dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

22.07.2018

dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

Schmerzliches Ende der Ära Marchionne bei Fiat Chrysler und Ferrari

TURIN - Konzernlenker Sergio Marchionne muss die Chef-Posten beim italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler und der Tochter Ferrari aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Wie ernst der Zustand des 66-Jährigen ist, machten die Mitteilungen der Unternehmen nach Dringlichkeitssitzungen der Aufsichtsräte am Samstag deutlich. An der Spitze von Fiat steht nun der bisherige Jeep-Chef Mike Manley. Und auch Formel-1-Pilot Sebastian Vettel bekommt einen neuen Chef: Fiat-Präsident John Elkann.

ROUNDUP/Probleme mit neuen Abgastests: VW muss Autos ab August zwischenparken

WOLFSBURG - Der Autobauer Volkswagen will voraussichtlich ab August erste Fahrzeuge wegen der Schwierigkeiten mit dem neuen Abgastest WLTP zwischenlagern. Der genaue Zeitpunkt könne je nach Produktionsstandort unterschiedlich ausfallen, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Für die Zwischenlagerung seien sowohl offene Flächen als auch Parkhäuser angemietet worden.

US-Börsenaufsicht brummt Deutsche-Bank-Töchtern Millionenstrafe auf

WASHINGTON - Die Deutsche Bank kommen Regelverstöße in den USA abermals teuer zu stehen. Die US-Börsenaufsicht SEC brummte zwei US-Töchtern des Geldhauses wegen verbotener Geschäftspraktiken bei bestimmten Aktien-Hinterlegungsscheinen eine Strafe von fast 75 Millionen Dollar (64 Mio Euro) auf. Das teilte die Behörde am Freitag in Washington mit. Aktien-Hinterlegungsscheine, sogenannte ADR (American Depositary Receipts), stellen eine Alternative zum Handel von Anteilen ausländischer Firmen am US-Kapitalmarkt dar.

'Spiegel': Auch Porsche Panamera vor Diesel-Rückruf - 'Überprüfungen'

BERLIN/STUTTGART - Bei Porsche soll einem Bericht zufolge nach Diesel-Modellen des Cayenne und Macan nun auch die Luxuslimousine Panamera vor einem Rückruf wegen auffälliger Abgaswerte stehen. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin meldete, werde das zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) "in Kürze" eine verpflichtende Aktion anordnen. Grund sei ein erhöhter Ausstoß schädlicher Stickoxide.

Weil gegen schärfere CO2-Auflagen für die Autoindustrie

HANNOVER - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat vor zu hohen Umweltauflagen für die Autoindustrie gewarnt. "Man darf den Bogen nicht überspannen", sagte der SPD-Politiker, der auch im VW -Aufsichtsrat sitzt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag). Mit Blick auf Forderungen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nach härteren CO2-Vorgaben wies Weil darauf hin, dass die EU hier bereits jetzt weltweit die strengsten Vorgaben für die Autoindustrie habe. "Ich kann nur dringend davor warnen, das weiter zu verschärfen", sagte er.

Presse: Datenleck bei Autobauern - auch VW betroffen

NEW YORK - Zehntausende Dokumente mit sensiblen Daten großer Autohersteller sind laut einem Zeitungsbericht vorübergehend öffentlich im Internet aufgetaucht. Das 157 Gigabyte umfassende Datenleck sei diesen Monat von einem Sicherheitsforscher entdeckt worden und habe Branchenschwergewichte wie Volkswagen , Toyota , General Motors , Ford , Fiat Chrysler und Tesla betroffen, schrieb die "New York Times" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe.

6000 Post-Beschwerden im ersten Halbjahr 2018

BONN - Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind bei der Bundesnetzagentur fast so viele Beschwerden über de Post-Bereich eingegangen wie im gesamten Jahr 2017. Rund 6000 schriftliche Beschwerden zählte die Behörde in den ersten sechs Monaten in Sachen Post-Dienstleistungen, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ein Rekord. Im gesamten vergangenen Jahr lag die Zahl mit 6100 nur knapp darüber. Angesichts des stetig wachsenden Paketmarktes mit mehr als 3,3 Milliarden Zustellungen im vergangenen Jahr liegen die Beschwerdezahlen aber weiter auf niedrigem Niveau.

ROUNDUP: Über 200 000 Autokäufer nutzen Umweltprämie - teilweise Verlängerung

BERLIN - Weit über 200 000 Kunden haben inzwischen die Umweltprämien der deutschen Autobauer zum Umstieg von einem alten Diesel auf ein saubereres Fahrzeug in Anspruch genommen. Kurz vor dem ersten Jahrestag des Diesel-Gipfels (2. August) berichten die Konzerne von einer insgesamt guten Entwicklung. Details zur genaueren Nutzung und zu den Kosten der selbstfinanzierten Kaufanreize, die ein wichtiger Teil der Zusagen beim damaligen Treffen mit der Regierung waren, wollten einige Unternehmen aber nicht nennen. Eine Übersicht:

ROUNDUP: Preise für Flüge von deutschen Flughäfen gesunken

WIESBADEN/FRANKFURT - Nach den Preiserhöhungen im Herbst und Winter können Reisende von deutschen Flughäfen inzwischen wieder billiger abheben. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes waren Verbindungen im Juni innerhalb Deutschlands im Vergleich zum Vorjahresmonat im Schnitt um 4,3 Prozent günstiger. Auf Flügen in Europa kosteten Hin- und Rückflug 2,5 Prozent und auf Interkontinentalstrecken 5,3 Prozent weniger. Billiger wurde es vor allem in der Economy Class.

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Weitere Meldungen

-ROUNDUP: Leere Bierkästen dringend gesucht - Brauer brauchen Pfand vor Ferien

-ROUNDUP/Presse: Verunreinigte Blutdrucksenker 2017 weit verbreitet

-Gute Honigernte dank Mai-Wetter

-Minister Scheuer über BER-Baustelle: 'Werde da dranbleiben'

-Presse: 85 Prozent der Ex-Air-Berliner haben wieder einen Job

-ARD-Promis schlagen bei der Quote die RTL-Kids

-ROUNDUP: Patienten sollen per Anruf zu Arzt oder Notaufnahme dirigiert werden

-ROUNDUP: Minister will Bahn bei Verkehrssteigerung unterstützen°

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ROUNDUP: Sie lesen im Unternehmens-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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22.07.2018

'Panama Papers'-Skandal auf Malta: Regierungschef und Frau entlastet

VALLETTA (dpa-AFX) - Maltas Regierungschef und seine Frau sind im Skandal um eine Briefkastenfirma in Panama entlastet worden. Für den Vorwurf, Joseph Muscats Frau Michelle sei an einer in den "Panama Papers" erwähnten Firma beteiligt gewesen, habe der Untersuchungsrichter keine Beweise gefunden, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung. Vorgelegte Beweise hätten sich als Fälschung entpuppt, außerdem hätten sich Zeugenaussagen widersprochen.

Das Ehepaar hatte die Vorwürfe, die die ermordete maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia aufgeworfen hatte, stets zurückgewiesen. "Michelle und ich sind beide erleichtert, dass dieser Alptraum vorbei ist", sagte Muscat am Sonntag.

Caruana Galizia, die im Oktober bei einem Bombenattentat ums Leben gekommen war, hatte ihre Berichte auf die Aussagen einer ehemaligen Bankangestellten gestützt. Der Korruptionsskandal hatte 2017 zu einer vorgezogenen Parlamentswahl in dem Inselstaat geführt, die Muscat dennoch gewann.

Bei den "Panama Papers", die ein internationales Recherchenetzwerk im Frühjahr 2016 aufgedeckt hatte, handelt es sich um vertrauliche Unterlagen einer Beratungsfirma. Sie beinhalteten Strategien zur Steuervermeidung, aber auch Hinweise auf Geldwäsche und andere Delikte./hg/DP/he

22.07.2018

ARD-Promis schlagen bei der Quote die RTL-Kids

BERLIN (dpa-AFX) - ARD gegen RTL , Promis gegen Kinder: Beim Rennen der großen Samstagabendshows hatte das Erste die Nase vorn. Kai Pflaumes mehr als drei Stunden dauerndes Spektakel "Wer weiß denn so sowas XXL" mit den "Teamchefs" Elton und Bernhard Hoëcker sowie den prominenten Kandidaten Iris Berben, Torsten Sträter, Christoph Maria Herbst und Jessica Schwarz interessierte ab 20.15 Uhr 4,63 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil betrug 20,4 Prozent. Die "Tagesschau" hatten zuvor allein im Ersten 4,27 Millionen Menschen (20,7 Prozent) gesehen.

Gegen Pflaume hatte Entertainer Max Giermann mit der Premiere seiner RTL-Show "Einstein Junior - Deutschlands cleverste Kids" keine Chance: Lediglich 1,17 Millionen Zuschauer (5,0 Prozent) schalteten die Sendung ein, in der sich besonders schlaue Kinder hervortun konnten.

Deutlich besser erging es der Wiederholung des ZDF-Krimis "Wilsberg: Mord und Beton" mit Leonard Lansink aus dem Jahr 2016, den 4,01 Millionen Menschen (17,1 Prozent) verfolgten. Die Sat.1-Parodie "Der Schuh des Manitu" kam zeitgleich auf 1,37 Millionen Zuschauer (5,8 Prozent) , das ProSieben-Drama "The Finest Hours" auf 1,30 Millionen (5,6 Prozent), der RTL-II-Actionfilm "Twister" auf 0,89 Millionen (3,8 Prozent) und die Kabel-eins-Krimiserie "Hawaii Five-O" auf 0,88 Millionen (3,8 Prozent)./cr/DP/he

22.07.2018

Schmerzliches Ende der Ära Marchionne bei Fiat Chrysler und Ferrari

TURIN (dpa-AFX) - Konzernlenker Sergio Marchionne muss die Chef-Posten beim italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler und der Tochter Ferrari aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Wie ernst der Zustand des 66-Jährigen ist, machten die Mitteilungen der Unternehmen nach Dringlichkeitssitzungen der Aufsichtsräte am Samstag deutlich. An der Spitze von Fiat steht nun der bisherige Jeep-Chef Mike Manley. Und auch Formel-1-Pilot Sebastian Vettel bekommt einen neuen Chef: Fiat-Präsident John Elkann.

In "tiefer Trauer" teilte Fiat am Samstag mit, dass es im Laufe der vergangenen Woche zu unerwarteten Komplikationen gekommen sei, die sich in den letzten Stunden erheblich verschlechtert hätten. Marchionne könne seine Arbeit als Fiat-Chef sowie als Präsident und Vorstandschef von Ferrari nicht wieder aufnehmen, erklärten die Unternehmen.

Eigentlich sollte Marchionne an der Schulter operiert werden und sich davon schnell erholen. Doch seit Freitag kursierten Gerüchte, wonach Konzernspitzen auf der Suche nach einem Nachfolger seien.

"Ich bin zutiefst betrübt, von dem Gesundheitszustand von Sergio zu erfahren", erklärte Elkann. "Es ist eine Situation, die ein paar Jahre undenkbar gewesen wäre, und die uns alle mit einem Gefühl von Ungerechtigkeit zurücklässt." Der Belegschaft schrieb der Manager den "schwierigsten Brief, den ich je geschrieben habe" und schloss eine Rückkehr von Marchionne aus.

Die italienischen Zeitungen schrieben am Sonntag vom "Ende einer Epoche". Der Italo-Kanadier war 2004 an die Fiat-Spitze gerückt, als das Unternehmen kurz vor der Pleite stand. Zehn Jahre später fädelte er die Übernahme des ebenfalls schwer angeschlagenen US-Rivalen Chrysler ein.

