rettungsseilen wurden mehrere Bewohner, die sich aufs Dach gerettet hatten, von den Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Auch mit Schlauchbooten kämpften sich die Einsatzkräfte zu den Opfern vor. Es gab jedoch Probleme, einige der bergigen Regionen zu erreichen.

In sozialen Medien wurden derweil unzählige Fotos und Videos aus den Katastrophengebieten hochgeladen. Im August will Japans Polizei eine Webseite starten, auf der solche Aufnahmen zum Beispiel von beschädigten Straßen und Gebäuden sowie Erdrutschen hochgeladen werden können. Dies soll den Einsatzkräften bei Katastrophen künftig dabei helfen, Rettungsarbeiten zügig einzuleiten. Manche Menschen nutzten am Samstag die sozialen Medien auch dafür, um Hilfe zu rufen.

In einem Altenpflegeheim in dem von den Überflutungen ebenfalls stark betroffenen Dorf Kuma in der Provinz Kumamoto wurde bei 14 Menschen Herz- und Atemstillstand diagnostiziert, meldete der Fernsehsender NHK. "Es war unheimlich", schilderte eine alte Frau in Kumamoto, die von Helfern auf dem Rücken aus ihrem überschwemmten Wohnviertel getragen wurde. Ganze Häuser wurden von den schlammigen Wassermassen fortgerissen, andere standen bis unter das Dach unter Wasser.

Als der Wasserspiegel stellenweise langsam sank, wurde das Ausmaß der Schäden immer deutlicher: verwüstete Häuser, in denen dicke Schlammschichten liegen, beschädigte Straßen und Autos, eine große Brücke überflutet. Zu mehreren Bewohnern überschwemmter Städte gebe es keinen Kontakt, hieß es. Die Mobiltelefonverbindungen waren zeitweise unterbrochen, Tausende von Haushalten waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Stellenweise gingen Erdrutsche nieder.

Das Militär wurde zur Hilfe gerufen, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Der japanische Regierungschef Shinzo Abe kündigte bei einer Notfallsitzung die Entsendung von rund 10 000 Soldaten in die Katastrophenregion an. Zudem sollen die betroffenen Menschen mit Notfallgütern versorgt werden. Die Meteorologische Behörde gab für viele Regionen die höchste Warnstufe aus und warnte für das restliche Wochenende vor weiterem heftigen Regen auch in Teilen des Westens./ln/DP/men

04.07.2020

ROUNDUP: 422 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

BERLIN (dpa-AFX) - In Deutschland ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro sieben Tage nach einem zwischenzeitlichen Anstieg deutlich gesunken. So gab das Robert Koch-Institut die sogenannte 7-Tage-Inzidenz am Samstag mit 3,0 an (Datenstand 4.7. 0 Uhr). Das bedeutet, dass sich innerhalb von sieben Tagen genau drei von 100 000 Einwohnern angesteckt haben. Am 23. Juni hatte der Wert nach lokal begrenzten Ausbrüchen unter anderem in Berlin und Nordrhein-Westfalen noch bei 4,7 gelegen.

Auch die Zahl der Neuinfektionen pro Tag ist wieder auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI 422 neue Fälle innerhalb eines Tages (Datenstand 4.7., 0.00 Uhr). Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 196 096 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Samstagmorgen meldete.

9010 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 7 im Vergleich zum Vortag. Etwa 181 300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 3.7., 0.00 Uhr, bei 0,84 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 3.7., 0.00 Uhr, bei 0,85 (Vortag: 0,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen./vf/DP/men

04.07.2020

Mehr als 10 000 Tote in Corona-Krise in Russland

MOSKAU (dpa-AFX) - In Russland sind in der Corona-Krise insgesamt mehr als 10 000 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben. 168 Todesfälle seien zuletzt gemeldet worden, teilten die russischen Behörden am Samstag in Moskau mit. Damit gibt es mehr Tote in Russland als in Deutschland, wo rund 9000 Tote registriert wurden. Die meisten Todesopfer in der Pandemie verzeichnen die USA mit knapp 130 000 Fällen.

