dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

18.02.2020

VIRUS/ROUNDUP: Adva rechnet nun mit negativer Ergebnismarge - Kurs sackt ab

MEININGEN-DREISSIGACKER (dpa-AFX) - Der Telekomausrüster Adva Optical Networking rechnet wegen des Corona-Virus nun mit einer negativen Proforma-Betriebsergebnismarge im ersten Quartal. Aufgrund der gegenwärtigen Situation in China erwarte der Vorstand Engpässe bei den Zulieferern des Unternehmens, teilte Adva am Dienstagabend in Meiningen-Dreissigacker mit. Ob und in welchem Umfang sich die Situation in China noch weiter verschlechtern oder auch verbessern werde, könne gegenwärtig noch nicht belastbar vorhergesehen werden.

Der Vorstand gehe allerdings davon aus, dass sich lediglich einige Umsätze in die Folgequartale verschöben und das Absinken der Betriebsergebnismarge in der Jahresbetrachtung dementsprechend bald ausgleichen werde. So soll diese 2020 weiter steigen und bei über fünf Prozent des Umsatzes liegen. Die Erlösen sollen im laufenden Jahr auf über 580 Millionen Euro steigen

Anleger zogen dennoch bereits die Reißleine. Der Aktienkurs von Adva brach auf der Handelsplattform Tradegate in ersten Reaktionen um bis zu sieben Prozent ein. Zuletzt betrug das Minus dort gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom Vortag noch 3,8 Prozent.

Adva veröffentlichte in der Mitteilung auch erste Kennzahlen zum vierten Quartal. So legte der Umsatz im Jahresvergleich um 14,9 Prozent auf 151,1 Millionen Euro zu. Das Proforma Betriebsergebnis legte von 8,1 (Marge 6,2%) auf 10,3 Millionen Euro (Marge 6,8%) zu./he

18.02.2020

VIRUS: Adva rechnet nun mit negativer Ergebnismarge - Aktienkurs sackt ab

MEININGEN-DREISSIGACKER (dpa-AFX) - Der Telekomausrüster Adva Optical Networking rechnet wegen des Corona-Virus nun mit einer negativen Proforma-Betriebsergebnismarge im ersten Quartal. Aufgrund der gegenwärtigen Situation in China erwarte der Vorstand Engpässe bei den Zulieferern des Unternehmens, teilte Adva am Dienstagabend in Meiningen-Dreissigacker mit. Ob und in welchem Umfang sich die Situation in China noch

weiter verschlechtern oder auch verbessern werde, könne gegenwärtig noch nicht

belastbar vorhergesehen werden. Der Vorstand gehe allerdings davon aus, dass

sich lediglich einige Umsätze in die Folgequartale verschöben und das

Absinken der Betriebsergebnismarge in der Jahresbetrachtung dementsprechend bald ausgleichen werde.

Anleger zogen dennoch bereits die Reißleine. Der Aktienkurs von Adva brach auf der Handelsplattform Tradegate in ersten Reaktionen um bis zu sieben Prozent ein. Zuletzt betrug das Minus dort gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom Vortag noch 3,8 Prozent./he/tih

18.02.2020

US-Anleihen: Sicherheitsbedürfnis der Anleger sorgt für Kursgewinne

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Kurse von US-Staatsanleihen sind am Dienstag gestiegen. In allen Laufzeitbereichen waren umgekehrt die Renditen rückläufig. Unterstützt wurden die Anleihemärkte vor allem von ihrem Charakter als sicherer Hafen der Anleger, während die Aktienmärkte im Zuge einer Umsatzwarnung von Apple wieder unter der Sorge um den in China ausgebrochenen Coronavirus litten.

Eine im Februar besser als erwartet ausgefallene Industriestimmung in der Region New York bewegte die Anleihe- und Aktienmärkte derweil kaum.

Zweijährige Anleihen stiegen um 1/32 Punkt auf 99 30/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,408 Prozent. Fünfjährige Anleihen legten um 4/32 Punkte auf 99 29/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 1,390 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen stiegen um 9/32 Punkte auf 99 16/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,553 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren stiegen um 25/32 Punkte auf 99 29/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,004 Prozent./tih/he

18.02.2020

Devisen: Eurokurs fällt im US-Handel erneut unter 1,08 Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat am Dienstag seine Talfahrt der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Der Kurs rutschte mit 1,0786 Dollar zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2017. Eine zeitweilige Erholung mündete letztlich wieder unter der Marke von 1,08 US-Dollar. Zuletzt wurden 1,0795 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0816 (Montag: 1,0835) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9246 (0,9229) Euro.

Marktbeobachter begründeten eine allgemeine Dollarstärke in Zeiten der Unsicherheit, die vom Ausbruch des Coronavirus in China und seinen Folgen ausgeht, mit der Rolle des US-Dollar als "sicherer Hafen" der Devisenanleger. Verwiesen wurde außerdem auf aktuelle Wirtschaftsdaten von beiden Seiten des Atlantiks, die am Dienstag eher den Dollarfreunden in die Karten spielten.

In den USA hatte sich die Stimmung in den Industriebetrieben im Bundesstaat New York im Februar deutlich aufgehellt. Nach Einschätzung des Helaba-Experten Ralf Umlauf dürfte dies die Erwartung an eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed gedämpft haben. Auf der anderen Seite fielen in Deutschland die vom Institut ZEW ermittelten Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten stärker als erwartet. Der Ausbruch des chinesischen Coronavirus wirkte sich hier belastend aus./tih/he

18.02.2020

ROUNDUP/Nun auch fix: Can-Vertrag beim BVB nach Leih-Halbjahr bis 2024

DORTMUND (dpa-AFX) - Der Transfer von Fußball-Nationalspieler Emre Can zu Borussia Dortmund in diesem Sommer nach seiner halbjährigen Leihe von Juventus Turin ist offiziell perfekt. Das teilte Bundesligist Borussia Dortmund vor dem Champions-League-Kracher gegen Paris Saint-Germain am Dienstag mit. Cans Leihe endet im Juni. "Wir hatten ja sowieso eine Leihe mit Kaufverpflichtung vereinbart. Und wir hatten die Bedingungen relativ weich gehalten, so dass die Kaufverpflichtung sowieso gegriffen hätte", sagte Manager Michael Zorc auf DAZN. Der ab dem 1. Juli gültige Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2024.

Der 26 Jahre alte Profi war Ende Januar von Juventus aus der Serie A zur Borussia gewechselt. Bereits damals war klar, dass Can nach der Ausleihe fest verpflichtet werden sollte. Dem Vernehmen nach soll für die Dortmunder eine Ablöse inklusive Bonuszahlungen in Höhe von 25 Millionen Euro für den Defensiv-Allrounder fällig werden. Can spielte in seiner Karriere auch schon für den FC Bayern, Bayer 04 Leverkusen und den FC Liverpool./jmx/DP/he

18.02.2020

BVB-Coach Favre setzt gegen Paris auf bewährte Startelf

DORTMUND (dpa-AFX) - Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre setzt im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League an diesem Dienstag (21 Uhr/DAZN) gegen Paris Saint-Germain auf Bewährtes. In das Duell mit dem französischen Meister geht der Fußball-Bundesligist mit derselben Startelf wie schon beim überzeugenden 4:0 am vergangenen Freitag gegen Eintracht Frankfurt. Damit müssen sich Abwehrspieler Manuel Akanji und Mittelfeldspieler Mario Götze erneut mit einem Platz auf der Bank begnügen.

Das Team des ehemaligen BVB-Trainers Thomas Tuchel aus Paris tritt wie erwartet mit Neymar an, der nach seiner Rippenverletzung zurück ist. Die Deutschen Thilo Kehrer und Julian Draxler sind Ersatz./bue/DP/he

18.02.2020

ROUNDUP/Flugstopp für TAP in Venezuela empört Portugal: 'Inakzeptabel'

LISSABON/CARACAS (dpa-AFX) - Der vorübergehende Flugstopp für die portugiesische Airline TAP in Venezuela hat in Lissabon für erhebliche Empörung gesorgt. Es handele sich um eine "inakzeptable und unverständliche" Maßnahme, sagte Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa am Dienstag in Lissabon vor Journalisten. Der Vorwurf, die Gesellschaft habe zugelassen, dass der Onkel des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó auf einem TAP-Flug Sprengstoff nach Venezuela transportiert, mache "überhaupt keinen Sinn", sagte auch Außenminister Santos Silva am Rande eines Indien-Besuchs.

Vor Journalisten seines Landes sagte der Minister in Neu Delhi, der Flugstopp sei eine "unfreundliche" und "nicht zu rechtfertigende" Maßnahme. Man hoffe, dass der "Zwischenfall so schnell wie möglich überwunden wird". Das Innenministerium in Lissabon kündigte unterdessen die Einleitung einer eingehenden Untersuchung an, um "alle Fakten zu ermitteln".

Die Regierung des autoritären sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro hatte am Montag alle Flüge der TAP Air Portugal in das und aus dem Land für 90 Tage ausgesetzt. Vize-Präsidentin Delcy Rodríguez kündigte die Aussetzung der Flüge auf Twitter an und ließ dabei die Möglichkeit anderer Maßnahmen und Strafen offen. "Venezuela muss man respektieren!", schrieb Rodríguez.

Guaidós Onkel Juan Jose Márquez war am vergangenen Dienstag am Flughafen Caracas festgenommen worden, als er von einer Auslandsreise mit seinem Neffen zurückgekommen war. Guaidó hatte in Kolumbien, Europa und den Vereinigten Staaten um Unterstützung bei seinem Unterfangen geworben, Maduro aus dem Amt zu drängen. Er war von US-Präsident Donald Trump empfangen worden. Von Guaidós Seite heißt es, die Maduro-Regierung versuche mit dem Angriff auf seinen Onkel Druck auf ihn auszuüben.

Es war bereits die zweite Auslandsreise gewesen, die er ohne Erlaubnis unternommen hatte. Der Parlamentschef hatte sich vor gut einem Jahr zum Interimspräsidenten erklärt und Maduro damit offen herausgefordert. Rund 60 Länder, darunter Deutschland, haben ihn mittlerweile als legitimen Übergangsstaatschef anerkannt. Allerdings kann er sich in Venezuela bislang nicht durchsetzen. Maduro ist international weitgehend isoliert, hält sich aber mit Hilfe des Militärs weiter an der Macht./hef/DP/he

18.02.2020

Can-Vertrag beim BVB nach Leih-Halbjahr bis 2024

DORTMUND (dpa-AFX) - Der Transfer von Fußball-Nationalspieler Emre Can zu Borussia Dortmund in diesem Sommer nach seiner halbjährigen Leihe von Juventus Turin ist offiziell perfekt. Die beiden Vereine hätten sich auf einen permanenten Transfer geeinigt, teilte Bundesligist Borussia Dortmund vor dem Champions-League-Kracher gegen Paris Saint-Germain am Dienstag mit. Cans Leihe endet im Juni. "Ab dem 1. Juli tritt ein bis zum 30.06.2024 gültiger Kontrakt in Kraft", hieß es vom BVB.

Der 26 Jahre alte Profi war Ende Januar von Juventus aus der Serie A zur Borussia gewechselt. Bereits damals war klar, dass Can nach der Ausleihe fest verpflichtet werden sollte. Dem Vernehmen nach soll für die Dortmunder eine Ablöse inklusive Bonuszahlungen in Höhe von 25 Millionen Euro für den Defensiv-Allrounder fällig werden. Can spielte in seiner Karriere auch schon für den FC Bayern, Bayer 04 Leverkusen und den FC Liverpool./jmx/DP/fba

18.02.2020

ROUNDUP: USA verhängen wegen Venezuela Sanktionen gegen Rosneft-Tochterfirma

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA wollen Venezuela den Öl-Hahn abdrehen: Das US-Finanzministerium hat deswegen Sanktionen gegen eine wichtige Tochtergesellschaft des russischen Ölkonzerns Rosneft verhängt. Die in der Schweiz ansässige Gesellschaft Rosneft Trading habe für die mit Sanktionen belegte Regierung von Venezuelas sozialistischem Präsidenten Nicolás Maduro internationale Ölverkäufe arrangiert, erklärte das Ministerium am Dienstag. Die größten Kunden der betroffenen Ölexporte waren demnach bislang Indien und China. Von den neuen Sanktionen ist auch der Vizepräsident von Rosneft, Didier Casimiro, betroffen, der Rosneft Trading vorsteht.

