dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

15.12.2018

Benko will Holding vom Format der Agnellis, Oetkers oder Reimanns

WIEN (dpa-AFX) - Der Immobilien- und Kaufhausinvestor René Benko nimmt sich die Topliga der europäischen Unternehmerdynastien als Vorbild. Das sagte der österreichische Mehrheitseigentümer der fusionierten Kaufhof- und Karstadt-Häuser dem Wiener Wirtschaftsmagazin "Trend". Benkos Signa-Gruppe solle eine europäische Industrie- und Beteiligungsholding im Familienbesitz sein: "Ähnlich wie die Familienholdings der Agnellis, Oetkers oder Reimanns."

Im Moment liege er noch einige Milliarden hinter den deutschen Unternehmerfamilien Oetker und Reimann und den italienischen Agnellis, die ihr Geld jeweils unter anderem mit Lebensmitteln, Kaffee und Autos verdienen, sagte Benko weiter.

Die Signa-Holding hat ein Immobilienvermögen von über 14 Milliarden Euro und macht im Einzel- und Onlinehandel mehr als 7 Milliarden Euro Umsatz. In diesem Jahr kaufte Benko die österreichische Möbelhandelsgruppe Kika/Leiner und übernahm von der Funke Mediengruppe Anteile an den österreichischen Zeitungen "Krone" und "Kurier". Ein Leiner-Haus im Zentrum Wiens soll in Zukunft als KaDeWe geführt werden, bestätigte Benko dem "Trend"./al/DP/zb

15.12.2018

ROUNDU/Von der Haustür zur Haltestelle: Nachfrage nach Ridesharing steigt

HAMBURG (dpa-AFX) - Angesichts von steigender Nachfrage nach Leihfahrrädern, Carsharing und Sammeltaxis ruft der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zur Zusammenarbeit auf. Die Kunden erwarteten vor Ort "ein funktionierendes Gesamtsystem und keinen größer werdenden Flickenteppich oder Rosinenpickerei einzelner Anbieter zulasten der Gesamtheit", mahnte VDV-Geschäftsführer Jan Schilling.

Deshalb sei eine Kooperation von Verkehrsunternehmen und -verbünden mit neuen Anbietern sinnvoller als die direkte Konkurrenz zueinander. "Alleine können die neuen On-Demand-Anbieter die steigende Mobilitätsnachfrage jedenfalls nicht bedienen, das ist Augenwischerei", sagte Schilling der Deutschen Presse-Agentur.

In Hamburg verlängern die Bahn-Tochter Ioki und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) ihr seit Mitte Juli bestehendes Angebot in zwei westlichen Stadtteilen (Lurup, Osdorf) um zwei Jahre. Das kündigten die Projektpartner am Samstag an. Auch in anderen deutschen Städten und Kommunen wie Berlin, München oder Duisburg gibt es Angebote, um den Weg von oder nahe der Haustür bis zur Haltestelle des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) oder anderswohin zu überbrücken, oftmals stecken die Projekte noch in der Erprobung.

In Hamburg habe Ioki die Erwartungen deutlich übertroffen, so die Projektpartner. Seit dem Start seien 91 000 Fahrgäste befördert worden, die Hälfte lasse sich zu größeren ÖPNV-Haltestellen bringen. Gebucht wird die Fahrt im Elektro-Auto zum HVV-Tickettarif über die "ioki Hamburg App", ähnliche Fahrten werden durch einen Algorithmus zu Fahrgemeinschaften gebündelt (Ride-Pooling).

"Mit vernetzten Angeboten für die erste und letzte Meile machen wir den Nahverkehr deutlich attraktiver und das Leben ohne eigenes Auto wird gerade für junge Menschen langfristig denkbar", teilte Ioki-Geschäftsführer Michael Barillère-Scholz mit. Der VHH habe für die vom britischen Hersteller LEVC produzierten Elektro-Taxis mehr als 50 Fahrer eingestellt, sagte VHH-Chef Toralf Müller. Die Zahl der Fahrzeuge mit sechs Sitzplätzen wurde auf 20 verdoppelt, der Fahrservice wird rund um die Uhr an sieben Tagen angeboten.

Das Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg (TUHH) hat das Projekt drei Monate lang wissenschaftlich begleitet. Ohne den Service wären mehr als 15 Prozent der Kunden mit einem Privatwagen gefahren, wurde unter Berufung auf die Auswertungen mitgeteilt. Demnach saßen 1,74 Menschen pro Fahrt im Shuttle, als Vergleich wurden 1,47 Insassen pro privater Autofahrt herangezogen. Fast ein Drittel der Stadtteilbewohner habe sich die App heruntergeladen, resümierten Ioki und der VHH.

In Berlin bietet der Verkehrsverbund BVG seit Anfang September den Rufbus "BerlKönig": 50 per App zu bestellende Fahrzeuge sind im Einsatz. München will im Westen der Stadt den "Isar Tiger", Transport-Caddies für bis zu sechs Fahrgäste, zur Erprobung bis 2020 auf Tour schicken. Die via App gebuchte Fahrt soll preislich zwischen dem MVV-Tarif und dem Taxitarif liegen.

In Duisburg ist freitag- und samstagabends "myBUS" im Einsatz, ein Kleinbus mit fünf Sitzplätzen. Ebenfalls zum ÖPNV-Tarif wird per App bestellt und auch hier die gewünschte Fahrt mit Anderen gebündelt. "myBUS" solle nie ohne Fahrgäste unterwegs sein, lautet das Ziel der Betreiber. Im Kreis Offenbach sollen sich Fahrgäste im nächsten Jahr Kleinbusse per App bestellen und sich von ihrem Standort aus zu S- und Regionalbahnhöfen, aber auch zu Krankenhäusern bringen lassen können (Projekt "ASTplus").

Quasi im Retro-Look agiert das hessische Taunusstein, das klassische Mitfahr-Bänke aufgestellt hat. "Salopp gesagt sind Mitfahrbänke so etwas wie die Seniorenvariante des alten Trampens: Statt mit erhobenem Daumen am Straßenrand zu stehen, können dort vor allem ältere Menschen wie auch natürlich junge auf eine Mitfahrgelegenheit warten", schreibt die Stadt. Dadurch werde die Auslastung der Autos im innerstädtischen Bereich erhöht - und der Verkehr auf den Taunussteiner Straßen reduziert./akp/DP/zb

15.12.2018

AUSBLICK 2019/Comeback nach mauem Jahr? Goldanleger hoffen auf Trendwende

NEW YORK (dpa-AFX) - Am Goldmarkt herrschte 2018 Flaute - doch für das neue Jahr schöpfen die Anhänger des gelben Edelmetalls Hoffnung. Angesichts zahlreicher politischer Risiken rund um den Globus könnte Gold ein Comeback als sicherer Hafen an den Finanzmärkten feiern. Sogar ohne größere Krisenszenarien sehen Experten eine Reihe von Faktoren, die den Goldpreis begünstigen könnten. Seit der im Herbst begonnenen Korrektur an den Börsen stehen die Zeichen auf Erholung.

