dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

15.08.2018

Finanzinvestor Cevian will bei Thyssenkrupp Einfluss ausweiten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Beim Industriekonzern Thyssenkrupp will der schwedische Finanzinvestor Cevian laut einem Pressebericht seinen Einfluss ausweiten. Cevian strebe dazu einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat an, schreibt die "Börsen-Zeitung" (Donnerstag) unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen aus dem engen Umfeld des Kontrollgremiums. Voraussichtlich zur nächsten Hauptversammlung des Industriekonzerns im Januar 2019 werde Cevian einen zweiten Vertreter einbringen.

Eine Gelegenheit dazu könnte sich dem Blatt zufolge aber auch schon früher bieten. Im Aufsichtsrat seien seit dem abrupten Rücktritt von Ex-Chefkontrolleur Ulrich Lehner im Juli und nach dem für Ende August geplanten Ausscheiden von Ex-Telekom-Chef René Obermann zwei Posten vakant. Für den Aufsichtsratsvorsitz suche der Nominierungsausschuss unter Leitung des Bochumer Professors Bernhard Pellens und unter Einbindung der beiden Großaktionäre extern einen unabhängigen Kandidaten, heißt es weiter. Den Platz von Obermann dagegen könnte nun offenbar Cevian besetzen.

Thyssenkrupp steht seit längerem unter Druck, bessere Ergebnisse zu liefern. Der fortgesetzte Konflikt mit Großaktionär Cevian sowie Uneinigkeit im Aufsichtsrat über die Strategie hatten zuletzt eine Führungskrise ausgelöst. Chef Heinrich Hiesinger sowie Aufsichtsratsvorsitzender Lehner warfen das Handtuch. Mitgründer des Finanzinvestors Cevian, Lars Förberg, forderte wiederholt mehr Freiraum für einzelne Sparten.

Dabei gab es zuletzt moderatere Töne, nachdem Förberg vorher Thyssenkrupp und die Führung um Hiesinger scharf kritisiert hatte. Weiteren Druck könnte der US-Hedgefonds und Thyssenkrupp-Großaktionär Elliott aufbauen, der ebenfalls eine Neuausrichtung fordert. Ebenso wie Cevian will aber auch er nicht von Zerschlagung reden. Dennoch geistert das Thema durch den Raum./jha/ck

15.08.2018

dpa-AFX Überblick: Ausgewählte ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN vom 15.08.2018

Jefferies senkt Bayer auf 'Hold' - Ziel runter auf 92 Euro

NEW YORK - Das Analysehaus Jefferies hat Bayer nach dem Schadenersatzurteil gegen die Konzerntochter Monsanto wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup (Glyphosat) von "Buy" auf "Hold" abgestuft. Das Kursziel reduzierte Analyst Ian Hilliker von 110 auf 92 Euro, wie aus einer am Mittwoch vorliegenden Studie hervorgeht. Das Urteil sei eine Überraschung. Der Kursrutsch erscheine zwar übertrieben, allerdings könnten bis zum Ergebnis der Berufung von Monsanto noch einige Monate vergehen. Investoren dürften angesichts der Unsicherheit über die endgültigen Auswirkungen für Bayer zunächst an der Seitenlinie bleiben.

Commerzbank hebt Puma auf 'Buy' - Ziel 525 Euro

FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Puma-Aktien um gleich zwei Stufen von "Reduce" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 400 auf 525 Euro angehoben. Puma sei die im Moment am stärksten wachsende Sportartikelmarke, schrieb Analyst Andreas Riemann in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Der jüngste Kursrückgang biete daher eine gute Gelegenheit, um Positionen in der Aktie aufzubauen.

Deutsche Bank bleibt trotz Türkei-Krise weiter positiv für Bankaktien

FRANKFURT - Trotz der aktuellen Türkei-Krise empfehlen die Experten der Deutschen Bank weiter eine Übergewichtung des europäischen Bankensektors . Die Turbulenzen in Folge des jüngsten Kursrutsches der türkischen Lira änderten nichts daran, dass sich das Wachstum in der Eurozone wieder beschleunigen sollte, schrieb Analyst Sebastian Raedler in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Insofern dürfte sich auch die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Region weiter verbessern, was sich besonders positiv in der Kursentwicklung der Banken niederschlagen würde.

DZ Bank senkt Symrise auf 'Verkaufen' und fairen Wert auf 66 Euro

FRANKFURT - Die DZ Bank hat Symrise nach Zahlen zum zweiten Quartal von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und den fairen Wert von 70 auf 66 Euro gesenkt. Der Aromen- und Duftstoffehersteller dürfte zwar angesichts des differenzierten Produktportfolios und der geplanten Kapazitätserweiterungen über das Jahr 2020 hinaus schneller wachsen als der relevante Markt, schrieb Analyst Thomas Maul in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Die insgesamt guten Perspektiven für den Konzern seien aber im Aktienkurs bereits mehr als eingepreist.

Credit Suisse senkt Ziel für Leoni auf 43 Euro - 'Neutral'

ZÜRICH - Die Schweizer Bank Credit Suisse hat das Kursziel für Leoni nach Zahlen zum zweiten Quartal von 53 auf 43 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Neutral" belassen. Der Kabelhersteller und Autozulieferer habe die Erwartungen verfehlt, schrieb Analyst Sascha Gommel in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Zudem habe sich das Unternehmen in der Telefonkonferenz im Anschluss an die Zahlenvorlage vorsichtig geäußert. Insofern reduzierte Gommel seine Prognosen bis 2020.

Warburg Research senkt Symrise auf 'Hold' - Ziel bleibt 84 Euro

HAMBURG - Das Analysehaus Warburg Research hat Symrise von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber auf 84 Euro belassen. Nach deutlich besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das zweite Quartal seien die guten Nachrichten nun bekannt und die Erwartungen an den Aromen- und Duftstoffhersteller hoch, schrieb Analyst Patrick Schmidt in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Er glaubt, dass das verbleibende Wachstumspotenzial bereits eingepreist ist.

Oddo BHF senkt Stratec auf 'Reduce' - Ziel 65 Euro

FRANKFURT - Die Investmentbank Oddo BHF hat Stratec nach den Halbjahreszahlen von "Neutral" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 74 auf 65 Euro gesenkt. Die schwachen Zahlen hätten seine Erwartungen verfehlt, schrieb Analyst Igor Kim in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Der Ausblick des Laborgeräteherstellers deute auf einen schwächer als zunächst gedachten Verlauf des zweiten Halbjahrs hin./tih

Morgan Stanley hebt Ceconomy auf 'Equal-weight' - Ziel 7 Euro

NEW YORK - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat Ceconomy von "Underweight" auf "Equal-weight" hochgestuft, das Kursziel aber von 8 auf 7 Euro gesenkt. Analyst Geoff Ruddell blickt in einer am Mittwoch vorliegenden Studie nicht mehr so negativ auf die Strategie der Elektronikhandelskette wie zuvor. Der Experte ließ das dritte Geschäftsquartal in seine Schätzungen einfließen, bleibt mit seinen Erwartungen aber ein gutes Stück unter den Unternehmenszielen. Das gesenkte Kursziel begründete er mit einer Überarbeitung seines Bewertungsmodells.

CFRA hebt Ziel für Bilfinger auf 45 Euro - 'Hold'

LONDON - Das Analysehaus CFRA hat das Kursziel für Bilfinger nach Zahlen von 42 auf 45 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Das zweite Quartal des Industriedienstleisters sei besser als erwartet ausgefallen, wenngleich der operative Cashflow noch immer negativ sei, schrieb Analyst Firdaus Ibrahim in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

Mainfirst hebt HHLA nach Kursrutsch auf 'Neutral' - Ziel 17 Euro

FRANKFURT - Mainfirst hat HHLA aus Bewertungsgründen von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft. Die Aktien des Hafenlogistiker seien nach den jüngsten Kursverlusten wieder vernünftiger bewertet, schrieb Analyst Tobias Sittig in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Zudem trage das starke Geschäft mit Intermodal-Geschäft mittlerweile mehr als die Hälfte zum Gewinn bei. Auch gebe es wieder Perspektiven für eine Vertiefung der Elbe, was die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens verbessern würde.

KUNDENHINWEIS: Sie lesen eine Auswahl der Analysten-Umstufungen von dpa-AFX

/jha

15.08.2018

US-Anleihen bauen Gewinne im Handelsverlauf aus

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen haben am Mittwoch ihre frühen Gewinne im Handelsverlauf ausgebaut. Die Anleger mieden Risiken. Während am US-Aktienmarkt Verluste verbucht wurden, erhielten die festverzinslichen Papiere Auftrieb. Zahlreiche überraschend gute US-Konjunkturdaten fanden kaum Beachtung.

Zweijährige Anleihen legten um 2/32 Punkte auf 100 1/32 Punkt zu. Sie rentierten mit 2,604 Prozent. Fünfjährige Papiere stiegen 6/32 Punkte auf 100 3/32 Punkten. Ihre Rendite betrug 2,728 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen gewannen 12/32 Punkte auf 100 5/32 Punkte und rentierten mit 2,853 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren legten um 27/32 Punkte auf 99 16/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 3,024 Prozent./ck/jha/

15.08.2018

Devisen: Euro im US-Handel leicht erholt

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat sich am Mittwoch im US-Handel wieder etwas erholt. Nachdem die Gemeinschaftswährung am frühen Nachmittag auf den tiefsten Stand seit Juni 2017 bei 1,1301 US-Dollar gesackt war, wurde sie rund eine Stunde vor dem Handelsschluss an der Wall Street mit 1,1345 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1321 (Dienstag: 1,1406) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8833 (0,8770) Euro.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird der Euro weiter durch die Währungskrise in der Türkei sowie den starken Dollar belastet. Zwar konnte sich die türkische Lira zuletzt weiter erholen, die Verluste sind im Vergleich zu den großen Währungen aber nach wie vor drastisch. Fachleute sehen die Lira-Krise noch nicht ausgestanden.

Der Dollar bekam zudem Auftrieb durch überwiegend robuste Konjunkturdaten aus den USA. Die Produktivität stieg stärker als erwartet, der Einzelhandel konnte überraschend hohe Umsätze verbuchen und die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hat sich zuletzt entgegen den Erwartungen aufgehellt. Dass die Gesamtproduktion der Industrie etwas weniger als erwartet zulegte, konnte dem Dollar vor diesem Hintergrund nichts anhaben./ck/jha/

15.08.2018

ROUNDUP/Geplanter Stellenabbau bei Enercon: Althusmann will weiter vermitteln

HANNOVER (dpa-AFX) - Ohne konkretes Ergebnis ist ein Krisentreffen bei Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zum geplanten Stellenabbau beim Windanlagenhersteller Enercon zu Ende gegangen. Der CDU-Politiker versprach am Mittwochabend weitere Vermittlung und sprach von einem "ausgesprochen konstruktiven Gespräch", das ziel- und lösungsorientiert gewesen sei. Das strukturelle Problem der Branche müsse gemeinsam angegangen werden.

Zuvor hatte er sich zum Auftakt unter dem Beifall von gut 150 Enercon- Mitarbeitern enttäuscht über ein Fernbleiben der Geschäftsführung an dem Treffen geäußert. Es sei ein problematisches Signal und kein Zeichen guter sozialpartnerschaftlichen Unternehmensleitung - zumal in den vergangenen Jahren Windanlagenhersteller "nicht unmaßgeblich" von staatlicher Förderung profitiert hätten. "Wir werden die Geschäftsleitung nicht aus ihrer Pflicht entlassen, mit uns zu sprechen", versprach Althusmann und betonte: "Der Gesprächsdialog muss jetzt zwingend fortgesetzt werden." Das, was an Jobabbau angekündigt wurde, müsse dringend abgemildert werden.

Ähnlich äußerte sich die IG Metall, die Entlassungen verhindern will und vor Folgeschäden für die Branche warnt. IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken sprach von einem guten Gesprächsklima, erklärte aber: "Die wichtigste Partei fehlte; wir hoffen deshalb, dass es einen zweiten Runden Tisch geben wird und wir dann gemeinsam beraten."

Bei dem Treffen in Hannover versuchte Althusmann mit Betriebsräten, Gewerkschaftern und anderen Akteuren wie der Arbeitsagentur auszuloten, ob und wie das Land bei einer möglichen Rettung der Jobs helfen kann sowie über Alternativen zu Standortschließungen. Bundesweit plant die Firma den Abbau von 835 Stellen.