US-Präsident Donald Trumps Regierung will mit den Sanktionen den Machtkampf im ölreichen Venezuela beeinflussen, um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó zu unterstützen. Die Strafmaßnahmen sollen die Führung des Landes unter Druck setzen und eine Rückkehr zur Demokratie ermöglichen, erklärte der Venezuela-Beauftragte des US-Außenministeriums, Elliott Abrams. Die USA würden ihre Sanktionen weiter verschärfen, kündigte er an. "Es wird in den kommenden Wochen und Monaten weitere Schritte und mehr Druck Geben", sagte Abrams.

Guaidó begrüßte die Sanktionen. "Diese Nachricht ist ein Sieg", schrieb er auf Twitter. "Wer auch immer den Diktator unterstützt, wer auch immer es ist, woher er kommt, muss die Konsequenzen tragen." Auch viele US-Verbündete, darunter auch Deutschland, haben Guaidó als den rechtmäßigen Interimspräsidenten Venezuelas anerkannt. Russland steht im Machtkampf in dem südamerikanischen Land - das sich in einer dramatischen Wirtschaftskrise befindet - fest an der Seite Maduros.

Mit den jüngsten Sanktionen werden unter anderem mögliche Vermögenswerte von Rosneft Trading und Casimiro in den USA eingefroren. Zudem dürfen US-Bürger und Firmen keine Geschäfte mehr mit ihnen machen. Im nächsten Schritt könnten auch ausländische Firmen bei anhaltenden Geschäften mit Rosneft Trading ins Visier der US-Regierung geraten. Verbündete Staaten wie Deutschland würden angewiesen, ihre Verbindungen mit Rosneft Trading und Casimiro innerhalb von 90 Tagen zu kappen, erklärte ein ranghoher US-Beamter.

An der Moskauer Börse rutschten die international gehandelten Aktien von Rosneft nach Bekanntwerden der Sanktionen ins Minus. Der größte Ölkonzerns Russlands hat massiv ins Ölgeschäft in Venezuela investiert. Geführt wird Rosneft von Igor Setschin, einem Vertrauten von Staatschef Wladimir Putin. Rosneft war bereits 2014 wegen des Ukraine-Konflikts und der russischen Einverleibung der Krim mit begrenzten Sanktionen belegt worden. Die Tochterfirma Rosneft Trading war 2011 gegründet worden, um Auslandsgeschäfte des Konzerns zu übernehmen.

Rosneft Trading sollte etwa von September bis Dezember Lieferungen für den venezolanischen Ölkonzern PdVSA im Umfang von 55 Millionen Barrel (Fässer zu je 159 Liter) durchführen, erklärte das US-Finanzministerium.

Das Außenministerium in Russland erklärte, man werde die einseitigen Strafmaßnahmen nicht akzeptieren. Die USA versuchten damit lediglich "eine globale Hegemonie anzustreben und der ganzen Welt ihren Willen aufzuzwingen", hieß es. Die Sanktionspolitik sei destruktiv und werde die Zusammenarbeit mit Venezuela und anderen Ländern nicht verändern. "Die Politiker in Washington müssen erkennen, dass der wirtschaftliche und militärische Druck auf Russland nichts bewirkt, sondern nur die Krise der bilateralen Beziehungen verschärft", hieß es. Russland unterstützt Venezuela unter anderem mit Waffen, Rüstungsgütern und Militärberatern.

Einige Ölfirmen, darunter unter anderem der US-Konzern Chevron und das spanische Unternehmen Repsol, haben Ausnahmegenehmigungen, um noch in Venezuela Geschäfte zu machen. Ob diese nochmals verlängert werden, scheint zunehmend fraglich. Im Falle von Chevron müsste die Genehmigung spätesten am 22. April verlängert werden, sagte Abrams./lkl/DP/fba

18.02.2020

ROUNDUP 2: US-Handelskette Walmart stellt Gewinnwachstum in Aussicht

(Stück neu gefasst, nachdem Aktie ins Plus drehte)

BENTONVILLE (dpa-AFX) - Die US-Supermarktkette Walmart stellt seinen Aktionären im laufenden Geschäftsjahr steigende Gewinne in Aussicht. Walmart-Chef Dough McMillon peilt einen Gewinn je Aktie von 5,00 bis 5,15 Dollar an, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Analysten hatten hier im Schnitt 5,22 Dollar auf dem Zettel, nachdem Walmart im abgelaufenen Jahr einen bereinigten Gewinn von 4,93 Dollar je Aktie erreicht hatte.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten nach der Zahlenvorlage am Dienstag positiv aufgenommen. Während der US-Leitindex Dow Jones beeinträchtigt von den Sorgen um den Coronavirus in China um 0,75 Prozent fiel, gehörten die Papiere des Handelskonzerns mit 1,1 Prozent zu den größten unter lediglich vier Gewinnern.

In den drei Monaten bis Ende Januar verdiente Walmart unter dem Strich 4,14 Milliarden Dollar (3,82 Mrd Euro) und damit gut zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn betrug 1,38 Dollar je Aktie. Hier hatten Analysten mehr erwartet.

Auch die Dividende fällt geringer aus als erwartet. Walmart will die Ausschüttung zwar von 2,12 Dollar auf 2,16 Dollar für das laufende Geschäftsjahr anheben. Analysten hatten im Schnitt zuletzt allerdings mit 2,39 Dollar gerechnet.

Unterdessen beobachtet das Unternehmen nach eigenen Angaben weiterhin die Ereignisse in Chile und die Ausbreitung des Coronavirus. In Chile hatten Proteste gegen die soziale Ungleichheit im Land zu Unruhen geführt, unter denen auch der Betrieb in den Walmart-Läden litt. Der Konzern bezifferte die Kosten im abgelaufenen Quartal auf 110 Millionen Dollar. Mit Blick auf die Virusepidemie hat das Management in seine Jahresziele nach eigenen Angaben noch keine Auswirkungen eingerechnet.

Insgesamt verbuchte Walmart im abgelaufenen Quartal ein Umsatzplus von 2,1 Prozent auf 141,7 Milliarden Dollar. Der bei Anlegern stark beachtete US-Absatz auf vergleichbarer Basis nahm um sechs Prozent zu.

Im Gesamtjahr summierten sich die Umsätze auf knapp 524 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte auf 14,9 Milliarden Dollar zu - das war mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr./mne/stw/jkr/he/fba

18.02.2020

ROUNDUP/Aktien New York Schuss: Dow zeigt Schwäche mit Apple wegen Virussorgen

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts einer Umsatzwarnung von Apple ist die Wall Street am Dienstag mit Verlusten aus dem verlängerten Wochenende gekommen. Die Nachricht des Technologiekonzerns stimmte die Anleger wieder sorgenvoll, was die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus betrifft.

Der Dow Jones Industrial verlor letztlich 0,56 Prozent auf 29 232,19 Punkte. Der Leitindex kam damit weiter von seinem Rekordniveau über 29 500 Punkten aus der Vorwoche zurück und verbuchte den dritten Handelstag in Folge mit negativem Vorzeichen.

Am breiten Markt sank der S&P 500 um 0,29 Prozent auf 3370,29 Zähler. An der technologielastigen Nasdaq-Börse war das Bild trotz des Kursrutsches bei Apple stabiler. Mit Kursgewinnen bei Tesla als Gegengewicht ging der Auswahlindex Nasdaq 100 0,06 Prozent höher bei 9629,80 Punkten über die Ziellinie.

Apple kündigte an, dass die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal wegen der Coronavirus-Situation in China verfehlt wird. Bei iPhones gibt es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren wurde als geplant. Zudem war der Absatz von Apple-Geräten in dem Land zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht waren.

Die Epidemie der neuen Lungenkrankheit Covid-19 wird sich nach Einschätzung eines Experten in China möglicherweise erst Ende April stabilisieren. "Das ist eine sehr grobe Schätzung", sagte Zhong Nanshan, Chef der Expertengruppe der chinesischen Regierung, am Dienstag. Mit einem Höhepunkt des Ausbruchs sei nach derzeitigem Stand voraussichtlich bis Ende Februar zu rechnen.

Die Apple-Aktien waren im Dow mit minus 1,8 Prozent unter den größten Verlierern. Davon in Mitleidenschaft gezogen wurde die ganze Chipbranche, für die Apple nicht nur als wichtiger Kunde, sondern auch als Stimmungsbarometer gilt. Aktien von Broadcom , Qualcomm oder Intel büßten zwischen 1,7 und 2,2 Prozent ein. Unter den Branchenausrüstern sackten Applied Materials oder Lam Research sogar um bis zu 4,1 Prozent ab.

Tesla dagegen rückten an der Nasdaq um 7,3 Prozent vor. Mit 858 Dollar näherten sie sich wieder dem hohen Niveau von Anfang Februar, als die Aktienkursrally bei 968 Dollar gipfelte. Nach und nach heben nun Analysten ihre Kursziele in höhere Sphären. Toni Sacconaghi von Bernstein Research hat am Dienstag sein Ziel mit nun 730 Dollar mehr als verdoppelt. Mit Morgan Stanley passte ein nach wie vor recht pessimistisches Analysehaus das Kursziel auf immerhin 500 Dollar kräftig nach oben an.

Auf der positiven Seite im Dow schaffte es Walmart nach ihren Quartalszahlen mit 1,5 Prozent ins Plus. Die US-Supermarktkette hat zwar im Weihnachtsgeschäft eher enttäuscht, am Markt wurde der Ausblick in den derzeitigen unsicheren Zeiten aber als "robust" bewertet. Analyst Christopher Horvers von JPMorgan sprach von "Silberstreifen am Horizont".

Gesprächsstoff lieferte außerdem eine Übernahme unter Vermögensverwaltern. Franklin Resources , der Mutterkonzern des Fondsanbieters Franklin Templeton, will den Wettbewerber Legg Mason schlucken und bietet dafür 50 US-Dollar je Aktie. Die Franklin-Anteilscheine zogen um 7 Prozent und jene des Übernahmeziels sogar um 24 Prozent an.

Der Euro hat am Dienstag seine Talfahrt der vergangenen Handelstage mit dem Fall unter die Marke von 1,08 US-Dollar fortgesetzt. Zuletzt wurden 1,0795 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich noch auf 1,0816 (Montag: 1,0835) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9246 (0,9229) Euro.

Am Anleihemarkt sorgte das Sicherheitsbedürfnis der Anleger für Kursgewinne. Unterstützt von ihrem Charakter als sicherer Hafen der Anleger stiegen richtungweisende zehnjährige US-Staatspapiere um 7/32 Punkte auf 99 14/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,559 Prozent./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

18.02.2020

Aktien New York Schluss: Dow zeigt Schwäche mit Apple - Virussorgen zurück

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts einer Umsatzwarnung von Apple ist die Wall Street am Dienstag mit Verlusten aus dem verlängerten Wochenende gekommen. Die Nachricht des Technologiekonzerns stimmte die Anleger wieder sorgenvoll, was die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus betrifft.

Der Dow Jones Industrial verlor letztlich 0,56 Prozent auf 29 232,19 Punkte. Der Leitindex kam damit weiter von seinem Rekordniveau über 29 500 Punkten aus der Vorwoche zurück und verbuchte den dritten Handelstag in Folge mit negativem Vorzeichen.

Am breiten Markt sank der S&P 500 um 0,29 Prozent auf 3370,29 Zähler. An der technologielastigen Nasdaq-Börse war das Bild trotz des Kursrutsches bei Apple stabiler. Mit Kursgewinnen bei Tesla als Gegengewicht ging der Auswahlindex Nasdaq 100 0,06 Prozent höher bei 9629,80 Punkten über die Ziellinie./tih/he

18.02.2020

Aktien New York: Dow zeigt Schwäche mit Apple - Virussorgen bei Anlegern zurück

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts einer Umsatzwarnung des Technologiekonzerns Apple ist die Wall Street am Dienstag mit Verlusten aus dem langen Wochenende gekommen. Zudem hielten die Sorgen wegen der Folgen der Ausbreitung des Coronavirus an. Die Epidemie der neuen Lungenkrankheit wird sich nach Einschätzung eines Experten in China möglicherweise erst Ende April stabilisieren.