Seit der Fusion im Herbst 2014 stieg der Wert der Aktie um fast 350 Prozent - und damit so stark wie bei keinem anderen Unternehmen aus der Branche. Als elementares Vermächtnis von Marchionne gilt auch die Fokussierung auf Nischenmarken. Ex-Ministerpräsident Paolo Gentiloni würdigte seine "extraordinäre Arbeit", seinen Mut und seine Vision.

Dass nun Manley die Führung der Automobilgruppe übernimmt, steht in Einklang mit der Strategie für die kommenden fünf Jahre, die Marchionne Anfang Juni noch vorgestellt hatte. Als Ertragsperle des Konzerns steht Jeep bei der Zukunftsplanung im Fokus, der Erfolg wird vor allem Manley zugeschrieben. Der Brite gehört seit vielen Jahren zum Top-Management des Autobauers.

Der Übergangsprozess an der Spitze des Unternehmens war bereits eingeleitet worden, da sich Marchionne 2019 von dem Posten verabschieden wollte. Rückzugspläne bei Ferrari waren hingegen nicht bekannt. Zum Ferrari-Vorstandschef ernannte der Aufsichtsrat Louis C. Camilleri, der zuvor unter anderem leitende Positionen beim Tabakmulti Philip Morris innehatte.

In Marchionnes Zeit bei Fiat Chrysler fielen auch Vorwürfe, wonach der Autobauer ebenfalls bei Abgaswerten betrogen haben soll. Den Verdacht gab es nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Der Hersteller wies dies stets zurück.

Zum Ende seiner Karriere bei Fiat Chrysler hatte Marchionne sein letztes großes Ziel erreicht und die Schuldenfreiheit des Unternehmens für Ende Juni verkündet.

Als Ferrari-Präsident galt Marchionne in der Formel 1 als harter Verhandlungspartner. Er drohte bereits mit dem Ausstieg von Ferrari, wenn die Regeln, die ab 2021 in Kraft treten, nicht so sein sollten, wie Ferrari sich das vorstellt. Das Team von Formel-1-Pilot Sebastian Vettel hatte er öffentlich mehrmals klar kritisiert./lkl/DP/he

22.07.2018

ROUNDUP: Patienten sollen per Anruf zu Arzt oder Notaufnahme dirigiert werden

BERLIN (dpa-AFX) - Patienten mit akuten Beschwerden sollen sich künftig per Telefon zum richtigen Arzt oder in eine Notaufnahme dirigieren lassen. Damit soll nach dem Willen von Deutschlands Kassenärzten das Problem überfüllter Notaufnahmen behoben werden. Wer nicht als Notfall behandelt werden muss, dem soll über die Bereitschaftsdienstnummer 116117 ein passender Arzt genannt werden, wie der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte. Die Krankenkassen sind skeptisch, ob das den Bedürfnissen der Patienten entspricht.

"Der Großteil der Patienten in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser ist dort heute nicht am richtigen Platz", sagte Gassen. "Manchmal scheinen die seit Wochen andauernden Rückenschmerzen plötzlich so stark oder das Fieber so beunruhigend, dass der Patient in die Notaufnahme geht." Die Notaufnahmen müssten aber in der Lage sein, sich schnell um Unfallpatienten, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu kümmern. "Bagatellerkrankungen gehören da nicht hin." Zuletzt hatten die Regierungsberater des Sachverständigenrats fürs Gesundheitswesen Anfang Juli für eine bessere Steuerung der Patienten plädiert.

Gassen sagte: "Rund 5000 Stellen in den Krankenhäusern und über 3000 Arztsitze sind bereits jetzt nicht besetzt." Wachsender Ärztemangel zwinge zu einem effizienten Einsatz der Ressourcen. Funktionieren soll die Steuerung der Patienten über die 116117 laut Gassen künftig rund um die Uhr - und zwar so:

- Beim Anruf eines Patienten soll medizinisches Fachpersonal zuerst eine Ersteinschätzung auf Basis eines standardisierten Fragenkatalogs geben: Braucht jemand dringend Hilfe? Ist ein Hausbesuch nötig? Sollte der Patient zu einer Bereitschaftspraxis?

- Ein Arzt kann - wenn nötig - am Telefon zugeschaltet werden.

- Wenn der Patient einen Arzt konsultieren sollte, soll eine Praxis in der Nähe vermittelt werden können. "Im Notfall wird eine Notaufnahme genannt oder auch direkt ein Krankenwagen zu ihm geschickt", sagte Gassen.

Noch ist es nicht soweit. Zunächst will die KBV die bundesweite Nummer 116117 durch eine kommendes Jahr startende Kampagne bekannter machen. 2017 kannte laut einer Umfrage nicht einmal jeder Zehnte die seit 2012 neben regionalen Nummern existierende Hotline. "Wir sind dabei, das Angebot hinter dieser Nummer auszubauen", erläuterte Gassen. Um die nötige IT-Technik hätten sich die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen bereits gekümmert.

Nicht einfach sei es, genug Personal für die Zentren zu finden, die die Anrufe entgegennehmen, meinte Deutschlands oberster Kassenarzt. Seien es zum Beispiel aber einmal zu viele Ratsuchende der Region Nordrhein für das zuständige Zentrum in Duisburg, könnten Anrufe auch von anderen Zentren bearbeitet werden. Patienten sollen auch per App oder übers Internet beraten werden können.

Zuletzt hatte Gassen für Empörung gesorgt - er brachte eine Gebühr als Sanktion ins Spiel, falls Patienten dann trotzdem einfach in die Notaufnahme gehen. Die Krankenhausgesellschaft DKG betonte, mit elf Millionen Fällen finde das Gros der ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus statt. "Das liegt vor allem daran, weil das Angebot im niedergelassenen Bereich nicht ausreichend ist", schimpfte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

Auch die Arbeiterwohlfahrt sieht die Kassenärzte gefordert: Zur Entlastung der Notaufnahmen würden bessere Öffnungszeiten ihrer Praxen helfen, sagte AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Mit einem "Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung" will nun Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Ärzte zum Handeln zwingen.

Gassen versicherte zum Thema Strafgebühr: "Das wird aber nicht Teil unseres Startkonzepts sein." Um die 116117 rund um die Uhr schalten zu können, sieht er noch den Gesetzgeber gefordert. "So darf der ärztliche Bereitschaftsdienst heute gar nicht während der normalen Praxisöffnungszeiten betrieben werden." Patienten verspricht er durch das neue System die Verminderung von Unsicherheiten und Wartezeiten. "Wir streben an, das System bereits im nächsten Jahr ans Laufen zu bekommen, die komplette Umsetzung wird zwei bis drei Jahre dauern."

Bereits heute gibt es Ersteinschätzungen, wie sie über die 116117 üblich werden sollen - in hunderten Portalpraxen von Kliniken und Kassenärzten. Für den Ärzteverband Marburger Bund, der das neue Notfallkonzept miterarbeitete, sind bundesweite Standards zentral, wie Verbandschef Rudolf Henke sagte: "Jeder, der dringend eine Krankenhausbehandlung benötigt, muss zuverlässig erkannt werden."

Der Spitzenverband der Krankenkassen ist zwar nicht gegen den Telefon-Service. Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, sagte aber, die Versorgungssituation lasse sich nicht per Telefon ändern, "sondern durch ein geändertes Leistungsangebot, welches den Bedürfnissen der Patienten entspricht". Dazu gehörten mehr Sprechstunden, eine bessere Erreichbarkeit am Abend und am Samstag sowie die Stärkung der Terminservicestellen. Bereits heute erhielten Ärzte für jeden Patienten, der am Samstag in ihre Sprechstunde kommt, rund elf Euro zusätzlich./abc/DP/zb

22.07.2018

Presse: BVB an Verpflichtung des WM-Dritten Witsel interessiert

DORTMUND (dpa-AFX) - Bundesligist Borussia Dortmund ist nach übereinstimmenden Medienberichten an einer Verpflichtung des belgischen Fußball-Nationalspielers Axel Witsel interessiert. Das meldete die "Bild"-Zeitung. Zuerst hatte die Funke Mediengruppe über das BVB-Interesse an dem 29 Jahre alten Mittelfeldspieler berichtet. Witsel hatte mit Belgien bei der Weltmeisterschaft in Russland den dritten Platz belegt. Derzeit steht er bei Tianjin Quanjian in China unter Vertrag, wo auch der ehemalige Kölner Anthony Modeste aktiv ist./dfu/DP/zb

22.07.2018

Presse: 85 Prozent der Ex-Air-Berliner haben wieder einen Job

BERLIN (dpa-AFX) - Ein knappes Jahr nach der Insolvenz der Air Berlin haben nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" rund 85 Prozent der ehemals 8000 Beschäftigten der Fluggesellschaft wieder einen Job. Das geht der Zeitung zufolge aus internen Firmenzahlen hervor. So hätten nach der Pleite der einst zweitgrößten deutschen Airline andere Anbieter wie Eurowings, Easyjet oder Ryanair ihr Angebot ausgebaut, wofür sie neues Personal brauchten und zahlreiche Ex-Air-Berliner einstellten.

Die Vermittlungsergebnisse entlasten dem Bericht zufolge auch den Steuerzahler: So habe das Land Berlin etwa zehn Millionen Euro für eine Transfergesellschaft für knapp 1200 Verwaltungsmitarbeiter von Air Berlin zur Verfügung gestellt. Davon würden wohl höchstens sieben Millionen benötigt.

Bereits Anfang Mai hatten sich die Arbeitsagenturen an den großen Airline-Standorten Berlin und Düsseldorf zuversichtlich zu den Jobaussichten geäußert. Vom Alter und der Qualifizierung her seien die Air-Berliner für viele Unternehmen interessant, hieß es.

Die Fluggesellschaft hatte jahrelang Verluste geschrieben und im August vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Ende Oktober ging der letzte Flug. Die Verantwortlichen betonten im Herbst, es gebe gute Perspektiven für 80 Prozent der Beschäftigten./hgo/DP/zb

22.07.2018

ROUNDUP/Probleme mit neuen Abgastests: VW muss Autos ab August zwischenparken

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der Autobauer Volkswagen will voraussichtlich ab August erste Fahrzeuge wegen der Schwierigkeiten mit dem neuen Abgastest WLTP zwischenlagern. Der genaue Zeitpunkt könne je nach Produktionsstandort unterschiedlich ausfallen, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Für die Zwischenlagerung seien sowohl offene Flächen als auch Parkhäuser angemietet worden.

Bereits entschieden sei, produzierte, aber noch nicht nach dem WLTP-Standard zugelassene Fahrzeuge auf dem konzerneigenen Testgelände in Ehra-Lessien bei Wolfsburg vorübergehend zu parken. Außerdem gebe es zusätzliche Flächen im VW -Werk Emden und im Emdener Gewerbepark Frisia. Darüber hinaus stellt Volkswagen auf dem Gelände des Flughafens und der Deutschen Messe in Hannover Autos ab. Weitere Flächen gebe es im Werk Ingolstadt und in Frankfurt Höchst.

Zuvor war bekanntgeworden, dass Volkswagen auch den noch nicht eröffneten Berliner Pannenflughafen BER nutzen will. Dies sei aber nur einer von mehreren möglichen Standorten, sagte der Sprecher. Derzeit liefen Gespräche, eine Entscheidung stehe noch aus. Allerdings sollten die Autos nicht auf dem Flugfeld zwischengelagert werden, vielmehr gehe es um reguläre Flächen in den Parkhäusern, sagte ein Flughafensprecher. Ein Parkhaus sei bereits in Betrieb, von insgesamt 12 000 Stellplätzen seien etwa 10 000 frei. Der BER soll erst 2020 in Betrieb gehen - mit neun Jahren Verspätung.

