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NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Börsen haben die Anleger am Ende einer bewegten Woche wieder etwas Zuversicht geschöpft. Die wichtigsten Indizes legten am Freitag zum Teil spürbar zu. Die Furcht der Anleger vor bis auf weiteres hohen Zinsen rückte nach jüngsten Daten zu den Inflationserwartungen der Verbraucher etwas in den Hintergrund.

Der Dow Jones Industrial schaffte ein Plus von 0,01 Prozent auf 39 069,59 Punkte. Auf Wochensicht aber ergibt sich ein Minus von 2,33 Prozent, denn der Leitindex hatte am Donnerstag stark unter den Zinssorgen gelitten.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,70 Prozent auf 5304,72 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es im 0,99 Prozent auf 18 808,35 Punkte nach oben. Seine Wochenbilanz ist positiv. Hier wirkten die überraschend guten Geschäftszahlen des Chipkonzerns Nvidia noch nach. Dessen Aktien erreichten kurz vor Handelsschluss ein Rekordhoch.

Generell bleibt die Stimmung an den Börsen positiv. Die wichtigsten Indizes notieren weiter in der Nähe ihrer Höchststände. Am Montag bleibt der Aktienmarkt wegen des Feiertages "Momorial Day" geschlossen.

Die Anleger hoffen derzeit, dass die weltweit größten Notenbanken noch in diesem Jahr die Leitzinsen senken und so die Wirtschaft beflügeln. Wann genau aber zum Beispiel die Fed ihre Geldpolitik lockert, ist unklar.

Zuletzt hatte die US-Notenbank erst einmal ein Festhalten an den hohen Zinsen signalisiert. Zudem hatten robuste Wirtschaftsdaten eher auf eine spätere als eine frühere Senkung der Leitzinsen hingedeutet. Diese Entwicklungen hatten die Anleger etwas verstimmt.

Am Freitag zeigte sich in einer zweiten Erhebung des von der Universität Michigan ermittelten Konsumklimas, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher im Mai nicht ganz so hoch waren wie zunächst ermittelt. Die Fed berücksichtigt auch die erwartete Teuerung in ihrer Geldpolitik und strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Unter den größten Gewinnern im S&P 500 stiegen die Papiere von Davita um 4,8 Prozent. Hintergrund waren Meldungen zum Medikament Ozempic von Novo Nordisk . Laut einem Bericht im "New England Journal of Medicine" kann das Diabetes-Mittel bei Patienten mit einer von Diabetes ausgelösten Nierenerkrankung das Sterberisiko drastisch reduzieren. Dies bedeutet für den Anbieter von Dialysedienstleistungen, dass die Patienten länger entsprechenden Behandlungen ausgesetzt sind und Davita somit mehr Geld verdienen kann.

An der Indexspitze zogen die Anteilscheine von Deckers Outdoor um gut 14 Prozent an. Das Schuhunternehmen hatte bessere Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt als erwartet. Am S&P-500-Ende sackten die Aktien von Intuit um mehr als 8 Prozent ab. Die neue Prognose des Herstellers von Steuer- und Unternehmensführungssoftware hatte enttäuscht.

Als Schlusslicht im Nasdaq 100 knickten die Aktien von Workday um mehr als 15 Prozent ein. Der Anbieter von Cloud-basierter Computersoftware hatte die Jahresprognose für den Abonnementumsatz gesenkt.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,0847 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0840 (Donnerstag: 1,0854) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9225 (0,9213) Euro.

Die Kurse von US-Staatsanleihen legten etwas zu. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen gewann 0,04 Prozent auf 108,77 Punkte. Die Rendite der Staatspapiere mit dieser Laufzeit betrug 4,46 Prozent./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Börsen haben die Anleger am Ende einer bewegten Woche wieder etwas Zuversicht geschöpft. Die wichtigsten Indizes legten am Freitag zum Teil spürbar zu. Die Furcht der Anleger vor bis auf weiteres hohen Zinsen rückte nach jüngsten Daten zu den Inflationserwartungen der Verbraucher etwas in den Hintergrund.

Der Dow Jones Industrial schaffte ein Plus von 0,01 Prozent auf 39 069,59 Punkte. Auf Wochensicht aber ergibt sich ein Minus von 2,33 Prozent, denn der Leitindex hatte am Donnerstag stark unter den Zinssorgen gelitten.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,70 Prozent auf 5304,72 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es im 0,99 Prozent auf 18 808,35 Punkte nach oben. Seine Wochenbilanz ist positiv. Hier wirkten die überraschend guten Geschäftszahlen des Chipkonzerns Nvidia noch nach. Dessen Aktien erreichten kurz vor Handelsschluss ein Rekordhoch./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben sich etwas von ihren Vortagesverlusten erholt. Insbesondere die schwankungsanfälligen Technologiewerte gewannen am Freitag wieder an Boden.

Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,19 Prozent auf 39 141,17 Punkte zu. Auf Wochensicht deutet sich gleichwohl ein Verlust von mehr als 2 Prozent an.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,78 Prozent auf 5308,90 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es im 1,19 Prozent auf 18 845,37 Punkte nach oben.

Generell bleibt die Stimmung an den Börsen positiv. Die wichtigsten Indizes notieren weiter in der Nähe ihrer Höchststände. Am Montag bleibt der Aktienmarkt wegen des Feiertages "Momorial Day" geschlossen.

Die Anleger hoffen derzeit, dass die weltweit größten Notenbanken noch in diesem Jahr die Leitzinsen senken und so die Wirtschaft beflügeln. Wann genau aber zum Beispiel die Fed ihre Geldpolitik lockert, ist unklar.

Zuletzt hatte die US-Notenbank erst einmal ein Festhalten an den hohen Zinsen signalisiert. Zudem hatten robuste Wirtschaftsdaten eher auf eine spätere als eine frühere Senkung der Leitzinsen hingedeutet.

Die zum Wochenschluss veröffentlichten Konjunkturnachrichten gaben dieser Debatte kaum neue Impulse. So waren die Aufträge für langlebige Güter im April zwar unerwartet gestiegen. Allerdings wurde der Zuwachs im Vormonat nach unten revidiert.

Zudem hatte sich die Stimmung der-Verbraucher im Mai zwar merklich eingetrübt, wie der deutliche Rückgang des von der Universität Michigan erhobenen Konsumklimas zeigte. Allerdings war das Minus nicht so stark, wie in einer ersten Schätzung ermittelt. In der zweiten Erhebung zeigte sich auch, dass die Inflationserwartungen der Konsumenten nicht ganz so hoch waren wie zunächst ermittelt.

Unter den größten Gewinnern im S&P 500 stiegen die Papiere von Davita um mehr als vier Prozent. Hintergrund waren Meldungen zum Medikament Ozempic von Novo Nordisk . Laut einem Bericht im "New England Journal of Medicine" kann das Diabetes-Mittel bei Patienten mit einer von Diabetes ausgelösten Nierenerkrankung das Sterberisiko drastisch reduzieren. Dies bedeutet für den Anbieter von Dialysedienstleistungen, dass die Patienten länger entsprechenden Behandlungen ausgesetzt sind und Davita somit mehr Geld verdienen kann.

An der Indexspitze zogen die Anteilscheine von Deckers Outdoor um 13 Prozent an. Das Schuhunternehmen legte bessere Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vor als erwartet.

Am S&P-500-Ende sackten die Aktien von Intuit um mehr als acht Prozent ab. Die neue Prognose des Herstellers von Steuer- und Unternehmensführungssoftware enttäuschte.

Am Nasdaq-100-Ende knickten die Aktien von Workday um mehr als 15 Prozent ein. Der Anbieter von Cloud-basierter Computersoftware hatte die Jahresprognose für den Abonnementumsatz gesenkt./la/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag nach einem verunglückten Start noch knapp im Plus geschlossen. Im frühen Handel rutschte der Leitindex bis auf knapp 18 516 Punkte ab und erreichte damit das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen. Am Nachmittag holte er die Verluste aber wieder auf. "Das Kursniveau unterhalb von 18 600 Punkten zieht vorerst weiterhin Käufer an", sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow.

Am Ende stand beim Dax ein Plus von 0,01 Prozent auf 18 693,37 Punkte zu Buche, womit der Leitindex in Reichweite seines Rekords und der 19 000-Punkte-Marke bleibt. Damit konnte er auch seine Wochenbilanz fast noch ausgleichen. Der MDax büßte am Freitag hingegen 0,26 Prozent auf 27 124,24 Zähler ein. Auf Wochensicht hat der Index damit mehr als ein Prozent verloren.

Im Verlauf stützte es den Handel, dass sich die US-Börsen ins Plus absetzten. An der Wall Street wurden die Anleger vor einem langen Wochenende wieder mutiger. Am Markt hieß es, gedämpfte Inflationserwartungen der US-Verbraucher hätten die Hoffnung auf Zinssenkungen gestärkt, die zuletzt als wichtigster Treiber der Rekordrally galt.

Die Aktien des Dialyseanbieters FMC gingen nach einem Spitzenanstieg um acht Prozent mit plus 1,6 Prozent aus dem Handel. Händler verwiesen auf Studiendaten zum Diabetes-Mittel Ozempic von Novo Nordisk , das bei Patienten mit einer von Diabetes ausgelösten Nierenerkrankung das Sterberisiko wohl drastisch reduzieren kann. Dies bedeutet, dass die Patienten länger auf Dialyse-Behandlungen angewiesen sind und FMC somit mehr Geld verdienen kann. Die Titel des Großaktionärs Fresenius legten um zwei Prozent zu.

Ansonsten war die Nachrichtenlage nach dem Auslaufen der Berichtssaison sehr dünn. Thyssenkrupp sorgte noch für Gesprächsstoff, die Kursreaktion war mit einem Anstieg um 0,3 Prozent aber letztlich unscheinbar. Der Aufsichtsrat des Industriekonzerns stimmte einer 20-Prozent-Beteiligung des Energieunternehmens EPCG an der Stahlsparte zu. Die Holding gehört dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky, der auch Hauptanteilseigner des Großhändlers Metro ist.

Jenoptik fielen im MDax um 1,3 Prozent und litten dabei unter einem negativen Analystenkommentar. Die DZ Bank gab für die Aktien des Technologiekonzerns ihre bisherige Kaufempfehlung auf. Analyst Dirk Schlamp sieht kaum Spielraum für steigende Ergebnisschätzungen und hält attraktive Schritte der Portfoliobereinigung aktuell für schwierig.

Die Anteilscheine von Brenntag , LEG Immobilien, Nemetschek und Klöckner & Co notierten optisch teilweise klar im Minus. Dies stand jeweils aber damit in Zusammenhang, dass sie an diesem Freitag mit Dividendenabschlägen gehandelt wurden.

Der EuroStoxx 50 verlor nach einem schwachen Start nur noch 0,04 Prozent auf 5035,41 Punkte. In Paris ging der Leitindex Cac 40 auch nur knapp im Minus aus dem Handel, während der Londoner FTSE 100 um 0,3 Prozent fiel. In New York stieg der Dow Jones Industrial zuletzt um 0,3 Prozent, während der technologielastige Nasdaq 100 um etwa ein Prozent zulegte.

Der Euro legte zu. Am frühen Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,0849 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0840 (Donnerstag: 1,0854) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,9225 Euro gekostet.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,62 Prozent am Vortag auf 2,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 123,81 Punkte. Der Bund-Future stand 0,03 Prozent tiefer bei 129,96 Zählern./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag nach einem verunglückten Start noch knapp im Plus geschlossen. Im frühen Handel rutschte der Leitindex bis auf knapp 18 516 Punkte ab und erreichte damit das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen. Am Nachmittag holte er die Verluste aber wieder auf. "Das Kursniveau unterhalb von 18 600 Punkten zieht vorerst weiterhin Käufer an", sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow.

Am Ende stand beim Dax ein Plus von 0,01 Prozent auf 18 693,37 Punkte zu Buche, womit der Leitindex in Reichweite seines Rekords und der 19 000-Punkte-Marke bleibt. Damit konnte er auch seine Wochenbilanz fast noch ausgleichen. Der MDax büßte am Freitag hingegen 0,26 Prozent auf 27 124,24 Zähler ein. Auf Wochensicht hat der Index damit mehr als ein Prozent verloren.

Im Verlauf stützte es den Handel, dass sich die US-Börsen ins Plus absetzten. An der Wall Street wurden die Anleger vor einem langen Wochenende wieder mutiger. Am Markt hieß es, gedämpfte Inflationserwartungen der US-Verbraucher hätten die Hoffnung auf Zinssenkungen gestärkt, die zuletzt als wichtigster Treiber der Rekordrally galt./tih/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben sich nach ihren Vortagesverlusten stabilisiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte am Freitag um 0,09 Prozent auf 39 101,50 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,48 Prozent auf 5293,27 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es im 0,73 Prozent auf 18 759,68 Punkte nach oben.