Für weiteren Preisauftrieb am Goldmarkt könnte eine erneute Eskalation des Zollstreits zwischen den USA und China sorgen. Dort gab es zuletzt zwar eine Annäherung, doch das kann sich rasch ändern. "Nach dem Ablauf der auf dem G20-Gipfel verabredeten 90-tägigen Schonfrist droht im Frühjahr 2019 eine Verschärfung des Handelskonflikts mit noch höheren US-Strafzöllen auf noch mehr chinesische Produkte", meint Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg.

Für die Aktienmärkte ist der Handelsstreit der beiden weltgrößten Volkswirtschaften eine rotes Tuch - jede Verstimmung zwischen Washington und Peking sorgt für Nervosität. Das könnte Gold zugute kommen, denn traditionell ist das Edelmetall bei fallenden Aktien und sinkender Risikobereitschaft als Absicherung gefragt. Hinzu kommen Konjunktursorgen. "Wenn sich das US-Wachstum im nächsten Jahr wie erwartet abschwächt, würde Gold von höherer Nachfrage nach defensiven Anlagen profitieren", heißt es im Ausblick der Bank Goldman Sachs .

Der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Zollkonflikt ist zudem nur einer von etlichen potenziellen politischen Krisenherden und beschränkt sich nicht auf die Auseinandersetzung mit China. "Auch eine Ausweitung der US-Strafzölle auf Europa kann im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen werden", gibt Commerzbank-Experte Weinberg zu bedenken. Außerdem könne sich der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU weiter hochschaukeln und für Verunsicherung sorgen, ferner bestehe vorerst weiter die Gefahr eines ungeordneten Brexits.

Der Handelsstreit birgt indes auch Risiken für die Rohstoffmärkte. So könnte ein Abschwung im Zuge einer Eskalation des Konflikts etwa die Goldnachfrage in den riesigen Volkswirtschaften China und Indien weiter abwürgen. Beide Länder stellen zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten privaten Konsumentennachfrage nach Goldschmuck, Goldmünzen und -barren. Analyst Weinberg rechnet jedoch damit, dass die Goldnachfrage aus Asien 2019 steigt. Entscheidend seien hierbei vor allem die US-Zinspolitik und ihre Folgen am Devisenmarkt.

Der Gegenwind für Landeswährungen wie Chinas Yuan, Indiens Rupie oder auch die türkische Lira - deren Schwäche die Nachfrage nach Gold zuletzt belastete - dürfte im kommenden Jahr nachlassen, meint Weinberg. Grund sei sinkender Aufwertungsdruck beim US-Dollar. Dieser sollte aufgrund des näherrückenden Endes der Zinserhöhungen in den USA im Jahresverlauf spürbar abbauen, im Umkehrschluss werde der Goldpreis merklich steigen. "Die Goldpreisentwicklung 2019 dürfte wesentlich von der Geldpolitik der Fed bestimmt werden."

Nicht nur wegen der Zinsen sind Zentralbanken wie die Federal Reserve wichtig für den Goldpreis. Wegen ihrer Goldbestände zählen sie neben großen Investmentfonds auch zu den entscheidenden Akteuren am Markt. Nach zwei schwächeren Jahren schlugen Notenbanken - allen voran die Russlands und der Türkei - dem Branchenverband World Gold Council zufolge schon 2018 wieder stärker beim Goldkauf zu. Dieser Trend könnte im neuen Jahr zunehmen, insbesondere wenn die chinesische Zentralbank ihre Zurückhaltung aufgeben und wieder zukaufen sollte.

Selbst wenn es am Goldmarkt wieder bergauf gehen sollte, raten Finanzprofis Privatanlegern aber zur Vorsicht. Aufgrund vergleichsweise starker Kursschwankungen empfehlen Vermögensberater das Edelmetall meist nur als Beimischung im Portfolio. Kritiker betonen außerdem immer wieder, dass Gold nicht nur riskant sein kann, sondern auch keine Zinsen oder anderen regelmäßigen Erträge abwirft./hbr/DP/zb

--- Von Hannes Breustedt, dpa-AFX ---

15.12.2018

AUSBLICK 2019/Krypto-Crash: Hat Digitalgeld wie Bitcoin noch eine Chance?

NEW YORK (dpa-AFX) - Am 17. Dezember 2017 war es soweit: Der Bitcoin-Preis kratzte auf einigen Online-Börsen an der magischen Marke von 20 000 Dollar. Der Hype um digitale Währungen erreichte mit diesem Rekordstand einen neuen Höhepunkt. Auch einige Finanzanalysten ließen sich vom Krypto-Fieber anstecken und prognostizierten, dass die rasante Kursrally erst der Anfang sei. Die Euphorie verflog jedoch rasch, ein Jahr später steht der Bitcoin-Preis bei rund 3400 Dollar - der Kurs hat mehr als 80 Prozent eingebüßt.

Für US-Starökonom Nouriel Roubini ist damit nicht weniger als die "größte Blase der Menschheitsgeschichte" geplatzt. Die Übertreibungen seien schlimmer als bei Hollands Tulpenmanie im 17. Jahrhundert und jedem anderen Spekulations-Crash, der je zuvor an den Finanzmärkten stattfand. Roubini, der die Finanzkrise von 2008 vorhersagte und wegen seiner generell oft pessimistischen Vorhersagen auch "Dr. Doom" genannt wird, bezeichnet Bitcoin als "Mutter aller Betrügereien".

Fest steht, dass viele, die auf dem Höhepunkt des Bitcoin-Booms in digitale Währungen investierten, es heute bitter bereuen. Ob man Kryptowährungen deshalb ganz abschreiben sollte, steht auf einem anderen Blatt. Die Bitcoin-Geschichte ist geprägt von extremen Aufs und Abs. Totgesagt wurde das 2009 als Idee von freiem Geld, das keiner Kontrolle von Staaten und Banken unterliegt, entstandene Projekt schon ein paar Mal zuvor.

2011 stürzte der Kurs nach einem Rekordhoch von 30 Dollar auf unter 3 Dollar ab. Doch 2013 folgte ein Comeback und es wurde erstmals die Schwelle von 1000 Dollar erreicht. Schon damals war die Skepsis groß. "Es gibt jeden Grund anzunehmen, dass der Bitcoin-Boom bald endet", schrieb der "Economist" und Analysten sahen bereits "Muster einer aggressiven Spekulationsblase". Tatsächlich fiel der Bitcoin-Preis zunächst bis auf fast 200 Dollar zurück und dümpelte lange Zeit vor sich hin, bis 2017 der Gipfelsturm Richtung 20 000 Dollar begann.

Der aktuelle Crash könnte die Branche aber stärker erschüttern. Denn angesichts der immensen Mittel, die zwischenzeitlich in digitale Währungen und die dazugehörige Technologie investiert wurden, geht es um eine ganz andere Dimension als bei früheren Kursstürzen. Was als Spielerei der Krypto-Szene begann und sich langsam als Geheimtipp in Finanzkreisen herumsprach, war plötzlich in aller Munde und viele wollten dabeisein. Umso heftiger fällt nun der Schaden aus.

Zeitweise war der Hype so groß, dass Unternehmen ihren Börsenwert vervielfältigen konnten, indem sie ihre Namen in irgendetwas änderten, was mit Bitcoins und der dahinter steckenden Blockchain-Technologie zu tun hatte. Zum Inbegriff des Krypto-Goldrauschs wurde die Getränkefirma Long Island Iced Tea, deren Aktienkurs sich nach der Umbenennung in "Long Blockchain Corp" sofort verdreifachte. Es folgte jedoch auch hier ein Totalabsturz - zuletzt war die Aktie nur noch 13 Cent wert.