Der neue europaweite WLTP-Standard ("Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure") ist ein Messverfahren für Abgastests bei Autos, das für realistischere Werte sorgen soll. Die Untersuchungen sind gründlicher und dauern länger als im bisherigen Verfahren NEFZ. Vom 1. September an dürfen nur noch Neuwagen zugelassen werden, die das WLTP-Verfahren durchlaufen haben. Für die Hersteller bedeutet das, dass sie selbst Modelle, die schon auf dem Markt sind, nochmals unter verschärften Bedingungen zertifizieren lassen müssen. Das gilt auch für die in manchen Fällen zahlreichen Varianten eines Modells.

Konzernweit könne es durch die Umstellung zu Lieferverzögerungen bei 200 000 bis 250 000 Fahrzeugen kommen, sagte der VW-Sprecher. Die mögliche Folge: Nach einem Rekordabsatz in den ersten sechs Monaten erwartet der Konzern im zweiten Halbjahr eine Durststrecke und Auswirkungen auf die Auslieferungen. "Einige Fahrzeuge werden wir vermutlich später als geplant an Kunden übergeben", erklärte Konzern-Vertriebschef Fred Kappler.

Damit nicht genug: Am VW-Stammsitz Wolfsburg hält der Konzern nach den Werksferien tageweise die Bänder an - geplant ist, dass die Produktion bis Ende September wöchentlich ein bis zwei Tage stillstehen soll. Im Werk Zwickau sind für das dritte Quartal teils vereinzelte Schließtage angesetzt, teils entfallen Schichten. Die VW-Tochter Porsche hatte angekündigt, dass es zu Einschränkungen beim Neuwagen-Angebot kommen wird. Daimler hatte die Gewinnprognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert.

Die Hersteller hatten immer wieder zu kurze Übergangsfristen bei der WLTP-Umstellung beklagt. Volkswagen hat außerdem Software-Updates der vom Abgasskandal betroffenen Autos vorantreiben müssen.

"Volkswagen musste wegen "Dieselgate" in den vergangenen zweieinhalb Jahren eine unfassbar hohe Zahl von Überprüfungen vorhandener Dieselmotoren vornehmen", erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt. Dabei gehe es um hochspezielle Tätigkeiten, für die nicht unbegrenzt viele Fachkräfte zur Verfügung stünden. "Die VW-Mannschaft arbeitet also schon längere Zeit unter Höchstdruck. Und das sind exakt dieselben Menschen, die auch die Voraussetzungen dafür schaffen müssen, dass man bei den WLTP-Tests alle Anforderungen erfüllt", betonte der SPD-Politiker./tst/DP/zb

22.07.2018

ROUNDUP: Preise für Flüge von deutschen Flughäfen gesunken

WIESBADEN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den Preiserhöhungen im Herbst und Winter können Reisende von deutschen Flughäfen inzwischen wieder billiger abheben. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes waren Verbindungen im Juni innerhalb Deutschlands im Vergleich zum Vorjahresmonat im Schnitt um 4,3 Prozent günstiger. Auf Flügen in Europa kosteten Hin- und Rückflug 2,5 Prozent und auf Interkontinentalstrecken 5,3 Prozent weniger. Billiger wurde es vor allem in der Economy Class.

Im Einzelfall kann ein Ticket allerdings mehr kosten als im Vorjahr. "Auf Strecken, wo eine Fluggesellschaft ein Monopol hat, wird weiter an der Preisschraube gedreht", sagte Felix Methmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

Die Wiesbadener Behörde wertet Linienflüge auf rund 120 Strecken aus, die von deutschen Flughäfen abgehen. Pauschalreiseflüge werden nicht erfasst. Nach den Daten der Statistiker waren vor allem die Inlandsverbindungen nach dem Aus von Air Berlin im vergangenen Herbst gegenüber dem Vorjahr teurer geworden. Erste Rückgänge gab es auf Jahressicht in diesem Frühjahr.

Zu ähnlichen Ergebnissen war auch das Bundeskartellamt gekommen, das gut 56 000 Einzeltickets ausgewertet hatte. Danach kosteten die Lufthansa -Flugscheine auf innerdeutschen Flügen im Herbst 2017 im Schnitt 25 bis 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ein Teil der Preiserhöhung sei auf den starken Rückgang des Platzangebotes nach der Air Berlin-Pleite zurückzuführen, erklärten die Wettbewerbshüter jüngst. Das hätte auch bei einer intakten Konkurrenzsituation zu steigenden Preisen geführt. Nachdem Easyjet Teile von Air Berlin übernommen hatte, seien die Preise auf den entsprechenden Strecken wieder umgehend gefallen.

Die Lufthansa wies darauf hin, dass die Kapazitätslücke im innerdeutschen Luftverkehr inzwischen geschlossen sei. Der harte Wettbewerb führe zu sinkenden Preisen, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Lufthansa-Tochter Eurowings habe an dem Anstieg der Kapazitäten maßgeblichen Anteil, ebenfalls ausländische Airlines wie Easyjet.

Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das Flugangebot bei Linien- und Pauschalflügen insgesamt gemessen an den Starts im Vergleich zum Vorjahresmonat zuletzt gestiegen. Im Juni lag das Plus bei 4,0 Prozent.

Nach den Daten der Wiesbadener Behörde haben sich die Flugpreise auf innerdeutschen Verbindungen trotz Schwankungen seit 2010 unter dem Strich kaum verändert. Das zeige, wie stark der Wettbewerb sei, erklärten die Statistiker. Ausgewertet wird der Gesamtpreis, einschließlich Zuschlägen, beispielsweise Flughafengebühren./mar/DP/zb

22.07.2018

ROUNDUP: Leere Bierkästen dringend gesucht - Brauer brauchen Pfand vor Ferien

BOCHUM (dpa-AFX) - Leere Bierkästen werden im heißen Sommer zur Mangelware: Wegen der anhaltenden Hitze läuft die Produktion in den Brauereien derzeit auf Hochtouren. Doch mittlerweile sind auf den Höfen vieler Brauereien die Leergut-Vorräte bedenklich geschrumpft. Die ungewöhnlich lange Hitzeperiode hätte die Berechnungen der Brauereien über den Haufen geworfen, berichtete etwa Niklas Other, Herausgeber des Branchenmagazins "Inside".

"Es ist eine branchenweite Dramatik in dem Thema", sagte Other. Einige Brauer könnten bestimmte Sorten bereits nicht mehr abfüllen. Am härtesten treffe es die Getränkehändler, die sich über mangelnde Investitionen der Brauereien bei der Anschaffung von Getränkekästen beklagten.

Auch der Deutsche Brauer-Bund berichtete von einer in diesem Jahr "besonders ausgeprägten" Leergutknappheit. Gerade in den Sommermonaten könne es immer wieder zu Leergut-Engpässen kommen, sagte Sprecher Marc-Oliver Huhnholz. Die Branche appelliert deshalb an ihre Kunden, Leergut möglichst "zeitnah" in den Handel zurückzubringen.

Mit einem auf Facebook veröffentlichtem Hilferuf hatte zuvor die Bochumer Brauerei Fiege für eine möglichst schnelle Rückgabe von leeren Bierkästen geworben. Die "WAZ" hatte darüber berichtet. "Obwohl wir regelmäßig neues Leergut nachkaufen, werden in unserer Abfüllung gerade die Flaschen knapp", hieß es dort. Sorgen bereiten der Branche derzeit leere Kästen, die während der Urlaubszeit ungenutzt in den Kellern stehen. "Erst Pfand, dann (P)ferien", hieß es in dem Aufruf der Brauerei.

Bei den Fiege-Konkurrenten Veltins und König-Pilsener berichteten Sprecher, es seien bereits zusätzliche Bierkästen bei den Herstellern geordert worden, während eine Warsteiner-Sprecherin keine Engpässe bestätigen konnte. Erschwert wird das Problem auch von individualisierten Getränkeflaschen der Brauereien, die einen Austausch unter den Brauereien unmöglich machen.

Veltins-Sprecher Ulrich Biene verwies auf historische Höchstmarken, die der Absatz der Brauerei in den Monaten Mai und Juni erreicht habe. "Wir haben viele Tausend Kästen nachbestellt", sagte Biene. Bei der Belieferung von Händlern könne es jedoch zu Wartezeiten kommen.

Bundesweit sind nach einer Hochrechnung der Brauerei insgesamt rund 500 Millionen Mehrweggetränkekästen im Einsatz, davon rund 180 Millionen von den Brauereien. Auch einzelne Mineralbrunnen hatten zuvor über Leergutengpässe geklagt./uta/DP/zb

20.07.2018

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Träge ins Wochenende - Microsoft auf Rekordhoch

NEW YORK (dpa-AFX) - Lustlos hat sich der US-Aktienhandel ins Wochenende geschleppt. Der Dow Jones Industrial trat am Freitag knapp über 25 000 Punkten auf der Stelle. Am Ende schloss der Leitindex mit minus 0,03 Prozent auf 25 058,12 Punkte quasi unverändert. Für Aufsehen sorgten allenfalls die Aktien von Microsoft, die nach starken Quartalszahlen des Softwareriesen auf ein Rekordhoch stiegen.

Harsche Aussagen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Europäische Union und China belasteten die Kurse zwar nicht, bremsten aber doch den Aufwärtsdrang. Im Handelsstreit mit China hatte Trump seine Bereitschaft bekräftigt, auf alle Importe Sondersteuern zu erheben. Zudem sorgte er mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union für Wirbel an den Finanzmärkten. An Europas Börsen hatten die Aussagen Trumps Kursverluste zur Folge gehabt.

Auch an der Wall Street ließ die Dynamik zuletzt nach: Der Dow verbuchte auf Wochensicht nur ein kleines Plus von 0,16 Prozent. In der Vorwoche hatte das Börsenbarometer noch um 2,3 Prozent zugelegt.

Der marktbreite S&P 500 gab um 0,09 Prozent auf 2801,83 Zähler nach. Der Technologieindex Nasdaq 100 schloss mit einem Minus von 0,03 Prozent auf 7350,23 Punkte ebenfalls kaum verändert.

Nach einem starken Schlussquartal des Geschäftsjahres 2017/18 setzen sich Aktien von Microsoft an die Spitze des Dow. Sie stiegen um 1,79 Prozent und erreichten im frühen Handel bei ein 108,20 US-Dollar ein Rekordhoch. Dank eines florierenden Cloud-Geschäfts hatte der Software-Riese Umsatz und Profit deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Analysten erhöhten gleich reihenweise die Kursziele für die Aktie. Experte Mark Moerdler vom Investmenthaus Bernstein sprach von "fortgesetzter Stärke auf breiter Front".

Honeywell gewannen 3,79 Prozent, nachdem der Mischkonzern im abgelaufenen Quartal beim Gewinn besser abgeschnitten hatte als erwartet und die Jahresziele nach oben schraubte. Papiere von Schlumberger drehten nach anfängliche Gewinne ins Minus. Der Ausrüster für die weltweite Ölförderindustrie prognostizierte für die internationalen Aktivitäten ein prozentual zweistelliges Wachstum.

Die kriselnde US-Industrie-Ikone General Electric (GE) hingegen hatte im zweiten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Die Investmentbank JPMorgan bemängelte, dass GE im klassischen Industriegeschäft die Gewinnprognose verfehlt habe. GE-Titel rutschten um 4,44 Prozent ab.