Ebenso wie Geiken drückte auch Althusmann die Hoffnung aus, die voraussichtlich anderthalbjährige Konjunkturlücke der Windbranche mit Maßnahmen wie Umschulung, Kurzarbeit oder anderen Instrumentarien des Arbeitsmarktes überbrücken zu können. Der niedersächsische Landtag werde sich kommende Woche ebenfalls mit dem Thema befassen. Zudem könnten Sonderausschreibungen für weitere Windenergieparks für neue Aufträge sorgen. Die Bundesregierung wolle sie schnellstmöglich auf den Weg bringen, doch sei dazu noch eine Beratung im Bundestag nötig.

"Wir brauchen den Bund an dieser Stelle an Bord", sagte Althusmann. Er habe deswegen am Sonntag bereits mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) telefoniert, der an diesem Donnerstag selbst mit den Enercon-Mitarbeitern in Emden sprechen will./rek/DP/nas

15.08.2018

Italien erklärt Notstand in Genua nach Brückeneinsturz

GENUA (dpa-AFX) - Nach dem Brückeneinsturz von Genua mit rund 40 Toten hat Italiens Regierungschef Giuseppe Conte in der Stadt den Notstand ausgerufen. Der Ausnahmezustand solle für zwölf Monate gelten, sagte Conte nach einem außerordentlichen Treffen des Ministerrats in der nördlichen Hafenstadt am Mittwoch. "Wir wollten diesem Treffen einen symbolischen Wert geben", sagte der Ministerpräsident.

Zudem stellte die Regierung fünf Millionen Euro Nothilfe zur Verfügung. Conte versprach weiter, einen Kommissar für den Wiederaufbau Genuas einzusetzen.

Während eines schweren Unwetters war am Dienstagmittag der 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt, der auch Morandi-Brücke genannt wird, auf einem etwa 100 Meter langen Stück eingestürzt. Die Brücke ist Teil der Autobahn 10, die auch als Urlaubsverbindung "Autostrada dei Fiori" bekannt ist. Sie ist eine wichtige Verbindungsstraße nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei./gma/DP/jha

15.08.2018

Kassenärzte wollen höhere Vergütung für Hausbesuche

BERLIN (dpa-AFX) - Um die Versorgung für Patienten abzusichern, wollen die Kassenärzte eine bessere Vergütung von Hausbesuchen erreichen. Sie solle von derzeit rund 20 Euro pro Besuch auf 30 Euro angehoben werden, forderte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Mittwoch zum Auftakt der Honorarverhandlungen für 2019 mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Angesichts des Aufwands sei die bisherige Vergütung für Hausbesuche zu gering, argumentiert die KBV - und verweist darauf, dass beispielsweise bei Handwerkern teils allein schon Anfahrtspauschalen höher seien.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte der Deutschen Presse-Agentur nach der ersten Verhandlungsrunde, es sei "leider erwartbar, aber sehr enttäuschend", dass die Kassenseite diesen Weg zur Verbesserung der Grundversorgung nicht mitgehen wolle. Die Verhandlungen sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Ärzte in Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutlich weniger Hausbesuche gemacht. Gab es 2009 noch 30,3 Millionen Hausarzt-Visiten bei Patienten und 2010 rund 27 Millionen, waren es 2016 nur 25,2 Millionen. Das geht aus einer Mitte Juni bekannt gewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Linke-Anfrage hervor. Im vergangenen Jahr dürfte es laut einer Hochrechnung ein weiteres Minus auf 24,6 Millionen Besuche gegeben haben. Die Zahl der Hausbesuche pro Arzt sank demnach nach KBV-Daten von 2009 bis 2017 von 592 auf 484./sam/DP/jha

15.08.2018

ROUNDUP 2: Schweiz mit Zulassungsstopp für einige Porsche- und Mercedes-Modelle

(neu: Reaktion Daimler)

BERN (dpa-AFX) - Das Bundesamt für Straßen (Astra) in der Schweiz hat für einige Porsche- und Mercedes-Modelle mit manipulierten Dieselmotoren einen vorläufigen Zulassungsstopp verhängt. Dies betreffe Fahrzeuge, die ab kommenden Freitag importiert würden, teilte das Astra am Mittwoch mit. Von der Weisung betroffen sind Mercedes-Modelle des Typs Vito mit 1,6-Liter-Dieselmotor der Abgasstufe Euro 6.

In Deutschland hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Mercedes-Mutter Daimler bereits Ende Mai zu einem Rückruf und Zulassungsstopp des Vito-Modells aufgefordert. Daimler hatte danach die Auslieferung und die Zulassung dieser Modelle europaweit gestoppt, auch in die Schweiz. Für die Schweiz handelt es sich nach Aussagen eines Daimler-Sprechers um 24 Vitos, die seit Ende Mai dort bestellt, aber nicht ausgeliefert wurden.

Bei Porsche sind es die Typen Macan mit 3-Liter-Dieselmotor und Cayenne mit 4,2-Liter-Dieselmotor, ebenfalls jeweils mit der Abgasstufe Euro 6. Diese Typen sind laut Astra erwiesenermaßen mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung ausgestattet. Die von den Manipulationen betroffenen Fahrzeuge könnten erst dann wieder in der Schweiz als Neufahrzeuge zugelassen werden, wenn sie nachweislich wieder den Vorschriften entsprächen.

Nicht betroffen seien bereits in der Schweiz zugelassene Fahrzeuge. Diese dürfen laut dem Bundesamt weiter verkehren oder als Gebrauchtwagen gehandelt werden. Sie müssen aber nachgerüstet werden.

Das Bundesamt für Straßen ist bereits vor einer Woche bei einer anderen VW-Tochter aktiv geworden. Seither dürfen Audi der Typen A6 und A7 der Generation C7 mit Dreiliter-Dieselmotor der Abgasstufe Euro 6 vorläufig nicht mehr in der Schweiz zugelassen werden. Nicht betroffen sind Audi A6 und A7 des Modelljahres 2018/2019, also der Generation 8.

Die VW-Importeurin Amag hatte bereits im Mai die Auslieferung der Audi Modelle A6/A7 sowie des Vorgängermodells C7 gestoppt, nachdem der deutsche Autobauer mit dem Verdacht auf Abgas-Tricksereien in die Kritik geraten war. Der Verdachtsfall betraf den seit 2014 in rund 60 000 Fahrzeuge vom Typ A6 und A7 eingebauten Sechszylinder-Diesel.

Der VW-Abgasskandal belastet den deutschen Automobilkonzern seit dem Herbst 2015. Die US-Umweltbehörde EPA hatte damals VW beschuldigt, bei rund 11 Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulations-Software eingesetzt zu haben, um Abgastests zu verfälschen./ra/jb/AWP/nas/jha/

15.08.2018

Bewegung in Eurowings-Tarifverhandlungen

BERLIN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - In die Tarifverhandlungen für rund 1000 Kabinenbeschäftigte bei Eurowings kommt Bewegung. "Die Blockadehaltung der Geschäftsführung hat sich ein bisschen aufgeweicht", sagte Verdi-Verhandlungsführer Volker Nüsse am Mittwoch nach zwei Verhandlungstagen in Düsseldorf. In sachlichen Gesprächen habe das Unternehmen ein Angebot für Anfang September in Aussicht gestellt.

Ein Eurowings-Sprecher sagte, beide Tarifpartner seien zuversichtlich, "zeitnah" einen neuen Manteltarifvertrag für das Kabinenpersonal abzuschließen. Man habe sich auf das weitere Vorgehen für einen Abschluss verständigt. Für September seien zwei Verhandlungstermine vereinbart.

In den Verhandlungen geht es etwa um Dienstpläne, Arbeits- und Bereitschaftszeiten auch für Beschäftigte, die von der insolventen Air Berlin zur Eurowings kamen. "Unser Ziel sind stabile und verlässliche Einsatzbedingungen für die Mitarbeiter", unterstrich Nüsse. Die Verhandlungen gehen im September in die zehnte Runde./bf/DP/jha

15.08.2018

POLITIK/Tunesische Justiz: Auslieferung von Bürgern geht gegen Souveränität

TUNESIEN (dpa-AFX) - Die tunesische Justiz hat verhalten auf eine mögliche Rückholung des abgeschobenen Islamisten Sami A. nach Deutschland reagiert. "Prinzipiell liefert unser Land seine Bürger nicht aus, weil das gegen die Souveränität des Staates geht", sagte der Sprecher der für Terrorismus zuständigen Staatsanwaltschaft in Tunesien, Sofiane Sliti, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Zudem gebe es noch immer Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Ex-Leibwächter des 2011 getöteten Osama bin Laden, sein Pass sei noch immer in der Hand der Behörden. Wenn Deutschland eine Rückholung erreichen wolle, müsse es erst einmal eine offizielle Anfrage ans Außenministerium geben, um die rechtlichen Umstände zu klären. Sami A. ist in Tunesien auf freiem Fuß, es besteht keine Ausreisesperre gegen ihn, er kann das Land ohne Pass aber faktisch nicht verlassen. Auch die "Bild"-Zeitung hatte über die Reaktion der tunesischen Behörde berichtet.

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hatte zuvor entschieden, dass die Stadt Bochum Sami A. nach seiner Abschiebung nach Tunesien in die Bundesrepublik holen müsse. Die Abschiebung ist zum Politikum geworden. Sami A. war am 13. Juli aus Deutschland abgeschoben worden. Ein Gericht in Gelsenkirchen hatte am Abend zuvor entschieden, dass dies wegen Foltergefahr in Tunesien nicht zulässig sei - der Beschluss wurde aber erst übermittelt, als die Chartermaschine schon in der Luft war./scb/DP/nas

15.08.2018

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Trumps Konfrontationskurs verunsichert

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Konfrontationskurs der USA schürt an den Börsen zunehmend Sorgen vor einem Flächenbrand. Anleger weltweit agieren wieder vorsichtig, was sich am Mittwoch auch an der New Yorker Wall Street niederschlug. Allerdings gelang es dem US-Leitindex Dow Jones Industrial im späten Handel seine Verluste wieder deutlich zu begrenzen. Letztlich ging er mit einen Minus von 0,54 Prozent auf 25 162,41 Punkte aus dem Tag.

Der marktbreite S&P 500 sank um 0,76 Prozent auf 2818,37 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es zugleich um 1,24 Prozent auf 7354,66 Zähler abwärts.

US-Präsident Donald Trump kämpft aktuell zahlreiche Gefechte: Einerseits stehen die Handelsstreitigkeiten mit China immer wieder im Fokus und auch die mit Europa sind nicht ausgestanden. Auf Konfrontationskurs ging Trump zudem zu Russland, dem Iran und zuletzt auch der Türkei.

Die zahlreichen Konjunkturdaten, die überwiegend robust ausgefallen waren, stützten kaum. Erfreulich war, dass sich die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft zuletzt stärker als erwartet entwickelte - ebenso auch die Einzelhandelsumsätze. Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hellte sich zudem überraschend auf, doch stieg wiederum die Gesamtproduktion der Industrie geringer als erwartet.

Die Ölpreise gaben nochmals deutlicher nach, nachdem die wöchentlichen Ölreserven kräftig stiegen. Das setzte auch den Aktien von Ölkonzernen wie Chevron und ExxonMobil zu. Chevron als Dow-Schlusslicht verlor 3,8 Prozent, Exxon sanken um 1,8 Prozent.

Geschäftsberichte standen nur noch wenige an. Bevor der IT- und Netzwerkspezialist Cisco nachbörslich über sein abgelaufenes Geschäftsjahr berichtet, drehte sich die Aufmerksamkeit etwa um die Handelskette Macy's oder den LED-Hersteller Cree . Trotz einer starken Umsatzentwicklung kamen die Zahlen von Macy's bei den Anlegern nicht gut an, da dies mit hohen Kosten erkauft wurde. Die Aktien brachen an der Nyse um fast 16 Prozent ein und sackten damit auf den tiefsten Stand seit Ende Mai. Die Branchenkollegen Kohl's und J.C. Penney wurden ebenfalls abgestraft: Für Kohl's ging es um 5,8 Prozent abwärts, für J.C. Penney sogar um 8,7 Prozent.