In Russland, dem größten Land der Erde, haben sich bislang rund 675 000 Menschen mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Jeden Tag kommen landesweit noch immer knapp 7000 neue Fälle hinzu. Für viele Wochen gab es vor allem in der Hauptstadt Moskau strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Infektionszahlen etwas drückte. Auch weiterhin wird im öffentlichen Raum das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben, was jedoch nicht überall eingehalten wird.

Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück. Zuletzt wurde ein Demograf des russischen Statistikamtes entlassen. Der Mann hatte zuvor die offiziellen Zahlen angezweifelt, wie das Portal Meduza berichtete./thc/DP/men

04.07.2020

Brandenburg will 650 Millionen Euro in Medizin-Uni investieren

POTSDAM (dpa-AFX) - Die Brandenburger Landesregierung will mindestens 650 Millionen Euro in die geplante Medizinische Hochschule in Cottbus investieren. Das Geld soll aus dem Strukturfonds in Höhe von 10 Milliarden Euro fließen, die Brandenburg wegen des beschlossenen Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung vom Bund erhält. "Wir sind sehr glücklich, dass wir die medizinische Hochschulausbildung mit ganz neuer Ausprägung in Zeiten der Digitalisierung ins Gesamtpaket hinein verhandeln konnten", sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) am Samstag auf Anfrage. "Die von anderen genannten 650 Millionen Euro sind sicher nur die untere Grenze im Aufbau, der natürlich über mehrere Jahre geht." Zuerst hatte die "Ärzte Zeitung" (Freitag/online) berichtet.

Der Geschäftsführer des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums sagte im Interview mit der Zeitung, dass dort eine Medizinische Fakultät für voraussichtlich 1500 Studenten aufgebaut werden solle. Dies ist eines der Kernprojekte für die Strukturstärkung in der Lausitz nach dem Ausstieg aus der Braunkohle. "Und wir gehen davon aus, dass eine Universitätsmedizin zusätzlich zu den bestehenden Arbeitsplätzen im Klinikum noch einmal 1500 bis 2000 direkte Arbeitsplätze und analog dazu noch einmal so viele indirekte Arbeitsplätze schafft", sagte Brodermann. Zudem könne die Mediziner-Uni helfen, den Fachärztemangel in der Region zu lindern.

Die Lausitz ist stark vom beschlossenen Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 betroffen. Deshalb bekommt das Land für die Region rund 10 Milliarden Euro Hilfen vom Bund. So sieht der Ausstiegsplan aus: Das Kraftwerk Jänschwalde soll von Ende 2025 bis Ende 2028 vom Netz gehen, das Kraftwerk Schwarze Pumpe bis Ende 2038 stillgelegt werden./kp/DP/men

04.07.2020

Russland: Bislang keine Verhandlungen über Teilnahme bei G7-Gipfel

MOSKAU (dpa-AFX) - Zu einer Teilnahme Russlands bei einem womöglich erweiterten G7-Gipfel im Herbst gibt es nach Angaben aus Moskau bislang keine konkreten Verhandlungen. "Wir haben keine Gespräche dieser Art geführt und führen diese auch nicht", sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Samstag in Moskau. Zuvor hatte der US-Botschaft in Moskau, John Sullivan, in einem Interview betont, dass Washington bereits dazu im Kontakt mit dem russischem Außenministerium und anderen Regierungen stehe.

US-Präsident Donald Trump ist in diesem Jahr Gastgeber des Gipfels von sieben Industriestaaten, der eigentlich bereits für Juni geplant war. Er hatte vorgeschlagen, bei dem Ersatztermin im Herbst auch Russland und weitere Staaten einzuladen. Russland wurde 2014 nach der Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus der Gruppe ausgeschlossen. Die USA und die EU erließen zudem Sanktionen, die bis heute in Kraft sind.