Der Dow Jones Industrial stand zwei Stunden vor Schluss bei 29 210,13 Punkten und damit mit 0,74 Prozent im Minus, nachdem am Montag wegen des "Presidents Day" kein Handel stattgefunden hatte. Der Leitindex kam damit weiter von seinem Rekordniveau über 29 500 Punkten aus der Vorwoche zurück. Er steuert auf den dritten Handelstag in Folge mit negativem Vorzeichen zu.

Am breiteren Markt sank der S&P 500 um 0,44 Prozent auf 3365,28 Zähler. An der technologielastigen Nasdaq-Börse fiel das Minus trotz eines Kursrutsches bei Apple und davon mitbelasteten Chipwerten etwas kleiner aus. Mit Kursgewinnen zum Beispiel bei Tesla als Gegengewicht gab der Auswahlindex Nasdaq 100 nur um 0,13 Prozent auf 9611,46 Zähler nach.

Apple wird wegen der Coronavirus-Situation in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gibt es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren wurde als geplant. Zudem war der Absatz von Apple-Geräten in dem Land zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht waren.

Die Apple-Aktien waren im Dow mit minus 2,3 Prozent das Schlusslicht. Davon in Mitleidenschaft gezogen wurde die ganze Chipbranche, für die Apple nicht nur als wichtiger Kunde, sondern auch als allgemeiner Stimmungsbarometer gilt. Aktien von Broadcom , Qualcomm oder Intel fielen um zwischen 1,7 und 2,3 Prozent. Unter den Branchenausrüstern sackten Applied Materials oder Lam Research sogar um bis zu 4,3 Prozent ab.

Tesla dagegen rückten an der Nasdaq um 6 Prozent vor. Mit aktuell 850 Dollar nähern sie sich wieder dem hohen Niveau von Anfang Februar, als die Aktienkursrally bei 968 Dollar gipfelte. Nach und nach heben nun Analysten ihre Kursziele in höhere Sphären. Toni Sacconaghi von Bernstein Research hat am Dienstag sein Ziel mit nun 730 Dollar mehr als verdoppelt. Mit Morgan Stanley passte ein nach wie vor recht pessimistisches Analysehaus das Kursziel auf immerhin 500 Dollar an.

Auf der positiven Seite im Dow schaffte es Walmart nach ihren Quartalszahlen mit 1,5 Prozent ins Plus. Die US-Supermarktkette hat zwar im Weihnachtsgeschäft eher enttäuscht, am Markt wurde der Ausblick in den derzeitigen unsicheren Zeiten aber als "robust" bewertet. Analyst Christopher Horvers von JPMorgan sah mit Blick auf das angepeilte Umsatzwachstum in den USA Silberstreifen am Horizont.

Gesprächsstoff lieferte außerdem eine Übernahme unter Vermögensverwaltern. Franklin Resources , der Mutterkonzern des Fondsanbieters Franklin Templeton, will den Wettbewerber Legg Mason schlucken und bietet dafür 50 US-Dollar je Aktie. Die Franklin-Anteilscheine zogen um 7 Prozent und jene des Übernahmeziels sogar um 24 Prozent an./tih/he

18.02.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Negative Folgen des Coronavirus schlagen durch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Umsatzwarnung von Apple hat die euphorischen Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Rekordjagd, die den deutschen Leitindex zum Wochenstart bis auf 13 795 Punkte getrieben hatte, ist vorerst gestoppt. Der Dax schloss 0,75 Prozent tiefer auf 13 681,19 Punkte.

Auf den Anstieg bis auf fast 13 800 Punkte seien erwartungsgemäß kleinere Gewinnmitnahmen gefolgt, schrieben die Charttechnik-Experten von Index Radar. Letztlich hielt sich der Dax mit Blick auf die Rally der vergangenen Tage aber stabil, ergänzte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Auffällig sei derzeit, dass die Investoren differenzierten und Aktien mit hoher Nachfrage-Abhängigkeit aus China auf der Strecke blieben. Der Rest habe sich indes wacker gehalten.

Der MDax büßte am Dienstag 0,88 Prozent auf 29 057,80 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 , der Leitindex der Eurozone, sank um 0,43 Prozent auf 3836,54 Zähler. Verluste wurden auch in Paris und London verbucht. In den USA gab der Dow Jones Industrial nach einem verlängerten Wochenende zum europäischen Handelsschluss um 1,0 Prozent nach. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen hielten sich indes etwas besser mit minus 0,5 Prozent.

Wie der Technologiegigant Apple am Montag nachbörslich bekannt gab, wird er wegen der Coronavirus-Epidemie in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe in China und zudem schwächele dort auch der Absatz von Apple-Geräten, hieß es. Während Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader dazu meinte, dies sei "ein Weckruf von Apple für scheinbar unbekümmerte Anleger" und eine Mahnung, die Konsequenzen der Epidemie für die Wirtschaft nicht zu unterschätzen, hätte - wie Stanzl sagte - die Warnung nicht überraschen dürfen. "Die Anleger hatten eine bevorstehende Delle im Wachstum der Weltwirtschaft bereits als Problem identifiziert."

Das Coronavirus hinterließ außerdem Spuren in den Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten. Diese trübten sich überraschend deutlich ein, wie der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigte. Auf den Dax übte der ZEW-Index am Dienstag allerdings keinen zusätzlichen Druck aus.

Technologiewerte jedoch litten besonders, insbesondere Apple-Zulieferer wie Infineon mit minus 2,2 Prozent oder Dialog Semiconductor mit minus 4,5 Prozent. Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan sprach von der "ersten Warnung eines schwergewichtigen Techkonzerns wegen der Coronavirus-Epidemie". Er hält es nun für wahrscheinlich, dass auch Unternehmen aus der Lieferkette von Apple und zuvorderst Chiphersteller mit vorsichtigeren Prognosen folgen werden.

Die Papiere der Deutschen Börse , die am Vorabend laut Analysten "solide Jahreszahlen" bekannt gegeben hatte, schlossen fast unverändert. 2019 hatte der Marktbetreiber einen Rekordgewinn verbucht. Dagegen kamen die Aussagen von HeidelbergCement zum vergangenen und zum laufenden Jahr nicht gut an bei den Anlegern: Die Aktien des Baustoffherstellers verloren am Dax-Ende 3,0 Prozent.

An der Spitze im Leitindex legten die Papiere von RWE um 1,6 Prozent zu und setzten damit ihre Rally der vergangenen Wochen fort. Beobachter führten dies zum Teil auf die erneut erwachte Risikoscheu der Investoren zurück. Dann profitieren so genannte defensive Branchen wie die Versorger- oder Immobilienbranche, die weniger konjunkturabhängig sind. Bei RWE komme der Übergang zu einem auf erneuerbare Energie setzenden Stromanbieter hinzu, da dies die Konzerngewinne weiter antreiben dürfte, hieß es aus dem Handel.

Die Papiere von Thyssenkrupp weiteten im MDax ihren dreiprozentigen Verlust vom Wochenbeginn aus und gaben nun um 5,5 Prozent nach. Zwar dürfte nicht überrascht haben, dass der Industriekonzern die Aufzugsparte an Finanzinvestoren verkauft, doch ein Komplettverkauf oder auch der Verkauf eines Großteils dieser Sparte bedeute den Abschied von einem Gewinnbringer, kommentierte Baader-Bank-Analyst Christian Obst.

An der MDax-Spitze gewannen die Aktien von Compugroup nach einer positiven Studie 2,0 Prozent. Warburg Research sieht angesichts der jüngst angekündigten Änderungen an der Führungsspitze des Softwareherstellers im Gesundheitsbereich und des Wandels hin zu einer Kommanditgesellschaft auf Aktien hohes Wachstumspotenzial.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,40 Prozent am Vortag auf minus 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 144,91 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,09 Prozent auf 174,53 Punkte zu.

Der Euro sackte zeitweise unter 1,08 US-Dollar und wurde am frühen Abend mit 1,0814 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0816 (Montag: 1,0835) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9246 (0,9229) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

18.02.2020

Aktien Frankfurt Schluss: Negative Folgen des Coronavirus schlagen durch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Umsatzwarnung von Apple hat die euphorischen Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Rekordjagd, die den deutschen Leitindex zum Wochenstart bis auf 13 795 Punkte getrieben hatte, ist vorerst gestoppt. Der Dax schloss nun 0,75 Prozent tiefer auf 13 681,19 Punkte.

Auf den Anstieg bis auf fast 13 800 Punkte seien erwartungsgemäß kleinere Gewinnmitnahmen gefolgt, schrieben die Charttechnik-Experten von Index Radar. Letztlich hielt sich der Dax mit Blick auf die Rally der vergangenen Tage aber stabil, ergänzte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Auffällig sei derzeit, dass die Investoren differenzierten und Aktien mit hoher Nachfrage-Abhängigkeit aus China auf der Strecke blieben. Der Rest habe sich indes wacker gehalten.

Der MDax büßte am Dienstag 0,88 Prozent auf 29 057,80 Punkte ein./ck/he

18.02.2020

ROUNDUP/Aktien New York: Dow kommt mit Apple schwach aus langem Wochenende

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts einer Umsatzwarnung des Technologiekonzerns Apple ist die Wall Street am Dienstag mit leichten Verlusten aus dem langen Wochenende gekommen. Zudem hielten die Sorgen wegen der Folgen der Ausbreitung des Coronavirus an. Die Epidemie der neuen Lungenkrankheit wird sich nach Einschätzung eines Experten in China möglicherweise erst Ende April stabilisieren.

Der Dow Jones Industrial weitete seine Verluste nach etwas mehr als einer Handelsstunde mit 29 210,13 Punkten auf 0,64 Prozent aus, nachdem am Montag wegen des "Presidents Day" kein Handel stattgefunden hatte. Der Leitindex kam damit weiter von seinem Rekordniveau über 29 500 Punkten aus der Vorwoche zurück. Er würde so den dritten Handelstag in Folge mit negativem Vorzeichen beenden.

Am breiteren Markt sank der S&P 500 um 0,43 Prozent auf 3365,66 Zähler. An der technologielastigen Nasdaq-Börse fiel das Minus trotz eines Kursrutsches bei Apple und davon mitbelasteten Chipwerten etwas kleiner aus. Mit Kursgewinnen zum Beispiel bei Tesla als Gegengewicht gab der Auswahlindex Nasdaq 100 dort nur um 0,27 Prozent auf 9597,45 Zähler nach.

Apple wird wegen der Coronavirus-Situation in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gibt es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren wurde als geplant. Zudem war der Absatz von Apple-Geräten in dem Land zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht waren.

Die Apple-Aktien waren im Dow mit minus 2,4 Prozent das Schlusslicht. Davon in Mitleidenschaft gezogen wurde die ganze Chipbranche, für die Apple nicht nur als wichtiger Kunde, sondern auch als allgemeiner Stimmungsbarometer gilt. Aktien von Broadcom , Qualcomm , Intel und Micron fielen um zwischen 1,6 und 2,5 Prozent. Unter den Branchenausrüstern sackten Applied Materials oder Lam Research um bis zu 3,3 Prozent ab.

Auf der positiven Seite im Dow schaffte es Walmart nach ihren Quartalszahlen mit einem Prozent ins Plus. Die US-Supermarktkette hat zwar im Weihnachtsgeschäft eher enttäuscht, am Markt wurde der Ausblick in den derzeitigen unsicheren Zeiten aber als "robust" bewertet. Analyst Christopher Horvers von JPMorgan sah mit Blick auf das angepeilte Umsatzwachstum in den USA Silberstreifen am Horizont.

Gesprächsstoff lieferte außerdem eine Übernahme unter Vermögensverwaltern. Franklin Resources , der Mutterkonzern des Fondsanbieters Franklin Templeton, will den Wettbewerber Legg Mason schlucken und bietet dafür 50 US-Dollar je Aktie. Die Franklin-Anteilscheine zogen um 6 Prozent und jene des Übernahmeziels sogar um knapp 24 Prozent an./tih/he

18.02.2020

Aktien New York: Leichtes Minus nach langem Wochenende - Apple im Blick

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts einer Umsatzwarnung des Technologiekonzerns Apple ist die Wall Street am Dienstag mit leichten Verlusten aus dem langen Wochenende gekommen. Zudem hielten die Sorgen wegen der Folgen der Ausbreitung des Coronavirus an. Die Epidemie der neuen Lungenkrankheit wird sich nach Einschätzung eines Experten in China möglicherweise erst Ende April stabilisieren.

