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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben am Freitag an ihre Vortagesgewinne angeknüpft. Der von der amerikanischen Notenbank viel beachtete US-Arbeitsmarktbericht hatte nur kurz die zuletzt aufgekeimte Hoffnung gedämpft, dass in puncto Geldpolitik bald wieder Lockerungen wahrscheinlich werden. Der EuroStoxx 50 legte um 0,40 Prozent auf 4257,98 Punkte zu. Auf Wochensicht ergibt dies ein Plus von 1,91 Prozent.

Der französische Cac 40 gewann am Freitag 0,94 Prozent auf 7233,94 Punkte. Der britische FTSE 100 zog um 1,04 Prozent auf 7801,80 Punkte an, nachdem er zwischenzeitlich ein Rekordhoch erreicht hatte. Der US-Arbeitsmarkt hatte sich zu Jahresbeginn von seiner besten Seite gezeigt. Die Beschäftigung wuchs im Januar viel stärker als erwartet, die Arbeitslosigkeit fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als einem halben Jahrhundert. Die Löhne steigen unterdessen weiter an, allerdings mit abnehmender Tendenz.

"Ein solch robuster Arbeitsmarkt könnte auf den ersten Blick die US-Notenbank Fed auf den Plan rufen, ihr gerade gedrosseltes Tempo im laufenden Zinserhöhungszyklus wieder zu beschleunigen", schrieb Marktanalyst Konstantin Oldenburger vom Handelshaus CMC Markets und fuhr fort: "Wäre da nicht das Lohnwachstum, auf das die Notenbank besonderes Augenmerk legt und das weitgehend den Erwartungen entsprach." Eine sich in Gang setzende Lohn-Preis-Spirale sei trotz der angespannten Situation auf dem Jobmarkt nicht erkennbar. Mit dieser Erkenntnis habe sich die Börse nur kurz geschüttelt, um dann die Rally wieder aufzunehmen.

Zusätzlichen Schub erhielten die Aktienmärkte durch robuste Konjunkturdaten aus den USA. Die Stimmung im dortigen Dienstleistungssektor hatte sich im Januar überraschend deutlich aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management liegt wieder über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Er signalisiert damit einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität im Dienstleistungssektor. Besonders deutlich stieg der Unterindikator für neue Aufträge. Aber auch der Beschäftigungsindex legte etwas zu. Lediglich der Indikator für bezahlte Preise gab etwas nach - bleibt aber auf hohem Niveau.

"Dies deutet darauf hin, dass die konjunkturelle Entwicklung zwar insgesamt nicht dynamisch ausfällt, die mögliche Rezession aber eher mild verläuft und sich vor allem deutlicher im Verarbeitenden Gewerbe niederzuschlagen scheint", kommentierte Ralf Umlauf, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen.

In Europa sorgte derweil vor allem ein Nebenwert für Gesprächsstoff: Die Aktien von Zur Rose , bekannt als Mutter der Online-Apotheke DocMorris, schnellten in Zürich um gut 30 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen will das Geschäft in der Schweiz an die Handelskette Migros verkaufen, um sich auf das Wachstum in Deutschland zu konzentrieren. Der Schritt sei so etwas wie ein "Befreiungsschlag" für die Online-Apotheke, hieß es am Markt. Zur Rose stärke damit die Kapitalstruktur, fokussiere sich mehr und die Erlöse aus der Transaktion machten das Unternehmen so gut wie schuldenfrei, betonte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank.

Ansonsten fielen die Papiere von Sanofi im EuroStoxx um knapp zwei Prozent. Der Pharmakonzern hatte zwar dank seines Kassenschlagers Dupixent im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Im Schlussquartal 2022 jedoch brach das wichtige Impfgeschäft überraschend stark ein. Das neue Jahr droht, noch ungemütlicher zu werden: Neben Konkurrenz durch Nachahmerprodukte kommen hohe Vermarktungskosten für den Anlauf neuer Arzneien auf die Franzosen zu. Der Vorstand richtet sich daher auf weniger Ergebniswachstum ein.

Die Anteilsscheine von Santander stiegen um knapp zwei Prozent und setzten damit ihren jüngsten Erholungskurs fort. Sie profitierten von positiven Analystenkommentaren nach den am Vortag bekannt gewordenen Geschäftszahlen. Die weltweit steigenden Zinsen hatten der spanischen Bank im vergangenen Jahr Auftrieb verliehen./la/zb

LONDON (dpa-AFX) - Auch dank eines schwachen Pfunds ist der Londoner Aktienindex FTSE 100 auf den höchsten Stand seiner Geschichte gestiegen. Der FTSE 100 legte am Freitag auf seinen Rekordwert von 7906,58 Punkten zu und schloss letztlich bei 7901,8 Punkten so hoch wie nie zuvor. Damit wurde der bisherige Höchstwert vom 22. Mai 2018 überboten. Das Plus zum Vortag betrug gut ein Prozent.

"Der FTSE 100 ist ein nach außen gerichteter Index, der dank bestimmter Branchen, die von steigenden Energiepreisen und Zinssätzen profitiert haben, Gewinne erzielt hat", sagte Victoria Scholar vom Anlagedienst Interactive Investor der Nachrichtenagentur PA. Damit habe er den FTSE 250 deutlich übertrumpft, der stärker von der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit in Großbritannien betroffen war.

Zudem gab das Pfund nach starken US-Arbeitsmarktdaten zum US-Dollar sowie zum Euro deutlich nach. Da im FTSE 100 viele Unternehmen mit wichtigem Exportgeschäft versammelt sind, profitiert der Index von einem schwächeren Pfund: Die Waren werden für ausländische Kunden günstiger. Experten machten auch eine sinkende Inflation für das Plus verantwortlich und schließen einen weiteren Anstieg nicht aus.

Die Bank of England hatte jüngst ihren Leitzins erneut auf 4 Prozent angehoben. Zentralbankchef Andrew Bailey deutete aber an, dass sich der Zinssatz einen Höchststand erreicht hat - auch das trieb die Kurse an der Börse an./bvi/DP/zb

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben am Freitag an ihre Vortagesgewinne angeknüpft. Der von der amerikanischen Notenbank viel beachtete US-Arbeitsmarktbericht hatte nur kurz die zuletzt aufgekeimte Hoffnung gedämpft, dass in puncto Geldpolitik bald wieder Lockerungen wahrscheinlich werden. Der EuroStoxx 50 legte um 0,40 Prozent auf 4257,98 Punkte zu. Auf Wochensicht ergibt dies ein Plus von 1,91 Prozent.

Der französische Cac 40 gewann am Freitag 0,94 Prozent auf 7233,94 Punkte. Der britische FTSE 100 zog um 1,04 Prozent auf 7801,80 Punkte an, nachdem er zwischenzeitlich ein Rekordhoch erreicht hatte. Der US-Arbeitsmarkt hatte sich zu Jahresbeginn von seiner besten Seite gezeigt. Die Beschäftigung wuchs im Januar viel stärker als erwartet, die Arbeitslosigkeit fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als einem halben Jahrhundert. Die Löhne steigen unterdessen weiter an, allerdings mit abnehmender Tendenz.

"Ein solch robuster Arbeitsmarkt könnte auf den ersten Blick die US-Notenbank Fed auf den Plan rufen, ihr gerade gedrosseltes Tempo im laufenden Zinserhöhungszyklus wieder zu beschleunigen", schrieb Marktanalyst Konstantin Oldenburger vom Handelshaus CMC Markets und fuhr fort: "Wäre da nicht das Lohnwachstum, auf das die Notenbank besonderes Augenmerk legt und das weitgehend den Erwartungen entsprach." Eine sich in Gang setzende Lohn-Preis-Spirale sei trotz der angespannten Situation auf dem Jobmarkt nicht erkennbar. Mit dieser Erkenntnis habe sich die Börse nur kurz geschüttelt, um dann die Rally wieder aufzunehmen./la/zb

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat den Druck auf den deutschen Aktienmarkt am Freitag nur kurzzeitig etwas erhöht. Nach seiner Kursrally am Vortag bis auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr verlor der Dax zeitweise gut ein Prozent, letztlich schloss der Leitindex aber nur 0,21 Prozent tiefer bei 15 476,43 Punkten. Damit rettete er trotz aufkeimender Zinssorgen noch ein Wochenplus von mehr als zwei Prozent ins Ziel. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am letzten Handelstag der Woche um 0,10 Prozent auf 29 778,59 Zähler.

Die Anleger hatten nach den jüngsten Zinsentscheiden der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) zunächst wieder mehr Hoffnung, dass die Zinsspirale bald zu Ende gehen könnte. Diese Hoffnungen bekommen nun aber durch starke Jobdaten aus den USA erst einmal wieder einen Dämpfer. Die Beschäftigung wuchs im Januar viel stärker als erwartet, die Arbeitslosigkeit fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als einem halben Jahrhundert.

"Nach dem Arbeitsmarktbericht dürfte endgültig klar sein, warum die Fed weiterhin von anstehenden Zinserhöhungen im Plural spricht", betonte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Das geplante Abbremsen der US-Wirtschaft gelänge der Fed bislang kaum. Stand jetzt könne die US-Wirtschaft noch höhere Zinsen vertragen.

Für die am Vortag stark gestiegenen Aktien der Immobilienkonzerne ging es in der Folge wieder bergab. Der zinssensible europäische Immobiliensektor büßte als schwächster der Stoxx-600-Übersicht 2,3 Prozent ein. Im Dax fiel Vonovia um 2,8 Prozent, im MDax gerieten zudem Aroundtown , LEG und TAG Immobilien sogar noch deutlicher unter Druck.

Auch die jüngste Tech-Rally wurde durch die wachsende Zinsangst gebremst, hinzu kamen enttäuschende Quartalszahlen der US-Schwergewichte Apple , Amazon und Alphabet . Mit dem nächsten Schritt nach oben tut sich der Tech-Sektor damit nun zunächst schwer. "Der Bullenmarkt könnte noch etwas auf sich warten lassen", gibt sich Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank vorsichtiger. Chipkonzern Infineon setzte seinen guten Lauf jedoch fort und sprang um 1,6 Prozent in die Dax-Spitzengruppe.

Die Vorzugsaktien des Konsumgüterherstellers Henkel gehörten mit einem Plus von knapp einem Prozent ebenfalls zu den Gewinnern im Leitindex. Händler verwiesen als Stütze auf überraschend gute Quartalszahlen und einen erhöhten Gewinnausblick vom US-Konkurrenten Clorox.

Die Shop Apotheke wurde wiederum von Nachrichten eines Konkurrenten belastet: Die Schweizer Online-Apotheke Zur Rose verkauft ihr Schweiz-Geschäft an Migros und legt so den Fokus auf den deutschen Markt. Laut einem Händler droht der Shop Apotheke damit erstarkte Konkurrenz in Deutschland, was die Papiere des Medikamentenversenders zeitweise um mehr als vier Prozent absacken ließ. Letztlich schlossen sie im Nebenwerte-Index SDax aber nur 0,6 Prozent tiefer.

Eine positive Analysteneinschätzung zu SGL gab den Aktien des Kohlefaserspezialisten mächtig Auftrieb, sie gewannen an der SDax-Spitze 12,5 Prozent. Experte Andreas Heine vom Investmenthaus Stifel hob das Kursziel von 9 auf 13 Euro an und sieht damit noch immer fast 50 Prozent Kurspotenzial. Sein Optimismus basiert vor allem auf dem Markt für Siliziumkarbid-Halbleiter, der den Geschäftsbereich Graphite Solutions antreiben sollte.