Das Format der G7 sei sowieso veraltet, sagte der Diplomat Rjabkow der Agentur Tass. Es gebe vielversprechendere und attraktivere Runden. In jedem Fall müsse auch China mit am Verhandlungstisch sitzen. "Ohne China ist es unmöglich, irgendeine Frage in der modernen Welt zu diskutieren."/thc/DP/men

04.07.2020

Tunesiens Tourismus erlebt wegen Corona starken Einbruch

TUNIS (dpa-AFX) - Tunesiens Tourismus hat wegen der Corona-Krise einen starken Einbruch erlebt. Die Einnahmen seien im ersten Halbjahr dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent zurückgegangen, teilte die tunesische Zentralbank am Samstag mit. Demnach lagen sie in den ersten sechs Monaten dieses Jahre bei etwa 382 Millionen US-Dollar. Der Tourismussektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des nordafrikanischen Landes.

Tunesien hatte wegen des Coronavirus strikte Ausgangsbeschränkungen erlassen. Mitte Juni erklärte die Regierung die Pandemie jedoch für besiegt. Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können mittlerweile wieder ohne Beschränkungen ins Land reisen.

Die Bundesregierung wiederum hat Tunesien als einziges Land in Nordafrika nicht als Corona-Risikogebiet eingestuft. Trotzdem sind bislang vergleichsweise wenig Touristen angereist.

Bisher hat Tunesien fast 1200 Corona-Fälle und 50 Tote gemeldet. Die Zahlen sind deutlich kleiner als in anderen Ländern der Region. Zuletzt gab es offiziell weniger als 15 tägliche Neuinfektionen./jku/DP/men

04.07.2020

ROUNDUP: Wieder höhere Rabatte für Neuwagen - Ansatzpunkt Mehrwertsteuer

FRANKFURT/DUISBURG (dpa-AFX) - Nach dem coronabedingten Markteinbruch geben die Autohersteller und -händler langsam wieder Gas bei ihren Aktionen zur Verkaufsförderung. Ansatzpunkt der Werbung werde insbesondere die Absenkung der Mehrwertsteuer um drei Punkte seit Anfang Juli, heißt es in der regelmäßigen Rabattstudie des CAR-Instituts. Die erhöhten staatlichen Förderprämien für Elektroautos wirkten hingegen auf den Gesamtmarkt kaum belebend, kritisierte Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer.

Hersteller und Händler nutzten die staatliche Vorgabe bei der Mehrwertsteuer, um eigene Preisnachlässe und Sonderausstattungen zu bewerben. So hätten bereits Nissan , Renault , Seat, VW und Opel angekündigt, die Mehrwertsteuer auf Verbrenner ganz "auszusetzen". Dudenhöffer erwartet zwar, dass diese Aktionen teils mit anderen Preisnachlässen verrechnet werden. Dennoch dürfte für die Kunden im Vergleich zu den bisher aufgerufenen Preisen ein "Sahnehäubchen" drin sein, meint der Auto-Experte.

Bereits im Juni seien bei den meistgefragten Modellen höhere Preisnachlässe bei Internet-Anbietern sichtbar gewesen, heißt es in der Studie. Hier spiele der neue Golf 8 eine große Rolle, dessen Verkauf nach dem holprigen Start mit Software-Problemen mit vergleichsweise hohen Rabatten oberhalb von 20 Prozent auf den Listenpreis angeschoben werde. Für den Juli erwartet Dudenhöffer weiter sinkende Preise bei den Internet-Anbietern.

In der Corona-Pandemie ist der deutsche Neuwagenmarkt massiv eingebrochen, die Neuzulassungen lagen im ersten Halbjahr mit 1,2 Millionen knapp 35 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Händler und Hersteller hatten in den Zeiten des Shutdowns nur wenige Kaufanreize gesetzt.

Deutlich zugelegt haben lediglich Autos mit elektrischen Batterie- oder Hybridantrieben, für die es auch höhere staatliche Förderprämien gibt. Dieser Trend gehe aber wesentlich am Privatkundenmarkt vorbei, kritisierte Dudenhöffer, der zusätzliche Kaufanreize auch für Verbrenner befürwortet hatte.