Generell bleibt die Stimmung an den Börsen positiv. Die wichtigsten Indizes notieren weiter in der Nähe ihrer Höchststände. Die Anleger hoffen derzeit, dass die weltweit größten Notenbanken noch in diesem Jahr die Leitzinsen senken und so die Wirtschaft beflügeln. Wann genau aber zum Beispiel die Fed ihre Geldpolitik lockert, ist unklar.

Zuletzt hatte die US-Notenbank erst einmal ein Festhalten an den hohen Zinsen signalisiert. Zudem hatten robuste Wirtschaftsdaten eher auf eine spätere als eine frühere Senkung der Leitzinsen hingedeutet.

Die zum Wochenschluss veröffentlichten Konjunkturnachrichten gaben dieser Debatte keine neuen Impulse. So waren die Aufträge für langlebige Güter im April zwar unerwartet gestiegen. Allerdings wurde der Zuwachs im Vormonat nach unten revidiert.

Zudem hatte sich die Stimmung der-Verbraucher im Mai zwar merklich eingetrübt, wie der deutliche Rückgang des von der Universität Michigan erhobenen Konsumklimas zeigte. Allerdings war das Minus nicht so stark, wie in einer ersten Schätzung ermittelt.

Am Nasdaq-100-Ende sackten die Aktien von Workday um mehr als zwölf Prozent ab. Der Anbieter von Cloud-basierter Computersoftware hatte die Jahresprognose für den Abonnementumsatz gesenkt.

Unter den größten Gewinnern im S&P 500 stiegen die Papiere von Davita um mehr als vier Prozent. Hintergrund waren Meldungen zum Medikament Ozempic von Novo Nordisk . Laut einem Bericht im "New England Journal of Medicine" kann das Diabetes-Mittel bei Patienten mit einer von Diabetes ausgelösten Nierenerkrankung das Sterberisiko drastisch reduzieren. Dies bedeutet wiederum für den Anbieter von Dialysedienstleistungen Davita, dass die Patienten länger Dialyse-Behandlungen ausgesetzt sind und Davita somit mehr Geld verdienen kann.

An der Indexspitze zogen die Anteilscheine von Deckers Outdoor um gut 13 Prozent an. Das Schuhunternehmen legte bessere Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vor als erwartet./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben sich nach ihren Vortagesverlusten stabilisiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte am Freitag um 0,16 Prozent auf 39 127,22 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,44 Prozent auf 5290,84 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es im 0,57 Prozent auf 18 730,16 Punkte nach oben.

Generell bleibt die Stimmung an den Börsen positiv. Die wichtigsten Indizes notieren weiter in der Nähe ihrer Höchststände. Die Anleger hoffen derzeit, dass die weltweit größten Notenbanken noch in diesem Jahr die Leitzinsen senken und so die Wirtschaft beflügeln. Wann genau aber zum Beispiel die Fed ihre Geldpolitik lockert, ist unklar./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Den US-Börsen steht am Freitag nach den Verlusten am Vortag wohl zunächst ein ruhiger Handelsstart ins Haus. Der Dow Jones Industrial bewegte sich vorbörslich kaum, der Broker IG taxierte den Leitindex eine Stunde vor dem Auftakt 0,15 Prozent höher auf 39 122 Punkte. Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 wird 0,3 Prozent stärker bei 18 682 Zählern erwartet.

Veröffentlicht wurden vor dem Börsenstart bereits Auftragsdaten aus der Industrie, die als Indikator für die Investitionen der Unternehmen angesehen werden. Im Monatsvergleich kletterten die Aufträge für langlebige Güter im April zwar überraschend deutlich. Doch der Vormonatswert wurde nach unten revidiert.

Experte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hob hervor, für die Bestellungen langlebiger Wirtschaftsgüter sei es der dritte Anstieg in Folge und dies auf einem Niveau deutlich über der Konsensschätzung. "Die Zinsssenkungserwartungen bezüglich der Fed, die in dieser Woche ohnehin schon unter Druck gestanden hatten, werden wohl noch weiter gedämpft", so Umlauf.

Am Vortag hatten am New Yorker Aktienmarkt wieder aufgeflammte Zinssorgen und ein Kursrutsch beim Flugzeugbauer Boeing belastet - nach anfänglicher Freude über die boomenden Geschäfte des Chipherstellers Nvidia . Die Nvidia-Aktien hatten dank eines starken ersten Quartals und optimistischen Aussagen zur weiteren Entwicklung erstmals die Marke von 1000 US-Dollar geknackt.

Im vorbörslichen Handel am Freitag standen die Titel des Tech-Schwergewichts Nvidia nochmals um 1,6 Prozent höher. Der KI-Trendsetter hat seinen Börsenwert mit einem Plus von 112 Prozent seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Boeing konnte sich hingegen von seinem Kurseinbruch nur wenig erholen. Die Papiere des Airbus-Wettbewerbers standen am Freitag vorbörslich mit 0,6 Prozent im Plus.

Die Aktien von Davita springen nach Meldungen zum Medikament Ozempic von Novo Nordisk vorbörslich um mehr als fünf Prozent an. Laut einem Bericht im "New England Journal of Medicine" kann das Diabetes-Mittel bei Patienten mit einer von Diabetes ausgelösten Nierenerkrankung das Sterberisiko drastisch reduzieren. Dies bedeutet wiederum für den Anbieter von Dialysedienstleistungen Davita, dass die Patienten länger auf Dialyse-Behandlungen angewiesen sind und Davita somit mehr Geld verdienen kann.

Schlecht droht es am Freitag für die Aktionäre von Workday zu laufen, wie das vorbörsliche Minus von über 12 Prozent zeugt. Der Anbieter von Cloud-basierter Computersoftware hatte die Jahresprognose für den Abonnementumsatz gesenkt.

Über einen steigenden Börsenwert freuten sich hingegen die Anleger von Deckers Outdoor Corporation . Das Schuhunternehmen legte bessere Geschäftszahlen für das vierte Quartal vor als erwartet. Die Aktien gewannen vorbörslich zuletzt 13 Prozent./lfi/tih/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem deutschen Aktienmarkt ist zum Wochenschluss etwas die Puste ausgegangen. Der Dax verließ seine jüngste Konsolidierungsspanne und fiel im frühen Handel auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Im weiteren Verlauf erholte sich der Leitindex etwas und notierte zuletzt noch 0,30 Prozent im Minus bei 18 635,81 Punkten. Damit deutet sich für den Dax ein Wochenverlust von rund einem halben Prozent an.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte am Freitag 0,16 Prozent auf 27 149,72 Zähler ein. Für den EuroStoxx 50 , das Leitbarometer der Eurozone, ging es um rund 0,4 Prozent abwärts.

"Die Börsenampel ist zumindest mal auf Gelb zurückgesprungen", bemerkte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets. Das jüngste Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed habe nicht dazu beigetragen, dass die Anleger die Zinswende 2024 fest in ihren Kalendern markieren könnten. Geldpolitisch stehe den Investoren ein unsicherer Sommer bevor. Zudem belaste die Geopolitik, ergänzte der Experte mit Verweis auf das jüngste Säbelrasseln Chinas in der Taiwanstraße.

Die Aktien von FMC sprangen um 5,0 Prozent nach oben. Laut einem Bericht im "New England Journal of Medicine" kann das Diabetes-Mittel Ozempic von Novo Nordisk bei Patienten mit einer von Diabetes ausgelösten Nierenerkrankung das Sterberisiko drastisch reduzieren. Dies bedeutet, dass die Patienten länger auf Dialyse-Behandlungen angewiesen sind und der Dialyseanbieter FMC somit mehr Geld verdienen kann. Die Fresenius-Papiere stiegen um 2,6 Prozent. Fresenius hält immer noch etwas mehr als 30 Prozent an FMC.

Der Energieversorger RWE wird den US-Softwarekonzern Microsoft mit Grünstrom aus zwei neuen Windparks im US-Bundesstaat Texas beliefern. Darüber seien zwei 15-jährige Stromlieferverträge mit Microsoft unterzeichnet worden, teilte RWE mit. Über das Auftragsvolumen und die vereinbarten Strommengen wurde nichts bekannt. Die Anleger beeindruckte der Großauftrag bislang aber nicht, denn die RWE-Aktien sanken zuletzt um 1,2 Prozent.

Der Aufsichtsrat des Industriekonzerns Thyssenkrupp stimmte einer 20-Prozent-Beteiligung des Energieunternehmens EPCG an der Stahlsparte zu. Bei der strategischen Partnerschaft soll es vor allem um Energielieferungen gehen. Die EPCG-Holding gehört dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky, der auch größter Anteilseigner des Großhändlers Metro ist. Die Thyssenkrupp-Papiere verbilligten sich um 1,8 Prozent.

Die Aktien von Jenoptik litten unter einem negativen Analystenkommentar und fielen um 2,2 Prozent. Die DZ Bank stufte die Titel des Technologiekonzerns von "Kaufen" auf "Halten" ab. Analyst Dirk Schlamp sieht kaum Spielraum für steigende Ergebnisschätzungen und hält attraktive Schritte der Portfoliobereinigung aktuell für schwierig.

Die Anteilsscheine von Brenntag , LEG Immobilien , Nemetschek sowie Klöckner & Co notierten vorwiegend optisch klar im Minus, da sie an diesem Freitag mit Dividendenabschlägen gehandelt werden.

Der Euro kostete zuletzt 1,0844 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0854 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,62 Prozent am Vortag auf 2,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 123,81 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,21 Prozent auf 129,73 Zähler./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Wohl und Wehe an den Aktienmärkten dürfte in der neuen Woche eng an die Zinserwartungen geknüpft bleiben. Die jüngste Rekordjagd in der Hoffnung, dass in den USA bald Zinssenkungen erfolgen, wurde erst einmal abgeblasen. "Die jüngsten Daten zur US-Wirtschaft zeigen, dass diese für eine baldige Zinswende einfach zu stark ist", betonte die Helaba-Expertin Claudia Windt. Auch das Protokoll der letzten Zinssitzung der US-Notenbank galt als Stimmungsdämpfer.

Überraschend starke Einkaufsmanagerdaten schürten neue Inflationssorgen und schmälerten damit die Hoffnung, dass es noch vor den US-Wahlen Anfang November Zinssenkungen geben wird. "Argumente für sinkende Leitzinsen lassen sich derzeit nur schwer bemühen", fuhr Windt vor diesen Hintergründen fort. Der Dax bekam dies zuletzt zu spüren, indem er sich von der 19 000-Punkte-Marke wieder entfernte. Sah es Mitte Mai noch so aus, als wäre der Sprung darüber reine Formsache, ist der Abstand zuletzt wieder etwas größer geworden.

Aus der Seitwärtsspanne zwischen 18 600 und 18 900 Punkten, die der Dax 14 Tage nicht verlassen hatte, folgte am Freitag ein Test nach unten. Wenn auch nicht auf Rot, so ist die Börsenampel laut dem Finanzmarktexperten Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets "zumindest mal auf Gelb zurückgesprungen". Sollte der Dax unter das ehemalige Rekordhoch von 18 568 Punkten fallen, fürchtet er schnell ungemütliche Zeiten mit einer längeren Korrektur. Mit einem Tagestief von 18 515 Punkten sah es am Freitag schon kurz nach einem Test dieser Zone aus.

In den kommenden Tagen wird es also spannend, ob das Börsenmotto "Sell in May and go away" vielleicht doch noch greift, denn bislang ist der Mai mit einem Dax-Anstieg um fast vier Prozent ein sehr starker Monat. Laut dem Chefvolkswirt Carsten Klude von M.M. Warburg aber führen solch "einfache Regeln an der Börse selten zum Erfolg". Er stellte fest, dass der Mai in den letzten 44 Jahren kein schlechter Börsenmonat war. Gemessen am Dax sei die Verlustwahrscheinlichkeit kaum höher als in anderen Monaten.

Den Grund für die jüngste Aktienstärke sieht Klude in positiven Rahmenbedingungen. So habe die jüngste Berichtssaison gezeigt, dass die meisten Unternehmen höhere Gewinne erwirtschaftet haben als erwartet. Außerdem hätten sich die großen US-Technologieunternehmen wieder einmal als wahre Gelddruckmaschinen erwiesen, sagte er mit einem Seitenblick auf Nvidia . Der Chipkonzern konnte die schon sehr hohen Erwartungen noch toppen.

Klarheit über die künftige Inflation und Zinspotenziale könnte laut dem Robomarkets-Experten Molnar noch bis in den Herbst auf sich warten lassen. "Geldpolitisch hat sich zwar durch das Sitzungsprotokoll der Fed nicht wirklich viel geändert, aber es hat eben auch nicht dazu beigetragen, dass die Anleger die Zinswende 2024 fest in ihren Kalendern markieren können", sagte Molnar. Bis dahin werde es auch noch einige Konjunkturdaten geben, die näheren Aufschluss darüber geben.

