dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

16.06.2019

Presse: Noch Gesprächsbedarf bei Hummels-Ablöse

MÜNCHEN/DORTMUND (dpa-AFX) - Vor einer möglichen Rückkehr von Mats Hummels vom FC Bayern München zu Borussia Dortmund gibt es dem "Kicker" und der "Süddeutschen Zeitung" zufolge noch Gesprächsbedarf über die Ablösesumme. Es sei "noch lange keine Einigung erzielt", schrieb der "Kicker" am Sonntag mit Bezug auf Kreise des deutschen Fußball-Rekordmeisters. Die Aussage beziehe sich auf die Transfersumme, die sich die Münchner für den 30 Jahre alten ehemaligen Nationalverteidiger vorstellen würden. Ein Betrag zwischen 15 bis 20 Millionen Euro würde angeblich nicht genügen, eingehende Verhandlungen seien nötig.

Die "Bild am Sonntag" hatte geschrieben, dass "die Dinge zwischen den Münchnern und dem BVB weitgehend" geklärt seien. 20 Millionen Euro Ablöse plus Erfolgsnachschläge sollen die Dortmunder auf der Suche nach einem Führungsspieler für die Verteidigung bieten. Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb, dass "alle Kontakte zwischen den Klubs bisher höchst informell" seien. Von einer Einigung auf "um die 20 Millionen Euro könne noch keine Rede sein".

Aus dem Umfeld des FC Bayern wurden der Deutschen Presse-Agentur entsprechende Überlegungen hinsichtlich einer Hummels-Rückkehr bestätigt. Eine offizielle Stellungnahme der Münchner lag zunächst nicht vor. Zu einer dpa-Anfrage wollte sich Hummels' Vater Hermann nicht inhaltlich äußern. BVB-Sportdirektor Michael Zorc teilte der/mom/DP/fba

16.06.2019

AIRSHOW/ROUNDUP: Boeing-Chef setzt bei Messe auf Demut statt auf Aufträge

PARIS (dpa-AFX) - Boeing-Chef Dennis Muilenburg übt sich nach den tödlichen Abstürzen und dem weltweiten Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max in Demut. Bei der bevorstehenden weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris gehe es für sein Unternehmen diesmal nicht um Aufträge, sondern um Sicherheit, Bescheidenheit und Lernen, sagte der Chef des weltgrößten Flugzeugbauers am Sonntag vor Journalisten in Paris. Für die Verbesserung des Flugzeugs, dessen Software vermutlich zu den Unglücken mit insgesamt 346 Toten beigetragen hat, werde sich Boeing die notwendige Zeit nehmen.

Wegen des seit Mitte März geltenden Startverbots muss Boeing laut Muilenburg mittlerweile zwischen 100 und 150 neu gebaute Flugzeuge des Typs rund um die Werkshallen parken. Er rechnet aber nicht damit, dass Boeing die Produktion irgendwann stoppen muss. "Wir denken nicht, dass die Abstellmöglichkeiten ein Problem werden." So hat der Hersteller die Produktion der 737-Reihe um 10 Maschinen pro Monat gedrosselt. In den jetzt monatlich gebauten 42 Jets sei auch die Vorgängerversion 737 enthalten, sagte Muilenburg. Diese ist von dem Software-Problem und dem Flugverbot nicht betroffen.

Wann die Max-Jets wieder abheben können, wollte der Boeing-Chef nicht prognostizieren. Der Zertifizierungsprozess komme zwar gut voran, doch die Entscheidung liege bei den Behörden. "Wir halten es für sinnvoll, das Flugzeug auf der ganzen Welt gleichzeitig wieder in die Luft zu bekommen", sagte Muilenburg. Viele Airlines haben die Max-Maschinen vorausschauend bereits für den Großteil des Sommers aus dem Flugplan genommen. Der Weltluftfahrtverband IATA rechnet damit, dass das Startverbot nicht vor Anfang/Mitte August aufgehoben wird.

Derzeit nehmen zahlreiche Aufsichten, darunter auch die EU-Luftfahrtbehörde EASA, den Flieger und die geplanten Änderungen an Software und Sicherheitssystem unter die Lupe. Bisher hatten sie sich größtenteils auf die Prüfungen durch die US-Behörde FAA verlassen. Diese steht aber im Zusammenhang mit der Zulassung der 737 Max selbst in der Kritik.

Muilenburg sprach sich nun dagegen aus, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA mit einer Freigabe vorprescht. Er zeigte sich allerdings überzeugt, dass Unglücke wie bei Lion Air im Herbst und Ethiopian Airlines im März mit dem neuen Update der Steuerungssoftware MCAS nicht mehr passieren könnten. Damals soll der Bordcomputer die Nase des Fliegers nach unten gedrückt haben. Die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

Künftig soll die Software bei einem möglicherweise drohenden Strömungsabriss auf die Daten von zwei Sensoren statt nur von einem Sensor zugreifen. Inzwischen hätten 90 Prozent der Fluggesellschaften, die die "Max" in der Flotte haben, den Flugsimulator mit der aktualisierten Software genutzt, sagte Muilenburg.

Bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget, die an diesem Montag (17. Juni) beginnt, erwartet der Manager zwar "ein paar Aufträge". Doch vor allem wollten er und sein Management mit Kunden und Zulieferern in den Dialog treten, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Auch die von Boeing ins Auge gefasste Entwicklung eines neuen mittelgroßen Flugzeugs muss weiter warten. "Die Aufarbeitung der Max-Krise geht vor", sagte Muilenburg. Er rechnet aber immer noch damit, dass das "New Midsize Aircraft" (NMA) wie geplant im Jahr 2025 fertig sein kann. Eine Entscheidung über den Bau werde aber wie zuletzt geplant in zwei Stufen fallen, voraussichtlich in diesem und im nächsten Jahr. Der Flieger soll mit 220 bis 270 Sitzplätzen größer sein als die 737 Max, aber kleiner als etwa der Langstreckenjet Boeing 787 "Dreamliner".

Rivale Airbus hat sich bereits mit einer Langstreckenversion seines Mittelstreckenjets A321neo für das von Boeing anvisierte Marktsegment gerüstet. Die A321LR (Long Range) ist bereits fertig und kann Entfernungen von bis zu 4000 nautischen Meilen bewältigen. Airbus-Verkaufschef Christian Scherer deutete am Freitag an, dass bald eine Super-Langstreckenversion des Jets folgen soll. Damit könnte Airbus dem "NMA" von Boeing zeitlich zuvorkommen./stw/fba

16.06.2019

Langjähriger Holtzbrinck-Geschäftsführer Brockhaus gestorben

STUTTGART (dpa-AFX) - Der langjährige Geschäftsführer für Strategie sowie Fusionen und Zukäufe (M&A) der Holtzbrinck Publishing Group, Michael Brockhaus, ist im Alter von 53 Jahren gestorben. Das bestätigte der Vorstand der Stuttgarter Verlagsgruppe am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Brockhaus habe das Haus "entscheidend und erfolgreich mit geprägt", heißt es in einer am Samstag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschienenen Traueranzeige. Das Unternehmen werde "seinen inspirierenden Weitblick, seine erfrischende Direktheit und seine menschliche Wärme" sehr vermissen. Brockhaus starb bereits am 6. Juni.

Der Manager war Anfang 2010 in die Geschäftsführung der Verlagsgruppe eingetreten. Im selben Jahr übernahm Brockhaus auch "den internationalen Ausbau und die Koordination gruppenweiter Systemtechnologien". Vor seiner Zeit bei Holtzbrinck war der promovierte Ökonom und Absolvent der Universität St. Gallen Gründungspartner einer Beteiligungsgesellschaft sowie Geschäftsführer einer Online-Bank in der Schweiz gewesen./ll/DP/fba

16.06.2019

WDH/AIRSHOW: Boeing-Chef setzt bei Messe auf Demut statt auf Aufträge

(Im letzten Satz des ersten Absatzes wurden fehlende Wörter ergänzt.)

PARIS (dpa-AFX) - Boeing-Chef Dennis Muilenburg übt sich nach den tödlichen Abstürzen und dem weltweiten Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max in Demut. Bei der bevorstehenden weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris gehe es für sein Unternehmen diesmal nicht um Aufträge, sondern um Sicherheit, Bescheidenheit und Lernen, sagte der Manager am Sonntag vor Journalisten in Paris. Für die Verbesserung des Flugzeugs, dessen Software vermutlich zu den beiden Unglücken mit insgesamt 346 Toten beigetragen hat, werde sich Boeing die notwendige Zeit nehmen.

Wann die Flugzeuge des Typs wieder abheben können, wollte der Boeing-Chef nicht prognostizieren. Der Zertifizierungsprozess komme zwar gut voran, doch die Entscheidung liege bei den Behörden. "Wir halten es für sinnvoll, das Flugzeug auf der ganzen Welt gleichzeitig wieder in die Luft zu bekommen", sagte Muilenburg. Viele Airlines haben die Max-Maschinen vorausschauend bereits für den Großteil des Sommers aus dem Flugplan genommen.

Derzeit nehmen die Aufseher zahlreicher Staaten, darunter auch die EU-Luftfahrtbehörde EASA, den Flieger und die geplanten Änderungen an Software und Sicherheitssystem unter die Lupe. Bisher hatten sie sich größtenteils auf die Prüfungen durch die US-Behörde FAA verlassen. Diese steht aber im Zusammenhang mit der Zulassung der 737 Max ebenfalls heftig in der Kritik./stw/fba

16.06.2019

AIRSHOW: Boeing-Chef setzt bei Messe auf Demut statt auf Aufträge

PARIS (dpa-AFX) - Boeing-Chef Dennis Muilenburg übt sich nach den tödlichen Abstürzen und dem weltweiten Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max in Demut. Bei der bevorstehenden weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris gehe es für sein Unternehmen diesmal nicht um Aufträge, sondern um Sicherheit, Bescheidenheit und Lernen, sagte der Manager am Sonntag vor Journalisten in Paris. Für die Verbesserung des Flugzeugs, dessen Software vermutlich mit zu den beiden Unglücken mit insgesamt werde sich Boeing die notwendige Zeit nehmen.

Wann die Flugzeuge des Typs wieder abheben können, wollte der Boeing-Chef nicht prognostizieren. Der Zertifizierungsprozess komme zwar gut voran, doch die Entscheidung liege bei den Behörden. "Wir halten es für sinnvoll, das Flugzeug auf der ganzen Welt gleichzeitig wieder in die Luft zu bekommen", sagte Muilenburg. Viele Airlines haben die Max-Maschinen vorausschauend bereits für den Großteil des Sommers aus dem Flugplan genommen.

Derzeit nehmen die Aufseher zahlreicher Staaten, darunter auch die EU-Luftfahrtbehörde EASA, den Flieger und die geplanten Änderungen an Software und Sicherheitssystem unter die Lupe. Bisher hatten sie sich größtenteils auf die Prüfungen durch die US-Behörde FAA verlassen. Diese steht aber im Zusammenhang mit der Zulassung der 737 Max ebenfalls heftig in der Kritik./stw/fba

16.06.2019

WDH/AIRSHOW: Boeing-Krise überschattet Pariser Messe

(Mit Vorspann "AIRSHOW")

LE BOURGET (dpa-AFX) - Die tödlichen Unglücke von Boeings Mittelstreckenjet 737 Max belasten die weltgrößte Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris. Wenn der traditionsreiche "Salon aéronautique" an diesem Montag (17. Juni) seine Pforten für Fachbesucher öffnet, kann der weltgrößte Flugzeugbauer wohl kein einziges Exemplar seines meistgefragten Passagierjets zeigen, für das seit März ein weltweites Flugverbot gilt. Kann der europäische Hersteller Airbus von der Krise seines US-Rivalen profitieren? Auch darüber wird bei dem Branchentreffen viele gesprochen werden.

Rund um den Globus sind jedes Jahr mehr Flugzeuge unterwegs. Die Luftfahrtbranche hat gut gefüllte Auftragsbücher. Angesichts der weltweiten Klimadebatte steht die Industrie aber vor riesigen Herausforderungen.

Der neue Airbus-Chef Guillaume Faury schürt bereits die Hoffnung auf neue Flugzeuge ohne CO2-Ausstoß: "Sehen wir einen Weg dorthin? Ja, das tun wir", sagte der Franzose unmittelbar vor dem Messestart. Der Topmanager spricht von der "Herausforderung dieses Jahrhunderts", will sich aber auf einen Zeitplan nicht festlegen. "Wir wissen es nicht wirklich", räumt der Nachfolger des Deutschen Tom Enders ein. So müsse die Sicherheit in der Luftfahrt an erster Stelle stehen. Jede Technik müsse reif genug sein, bevor sie auf den Markt komme.

Der Flugzeugbauer mit Hauptsitz in Toulouse kann sich bei der Messe über einen illustren Passagier freuen: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wird pünktlich zum Auftakt des Branchenspektakels an Bord einer militärischen Version des Airbus A330 landen. Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist ein Aushängeschild seines Landes, und Macron dürfte sich deshalb besonders viel Zeit an den Messeständen auf dem riesigen Areal nehmen.

Es gibt aber noch einen anderen Anlass für den sicher vielbeachteten Auftritt des Staatschefs: In Le Bourget wollen die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre französische Amtskollegin Florence Parly ein Signal für die europäische Zusammenarbeit im Rüstungsbereich geben. Es geht um den neuen gemeinsamen Kampfjet, den Deutschland und Frankreich zusammen mit Spanien binnen 20 Jahren auf den Weg bringen wollen. Für das Luftkampfsystem der Zukunft (FCAS) sollen bei der Ausstellung die Verträge unterzeichnet werden.

