dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

11.08.2020

SPORT: VfB-Chef Hitzlsperger mit Verständnis für Absage an Fan-Rückkehr

STUTTGART (dpa-AFX) - Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat Verständnis für die vorläufige Absage der Politik an eine Stadion-Rückkehr der Fans zum Bundesliga-Saisonstart. "Wir teilen die Position der DFL: Die Gesundheit der Bevölkerung hat auch für uns oberste Priorität", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger am Dienstag.

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich bei ihrer Konferenz am Montag darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für Zuschauer bis zum 31. Oktober angesichts der momentanen Corona-Situation nicht zu befürworten sei. Auch die Planungen beim VfB dafür laufen dennoch weiter, kündigte Hitzlsperger an: "Wir werden weiter in enger Abstimmung mit den Behörden auf den Tag hinarbeiten, an dem wir wieder Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena empfangen dürfen."

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) akzeptierte die vorläufige Absage der Politik klaglos. Die DFL hatte vor den Beratungen der Gesundheitsminister ein Konzept für eine Teilzulassung von Zuschauern schon zum Beginn der Spielzeit 2020/21 am dritten September-Wochenende erarbeitet. Dieses sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästeanhänger vor./puk/DP/men

11.08.2020

TV-Serie 'Deutschland 89' auf Amazon: Jonas Nay fällt Abschied schwer

BERLIN (dpa-AFX) - Im Herbst läuft die letzte Staffel der Agentenserie "Deutschland 89" auf Amazon an - für Hauptdarsteller Jonas Nay ist es kein leichter Abschied. Ihn nehme das "emotional enorm mit", sagte er am Dienstag. Für ihn sei es wunderschön gewesen. "Ich werde da immer gerne dran zurückdenken." Nay spielt in der Streamingserie einen DDR-Soldaten, der in den 80er Jahren als Spion in die Bundeswehr eingeschleust wird.

Er glaube, dass Serien zur jüngeren Vergangenheit lehrreich und wichtig seien. Man könne aus dieser Zeit viel lernen und auf die heutige Zeit anwenden, sagte der 29-Jährige. Von der Musik in der Serie seien übrigens die Bands Genesis und The Police hängengeblieben. "Ich hör' das immer noch."

Die neuen Folgen sind ab 25. September auf Amazon Prime Video zu sehen. Die Serie begann als "Deutschland 83" und wurde mit "Deutschland 86" fortgesetzt - nun geht es um den Mauerfall. Für Produzent Jörg Winger ist das ein Schlusspunkt. Es gebe zu viele Serien, die zu viele Staffeln machten. Als Zuschauer steige man dann irgendwann aus. Das Schicksal habe er mit der Serie nicht teilen wollen. Er glaube, dass man weiter Spionage-Geschichten erzählen könne, aber diese Marke habe jetzt ihr Ziel erreicht./kil/DP/men

11.08.2020

Biontech peilt weiter Impfstoffzulassung im Oktober an - Quartalszahlen

MAINZ (dpa-AFX) - Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen bei einem Erfolg der aktuellen klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff weiterhin im Oktober den Antrag auf Marktzulassung stellen. Die Biontech-Mitarbeiter hätten es geschafft, die Studie "in Rekordzeit zu starten", sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag bei der Vorlage der Unternehmenszahlen für das zweite Quartal.

Ende Juli hatte eine weltweite Studie zu dem möglichen Impfstoff mit bis zu 30 000 Teilnehmern begonnen. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III - mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit, der Bestimmung der geeigneten Dosis und schließlich dem Nachweis der Wirksamkeit - war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden.

Laut Quartalsbilanz verfügt das auf Forschung spezialisierte Pharmaunternehmen über liquide Mittel von 573 Millionen Euro. Für die ersten sechs Monate dieses Jahres wurde ein Umsatz von 69,4 Millionen Euro verzeichnet nach 51,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Kosten für Forschung und Entwicklung beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 160,3 Millionen Euro verglichen mit 110,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Den Anstieg erklärte das Unternehmen vor allem mit der höheren Mitarbeiterzahl. Der Nettoverlust erhöhte sich auf 141,7 Millionen Euro verglichen mit 90,8 Millionen im ersten Halbjahr.

Falls der Wirkstoff zugelassen wird, haben Biontech und Pfizer bereits Liefervereinbarungen mit Großbritannien, den USA, Japan und Kanada über mehr als 250 Millionen Impfstoffdosen geschlossen. Zusätzlich gibt es eine Option über weitere 500 Millionen Dosen. Biontech ist seit Oktober 2019 an der der US-Tech-Börse Nasdaq notiert. Der Kurs legte seitdem erheblich zu./mba/DP/men

11.08.2020

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe neuer Adidas-Aufsichtsratsvorsitzender

HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Der Aufsichtsrat des Sportartikelherstellers Adidas hat Bertelsmann-Chef Thomas Rabe zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden ernannt. Der 55-Jährige löst an der Spitze des Kontrollgremiums erwartungsgemäß Igor Landau (76) ab, der das Amt 16 Jahre lang innehatte. Das teilte Adidas am Dienstag mit.

Rabe gehört dem Aufsichtsrat der Adidas AG bereits seit dem 9. Mai 2019 an und war bisher Stellvertreter Landaus. Rabe, seit 2012 Vorstandsvorsitzender bei Bertelsmann, gilt als zielstrebiger Manager. Er war zuvor unter anderem Finanzchef bei Bertelsmann und bei der zu dem Gütersloher Konzern gehörigen RTL Group. Neu in den Aufsichtsrat wählten die Aktionäre bei der im Internet übertragenen Hauptversammlung den SAP -Chef Christian Klein.

Alle Mitglieder des Kontrollgremiums gaben bei der Hauptversammlung bekannt, für das laufende Geschäftsjahr wegen der Corona-Krise auf 30 Prozent ihrer Vergütung zu verzichten. Das Geld wird stattdessen unter anderem an die SOS-Kinderdörfer gespendet. Die Aktionäre verzichteten auf eine Dividende.

Adidas hatte schwer unter der Corona-Krise zu leiden und war unter anderem auf Hilfskredite in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro angewiesen, an denen auch die staatliche KfW-Gruppe mitgewirkt hatte. Zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April waren 70 Prozent der Läden des Unternehmens weltweit geschlossen. Allein im zweiten Quartal lief ein Verlust von 306 Millionen Euro auf - nach einem Gewinn von 462 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Inzwischen geht es nach Angaben von Konzernchef Kasper Rorsted wieder bergauf, vor allem der wichtige chinesische Markt mache Hoffnung für das zweite Halbjahr./dm/DP/men

11.08.2020

FDP-Experte fordert Transparenz zu russischem Corona-Impfstoff

BERLIN (dpa-AFX) - Der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann hat nach der von Russland bekanntgegebenen Zulassung eines Corona-Impfstoffes mehr Transparenz eingefordert. Wenn Russland seine Ergebnisse nicht veröffentliche und somit die Wirkung und Sicherheit international nicht bewiesen würden, sei eine Zulassung des Impfstoffs gefährlich, sagte der FDP-Obmann im Bundestags-Gesundheitsausschuss am Dienstag. Dies gelte für die Patientengesundheit, aber auch für das Vertrauen in einen zukünftigen Impfstoff.

"Intransparenz und Nebenwirkungen sind der Nährboden von Impfgegnern und Verschwörungstheorien, die uns danach jahrelang begleiten werden", warnte Ullmann. Zeit bei der Impfstoffsuche dürfe nur in den bürokratischen Prozessen eingespart werden, nicht bei den üblichen Abläufen klinischer Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs bekanntgegeben. Er wurde vom Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Erst wenige Menschen haben ihn im Rahmen einer Studie erhalten. Eine Zulassung vor Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien widerspricht dem international üblichen Vorgehen./sam/DP/jha

11.08.2020

ROUNDUP: United Internet wird zuversichtlicher fürs Jahr dank 1&1 Drilisch

MONTABAUR (dpa-AFX) - Der Telekommunikationsanbieter United Internet wird dank besserer Geschäfte bei seinem Mobilfunkanbieter 1&1 Drillisch zuversichtlicher. Nun steht in den Plänen ein solides Plus bei den Umsätzen, wie das Unternehmen am Dienstag in Montabaur mitteilte. Nach dem eigentlich gut gelaufenen ersten Quartal hatte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth noch am vorsichtigen Ziel eines Erlöses auf Vorjahresniveau festgehalten. Der Konzern warnte auch weiter davor, dass der neue Ausblick nicht in Stein gemeißelt ist.

Bei 1&1 Drillisch, unter deren Dach auch die Mobilfunkmarken Yourfone und Smartmobil laufen, dürfte der Umsatz aus Mobilfunkdienstleistungen aufs Jahr gesehen um 2 bis 3 Prozent steigen, hieß es zur Maintaler Tochter. Inklusive der üblicherweise stärker schwankenden Erlöse mit unter anderem Smartphones und Tablets sollte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert von 3,67 Milliarden Euro um rund 4 Prozent zulegen.

Das dürfte auch beim Mutterkonzern ankommen, United Internet erwartet nun ebenfalls ein Umsatzplus von 4 Prozent zum Vorjahreswert von 5,19 Milliarden Euro. Allerdings bleibt Dommermuth beim operativen Ergebnis noch bei seiner Einschätzung, dass es sowohl bei United Internet als auch bei 1&1 Drillisch noch auf Vorjahresniveau verharren dürfte. United Internet hatte 1,27 Milliarden Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen gemacht, 1&1 Drillisch 683,5 Millionen Euro.

Die Aktienkurse der beiden Firmen legten nach der kurzfristigen Mitteilung kurz zu, lagen zuletzt aber wieder auf dem Niveau vor der Prognoseerhöhung. United Internet gewannen 1,75 Prozent auf 40,75 Euro, 1&1 Drillisch 2,1 Prozent auf 24,34 Euro.

Die Drillisch-Aktie liegt damit leicht über dem Niveau von Anfang des Jahres. United Internet hat aber bereits rund ein Drittel gewonnen. Telekom-Werte zeigen sich in der Krise durchweg als einigermaßen widerstandsfähig, zum Gesamtkonzern aus dem Westerwald gehört aber auch noch das Geschäft mit Internetdienstleistungen für Gewerbe- und Privatkunden unter den Marken Ionos, Strato, GMX und Web.de sowie die Glasfasertochter 1&1 Versatel. Technologienahe Firmen haben in den vergangenen Wochen eine regelrechte Rally erlebt, ausgehend von den starken Aufschlägen bei US-Tech-Konzernen.

Nähere Angaben zum Geschäft des abgelaufenen Quartals machte der Konzern nicht, begründete die besseren Aussichten aber mit der bisherigen Geschäftsentwicklung. United Internet und 1&1 Drillisch legen ihre Zahlen zum zweiten Quartal an diesem Donnerstag (13. August) vor, genauso wie die Deutsche Telekom.

Telefonica Deutschland hatte im zweiten Quartal vor allem von robusten Geschäften mit Endgeräten profitiert, Vodafone auf seinem größten Einzelmarkt Deutschland vom zugekauften Kabelgeschäft. Die Briten mussten aber wie die O2-Mutter bei den Mobilfunkserviceumsätzen Federn lassen - unter anderem wegen ausbleibender Roaming-Erlöse aufgrund der Reisebeschränkungen in Europa. Auch wenn die Roaming-Gebühren für Endverbraucher in der EU weggefallen sind, berechnen sich Netzbetreiber gegenseitig für die Netznutzung von Fremdkunden noch Entgelte. 1&1 Drillisch hat zwar Frequenzen für den neuen Funkstandard 5G ersteigert, bisher aber noch kein eigenes Netz.