Die ganz großen Hochkaräter aus den USA lassen diesbezüglich aber auf sich warten. Am Donnerstag dürfte die Revision des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal im Mittelpunkt stehen und am Freitag warten Daten zu den privaten Einkommen und Ausgaben, mit denen ein für die Fed wichtiger Preisindex veröffentlicht wird. Die Dekabank rechnet damit, dass dieser im April ohne Nahrungsmittel und Energie um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat angestiegen ist.

In der Eurozone wird es in der neuen Woche spannender: Am Montag steht das Ifo-Geschäftsklima im Mittelpunkt. Geht es nach dem Helaba-Experten Stefan Mütze, dürfte der Index im Mai zum vierten Mal in Folge steigen und eine Besserung der Konjunktur in Deutschland signalisieren. Aus Sicht von Expertin Windt kommt es im Wochenverlauf in hohem Maße darauf an, dass die Zuversicht keine Risse bekommt durch die Verbraucherpreisdaten aus Deutschland und der Eurozone.

Das Bankhaus Metzler erwartet, dass die Eurozonen-Inflation im Mai bei 2,4 Prozent verharrt und erst später weiter in Richtung der mittelfristigen Zielmarke von zwei Prozent der Europäischen Zentralbank fällt. "Die Gründe dafür sind die Entspannung der Lieferketten, die gefallenen Energiepreise sowie die schwache Konsumnachfrage", erklärte der Chefvolkswirt Edgar Walk vom Asset Management der Privatbank./tih/ag/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

Adler Group will sich mit Übernahme durch die Anleihegläubiger retten

LUXEMBURG - Der angeschlagene Immobilienkonzern Adler Group will das Unternehmen mehrheitlich an die Anleihegläubiger übergeben. Diese sollen künftig 75 Prozent der gesamten Stimmrechte halten, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend mit. Alle derzeit ausstehenden Stammaktien würde nach Durchführung der zugrundeliegenden Transaktion die restlichen 25 Prozent repräsentieren.

US-Behörde weitet Untersuchung bei Robotaxi-Firma Waymo aus

MOUNTAIN VIEW - Die Robotaxi-Firma Waymo gerät stärker ins Blickfeld der US-Verkehrsbehörde. Die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) weitete eine Liste von Zwischenfällen, zu denen sie Fragen an die Google -Schwesterfirma hat, von 22 auf 31 Vorfälle aus. Darunter sind einige Auffahrunfälle sowie Situationen, in denen die Software der fahrerlosen Wagen Verkehrsregeln missachtet hatte, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Schreiben hervorgeht.

US-Gewerkschaft geht gegen Niederlage bei Mercedes vor

WASHINGTON/TUSCALOOSA - Die US-Gewerkschaft UAW will ihre die Niederlage in zwei Mercedes -Werken im Bundesstaat Alabama nicht akzeptieren. Die UAW war nach einem Erfolg unter anderem bei VW mit dem Versuch gescheitert, auch die Mercedes-Beschäftigten unter ihr Dach zu bringen. In einer jüngsten Abstimmung sprach sich die Mehrheit dagegen aus, von der UAW (United Auto Workers) vertreten zu werden. Die Gewerkschaft beantragte nun bei der US-Arbeitsrechtsbehörde NLRB eine Wiederholung der Stimmabgabe.

Kreise: Julius Bär prüft Angebot für EFG

ZÜRICH - Die Julius-Bär-Gruppe prüft Kreisen zufolge eine Übernahme des schweizerischen Konkurrenten EFG International . Julius Bär habe in den letzten Wochen vorläufige Gespräche mit EFG über die Möglichkeit eines Zusammenschlusses geführt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.Julius Bär-Sprecherin Evelyne Brönnimann wollte dazu auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP keinen Kommentar abgeben.

Novartis mit ermutigenden Studienergebnissen zu Atrasentan und Fabhalta

BASEL - Der schweizerische Pharmakonzern Novartis hat mit zwei Studien der klinischen Phase-III zu den Wirkstoffen Atrasentan und Fabhalta vielversprechende Resultate erzielt.

Nasa hofft auf ersten bemannten 'Starliner'-Testflug im Juni

CAPE CANAVERAL - Nach zahlreichen Verschiebungen wegen technischer Probleme hofft die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf einen ersten bemannten Testflug des krisengeplagten Raumschiffs "Starliner" im Juni. Derzeit werde der 1. Juni anvisiert, weitere Startmöglichkeiten gebe es am 2., 5. und 6. Juni, teilten die Nasa und der US-Flugzeugbauer Boeing am Freitag bei einer Pressekonferenz mit.

Messenger ICQ macht nach mehr als 27 Jahren dicht

MOSKAU/SAN FRANCISCO - Für einen der ältesten Chatdienste soll bald nach mehr als 27 Jahren Schluss sein. Der Messenger ICQ werde ab dem 26. Juni nicht mehr funktionieren, teilten die Betreiber am Freitag auf der Website des Dienstes mit. ICQ war 1996 von der israelischen Firma Mirabilis gestartet worden. Der Name spielt auf den Satz "I seek you" ("ich suche dich") an. Der Online-Vorreiter AOL kaufte den Dienst 1998 während des ersten Internet-Booms für mehrere hundert Millionen Dollar.

Özdemir für zügige Ausdehnung von Herkunftskennzeichnungen

BERLIN - Bundesagrarminister Cem Özdemir fordert einen zügigen Ausbau der verbindlichen EU-weiten Herkunftskennzeichnungen für Lebensmittel nach der Europawahl. Leider habe die zuständige EU-Kommissarin ein Versprechen dafür bislang nicht eingelöst, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Angesicht der Europawahl in zwei Wochen ist jetzt nicht mehr damit zu rechnen, da mache ich mir keine Illusionen." Dies dürfe aber nicht in einer Brüsseler Schublade verschwinden. Daher erwarte er von der noch amtierenden Kommission, dass sie der kommenden das Thema ordentlich übergebe, damit die Ausweitung endlich komme.

Lauterbach: WHO-Pandemieabkommen nicht endgültig gescheitert

BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht die internationalen Bemühungen für ein Pandemieabkommen nicht am Ende. Das Abkommen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei nicht endgültig gescheitert, es brauche mehr Zeit, schrieb der SPD-Politiker am Samstag auf der Plattform X. Die Gespräche waren am Freitag nach zwei Jahren vorerst ohne Konsens beendet worden.

Brenner-Zulauf: DB will Lähmung überwinden - Plan auf der Zielgeraden

MÜNCHEN - Die Deutsche Bahn will nach langen politischen Verzögerungen ihre Planung für die deutsche Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel in den Alpen bis Jahresende auf die Zielgerade bringen. Nächster Schritt sei die Weiterleitung der von der DB erarbeiteten Trassenvariante an Bundestag und Bundesverkehrsministerium, sagte Klaus-Dieter Josel, der scheidende Konzernbevollmächtigte der DB in Bayern. "Die Unterlagen bereiten wir bis Ende des Jahres auf. Ziel ist, dass diese im Frühjahr 2025 in den Bundestag eingebracht werden."

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ROUNDUP: Sie lesen im Unternehmens-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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((Aktualisierungen im 3., 5. und 6. Absatz)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Heftige Stürme haben im Süden der USA große Schäden angerichtet - mehr als zehn Menschen starben dabei. Das Extremwetter zog in der Nacht auf Sonntag (Ortszeit) über Texas, Oklahoma und Arkansas hinweg, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. An mehreren Stellen entstanden demnach in allen drei Bundesstaaten auch Tornados. Das gesamte Ausmaß war am Sonntagmittag (Ortszeit) noch unklar. Rettungskräfte und Polizei waren an etlichen Orten im Einsatz, um in den Trümmern nach Vermissten zu suchen und Verletzte zu versorgen.

Große Wohn- und Lastwagen kippten den Berichten zufolge wegen des starken Winds einfach um. Stromleitungen wurden abgerissen, Bäume entwurzelt und Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Lokale Behörden und Privatpersonen teilten in den sozialen Medien Fotos und Videos, auf denen die extreme Zerstörung zu sehen ist.

Mehrere Tote, große Zerstörung

Im nördlichen Texas gab es mindestens sieben Tote und Dutzende Verletzte. Unter anderem zerstörte ein Sturm in Cooke County nahe Dallas zunächst eine Raststätte an einer Schnellstraße und wütete dann in einem Trailerpark, wie mehrere Sender unter Berufung auf den zuständigen Sheriff meldeten. Die Zahl der Opfer könnte nach dessen Einschätzung weiter steigen. Unter den Toten seien zwei Kleinkinder.

Tote, Verletzte und Schäden gab es auch in Texas' Nachbarstaat Oklahoma. Verschiedene Sender berichteten unter Berufung auf zuständige Behörden von mindestens zwei Toten im Nordosten des Bundesstaates. Nach Angaben des Senders NBC News gingen über der Gegend Hagelkörner nieder, die in etwa die Größe eines Tennisballs gehabt haben sollen. In Claremore, einer Kleinstadt mit rund 20 000 Einwohnern, wird es laut dem Sender CNN "für längere Zeit" keinen Strom geben.

Auch in Arkansas, das sowohl an Texas als auch an Oklahoma grenzt, waren am Sonntag nach Angaben des Lokalsenders THV11 mehr als 100 000 Menschen ohne Strom. Verschiedene Medien berichteten von mindestens zwei Todesopfern in dem Bundesstaat, darunter eine 26-jährige Frau. Es war von mehreren Tornados die Rede. Weitere Stromausfälle wurden laut CNN in den Bundesstaaten Missouri, Kentucky und Kansas gemeldet. Hunderttausende Menschen sind demnach betroffen.

Weitere Unwetter erwartet

Für etliche weitere Gebiete wurden am Sonntag neue Unwetterwarnungen ausgesprochen, darunter die Bundesstaaten Tennessee, Kentucky und Indiana. Wegen eines heranziehenden Gewitters verzögerte sich in Indiana der Start des traditionsreichen Autorennens Indianapolis 500, kurz "Indy 500". Die Eröffnungszeremonie wurde Medienberichten zufolge unterbrochen und die Zuschauer dazu aufgefordert, die Tribüne zu verlassen.

Im Laufe des Tages sollten die Stürme nach Angaben des nationalen Wetterdienstes weiter in den mittleren Westen und dann an die Ostküste der USA ziehen. Für den Süden gelten zudem Hitzewarnungen. Die Menschen wurden dazu aufgerufen, sich im Schatten aufzuhalten und genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. So soll das Thermometer etwa in südlichen Teilen von Texas auf rund 47 Grad steigen.

Am Montag ist in den USA ein Feiertag - am Memorial Day wird mit der Eröffnung der Badesaison inoffiziell der Sommer eingeläutet. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner treffen sich zum Schwimmen und Grillen. Mancherorts dürften die Feierlichkeiten wegen des Wetters allerdings ausfallen.

Experten führen die Häufung von Naturkatastrophen in den USA - Stürme, Überflutungen und Waldbrände - auch auf die Folgen des Klimawandels zurück. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Tornados laut US-Wetterdienst vervielfacht. Erst vergangene Woche hatten Stürme im Bundesstaat Iowa mindestens fünf Menschen getötet./gei/DP/he

(Aktualisierung: Schließung der Wahllokale und Wahlbeteiligung (1. und 3. Absatz))

VILNIUS (dpa-AFX) - In Litauen haben die Bürgerinnen und Bürger in einer Stichwahl über ihr künftiges Staatsoberhaupt abgestimmt. Nach der Schließung der Wahllokale um 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) lief in dem baltischen EU- und Nato-Land die Auszählung der Stimmen an. Das Ergebnis wurde in der Nacht zum Montag erwartet.

Als klarer Favorit ging der seit 2019 amtierende Staatschef Gitanas Nauseda in das Duell. Seine Kontrahentin war Regierungschefin Ingrida Simonyte - wie schon bei der vorigen Präsidentenwahl.

Nach Angaben der Wahlkommission gab knapp die Hälfte der rund 2,4 Millionen Berechtigten in dem Land, das an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie Russlands engen Verbündeten Belarus grenzt, ihre Stimme ab. Damit lag die Beteiligung deutlich niedriger als bei der ersten Wahlrunde am 12. Mai. Damals holte Nauseda mit knapp 44 Prozent klar die meisten Stimmen und gewann 57 von 60 Wahlbezirken - aber nicht die absolute Mehrheit. Simonyte kam auf gut 20 Prozent.

Nauseda hat sich als entschlossener Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine einen Namen gemacht. International profilierte er sich zudem als engagierter Vertreter der Interessen seines Heimatlandes, das durch seine Lage an der Nato-Ostflanke in der geopolitischen Konfrontation mit Russland besonders exponiert ist. Deutschland will eine gefechtsbereite Brigade mit bis zu 5000 deutschen Soldaten dauerhaft in dem Land stationieren.