Airbus lockt pünktlich zur Messe mit der Aussicht auf eine Super-Langstreckenversion des Verkaufsschlagers A321neo. Diese würde den Mittelstreckenjet für Flüge aus Europa bis in die Mitte der USA hinein rüsten. Damit könnte Airbus einen Markt abdecken, den der Konkurrent Boeing ebenfalls im Auge hat. Der will dafür ein mittelgroßes Flugzeug entwickeln, das größer ist als der Airbus A321neo, aber kleiner als Großraumjets wie Boeings 787 "Dreamliner". Allerdings haben die Amerikaner trotz jahrelanger Beratungen noch nicht beschlossen, ob sie das Flugzeug tatsächlich entwickeln und bauen werden.

Derzeit ist Boeing stark mit der Aufarbeitung der Krise um seinen modernisierten Mittelstreckenjet 737 Max beschäftigt, für den nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten ein weltweites Flugverbot gilt. Konzernchef Dennis Muilenburg hatte erst Ende Mai Fehler zugegeben. Bei den Unglücksfliegern der Baureihe 737 Max habe der Konzern ein Warnsystem in den Cockpits nicht korrekt implementiert, sagte er dem US-Sender CBS. "Unsere Kommunikation diesbezüglich war nicht, wie sie hätte sein sollen", lautete das Eingeständnis.

Das Flugverbot für die Max-Reihe sorgt bei Fluggesellschaften für Verunsicherung. Noch ist unklar, ob Boeing die Probleme inzwischen wirklich gelöst hat - und wann die Behörden das Flugverbot aufheben, das bereits drei Monate gilt. Auch wenn sich Airlines mit Abbestellungen bisher zurückhalten, kann Boeing kaum mit Neuaufträgen für den Flugzeugtyp rechnen, der in diesem Jahr eigentlich für rund zwei Drittel aller Auslieferungen stehen sollte./stw/nau/cb/DP/fba

16.06.2019

Boeing-Krise überschattet Pariser Messe

LE BOURGET (dpa-AFX) - Die tödlichen Unglücke von Boeings Mittelstreckenjet 737 Max belasten die weltgrößte Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris. Wenn der traditionsreiche "Salon aéronautique" an diesem Montag (17. Juni) seine Pforten für Fachbesucher öffnet, kann der weltgrößte Flugzeugbauer wohl kein einziges Exemplar seines meistgefragten Passagierjets zeigen, für das seit März ein weltweites Flugverbot gilt. Kann der europäische Hersteller Airbus von der Krise seines US-Rivalen profitieren? Auch darüber wird bei dem Branchentreffen viele gesprochen werden.

Rund um den Globus sind jedes Jahr mehr Flugzeuge unterwegs. Die Luftfahrtbranche hat gut gefüllte Auftragsbücher. Angesichts der weltweiten Klimadebatte steht die Industrie aber vor riesigen Herausforderungen.

Der neue Airbus-Chef Guillaume Faury schürt bereits die Hoffnung auf neue Flugzeuge ohne CO2-Ausstoß: "Sehen wir einen Weg dorthin? Ja, das tun wir", sagte der Franzose unmittelbar vor dem Messestart. Der Topmanager spricht von der "Herausforderung dieses Jahrhunderts", will sich aber auf einen Zeitplan nicht festlegen. "Wir wissen es nicht wirklich", räumt der Nachfolger des Deutschen Tom Enders ein. So müsse die Sicherheit in der Luftfahrt an erster Stelle stehen. Jede Technik müsse reif genug sein, bevor sie auf den Markt komme.

Der Flugzeugbauer mit Hauptsitz in Toulouse kann sich bei der Messe über einen illustren Passagier freuen: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wird pünktlich zum Auftakt des Branchenspektakels an Bord einer militärischen Version des Airbus A330 landen. Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist ein Aushängeschild seines Landes, und Macron dürfte sich deshalb besonders viel Zeit an den Messeständen auf dem riesigen Areal nehmen.

Es gibt aber noch einen anderen Anlass für den sicher vielbeachteten Auftritt des Staatschefs: In Le Bourget wollen die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre französische Amtskollegin Florence Parly ein Signal für die europäische Zusammenarbeit im Rüstungsbereich geben. Es geht um den neuen gemeinsamen Kampfjet, den Deutschland und Frankreich zusammen mit Spanien binnen 20 Jahren auf den Weg bringen wollen. Für das Luftkampfsystem der Zukunft (FCAS) sollen bei der Ausstellung die Verträge unterzeichnet werden.

Airbus lockt pünktlich zur Messe mit der Aussicht auf eine Super-Langstreckenversion des Verkaufsschlagers A321neo. Diese würde den Mittelstreckenjet für Flüge aus Europa bis in die Mitte der USA hinein rüsten. Damit könnte Airbus einen Markt abdecken, den der Konkurrent Boeing ebenfalls im Auge hat. Der will dafür ein mittelgroßes Flugzeug entwickeln, das größer ist als der Airbus A321neo, aber kleiner als Großraumjets wie Boeings 787 "Dreamliner". Allerdings haben die Amerikaner trotz jahrelanger Beratungen noch nicht beschlossen, ob sie das Flugzeug tatsächlich entwickeln und bauen werden.

Derzeit ist Boeing stark mit der Aufarbeitung der Krise um seinen modernisierten Mittelstreckenjet 737 Max beschäftigt, für den nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten ein weltweites Flugverbot gilt. Konzernchef Dennis Muilenburg hatte erst Ende Mai Fehler zugegeben. Bei den Unglücksfliegern der Baureihe 737 Max habe der Konzern ein Warnsystem in den Cockpits nicht korrekt implementiert, sagte er dem US-Sender CBS. "Unsere Kommunikation diesbezüglich war nicht, wie sie hätte sein sollen", lautete das Eingeständnis.

Das Flugverbot für die Max-Reihe sorgt bei Fluggesellschaften für Verunsicherung. Noch ist unklar, ob Boeing die Probleme inzwischen wirklich gelöst hat - und wann die Behörden das Flugverbot aufheben, das bereits drei Monate gilt. Auch wenn sich Airlines mit Abbestellungen bisher zurückhalten, kann Boeing kaum mit Neuaufträgen für den Flugzeugtyp rechnen, der in diesem Jahr eigentlich für rund zwei Drittel aller Auslieferungen stehen sollte./stw/nau/cb/DP/fba

16.06.2019

Pompeo wirbt um Zustimmung zu US-Vorwürfen gegen Iran

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung müht sich um Unterstützung für ihre Einschätzung, dass der Iran hinter den mutmaßlichen Attacken auf zwei Tanker im Golf von Oman steckt. "Es ist unverkennbar, was hier passiert ist", sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Sonntag dem Fernsehsender Fox News. Es handele sich um Angriffe durch den Iran.

"Es gibt keinen Zweifel", sagte Pompeo. Zahlreiche Geheimdienstinformationen belegten dies, betonte er, ohne aber Details zu nennen. Die US-Regierung sei sich mit ihrer Einschätzung komplett sicher. "Ich habe gestern diverse Telefonate mit Kollegen rund um die Welt geführt", sagte Pompeo weiter. "Ich bin zuversichtlich, dass wir Partner haben werden, die diese Bedrohung verstehen." Zugleich betonte er: "Wir wollen keinen Krieg."

Die beiden Tanker waren am Donnerstagmorgen bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Die "Front Altair" einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous" berichtete von zwei Detonationen. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar.

Die US-Regierung hatte die iranische Führung bereits am Donnerstag beschuldigt, hinter den mutmaßlichen Attacken zu stecken. Der Iran weist jede Verantwortung von sich und macht die USA oder ihre Verbündeten Saudi-Arabien und Israel verantwortlich. Viele internationale Partner halten sich mit Schuldzuweisungen bislang zurück und fordern eine genaue Untersuchung der Zwischenfälle.

Pompeo warf dem Iran vor, auf eine Eskalation hinzuarbeiten. Die US-Regierung werde Provokationen aus Teheran nicht hinnehmen und arbeite weiter daran, die iranische Führung von derartigem Verhalten abzubringen. Zu möglichen Handlungsoptionen wolle er sich nicht weiter äußern. US-Präsident Donald Trump werde laufend über mögliche Optionen informiert. Der Präsident habe alles getan, um einen Krieg zu vermeiden. Die US-Regierung werde weiter über Wirtschaftssanktionen Druck auf den Iran ausüben.

Ziel aller Bemühungen der USA sei, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen komme, betonte er. "Dieses Ziel werden wir erreichen."/jac/DP/fba

16.06.2019

BASF-Chef rechnet mit Rückgang der Beschäftigtenzahl

LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der BASF -Chef erwartet im laufenden Jahr einen Stellenabbau. Er gehe davon aus, dass der Personalstand zum Jahresende unter dem Vorjahresniveau liegen werde, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe) im Interview.

Der Konzern werde auf der einen Seite gezielt neue Mitarbeiter für die Produktion und Digitalisierung einstellen, führte der Chef des Dax -Konzerns aus. Zugleich würden Stellen in der Verwaltung zurückgehen.

Um das Unternehmen wieder profitabler zu machen, setzte das BASF-Management im November 2018 ein neues Sparprogramm auf, das ab Ende 2021 jährlich zwei Milliarden Euro zum operativen Gewinn (Ebitda) beisteuern soll. Kosten einsparen will Brudermüller etwa in der Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung. Außerdem verkauft BASF Teilbereiche./fba

16.06.2019

Riesige Menschenmenge in Hongkong marschiert gegen Regierung

HONGKONG (dpa-AFX) - Nach neuen Massenprotesten hat sich die in Bedrängnis geratene Regierungschefin von Hongkong, Carrie Lam, bei den Bürgern der Stadt entschuldigt. Als Reaktion auf die anhaltenden Proteste hatte Lam zwar am Samstag ein umstrittenes Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Straftäter an China auf Eis gelegt, aber das beruhigte die Lage nicht. Am Sonntag zog erneut ein großer Protestzug mit Zehntausenden Menschen durch die Finanzmetropole. Die weitgehend schwarz gekleideten Demonstranten forderten, dass Lam das Gesetzesvorhaben ganz aufgibt und außerdem zurücktritt.

Sie wolle "aufrichtig und demütig" Kritik annehmen und Verbesserungen im Dienste der Öffentlichkeit erzielen, hieß es in einer Mitteilung von Lam am Sonntag. Die Regierung habe verstanden, dass viele Menschen aus "Sorge und Liebe" zu Hongkong gegen das Gesetz auf die Straße gegangen seien. Am Donnerstag hatte Lam die Proteste noch als "Aufruhr" und "eindeutig organisiert" bezeichnet. Für diese Äußerungen oder die Polizeigewalt entschuldigte sie sich nicht.

Die heute 62-Jährige ist seit Juli 2017 im Amt. Sie ist die erste Regierungschefin in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Den Amtseid nahm ihr Chinas Präsident Xi Jinping ab. Peking drückte am Samstag für die Entscheidung Lams "Unterstützung, Respekt und Verständnis" aus, wie es in einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums hieß.

Nach Massenprotesten in den vergangenen Tagen hatte Lam am Samstag angekündigt, Beratungen über das Gesetz vorerst auszusetzen. Eigentlich sollte die Peking-treue Parlamentsmehrheit das Gesetz am kommenden Donnerstag annehmen. Lam begründete ihre Entscheidung damit, dass es in der Öffentlichkeit immer noch Bedenken und Zweifel an der Gesetzesvorlage gebe. Außerdem müsse wieder Ruhe in die Stadt einziehen.

Das Auslieferungsgesetz würde Hongkongs Behörden erlauben, von China verdächtigte und gesuchte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. Kritiker warnen, Chinas Justiz sei nicht unabhängig und diene als Werkzeug der politischen Verfolgung. Auch drohten Folter und Misshandlungen.

"Diese Gesetzesvorlage wird Auswirkungen auf Hongkongs Zukunft haben, und ich bin erst 19 Jahre alt", sagte Demonstrantin Christy Cheng. "Ich denke, Carrie Lam schuldet uns eine Entschuldigung", sagte die 23-Jährige Maggie Suen, die sich ebenfalls dem Protestmarsch angeschlossen hatte.

Bei einem Massenprotest vor einer Woche hatten nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen Hunderttausenden und einer Million Hongkonger gegen das Vorhaben der Regierung demonstriert. Es war nach Einschätzung von Beobachtern die größte Demonstration in Hongkong seit dem Protest gegen die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung in Peking vor drei Jahrzehnten am 4. Juni 1989. Danach kam es am Mittwoch zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, bei denen 81 Menschen verletzt wurden.

Mit einer weißen Blumen gedachten am Sonntag viele Menschen eines am Vortag gestorbenen Demonstranten. Hongkongs Polizei teilte auf Anfrage mit, dass es sich um einen Selbstmord gehandelt habe. Wie lokale Medien berichteten, war der Mann am Samstag auf ein Baugerüst an einem Einkaufszentrum geklettert, wo er zunächst Protestbanner gegen das Gesetz für Auslieferungen an China und Regierungschefin Lam anbrachte.

Nachdem er mehrere Stunden auf dem Gerüst ausgeharrt hatte, kletterte er über die Brüstung und stürzte in die Tiefe. Zuvor versuchten Rettungskräfte den 35-Jährigen zu überzeugen herunterzuklettern. Auf Fotos ist ein gelbes Luftkissen zu sehen, dass die Feuerwehr vor dem Gerüst entfaltet hatte. Hongkonger legten später Blumen vor dem Einkaufszentrum nieder.

Regierungschefin Lam machte am Samstag deutlich, dass das Gesetz nicht komplett vom Tisch ist. Es seien jedoch weitere Beratungen notwendig. "Wir haben nicht die Absicht, eine Frist für diese Arbeit festzulegen", sagte sie.