Außerhalb der großen Börsenindizes brachen Leoni um 43,8 Prozent auf 3,39 Euro ein, zeitweise markierten sie ein Rekordtief von 3,15 Euro. Der in finanzielle Nöte geratene Autozulieferer zieht einen Kapitalschnitt zur Sanierung in Betracht. Für Leoni war ein bereits sicher geglaubter Teilverkauf geplatzt, der 400 Millionen Euro in die Kassen spülen sollte. Anfang der Woche hatte Vorstandschef Aldo Kamper seinen Weggang in wenigen Wochen verkündet. Ein Kapitalschnitt wird in der Regel bei hohen Verlusten vorgenommen. Den Aktionären droht nun eine hohe Gewinnverwässerung.

An der Wall Street stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss minimal im Plus. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel dagegen um rund 0,4 Prozent. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx schloss 0,40 Prozent höher bei 4257,98 Punkten. In Paris ging es für den Cac 40 um fast ein Prozent aufwärts, während der FTSE 100 in London ähnlich deutlich zulegte.

Der Euro geriet nach den US-Arbeitsmarktdaten unter Druck und kostete zuletzt 1,0825 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0937 (Donnerstag: 1,0988) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9143 (0,9100) Euro. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,25 Prozent am Vortag auf 2,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,42 Prozent auf 126,49 Punkte. Der Bund-Future sank zuletzt um 0,91 Prozent auf 138,13 Zähler./niw/zb

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat den Druck auf den deutschen Aktienmarkt am Freitag kurzzeitig etwas erhöht. Nach seiner Kursrally am Vortag bis auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr verlor der Dax zeitweise gut ein Prozent, letztlich schloss der Leitindex aber nur 0,21 Prozent tiefer bei 15 476,43 Punkten. Damit rettete er trotz aufkeimender Zinssorgen noch ein Wochenplus von mehr als zwei Prozent ins Ziel. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am letzten Handelstag der Woche um 0,10 Prozent auf 29 778,59 Zähler.

Die Anleger hatten nach den jüngsten Zinsentscheiden der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) zunächst wieder mehr Hoffnung, dass die Zinsspirale bald zu Ende gehen könnte. Diese Hoffnungen bekommen nun aber durch starke Jobdaten aus den USA erst einmal wieder einen Dämpfer. Die Beschäftigung wuchs im Januar viel stärker als erwartet, die Arbeitslosigkeit fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als einem halben Jahrhundert.

"Nach dem Arbeitsmarktbericht dürfte endgültig klar sein, warum die Fed weiterhin von anstehenden Zinserhöhungen im Plural spricht", betonte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Das geplante Abbremsen der US-Wirtschaft gelänge der Fed bislang kaum. Stand jetzt könne die US-Wirtschaft noch höhere Zinsen vertragen./niw/zb

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der Kursrally vom Vortag haben zum Wochenschluss überwiegend enttäuschende Quartalsberichte wieder für Ernüchterung gesorgt. Hinzu kam, dass der Arbeitsmarkt im Januar eine überraschende Stärke zeigte - und damit der zuletzt aufkeimenden Hoffnung, dass in puncto Geldpolitik bald wieder Lockerungen wahrscheinlich werden, einen Dämpfer versetzte. Die wichtigsten Aktienindizes bewegten sich damit am Freitag kaum.

Der Dow Jones Industrial trat bei 34 086,28 Punkten nahezu auf der Stelle. Der marktbreite S&P 500 fiel um 0,20 Prozent auf 4171,34 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,25 Prozent auf 12 771,09 Punkte nach unten.

Die Anleger waren zuletzt nur bei Technologiewerten im großen Kauffieber, nachdem deren Kurse 2022 extrem unter den rasant gestiegenen Zinsen gelitten hatten. Neben dem starken Quartalsbericht des Facebook-Konzerns Meta galt auch die Hoffnung als Treiber, dass die US-Notenbank Fed mit ihren Zinssteigerungen dem Ende näher kommt.

"Nach dem Arbeitsmarktbericht dürfte endgültig klar sein, warum die Fed weiterhin von anstehenden Zinserhöhungen im Plural spricht", betonte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Außerhalb der Landwirtschaft waren 517 000 Stellen hinzugekommen, während Analysten im Schnitt nur mit 188 000 neuen Stellen gerechnet hatten.

Mit dem nächsten Schritt nach oben tut sich der Tech-Sektor damit nun zunächst schwer. "Der Bullenmarkt könnte noch etwas auf sich warten lassen", gibt sich Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank vorsichtiger. Seit dem Tief von Anfang Januar fehlt dem Nasdaq 100 mittlerweile nur noch ein Tick, damit definitionsgemäß von einem "Bullenmarkt" gesprochen werden kann. Für gewöhnlich geht man davon ab einer Steigerung um 20 Prozent aus.

Vor diesem Hintergrund erhielten die aktuellen Geschäftszahlen der drei Tech-Giganten Amazon , Apple und Alphabet besonders große Aufmerksamkeit. Dabei enttäuschte vor allem Amazon die Anleger. Der weltgrößte Online-Händler hatte im Weihnachtsquartal zwar trotz Inflations- und Rezessionssorgen mehr Umsatz gemacht als erwartet. Der Ausblick auf das laufende Quartal aber blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Aktien sackten damit um mehr als vier Prozent ab.

Bei Alphabet hatte Google als Kern des Konzerns im vergangenen Quartal die Flaute im Online-Werbemarkt zu spüren bekommen. Die Papiere gaben um rund ein Prozent nach.

Corona-Lockdowns in China hatten Apple zwar das wichtige Weihnachtsgeschäft verpatzt. Insgesamt aber habe das Unternehmen in einem schwachen Umfeld robust abgeschnitten, schrieb Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank. Die Service-Sparte wachse dynamisch. Die Papiere von Apple machten anfängliche leichte Verluste schnell wett und zogen zuletzt an der Dow-Spitze um gut drei Prozent an.

Unter den schwächsten Werten im S&P 500 büßten die Anteilsscheine von Ford mehr als sechs Prozent ein. Der zweitgrößte US-Autobauer Ford hatte sich zum Jahresende unerwartet schwergetan. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg weniger als erwartet./la/zb

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach ereignisreichen Tagen voller geldpolitischer Entscheidungen wichtiger Notenbanken dürfte es an den Aktienmärkten in der neuen Woche spannend bleiben. Denn die Berichtssaison der Unternehmen hat weiterhin einiges zu bieten. Mit einem weiteren Wochenplus für den Dax summieren sich die Gewinne des Leitindex im noch jungen Jahr derweil bereits auf mehr als zehn Prozent. "Nach der fulminanten Rally dürften Gewinnmitnahmen wenig überraschen", schrieb Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg mit Blick auf wieder steigende Zinssorgen.

Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) haben im Kampf gegen die hohe Inflation ihren Leitzins zuletzt erneut angehoben. Besonderes Augenmerk lag aber auf den Aussagen zur künftigen Geldpolitik. "Auf der Pressekonferenz wollte sich Fed-Chef Jerome Powell nicht erneut auf den noch im Dezember von der Mehrheit der Fed-Mitglieder erwarteten Leitzinssatz von mehr als fünf Prozent zum Jahresende festlegen", schrieb Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Ende März sei ein weiterer Zinsschritt der Fed auf dann fünf Prozent zu erwarten. Danach werde die Datenlage entscheiden, ob es zu einer letzten Zinserhöhung darüber hinaus kommt.

Der aktuelle US-Arbeitsmarktbericht liefert der Fed dafür durchaus Spielraum: Die US-Wirtschaft hat im Januar viel mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Die Arbeitslosigkeit fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als 50 Jahren. Die Löhne stiegen erwartungsgemäß. "Das geplante Abbremsen der US-Wirtschaft gelingt der Fed bislang kaum", kommentierte Thomas Altmann von QC Partners.

Auch in der Eurozone fielen jüngste Konjunkturdaten besser aus als gedacht. Die Euroraum-Wirtschaft ist nach ersten Zahlen im Schlussquartal leicht gewachsen. Die befürchtete Rezession ist damit ein Stück weit unwahrscheinlicher geworden, auch wenn das Wachstum mit 0,1 Prozent mager ausfiel. Hoffnungen, dass die Zinsspirale bald ein Ende findet, bekommen damit erst einmal wieder einen Dämpfer. "Es spricht einiges dafür, dass die Notenbanken sich für eine Lockerung der Geldpolitik etwas länger Zeit lassen als es sich die Märkte wünschen", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank.

Die bisherige Berichtssaison war ein weiterer Beleg für eine vergleichsweise robuste Konjunktur, da sie ohne allzu große negative Überraschungen auskam. Aus dem Dax stehen im Wochenverlauf weitere Quartalszahlen von Siemens und Siemens Energy , Linde , Qiagen und der Deutschen Börse auf dem Programm. Dazu gesellen sich zahlreiche Nebenwerte. Die US-Berichtssaison bietet dagegen etwas weniger Highlights, nachdem vor allem die Tech-Schwergewichte Apple , Amazon und Alphabet bereits ihre Bücher geöffnet haben.

Die Quartalszahlen von "Big Tech" hatten aber überwiegend enttäuscht und zusätzlich zu den wieder aufkeimenden Zinssorgen die jüngste Rally an der Nasdaq abgewürgt. "Kurzum gesagt, die drei großen As an der Technologiebörse wurden den Erwartungen nicht gerecht", sagte der Marktbeobachter Christian Henke vom Handelshaus IG. Bei Apple und Alphabet war den Anlegern vor allem die Umsatzentwicklung ein Dorn im Auge, Amazon wurde hingegen für einen vorsichtigen Ausblick abgestraft.

In der neuen Woche steht nach den Tech-Werten zunächst die deutsche Industrie im Fokus: Am Montag werden Daten zum Auftragseingang im Dezember erwartet, am Dienstag folgt die Industrieproduktion zum Jahresende, was weiteren Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft geben sollte. Außerdem will das Statistische Bundesamt am Donnerstag seine vorläufigen Inflationszahlen für Januar nachholen, nachdem deren Veröffentlichung überraschend verschoben wurde.

Darüber hinaus dürften die Anleger die Ölpreise genau beobachten. Nachdem seit Anfang Dezember kein russisches Rohöl mehr per Tanker in die Europäische Union eingeführt werden darf, will die EU ab Montag auch keine Raffinerieprodukte wie Diesel, Benzin oder Schmierstoffe mehr aus Russland abnehmen. "Die Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte werden entscheidend sein, da Angebot und Nachfrage bei raffinierten Ölprodukten komplexer sind als bei Rohöl", schrieb Galina Pozdnyakova von der Deutschen Bank./niw/la/stw

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der Kursrally vom Vortag haben zum Wochenschluss überwiegend enttäuschende Quartalsberichte wieder für Ernüchterung gesorgt. Hinzu kam, dass der Arbeitsmarkt im Januar eine überraschende Stärke zeigte - und damit der zuletzt aufkeimenden Hoffnung, dass in puncto Geldpolitik bald wieder Lockerungen wahrscheinlich werden, einen Dämpfer versetzte. Die wichtigsten Aktienindizes bewegten sich damit am Freitag kaum.

Der Dow Jones Industrial trat bei 34 076,22 Punkten nahezu auf der Stelle. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,21 Prozent auf 4170,85 Punkte nach. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,27 Prozent auf 12 768,20 Punkte nach unten./la/zb

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein weiterhin sehr robuster Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten hat am Freitag den Druck auf den deutschen Aktienmarkt wieder etwas erhöht. Seiner Kursrally am Vortag zollte der Leitindex Dax Tribut, indem er zuletzt um 0,94 Prozent auf 15 363,70 Punkte nachgab. Er war am Vortag nach Notenbank-Entscheidungen mit rund 15 521 Zählern auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr geklettert.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am letzten Handelstag der Woche um 1,12 Prozent auf 29 475,60 Zähler. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stand 0,7 Prozent tiefer.