In der Stichwahl erwarteten viele Litauer wie 2019 einen klaren Sieg von Nauseda. Der 60-Jährige selbst zeigte sich im Wahllokal zuversichtlich, wollte aber nicht über sein mögliches Wahlergebnis spekulieren. Seine Chancen in der zweiten Runde schätze er als gut ein, sagte er nach der Stimmabgabe. Auch Simonyte gab sich optimistisch, eine Alternative für die Wähler sein zu können. Im Falle ihres Wahlsiegs werde sie die Ausrichtung des Staates - proeuropäisch, westlich - keinesfalls ändern. Sie wollte sich aber für schnelleren Fortschritt, größere Offenheit und mehr Toleranz einsetzen, sagte die 49-jährige.

In Litauen hat das Staatsoberhaupt vorwiegend repräsentative Aufgaben, im Vergleich zum deutschen Bundespräsidenten aber weitergehende Kompetenzen in der Außen- und Verteidigungspolitik. Bei vielen Fragen sprechen Nauseda und Simonyte dabei mit einer Stimme. Entschieden befürworten beide etwa eine starke Rolle der Nato für die Sicherheit der Region und unterstützen höhere Militärausgaben.

Unterschiede zwischen den beiden konservativen Ökonomen bestehen bei gesellschaftspolitischen Fragen wie dem Recht auf Abtreibung und der Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Dabei vertritt Simonyte in dem katholisch geprägten Litauen eine liberalere Haltung als Nauseda./awe/DP/he

ERFURT (dpa-AFX) - Bei den Thüringer Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen hat die AfD nach Zwischenständen kaum Chancen, Landratsämter und Rathäuser im ersten Anlauf zu erobern. Allerdings zeichnen sich in mehreren Regionen Stichwahlen mit AfD-Beteiligung ab. Damit hat die Partei von Rechtsaußen Björn Höcke im Freistaat noch Chancen auf kommunale Spitzenämter.

Das gilt etwa für die Landkreise Sömmerda und Wartburgkreis, wo die Kandidaten von CDU und AfD nach Auszählung der Hälfte der Stimmbezirke nah beieinander lagen. Ähnlich war die Lage im Landkreis Altenburger Land und Kyffhäuser, wo Stichwahlen der Amtsinhaber gegen AfD-Kandidaten möglich sind. Die Kommunalwahlen gelten als erster Stimmungstest vor allem für die Landtagswahl am 1. September. Stichwahlen sind für den 9. Juni geplant - zeitgleich mit der Europawahl.

Abgestimmt wurde in 13 Landkreisen über die Landräte, von denen die CDU bisher acht stellte. Einige langjährigen CDU-Amtsinhaber, darunter Deutschlands dienstälteste Landräte in den Kreisen Eichsfeld und Greiz, traten nicht mehr an. Im Kreis Sonneberg wurde 2023 der erste AfD-Landrat bundesweit gewählt. Danach scheiterte die Partei, die in Thüringen vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, bei weiteren kommunalen Abstimmungen im Freistaat in den Stichwahlen.

1,74 Millionen Thüringen entschieden am Sonntag auch über die Bürgermeister und Oberbürgermeister in 94 Städten sowie die Kandidaten für 17 Kreistagen und mehr als 600 Stadt- und Gemeinderäten. Wählen konnten auch 16- und 17-Jährige.

Einen Tag vor der Wahl waren bei Demonstrationen für ein weltoffenes Thüringen und gegen Rechtsextremismus thüringenweit viele Menschen auf die Straße gegangen. Allein in Erfurt beteiligten sich am Samstag nach Polizeiangaben bis zu 2000 Menschen an einer Kundgebung. Die Wahlbeteiligung lag bis 16.00 Uhr bei 46,2 Prozent.

In Umfragen zur Landtagswahl liegt die AfD trotz Einbußen derzeit mit 30 Prozent weit vor der CDU mit etwa 20 Prozent und der Linken von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mit 16 Prozent. Thüringen wird seit 2014 von einer rot-rot-grünen Koalition regiert, die seit 2020 aber über keine eigene Mehrheit mehr im Landtag verfügt./rot/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron haben am Sonntag in Berlin den deutsch-französischen Sportsommer eröffnet. Gemeinsam mit Bundesinnenministern Nancy Faeser (SPD) gaben sie in der am Brandenburger Tor zur Fußball-Europameisterschaft eingerichteten Fan-Zone den Startschuss. Dabei präsentierten die beiden Staatsoberhäupter Trikots der jeweils anderen Nationalmannschaft mit ihren aufgedruckten Namen - Macron auf dem Trikot der deutschen Elf, Steinmeier auf den Farben von Les Bleus.

Faeser sprach von einem "wunderbaren Sportsommer, wo wir fast drei Monate lang den Sport, und zwar den Spitzensport, mitten in Europa feiern können". Dabei gehe es auch darum, das Ziel nachhaltiger und menschenrechtskonformer Spiele mit Leben zu füllen.

Anschließend gingen Macron und seine Frau Brigitte begleitet von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) durch das Brandenburger Tor.

Ziel des Sportsommers sind deutsch-französische Begegnungen auf verschiedenen sportlichen Ebenen. Anlass sind dafür sportliche Großereignisse in beiden Ländern in den kommenden Monaten. Vom 14. Juni bis 14. Juli wird in Deutschland die Fußball-Europameisterschaft der Männer ausgetragen. Kurz darauf beginnen am 26. Juli in der französischen Hauptstadt Paris die Olympischen Sommerspiele, gefolgt von den Paralympics, die bis zum 8. September dauern.

Beide Länder unterstützen sich auch in Fragen der Sicherheit bei den sportlichen Großveranstaltungen. So sollen laut Innenministerium jeweils gegenseitig Polizeikräfte bei der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen eingesetzt werden.

Macron begann am Sonntag einen knapp dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland. Es ist der erste Besuch dieser Art eines französischen Präsidenten seit 24 Jahren. Nach Berlin werden Macron und seine Frau Brigitte an diesem Montag nach Dresden weiterreisen. Dort will der französische Präsident am Nachmittag vor der Frauenkirche eine europapolitische Rede halten. Am Dienstag geht es weiter nach Münster, wo Macron der Internationale Preis des Westfälischen Friedens verliehen werden soll. Dabei wird Steinmeier die Laudatio halten. Nach dem Staatsbesuch steht am Dienstagabend in Schloss Meseberg nördlich von Berlin der deutsch-französische Ministerrat auf dem Programm./gro/DP/he

(Aktualisierung: Wadephul (CDU), 2. Absatz; Überschrift angepasst)

BERLIN (dpa-AFX) - Vizekanzler Robert Habeck hat Israels Vorgehen im Gaza-Krieg als Völkerrechtsbruch kritisiert. "Selbstverständlich muss Israel sich an das Völkerrecht halten. Und die Hungersnot, das Leid der palästinensischen Bevölkerung, die Angriffe im Gazastreifen sind - wie wir jetzt auch ja gerichtlich sehen - mit dem Völkerrecht nicht vereinbar", sagte Habeck am Samstag in einem Bürgergespräch beim Demokratiefest in Berlin. "Das heißt, es ist in der Tat so, dass Israel dort Grenzen überschritten hat, und das darf es nicht tun." Gleichzeitig verwies der Grünen-Politiker darauf, dass die Hamas im Gazastreifen den Krieg sofort beenden könnte, wenn sie ihre Waffen niederlegen würde.

CSU-Generalsekretär Martin Huber nannte die Aussagen Habecks "unfassbar und beschämend". Der Wirtschaftsminister gieße "Öl ins Feuer der ohnehin schon antisemitisch aufgeheizten Stimmung in Deutschland." Huber warf Habeck vor, "das Narrativ der Hamas und der Israel-Hasser" zu bedienen. Seine Äußerungen grenzten an Täter-Opfer-Umkehr. "Er reiht sich damit ein in die antiisraelischen Propagandisten des linken Antisemitismus. Dieser darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben". Auch aus der CDU kam deutliche Kritik. Habecks Äußerungen seien "völlig unverständlich und inakzeptabel", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johann Wadephul, der "Welt". Es stelle sich die Frage, ob dies nun Position der Bundesregierung sei.

Habeck hatte "uneingeschränkte Solidarität" versprochen

Habeck hatte Israel knapp eine Woche nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober in einer sehr emotionalen Videobotschaft die "uneingeschränkte Solidarität" Deutschlands zugesichert. "Israel hat alles Recht sich zu verteidigen. Und wir werden es dabei unterstützen, wo immer es unsere Unterstützung braucht", sagte er damals.

Die gesamte Bundesregierung, für die die Sicherheit Israels zur Staatsräson gehört, hatte sich lange Zeit mit Kritik an der Kriegsführung Israels zurückgehalten. Erst nach und nach wurden die Mahnungen an die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutlicher, vor allem was eine mögliche großangelegte Bodenoffensive in der Stadt Rafah angeht, in die Hunderttausende Palästinenser geflüchtet sind. Die Bundesregierung äußerte immer wieder die Erwartung, dass sich Israel an das Völkerrecht hält. Der von Habeck geäußerte Vorwurf des Völkerrechtsbruchs ist aber neu.

Gerichtsverfahren gegen Israel laufen noch

Der Wirtschaftsminister verweist in seiner Äußerung auf Gerichtsverfahren gegen Israel. Bisher hat aber noch kein internationales Gericht Israel wegen Völkerrechtsbruchs verurteilt. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan, hatte am Montag Haftbefehle wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Joav Galant beantragt. Darüber muss das Gericht aber noch entscheiden.

Am Freitag hatte dann der Internationale Gerichtshof Israel verpflichtet, den Militäreinsatz in Rafah sofort zu beenden. In der Eilentscheidung ließen die Richter in dem von Südafrika angestoßenen Verfahren aber die Frage offen, ob Israel einen Völkermord begehe. Diese müsse in einem Hauptverfahren geklärt werden. Israel beruft sich bei seinem Militäreinsatz im Gazastreifen auf sein Selbstverteidigungsrecht.

US-Außenministerium kam zu keinem klaren Ergebnis

Das US-Außenministerium ist vor zwei Wochen in einem Bericht an den Kongress zu keinem klaren Ergebnis gekommen, was mögliche Verstöße der israelischen Streitkräfte gegen humanitäres Völkerrecht mit US-Waffen angeht. Aufgrund der Situation in dem Kriegsgebiet sei es schwierig, einzelne Vorfälle zu bewerten oder abschließende Feststellungen zu treffen, heißt es darin. "Es gibt jedoch genügend gemeldete Vorfälle, die Anlass zu ernsthaften Bedenken geben." Das Außenministerium habe von mehreren glaubwürdigen UN- und Nichtregierungsquellen Berichte über mögliche Menschenrechtsverletzungen durch israelische Streitkräfte erhalten.

Scholz und Habeck bekräftigen Warnung vor Großoffensive in Rafah

Habeck und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bekräftigten am Samstag die Warnungen der Bundesregierung vor einer großangelegten Militäroffensive in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens. "Unsere Aussage ist, dass die Kriegsführung immer so gemacht werden muss, dass sie die Regeln des Völkerrechts beachtet", sagte Scholz bei einem Bürgergespräch in seinem Potsdamer Wahlkreis. "Deswegen sind wir auch immer sehr klar gewesen zu sagen: Eine Offensive in Rafah können wir uns nicht vorstellen ohne furchtbare, unverantwortbare menschliche Verluste."

Habeck wies darauf hin, dass die Bundesregierung immer gesagt habe, "dass Israel diesen Angriff nicht vornehmen darf, jedenfalls nicht so, wie es davor im Gazastreifen umgegangen ist: Bombardements von Flüchtlingslagern und so weiter."/mfi/DP/he

MOSKAU (dpa-AFX) - Russlands früherer Präsident Dmitri Medwedew hat Polen nach Äußerungen von Außenminister Radoslaw Sikorski mit "radioaktiver Asche" gedroht. Der Pole Sikorski hatte mit der britischen Zeitung "The Guardian" darüber gesprochen, wie die USA mutmaßlich auf einen russischen Atomwaffeneinsatz gegen die Ukraine reagieren würden.

"Die Amerikaner haben den Russen gesagt, wenn ihr eine Atombombe zündet, selbst wenn sie niemanden tötet, werden wir alle eure Ziele in der Ukraine mit konventionellen Waffen treffen, wir werden sie alle vernichten", sagte Sikorski dem Blatt. Polen ist einer der stärksten Unterstützer der Ukraine.

Die USA hätten nichts dergleichen gesagt, "weil sie vorsichtiger" seien, schrieb Medwedew im sozialen Netzwerk X. "Wenn Amerikaner unsere Ziele treffen, bedeutet das einen Weltkrieg, und ein Außenminister, selbst eines Landes wie Polen, sollte das verstehen", schrieb der Vizechef des russischen Sicherheitsrats am Sonntag.