In den ersten fünf Monaten des Jahres seien gerade mal 21 000 Elektroautos und Plug-in-Hybride auf Privatkunden neu zugelassen worden, ein Anteil von 5,9 Prozent. "Das ist Nische und geht am Markt vorbei", erklärte der Experte. Sein Urteil: "Der aktuelle Aufschwung des chinesischen Automarkts hilft den Arbeitern in den deutschen Autowerken weit mehr als das Konjunkturpaket der deutschen Bundesregierung."/ceb/DP/men

03.07.2020

AKTIE IM FOKUS: Möglicher Vorstandswechsel bewegt Commerzbank-Papiere kaum

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Commerzbank -Aktien haben am Freitagabend nur mäßig auf den womöglich bevorstehenden Personalwechsel an der Spitze des Geldhauses reagiert. Auf der Handelsplattform Tradegate schwankten die Papiere zunächst nachbörslich etwas, notierten dort aber zuletzt nahezu unverändert zum Xetra-Schluss von knapp 4,13 Euro.

Wie der Konzern am Abend nach Börsenschluss mitgeteilt hatte, bietet Commerzbank-Chef Martin Zielke seinen Rücktritt an. Der Aufsichtsrat wolle in seiner Sitzung am 8. Juli darüber entscheiden./tav/fba

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03.07.2020

AKTIE IM FOKUS 3: Starkes Geschäftswachstum treibt Delivery Hero auf Rekordhoch

(Neu: Schlusskurs, prozentuale Veränderung seit Jahresbeginn)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Der Höhenflug des Dax-Kandidaten Delivery Hero an der Börse geht weiter. Am Freitag knackten die Papiere des Essenslieferanten erstmals die runde Marke von 100 Euro und erklommen im Tagesverlauf ein Rekordhoch von 105,15 Euro. Der Konzern hatte zuvor über ein weiterhin hohes Bestellvolumen berichtet, womit die Wachstumsstory der Berliner in den Augen der Börsianer weiteres Futter bekam. Auch bei Analysten kamen die Eckdaten des Konzerns gut an, die Experten der Privatbank Berenberg rechnen nun sogar mit einer baldigen Anhebung der Prognose.

Die Papiere hatten sich bereits kurz nach dem Auftakt an die Spitze des MDax gesetzt, wo sie den Tag auch beendeten. Zum Schlussgong standen die Aktien noch mit 4,74 Prozent im Plus bei 102,65 Euro, während der MDax moderat nachgab.

Der Anbieter Delivery Hero, der in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter betreibt, gilt als einer großen Profiteure der Corona-Pandemie. Denn während es Lockdowns bestellten viele Menschen wegen der möglichen Ansteckungsgefahr lieber ihr Essen direkt nach Hause, anstatt selbst in den Supermarkt zu gehen.

So verzeichnete das Unternehmen nach aktuellen Angaben im April zwar zunächst einen Einbruch, danach zog das Auftragswachstum aber deutlich an. Allein im Juni verdoppelte sich die Anzahl der Bestellungen, für das gesamte zweite Quartal ergab sich ein Auftragsplus von 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Diese starke Entwicklung spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, wobei schon vor der Corona-Krise die Wachstumspläne des Unternehmens bei den Börsianern gut ankamen und die Aktie in neue Höhen Euro katapultierten. Der Kurs geriet dann zwar im Sog des Corona-Börsencrashs ab Februar an der Börse zunächst unter Druck, erholte sich aber schnell. Seit dem März-Tief bei rund 50 Euro hat sich der Wert der Papiere bis zum heutigen Tag mehr als verdoppelt. Seit dem Jahresbeginn summiert sich das Plus auf rund 46 Prozent.

Mittlerweile knackte Delivery Hero beim Börsenwert die Marke von 20 Milliarden Euro. Das macht die Aktie neben dem Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise auch zum heißen Kandidaten für den Dax, da der in einen Bilanzskandal verstrickte insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard seinen Platz in der ersten Börsenliga sehr wahrscheinlich räumen muss.