Der Leitindex Dow Jones Industrial startete 0,35 Prozent tiefer bei 29 295,13 Punkten in den Handel, nachdem am Montag wegen des "Presidents Day" kein Handel stattfand. Wenn auch jeweils nur moderat, würde er so den dritten Handelstag in Folge mit negativem Vorzeichen beenden. Er kam weiter von seinem Rekordniveau über 29 500 Punkten aus der Vorwoche zurück.

Am breiteren Markt sank der S&P 500 um 0,18 Prozent auf 3374,20 Zähler. Die technologielastige Nasdaq-Börse schlug sich trotz eines Kursrutsches bei Apple und davon mitbelasteten Chipwerten etwas besser: Mit Kursgewinnen zum Beispiel bei Tesla als Gegengewicht stand der Auswahlindex Nasdaq 100 dort nur knapp mit 0,06 Prozent im Minus bei 9617,76 Zählern./tih

18.02.2020

Aktien New York Ausblick: Leichtes Minus nach langem Wochenende - Apple im Blick

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts einer Umsatzwarnung des Computerkonzerns Apple dürfte die Wall Street am Dienstag mit leichten Verlusten in den Handel starten. Zudem halten die Sorgen wegen der Folgen der Ausbreitung des Coronavirus an. Die Epidemie der neuen Lungenkrankheit Covid-19 wird sich nach Einschätzung eines Experten in China möglicherweise erst Ende April stabilisieren.

Nach dem durch einen Feiertag verlängertem Wochenende taxierte der Broker IG den US-Leitindex Dow Jones Industrial 0,45 Prozent tiefer bei 29 266 Punkten. Am Freitag waren die wichtigsten Aktienindizes an der Wall Street in der Nähe ihrer Höchststände aus dem Handel gegangen. Am Montag war wegen des Feiertags "Presidents' Day" nicht gehandelt worden.

Apple wird wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gibt es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren wurde als geplant. Zudem war der Absatz von Apple-Geräten in dem Land zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte - und auch die Stores der Firma - zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht wurden. Im vorbörslichen US-Handel fielen die Anteilsscheine um 1,6 Prozent.

Laut Analyst Samik Chatterjee von der US-Bank JPMorgan ändert sich mit Blick auf Apple nichts am langfristigen Szenario. So dürfte es für 5G-fähige iPhones eine große Nachfrage geben.

Die Supermarktkette Walmart legte Quartalszahlen vor. Analyst Christopher Horvers von JPMorgan sah mit Blick auf das nun angepeilte Umsatzwachstum in den USA einige Silberstreifen am Horizont. Die Papiere drehten vorbörslich ins Plus und gewannen zuletzt 1 Prozent.

Der Spezialchemiekonzern Dupont wechselt wegen einer Wachstumsschwäche seine Führungsspitze aus. Verwaltungsratschef Ed Breen wird mit sofortiger Wirkung wieder zusätzlich den Posten als Unternehmenschef übernehmen. Breen war bereits vor der Megafusion von Dupont und Dow Chemical Unternehmens- und Verwaltungsratschef der alten Dupont. Die Anteilsscheine von Dupont legten vorbörslich moderat zu.

Derweil werden in der Vermögensverwalterbranche wohl die Karten neu gemischt: Franklin Resources , der Mutterkonzern des Fondsanbieters Franklin Templeton, will den Wettbewerber Legg Mason schlucken und bietet dafür 50 US-Dollar je Aktie. Die Anteilsscheine von Legg Mason schnellten vorbörslich um rund 23 Prozent auf 50,25 US-Dollar in die Höhe, und auch die Aktionäre von Franklin Resources zeigten sich erfreut: Die Papiere stiegen im vorbörslichen Geschäft um gut 12 Prozent. Aktiv agierende Vermögensverwalter wie Franklin Templeton oder Legg Mason stehen derzeit stark unter Druck, da die Konkurrenz durch die Anbieter kostengünstiger Indexfonds immer stärker wird./la/jha/

18.02.2020

Aktien Frankfurt: Negative Folgen des Coronavirus schlagen durch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Umsatzwarnung von Apple hat die zuletzt euphorischen Dax-Anleger am Dienstag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Rekordjagd, die den deutschen Leitindex am Vortag bis auf 13 795 Punkte getrieben hatte, ist vorerst gestoppt. Am Nachmittag notierte der Dax 0,68 Prozent tiefer auf 13 690,07 Punkten.

Nach dem Anstieg bis auf fast 13 800 Punkte folgten nun erwartungsgemäß kleinere Gewinnmitnahmen, die sich zunächst auch noch bis etwa 13 450 Punkte ausweiten könnten, schrieben die Charttechnik-Experten von Index Radar.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte gab zuletzt um 0,79 Prozent auf 29 084,68 Punkte nach. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone sank um 0,45 Prozent.

Apple wird wegen des Coronavirus in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte der Konzern am Montag mit. Es sei ein Weckruf von Apple für scheinbar unbekümmerte Anleger und eine Mahnung, die Konsequenzen der Epidemie für die Wirtschaft nicht zu unterschätzen, kommentierte dies Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader.

Das Coronavirus hinterließ nun auch seine Spuren in den Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten. Sie trübten sich überraschend deutlich ein, wie der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigte. Auf den Dax übte der ZEW-Index am Dienstag allerdings keinen zusätzlichen Druck mehr aus.

Hierzulande litten Chipwerte wie Infineon , Dialog Semiconductor oder Siltronic mit Abschlägen von bis zu viereinhalb Prozent unter der Apple-Warnung. Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan sprach von der "ersten Warnung eines schwergewichtigen Techkonzerns wegen der Coronavirus-Epidemie". Er hält es nun für wahrscheinlich, dass auch Unternehmen aus der Lieferkette von Apple und zuvorderst Chiphersteller folgen werden.

Die Deutsche Börse stand mit ihren Zahlen für 2019 im Fokus. Der Börsenbetreiber verbuchte einen Rekordgewinn. Bei den geplanten Übernahmen kann der Dax-Konzern auf eine prall gefüllte Kasse zurückgreifen. Die Deutsche Börse habe ihre wichtigsten Ziele ganz aus eigener Kraft erreicht, schrieb Analyst Benjamin Goy von der Deutschen Bank. Anfangs notierten die Papiere im Minus, zuletzt aber mit 0,6 Prozent im Plus.

Aussagen von HeidelbergCement zum vergangenen und zum laufenden Jahr kamen nicht gut an. Die Aktien des Baustoffherstellers verloren am Dax-Ende 2,5 Prozent.

Top-Wert im Leitindex waren RWE mit plus 1,8 Prozent, die damit ihre Gewinnstrecke der vergangenen Wochen fortsetzten. Beobachter führten den Zuwachs zum Teil auf die "Risk-off"-Haltung von Investoren zurück, von der als defensiv geltende Sektoren wie Versorger und Immobilien für gewöhnlich profitieren. Bei RWE komme der Übergang zu einem auf erneuerbare Energie setzenden Stromanbieter hinzu, der die Gewinne antreiben dürfte, hieß es im Handel.

Die Papiere von Thyssenkrupp weiteten ihre Verluste vom Wochenbeginn aus und waren mit minus 5,9 Prozent der größte Verlierer im MDax. Keine Überraschung sei, dass der Industriekonzern die Aufzugsparte an Finanzinvestoren verkauft, schrieb Analyst Christian Obst von der Baader Bank. Allerdings würde sich der Konzern mit einem Komplettverkauf oder dem Verkauf eines Großteils des Segments von einem Gewinnbringer verabschieden.

Eine neue Kaufempfehlung sprach dagegen Warburg Research für die Aktien der Compugroup aus, woraufhin die Papiere des Softwareherstellers 2,2 Prozent gewannen.

Der Immobilienkonzern Patrizia übertraf im vergangenen Jahr beim Ergebnis seine eigene Prognose. Die Titel gewannen an der SDax-Spitze 6,4 Prozent. Das Schlussquartal sei stark gelaufen, schrieb Analyst Kai Klose von der Berenberg Bank. Schlusslicht im SDax waren die Anteile des Stahlhändlers Klöckner & Co mit minus 7,8 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,40 Prozent am Vortag auf minus 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 144,91 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,19 Prozent auf 174,71 Punkte zu.

Der Euro gab etwas nach. Für die Gemeinschaftswährung wurden zuletzt 1,0808 Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,0835 Dollar festgesetzt./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

18.02.2020

Aktien Frankfurt: Verluste nach Apple-Umsatzwarnung - Virus-Folgen im Blick

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Umsatzwarnung von Apple hat die zuletzt euphorischen Dax-Anleger am Dienstag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Rekordjagd, die den deutschen Leitindex am Vortag bis auf 13 795 Punkte getrieben hatte, ist vorerst gestoppt. Zuletzt ging es für den Dax um 0,63 Prozent auf 13 696,41 Punkte abwärts.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte ging es gegen Mittag um 0,62 Prozent auf 29 135,12 Punkte nach unten. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone sank um 0,42 Prozent.

Apple wird wegen des Coronavirus in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte der Konzern am Montag mit. Es sei ein Weckruf von Apple für scheinbar unbekümmerte Anleger und eine Mahnung, die Konsequenzen der Epidemie für die Wirtschaft nicht zu unterschätzen, kommentierte dies Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader.

Der US-Konzern war mit Rekordgewinnen zuletzt einer der Hauptantreiber der Kurs-Rally an der Wall Street. Ende Januar war der Kurs des iPhone-Herstellers auf ein Rekordhoch gestiegen.

Das Coronavirus hinterließ nun auch seine Spuren in den Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten. Sie trübten sich überraschend deutlich ein, wie der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigte. Auf den Dax übte der ZEW-Index am Dienstag allerdings keinen zusätzlichen Druck mehr aus.

Hierzulande litten Infineon als einer der schwächsten Werte im Dax mit minus 1,6 Prozent unter der Apple-Warnung. Dialog Semiconductor und Siltronic sackten im MDax um teils mehr als 4 Prozent ab. Für einen Händler war die Warnung zwar "keine komplette Überraschung", doch könnte sie "Schockwellen durch die Technologiewelt senden".

Varta fanden keine klare Richtung. Zuletzt schlugen sie sich mit plus 0,2 Prozent wacker. Der Batterienhersteller, der als Lieferant für die kabellosen Kopfhörer der Amerikaner gilt, hatte am Vortag Jahreszahlen vorgelegt und damit die Börsianer überzeugt.

Die Anteile der Deutschen Börse drehten ins Plus mit zuletzt 0,7 Prozent. Der Börsenbetreiber profitierte 2019 von der anhaltend hohen Nachfrage nach Absicherung von Risiken, dem regen Handel an den Finanzmärkten und auch von Übernahmen. Allerdings enttäuschte die Dividende. Analyst Martin Price von Jefferies schrieb in einer aktuellen Studie, starke Erlöse seien im Schlussquartal von unerwartet hohen Kosten ausgeglichen worden.

Aussagen von HeidelbergCement zum vergangenen und zum laufenden Jahr kamen nicht gut an. Die Aktien des Baustoffherstellers verloren gut 2 Prozent.

Die Papiere von Thyssenkrupp weiteten ihre Verluste vom Wochenbeginn aus und waren mit minus 6,2 Prozent der größte Verlierer im MDax. Keine Überraschung sei, dass der Industriekonzern die Aufzugsparte an Finanzinvestoren verkauft, schrieb Analyst Christian Obst von der Baader Bank. Allerdings würde sich der Konzern mit einem Komplettverkauf oder dem Verkauf eines Großteils des Segments von einem Gewinnbringer verabschieden.

Der Immobilienkonzern Patrizia übertraf im vergangenen Jahr beim Ergebnis seine eigene Prognose. Die Titel gewannen 3,7 Prozent dazu. Das Schlussquartal sei stark gelaufen, schrieb Analyst Kai Klose von der Berenberg Bank in einer Studie. Der Experte lobte die weitere Stärkung der Kundenbasis und nannte den Ausblick auf 2020 konservativ.