Mitgründer Dommermuth gehören 42,3 Prozent der Anteile an United Internet. Der Konzern ist an der Börse aktuell fast 8 Milliarden Euro wert. 1&1 Drillisch ist zu gut 75 Prozent im Besitz von United Internet und bringt rund 4,3 Milliarden Euro auf die Börsenwaage./men/eas/jha/

11.08.2020

Laborverband sieht Grenzen bei Corona-Testangebot

BERLIN (dpa-AFX) - Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gilt eine Testpflicht, Bayern will die Testkapazitäten massiv steigern: Eine Ausweitung von Corona-Testangeboten in Deutschland stößt bei einem großen deutschen Laborverband auf Bedenken und Kritik. Fachleute vom Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) sprachen sich am Dienstag in einer Videoschalte auch angesichts begrenzter Kapazitäten für gezieltes statt anlassloses Testen aus. Es komme nicht darauf an, jeden Politikerwunsch zu erfüllen, sagte der erste Vorsitzende Michael Müller. Am Ende drohen laut Verband Ressourcen an anderer Stelle zu fehlen: für die Versorgung Erkrankter, in Kliniken und Pflegeheimen sowie bei der Aufdeckung von Infektionsketten.

"Die immense Zunahme des Testgeschehens brachte die Labore mancherorts an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit, trotz der im internationalen Vergleich sehr hohen Testkapazitäten", erklärte der Verband. Müller betonte, mit Tests würden die Corona-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) nicht überflüssig. Massenhaft anlasslose Tests könnten Menschen vielmehr in falscher Sicherheit wiegen. Warum Reisen ein Anlass für einen Test sein solle, solange zum Beispiel keine Symptome vorliegen, sei nicht erkennbar, sagte Müller./ggr/DP/jha

11.08.2020

ROUNDUP: Uniper sorgt sich um Nord Stream 2 - 'bedeutendes Einzelrisiko'

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der an der Finanzierung der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligte Energiekonzern Uniper sieht ein wachsendes Risiko für das Scheitern des Projekts. Da die USA ihre Anstrengungen intensiviert hätten, Sanktionen gegen die Gasleitung von Russland nach Deutschland durchzusetzen, habe "sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es zu Verzögerungen im Bau der Gasleitung oder überhaupt nicht zu einer Fertigstellung kommt", schreibt Uniper in dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2020.

Bei einem Aus für die Pipeline müsse Uniper "gegebenenfalls den für Nord Stream 2 bereit gestellten Kredit wertberichtigen" und könne geplante Zinserträge "nicht realisieren". Uniper ist mit 950 Millionen Euro an der Finanzierung der Gasleitung beteiligt. Das Geld ist nach Uniper-Angaben bereits komplett geflossen.

Der US-Regierung ist Nord Stream 2 ein Dorn im Auge. Präsident Trump wirft den Europäern eine zu hohen Energie-Abhängigkeit von Russland vor. Er hatte Ende 2019 erste Strafmaßnahmen gegen bestimmte Unternehmen ermöglicht, die am Bau von Nord Stream 2 beteiligt sind.

"Grundsätzlich betrachten wir die Entwicklung der Sanktionen mit Sorge", sagte Uniper-Vorstandschef Andreas Schierenbeck in einer Telefonkonferenz. Uniper sei als Finanzpartner nicht direkt von Sanktionen betroffen. "Wir glauben, dass das Projekt fertig wird", betonte Schierenbeck. Die Einstufung von Nord Stream als "bedeutendes Einzelrisiko" für Uniper, sei "ganz normales Risikomanagement", sagte Finanzvorstand Sascha Bibert. Uniper gehe trotz der Drohungen der USA davon aus, "dass durch diese Leitung Gas fließen wird".

Nach einem guten ersten Halbjahr schraubte Uniper seine Erwartungen für das Gesamtjahr etwas nach oben. Die Düsseldorfer erwarten nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 800 Millionen Euro und einer Milliarde. Zuvor lag die untere Grenze noch bei 750 Millionen Euro. Uniper zeige sich auch in der Corona-Pandemie krisenfest, sagte Schierenbeck.

Uniper hatte Ende Mai das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Betrieb genommen. Bis Ende 2025 will der aus dem Eon -Konzern hervorgegangene Versorger Steinkohle-Kraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von rund 2900 Megawatt stilllegen. Schierenbeck ließ offen, ob sich Uniper an den Auktionen um Stilllegungsprämien beteiligen wird. "Natürlich prüfen wir, ob wir da reingehen", sagte er.

Deutschland will bis spätestens 2038 aus der Kohleverstromung aussteigen. Die Betreiber von Steinkohlekraftwerken erhalten dabei keine festen Entschädigungen. Stattdessen sollen sie sich um Stilllegungsprämien bewerben. Dazu gibt es insgesamt acht Ausschreibungsrunden bis 2027, mit sinkenden Höchstpreisen. Die erste Auktion ist für den 1. September geplant./hff/DP/jha

11.08.2020

Devisen: Eurokurs legt merklich zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Dienstag merklich zugelegt. Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland stützten. Im Mittagshandel wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1796 US-Dollar gehandelt, nachdem er zeitweise über 1,18 Dollar gestiegen war. Am Morgen hatte er noch bei 1,1722 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1763 Dollar festgesetzt.

Die Stimmung deutscher Finanzexperten hatte sich im August überraschend aufgehellt. Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stiegen um 12,2 Punkte auf 71,5 Zähler. Dies ist der höchste Stand seit Januar 2004. Analysten hatten im Mittel mit einem Rückgang auf 55,8 Punkte gerechnet. Allerdings trübte sich die Beurteilung der aktuellen Lage ein. Ein ähnliches Bild zeigen die ZEW-Konjunkturindikatoren auch für die Eurozone insgesamt.

Zuvor hatte noch eine Dollar-Stärke den Euro belastet. Besser als erwartet ausgefallene Daten vom US-Arbeitsmarkt und die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, bestehende Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise per Erlass zu verlängern, hatte für Auftrieb bei der US-Währung gesorgt. Weiterhin ist umstritten, ob der Erlass legal ist. Allerdings geht der Markt davon aus, das es doch noch eine Einigung zwischen den Parteien im Kongress gibt./jsl/jkr/fba

11.08.2020

Deutsche Anleihen: Kursverluste - ZEW-Konjunkturerwartungen belasten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Dienstag gefallen. Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland belasteten die Anleihen. Bis zum Mittag fiel der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,18 Prozent auf 177,08 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf minus 0,49 Prozent. In den meisten Ländern der Eurozone legten die Renditen zu.

Die Stimmung deutscher Finanzexperten hatte sich im August überraschend aufgehellt. Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stiegen auf den höchsten Stand seit Januar 2004. Analysten hatten im Mittel mit einem Rückgang gerechnet. Allerdings trübte sich die Beurteilung der aktuellen Lage ein.

"Viel wird in den kommenden Monaten vom weiteren Pandemiegeschehen abhängen, sowohl in Deutschland als auch weltweit", sagte Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft der DZ Bank. Seiner Einschätzung nach sehen die deutschen Dienstleister, die vor allem von der Binnenkonjunktur abhängen, bereits eine stetige Verbesserung. Die exportabhängigen Industriebetriebe seien derzeit noch skeptischer, sagte Holstein./jsl/jkr/jha

11.08.2020

Aktien Frankfurt: Positiver Nachrichtenmix schiebt Dax an

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Dienstag zu alter Stärke zurückgefunden. Am frühen Nachmittag schaffte er es aber nicht mehr über die runde Marke von 13 000 Punkten, die er zuvor erstmals seit fast drei Wochen wieder übersprungen hatte. Er verbuchte zuletzt ein Plus von 2,29 Prozent auf 12 978,60 Zählern.

Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 1,69 Prozent auf 27 634,11 Punkte zu. Auch europaweit war das Börsenumfeld geprägt vom Optimismus der Anleger: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 2,45 Prozent auf 3339,69 Punkte.

Im Dax rückt nun die nächste Widerstandszone um die 13 100 Punkte näher. Gelingt es, diese zu erreichen, wäre die Kurslücke von vor gut drei Wochen geschlossen. In den vergangenen Tagen war der deutsche Leitindex mit einem Ausbruch aus seiner Seitwärtsspanne im Bereich von 12 750 bis 12 800 Punkte immer wieder gescheitert.

An diesem Dienstag halfen ihm nun gleich mehrere positive Faktoren wieder auf die Sprünge: Ein deutlich besser als von Analysten erwartet ausgefallener ZEW-Konjunkturindex und Rückenwind vom chinesischen Automarkt. Auch die Hoffnung auf ein weiteres US-Konjunkturpaket lebt weiter. Dass US-Präsident geringere Steuern auf Kapitalgewinne erwägt, wirkte ebenso positiv wie zeitweise die Nachricht über einen angeblichen russischen Impfstoff gegen das Coronavirus.

Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets stellte in einem aktuellen Kommentar zudem auf die Sektorrotation ab von den zuletzt stark gelaufenen Technologiewerten zu den Standardwerten der Old Economy. Dies sei der Idealfall für die laufende Aufwärtsbewegung an den Börsen. Denn die Technologieaktien könnten auf hohem Niveau bleiben, während die bislang schwächeren Aktien aufholten.

Der Automarkt in China erhole sich weiter und insbesondere die umweltfreundlicheren Elektroautos seien wieder gefragt, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank: "Davon profitieren die Aktien aus dem deutschen Automobilsektor und schieben den Dax an." BMW , Continental und Volkswagen waren hier die Favoriten mit Kursgewinnen von teils fast sechs Prozent.

Fraport gewannen an der MDax-Spitze sechs Prozent nach Verkehrszahlen. Warburg Research zufolge ist in den Papieren des Flughafenbetreibers zu viel Pessimismus eingepreist. Zalando verteuerten sich um 2,7 Prozent. Zuvor hatten sie erstmals die Marke von 69 Euro geknackt. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank nannte die Ergebnisse des Online-Modehändlers sehr stark.

Der Kochboxenversender Hellofresh hatte am Vorabend erneut seine Prognose erhöht und entwickelt sich immer mehr zu einem der größten Gewinner der Corona-Krise. Die Titel gewannen anfangs mehr als acht Prozent, danach schmolzen die Gewinne zunehmend ab auf nur noch 0,7 Prozent.

Im SDax waren Deutz nach Quartalszahlen indes sehr schwach mit einem Minus von 5,7 Prozent. Der Motorenhersteller machte noch mehr Verlust und kann weiter keine Prognose geben. Den Papieren von 1&1 Drillisch kamen dagegen bei einem Plus von 2,6 Prozent konkretisierte Prognosen zugute. Der Mobilfunkanbieter rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit mehr Umsatz.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,53 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 145,71 Punkte. Der Bund Future sank um 0,34 Prozent auf 176,80 Punkte.