Befeuert wurde der Krypto-Boom auch durch umstrittene Werbeaktionen von Stars wie Paris Hilton, Mike Tyson und anderen Prominenten. Die US-Börsenaufsicht verdonnerte jüngst den ehemaligen Box-Champion Floyd Mayweather und den Hip-Hop-Produzenten DJ Khaled wegen unlauterer bezahlter Promotion für dubiose Geschäfte mit digitalen Währungen zu hohen Geldstrafen. Die beiden hatten über ihre Social-Media-Kanäle zweifelhafte "Initial Coin Offerings" (ICOs) beworben, ohne offenzulegen, dass sie dafür Geld erhielten.

Die Flut an ICOs - digitale Börsengänge, bei denen Unternehmen statt Aktien Digitalwährungen (Coins) ausgeben - war das vielleicht deutlichste Alarmsignal am heißgelaufenen Krypto-Markt. Zwischenzeitlich schien es, als würde jeder findige Geschäftsmann mit Anlegergeld überschüttet, der einen neuen Coin auflegt. US-Aufseher gehen davon aus, dass es sich bei diesen Deals in etlichen Fällen um Betrug handelte. Der Beratungsfirma EY zufolge liegen 86 Prozent der ICOs von 2017 unter ihrem Ausgabewert. Häufig wurden mit den Mitteln der Investoren nicht mal Produkte entwickelt.

Durch das viele in der Krypto-Szene unter dem Sammelbegriff "Shitcoins" verhöhnte Digitalgeld, das mittlerweile neben den Schwergewichten wie Bitcoin, Ether oder XRP existiert, ist auch die krisenbedingte Marktbereinigung viel krasser ausgefallen als zuvor. Das Marktvolumen aller Kryptowährungen ist seit Anfang des Jahres um fast 90 Prozent auf zuletzt unter 110 Milliarden Dollar gefallen. Das bringt eine ganze Industrie in Not, die im Zuge des Booms entstand. Viele Jobs fallen weg, Hardware wird verschrottet, denn Equipment und Stromkosten etwa zum Bitcoin-Schürfen lohnen sich nicht mehr.

Andererseits könnten die beträchtlichen Investitionen, die in die noch recht junge Branche geflossen sind, auch ein Grund zur Hoffnung sein. Denn Anleger - auch große Akteure der Finanzindustrie - haben inzwischen so viel Geld in Technologien rund um Kryptowährungen gesteckt, dass nicht einfach so der Stecker gezogen werden dürfte. Insgesamt zeige der Abwärtstrend nur einmal mehr, "dass die ganze Anlageklasse gerade erst am Beginn ihres Erwachsenwerdens steht", meint Leonard Zobel vom Berliner Start-up next Block, das eine in Deutschland regulierte Börse für Kryptowährungen plant. Und der Blockchain-Technologie wird immer wieder großes Potenzial in verschiedenen Bereichen über Bitcoin & Co hinaus zugesprochen./hbr/DP/zb

--- Von Hannes Breustedt, dpa ---

15.12.2018

Bahn-Tochter Ioki setzt Sammeltaxi-Fahrten in Hamburg fort

HAMBURG (dpa-AFX) - Nach Leihfahrrädern und Carsharing-Angeboten nehmen in Städten und Kommunen die Angebote mit Sammeltaxis im öffentlichen Nahverkehr allmählich zu. In Hamburg verlängern die Bahn-Tochter Ioki und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) ihr seit Mitte Juli bestehendes Angebot in zwei westlichen Stadtteilen (Lurup, Osdorf) um zwei Jahre. Das kündigten die Projektpartner am Samstag an. Seit dem Start seien 91 000 Fahrgäste befördert worden, die Hälfte lasse sich zu größeren ÖPNV-Haltestellen bringen.

Gebucht wird die Fahrt im Elektro-Auto zum HVV-Tickettarif über die "ioki Hamburg App", ähnliche Fahrten werden durch einen Algorithmus zu Fahrgemeinschaften gebündelt (Ride-Pooling).

Auch in anderen deutschen Städten und Kommunen wie Berlin, München oder Duisburg gibt es Angebote, um den Weg von oder nahe der Haustür bis zur Haltestelle des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu überbrücken, oftmals stecken die Projekte noch in der Erprobung.

Die Kunden erwarteten vor Ort "ein funktionierendes Gesamtsystem und keinen größer werdenden Flickenteppich oder Rosinenpickerei einzelner Anbieter zulasten der Gesamtheit", mahnte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, Jan Schilling. Deshalb sei eine Zusammenarbeit von Verkehrsunternehmen und -verbünden mit neuen Anbietern sinnvoller als die direkte Konkurrenz zueinander./akp/DP/zb

15.12.2018

ROUNDUP: Filterhersteller Mann+Hummel will Geschäft mit Feinstaub ausbauen

LUDWIGSBURG (dpa-AFX) - Die Debatte um saubere Luft soll dem Filterexperten Mann+Hummel lang erwartetes Geschäft bescheren. "Wir haben schon vor zehn Jahren Prototypen für Bremspartikelfilter gebaut", sagte Firmenchef Werner Lieberherr im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Doch damals interessierte sich niemand dafür. "Die Zeit muss reif sein", so Lieberherr "Jetzt sind wir in Gesprächen mit den Autoherstellern. Wir haben bereits eine Kooperation mit einem Bremsenhersteller."

Mann+Hummel beteiligt sich wie andere Firmen in Stuttgart an Projekten, um die Luft an neuralgischen Punkten wie dem Neckartor sauberer zu machen. Dort hat die Firma beispielsweise in einem Pilotprojekt Säulen mit Feinstaubfiltern aufgestellt. Die Diskussion um saubere Luft werde nicht nur in Deutschland geführt, sagte Lieberherr. "Wir diskutieren auch in China, Indien, Korea und Japan mit den Behörden vor Ort."

Neben den Filtersäulen setzt Mann+Hummel vor allem auf Feinstaubfilter, die direkt an den Fahrzeugen angebracht werden können. Denn ein Großteil des Feinstaubs im Straßenverkehr entsteht auch durch Abrieb von Reifen und Bremsen.

"In der Öffentlichkeit findet gerade eine Diskussion um Stickstoffdioxide statt", sagte er. "Feinstaub ist aber das größere Problem, weil die ultrafeinen Partikel irreversibel im menschlichen Körper bleiben." Dennoch plant Mann+Hummel im ersten Quartal, einige stationären Säulen so auszulegen, dass sie auch Stickoxide filtern können.

In der Diskussion um Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge werden häufig Stickoxide als Problem herausgestellt. Das Umweltbundesamt geht von einer gesundheitsschädlichen Wirkung aus - vor allem für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen. Viele Experten halten aber die Folgen von Feinstaub für noch schwerwiegender.

Welchen Effekt die Stimmung für saubere Luft auf das Geschäft des Filterspezialisten haben wird, sei schwer abzuschätzen. "Das wird gewiss einmal zu Umsatz führen, aber die gesellschaftliche Bedeutung wird erst einmal größer sein als der Umsatzbeitrag." Die Firma mit Sitz im baden-württembergischen Ludwigsburg beschäftigte zuletzt mehr als 20 000 Mitarbeiter und kam auf 3,9 Milliarden Euro Umsatz.