Der Jobaufbau in den USA übertrumpfe im Januar sogar noch die guten Vormonate, konstatierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. "Der Stellenzuwachs um 517 000 ist fast schon als Job-Boom zu bezeichnen."

Anleger hatten nach den jüngsten Zinsentscheiden der Notenbanken in den USA und der Eurozone wieder mehr Hoffnung, dass die Zinsspirale bald zu Ende gehen könnte. Diese Hoffnungen bekommen nun aber erst einmal wieder einen Dämpfer. Bei einem noch immer robusten US-Arbeitsmarkt schienen die Märkte womöglich zu unterschätzen, welchen Spielraum die US-Notenbank Fed mit Blick auf weitere Zinsanhebungen noch habe, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK bereits vor der Veröffentlichung der Daten.

Im Technologiesektor, der am Vortag in New York die Rally dominierte, dämpften am Freitag außerdem enttäuschende Quartalszahlen von Apple , Amazon und Alphabet die Stimmung. "Waren die Anleger nach den starken Zahlen der Facebook-Mutter Meta in ihrer Euphorie kaum zu bremsen, wurden sie von der bitteren Realität, einer Kombination aus schwächerer Nachfrage, steigenden Kosten und einem daraus resultierenden Sparzwang bei den einst hochgeflogenen Big Techs wieder eingeholt", sagte der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.

Für die am Vortag stark gelaufenen Titel des Immobilienkonzerns Vonovia ging es im Dax um drei Prozent bergab. Der zinssensible europäische Immobiliensektor büßte als schwächster der Stoxx-600-Übersicht 2,3 Prozent ein.

Die Vorzugsaktien des Konsumgüterherstellers Henkel waren mit plus 0,5 Prozent unter den Favoriten im Dax. Händler verwiesen als Stütze auf überraschend gute Quartalszahlen und einen erhöhten Gewinnausblick vom US-Konkurrenten Clorox.

Die Schweizer Online-Apotheke Zur Rose verkauft ihr Schweiz-Geschäfts an Migros und legt so den Fokus auf den deutschen Markt. Das kam bei den Anlegern des Konkurrenten Shop Apotheke nicht gut an, gleichwohl verringerten die Papiere im Nebenwerteindex SDax ihr Minus auf zuletzt nur noch 0,6 Prozent.

Eine positive Analysteneinschätzung zu SGL gab den Papieren des Kohlefaserspezialisten Auftrieb, sie gewannen mehr als zehn Prozent. Experte Andreas Heine vom Investmenthaus Stifel hob das Kursziel von 9 auf 13 Euro an. Sein Optimismus basiert vor allem auf dem Markt für Siliziumkarbid-Halbleiter, der den Geschäftsbereich Graphite Solutions antreiben sollte.

Außerhalb der großen Börsenindizes brachen Leoni um mehr als ein Drittel ein auf ein Rekordtief von 3,65 Euro. Der in finanzielle Nöte geratene Autozulieferer zieht einen Kapitalschnitt zur Sanierung in Betracht. Für Leoni war ein bereits sicher geglaubter Teilverkauf geplatzt, der 400 Millionen Euro hätte in die Kassen spülen sollen. Anfang der Woche hatte Vorstandschef Aldo Kamper seinen Weggang in wenigen Wochen verkündet. Ein Kapitalschnitt wird in der Regel bei hohen Verlusten vorgenommen. Den Aktionären droht nun eine hohe Gewinnverwässerung.

Der Euro geriet nach den Arbeitsmarktdaten unter Druck und kostete 1,0831 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0988 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,25 Prozent am Vortag auf 2,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,42 Prozent auf 126,49 Punkte. Der Bund-Future sank zuletzt um 1,12 Prozent auf 137,84 Zähler./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der Kursrally vom Vortag sorgt ein schwergewichtiges Tech-Trio am Freitag an der Nasdaq-Börse mit enttäuschenden Quartalsberichten wieder für Ernüchterung. Hinzu kam, dass der US-Arbeitsmarkt im Januar eine überraschende Stärke zeigte - und damit nicht die Hoffnung nährte, dass in puncto Geldpolitik bald wieder Lockerungen wahrscheinlich werden.

Die drei Tech-Giganten Amazon , Apple und Alphabet enttäuschten die Anleger. Passiert dies bei Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von zusammen etwa fünf Billionen US-Dollar, stößt die Technologiebranche nach ihrem guten Lauf vorerst an ihre Grenzen. Der Nasdaq-100-Index , der bislang in diesem Jahr auf ein Plus von 17 Prozent kommt, wird vom Broker IG am Freitag knapp zwei Prozent tiefer taxiert.

Der Dow Jones Industrial jedoch wird weniger stark unter Druck erwartet, nachdem er die Tech-Rally am Vortag nicht mitgegangen war und auch im bisherigen Jahresverlauf nur dürftige Gewinne eingestrichen hat. Seine Indikation lässt eine Dreiviertelstunde vor dem Auftakt ein moderateres Minus von 0,6 Prozent auf 33 844 Punkte erwarten.

Die Anleger waren zuletzt nur bei Technologiewerten im großen Kauffieber, nachdem deren Kurse 2022 extrem unter den rasant gestiegenen Zinsen gelitten hatten. Neben dem starken Meta -Quartalsbericht galt auch die Hoffnung als Treiber, dass die US-Notenbank Fed mit ihren Zinssteigerungen dem Ende näher kommt.

"Nach dem Arbeitsmarktbericht dürfte endgültig klar sein, warum die Fed weiterhin von anstehenden Zinserhöhungen im Plural spricht", betonte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners nun in einem ersten Kommentar. Außerhalb der Landwirtschaft waren 517 000 Stellen hinzugekommen, während Analysten im Schnitt nur mit 188 000 neuen Stellen gerechnet hatten.

Mit dem nächsten Schritt nach oben tut sich der Tech-Sektor damit nun zunächst schwer. "Der Bullenmarkt könnte noch etwas auf sich warten lassen", gibt sich Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank am Freitag vorsichtiger. Seit dem Tief von Anfang Januar fehlt dem Nasdaq 100 mittlerweile nur noch ein Tick, damit per Definition von einem "Bullenmarkt" gesprochen werden kann. Für gewöhnlich geht man davon ab einer Steigerung um 20 Prozent aus.

"Kurzum gesagt, die drei großen A’s an der Technologiebörse wurden den Erwartungen nicht gerecht", sagte der Marktbeobachter Christian Henke vom Broker IG. Für Apple ging es am Freitag vorbörslich am mildesten um 1,7 Prozent bergab, nachdem der iPhone-Hersteller im Weihnachtsquartal mit der Umsatzentwicklung enttäuschte. Auch bei Alphabet galten die jüngsten Erlöse als Grund, warum die Papiere um etwa vier Prozent absackten.

Für den Abschlag von fünf Prozent bei Amazon waren die Argumente etwas anders: Hier störte vor allem der Ausblick auf das laufende Quartal jäh die gute Stimmung der vergangenen Tage. Der Online-Händler peilt lediglich einen Betriebsgewinn zwischen null und vier Milliarden an, was den Anlegern zu wenig war. Auch im Weihnachtsquartal, in dem der Online-Händler zwar mehr Umsatz schreiben konnte als erwartet, war der Betriebsgewinn bereits geschrumpft.

Auch abseits der großen Drei enttäuschten die Quartalsberichte: Für die Titel des Chipkonzerns Qualcomm etwa ging es vorbörslich um zwei Prozent bergab. Auch hier galt der Ausblick als Grund für die Verluste. Begründet mit schwachen Geschäften in China betrug der Kursabschlag bei der Kaffeehauskette Starbucks auch etwa zwei Prozent.

Ein positiver Lichtblick waren die Titel der Kaufhaus- und Versandhauskette Nordstrom , die um 28 Prozent nach oben schnellten. Die Rally wurde gezündet wegen eines Kreise-Berichts, wonach der aktivistische Investor und Gamestop -Vorsitzende Ryan Cohan einen größeren Aktienbestand aufgebaut hat - mit dem Ziel, nach einer Kursflaute Veränderungen im Management herbeizuführen./tih/jha/

SAN LUIS POTOSÍ (dpa-AFX) - BMW will ab 2027 auch in Mexiko vollelektrische Autos bauen. Das Unternehmen kündigte am Freitag eine Investition in Höhe von 800 Millionen Euro für die Integration der Modelle der "Neuen Klasse" und für ein neues Montagezentrum für Hochvoltbatterien in seinem Werk im zentralmexikanischen Bundesstaat San Potosí an.

"Wir richten unser Produktionsnetzwerk konsequent auf Elektromobilität aus", sagte BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljkovicl, der sich derzeit in San Luis Potosí aufhält. So will der Autobauer die Produktion der neuen Elektroautoreihe beschleunigen, die ab 2025 im ungarischen Debrecen-Werk vom Band laufen soll.

Mexiko ist ein wichtiger Automobilstandort vor allem wegen der Nähe zum wichtigen US-Markt und der relativ niedrigen Lohnkosten. Die Produktionsstätte in San Luis Potosí wurde 2019 eröffnet. Dort fertigt BMW bereits die 3er Limousine, das 2er Coupé und den M2. Durch die neuen Investitionen sollen rund 1000 zusätzliche Arbeitsplätze im mexikanischen Werk entstehen./aso/DP/zb

(Neu: Weitere Details)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU will Russland gemeinsam mit internationalen Partnern dazu zwingen, Erdölprodukte wie Diesel künftig unter Marktpreis an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Eine am Freitagabend von Regierungsvertretern erzielte Absprache sieht eine Preisobergrenze von vorerst 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) vor, wie eine Sprecherin der aktuellen schwedischen EU-Ratspräsidentschaft der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigte. Umgerechnet sind das derzeit rund 91 Euro. Zum Vergleich: An internationalen Börsen wurde ein Barrel Diesel zur Lieferung nach Europa zuletzt zu Preisen von umgerechnet etwa 100 bis 120 Euro gehandelt.

Für weniger hochwertige Erdölprodukte wie Heizöl soll eine Preisobergrenze von zunächst 45 Dollar (41 Euro) pro Barrel gelten. Sie werden nach Angaben von Diplomaten in der EU derzeit ebenfalls für einen höheren Preis gehandelt.

Ziel des Preisdeckels ist es, neue Preissprünge an den internationalen Märkten zu verhindern und damit auch Drittländer zu entlasten. Zudem soll dafür gesorgt werden, dass Russland nicht mehr von Preisanstiegen für Ölprodukte profitiert und damit seine Kriegskasse füllen kann. Schon die bereits im vergangenen Dezember eingeführte Preisobergrenze für russische Rohöllieferungen in Drittstaaten kostet Russland nach Schätzungen der EU-Kommission rund 160 Millionen Euro pro Tag.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte am Freitagabend mit, gemeinsam mit der Gruppe der führenden westlichen Industrienationen (G7) werde man Russlands Einnahmen reduzieren und die Stabilität der internationalen Energiemärkte garantieren.

Um die Preisobergrenze durchzusetzen, soll geregelt werden, dass für den Export russischer Ölerzeugnisse wichtige Dienstleistungen künftig nur noch dann ungestraft erbracht werden dürfen, wenn der Preis des exportierten Öls die Preisobergrenze nicht überschreitet. Westliche Reedereien könnten mit ihren Schiffen damit weiterhin russische Ölprodukte in Drittstaaten wie Indien transportieren. Auch soll die Regelung für andere wichtige Dienstleistungen wie Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste gelten.