Das Bankhaus Metzler strich seine Kaufempfehlung für die Papiere von Krones . Die Anteile des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen rutschten um 3,6 Prozent ab. Eine neue Kaufempfehlung sprach dagegen Warburg Research für die Aktien der Compugroup aus, woraufhin die Papiere des Softwareherstellers Prozent 1,8 gewannen./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

18.02.2020

Kontroverse über Zeitpunkt von Neuwahlen in Thüringen

ERFURT (dpa-AFX) - Zwischen Linke, SPD und Grünen sowie der CDU gibt es Meinungsverschiedenheiten über den Zeitpunkt einer Neuwahl in Thüringen. Vor einem erneuten Treffen der vier Parteien zur Beilegung der Regierungskrise machte die CDU-Fraktion am Dienstagabend deutlich, dass eine Neuwahl erst der letzte Schritt nach der Bildung einer Übergangsregierung mit der ehemaligen CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht an der Spitze sein sollte.

Ex-Regierungschef Bodo Ramelow hatte dagegen vorgeschlagen, noch vor einer Wahl Lieberknechts sollte der Weg für Neuwahlen freigemacht werden. In den Verhandlungen mit der CDU sei noch "viel Musik", sagte ein Vertreter der SPD. Ob die Gespräche an der Frage des Zeitpunkts für Neuwahlen scheitern oder ob ein Kompromiss möglich ist, blieb zunächst offen.

Für eine Neuwahl ist im Landtag eine Zwei-Drittel-Mehrheit der 90 Abgeordneten nötig. Linke, SPD und Grüne kommen zusammen nur auf 42 Sitze im Parlament, die CDU hat 21./ro/DP/he

18.02.2020

SPD-Spitze kritisiert CDU-Verhalten in Thüringer Regierungskrise

BERLIN/ERFURT (dpa-AFX) - Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben das CDU-Vorgehen in der Thüringer Regierungskrise kritisiert. "Das Verhalten der CDU in Thüringen ist prinzipienlos und überheblich", erklärte Walter-Borjans am Dienstagabend. Jedes Zuwarten und jede Verzögerung ohne eine handlungsfähige Landesregierung untergrabe das Vertrauen in die Demokratie. "Nach den jüngsten Erfahrungen sollten die Wählerinnen und Wähler mit schnellen Neuwahlen - wie von Thüringens SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee von Anfang an vorgeschlagen - wieder für eine handlungsfähige, demokratische Regierungsmehrheit sorgen." Esken mahnte die Einhaltung der Ergebnisse des jüngsten Koalitionsausschusses durch die Bundespartei an.

Union und SPD hatten nach dem Treffen vom 8. Februar gemeinsam verlangt, dass umgehend ein neuer Ministerpräsident im thüringischen Landtag gewählt wird. Unabhängig davon müsse es baldige Neuwahlen geben.

Die Thüringer CDU-Fraktion war zuvor nur teilweise auf Vorschläge von Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eingegangen. Diese sehen vor den Landtag aufzulösen, Christine Lieberknecht (CDU) an die Spitze einer kleinen Übergangsregierung zu wählen und damit den Weg für schnelle Neuwahlen zu ebnen. Die CDU-Fraktion signalisierte, sie habe an einer zügigen Neuwahl kein Interesse. Fraktionschef Mike Mohring sagte, für Stabilität brauche es eine Übergangsregierung, die "vollständig besetzt und parteiübergreifend von berufenen Experten bestellt wird"./seb/DP/he

18.02.2020

ROUNDUP: Heftiger Widerstand des EU-Parlaments gegen neuen Haushalts-Vorschlag

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der Widerstand gegen den jüngsten Vorschlag für den milliardenschweren Haushaltsplan der EU ist ungebrochen. "Wir sind noch weit von einem akzeptablen Vorschlag entfernt", sagte der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, am Dienstag nach einem Treffen zwischen Vertretern des Parlaments und EU-Ratschef Charles Michel. "Im Moment trennen uns 230 Milliarden Euro."

Der Fraktionschef der konservativen EVP, Manfred Weber, sagte nach dem Treffen, der neue Vorschlag Michels bleibe sowohl hinter den Erwartungen des Europaparlaments als auch hinter den Erwartungen der europäischen Bürger zurück. Dem Entwurf fehle es an Ambitionen und die Prioritäten der EU ließen sich damit nicht umsetzen.

Auch die Vorsitzende der Sozialdemokraten im Europaparlament, Iratxe García, äußerte nach dem Treffen deutliche Bedenken: "Wir werden nicht akzeptieren, dass es bei diesen Verhandlungen Gewinner und Verlierer gibt." Die vier größten Fraktionen seien sich darin einig, dass jeder Vorschlag, der nicht die nötigen Maßnahmen für die Bürger vorsehe, abgelehnt werde.

Bereits am Montag hatten die EU-Staaten den jüngsten Michel-Vorschlag in aller Deutlichkeit zurückgewiesen. Die Minister aus den 27 Ländern forderten bei der ersten Debatte über das neue Kompromisspapier Nachbesserungen.

Michel hatte am Freitag einen Mehrjährigen Finanzrahmen vorgelegt, der gut eine Billion Euro für die Jahre 2021 bis 2027 vorsieht. Dafür sollten die EU-Staaten 1,074 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die EU-Kasse einzahlen. Das Parlament hatte wiederholt 1,3 Prozent gefordert. Am Donnerstag kommen die EU-Staats- und Regierungschefs wegen des Haushalts zu einem Sondergipfel nach Brüssel./wim/DP/fba

18.02.2020

Kramp-Karrenbauer spricht mit Spahn und Laschet über CDU-Vorsitz

BERLIN (dpa-AFX) - Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will am Mittwoch in Einzelgesprächen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn über das weitere Vorgehen bei der Neubesetzung von Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur sprechen. Beide haben sich noch nicht öffentlich geäußert, ob sie sich um eines der Ämter bewerben wollen.

Am Dienstag hatte Kramp-Karrenbauer mehr als eine Stunde mit Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz über die anstehenden Entscheidungen gesprochen. Inhalte des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt. Aus dem Umfeld von Merz hatte es vergangene Woche geheißen, Merz sei zu einer Kandidatur für den Parteivorsitz entschlossen.

Am Dienstag hatte der CDU-Außenpolitiker und Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen seine Kandidatur als CDU-Vorsitzender angekündigt. Auch mit ihm will Kramp-Karrenbauer reden. Neben Röttgen haben sich nach Angaben aus der CDU zwei weitere Parteimitglieder offiziell um den Vorsitz beworben. Ihre Namen sollen aber vertraulich bleiben, solange sie sich nicht selbst äußerten./rm/bk/DP/fba

18.02.2020

ROUNDUP 5: Röttgen erklärt Kandidatur - 'Es geht um Positionierung der CDU'

(Im 5. Absatz wurden aktuelle Äußerungen von Laschet eingefügt)

BERLIN (dpa-AFX) - Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat völlig überraschend seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz angekündigt und damit die bisherigen Favoriten überrascht. Der CDU-Außenpolitiker teilte am Dienstag mit, er habe seine Bewerbung am Morgen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer in einer Mail mitgeteilt und später mit ihr darüber gesprochen. Röttgen mahnte eine Entscheidung über den Parteivorsitz bis zum Sommer und eine Klärung der Kanzlerkandidatur zusammen mit der CSU bis zum Jahresende an. Angela Merkel solle bis zum Ende der Wahlperiode 2021 Kanzlerin bleiben.

Es gehe jetzt nicht allein um eine Personalentscheidung für den Parteivorsitz. "Es geht um die politische - also personelle und inhaltliche - strategische Positionierung der CDU", betonte Röttgen. "Es geht um die Zukunft der CDU. Und es geht um die christlich-demokratische Idee von der Zukunft unseres Landes." Davon habe er seit der Rückzugsankündigung von Kramp-Karrenbauer wenig gehört. "Und darum kandidiere ich."

Gefragt nach der Dauer der Kanzlerschaft Merkels sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags: "Die Bundeskanzlerin ist gewählt, und wird nach meiner Einschätzung, übrigens auch nach meinem Willen bis zum Ende der Legislaturperiode Bundeskanzlerin bleiben."

Als aussichtsreiche Aspiranten für den CDU-Vorsitz waren bisher NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gehandelt worden. Aus dem Umfeld von Merz hatte es geheißen, dass er zur Kandidatur entschlossen sei. Eine offizielle Bewerbung gibt es von ihm bislang aber ebenso wenig wie von Laschet und Spahn.

Laschet machte sich nach Röttgens Ankündigung erneut für eine Teamlösung stark. "Es bleibt dabei: Eine starke Mannschaftsaufstellung der Union mit CDU und CSU ist nötiger denn je", sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Das entspricht dem Wunsch der Mitglieder und der Verantwortung der Union als Ganzes für Deutschland." Kramp-Karrenbauer "hat jede Unterstützung, einen Vorschlag zu entwickeln, wann und wie CDU und CSU ihr programmatisches und personelles Angebot unterbreiten".

Kramp-Karrenbauer hatte angekündigt, mit allen Interessenten für den Parteivorsitz Einzelgespräche über das weitere Vorgehen zu führen. Mit Merz traf sie sich am Dienstag, während Röttgen seine Pläne in der Bundespressekonferenz erläuterte. "Es war ein sehr gutes Gespräch", teilte Merz nach dem mehr als einstündigen Treffen in der CDU-Zentrale mit. An diesem Mittwoch will Kramp-Karrenbauer mit Laschet und Spahn zu getrennten Gesprächen zusammenkommen.

Neben Röttgen haben sich zwei weitere CDU-Mitglieder schriftlich für den Vorsitz beworben. Ihre Namen blieben aber so lange vertraulich, wie sie sich nicht selbst äußerten, hieß es am Dienstag aus der CDU.

Auf die Frage, ob er für die zuletzt in CDU-Kreisen diskutierte Teamlösung sei, antwortete Röttgen: "Alle sind immer für Team, ich auch - wie sollte man auch dagegen sein." Er habe aber den Verdacht, dass in diesem Falle das Team dazu dienen solle, die Interessen Einzelner unter einen Hut zu bringen. Zugleich betonte er, das bisherige Verfahren der Kandidatensuche habe ihn "nicht überzeugt".

Er halte es für unvorstellbar, dass sich die CDU des Jahres 2020 ungeachtet aller drängenden Probleme auf nationaler und internationaler Ebene bis Dezember nur mit ihrer Personalfrage beschäftige. "Darum ist meine Meinung, dass wir das bis zur Sommerpause - ich finde sogar ein bisschen: deutlich vor der Sommerpause - auf einem Sonderparteitag zu entscheiden haben."

Röttgen betonte, die CDU sei eine Partei der Mitte, die klare Grenzen zur AfD und zur Linkspartei ziehen müsse. Beide Parteien seien aber nicht gleichzusetzen. Die AfD trage mit ihrem "nationalistischen Denken" zum Unfrieden in die Gesellschaft bei. Die Linke habe noch nicht begonnen, das Erbe der SED-Vergangenheit aufzuarbeiten. Sie distanziere sich nicht eindeutig vom Linksextremismus. Und sie sei außenpolitisch eine treue Unterstützerin der Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Röttgen kritisierte indirekt die aktuelle Parteiführung und Regierung Merkels. Die CDU müsse ökologische Glaubwürdigkeit im allgemeinen und klimapolitische Glaubwürdigkeit im besonderen zurückgewinnen. "Wenn wir das nicht tun, droht uns als Partei mindestens eine ganze Generation verloren zu gehen", warnte er. "Wahlentscheidend für die CDU wird sein, dass wir über Zukunftskompetenz verfügen. Und es ist ganz einfach: Ohne ökologische Kompetenz gibt es keine Zukunftskompetenz."

Der Außenpolitiker forderte, frühzeitiger auf absehbare Krisen - wie aktuell die Vertreibung von fast einer Million Syrer in der Provinz Idlib - zu reagieren. Sollte er CDU-Chef werden, wolle er zwischen Ost- und Westdeutschen einen Dialog auf Augenhöhe über das Funktionieren der Demokratie in Gang bringen. Röttgen setzte sich auch für eine Entlastung der Mittelschicht ein: "Wenn Normalverdiener bei zweistelligen Steuerüberschüssen den Spitzensteuersatz zahlen, stimmt etwas nicht im System."