Neben Industriefiltern und Innenraumfiltern für Autos nimmt das Thema saubere Luft größeren Raum ein. "Wir verstärken den Bereich Life Sciences und Environment. Das ist wichtig, damit wir konkurrenzfähig bleiben", sagte Lieberherr. In dem Bereich macht Mann+Hummel bislang rund sieben Prozent vom Umsatz - etwa 350 Millionen Euro. "Das wollen wir ausbauen in den nächsten Jahren."

Der Firmenchef, der erst im November die Leitung des Familienunternehmens übernommen hat, will die Organisation straffen. 2018 drückten Währungseffekte auf das Ergebnis, so dass es ähnlich ausfallen werde wie im Vorjahr. "2019 wollen wir bei der Profitabilität etwas zulegen", so Lieberherr. "Der Preisdruck insgesamt ist hoch. Um die eine oder andere Rationalisierung werden wir nicht herumkommen." Schon in den vergangenen Jahren hatte Mann+Hummel immer wieder Stellen eingespart.

Im Unternehmen will Lieberherr aber vor allem Hierarchien abbauen. "Wir brauchen kurze und schnelle Entscheidungen. Und könnten näher am Kunden sein", so der Firmenchef. Vor allem in Asien sehe er Verbesserungspotenzial. "Dort spielt momentan die Musik." Intern habe er neue Kommunikationsstrukturen eingeführt, um mehr Transparenz zu schaffen. Gleichzeitig plant Lieberherr weitere Übernahmen: "Wir brauchen eine kritische Masse", sagte er./ang/DP/zb

15.12.2018

ROUNDUP: Flöther sagt Pleitewelle im Osten und bei Autozulieferern voraus

HALLE (dpa-AFX) - Auf die Autozulieferer, den Handel und Ostdeutschland kommt nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Lucas Flöther im kommenden Jahr eine Pleitewelle zu. "Die Insolvenzen steigen bereits wieder leicht und das wird sich nächstes Jahr deutlich verschärfen", sagte Flöther der Deutschen Presse-Agentur.

Der Insolvenzverwalter von Air Berlin ist Sprecher des Gravenbrucher Kreises und vertritt damit die führenden Vertreter seiner Branche. Die Hochkonjunktur und die andauernde Niedrigzinspolitik überdecken laut Flöther, dass viele Firmen seit Längerem ohne wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell unterwegs sind.

Ähnlich argumentierte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Demzufolge starten bundesweit 305 000 Unternehmen mit finanziellen Problemen ins neue Jahr, die ein erhöhtes Insolvenzrisiko bedeuten. Besonders groß ist das Problem laut Mitteilung in Sachsen-Anhalt und Sachsen, wo jeweils fast 12 Prozent aller Betriebe als gefährdet eingestuft werden. In Bayern und Baden-Württemberg sind laut Bürgel-Studie nur 6,4 bis 7,0 Prozent der Unternehmen in finanzieller Schieflage. Firmen, bei denen das billige Geld fehlende Geschäftsmodelle überdeckt, werden auch "Unternehmens-Zombies" genannt.

Es gebe sie in allen Wirtschaftsbereichen, sagte Flöther, sie "treffen aber die Branchen besonders hart, die vom Abschwung betroffen sind". Der Handel etwa habe zuletzt schon steigende Insolvenzzahlen verzeichnet. Gerade bei den Autozulieferern sei nun das Ende des Aufschwungs spürbar. Die Nachfrage nach Sanierungsexperten steige, eine Reihe Insolvenzen sei schon gemeldet worden. Die Branche leide unter der Dieseldebatte und sinkender internationaler Nachfrage.

Der Wandel zur Elektromobilität mache viele Komponenten, auf die Autozulieferer spezialisiert sind, überflüssig. "Die niedrigen Zinsen und die gute Konjunktur haben bei vielen Betrieben überdeckt, dass sie keine echte Fortführungsperspektive und keinen Plan für den Wandel in der Autobranche haben. Das wird jetzt zu Tage treten."

In Ostdeutschland gebe es viele Autozulieferer. "Gleichzeitig fehlen oft die über Jahrzehnte gewachsenen Familienbetriebe, die schwächere Phasen besser kompensieren können", sagte Flöther, der den Hauptsitz seiner Kanzlei im sachsen-anhaltischen Halle hat. Das Sterben der "Unternehmens-Zombies" ist aus seiner Sicht nicht beunruhigend.

Flöther sprach von einem "absolut gesunden Prozess", der regelmäßig zu beobachten sei. Anfang der 2000er Jahre traf es das Baugewerbe. "Später ist fast die ganze deutsche Solarindustrie in die Knie gegangen, weil die Module in Deutschland nicht mehr zu auskömmlichen Preisen hergestellt werden konnten." Aufhalten lasse sich das kaum. "Wenn einer ganzen Branche oder Branchenzweigen der Markt wegbricht, dann kann selbst der beste Sanierungsexperte nicht helfen."/hnl/DP/zb

15.12.2018

Filterexperte Mann+Hummel will Geschäft mit Feinstaub ausbauen

LUDWIGSBURG (dpa-AFX) - Die Debatte um saubere Luft soll dem Filterhersteller Mann+Hummel lang erwartetes Geschäft bescheren. "Wir haben schon vor zehn Jahren Prototypen für Bremspartikelfilter gebaut", sagte Firmenchef Werner Lieberherr im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Doch damals interessierte sich niemand dafür. "Die Zeit muss reif sein", so Lieberherr "Jetzt sind wir in Gesprächen mit den Autoherstellern. Wir haben bereits eine Kooperation mit einem Bremsenhersteller."

Welchen Effekt die Stimmung für saubere Luft auf das Geschäft des Filterexperten haben wird, sei schwer abzuschätzen. "Das wird gewiss einmal zu Umsatz führen, aber die gesellschaftliche Bedeutung wird erst einmal größer sein als der Umsatzbeitrag." Die Firma mit Sitz im baden-württembergischen Ludwigsburg beschäftigte zuletzt mehr als 20 000 Mitarbeiter und kam auf 3,9 Milliarden Euro Umsatz./ang/DP/zb

15.12.2018

US-Sammelklage gegen Hyundai und Kia wegen Feuergefahr von Autos

LOS ANGELES (dpa-AFX) - Den südkoreanischen Autoherstellern Hyundai und Kia droht wegen angeblicher Brandrisiken bei einer Reihe von Modellen rechtlicher Ärger in den USA. Die Kanzlei Hagens Berman reichte am Freitag eine Sammelklage im Namen von Fahrzeugbesitzern bei einem Gericht in Kalifornien ein. Klägeranwalt Steve Berman wirft Hyundai und Kia vor, ihre Kunden gravierenden Feuergefahren auszusetzen und zu versuchen, den ursächlichen Motorendefekt zu vertuschen.

Ein Sprecher von Hyundai sagte, man wolle die Anschuldigungen zunächst prüfen, bevor man sich äußere. Die Konzerntochter Kia reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. Beide sind schon länger mit Berichten über Autos konfrontiert, deren Motoren angeblich wegen eines Defekts unvermittelt und ohne Aufprall in Flammen aufgehen. Die US-Verbraucherschutzorganisation Center for Auto Safety forderte deshalb im Oktober den Rückruf von rund 2,9 Millionen Fahrzeugen.