Der Euro legte zu und kostete im Nachmittagsgeschäft 1,1795 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1763 Dollar festgesetzt./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

11.08.2020

Aktien New York Ausblick: Dow steht vor 2000-Punkte-Rally in acht Tagen

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial könnte am Dienstag erstmals seit Ende Februar wieder die Marke von 28 000 Punkten überwinden. US-Präsident Donald Trump brachte niedrigere Steuern auf Kapitalerträge ins Spiel, das könnte Börsianern zufolge die jüngste Rally noch befeuern. Der Broker IG taxierte den Leitindex Dow Jones Industrial eine Stunde vor der Startglocke ein Prozent höher auf 28 075 Punkte. Damit hätte der Dow in nur acht Börsentagen eine Rally von gut 26 000 auf über 28 000 Zähler geschafft.

Niedrigere Steuern auf Kapitalerträge würden eine Menge Jobs schaffen, sagte Trump am Montag auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich bin nicht so sicher, ob die US-Wirtschaft oder der Staatshaushalt das im Moment wirklich brauchen", zeigte sich Analyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda skeptisch. Aber man befinde sich schließlich in einem Wahljahr, und Trump, der sich wegen der Coronavirus-Pandemie im Nachteil sehe, wolle Nutzen aus Rekorden an den Aktienmärkten schlagen.

Gesucht waren im vorbörslichen Handel vor allem die Aktien von Fluggesellschaften und von Unternehmen aus dem Tourismus. Die Kursgewinne für American Airlines , United Airlines , Delta Air Lines , Jetblue Airways, Royal Caibbean und Carnival reichten von 5 bis 9 Prozent. Damit übernahmen sie starke Vorgaben von den europäischen Börsen.

Papiere von International Flavors & Fragrances (IFF) verloren dagegen nach Quartalszahlen vorbörslich 4,8 Prozent. Analyst Adam Samuelson von Goldman Sachs verwies auf ein nachlassendes Wachstum des Herstellers von Duft- und Aromenstoffen. Das dürften den Anlegern nicht schmecken, prognostizierte er.

Der Ölkonzern Occidental Petroleum muss für das zweite Quartal 6,6 Milliarden US-Dollar abschreiben wegen des starken Ölpreisverfalls. Das drücke den Kurs vorbörslich um 3,6 Prozent nach unten./bek/jha/

11.08.2020

Aktien Frankfurt: Dax zurück zu alter Stärke und über 13 000 Punkte

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Dienstag wieder den Sprung über die runde Marke von 13 000 Punkten geschafft. In der Spitze rückte er bis auf 13 046 Zähler vor, dies war der höchste Kurs seit fast drei Wochen. Zuletzt gewann der Dax 2,78 Prozent auf 13 040,19 Zähler. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 1,95 Prozent auf 27 704,65 Punkte zu.

In den Blick rückt im Dax nun die nächste Widerstandszone um die 13 100 Punkte. Gelingt es ihm, diese zu erreichen, wäre die Kurslücke von vor gut drei Wochen geschlossen. In den vergangenen Tagen war der deutsche Leitindex mit einem Ausbruch aus seiner Seitwärtsspanne im Bereich von 12 750 bis 12 800 Punkte immer wieder gescheitert.

An diesem Dienstag halfen ihm nun gleich mehrere positive Faktoren wieder auf die Sprünge: Die Vorgaben aus Übersee waren gut, die Hoffnung auf eine Einigung in der US-Politik auf ein weiteres Konjunkturpaket lebt weiter und Quartalszahlen wurden positiv aufgenommen. Hinzu kamen ein deutlich besser als von Analysten erwartet ausgefallener ZEW-Konjunkturindex und Rückenwind vom chinesischen Automarkt.

Der Automarkt in China erhole sich weiter und insbesondere die umweltfreundlicheren Elektroautos seien wieder gefragt, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank: "Davon profitieren die Aktien aus dem deutschen Automobilsektor und schieben den Dax an." Continental , BMW und Volkswagen waren hier die Favoriten mit Kursgewinnen von teils mehr als sechs Prozent.

Auch europaweit war das Börsenumfeld geprägt vom Optimismus der Anleger: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 2,68 Prozent auf 3347,05 Punkte.

In Deutschland mehrten sich am Dienstag wieder die Unternehmensberichte, vor allem aus der zweiten und dritten Reihe. Quartalszahlen gab es unter anderem von Hellofresh , Aurubis , Zalando und Uniper .

Der Kochboxenversender Hellofresh hatte am Vorabend erneut seine Prognose erhöht und entwickelt sich immer mehr zu einem der größten Gewinner der Corona-Krise. Die Titel gewannen anfangs mehr als acht Prozent, gegen Mittag aber nur noch rund eineinhalb Prozent.

Zalando verteuerten sich um dreieinhalb Prozent. Zuvor hatten sie erstmals die Marke von 69 Euro geknackt. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank nannte die Ergebnisse des Online-Modehändlers sehr stark.

Der Kupferkonzern Aurubis bestätigte seinen Jahresausblick. Die Aktien zogen um 1,7 Prozent an. Fraport gewannen an der MDax-Spitze mehr als fünfeinhalb Prozent nach Verkehrszahlen. Warburg Research zufolge ist in den Papieren des Flughafenbetreibers zu viel Pessimismus eingepreist.

Im SDax waren Deutz nach Quartalszahlen indes sehr schwach mit einem Minus von mehr als fünf Prozent. Der Motorenhersteller machte noch mehr Verlust und kann weiter keine Prognose geben./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

11.08.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Sommerhoch statt Sommerloch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Dienstag aus seiner jüngsten Seitwärtsspanne befreit. Die runde Marke von 13 000 Punkten rückt wieder in die Nähe. Zuletzt verzeichnete der deutsche Leitindex ein Plus von gut zwei Prozent auf 12 948,30 Zähler. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,55 Prozent hoch auf 27 597,63 Punkte. Der EuroStoxx 50 gewann 1,9 Prozent.

Als Stütze gelten positive Vorgaben aus Übersee. In New York hatte der Dow Jones Industrial - anders als die Nasdaq-Indizes mit den zuletzt eher etwas gemiedenen Technologiewerten - am Vorabend seine Gewinne ausgebaut. Die gute Stimmung schwappte dann nach Asien und nun auch nach Europa über.

Die Investoren seien weiter zuversichtlich, dass sich in den USA die politischen Parteien auf ein weiteres Konjunkturpaket einigen würden, sagte Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Der Druck nehme zu, denn die Zentralbank allein könne die angeschlagene US-Wirtschaft nicht retten. Auch wenn ein positiver Ausgang in den Kursen größtenteils schon enthalten sei, könnte eine Einigung den Aktienmärkten zumindest einen kleinen Schub geben.

In Deutschland mehren sich am Dienstag wieder die Unternehmensberichte, vor allem aus der zweiten und dritten Reihe. Quartalszahlen aus dem MDax verarbeiten die Anleger von Hellofresh , Aurubis , Zalando und Uniper . Am Vorabend nach Börsenschluss hatte bereits der Immobilienkonzern Alstria Office Zahlen veröffentlicht.

Der Kochboxenversender Hellofresh hatte am Vorabend erneut seine Prognose erhöht und entwickelt sich immer mehr zu einem der größten Gewinner der Corona-Krise. Am Dienstag ging es zunächst deutlich hinauf in Richtung des Rekordhochs und zuletzt mit etwas weniger Kraft immer noch um knapp drei Prozent.

Der Kupferkonzern Aurubis bestätigte seinen Jahresausblick. Die Aktien zogen um 0,9 Prozent an. Zalando verteuerten sich um 3,7 Prozent. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank nannte die Ergebnisse des Online-Modehändlers sehr stark.

Aus dem SDax berichteten zudem der Motorenhersteller Deutz , der Staplerproduzent Jungheinrich und der Immobilieninvestor Corestate Capital . Corestate rutschten um mehr als acht Prozent ab. Die Zahlen seien schwach wie befürchtet, hieß es von der Baader Bank. Deutz verloren 2,6 Prozent ab. Die Kölner machten im zweiten Quartal noch mehr Verlust. Jungheinrich indes rückten mit plus 2,3 Prozent wieder an ihr Hoch von Ende Juli heran.

Insgesamt wurden am Markt zyklische Werte bevorzugt und defensivere eher gemieden. So freuten sich im Dax die Anleger über hohe Gewinne im Automobilsektor. BMW, Continental und Volkswagen waren vorne mit Kursaufschlägen von teils viereinhalb Prozent./ajx/jha/

11.08.2020

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax auf Hoch seit Ende Juli

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Dienstag aus seiner jüngsten Seitwärtsspanne befreit. Mit 12 831 Punkten erreichte der deutsche Leitindex kurz nach der Eröffnung den höchsten Stand seit Ende Juli. Zuletzt verzeichnete er ein Plus von 1,05 Prozent auf 12 821,26 Zähler. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,89 Prozent hoch auf 27 416,08 Punkte. Der EuroStoxx 50 gewann ein Prozent.

Als Stütze gelten positive Vorgaben aus Übersee. In New York hatte der Dow Jones Industrial - anders als die Nasdaq-Indizes mit den zuletzt eher etwas gemiedenen Technologiewerten - am Vorabend seine Gewinne ausgebaut. Die gute Stimmung schwappte dann nach Asien und nun auch nach Europa über.

Die Investoren seien weiter zuversichtlich, dass sich in den USA die politischen Parteien auf ein weiteres Konjunkturpaket einigen würden, sagte Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Der Druck nehme zu, denn die Zentralbank allein könne die angeschlagene US-Wirtschaft nicht retten. Auch wenn ein positiver Ausgang in den Kursen größtenteils schon enthalten sei, könnte eine Einigung den Aktienmärkten zumindest einen kleinen Schub geben./ajx/jha/

11.08.2020

Aktien Frankfurt Ausblick: Dax steuert auf August-Hoch zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax könnte sich am Dienstag aus seiner jüngsten Seitwärtsspanne befreien und den höchsten Stand im August erreichen. So deutete der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex knapp eine Stunde vor dem Xetra-Start ein Plus von 1,1 Prozent auf 12 830 Punkte an. In den vergangenen Tagen hatte sich der Bereich von 12 750 bis 12 800 Punkten immer wieder als zu hohe Hürde erwiesen. Der EuroStoxx 50 wird am zweiten Handelstag der Woche ebenfalls 1,1 Prozent höher erwartet.

Als Stütze gelten am Dienstag die positiven Vorgaben aus Übersee. In New York hatte der Dow Jones Industrial - anders als die Nasdaq-Indizes mit den zuletzt eher etwas gemiedenen Technologiewerten - am Vorabend seine Gewinne ausgebaut. Die gute Stimmung schwappte dann nach Asien und nun wohl auch nach Europa über.

Laut Marktbeobachter Stephen Innes vom Broker Axitrader setzen die Anleger darauf, dass die Streitparteien in den USA für erneute Gespräche über neue Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise an den Verhandlungstisch zurückkehren, nachdem US-Präsident Donald Trump am Sonntag das neue Konjunkturpaket zunächst einfach per Verfügung angeordnet hatte.

In Deutschland mehren sich am Dienstag wieder die Unternehmensberichte, vor allem aus der zweiten und dritten Reihe. Quartalszahlen aus dem MDax verarbeiten die Anleger von Hellofresh , Aurubis , Zalando und Uniper . Am Vorabend nach Börsenschluss hatte bereits der Immobilienkonzern Alstria Office Zahlen veröffentlicht.