Cree büßten trotz positiv bewerteter Quartalsergebnisse 7,8 Prozent ein. Einige Analysten halten die Bewertung der Aktien inzwischen für ausgereizt. Immerhin hat die Aktie seit Jahresbeginn bis zu ihrem Zwischenhoch vor wenigen Tagen rund 40 Prozent gewonnen.

Um 2,6 Prozent abwärts ging es für die Aktien von Tesla nach einer Twitternachricht des Fox-Berichterstatters Charles Gasparino. Die Börsenaufsicht SEC habe an den Elektroautobauer wegen Aussagen von Vorstandschef Elon Musk zur geplanten Privatisierung des Unternehmens eine Vorladung verschickt, twitterte Gasparino unter Verweis auf nicht näher genannte Quellen.

Am US-Rentenmarkt stiegen richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 12/32 Punkte auf 100 5/32 Punkte und rentierten mit 2,853 Prozent. Der Kurs des Euro erholte sich im US-Handel wieder etwas. Nachdem die Gemeinschaftswährung am frühen Nachmittag auf den tiefsten Stand seit Juni 2017 bei 1,1301 US-Dollar gesackt war, wurde sie zum Handelsschluss an der Wall Street dann wieder mit 1,1344 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1321 (Dienstag: 1,1406) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8833 (0,8770) Euro./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

15.08.2018

Aktien New York Schluss: Trumps Konfrontationskurs verunsichert

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Konfrontationskurs der USA schürt an den Börsen zunehmend Sorgen vor einem Flächenbrand. Anleger weltweit agieren wieder vorsichtig, was sich am Mittwoch auch an der New Yorker Wall Street niederschlug. Allerdings gelang es dem US-Leitindex Dow Jones Industrial im späten Handel seine Verluste wieder deutlich zu begrenzen. Letztlich ging er mit einen Minus von 0,54 Prozent auf 25 162,41 Punkte aus dem Tag.

Der marktbreite S&P 500 sank um 0,76 Prozent auf 2818,37 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es zugleich um 1,24 Prozent auf 7354,66 Zähler abwärts.

US-Präsident Donald Trump kämpft aktuell zahlreiche Gefechte: Einerseits stehen die Handelsstreitigkeiten mit China immer wieder im Fokus und auch die mit Europa sind nicht ausgestanden. Auf Konfrontationskurs ging Trump zudem zu Russland, dem Iran und zuletzt auch der Türkei.

Die zahlreichen Konjunkturdaten, die überwiegend robust ausgefallen waren, stützten kaum. Erfreulich war, dass sich die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet entwickelte - ebenso auch die Einzelhandelsumsätze im Juli. Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hellte sich im August zudem überraschend auf, doch stieg wiederum die Gesamtproduktion der Industrie im Juli geringer als erwartet./ck/jha/

15.08.2018

Aktien New York: Schwach - Trumps Konfrontationskurs verunsichert

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Konfrontationskurs der USA schürt an den Börsen zunehmend Sorgen vor einem Flächenbrand. Anleger weltweit agieren daher wieder vorsichtig, was sich am Mittwoch auch an der New Yorker Wall Street niederschlug. Rund zwei Stunden vor dem Handelsschluss sorgte die wachsende Unsicherheit für ein Minus im Dow Jones Industrial von 0,91 Prozent auf 25 070,39 Punkte. Damit brach der US-Leitindex seinen am Dienstag gestarteten Erholungsversuch ab und knüpfte an seine vorangegangene viertägige Verlustserie an.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,96 Prozent auf 2812,76 Punkte abwärts. Noch stärker ging es für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 nach unten: Er büßte 1,49 Prozent auf 7336,29 Zähler ein.

US-Präsident Donald Trump kämpft aktuell zahlreiche Gefechte: Einerseits stehen die Handelsstreitigkeiten mit China immer wieder im Fokus und auch die mit Europa sind nicht ausgestanden. Auf Konfrontationskurs ging Trump zudem zu Russland, dem Iran und zuletzt auch der Türkei.

Die zahlreichen, gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten brachten am Mittwoch keine klaren Impulse. Erfreulich war, dass sich die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet entwickelte - ebenso auch die Einzelhandelsumsätze im Juli. Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hellte sich im August zudem überraschend auf, doch stieg wiederum die Gesamtproduktion der Industrie im Juli geringer als erwartet.

Die Ölpreise gaben nochmals deutlicher nach, da die wöchentlichen Ölreserven kräftig gestiegen sind. Das setzte auch den Aktien von Ölkonzernen wie Chevron und ExxonMobil zu. Chevron als Dow-Schlusslicht verlor 3,5 Prozent, Exxon sanken um 1,7 Prozent.

Geschäftsberichte standen nur noch wenige an. Bevor der IT- und Netzwerkspezialist Cisco nachbörslich über sein abgelaufenes Geschäftsjahr berichtet, drehte sich die Aufmerksamkeit um die Handelskette Macy's . Trotz einer starken Umsatzentwicklung im zweiten Quartal kamen die Zahlen bei den Anlegern nicht gut an, weil dies mit hohen Kosten erkauft wurde. Die Aktien brachen an der Nyse um fast 14 Prozent ein. Die Branchenkollegen Kohl's und J.C. Penney wurden ebenfalls abgestraft: Für Kohl's ging es um 5,5 Prozent abwärts, für J.C. Penney sogar um 8,5 Prozent.

Cree büßten trotz positiv bewerteter Quartalsergebnisse 7,6 Prozent ein. Einige Analysten halten die Bewertung der Aktien des LED-Herstellers inzwischen für ausgereizt. Immerhin hat die Aktie seit Jahresbeginn bis zu ihrem Zwischenhoch vor wenigen Tagen rund 40 Prozent gewonnen.

Um rund 3 Prozent abwärts ging es für die Aktien von Tesla nach einer Twitternachricht des Fox-Berichterstatters Charles Gasparino. Die Börsenaufsicht SEC habe an den Elektroautobauer wegen Aussagen von Vorstandschef Elon Musk zur geplanten Privatisierung des Unternehmens eine Vorladung verschickt, twitterte Gasparino unter Verweis auf nicht näher genannte Quellen.

Die Anteile von Constellation Brands büßten 6 Prozent ein, nachdem der Spirituosenkonzern seinen Anteil am Marihuana-Produzenten Canopy Growth auf 38 Prozent erhöht hat und dafür 5 Milliarden kanadische Dollar (rund 3,4 Mrd Euro) hinblättert./ck/jha/

15.08.2018

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Aktienmarkt geht wieder in die Knie

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen vor einer Ausweitung der Türkei-Krise haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch wieder tief ins Minus gedrückt. Der Leitindex Dax sackte um 1,58 Prozent auf 12 163,01 Punkte ab, nachdem er sich im frühen Handel noch etwas erholt hatte. Damit ist das Börsenbarometer mittlerweile auf das Niveau von Anfang Juli zurückgefallen. Der Konfrontationskurs der USA schürt an den Börsen zunehmend Befürchtungen bezüglich eines globalen Flächenbrandes. Anleger weltweit agierten daher vorsichtig.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen sank um 1,47 Prozent auf 26 200,94 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax knickte gar um 2,42 Prozent auf 2843,14 Punkte ein.

"Es ist die Angst vor einer drohenden Währungs- und Schuldenkrise in den Schwellenländern mit dem Epizentrum Türkei, die die Börsen auf Talfahrt geschickt hat", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Im Konflikt mit den USA erhöhte die Türkei Einfuhrzölle auf zahlreiche US-Produkte. Damit reagiere das Land direkt auf Sanktionen und Strafzölle der USA, die der stellvertretende Präsident Fuat Oktay "bewusste Angriffe der US-Regierung" nannte. Die Türkei heizt damit die Auseinandersetzung, die zu einer Währungskrise im Land geführt hat, weiter an.

Der Dax präsentierte sich derweil auch aus charttechnischer Sicht angeschlagen. Wie die Schweizer Bank UBS betonte, lägen bei rund 12 300 Punkten wichtige Trendlinien, die es unbedingt zu verteidigen gelte. Nachdem diese Marken nun gegen Mittag unterschritten wurden, hat sich der Verkaufsdruck Börsianern zufolge weiter erhöht.

Für die zuletzt im Zuge eines negativen Gerichtsurteils gegen Monsanto und den Unkrautvernichter Glyphosat schwer unter Druck geraten Papiere vom neuen Eigentümer Bayer ging es nun um 3,55 Prozent abwärts. Analyst Ian Hilliker von der Investmentbank Jefferies hatte seine Kaufempfehlung gestrichen. Bis zum Ergebnis der Berufung von Monsanto - die gerade von Bayer übernommen werden - dürften noch einige Monate der Unsicherheit vergehen.

Die Anteilsscheine von Leoni rutschten am MDax-Ende um knapp 13 Prozent auf das tiefste Niveau seit Februar 2017 ab. Der Kabelhersteller und Autozulieferer stellt sich für den Rest des Jahres auf höhere finanzielle Belastungen ein. Trotz des nun optimistischeren Umsatzzieles hielt der Bordnetzspezialist am Gewinnausblick lediglich fest.

Schlusslicht im TecDax waren die Aktien von 1&1 Drillisch mit einem Minus von 7,5 Prozent. Sorgen um das Vertragskunden-Wachstum der Mobilfunktochter von United Internet hatten am Vortag bereits die United-Aktien nach unten gezogen.

Die Papiere von Tele Columbus blieben im Kleinwerteindex SDax mit einem Minus von knapp 20 Prozent im freien Fall. Jüngst hatte ein Vermögensverwalter seine Beteiligung an dem Kabelnetzbetreiber gesenkt.

Zudem knickten die Aktien von Bertrandt um knapp 8 Prozent ein. Der Ingenieursdienstleister legt Ende August Ergebnisse für sein drittes Geschäftsquartal vor. Analyst Christoph Laskawi von der Deutschen Bank rechnet dabei mit soliden Umsätzen aber sehr schwachen Margen. Das Preisumfeld sei schlecht und einige Kunden litten unter geringer Auslastung.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,48 Prozent tiefer bei 3359,08 Punkten. In London gab der FTSE 100 ähnlich deutlich nach, während der Pariser Cac-40-Index knapp 2 Prozent einbüßte. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial fiel zum europäischen Börsenschluss um rund 1 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,01 Prozent auf 141,55 Punkte Punkte vor. Der Bund-Future legte um 0,23 Prozent auf 163,58 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1321 (Dienstag: 1,1406) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8833 (0,8770) Euro./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

15.08.2018

Aktien Frankfurt Schluss: Aktienmarkt geht wieder in die Knie

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen vor einer Ausweitung der Türkei-Krise haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch wieder tief ins Minus gedrückt. Der Leitindex Dax sackte um 1,58 Prozent auf 12 163,01 Punkte ab, nachdem er sich im frühen Handel noch etwas erholt hatte. Damit ist das Börsenbarometer mittlerweile auf das Niveau von Anfang Juli zurückgefallen. Der Konfrontationskurs der USA schürt an den Börsen zunehmend Befürchtungen bezüglich eines globalen Flächenbrandes. Anleger weltweit agierten daher vorsichtig.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen sank um 1,47 Prozent auf 26 200,94 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax knickte gar um 2,42 Prozent auf 2843,14 Punkte ein.

"Es ist die Angst vor einer drohenden Währungs- und Schuldenkrise in den Schwellenländern mit dem Epizentrum Türkei, die die Börsen auf Talfahrt geschickt hat", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Im Konflikt mit den USA erhöhte die Türkei Einfuhrzölle auf zahlreiche US-Produkte. Damit reagiere das Land direkt auf Sanktionen und Strafzölle der USA, die der stellvertretende Präsident Fuat Oktay "bewusste Angriffe der US-Regierung" nannte. Die Türkei heizt damit die Auseinandersetzung, die zu einer Währungskrise im Land geführt hat, weiter an./la/jha/

15.08.2018

INDEX-FLASH: Dax und EuroStoxx rutschen noch tiefer ins Minus

FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Im Sog der fallenden Wall Street haben der Dax und der EuroStoxx 50 am Mittwochnachmittag ihre Verluste ausgeweitet. Der deutsche Leitindex fiel zuletzt um 1,81 Prozent auf 12 135,29 Punkte und der Eurostoxx büßte 1,69 Prozent ein.