Röttgen war von Oktober 2009 bis Mai 2012 Bundesumweltminister. 2010 setzte er sich in Nordrhein-Westfalen im Ringen um den CDU-Landesvorsitz in einer Mitgliederbefragung gegen Laschet durch. Dann trat er als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2012 an und verlor gegen SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Merkel warf ihn aus ihrem Bundeskabinett, als er sich weigerte, als Oppositionsführer nach Düsseldorf zu wechseln./sk/DP/fba

18.02.2020

ROUNDUP: Altmaier will Zusammenarbeit mit Russland trotz Sanktionen stärken

BERLIN (dpa-AFX) - Trotz der EU-Sanktionen gegen Russland aufgrund des Ukraine-Konflikts setzt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf einen Ausbau der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Bei einer Russland-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Berlin betonte er am Dienstag, "dass wir zum ersten Mal seit einigen Jahren in den großen politischen Fragen wieder Hoffnung empfinden". Der CDU-Politiker verwies vor allem auf die Fortschritte im Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen in der Ostukraine, zu dem es im Dezember zum ersten Mal seit drei Jahren wieder ein Gipfeltreffen gegeben hatte.

Die Bundesregierung sei vor diesem Hintergrund "entschlossen und gewillt", die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland auszubauen. Altmaier bedauerte, dass es nun zusätzliche Sanktionen der USA gebe, die sich gegen die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 richten. Zu den von der Europäischen Union verhängten Sanktionen äußerte er sich nicht. Die EU hatte ihre Strafmaßnahmen gegen Russland trotz der Wiederbelebung des Friedensprozesses für die Ostukraine im Dezember bis Ende Juli 2020 verlängert.

Altmaier betonte, dass es eine wachsende Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen in Russland gebe und plädierte für eine Intensivierung des Dialogs zwischen beiden Ländern. Er kündigte an, dass dafür eine deutsch-russische Arbeitsgruppe zur Energiepolitik eingesetzt werde. Der Bedarf an Erdgas werde wegen der Abschaltung von Kernkraft- sowie Kohlekraftwerken wachsen. "Das ist auch der Grund, warum es eine Rechtfertigung für Nord Stream 2 gibt." Die USA und osteuropäische Länder lehnen die Pipeline ab, weil sie eine zu starke Abhängigkeit von russischem Gas befürchten. Der US-Kongress hat im Dezember ein Gesetz beschlossen, dass Sanktionen gegen die Pipeline enthält. Nord-Stream-Befürworter werfen den USA vor, dass es ihnen nur um den Verkauf ihres Flüssiggases nach Europa geht.

Anders als Altmaier plädierte der CDU-Politiker und Kandidat für den Parteivorsitz, Norbert Röttgen, für weiteren wirtschaftlichen Druck auf Russland - allerdings nicht mit Blick auf die Ukraine, sondern auf Syrien und die russische Beteiligung an der Offensive auf Idlib. Das "Wegschauen des Westens" sei "eine Schande" und widerspreche deutschen Sicherheitsinteressen, sagte Röttgen, der auch Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages ist, der "Bild"-Zeitung. "Wenn die Verbrechen weitergehen, muss es Sanktionen gegen Russland geben. (...) Das, was jetzt nötig ist, ist maximaler politischer und wirtschaftlicher Druck auf Russland, die Bombardierung der Zivilbevölkerung einzustellen."/mfi/DP/fba

18.02.2020

ROUNDUP: CDU geht auf Ramelows Vorschlag teils ein - und stellt Forderungen

ERFURT (dpa-AFX) - Im Ringen um einen Weg aus der Regierungskrise in Thüringen kommt Bewegung: Die Thüringer CDU-Fraktion ist teilweise auf einen Vorschlag von Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eingegangen, Christine Lieberknecht (CDU) an die Spitze einer Übergangsregierung zu setzen. Für Stabilität brauche es eine Regierung des Übergangs, sagte CDU-Landespartei- und Fraktionschef Mike Mohring am Dienstag in Erfurt. "Wir begrüßen, dass Bodo Ramelow vorgeschlagen hat für so eine Regierung, Christine Lieberknecht, vorzuschlagen", sagte Mohring.

Ramelows Vorschlag greife aber zu kurz. "Wir finden, um diese Stabilität zu erreichen, braucht es eine Regierung, die vollständig besetzt und parteiübergreifend von berufenen Experten bestellt wird", sagte Mohring. Ramelows Angebot lautete, den Landtag aufzulösen, Lieberknecht zu wählen und damit den Weg für schnelle Neuwahlen zu ebnen. Lieberknecht sollte dafür drei Minister aus den Reihen von Rot-Rot-Grün erhalten.

Laut Mohring stehe aus CDU-Sicht zunächst eine stabile Regierungsarbeit und ein Haushalt für 2021 im Vordergrund. Der 48-Jährige sagte, dass ein solcher Haushalt von einer Übergangsregierung nicht nur aufgestellt, sondern auch vom aktuellen Landtag beschlossen werden müsste.

Zuvor hatte die Linke-Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow betont, gesagt, dass der Haushalt schon vom nächsten Landtag - nach einer Neuwahl - beschlossen werden müsste.

Die CDU erklärte, eine Regierung mit parteiübergreifenden Experten könnte dafür sorgen, dass für 2021 ein Thüringer Haushalt aufgestellt wird. Sei der unter Dach und Fach und das Land damit auch im kommenden Jahr handlungsfähig, seien Neuwahlen möglich. Die CDU sehe darin einen Weg zu Stabilität, den "überhastete Neuwahlen" nicht bringen würden, sagte ein Abgeordneter.

Thüringens CDU-Vize-Chef Mario Voigt sagte, Lieberknecht werde über Parteigrenzen hinweg akzeptiert und respektiert. "Wir glauben, Christine Lieberknecht ist eine Brückenbauerin."

Die 61-jährige Lieberknecht war von 2009 bis 2014 Regierungschefin in Thüringen und führte damals eine Koalition von CDU und SPD an. Nach der Landtagswahl 2014 entschied sich die SPD für ein Bündnis mit den Linken und den Grünen. So kam es zum Machtwechsel, obwohl die CDU damals stärkste Fraktion im Landtag blieb. Lieberknecht wird schon seit vielen Jahren ein gutes Verhältnis zu Ramelow nachgesagt.

Bei Ramelows Wunschkoalitionspartnern SPD und Grüne stieß sein Vorschlag, Lieberknecht an die Spitze einer Übergangsregierung zu setzen, auf Zustimmung. Auch von seiner Partei im Bund erhielt Ramelow Rückendeckung. Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger appellierte an die Thüringer CDU, die vorgeschlagene Übergangsregierung unter Lieberknecht zu unterstützen. Das sei "der beste und intelligenteste Vorschlag", um zügig zu Neuwahlen zu kommen, erklärte Riexinger. Grünen-Chef Robert Habeck nannte den Vorschlag "sinnvoll". "Er kann die Tür öffnen, um aus der Regierungskrise zu kommen und geordnete Neuwahlen zu ermöglichen", sagte Habeck.

Bislang steckte die CDU in einem Dilemma. Sie ist an einen Parteitagsbeschluss gebunden, der eine Koalition oder ähnliche Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch der Linken ausschließt. Sie will deshalb den Linken Ramelow nicht zum Ministerpräsidenten wählen. Ramelow, dessen rot-rot-grünes Bündnis keine Mehrheit hat, bestand aber bislang darauf, mit absoluter Mehrheit ins Amt gewählt zu werden, um nicht von AfD-Stimmen abhängig zu sein - also mit Hilfe der CDU oder der FDP. Zuvor war der FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit Stimmen von AfD, CDU und FDP zum Ministerpräsidenten gewählt worden, nach bundesweiter Empörung aber zurückgetreten. Er ist noch geschäftsführend im Amt.

Linke, CDU, SPD und Grüne wollten die bisherigen Vorschläge am Dienstagabend bei einem gemeinsamen Treffen besprechen./htz/DP/fba

18.02.2020

Laschet pocht auf gemeinsame Mannschafts-Aufstellung von CDU und CSU

BERLIN (dpa-AFX) - NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat sich in der Diskussion über den künftigen CDU-Vorsitz und einen Kanzlerkandidaten der Union erneut für eine Teamlösung stark gemacht. "Es bleibt dabei: Eine starke Mannschafts-Aufstellung der Union mit CDU und CSU ist nötiger denn je", sagte er am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Das entspricht dem Wunsch der Mitglieder und der Verantwortung der Union als Ganzes für Deutschland." Zuvor hatte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen überraschend seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz angekündigt. Laschet gilt als einer der aussichtsreichen Kandidaten für den Parteivorsitz.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer "hat jede Unterstützung, einen Vorschlag zu entwickeln, wann und wie CDU und CSU ihr programmatisches und personelles Angebot unterbreiten", sagte Laschet. Kramp-Karrenbauer will die CDU-Spitze am Rosenmontag über den Stand ihrer Gespräche zu den Personalfragen unterrichten. Am Dienstag hatte sie sich mit Merz getroffen, an diesem Mittwoch sind Beratungen mit Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn geplant. Offiziell haben bislang weder Merz noch Laschet oder Spahn ihre Kandidatur für den CDU-Vorsitz angekündigt.

Ex-Bundesumweltminister Röttgen hatte am Dienstag überraschend seine Kandidatur angekündigt. Er mahnte eine Entscheidung über den Parteivorsitz bis zum Sommer und eine Klärung der Kanzlerkandidatur zusammen mit der CSU bis zum Jahresende an./bk/DP/fba

18.02.2020

Spaniens neue Linksregierung stärkt Rechte der Arbeiter

MADRID (dpa-AFX) - Die neue linke Regierungskoalition in Spanien setzt ihr Versprechen der Stärkung der Arbeitnehmerrechte in die Tat um. Knapp eineinhalb Monate nach der Amtseinführung der neuen Regierung wurde ein Artikel des Arbeitsrechts außer Kraft gesetzt, der bisher die fristlose Kündigung wegen häufiger Krankschreibungen ermöglichte. Die am Dienstag per Gesetzesdekret beschlossene Maßnahme werde schon am Mittwoch in Kraft treten, erklärte Arbeitsministerin Yolanda Díaz vor Journalisten.

Der umstrittene "Artículo 52d" war seit den 1980er Jahren in Kraft und zuletzt 2012 von der konservativen Regierung von Mariano Rajoy inmitten der Wirtschaftskrise erneut verschärft worden. Arbeitnehmer, die an zwei aufeinanderfolgenden Monaten 20 Prozent der Zeit nicht an ihrem Arbeitsplatz waren, durften bisher selbst bei Vorlage eines Attestes entlassen werden. Sogar eine Operation schützte vor Kündigung nicht. Nach Regierungsangaben waren in der Praxis vor allem Mitarbeiter von Call-Centern betroffen.

"Niemand wird mehr wegen Krankheit gefeuert werden können", sagte die Ministerin nach der wöchentlichen Kabinettssitzung. Man habe ein Übel abgeschafft. Díaz betonte, man werde wie versprochen auch weitere Teile der Arbeitsmarktreform von 2012 rückgängig machen. "Wir fangen bei den dringendsten Dingen an", betonte sie.

Bereits im Januar hatte die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez eine Erhöhung des Mindestlohns um 5,5 Prozent auf 1108 Euro pro Monat rückwirkend zum 1. Januar bekanntgegeben. Das sei aber nur ein "kleiner Schritt" im Kampf gegen die Ungleichheit, hieß es. Der Anstieg werde zwei Millionen Bürgern zugute kommen./er/DP/fba

18.02.2020

Heftiger Widerstand des EU-Parlaments gegen neuen Haushalts-Vorschlag

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der Widerstand gegen den jüngsten Vorschlag für den milliardenschweren Haushaltsplan der EU hält ungebrochen an. Das neue Papier von EU-Ratschef Charles Michel bleibe sowohl hinter den Erwartungen des Europaparlaments als auch hinter den Erwartungen der europäischen Bürger zurück, sagte der Fraktionschef der konservativen EVP, Manfred Weber, am Dienstag nach einem Treffen zwischen Michel und Vertretern des Parlaments. Dem Entwurf fehle es an Ambitionen und die Prioritäten der EU ließen sich damit nicht umsetzen.