Der polnische Präsident Andrzej Duda habe um die Stationierung taktischer Atomwaffen aus den USA in Polen gebeten, behauptete er. "Warschau wird nicht ausgelassen und bekommt mit Sicherheit seinen Teil radioaktiver Asche ab. Ist es das, was ihr wollt?", ergänzte Medwedew. Duda hatte im April gesagt, Polen sei bereit, Atomwaffen der Nato aufzunehmen als Gegengewicht zur Stationierung russischer taktischer Atomwaffen in Belarus.

Medwedew galt zu seiner Zeit als Präsident 2008 bis 2012 als liberale Hoffnung Russlands. Er hat sich seit dem russischen Angriff auf die Ukraine aber zu einem der größten Hardliner entwickelt und verteidigt den Krieg mit hetzerischen Posts in sozialen Netzwerken.

Sikorskis Äußerungen dürften sich auf den Herbst 2022 beziehen. US-Medien haben mehrfach berichtet, dass die Führung in Washington damals den Eindruck hatte, Moskau könnte den Einsatz einer Atombombe in der Ukraine vorbereiten. Es sei dem Kreml übermittelt worden, dass die USA darauf nicht nuklear, aber mit anderen Mitteln kraftvoll reagieren würden, hieß es damals./fko/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat bei seinem Staatsbesuch in Deutschland weitere deutsch-französische Anstrengungen gefordert. "Dieser Staatsbesuch (...) erfolgt zu einem entscheidenden Moment für Europa", sagte Macron mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, Herausforderungen beim Klimaschutz und bei Künstlicher Intelligenz am Sonntag in Berlin. "Wir müssen im Grunde imperialistischem Streben in Europa, einer Rückkehr der Gewalt und der Rechtslosigkeit, und beispiellosen Herausforderungen für unsere Zukunft die Stirn bieten", so Macron. "Dies setzt in gewisser Weise einen deutsch-französischen Schub voraus." Besprechen wolle man das auch beim geplanten gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungsrat.

Macron betonte, Deutschland und Frankreich seien ein "lebendiges, forderndes, ehrgeiziges Paar". Dazu, dass mit ihm nun erstmals seit 24 Jahren ein französischer Präsident zum Staatsbesuch in Deutschland ist, sagte Macron: "Das ist zweifelsohne zu lang, aber es ist eine beispiellose Gelegenheit in einem so ernsten Moment die Kraft unserer Freundschaft zu bekunden, unseren Willen zu bekräftigen, sie zu nähren, zu pflegen und ihr gewissermaßen neue Ziele, neue Perspektiven zu geben." Die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich müsse immer wieder neu erfunden werden./rbo/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Auf dem Demokratiefest in Berlin ist es am Sonntag bei einer Veranstaltung mit Außenministerin Annalena Baerbock zu lautstarken Protesten gekommen. Aus Protest gegen den Umgang der Bundesregierung mit dem Gaza-Krieg störten mehrere Teilnehmer mit lauten Rufen und mit Bannern eine Debatte der Grünen-Politikerin mit Bürgern. Sie warfen der Bundesregierung Korruption und Einseitigkeit vor und forderten Baerbock unter anderem auf, die Waffenlieferungen an Israel sofort zu stoppen. Baerbock versuchte, die Fragen ruhig zu beantworten - sie wurde aber im Zuge der Tumulte und ständiger Zwischenrufe im Saal ebenfalls zwischenzeitlich laut. "Hier wird nicht gedroht", rief sie einem Teilnehmer entgegen. Deutschland arbeite daran, dass sowohl Israel als auch die Palästinenser in Frieden leben könnten, versicherte sie. Sie bat die Teilnehmer, bei den Fakten zu bleiben.

Mindestens acht Teilnehmer mussten den Veranstaltungsort, das Tipi am Kanzleramt, teils unter heftigem Protest verlassen, wie eine dpa-Reporterin beobachtete. In einzelnen Fällen kam es auch zu einem Handgemenge und körperlichen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitspersonal. Zwei Frauen blieben trotz wiederholter Störrufe im Saal. Die Außenministerin versuchte mehrfach, auf die beiden Frauen einzugehen, und bat das Sicherheitspersonal darum, nicht gewaltsam gegen die Demonstranten vorzugehen. Sie unterbrach dafür auch mehrmals die Beantwortung von Fragen. Große Teile des restlichen Publikums reagierten mit Unverständnis und lauten Buhrufen auf den Protest.

Eine der beiden Frauen gab sich später als "antizionistische Jüdin" zu erkennen. Sie traue sich nicht, ihren Protest anderswo vorzutragen, in Deutschland werde sie in ihrer freien Meinungsäußerung zum Gaza-Krieg eingeschränkt, erklärte sie. Mit der Beteiligung Deutschlands werde Gaza "in Schutt und Asche" gelegt.

Baerbock betonte, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe. Sie verwies auf die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, die betont hatte, dass es kein christliches, jüdisches oder muslimisches Blut gebe, "sondern nur menschliches Blut". Dieser Grundsatz leite auch die Bundesregierung im Gaza-Konflikt, sagte Baerbock./faa/DP/he

HANNOVER (dpa-AFX) - Rauch im Cockpit hat in einer Lufthansa -Maschine am Sonntagnachmittag für Aufregung gesorgt: Der Pilot brach den Weg nach Frankfurt ab und landete zur Sicherheit auf dem Flughafen Hannover. Das sagte eine Flughafensprecherin in Hannover. Die 89 Fluggäste und vier Crewmitglieder hätten die Maschine auf normalen Weg verlassen können. Es sei niemand verletzt worden, sagte die Sprecherin. Auch ein Brand sei nicht entdeckt worden. Warum es in der CRJ900 des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier zu einer Rauchentwicklung im Cockpit gekommen sei, sei noch unklar.

Die Maschine war auf dem Weg vom dänischen Billund nach Frankfurt/Main. Die sogenannte Sicherheitslandung wurde von der Flughafenfeuerwehr in Hannover auf dem Rollfeld routinemäßig begleitet. Lufthansa-Techniker hätten nun die Untersuchung der Herkunft des Rauchs aufgenommen, sagte die Flughafensprecherin./sto/DP/he

FRANKFURT/KOPENHAGEN/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien von FMC sind am Freitagnachmittag nach Meldungen zum Medikament Ozempic von Novo Nordisk angesprungen. Zuletzt gewannen FMC an der MDax-Spitze 7,5 Prozent.

Laut einem Bericht im New England Journal of Medicine kann das Diabetes-Mittel Ozempic von Novo Nordisk bei Patienten mit einer von Diabetes ausgelösten Nierenerkrankung das Sterberisiko drastisch reduzieren. Dies bedeutet wiederum für den Dialyseanbieter FMC, dass die Patienten länger auf Dialyse-Behandlungen angewiesen sind und man somit mehr Geld verdient.

Auch die Papiere des FMC-Konkurrenten Davita profitierten von den Nachrichten: Sie legten im vorbörslichen US-Handel um mehr als zwei Prozent zu.

Im Dax gewannen Fresenius 2,8 Prozent. Fresenius hält immer noch etwas mehr als 30 Prozent an FMC. Aktien von Novo Nordisk kamen indes in Kopenhagen um etwas mehr als ein halbes Prozent zurück, nachdem sie erst am Vortag ein Rekordhoch erreicht hatten./ajx/ag/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat Jenoptik nach der Kurserholung von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft. Den fairen Wert der Aktien der Jenaer ließ Analyst Dirk Schlamp in seiner am Freitag vorliegenden Studie unverändert bei 30 Euro und sieht damit kaum noch Kurspotenzial. Auch Spielraum für steigende Ergebnisschätzungen sieht er kaum und hält attraktive Schritte der Portfoliobereinigung aktuell für schwierig./ag/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 24.05.2024 / 08:43 / MESZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 24.05.2024 / 08:49 / MESZ

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Deutsche Bank Research hat Ryanair von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 28 auf 22 Euro gesenkt. Es sei an der Zeit für eine Verschnaufpause, schrieb Analyst Jaime Rowbotham in seiner am Freitag vorliegenden Nachbetrachtung des Quartalsberichts. Denn die Signale aus der Telefonkonferenz sprächen auch für Zurückhaltung der Kunden. Der irische Billigflieger könnte mehr Rabatte einräumen müssen als andere./ag/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 24.05.2024 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / CEST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 24.05.2024 / 07:57 / CEST

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Hauck Aufhäuser Investment Banking hat Gerresheimer von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 115 auf 122 Euro angehoben. Analyst Alexander Galitsa preist in seiner am Freitag vorliegenden Nachbetrachtung der Übernahme von Bormioli nun erste Synergien ein. Einen Verkauf der neuen Sparte Moulded Glass würde er sehr begrüßen, da damit letztlich die Schulden deutlich sinken könnten./ag/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 24.05.2024 / 08:22 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 24.05.2024 / 08:22 / MESZ

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Teamviewer von 19,50 auf 18,00 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Wachstums- und Margenziel des Softwareanbieters hingen vor allem vom späteren Jahresverlauf ab, schrieb Analyst Mohammed Moawalla in einer am Freitag vorliegenden Studie./ag/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 23.05.2024 / 23:10 / BST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Gerresheimer mit einem Kursziel von 125,70 Euro auf "Overweight" belassen. Die Übernahme von Bormioli bringe zunächst einen ordentlichen Gewinnbeitrag zu einem Zeitpunkt, an dem einige Marktteilnehmer eine Gewinnwarnung befürchtet hätten, schrieb Analyst David Adlington am Donnerstagabend in seiner Nachbetrachtung. Die Telefonkonferenz habe dem Management die Gelegenheit gegeben, die Jahresziele zu bekräftigen. Ein Verkauf der neuen Sparte Moulded Glass, in die Bormioli einfließt, könnte laut Adlington rund 1,5 Milliarden Euro einbringen. Damit könnte Gerresheimer die Schulden stark senken./ag/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 23.05.2024 / 19:48 / BST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 24.05.2024 / 00:15 / BST

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dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

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ZÜRICH (dpa-AFX Broker) - Die Schweizer Großbank UBS hat die Aktie des Autobauers Renault von "Sell" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 31 auf 50 Euro angehoben. Analyst David Lesne ist nach dem soliden ersten Quartal zuversichtlicher, dass die Franzosen ihr Margenziel und auch den in diesem Jahr angepeilten Barmittelzufluss erreichen können. Das Überraschungspotenzial darüber hinaus sei jedoch eher begrenzt, schrieb er in seiner am Freitag vorliegenden Studie. Beim Kursziel kehrt Lesne zurück zum Diskontierten Cashflow-Modell (DCF), da nach der Absage des Ampere-Börsengangs Kapitalausschüttungen zunehmend im Fokus stünden./ag/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 23.05.2024 / 14:13 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 24.05.2024 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / GMT

(neu: Schlusskurse, Vergleich zu Apple)

NEW YORK (dpa-AFX) - Dank eines starken ersten Quartals und optimistischen Aussagen zur weiteren Entwicklung haben die Aktien von Nvidia im regulären US-Handel erstmals die Marke von 1000 US-Dollar geknackt. Die Papiere des Schwergewichts im Technologiesektor und Trendsetters in puncto Künstliche Intelligenz (KI) zogen am Donnerstag auf bis zu 1063 Dollar an und gewannen am Ende an der Spitze des Nasdaq 100 gut 9 Prozent auf 1038 Dollar. Der technologielastige Index schloss 0,4 Prozent tiefer, nachdem er im frühen Handel ein Rekordhoch erklommen hatte.

Das Geschäft des Chipkonzerns Nvidia wächst durch den KI-Boom weiter extrem stark. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 26 Milliarden Dollar - ein Zuwachs von 262 Prozent. Und die Nachfrage bleibt sehr hoch: Bei den neuen Chipsystemen des Unternehmens zeichnen sich Engpässe bis ins kommende Jahr hinein ab. Besonders stark wuchs das Geschäft mit IT für Rechenzentren. Mit 22,6 Milliarden Dollar war der Umsatz mehr als fünfmal höher als vor einem Jahr.

"Der Ausblick für das zweite Quartal war sehr gut", stellte Analyst Stacy Rasgon vom Investmenthaus Bernstein Research fest. Und trotz der fulminanten Kursrally sind die Nvidia-Aktien seiner Ansicht nach noch immer recht günstig. Besonders stark dürfte der Chip-Hersteller erneut im Segment Datenzentren als KI-Fabriken abschneiden.

Daneben werden aber auch alle anderen Geschäftseinheiten im Quartalsvergleich wachsen, fuhr Rasgon fort. Der Experte schraubte das Kursziel von 1100 auf 1300 US-Dollar hoch und bestätigte das Votum "Outperform". Damit erwarten die Analysten von Bernstein Research, dass die Kursentwicklung der Aktien in den kommenden zwölf Monaten um mehr als 15 Prozentpunkte über der Entwicklung des breit angelegten S&P-500-Index liegen wird.