Der Konfrontationskurs der USA schürt an den Börsen zunehmend Sorgen vor einem Flächenbrand. Anleger weltweit agierten daher wieder vorsichtig, was sich auch am tonangebenden US-Aktienmarkt niederschlug.

"Es ist die Angst vor einer drohenden Währungs- und Schuldenkrise in den Schwellenländern mit dem Epizentrum Türkei, die die Börsen heute auf Talfahrt geschickt hat", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Nach neuen Strafzöllen der USA verhängte die Türkei jetzt ihrerseits Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten. Sie heizte damit die Auseinandersetzung, die die Landeswährung Lira jüngst schwer hatte einbrechen lassen, weiter an./la/jha/

15.08.2018

ROUNDUP/Aktien New York: Unsicherheit steigt wegen zahlreicher Streitigkeiten

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Konfrontationskurs der USA schürt an den Börsen zunehmend Sorgen vor einem Flächenbrand. Anleger weltweit agieren daher wieder vorsichtig, was sich am Mittwoch auch an der New Yorker Wall Street niederschlug. Die wachsende Unsicherheit sorgte im frühen Handel für ein Minus im Dow Jones Industrial von 1,08 Prozent auf 25 026,22 Punkte. Damit brach der US-Leitindex seinen am Dienstag gestarteten Erholungsversuch ab und knüpfte an seine vorangegangene viertägige Verlustserie an.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es ebenfalls um 1,08 Prozent abwärts, und zwar auf 2809,18 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 1,53 Prozent auf 7333,694 Zähler ein.

US-Präsident Donald Trump kämpft aktuell zahlreiche Gefechte: Einerseits stehen die Handelsstreitigkeiten mit China immer wieder im Fokus und auch die mit Europa sind nicht ausgestanden. Auf Konfrontationskurs ging Trump zudem zu Russland, dem Iran und zuletzt auch der Türkei.

Die zahlreichen, gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten brachten am Mittwoch keine klaren Impulse. Erfreulich war, dass sich die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet entwickelte - ebenso auch die Einzelhandelsumsätze im Juli. Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hellte sich im August zudem überraschend auf, doch stieg wiederum die Gesamtproduktion der Industrie im Juli geringer als erwartet. Die just veröffentlichten Daten zu den Lagerbeständen sowie vom Immobiliensektor entsprachen den Erwartungen.

Unternehmensseitig stehen nur noch wenige Geschäftsberichte an. Bevor der IT- und Netzwerkspezialist Cisco nachbörslich über sein abgelaufenes Geschäftsjahr berichten wird, standen die Quartalszahlen der Handelskette Macy's im Fokus. Trotz einer starken Umsatzentwicklung im zweiten Quartal kamen die Resultate bei den Anlegern nicht gut an, weil dies mit hohen Kosten erkauft wurde. Die Aktien brachen an der Nyse um fast 13 Prozent ein. Die Branchenkollegen Kohl's und J.C. Penney wurden in Mitleidenschaft gezogen: Für Kohl's ging es um 5,5 Prozent abwärts, für J.C. Penney sogar um 8,5 Prozent.

Sehr trüb sind auch die Perspektiven für die Anleger von Helios & Matheson , der Mutter des Film-Ticketdienstleisters Movie Pass. Der Konzern machte im abgelaufenen Quartal einen operativ dreistelligen Millionenverlust mit seinem Abo-Modell. Am Markt hieß es, dies unterstreiche die große Herausforderung, die verlustbringenden Angebote profitabel zu machen. Die Papiere brachen an der Nasdaq um 20 Prozent ein.

Um 8,5 Prozent nach unten ging es zudem für die Anteile von Constellation Brands . Der Spirituosenkonzern erhöht seinen Anteil am Marihuana-Produzenten Canopy Growth auf 38 Prozent und zahlt hierfür 5 Milliarden kanadische Dollar (rund 3,4 Mrd Euro). Die Legalisierung von Cannabis in Kanada ruft derzeit die großen Brauereikonzerne und Spirituosenhersteller auf den Plan, die sich hiervon neue Absatzchancen erhoffen./ck/jha/

15.08.2018

Aktien New York: Zunehmende Unsicherheit wegen zahlreicher Streitigkeiten

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Konfrontationskurs der USA schürt zunehmend Sorgen vor einem Flächenbrand. Anleger weltweit agieren daher wieder vorsichtig, was sich am Mittwoch auch an der New Yorker Wall Street niederschlug. Die wachsende Unsicherheit sorgte im frühen Handel für ein Minus im Dow Jones Industrial von 1,08 Prozent auf 25 026,22 Punkte. Damit brach der US-Leitindex seinen am Dienstag gestarteten Erholungsversuch ab und knüpfte an seine vorangegangene viertägige Verlustserie an.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es ebenfalls um 1,08 Prozent abwärts, und zwar auf 2809,18 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 1,53 Prozent auf 7333,694 Zähler ein.

US-Präsident Donald Trump kämpft aktuell zahlreiche Gefechte: Einerseits stehen die Handelsstreitigkeiten mit China immer wieder im Fokus und auch die mit Europa sind nicht ausgestanden. Auf Konfrontationskurs ging Trump zudem zu Russland, dem Iran und zuletzt auch der Türkei.

Die zahlreichen, gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten brachten am Mittwoch keine klaren Impulse. Erfreulich war, dass sich die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet entwickelte - ebenso auch die Einzelhandelsumsätze im Juli. Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hellte sich im August zudem überraschend auf, doch stieg wiederum die Gesamtproduktion der Industrie im Juli geringer als erwartet. Die just veröffentlichten Daten zu den Lagerbeständen sowie vom Immobiliensektor entsprachen den Erwartungen./ck/jha/

15.08.2018

Aktien Frankfurt: Aktienmarkt geht wieder auf Talfahrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die weiter schwelende Türkei-Krise und die anderen globalen Konfliktherde haben die Anleger wieder fest im Griff. Der deutsche Leitindex Dax sackte bis zum frühen Mittwochnachmittag um 1,09 Prozent auf 12 224,12 Punkte ab, nachdem er sich im frühen Handel noch etwas erholt hatte. Nunmehr bewegt sich das Börsenbarometer wieder auf dem Niveau von Anfang Juli. Nach neuen Strafzöllen der USA verhängte die Türkei jetzt ihrerseits Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten. Sie heizte damit die Auseinandersetzung, die die Landeswährung Lira jüngst schwer hatte einbrechen lassen, weiter an.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen sank um 1,15 Prozent auf 26 286,65 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,17 Prozent auf 2879,48 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte ebenfalls rund 1 Prozent ein.

Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba hatte am Morgen bereits vor zu hohen Erwartungen an Erholungsbewegungen gewarnt. Die Lira-Krise der Türkei und eine allgemeine Schwellenländer-Verunsicherung sowie die Themen Geopolitik und Handelskonflikt blieben die dominierenden Faktoren, so der Experte. Die zuletzt hohen Verluste der türkischen Währung hatten Erinnerungen an die Schuldenkrise der Eurozone mitsamt der Furcht vor Zahlungsausfällen geweckt. Von ihrem Einbruch zu Wochenbeginn konnte sich die Lira inzwischen weiter stabilisieren.

Vor Handelsbeginn hatte die Schweizer Bank UBS bereits darauf verwiesen, dass beim Dax im Wochen- und Monatschart bei rund 12 300 Punkten wichtige technische Trendlinien lägen, die es unbedingt zu verteidigen gelte.

Für die zuletzt im Zuge eines negativen Gerichtsurteils gegen Monsanto und seinen Pflanzenwirkstoff Glyphosat schwer unter Druck geraten Papiere vom neuen Eigentümer Bayer ging es nun um mehr als 3 Prozent abwärts. Analyst Ian Hilliker von der Investmentbank Jefferies hatte seine Kaufempfehlung gestrichen. Bis zum Ergebnis der Berufung von Monsanto - die gerade von Bayer übernommen werden - dürften noch einige Monate der Unsicherheit vergehen.

Puma-Aktien hingegen stiegen dank des Optimismus der Commerzbank um rund 0,5 Prozent und stemmten sich damit gegen den schwachen Gesamtmarkt. Puma sei aktuell die am dynamischsten wachsende Marke in der Sportartikelbranche, so Analyst Andreas Riemann. Er geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Die Anteilsscheine von Leoni rutschten dagegen am MDax-Ende um mehr als 9 Prozent auf das tiefste Niveau seit März 2017 ab. Der Kabelhersteller und Autozulieferer stellt sich für den Rest des Jahres auf höhere finanzielle Belastungen ein. Trotz des nun optimistischeren Umsatzzieles hielt der Bordnetzspezialist am Gewinnausblick lediglich fest.

Schlusslicht im TecDax waren die Aktien von 1&1 Drillisch mit einem Minus von rund 8 Prozent. Sorgen um das Vertragskunden-Wachstum der Mobilfunktochter von United Internet hatten am Vortag bereits die United-Aktien nach unten gezogen.

Die Papiere von Tele Columbus blieben im Kleinwerteindex SDax mit einem Minus von mehr als 11 Prozent im freien Fall. Jüngst hatte ein Vermögensverwalter seine Beteiligung an dem Kabelnetzbetreiber gesenkt.

Zudem knickten die Aktien von Bertrandt um fast 8 Prozent ein. Der Ingenieursdienstleister legt Ende August Ergebnisse für sein drittes Geschäftsquartal vor. Analyst Christoph Laskawi von der Deutschen Bank rechnet dabei mit soliden Umsätzen aber sehr schwachen Margen. Das Preisumfeld sei schlecht und einige Kunden litten unter geringer Auslastung.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,01 Prozent auf 141,55 Punkte Punkte vor. Der Bund-Future legte um 0,14 Prozent auf 163,44 Punkte zu. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1319 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8835 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1406 (Montag: 1,1403) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8767 (0,8770) Euro gekostet./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

15.08.2018

Aktien New York Ausblick: Verluste erwartet - Sorge um Schwellenländer belastet

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street steuert am Mittwoch auf einen schwächeren Auftakt zu. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart 0,4 Prozent tiefer bei 25 143 Punkten. Am Vortag hatte die US-Börse nach zuvor vier Verlusttagen in Folge noch einen kurzen Erholungsversuch gestartet, der damit schon wieder bei den Akten zu liegen droht.

Obwohl sich die erste Unruhe angesichts der Währungskrise in der Türkei inzwischen gelegt hat, lassen Anleger rund um den Globus derzeit Vorsicht walten. Die internationalen Handelsstreitigkeiten geben aus Sicht von Experten Anlass zu Besorgnis vor einem Flächenbrand in den Schwellenländern. Die Türkei konterte neue Strafzölle ihrerseits mit Sanktionen gegen die USA. Auch die Lage in China rückte deshalb zuletzt wieder in den Fokus.

In den Vereinigten Staaten standen an diesem Handelstag zunächst einmal wichtige Wirtschaftsdaten im Mittelpunkt. Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hat sich im August überraschend aufgehellt und die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft entwickelte sich im zweiten Quartal stärker als erwartet. Gleiches gilt für die Einzelhandelsumsätze im Juli. Risikobereiter konnte all dies die Anleger aber nicht stimmen.

Unternehmensnachrichten bleiben vorbörslich weiter dünn gesät. Die Zahlenvorlage eines Dow-Unternehmens wird mit Cisco Systems erst nachbörslich erwartet. Aus der zweiten Börsenreihe berichtete am Mittwoch die Handelskette Macy's von ihrem zweiten Quartal. Trotz einer starken Umsatzentwicklung kamen die Resultate nicht gut an, weil dies mit hohen Kosten erkauft wurde: Vorbörslich büßten die Papiere mehr als 5 Prozent ein.

Sehr Trübe sind auch die Perspektiven für die Anleger von Helios & Matheson, der Mutter des Film-Ticketdienstleisters Movie Pass. Der Konzern machte im abgelaufenen Quartal einen operativ dreistelligen Millionenverlust mit seinem Abo-Modell. Am Markt hieß es, dies unterstreiche die große Herausforderung, die verlustbringenden Angebote profitabel zu machen. Vorbörslich brachen die Papiere um 28 Prozent ein.