Aus dem SDax berichten zudem Deutz , Jungheinrich und Corestate Capital . Einen Blick werfen die Investoren auch auf die am Vormittag anstehenden ZEW-Konjunkturerwartungen.

Der Kochboxenversender Hellofresh hatte am Vorabend erneut seine Prognose erhöht und entwickelt sich immer mehr zu einem der größten Gewinner der Corona-Krise. Hatten am Vortag die Papiere ihrem jüngst guten Lauf noch Tribut gezollt, ging es am Dienstag vorbörslich auf Tradegate um 7,7 Prozent hoch zum Xetra-Schluss. Das Rekordhoch rückt damit wieder ins Visier.

Der Kupferkonzern Aurubis bestätigte seinen Jahresausblick. Die Aktien zogen auf Tradegate um knapp ein Prozent an. Zalando verteuerten sich um mehr als drei Prozent. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank nannte die Ergebnisse des Online-Modehändlers sehr stark./ajx/jha/

11.08.2020

DAX-FLASH: Dax steuert auf klare Kursgewinne zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax könnte sich am Dienstag aus seiner jüngsten Komfortzone wagen. Der Broker IG taxierte den Leitindex zwei Stunden vor dem Xetra-Auftakt auf 12 802 Punkte, was ein Plus von 0,9 Prozent bedeutet. Damit würde er einen weiteren Versuch unternehmen, die Seitwärtsspanne der vergangenen Tage nach oben zu verlassen. Der Bereich von 12 750 bis 12 800 Punkten hatte sich zuletzt immer wieder als hohe Hürde erwiesen.

Als Stütze gelten am Dienstag die positiven Vorgaben aus Übersee. In New York hatte der Dow Jones Industrial - anders als die Nasdaq-Indizes mit den neuerdings eher gemiedenen Technologiewerten - am Vorabend seine Gewinne ausgebaut. Die gute Stimmung schwappte dann nach Asien und nun wohl auch nach Europa über.

Laut Marktbeobachter Stephen Innes vom Broker Axitrader setzen die Anleger darauf, dass die Streitparteien in den USA für neue Gespräche über neue Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise an den Verhandlungstisch zurückkehren, nachdem US-Präsident Donald Trump am Sonntag das neue Konjunkturpaket einfach per Verfügung angeordnet hatte.

In Deutschland mehren sich am Dienstag wieder die Unternehmensberichte unter anderem mit Quartalszahlen von Hellofresh , Aurubis , Zalando und Deutz . Einen Blick wert sein könnten hierzulande auch die am Vormittag veröffentlichten ZEW-Konjunkturerwartungen./tih/jha/

10.08.2020

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow zurück auf höchstem Stand seit Ende Februar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Leitindex Dow hat am Montag seinen höchsten Stand seit etwas mehr als fünf Monaten zurückerobert. Kurz nach dem Handelsstart ließ der Wall-Street-Index sein Hoch von Anfang Juni hinter sich und kletterte in Richtung 28 000 Punkte. Unterstützung für die Wall Street kam von der Aussicht auf die erwarteten, weiteren Hilfen für die angeschlagene US-Wirtschaft.

Zum Handelsschluss ging es für den Dow Jones Industrial um 1,30 Prozent auf 27 791,44 Punkte hinauf und damit auf sein höchstes Niveau seit dem 25. Februar. Wenige Tage vor diesem Datum hatte die Coronavirus-Panik die Börsen ergriffen und bis Mitte März steil auf Talfahrt geschickt. Der marktbreite S&P 500 rückte am Montag um 0,27 Prozent auf 3360,47 Zähler vor, während der Nasdaq 100 um 0,49 Prozent auf 11085,17 Zähler sank. Der technologielastige Nasdaq-Auswahlindex hatte allerdings erst am Donnerstag ein neues Rekordhoch erklommen.

Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump das neue Corona-Konjunkturpaket einfach per Verfügung angeordnet, weil die Verhandlungen darüber zwischen Republikanern und Demokraten im Kongress gescheitert waren. Trump versprach dringend benötigte Hilfen, darunter mehr Geld für Millionen Arbeitslose. Kritiker monieren indes, dass auch diesen Maßnahmen der US-Kongress erst noch zustimmen müsse. Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China im Streit um die Einschränkung der Autonomie Hongkongs wurden indes weitgehend ignoriert.

Unter den Einzelwerten im 30 Werte umfassenden Dow legten Apple um 1,5 Prozent zu und stiegen damit wieder in Richtung ihres Rekordhochs vom Donnerstag. Microsoft indes gaben mit minus 2,0 Prozent weiter nach und waren das Index-Schlusslicht. Sie hatten bereits am Freitag geschwächelt, jedoch ebenfalls erst Anfang August einen Rekordstand markiert.

Die Nike-Aktien gewannen 3,5 Prozent und zogen im Gefolge von Foot Locker an. Die US-Handelskette für Sportschuhe überraschte den Markt mit Aussagen über einen Boom beim Verkauf neuer Sneaker. Food Locker erwartet daher einen Umsatzanstieg und auch einen Quartalsgewinn. Händler werteten dies als Hoffnungsschimmer für die gesamte Branche, die schwer unter der Corona-Krise leidet. Die Papiere von Foot Locker sprangen an der Nyse um 7,8 Prozent nach oben.

Aus der Tourismusbranche wurden von der Hotelkette Marriott und der Kreuzfahrtlinie Royal Caribbean Quartalszahlen bekannt gegeben. Trotz desaströser Geschäftsberichte legten beide Aktien zu: die von Marriott um 3,6 Prozent und die von Royal Caribbean Cruises um 10,0 Prozent. Allerdings haben beide auch seit Jahresbeginn und insbesondere nachdem die Coronavirus-Panik die Märkte ergriffen hatte sehr kräftig an Wert verloren und sich seither kaum erholt.

Fedex , gestützt von einer Kaufempfehlung des Analysehauses Bernstein, zogen um 9,0 Prozent an. Im Blick standen zudem die Papiere von Eastman Kodak , die um knapp 28 Prozent absackten. Ein geplanter Kredit im hohen dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich wurde von der US-Regierung auf Eis gelegt.

Der Eurokurs gab im späten US-Handel weiter nach und lag zum Börsenschluss an der Wall Street bei 1,1741 Dollar. Im europäischen Frühhandel hatte er noch kurzzeitig bei 1,18 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1763 (Freitag: 1,1817) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8501 (0,8462) Euro. Am US-Rentenmarkt gaben richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen 2/32 Punkte auf 100 15/32 Punkte nach und rentierten mit 0,57 Prozent./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

10.08.2020

Aktien New York Schluss: Dow zurück auf höchstem Stand seit Ende Februar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Leitindex Dow hat am Montag seinen höchsten Stand seit etwas mehr als fünf Monaten zurückerobert. Kurz nach dem Handelsstart ließ der Wall-Street-Index sein Hoch von Anfang Juni hinter sich und kletterte in Richtung 28 000 Punkte. Unterstützung für die Wall Street kam von der Aussicht auf die erwarteten, weiteren Hilfen für die angeschlagene US-Wirtschaft.

Zum Handelsschluss ging es für den Dow Jones Industrial um 1,30 Prozent auf 27 791,44 Punkte hinauf und damit auf sein höchstes Niveau seit dem 25. Februar. Wenige Tage vor diesem Datum hatte die Coronavirus-Panik die Börsen ergriffen und bis Mitte März steil auf Talfahrt geschickt. Der marktbreite S&P 500 rückte am Montag um 0,27 Prozent auf 3360,47 Zähler vor, während der Nasdaq 100 um 0,49 Prozent auf 11085,17 Zähler sank. Der technologielastige Nasdaq-Auswahlindex hatte allerdings erst am Donnerstag ein neues Rekordhoch erklommen.

Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump das neue Corona-Konjunkturpaket einfach per Verfügung angeordnet, weil die Verhandlungen darüber zwischen Republikanern und Demokraten im Kongress gescheitert waren. Trump versprach dringend benötigte Hilfen, darunter mehr Geld für Millionen Arbeitslose. Kritiker monieren indes, dass auch diesen Maßnahmen der US-Kongress erst noch zustimmen müsse. Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China im Streit um die Einschränkung der Autonomie Hongkongs wurden indes weitgehend ignoriert./ck/he

10.08.2020

Aktien New York: Dow zurück auf höchstem Stand seit Ende Februar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Leitindex Dow hat am Montag seinen höchsten Stand seit etwas mehr als fünf Monaten zurückerobert. Kurz nach dem Handelsstart überwand der Wall-Street-Index die Marke von rund 27 580 Punkten und ließ damit sein Hoch von Anfang Juni hinter sich. Unterstützung für die Wall Street kam von der Aussicht auf die erwarteten, weitere Hilfen für die angeschlagene US-Wirtschaft.

Rund zwei Stunden vor dem Handelsschluss ging es für den Dow Jones Industrial dann um 1,00 Prozent auf 27 708,87 Punkte hinauf und damit auf sein höchstes Niveau seit dem 25. Februar. Wenige Tage vor diesem Datum hatte die Coronavirus-Panik die Börsen ergriffen und bis Mitte März steil auf Talfahrt geschickt. Der marktbreite S&P 500 rückte zuletzt um 0,20 Prozent auf 3357,99 Zähler vor, während der Nasdaq 100 um 0,45 Prozent auf 11 088,87 Zähler sank. Der technologielastige Nasdaq-Auswahlindex hatte allerdings erst am Donnerstag ein neues Rekordhoch erklommen.

Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump das neue Corona-Konjunkturpaket einfach per Verfügung angeordnet, weil die Verhandlungen darüber zwischen Republikanern und Demokraten im Kongress gescheitert waren. Trump versprach dringend benötigte Hilfen, darunter mehr Geld für Millionen Arbeitslose. Kritiker monieren indes, dass auch diesen Maßnahmen der US-Kongress erst noch zustimmen müsse. Kaum Beachtung fand unter Anlegern indes der fortwährende Streit zwischen den USA und China. Als Reaktion auf Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen Politiker und Beamte in Hongkong und Peking verhängte die Regierung Chinas inzwischen ihrerseits Strafmaßnahmen gegen US-Bürger.

Unter den Einzelwerten im 30 Werte umfassenden Dow legten Apple um 1,3 Prozent zu und stiegen damit wieder in Richtung ihres Rekordhochs vom Donnerstag. Microsoft indes gaben mit minus 2,2 Prozent weiter nach und waren das Index-Schlusslicht. Sie hatten bereits am Freitag geschwächelt, jedoch ebenfalls erst Anfang August einen Rekordstand markiert.

ExxonMobil legten im Dow um 1,8 Prozent zu und Chevron um 2,2 Prozent. Die Aussicht auf eine fortgesetzte Nachfrageerholung in Asien trieb die Ölpreise am Montag an und sorgte unter den Anlegern der beiden Ölgiganten für Erleichterung.

Die Nike-Aktien gewannen als Dow-Spitzenreiter 4,7 Prozent. Sie zogen im Gefolge von Foot Locker an. Die US-Handelskette für Sportschuhe überraschte den Markt mit Aussagen über einen Boom beim Verkauf neuer Sneaker. Food Locker erwartet daher einen Umsatzanstieg und auch einen Quartalsgewinn. Händler werteten dies als Hoffnungsschimmer für die gesamte Branche, die schwer unter der Corona-Krise leidet. Die Papiere von Foot Locker zogen an der Nyse um 6,5 Prozent an.