Bei seinem Ende des Monats anstehenden Zwischenbericht dürfte nach Einschätzung von Berenberg-Analystin Sarah Simon Delivery Hero nun das Umsatzziel für 2020 auf 2,7 Milliarden Euro anheben. Bisher waren die Berliner von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro ausgegangen. Die Expertin zeigte sich von den Eckdaten deutlich positiv überrascht.

Mit diesen ersten Kennziffern übertraf Delivery Hero auch die Erwartungen von Analystin Monique Pollard von der US-Bank Citigroup . Sie zeigte sich vor allem vom Geschäft in Asien begeistert, das beachtlich gelaufen sei.

Während das Bankhaus Lampe nun davon ausgeht, dass auch das dritte Quartal für den Essensbringer ein starkes werden dürfte, hoben die Analysten der Schweizer Großbank UBS prompt ihr Kursziel auf 110 Euro an - womit sie den Anteilsscheinen gemessen am aktuellen Kurs noch knapp 7 Prozent Aufwärtspotenzial bescheinigen. Analyst Hubert Jeaneau lobte die hohe Geschäftsdynamik und den Zugewinn von Marktanteilen durch Delivery Hero.

Allerdings sieht der Experte kurzfristig einige Risiken bei der milliardenschweren Übernahme des südkoreanischen Unternehmens Woowa, die Delivery Hero im vergangenen Dezember angekündigt hatte. Denn der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern. Nachdem die Analysten der UBS anfangs mit einer wohlwollenden Haltung der koreanischen Wettbewerbshüter gerechnet haben, sieht Jeaneau die Chance nun eher bei 50 zu 50./tav/edh/fba

03.07.2020

AKTIE IM FOKUS: Rolls-Royce schwächer - Sorge vor Kapitalerhöhung

LONDON (dpa-AFX) - Die Aktien von Rolls-Royce sind am Donnerstag aus Sorge vor einer Kapitalerhöhung abgerutscht. Zuletzt sackten die Papiere des britischen Triebwerksbauers um mehr als neun Prozent ab und waren damit das Schlusslicht im britischen Leitindex FTSE 100 ("Footsie"), der mehr als ein Prozent verlor.

Rolls-Royce leider derzeit unter dem Einbruch des Luftverkehrs während der Corona-Pandemie und erwägt nun laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, um sich besser gegen den Abschwung in der Branche wappnen zu können. Geprüft würden eine Kapitalerhöhung und die Veräußrung von Geschäftssparten, hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Kapitalerhöhungen werden von Anlegern in der Regel negativ bewertet, da dadurch der Gewinn je Aktie verwässert wird.

Seit Jahresanfang haben die Anteilsscheine von Rolls-Royce bereits rund 64 Prozent eingebüßt, während der "Footsie" ein Minus von rund 18 Prozent verzeichnet./la/fba

03.07.2020

AKTIEN IM FOKUS: Zur Rose setzen Rekordjagd fort - Grünes Licht für E-Rezept

FRANKFURT (dpa-AFX) - Papiere der Zur Rose Group habe ihre Rekordjagd am Freitag mit einem weiteren Satz um 5 Prozent fortgesetzt. Alleine in den jüngsten sieben Handelstagen gewannen sie inzwischen fast 28 Prozent. Dabei erhielten sie kräftig Auftrieb durch den Ausbau der europäischen Marktführerschaft durch die Übernahme von Aktivitäten der deutschen Apotal-Gruppe.

Hier gab der Bundestag mit Verabschiedung des Patientendaten-Schutz-Gesetzes (PDSG) nun am Freitag erwartungsgemäß auch grünes Licht für die Einführung des E-Rezepts. Das ist sehr positiv für die Onlineapotheken, erklärte Analyst Alexander Thiel von der Investmentbank Jefferies. Etwa 80 Prozent der Verschreibungen beträfen chronische Patienten und seien daher nicht zeitkritisch. Für die Patienten sei es daher bequem, von zu Hause zu ordern, zumal viele Medikamente in niedergelassenen Apotheken sowieso ebenfalls nicht sofort verfügbar seien. Hinzu kämen günstigere Preise für nicht verschreibungspflichtige Produkte.