3 Prozent leichter zeigt sich im vorbörslichen Handel auch die Aktie von Constellation Brands. Der Spirituosenkonzern erhöht seinen Anteil am Marihuana-Produzenten Canopy Growth auf 38 Prozent und zahlt hierfür 5 Milliarden kanadische Dollar (rund 3,4 Mrd Euro). Die Legalisierung von Cannabis in Kanada ruft derzeit die großen Brauereikonzerne und Spirituosenhersteller auf den Plan, die sich hiervon neue Absatzchancen erhoffen./tav/tih/fba

15.08.2018

Kretschmann fordert schnellen Ausstieg aus der Kohle

ULM (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund der Hitze dieses Sommers hat der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) einen möglichst schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung gefordert. "Das ist die dringlichste und allerwichtigste Klimaschutzmaßnahme auf Bundesebene, da können wir uns kein Zaudern leisten", sagte er der "Südwest Presse" (Donnerstag). Kretschmann beklagt eine verfehlte Klimaschutzpolitik auf Bundes- und auf europäischer Ebene.

Die Hitzewelle habe einen Vorgeschmack geliefert auf das, was uns erwarte, sagte Kretschmann. So werde es künftig viel mehr heiße Tage mit mehr als 30 Grad geben. Das werde dramatische Folgen für den Menschen, seine natürlichen Grundlagen und die Natur haben.

Landwirten, die aktuell infolge der jüngsten Hitzewelle Ernteausfälle beklagen, sagte er Hilfe der Politik zu. Es gehe aber auch darum, wie Bauern künftig selbst Vorsorge betreiben könnten. "Ich könnte mir eine Ernteausfallversicherung vorstellen, die von Bund und Ländern finanziell unterstützt wird", sagte Kretschmann der Zeitung./moe/DP/nas

15.08.2018

USA belegen russisches und chinesisches Unternehmen mit Sanktionen

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung hat drei Unternehmen auf die Sanktionsliste gesetzt, weil sie Nordkorea mit illegalen Schiffsladungen geholfen haben sollen. Das Finanzministerium wirft den in Russland, China und Singapur ansässigen Firmen vor, das isolierte Regime in Pjöngjang dabei unterstützt zu haben, Sanktionen zu umgehen. Das geht aus einer Mitteilung vom Mittwoch hervor.

Auch der Direktor des russischen Unternehmens, Wassili Kolchanow, wurde mit Sanktionen belegt. Durch den Schritt werden etwaige Vermögen der Betroffenen in den USA eingefroren. Amerikanischen Unternehmen und Bürgern ist es verboten, mit ihnen Geschäfte zu machen.

Das Finanzministerium beschuldigt die in China ansässige Firma "Dalian Sun Moon Star International Logistics Trading Co" sowie ein Tochterunternehmen in Singapur, mit Hilfe von gefälschten Dokumenten Schiffslieferungen an Nordkorea ermöglicht zu haben. Dabei soll es laut der Mitteilung um Exporte von Alkohol, Tabak, Zigaretten und ähnlichen Produkten gegangen sein.

Dem in Russland ansässigen Hafenunternehmen "Profinet Pte Ltd." wirft das Ministerium vor, in mindestens sechs Fällen Geschäfte mit Schiffen unter nordkoreanischer Flagge gemacht zu haben./hma/DP/jha

15.08.2018

GESAMT-ROUNDUP 2: Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA

(neu: mit Telefonat Merkel, Kauder)

ISTANBUL (dpa-AFX) - Im Konflikt mit den USA hat die Türkei Einfuhrzölle auf zahlreiche US-Produkte erhöht. Damit reagiere das Land direkt auf Sanktionen und Strafzölle der USA, die der stellvertretende Präsident Fuat Oktay, am Mittwoch auf Twitter "bewusste Angriffe der US-Regierung" nannte. Die Türkei heizt damit die Auseinandersetzung, die zu einer Währungskrise im Land geführt hat, weiter an. Auch der US-Pastor Andrew Brunson, an dem sich der Streit zwischen den beiden Nato-Partner entzündet hatte, bleibt vorerst weiter in Hausarrest. Die türkische Lira erholte sich dennoch.

Während der Konflikt mit den USA festgefahren scheint, gibt es aber Bewegung in einem anderen Fall: Ein Istanbuler Gericht ordnete überraschend die Entlassung von Taner Kilic, Ehrenvorsitzender der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, aus der Untersuchungshaft an. Kilic wurde vor mehr als einem Jahr wegen Terrorvorwürfen inhaftiert.

Der Golfstaat Katar kündigte Unterstützung für die Türkei an. Er wolle 15 Milliarden Dollar in dem Land investieren, teilte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, nach einem Treffen Erdogans mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, mit. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Katar basierten auf wahrer Freundschaft und Solidarität, schrieb Kalin. Wie genau diese Investitionen aussehen sollen, war zunächst unklar. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, Thani habe zudem betont, dass er die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausbauen wolle.

Die Liste mit 22 Strafzöllen der Türkei gegen die USA wurde am frühen Morgen im Staatsanzeiger veröffentlicht. Die Einfuhrgebühren der aufgelisteten Produkte wurden nach Angaben der Handelsministerin Ruhsar Pekcan verdoppelt. Aufgeführt sind unter anderem US-Autos, alkoholische Getränke, kosmetische Produkte, Tabak, Papier und Reis aus den Vereinigten Staaten.

Am Vortag hatte der türkische Staatspräsident Erdogan angekündigt, elektronische Produkte aus den USA boykottieren zu wollen. Er erwähnte auch die iPhones des Herstellers Apple . Zusätzliche Zölle auf elektronische Geräte oder ein Einfuhrverbot fanden sich in der Liste aber nicht.

Der evangelikale Pastor Brunson war 2016 im westtürkischen Izmir wegen Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft genommen worden und wurde kürzlich unter Hausarrest gestellt. US-Präsident Donald Trump hat mehrfach die umgehende Freilassung des Pastors gefordert. Anfang August war Trumps Geduld dann am Ende: Die USA verhängte Sanktionen gegen zwei türkische Minister, die die Türkei erwiderte.

Aus Frustration über mangelnde Fortschritte in den Verhandlungen hatte Trump am Freitag Zölle auf die Einfuhr von türkischem Stahl und Aluminium stark erhöht. Erdogan sprach daraufhin von einem "Wirtschaftskrieg". Erdogans Sprecher Kalin sagte am Mittwoch, die Türkei wolle keinen "Wirtschaftskrieg", sein Land müsse sich aber wehren, wenn es angegriffen werde.

Der Kurs der seit Monaten schwächelnden Lira war am Freitag und am Montag abgestürzt. Er erholte sich am Dienstag und Mittwoch leicht. Analysten führten das auf erste Notmaßnahmen der Zentralbank zur Stützung der Lira zurück sowie auf die Ankündigung, dass Finanzminister Berat Albayrak am Donnerstag per Telefonkonferenz mit Investoren unter anderem aus den USA und Europa sprechen werde.

Zwar blieben die Preise für Grundnahrungsmittel zunächst stabil. Viele Türken machen sich dennoch Sorgen um die wirtschaftliche Situation. Vor allem Importprodukte, die in Devisen eingekauft werden, sind in der Türkei teuer geworden und die Menschen verzichten vorerst auf aufschiebbare Anschaffungen. Ein Werkzeug-Importeur aus Istanbul sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir sind nicht glücklich, die Händler sind nicht glücklich und die Kunden sind es auch nicht".

Gespalten ist das Land darüber, wer Schuld an der Krise hat. Während einige voll und ganz hinter Erdogan stehen und die USA beschuldigen, werfen andere Erdogans islamisch-konservativer AKP eine misslungene Wirtschaftspolitik vor.

Die US-Regierung jedenfalls wies die Verantwortung für die wirtschaftlichen Probleme der Türkei von sich. Diese hätten nicht erst begonnen, "als wir am 1. August dieses Jahres Sanktionen gegen zwei Personen verhängt haben", sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums.

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich in einem Telefonat mit Erdogan nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu das deutsche Interesse an einer starken türkischen Wirtschaft. Beide Seiten hätten sich für einen Ausbau der Zusammenarbeit ausgesprochen. In dem Gespräch sei es zudem um die Lage in Syrien sowie um den für den 28. September geplanten Staatsbesuch Erdogans in Deutschland gegangen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Mit Blick auf den Besuch Erdogans sei ein vorbereitendes Treffen der Finanz- und Wirtschaftsminister beider Länder vereinbart worden.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder forderte in der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Donnerstag), dass es bei dem Besuch Erdogans in Berlin auch um Menschenrechte und Religionsfreiheit in der Türkei gehen müsse. "Deutschland hat kein Interesse an einer Türkei-Krise. Wahrlich nicht", sagte Kauder der Zeitung. Die dortige Wirtschaftslage sei jedoch auch auf die Politik der dortigen Regierung zurückzuführen. Jetzt komme der Handelskonflikt mit den USA hinzu, der ebenfalls politische Gründe habe. Solange Erdogan seine Politik nicht ändere, werde es nicht besser werden.

Im vergangenen Jahr war das deutsch-türkische Verhältnis unter anderem wegen der Inhaftierung mehrerer Deutscher in der Türkei zerrüttet gewesen. Noch immer sitzen nach offiziellen Angaben sieben Deutsche aus "politischen Gründen" in Haft. Darunter ist der 73-jährige Enver Altayli, der vor einem Jahr inhaftiert wurde. Seine Tochter Zehra Der sagte der dpa, ihrem Vater gehe es schlecht. Er sitze weiter im Hochsicherheitsgefängnis in Ankara in Einzelhaft und er habe unter anderem Schilddrüsen- und Magenprobleme. Die Tochter hoffe, dass Berlin weiter Druck ausübe./jam/DP/jha

15.08.2018

KORREKTUR/HINTERGRUND: Wie aus Asylbewerbern Arbeitskräfte werden

(Berichtigung: In der ersten Antwort wurde die Zahl der Geduldeten korrigiert: 166 000 - statt: 4600. Zudem wurde in der Antwort ein erklärender dritter Satz ergänzt.)

BERLIN (dpa-AFX) - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sorgt schon wieder für Gesprächsstoff. Abgelehnte Asylbewerber sollen leichter Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bekommen, fordert er, einen "Spurwechsel" aus dem Asyl- ins Aufenthaltsrecht. Rückendeckung gibt es vor allem von SPD, Grünen und FDP. Günthers niedersächsischer SPD-Kollege Stephan Weil etwa will Geduldeten so zu Lohn und Brot verhelfen, wenn sie gut integriert sind. Aber worum geht es genau? Und was dürfen Asylbewerber heute schon? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wieviel abgelehnte Asylbewerber gibt es in Deutschland, wieviel haben eine Duldung?

Nach offiziellen Angaben gab es zum Jahreswechsel gut 618 000 abgelehnte Asylbewerber. Davon waren rund 166 000 Personen geduldet. Die Differenz lässt sich trotzdem nicht so leicht errechnen: Laut Bundesregierung könnte ein Teil der statistisch noch erfassten Abgelehnten inzwischen ein Bleiberecht haben.

Wer geduldet wird, hat zwar eigentlich kein Aufenthaltsrecht im juristischen Sinne, wird aber dennoch nicht abgeschoben, weil es dringende Gründe dagegen gibt. Das kann etwa eine laufende Ausbildung sein.

Dürfen Flüchtlinge und Geduldete heute nicht arbeiten?

Doch. Anerkannte Flüchtlinge sind deutschen Arbeitnehmern gleichgestellt. Wenn das Asylverfahren noch läuft oder wenn jemand nur geduldet ist, gibt es hingegen Wartefristen und andere Hürden. So müssen die Ausländerbehörden und auch die Arbeitsagentur zustimmen, auch bei einer geringfügigen Beschäftigung. In manchen Fällen, etwa bei gesuchten Fachkräften, einer staatlich anerkannten Ausbildung oder einer Aufenthaltsdauer von mehr als vier Jahren muss die Bundesagentur nicht zustimmen.

Was ist mit einer Ausbildung?

Dafür gibt es die Ausbildungsduldung. Das Instrument kommt für Menschen in Frage, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Es gibt ein paar Bedingungen, zum Beispiel dürfen die Betreffenden nicht aus sicheren Herkunftsländern kommen (EU-Staaten und zum Beispiel Bosnien oder Mazedonien), und die Maschinerie, die zum Verlassen Deutschlands führen soll, darf noch nicht in Gang gesetzt sein. Wenn nichts dagegen spricht, können abgelehnte Asylbewerber so eine mindestens zweijährige Ausbildung im Handwerk, in der Industrie oder in einer Berufsfachschule beginnen. Danach dürfen sie mindestens zwei Jahre im erlernten Beruf in Deutschland arbeiten.