Aus der Tourismusbranche wurden von der Hotelkette Marriott und der Kreuzfahrtlinie Royal Caribbean Quartalszahlen bekannt gegeben. Wegen der coronabedingten Restriktionen meldete Marriott für das zweite Quartal einen höher als im Schnitt von Analysten erwarteten Verlust. Die Aktien zeigten sich mit 2,4 Prozent im Plus, haben jedoch bereits seit Jahresbeginn knapp 37 Prozent eingebüßt. Für die Papiere von Royal Caribbean Cruises ging es um 9,0 Prozent nach oben, auch wenn wegen der Pandemie im vergangenen Quartal ein Milliardenverlust aufgelaufen ist. Sie hat seit Jahresbeginn aktuell 57 Prozent eingebüßt.

Analystenurteile verhalfen zudem den Aktien der Foto-Plattform Pinterest zu einem Plus von 2,2 Prozent. Die Investmentbank Morgan Stanley empfiehlt die Papiere nun zum Kauf. Fedex , gestützt von einer Kaufempfehlung des Analysehauses Bernstein, zogen um 8,2 Prozent an.

Im Blick standen zudem auch die Papiere von Eastman Kodak , die um knapp 30 Prozent absackten. Ein geplanter Kredit im hohen dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich wurde von der US-Regierung auf Eis gelegt. Ende Juli noch hatten die Aussichten darauf die zuvor nur wenige Dollar kostende Aktie des Foto-Pioniers an der Nyse bis auf 60 US-Dollar hochschießen lassen. Dann allerdings war es auch rasch wieder steil abwärts gegangen, als nach Unterzeichnung der Absichtserklärung klar wurde, wie viele Bedingungen erfüllt werden müssen./ck/he

11.08.2020

Umfrage: Ein Großteil des Gastgewerbes in NRW kämpft ums Überleben

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Fast zwei Drittel der Gastronomen und Hoteliers in Nordrhein-Westfalen kämpfen nach einer aktuellen Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga ums Überleben. Die Corona-Krise führte der am Dienstag in Düsseldorf veröffentlichten Umfrage zufolge im Gastgewerbe des bevölkerungsreichsten Bundeslandes seit dem 1. März zu Umsatzeinbußen von durchschnittlich 62 Prozent. Auch im Juli hätten die Umsätze der Branche trotz der Lockerungen noch um fast 50 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, berichtete die Dehoga.

"Das Bedrohungsszenario für unsere Betriebe ist real: Der Geschäftsreiseverkehr kommt nicht in die Gänge, Großveranstaltungen wie Messen, Sportveranstaltungen oder Konzerte finden weiterhin nicht oder nur sehr eingeschränkt statt, Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen", klagte der Präsident der Dehoga NRW, Bernd Niemeier. Außerdem führe die Pandemie zu vermindertem Platzangebot und erhöhten Kosten. Viele Gäste seien immer noch verunsichert.

Auch für die nächsten Monate sind Gastronomen und Hoteliers in NRW pessimistisch. Sie erwarten in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von 54 Prozent. "Solange der Geschäftsreiseverkehr, der für uns als starkem Wirtschaftsstandort elementar ist, nicht anspringt, bleibt die Situation sehr angespannt", sagte Niemeier. Die Buchungsrückgänge für August bis Oktober lägen wegen der ausfallenden Messen jenseits der 50 Prozent, was Hotellerie, Gastronomie und Caterer gleichermaßen hart treffe.

Mit Sorge schaut die Gastronomie auch auf den kommenden Herbst und Winter. Viele Gäste hätten in den vergangenen Wochen gerne Angebote mit Außengastronomie genutzt. "Wir hoffen, dass die Skepsis gegenüber innengastronomischen Angeboten abnimmt, wenn das Wetter schlechter wird", sagte Niemeier. Ebenfalls schwer einzuschätzen bleibe das Weihnachtsgeschäft oder die Auswirkungen des Virus auf die fünfte Jahreszeit./rea/DP/men

11.08.2020

Berliner Senat plant kein Alkoholverbot

BERLIN (dpa-AFX) - Der Berliner Senat plant kein Alkoholverbot in der Hauptstadt, auch nicht für bestimmte Straßenzüge. Darüber denke der Senat "nicht wirklich" nach, sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Dienstag nach dessen Sitzung. Es gebe bereits Regeln, und diese müssten durchgesetzt und eingehalten werden. "Da wo die Leute sich nicht an die Regeln halten, muss es eben auch Konsequenzen haben." Der Senat werde weiter diskutieren, ob alle Regeln adäquat seien. Es könne sinnvoll sein, bei steigenden Infektionszahlen Regeln auch zu verschärfen.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hatte ein mögliches Alkoholverbot in Berlin am Montag ins Gespräch gebracht. Dabei gehe es nicht um ein allgemeines Alkoholverbot, erklärte die SPD-Politikerin am Dienstag im RBB-Inforadio. "Das wäre ja auch Quatsch." Wenn jemand gepflegt am Tisch sitze, die Abstandsregeln einhalte und Wein trinke, könne man nichts dagegen haben. Problematisch seien trotz der frischen Luft hingegen Straßenzüge, wo sich Menschenmassen aufhielten und beim Trinken Partyatmosphäre entstehe./ah/DP/men

11.08.2020

ROUNDUP: Neuseeland meldet erstmals wieder Corona-Fälle: Auckland im Lockdown

AUCKLAND (dpa-AFX) - In Neuseelands größter Stadt Auckland ist wegen neuer Corona-Fälle ein vorübergehender Lockdown angeordnet worden. Nach 102 Tagen ohne lokale Ansteckung in dem Pazifikstaat waren am Dienstag vier neue Fälle bei einer Familie aus der Millionenmetropole gemeldet worden. Premierministerin Jacinda Ardern sagte vor Journalisten, bislang sei unklar, wo sich die Infizierten angesteckt hätten. "Obwohl wir alle unglaublich hart gearbeitet haben, um dieses Szenario zu verhindern, haben wir es auch geplant und vorbereitet." Ardern forderte die fünf Millionen Bewohner des Inselstaats auf, gemeinsam als Team den neuen Ausbruch einzudämmen.

In Auckland mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern sollen nun zunächst die meisten Schulen, alle nicht unbedingt notwendigen Geschäfte sowie Cafés und Restaurants geschlossen werden. Zudem wurden die Menschen aufgefordert, zuhause zu bleiben. Menschen, die sich gerade in Auckland aufhalten, aber anderswo leben, sollten die Stadt verlassen, hieß es. Im Rest des Landes wurden Zusammenkünfte von mehr als 100 Menschen verboten. Der Lockdown soll zunächst für drei Tage - von Mittwoch bis Freitag - gelten.

Neuseeland gilt als sehr erfolgreich im Kampf gegen Sars-CoV-2, nachdem es im März extrem strikte Maßnahmen ergriffen hatte. Im Juni hatte sich das Land coronafrei erklärt und war zu einer relativen Normalität zurückgekehrt - sogar Rugby-Spiele mit Zuschauern waren wieder erlaubt. Seit Beginn der Pandemie wurden in Neuseeland rund 1570 Fälle bestätigt, 22 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19.

"Es war unvermeidlich, dass Neuseeland neue Fälle von lokaler Übertragung haben würde. Dies ist ein tückisches Virus", sagte der Chef der Gesundheitsbehörde, Ashley Bloomfield. Der Bürgermeister von Auckland, Phil Goff, sagte: "Ich verstehe, dass die Leute sich im Moment wahrscheinlich ein bisschen ängstlich, wütend und verwirrt fühlen. Keiner von uns wollte wieder in einen Lockdown gehen, aber wir wussten immer, dass dies eine sehr reale Möglichkeit war."/rjl/cfn/DP/men

11.08.2020

Russland nennt ersten Corona-Impfstoff 'Sputnik V'

MOSKAU (dpa-AFX) - Russland hat den weltweit ersten für die breite Verwendung zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus in Erinnerung an sein Vordringen in den Weltraum 1957 auf den Namen "Sputnik V" getauft. Das berichtete das russische Staatsfernsehen am Dienstag in Moskau. Zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin bekanntgegeben, dass Russland als erstes Land der Welt einen Impfstoff zugelassen habe. Russland hatte im Frühjahr eine klinische Studie mit dem Impfstoff "Gam-Covid-Vac Lyo" in einer internationalen Datenbank registriert.

Der Chef des russischen Investmentfonds Kirill Dmitrijew sprach kürzlich von einem "Sputnik-Moment". "Die Amerikaner waren überrascht, als sie Sputniks Piepen hörten. Mit diesem Impfstoff ist es genauso", sagte er dem US-Sender CNN. Seine vom Kreml gegründete Stiftung finanziert die Impfstoff-Produktion.

In Russland wird die Entwicklung des neuen Impfstoffs verglichen damit, dass die Sowjetunion einst als erste Nation in den Weltraum vorgedrungen war. Russland sieht sich als Rechtsnachfolger des vor rund 30 Jahren aufgelösten kommunistischen Imperiums. Die stolze Weltraumnation hatte 1957 den ersten Satelliten - den Sputnik - ins All gebracht und damit das Zeitalter der Raumfahrt begründet./mau/DP/fba

11.08.2020

WDH/ROUNDUP/Kamelurin und Methanol: Studie untersucht schädliche Corona-Gerüchte

(Wort im letzten Satz des zweiten Absatzes ergänzt: "wenn sie evidenzbasierten Richtlinien vorgezogen werden")

SYDNEY/BERLIN (dpa-AFX) - Seit Beginn der Corona-Pandemie haben Fehlinformationen und Gerüchte in Verbindung mit dem Virus weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet. Tausende weitere mussten wegen der im Internet verbreiteten Falschinformationen im Krankenhaus behandelt werden, ergab eine im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" veröffentlichte Studie. Neben der Pandemie gebe es auch eine "Infodemie", warnen die beteiligten Wissenschaftler unter anderem aus Australien, Thailand und Japan. Sie hatten zuvor Daten aus dem Zeitraum zwischen Dezember 2019 und April 2020 zusammengetragen. Die Studie untersucht zudem die Folgen von Corona-Verschwörungstheorien und Stigmatisierungen.

Viele der überwiegend in sozialen Netzwerken verbreiteten falschen Behauptungen zur Bekämpfung des Coronavirus seien gefährlich und teilweise lebensbedrohlich, stellten die Forscher fest und warnten: "Gerüchte können sich als glaubwürdige Strategien zur Infektionsprävention und -kontrolle tarnen." Dabei könnten sie "potenziell schwerwiegende Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gemeinschaft haben, wenn sie evidenzbasierten Richtlinien vorgezogen werden".

So kostete der Konsum von hochkonzentriertem Alkohol zur Desinfizierung des Körpers weltweit 800 Menschen das Leben. Mehr als 5800 landeten nach dem Verzehr von Methanol im Krankenhaus, 60 erblindeten. Das Trinken von Desinfektionsmitteln habe für zwei gesunde Männer in Katar lebensgefährliche Folgen gehabt.