Lam argumentierte bislang, das Gesetz sei notwendig, um "Schlupflöcher" zu schließen. Hongkong dürfe kein sicherer Hafen für Kriminelle sein. Das Gesetz würde Überstellungen mutmaßlicher Straftäter an China und andere Länder ermöglichen, mit denen Hongkong bisher kein Auslieferungsabkommen hat. Es wurde auf einen Fall verwiesen, bei dem ein Mann seine schwangere Freundin in Taiwan umgebracht hatte, aber nicht von Hongkong ausgeliefert werden konnte.

Das demokratische Taiwan hat aber bereits angekündigt, keine Auslieferungen beantragen zu wollen, weil es das Gesetz ebenfalls für bedenklich hält.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger nach dem Grundgesetz der chinesischen Sonderverwaltungsregion das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit./jpt/ejh/smu/DP/fba

14.06.2019

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Im Minus - Zinshoffnung gedämpft

NEW YORK (dpa-AFX) - Eine Umsatzwarnung des Halbleiterkonzerns Broadcom hat zum Wochenende die Stimmung im US-Technologiesektor getrübt. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor am Freitag 0,42 Prozent auf 7479,11 Punkte.

Nur leicht im Minus mit 0,07 Prozent auf 26 089,61 Punkte beendete dagegen der Leitindex Dow Jones Industrial den Handel und verbuchte damit auf Wochensicht einen Gewinn von 0,4 Prozent. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,16 Prozent auf 2886,98 Zähler nach.

US-Daten aus dem Einzelhandel und aus der Industrie waren besser ausgefallen als erwartet. Dagegen hatte sich die von der Universität Michigan erhobene Verbraucherstimmung etwas stärker eingetrübt als von Analysten prognostiziert. Insgesamt gaben die Konjunkturdaten der Hoffnung auf sinkende Leitzinsen durch die Notenbank Fed keine neue Nahrung. Zuletzt hatte diese Hoffnung den Aktienmarkt angetrieben.

Die Papiere von Broadcom büßten 5,57 Prozent ein. Am Vortag hatte der Halbleiterkonzern nach der Schlussglocke in New York seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Analysten waren von diesem Schritt an sich weniger überrascht, eher vom Ausmaß der Prognosesenkung. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Handelskrieg zwischen den USA und China, der die Nachfrage nach Halbleitern drückt. Mehrere Analysten senkten nun ihre Kursziele für die Broadcom-Papiere.

Die Enttäuschung hinterließ auch bei anderen Branchenwerten Spuren: So ging es etwa für Texas Instruments und Advanced Micro Devices um mehr als 3 Prozent runter. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der die 30 wichtigsten Werte der US-Chipindustrie enthält, verlor 2,6 Prozent.

Ein Rekordhoch mit 142,95 US-Dollar markierten die Papiere des Entertainment-Riesen Walt Disney . Aus dem Handel gingen sie jedoch mit einem leichten Abschlag von 0,06 Prozent auf 141,65 Dollar. Am Vortag hatten sie an der Dow-Spitze deutlich zugelegt, ein Rekordhoch aber knapp verpasst.

Ein fulminantes Börsendebüt legte vor dem Wochenende der US-amerikanische Online-Tierbedarfshändler Chewy hin. Mit 36 US-Dollar lag der erste Kurs um 14 Dollar über dem Ausgabepreis. In der Spitze stiegen die Aktien bis auf 41,34 Dollar. Am Ende des Tages kosteten sie 34,99 Dollar.

Nach einem Bericht der "New York Times" über eine bevorstehende Genehmigung der Fusion von T-Mobile US mit dem US-Rivalen Sprint zogen die Papiere der beiden Telekomkonzerne kurzzeitig sehr deutlich an. Zum Handelsende standen die Aktien der Tochter der Deutschen Telekom aber nur 0,60 Prozent höher, während Sprint um fast 3 Prozent zulegten.

Der Euro wurde von einem spürbar stärkeren US-Dollar belastet. Im späten US-Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1206 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1265 (Donnerstag: 1,1289) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8877 (0,8858) Euro gekostet. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen gewannen 4/32 Punkte auf 102 20/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,08 Prozent./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

14.06.2019

Aktien New York Schluss: Broadcom belastet Tech-Sektor, Zinshoffnung gedämpft

NEW YORK (dpa-AFX) - Eine Umsatzwarnung des Halbleiterkonzerns Broadcom hat zum Wochenende die Stimmung im US-Technologiesektor getrübt. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor am Freitag 0,42 Prozent auf 7479,11 Punkte.

Nur leicht im Minus mit 0,07 Prozent auf 26 089,61 Punkte beendete dagegen der Leitindex Dow Jones Industrial den Handel und verbuchte damit auf Wochensicht einen Gewinn von 0,4 Prozent. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,16 Prozent auf 2886,98 Zähler nach.

US-Daten aus dem Einzelhandel und aus der Industrie waren besser ausgefallen als erwartet. Dagegen hatte sich die von der Universität Michigan erhobene Verbraucherstimmung etwas stärker eingetrübt als von Analysten prognostiziert. Insgesamt gaben die Konjunkturdaten der Hoffnung auf sinkende Leitzinsen durch die Notenbank Fed keine neue Nahrung. Zuletzt hatte diese Hoffnung den Aktienmarkt angetrieben./ajx/fba

14.06.2019

Aktien New York: Zinshoffnung etwas gesunken - Broadcom belastet Tech-Sektor

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Investoren an der Wall Street haben sich am Freitag in Zurückhaltung geübt. Der Dow Jones Industrial verlor bislang 0,17 Prozent auf 26 062,63 Punkte. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex damit auf ein moderates Plus von 0,3 Prozent zu.

Belastet von schwachen Halbleiterwerten nach gekappten Umsatzzielen von Broadcom rutschte der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 mit minus 0,48 Prozent auf 7474,43 Punkte noch etwas deutlicher ab. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,29 Prozent auf 2883,37 Zähler nach.

Jüngste US-Konjunkturdaten gaben der Hoffnung auf sinkende Leitzinsen durch die Notenbank Fed keine neue Nahrung. Zuletzt hatte diese Hoffnung den Aktienmarkt angetrieben.

Die im Mai etwas schwächer als erwartet gestiegenen US-Einzelhandelsumsätze belegen nach Einschätzung der Landesbank Helaba dennoch eine Konsumerholung. Da zudem die Vormonatswerte deutlich nach oben revidiert worden seien, würden "Konjunktursorgen und Spekulationen auf sinkende US-Leitzinsen wohl nicht verstärkt", so die Ökonomen.

Zudem war die US-Industrieproduktion im Mai stärker als gedacht gestiegen. Auch dies mildere die Konjunktursorgen, hieß es weiter. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima ergab für Juni eine eingetrübte Stimmung der US-Verbraucher. Letztlich aber sprechen laut der Helaba der hohe Beschäftigungsstand und die im Trend steigenden Löhne gegen eine dauerhafte Stimmungseintrübung.

Die Kaufbereitschaft der Anleger wurde ferner gedämpft durch den sich verschärfenden Konflikt der USA und ihrer arabischen Verbündeten mit dem Iran. Tags zuvor hatten die Anleger dieses Thema noch zur Seite geschoben.

Die Papiere von Broadcom büßten sechseinhalb Prozent ein. Am Vortag hatte der Halbleiterkonzern nach der Schlussglocke in New York seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Analysten waren von diesem Schritt an sich weniger überrascht, eher vom Ausmaß der Prognosesenkung. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Handelskrieg zwischen den USA und China, der die Nachfrage nach Halbleitern drücke. Mehrere Analysten senkten nun ihre Kursziele für die Broadcom-Papiere.

Die Enttäuschung hinterließ auch bei anderen Branchenwerten Spuren: So ging es etwa für Texas Instruments und Advanced Micro Devices um mehr als 3 Prozent runter. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der die 30 wichtigsten Werte der US-Chipindustrie enthält, verlor 2,7 Prozent.

Ein Rekordhoch mit 142,95 US-Dollar markierten zwischenzeitlich die Papiere des Entertainment-Riesen Walt Disney . Zuletzt standen sie aber im Minus mit 0,4 Prozent. Am Vortag hatten sie an der Dow-Spitze deutlich zugelegt, ein Rekordhoch aber knapp verpasst.

Ein fulminantes Börsendebüt legte vor dem Wochenende der US-amerikanische Online-Tierbedarfshändler Chewy hin. Mit 36 US-Dollar lag der erste Kurs um 14 Dollar über dem Ausgabepreis. In der Spitze stiegen die Aktien über 41 Dollar. Zuletzt kosteten sie knapp 34 Dollar./ajx/fba

14.06.2019

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit Wochenplus trotz Tagesverlusten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat eine wechselhafte Woche am Freitag mit Kursabschlägen beendet. Zum Handelsende notierte der deutsche Leitindex 0,60 Prozent im Minus bei 12 096,40 Punkten. Damit blieb er aber immerhin über seinen Tagestiefs und behauptete auf Wochensicht einen Gewinn von 0,42 Prozent. Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag letztlich um 0,82 Prozent auf 25 258,70 Punkte.

Niemand wolle am kommenden Montag auf dem falschen Fuß erwischt werden, sagte Andreas Lipkow, Marktexperte der Comdirect Bank. Insbesondere die unsichere Lage im Nahen Osten und die Umsatzwarnung des US-Halbleiterkonzerns Broadcom sorgten für Zurückhaltung. Zudem warten die Anleger weiter gespannt auf ein mögliches Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping auf dem G20-Gipfel Ende Juni - hier dürfte der Handelskonflikt beider Länder im Mittelpunkt stehen.

Diese Unsicherheit bekam auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 etwas zu spüren: Er verabschiedete sich 0,39 Prozent schwächer bei 3379,19 Zählern ins Wochenende. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls moderat nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende knapp im Minus.

Besonders heftig erwischte es europaweit Technologiewerte, nachdem der US-Halbleiterkonzern Broadcom für das laufende Jahr seine Umsatzprognose gesenkt hatte. Ein wesentlicher Grund für den Pessimismus sei der Handelsstreit mit China, der die Nachfrage drücke. Infineon-Papiere rutschten daraufhin am Dax-Ende um über fünf Prozent auf das Niveau von Herbst 2016 ab. Aixtron sanken um mehr als drei Prozent auf den Stand von Anfang April und Siltronic um gut fünfeinhalb Prozent auf das Niveau im Frühjahr 2017. Dialog Semiconductor büßten nach der jüngsten Erholung gut zweieinhalb Prozent ein.

Beim IT-Dienstleister Bechtle sorgte eine offenbar nachlassende Umsatzdynamik für einen Kurssturz von letztlich zwölfeinhalb Prozent - das bedeutete den letzen Platz im MDax. Laut Aussagen von Vorstandschef Thomas Olemotz dürfte das Umsatzwachstum aus eigener Kraft im laufenden Jahr schwächer als 2018 sowie im ersten Quartal 20129 ausfallen.

Die Aussagen klängen erst einmal sehr vorsichtig, kommentierte Experte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel. Doch Olemotz habe nichts Neues gesagt, sondern bekräftigt, 2019 Umsatz und Ergebnis sehr deutlich zu steigern. Deshalb werde sich der Ausverkauf bei der zuletzt gut gelaufenen Aktie "als übertrieben herausstellen". Ende Mai hatte das Bechtle-Papier bei 110,80 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Eine Abstufung der Investmentbank Oddo BHF riss Rheinmetall aus der Hoffnung auf einen erfolgreichen Chartausbruch. Vortags waren die Aktien noch auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert. Analyst Harald Eggeling sieht eine Reihe von Risiken für den Autozulieferer und Rüstungskonzern. Dazu gehörten die Auswirkungen der veränderten politischen Landschaft in Deutschland auf das Rüstungsgeschäft. Dagegen hält Eggelings UBS-Kollege Sven Weier diese Sorgen für übertrieben. Am Ende blieben die Titel trotz mehr als drei Prozent Minus klar über ihrem Tagestief.

Im Nebenwerte-Index SDax bauten Varta ihre jüngste Rally aus und schafften mit 52,30 Euro einen neuen Rekordstand. Am Ende notierten sie knapp dreieinhalb Prozent im Plus. Seit Anfang Juni schossen sie insbesondere dank der erfolgreichen Kapitalerhöhung, mit der ein Kapazitätsausbau bezahlt werden soll, bis zu 22 Prozent nach oben.

Aktien des Online-Händlers für Tierbedarf Zooplus gewannen am Freitag über sechs Prozent und knackten damit den Abwärtstrend seit Mai 2018. Für Bewertungsfantasie sorgte der fulminante Börsengang von US-Konkurrent Chewy .

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein Rekordtief von minus 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 144,40 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,08 Prozent auf 171,74 Punkte. Ein Euro kostete zuletzt 1,1219 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1265 (Donnerstag: 1,1289) Dollar festgesetzt./gl/fba

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

14.06.2019

Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit Wochenplus trotz aktueller Verluste

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat eine wechselhafte Woche am Freitag mit Kursabschlägen beendet. Zum Handelsende notierte der deutsche Leitindex 0,60 Prozent im Minus bei 12 096,40 Punkten. Damit blieb er aber immerhin über seinen Tagestiefs und behauptete auf Wochensicht einen Gewinn von 0,42 Prozent. Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag letztlich um 0,82 Prozent auf 25 258,70 Punkte.

Niemand wolle am kommenden Montag auf dem falschen Fuß erwischt werden, sagte Andreas Lipkow, Marktexperte der Comdirect Bank. Insbesondere die unsichere Lage im Nahen Osten und die Umsatzwarnung des US-Halbleiterkonzerns Broadcom sorgten für Zurückhaltung. Zudem warten die Anleger weiter gespannt auf ein mögliches Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping auf dem G20-Gipfel Ende Juni - hier dürfte der Handelskonflikt beider Länder im Mittelpunkt stehen./gl/fba

14.06.2019

ROUNDUP/Aktien New York: Zurückhaltung - Broadcom belastet Tech-Sektor

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Investoren an der Wall Street haben sich am Freitag in Zurückhaltung geübt. Der Dow Jones Industrial verlor im frühen Handel 0,26 Prozent auf 26 037,88 Punkte. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex damit aber noch auf ein moderates Plus von 0,2 Prozent zu.