Aufspaltungsfantasie ließ die Hinterlegungsscheine von GlaxoSmithKline um fast 3 Prozent zulegen. Einem Zeitungsbericht zufolge hat der Verwaltungsratsvorsitzende Philip Hampton mit den größten Aktionären über die Trennung des Unternehmens in eine Pharma- und Impf-Sparte und einen Konsumgüterbereich gesprochen. Der Pharmakonzern bekräftigte in einer Stellungnahme zu dem Artikel allerdings frühere Aussagen, an der Drei-Säulen-Struktur festhalten zu wollen.

Papiere des Vermögensverwalters State Street sackten nach einer Übernahme um mehr als 7 Prozent ab. Das Unternehmen will für 2,6 Milliarden Dollar den Finanzdienstleister Charles River Development kaufen. Die Übernahme sei zwar strategisch sinnvoll, sagte ein Beobachter, positiv zu den Ergebnissen dürfte sie aber frühestens 2020 beitragen.

Am US-Rentenmarkt fielen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 15/32 Punkte auf 99 26/32 Punkte und rentierten mit 2,895 Prozent. Der Eurokurs stieg kräftig, zuletzt notierte er im späten New Yorker Devisengeschäft bei 1,1728 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1670 (Donnerstag: 1,1588) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8569 (0,8630) Euro gekostet./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

20.07.2018

Aktien New York Schluss: Träge ins Wochenende - Microsoft auf Rekordhoch

NEW YORK (dpa-AFX) - Lustlos hat sich der US-Aktienhandel ins Wochenende geschleppt. Der Dow Jones Industrial trat am Freitag knapp über 25 000 Punkten auf der Stelle. Am Ende schloss der Leitindex mit minus 0,03 Prozent auf 25 058,12 Punkte quasi unverändert. Für Aufsehen sorgten allenfalls die Aktien von Microsoft, die nach starken Quartalszahlen des Softwareriesen auf ein Rekordhoch stiegen.

Harsche Aussagen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Europäische Union und China belasteten die Kurse zwar nicht, bremsten aber doch den Aufwärtsdrang. Im Handelsstreit mit China hatte Trump seine Bereitschaft bekräftigt, auf alle Importe Sondersteuern zu erheben. Zudem sorgte er mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union für Wirbel an den Finanzmärkten. An Europas Börsen hatten die Aussagen Trumps Kursverluste zur Folge gehabt.

Auch an der Wall Street ließ die Dynamik zuletzt nach: Der Dow verbuchte auf Wochensicht nur ein kleines Plus von 0,16 Prozent. In der Vorwoche hatte das Börsenbarometer noch um 2,3 Prozent zugelegt.

Der marktbreite S&P 500 gab um 0,09 Prozent auf 2801,83 Zähler nach. Der Technologieindex Nasdaq 100 schloss mit einem Minus von 0,03 Prozent auf 7350,23 Punkte ebenfalls kaum verändert./bek/he

20.07.2018

Aktien New York: Kaum Bewegung - Microsoft auf Rekordhoch

NEW YORK (dpa-AFX) - Harsche Aussagen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Europäische Union und China haben die Akteure an den US-Börsen am Freitag kalt gelassen. Der Dow Jones Industrial zeigte sich mit einem Plus von 0,04 Prozent auf 25 074,58 Punkte stabil. Kursverluste an Europas Märkten setzten sich somit an der Wall Street nicht fort. Der Aufwärtsdrang am US-Markt hielt sich jedoch in Grenzen.

Für den Dow zeichnete sich für die zu Ende gehende Woche ein kleines Plus von 0,23 Prozent ab. Unterstützung erfuhren die US-Börsen am Freitag von guten Quartalszahlen von Microsoft und vom Industriekonzern Honeywell. Beide Kurse legten kräftig zu, Papiere von Microsoft stiegen sogar auf ein Rekordhoch

Im Handelsstreit mit China hatte US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft bekräftigt, auf alle Importe Sondersteuern zu erheben. Zudem sorgte er mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union für Wirbel an den Finanzmärkten.

Der marktbreite S&P 500 legte um 0,02 Prozent auf 2805,07 Zähler zu. Der Technologieindex Nasdaq 100 stieg um 0,20 Prozent auf 7366,73 Punkte.

Nach einem starken Schlussquartal des Geschäftsjahres 2017/18 setzen sich Aktien von Microsoft an die Spitze des Dow. Sie stiegen um 2,27 Prozent und erreichten bei ein 108,20 US-Dollar ein Rekordhoch. Dank eines florierenden Cloud-Geschäfts hatte der Software-Riese Umsatz und Profit deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Analysten erhöhten gleich reihenweise die Kursziele für die Aktie. Experte Mark Moerdler vom Investmenthaus Bernstein sprach von "fortgesetzter Stärke auf breiter Front".

Honeywell gewannen knapp 4 Prozent, nachdem der Mischkonzern im abgelaufenen Quartal beim Gewinn besser abgeschnitten hatte als erwartet und die Jahresziele nach oben schraubte. Papiere von Schlumberger gaben anfängliche Gewinne wieder ab. Der Ausrüster für die weltweite Ölförderindustrie prognostizierte für die internationalen Aktivitäten ein prozentual zweistelliges Wachstum.

Die kriselnde US-Industrie-Ikone General Electric (GE) hingegen hatte im zweiten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Die Investmentbank JPMorgan bemängelte, dass GE im klassischen Industriegeschäft die Gewinnprognose verfehlt habe. GE-Titel rutschten um 3,5 Prozent ab.

Papiere des Vermögensverwalters State Street sackten nach einer Übernahme um fast 7 Prozent ab. Das Unternehmen will für 2,6 Milliarden Dollar den Finanzdienstleister Charles River Development kaufen. Die Übernahme sei zwar strategisch sinnvoll, sagte ein Beobachter, positiv zu den Ergebnissen dürfte sie aber frühestens 2020 beitragen./bek/he

20.07.2018

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Trumps Rundumschlag drückt Dax ins Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der jüngste Rundumschlag von Donald Trump hat den Dax am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Der US-Präsident heizte den Handelskonflikt mit der EU und China weiter an: Er bestätigte seine Bereitschaft, künftig auf alle Waren aus China Zölle zu erheben. Außerdem warf er der Volksrepublik und der EU Währungsmanipulation vor. "Damit hat der Handelskrieg die nächste Eskalationsstufe erreicht", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der bis zum Mittag träge deutsche Leitindex sackte daraufhin deutlich ab. Zum Schluss blieb er zwar mit einem Minus von 0,98 Prozent auf 12 561,42 Punkte klar über seinem Tagestief. Doch da er schon am Donnerstag seiner vorherigen Gewinnserie Tribut gezollt hatte, löste sich das vorherige Wochenplus fast komplett in Luft auf.

Deutlich besser als der Dax schlugen sich am Freitag die deutschen Nebenwerte-Indizes: Während der MDax der mittelgroßen Unternehmen lediglich 0,59 Prozent auf 26 573,20 Punkte verlor, schaffte der Technologiewerte-Index TecDax sogar ein Plus von 0,33 Prozent auf 2878,90 Punkte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,33 Prozent im Minus bei 3460,03 Zählern. In Paris gab es ähnlich hohe Verluste, während der Markt in London mit einem minimalen Minus schloss. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann zum europäischen Handelsende rund 0,2 Prozent.

Trumps Aussagen belasteten auch den US-Dollar gegenüber anderen Währungen. Der Euro kletterte zuletzt auf 1,1713 Dollar, was tendenziell die Exportchancen europäischer Unternehmen beeinträchtigt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs davor auf 1,1670 Dollar festgesetzt, der Dollar hatte damit 0,8569 Euro gekostet. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,17 Prozent am Vortag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 141,56 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,37 Prozent auf 162,54 Punkte.

Er sei bereit, die Zölle auf chinesische Waren massiv auszuweiten, hatte der US-Präsident in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC gesagt. Trump bezifferte den Wert der betroffenen Waren erneut mit 500 Milliarden US-Dollar. Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hatte die amerikanische Regierung bereits Strafzölle unter anderem gegen China und gegen die EU erhoben. "Donald Trump geht jetzt aufs Ganze", schrieb Analyst Artjom Hatsaturjants vom Handelshaus Accendo Markets.

Die Aktien der exportstarken Autobranche, die ohnehin seit Monaten unter der Diskussion über drohende US-Einfuhrzölle leiden, bekamen den Auftrieb beim Euro besonders stark zu spüren. Zudem drückte der enttäuschende Ausblick des französischen Zulieferers Faurecia auf die Stimmung.

Im Dax zählten Daimler , Volkswagen und BMW mit Kursabschlägen von 1,8 bis 2,4 Prozent ebenso zu den größten Verlierern wie die knapp 2 Prozent schwächeren Titel des Zulieferers Continental . Auch im MDax und im Kleinwerte-Index SDax waren die Aktien von Zulieferern ganz weit hinten zu finden.

Im Stahlsektor befürchten Investoren aktuell wegen der Zollstreitigkeiten umfangreiche Verschiebungen der Handelsströme. Die Papiere des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp weiteten nach den Aussagen Trumps ihre Verluste aus und sackten letztlich am Dax-Ende um gut 3 Prozent ab.

Derweil führte RWE mit plus 1,28 Prozent die kurze Gewinnerliste im Leitindex an. Bei dem Energiekonzern spiegelten sich die besser werdenden Aussichten noch nicht im Aktienkurs wider, hatte Analyst Nicholas Ashworth von der US-Investmentbank Morgan Stanley geschrieben. Aufwärtspotenzial komme zum Beispiel von der Gewinnspanne bei der Stromerzeugung, die nach ihrem jüngsten Tiefpunkt wieder größer werde.

HelloFresh war mit fast 3 Prozent plus SDax-Spitzenreiter - zeitweise erreichten die Aktien des Kochboxenversenders gar ein Rekordhoch. Ihnen halfen positive Analystenkommentare./gl/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

20.07.2018

Aktien Frankfurt Schluss: Trumps Rundumschlag drückt Dax ins Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der jüngste Rundumschlag von Donald Trump hat den Dax am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Der US-Präsident heizte den Handelskonflikt mit der EU und China weiter an: Er bestätigte seine Bereitschaft, künftig auf alle Waren aus China Zölle zu erheben. Außerdem warf er der Volksrepublik und der EU Währungsmanipulation vor. "Damit hat der Handelskrieg die nächste Eskalationsstufe erreicht", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der bis zum Mittag träge deutsche Leitindex sackte daraufhin deutlich ab. Zum Schluss blieb er zwar mit einem Minus von 0,98 Prozent auf 12 561,42 Punkte klar über seinem Tagestief. Doch da er schon am Donnerstag seiner vorherigen Gewinnserie Tribut gezollt hatte, löste sich das vorherige Wochenplus fast komplett in Luft auf.

Deutlich besser als der Dax schlugen sich am Freitag die deutschen Nebenwerte-Indizes: Während der MDax der mittelgroßen Unternehmen lediglich 0,59 Prozent auf 26 573,20 Punkte verlor, schaffte der Technologiewerte-Index TecDax sogar ein Plus von 0,33 Prozent auf 2878,90 Punkte./gl/he

20.07.2018

ROUNDUP/Aktien New York: Stabile Kurse - Microsoft auf Rekordhoch

NEW YORK (dpa-AFX) - Harsche Aussagen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Europäische Union und China haben die Akteure an den US-Börsen am Freitag kalt gelassen. Der Dow Jones Industrial legte im frühen Handel mit 0,07 Prozent auf 25081,93 Punkte leicht zu. Die herben Kursverluste an Europas Märkten setzten sich somit an der Wall Street nicht fort. An der Technologiebörse Nasdaq legten die Kurse etwas stärker zu.