Bei der US-Verkehrsbehörde NHTSA und dem Center for Auto Safety gingen laut Angaben der Organisation schon über 220 Beschwerden ein. Von der nun eingereichten Klage betroffen sind die Modelle Kia Optima, Sorento, Soul und Sportage sowie Hyundai Sonata und Santa Fe. Die Kanzlei Hagens Berman hat bereits anderen großen Autokonzernen wie Volkswagen im Abgas-Skandal oder General Motors und Toyota mit Sammelklagen zu schaffen gemacht und teure Vergleiche abgerungen./hbr/DP/zb

14.12.2018

US-Anleihen finden wieder Weg nach oben

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen haben nach einer mehrtägigen Schwächephase am Freitag wieder den Weg nach oben gefunden. Besonders stark stiegen Anleihen mit einer sehr langen Laufzeit. Experten verwiesen auf enttäuschende chinesische und europäische Konjunkturdaten. Dagegen musste der Aktienmarkt an der Wall Street trotz besser als erwartet ausgefallener US-Wirtschaftskennziffern heftige Kursverluste hinnehmen.

Zweijährige Anleihen stiegen um 2/32 Punkte auf 100 1/32 Punkte und rentierten mit 2,73 Prozent. Fünfjährige Anleihen legten um 4/32 Punkte zu auf 100 21/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,73 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen gewannen 6/32 Punkte auf 102 Punkte und rentierten mit 2,89 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren gewannen 16/32 Punkte auf 104 15/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,14 Prozent./gl/men

15.12.2018

AUSBLICK 2019: Optimismus für Dax und Eurostoxx bei starken Schwankungen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Börsenjahr 2019 dürfte für Dax-Anleger knifflig werden. Sie müssen eine mögliche Abkühlung der Weltkonjunktur ebenso berücksichtigen wie steigende Zinsen und politische Unwägbarkeiten. Der Brexit und die italienischen Verschuldungspläne könnten weiter auf der Stimmung lasten.

Dazu kommt der Handelsstreit zwischen den USA und China, der auch hierzulande die Unternehmensgewinne weiter belasten dürfte, sollte er nicht zeitig beigelegt werden. Die drohenden Strafzölle ließen bereits 2018 Aktien von Automobilkonzernen einbrechen. Gewinnwarnungen kamen zuletzt auch aus dem Chemiesektor. Durch den geldpolitischen Straffungskurs der Notenbanken büßt die Anlageklasse Aktie zudem allmählich an Attraktivität im Vergleich zu Anleihen ein.

Die mit den skizzierten Problemen verknüpfte Unsicherheit schmeckt Börsianern nicht. Können klare Verhältnisse an den Aktienmärkten für eine ebenso klare Kursrichtung sorgen, geht Ungewissheit meist einher mit hohen Kursschwankungen. Marktteilnehmer halten es für wahrscheinlich, dass 2019 die Schwankungen zunehmen. Dennoch sind sie nach dem ernüchternden Aktienjahr 2018 für 2019 recht optimistisch und sehen den deutschen Leitindex wie auch sein Pendant der Eurozone, den EuroStoxx 50 , bis Ende 2019 höher.

So glaubt die BayernLB, dass sich der Dax 2019 in einer Spanne von 9800 bis 13 000 Punkten bewegen und am Ende des Jahres bei 11 500 Punkten stehen wird. Die Deutsche Bank prognostiziert einen Dax-Jahresschluss von 12 300 Punkten, die Commerzbank hält 12 500 Punkte für möglich. Recht weit aus dem Fenster lehnen sich die Helaba mit ihrer Prognose von 13 200 Punkten und die DZ Bank mit 13 300 Punkten. Klar scheint damit auch: Das Dax-Rekordhoch bei 13 597 Punkten würde mit diesen Kurszielen vorerst im Jahr 2018 verankert bleiben. Für den EuroStoxx sind die Schätzungen ähnlich positiv. Die Deutsche Bank etwa sieht das Barometer Ende 2019 bei 3300, die Helaba bei 3650 Zählern.

Volkswirte von Banken sehen am Konjunkturhimmel inzwischen immer mehr Wolken aufziehen, werten diese Signale aber noch nicht allzu negativ. Die Postbank etwa geht 2019 von einem Ende des globalen Wirtschaftsbooms aus. In Deutschland verliere die Konjunktur an Kraft, hieß es in ihrem Jahresausblick. Allerdings rechnen die Postbank-Ökonomen für Deutschland wie für die Eurozone 2019 noch immer mit einem soliden Wirtschaftswachstum. "Die in den vergangenen Monaten nachgebenden Stimmungsindikatoren werten wir nicht als Vorboten einer Krise", schreiben sie. Sie sehen für die Unternehmen in diesem Umfeld Chancen für Umsatz- und Gewinnsteigerungen.

Den Dax erwartet die Postbank Ende 2019 im Bereich von 13 000 Punkten, den EuroStoxx 50 bei 3500 Zählern. Zunächst müssten Anleger aber mit Schwankungen klarkommen. "Die Schaukelbörse dürfte uns bis in den Frühsommer begleiten", so die Prognose.

Zuvor, und zwar am 29. März 2019, will Großbritannien aus der Europäischen Union (EU) austreten. Marktteilnehmer fürchten einen ungeordneten Exit ohne klare Regeln, den sogenannten No-Deal-Brexit, sollte bis dahin kein Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU ratifiziert sein. Unternehmen brauchen Planungssicherheit, die sie dann nicht hätten. Die Folgen für die Wirtschaft wären wohl chaotisch.

Bauchschmerzen verursachen auch weiterhin die Haushaltspläne Italiens, weswegen das Land mit der EU im Clinch liegt. "Italien allein habe das Potenzial und die notwendige Sprengkraft, eine Eurokrise 2.0 auszulösen", fürchtet Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Eine Eurokrise mit Italien im Mittelpunkt würde unausweichlich zu Spekulationen um einen dauerhaften Fortbestand des Euro und zu massiven Kursverlusten an allen Börsen der Eurozone führen", führt der Portfolio-Manager aus. Er rechnet 2019 ebenfalls mit starken Schwankungen am Aktienmarkt. Dabei sei die Gefahr groß, dass angesichts der weiter bestehenden politischen und wirtschaftlichen Risiken Dax und Eurostoxx auch unter ihre Tiefs von 2018 rutschen können.

Unter Druck geraten könnten die Indizes 2019 auch durch Zinsentscheidungen der Notenbanken. Die Federal Reserve (Fed) in New York befindet sich bereits seit Ende 2015 auf geldpolitischem Straffungskurs. Es wird damit gerechnet, dass sie die Zinsen 2019 weiter anheben wird, unklar ist derweil, wie oft sie das tun wird. Geht es bei der Fed um das Zinserhöhungstempo, steht die Europäische Zentralbank (EZB) überhaupt erst vor ihrer ersten Zinserhöhung seit Jahren, allerdings wohl kaum vor dem Herbst 2019.