Belastet von schwachen Halbleiterwerten nach gekappten Umsatzzielen von Broadcom rutschte der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 mit minus 0,54 Prozent auf 7469,99 Punkte noch etwas deutlicher ab. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,30 Prozent auf 2883,07 Zähler nach.

Aktuell dämpft der sich verschärfende Konflikt der USA und ihrer arabischen Verbündeten mit dem Iran die Kaufbereitschaft. Die USA sehen im Iran den Schuldigen für die schweren Zwischenfälle mit Handelsschiffen unweit der iranischen Küste. Tags zuvor hatten die Anleger dieses Thema noch zur Seite geschoben.

Dazu nährten die jüngsten, durchwachsenen Konjunkturdaten aus China die Sorgen um die Weltwirtschaft. Und im Hintergrund schwelt weiter der Handelskonflikt der Vereinigten Staaten mit der aufstrebenden asiatischen Großmacht.

Jüngste US-Konjunkturdaten verstärkten derweil die Spekulationen auf sinkende US-Leitzinsen insgesamt eher nicht. Veröffentlicht wurden Einzelhandelsumsätze, Daten zur Industrieproduktion und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan. Die Hoffnung auf sinkende Zinsen durch die Notenbank Fed diente zuletzt immer wieder als positiver am Aktienmarkt.

Die Papiere von Broadcom büßten fast 7 Prozent ein. Am Vortag hatte der Halbleiterkonzern nach der Schlussglocke an der Wall Street seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Analysten waren von diesem Schritt an sich weniger überrascht, eher vom Ausmaß der Prognosesenkung. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Handelskrieg zwischen den USA und China, der die Nachfrage nach Halbleitern drücke. Mehrere Analysten senkten nun ihre Kursziele für die Broadcom-Papiere.

Die Enttäuschung hinterließ auch bei anderen Branchenwerten Spuren: So ging es etwa für Intel , Micron Technology , Advanced Micro Devices , Lam Research , Applied Materials und Texas Instruments deutlich nach unten, wenn auch nicht so stark wie bei den Broadcom-Anteilen.

Ein Rekordhoch mit 142,95 US-Dollar markierten die Papiere des Entertainment-Riesen Walt Disney . Zuletzt dämmten sie das Plus aber fast vollständig ein und kosteten wieder unter 142 Dollar. Bereits am Vortag hatten sie an der Dow-Spitze deutlich zugelegt, ein Rekordhoch aber knapp verpasst.

Im Fokus steht zudem der Online-Händler für Tierbedarf Chewy , dessen Aktien an diesem Freitag erstmals an der Börse gehandelt werden sollen. Der Ausgabepreis war am Vortag auf 22 US-Dollar festgesetzt worden, wie das Unternehmen mitgeteilt hatte. Damit wurde Chewy seine Papiere zu einem deutlich höheren Preis los als zuvor angepeilt. Zudem kommen dank der offenbar regen Nachfrage mehr Aktien auf den Markt als anfangs geplant./ajx/fba

14.06.2019

WOCHENAUSBLICK: 'Mach's noch einmal, Jerome' - Aktienanleger setzen auf die Fed

FRANKFURT (dpa-AFX) - Wenn die Aktienmärkte stocken, ruh die Hoffnung auf den Notenbanken. Und das heißt im Moment: auf der US-Notenbank Fed. Denn im Gegensatz zu den Währungshütern anderer Wirtschaftsmächte haben die Amerikaner mit den Zinsanhebungen im vergangenen Jahr die Möglichkeit für Senkungen geschaffen. Diese würden Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren attraktiver machen.

Die Hoffnungen sind nicht unberechtigt. Schon um den Jahreswechsel hat die US-Notenbank mit dem Schwenk auf eine Zinspause den taumelnden Aktienmärkten unter die Arme gegriffen. Sollten die Währungshüter eine lockerere Geldpolitik signalisieren, wäre das ein wichtiges Signal für die Börsen.

Frank Klumpp, Investmentanalyst der LBBW, bezeichnet daher wenig überraschend die Sitzung der US-Notenbank am Dienstag und Mittwoch als wichtigsten Termin in der kommenden Woche. Einen Zinsschritt schätzt Klumpp zwar als äußerst unwahrscheinlich ein, hält aber Aussagen in diese Richtung für möglich: "Vermutlich wird (der Fed-Vorsitzende) Jerome Powell versuchen, die Marktteilnehmer nicht zu enttäuschen, um Marktverwerfungen zu vermeiden, so dass ein 'taubenhaftes' Fazit zu erwarten ist."

Eine Taube macht freilich noch keinen Sommer. Zumal der Markt schon eine ganze Serie von Zinssenkungen erwartet und damit rechnet, dass "die Fed bis zum Jahresende gar drei Mal das Leitzinsband um jeweils einen Viertelprozentpunkt senkt", wie der Analyst anmerkt. Der Überraschungseffekt würde damit auf der negativen Seite liegen, sollte Powell die Hoffnungen der Märkte nicht erfüllen.

Nicht zu vergessen: Sollte die US-Notenbank Einsatzbereitschaft andeuten, wäre dies die Reaktion auf eine nachlassende Konjunktur und damit ein weiteres Indiz für eine stockende Weltwirtschaft. Wann die erste Zinssenkung genau erfolgen wird, hängt nach Einschätzung von Charlotte Heck-Parsch von der BayernLB nicht zuletzt davon ab, wie sich der Handelsstreit zwischen den USA und China entwickelt. Die Volkswirtin hält einen Zinsschritt im Herbst für wahrscheinlich. Sollte der Konflikt eskalieren, "könnte die Fed allerdings auch schon früher eingreifen".

Denn eine Lösung ist nicht in Sicht. Hoffnungen, das Ende des Zollstreits zwischen Mexiko und den USA könnte Vorbild für eine Einigung mit China sein, sind so schnell zerstoben, wie sie aufkamen. Robert Halver von der Baader Bank hält sogar einen Dauerkonflikt für möglich. Der Kapitalmarktexperte fürchtet, "dass Trump das Feindbild China noch bis zur US-Präsidentenwahl im November 2020 nutzen könnte". Das birgt die Gefahr, dass auch die Chinesen auf stur schalten, was die Drohstrategie des US-Präsidenten gefährlich macht. "Sein verbales Hochrüsten erschwert es China immer mehr, gesichtswahrend einzulenken", so Halver.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen dürften die anstehenden Konjunkturdaten wenig Wirkung entfalten. Am interessantesten sind wohl noch die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone im Juni und ihre deutschen Pendants am Freitag. Große Hoffnungen sollten sich Anleger nicht machen. Selbst steigende Indizes im Verarbeitenden Gewerbe sind nach Ansicht von Volkswirt Lucas Kramer von der Postbank kein Zeichen dafür, "dass die Schwächephase endgültig vorüber ist."

Die Chartexperten der Bank UBS bleiben derweil optimistisch für den Dax : "Oberhalb von 12 000 Punkten sind die Bullen weiter im Vorteil und dürften in Kürze den nächsten Angriff auf die 12 200-Punkte-Marke beginnen"./mf/bek/gl/fba

14.06.2019

Aktien New York: Zurückhaltung - Tech-Werte schwach nach Broadcom-Umsatzwarnung

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Investoren an der Wall Street haben sich am Freitag zunächst in Zurückhaltung geübt. Der Dow Jones Industrial verlor wenige Minuten nach dem Start 0,33 Prozent auf 26 020,35 Punkte. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex damit aber noch auf ein moderates Plus von 0,14 Prozent zu.

Belastet von schwachen Halbleiterwerten nach gekappten Umsatzzielen von Broadcom rutschte der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 mit minus 0,72 Prozent auf 7456,78 Punkte noch deutlicher ab. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,36 Prozent auf 2881,19 Zähler nach.

Aktuell dämpft der sich verschärfende Konflikt der USA und ihrer arabischen Verbündeten mit dem Iran die Kaufbereitschaft. Die USA sehen im Iran den Schuldigen für die schweren Zwischenfälle mit Handelsschiffen unweit der iranischen Küste. Tags zuvor hatten die Anleger dieses Thema noch zur Seite geschoben.

Jüngste Konjunkturdaten verstärkten derweil die Spekulationen auf sinkende US-Leitzinsen zunächst nicht./ajx/fba

14.06.2019

Aktien New York Ausblick: Zurückhaltung - Broadcom senkt Umsatzprognose

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Investoren an der Wall Street dürften sich am Freitag eher zurückhalten. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial knapp eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart 0,19 Prozent niedriger auf 26 058 Punkte. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex aber auf ein moderates Plus von 0,28 Prozent zu.

Aktuell dämpft der sich verschärfende Konflikt der USA und ihrer arabischen Verbündeten mit dem Iran die Kaufbereitschaft. Die USA sehen im Iran den Schuldigen für die schweren Zwischenfälle mit Handelsschiffen unweit der iranischen Küste. Tags zuvor hatten die Anleger dieses Thema noch zur Seite geschoben.

Dazu nährten die jüngsten, durchwachsenen Konjunkturdaten aus China die Sorgen um die Weltwirtschaft. Und im Hintergrund schwelt weiter der Handelskonflikt der Vereinigten Staaten mit der aufstrebenden asiatischen Großmacht. Die im Mai etwas schwächer als erwartet gestiegenen US-Einzelhandelsumsätze belegen nach Einschätzung der Landesbank Helaba dennoch eine Konsumerholung. Da zudem die Vormonatswerte deutlich nach oben revidiert worden seien, würden "Konjunktursorgen und Spekulationen auf sinkende US-Leitzinsen wohl nicht verstärkt", hieß es in einer ersten Einschätzung.

Die Aktien von Broadcom büßten vorbörslich fast neun Prozent ein. Am Vortag hatte der Halbleiterkonzern nach der Schlussglocke an der Wall Street seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Analysten wurden von diesem Schritt an sich weniger überrascht als vom Ausmaß der Prognosesenkung. Dies belastete auch die Aktienkurse anderer Branchenunternehmen: Intel und Micron Technology verbilligten sich um knapp zwei beziehungsweise fast drei Prozent.

Im Fokus steht zudem der Online-Händler für Tierbedarf Chewy , dessen Aktien an diesem Freitag erstmals an der Börse gehandelt werden sollen. Der Ausgabepreis war am Vortag auf 22 US-Dollar festgesetzt, wie das Unternehmen mitgeteilt hatte Damit wurde Chewy seine Papiere zu einem deutlich höheren Preis los als zuvor angepeilt. Zudem kommen dank der offenbar regen Nachfrage mehr Aktien auf den Markt als anfangs geplant./gl/mis

14.06.2019

Aktien Frankfurt: Dax gibt Wochengewinne fast ab - Anleger scheuen das Risiko

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Wochengewinne des Dax sind am Freitag zusammengeschmolzen. Niemand wolle nach dem Wochenende auf dem falschen Fuß erwischt werden, sagte Andreas Lipkow, Marktexperte der Comdirect Bank. Insbesondere die unsichere Lage im Nahen Osten und die Umsatzwarnung des US-Halbleiterkonzerns Broadcom sorgten für Zurückhaltung.

Der Deutsche Leitindex fiel bis zum Nachmittag um 0,66 Prozent auf 12 088,81 Punkte. Am Tagestief von 12 049 Punkten waren von seinem Wochengewinn von zeitweise 1,5 Prozent nur noch ganze 4 Punkte übrig. Bereits in Vorwoche war er in Erwartung einer vielleicht nochmals lockereren Geldpolitik der Notenbanken nach oben geschnellt. Beim Thema Handelsstreit herrscht dagegen angespannte Ruhe vor einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump und Chinas Staatspräsidenten Xi auf dem G20-Gipfel Ende des Monats.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag um 0,62 Prozent auf 25 309,69 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um ein halbes Prozent abwärts.

Besonders schwer erwischte es europaweit Technologiewerte, nachdem Broadcom für das laufende Jahr vor schwächeren Erlösen warnte. Ein wesentlicher Grund für den Pessimismus sei der Handelsstreit mit China, der die Nachfrage nach Halbleitern drücke. Infineon-Papiere rutschten daraufhin um fast 7 Prozent auf das Niveau von Herbst 2016 zurück. Aixtron sanken um rund 6,5 Prozent auf den Stand von Anfang April und Siltronic um 5,5 Prozent auf das Niveau von 2017. Dialog Semiconductor schwächelten mit minus 4,5 Prozent.

Eine skeptische Studie der Investmentbank Oddo BHF riss derweil Rheinmetall aus der Hoffnung auf einen erfolgreichen Chartausbruch. Analyst Harald Eggeling sieht eine Reihe von Risiken für den Autozulieferer und Rüstungskonzern - unter anderem für letzteren Geschäftsbereich die Veränderung der politischen Landschaft in Deutschland. Die Papiere sackten bis zu 5,7 Prozent ab, nachdem sie tags zuvor noch auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert waren. Bis zum Nachmittag blieb nach einem beruhigenden UBS-Kommentar nur noch ein Verlust von gut 3 Prozent.

Varta bauten derweil ihre jüngste Rally aus und schafften mit 52,30 Euro einen neuen Rekordstand. Seit Anfang Juni schossen sie insbesondere dank der erfolgreichen Kapitalerhöhung zum Kapazitätsausbau bis zu 22 Prozent nach oben.