Die Preisobergrenze soll das bereits im vergangenen Juni von der EU beschlossene Öl-Embargo gegen Russland ergänzen. Dieses sieht unter anderem vor, den Erwerb, die Einfuhr oder die Weiterleitung von Rohöl und bestimmten Erdölerzeugnissen aus Russland in die EU zu verbieten. Die Beschränkungen gelten bereits ab dem 5. Dezember für Rohöl und ab Sonntag für Erdölerzeugnisse wie Diesel. Es gibt allerdings einige Ausnahmeregelungen zum Beispiel für Ungarn.

Schwierig gestalteten sich in den vergangenen Tagen nach Angaben von Diplomaten die Verhandlungen über die konkreten Preisobergrenzen. Polen und die baltischen Staaten forderten demnach möglichst niedrige Beträge, um die Einnahmen Russlands so niedrig wie möglichst zu halten. Andere Staaten befürchteten hingegen, dass Russland dann Lieferungen stoppen könnte, was eine Verknappung des Angebots und einen Anstieg der Weltmarktpreise zur Folge haben könnte.

Als ein Zugeständnis an Länder wie Polen wurde laut Diplomaten nun vereinbart, die Regeln für die kontinuierliche Überprüfung der Preisobergrenzen so zu ändern, dass eher Anpassungen nach unten möglich sind./aha/DP/zb

SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Twitter hat sein neues Bezahl-Abo Blue am Freitag auch für Nutzer in Deutschland verfügbar gemacht. Das kostenpflichtige Angebot gehört zum Plan des Twitter-Besitzers Elon Musk, ein weiteres geschäftliches Standbein neben den Werbeerlösen zu schaffen.

Musk ließ nach dem Twitter-Kauf das zuvor bereits in einigen Ländern verfügbare Blue-Angebot umbauen. Neben einem blauen Häkchen im Profil, das es früher nur mit einer persönlichen Verifikation gab, bekommen zahlende Nutzer aktuell die Möglichkeit, längere Videos zu veröffentlichen.

Als weiterer Vorteil ist für die Zukunft angekündigt, dass Tweets von Abo-Kunden prominenter platziert werden. Zudem sollen sie nur halb so viel Werbung zu sehen bekommen. Beide Funktionen werden allerdings schon seit einigen Monaten für "bald" versprochen.

Am Freitag stellte Musk auch einen finanziellen Vorteil in Aussicht. Twitter platziert Werbung auch zwischen Antworten zu einem Tweet. Sind Verfasser des Tweets zahlende Blue-Kunden, werde man die Werbeerlöse mit ihnen teilen, schrieb Musk bei Twitter. Er machte keine Angaben dazu, welcher Anteil der Einnahmen bei den Nutzern landen soll.

Die europäischen Blue-Preise orientieren sich in etwa an den US-Werten: Bei monatlicher Zahlweise kostet das Abo acht Euro, wenn man es sich gleich für ein Jahr holt, werden 84 Euro fällig.

Beim Start des veränderten Blue-Angebots in den USA hatte es zunächst Chaos gegeben, weil jeder sofort das blaue Häkchen bekam und einige Nutzer das ausnutzten, um Fake-Profile für bekannte Marken und Prominenten anzulegen. In einer mehrwöchigen Auszeit wurden Maßnahmen dagegen vorgesehen.

Musk hatte die rund 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme zu großen Teilen aus eigener Tasche bezahlt. Er bürdete Twitter aber auch mehrere Milliarden an Schulden auf, die nun bedient werden müssen. Da seit dem Kauf die Werbeeinnahmen sanken, ist Twitter noch dringender als bisher auf neue Erlösquellen angewiesen./so/DP/zb

(Neu: Weitere Details)

HAHN (dpa-AFX) - Der Nürburgring hat den insolventen Hunsrück-Flughafen Hahn gekauft. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Freitag ist kürzlich ein notarieller Vertrag über einen Kaufpreis von rund 20 Millionen Euro unterschrieben worden. Das Geld liegt bereits auf einem sogenannten Anderkonto. Damit ist die Ring-Besitzgesellschaft NR Holding um den Russen Viktor Charitonin bei dem Airport eingestiegen. Der Pharma-Unternehmer findet sich auf keiner EU-Sanktionsliste für Russland, das einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner äußerte sich zunächst nicht zu dem Verkauf.

Das Bundeswirtschaftsministerium könnte die Veräußerung an die legendäre Eifelrennstrecke Nürburgring noch gemäß dem Außenwirtschaftsgesetz prüfen. Bereits im Juni 2022 hatte die Swift Conjoy GmbH in Frankfurt mit notariell beurkundetem Vertrag den Airport Hahn als damals meistbietender Investor gekauft - aber nach dpa-Informationen nie den Kaufpreis gezahlt. Insolvenzverwalter Plathner zeigte sich darüber verärgert. Er könnte gegen Swift Conjoy womöglich Schadenersatz geltend machen. Das Frankfurter Unternehmen hat auf mehrere dpa-Anfragen nicht reagiert.

Der eher abgelegene Flughafen Hahn ist ein ehemaliger US-Militär-Airport mit wechselvoller Geschichte. Der einzige größere Flughafen in Rheinland-Pfalz besitzt keinen Bahnanschluss, aber eine seltene und begehrte Nachtfluggenehmigung. Das Land Hessen war vor langer Zeit mit 17,5 Prozent der Anteile beim Airport Hahn eingestiegen.

Die NR-Holding hatte sich ebenfalls am Bieterverfahren für den bereits im Herbst 2021 in Insolvenz gegangenen Flughafen beteiligt, aber weniger Geld als Swift Conjoy geboten. Daher kam der Nürburgring zunächst nicht zum Zug, trat jedoch nach dem Zahlungsausfall des Frankfurter Unternehmens hinter den Kulissen wieder auf den Plan.

Die wie der Hahn ebenfalls einst staatliche und dann insolvente Rennstrecke hat heute als Privatunternehmen etliche wirtschaftliche Standbeine von Motorsport und sogenannten Touristenfahrten von Hobbyrennfahrern über Firmenevents bis hin zum legendären Musikfestival Rock am Ring - dieses Jahr vom 2. bis 4. Juni.

Kurz nach Russlands Überfall auf die Ukraine erklärte im März 2022 ein Sprecher der Betreibergesellschaft des fast 100 Jahre alten Nürburgrings: Gemeinsam mit Charitonins Holding "stehen wir dafür, Menschen aus der ganzen Welt zusammenzubringen - fernab von Herkunft, Hautfarbe, Vorlieben oder Religion". Auch Russen und Ukrainer kämen zum Nürburgring.

Beim Airport Hahn zeigte sich der Betriebsrat jüngst ebenfalls zufrieden mit dem Flugbetrieb mitten in der Insolvenz: Plathner und der Chef für das operative Hahn-Geschäft, Rüdiger Franke, machten einen guten Job, hieß es. Das Passagiergeschäft hat nach dem Abflauen der Corona-Pandemie wieder deutlich angezogen. Der Flughafen sucht händeringend weiteres Personal. An diesem Sonntag (5.2.) sollte es einen Tag der offenen Tür am Hahn geben./jaa/DP/zb

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU will Russland gemeinsam mit internationalen Partnern dazu zwingen, Erdölprodukte wie Diesel künftig unter Marktpreis an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Eine am Freitag von Regierungsvertretern erzielte Absprache sieht eine Preisobergrenze von vorerst 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) vor, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigten. Umgerechnet sind das derzeit rund 91 Euro.

Zum Vergleich: An internationalen Börsen wurde ein Barrel Diesel zur Lieferung nach Europa zuletzt zu Preisen von umgerechnet etwa 100 bis 120 Euro gehandelt. Für weniger hochwertige Erzeugnisse soll eine Preisobergrenze von zunächst 45 Dollar (41 Euro) pro Barrel gelten.

Um die Preisobergrenze durchzusetzen, soll geregelt werden, dass für den Export russischer Ölerzeugnisse wichtige Dienstleistungen künftig nur noch dann ungestraft erbracht werden dürfen, wenn der Preis des exportierten Öls die Preisobergrenze nicht überschreitet. Westliche Reedereien könnten mit ihren Schiffen damit weiterhin russische Ölprodukte in Drittstaaten wie Indien transportieren. Auch soll die Regelung für andere wichtige Dienstleistungen wie Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste gelten.

Ziel des Preisdeckels ist es, neue Preissprünge an den internationalen Märkten zu verhindern und damit auch Drittländer zu entlasten. Zudem soll dafür gesorgt werden, dass Russland nicht mehr von Preisanstiegen für Ölprodukte profitiert und damit seine Kriegskasse füllen kann. Schon die bereits im vergangenen Dezember eingeführte Preisobergrenze für russische Rohöllieferungen in Drittstaaten kostet Russland nach Schätzungen der EU-Kommission rund 160 Millionen Euro pro Tag.

Die Preisobergrenze soll das bereits im Juni von der EU beschlossene Öl-Embargo gegen Russland ergänzen. Dieses sieht unter anderem vor, den Erwerb, die Einfuhr oder die Weiterleitung von Rohöl und bestimmten Erdölerzeugnissen aus Russland in die EU zu verbieten. Die Beschränkungen gelten bereits ab dem 5. Dezember für Rohöl und ab Sonntag für Erdölerzeugnisse wie Diesel. Es gibt allerdings einige Ausnahmeregelungen zum Beispiel für Ungarn./aha/DP/zb

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Siemens hat einen Bericht des Südwestrundfunks (SWR) über eine Israel-Boykott-Klausel bei einem Vertrag mit der türkischen Staatsbahn dementiert. Der Sender berichtete am Freitag, Siemens habe Hochgeschwindigkeitszüge an die Türkei trotz einer damit verbundenen Verpflichtungserklärung zum Israel-Boykott verkauft. Die Islamische Entwicklungsbank in Saudi-Arabien habe der Staatsbahn den Kauf der Züge finanziert und die strikte Einhaltung der Boykottvorgaben der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union gefordert.

Ein Siemens-Sprecher sagte: "Weder die Siemens AG noch Siemens Türkei haben 2018 im Zusammenhang mit der Vergabe von Hochgeschwindigkeitszügen eine Boykotterklärung unterschrieben." Es sei lediglich eine übliche Erklärung zur Herkunft der verbauten Teile abgegeben worden. Der Konzern sei seit rund 60 Jahren in Israel in verschiedenen Geschäftsbereichen aktiv und "dort tief verwurzelt"./rol/DP/zb

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU will Russland gemeinsam mit internationalen Partnern dazu zwingen, Erdölprodukte wie Diesel künftig unter Marktpreis an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Eine am Freitag von Regierungsvertretern erzielte Absprache sieht eine Preisobergrenze von vorerst 100 US-Dollar (rund 91 Euro) pro Barrel (159 Liter) vor, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigten./aha/DP/zb

SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Twitter hat sein neues Bezahl-Abo Blue am Freitag auch für Nutzer in Deutschland verfügbar gemacht. Das kostenpflichtige Angebot gehört zum Plan des Twitter-Besitzers Elon Musk, ein weiteres geschäftliches Standbein neben den Werbeerlösen zu schaffen.

Musk ließ nach dem Twitter-Kauf das zuvor bereits in einigen Ländern verfügbare Blue-Angebot umbauen. Neben einem blauen Häkchen im Profil, das es früher nur mit einer persönlichen Verifikation gab, bekommen zahlende Nutzer aktuell die Möglichkeit, längere Videos zu veröffentlichen.

Als weiterer Vorteil wird für die Zukunft in Aussicht gestellt, dass Tweets von Abo-Kunden prominenter platziert werden. Auch sollen sie nur halb so viel Werbung zu sehen bekommen. Beide Funktionen werden allerdings schon seit einigen Monaten für "bald" versprochen.