Steigende Zinsen machen Anleihen von Staaten und Unternehmen im Vergleich mit Aktien tendenziell attraktiver. Die Geldpolitik der EZB bleibe aber auch nach einer Zinsanhebung noch sehr expansiv, so die DZ Bank. Die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken hatte Anleger in den vergangenen Jahren mangels Anlage-Alternativen in die Aktienmärkte getrieben. Dieser Treiber dürfte künftig zumindest etwas an Kraft verlieren./ajx/tih/jha/

15.12.2018

AUSBLICK 2019: Experten sehen für US-Aktien erst Chancen, dann Risiken

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem von politischen Konflikten gebremsten Börsenjahr 2018 sehen Experten auch 2019 US-Aktien auf einem holprigen Weg. Unternehmensanteile müssen sich dabei an einem bereits hohen Bewertungsniveau messen lassen. Richtungweisend dürfte der Handelskonflikt zwischen den USA und China bleiben, der laut Marktexperten gelöst werden sollte. Wenn die Inflation die Notenbank Fed nicht unerwartet stark in Zugzwang bringt, wird vorerst für Aktien etwas Luft nach oben gesehen. Im späteren Jahresverlauf könnte dann aber die Konjunktur im Wege stehen.

Per Saldo glauben Experten bis Ende 2019 an höhere Kurse, wie die Prognosen von Experten für den S&P 500 zeigen. Die Aktienprofis von Barclays etwa sehen den marktbreiten Index dann bei 3000 Punkten. Sean Darby von Jefferies glaubt an ein Niveau von 2900 Zählern, die BayernLB immerhin an 2850 Punkte. Goldman Sachs glaubt derweil ebenfalls an 3000 Punkte. Damit würden Aktien eine im Langzeitvergleich zwar nur schwache Rendite abwerfen, die aber im Vergleich zum sicheren Hafen der US-Anleihen deutlich überlegen bleibe, schrieb Goldman-Analyst David Kostin.

Dabei droht die Großwetterlage an den Finanzmärkten im Jahresverlauf allerdings zu drehen. Die BayernLB etwa hält es für möglich, dass der S&P im ersten Halbjahr nochmals sein Rekordhoch von 2941 Punkten überbieten kann, das Umfeld dann aber schwieriger wird. Ähnlich sieht es die LBBW. "In den Vereinigten Staaten sollte der Konjunkturmotor zunächst weiter brummen", schrieb Chefvolkswirt Uwe Burkert in seinem Jahresausblick. Die Beschäftigung lege zu und die Stimmung in den Unternehmen sei gut.

Deutliche Störfeuer sieht Burkert dann aber in steigenden Inflationsraten und Anleiherenditen - und rät dazu, sich vor dem Hintergrund einer restriktiveren Geldpolitik perspektivisch auf einen nahenden Abschwung vorzubereiten. Der LBBW-Experte glaubt, dass die US-Notenbank Fed nach vier Zinsschritten 2018 im neuen Jahr ebenso häufig an der Zinsschraube drehen wird. Andere Kollegen rechnen mit weniger: UBS-Ökonom Seth Carpenter erwartet drei, Kenneth Taubes vom Vermögensverwalter Amundi nur zwei Anhebungen.

Befürchtet wird auch, dass sich die Gewinne der US-Unternehmen demnächst als Kurstreiber verabschieden. Laut Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners wird es schwieriger, von der Ertragslage in den Unternehmen noch mehr Positives für ihre Aktien abzuleiten. Er verwies dabei auf ein schon hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis beim S&P-500-Index, das zuletzt ein Niveau über dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre erreicht habe.

"Wenn die US-Unternehmen ihre hohen Gewinne 2019 nicht wiederholen können, führt an Kursabschlägen wohl kein Weg vorbei", sagt Altmann. Schon im vergangenen November konnten die jüngsten Unternehmenszahlen dem Markt nach den wenige Wochen vorher erreichten Rekordkursen im Leitindex Dow Jones Industrial , an der Technologiebörse Nasdaq und im S&P 500 keine positiven Impulse mehr verleihen. Neben Gewinnmitnahmen im Technologiesektor wurden die Abgaben bereits mit anhaltender Zinsangst und aufkeimenden Konjunktursorgen begründet.

Im Gegensatz zu Europa, wo der Brexit und die italienischen Schuldenpläne wie Damoklesschwerter über den Märkten hängen, sehen Experten in den USA im neuen Jahr aber immerhin etwas weniger Gefahren durch die Politik. "Die großen systemischen Risiken sind an den US-Börsen geringer", sagt Börsenexperte Altmann.

Beim Handelsstreit mit China setzen Fachleute eher auf Entspannung denn auf Eskalation. Dabei wird ausgerechnet Donald Trump, der den China-Konflikt selbst ins Rollen brachte, ein Interesse an einer Lösung nachgesagt. Die LBBW etwa glaubt daran, dass sich der US-Präsident nicht die Blöße geben will, seit mehr als zwei Jahrzehnten der erste ohne zweite Amtszeit zu werden. Da eine Eskalation des Streits für die US-Wirtschaft ebenso schädlich wäre wie für die chinesische Gegenseite, glaubt die Landesbank, dass Trump an einer Einigung mit China nicht vorbei kommen wird, um den Konjunkturmotor am Laufen zu halten.

Goldman-Experte Kostin rät vor dem Hintergrund der holprig erwarteten Börsen dazu, das Portfolio defensiver aufzustellen. Seiner Ansicht nach wird der Fokus auf Unternehmen von hoher Qualität in Zeiten wirtschaftlicher Gefahren noch wichtiger. Kriterien dafür seien starke Bilanzbücher, ein stabiles Umsatzwachstum, nur geringe operative Gewinnabweichungen sowie hohe Eigenkapitalrenditen./tih/ajx/men/jha/

14.12.2018

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Woche endet mit heftigen Verlusten

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street schwer zugesetzt. Ebenfalls für Druck auf die Kurse sorgten einige negative Unternehmensnachrichten. Der Dow Jones Industrial weitete seine Verluste im Handelsverlauf zusehends aus und schloss 2,02 Prozent im Minus bei 24 100,51 Punkten. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa.

Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer einen Rückgang von 1,18 Prozent, nachdem ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch fehlgeschlagen war. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Dow mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes standen am Freitag unter Feuer: Der marktbreite S&P 500 verlor letztlich 1,91 Prozent auf 2599,95 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 2,56 Prozent auf 6594,96 Zähler ein.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.

Die Regierung in Peking kündigte am Freitag an, die hohen Sonderabgaben auf Importe von in den USA gefertigten Autos und Autoteilen für drei Monate auszusetzen. Die Zurückhaltung chinesischer Autokäufer wegen des Zollstreits war ein Grund für die schwachen China-Wirtschaftsdaten. Die jetzige Entscheidung erfolgt angesichts des 90-tägigen "Waffenstillstands" im Handelskrieg, auf den sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 1. Dezember in Buenos Aires geeinigt hatten.

Die Aktien der amerikanischen Autobauer General Motors und Ford wurden davon etwas gestützt: Mit einem geringen Minus von 0,03 Prozent (GM) beziehungsweise plus 0,24 Prozent (Ford) schlugen sie sich im sehr schwachen Markt noch recht wacker. Die Experten der Deutschen Bank bescheinigen beiden Wertpapieren in einer aktuellen Studie hohes Kurspotenzial. Während die Autoindustrie vor einem Richtungswechsel und womöglich einer Konsolidierung stehe, traut Analyst Emmanuel Rosner beiden US-Herstellern kräftig anziehende Ergebnisse zu. Auslöser hierfür sieht er in der Restrukturierung der Hersteller mit Änderungen im Portfolio und neuen Partnerschaften.