Zooplus gewannen gar 4 Prozent und knackten damit den Abwärtstrend seit Mai 2018. Für Bewertungsfantasie sorgt der US-Börsengang von Chewy, einem anderen Online-Händler für Tierbedarf.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein Rekordtief von minus 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 144,40 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,05 Prozent auf 171,69 Punkte.

Ein Euro kostete zuletzt 1,1245 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1289 Dollar festgesetzt./ag/mis

16.06.2019

ROUNDUP 2: Riesige Menschenmenge in Hongkong marschiert gegen Regierung

(neu: höhere Schätzung zur Teilnehmerzahl)

HONGKONG (dpa-AFX) - Nach einem erneuten Massenprotest mit schätzungsweise mehr als einer Million Menschen hat sich die Regierungschefin von Hongkong, Carrie Lam, bei den Bürgern der Stadt entschuldigt. Bereits zuvor hatte Lam am Samstag ein umstrittenes Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Straftäter an China auf Eis gelegt, aber das beruhigte die Lage nicht.

Am Sonntag zog ein riesiger Protestzug durch die Finanzmetropole, dem sich nach Angaben der Organisatoren fast zwei Millionen Menschen anschlossen. Die Polizei, die die Teilnehmerzahl in der Regel extrem niedrig angibt, schätzte dagegen 338 000 Demonstranten. Andere Beobachter sprachen von einem noch größeren Marsch als am vorherigen Sonntag, bei dem nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen Hunderttausenden und einer Million Hongkonger gegen das Vorhaben der Regierung demonstriert hatten.

Es sind damit die größten Demonstrationen in Hongkong seit dem Protest gegen die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung in Peking vor drei Jahrzehnten am 4. Juni 1989.

Die weitgehend schwarz gekleideten Demonstranten forderten, dass Lam das Gesetzesvorhaben ganz aufgibt und außerdem zurücktritt.

Sie wolle "aufrichtig und demütig" Kritik annehmen und Verbesserungen im Dienste der Öffentlichkeit erzielen, hieß es in einer Mitteilung von Lam am Sonntag. Die Regierung habe verstanden, dass viele Menschen aus "Sorge und Liebe" zu Hongkong gegen das Gesetz auf die Straße gegangen seien. Am Donnerstag hatte Lam die Proteste noch als "Aufruhr" und "eindeutig organisiert" bezeichnet. Für diese Äußerungen oder die Polizeigewalt entschuldigte sie sich nicht.

Die heute 62-Jährige ist seit Juli 2017 im Amt. Sie ist die erste Regierungschefin in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Den Amtseid nahm ihr Chinas Präsident Xi Jinping ab. Peking drückte am Samstag für die Entscheidung Lams "Unterstützung, Respekt und Verständnis" aus, wie es in einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums hieß.

Nach Massenprotesten in den vergangenen Tagen hatte Lam am Samstag angekündigt, Beratungen über das Gesetz vorerst auszusetzen. Eigentlich sollte die Peking-treue Parlamentsmehrheit das Gesetz am kommenden Donnerstag annehmen. Lam begründete ihre Entscheidung damit, dass es in der Öffentlichkeit immer noch Bedenken und Zweifel an der Gesetzesvorlage gebe. Außerdem müsse wieder Ruhe in die Stadt einziehen.

Das Auslieferungsgesetz würde Hongkongs Behörden erlauben, von China verdächtigte und gesuchte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. Kritiker warnen, Chinas Justiz sei nicht unabhängig und diene als Werkzeug der politischen Verfolgung. Auch drohten Folter und Misshandlungen.

"Diese Gesetzesvorlage wird Auswirkungen auf Hongkongs Zukunft haben, und ich bin erst 19 Jahre alt", sagte Demonstrantin Christy Cheng. "Ich denke, Carrie Lam schuldet uns eine Entschuldigung", sagte die 23-Jährige Maggie Suen, die sich ebenfalls dem Protestmarsch angeschlossen hatte.

Mit einer weißen Blumen gedachten am Sonntag viele Menschen eines am Vortag gestorbenen Demonstranten. Hongkongs Polizei teilte auf Anfrage mit, dass es sich um einen Selbstmord gehandelt habe. Wie lokale Medien berichteten, war der Mann am Samstag auf ein Baugerüst an einem Einkaufszentrum geklettert, wo er zunächst Protestbanner gegen das Gesetz für Auslieferungen an China und Regierungschefin Lam anbrachte.

Nachdem er mehrere Stunden auf dem Gerüst ausgeharrt hatte, kletterte er über die Brüstung und stürzte in die Tiefe. Zuvor versuchten Rettungskräfte den 35-Jährigen zu überzeugen herunterzuklettern. Auf Fotos ist ein gelbes Luftkissen zu sehen, dass die Feuerwehr vor dem Gerüst entfaltet hatte. Hongkonger legten später Blumen vor dem Einkaufszentrum nieder.

Regierungschefin Lam machte am Samstag deutlich, dass das Gesetz nicht komplett vom Tisch ist. Es seien jedoch weitere Beratungen notwendig. "Wir haben nicht die Absicht, eine Frist für diese Arbeit festzulegen", sagte sie.

Lam argumentierte bislang, das Gesetz sei notwendig, um "Schlupflöcher" zu schließen. Hongkong dürfe kein sicherer Hafen für Kriminelle sein. Das Gesetz würde Überstellungen mutmaßlicher Straftäter an China und andere Länder ermöglichen, mit denen Hongkong bisher kein Auslieferungsabkommen hat. Es wurde auf einen Fall verwiesen, bei dem ein Mann seine schwangere Freundin in Taiwan umgebracht hatte, aber nicht von Hongkong ausgeliefert werden konnte.

Das demokratische Taiwan hat aber bereits angekündigt, keine Auslieferungen beantragen zu wollen, weil es das Gesetz ebenfalls für bedenklich hält.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger nach dem Grundgesetz der chinesischen Sonderverwaltungsregion das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit./jpt/ejh/smu/DP/fba

16.06.2019

ROUNDUP: Riesige Menschenmenge in Hongkong marschiert gegen Regierung

HONGKONG (dpa-AFX) - Nach neuen Protesten von Hunderttausenden Menschen hat sich die Regierungschefin von Hongkong, Carrie Lam, bei den Bürgern der Stadt entschuldigt. Bereits zuvor hatte Lam am Samstag ein umstrittenes Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Straftäter an China auf Eis gelegt, aber das beruhigte die Lage nicht. Am Sonntag zog erneut ein riesiger Protestzug durch die Finanzmetropole. Die weitgehend schwarz gekleideten Demonstranten forderten, dass Lam das Gesetzesvorhaben ganz aufgibt und außerdem zurücktritt.

Sie wolle "aufrichtig und demütig" Kritik annehmen und Verbesserungen im Dienste der Öffentlichkeit erzielen, hieß es in einer Mitteilung von Lam am Sonntag. Die Regierung habe verstanden, dass viele Menschen aus "Sorge und Liebe" zu Hongkong gegen das Gesetz auf die Straße gegangen seien. Am Donnerstag hatte Lam die Proteste noch als "Aufruhr" und "eindeutig organisiert" bezeichnet. Für diese Äußerungen oder die Polizeigewalt entschuldigte sie sich nicht.

Die heute 62-Jährige ist seit Juli 2017 im Amt. Sie ist die erste Regierungschefin in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Den Amtseid nahm ihr Chinas Präsident Xi Jinping ab. Peking drückte am Samstag für die Entscheidung Lams "Unterstützung, Respekt und Verständnis" aus, wie es in einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums hieß.

Nach Massenprotesten in den vergangenen Tagen hatte Lam am Samstag angekündigt, Beratungen über das Gesetz vorerst auszusetzen. Eigentlich sollte die Peking-treue Parlamentsmehrheit das Gesetz am kommenden Donnerstag annehmen. Lam begründete ihre Entscheidung damit, dass es in der Öffentlichkeit immer noch Bedenken und Zweifel an der Gesetzesvorlage gebe. Außerdem müsse wieder Ruhe in die Stadt einziehen.

Das Auslieferungsgesetz würde Hongkongs Behörden erlauben, von China verdächtigte und gesuchte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. Kritiker warnen, Chinas Justiz sei nicht unabhängig und diene als Werkzeug der politischen Verfolgung. Auch drohten Folter und Misshandlungen.

"Diese Gesetzesvorlage wird Auswirkungen auf Hongkongs Zukunft haben, und ich bin erst 19 Jahre alt", sagte Demonstrantin Christy Cheng. "Ich denke, Carrie Lam schuldet uns eine Entschuldigung", sagte die 23-Jährige Maggie Suen, die sich ebenfalls dem Protestmarsch angeschlossen hatte.

Bei einem Massenprotest vor einer Woche hatten nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen Hunderttausenden und einer Million Hongkonger gegen das Vorhaben der Regierung demonstriert. Es war nach Einschätzung von Beobachtern die größte Demonstration in Hongkong seit dem Protest gegen die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung in Peking vor drei Jahrzehnten am 4. Juni 1989. Danach kam es am Mittwoch zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, bei denen 81 Menschen verletzt wurden.

Mit einer weißen Blumen gedachten am Sonntag viele Menschen eines am Vortag gestorbenen Demonstranten. Hongkongs Polizei teilte auf Anfrage mit, dass es sich um einen Selbstmord gehandelt habe. Wie lokale Medien berichteten, war der Mann am Samstag auf ein Baugerüst an einem Einkaufszentrum geklettert, wo er zunächst Protestbanner gegen das Gesetz für Auslieferungen an China und Regierungschefin Lam anbrachte.

Nachdem er mehrere Stunden auf dem Gerüst ausgeharrt hatte, kletterte er über die Brüstung und stürzte in die Tiefe. Zuvor versuchten Rettungskräfte den 35-Jährigen zu überzeugen herunterzuklettern. Auf Fotos ist ein gelbes Luftkissen zu sehen, dass die Feuerwehr vor dem Gerüst entfaltet hatte. Hongkonger legten später Blumen vor dem Einkaufszentrum nieder.

Regierungschefin Lam machte am Samstag deutlich, dass das Gesetz nicht komplett vom Tisch ist. Es seien jedoch weitere Beratungen notwendig. "Wir haben nicht die Absicht, eine Frist für diese Arbeit festzulegen", sagte sie.

Lam argumentierte bislang, das Gesetz sei notwendig, um "Schlupflöcher" zu schließen. Hongkong dürfe kein sicherer Hafen für Kriminelle sein. Das Gesetz würde Überstellungen mutmaßlicher Straftäter an China und andere Länder ermöglichen, mit denen Hongkong bisher kein Auslieferungsabkommen hat. Es wurde auf einen Fall verwiesen, bei dem ein Mann seine schwangere Freundin in Taiwan umgebracht hatte, aber nicht von Hongkong ausgeliefert werden konnte.

Das demokratische Taiwan hat aber bereits angekündigt, keine Auslieferungen beantragen zu wollen, weil es das Gesetz ebenfalls für bedenklich hält.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger nach dem Grundgesetz der chinesischen Sonderverwaltungsregion das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit./jpt/ejh/smu/DP/fba

16.06.2019

USA wollen internationale Partner gegen den Iran in Stellung bringen

WASHINGTON/BRÜSSEL/RIAD (dpa-AFX) - Die US-Regierung will internationale Partner davon überzeugen, dass der Iran hinter den mutmaßlichen Attacken auf zwei Tanker im Golf von Oman steckt. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Sonntag in mehreren Interviews, es gebe keinen Zweifel, dass der Iran für die Attacken verantwortlich sei. Er habe zu dieser Frage am Wochenende mit diversen Kollegen telefoniert und sei zuversichtlich, dass auch andere die Bedrohung durch Teheran verstehen werden. "Die Welt muss sich vereinen gegen die Bedrohung durch die Islamische Republik Iran", mahnte er. Bislang haben sich nur Großbritannien und Saudi-Arabien in der Frage öffentlich an die Seite der Amerikaner gestellt. Der Iran weist die Anschuldigungen deutlich zurück.

Die beiden Tanker waren am Donnerstagmorgen bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Die "Front Altair" einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous" berichtete von zwei Detonationen. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar.

Die USA machten den Iran noch am Donnerstag für die mutmaßlichen Attacken verantwortlich. US-Präsident Donald Trump untermauerte die Sichtweise am Freitag und sagte in einem Interview mit dem Sender Fox News: "Der Iran hat es getan."

Pompeo legte nun nach. Zahlreiche Geheimdienstinformationen belegten, dass es sich um Angriffe durch den Iran handele, sagte er am Sonntag dem Sender Fox News - ohne aber Details zu nennen. Pompeo warf dem Iran vor, auf eine Eskalation hinzuarbeiten. Die US-Regierung werde Provokationen aus Teheran nicht hinnehmen. Zu möglichen Handlungsoptionen wollte sich Pompeo nicht weiter äußern. Er betonte: "Wir wollen keinen Krieg." Die US-Regierung werde weiter über Wirtschaftssanktionen Druck auf den Iran ausüben. In einem Interview mit dem Sender CBS schloss er eine militärische Reaktion aber ausdrücklich nicht aus. Auf die Frage, ob dies zu den möglichen Optionen gehöre, sagte er: "Natürlich."

Die britische Regierung und die saudische Führung sprangen den Amerikanern öffentlich zur Seite. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman machte den Iran in einem Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" für die Attacken verantwortlich.

Der Iran wies die Anschuldigungen zurück und sprach von grundlosen Unterstellungen. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warf den USA dagegen vor, die Vorfälle als Vorwand zu nehmen. Schon zuvor hatte der Iran angedeutet, dass die USA und ihre Alliierten selbst für die Angriffe verantwortlich sein könnten und sie Teheran in die Schuhe schieben wollten, um einen militärischen Konflikt zu provozieren und einen Regimewechsel im Iran zu erreichen.