Für den Dow zeichnete sich für die zu Ende gehende Woche ein kleines Plus von 0,25 Prozent ab. Unterstützung erfuhren die US-Börsen am Freitag von guten Quartalszahlen von Microsoft , vom Dienstleister für die Ölindustrie Schlumberger sowie vom Industriekonzern Honeywell. Deren Kurse legten kräftig zu, Papiere von Microsoft stiegen auf ein Rekordhoch

Im Handelsstreit mit China hatte US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft bekräftigt, auf alle Importe Sondersteuern zu erheben. Zudem sorgte er mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union für Wirbel an den Finanzmärkten.

Der marktbreite S&P 500 legte um 0,07 Prozent auf 2806,33 Zähler zu. Der Technologieindex Nasdaq 100 stieg um 0,53 Prozent auf 7391,77 Punkte.

Nach einem starken Schlussquartal des Geschäftsjahres 2017/18 setzen sich Aktien von Microsoft an die Spitze des Dow. Sie stiegen um 2,75 Prozent und erreichten bei ein 108,20 US-Dollar ein Rekordhoch. Dank eines florierenden Cloud-Geschäfts hatte der Software-Riese Umsatz und Profit deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Die Analysten von JPMorgan, Goldman Sachs und Credit Suisse reagierten prompt und hoben ihr Kursziel für die Aktie an.

Honeywell gewannen 2,56 Prozent, nachdem der Mischkonzern im abgelaufenen Quartal beim Gewinn besser abgeschnitten hatte als erwartet und die Jahresziele nach oben schraubte. Papiere von Schlumberger legten um 0,7 Prozent. Der Ausrüster für die weltweite Ölförderindustrie prognostizierte für die internationalen Aktivitäten ein prozentual zweistelliges Wachstum.

Die kriselnde US-Industrie-Ikone General Electric (GE) hingegen hatte im zweiten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Die Investmentbank JPMorgan bemängelte, dass GE im klassischen Industriegeschäft die Gewinnprognose verfehlt habe. GE-Titel rutschten um mehr als 4 Prozent ab.

Papiere des Vermögensverwalters State Street sackten nach einer Übernahme um 7,6 Prozent ab. Das Unternehmen will für 2,6 Milliarden Dollar den Finanzdienstleister Charles River Development kaufen. Die Übernahme sei zwar strategisch sinnvoll, sagte ein Beobachter, positiv zu den Ergebnissen dürfte er aber frühestens 2020 beitragen./bek/he

20.07.2018

Aktien New York: Dow tritt auf der Stelle - Microsoft auf Rekordhoch

NEW YORK (dpa-AFX) - Harsche Aussagen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Europäische Union und China haben die Akteure an den US-Börsen am Freitag kalt gelassen. Der Dow Jones Industrial legte im frühen Handel mit 0,04 Prozent auf 25 074,33 Punkte leicht zu. Die herben Kursverluste an Europas Märkten setzten sich somit an der Wall Street nicht fort. An der Technologiebörse Nasdaq legten die Kurse etwas stärker zu.

Für den Dow zeichnete sich für die zu Ende gehende Woche ein kleines Plus von 0,18 Prozent ab. Unterstützung erfuhren die US-Börsen am Freitag von guten Quartalszahlen von Microsoft , vom Dienstleister für die Ölindustrie Schlumberger sowie vom Industriekonzern Honeywell. Deren Kurse legten kräftig zu, Papiere von Microsoft stiegen auf ein Rekordhoch

Im Handelsstreit mit China hatte US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft bekräftigt, auf alle Importe Sondersteuern zu erheben. Zudem sorgte er mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union für Wirbel an den Finanzmärkten.

Der marktbreite S&P 500 trat mit 2804,93 Zählern quasi auf der Stelle. Der Technologieindex Nasdaq 100 stieg um 0,34 Prozent auf 7377,02 Punkte./bek/he

20.07.2018

EUROSTOXX-FLASH: Trump legt nach und belastet die Kurse

FRANKFURT (dpa-AFX) - An Europas Börsen haben sich die Kursverluste kurz vor dem Wochenende ausgeweitet. Der Handelskrieg zwischen den USA und China drückte auf die Kurse, denn US-Präsident Donald Trump hat seine Entschlossenheit zu einer weiteren Eskalation im Konflikt mit China noch einmal bekräftigt. Der EuroStoxx 50 büßte am Freitagnachmittag 0,90 Prozent auf 3440,35 Punkte ein.

Zudem warf Trump der Europäischen Union vor, den Eurokurs manipuliert zu haben. Dies verteuerte am Freitag die Gemeinschaftswährung, was wiederum die Exportchancen der Unternehmen der Eurozone verschlechtern kann und so den europäischen Leitindex noch tiefer ins Minus beförderte.

"Donald Trump legt nach. Damit hat der Handelskrieg die nächste Eskalationsstufe erreicht", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Anleger reagierten verunsichert auf die neue Offensive Trumps. "Das ist keine Flucht aus Aktien, aber zumindest eine Verkaufswelle", sagte Altmann./bek/he

20.07.2018

WOCHENAUSBLICK: Handelskonflikt bleibt im Fokus - Hoffnung auf gute Zahlen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch in der neuen Woche hängt der internationale Handelsstreit wie ein Damoklesschwert über den internationalen Finanzmärkten. Für nachhaltige Gewinne an den Börsen sei wohl eine Einigung zwischen den Konfliktparteien Voraussetzung, hieß es in einer Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Kursimpulse erwarten Experten außerdem von der Berichtssaison der Unternehmen, die in den USA schon auf Hochtouren läuft und nun auch in Europa und Deutschland Fahrt aufnimmt.

Zuletzt bekräftigte US-Präsident Donald Trump seine Entschlossenheit zu einer weiteren Eskalation im Handelsstreit mit China. Er sei bereit, die Zölle auf chinesische Waren massiv auszuweiten, sagte er am Freitag in einem Interview mit den Fernsehsender CNBC. Trump bezifferte den Wert der betroffenen Waren erneut mit 500 Milliarden US-Dollar. Weiter im Raum stehen zudem mögliche US-Strafzölle auf europäische Importautos. Sowohl China als auch die EU haben bereits signalisiert, in diesem Fall entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Über die Chancen für eine Beilegung des Konflikts gehen die Einschätzungen auseinander. Letztlich glaube er nicht an eine Eskalation, sondern erwarte, "dass weitere Treffen mit Trump einige politische sowie wirtschaftliche Überraschungen mit sich bringen könnten", schrieb Alexander Lokat von der Weberbank. "Wir gehen am Ende von einer Verhandlungslösung aus", heißt es bei den LBBW- Experten. "Rechtzeitig zu den Kongresswahlen im November könnte Trump eine Deeskalation einleiten."

Die Gelegenheit zu früheren Fortschritten böte das Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) an diesem Wochenende. Von diesem dürften aber wenig Impulse ausgehen, glaubt Christian Apelt von der Landesbank Helaba. Für wichtiger hält er die Washington-Reise von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Handelskommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch. Doch er sieht die Aussichten, dass Juncker Trump von seinen Auto-Strafzöllen abbringt, trotz der Kritik auch aus der US-Autoindustrie skeptisch. Daher werde sich "der Hauch von Entspannung an den Finanzmärkten womöglich wieder ins Gegenteil verkehren."

Um so mehr Hoffnungen setzen die Anleger auf gute Geschäftszahlen. Allgemein wird erwartet, dass die europäischen Unternehmen im zweiten Quartal vom schwachen Eurokurs profitiert haben, der ihre Produkte für Käufer außerhalb des Währungsraums tendenziell verbilligt. Vor dem Hintergrund des schwelenden Handelsstreits dürften aber auch die Ausblicke der Unternehmen besonders kritisch beäugt werden.

Abgesehen von wenigen positiven Ausnahmen wie den Eckdaten der Deutschen Bank und dem Softwarekonzern SAP seien die bisherigen Resultate aus Deutschland recht durchwachsen ausgefallen, konstatierte Markus Wallner von der Commerzbank . Dennoch setze er im Vergleich zum Jahresauftakt auf eine Verbesserung. Gewinnwarnungen wie etwa beim Autobauer Daimler seien eher operativen Problemen als dem internationalen Handelsstreit geschuldet.

Aus dem Dax legen in der neuen Woche der Gasehersteller Linde und die Deutsche Börse am Mittwoch Zahlen vor. Es folgen der Kunststoffkonzern Covestro und Daimler am Donnerstag sowie der Chemiekonzern BASF am Freitag. Dazu kommen am Mittwoch die vollständigen Resultate der Deutschen Bank. Zudem legen in der neuen Woche etliche Firmen aus den Nebenwerte-Indizes Zahlen vor.

Die EZB-Sitzung am Donnerstag dürfte an den Finanzmärkten derweil kaum Wellen schlagen. Die Postbank-Experten sehen das Treffen von Europas Währungshütern als "Non-Event". Gleiches gelte für die Sitzung der US-Notenbank Fed in der darauffolgenden Woche, sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Denn "schließlich haben beide Notenbanken im Juni ihre weiter divergierenden Fahrpläne, auf Seiten der EZB vorerst anhaltend expansiv gegenüber der zunehmend restriktiveren Fed, ausgerollt".

Bei den anstehenden Konjunkturdaten verdienen der Postbank zufolge vor allem die europäischen Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie das deutsche Ifo-Geschäftsklima für den Juli (Dienstag beziehungsweise Mittwoch) Beachtung. Dazu kommen die vorläufigen US-Auftragseingänge langlebiger Güter im Juni (Donnerstag) und erste Aussagen zum BIP-Wachstum der Vereinigten Staaten im zweiten Quartal (Freitag)./gl/tih/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

20.07.2018

Aktien Frankfurt: Trump-Aussagen zum Handelsstreit drücken Dax ins Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Sorgen wegen des globalen Handelsstreits haben den deutschen Aktienmarkt wieder fest im Griff. So drehte der Dax gegen Freitagmittag ins Minus und fiel zuletzt um 1,29 Prozent auf 12 523,06 Punkte. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Entschlossenheit zu einer weiteren Eskalation im Konflikt mit China noch einmal bekräftigt.

Zudem warf Trump der Europäischen Union vor, den Euro manipuliert zu haben. Dies verteuerte die Gemeinschaftswährung, was wiederum die Exportchancen der hiesigen Unternehmen verschlechterte und so den Leitindex noch tiefer ins Minus beförderte.

Im Wochenverlauf hatte der Dax noch ein Monatshoch erreicht. Für die zu Ende gehende Woche steuert das Börsenbarometer jetzt auf ein leichtes Minus zu.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 0,68 Prozent auf 26 550,82 Punkte nach unten. Im Technologiesektor hingegen hellte sich die Stimmung zum Wochenschluss etwas auf: Der TecDax stieg um 0,17 Prozent auf 2874,06 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone wiederum stand fast 1 Prozent im Minus.

Er sei bereit, die Zölle auf chinesische Waren massiv auszuweiten, sagte der US-Präsident in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC. Trump bezifferte den Wert der betroffenen Waren erneut mit 500 Milliarden US-Dollar. Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hatte die amerikanische Regierung bereits Strafzölle unter anderem gegen China und gegen die EU erhoben. "Donald Trump geht jetzt aufs Ganze", schrieb Analyst Artjom Hatsaturjants vom Handelshaus Accendo Markets.

Bereits seit Monaten leiden insbesondere die Aktien von Automobilherstellern unter der Diskussion über drohende US-Einfuhrzölle für europäische Fahrzeuge. Am Freitag nun gerieten Autowerte europaweit auch nach einem enttäuschenden Ausblick des französischen Zulieferers Faurecia unter Druck. In Deutschland büßten die Aktien von Continental mehr als 2 Prozent ein. Im MDax verzeichneten Schaeffler und Hella Verluste von jeweils rund 3 Prozent. Die Anteilsscheine von Faurecia fielen zuletzt um rund 7 Prozent.