Die europäischen Blue-Preise orientieren sich in etwa an den US-Werten: Bei monatlicher Zahlweise kostet das Abo acht Euro, wenn man es sich gleich für ein Jahr holt, werden 84 Euro fällig.

Beim Start des veränderten Blue-Angebots in den USA hatte es zunächst Chaos gegeben, weil jeder sofort das blaue Häkchen bekam und einige Nutzer das ausnutzten, um Fake-Profile für bekannte Marken und Prominenten anzulegen. In einer mehrwöchigen Auszeit wurden Maßnahmen dagegen vorgesehen.

Musk hatte die rund 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme zu großen Teilen aus eigener Tasche bezahlt. Er bürdete Twitter aber auch mehrere Milliarden an Schulden auf, die nun bedient werden müssen. Da seit dem Kauf die Werbeeinnahmen sanken, ist Twitter noch dringender als bisher auf neue Erlösquellen angewiesen./so/DP/zb

HAHN (dpa-AFX) - Der Nürburgring hat den insolventen Hunsrück-Flughafen Hahn gekauft. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Freitag ist kürzlich ein notarieller Vertrag über einen Kaufpreis von rund 20 Millionen Euro unterschrieben worden. Das Geld liegt bereits auf einem sogenannten Anderkonto. Damit ist die Ring-Besitzgesellschaft NR Holding um den Russen Viktor Charitonin bei dem Airport eingestiegen. Der Pharma-Unternehmer findet sich auf keiner EU-Sanktionsliste für Russland, das einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner äußerte sich zunächst nicht zu dem Verkauf.

Das Bundeswirtschaftsministerium könnte die Veräußerung an die legendäre Eifelrennstrecke Nürburgring noch gemäß dem Außenwirtschaftsgesetz prüfen. Bereits im Juni 2022 hatte die Swift Conjoy GmbH in Frankfurt mit notariell beurkundetem Vertrag den Airport Hahn als damals meistbietender Investor gekauft - aber nach dpa-Informationen nie den Kaufpreis gezahlt. Insolvenzverwalter Plathner zeigte sich darüber verärgert. Er könnte gegen Swift Conjoy womöglich Schadenersatz geltend machen. Das Frankfurter Unternehmen hat auf mehrere dpa-Anfragen nicht reagiert.

Der eher abgelegene Flughafen Hahn ist ein ehemaliger US-Militär-Airport mit wechselvoller Geschichte. Der einzige größere Flughafen in Rheinland-Pfalz besitzt keinen Bahnanschluss, aber eine seltene und begehrte Nachtfluggenehmigung. Das Bundesland Hessen war vor langer Zeit mit 17,5 Prozent der Anteile beim Airport Hahn eingestiegen./jaa/DP/stw

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Freitag einen großen Teil ihrer sehr deutlichen Kursgewinne vom Vortag wieder abgegeben. Bis zum Nachmittag sank der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,90 Prozent auf 138,16 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg um 0,10 Prozentpunkte auf 2,18 Prozent. In fast allen Ländern der Eurozone legten die Renditen deutlich zu.

Am Freitag setzte am Anleihemarkt eine Gegenbewegung zu den kräftigen Kursgewinnen am Donnerstag ein. Die sehr kräftigen Gewinne vom Vortag wurden teilweise wieder abgegeben. Belastet wurden die Anleihen zunächst durch robuste Konjunkturdaten. Die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone waren im Januar merklich gestiegen. Sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch für den Dienstleistungssektor wird ein Wachstum signalisiert.

Verstärkt wurde die Entwicklung durch starke Arbeitsmarktdaten aus den USA. Außerhalb der Landwirtschaft sind laut Arbeitsministerium im Januar, 517 000 Stellen hinzugekommen. Dies war deutlich mehr als erwartet. Zudem hellte sich ein Frühindikator für den Dienstleistungssektor überraschend stark auf und signalisiert wieder ein wirtschaftliches Wachstum in dem Sektor. "Auch wenn der Lohndruck nachgelassen hat, so dürfte der Arbeitsmarkt aus Sicht der Fed weiter nicht im Gleichgewicht sein", kommentierten die Volkswirte der Commerzbank. "Die Zinserhöhungen dürften damit weitergehen."

Am Vortag waren die Anleihekurse noch sehr kräftig gestiegen, im Gegenzug ermäßigten sich die Renditen. Marktteilnehmer hatten jüngste Äußerungen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB) als weniger entschlossen wahrgenommen./jsl/zb

(Neu: Kurse aus dem regulären Handel, weitere Analystenstimmen)

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den positiven Überraschungen von Tesla und Meta ist die Rally an der Nasdaq-Börse am Freitag ins Stocken gekommen. Mit Apple , Alphabet und Amazon hatten am Vorabend nach Börsenschluss drei der vier wertvollsten Technologieunternehmen ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt und dabei größtenteils enttäuscht.

Passiert dies bei Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von zusammen etwa fünf Billionen US-Dollar, droht die Technologiebranche nach ihrem guten Lauf vorerst an ihre Grenzen zu stoßen. Der Nasdaq-100-Index gab am Freitag leicht nach, kommt in diesem Jahr aber immer noch auf ein Plus von fast 17 Prozent.

An den beiden Vortagen hatten die drei "Big-Tech"-Aktien gemeinsam mit der Nasdaq-Börse noch viel Rückenwind bekommen: Zuerst wegen der Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed mit ihren Zinssteigerungen dem Ende näher kommt. Am Donnerstag sorgte dann nochmals der Facebook-Konzern Meta mit überraschen guten Quartalszahlen für prächtige Stimmung.

Am Freitag aber wurde bekannt, dass der US-Arbeitsmarkt im Januar eine überraschende Stärke zeigte. Dies versetzte der zuletzt aufkeimenden Hoffnung, dass in puncto Geldpolitik bald wieder Lockerungen wahrscheinlich werden, einen Dämpfer. Rasant steigende Zinsen verteuern den Unternehmen einerseits die Finanzierung. Andererseits geraten die oft hoch bewerteten Papiere in einem Umfeld stark steigenden Zinsen zumeist unter Druck, da die erwarteten hohen Gewinne in der Zukunft zum heutigen Zeitpunkt weniger wert sind.

Zum Wochenschluss nun sorgte unter den "Big-Tech"-Unternehmen vor allem Amazon für trübe Stimmung. Der weltgrößte Online-Händler hatte im Weihnachtsquartal zwar trotz Inflations- und Rezessionssorgen mehr Umsatz gemacht als erwartet. Der Ausblick auf das laufende Quartal aber blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Aktien sackten damit um rund fünf Prozent ab.

Die zurückhaltenden Aussagen zum laufenden ersten Quartal legten den Schluss nahe, dass erst im zweiten Halbjahr Besserung eintritt, schrieb Analyst Brad Erickson von der kanadischen Bank RBC. Der Online-Versandhändler dürfte in diesem Jahr vor allem bestrebt sein, die Profitabilität zu steigern.

Bei Alphabet hatte Google als Kern des Konzerns im vergangenen Quartal die Flaute im Online-Werbemarkt zu spüren bekommen. Die Papiere gaben um rund ein Prozent nach. Der Deutsche-Bank-Experte Jim Reid hob hervor, dass Alphabet im vierten Quartal insbesondere auf der Youtube-Plattform die Erwartungen verfehlte.

Analyst Douglas Anmuth von der US-Bank JPMorgan schrieb von einem "gemischten" Schlussquartal 2022. Das Management verwende viel Energie auf die Entwicklung und Markteinführung von Angeboten rund um die Künstliche Intelligenz. Diese spiele eine Rolle in nahezu allen Produkten des Technologieunternehmens.

So bereitet Google mitten im Hype um den Text-Automaten ChatGPT seine Konkurrenz-Software nach langem Zögern für die öffentliche Nutzung vor. Google-Nutzer sollen "sehr bald" mit solchen Sprach-Systemen unter anderem als Ergänzung zur Websuche interagieren können, sagte Konzernchef Sundar Pichai. Google ließ seine Sprachsoftware in den vergangenen Jahren intern von Mitarbeiter nutzen, schreckte aber wegen Missbrauchs-Risiken vor einer breiten Markteinführung zurück.

Für einen positiven Lichtblick aber sorgte Apple: Corona-Lockdowns in China hatten dem Computerkonzern zwar das wichtige Weihnachtsgeschäft verpatzt. Insgesamt aber habe das Unternehmen in einem schwachen Umfeld robust abgeschnitten, schrieb Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank.

Die Service-Sparte wachse dynamisch, betonte der Experte. Apple profitiere weiterhin von seiner treuen sowie zahlungskräftigen Kundschaft und du?rfte aus mit Marktanteilsgewinnen aus dieser schwierigen Situation hervorgehen. Die Papiere machten anfängliche leichte Verluste schnell wett und zogen zuletzt unter den besten Werten in Dow um gut drei Prozent an./la/zb

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die kanadische Bank RBC hat das Kursziel für Starbucks nach Quartalszahlen von 112 auf 109 US-Dollar gesenkt und die Einstufung auf "Sector Perform" belassen. Die Geschäftstrends der US-Kaffeehauskette auf dem heimischen Markt seien ordentlich geblieben, die Erwartungen wegen des anhaltenden Gegenwinds aus China aber verfehlt worden, schrieb Analyst Christopher Carril in einer am Freitag vorliegenden Studie. Mit der Öffnung Chinas gebe es zwar ermutigende Signale für eine dortige Erholung. Diese könnte aber länger als erwartet brauchen. Carril senkte seine Ergebnisschätzung (EPS) für 2023./gl/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 02.02.2023 / 22:47 / EST Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 02.02.2023 / 22:47 / EST

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MÜNCHEN (dpa-AFX Broker) - Die Baader Bank hat das Kursziel für Hugo Boss nach vorläufigen Geschäftszahlen von 56 auf 72 Euro angehoben und die Einstufung auf "Add" belassen. Die Dynamik beim Damen- und Herrenausstatter sei besser als erwartet, schrieb Analyst Volker Bosse in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die Zahlen belegten, dass das Unternehmen den konjunkturellen Widrigkeiten trotzen kann./bek/jha/

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.02.2023 / 11:56 / CET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.02.2023 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Hapag-Lloyd sind am Freitag nach einer Abstufung der Investmentbank Stifel unter Druck geraten. Nach einem Spitzenabschlag von fast vier Prozent gaben die Papiere der Container-Reederei zuletzt aber nur noch um 1,8 Prozent auf 214,60 Euro nach. Das Plus im neuen Jahr beläuft sich damit noch auf mehr als ein Fünftel.

Fallende Frachtvolumina, Flottenverstärkungen und sinkende Frachtraten machten die Aussichten im Logistik-Sektor unsicher, schrieb Stifel-Analyst Johannes Braun in einer am Freitag vorliegenden Studie. Er und sein Kollege Marc Zeck werden nun wählerischer, was die Sektorwerte betrifft. Auch wegen höherer Kosten wird Hapag-Lloyd nun zum Verkauf empfohlen, zumal die Aktien im Vergleich zur Konkurrenz zu anspruchsvoll bewertet seien. Die Frachtraten normalisierten sich schneller als gedacht, gleichzeitig werde die Container-Reederei von höheren Kosten belastet.