Auch die Vorsitzende der Sozialdemokraten im Europaparlament, Iratxe García, äußerte nach dem Treffen deutliche Bedenken: "Wir werden nicht akzeptieren, dass es bei diesen Verhandlungen Gewinner und Verlierer gibt." Die vier größten Fraktionen seien sich darin einig, dass jeder Vorschlag, der nicht die nötigen Maßnahmen für die Bürger vorsehe, abgelehnt werde.

Bereits am Montag hatten die EU-Staaten den jüngsten Michel-Vorschlag in aller Deutlichkeit zurückgewiesen. Minister aus den 27 Ländern forderten bei der ersten Debatte über das neue Kompromisspapier Nachbesserungen.

Michel hatte am Freitag einen Mehrjährigen Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 vorgelegt, der gut eine Billion Euro für die nächste Finanzperiode vorsieht. Dafür sollten die EU-Staaten 1,074 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die EU-Kasse einzahlen. Das Parlament hatte wiederholt 1,3 Prozent gefordert. Am Donnerstag kommen die EU-Staats- und Regierungschefs wegen des Haushalts zu einem Sondergipfel nach Brüssel./wim/DP/he

18.02.2020

AKTIE IM FOKUS 3: Apple belastet von Umsatzwarnung - Sorgen um Coronavirus

(durchgehend aktualisiert)

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Nach einer Umsatzwarnung infolge der Coronavirus-Epidemie haben die Aktien von Apple am Dienstag an den US-Börsen die negative Richtung vorgegeben. Für die Papiere ging es im Dow Jones Industrial , der um 0,7 Prozent fiel, zuletzt als Schlusslicht um 2,2 Prozent bergab auf 317,80 US-Dollar. Zuletzt hatten sie sich über der Marke von 320 Dollar auf einem Rekordniveau bewegt.

Apple hatte am Vorabend gewarnt, wegen des Coronavirus in China seine erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal zu verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant. Zudem war der Absatz von Apple-Geräten in dem Land zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht waren.

Davon in Mitleidenschaft gezogen wurde die ganze Chipbranche, für die Apple nicht nur als wichtiger Kunde, sondern auch als Stimmungsbarometer gilt. Aktien von Broadcom , Qualcomm oder Intel zum Beispiel fielen um 1,5 bis 2,1 Prozent. Unter den Branchenausrüstern sackten Applied Materials oder Lam Research sogar um bis zu 3,8 Prozent ab.

Der Ausblick des iPhone-Herstellers sei ein Weckruf für scheinbar unbekümmerte Anleger und eine Mahnung, die Konsequenzen der Epidemie für die Wirtschaft nicht zu unterschätzen, kommentierte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader die von Apple ausgelöste Schwäche an den Weltbörsen.

Allerdings entwickelte sich der technologielastige Index Nasdaq 100 , der üblicherweise von Apple stark beeinflusst wird, besser als die Standardwerte an der Wall Street. Mit Kursgewinnen zum Beispiel bei Tesla als Gegengewicht gab der Auswahlindex der Nasdaq-Börse nur leicht um 0,05 Prozent nach.

Laut Toni Sacconaghi von Bernstein Research kann die Frage, ob die Indizien auch für schwache Folgequartale sprechen, derzeit kaum beantwortet werden. Die Aussagen von Apple unterstrichen aber das Geschäftsmodell mit einer starken Abhängigkeit von China. Er hielt es in einem ersten Kommentar für möglich, dass die Aktie wegen der Nachrichten zunächst ihrer zuletzt gestiegenen Bewertung Tribut zollen muss.

Für Neil Wilson von Markets.com ist es völlig unverständlich, wie überhaupt jemand von dieser Entwicklung überrascht sein könne. Es sei klar gewesen, dass es infolge des Coronavirus Einschnitte bei Produktion und Konsum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geben werde. Apple sei hier der Indikator für die zukünftige Entwicklung der Gewinne der davon betroffenen Firmen.

Unter Analysten sieht man die Nachrichten sonst aber meist recht entspannt. Diese seien "nicht schön, aber kein Beinbruch und angesichts menschenleerer Straßen in China auch keine große Überraschung", erklärte Experte Ingo Wermann von der DZ Bank. Für Samik Chatterjee von der US-Bank JPMorgan ändert sich nichts am langfristigen Szenario. So dürfte es für 5G-fähige iPhones eine große Nachfrage geben./ssc/bek/jha/tih/fba

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

18.02.2020

AKTIE IM FOKUS: Walmart steigen trotz mäßigem Ausblick - Licht am Horizont

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien von Walmart haben es am Dienstag nach den vorgelegten Quartalszahlen auf die positive Seite im Dow Jones Industrial geschafft. Während der US-Leitindex beeinträchtigt von den Sorgen um den Coronavirus in China um 0,75 Prozent fiel, gehörten die Papiere des Handelskonzerns mit 1,1 Prozent zu den größten unter lediglich vier Gewinnern.

Dabei hatte es vorbörslich über weite Strecken noch nach einem schwachen Handelstag für die Walmart-Aktionäre ausgesehen. In der Spitze schafften es die Aktien dann aber bei knapp 120 Dollar auf den höchsten Stand seit Weihnachten. Zuletzt wurden sie zu 119,20 Dollar gehandelt.

Die US-Supermarktkette hat zwar im vergangenen Weihnachtsgeschäft eher enttäuscht, am Markt wurde der Ausblick in den derzeitigen unsicheren Zeiten aber als "robust" wenn auch "mäßig" bewertet. Analyst Christopher Horvers von JPMorgan sah "einige Silberstreifen am Horizont". Die Aussagen bezüglich des neuen Geschäftsjahres seien zwar etwas unter den Markterwartungen, stellten ihn selbst aber mindestens zufrieden. Teilweise seien sie sogar besser als bisher von ihm in Aussicht gestellt.

Simeon Gutman von Morgan Stanley bezeichnete den Ausblick derweil als "in Ordnung". Für das laufende Geschäftsjahr peilt Walmart-Chef Dough McMillon einen Gewinn je Aktie von 5,00 bis 5,15 Dollar an. Im abgelaufenen Jahr hatte der Handelskonzern einen bereinigten Gewinn von 4,93 Dollar je Aktie erreicht. Vom Ergebnis zum vierten Quartal zog Gutman derweil ein "respektables" Fazit.

Scot Ciccarelli vom Analysehaus RBC sprach zwar von einem recht schwachen vierten Quartal, er betonte aber zugleich auch die schon gedämpfter gewordenen Erwartungen. In den drei Monaten bis Ende Januar hatte Walmart ein Umsatzplus von 2,1 Prozent auf 141,7 Milliarden Dollar verbucht. Das Unternehmen selbst sprach von einer nur "schwachen Nachfrage" in der Vorweihnachtszeit./tih/he

18.02.2020

AKTIEN IM FOKUS 2: Umsatzwarnung von Apple belastet Zulieferer

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Umsatzwarnung des Technologie-Giganten Apple hat am Dienstag die Aktienkurse der Zulieferer unter Druck gesetzt. Wegen der Coronavirus-Epidemie gibt es beim iPhone Lieferengpässe in China und zudem schwächelt dort auch der Absatz von Apple-Geräten. Die erst Ende Januar veröffentlichte Umsatzprognose für das erste Geschäftsquartal wurde daher kassiert. Aufgrund der Virusrisiken war sie ohnehin ungewöhnlich breit gesteckt worden. Neue Ziele nannte der iPhone-Hersteller nicht.

Das sorgte nicht nur für einen dreiprozentigen Kursverlust der Apple-Aktie in den USA. Die Zulieferer gaben ebenfalls nach. Die Papiere von Infineon , der unter anderem Halbleiterprodukte und Chipgehäuse herstellt, verloren 2,2 Prozent und waren damit einer der schwächeren Werte im deutschen Leitindex.

Im MDax büßten die Aktien des Zulieferers Dialog Semiconductor 4,5 Prozent ein und zogen auch die Papiere des Waferherstellers Siltronic mit nach unten. Diese verloren 3,4 Prozent. Der Batteriehersteller Varta profitierte indes weiter von den am Vortag vorgelegten starken Quartalszahlen und dem zuversichtlichen Ausblick. Nach einem Kursplus von fast 8 Prozent am Montag hielt sich die Aktie stabil. Varta stellt unter anderem Lithium-Ionen-Knopfzellen für kabellose Kopfhörer wie AirPods her.

Im SDax büßten die Titel des Chipanlagenbauers Aixtron 3,7 Prozent ein, und außerhalb der Dax-Familie gaben die Anteile des ebenfalls als Zulieferer geltenden Manz moderat nach. Der Maschinenbauer stellt etwa Anlagen zur Fertigung von Touch-Displays her und ist auch ins Batteriegeschäft eingestiegen.

In Paris litten STMicro mit einem Abschlag von 1,2 Prozent unter der Umsatzwarnung des US-Konzerns und in der Schweiz büßten die Anteile des Chipherstellers und Apple-Zulieferers AMS 1,8 Prozent ein.

Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader nannte die Umsatzwarnung "einen Weckruf von Apple für scheinbar unbekümmerte Anleger". Zudem sei dies eine Mahnung, die Konsequenzen der Epidemie für die Wirtschaft nicht zu unterschätzen.

Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan sprach nach der von Apple kassierten Quartalsprognose von der "ersten Warnung eines schwergewichtigen Techkonzerns wegen der Coronavirus-Epidemie". Er hält es nun für wahrscheinlich, dass auch Unternehmen aus der Lieferkette von Apple und zuvorderst Chiphersteller folgen werden. Unternehmen wie STMicro, Infineon, AMS dürften zu den ersten zählen, die ein schwächelndes Geschäft signalisieren könnten, da die Lagerbestände von Chips wegen der Produktionsunterbrechungen in China stiegen, erläuterte er. Denn spätestens jetzt dürften auch sie damit beginnen, die Auswirkungen des Corona-Virus auf ihr laufendes Quartal zu quantifizieren. Der Experte verwies darauf, dass Dialog Semiconductor und AMS besonders stark von Apple abhängig seien, aber auch STMicro sei betroffen

Laut Marktanalyst Stephen Innes vom Broker Axicorp könnte die "Party" an den Börsen womöglich nun sogar zu Ende gehen: "Apple ist eine der ganz großen Wachstumsaktien, die die Märkte in der Vergangenheit nach oben getrieben hat".

Ingo Wermann von der DZ Bank indes gibt sich gelassen. Das Verfehlen der Umsatzprognose sei zwar "nicht schön", aber auch kein Beinbruch. Angesichts menschenleerer Straßen in chinesischen Großstädten dürfte die Umsatzwarnung auch kaum überrascht haben. Sollte die Verbreitung des Corona-Virus relativ schnell eingedämmt werden und sich die Produktion und der Konsum schnell wieder normalisieren, dürfte Apple dann aufgrund von Nachholeffekten zu den Hauptprofiteuren zählen. Das dürfte zugleich auch den Zulieferern zugute kommen./ck/bek/jha/ck/he

18.02.2020

AKTIEN IM FOKUS 2: Thyssenkrupp fallen weiter - Auch Klöckner unter Druck

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Thyssenkrupp sind am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Ende August vergangenen Jahres gefallen. Sie weiteten damit ihren dreiprozentigen Verlust vom Wochenbeginn aus. Aus dem Handel gingen sie schließlich mit einem Abschlag von 5,5 Prozent auf 10,25 Euro und waren damit größter Verlierer im MDax .

Der Industriekonzern hatte am Vortag mitgeteilt, künftig nur noch mit zwei Konsortien aus Finanzinvestoren über den Verkauf der Aufzugsparte zu verhandeln. Noch mit dabei sind ein Gespann aus Blackstone , Carlyle und Canadian Pension Plan sowie eines aus Advent und Cinven. Ziel ist aus Sicht von Thyssenkrupp ein Mehrheits- oder Vollverkauf der Sparte. Der strategische Käufer Kone ist damit vorerst aus dem Rennen.