Die US-Regierung hatte kurz nach den Zwischenfällen ein Video präsentiert, das nach der Explosion aufgenommen worden sein soll. Es soll zeigen, wie ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarden auf den Tanker "Kokuka Courageous" zufährt und die Besatzung eine nicht explodierte Haftmine vom Tankerrumpf entfernt. Eine mögliche Erklärung wäre demnach, dass der Sprengstoff geborgen werden sollte, um Spuren zu beseitigen.

Ein klarer Beweis ist das Video aber nicht. Die US-Regierung stellte in Aussicht, weitere Belege für ihre Einschätzung veröffentlichen zu wollen, um international Konsens in der Frage herzustellen. Viele internationale Partner hielten sich mit Schuldzuweisungen bislang zurück und forderten eine genaue Untersuchung der Zwischenfälle.

Auch Papst Franziskus äußerte sich am Sonntag beunruhigt angesichts der wachsenden Spannungen und rief dazu auf, diplomatische Mittel zu nutzen, um die komplexen Probleme in der Region zu lösen.

Die Außenminister der EU-Staaten werden am Montag in Luxemburg über die Lage im Nahen Osten beraten - und über die Frage, ob sich die EU der Einschätzung der USA anschließen sollte. Bislang hat sie das nicht getan, sondern nur alle Seiten dazu aufgerufen, größtmögliche Zurückhaltung walten zu lassen und Provokationen zu vermeiden.

Sollte sich die EU der US-Einschätzung anschließen, könnte sich die Frage nach neuen Sanktionen gegen den Iran stellen. Eigentlich will die EU eine weitere Eskalation der Lage vermeiden, um die Chance auf eine Rettung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran zu wahren. Dies sieht vor, dass das Land seine atomaren Aktivitäten so beschränkt, dass es keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug wurde die Aufhebung von Sanktionen zugesagt.

Die US-Regierung war im Vorjahr im Alleingang aus dem Atomabkommen ausgestiegen. Sie versucht, Teheran mit Wirtschaftssanktionen unter Druck zu setzen, um ein neues, strengeres und erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran lehnt das bislang ab.

Die betroffene Meerenge im Golf von Oman, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff./jac/jku/aha/DP/fba

16.06.2019

ROUNDUP 2: Blackout im Südwinter - Argentinien und Uruguay ohne Strom

(durchgehend aktualisiert)

BUENOS AIRES/MONTEVIDEO (dpa-AFX) - Züge blieben stehen, U-Bahnen fuhren nicht mehr, die Ampeln fielen aus: In Teilen Südamerikas ist es am Sonntag zu einem massiven Stromausfall gekommen. Ganz Argentinien und Uruguay seien nach einer schweren Störung im Verbundsystem ohne Elektrizität, teilte der argentinische Energieversorger Edesur am Morgen (Ortszeit) auf Twitter mit. Argentinien hat mehr als 44 Millionen Einwohner, Uruguay rund 3,3 Millionen.

Laut Edesur begann der Blackout um 7.07 Uhr Ortszeit (12.07 MESZ), gut 50 Minuten vor Sonnenaufgang. Auf der Südhalbkugel der Erde beginnt jetzt der Winter, zum Teil wird auch mit Strom geheizt. Die Ursache der Havarie war zunächst noch unklar. Im Netz der Hauptstadt und des Großraums Buenos Aires begann der Strom nach einigen Stunden wieder zu fließen. Die Normalisierung sollte laut Edesur aber mehr als sechs Stunden dauern.

Argentinien, wo im Herbst Präsidentschaftswahlen stattfinden, leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Die Infrastruktur gilt als marode. Lokale Stromausfälle sind häufig - allerdings eher in den Sommermonaten, wenn Klimaanlagen die Netze überlasten. Der Unterstaatssekretär für Zivilschutz, Daniel Russo, sagte in Radio Mitre, dies sei ein Ausfall in einem für Argentinien beispiellosen Ausmaß.

In vier argentinischen Provinzen standen am Sonntag Gouverneurswahlen an. In Santa Fé, San Luis und Formosa wurde der Beginn durch den Stromausfall verzögert. In Feuerland gab es keinen Ausfall.

Entgegen der Mitteilung von Edesur war der Ausfall in Argentinien anscheinend nicht flächendeckend. Die Zeitung "La Nación" berichtete von Ausfällen in der Hauptstadt Buenos Aires und in verschiedenen Provinzen des Landes. Die Tageszeitung "Clarín" meldete, Züge seien abrupt gestoppt worden, und auch die Metro funktionierte nicht. Die Verkehrsampeln blieben aus. Die meisten Krankenhäuser versorgten sich anscheinend über Generatoren.

Der uruguayische Versorger UTE meldete auf Twitter, dass ein Schaden im argentinischen Netz sich auf das Verbundsystem ausgewirkt habe, so dass das eigene Staatsgebiet ganz ohne Strom war. Nach rund drei Stunden sei der Versorgung nördlich des Río Negro, an Teilen der Südküste und im Großraum Montevideo wieder hergestellt worden.

Nach Medienberichten gab es auch in Teilen Brasiliens, Chiles und Paraguays Stromausfälle. Das Departement Misiones im Süden Paraguays konnte nach 40 Minuten wieder angeschlossen werden, weil das Netz mit dem brasilianischen Wasserkraftwerk Itaipú verbunden wurde. Aus Chile berichtete der Sender Radio Cooperativa, dass sich der dortige Stromausfall schon vor dem argentinischen ereignet habe und behoben wurde.

Uruguay ist mit Argentinien über das gemeinsame Kraftwerk Salto Grande auf dem Uruguay-Fluss verbunden, 350 Kilometer nördlich von Buenos Aires. Paraguay teilt sich mit Argentinien das Kraftwerk Yaciretá auf dem Paraná-Fluss.

Auf Twitter äußerten sich Betroffene unter Hashtags wie "SinLuz" (Ohne Licht). Einige zogen Vergleiche zum darniederliegenden Krisenland Venezuela, wo es in jüngster Zeit immer wieder Stromausfälle gab. "Mit (Präsident) Macri sind wir lediglich Venezuela", schrieb ein Nutzer. Andere fragten, wie es sein könne, dass das Internet funktioniere, obwohl kein Strom da sei. Wieder andere mahnten, vorsichtig zu fahren.

Südlich von Buenos Aires an der Küste sei es kalt, berichtete die Augenzeugin Sara der Deutschen Presse-Agentur. Die Ampeln funktionierten nicht, auch könne man nicht tanken. "Es ist sehr merkwürdig, so massiv war es noch nie", sagte die junge Frau./blu/DP/fba

16.06.2019

Hongkongs Regierungschefin entschuldigt sich nach Massenprotesten

HONGKONG (dpa-AFX) - Die in Bedrängnis geratene Regierungschefin von Hongkong, Carrie Lam, hat sich bei den Bürgern der Stadt entschuldigt. Die 62-Jährige hatte am Samstag nach Massenprotesten ein umstrittenes Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Straftäter an China zwar auf Eis gelegt, aber das beruhigte die Lage nicht. Am Sonntag folgte der nächste Massenprotest. Demonstranten verlangten unter anderem, dass Lam das Gesetzesvorhaben ganz aufgibt und zurücktritt.

Sie wolle "aufrichtig und demütig" Kritik annehmen und Verbesserungen im Dienste der Öffentlichkeit erzielen, hieß es in einer Mitteilung von Lam am Sonntag. Die Regierung habe verstanden, dass viele Menschen aus "Sorge und Liebe" zu Hongkong gegen das Gesetz auf die Straße gegangen seien. Am Donnerstag hatte Lam die Proteste noch als "Aufruhr" und "eindeutig organisiert" bezeichnet.

Nach Massenprotesten in den vergangenen Tagen hatte Lam am Samstag angekündigt, Beratungen über das Gesetz vorerst zu stoppen, aber nicht ganz aufzugeben./jpt/ejh/smu/DP/fba

16.06.2019

Norwegischer Tanker nähert sich Emiraten

OSLO (dpa-AFX) - Der am Donnerstag im Golf von Oman durch eine Explosion beschädigte norwegische Öltanker "Front Altair" nähert sich den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Tanker werde zum Offshore-Gebiet Fudschaira geschleppt, teilte die Reederei Frontline am Sonntag mit. Erste Untersuchungen an Bord liefern, es seien aber noch keine "Hotspots" identifiziert.

Der norwegische Tanker war am Donnerstag ebenso wie der japanische Tanker "Kokuka Courageous" im Golf von Oman möglicherweise angegriffen worden. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich. Der Iran weist die Vorwürfe zurück.

Die 23 Besatzungsmitglieder der "Front Altair" waren alle von einem Frachter gerettet und zunächst im Iran ann Land gebracht worden. Am Samstagabend trafen sie in Dubai ein./lsm/DP/fba

16.06.2019

Argentinischer Stromversorger: Normalisierung dauert noch Stunden

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - In Argentinien wird nach dem schweren Stromausfall vom Sonntag die Elektrizitätsversorgung langsam wieder hergestellt. Die ersten 34 000 Kunden seien zurück am Netz, meldete der Energieversorger Edesur auf Twitter. Im Netz der Hauptstadt und des Großraums Buenos Aires beginne der Strom wieder zu fließen. Der Prozess der Normalisierung werde noch einige Stunden dauern.

In weiten Teilen Argentiniens war am Sonntagmorgen (Ortszeit) der Strom ausgefallen. Durch das Verbundsystem war auch das kleine Nachbarland Uruguay ohne Strom./blu/DP/fba

16.06.2019

ROUNDUP: Blackout in Südamerika - Argentinien und Uruguay ohne Strom

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - In Teilen Südamerikas ist es am Sonntag zu einem massiven Stromausfall gekommen. Ganz Argentinien und Uruguay seien nach einer schweren Störung im Verbindungssystem ohne Elektrizität, teilte der argentinische Energieversorger Edesur auf Twitter mit. Die beiden Nachbarländer haben zusammen rund 48 Millionen Einwohner.

Laut Medien begann der Blackout um 7.07 Uhr Ortszeit (12.07 MESZ). Auf der Südhalbkugel der Erde beginnt jetzt der Winter, in den betroffenen Ländern wird viel mit Strom geheizt. Unklar war am Sonntag zunächst das ganze Ausmaß des Stromausfalls. Argentinien, wo im Herbst Präsidentschaftswahlen stattfinden, leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Die Infrastruktur gilt als marode.

Entgegen der Mitteilung von Edesur war der Ausfall womöglich nicht flächendeckend. Die argentinische Zeitung "La Nación" berichtete von Ausfällen in der Hauptstadt Buenos Aires und in verschiedenen Provinzen des Landes. Auch Teile Brasiliens und Chiles seien betroffen. Laut BBC gab es außerdem in Paraguay Stromausfälle. Die argentinische Tageszeitung "Clarín" berichtete, Züge seien abrupt gestoppt worden, auch die Metro funktionierte nicht.

Das argentinische Energieministerium teilte mit, dass die Behörden die genauen Ursachen des Ausfalls untersuchten. In den Regionen Cuyo, Nordwest und Comahue habe die Wiederherstellung der Versorgung schon begonnen. Es werde Stunden dauern, bis überall wieder Strom fließe. Die uruguayische Energiebehörde UTE teilte laut "La Nación" mit, dass ein Fehler im argentinischen Netz das Verbundsystem in Mitleidenschaft gezogen habe und das ganze Land ohne Strom sei.

Auf Twitter zogen argentinische Nutzer Vergleiche zu Venezuela, wo es seit März 2019 immer wiederkehrende Stromausfälle gab. "Mit (Präsident) Macri sind wir lediglich Venezuela", schrieb ein Nutzer. Andere fragten, wie es sein könne, dass das Internet funktioniere, obwohl kein Strom da sei. Wieder andere mahnten, vorsichtig zu fahren, da auch Ampeln nicht funktionierten.

Südlich von Buenos Aires an der Küste sei es kalt, berichtete eine Augenzeugin namens Sara der Deutschen Presse-Agentur. Die Ampeln funktionierten nicht, auch könne man nicht tanken. "Es ist sehr merkwürdig, so massiv war es noch nie", sagte die junge Frau./blu/DP/fba

16.06.2019

Bericht: Beibehaltung des Soli trifft vor allem die Wirtschaft

BERLIN (dpa-AFX) - Die geplante Beibehaltung des Solidaritätszuschlags für die obersten zehn Prozent der Steuerzahler trifft einem Medienbericht zufolge vor allem Unternehmen und Selbstständige. Das geht nach Angaben der "Wirtschaftswoche" aus Zahlen des Bundesfinanzministeriums hervor.

Danach zählen zu den obersten zehn Prozent 572 000 Mittelständler, die neben der Einkommensteuer von 58 Milliarden Euro in diesem Jahr voraussichtlich 3,1 Milliarden Euro Soli zahlen. Betroffen sind dem Bericht zufolge auch 72 000 Kapitalgesellschaften, die neben 75 Milliarden Euro Körperschaft- und Gewerbesteuer auch 2,4 Milliarden Euro Soli berappen.

Die Spitzen der Koalitionsfraktionen von Union und SPD hatten am Freitag beschlossen, an der Abschaffung des Solidaritätszuschlags für lediglich 90 Prozent der Steuerzahler festzuhalten - wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Dieser Schritt soll ab 2021 greifen. Zuletzt war aus der Union die Forderung nach einer kompletten Abschaffung des Soli gekommen.

Kritik an dem Koalitionsbeschluss übte die Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag, Bettina Stark-Watzinger (FDP). Betroffen seien nicht nur die Reichen, "sondern zu mehr als der Hälfte Unternehmen und Selbstständige", sagte sie der "Wirtschaftswoche". FDP-Fraktionsvize Christian Dürr erklärte: "Wieder einmal wird deutlich: Entlastungen sind für die Union immer Wahlkampfthema, aber nie Regierungsthema."