In Indien nahmen zwölf Menschen - darunter fünf Kinder - einen Drink aus hochgiftigen Stechäpfeln zu sich. Sie hatten in sozialen Netzwerken ein Video gesehen, in dem die Pflanzen zur Immunisierung gegen Sars-CoV-2 beworben wurden. Alle wurden krank. Ebenfalls in Indien wurde das Gerücht verbreitet, der Konsum von Kuhurin oder

-dung beuge einer Ansteckung vor. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin

mit Limone als Wunderwaffe gegen Covid-19 angepriesen.

Die Forscher untersuchten auch mögliche Folgen von Stigmatisierung. So habe sich ein Mann in Indien das Leben genommen, weil er glaubte, mit Corona infiziert zu sein. Seine Familie sagte, er habe Schuldgefühle gehabt, die mögliche Erkrankung als Schande empfunden und Angst vor der Reaktion seiner Mitmenschen gehabt. Auch sei es seit Beginn der Pandemie vielerorts zu verbaler und physischer Gewalt gegenüber Menschen asiatischer Herkunft und Mitarbeitern des Gesundheitssystems gekommen, weil beide Gruppen für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht wurden.

Die Wissenschaftler forderten Regierungen und internationale Organisationen auf, Corona-Fehlinformationen im Internet besser zu überwachen, diese als falsch zu entlarven und "mit Social-Media-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um korrekte Informationen zu verbreiten." Von mehr als 2300 untersuchten Berichten aus 87 Ländern hätten sich 82 Prozent als falsch herausgestellt, so die Studie. Die meisten davon grassierten in Indien, den USA, China und Spanien.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei Epidemien und Gesundheitskrisen Fehlinformationen um sich greifen. Das sei bereits beim Ebola-Ausbruch 2019 im Kongo so gewesen, "verbunden mit Gewalt, Misstrauen, sozialen Unruhen und gezielten Angriffen auf Gesundheitsmitarbeiter". Auch während des Sars-Ausbruchs in China 2002-2003 seien Menschen asiatischen Ursprungs stigmatisiert worden. Der Begriff Infodemie werde in diesem Zusammenhang als "Überfluss an teils akkuraten und teils unrichtigen Informationen" definiert. Die Masse an Infos mache es den Menschen schwer, vertrauenswürdige Quellen und verlässliche Orientierungshilfe zu finden./cfn/DP/fba

11.08.2020

WDH/ROUNDUP/Putin: Weltweit erster Corona-Impfstoff in Russland zugelassen

(im vierten Absatz wird der Name der Firma berichtigt: "Binnopharm")

MOSKAU (dpa-AFX) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus bekanntgegeben. "Das russische Vakzin gegen das Coronavirus ist effektiv und bildet eine beständige Immunität", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Die Registrierung sei am Dienstagmorgen erfolgt, hieß es. Eine seiner beiden Töchter habe sich schon impfen lassen, sagte Putin.

Der Impfstoff wurde vom staatlichen Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Erst wenige Menschen haben ihn im Rahmen einer Studie erhalten. Eine Zulassung vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien widerspricht dem international üblichen Vorgehen. So stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Vorfeld klar: "Jeder Impfstoff muss natürlich alle Versuchsreihen und Tests durchlaufen, bevor er genehmigt und ausgeliefert wird." Es gebe klare Richtlinien für die Entwicklung von Impfstoffen.

Eine reguläre Zulassung ohne die umfangreichen Daten aus einer Phase-III-Prüfung mit mindestens mehreren Tausend Probanden erscheine riskant, erklärte auch Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. In der Etappe könnten unter anderem mögliche seltene Nebenwirkungen detektiert werden. Die Zahl der Probanden betrage in der Regel mehrere Tausend bis Zehntausende. In Deutschland gibt es eine Zulassung erst nach Abschluss der letzten Phase.

Russlands Gesundheitsminister Michael Muraschko erklärte, das Gamaleja-Institut und die Firma Binnopharm sollten das Medikament produzieren. Zuerst sollen Lehrer und Ärzte geimpft werden. Nach Behördenangaben beginnt die Impfung noch im August oder im September. Der Stoff solle auch ins Ausland exportiert werden. Unabhängig von der Zulassung läuft in Russland eine dritte Testphase.

Weltweit wird in mehr als 170 Projekten nach Corona-Impfstoffen gesucht und mehrere Forscherteams haben vielversprechende Zwischenergebnisse veröffentlicht. Allerdings rechnen Experten generell mit einem marktfähigen Impfstoff zumeist erst im kommenden Jahr.

Das Gamaleja-Institut hatte bereits im Mai mitgeteilt, einen Impfstoff entwickelt zu haben. Nach eigener Darstellung liefen die ersten Tests erfolgreich. Das Präparat wurde demnach an 50 Soldaten erprobt, die sich freiwillig gemeldet hätten. Russland hat bislang aber keine wissenschaftlichen Daten zu dem Impfstoff für eine unabhängige Bewertung veröffentlicht.

Kremlchef Putin hatte schon früh Druck bei der Entwicklung gemacht. Nach Angaben von Muraschko wird derzeit ein zweiter Impfstoff gegen Sars-CoV-2 klinisch getestet. Weitere sollen folgen./mau/DP/men

11.08.2020

Schleppende Ticket-Erstattung bislang folgenlos für Airlines

FRANKFURT/BRAUNSCHWEIG (dpa-AFX) - Die schleppende Erstattung für stornierte Tickets ist für die Fluggesellschaften bislang weitgehend folgenlos geblieben. Trotz zahlreicher Anzeigen von Passagieren hatte das zuständige Luftfahrtbundesamt bis zur Jahresmitte noch kein Bußgeld gegen säumige Fluggesellschaften verhängt.

Eingeleitet wurden bis zu dem Zeitpunkt 648 Verfahren, die auch andere mutmaßliche Verfehlungen der Airlines aus diesem Jahr betreffen. Hier gab es bis zum 30. Juni ein Bußgeld gegen eine europäische Airline, die ihren Informationspflichten nicht nachgekommen war. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die zuerst das "Handelsblatt" (Dienstag) berichtet hat.

Laut Regierungsantwort führte das LBA in Braunschweig vor allem wegen abgesagter (375) und verspäteter (245) Flüge Ordnungswidrigkeitsverfahren durch. Insgesamt 174 der eingeleiteten Verfahren betreffen die Erstattung der Flugticketkosten. Betroffen sind in Deutschland viele Millionen Passagiere, die eigentlich innerhalb von sieben Tagen ihr Geld hätten zurückerhalten müssen.

Mit dem weitgehenden Flugstopp in Folge der Corona-Pandemie war die Zahl der Anzeigen kräftig gestiegen und hat bereits das Niveau des Vorjahres übertroffen. Von 1470 vom LBA zu bearbeitenden Anzeigen drehten sich rund 700 um Ticketerstattungen. Nach Informationen des "Spiegel" hat das LBA auch gegen Lufthansa ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet, bei dem ein Bußgeld zwischen 500 000 und einer Million Euro für angemessen erachtet werde. Bei dem teilverstaatlichten Konzern standen in der vergangenen Woche nach eigenen Angaben noch Rückzahlungen von etwas weniger als einer Milliarde Euro an 1,8 Millionen Kunden aus.

Der Grünen-Tourismuspolitiker Markus Tressel forderte die Bundesregierung auf, die Lufthansa "endlich klipp und klar" in die Verantwortung nehmen. "Das Luftfahrtbundesamt als nationale Durchsetzungsstelle hätte bereits viel früher auf die Einhaltung geltenden Rechts drängen müssen", sagte der Abgeordnete. Insofern werde man nach der Krise auch die Strukturen und Arbeitsweise des Luftfahrtbundesamtes in den Blick nehmen müssen: "Verbraucherschutz darf nicht nach Kassenlage stattfinden, sondern muss jederzeit gewährleistet sein."/ceb/DP/fba

11.08.2020

ROUNDUP 2: Juso-Chef Kühnert unterstützt Scholz - Kritik von CDU und CSU

(durchgehend aktualisiert)

BERLIN (dpa-AFX) - Der Juso-Vorsitzende und Parteilinke Kevin Kühnert hat dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz die Unterstützung der sozialdemokratischen Nachwuchsorganisation zugesichert. "Wir tun das in dem Wissen und der Erkenntnis, dass wir - und das ist der Unterschied zu den vergangenen Jahren - in eine gemeinsame Richtung laufen", sagte Kühnert am Dienstag in Berlin. Gleichzeitig warnte er den linken Parteiflügel ausdrücklich vor destruktiver Kritik.

Vorstand und Präsidium der Sozialdemokraten hatten Scholz am Vortag einstimmig als Kanzlerkandidaten nominiert. Die SPD ist damit die erste im Bundestag vertretene Partei, die für die Wahl im Herbst 2021 einen Spitzenkandidaten vorweisen kann. Ziel sei eine Mehrheit links der Mitte, sagte Kühnert. "Vielleicht ist es dann eben auch ein Olaf Scholz, der mehr als jemand anderes dazu in der Lage wäre, so ein Bündnis zu ermöglichen und tatsächlich auch mehrheitsfähig zu machen."

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält den Zeitpunkt der Nominierung allerdings für verfrüht. "Ich würde uns allen raten, jetzt noch möglichst lange auch in der großen Koalition zusammen gut zu arbeiten", sagte der CDU-Bundesvize in Düsseldorf. Genau dies sicherte die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken allerdings zu. "Da kann man sich drauf verlassen, dass wir auch weiterhin so konstruktiv und erfolgreich auch Einfluss nehmen", sagte sie im ZDF-"Morgenmagazin".

Ihr Co-Vorsitzender Nobert Walter-Borjans betonte unterdessen das Mitspracherecht der Partei beim Wahlprogramm. "Ich habe immer gesagt, dass ein Kanzlerkandidat nicht einfach seine Agenda durchdrücken kann", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Gleichzeitig darf die Partei ihrem Kandidaten kein Programm überstülpen."

Die Koalitionspartner CDU und CSU äußerten sich derweil skeptisch. "Jetzt ist nicht die Zeit für Wahlkampf und Kandidatenkür", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume der "Passauer Neuen Presse". "Unser Land steht vor großen Herausforderungen und riesigen Aufgaben in der Corona-Pandemie." Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, warf der SPD Orientierungslosigkeit vor. "Wie ein linkes Programm mit Ausrichtung auf Grün-Rot-Rot zum Kandidaten Olaf Scholz passen soll, bleibt ein Rätsel", sagte er in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland".

Die Linke strebt im Wahlkampf eine harte sozialpolitische Auseinandersetzung mit den Sozialdemokraten an. "Wir werden uns inhaltlich mit der SPD nichts schenken", sagte Linken-Parteichefin Katja Kipping im Deutschlandfunk. Zur Scholz-Nominierung äußerte sie sich zurückhaltend. Entscheidend sei, dass man inhaltlich vorankomme

- etwa beim Schutz vor Armut und bei der stärkeren Besteuerung von

Millionenvermögen./ax/cn/dot/csd/shy/wn/DP/fba

11.08.2020

ROUNDUP/Kamelurin und Methanol: Studie untersucht schädliche Corona-Gerüchte

SYDNEY/BERLIN (dpa-AFX) - Seit Beginn der Corona-Pandemie haben Fehlinformationen und Gerüchte in Verbindung mit dem Virus weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet. Tausende weitere mussten wegen der im Internet verbreiteten Falschinformationen im Krankenhaus behandelt werden, ergab eine im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" veröffentlichte Studie. Neben der Pandemie gebe es auch eine "Infodemie", warnen die beteiligten Wissenschaftler unter anderem aus Australien, Thailand und Japan. Sie hatten zuvor Daten aus dem Zeitraum zwischen Dezember 2019 und April 2020 zusammengetragen. Die Studie untersucht zudem die Folgen von Corona-Verschwörungstheorien und Stigmatisierungen.