Dass der Industriekonzern die Aufzugsparte an Finanzinvestoren verkaufen wolle, sei keine Überraschung, schrieb Analyst Christian Obst von der Baader Bank. Dies sei der sicherste und einfachste Weg, das Geschäft zu Geld zu machen. Allerdings würde sich der Konzern mit einem Komplettverkauf oder dem Verkauf eines Großteils der Sparte von einem Gewinnbringer verabschieden. Er habe hingegen damit gerechnet, dass der Verkauf eines Minderheitsanteils ausreiche, um den Konzernumbau zu finanzieren und gleichzeitig auch zukünftig von den Einnahmen und einer Höherbewertung der Aufzugsparte zu profitieren.

Auf einen weiteren Aspekt verwies Sven Diermeier von Independent Research: Bei einem Verkauf des Aufzuggeschäfts an Finanzinvestoren dürfte der Personalabbau nicht so umfangreich sein wie bei einem Verkauf an die finnische Kone. "Dies dürfte im Sinne der Gewerkschaften sein", vermutete der Analyst. Am Markt dürfte die Enttäuschung überwiegen, dass mit Kone der Bieter mit dem wohl höchsten Kaufpreisangebot zunächst nicht zum Zuge komme.

Unterdessen büßte die Aktien von Klöckner & Co 5,7 Prozent ein. Im Sommer vergangenen Jahres kursierten Spekulationen, Thyssenkrupp könne den Duisburger Stahlhändler übernehmen oder seine Werkstoffsparte mit KlöCo zusammenlegen. Klöckner-Aktien reagierten seinerzeit mit einer Kurs-Rally auf diese Überlegungen. Ende September berichtete dann jedoch das "Handelsblatt", KlöCo habe Gespräche über eine Fusion mit dem Werkstoffgeschäft von Thyssenkrupp einseitig beendet./bek/ck/fba/ck/he

18.02.2020

AKTIE IM FOKUS: Dividendenvorschlag von Takkt treibt Aktie hoch

STUTTGART (dpa-AFX) - Die Aktien von Takkt haben am Dienstag mit deutlichen Kursgewinnen auf die Bekanntgabe des Dividendenvorschlags für 2019 reagiert. Die Papiere drehten nach der Mitteilung des Händlers von Büromöbeln ins Plus und legten zuletzt um 2 Prozent auf 12,34 Euro zu.

Takkt peilt für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von einem Euro je Aktie an. Diese setzt sich zusammen aus einer Basisdividende in Höhe von 0,55 Euro und einer Sonderdividende in Höhe von 0,45 Euro. Die Cashflow-Stärke und die hohe Eigenkapitalquote von 58,5 Prozent zum Jahresende 2019 erlaubten eine höhere Ausschüttung, ohne die Solidität der Bilanz und die Handlungsfähigkeit bei Akquisitionen einzuschränken, hieß es/.ck/he

18.02.2020

ANALYSE-FLASH: DZ Bank hebt fairen Wert für Deutsche Börse an - 'Halten'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die DZ Bank hat den fairen Wert für die Aktie der Deutschen Börse nach vorgelegten Jahreszahlen von 135 auf 145 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Halten" belassen. Das Jahresergebnis des Marktbetreibers sei solide ausgefallen, schrieb Analyst Thorsten Wenzel in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Dank struktureller Wachstumstreiber dürfte voraussichtlich auch 2020 der Gewinn weiter steigen./ck/he

Veröffentlichung der Original-Studie: 18.02.2020 / 15:50 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 18.02.2020 / 15:57 / MEZ

18.02.2020

ANALYSE: Warburg Research sieht für Compugroup hohes Wachstumspotenzial

HAMBURG (dpa-AFX) - Der kürzlich kommunizierte Wechsel an der Konzernspitze von Compugroup stimmt das Analysehaus Warburg Research optimistisch für das weitere Wachstum des Software-Unternehmens. Der auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierte Softwareanbieter bereite sich auf die nächste Wachstumsphase vor, titelte Analyst Andreas Wolf in seiner am Dienstag vorliegenden Studie. Er hob sein Anlageurteil von "Hold" auf "Buy" und das Kursziel von 70 auf 75 Euro an. Damit sieht Wolf aktuell noch ein Kurspotenzial von knapp 13 Prozent.

Die in der vergangenen Woche bekannt gegebenen Änderungen an der Unternehmensspitze, die spätestens bis Januar 2021 vollzogen sein sollen, dürften den Generationswechsel komplettieren, schrieb der Warburg-Analyst. Dann nämlich soll Dirk Wössner, der aktuelle Deutschland-Chef der Deutschen Telekom Vorstandschef der Compugroup werden. Zugleich wechsele der derzeitige Vorstandschef, Unternehmensgründer und Hauptaktionär Frank Gotthardt an die Spitze des Aufsichtsrats. Wolf sieht darin "gute Nachrichten", da das Unternehmen so weite von der "visionären Führerschaft und den Marktkenntnissen" Gotthardts profitieren könne. Zudem signalisiere die Entscheidung für Wössner die Richtung der Wachstumsambitionen des Hauptaktionärs.

Wolf erinnerte zudem daran, dass Compugroup dabei sei, sich von einer Europa-AG in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KgaA) zu wandeln. Dies solle den nötigen Spielraum eröffnen, um den hohen Grad an Zukäufen in einem sich konsolidierenden Markt beizubehalten. "Die KgaA-Struktur wird den Einfluss der Gründerfamilie auch in Zukunft absichern", und damit den bewährten Weg fortsetzen, schrieb der Analyst.

Da die Compugroup in ihrem Markt bereits der zentrale Akteur sei, könnte das Unternehmen über Zukäufe diesen Markt weiter konsolidieren und dank Synergien Wert schaffen. Und "während die jüngste Übernahme von Teilen der Cerner Germany (einem Anbieter von IT-Lösungen in der Gesundheitsversorgung) schuldenfinanziert sei, würde eine stärkere Eigenkapitalbasis Raum für weitere Akquisitionen schaffen. Zugleich signalisiere der jüngste Zukauf des auf Physiotherapeuten und die ambulante Pflege ausgerichteten IT-Unternehmens Epsilog, dass Compugroup auch in diesen Bereich expandieren will.

Potenzial für positive Überraschungen sieht Wolf außerdem nach diversen Investorentreffen in der vergangenen Woche, denn seines Erachtens werde das neue Management konservativ kommunizieren. In den kommenden Quartalen rechnet der Analyst allerdings zunächst mit steigenden Kosten, vor allem im Bereich Forschung & Entwicklung. Seine Wachstumserwartungen ab 2022 jedoch hob er trotz Risiken in der Umsetzung des eHealth-Gesetzes in Deutschland an.

Bei der Einstufung "Buy" rechnet Warburg Research auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Kursanstieg./ck/ajx/jha/

Analysierendes Institut Warburg Research.

Veröffentlichung der Original-Studie: 18.02.2020 / 08:15 / MEZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

18.02.2020

AKTIEN IM FOKUS: Thyssenkrupp fallen weiter - Auch Klöckner unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Thyssenkrupp sind am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Ende August vergangenen Jahres gefallen. Sie weiteten damit ihren dreiprozentigen Verlust vom Wochenbeginn aus. Zuletzt verloren sie gut sechs Prozent auf 10,19 Euro und waren damit größter Kursverlierer im MDax der mittelgroßen Börsentitel.

Der Industriekonzern hatte am Vortag mitgeteilt, künftig nur noch mit zwei Konsortien aus Finanzinvestoren über den Verkauf der Aufzugsparte zu verhandeln. Noch mit dabei sind ein Gespann aus Blackstone , Carlyle und Canadian Pension Plan sowie eines aus Advent und Cinven. Ziel ist aus Sicht von Thyssenkrupp ein Mehrheits- oder Vollverkauf der Sparte. Der strategische Käufer Kone ist damit aus dem Rennen.

Dass der Industriekonzern die Aufzugsparte an Finanzinvestoren verkauft, sei keine Überraschung, schrieb Analyst Christian Obst von der Baader Bank. Dies sei der sicherste und einfachste Weg, das Geschäft zu Geld zu machen. Allerdings würde sich der Konzern mit einem Komplettverkauf oder dem Verkauf eines Großteils der Sparte von einem Gewinnbringer verabschieden. Er habe hingegen damit gerechnet, dass der Verkauf eines Minderheitsanteils ausreicht, um den Konzernumbau zu finanzieren und gleichzeitig auch zukünftig von den Einnahmen und einer Höherbewertung der Aufzugsparte zu profitieren.

Auf einen weiteren Aspekt verwies Sven Diermeier von Independent Research: Bei einem Verkauf des Aufzuggeschäfts an Finanzinvestoren dürfte der Personalabbau nicht so umfangreich sein wie bei einem Verkauf an die finnische Kone. "Dies dürfte im Sinne der Gewerkschaften sein", vermutete der Analyst. Am Markt dürfte die Enttäuschung überwiegen, dass mit Kone der Bieter mit dem wohl höchsten Kaufpreisangebot nicht zum Zuge komme.

Unterdessen büßte die Aktien von Klöckner & Co 7,8 Prozent ein. Im Sommer vergangenen Jahres kursierten Spekulationen, Thyssenkrupp könne den Duisburger Stahlhändler übernehmen oder seine Werkstoffsparte mit KlöCo zusammenlegen. Klöckner-Aktien reagierten seinerzeit mit einer Kurs-Rally auf diese Überlegungen. Ende September berichtete dann jedoch das "Handelsblatt", KlöCo habe Gespräche über eine Fusion mit dem Werkstoffgeschäft von Thyssenkrupp einseitig beendet./bek/ck/fba

18.02.2020

AKTIE IM FOKUS: RWE steigen auf Hoch seit mehr als sieben Jahren

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien von RWE haben am Dienstag die Gewinnstrecke der vergangenen Wochen fortgesetzt. An der Spitze des Dax verteuerten sie sich um 1,7 Prozent auf 34,12 Euro und kletterten auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren. Seit Jahresbeginn haben die Anteile des Stromkonzerns bereits um rund ein Viertel zugelegt.

Beobachter führten die Gewinne zum Teil auf die "Risk-off"-Haltung von Investoren zurück, von der als defensiv geltende Sektoren wie Versorger und Immobilien profitierten. Eon-Aktien gewannen 0,6 Prozent, sie erreichten den höchsten Stand seit Ende 2015.

Bei RWE komme der Übergang zu einem auf erneuerbare Energie setzenden Stromanbieter hinzu, der die Gewinne antreiben dürfte, hieß es im Handel. RWE könne daher am Markt einer Neu- und Höherbewertung unterzogen werden./bek/jha/

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

18.02.2020

AKTIEN IM FOKUS: Banken europaweit schwach

FRANKFURT/LONDON (dpa-AFX) - In einem eingetrübten Börsenumfeld hat am Dienstag der europäische Bankensektor mit am schwächsten abgeschnitten. Die Sorgen vor einer nachhaltigeren Wirtschaftsabschwächung nähmen angesichts der Coronavirus-Krise zu, hieß es aus dem Handel.

Zudem ist der Sektor im Februar bereits stark gelaufen: So beläuft sich das Plus für den Subindex Banken im europäischen Branchentableau auf fast 8 Prozent.

Am Dienstag zollten die Anteile der Deutschen Bank ihrem starken Lauf Tribut. Mit einem Abschlag von 2,5 Prozent waren sie am Nachmittag das Schlusslicht im Leitindex Dax .

Belastet wurde der Bankensektor zudem vom Kurseinbruch von fast 7 Prozent bei den Aktien der britischen Bank HSBC , die damit der größte Verlierer im Londoner Leitbarometer FTSE 100 waren. Die HSBC vergraulte mit ihrem Strategieprogramm die Anleger. Wegen des anstehenden Umbaus wird im laufenden und kommenden Jahr der Rückkauf eigener Aktien ausgesetzt. Insbesondere dieser Schritt wurde laut Börsianern am Markt negativ aufgenommen./ajx/jha/

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

Sie haben Fragen zu unseren News?
Gerne beraten wir Sie, kontaktieren Sie uns:

+49 (0)69/92022-480

vertrieb@dpa-AFX.de

dpa-AFX auf Twitter

Folgen Sie uns auf Twitter www.twitter.com/dpaAFX