Die Papiere der Shop Apotheke sind mit plus 2,7 Prozent ebenfalls gefragt und nur noch knapp unter ihrem Rekordhoch./ag/mis

03.07.2020

AKTIE IM FOKUS 2: Starkes Geschäftswachstum treibt Delivery Hero auf Rekordhoch

(Neu: mehr Analystenstimmen und Details)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Höhenflug des Dax-Kandidaten Delivery Hero an der Börse geht weiter. Am Freitag knackten die Papiere des Essenslieferanten erstmals die runde Marke von 100 Euro und erklommen ein Rekordhoch von 105,15 Euro. Der Konzern hatte zuvor über ein weiterhin hohes Bestellvolumen berichtet, womit die Wachstumsstory der Berliner in den Augen der Börsianer weiteres Futter bekam. Auch bei Analysten kamen die Eckdaten des Konzerns gut an, die Experten der Privatbank Berenberg rechnen nun sogar mit einer baldigen Anhebung der Prognose.

Die Papiere hatten sich bereits kurz nach dem Auftakt an die Spitze des MDax gesetzt, wo sie zuletzt noch mit einem Plus von rund sechseinhalb Prozent auf 104,50 Euro notierten, während der MDax auf der Stelle trat.

Der Anbieter Delivery Hero, der in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter betreibt, gilt als einer großen Profiteure der Corona-Pandemie. Denn während es Lockdowns bestellten viele Menschen wegen der möglichen Ansteckungsgefahr lieber ihr Essen direkt nach Hause, anstatt selbst in den Supermarkt zu gehen.

So verzeichnete das Unternehmen nach aktuellen Angaben im April zwar zunächst einen Einbruch, danach zog das Auftragswachstum aber deutlich an. Allein im Juni verdoppelte sich die Anzahl der Bestellungen, für das gesamte zweite Quartal ergab sich ein Auftragsplus von 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Diese starke Entwicklung spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, wobei schon vor der Corona-Krise die Wachstumspläne des Unternehmens bei den Börsianern gut ankamen und die Aktie in neue Höhen Euro katapultierten. Der Kurs geriet dann zwar im Sog des Corona-Börsencrashs ab Februar an der Börse zunächst unter Druck, erholte sich aber schnell. Seit dem März-Tief bei rund 50 Euro hat sich der Wert der Papiere bis zum heutigen Tag mehr als verdoppelt. Seit dem Jahresbeginn summiert sich das Plus auf fast 50 Prozent.

Mittlerweile knackte Delivery Hero beim Börsenwert die Marke von 20 Milliarden Euro. Das macht die Aktie neben dem Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise auch zum heißen Kandidaten für den Dax, da der in einen Bilanzskandal verstrickte insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard seinen Platz in der ersten Börsenliga sehr wahrscheinlich räumen muss.

Bei seinem Ende des Monats anstehenden Zwischenbericht dürfte nach Einschätzung von Berenberg-Analystin Sarah Simon Delivery Hero nun das Umsatzziel für 2020 auf 2,7 Milliarden Euro anheben. Bisher waren die Berliner von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro ausgegangen. Die Expertin zeigte sich von den Eckdaten deutlich positiv überrascht.

Mit diesen ersten Kennziffern übertraf Delivery Hero auch die Erwartungen von Analystin Monique Pollard von der US-Bank Citigroup . Sie zeigte sich vor allem vom Geschäft in Asien begeistert, das beachtlich gelaufen sei.