Viele der überwiegend in sozialen Netzwerken verbreiteten falschen Behauptungen zur Bekämpfung des Coronavirus seien gefährlich und teilweise lebensbedrohlich, stellten die Forscher fest und warnten: "Gerüchte können sich als glaubwürdige Strategien zur Infektionsprävention und -kontrolle tarnen." Dabei könnten sie "potenziell schwerwiegende Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gemeinschaft haben, wenn evidenzbasierten Richtlinien vorgezogen werden".

So kostete der Konsum von hochkonzentriertem Alkohol zur Desinfizierung des Körpers weltweit 800 Menschen das Leben. Mehr als 5800 landeten nach dem Verzehr von Methanol im Krankenhaus, 60 erblindeten. Das Trinken von Desinfektionsmitteln habe für zwei gesunde Männer in Katar lebensgefährliche Folgen gehabt.

In Indien nahmen zwölf Menschen - darunter fünf Kinder - einen Drink aus hochgiftigen Stechäpfeln zu sich. Sie hatten in sozialen Netzwerken ein Video gesehen, in dem die Pflanzen zur Immunisierung gegen Sars-CoV-2 beworben wurden. Alle wurden krank. Ebenfalls in Indien wurde das Gerücht verbreitet, der Konsum von Kuhurin oder

-dung beuge einer Ansteckung vor. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin

mit Limone als Wunderwaffe gegen Covid-19 angepriesen.

Die Forscher untersuchten auch mögliche Folgen von Stigmatisierung. So habe sich ein Mann in Indien das Leben genommen, weil er glaubte, mit Corona infiziert zu sein. Seine Familie sagte, er habe Schuldgefühle gehabt, die mögliche Erkrankung als Schande empfunden und Angst vor der Reaktion seiner Mitmenschen gehabt. Auch sei es seit Beginn der Pandemie vielerorts zu verbaler und physischer Gewalt gegenüber Menschen asiatischer Herkunft und Mitarbeitern des Gesundheitssystems gekommen, weil beide Gruppen für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht wurden.

Die Wissenschaftler forderten Regierungen und internationale Organisationen auf, Corona-Fehlinformationen im Internet besser zu überwachen, diese als falsch zu entlarven und "mit Social-Media-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um korrekte Informationen zu verbreiten." Von mehr als 2300 untersuchten Berichten aus 87 Ländern hätten sich 82 Prozent als falsch herausgestellt, so die Studie. Die meisten davon grassierten in Indien, den USA, China und Spanien.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei Epidemien und Gesundheitskrisen Fehlinformationen um sich greifen. Das sei bereits beim Ebola-Ausbruch 2019 im Kongo so gewesen, "verbunden mit Gewalt, Misstrauen, sozialen Unruhen und gezielten Angriffen auf Gesundheitsmitarbeiter". Auch während des Sars-Ausbruchs in China 2002-2003 seien Menschen asiatischen Ursprungs stigmatisiert worden. Der Begriff Infodemie werde in diesem Zusammenhang als "Überfluss an teils akkuraten und teils unrichtigen Informationen" definiert. Die Masse an Infos mache es den Menschen schwer, vertrauenswürdige Quellen und verlässliche Orientierungshilfe zu finden./cfn/DP/fba

11.08.2020

Neuseeland meldet erstmals wieder Corona-Fälle: Auckland im Lockdown

AUCKLAND (dpa-AFX) - In der neuseeländischen Großstadt Auckland ist ein vorübergehender Lockdown angeordnet worden. Nach 102 Tagen ohne lokale Corona-Ansteckung in dem Pazifikstaat waren am Dienstag vier neue Fälle bei einer Familie aus der Millionenmetropole gemeldet worden. Premierministerin Jacinda Ardern sagte vor Journalisten, bislang sei unklar, wo sich die Infizierten angesteckt hätten. "Obwohl wir alle unglaublich hart gearbeitet haben, um dieses Szenario zu verhindern, haben wir es auch geplant und vorbereitet", so Ardern.

In Auckland mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern sollen nun zunächst alle Schulen und alle nicht unbedingt notwendigen Geschäfte geschlossen werden. Zudem wurden die Menschen aufgefordert, zuhause zu bleiben. Im Rest des Landes wurden Zusammenkünfte von mehr als 100 Menschen verboten. Der Lockdown soll zunächst für drei Tage - von Mittwoch bis Freitag - gelten.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Neuseeland 1574 Fälle bestätigt, 22 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19./rjl/cfn/DP/fba

11.08.2020

ANALYSE/Commerzbank: Ethanolpreis-Erholung als Treiber für Südzucker

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Commerzbank sieht Südzucker als Nutznießer der starken Erholung der Ethanolpreise. Analyst Michael Schäfer stufte daher die im Nebenwerteindex SDax notierten Aktien von "Hold" auf "Buy" hoch. Das Kursziel hob er von 15 auf 19 Euro an, wie aus einer am Dienstag vorliegenden Studie hervorgeht.

Die Preise für Ethanol in Europa hätten sich in den vergangenen Wochen deutlich erholt und sogar das Rekordniveau von 700 Euro pro Kubikmeter aus der Zeit vor der Corona-Krise überschritten, so der Experte. Davon dürfte die Südzucker-Beteiligung Cropenergies profitieren.

Bisher habe er im Geschäftsjahr 2020/21 mit einem Durchschnittspreis von 500 Euro pro Kubikmeter kalkuliert nach 600 Euro im Jahr 2019/20. Nun aber wird Schäfer optimistischer und geht für 2020/21 von einem gleichbleibenden Preisniveau aus.

Der Commerzbank-Analyst glaubt, dass Cropenergies den Ausblick vor den im Oktober anstehenden Zahlen für das zweite Geschäftsquartal anheben wird. Seine Schätzungen für den operativen Gewinn von Cropenergies verdoppelte er.

Mit der Einstufung "Buy" gehen die Analysten der Commerzbank davon aus, dass die Aktie das Potenzial für eine Gesamtrendite von mehr als 20 Prozent besitzt. Das Kursziel bezieht sich auf einen Zeitraum von zwölf Monaten./ajx/la/fba

Analysierendes Institut Commerzbank.

Veröffentlichung der Original-Studie: 11.08.2020

11.08.2020

AKTIEN IM FOKUS: Ausblicke verhelfen United und 1&1 Drillisch kurz auf Tageshoch

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von 1&1 Drillisch und United Internet haben am Dienstag nach konkretisierten Umsatzprognosen per Saldo ihre Gewinne verteidigt. Beide waren unmittelbar nach den jeweiligen Ausblicken auf Tageshoch gestiegen, zuletzt aber kehrten sie ungefähr auf das Niveau vor der Ankündigung zurück. Die Papiere von United Internet brachten es im MDax zuletzt auf ein Plus von 1,5 Prozent und jene der Mobilfunktochter 1&1 Drillisch legten im SDax 1,8 Prozent zu.

Der Mutterkonzern United rechnet nun vor dem Hintergrund der bisherigen Geschäftsentwicklung mit einem Umsatzwachstum von etwa vier Prozent, während auch 1&1 Drillisch im laufenden Geschäftsjahr mit einem Erlösanstieg im gleichen Ausmaß ausgeht. Bisher waren die Manager beider Unternehmen jeweils von Erlösen in etwa auf Vorjahresniveau ausgegangen. Händler schränkten jedoch in ersten Kommentaren ein, dass die operativen Gewinnerwartungen jeweils unverändert blieben. Dies sei ein Indiz dafür, dass die Margen nicht Schritt halten./tih/fba

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11.08.2020

AKTIE IM FOKUS: Pandemie macht Deutz-Anlegern weiter zu schaffen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktionäre von Deutz haben am Dienstag einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Weil der Motorenhersteller die Folgen der Corona-Krise im zweiten Quartal stärker als von Experten befürchtet zu spüren bekam, rutschen die Papiere bis zum Mittag um rund drei Prozent auf 4,51 Euro ab. Damit zählten sie zu den Schlusslichtern im festen Nebenwerteindex SDax . Zwischenzeitlich waren die Aktien um mehr als sieben Prozent abgesackt.

Bereits im ersten Quartal hatten die Kölner wegen der Pandemie einen Fehlbetrag ausgewiesen, der nun nochmals deutlich höher ausfiel. Deutz verwies auf einen "deutlichen Nachfragerückgang" infolge der Virus-Krise in einem ohnehin schwierigen Umfeld. Im zweiten Quartal sei der operative Geschäftsbetrieb durch einen zwischenzeitlichen Produktionsstillstand und die Einführung von Kurzarbeit "erheblich beeinträchtigt" gewesen. Deutz stellt vor allem Motoren für Land- und Baumaschinen sowie für Stapler her.

Deutz habe im zweiten Quartal alles im allem durchwachsen abgeschnitten, sagte ein Händler. So sei der Umsatz zwar nicht ganz so stark wie gedacht eingebrochen, jedoch hätten der operative Verlust und der Nettoverlust enttäuscht. Als klar negative Überraschung bezeichnete der Börsianer das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsätzen, das unter 1 liege. Die Kennziffer deutet damit auf eine sinkende Nachfrage und ein generell abnehmendes Unternehmenswachstum hin. Immerhin sei die Liquidität dank der Aufstockung eines Konsortialkredites mit einem günstigen Rückzahlungsprofil erst einmal gesichert.

Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank bezeichnete den Auftragseingang als sehr schwach und den Umsatzrückgang als deutlich. Zudem sehe sich das Unternehmen immer noch nicht in der Lage, einen sicheren Jahresausblick zu geben. Doch trotz der Enttäuschung über den hohen Verlust in der ersten Jahreshälfte und des anhaltend schwierigen Marktumfelds sieht er die Aktien als attraktiv bewertet an. Die Profitabilität sollte sich in den kommenden Jahren massiv verbessern und Deutz halte an den optimistischen Zielen für 2022 fest.

Der Blick in die Vergangenheit indes fällt aus Anlegersicht ernüchternd aus. Bereits seit gut einem Jahrzehnt schwanken die Anteilsscheine von Deutz zwischen knapp drei und rund neun Euro. Die im Jahr 2007 vor der Weltfinanzkrise erreichten Zwischenhochs bei gut 12 Euro befinden sich derzeit in weiter Ferne.

Zuletzt hat die Virus-Pandemie den Deutz-Papieren mehr geschadet als dem Gesamtmarkt. Seit der Eskalation der Corona-Krise am Rosenmontag (24. Februar) haben die Aktien rund 8 Prozent verloren, während der SDax lediglich 3,5 Prozent eingebüßt hat.