Auch Hapag-Lloyd selbst rechnet nach zwei extrem gewinnträchtigen Jahren mit einer Normalisierung des Geschäfts. "Jetzt müssen wir wieder um jede Box kämpfen, und wir müssen tatsächlich sicherstellen, dass wir jeden Tag gute Qualität abliefern", sagte Konzernchef Rolf Habben Jansen bereits am Dienstagabend. In den Corona-Jahren 2021 und 2022 hatten Reedereien wegen der immensen Nachfrage bei gleichzeitig gestörten Lieferketten und damit explodierenden Frachtraten weltweit enorme Gewinne eingefahren./niw/tih/jha/

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den positiven Überraschungen von Tesla und Meta dürfte die Rally an der Nasdaq-Börse am Freitag einen Rückschlag erleiden. "Big Tech" mit Apple , Amazon und Alphabet enttäuschte mit Quartalsberichten, die am Vorabend nach Börsenschluss vorgestellt wurden.

Passiert dies bei Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von zusammen etwa fünf Billionen US-Dollar, droht die Technologiebranche nach ihrem guten Lauf vorerst an ihre Grenzen zu stoßen. Der Nasdaq-100-Index , der bislang in diesem Jahr auf ein Plus von 17 Prozent kommt, wird vorbörslich 1,6 Prozent tiefer erwartet.

"Kurzum gesagt, die drei großen A’s an der Technologiebörse wurden den Erwartungen nicht gerecht", sagte der Marktbeobachter Christian Henke vom Broker IG. Die Titel der drei Giganten der US-Technologiebranche revidierten denn auch vorbörslich einen Großteil ihrer Vortagsgewinne. Für Apple ging es am Freitag vorbörslich am mildesten um 3,4 Prozent bergab, während die Titel von Amazon um 5,5 Prozent und von Alphabet um 4,4 Prozent absackten.

An den beiden Vortagen hatten die drei Aktien gemeinsam mit der Nasdaq-Börse viel Rückenwind bekommen: Zuerst wegen der Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed mit ihren Zinssteigerungen dem Ende näher kommt. Am Donnerstag sorgte dann nochmals Meta für prächtige Stimmung. Nach dem Kurssprung um 23 Prozent am Vortag ging es aber nun auch bei dem Social-Media-Konzern vorbörslich wieder um 2,4 Prozent bergab.

Apple, gemessen an der Marktkapitalisierung der größte Vertreter unter den drei Konzernen mit jüngster Zahlenvorlage, enttäuschte im so wichtigen Weihnachtsquartal mit der Umsatzentwicklung - in einer Zeit, in der der iPhone-Konzern normalerweise als Gelddruckmaschine gilt. Lieferprobleme etwa beim iPhone ließen die Erlöse mit dem Smartphone sinken. Statt der sonst üblichen Rekordzahlen gab es diesmal von Apple einen Umsatzrückgang von gut fünf Prozent.

Auch Alphabet enttäuschte die Anleger mit der Erlösentwicklung. Die Suchmaschine Google oder die Video-Plattform YouTube bekamen im vergangenen Quartal die Flaute im Online-Werbemarkt mit einem sinkenden Anzeigengeschäft zu spüren. Auch wenn Zuwächse bei Cloud-Diensten und gute Währungsgeschäfte halfen, die Lücke zu schließen, konnte der Mutterkonzern nur ein einprozentiges Umsatzplus ausweisen, was die Anleger nicht zufriedenstellte.

Etwas anders war die Situation bei Amazon: Hier störte vor allem der Ausblick auf das laufende Quartal jäh die gute Stimmung der vergangenen Tage. Der Online-Händler peilt lediglich einen Betriebsgewinn zwischen null und vier Milliarden an, was den Anlegern zu wenig war. Auch im Weihnachtsquartal, in dem der Online-Händler zwar mehr Umsatz schreiben konnte als erwartet, war der Betriebsgewinn bereits geschrumpft.

Der Deutsche-Bank-Experte Jim Reid hob hervor, dass Alphabet im vierten Quartal insbesondere auf der Youtube-Plattform die Erwartungen verfehlte. Bei Amazon kritisierte er den Nettoverlust in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar, der für den Online-Händler den ersten Jahresverlust seit 2014 bedeute. "Apple hatte eine schlechte Weihnachtszeit", ergänzte der Experte. Dies sei bedingt gewesen durch die Folgen der Covid-Richtlinien in China, die zu einer langsameren Einführung neuer Produkte geführt hätte.

"Der Bullenmarkt könnte nun noch etwas auf sich warten lassen", gibt sich Reid für die Nasdaq-Börse am Freitag zunächst vorsichtiger. Der technologielastige Nasdaq 100 hat sich seit seinem Tief, auf das er Anfang Januar noch absackte, mittlerweile um stolze 19,7 Prozent erholt. Für gewöhnlich spricht man aber erst ab einer Steigerung um 20 Prozent von einem "Bullenmarkt"./tih/ajx/stk

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für die A-Aktie von Alphabet nach Zahlen zum vierten Quartal von 130 auf 128 US-Dollar gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Infolge einer Branchen- und Konjunkturschwäche lasse die Umsatzdynamik nach, schrieb Analyst Eric Sheridan in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die Kostenkontrolle und die Marktführerschaft in Sachen Künstliche Intelligenz sprächen längerfristig aber für Alphabet./bek/gl

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.02.2023 / 00:09 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.02.2023 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Deutsche Bank Research hat Apple nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 160 US-Dollar belassen. Der Technologiekonzern habe seine unter den Konsensschätzungen liegenden Erwartungen im Schlussquartal 2022 weitgehend erfüllt, da negative Währungseffekte sich nicht so stark wie prognostiziert ausgewirkt hätten, schrieb Analyst Sidney Ho in einer am Freitag vorliegenden Studie. Zudem sei der Ausblick auf das laufende Quartal nicht so schlecht wie befürchtet. Der in Aussicht gestellte, fünfprozentige Umsatzrückgang sei zwar negativer als am Markt erwartet. Er hätte aber auch noch deutlicher ausfallen können. Unter dem Strich überwiegen die Chancen der Aktie laut dem Experten die Risiken./gl/bek

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.02.2023 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / CET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.02.2023 / 06:52 / CET

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HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat die Einstufung für Zur Rose auf "Buy" mit einem Kursziel von 106 Franken belassen. Mit dem Verkauf des Schweiz-Geschäfts an Migros stärke Zur Rose die Bilanz außerordentlich, schrieb Analyst Michael Heider in einer am Freitag vorliegenden Studie. Mit den Wachstumsambitionen auf dem deutschen Absatzmarkt stehe der Online-Medikamentenhändler nun gut da./bek/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.02.2023 / 08:15 / MEZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.02.2023 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / MEZ

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Amazon nach Zahlen zum vierten Quartal von 130 auf 142 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Es gebe erste Anzeichen, dass das Einzelhandelsgeschäft den Druck auf die Cloud-Tochter Amazon Web Services (AWS) ausgleicht, schrieb Analyst Douglas Anmuth in einer am Freitag vorliegenden Studie. Ermutigend seien die Aussagen des Unternehmens zu Kosteneinsparungen auf dem nordamerikanischen Markt./bek/jha/

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.02.2023 / 03:32 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.02.2023 / 03:32 / GMT

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FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Stifel hat Hapag-Lloyd von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 280 auf 175 Euro gesenkt. Analyst Johannes Braun und sein Kollege Marc Zeck betonten in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie, in diesem Jahr sei die richtige Aktienwahl im Logistik-Sektor wichtig. Die Taktik in Zeiten der Pandemie, auf egal welchen Wert zu setzen, werde wohl nicht mehr funktionieren. Denn fallende Frachtvolumina, Flottenverstärkungen und fallende Frachtraten machten die Aussichten unsicher. Während sie Hapag-Lloyd und Kühne & Nagel abstuften, bleiben Deutsche Post, DSV und Maersk die "Top Picks" der Experten./tih/bek

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.02.2023 / 00:46 / EST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.02.2023 / 00:46 / CET

KIEW/BRÜSSEL/WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) - Die USA stellen der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs weitere milliardenschwere Militärhilfen zur Verfügung. Das kündigte das US-Verteidigungsministerium am Freitag an. Die Bundesregierung erteilte unterdessen eine Exportgenehmigung für Kampfpanzer des Typs Leopard 1 in die Ukraine. Die Europäische Union versprach dem kriegsgeschundenen Land weitere Hilfen beim Wiederaufbau. Bei einem gemeinsamen Gipfel in Kiew sagte die EU dem Land auch volle Unterstützung bei Kiews Wunsch nach baldiger Mitgliedschaft zu. Eine konkrete zeitliche Perspektive blieb aber aus.

Überschattet wurde der Beginn des Gipfels von Luftalarm. Auslöser waren russische Kampflugzeuge im Luftraum über Belarus. Von dort aus werden regelmäßig Raketen in Richtung des Nachbarlandes abgefeuert. Auch am Nachmittag heulten wieder Sirenen. Raketeneinschläge wurden zunächst keine gemeldet.

Ukraine hofft auf baldigen EU-Beitritt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte nach dem EU-Ukraine-Gipfel sein Ziel deutlich, noch in diesem Jahr mit Verhandlungen über einen EU-Beitritt zu beginnen. Man werde bei der Arbeit für die Annäherung an die EU "nicht einen einzigen Tag verlieren". Die Ukraine ist seit vergangenem Sommer Beitrittskandidat.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel würdigten in großen Worten den Fortschritt der Ukraine auf dem Weg in die EU. In der gemeinsamen Abschlusserklärung fehlt aber eine konkrete zeitliche Perspektive. Darin bekräftigte die EU lediglich ihre Entschlossenheit, die europäische Integration des Landes zu unterstützen. Vor der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen muss Kiew eine Reihe von Bedingungen vollständig erfüllen. Dabei geht es etwa um das Auswahlverfahren von Verfassungsrichtern und einen stärkeren Kampf gegen Korruption, insbesondere auf hoher Ebene. Einen festen Zeitplan gebe es nicht, sagte von der Leyen, sondern es müssten eben bestimmte Ziele erreicht werden.

EU will Preis für russische Dieselexporte begrenzen

Die EU will gemeinsam mit internationalen Partnern Russland dazu zwingen, Erdölprodukte wie Diesel künftig unter Marktpreis an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Eine am Freitag von Regierungsvertretern erzielte Absprache sieht eine Preisobergrenze von vorerst 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) vor, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigten. Umgerechnet sind das derzeit rund 91 Euro. Zum Vergleich: An internationalen Börsen wurde ein Barrel Diesel zur Lieferung nach Europa zuletzt zu Preisen von umgerechnet etwa 100 bis 120 Euro gehandelt. Mit dem Export von Erdölprodukten macht Russland Milliardengeschäfte, das Geld kann Moskau zur Kriegsfinanzierung nutzen.

Ukrainischer Botschafter begrüßt Genehmigung für Leopard-1-Panzer

Die Ukraine wird voraussichtlich deutlich mehr deutsche Leopard-Kampfpanzer erhalten als bisher erwartet. Nach der Zusage von 14 Leopard 2 der Bundeswehr gab die Bundesregierung am Freitag auch für den Export von Panzern des älteren Typs Leopard 1 aus Industriebeständen grünes Licht. Die Stückzahl blieb zunächst offen. Es werde nun "insbesondere Sache der Unternehmen sein, herauszufinden, was denn real praktisch lieferbar ist", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev begrüßte die Ankündigung. "Nach der historischen Entscheidung der letzten Woche zu den Leopard 2 ist es ein wichtiges Zeichen, dass die Panzerkoalition von den westlichen Partnern nicht nur gebildet wurde, sondern zunimmt und stärker wird", sagte Makeiev der Deutschen Presse-Agentur. Der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk kritisierte, die Exportgenehmigung hätte viel früher kommen können. Das Düsseldorfer Unternehmen Rheinmetall habe bereits im April vergangenen Jahres angeboten, 88 Leopard 1A5 in die Ukraine zu liefern, sagte der frühere ukrainische Botschafter der Deutschen Presse-Agentur.