Während das Bankhaus Lampe nun davon ausgeht, dass auch das dritte Quartal für den Essensbringer ein starkes werden dürfte, hoben die Analysten der Schweizer Großbank UBS prompt ihr Kursziel auf 110 Euro an - womit sie den Anteilsscheinen gemessen am aktuellen Kurs noch knapp 7 Prozent Aufwärtspotenzial bescheinigen. Analyst Hubert Jeaneau lobte die hohe Geschäftsdynamik und den Zugewinn von Marktanteilen durch Delivery Hero.

Allerdings sieht der Experte kurzfristig einige Risiken bei der milliardenschweren Übernahme des südkoreanischen Unternehmens Woowa, die Delivery Hero im vergangenen Dezember angekündigt hatte. Denn der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern. Nachdem die Analysten der UBS anfangs mit einer wohlwollenden Haltung der koreanischen Wettbewerbshüter gerechnet haben, sieht Jeaneau die Chance nun eher bei 50 zu 50./tav/edh/

03.07.2020

ANALYSE: Morgan Stanley sieht Baustoffwerte auf Erholungskurs

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley beurteilt die Aussichten für die großen europäischen Baustoffhersteller und deren Aktien zunehmend positiv. Analystin Cedar Ekblom rechnet laut einer am Freitag vorliegenden Studie mit einer Nachfrageerholung bei den von der Corona-Krise gebeutelten Sektorunternehmen und mit verbesserten Chance/Risiko-Verhältnissen. Sie erhöhte ihre Prognosen für das operative Ergebnis (Ebit) der vier Branchengrößen HeidelbergCement, CRH, LafargeHolcim und Saint Gobain für die Jahre 2021 und 2022.

Die Papiere von HeidelbergCement stufte die Analystin gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" hoch und erhöhte das Kursziel von 39 auf 58 (Kurs: 48,57) Euro. Im aktuellen Kursniveau sei die zuletzt negative Margenentwicklung des deutschen Zementherstellers bereits angemessen eingepreist, schrieb sie zur Begründung. Ekblom geht zudem davon aus, dass HeidelbergCement mit seiner Gewinnentwicklung im laufenden Jahr positiv überraschen könnte.

Das Kursziel für die Aktien von CRH hob die Expertin von 27 auf 33 Euro an. Bei dem irischen Zementhersteller lobte sie den stabilen Barmittelfluss und die Profitabilität. Positiv sei auch die vergleichsweise starke Ausrichtung auf den US-Markt, auf dem es besser laufe als befürchtet.

Die Papiere von LafargeHolcim erklärte sie zu ihrem Branchenfavoriten und steigerte das Kursziel von 50 auf 54 Franken. Der Schweizer Baustoffkonzern sei auf einen starken Cashflow fokussiert und zeichne sich durch Kostensenkungen sowie zurückhaltende Investitionen aus, hieß es.

Die Saint-Gobain-Aktien seien zwar nicht teuer, hinkten mit Blick auf die Erträge den Wettbewerber-Papieren jedoch hinterher, schrieb Ekblom. Das Kursziel schraubte sie von 25 auf 33 Euro nach oben.

Gemäß der Einstufung "Overweight" erwartet Morgan Stanley eine überdurchschnittliche Gesamtrendite der Aktie im Vergleich zu den anderen von der Bank beobachteten Werten derselben Branche. Zugrunde gelegt wird ein Zeitraum zwischen zwölf und 18 Monaten./edh/tav/stk

Analysierendes Institut Morgan Stanley.

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.07.2020 / 04:00 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

03.07.2020

AKTIE IM FOKUS: Rekordkurse für Platzierung genutzt - Flatex-Aktien sacken ab

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Nach einem Rekordstand von 47,15 Euro am Vortag sind die Papiere von Flatex am Freitag deutlich abgerutscht. Die Großaktionäre GfBk und Heliad nutzten das Rekordniveau beim Onlinebroker für eine Platzierung von 2,3 Millionen Aktien - etwa 11,7 Prozent aller ausstehenden Anteile. Aktuell kosten sie nun mit 41,95 Euro rund 11 Prozent weniger.