Funktioniert das gut?

Die Länder nutzen die Regeln nicht einheitlich. "Der Weg zur Ausbildungsduldung ist in manchen Bundesländern deutlich steiniger als in anderen", beklagt Constantin Bräunig von der Initiative "Unternehmen integrieren Flüchtlinge". "Hier wäre eine einheitliche bundesweite Umsetzung für die Unternehmen wichtig." Bei der Beschäftigung von Geduldeten komme zudem erschwerend hinzu, dass es in vielen Fällen weniger Möglichkeiten etwa zur Sprachförderung gibt als bei anerkannten Asylbewerbern.

In welchen Bereichen arbeiten Flüchtlinge in Deutschland?

Hinweise gibt eine Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit vom Frühjahr 2017. Dabei hat sie allerdings nur eine Reihe von Herkunftsländern untersucht und weist Geduldete nicht gesondert aus. Demnach finden die weitaus meisten Flüchtlinge aus den untersuchten Ländern Jobs in der Zeitarbeit. Eine Rolle spielen auch andere Dienstleistungen (etwa der Gebäudereinigung), das Gastgewerbe, der Handel und die Autoreparatur sowie das verarbeitende Gewerbe.

Warum hofft die Wirtschaft auf Bewegung?

Es mangelt an qualifizierten Arbeitnehmern. Alleine im Handwerk fehlten 150 000 Fachkräfte, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer jüngst unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit. Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag sind Fachkräfteengpässe für mehr als 60 Prozent der Unternehmen ein erheblicher Risikofaktor.

Wer einen Flüchtling beschäftigt, findet vielleicht eine dringend gesuchte Arbeitskraft, doch er muss auch Ungewissheit in Kauf nehmen. "Menschen, die in Beschäftigung sind, ihre Steuern zahlen, Stellen besetzen, die vorher leer standen, abzuschieben - das kann man den Unternehmen nicht erklären", sagt Bräunig von "Unternehmen integrieren Flüchtlinge". Betroffenen einen "Spurwechsel" vom Asyl- ins Zuwanderungsrecht zu ermöglichen, könnte es leichter machen, solche Arbeitnehmer in Deutschland zu halten.

Auch ein Einwanderungsgesetz könnte neue Möglichkeiten schaffen, ausländische Arbeitnehmer schon im Herkunftsland zu gewinnen. Und mancher, der heute trotz geringer Chancen in Deutschland Asyl sucht, jahrelang die Behörden beschäftigt und am Ende vielleicht abgeschoben wird, könnte stattdessen als Arbeitnehmer kommen./hrz/DP/nas

15.08.2018

Erdogan-Sprecher: Katar will 15 Milliarden Dollar in Türkei investieren

ISTANBUL (dpa-AFX) - Nach US-Sanktionen und mitten in einer Währungskrise erhält die Türkei Unterstützung von Katar. Der Golfstaat wolle 15 Milliarden Dollar in die Türkei investieren, teilte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Mittwoch nach einem Treffen Erdogans mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, mit. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Katar basierten auf wahrer Freundschaft und Solidarität, schrieb Kalin.

Wie genau diese Investitionen aussehen sollen, war zunächst unklar. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, Thani habe zudem betont, dass er die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausbauen wolle.

Der Kurs der seit Monaten schwächelnden türkischen Lira war am Freitag nach US-Sanktionen gegen die Türkei und am Montag abgestürzt. Er erholte sich am Dienstag und Mittwoch leicht.

Im Juni vergangenen Jahres hatte die Türkei das Golfemirat unterstützt, nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain eine Blockade über Katar verhängt hatten. Sie warfen Katar unter anderem die Unterstützung von Terrorgruppen vor, was das Emirat zurückwies./jam/DP/nas

15.08.2018

Bulgarien will mehr als 200 marode Brücken renovieren

SOFIA (dpa-AFX) - Nach der Brückenkatastrophe von Genua will das Urlaubsland Bulgarien 211 marode Brücken renovieren. Diese 35 Jahre alten und noch älteren Brücken seien nie gründlich, einige von ihnen nicht einmal teilweise renoviert worden, erläuterte der Minister für regionale Entwicklung, Nikolaj Nankow, am Mittwoch während einer Regierungssitzung in Sofia. Dabei handele es sich unter anderem um 34 Autobahnbrücken - davon seien 17 in einem "schlechten Zustand", wie aus einem von der Regierung verbreiteten Stenogramm hervorgeht.

Regierungschef Boiko Borissow ordnete an, dass die zuständigen Minister einen Plan zur gleichzeitigen Renovierung aller maroden Brücken aus kommunistischer Zeit unterbreiten sollen. 2017 wurden in dem ärmsten EU-Land sieben Autobahnbrücken renoviert. In diesem Jahr sind Renovierungsarbeiten an fünf Autobahnbrücken in Gang. Katastrophen wie in Genua gab es in dem Balkanland bislang nicht./el/DP/nas

15.08.2018

ROUNDUP: CDU diskutiert Günther-Vorstoß zu Perspektiven für Geduldete

BERLIN (dpa-AFX) - In der CDU findet der Vorstoß des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther zu Bleibeperspektiven für abgelehnte Asylbewerber ein unterschiedliches Echo. "In engen Grenzen" sei ein "Spurwechsel" aus dem Asyl- ins Aufenthaltsrecht sinnvoll, sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht der Deutschen Presse-Agentur über die Anregung seines Parteikollegen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) dagegen hatte dem Vorschlag zuvor eine Absage erteilt.

Günther ist dafür, mit einem Einwanderungsgesetz auch abgelehnten aber gut integrierten Asylbewerbern einen Weg auf den deutschen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Unterstützung bekam er dafür von SPD, FDP und Grünen. Im Prinzip können abgelehnte Asylbewerber auch heute schon arbeiten, es gibt aber einige Hürden.

"Voraussetzung muss sein, dass derjenige, der schon mehrere Jahre hier ist, die Sprache sprechen kann und außerdem eine Berufsqualifikation und die unmittelbare Aufnahme einer Arbeit nachweist", sagte Stahlknecht, der derzeit der Innenministerkonferenz vorsteht. "Eigentlich sind wir damit fast schon zu spät, ich hätte mir das schon vor ein paar Jahren gewünscht." Denn der Wirtschaft mangele es generell an Arbeitskräften und nicht nur an Fachleuten.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erklärte am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin", es gehe um Geduldete, von denen viele schon lange in Deutschland lebten, ohne dass sie Zugang zum Arbeitsmarkt hätten. Darunter seien Menschen, die gut Deutsch sprächen, eine Fachausbildung hätten und von Arbeitgebern geschätzt seien.

Auch SPD-Generalsekretär Klingbeil meinte: "Es ist absolut richtig, Menschen, die gut integriert sind, eine Chance zu geben hierzubleiben." Der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" (Donnerstag) sagte er: "Ich wundere mich immer wieder, wie angstgetrieben diese Debatte in der Union geführt wird. Da wünsche ich mir mehr Pragmatismus." Die Union verweigere seit Jahrzehnten eine Haltung in Migrationsfragen, beklagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel in der "taz" (Donnerstag). "Weil Einwanderung für die Union ein Tabuthema ist, haben sie zentrale Fragen nie für sich geklärt."

Auf Drängen der SPD hatte sich die große Koalition Anfang Juli darauf verständigt, dass noch in diesem Jahr ein Einwanderungsgesetz auf den Weg gebracht werden soll, um gezielt Fachkräfte anzuwerben. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat für den Herbst Eckpunkte angekündigt. Die CSU steht beim Thema abgelehnte Asylbewerber allerdings auf der Bremse.

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) forderte: "Wir brauchen dringend eine umfassende Regelung um gut integrierten Asylbewerbern und Geduldeten eine dauerhafte Bleibeperspektive zu ermöglichen." Da beim Bundesinnenministerium keine Bewegung erkennbar sei, wolle sein Bundesland auf die anderen Länder zugehen, um einen Migrationsgipfel vorzubereiten. "Menschen, die hier integriert sind und am Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben, weiter im Schwebezustand zu halten oder abzuschieben, ist menschlich nicht in Ordnung und volkswirtschaftlich dämlich."

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jan Korte, lobte: "Auch wenn wohl vor allem die deutsche Volkswirtschaft im Vordergrund für den Vorstoß von Daniel Günther stand, ist dies zur Abwechslung mal ein positives Zeichen aus den Reihen der Union."

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander erklärte: "Wir brauchen jetzt ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz, damit die Bereiche Asyl, Flüchtlinge und Fachkräfte-Zuwanderung endlich klar getrennt werden und die Zuwanderung in die soziale Sicherung endlich gestoppt wird." Erst danach solle der "Spurwechsel" zum Thema werden. "Die "Spurwechsel"-Debatte jetzt zu führen, ist absolut schädlich."/hrz/hnl/DP/nas

15.08.2018

ROUNDUP 3: Weiter Vermisste unter Trümmern in Genua - Suche nach Schuldigem

GENUA (dpa-AFX) - Nach dem Brückeneinsturz von Genua mit rund 40 Toten werden noch viele Menschen vermisst - und die Schuldzuweisungen gehen weiter. Mitglieder der neuen populistischen Regierung machten am Mittwoch den privaten Betreiber der Autobahn für das Unglück verantwortlich. Die Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio und Matteo Salvini zeigten mit dem Finger in Richtung früherer Regierungen und der EU. Die EU-Kommission wies die Kritik zurück.

Während eines schweren Unwetters war am Dienstagmittag der 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt, der auch Morandi-Brücke genannt wird, auf einem etwa 100 Meter langen Stück eingestürzt. Die Brücke ist Teil der Autobahn 10, die auch als Urlaubsverbindung "Autostrada dei Fiori" bekannt und eine wichtige Verbindungsstraße nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei ist.

Papst Franziskus gedachte auf dem Petersplatz vor 20 000 Gläubigen der Opfer. Die Staatsanwaltschaft gab die vorläufige Zahl der Toten mit 42 an, während die Präfektur von 39 sprach. Unter den Opfern sind mindestens drei Minderjährige im Alter von 8, 12 und 13 Jahren. 16 Menschen seien verletzt, der Zustand von 12 Menschen sei kritisch, teilte die Präfektur mit.

Es werde erwartet, dass die Zahlen weiter steigen, sagte Regionalpräsident Giovanni Toti laut Nachrichtenagentur Ansa nach einem Besuch von Verletzten in einem Krankenhaus zusammen mit Regierungschef Giuseppe Conte. Für den Großteil der Verletzten gebe es gute Heilungschancen. Es gebe aber unter der Brücke noch immer "zahlreiche Vermisste", sagte Toti. Rettungskräfte berichteten von Fahrzeugen, die noch immer in den Trümmern zu sehen seien. Italien will eine Staatstrauer für die Opfer ausrufen.

Unter den Toten der Katastrophe sind auch vier Franzosen. Man stehe in engem Kontakt zu den italienischen Behörden, um herauszufinden, ob möglicherweise noch weitere Landsleute bei der Katastrophe ums Leben gekommen seien, teilte das französische Außenministerium mit. Zwei rumänische Staatsbürger wurden ebenfalls identifiziert, teilte das Außenministerium in Bukarest mit. Ob möglicherweise Deutsche unter den Opfern sind, war nicht bekannt. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Generalkonsulat Mailand stehe in engem Kontakt mit den italienischen Behörden.

Gegen den Betreiber Autostrade per l'Italia seien Schritte eingeleitet worden, um die Lizenz für die Straße zu entziehen und eine Strafe von bis zu 150 Millionen Euro zu verhängen, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli am Mittwoch auf Facebook. Er forderte das Management zum Rücktritt auf. Auch der Fünf-Sterne-Chef und Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio machte das Unternehmen für die Tragödie verantwortlich, das von allen Vorgängerregierungen gedeckt worden sei. Das Unternehmen verteidigte sich gegen die Vorwürfe: Die Brücke sei alle drei Monate kontrolliert worden.