Der Solidaritätszuschlag wird in der heutigen Form seit 1995 auf Einkommens-, Lohn-, Kapitalertrags-, Abgeltungs- (seit 2009) und Körperschaftsteuer erhoben. Er wurde kurz nach der deutschen Einheit eingeführt und sollte den wirtschaftlichen Aufbau in den neuen Bundesländern mitfinanzieren.

Der Soli wird heute mit 5,5 Prozent veranschlagt, wird in Ost und West erhoben und kommt allein dem Bund zu - nicht etwa nur den neuen Ländern. Nach der jüngsten Steuerschätzung vom Mai werden dieses Jahr Einnahmen des Bundes von 19,4 Milliarden Euro aus dem Soli erwartet./wn/DP/fba

16.06.2019

Experten: Digitalisierung wandelt Geschlechterrollen und Integration

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die zunehmenden Digitalisierungsprozesse in der Gesellschaft können Geschlechtergerechtigkeit und Integration befördern, bergen aber auch viel sozialen Sprengstoff. Darauf weisen Wissenschaftler und IT-Experten in schriftlichen Stellungnahmen an den Düsseldorfer Landtag hin. Eine Enquete-Kommission des Parlaments wird sich am Montag mit der geschlechter- und integrationspolitischen Dimension der Digitalisierung beschäftigen.

Im Bereich Pflege und Gesundheit sei in den nächsten Jahren - auch verstärkt durch den Fachkräftemangel - eine Aufwertung nicht automatisierbarer Tätigkeiten zu erwarten, prognostiziert die Soziologin Andrea Bührmann. Andrerseits drohe weitere Ausbeutung insbesondere weiblicher Pflegekräftige mit Migrationshintergrund.

"Normalbeschäftigungsverhältnisse" lösten sich langsam auf, stellt die Direktorin des Göttinger Instituts für Diversitätsforschung fest. Ersetzt würden sie zunehmend "durch ein Dreiecksverhältnis bestehend aus Arbeitnehmer*in, Vermittlungsplattform und Arbeitsgeber*in". Weltweit werde bereits von etwa 2300 solcher Online-Job-Plattformen ausgegangen, davon etwa 65 in Deutschland.

Dabei habe eine von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte Studie zutage gefördert: Jeder dritte Befragte, der sein Haupteinkommen über Online-Jobs erzielte, hat sich nicht gegen Krankheit und Arbeitslosigkeit versichert. Weitere 47 Prozent sorgten nicht für ihre Altersrente. Hier sei einer drohenden Verarmung vorzubauen, warnte die Wissenschaftlerin.

Der digitale Wandel könne in Deutschland bis 2025 etwa 1,5 Millionen Arbeitsplätze kosten, genauso viele könnten aber auch neu entstehen: etwa in der IT-Branche, im Gesundheits- und Dienstleistungssektor. Nach Prognosen des Bundesarbeitsministeriums werde der Gesundheitsbereich bis 2035 die Branche mit den meisten Erwerbstätigen sein. "Im Zuge dieser Entwicklung müssen etwa 300 000 Personen ihr Tätigkeitsfeld verändern", bilanzierte Bührmann. Deshalb sei gezielte Fortbildung unerlässlich.

Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht schon im Elternhaus Handlungsbedarf, damit der Transformationsprozess auch zu mehr Geschlechtergerechtigkeit führt. Bislang seien bundesweit nur 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Berufsfeld Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) weiblich, hält der Volkswirt Axel Plünnecke fest. NRW liegt mit 13 Prozent am unteren Ende, wie der Wissenschaftler dokumentiert.

Studien zeigten, dass Eltern die mathematischen Fähigkeiten ihrer Töchter schon in der Grundschule negativer beurteilten als Eltern von Söhnen. Durch die ganze folgende Schulzeit ziehe sich im Schnitt eine pessimistischere Selbsteinschätzung von Mädchen bezüglich ihrer Mathe-Kompetenzen - selbst wenn sie gleiche Leistungen bringen wie ihre Schulkameraden.

Wissenschaftler folgerten daraus, "dass die frühen Unterschiede im Selbstbild eine Ursache für den Frauenmangel in MINT-Berufen sein können". Die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Berufswahl manifestierten sich auch in Lohnunterschieden, denn Kompetenzen in Informations- und Kommunikationstechnologien würden im Arbeitsmarkt höher honoriert. Daher sei es wichtig, dass Eltern und Schulen bei Mädchen ebenso wie bei Jungen mathematische Fähigkeiten förderten und sie ermutigten, betont Plünnecke.

Trügerisch sei die Annahme, dass Internet-Jobs oder Arbeit von zu Hause aus automatisch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessere, warnt der Wissenschaftler. "Wer internetgestützt räumlich und zeitlich flexibel arbeitet, hat zwar mehr Zeitsouveränität im beruflichen Alltag, erfüllt aber im Gegenzug während der Freizeit beziehungsweise zu Tageszeiten, die üblicherweise für private Aktivitäten reserviert sind, auch signifikant häufiger berufliche Aufgaben." Das berge Konfliktpotenzial.

Zudem zeigten Studien, dass Männer die gewonnene Zeitautonomie durch weniger Präsenzpflichten in einem Firmengebäude "in der Regel für noch mehr Erwerbsarbeit nutzen", während Frauen sie eher in Familie und Privatleben investierten, merkt die Soziologin Bührmann an.

Positive Auswirkungen des digitalen Wandels erwartet der private Digitalisierungsdienstleister LambdaQoppa Enterprise für Migranten und für Behinderte. Menschen mit Einschränkungen, Behinderungen oder Sprachbarrieren könnten von automatischen Übersetzungen, mehrsprachigen Angeboten und digitalen Hilfen aller Art profitieren, heißt es in der Stellungnahme des Startup-Unternehmens. Vom digital erstellten Lebenslauf - oft eine riesige Hürde für Eingewanderte oder Geflüchtete - bis hin zur Arbeit über Sprachbefehle könne der Weg in den Arbeitsmarkt für viele jetzt "Benachteiligte oder Abgehängte" zielgruppengerecht geebnet werden./beg/DP/fba

14.06.2019

AKTIEN IM FOKUS: Broadcom-Umsatzwarnung zieht US-Halbleitersektor herunter

NEW YORK (dpa-AFX) - Eine gekappte Umsatzprognose von Broadcom hat am Freitag die Halbleiterbranche belastet. Der Sektor steht schon seit Wochen unter Druck. Der US-chinesische Handelskonflikt hinterlässt seine Spuren, auch bei Broadcom.

Ablesen lässt sich die schwache Entwicklung der Branche am Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der die 30 wichtigsten Werte der US-Chipindustrie enthält und seit Anfang Mai fast 14 Prozent eingebüßt hat.

Die Broadcom-Aktien rutschten am Freitag in der Spitze bis auf 257,47 Dollar ab. Zuletzt standen sie noch fast 7 Prozent tiefer und kosteten 262,88 Dollar. Die Anfang Juni gestartete Erholung, die die Anteile bis Anfang dieser Woche noch auf über 291 Dollar steigen ließ, ist damit größtenteils dahin.

Analysten waren von dem zurückgenommenen Umsatzziel für das laufende Jahr an sich weniger überrascht, eher vom Ausmaß der Prognosesenkung. Mehrere Analysten senkten nun ihre Kursziele für die Broadcom-Papiere.

Ross Seymore von der Deutschen Bank etwa senkte es von 330 auf 315 US-Dollar. Die Umsatzkürzung sei überraschend deutlich ausgefallen. Der Schritt spiegele nicht nur die erwartungsgemäß reduzierten Prognosen im Zusammenhang mit dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei wider, sondern auch vorsichtigere Annahmen für das allgemeine Geschäftsumfeld.

Ähnlich argumentierte Analyst Toshiya Hari von der US-Investmentbank Goldman Sachs: Die Maßnahme falle deutlicher als erwartet aus und sei eine Enttäuschung. Die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bewertet er aber weiter positiv. Hari betonte zudem das angesichts gesunkener Bewertungskennziffern verbesserte Chance-Risiko-Profil der Aktie, nahm sein Kursziel bei unveränderter "Neutral"-Einstufung aber von 300 auf 290 Dollar zurück.

An der New Yorker Technologiebörse Nasdaq verbuchten am Freitag im Sog der Broadcom-Verluste alle namhaften Konzerne aus der Branche hohe Verluste. Um jeweils mehr als 3 Prozent sanken Advanced Micro Devices und Texas Instruments . Annähernd 3 Prozent verloren NXP Semiconductors und Xilinx. Micron Technology und Lam Research standen mehr als 2 Prozent tiefer und Intel mehr als 1 Prozent./ajx/fba

14.06.2019

IPO/AKTIE IM FOKUS: Fulminanter Börsenstart für Chewy - Erster Kurs 36 US-Dollar

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Ein exzellentes Börsendebüt hat am Freitag der US-amerikanische Online-Tierbedarfshändler Chewy hingelegt. Mit 36 US-Dollar lag der erste Kurs um 14 Dollar über dem Ausgabepreis. Zuletzt stieg die Aktie auf 41 Dollar.

Schon der Ausgabepreis von 22 Dollar war deutlich höher als zuvor angepeilt. Das Unternehmen hatte erst am Mittwoch die Preisspanne auf 19 bis 21 Dollar hochgesetzt von zuvor 17 bis 19 Dollar.

Die Chewy-Aktie wird nach Einschätzung von Analysten künftig auch ein wichtiger Indikator für die Bewertung des deutschen Rivalen Zooplus .

Der Chewy-Börsengang färbte in dieser Woche bereits auf die Branche ab: Die Papiere von Zooplus stiegen in der laufenden Woche um mehr als 17 Prozent. An diesem Freitag standen sie zuletzt 6 Prozent höher./ajx/jha/

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14.06.2019

AKTIE IM FOKUS: Bechtle gehen in die Knie - Abnehmende Umsatzdynamik droht

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine offenbar nachlassende Umsatzdynamik hat die Bechtle-Aktie am Freitag deutlich belastet. Die Titel des IT-Dienstleisters weiteten ihr anfängliches Minus aus und büßten zuletzt über neun Prozent auf 96,50 Euro ein. Laut Aussagen von Vorstandschef Thomas Olemotz in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg dürfte das Umsatzwachstum aus eigener Kraft im laufenden Jahr nur im einstelligen Bereich liegen, nachdem es 2018 und im ersten Quartal 2019 noch über 15 Prozent erreicht hatte. Schuld sei die schwächelnde Konjunktur.

Die Aussagen klängen erst einmal sehr vorsichtig, kommentierte Experte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel. Die Anleger interpretierten das nachlassende Umsatzwachstum und das Nichterreichen der Prognose für das Vorsteuerergebnis 2020 als "Gewinnwarnung".

Doch auf den zweiten Blick habe Olemotz nichts Neues gesagt, sondern bekräftigt, 2019 Umsatz und Ergebnis sehr deutlich zu steigern, betonte Altmann. Zudem gingen die Analystenerwartungen für 2020 auch noch gar nicht von der ursprünglich in Aussicht gestellten Vorsteuermarge von fünf Prozent aus, sondern eher von viereinhalb Prozent. Deshalb werde sich der Ausverkauf bei der zuletzt gut gelaufenen Aktie "als übertrieben herausstellen". Ende Mai hatte das Bechtle-Papier bei 110,80 Euro ein Rekordhoch erreicht./gl/jha/

14.06.2019

AB INBEV IM FOKUS: Hopfen und Malz beim Beck's-Brauer noch nicht verloren

FRANKFURT (dpa-AFX) - Beim Superbowl schlagen die Herzen der Fans nicht allein wegen des Kampfes um den unrunden Ball höher. Viele Zuschauer des größten sportlichen Ereignisses in den USA fiebern jedes Jahr der Werbung für Budweiser entgegen. Die Spots der Biermarke zum Ligafinale gelten längst als legendär und steigern den Durst der Football-Fans. Alles bestens also für den Brauerei-Giganten AB Inbev ?

DAS IST LOS IM KONZERN:

Auch der größte Bierproduzent der Welt hat mit der Abkehr der Konsumenten vom klassischen Massenbier zu kämpfen. Das gilt vor allem für den wichtigen US-Markt. Junge Menschen sind experimentierfreudig, werben auf Youtube, Facebook und Instagram für kleine, lokale Biersorten. Gesundheitsbewusste bevorzugen kalorienämere Biere. Auf diese Trends setzt auch AB Inbev. Zur seit 143 Jahren gebrauten Top-Marke Budweiser greifen die Käufer aber immer seltener.

Für Branchenriesen wie AB Inbev, Heineken und Carlsberg ist Bier ein Massengeschäft. AB Inbev produzierte im vergangenen Jahr 567 Millionen Hektoliter Bier. Das entspricht dem Fassungsvermögen einer größeren deutschen Talsperre. Die drei Top-Marken sind Budweiser, das mexikanische Corona und das belgische Stella Artois. Diese drei Marken trugen 2018 mit etwa einem Drittel zum gesamten Umsatzwachstum bei. In Deutschland steht AB Inbev hinter Marken wie Beck's, Hasseröder und Löwenbräu.

In Nordamerika war der Ausstoß 2018 rückläufig und auch die Gewinnmargen gaben nach. Der Konzern will nun unter einem neuen Management und mit einer neuen Strategie gegen Stagnation und Rückgang ansteuern. So sollen Premiummarken wie Michelob stärker zulegen. Gleiches gilt für das Segment Core+, in dem sich wachstumsträchtige Sorten wie Bud Light Orange oder das kalorienärmere Michelob Ultra finden. Sie kommen bei jüngeren Käufern deutlich besser an.