Im Stahlsektors befürchten Investoren aktuell wegen der Zollstreitigkeiten umfangreiche Verschiebungen der Handelsströme. Insofern weiteten die Papiere des Stahl- und Industriekonzerns Thyssenkrupp nach den Aussagen Trumps ihre Verluste aus und sackten zuletzt am Dax-Ende um knapp 4 Prozent ab.

An der Dax-Spitze stiegen die Papiere von RWE um gut 1 Prozent. Bei dem Energiekonzern spiegelten sich besser werdende Aussichten noch nicht im Aktienkurs wider, schrieb Analyst Nicholas Ashworth von der US-Investmentbank Morgan Stanley. Aufwärtspotenzial komme zum Beispiel von der Gewinnspanne bei der Stromerzeugung, die nach ihrem jüngsten Tiefpunkt wieder größer werde.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,17 Prozent am Vortag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 141,56 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,11 Prozent auf 162,96 Punkte nach. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1700 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8547 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1588 US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8630 Euro gekostet./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

22.07.2018

G20 warnen vor wirtschaftlichen Risiken des Handelskonflikts

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Angesichts des Handelskonflikts zwischen den USA, China und der EU haben die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt. "Die kurz- und mittelfristigen Risiken haben zugenommen. Dazu gehören Anfälligkeit für finanzielle Probleme, wachsende Spannungen im Bereich von Handel und Geopolitik, Ungleichheit und strukturell schwaches Wachstum, vor allem in einigen entwickelten Volkswirtschaften", hieß es am Sonntag in der gemeinsamen Erklärung beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires.

Ein weiteres Zoll-Wettrüsten würde laut einer Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) die globale Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Im schlechtesten Fall könnte die weltweite Wirtschaftsleistung in einem solchen Fall im Jahr 2020 um 0,5 Prozent oder 430 Milliarden US-Dollar niedriger liegen als bislang erwartet, schätzt der IWF.

"Der internationale Handel und Investitionen sind wichtige Motoren für Wachstum, Produktivität, Innovation und Entwicklung", hieß es in der G20-Abschlusserklärung. "Wir müssen den Dialog intensivieren und Maßnahmen ergreifen, um die Risiken einzuhegen und das Vertrauen zu steigern."/dde/DP/he

22.07.2018

G20 warnen vor wirtschaftlichen Risiken des Handelskonflikts

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Angesichts des Handelskonflikts zwischen den USA, China und der EU haben die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt. "Die kurz- und mittelfristigen Risiken haben zugenommen. Dazu gehören Anfälligkeit für finanzielle Probleme, wachsende Spannungen im Bereich von Handel und Geopolitik, Ungleichheit und strukturell schwaches Wachstum, vor allem in einigen entwickelten Volkswirtschaften", hieß es am Sonntag in der gemeinsamen Erklärung beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires.

Ein weiteres Zoll-Wettrüsten würde laut einer Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) die globale Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Im schlechtesten Fall könnte die weltweite Wirtschaftsleistung in einem solchen Fall im Jahr 2020 um 0,5 Prozent oder 430 Milliarden US-Dollar niedriger liegen als bislang erwartet, schätzt der IWF.

"Der internationale Handel und Investitionen sind wichtige Motoren für Wachstum, Produktivität, Innovation und Entwicklung", hieß es in der G20-Abschlusserklärung. "Wir müssen den Dialog intensivieren und Maßnahmen ergreifen, um die Risiken einzuhegen und das Vertrauen zu steigern."/dde/DP/he

22.07.2018

Infineon-Chef trotz Handelsstreit entspannt - 'Angst und ban­ge ist mir nicht'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Infineon -Chef Reinhard Ploss bleibt trotz der zunehmenden Gefahr eines Handelskrieges gelassen. "Angst und ban­ge ist mir nicht", sagte der Manager in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagausgabe) auf eine entsprechende Frage. Zwar sei "die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on auf der Welt­büh­ne der Wirt­schaft her­aus­for­dernd". Von den Einfuhrzöllen der Amerikaner auf bestimmte Halbleiter sei der Chiphersteller aber kaum betroffen. Andere mögliche Entwicklungen könne das Unternehmen aufgrund seiner "guten globalen Positionierung" abfedern. "Da­her bin ich eher mo­derat als hoch be­sorgt", sagte Ploss.

Das Risiko einer Eskalation, die die Wirtschaft bedrohen könnte, sieht der Infineon-Chef "aus aktueller Sicht" nicht als hoch an. "Un­ab­hän­gig vom Han­dels­streit wer­den wir si­cher­lich nach den Hö­hen­flü­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re ei­ne ge­wis­se Ab­schwä­chung des Wirt­schafts­wachs­tums be­kom­men. Ei­ne Re­zes­si­on er­war­te ich der­zeit nicht." Die Stabilität in China sei groß, der Staat habe bisher immer gegengesteuert, wenn die Dy­na­mik nach­ge­las­sen ha­ben soll­te.

"Wich­ti­ger ist, dass es ei­nen Ba­sis­be­darf gibt. Es gibt ein­fach vie­le Wachs­tums­fak­to­ren, die den Auf­wärts­trend an sich in­takt hal­ten. Da­zu ge­hört nun auch die Künst­li­che In­tel­li­genz, die ein wei­te­res An­triebs­mo­ment dar­stellt, wes­halb kein An­lass zur grund­le­gen­den Be­sorg­nis be­steht. Es wird al­so wei­ter­hin ein or­dent­li­ches Wirt­schafts­wachs­tum ge­ben, je­doch nicht mehr das gi­gan­ti­sche zu­rück­lie­gen­der Jah­re."/he

22.07.2018

'WSJ': Fleischberg in US-Kühlhäusern wächst wegen Handelsstreits

WASHINGTON (dpa-AFX) - In US-Kühlhausern stapelt sich nach einem Bericht des Wirtschaftsblattes "Wall Street Journal" immer mehr Fleisch. Dies sei eine Folge von einem größer werdenden Angebot und einer sinkenden Nachfrage im Zuge des Handelsstreits, berichtete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf Experten.

Demnach wird davon ausgegangen, dass neue Statistiken eine Rekordmenge von 2,5 Milliarden Pfund (1,04 Milliarden Kilo) an Rind- und Schweinefleisch sowie Geflügel ausweisen werden. Diese Statistiken werden frühestens am Montag erwartet.

Der Appetit von Konsumenten auf Fleisch wachse - allerdings nicht schnell genug, um mit der Rekordproduktion Schritt zu halten, berichtete das Blatt weiter.

Dies mache die US-Fleischproduktion zunehmend abhängig von Exporten, aber Mexiko und China hätten beide Sonderzölle auf Schweinefleisch aus den USA erhoben. Damit werde US-Fleisch auf diesen Märkten teurer.

Mexiko und Brasilien gehören den Angaben zufolge zu den größten Importeuren von Fleisch aus den USA. Beide Länder erhoben die Sonderzölle als Vergeltung für US-Sonderzölle auf Stahl, Aluminium und andere Waren./da/DP/he

22.07.2018

ROUNDUP: Scholz: Handelsstreit mit den USA könnte EU-Integration vorantreiben

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Der Zollstreit zwischen der Europäischen Union und den USA könnte nach Einschätzung der Bundesregierung die europäische Integration vorantreiben. "Eine wahrscheinlich gar nicht angestrebte Folgewirkung der Politik des amerikanischen Präsidenten könnte ein unglaublich beschleunigter Integrationsprozess der Europäischen Union sein", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Sonntag beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires. "Nur gemeinsam werden wir stark sein in der künftigen Welt."

Am Mittwoch reisen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström zu Gesprächen nach Washington. Sollte US-Präsident Donald Trump im Konflikt um immer neue Zölle nicht einlenken, erwägt die EU weitere Gegenmaßnahmen. "Die EU verhandelt als Gemeinschaft. Es gibt keine bilateralen Verhandlungen einzelner Staaten der Europäischen Union", sagte Scholz.

Allerdings zeichneten sich zuletzt Meinungsverschiedenheiten zwischen den EU-Mitgliedsländern im Umgang mit der US-Regierung ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will eine Verhandlungslösung und nennt neue Vergeltungszölle gegen die USA die "mit Abstand schlechtere Lösung". Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hingegen betonte, vor neuen Gesprächen müssten die USA zunächst ihre Zölle auf Stahl und Aluminium zurücknehmen. "Wir verhandeln nicht mit einer Pistole am Kopf", sagte er.

Es sei wichtig, dass die EU auch künftig in Handelsfragen geschlossen bleibe, um ihre Interessen weltweit durchsetzen zu können, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) im Deutschlandfunk. Entscheidungen würden "nicht alleine in Berlin und nicht alleine in Paris getroffen, sondern eben zu einem erheblichen Teil auch in Brüssel".

Der Handelskonflikt mit den USA könnte auch den Verhandlungen zwischen der EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur neuen Schwung verleihen. Die Gespräche dauern seit rund 20 Jahren an und stecken in Detailfragen über die Öffnung der Agrarmärkte und Verbraucherschutz fest. "Dieser Handelskonflikt mit den USA könnte als Turbo fungieren", sagte der Staatssekretär im österreichischen Finanzministerium, Hubert Fuchs, in Buenos Aires. Österreich hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

"Wir wollen uns nicht einseitig einem großen Land ausliefern", sagte Fuchs. "Wir sind bestrebt, mit sämtlichen Freihandelszonen der Welt Abkommen abzuschließen." Zuletzt hatten die EU und Japan ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. "Das ist ein Zeichen an die internationale Gemeinschaft", sagte Bundesfinanzminister Scholz in der argentinischen Hauptstadt./dde/DP/he

22.07.2018

US-Außenminister will Unterstützung der Opposition im Iran ankündigen

WASHINGTON/SIMI VALLEY (dpa-AFX) - US-Außenminister Mike Pompeo will den Iran nach Angaben seines Ministeriums im Rahmen eines Vortrages dazu aufrufen, die Terrorismus-Unterstützung zu beenden. Pompeo wolle sich am Sonntag um 18.00 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr MESZ/Montag) in der Ronald-Reagan-Stiftung in Simi Valley (Kalifornien) näher zu diesem Thema äußern, hieß es vorab. Der Titel seines Vortrages lautet demnach "Unterstützung iranischer Stimmen" - gemeint ist damit die Opposition.

Pompeo will der iranischen Führung außerdem vorhalten, dass sie die Opposition brutal unterdrücke, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Außenamtes vorab. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Korruption. Pompeo wolle die legitimen Forderungen des iranischen Volkes nach einem besseren Leben unterstützen.

"Zu fordern, dass der Iran sich wie ein normales Regime verhält, ist keine Vollmacht für einen Regimewechsel. Wir möchten sehen, dass das Regime sein Verhalten ändert", sagte der Mitarbeiter.

Der ehemalige Direktor des US-Geheimdienstes CIA gilt wie US-Präsident Donald Trump als Hardliner in der Iran-Politik. Der 54- jährige Pompeo hatte im Mai in einer Grundsatzrede die neue Iran-Strategie der USA nach dem Austritt aus dem Atomabkommen vorgestellt.

Diese besteht aus einer langen Liste von Forderungen zur Befriedung der Nahost-Region und Drohungen mit härtesten Wirtschaftssanktionen. Pompeo warf dem Iran unter anderem vor, größter Finanzier von Terrorismus zu sein. "Der Iran darf niemals einen Freibrief haben, um den Nahen Osten zu dominieren", sagte er.

Trump hatte am 8. Mai im Alleingang den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomdeal mit dem Iran erklärt. Er setzte auch Wirtschaftssanktionen wieder in Kraft.