Der Leopard 1 ist der erste Kampfpanzer, der für die Bundeswehr nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Er wurde zwischen Mitte der 60er und Mitte der 80er Jahre produziert. Die in der vergangenen Woche zugesagten 14 Leopard-2-Panzer sind deutlich moderner.

Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wollen Rheinmetall und die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) Dutzende Panzer vom Typ Leopard 1 für den Export in die Ukraine aufbereiten. Dem Bericht zufolge gibt es bisher jedoch Probleme bei der Beschaffung von Munition.

Neue Hilfszusagen aus Washington

Als wichtigster Verbündeter der Ukraine gelten die USA. Aus Washington kamen am Freitag neue Zusagen. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Pat Ryder, kündigte ein neues Paket im Umfang von rund 2,2 Milliarden US-Dollar (rund 2 Milliarden Euro) für Kiew an. Damit haben die USA der Ukraine nach Angaben des Pentagons seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar militärische Hilfe im Umfang von rund 29,3 Milliarden US-Dollar bereitgestellt oder zugesagt. Darin enthalten seien vor allem weiteres Gerät zur Luft- und Panzerabwehr sowie Artilleriemunition und Raketen verschiedener Reichweite für die von den USA gelieferten Mehrfachraketenwerfer des Typs Himars. Das Paket umfasse außerdem weitere gepanzerte Infanteriefahrzeuge./jac/DP/zb

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung stellt der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs weitere milliardenschwere Militärhilfen zur Verfügung. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Pat Ryder, kündigte am Freitag ein neues Paket im Umfang von knapp 2,2 Milliarden US-Dollar (rund 2 Milliarden Euro) für Kiew an. Darin enthalten seien vor allem weiteres Gerät zur Luft- und Panzerabwehr, Artilleriemunition und Raketen verschiedener Reichweite für die von den USA gelieferten Mehrfachraketenwerfer des Typs Himars. Das Paket umfasse außerdem weitere gepanzerte Infanteriefahrzeuge.

Ausrüstung im Wert von 425 Millionen Dollar komme direkt aus Beständen des US-Militärs, weitere Waffen im Wert von 1,75 Milliarden Dollar bestelle man bei der Rüstungsindustrie, teilte das Pentagon mit. Damit haben die USA nach Angaben des Pentagons seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar der Ukraine militärische Hilfe im Umfang von rund 29,3 Milliarden US-Dollar bereitgestellt oder zugesagt.

Die USA gelten als wichtigster Verbündeter der Ukraine und haben in rasanter Abfolge diverse große Pakete mit Waffen und Munition auf den Weg gebracht. Die Amerikaner haben Kiew dabei verschiedene schwere Waffensysteme zur Verfügung gestellt oder zugesagt, darunter die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars. Ende Januar hatte die US-Regierung nach langem Hin und Her und parallel zur deutschen Zusage von Leopard-Panzern für Kiew auch angekündigt, der Ukraine 31 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams zu liefern. Diese werden nach Angaben der Regierung aber erst in mehreren Monaten in der Ukraine erwartet./jac/DP/zb

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WASHINGTON/PEKING (dpa-AFX) - Ein mysteriöser Ballon im amerikanischen Luftraum sorgt für neue schwere Spannungen zwischen den USA und China: Die US-Regierung warf Peking Spionage vor und sagte einen Peking-Besuch von Außenminister Antony Blinken am Freitag praktisch in letzter Minute ab. China gab nach einigem Zögern zu, dass es sich um ein chinesisches Flugobjekt handelt. Der Ballon diene aber lediglich wissenschaftlichen Zwecken und sei von seiner Flugbahn abgekommen. Die US-Regierung blieb dagegen bei ihren Spähvorwürfen gegen China. Sie wertete die Aktion als Verstoß gegen die Souveränität der USA und gegen internationales Recht.

Blinken hatte ursprünglich noch am Freitag aufbrechen wollen, um mit der chinesischen Führung in Peking Gespräche zu führen. Die Entdeckung des Ballons - so kurz vor dem Besuch - wurde in den USA als Provokation gewertet. Der Vorfall belastet die ohnehin angespannten Beziehungen der beiden Mächte zusätzlich.

Das US-Verteidigungsministerium hatte die Entdeckung am Donnerstagabend (Ortszeit) publik gemacht. Demnach wurde der Ballon bereits am Mittwoch über dem Bundesstaat Montana im Nordwesten gesichtet. Ein hochrangiger Pentagon-Mitarbeiter sagte, Verteidigungsminister Lloyd Austin habe die Führungsriege des Ressorts deshalb zusammengetrommelt. Auch Präsident Joe Biden sei informiert worden und habe militärische Optionen erbeten.

Es sei erwogen worden, den Ballon abzuschießen, sagte der Beamte. Provisorisch wurden demnach auch F-22-Kampfjets in Bereitschaft versetzt und der Flugverkehr in Montanas größter Stadt Billings vorübergehend eingestellt. Wegen der Gefahr durch herabfallende Trümmer sei am Ende aber die Entscheidung gefallen, den Ballon nicht zu zerstören. Es seien allerdings diverse Vorkehrungen getroffen worden, um sensible Informationen zu schützen.

Auf einem Stützpunkt der US-Luftwaffe in Montana lagern nach Angaben der Zeitung "Wall Street Journal" 150 mit Atomsprengköpfen bestückte Interkontinentalraketen vom Typ Minuteman III. Die Spionagesysteme eines Ballons lieferten aber nur einen "begrenzten Mehrwert" im Vergleich zu Informationen, die China mit Satelliten sammeln könne.

"Derzeit gehen wir davon aus, dass dieser Ballon nur einen begrenzten Zusatznutzen für die Informationsbeschaffung hat", hieß es auch aus dem Pentagon. Schon in der Vergangenheit habe es ähnliche Vorfälle gegeben. Diesmal halte sich der Ballon aber länger als sonst über den USA auf. Pentagon-Sprecher Pat Ryder sagte am Freitag, der Ballon befinde sich derzeit in einer Höhe von mehr als 18 Kilometern und damit weit oberhalb der Reichweite des zivilen Flugverkehrs. Er bewege sich in östliche Richtung. Die Menschen könnten in den Himmel schauen und den Ballon sehen. Zu dessen Größe äußerte er sich nicht.

Die Tatsache, dass dieser trotz der gewaltigen Höhe mit bloßem Auge erkennbar ist, deutet aber auf beachtliche Ausmaße hin. Ebenso die Tatsache, dass das US-Militär aus Angst vor einem großflächigen Trümmerfeld bislang davon absah, den Ballon abzuschießen.

Dieser stelle keine militärische Bedrohung oder Gefahr für Menschen am Boden dar, hieß es aus dem Pentagon. Auch für Flugzeuge sei der Ballon aufgrund seiner extremen Flughöhe ungefährlich. Peking sei auf verschiedenen Kanälen kontaktiert worden. "Wir haben ihnen deutlich gemacht, wie ernst wir diese Sache nehmen."

Die chinesische Regierung warnte zunächst vor übereilten Spekulationen. Später folgte eine weitere Erklärung: Das Außenministerium in Peking wies den Spionagevorwurf zurück, gab aber eine Überschreitung der Grenze zu. Es habe sich um ein "ziviles" chinesisches Luftschiff für Forschungszwecke vor allem meteorologischer Art gehandelt, das durch starke Westwinde "weit von seinem geplanten Kurs abgekommen" sei. "China bedauert den unerwarteten Eintritt in den Luftraum der USA durch höhere Gewalt."

Das Pentagon widersprach: "Wir wissen, dass es ein Überwachungsballon ist", sagte Ryder am Freitag mit Blick auf die Erklärung aus China. Der Ballon sei auch sehr wohl manövrierfähig. Man gehe davon aus, dass dieser noch mehrere Tage über US-Territorium fliegen werde.

Trotz der Beschwichtigungsversuche der Chinesen ließ die US-Regierung Blinkens fürs Wochenende geplante Peking-Reise - der erste Besuch eines US-Außenministers seit 2018 - platzen. Ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums sagte, man habe das Bedauern aus Peking zur Kenntnis genommen. Die Tatsache, dass der Ballon in den US-Luftraum eingedrungen sei, stelle jedoch eine "klare Verletzung unserer Souveränität" und internationalen Rechts dar. "Es ist nicht hinnehmbar, dass dies geschehen ist." Angesichts dessen seien die Umstände für einen Besuch nicht gegeben. Blinken wolle die Reise aber nachholen. Die Kommunikationskanäle nach Peking blieben offen.

Das Verhältnis beider Länder ist ohnehin sehr angespannt. Für Streit sorgen Chinas Rückendeckung für Russlands Krieg in der Ukraine, chinesische Drohungen gegen Taiwan, Ansprüche Pekings im Südchinesischen Meer, der Handelskrieg und US-Exportkontrollen für Hochtechnologie. China wirft den USA vor, seinen Aufstieg eindämmen zu wollen und einen neuen Kalten Krieg zu verfolgen.

Aus den Reihen der US-Republikaner kamen laute Forderungen nach einer härteren Gangart gegenüber China. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, mahnte, Biden dürfe zu der "dreisten Missachtung der US-Souveränität" nicht schweigen. Auch der Ex-Pentagon-Chef Mark Esper, der unter dem republikanischen Präsidenten Donald Trump im Amt war, sprach von einer "dreisten Aktion". Dem Sender CNN sagte Esper: "Die Chinesen spionieren uns schon seit Jahrzehnten aus." Die USA müssten klarmachen, dass sie sich das nicht gefallen ließen. "Man muss den Chinesen auf Augenhöhe begegnen", mahnte er. "Sie reagieren nur auf Entschlossenheit."/jac/DP/zb

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung will auch mit der neuen italienischen Führung unter der rechtsradikalen Regierungschefin Giorgia Meloni eng kooperieren. Man arbeite "sehr intensiv" zusammen, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitag nach einem Antrittsbesuch Melonis im Kanzleramt. Den bereits mit der Vorgängerregierung geplanten Aktionsplan über eine Vertiefung der Beziehungen wolle man unverändert abschließen.

Auch Meloni, die in ihrer Oppositionsrolle von einer Allergie gegen Deutschland gesprochen hatte, schlug versöhnliche Töne an. "Keine Ahnung, wann ich das gesagt haben soll", sagte sie auf eine Frage nach dieser Aussage. Sie habe lediglich einmal gesagt, dass sie daran gescheitert sei, Deutsch zu lernen. "Aber nicht, weil ich allergisch bin", betonte die Parteichefin der rechtsradikalen Fratelli d'Italia.

Im April 2019 hatte Meloni in einem Zeitungsinterview gesagt, sie habe Spanisch und Französisch gelernt. An Deutsch habe sie sich versucht, aber es nicht geschafft, obwohl sie eine "Streberin" sei. "Ich bin allergisch gegen Deutschland, auch bei Büchern", erklärte Meloni damals.

Meloni ist seit etwa drei Monaten im Amt. Die Befürchtungen, sie könne zu einer Gefahr für den Zusammenhalt Europa werden, haben sich bisher nicht bestätigt. Bei ihrem Besuch in Berlin bekräftigte sie aber ihren harten Kurs zur Eindämmung der Migration nach Europa. Bei der Frage nach Verantwortung und Solidarität dürfe man die Entscheidung nicht den Schleppern überlassen, sagte sie.

Scholz betonte mit Blick auf das Thema, dass derjenige, der ein Anrecht habe in Europa, auch bleiben können müsse. Europa brauche Zuwanderung, sagte der Kanzler mit Blick auf den Fachkräftemangel.