Doch der Konzern hat noch andere Baustellen. So drückte eine schwache Konjunktur 2018 in wichtigen Schwellenländern auf Umsatz und Gewinn. Von einem "schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" spricht das Unternehmen und nennt Südafrika, Argentinien und Brasilien. Das habe die Konsumenten zu Zurückhaltung bewogen. Brasilien steuert einen beachtlichen Anteil zum Gewinn des Konzerns bei. In Südafrika hatten leere Lager und höhere Steuern belastet.

Gegenwind bekommt der Konzern auch vom starken US-Dollar. Die US-Währung hat in den vergangenen Jahren vor allem zu den Devisen von Schwellenländern stark aufgewertet. Gerade diese zählen aber zu den wichtigsten Absatzmärkten von AB Inbev. Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte der Kosten von Bierbrauern in den Emerging Markets, die unmittelbar mit der Produktion zusammenhängen, in Dollar anfallen. Steigt dieser, steigen auch die Kosten.

Zudem gärt in der Bilanz ein Schuldenberg. Ende vergangenen Jahres schob das Unternehmen Schulden von mehr als 100 Milliarden Dollar vor sich her. Mit Spannung schauen die Märkte deshalb auf den Börsengang der Asien-Sparte namens Budweiser Brewing Company APAC. AB Inbev will einen Minderheitsanteil an der Börse in Hongkong platzieren und mit dem Erlös die Schulden abbauen und Zukäufe in der Region Asien-Pazifik finanzieren. Mit der Übernahme von SAB Miller Ende 2016 waren die Schulden stark gestiegen.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Angesichts dieser Gemengelage sind Analysten nicht eben berauscht. "Die Vorlieben der Konsumenten haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch geändert", sagte Analystin Andrea Teixeira von der Investmentbank JPMorgan. Während die Biernachfrage in den USA sinke, würden Spirituosen, Weine und auch die Alternative Cannabis beliebter. Vor allem Jüngere seien beim Alkoholkonsum nicht mehr so "loyal" zum bevorzugten Getränk wie frühere Generationen. Eine Rezession in den USA in Folge des Handelskriegs könnte dem Bierkonsum allerdings auf die Sprünge helfen.

Ein stärkerer Fokus auf Premiumbiere und neue Produkte könnten AB Inbev auf dem US-Markt wieder in die Spur bringen, sagte John Ennis von Goldman Sachs. Das habe sich in den vergangenen Quartalen schon angedeutet in Form weniger stark sinkender Margen. Biere wie Bud Light Orange, Budweiser Free und Michelob Ultra Pure Gold hätten dazu beigetragen. Mit der schrittweisen Verbesserung der Marktanteile dürfte sich auch die Stimmung an der Börse heben, prognostizierte der Experte.

Große Erleichterung könnte dem Unternehmen ein schwächerer Dollar bereiten. Denn während in den wichtigen Schwellenländern ein Großteil der Kosten in Dollar anfällt, sind die Erlöse in heimischer Währung. "Das gilt vor allem für Lateinamerika und Afrika", sagte Javier Gonzalez Lastra von der Berenberg Bank. Ihm zufolge dürfte AB Inbev 2019 in diesen beiden Regionen 61 Prozent des operativen Gewinns einfahren. Ein um 1 Prozent festerer Dollar schmälere den Gewinn um 1,5 Prozent. Entsprechend groß wäre der "Hebel" für den Profit, sollte der Greenback abwerten.

Mit Blick auf den Schuldenstand könnte zudem der Börsengang des Asien-Geschäfts etwas Druck vom Kessel nehmen. Euan McLeish vom Investmenthaus Bernstein schätzt, dass AB Inbev voraussichtlich im September ein Viertel der Tochter Budweiser Brewing Company APAC an die Börse bringt und damit 13 Milliarden US-Dollar einnimmt. Neben dem Abbau von Schulden dürften mit dem frischen Geld auch Zukäufe in der Region finanziert werden. Erste Akquisitionen könnte der Brauer sechs bis neun Monate nach dem Börsengang melden.

DAS MACHT DIE AKTIE:

In den vergangenen drei Jahren hatten die Aktionäre von AB Inbev selten Grund zum Anstoßen. Vom Herbst 2017 bis Anfang 2019 dürfte sich sogar ein veritabler Kater eingestellt haben. Kosteten die Papiere seinerzeit noch mehr als 100 Euro, so waren sie Anfang dieses Jahres mit gut 56 Euro fast für die Hälfte zu haben. Einen herben Schlag hatte die auch im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 enthaltene Aktie Ende Oktober erlitten, als das Management die Dividende kürzte und der Kurs um zehn Prozent abstürzte.

Vom Tief zu Jahresbeginn hat sich der Kurs mittlerweile wieder um mehr als ein Drittel erholt. Ende Februar hatte der Bierspezialist für 2019 wieder Wachstum in Aussicht gestellt. Das sorgte bei Investoren für bessere Laune. Zu den wieder aufgehellten Perspektiven in der Branche passten optimistische Prognosen des Kontrahenten Heineken für den Bierausstoß und die Preise 2019. Auch Heineken-Aktien sind seit Jahresbeginn um fast 30 Prozent geklettert. Der Optimismus von Anlegern schäumt noch nicht über, aber Besserung könnte in Sicht sein./bek/mif/jha/

14.06.2019

WDH/AKTIE IM FOKUS: Abstufung wirft Rheinmetall deutlich zurück

(Schreibfehler berichtigt.)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das tags zuvor noch vielversprechende Chartbild von Rheinmetall hat sich am Freitag angesichts der Furcht vor politischem Gegenwind deutlich eingetrübt. Nach einer skeptischen Studie der Investmentbank Oddo BHF mit dem Hinweis auf die Risiken der Veränderung der politischen Landschaft in Deutschland sackten die Papiere des Autozulieferers und Rüstungskonzerns um bis zu 5,7 Prozent auf 98,46 Euro ab, nachdem sie am Donnerstag noch mit 104,70 Euro auf das höchste Niveau seit einem Jahr vorgestoßen waren. Bis zum frühen Nachmittag dämmten die Rheinmetall-Aktien ihre Verluste aber auf rund 4 Prozent ein.

Oddo-BHF-Analyst Harald Eggeling sieht zunehmend mehr Belastungsfaktoren - insbesondere durch den starken Zuspruch für die Grünen als in Umfragen nun stärkste deutsche Partei. Sowohl für den Rüstungsbereich über eine möglicherweise restriktivere Praxis bei Rüstungsexporten als auch das auf den klassischen Verbrennungsmotor konzentrierte Autogeschäft sieht Eggeling deutlich Risiken bei einer Regierungsbeteiligung der Umweltpartei.

Aber auch beim Status Quo ist er für das Autogeschäft angesichts nochmals gesunkener globaler Pkw-Produktionszahlen pessimistisch und geht davon aus, dass die Jahresziele verfehlt werden. Eggeling schraubte sein Kursziel auf 89 Euro zurück und liegt damit nun am untersten Ende der Experten. Seine Einstufung lautet nun "Reduce".

Die politischen Risiken hält sein UBS-Kollege Sven Weier indes für übertrieben, und das nicht nur, weil die nächste Wahl erst im Herbst 2021 anstehe. Selbst wenn die aktuelle Regierung die Legislaturperiode nicht überstehe, gebe es hinsichtlich der deutschen Verteidigungsausgaben oder Rüstungsexporte unter einer möglichen Beteiligung der Umweltpartei keinen Grund zur Panik, so Weier. Ein jüngstes Presseinterview habe gezeigt, dass sich die Grünen nicht gegen eine moderne Armee stellten. Und Exporte in kritische Länder sieht er aktuell ohnehin nicht eingepreist.

Weier empfiehlt Rheinmetall-Papiere weiter mit einem Kursziel von 117 Euro zum Kauf und gehört damit eher zu den Optimisten der positiv eingestellten Experten./ag/mis

14.06.2019

AKTIE IM FOKUS: Abstufung wirft Rheinmetall deutlich zurück - Politische Sorgen

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das tags zuvor noch vielversprechende Chartbild von Rheinmetall hat sich am Freitag angesichts der Furcht vor politischem Gegenwind deutlich eingetrübt. Nach einer skeptischen Studie der Investmentbank Oddo BHF mit den Hinweis auf die Risiken der Veränderung der politischen Landschaft in Deutschland sackten die Papiere des Autozulieferers und Rüstungskonzerns um bis zu 5,7 Prozent auf 98,46 Euro ab, nachdem sie am Donnerstag noch mit 104,70 Euro auf das höchste Niveau seit einem Jahr vorgestoßen waren. Bis zum frühen Nachmittag dämmten die Rheinmetall-Aktien ihre Verluste aber auf rund 4 Prozent ein.

Oddo-BHF-Analyst Harald Eggeling sieht zunehmend mehr Belastungsfaktoren - insbesondere durch den starken Zuspruch für die Grünen als in Umfragen nun stärkste deutsche Partei. Sowohl für den Rüstungsbereich über eine möglicherweise restriktivere Praxis bei Rüstungsexperten als auch das auf den klassischen Verbrennungsmotor konzentrierte Autogeschäft sieht Eggeling deutlich Risiken bei einer Regierungsbeteiligung der Umweltpartei.

Aber auch beim Status Quo ist er für das Autogeschäft angesichts nochmals gesunkener globaler Pkw-Produktionszahlen pessimistisch und geht davon aus, dass die Jahresziele verfehlt werden. Eggeling schraubte sein Kursziel auf 89 Euro zurück und liegt damit nun am untersten Ende der Experten. Seine Einstufung lautet nun "Reduce".

Die politischen Risiken hält sein UBS-Kollege Sven Weier indes für übertrieben, und das nicht nur, weil die nächste Wahl erst im Herbst 2021 anstehe. Selbst wenn die aktuelle Regierung die Legislaturperiode nicht überstehe, gebe es hinsichtlich der deutschen Verteidigungsausgaben oder Rüstungsexporte unter einer möglichen Beteiligung der Umweltpartei keinen Grund zur Panik, so Weier. Ein jüngstes Presseinterview habe gezeigt, dass sich die Grünen nicht gegen eine moderne Armee stellten. Und Exporte in kritische Länder sieht er aktuell ohnehin nicht eingepreist.

Weier empfiehlt Rheinmetall-Papiere weiter mit einem Kursziel von 117 Euro zum Kauf und gehört damit eher zu den Optimisten der positiv eingestellten Experten./ag/mis

14.06.2019

ANALYSE-FLASH: JPMorgan senkt Ziel für Broadcom auf 350 Dollar - 'Overweight'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Broadcom angesichts einer Gewinnwarnung von 365 auf 350 US-Dollar gesenkt, die Einstufung aber auf "Overweight" belassen. Die Zielsenkung des Chipkonzerns sei dem schwächeren wirtschaftlichen Umfeld und den US-Sanktionen gegen Huawei geschuldet, schrieb Analyst Harlan Sur in einer am Freitag vorliegenden Studie. Eine starke Produktpipeline im Cloud-Bereich und bei anwendungsspezifische integrierten Schaltungen (ASIC) seien allerdings Lichtblicke für das Unternehmen./tih/bek

Veröffentlichung der Original-Studie: 13.06.2019 / 22:36 / BST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 14.06.2019 / 00:15 / BST

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14.06.2019

ANALYSE-FLASH: HSBC senkt Ziel für Telefonica Deutschland auf 2,80 Euro - 'Hold'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für Telefonica Deutschland nach Abschluss der 5G-Mobilfunkauktion in Deutschland von 3,10 auf 2,80 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Hold" belassen. Die Versteigerung koste die Netzanbieter mit rund 6,6 Milliarden Euro deutlich mehr als die von ihm erwarteten 4,9 Milliarden Euro, schrieb Analyst Christian Fangmann in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie. Bis 2023 dürfte sich an der Wettbewerbslage nicht viel ändern, danach könnte aber Telefonica Deutschland am stärksten vom Eintritt von 1&1 Drillisch als vierten Netzanbieter belastet werden. Die Telekom und Vodafone seien davon weniger betroffen./edh/tih

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.06.2019 / 04:02 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 14.06.2019 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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14.06.2019

ANALYSE-FLASH: DZ Bank senkt BASF auf 'Halten' und fairen Wert auf 63 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat BASF von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft und den fairen Wert von 76 auf 63 Euro gesenkt. Dem Chemiekonzern drohe eine Gewinnwarnung für 2019, schrieb Analyst Peter Spengler in einer am Freitag vorliegenden Studie. Er prognostiziert für das zweite Quartal eine weiterhin schwache Geschäftsentwicklung und sieht auch keine bedeutende Erholung im weiteren Jahresverlauf, sodass es zu befürchten sei, dass BASF das operative Gewinnziel (Ebit) im Gesamtjahr nicht erreichen kann. Der Experte reduzierte seine Gewinnschätzungen./edh/tih

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.06.2019 / 09:27 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 14.06.2019 / 09:41 / MESZ

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14.06.2019

AKTIEN IM FOKUS: Autobranche schwach - Evercore: China-Absatz 'erschreckend'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Kursverluste haben am Freitag die Aktien der deutschen Automobilhersteller erlitten. So verloren die Papiere von BMW , Daimler und Volkswagen zwischen 0,6 bis 1 Prozent. Aktien des Zulieferers Continental gaben um 1,3 Prozent nach.

Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore ISI machte in einer Studie auf einen erneut schwachen Automobilabsatz in China aufmerksam. So sei in den ersten neun Tagen im Juni der Absatz im Einzelhandel um 24 Prozent zurückgegangen und im Großhandel sogar um 48 Prozent.

Diese Zahlen seien "unglaublich" und "erschreckend". Der Rückgang sei erheblich stärker als Hersteller bislang prognostizierten./bek/zb

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