Im Atomabkommen von 2015 verpflichtet sich die internationale Gemeinschaft, Sanktionen gegen die Islamische Republik aufzuheben. Im Gegenzug soll ausgeschlossen werden, dass der Iran Atomwaffen entwickelt./fff/DP/he

22.07.2018

Scholz: Handelsstreit mit den USA könnte EU-Integration vorantreiben

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Der Zollstreit zwischen der Europäischen Union und den USA könnte nach Einschätzung der Bundesregierung die europäische Integration vorantreiben. "Eine wahrscheinlich gar nicht angestrebte Folgewirkung der Politik des amerikanischen Präsidenten könnte ein unglaublich beschleunigter Integrationsprozess der Europäischen Union sein", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Sonntag beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires. "Nur gemeinsam werden wir stark sein in der künftigen Welt."

Am Mittwoch reisen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström zu Gesprächen nach Washington. Sollte US-Präsident Donald Trump im Konflikt um immer neue Zölle nicht einlenken, erwägt die EU weitere Gegenmaßnahmen. "Die EU verhandelt als Gemeinschaft. Es gibt keine bilateralen Verhandlungen einzelner Staaten der Europäischen Union", sagte Scholz.

Allerdings zeichneten sich zuletzt Meinungsverschiedenheiten zwischen den EU-Mitgliedsländern im Umgang mit der US-Regierung ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will eine Verhandlungslösung und nennt neue Vergeltungszölle gegen die USA die "mit Abstand schlechtere Lösung". Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hingegen betonte, vor neuen Gesprächen müssten die USA zunächst ihre Zölle auf Stahl und Aluminium zurücknehmen. "Wir verhandeln nicht mit einer Pistole am Kopf", sagte er./dde/DP/he

22.07.2018

ROUNDUP: Neuer Brexit-Minister stellt Schlussrechnung infrage

LONDON (dpa-AFX) - Streit ums liebe Geld: Großbritannien wird die Brexit-Schlussrechnung in Höhe von 39 Milliarden Pfund (etwa 44 Milliarden Euro) wohl nur bei Zustandekommen eines gemeinsamen Handelsabkommens zahlen. "Es kann nicht sein, dass eine Seite ihren Teil der Abmachung erfüllt und die andere Seite nicht oder langsam vorangeht oder sich nicht auf ihrer Seite festlegt", sagte der neue Brexit-Minister Dominic Raab dem "Sunday Telegraph".

Raab hatte David Davis als Minister abgelöst, der wegen neuer Brexit-Pläne von Premierministerin Theresa May zum EU-Austritt zurückgetreten war. Auch Außenminister Boris Johnson legte sein Amt nieder.

Ähnlich wie Raab hatten sich zuvor schon May und Davis zur Schlussrechnung geäußert: Einige man sich nicht auf ein Handelsabkommen nach dem Brexit, "dann ist dieses Angebot vom Tisch", so May. Später wurden jedoch rechtliche Bedenken bekannt.

Großbritannien will Ende März 2019 aus der Europäischen Union austreten. Brüssel besteht darauf, dass London seinen Anteil für gemeinsam getroffene Finanzentscheidungen bezahlt - für den EU-Haushalt, gemeinsame Fonds und Pensionslasten.

Nach Ansicht des einflussreichen Brexit-Hardliners Jacob Rees-Mogg steuert Großbritannien auf einen EU-Austritt ohne Abkommen zu. Einen Abbruch der Gespräche mit Brüssel lehnt er aber ab. "Ich denke, wir sollten bis zum Schluss weiterverhandeln", sagte der erzkonservative Tory-Abgeordnete am Samstag dem Sender LBC. Am Vortag hatte Rees-Mogg die EU als mafiaähnlich bezeichnet. Der exzentrische Hinterbänkler ist einer der schärfsten Widersacher von May. Er führt in London die parlamentarische Lobbygruppe "European Research Group" an.

Die Brexit-Verhandlungen stocken in entscheidenden Punkten - vor allem in der irischen Grenzfrage, wie die 27 verbleibenden EU-Staaten am Freitag in Brüssel nach Beratungen festhielten. EU-Unterhändler Michel Barnier forderte London auf, schnell an Vorschlägen zu arbeiten. Es blieben nur noch 13 Wochen, um eine Einigung zu finden.

Brüssel wirft London Rosinenpickerei vor. Großbritannien möchte nach dem Brexit eine Freihandelszone für Waren und Agrarprodukte, aber nicht für Dienstleistungen. Dagegen schreibt der EU-Binnenmarkt neben dem freien Warenverkehr auch den freien Verkehr von Dienstleistungen und Kapital sowie die Freizügigkeit der EU-Bürger vor. Ohne Übereinkunft scheidet Großbritannien ungeregelt aus der EU aus. Dies könnte jedoch erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen haben.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, warnte die EU davor, London bei den Brexit-Verhandlungen zu bestrafen. Großbritannien sei einer der wichtigsten Wirtschaftspartner. "Deswegen haben wir ein großes Interesse daran, dass es keinen harten Brexit gibt", sagte Dobrindt dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Die Verhandlungen mit den Briten dürfen nicht von der Idee einer Bestrafung geleitet sein." Dobrindt schlug stattdessen eine besonders enge Partnerschaft vor./si/DP/he

22.07.2018

Ehe für alle und Privatbesitz: Kuba berät über neue Verfassung

HAVANNA (dpa-AFX) - Gleichgeschlechtliche Paare könnten in Kuba bald heiraten dürfen. Außerdem soll in dem sozialistischen Karibikstaat privater Besitz künftig anerkannt werden. Am Wochenende haben die Parlamentarier in der kubanischen Hauptstadt Havanna dazu über eine umfassende Reform der Verfassung von 1976 beraten. Am Montag soll der neue Entwurf verabschiedet werden. Nach einer Phase öffentlicher Konsultationen im ganzen Land sollen dann alle Kubaner in einem Referendum über die neue Verfassung abstimmen.

Die Ehe für alle wird vor allem von der Tochter des früheren Präsidenten Raúl Castro vorangetrieben. Als Direktorin des Nationalen Zentrums für Sexualerziehung (Cenesex) setzt sich Mariela Castro bereits seit langem für die Rechte von Homosexuellen und Transsexuellen ein. In der neuen Verfassung wird die Ehe als "freiwillige Verbindung zwischen zwei Personen" definiert. Das würde den Weg für die Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern frei machen.

Erstmals wird in der neuen Verfassung zudem auf den Begriff Kommunismus verzichtet. "Das bedeutet aber nicht, dass wir unsere Ideale aufgeben", sagte Parlamentspräsident Esteban Lazo. Die Kommunistische Partei Kubas wird die einzige legale Partei bleiben./gn/DP/he

22.07.2018

Neuer Brexit-Minister stellt Schlussrechnung infrage

LONDON (dpa-AFX) - Streit ums liebe Geld: Großbritannien wird die Brexit-Schlussrechnung in Höhe von 39 Milliarden Pfund (etwa 44 Milliarden Euro) wohl nur bei Zustandekommen eines gemeinsamen Handelsabkommens zahlen. Das betonte der neue Brexit-Minister Dominic Raab in einem Interview mit der Zeitung "The Sunday Telegraph".

"Es kann nicht sein, dass eine Seite ihren Teil der Abmachung erfüllt und die andere Seite nicht oder langsam vorangeht oder sich nicht auf ihrer Seite festlegt", sagte der Minister.

Raab löste David Davis als Brexit-Minister ab, der wegen neuer Pläne von Premierministerin Theresa May zum EU-Austritt zurückgetreten war. Auch Außenminister Boris Johnson legte sein Amt nieder.

Ähnlich wie Raab hatten sich zuvor schon May und Davis zur Schlussrechnung geäußert: Einige man sich nicht auf ein Handelsabkommen nach dem Brexit, "dann ist dieses Angebot vom Tisch", so May. Später wurden jedoch rechtliche Bedenken bekannt.

Großbritannien will Ende März 2019 aus der Europäischen Union austreten. Brüssel besteht darauf, dass London seinen Anteil für gemeinsam getroffene Finanzentscheidungen bezahlt - für den EU-Haushalt, gemeinsame Fonds und Pensionslasten./si/DP/he

20.07.2018

AKTIE IM FOKUS: Cloud-Geschäft lässt Microsoft-Aktie auf Rekordhoch steigen

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach überzeugenden Ergebnissen in den Monaten April bis Juni sind die Aktien von Microsoft am Freitag auf ein Rekordhoch gestiegen. Bei 108,20 US-Dollar markierten sie den höchsten Stand ihrer 32-jährigen Börsengeschichte. Die Marktkapitalisierung des Schwergewichts beläuft sich mittlerweile auf rund 823 Milliarden Dollar. Zuletzt gewannen die Papiere 2,2 Prozent auf 106,70 Dollar.

Der Software-Riese hatte im vergangenen Quartal vor allem von einem florierenden Cloud-Geschäft profitiert. Umsatz und Gewinn waren kräftig gestiegen und übertrafen die Erwartungen von Analysten bei weitem. Der Überschuss hatte im Jahresvergleich um knapp zehn Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zugelegt. Die Erlöse waren um mehr als 17 Prozent auf gut 30 Milliarden Dollar gestiegen.

Gleich reihenweise erhöhten daraufhin Banken und Broker die Kursziele für die Aktien. Am optimistischsten zeigte sich Mark Moerdler vom Investmenthaus Bernstein. Er erhöhte das Kursziel für die Papiere von 120 auf 135 Dollar und attestierte ihr damit weitere 25 Prozent Aufwärtspotenzial. Es folgten die drei US-Häuser Morgan Stanley, Piper Jaffray und Atlantic Equities, sie riefen Kursziele von jeweils 130 Dollar für die Microsoft-Aktie aus.

Analyst Mark Moerdler von Bernstein sprach mit Blick auf die Zahlen des Software-Konzerns von "fortgesetzter Stärke auf breiter Front". Bei Umsatz, Gewinn und Barmittelzufluss habe das Unternehmen selbst seine optimistischen Schätzungen noch deutlich überboten. Die Cloud-Aktivitäten zeigten keinerlei Anzeichen der Schwäche. Hinzu komme, dass Microsoft den Konzern immer mehr "verschlankt".

"Der Ton des Managements zur Geschäftsentwicklung wird zuversichtlicher", sagte Software-Analyst Mark Murphy von JPMorgan. Nichtoperative Einflüsse hätten sich zuletzt eher verschlechtert für das Unternehmen, beispielsweise die Wechselkurse oder die Steuerquote. Umso beeindruckender sei die Qualität der Zahlen im operativen Geschäft. Der Experte riet weiter zum Übergewichten der Papiere im Portfolio.