Das Innenministerium in Rom verzeichnet jedes Jahr Zehntausende Bootsmigranten, die über das Mittelmeer in Italien ankommen. Viele von ihnen machen sich aber weiter auf in den Norden Europas. Nach Melonis Vorstellung sollen die Menschen bereits in Nordafrika, von wo sie meist in See stechen, Asyl anfragen, um festzustellen, ob sie legal nach Italien kommen dürften.

Den von der EU-Kommission vorgelegten Plan zur Transformation der Wirtschaft bezeichnete Scholz als eine Grundlage für die Beratungen auf dem anstehenden EU-Gipfel. Europa müsse dauerhaft eine führende Stellung bei der grünen Transformation einnehmen, betonte er. Der Kanzler warnte zugleich mit Hinweis auf ein milliardenschweres Subventionsprogramm der USA für dort produzierende Firmen vor einem weltweiten Subventionswettlauf.

Meloni regiert Italien seit Ende Oktober. Gleich zu Beginn stellte sie in einer Rede im Parlament klar, dass Italien ein "vertrauenswürdiger Partner" in der Nato bleiben werde. Den russischen Krieg in der Ukraine verurteilte sie: "Wir dürfen den Krieg der Aggression und Verletzung der territorialen Integrität einer souveränen Nation nicht akzeptieren."

Etwas mehr als 100 Tage sind Meloni und ihre rechte Regierung nun im Amt. Manch ein Beobachter erkennt bislang keinen klaren Kurs. "Melonis erste 100 Tage im Amt zeichnen sich durch sehr vorsichtige Schritte in sensiblen Themenfeldern aus, wie die Beziehung zu Brüssel, die Handhabung der öffentlichen Finanzen und die Unterstützung der Ukraine", sagt Politik-Experte Wolfango Piccoli. Es sei immer noch unklar, wofür sie eigentlich stehe. Ihre Regierung habe bislang nicht viel getan.

Bisher sei kein Bruch in der italienischen Außenpolitik zu erkennen - auch nicht beim Thema Ukraine, sagte der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Zugleich mahnte Schmid Wachsamkeit an. Auch der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter, mahnte, sich von zurückhaltendem Auftreten nicht täuschen lassen. "Meloni ist noch immer die Vertreterin einer postfaschistischen Partei, die extrem rechte Positionen vertritt", sagte der Grünen-Politiker./jon/mfi/DP/zb

BERLIN (dpa-AFX) - Italiens ultrarechte Regierungschefin Giorgia Meloni will die Einwanderung aus Nordafrika nach Italien und Europa weiter stark einschränken. Bei der Frage nach Verantwortung und Solidarität dürfe man die Entscheidung nicht den Schleppern überlassen, sagte Meloni am Freitagabend in Berlin nach ihrem Antrittsbesuch bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Sie sei einverstanden damit, dass ein Element der Zusammenarbeit mit den Abreiseländern dieser Migranten die Bereitschaft sein könne, dabei zu helfen, die illegale Migration zu stoppen - im Austausch für einen Anteil an legaler Migration, erklärte die Parteichefin der rechtsradikalen Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) weiter.

Scholz betonte mit Blick auf das Thema, dass derjenige, der ein Anrecht habe in Europa, auch bleiben können müsse. Es müsse auch legale Wege zur Einwanderung geben. Europa brauche Zuwanderung, sagte Scholz mit Blick auf den Fachkräftemangel.

Meloni verwies darauf, dass ein Großteil der ankommenden Migranten in Italien kein Schutzrecht hätte. Wirtschaftsmigranten und Flüchtlinge wie dieselben Dinge zu behandeln führe zu den Problemen, die man heute sehe. Das Innenministerium in Rom verzeichnet jedes Jahr Zehntausende Bootsmigranten, die über das Mittelmeer in Italien ankommen. Viele von ihnen machen sich aber weiter auf in den Norden Europas. Nach Melonis Vorstellung sollen die Menschen bereits in Nordafrika, von wo sie meist in See stechen, Asyl anfragen, um festzustellen, ob sie legal nach Italien kommen dürfen./jon/DP/zb

WASHINGTON (dpa-AFX) - Im Streit über einen großen chinesischen Ballon im amerikanischen Luftraum bleibt die US-Regierung bei ihren Spionagevorwürfen gegen Peking. "Wir wissen, dass es ein Überwachungsballon ist", sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Pat Ryder, am Freitag in Washington. Er könne keine Angaben zu Details machen, betonte Ryder, machte aber klar, dass das Pentagon nach wie vor zu seiner Einschätzung des Vorfalls stehe. Der Ballon sei auch sehr wohl manövrierfähig. Man gehe davon aus, dass dieser noch mehrere Tage über das Territorium der USA fliegen werde.

Das Pentagon hatte am Donnerstagabend die Sichtung des chinesischen Ballons über dem Nordwesten der USA publik gemacht und Peking vorgeworfen, dieser diene Spionagezwecken. Die chinesische Regierung wies das zurück und erklärte, es handele sich um ein "ziviles" chinesisches Luftschiff für Forschungszwecke vor allem meteorologischer Art, das durch starke Westwinde "weit von seinem geplanten Kurs abgekommen" sei. "China bedauert den unerwarteten Eintritt in den Luftraum der USA durch höhere Gewalt."

Ryder sagte, der Ballon befinde sich derzeit in einer Höhe von mehr als 18 Kilometern und damit weit oberhalb der Reichweite des zivilen Flugverkehrs. Er bewege sich in östliche Richtung und fliege momentan über dem Zentrum der Vereinigten Staaten. Nähere Angaben könne er nicht machen. Auf die Nachfrage, ob die Bevölkerung nicht ein Anrecht auf konkretere Information zum Standort des Flugobjekts habe, sagte Ryder, die Menschen könnten in den Himmel schauen und den Ballon selbst sehen. Zur Größe des Ballons äußerte er sich nicht.

Die Tatsache, dass dieser trotz der gewaltigen Höhe mit bloßem Auge erkennbar ist, deutet aber auf beachtliche Ausmaße hin. Ebenso die Tatsache, dass das US-Militär nach eigenen Angaben bislang davon absah, den Ballon abzuschießen - angesichts eines erwarteten großen Trümmerfeldes, das potenziell Zivilisten gefährden könnte./jac/DP/zb

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung stellt der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs weitere milliardenschwere Militärhilfen zur Verfügung. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Pat Ryder, kündigte am Freitag ein neues Paket im Umfang von rund 2,2 Milliarden US-Dollar (rund 2 Milliarden Euro) für Kiew an. Damit haben die USA der Ukraine nach Angaben des Pentagons seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar militärische Hilfe im Umfang von rund 29,3 Milliarden US-Dollar für Kiew bereitgestellt oder zugesagt. Das neue Paket umfasse Luftverteidigungsfähigkeiten sowie gepanzerte Fahrzeuge und andere Ausrüstung, sagte Ryder.

Die USA gelten als wichtigster Verbündeter der Ukraine und haben in rasanter Abfolge diverse große Pakete mit Waffen und Munition auf den Weg gebracht. Die Amerikaner haben Kiew dabei verschiedene schwere Waffensysteme zur Verfügung gestellt oder zugesagt, darunter die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars. Ende Januar hatte die US-Regierung nach langem Hin und Her und parallel zur deutschen Zusage von Leopard-Panzern für Kiew auch angekündigt, der Ukraine 31 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams zu liefern. Diese werden nach Angaben der Regierung aber erst in mehreren Monaten in der Ukraine erwartet./jac/DP/zb

(In der Überschrift wurde die Position der Anführungszeichen geändert.)

BERLIN (dpa-AFX) - Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni kann sich nach eigenen Worten nicht erinnern, "allergisch" gegen Deutschland zu sein. "Keine Ahnung, wann ich das gesagt haben soll", erklärte die rechtsradikale Ministerpräsidentin am Freitagabend nach einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin. Die 46-Jährige bestätigte dagegen, dass Deutsch die einzige Sprache gewesen sei, die sie zwar studiert, aber nicht gut gelernt habe. "An Deutsch bin ich gescheitert - man scheitert eben - aber nicht, weil ich allergisch bin", sagte die Parteichefin der rechtsradikalen Fratelli d'Italia.

Im April 2019 hatte Meloni in einem Zeitungsinterview gesagt, sie habe Spanisch und Französisch gelernt. An Deutsch habe sie sich versucht, aber es nicht geschafft, obwohl sie eine "Streberin" sei. "Ich bin allergisch gegen Deutschland, auch bei Büchern", erklärte sie damals. Meloni, die seit Ende Oktober 2022 in Rom regiert, besuchte am Freitag zunächst Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson in Stockholm und reiste später nach Berlin zu ihrem Antrittsbesuch./jon/DP/zb

NEW YORK (dpa-AFX) - Angesichts von Spionagevorwürfen der USA gegen China warnen die Vereinten Nationen vor weiter steigenden Spannungen zwischen den Großmächten. "Wir würden eine solche Situation nicht wollen, in der die Spannungen zwischen Washington und Peking zunehmen", sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Freitag in New York. Angesichts der globalen Führungsposition beider Länder obliege es ihnen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Situation zu lösen. Die Vereinten Nationen hätten dabei aber keine eigenen Informationen über den Vorfall.

Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und China werden durch neue Verstimmungen belastet: Das US-Militär wirft Peking vor, einen großen Spionageballon über dem Norden der Vereinigten Staaten platziert zu haben. Das US-Verteidigungsministerium machte die Entdeckung am Donnerstagabend (Ortszeit) publik. Demnach gab es auch Erwägungen, den Ballon abzuschießen. Peking gab nach Zögern zu, dass es sich um ein chinesisches Flugobjekt handele, das aber lediglich wissenschaftlichen Zwecken diene und versehentlich von seiner Flugbahn abgekommen sei./scb/DP/zb

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung will die enge Zusammenarbeit auch mit der neuen italienischen Führung unter der rechtsradikalen Regierungschefin Giorgia Meloni fortsetzen. Beide Länder hätten enge Verbindungen - politisch, wirtschaftlich wie auch kulturell, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitag nach einem Antrittsbesuch Melonis im Kanzleramt. Italien sei für viele Deutsche ein "Sehnsuchtsland". Beide Regierungen seien entschlossen, die enge Zusammenarbeit fortzusetzen. Der SPD-Politiker hob die Einigkeit bei der Unterstützung der Ukraine gegen die russische Aggression hervor. "Das wird auch so bleiben", betonte der Kanzler.

Mit Melonis Vorgänger Mario Draghi hatte Scholz bei einem Besuch in Rom im Dezember 2021 noch die Erarbeitung eines Aktionsplans vereinbart, der die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern stärken soll. Dazu sagte Scholz am Freitag, es werde intensiv an dem Plan gearbeitet, um ihn zügig fertigzustellen.

Mit Blick auf die Migration nach Europa betonte Scholz, wer ein Anrecht habe in Europa, müsse auch bleiben können. Es müsse auch legale Wege zur Einwanderung geben. Europa brauche Zuwanderung, sagte Scholz mit Blick auf den Fachkräftemangel.

Den von der EU-Kommission vorgelegten Plan zur Transformation der Wirtschaft bezeichnete Scholz als eine Grundlage für die Beratungen auf dem anstehenden EU-Gipfel. Europa müsse dauerhaft eine führende Stellung bei der grünen Transformation einnehmen, betonte er. Der Kanzler warnte zugleich mit Hinweis auf ein milliardenschweres Subventionsprogramm der USA für dort produzierende Firmen vor einem weltweiten Subventionswettlauf./shy/DP/zb

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