Nach Ansicht von Innenminister Salvini untergraben die europäischen Vorgaben zum Haushaltsdefizit die Sicherheit des Landes. Geld, das für die Sicherheit ausgegeben werde, dürfe "nicht nach den strengen (...) Regeln berechnet werden, die Europa uns auferlegt", sagte der EU-kritische Politiker am Mittwoch dem Sender Radio24. "Immer muss man um Erlaubnis fragen, um Geld auszugeben", prangerte er an. Davon dürfe aber nicht die Sicherheit auf den Straßen, bei der Arbeit und in den Schulen, "in denen immer mal wieder die Decken einstürzen", abhängen.

Ein Sprecher der EU-Kommission wies dagegen darauf hin, dass EU-Staaten politische Prioritäten im Rahmen der geltenden Haushaltsregeln selbst festlegen könnten - "zum Beispiel die Entwicklung und den Erhalt der Infrastruktur". Tatsächlich habe die EU Italien sogar dazu ermuntert, in die Infrastruktur zu investieren.

Augenzeugen hatten berichtet, dass kurz vor dem Einsturz ein Blitz in die Brücke eingeschlagen habe. Doch Staatsanwalt Francesco Cozzi ließ im Gespräch mit RaiNews24 erkennen, dass auch die Ermittler von menschlichem Versagen als Ursache ausgehen. Zum jetzigen Zeitpunkt von einem Unglück zu reden, obwohl es sich bei der Brücke um ein "Werk von Menschen" handele, das Instandhaltungen unterzogen worden sei, "erscheint mir ziemlich gewagt", sagte Cozzi.

Die Infrastruktur in Italien ist vielerorts dramatisch veraltet. Die Katastrophe an der "kranken Brücke", wie die Zeitung "Corriere della Sera" sie nennt, lässt nach mehreren weniger dramatischen Einstürzen in den vergangenen Jahren nun die Alarmglocken umso lauter schrillen. Laut der Tageszeitung "La Repubblica" sind um die 300 Brücken und Tunnel marode.

Der Polcevera-Viadukt wurde 1967 eingeweiht und führt im Westen von Genua unter anderem über Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet, er hat eine Gesamtlänge von 1182 Metern. Zum Zeitpunkt der Tragödie waren laut Betreibergesellschaft Bauarbeiten im Gange. Mehrmals gab es Diskussionen um eine Alternative für die Brücke, an der ständig gearbeitet werden musste.

Der Ingenieur Riccardo Morandi entwarf Brücken auch in anderen Ländern der Welt: Im Westen von Venezuela etwa überspannt die rund 8,6 Kilometer lange General-Rafael-Urdaneta-Brücke den Maracaibo-See und verbindet die Erdölstadt Maracaibo mit dem Rest des Landes. Im April 1964 riss ein Öltanker zwei Stützpfeiler ein. Sieben Menschen, die zum Zeitpunkt des Unglücks über die Brücke fuhren, kamen dabei ums Leben. Die Brücke ist heute wieder in Betrieb.

In Kolumbien baute Morandi in den 1970er Jahren nahe der Hafenstadt Barranquilla die Pumarejo-Brücke über den Magdalena-Fluss. Aufgrund ihres Designs steht die Brücke schon länger in der Kritik, weil sie recht niedrig ist und damit die Durchfahrt großer Schiffe verhindert. Derzeit wird in der Nähe eine neue Brücke gebaut. Nach der Fertigstellung soll die Pumarejo-Brücke abgerissen werden./lkl/DP/nas

15.08.2018

EU-Kommission widerspricht Salvini: Italien zu Investition ermutigt

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Nach dem tragischen Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua hat die EU-Kommission Vorwürfe der italienischen Regierung zurückgewiesen, nach denen Brüsseler Sparvorgaben für die marode Infrastruktur des Landes mitverantwortlich seien. EU-Staaten könnten politische Prioritäten im Rahmen der geltenden Haushaltsregeln selbst festlegen - "zum Beispiel die Entwicklung und den Erhalt der Infrastruktur", sagte ein Sprecher am Mittwoch. Tatsächlich habe die EU Italien sogar dazu ermuntert, in die Infrastruktur zu investieren.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte infolge des Brückeneinsturzes am Dienstag beklagt, die strengen europäischen Defizitregeln stünden der Sicherheit des Landes im Wege. Bei dem Unglück in der italienischen Hafenstadt waren mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen.

Der Sprecher der EU-Kommission betonte hingegen, Italien erhalte im aktuellen Haushaltsrahmen 2014 bis 2020 2,5 Milliarden Euro aus dem Europäischen Struktur- und Investitionsfonds, etwa für Investitionen ins Straßen- oder Schienennetz. Zudem habe die Behörde im April italienische Pläne zur Verlängerung zweier Autobahnkonzessionen sowie eine Obergrenze für die Mautgebühren auf diesen Autobahnen genehmigt. Dies solle Investitionen von rund 8,5 Milliarden Euro ermöglichen - unter anderem in der Region von Genua.

Der Sprecher betonte, die EU-Kommission sei in engem Kontakt mit den leitenden Ermittlungsbehörden und bereit, bei Bedarf Hilfe zu leisten. Man werde sich jedoch nicht daran beteiligen, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte bereits am Dienstag sein Mitgefühl mit den Familien und Freunden derer, die gestorben sind, sowie dem italienischen Volk ausgedrückt./wim/DP/nas

15.08.2018

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 15.08.2018

GESAMT-ROUNDUP: Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA

ISTANBUL - Im Konflikt mit den USA hat die Türkei Einfuhrzölle auf zahlreiche US-Produkte erhöht. Damit reagiere das Land direkt auf Sanktionen und Strafzölle der USA, die der stellvertretende Präsident Fuat Oktay, am Mittwoch auf Twitter "bewusste Angriffe der US-Regierung" nannte. Die Türkei heizt damit die Auseinandersetzung, die zu einer Währungskrise im Land geführt hat, weiter an. Auch der US-Pastor Andrew Brunson, an dem sich der Streit zwischen den beiden Nato-Partner entzündet hatte, bleibt vorerst weiter in Hausarrest. Die türkische Lira erholte sich dennoch.

Merkel telefoniert mit Erdogan

BERLIN/ANKARA - Kanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben am Mittwoch in einem Telefonat über internationale und bilaterale Fragen gesprochen. Dabei sei es auch um die Lage in Syrien sowie um den für den 28. September geplanten Staatsbesuch Erdogans in Deutschland gegangen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Mit Blick auf den Besuch Erdogans sei ein vorbereitendes Treffen der Finanz- und Wirtschaftsminister beider Länder vereinbart worden.

ROUNDUP: Schwellenländer kämpfen gegen Druck auf Währungen durch Türkei-Krise

JAKARTA - Die Lira-Krise in der Türkei setzt auch viele andere Schwellenländer mit ohnehin schon angeschlagenen Währungen zusätzlich unter Druck - einige von ihnen stemmen sich nun gegen den Wertverfall. Die Notenbank Indonesiens teilte am Mittwoch in Jakarta mit, dass der Satz für einwöchiges Zentralbankgeld um 0,25 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent erhöht werde. Auch Argentinien zog bereits die Zinsschraube an und Hongkong griff direkt am Devisenmarkt ein.

USA: Gesamtproduktion steigt nur leicht

WASHINGTON - Die Industrie in den USA hat ihre Gesamtproduktion im Juli nur leicht ausgeweitet. Die Produktion stieg zum Vormonat um 0,1 Prozent, wie die US-Notenbank Fed am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten im Mittel einen deutlicheren Zuwachs von 0,3 Prozent erwartet. Allerdings wurde der Anstieg im Vormonat von 0,6 auf 1,0 Prozent nach oben gesetzt.

USA: NAHB-Hausmarktindex sinkt - Weiterhin hohes Niveau

WASHINGTON - Die Lage am US-Häusermarkt hat sich im August wie erwartet eingetrübt. Der NAHB-Hausmarktindex sank um einen Punkt auf 67 Zähler, wie die National Association of Home Builders (NAHB) am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit diesem Rückgang gerechnet. Der Indikator liegt dennoch weiterhin auf hohem Niveau.

USA: Einzelhandel setzt mehr um als erwartet

WASHINGTON - Die Umsätze des US-Einzelhandels sind im Juli deutlich stärker gestiegen als erwartet. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs von lediglich 0,1 Prozent gerechnet. Allerdings wurde zugleich der Zuwachs im Juni nachträglich von 0,5 auf 0,2 Prozent korrigiert.

USA: Produktivität steigt stärker als erwartet

WASHINGTON - Die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal stärker entwickelt als erwartet. Wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch nach einer ersten Schätzung mitteilte, lag die Produktivität 2,9 Prozent höher als im Vorquartal. Analysten hatten für die Monate April bis Juni nur eine Steigerung um 2,4 Prozent erwartet. Im ersten Quartal war die Produktivität nur leicht um revidierte 0,3 Prozent (zuvor 0,4 Prozent) gestiegen.

USA: Empire-State-Index überraschend verbessert

NEW YORK - Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hat sich im August überraschend aufgehellt. Der Empire-State-Index stieg von 22,6 Punkten im Vormonat auf 25,6 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten stattdessen einen Rückgang auf 20,0 Punkte erwartet.

Großbritannien: Verbraucherpreise steigen etwas stärker

LONDON - Die Verbraucherpreise in Großbritannien sind im Juli wieder etwas stärker gestiegen. Wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte, lagen sie 2,5 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Im Juni hatte die Inflationsrate 2,4 Prozent betragen. Im Monatsvergleich stagnierte die Teuerung im Juli. Analysten hatten mit der Entwicklung gerechnet.

Irans Präsident hält Trump Tür für Gespräche offen

TEHERAN - Irans Präsident Hassan Ruhani hält sich die Tür für Gespräche mit US-Amtskollege Donald Trump offen. Der US-Präsident müsse jedoch zunächst die "Kommunikationsbrücke" zwischen den beiden Ländern, die durch das Wiener Atomabkommen von 2015 ermöglicht worden war, wieder aufbauen. "Die Gespräche mit den USA liefen ja ganz gut (...), dann aber haben die Amerikaner diese Brücke selbst zerstört", sagte Ruhani am Mittwoch. US-Präsident Donald Trump hatte gesagt, er wäre "jederzeit" ohne Vorbedingungen zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit. Sein Außenminister Mike Pompeo relativierte dies jedoch und schob Bedingungen nach.

Ausländer dürfen in Neuseeland keine Häuser mehr kaufen

WELLINGTON - Angesichts von gestiegenen Immobilienpreisen dürfen Ausländer in Neuseeland keine Häuser mehr kaufen. Das Parlament in Wellington verabschiedete am Mittwoch eine entsprechende Gesetzesinitiative von Premierministerin Jacinda Ardern. Ziel ist es, Einheimischen den Kauf von Wohneigentum leichter zu machen. In dem Pazifikstaat mit seinen etwa 4,7 Millionen Einwohnern sind die Immobilienpreise im vergangenen Jahrzehnt um 50 Prozent gestiegen.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

/tos

15.08.2018

ANALYSE-FLASH: Credit Suisse senkt Ziel für Leoni auf 43 Euro - 'Neutral'

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Bank Credit Suisse hat das Kursziel für Leoni nach Zahlen zum zweiten Quartal von 53 auf 43 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Neutral" belassen. Der Kabelhersteller und Autozulieferer habe die Erwartungen verfehlt, schrieb Analyst Sascha Gommel in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Zudem habe sich das Unternehmen in der Telefonkonferenz im Anschluss an die Zahlenvorlage vorsichtig geäußert. Insofern reduzierte Gommel seine Prognosen bis 2020./la/ck

Datum der Analyse: 15.08.2018

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15.08.2018

ANALYSE-FLASH: DZ Bank senkt Symrise auf 'Verkaufen' und fairen Wert auf 66 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die DZ Bank hat Symrise nach Zahlen zum zweiten Quartal von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und den fairen Wert von 70 auf 66 Euro gesenkt. Der Aromen- und Duftstoffehersteller dürfte zwar angesichts des differenzierten Produktportfolios und der geplanten Kapazitätserweiterungen über das Jahr 2020 hinaus schneller wachsen als der relevante Markt, schrieb Analyst Thomas Maul in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Die insgesamt guten Perspektiven für den Konzern seien aber im Aktienkurs bereits mehr als eingepreist./la/ck

Datum der Analyse: 15.08.2018

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15.08.2018

AKTIE IM FOKUS: Tele Columbus brechen weiter ein - Rekordtief

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus finden aktuell kaum Halt. Am Mittwoch setzten sie ihre steile Talfahrt mit einem Rekordtief fort. Am frühen Nachmittag waren sie mit einem Minus von 9,17 Prozent auf 3,615 Euro das Schlusslicht im Kleinwerteindex SDax.