Auch aus charttechnischer Sicht ist die Lage derzeit angespannt. Mit dem Kursrutsch an diesem Dienstag waren die Aktien kurz unter die 21- und die 200-Tage-Durchschnittslinien gerutscht, welche die kurz- beziehungsweise langfristigen Trends abbilden. Immerhin hat sich die 50-Tage-Linie als Maß für die mittelfristige Entwicklung bereits seit Mitte Mai als gute Unterstützung erwiesen./la/bek/mis

11.08.2020

AKTIE IM FOKUS: Adidas schwingen sich nach Foot Locker auf Hoch seit Februar

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die am Vortag bereits vom US-Händler Foot Locker ausgelöste Rally ist am Dienstag bei Adidas weiter gegangen. Die Papiere des Sportartikelkonzerns mischten sich mit einem Anstieg um fast fünf Prozent unter die besten Dax -Werte. Sie schafften über der Marke von 266 Euro eine neue Bestmarke seit dem frühen Ausbruch der Corona-Krise im Februar. Anfang Juni waren sie nur bis auf 265,60 Euro gestiegen, nun wurden in der Spitze bis zu 266,30 Euro gezahlt.

Foot Locker hatte die Anleger am Vortag in New York mit einem einen Umsatzanstieg im zweiten Quartal und auch einem erzielten Quartalsgewinn überrascht - und dabei auf einen Boom beim Verkauf neuer Sneaker verwiesen. Der Markt sei wegen der starken Präsenz von Foot Locker in US-Einkaufszentren und nur langsamer Wiederöffnung der Läden deutlich vorsichtiger gewesen, sagte Analyst Cédric Rossi von Bryan Garnier. Die neuen Tatsachen sieht er nun auch positiv für Adidas und vor allem den US-Konkurrenten Nike ./tih/fba

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11.08.2020

INDEX-FLASH: Zurück zu alter Stärke - Dax wieder über 13000 Punkte

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Dienstagvormittag wieder den Sprung über die runde Marke von 13 000 Punkten geschafft. In der Spitze rückte er bis auf 13 033 Zähler vor, dies war der höchste Kurs seit fast drei Wochen. Zuletzt gewann der Dax 2,66 Prozent auf 13 024,67 Zähler.

In den Blick rückt damit die nächste Widerstandszone um die 13 100 Punkte. Gelingt es dem Dax, diese zu erreichen, wäre die Kurslücke von vor gut drei Wochen geschlossen.

In den vergangenen Tagen war der deutsche Leitindex mit einem Ausbruch aus seiner Seitwärtsspanne im Bereich von 12 750 bis 12 800 Punkte immer wieder gescheitert. An diesem Dienstag halfen ihm nun gleich mehrere positive Faktoren wieder auf die Sprünge: Die Vorgaben aus Übersee waren gut, die Hoffnung auf eine Einigung in der US-Politik auf ein weiteres Konjunkturpaket lebt weiter und Quartalszahlen wurden positiv aufgenommen. Hinzu kamen ein deutlich besser als erwartet ausgefallener ZEW-Konjunkturindex und Rückenwind vom chinesischen Automarkt.

Der Automarkt in China erhole sich weiter und insbesondere die umweltfreundlicheren Elektroautos seien wieder gefragt, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Davon profitieren die Aktien aus dem deutschen Automobilsektor und schieben den Dax an."

Auch europaweit war das Börsenumfeld geprägt vom Optimismus der Anleger: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 2,63 Prozent auf 3345,35 Punkte./ajx/

11.08.2020

AKTIE IM FOKUS 2: Hellofresh geht vor Rekordhoch ein wenig die Luft aus

(neu: Kurs, Analysten und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein abermals optimistischerer Unternehmensausblick hat die Papiere von Hellofresh am Dienstag in Richtung Rekordhoch getrieben. Anfangs schien es sogar, als könnten sie sich mit in der Spitze 50,10 Euro und einem Plus von mehr als acht Prozent an das Rekordhoch bei 53,35 Euro heranpirschen. Letztlich fehlte aber der Schwung. Zuletzt stiegen die Anteile des Kochboxenversenders im vorderen MDax-Feld noch um 3,15 Prozent auf 47,76 Euro.

Von ihrem Corona-Krisentief Mitte März hatten sich die Titel mit dem Rekordhoch vor gut einem Monat mehr als verdreifacht. Danach war der Kurs etwas abgefallen, hatte sich aber wieder rasch erholt. Am Vortag hatten die Aktien ihrem guten Lauf Tribut gezollt und deutlich nachgegeben.

Hellofresh entwickelt sich immer mehr zu einem der größten Gewinner der Corona-Krise. Das Unternehmen profitiert davon, dass viele Menschen infolge der Pandemie im Homeoffice arbeiten, ihre Kinder zu Hause betreuen und statt in der Kantine zu essen selbst jeden Tag etwas Warmes auf den Tisch zaubern müssen. Die Zahl der aktiven Kunden sprang im zweiten Quartal im Jahresvergleich von 2,41 auf 4,18 Millionen nach oben.

Die nochmalige Erhöhung des Ausblicks sei eine ziemliche Überraschung, sagte ein Händler. Der Kochboxenversender habe damit einmal mehr beeindruckt, schrieb Deutsche-Bank-Analystin Nizla Naizer in einer aktuellen Studie. Damit könnte das Unternehmen im dritten Quartal auf Hochtouren laufen und fast alle Kapazitäten ausschöpfen, so Naizer. Sie rät weiter zum Kauf und traut den Aktien mit ihrem Kursziel von 61 Euro weiteren Wertzuwachs zu.

Sollten Naizer recht behalten, würde die Marktkapitalisierung von Hellofresh auf mehr als zehn Milliarden Euro steigen. Bereits jetzt ist der Konzern mit einem Börsenwert von rund acht Milliarden Euro im erweiterten Spitzenfeld des MDax./ajx/mis/jha/

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11.08.2020

AKTIE IM FOKUS: Corestate steuern Rekordtief an - Zahlenvorlage keine Stütze

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Corestate Capital sind am Dienstag im allgemein starken Marktumfeld gehörig unter Druck geraten. Am Vormittag sackten sie um 6,3 Prozent auf 16,33 Euro ab und steuerten so ihr bisheriges Rekordtief in der zweijährigen Börsenkarriere an. Dieses stammt von Mitte Mai, als für die Aktien nach dem Corona-Crash in der Talsohle lediglich 14,92 Euro gezahlt wurden.

Laut dem Baader-Bank-Experten Andre Remke ist das zweite Quartal für den Immobilieninvestor wegen der Corona-Krise so schwach verlaufen wie befürchtet. Er zeigte sich aber überrascht davon, dass sich das Unternehmen nach wie vor keinen Jahresausblick zutraut. Seiner Einschätzung nach wird die Tatsache, dass der Konzern noch nicht einmal eine Spanne nannte, eine Kurserholung vorerst unterbinden. Sobald es neue Prognosen gebe, könnten die Aktien für Anleger aber wieder interessant werden, fügte er hinzu./tih/jha/

11.08.2020

AKTIE IM FOKUS: Hornbach Holding gefragt wegen optimistischerem Ausblick

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Versprechen eines Umsatz- und Gewinnanstiegs im laufenden Jahr ist am Dienstag nach dem Geschmack der Hornbach-Anleger . Die rege Nachfrage nach Baumaterial sowie Haushalts- und Gartenbedarf in Zeiten der Corona-Krise lässt die Muttergesellschaft der Baumarktkette weiter auf einer Erfolgswelle schwimmen. Für die Papiere ging es am Dienstag nach dem Ausblick des Handelskonzerns um 3,4 Prozent auf 85,10 Euro nach oben. Den am Vortag aufgestellten Rekord von 86,00 Euro konnten sie damit aber nicht überbieten.

Die Holding hatte am Vorabend nach Börsenschluss in Aussicht gestellt, dass der Umsatz in diesem Jahr zwischen 5 und 15 Prozent wachsen soll. Das bereinigte Betriebsergebnis soll nach 227 Millionen im Vorjahr nun 230 bis 330 Millionen Euro erreichen. Bislang hatte der Vorstand nur mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau sowie einem bereinigten Ebit leicht darunter gerechnet.

Laut Analyst Thomas Maul hat es sich bereits klar abgezeichnet, dass Hornbach zu den Krisengewinnern zählen wird. Er sieht aber dennoch Anpassungsbedarf bei den "bislang noch vergleichsweise niedrigen" Konsensschätzungen. Vieles spreche dafür, dass sich das positive Umfeld für die Baumarktbranche fortsetzt./tih/jha/

11.08.2020

AKTIE IM FOKUS 2: Zalando mit viel Schwung auf Rekordhoch

(neu: Kurs, Analysten und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Zalando haben am Dienstag in einem sehr freundlichen Marktumfeld erstmals in ihrer Geschichte die Marke von 69 Euro hinter sich gelassen. Nach einem zunächst schwankungsreichen Auftakt fanden sie schnell den Weg nach oben und kletterten in der Spitze bis auf 69,34 Euro.

Zuletzt kosteten sie mit knapp 68 Euro etwas weniger. Das war aber immer noch ein Plus von fast dreieinhalb Prozent und reichte für einen der vorderen Plätze im MDax der mittelgroßen Börsenwerte.

Analyst Volker Bosse von der Baader Bank sprach von einem sehr starken zweiten Quartal des Online-Modehändlers, die Kennziffern lägen im Rahmen der zuvor bereits veröffentlichten Eckdaten. Gemeinsam mit der Bestätigung der zuletzt angehobenen Jahresprognosen untermauere dies seine Kaufempfehlung für die Papiere. Mit einem Kursziel von 85 Euro zählt Bosse zu den optimistischsten Analysten für Zalando. Die Aktien hätten damit noch 25 Prozent Luft nach oben.

Seit ihrem Corona-Krisentief von Mitte März bei 27,33 Euro haben sie inzwischen fast 150 Prozent gewonnen. Im MDax zählen sie seit Jahresbeginn zu den Top-Drei-Werten. In der Corona-Pandemie ist Zalando einer der großen Gewinner und profitiert vom Boom im Online-Handel.

Analystin Aneesha Sherman von Bernstein Research betonte das Rekord-Kundenwachstum im zweiten Quartal. Auch die Kosten habe das Unternehmen vorzüglich im Griff./ajx/gl/jha/

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11.08.2020

AKTIE IM FOKUS: Südzucker unter den SDax-Favoriten nach Kaufempfehlung

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Aktien von Südzucker haben am Dienstag Rückenwind von einer positiven Empfehlung eines Analysten bekommen. Die Commerzbank sprach den Papieren vor allem wegen der Perspektiven für die Tochter Cropenergies eine Kaufempfehlung aus. Daraufhin zogen die Papiere als eines der führenden Mitglieder im Kleinwerte-Index SDax um etwa fünf Prozent auf 15,10 Euro an.

Der Commerzbank-Experte Michael Schäfer verwies auf zuletzt deutlich erholte Ethanol-Preise als wichtigstes Argument für die Hochstufung von Südzucker auf "Buy". Cropenergies nimmt in diesem Geschäft eine führende Rolle in Europa ein. Er hält es für realistisch, dass die Tochter des Zuckerkonzerns vor dem nächsten Quartalsbericht im Oktober ihren Ausblick anheben wird. Die ebenfalls börsennotierten Cropenergies-Papiere gewannen vor diesem Hintergrund am Dienstag fast vier Prozent./tih/jha/

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