Investoren hatten den Braten wie so oft bereits gerochen. Die Aktie war in den vergangenen Wochen und Monaten kräftig gestiegen. Seit Beginn des vierten Geschäftsquartals Anfang April hatte sie um 12,5 Prozent zugelegt./bek/he

20.07.2018

ANALYSE-FLASH: RBC belässt General Electric auf 'Sector Perform'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus RBC hat die Einstufung für General Electric nach Zahlen zum zweiten Quartal auf "Sector Perform" mit einem Kursziel von 15 US-Dollar belassen. Die Kennziffern seien unspektakulär ausgefallen, schrieb Analyst Deane Dray in einer am Freitag vorliegenden Studie. Allerdings monierte er das reduzierte Free-Cashflow-Ziel des US-Mischkonzerns./edh/la

Datum der Analyse: 20.07.2018

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20.07.2018

ANALYSE-FLASH: Bernstein hebt Ziel für Microsoft auf 135 Dollar - 'Outperform'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für Microsoft nach Zahlen für das vierte Geschäftsquartal von 123 auf 135 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Der Software-Riese habe die Erwartungen beim Umsatz, dem Gewinn und dem Cashflow deutlich übertroffen, schrieb Analyst Mark Moerdler in einer am Freitag vorliegenden Studie. Microsoft zeige Stärke in jeglicher Hinsicht./tih/la

Datum der Analyse: 20.07.2018

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20.07.2018

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank belässt Volvo B auf 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank hat die Einstufung für Volvo B nach Quartalszahlen auf "Buy" belassen. Der Lkw- und Baumaschinenhersteller habe durchweg stark abgeschnitten, schrieb Analyst Tim Rokossa in einer am Freitag vorliegenden Studie./ajx

Datum der Analyse: 20.07.2018

20.07.2018

VTG IM FOKUS: Gebot durch Morgan Stanley weckt bei Aktionären Hoffnung auf mehr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Waggonvermieter VTG ist innerhalb von wenigen Tagen vom wenig beachteten SDax -Unternehmen zum umworbenen Übernahmeobjekt mutiert. Ein Infrastrukturfonds der US-Investmentbank Morgan Stanley kauft ein Aktienpaket und hat den Aktionären ein Umtauschangebot gemacht. Doch der Preis der Anteilsscheine verrät, dass die Kapitalmärkte einen höheren Preis für angemessen halten. Und nicht nur die - auch das VTG-Management hat erklärt, das Angebot reflektiere nicht den Wert der Firma.

DAS IST LOS BEI VTG:

Morgan Stanley Infrastructure plant, dem Milliardär Klaus Michael Kühne sein 20-Prozent-Paket an der VTG abzukaufen. Der Beteiligungsfonds der US-Investmentbank hat den VTG-Aktionären in dem Zuge das Angebot gemacht, ihre Papiere für 53 Euro pro Stück anzunehmen - rund 10 Prozent mehr als der Xetra-Schlusskurs am Tag vor Bekanntwerden des Angebots und der gleiche Preis, der an Kühne geht. Schon vorher hielt Morgan Stanley Infrastructure 29 Prozent an VTG, mit dem Kühne-Anteil wäre der Fonds bei knapp 50 Prozent.

Eine Mindestannahmeschwelle hat das Angebot nicht. Markus Hottenrott, Chief Investment Officer von Morgan Stanley Infrastructure, betont, dass vorerst keine Komplettübernahme geplant ist - lässt sich dabei allerdings ein Hintertürchen offen: "Uns geht es zunächst darum, den Kühne-Anteil zu erwerben", sagte der Investmentmanager zur "Börsen-Zeitung" jüngst. "Wir wären auch mit 49 Prozent zufrieden."

Unterdessen hat mit der Joachim Herz Stiftung ein weiterer Großaktionär bei VTG aufgestockt. Die Stiftung, die hinter dem Beiersdorf -Konzern steht, hält nach dem Kauf von 5 Prozent der Aktien jetzt ein Paket von 15 Prozent. Dass die Stifter auf ein höheres Umtauschangebot setzen, um dann ihre Papiere in einem schnellen Tauschgeschäft anzudienen, ist sehr unwahrscheinlich. Schon eher dürften sie erwarten, dass VTG sich unter dem Einfluss des Großaktionärs Morgan Stanley operativ noch besser entwickelt, als das ohnehin schon der Fall war.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Das Gebot von Morgan Stanley Infrastructure ließ die VTG-Aktie in die Höhe schnellen - und zwar über den Angebotspreis von 53 Euro pro Aktie hinaus. Aktuell notiert die Aktie bei 54,70 Euro. Die Prämie kann mit der Hoffnung der Anteilseigner erklärt werden, dass Morgan Stanley doch noch ein höheres Angebot für die Papiere macht. In der Regel sind Mehrheitsanteile bei Finanzinvestoren beliebter als Minderheitsanteile, weil sie dann die Geschicke der Firma besser steuern können. Das machen sich Spekulanten gern zunutze, indem sie sich in Übernahmen börsennotierter Firmen einkaufen.

Andererseits dürfte Morgan Stanley auch mit einem Anteil von 49 Prozent auf jeder Hauptversammlung eine deutliche Mehrheit haben. Insofern kann es gut sein, dass der Fonds tatsächlich keine Notwendigkeit für die Übernahme weiterer Anteile sieht - zumal es mit der Stiftung einen weiteren Ankeraktionär gibt, mit dem der Fonds sich koordinieren kann.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, lässt sich die Differenz des aktuellen Aktienpreises zum Umtauschangebot von 53 Euro auch mit der Hoffnung auf operative Verbesserungen bei VTG unter zwei starken Anteilseignern erklären, statt allein mit der Spekulation auf ein erhöhtes Angebot.

Schon vor dem Übernahmeangebot lief es gut für die VTG-Aktie. Vor fünf Jahren lag das Papier noch bei 14 Euro, ein Bruchteil des heutigen Kurses. Im Oktober 2016, bevor Morgan Stanley Infrastructure mit 29 Prozent einstieg, kostete die Aktie 25 Euro - weniger als die Hälfte des jetzigen Kurses.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Mehrere Analysten stimmen dem VTG-Management in der Sichtweise zu, das Angebot von 53 Euro pro Aktie sei zu niedrig. So etwa Henning Breiter von Hauck & Aufhäuser, der argumentiert, der geplante Zukauf der französischen Nacco und die gut laufenden Geschäfte legen eine höhere Bewertung der Papiere nahe. Breiter hat das Kursziel für die Papiere auf 60 Euro hochgeschraubt und die Einstufung auf "Buy" belassen. Auch Nikolas Mauder von Kepler Chevreux sieht den fairen Wert mit 57 Euro über dem Angebot (ebenfalls mit "Buy").

Andere Experten halten die Offerte für angemessen. So etwa Adrian Pehl von der Commerzbank, der der Aktie ein Kursziel von genau 53 Euro mit "Halten"-Empfehlung gibt. Das Wachstum des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei organisch eher schwach gewesen, argumentiert Pehl. Auch HSBC-Experte Philip Saliba betrachtet den Umtauschpreis als fair, er gibt den Papieren ein Kursziel von 52 Euro, ebenfalls mit "Halten"-Rating./fba/she/jha/

20.07.2018

AKTIEN IM FOKUS 2: Autowerte schwächeln - Französischer Zulieferer enttäuscht

(neu: Aktienkurs, mehr Details und Hintergrund)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Aktien aus dem europäischen Automobilsektor haben am Freitag der jüngsten Erholungsbewegung ihren Tribut gezollt. Der europäische Sektorindex Stoxx 600 Automobiles & Parts fiel als Schlusslicht in der Branchenwertung um rund 1,2 Prozent, nachdem er seit seinem Zwischentief Anfang Juli bis zuletzt etwa 5 Prozent gewonnen hatte. Auslöser der aktuellen Verluste nun war Börsianern zufolge ein enttäuschender Ausblick des französischen Zulieferers Faurecia .

Im Zuge dessen versammelten sich die Autozulieferwerte in den großen deutschen Indizes auf den hintersten Rängen. Continental etwa waren im Dax mit einem Minus von etwa 1 Prozent unter den größten Verlierern. Im MDax büßten die Papiere des Konkurrenten Schaeffler , des Verbindungstechnik-Herstellers Norma Group sowie des Lichtspezialisten Hella zwischen 0,5 und 1,7 Prozent ein.

Im Dax ging es außerdem für die Anteile der Autohersteller Daimler , Volkswagen und BMW zwischen 0,3 und 1,0 Prozent bergab. Denn die Branche insgesamt stand auch am Freitag weiter wegen Diskussionen über drohende US-Einfuhrzölle für europäische Autos im Fokus. Das lässt Anleger bereits seit Monaten bangen. Wie am Vortag bekannt geworden war, bereitet die EU derzeit Vergeltungsmaßnahmen vor, falls die USA tatsächlich zur Tat schreiten und Zölle auf europäische Autos verhängt.

Der französische Faurecia-Konzern nun legte am Morgen seine Halbjahreszahlen vor und hob dabei die Ziele für das Gesamtjahr an. Dies erfolgte laut Analyst Ashik Kurian von Jefferies aber nicht so umfangreich wie von Analysten im Durchschnitt erwartet. Von den Resultaten der Franzosen zog er zwar ein positives Fazit, gab jedoch zu bedenken, dass der neue Ausblick keine positiven Auswirkungen auf die Konsensschätzungen haben dürfte.

Bei der Faurecia-Aktie kam es vor diesem Hintergrund nach einem bisher robusten Juli-Kursverlauf zu besonders deutlichen Gewinnmitnahmen. Sie rutschten an der Pariser Börse um mehr als 5 Prozent ab - damit lösten sich die Kursgewinne dieses Monats mit einem Schlag wieder in nichts auf./tih/ck/jha/

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20.07.2018

ANALYSE-FLASH: Oddo BHF hebt Ziel für SAP auf 121 Euro - 'Buy'

PARIS (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Oddo BHF hat das Kursziel für SAP nach Zahlen für das zweite Quartal von 112 auf 121 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Umsatzseitig habe der Softwarehersteller dank des Cloud- und Wartungsgeschäfts die Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst Nicolas David in einer am Freitag vorliegenden Studie. Margensteigerungen hielten sich aber mit Blick auf Zukäufe und Währungseffekte in Grenzen. Kurz- und mittelfristig seien die Perspektiven weiterhin gut./ajx/ck

Datum der Analyse: 20.07.2018

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20.07.2018

ANALYSE-FLASH: Citigroup hebt Airbus auf 'Buy' - Ziel 134 Euro

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank Citigroup hat Airbus von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 104 auf 134 Euro angehoben. Die Neueinschätzung erfolge auf die positive Entwicklung bei Produktion, Währungseinflüssen und Preisentwicklung hin. schrieb Analyst Charles Armitage in einer am Freitag vorliegenden Studie. Da der A320 bis 2024 ausverkauft sei, seien die Preissetzungsmöglichkeiten entsprechend günstig./mf/zb

Datum der Analyse: 20.07.2018

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20.07.2018

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt Salzgitter auf 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Deutsche Bank hat die Salzgitter-Aktie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Vorrangig seien Bewertungsgründe für das neue Anlagevotum ausschlaggebend, schrieb Analyst Bastian Synagowitz in einer am Freitag vorliegenden Studie./ajx/edh

Datum der Analyse: 20.07.2018

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20.07.2018

AKTIE IM FOKUS: Kaufempfehlung der Commerzbank hievt Jungheinrich ins Plus

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine Kauf-Empfehlung der Commerzbank-Experten hat am Freitag den Jungheinrich-Aktien Rückenwind beschert. Zuvor noch um bis zu 2,6 Prozent gefallen, verlieh ihnen die Hochstufung auf "Buy" durch Analyst Sebastian Growe am Morgen einen kräftigen Schub. Die Aktien schafften es ins Plus und bauten ihre Gewinne am Vormittag bis auf 1,29 Prozent aus.

Growe zufolge ist der jüngste Ausverkauf bei der Aktie des Gabelstaplerherstellers übertrieben gewesen. Der Rückgang seit Jahresbeginn um fast 21 Prozent sei das Ergebnis generell weniger positiver Erwartungen für zyklische Aktien und einem möglichen Abstieg der Papiere aus dem MDax.

Er teile die Bedenken des Marktes bezüglich der kurzfristigen Margenentwicklung, konzentriere sich selbst aber mehr auf das absolute operative Ergebnis (Ebit), das bis 2020 jährlich im Schnitt um 8 Prozent steigen sollte. Die am 9. August erwarteten Ergebnisse für das zweite Quartal könnten diese These bereits unterstützen. Möglich sei dann auch die Einführung neuer langfristiger Finanzziele durch das Unternehmen./tih/jha/

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