Nvidia ist an der Börse aktuell 2,55 Billionen Dollar wert. Allein an diesem Donnerstag wuchs die Marktkapitalisierung um 230 Milliarden Dollar - so viel bringt allein der Chipkonzern Qualcomm insgesamt auf die Waage. Zudem ist Nvidia nunmehr wieder ein Stück weiter an den Computerkonzern Apple herangerückt, der mit 2,87 Billionen Dollar das zweitschwerste börsennotierte Unternehmen der Welt ist. Die Nase vorn hat weiterhin der Softwarekonzern Microsoft mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 3 Billionen Dollar.

Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs von Nvidia mehr als verdoppelt; Analysten kommen mit ihren Kurszielen für die Aktien kaum noch hinterher.

So schraubten etliche Investmentbanken ihre Kursziele erneut nach oben und bekräftigten ihre Kaufempfehlungen. Darunter sind zum Beispiel Bank of America, JPMorgan, UBS, Morgan Stanley und Barclays Bank. Die größten Optimisten sind aktuell die beiden US-Broker Cantor Fitzgerald und Rosenblatt Securities. Ihre Kursziele von jeweils 1400 Dollar räumen den Nvidia-Aktien weitere 34 Prozent Aufwärtspotenzial ein.

Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank aber strich seine Kaufempfehlung für die Anteilscheine von Nvidia. Das Unternehmen habe zwar im abgelaufenen Quartal weiterhin von seiner führenden Position bei Chips für die Künstliche Intelligenz profitiert. Der Experte warnte aber vor der zunehmenden Gefahr, dass finanzkräftige Kunden eigene KI-Chips entwickeln könnten.

Indes werden Nvidia-Kurse von über 1000 Dollar wohl schon bald Vergangenheit sein. Denn mit einem Aktiensplit will das Management die Anteilscheine für Investoren wieder attraktiver machen. Mitte des Jahres soll jeder Aktionär für eine Nvidia-Aktie neun weitere erhalten. Damit würde sich der Aktienkurs zehnteln.

Derweil sorgten die guten Nachrichten von Nvidia auch über die Tech-Welt hinaus für Optimismus. So schrieb Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets, Nvidia habe es erneut geschafft, selbst eine hohe Messlatte noch zu überspringen. Die Zahlen hätten das Feuer für das Trendthema Künstliche Intelligenz erneut entfacht. "Nvidia hat das Potenzial, den Gesamtmarkt zu beflügeln. Chipaktien gelten als frühzyklische Aktien. Wenn es ihnen gut geht, dann folgt oft zeitlich nachgelagert ein Aufschwung in der gesamten Volkswirtschaft", sagte Stanzl./bek/ag/stk/la/jsl/he/

NEW YORK (dpa-AFX) - Negativ aufgenommene Aussagen des Finanzchefs haben am Donnerstag die Aktien von Boeing stark belastet. Die Papiere des angeschlagenen Flugzeugbauers fielen um 4,9 Prozent auf 177,12 US-Dollar und setzten sich damit an das Ende des Dow Jones Industrial . Der US-Leitindex büßte zuletzt 0,7 Prozent ein.

Finanzchef Brian West hatte gesagt, dass Boeing im zweiten Quartal und im gesamten Jahr weiterhin Geld verbrennen werde. Ein Grund dafür seien die Bemühungen, die Produktionsstätten zu sanieren. Zudem sehe sich der Konzern neuen Herausforderung in Form von zusätzlichen Zertifizierungsanforderungen aus China gegenüber. Insofern habe man die Auslieferungen in das Land vorübergehend gestoppt.

Nach dem Kursrutsch am Donnerstag ist das Chartbild nun noch stärker angeschlagen. Die Aktien fielen sowohl unter die 21- als auch die 50-Tage-Durchschnittslinien. Diese beschreiben laut Charttechnikern die kurz- und mittelfristigen Trends. Die 200-Tage-Linie als Maßstab für die langfristige Entwicklung hatten die Papiere bereits im Januar gerissen.

Unter der Nachricht von Boeing litten auch die Papiere einiger Zulieferer. So büßten Spirit Aerosystems 2,5 Prozent und Triumph Group 12 Prozent ein./la/jsl/he

(neu: Kurse im regulären US-Handel, DZ Bank)

NEW YORK (dpa-AFX) - Dank eines starken ersten Quartals und optimistischen Aussagen zur weiteren Entwicklung haben die Aktien von Nvidia im regulären US-Handel erstmals die Marke von 1000 US-Dollar geknackt. Die Papiere des Schwergewichts im Technologiesektor und Trendsetters in puncto Künstliche Intelligenz (KI) zogen am Donnerstag auf bis zu 1047 Dollar an und gewannen zuletzt an der Spitze des Nasdaq 100 fast 10 Prozent auf 1041 Dollar. Der technologielastige Index notiert aktuell ebenfalls auf Rekordniveau und legte zuletzt um 0,6 Prozent zu.

Das Geschäft des Chipkonzerns Nvidia wächst durch den KI-Boom weiter extrem stark. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 26 Milliarden Dollar - ein Zuwachs von 262 Prozent. Und die Nachfrage bleibt sehr hoch: Bei den neuen Chipsystemen des Unternehmens zeichnen sich Engpässe bis ins kommende Jahr hinein ab. Besonders stark wuchs das Geschäft mit IT für Rechenzentren. Mit 22,6 Milliarden Dollar war der Umsatz mehr als fünfmal höher als vor einem Jahr.

"Der Ausblick für das zweite Quartal war sehr gut", stellte Analyst Stacy Rasgon vom Investmenthaus Bernstein Research fest. Und trotz der fulminanten Kursrally sind die Nvidia-Aktien seiner Ansicht nach noch immer recht günstig. Besonders stark dürfte der Chip-Hersteller erneut im Segment Datenzentren als KI-Fabriken abschneiden.

Daneben werden aber auch alle anderen Geschäftseinheiten im Quartalsvergleich wachsen, fuhr Rasgon fort. Der Experte schraubte das Kursziel von 1100 auf 1300 US-Dollar hoch und bestätigte das Votum "Outperform". Damit erwarten die Analysten von Bernstein Research, dass die Kursentwicklung der Aktien in den kommenden zwölf Monaten um mehr als 15 Prozentpunkte über der Entwicklung des breit angelegten S&P-500-Index liegen wird.

Nvidia ist an der Börse aktuell 2,56 Billionen Dollar wert. Allein seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt, Analysten kommen mit ihren Kurszielen für die Aktien kaum noch hinterher.

So schraubten etliche Investmentbanken ihre Kursziele erneut nach oben und bekräftigten ihre Kaufempfehlungen. Darunter sind zum Beispiel Bank of America, JPMorgan, UBS, Morgan Stanley und Barclays Bank. Die größten Optimisten sind aktuell die beiden US-Broker Cantor Fitzgerald und Rosenblatt Securities. Ihre Kursziele von jeweils 1400 Dollar räumen den Nvidia-Aktien weitere 34 Prozent Aufwärtspotenzial ein.

Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank aber strich seine Kaufempfehlung für die Anteilscheine von Nvidia. Das Unternehmen habe zwar im abgelaufenen Quartal weiterhin von seiner führenden Position bei Chips für die Künstliche Intelligenz profitiert. Der Experte warnte aber vor der zunehmenden Gefahr, dass finanzkräftige Kunden eigene KI-Chips entwickeln könnten.

Indes werden Nvidia-Kurse von über 1000 Dollar wohl schon bald Vergangenheit sein. Denn mit einem Aktiensplit will das Management die Anteilscheine für Investoren wieder attraktiver machen. Mitte des Jahres soll jeder Aktionär für eine Nvidia-Aktie neun weitere erhalten. Damit würde sich der Aktienkurs zehnteln.

Derweil sorgten die guten Nachrichten von Nvidia auch über die Tech-Welt hinaus für Optimismus. So schrieb Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets, Nvidia habe es erneut geschafft, selbst eine hohe Messlatte noch zu überspringen. Die Zahlen hätten das Feuer für das Trendthema Künstliche Intelligenz erneut entfacht. "Nvidia hat das Potenzial, den Gesamtmarkt zu beflügeln. Chipaktien gelten als frühzyklische Aktien. Wenn es ihnen gut geht, dann folgt oft zeitlich nachgelagert ein Aufschwung in der gesamten Volkswirtschaft", sagte Stanzl./bek/ag/stk/la/jsl/he

(aktualisierte Fassung)

BERLIN (dpa-AFX) - Zum Auftakt des ersten Staatsbesuchs eines französischen Präsidenten in Deutschland seit 24 Jahren haben Emmanuel Macron und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft für Europa beschworen. Die Zusammenarbeit beider Länder sei "unabdingbar und wichtig", sagte Macron nach seiner Ankunft mit seiner Frau Brigitte in Berlin. Er widersprach dem Eindruck, dass der deutsch-französische Motor ins Stottern geraten sei: "Das stimmt nicht. Wir schreiten voran."

Steinmeier sagte, die deutsch-französische Freundschaft sei "existenziell für unsere Länder, auch für Europa". Es habe zwar immer wieder Kritik an Meinungsverschiedenheiten gegeben. "Aber bis in die letzten Tage hinein gibt es doch genügend Belege dafür, dass wir uns trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte am Ende einigen", sagte der Bundespräsident. "Diese Zeiten fordern das Beste in uns heraus, und das Beste in uns ist das Gemeinsame."

Gemeinsamer Aufruf zur Europawahl

Steinmeier und Macron sicherten der von Russland angegriffenen Ukraine anhaltende Unterstützung zu und riefen gemeinsam auf, Anfang Juni an der Europawahl teilzunehmen. Macron warnte aber auch eindringlich vor der Wahl extrem rechter Parteien. Wenn diese Parteien in den letzten Jahren am Ruder gewesen wären, "dann gäbe es kein Europa mehr".

"Dieser Staatsbesuch (...) erfolgt zu einem entscheidenden Moment für Europa", betonte Macron. "Wir müssen im Grunde imperialistischem Streben in Europa, einer Rückkehr der Gewalt und der Rechtslosigkeit, und beispiellosen Herausforderungen für unsere Zukunft die Stirn bieten". Dies setze "in gewisser Weise einen deutsch-französischen Schub voraus".

Auch Merkel beim Staatsbankett

Zum Auftakt des dreitägigen Besuchs besuchten die beiden am Sonntag zunächst gemeinsam das Demokratiefest im Regierungsviertel zur Feier von 75 Jahren Grundgesetz. Anschließend wurde Macron von Steinmeier vor dem Schloss Bellevue offiziell mit militärischen Ehren empfangen. Am Abend war ein Staatsbankett geplant, zu dem auch die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Kultur erwartet wurden. Auf dem Speiseplan standen Sauerbraten und Beelitzer Spargel.

Am Montag will Macron eine Europa-Rede vor der Frauenkirche in Dresden halten und am Dienstag wird er in Münster mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens geehrt - bevor er auf Schloss Meseberg bei Berlin mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) und mehreren Mitgliedern beider Regierungen zusammenkommt. Dabei soll es um die europäische Verteidigung und die Wettbewerbspolitik gehen.

Im ersten Anlauf hatte es nicht geklappt

Französische Präsidenten kommen zwar recht häufig zu politischen Gesprächen nach Berlin. Den letzten formellen Staatsbesuch hatte aber Präsident Jacques Chirac im Jahr 2000 absolviert. Ein Staatsbesuch dauert anders als ein Arbeitsbesuch immer mehrere Tage und folgt einem festgelegten Protokoll, zu dem beispielsweise ein Staatsbankett und der Besuch an mindestens einem Ort außerhalb der Hauptstadt gehört. So wird Macron mit Sachsen diesmal erstmals als Präsident eins der fünf ostdeutschen Bundesländer neben Berlin besuchen. Im Juli vergangenen Jahres hatte er den Staatsbesuch wegen Unruhen in Frankreich verschoben. Nun findet er in leicht verkürzter Form statt.

Differenzen in wichtigen Fragen

Steinmeier und Macron betonten am ersten Tag des Staatsbesuchs auch ihre guten persönlichen Beziehungen. Auf Regierungsebene läuft es zwischen Berlin und Paris aber derzeit nicht so gut. Bei Schlüsselthemen knirscht es immer wieder zwischen beiden Hauptstädten. Das gilt für die Unterstützung für die Ukraine ebenso wie etwa für die wirtschaftspolitische Ausrichtung gegenüber den Konkurrenten USA und China. Diese Fragen sollen nach dem Staatsbesuch bei einem deutsch-französischen Ministerrat am Dienstagnachmittag in Schloss Meseberg, dem Gästehaus der Bundesregierung, nördlich von Berlin erörtert werden.

So predigt Macron eine größere europäische Autonomie mit eigener Verteidigungsstrategie und einem Schutz der Wirtschaft vor unlauterer Konkurrenz aus China und den USA. Kanzler Scholz hingegen hält an seiner transatlantischen Orientierung und dem wichtigen Handelspartner China fest. Und im Ukraine-Konflikt überraschte Macron Scholz mit seinen Überlegungen zum Entsenden von Bodentruppen, was Scholz kategorisch ablehnt.