Nachrichten aus der Pharmabranche stießen dagegen auf ein negatives Echo am Markt. Für Titel von Merck & Co ging es um über drei Prozent bergab, nachdem der Konzern einen Ausbau seines Geschäfts mit Tiergesundheit bekannt gegeben hatte. Dazu kaufen die Amerikaner die französische Antelliq für bis zu 2,1 Milliarden Euro in bar. Außerdem übernehmen sie die Verschuldung von 1,15 Milliarden Euro, welche kurz nach der Transaktion zurückgezahlt werden soll. Der Anbieter von digitalen Lösungen für Tierärzte und Bauern zur Identifikation und Überwachung von Tierbeständen gehörte bislang dem Finanzinvestor BC Partners.

Papiere des Merck-Konkurrenten Johnson & Johnson sackten nach einem kritischen Medienbericht zu Inhaltsstoffen in Babypuder um rund zehn Prozent ab - damit lagen sie abgeschlagen am Dow-Ende. Dass der Konzern in Reaktion auf den Bericht beteuerte, sein Babypuder sei sicher und asbestfrei, half dem Kurs der Aktie nicht, die zuletzt noch nahe ihrer Rekordhochs notiert hatte.

Analyst Chris Schott von der US-Bank JPMorgan hielt die negative Kursentwicklung indes für übertrieben. Der Inhalt des Berichts sei bereits bekannt und die finanziellen Risiken in dieser Angelegenheit dürften kaum in die Nähe der rund 40 Milliarden US-Dollar rücken, welche das Unternehmen dadurch an Börsenwert verloren habe, so der Experte.

Bei der Handelskette Costco Wholesale sorgten negativ aufgenommene Quartalsresultate für einen Kursrutsch von rund achteinhalb Prozent und den letzten Platz im Nasdaq 100. Wegen des harten Wettbewerbs in der Branche gingen die Margen leicht zurück. Technisch orientierten Analysten zufolge erscheint die Aktie nun auch charttechnisch angeschlagen.

Für die Titel von Adobe Systems ging es um mehr als sieben Prozent nach unten, was einen der hinteren Plätze im technologielastigen Auswahlindex bedeutete. Der Softwarehersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss sowohl mit dem bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) im abgelaufenen Quartal als auch mit dem Umsatzausblick auf das neue Geschäftsjahr positiv überrascht. Analysten sorgen sich indes wegen möglicher negativer Auswirkungen des im September übernommenen Marketingspezialisten Marketo auf die Gewinne und Margen von Adobe.

Der Euro litt unter den schwachen Konjunkturdaten aus dem Währungsraum. Bei zuletzt 1,1301 Dollar zeigte er sich aber etwas erholt von seinem Tagestief knapp über 1,1270 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1285 (Donnerstag: 1,1371) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8861 (0,8794) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 5/32 Punkte auf 101 31/32 Punkte und rentierten mit 2,89 Prozent./gl/men

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

14.12.2018

Aktien New York Schluss: Woche endet mit heftigen Verlusten

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street schwer zugesetzt. Ebenfalls für Druck auf die Kurse sorgten einige negative Unternehmensnachrichten. Der Dow Jones Industrial weitete seine Verluste im Handelsverlauf zusehends aus und schloss 2,02 Prozent im Minus bei 24 100,51 Punkten. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa.

Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer einen Rückgang von 1,18 Prozent, nachdem ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch fehlgeschlagen war. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Dow mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes standen am Freitag unter Feuer: Der marktbreite S&P 500 verlor letztlich 1,91 Prozent auf 2599,95 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 2,56 Prozent auf 6594,96 Zähler ein./gl/men

14.12.2018

Aktien New York: Heftige Verluste - Konjunktursorgen und negative Firmennews

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street zugesetzt. Für Druck auf die Kurse sorgten auch einige negative Unternehmensnachrichten. Der Dow Jones Industrial weitete seine Verluste im Handelsverlauf aus und büßte zuletzt 1,97 Prozent auf 24 111,93 Punkte ein. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa.

Auf Wochensicht steuert der Dow auf ein Minus von mehr als ein Prozent zu, nachdem ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch fehlgeschlagen war. Bereits in der vergangenen Woche hatte er mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes standen am Freitag unter Feuer: Der marktbreite S&P 500 gab um 1,74 Prozent auf 2604,53 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 2,03 Prozent auf 6630,89 Zähler.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.

Die Regierung in Peking kündigte am Freitag an, die hohen Sonderabgaben auf Importe von in den USA gefertigten Autos und Autoteilen für drei Monate auszusetzen. Die Zurückhaltung chinesischer Autokäufer wegen des Zollstreits war ein Grund für die schwachen China-Wirtschaftsdaten. Die jetzige Entscheidung erfolgt angesichts des 90-tägigen "Waffenstillstands" im Handelskrieg, auf den sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 1. Dezember in Buenos Aires geeinigt hatten.

Den Aktien der amerikanischen Autobauer General Motors und Ford half das ein wenig auf die Sprünge - sie legten gegen den Markttrend um 0,14 beziehungsweise knapp ein Prozent zu. Die Experten der Deutschen Bank bescheinigen beiden Wertpapieren in einer aktuellen Studie hohes Kurspotenzial. Während die Autoindustrie vor einem Richtungswechsel und womöglich einer Konsolidierung stehe, traut Analyst Emmanuel Rosner beiden US-Herstellern kräftig anziehende Ergebnisse zu. Auslöser hierfür sieht er in der Restrukturierung der Hersteller mit Änderungen im Portfolio und neuen Partnerschaften.

Nachrichten aus der Pharmabranche stießen dagegen auf ein negatives Echo am Markt. Für Titel von Merck & Co ging es um drei Prozent bergab, nachdem der Konzern einen Ausbau seines Geschäfts mit Tiergesundheit bekannt gegeben hatte. Dazu kaufen die Amerikaner die französische Antelliq für bis zu 2,1 Milliarden Euro in bar. Außerdem übernehmen sie die Verschuldung von 1,15 Milliarden Euro, welche kurz nach der Transaktion zurückgezahlt werden soll. Der Anbieter von digitalen Lösungen für Tierärzte und Bauern zur Identifikation und Überwachung von Tierbeständen gehörte bislang dem Finanzinvestor BC Partners.

Papiere des Merck-Konkurrenten Johnson & Johnson sackten nach einem kritischen Medienbericht zu Inhaltsstoffen in Babypuder um über neun Prozent ab - damit lagen sie abgeschlagen am Dow-Ende. Dass der Konzern in Reaktion auf den Bericht beteuerte, sein Babypuder sei sicher und asbestfrei, half dem Kurs der Aktie, die zuletzt noch nahe ihrer Rekordhochs notiert hatte, zunächst wenig.

Analyst Chris Schott von der US-Bank JPMorgan hielt die negative Kursentwicklung indes für übertrieben. Der Inhalt des Berichts sei bereits bekannt und die finanziellen Risiken in dieser Angelegenheit dürften kaum in die Nähe der rund 40 Milliarden US-Dollar rücken dürften, welche das Unternehmen dadurch zeitweise an Börsenwert verloren habe, so der Experte.