Die Papiere waren bereits am Montagnachmittag verstärkt unter Druck geraten, nachdem der von James Dinan gegründete Vermögensverwalter York Capital Management seine Beteiligung an dem Unternehmen von gut 4 auf unter 3 Prozent gesenkt hatte.

Erst Ende Juli hatte Analyst Andrew Lee von der US-Bank Goldman Sachs kritisch angemerkt, dass die Abonnentenzahlen zurückgingen und das Unternehmen, an dem United Internet knapp 29 Prozent hält, hoch verschuldet sei./mis/la/fba

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15.08.2018

ANALYSE: Warburg Research stuft Symrise ab - 'Gute Nachrichten sind raus'

HAMBURG (dpa-AFX) - Nach dem Rekordhoch von Symrise in Folge des Quartalsberichts hat das Analysehaus Warburg Research am Mittwoch seine Kaufempfehlung gestrichen. "Gute Nachrichten sind raus und die Erwartungen hoch", schrieb Analyst Patrick Schmidt in seiner Studie zum Hersteller von Duftstoffen und Aromen.

Tags zuvor hatten die Aktien mit 81,40 Euro einen Höchststand erreicht und waren dabei dem unveränderten Kursziel von Schmidt bei 84 Euro bereits sehr nahe gekommen. Er sieht sie nun nur noch als Halteposition.

Symrise sei zwar im zweiten Quartal mit 10,6 Prozent aus eigener Kraft stark gewachsen, so der Experte. Mit der Markterwartung einer Umsatzsteigerung um 7 Prozent für 2019 werde das weitere Potenzial aber bereits antizipiert und durch das Rekordhoch eingepreist. Hinsichtlich der Profitabilität bleibt der Analyst aufgrund des anhaltend teurer Rohstoffe zudem vorsichtig.

Bei der Einstufung "Hold" rechnet Warburg Research auf Sicht von zwölf Monaten mit einer weitgehend stabilen Kursentwicklung./ag/mis/zb

Analysierendes Institut Warburg Research.

Datum der Analyse: 15.08.2018

15.08.2018

AKTIE IM FOKUS 2: Leoni sinken auf 17-Monatstief - Quartalszahlen enttäuschen

(Neu: UBS-Analyst, Kurs aktualisiert.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwache Profitabilität und ein Abfluss freier Mittel im zweiten Quartal - das war für die Aktionäre des Autozulieferers Leoni am Mittwoch zu viel. Viele trennten sich von den Papieren, die bis auf fast 38 Euro fielen. Weniger hatten sie zuletzt im März 2017 gekostet. Zuletzt waren sie mit einem Minus von noch 9,69 Prozent auf 38,60 Euro abgeschlagenes Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte MDax .

Beim operativen Gewinn (Ebit) habe der Kabel- und Bordnetzspezialist die Erwartungen verfehlt, erklärte Analyst Julian Radlinger von der schweizerischen Bank UBS. Zudem sei der freie Mittelfluss (Free Cashflow) mit minus 29 Millionen Euro schwach gewesen. Auch der Auftragseingang überzeugte den Experten nicht.

Vor diesem Hintergrund vermochte auch der angehobene Umsatzausblick die Gemüter der Investoren nicht zu beruhigen - zumal gemeinhin mit dem Schritt gerechnet worden war. Zudem basiert die Erhöhung maßgeblich auf dem gestiegenen Kupferpreis, also lediglich auf der Weitergabe höherer Kosten an die Kunden.

So wies Interimschef und Finanzvorstand Karl Gadesmann auch darauf hin, dass der MDax-Konzern im ersten Halbjahr vor allem wegen des höheren Kupferpreises mehr Umsatz erwirtschaftet habe als zu Jahresbeginn selbst erwartet worden sei. Vor allem in der Kabelsparte, die vorwiegend Kupferkabel für die Autobranche und andere Industrien fertigt, spielt der Kupferpreis eine große Rolle.

Trotz des nun optimistischeren Zieles eines Umsatzes von mindestens 5,1 Milliarden Euro im Gesamtjahr hielt der Bordnetzspezialist am Gewinnausblick lediglich fest: Vor Zinsen und Steuern werden weiterhin 215 bis 235 Millionen Euro angepeilt.

Immerhin habe Leoni anders als andere Autozulieferer keine Gewinnwarnung ausgegeben, wenngleich das Management auf einen schwächeren operativen Gewinn im zweiten Halbjahr hingewiesen habe, schrieb Analyst Tim Schuldt von der Equinet-Bank in einer ersten Reaktion. Letztere hänge vor allem von höheren Ausgaben für die Vorproduktion neuer Kabelsystem-Projekte zusammen.

All das ist aber weitgehend bekannt. Analysten hatten auf vorübergehende Belastungen durch die Einführung neuer Produkte schon in den vergangenen Monaten hingewiesen. Mit einem Minus von rund einem Drittel im bisherigen Jahresverlauf sind die Leoni-Papiere denn auch einer der schwächsten Werte im MDax, der im gleichen Zeitraum leicht stieg.

Beschleunigt hatte sich die Talfahrt zuletzt im Juni im Sog des Zollstreits zwischen den USA und China sowie Bedenken der Anleger wegen der Belastungen für viele Autobauer durch die neuen Abgas- und Verbrauchstests. Analyst Michael Punzet von der DZ Bank geht allerdings nicht davon aus, dass WLTP größere Auswirkungen auf Leoni haben wird. Laut Leoni-Management sind die Probleme einiger Autobauer auch im Auftragseingang und den Kundenabrufen nicht zu sehen./mis/ag/men

15.08.2018

ANALYSE: Deutsche Bank bleibt trotz Türkei-Krise weiter positiv für Bankaktien

FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz der aktuellen Türkei-Krise empfehlen die Experten der Deutschen Bank weiter eine Übergewichtung des europäischen Bankensektors . Die Turbulenzen in Folge des jüngsten Kursrutsches der türkischen Lira änderten nichts daran, dass sich das Wachstum in der Eurozone wieder beschleunigen sollte, schrieb Analyst Sebastian Raedler in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Insofern dürfte sich auch die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Region weiter verbessern, was sich besonders positiv in der Kursentwicklung der Banken niederschlagen würde.

Dementsprechend riet Raedler auch weiterhin, die wesentlichen defensiven Branchen in Europa wie etwa den Pharma- oder den Nahrungsmittelsektor unterzugewichten. Denn diese hätten seit Mai von der steigenden wirtschaftlichen Unsicherheit und den nachgebenden Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen profitiert. Sollte sich jedoch das konjunkturelle Bild wie von ihm prognostiziert tatsächlich aufhellen, dürften auch die Renditen wieder anziehen und so zu einer ernsthaften Alternative zu den Dividendenzahlungen dieser Unternehmen werden.

Die unveränderten Brancheneinschätzungen der Deutschen Bank basieren auf der Grundannahme, dass die aus der Türkei-Krise resultierenden Risiken das europäische Wachstum nicht abwürgen. Nach Meinung der türkischen Volkswirte der Bank dürften sich die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei wieder stabilisieren. Zudem werde die Notenbank ihre Geldpolitik wahrscheinlich verschärfen und so den Inflationsdruck mindern. Ferner könnte die Türkei in China oder in Russland externe Finanzierungsquellen erschließen und so denjenigen einheimischen Schuldnern zur Seite springen, die Probleme haben, ihre in US-Dollar nominierten Kredite zu bedienen.

Wer jedoch als Anleger erst einmal davon ausgehe, dass die Lage in der Türkei bis auf weiteres aussichtslos bleibt, kann Raedler zufolge ein Engagement in stark wechselkursabhängige Aktien erwägen. So könnten unter anderem die Papiere des Bierbrauers AB Inbev , des Kosmetikherstellers L'Oreal und des Tabakkonzerns Imperial Brands von einem weiter steigenden Dollar und einer höheren politischen Unsicherheit profitieren. Eher leiden hingegen würden unter einem solchen Szenario die Anteilsscheine der relativ stark in der Türkei engagierten Banken BBVA und Unicredit sowie die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont ./la/ag/fba

15.08.2018

ANALYSE-FLASH: Goldman belässt Vestas auf 'Buy' - Ziel 510 dänische Kronen

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Vestas nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 510 dänische Kronen belassen. Insgesamt habe der Windkraftanlagenbauer für das erste Halbjahr gute Resultate geliefert, konstatierte Analyst Manuel Losa in einer am Mittwoch vorliegenden ersten Reaktion. Das operative Ergebnis (Ebit) sei weniger stark gefallen als befürchtet. Er verwies zudem auf den aktuellen rekordhohen Auftragsbestand. Die präzisierten Umsatz- und Margenprognosen lägen indes im Rahmen der Erwartungen./tav/la

Datum der Analyse: 15.08.2018

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15.08.2018

ANALYSE: Morgan Stanley nimmt bei Ceconomy nach Kursrutsch neutrale Haltung ein

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem Kurseinbruch der Ceconomy-Aktien ist die US-Bank Morgan Stanley nun an die Seitenlinie gegangen. So waren die Papiere des Elektronikhändlers tags zuvor deutlich unter das neue Kursziel des Analysten Geoff Ruddell von 7 Euro gerutscht. Daher stufte er die Aktien in einer am Mittwoch vorliegenden Studie von "Underweight" auf "Equal-weight" hoch.

Ruddell passte seine Schätzungen zum einen an die aus seiner Sicht weitgehend erwartungsgemäßen Quartalsergebnisse an. Er berücksichtigt nun zum anderen auch den jüngsten Verkauf des verlustreichen Geschäfts in Russland an die russische Safmar-Gruppe, nachdem die Wettbewerbshüter inzwischen ihre Einwilligung dazu gegeben haben. Auch die Kapitalerhöhung des schwächsten MDax-Wertes des laufenden Jahres habe er eingerechnet, so der Experte.

Nach bislang 8 Euro ergibt sich in seiner Berechnung nun ein fairer Wert von 7 Euro. Da die im Laufe des Jahres inzwischen halbierte Aktie darunter notiere, sei ein Platz an der Seitenlinie angemessen.

Chancen und Risiken seien bei Ceconomy extrem gegensätzlich, so der Experte. Im optimistischen Fall - also sollte das Management die eigenen mittelfristigen Profitabilitätsziele erreichen - kommt er in seinem Modell auf einen Wert von 15,70 Euro. Laufe es besonders negativ, wäre die Aktie indes mit 1,20 Euro angemessen bewertet. In diesem Szenario würden die Gewinnmargen auf Sicht von 3 Jahren fallen und der Umsatz auf vergleichbarer Basis zurückgehen.

Gemäß der Einstufung "Equal-Weight" erwartet Morgan Stanley eine durchschnittliche Gesamtrendite der Aktie im Vergleich zu den anderen von der Bank beobachteten Werten derselben Branche. Zugrunde gelegt wird ein Zeitraum zwischen zwölf und 18 Monaten./ag/mis/fba

Analysierendes Institut Morgan Stanley.

Datum der Analyse: 15.08.2018

15.08.2018

ANALYSE-FLASH: Oddo BHF senkt Stratec auf 'Reduce' - Ziel 65 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Oddo BHF hat Stratec nach den Halbjahreszahlen von "Neutral" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 74 auf 65 Euro gesenkt. Die schwachen Zahlen hätten seine Erwartungen verfehlt, schrieb Analyst Igor Kim in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Der Ausblick des Laborgeräteherstellers deute auf einen schwächer als zunächst gedachten Verlauf des zweiten Halbjahrs hin./tih

Datum der Analyse: 15.08.2018

15.08.2018

ANALYSE-FLASH: Warburg Research senkt Symrise auf 'Hold' - Ziel bleibt 84 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat Symrise von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber auf 84 Euro belassen. Nach deutlich besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das zweite Quartal seien die guten Nachrichten nun bekannt und die Erwartungen an den Aromen- und Duftstoffhersteller hoch, schrieb Analyst Patrick Schmidt in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Er glaubt, dass das verbleibende Wachstumspotenzial bereits eingepreist ist./tih/ajx

Datum der Analyse: 15.08.2018

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