Auch eine Lieferung von weitreichenden Taurus-Marschflugkörpern an das von Russland angegriffene Land lehnt Scholz ab. Frankreich hingegen stellt seine Scalp-Raketen schon seit längerer Zeit bereit. Berlin wirft Paris im Gegenzug vor, als zweitgrößte Volkswirtschaft der EU insgesamt viel zu wenig für die Ukraine zu tun.

Europa-Reden ohne Antworten aus Berlin

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz kritisierte, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr seien. Er verlangte unmittelbar vor dem Besuch Macrons ein klares europapolitisches Signal der Bundesregierung. Merz kritisierte, dass Macron aus Berlin zu seinen beiden großen Europa-Reden an der Sorbonne keine Antwort aus Deutschland bekommen habe. "Das ist in Paris zu Recht, und zwar parteiübergreifend, auf große Irritation gestoßen", sagte Merz dem Sender rbb24 Inforadio.

Die erste Rede fiel noch in die Regierungszeit von Angela Merkel (CDU). Macron trat auf einer gemeinsamen Pressekonferenz dem Eindruck entgegen, dass es darauf keine Antwort gegeben habe. Es habe zwar keine formale Antwort gegeben, trotzdem habe er mit Merkel gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht./mfi/sk/DP/he

LEIPZIG (dpa-AFX) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Menschen zwei Wochen vor der Europawahl zur Verteidigung der Grundwerte aufgerufen. "Das friedliche Europa wird wie nie zuvor von Extremisten herausgefordert. Die wollen es spalten, und das werden wir nicht zulassen", sagte von der Leyen am Sonntag bei einer Kundgebung der CDU zur Europa- und Kommunalwahl in Leipzig. Die Europäische Union sei die Hüterin von Freiheit und Menschenrechte und ein Garant für Sicherheit und Frieden, sagte von der Leyen, die Spitzenkandidatin der konservativen EVP ist.

Die Unternehmen in Europa bräuchten faire Wettbewerbsbedingen mit weniger Bürokratie. Es gelte, die Natur für die kommenden Generationen zu erhalten und vor allem, der illegalen Migration Einheit zu gebieten. "Wir entscheiden, wer zu uns nach Europa kommt, nicht Schlepper und Schleuser", sagte die amtierende EU-Kommissionspräsidentin vor mehreren Hundert Menschen an der Nikolaikirche in der Messestadt.

Der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz hatte zuvor bei der Kundgebung betont, dass die EU von Links- und Rechtsextremen bedroht werde. "Sie wollen einen anderen Staat und die EU abschaffen." Für den Erhalt müsse gekämpft werden - es gelte, Prioritäten zu setzen. Dafür müsse Deutschland ein Industrieland bleiben. Die Fleißigen im Land müssten entlastet werden.

Schätzungsweise eine Handvoll Menschen störten die Veranstaltung mit Zwischenrufen. Merz sagte zu ihnen: "Millionen Menschen beneiden uns um die Europäische Union, und diesen Frieden und Wohlstand werden wir verteidigen." Dafür werde man sich auch nicht von vereinzelten Schreihälsen einschüchtern lassen. "Ihr seid nur eine winzig kleine Minderheit in Deutschland, und das werdet Ihr auch bleiben." In Deutschland werden die Stimmen zur Europawahl am 9. Juni abgegeben./jan/DP/he

SEOUL (dpa-AFX) - Die beiden ostasiatischen Wirtschaftsmächte Südkorea und China wollen ihre Kommunikation in Sicherheitsfragen verbessern. Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol und der chinesische Premier Li Qiang hätten sich bei einem Treffen am Sonntag in Seoul darauf geeinigt, einen neuen Dialog in den Bereichen Diplomatie und Sicherheit aufzunehmen, teilte Yoons Büro mit. Beide Länder sollten ihre gemeinsamen Interessen fördern, aber auch mit Blick auf regionale und globale Herausforderungen zusammenarbeiten, sagte Yoon laut südkoreanischen Medien unter Hinweis auf den Krieg in der Ukraine und des Kriegs im Gazastreifen.

Der Sicherheitsdialog soll den Angaben zufolge unter Einbeziehung der Außen- und Verteidigungsministerien Mitte Juni starten. Auch vereinbarten beide Seiten, die Verhandlungen über eine Erweiterung des bestehenden Freihandelsabkommens zwischen China und Südkorea wiederaufzunehmen. Ferner soll unter anderem ein gemeinsamer Kooperationsausschuss für Investitionen, der seit 2011 ruht, wiederbelebt werden. Li war erstmals seit seiner Amtsübernahme im März des vergangenen Jahres in Südkorea.

Die Vereinbarungen trafen Yoon und Li vor ihrem für Montag geplanten Dreier-Gipfeltreffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida. Japans Premier reiste dazu aus Tokio an und führte ebenfalls zunächst Einzelgespräche mit Yoon und Li. Das letzte der bisher acht Spitzentreffen im Dreier-Format findet zum ersten Mal seit viereinhalb Jahren statt. Die Corona-Pandemie und bilaterale Differenzen hatten eine Fortsetzung verhindert.

Wie südkoreanische Medien berichteten, rief Yoon im Gespräch mit Li dazu auf, China solle als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats eine "Rolle als Bastion des Friedens" spielen. Auch habe er China gebeten, sich angesichts der Bedrohungen durch das Atomwaffenprogramm Nordkoreas sowie der Militärkooperation Pjöngjangs mit Russland stärker einzubringen. Die Berichte wurden zunächst nicht von Yoons Büro bestätigt. Die Waffenprogramme des weithin isolierten Nordkorea werden von USA und ihren Verbündeten Südkorea und Japan als direkte Bedrohung wahrgenommen.

Bei ihrem Treffen einigten sich Yoon und Japans Regierungschef Kishida darauf, mit Blick auf Nordkorea die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit den USA weiter zu stärken. Das Thema Nordkorea stand zwar nicht auf der offiziellen Agenda des Dreier-Treffens. Doch wurde in Südkorea erwartet, dass es dort zur Sprache kommen wird.

Der Gipfel findet auch vor dem Hintergrund der wachsenden strategischen Rivalität zwischen China und den USA statt. Einerseits sind Südkorea und Japan mit ihrem Nachbarland China wirtschaftlich durch enge Handelsbeziehungen und einer langen Geschichte des Austauschs verbunden. Allerdings teilen sie mit Washington auch die Besorgnis über das zunehmende Machtstreben Pekings. China wiederum stört sich an der engen militärischen Kooperation der beiden Nachbarn mit den USA.

Ziel des Gipfeltreffens in Seoul ist es, die trilaterale Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen einschließlich der Wirtschaft und des Handels zu verbessern. Auch soll es laut Angaben des südkoreanischen Gastgebers um gemeinsame Maßnahmen gegen den Klimawandel, eine bessere Zusammenarbeit im Katastrophenmanagement, in Wissenschaft und Technologie sowie im Gesundheitswesen gehen./dg/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Die "Abschaffung der Armut", höhere Steuern für Reiche, mehr Klimaschutz: Zwei Wochen vor der Europawahl hat die Linke beschrieben, was sie konkret erreichen will. Dazu gehören auch: verbilligte Tickets für Busse und Bahnen; Verbote für schwere Geländewagen, Privatjets und Großjachten; die Nutzung von EU-Recht für einen höheren Mindestlohn und mehr Tarifbindung in Deutschland. Ihren Sechs-Punkte-Plan präsentierten die Vorsitzenden Martin Schirdewan und Janine Wissler am Sonntag vor einem Europakonvent in Berlin.

Es stehe eine Richtungswahl bevor, sagte Schirdewan. Andere Parteien stünden für eine "brutale Kürzungspolitik", "unmenschliche Entscheidungen" im Asylrecht und verzögerten Klimaschutz. Nötig sei ein Politikwechsel hin zu sozialer Sicherheit und guter Arbeit, meinte der Parteichef, der auch Europa-Spitzenkandidat ist. "Das ist die Antwort auf die Gefahr von rechts."

Die Linke plädiert unter anderem für eine EU-weite Steuer auf "Übergewinne" großer Konzerne und eine "Mindest-Vermögensteuer" in allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Ziel ist Umverteilung im großen Stil: Die Vermögensteuer könnte nach Schirdewans Worten geschätzt 285 Milliarden Euro pro Jahr einbringen. Etwa 135 Milliarden Euro wären nach seinen Zahlen nötig, um die Armut in Europa zu beseitigen. "Die Abschaffung von Armut ist machbar. Und sie ist unser erstes, zentrales Ziel auch für die kommenden Jahre." Nach seinen Worten sind 100 Millionen Europäer arm oder von Armut bedroht.

Darüber hinaus will die Linke mittels EU-Recht eine "Pflicht für Investitionen" durchsetzen, wie Wissler sagte. Der Ausbau der Schiene über europäische Grenzen hinweg soll es möglich machen, preiswert mit Zügen und ohne Kurzstreckenflüge zu verreisen. Die Vision laute "Züge aller Länder vereinigt euch", meinte Wissler. Sie forderte zudem einen europäischen Transformationsfonds, um die Klimawende zu beschleunigen und gerecht zu gestalten. Schon 2040 statt 2050 soll die EU nach dem Willen der Linken klimaneutral wirtschaften, also keine zusätzlichen Treibhausgase in die Atmosphäre blasen.

In den kommenden zwei Wochen werde die Partei um jede Stimme kämpfen, sagte Wissler. Bei der Europawahl 2019 erreichte die Linke 5,5 Prozent der Stimmen und fünf Mandate. Derzeit liegt sie in bundesweiten Umfragen meist unter diesem Wert. Da für diese Europawahl keine Sperrklausel gilt, dürfte sie aber in jedem Fall mit einigen Abgeordneten ins Parlament einziehen./vsr/DP/he

STRESA (dpa-AFX) - Im Ringen um weitere Finanzierungsmöglichkeiten für die von Russland angegriffene Ukraine sieht Finanzminister Christian Lindner noch viel Arbeit vor den großen demokratischen Industriestaaten. "Die Risiken für die Steuerzahler müssen minimiert, müssen ausgeschlossen werden", sagte der FDP-Politiker am Samstag nach einem Treffen der G7-Finanzminister in Norditalien. In den kommenden Wochen seien über die Details intensive Gespräche nötig. Ziel ist dem Vernehmen nach eine Verständigung beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der G7 Mitte Juni in Apulien.

Die großen westlichen Industriestaaten wollen Erträge aus den bei ihnen eingefrorenen Milliarden der russischen Zentralbank zugunsten der Ukraine nutzen. Wie das geschehen soll, ist jedoch umstritten. Die USA hatten zuletzt vorgeschlagen, die G7 könnten der Ukraine einen großen Kredit geben, der durch die Zinserträge aus den eingefrorenen russischen Zentralbankgelder abgesichert würde. Dieser Kredit könnte ein Volumen von rund 50 Milliarden Dollar haben.

Die EU-Staaten haben sich dazu bisher zurückhaltend positioniert - unter anderem, weil beim US-Vorschlag auch künftige Zinserträge eingeplant wären, die je nach Zinsentwicklung und Entwicklung des Ukraine-Kriegs gar nicht sicher zur Verfügung stehen. Die EU selbst hat beschlossen, 90 Prozent der bereits angefallenen, nutzbaren Zinserträge in den EU-Fonds für die Finanzierung militärischer Ausrüstung und Ausbildung zu leiten. Mit den restlichen zehn Prozent soll unter anderem der Wiederaufbau von zerstörter Infrastruktur in der Ukraine finanziert werden. Bis 2027 wird mit Einnahmen von 15 bis 20 Milliarden Euro gerechnet.

Lindner betonte: "Wir sind bereit, auch weitere und smarte, unternehmerische Wege bei der Finanzierung zu gehen. Da ist allerdings jetzt noch viel Arbeit zu leisten." Über Details könne aktuell noch nichts gesagt werden./tam/DP/he

DOVER (dpa-AFX) - Mehr als 10 000 Menschen haben in diesem Jahr schon in kleinen Booten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien überquert. Das meldete die britische Nachrichtenagentur PA am Samstag unter Berufung auf Zahlen des Innenministeriums in London. Das Jahr 2024 ist damit auf Kurs, ein Rekordjahr im Hinblick auf die gefährlichen Überfahrten zu werden. Im Vorjahreszeitraum waren es knapp 7300. Im bisherigen Rekordjahr 2022 überquerten in den ersten fünf Monaten mehr als 9300 Menschen die Meeresenge zwischen Frankreich und England.