Die Investmentbank Jefferies brachte die Flatex-Papiere eigenen Angaben zufolge für 43 Euro je Aktie an Investoren. 1,8 Millionen Aktien stammten direkt, beziehungsweise indirekt über die GfBK, von Bernd Förtsch - über seine Börsenmedien AG beispielsweise bekannt für das Magazin "Der Aktionär". Förtsch bleibt laut Jefferies weiter mit 18,6 Prozent beteiligt und Heliad mit 7,3 Prozent. Mehr als 70 Prozent aller Flatex-Papiere seien nun aber im Streubesitz.

Die Streubesitz-Marktkapitalisierung ist ein weiteres maßgebliches Kriterium der Deutschen Börse für eine mögliche Indexaufnahme. Anfang Juni hatte das Unternehmen bereits den Prozess zur ebenfalls nötigen Aufnahme in den strenger regulierten Prime Standard des Börsenbetreibers eingeleitet. Nach Abschluss voraussichtlich im vierten Quartal winkt eine Indexaufnahme./ag/mis

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03.07.2020

ANALYSE-FLASH: Jefferies belässt Sixt-Stämme auf 'Buy' - Ziel 100 Euro

NEW YORK (dpa-AFX) - Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für die Stammaktien von Sixt auf "Buy" mit einem Kursziel von 100 Euro belassen. Mit der Übernahme von zehn Flughafen-Autoverleihstationen erweitere Sixt sein Standbein in den USA merklich, schrieb Analyst Constantin Hesse in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Schritt sei äußerst positiv und das mittelfristige Umsatzziel werde möglicherweise früher erreicht./mf/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.07.2020 / 03:36 / ET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.07.2020 / 03:36 / ET

03.07.2020

ANALYSE-FLASH: Morgan Stanley hebt HeidelbergCement auf 'Overweight'

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat HeidelbergCement um gleich zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" hochgestuft. Das Kursziel wurde von 39 auf 58 Euro angehoben. Analystin Cedar Ekblom ist laut in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie inzwischen positiver gestimmt für schwergewichtige Baustoffe-Produzenten. Sie rechnet angesichts einer wieder steigenden Nachfrage mit überzeugenden Chance-Risiko-Gelegenheiten. In die Aktie des deutschen Zementherstellers seien Herausforderungen, etwa mit Blick auf die Margen, bereits eingepreist./ck/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.07.2020 / 04:00 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

03.07.2020

AKTIE IM FOKUS: Delivery Hero steigen auf Rekordhoch über 100 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein weiterhin sehr hohes Bestellvolumen hat die als Dax -Kandidat geltenden Aktien des Essenslieferdienstes Delivery Hero am Freitag zum Handelsstart beflügelt. Die Papiere knackten erstmals die runde Marke von 100 Euro und erklommen ein Rekordhoch. Kurz nach dem Auftakt führten sie den MDax mit einem Plus von rund 4 Prozent auf 101,90 Euro an. Damit summierte sich der bisherige Jahresgewinn der Anteilsscheine auf mehr als 44 Prozent.

Nach Meinung der Privatbank Berenberg hat Delivery Hero mit seinen Eckdaten deutlich positiv überrascht. Das Bestellwachstum habe die Schätzung von Berenberg bei weitem übertroffen. Die Bank erwartet nun, dass Delivery Hero mit Bekanntgabe des gesamten Zwischenberichts Ende des Monats sein Umsatzziel für 2020 von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro auf 2,7 Milliarden Euro anheben könnte.

Der Essenslieferant Delivery Hero setzte sein starkes Wachstum inmitten der Corona-Krise fort. Allein im Juni verdoppelte sich die Anzahl der Bestellungen, woraus sich für das zweite Quartal ein Auftragsplus von 94 Prozent ergab. Delivery Hero ist einer der großen Profiteure der Corona-Pandemie. Da Restaurants in vielen Ländern teils wochenlang geschlossen waren, bestellten viele Menschen ihr Essen und ließen es liefern./edh/stk/mis

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