Für die Regierung von Premierminister Rishi Sunak kommen die steigenden Zahlen zur Unzeit. Er hatte das Thema der irregulären Migration am Ärmelkanal zum Wahlkampfthema für die am 4. Juli angesetzte Parlamentswahl gemacht und versprochen, "die Boote zu stoppen". Um Menschen von der Überfahrt abzuschrecken, verabschiedete die konservative Regierungsmehrheit erst kürzlich ein Gesetz im Parlament, das Abschiebungen irregulärer Einwanderer unabhängig von ihrer Herkunft nach Ruanda ermöglichen soll.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte, der Asylpakt mit Ruanda erweise sich angesichts der jüngsten Migrationszahlen nicht nur als rechtswidrig und unmoralisch, sondern auch als wirkungslos. Sie fordert stattdessen, eine legale Einreise für Asylbewerber nach Großbritannien zu ermöglichen, wie PA meldete./cmy/DP/he

POTSDAM (dpa-AFX) - Der Bürokratieabbau für die Wirtschaft kommt aus Sicht von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) so gut voran wie lange nicht. "So viel Bürokratieabbau wie in den letzten zwei Jahren war noch nie - und zwar mit riesigem Abstand", sagte Scholz am Samstag bei einem Bürger-Gespräch in seinem Wahlkreis in Potsdam. Er nannte Beschleunigungsmaßnahmen beispielsweise für neue Eisenbahnlinien und Autobahntrassen sowie eine Vereinfachung im Baurecht, die nun erreicht werde. Die Genehmigung einer Windkraftanlage dauere viel zu lange, sagte Scholz. "Wenn jeder Funkmast zwei bis vier Jahre dauert, ist das bekloppt."

Der Kanzler verwies auf die Reform des Bundesimmissionsschutzgesetzes, die in der kommenden Woche beschlossen werden soll. Es gehe darum, dass "Anlagengenehmigungen in riesiger Menge" schneller gingen. Mit dem neuen Gesetz sollen Windräder und industrielle Anlagen künftig schneller gebaut werden können - unter anderem durch mehr Digitalisierung und den Abbau bürokratischer Hürden.

Im Bürger-Gespräch angesprochen auf den Umgang mit der Wirtschaft, sagte Scholz: "Ich bin der wirtschaftsfreundlichste Bundeskanzler seit Ewigkeiten." Im Gegensatz zu vielen Anderen interessiere er sich auch für Wirtschaft. Deutschland habe jetzt zu kämpfen mit dem schwächelnden Welthandel. "Wir müssen das Risiko eben auch ertragen", dass es im Weltgeschehen mit der Konjunktur auf und ab gehe, sagte der Kanzler. Zudem gehe die Bundesregierung die Arbeitskräfte-Sicherung an, kümmere sich um den Bürokratieabbau und bringe etwa die Elektromobilität im Klimawandel voran. "Wir müssen es schaffen, dass wir Industrieland sind - aber ohne C02-Emissionen 2045. Unsere Unternehmen können das und (...) überwiegend wissen sie, wie das geht."

Zwischen den Spitzenverbänden der Wirtschaft und Kanzler Scholz gibt es Misstöne. Der Kanzler warf der Wirtschaft vor, die Lage schlecht zu reden - er verweist auf eine sinkende Inflation, sinkende Energiekosten, eine hohe Beschäftigung sowie Fortschritte zum Beispiel beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Unternehmen in Deutschland erwarten keine baldige kräftige Erholung der Wirtschaft.

Scholz sprach in lockerer Atmosphäre mehr als eineinhalb Stunden lang mit rund 100 Bürgerinnen und Bürgern in Potsdam, die Fragen an ihn stellten. Viele von ihnen ließen am Ende Fotos mit dem Kanzler machen, der selber in der brandenburgischen Landeshauptstadt wohnt./mow/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Im Zeichen von Dissonanzen zwischen Berlin und Paris beginnt Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron an diesem Sonntag einen knapp dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland. Es ist der erste Besuch dieser Art eines französischen Präsidenten seit 24 Jahren. Macron wird am frühen Nachmittag in Berlin eintreffen und dann zunächst mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Demokratiefest im Regierungsviertel zur Feier von 75 Jahren Grundgesetz besuchen. Daran schließen sich die Begrüßung mit militärischen Ehren, politische Gespräche, eine Pressekonferenz, ein Gang durchs Brandenburger Tor und am Abend ein Staatsbankett im Schloss Bellevue an. Macron wird von seiner Frau Brigitte begleitet.

Einzigartige deutsch-französische Freundschaft

Der Besuch soll aus Sicht von Gastgeber Steinmeier die Einzigartigkeit der deutsch-französischen Freundschaft herausstellen und feiern. Außerdem wollen er und Macron den Besuch nutzen, um die Menschen in Deutschland zu ermuntern, in zwei Wochen bei der Europawahl wählen zu gehen. Dahinter steckt nicht zuletzt die Sorge, dass eine niedrige Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß rechten Parteien in die Hände spielt. Bei der Europawahl 2019 lag die Beteiligung in Deutschland bei 61,4 Prozent.

Um die Einzigartigkeit der deutsch-französischen Beziehungen herauszustreichen, habe Steinmeier Macron auch als einzigen ausländischen Gast zu den Feiern zum 75-jährigen Bestehen des Grundgesetzes eingeladen, heißt es im Bundespräsidialamt. "Wir wollen symbolisch das Zeichen senden, dass diese deutsch-französische Freundschaft wirklich tief ins Herz Deutschlands und des politischen Selbstverständnisses dieser Republik gehört", wird in Steinmeiers Umgebung betont.

Differenzen in wichtigen Fragen

So gut die beiden Staatsoberhäupter miteinander können - auf Regierungsebene gelten die Beziehungen zwischen Berlin und Paris gerade als etwas schwierig. Bei Schlüsselthemen knirscht es immer wieder zwischen beiden Hauptstädten. Das gilt für die Frage der richtigen Unterstützung für die Ukraine ebenso wie etwa für die Frage der wirtschaftspolitischen Ausrichtung gegenüber den Konkurrenten USA und China. Diese Fragen sollen nach dem Staatsbesuch bei einem deutsch-französischen Ministerrat am Dienstagnachmittag in Schloss Meseberg, dem Gästehaus der Bundesregierung, nördlich von Berlin erörtert werden.

So predigt Macron eine größere europäische Autonomie mit eigener Verteidigungsstrategie und einem Schutz der Wirtschaft vor unlauterer Konkurrenz aus China und den USA. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hingegen hält an seiner transatlantischen Orientierung und dem wichtigen Handelspartner China fest. Und im Ukraine-Konflikt überraschte Macron Scholz mit seinen Überlegungen zum Entsenden von Bodentruppen, was Scholz kategorisch ablehnt.

Auch eine Lieferung von weitreichenden Taurus-Marschflugkörpern an das von Russland angegriffene Land lehnt Scholz ab. Frankreich hingegen stellt seine Scalp-Raketen schon seit längerer Zeit bereit. Berlin wirft Paris im Gegenzug vor, als zweitgrößte Volkswirtschaft der EU insgesamt viel zu wenig für die Ukraine zu tun.

Europa-Reden ohne Antworten aus Berlin

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz kritisiert, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr seien. Er verlangte unmittelbar vor dem Besuch Macrons ein klares europapolitisches Signal der Bundesregierung. Merz kritisierte, dass Macron aus Berlin bei seinen beiden großen Europa-Reden an der Pariser Sorbonne-Universität keine Antwort aus Deutschland bekommen habe. "Das ist in Paris zu Recht und zwar parteiübergreifend auf große Irritation gestoßen", sagte Merz soeben dem Sender rbb24 Inforadio. Die erste Rede fiel noch in die Regierungszeit von Angela Merkel (CDU).

In seiner zweiten Rede im vergangenen April warnte Macron, es gebe ein großes Risiko, dass Europa im nächsten Jahrzehnt "geschwächt oder sogar deklassiert" werde. Er forderte eine europäische Verteidigungsstrategie mit einer gemeinsamen Rüstungsindustrie und eine über Fonds der EU finanzierte beschleunigte Aufrüstung, um der Bedrohung Russlands gewachsen zu sein. Scholz kommentierte die Rede auf der Plattform X mit den Worten, gemeinsames Ziel Frankreichs und Deutschlands sei es, "dass Europa stark bleibt". Er fügte an Macron gewandt hinzu: "Deine Rede enthält gute Impulse, wie uns das gelingen kann."

Dresden und Münster als weitere Stationen

Um Europa wird es auch an Macrons zweitem Besuchstag gehen. Er und seine Frau werden zusammen mit ihren Gastgebern nach Dresden weiterreisen. Dort will der französische Präsident am Nachmittag vor der Frauenkirche eine weitere europapolitische Rede halten. Es wird spekuliert, dass Macron hier, unweit der Grenze zu Tschechien, die Gelegenheit nutzen könnte, um den Blick auf die osteuropäischen Partner zu richten. Unter ihnen ist die Sorge groß, dass sie die nächsten Opfer der Expansionspolitik von Kreml-Chef Wladimir Putin werden könnten. Am Dienstag geht es weiter nach Münster, wo Macron der Internationale Preis des Westfälischen Friedens verliehen werden soll. Dabei wird Steinmeier die Laudatio halten./sk/DP/he

SEOUL (dpa-AFX) - Einen Tag vor ihrem gemeinsamen Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeoul sind die Ministerpräsidenten Japans und Chinas, Fumio Kishida und Li Qiang, in Seoul eingetroffen. Am Sonntag traf sich Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol zunächst mit Li, wie südkoreanische Sender berichteten. Auch war ein Treffen Yoons mit Kishida geplant. Bei den Einzelgesprächen sollte es neben den bilateralen Beziehungen um die Vorbereitung des ersten Gipfels zwischen den drei ostasiatischen Wirtschaftsmächten seit viereinhalb Jahren am Montag gehen. Nach Berichten japanischer Medien war auch ein erstmaliges Treffen Kishidas mit dem neuen chinesischen Regierungschef vorgesehen, der seit März 2023 im Amt ist.

Die Situation in der Region und darüber hinaus habe sich in den Jahren seit dem bisher letzten Dreier-Treffen Ende 2019 dramatisch verändert, sagte Kishida der Zeitung "The Japan Times" zufolge vor seinem Abflug nach Seoul. In diesem Kontext sei es bedeutungsvoll, dass Staats- und Regierungschefs der drei Länder, die eine große Verantwortung für den regionalen Frieden hätten, zusammenkämen, "um über die Richtung der Zusammenarbeit" zu sprechen.

Ziel des Gipfeltreffens ist es, die trilaterale Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen einschließlich der Wirtschaft und des Handels zu verbessern. Auch soll es laut Angaben des südkoreanischen Gastgebers um Maßnahmen gegen den Klimawandel gehen. Einen solchen Dreier-Gipfel sollte es ursprünglich einmal jedes Jahr geben. Infolge der Corona-Pandemie wie auch aufgrund verschlechterter Beziehungen zwischen Südkorea und Japan kam jahrelang kein Treffen dieser Art mehr zustande. Beide Länder, die enge Verbündete der USA sind, näherten sich in den vergangenen Monaten wieder an.

Einerseits sind sie mit China durch enge Handelsbeziehungen und einer langen Geschichte des Austauschs verbunden. Allerdings teilen sie mit Washington auch die Besorgnis wegen des zunehmenden Machtstrebens Pekings. Mit den USA vereinbarten sie im vergangenen Jahr eine stärkere Verteidigungskooperation, die auch ein Signal an China sein sollte./dg/DP/he

LONDON (dpa-AFX) - Die konservative Regierung in Großbritannien will im Fall eines Wahlsiegs bei der anstehenden Parlamentswahl einen nationalen Pflichtdienst für 18-Jährige einführen. Junge Erwachsene sollen sich demnach künftig zwischen einem einjährigen bezahlten Militärdienst und unbezahlten Wochenendeinsätzen für Institutionen wie Polizei, Feuerwehr oder des Gesundheitssystems entscheiden.

"Es geht darum, mit sozialer Fragmentierung umzugehen. Zu viele junge Menschen leben in einer Blase innerhalb ihrer Gemeinschaften", sagte der britische Innenminister James Cleverly am Samstag in einem Interview des Senders Sky News.

Kommentatoren mutmaßten, die Konservativen von Premierminister Rishi Sunak zielten mit der Ankündigung auf Wähler am rechten Rand des politischen Spektrums ab. Am 4. Juli wird in Großbritannien gewählt. Die rechtspopulistische Partei Reform UK liegt in Umfragen inzwischen an dritter Stelle hinter der oppositionellen Labour-Partei und den konservativen Tories.

Ein Labour-Sprecher kritisierte den Vorstoß als unbeholfenen Versuch, durch Einsparungen beim Militär entstandene Löcher aus den vergangenen Jahren zu stopfen.

Auch in Deutschland kommt immer wieder die Debatte einer sozialen Pflichtzeit auf. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt sich dafür ein. In den Regierungsparteien ist die Meinung dazu jedoch gespalten./cmy/DP/he

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