Bei der Handelskette Costco Wholesale sorgten negativ aufgenommene Quartalsresultate für einen Kursrutsch von rund achteinhalb Prozent und den letzten Platz im Nasdaq 100. Wegen des harten Wettbewerbs in der Branche gingen die Margen leicht zurück. Technisch orientierten Analysten zufolge erscheint die Aktie nun auch charttechnisch angeschlagen.

Für die Titel von Adobe Systems ging es um rund sechs Prozent nach unten, was einen der hinteren Plätze im technologielastigen Auswahlindex bedeutete. Der Softwarehersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss sowohl mit dem bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) im abgelaufenen Quartal als auch mit dem Umsatzausblick auf das neue Geschäftsjahr positiv überrascht. Analysten sorgen sich indes wegen möglicher negativer Auswirkungen des im September übernommenen Marketingspezialisten Marketo auf die Gewinne und Margen von Adobe./gl/men

14.12.2018

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax beendet wechselhafte Woche im Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Zunehmende Befürchtungen eines Chaos-Brexit und einer möglichen Abkühlung der Weltwirtschaft haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss ins Minus befördert. In Grenzen gehalten wurden die Verluste von der Nachricht, dass China seine Strafzölle auf Importe von US-Autos für drei Monate aussetzen werde.

Der Dax beendete den Handel am Freitag mit einem Kursabschlag von 0,54 Prozent bei 10 865,77 Punkten. Die Bilanz für die abgelaufene Woche, die von überdurchschnittlichen Tagesverlusten aber auch kräftigen Gewinnen geprägt war, liest sich jedoch positiv: Der Leitindex legte um 0,7 Prozent zu, nachdem er in der Vorwoche noch um mehr als 4 Prozent abgesackt war. Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag letztlich um 0,89 Prozent auf 22 281,45 Punkte.

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,63 Prozent auf 3092,60 Punkte. Für den Pariser Leitindex Cac 40 ging es um rund 0,9 Prozent nach unten. Der Londoner FTSE 100 endete rund 0,5 Prozent niedriger. Der Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss mit etwa 1,6 Prozent im Minus.

Beim Thema Brexit stoßen die Briten auf immer mehr Unverständnis bei den anderen EU-Staaten. Damit steigen die Risiken eines EU-Austritts Großbritanniens ohne Vertrag. Heftiger Gegenwind weht Premierministerin Theresa May aber auch im britischen Parlament entgegen. Um die dortige Blockade zu durchbrechen, wollte May beim EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel weitere Zugeständnisse erreichen. Doch die 27 übrigen EU-Staaten machten deutlich, dass sie keine Nachverhandlungen an dem Deal zulassen wollen.

Unerwartet schwache Daten zum chinesischen Einzelhandel und zur Industrieproduktion weckten Sorgen über eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums. Am Vortag hatte sich bereits EZB-Chef Mario Draghi weniger zuversichtlich zur Konjunktur im Euroraum geäußert. Die aktuellen Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone untermauerten dies: So fiel der Einkaufsmanagerindex im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren.

Im Dax stand der Autosektor nach enttäuschenden Daten des Branchenverbandes Acea zur Pkw-Nachfrage in der EU und den aktuellen Zoll-Aussagen der Chinesen im Fokus. Die anfangs kräftigen Verluste der Aktien von Volkswagen , BMW und Daimler verringerten sich im Tagesverlauf spürbar. Die BMW-Titel schafften zum Handelsende sogar ein mageres Plus von 0,1 Prozent.

Im MDax sprangen die Papiere von Scout24 um mehr als 13 Prozent nach oben. Der Onlinemarktplatz-Betreiber prüft laut "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und damit den Abschied von der Börse. In dem Bericht wurde eine Übernahmeprämie im üblichen Bereich von 20 bis 30 Prozent auf das zuvor erreichte Bewertungsniveau spekuliert.

Die Zuversicht des Bioethanol-Produzenten CropEnergies für das Geschäftsjahr 2018/19 trieb die Aktien von Südzucker um 1,6 Prozent hoch. CropEnergies gewannen knapp 5 Prozent hinzu.

Der Spezialmaschinenbauer Isra Vision enttäuschte mit seinem Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2017/18 sowie mit einem vorsichtigen Ausblick. Die Aktien brachen um fast 18 Prozent ein. Seit dem Rekordhoch im September summiert sich damit der Kursverlust auf rund 60 Prozent. Auch der UV-Spezialist Dr. Hönle enttäuschte mit seinen neuen Jahreszielen, was die Aktien um fast 13 Prozent nach unten drückte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 141,64 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,27 Prozent auf 163,19 Punkte zu. Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1300 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1285 Dollar festgesetzt./edh/men

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

14.12.2018

Aktien Frankfurt Schluss: Dax beendet wechselhafte Woche im Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Zunehmende Befürchtungen eines Chaos-Brexit und einer möglichen Abkühlung der Weltwirtschaft haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss ins Minus befördert. In Grenzen gehalten wurden die Verluste von der Nachricht, dass China seine Strafzölle auf Importe von US-Autos für drei Monate aussetzen werde.

Der Dax beendete den Handel am Freitag mit einem Kursabschlag von 0,54 Prozent bei 10 865,77 Punkten. Die Bilanz für die abgelaufene Woche, die von überdurchschnittlichen Tagesverlusten aber auch -gewinnen geprägt war, liest sich jedoch positiv: Der Leitindex legte um 0,7 Prozent zu, nachdem er in der Vorwoche noch um mehr als 4 Prozent abgesackt war. Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag letztlich um 0,89 Prozent auf 22 281,45 Punkte./edh/men

14.12.2018

ROUNDUP/Aktien New York: Sorgen um Weltkonjunktur belasten auch Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street zugesetzt. Der Dow Jones Industrial sank zuletzt um 1,13 Prozent auf 24 319,87 Punkte. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa und steuert auf eine leicht negative Wochenbilanz zu, nachdem ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch fehlgeschlagen war. In der vergangenen Woche hatte er mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes kamen am Freitag unter Druck: Der marktbreite S&P 500 gab um 0,86 Prozent auf 2627,66 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 1,02 Prozent auf 6699,04 Zähler.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.

Die Regierung in Peking kündigte am Freitag an, die hohen Sonderabgaben auf Importe von in den USA gefertigten Autos und Autoteilen für drei Monate auszusetzen. Die Zurückhaltung chinesischer Autokäufer wegen des Zollstreits war ein Grund für die schwachen China-Wirtschaftsdaten. Die jetzige Entscheidung erfolgt angesichts des 90-tägigen "Waffenstillstands" im Handelskrieg, auf den sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 1. Dezember in Buenos Aires geeinigt hatten.

Den Aktien der amerikanischen Autobauer General Motors und Ford half das etwas auf die Sprünge - sie legten um rund ein beziehungsweise anderthalb Prozent zu. Die Experten der Deutschen Bank bescheinigen beiden Wertpapieren in einer aktuellen Studie hohes Kurspotenzial. Während die Autoindustrie vor einem Richtungswechsel und womöglich einer Konsolidierung stehe, traut Analyst Emmanuel Rosner beiden US-Herstellern kräftig anziehende Ergebnisse zu. Auslöser hierfür sieht er in der Restrukturierung der Hersteller mit Änderungen im Portfolio und neuen Partnerschaften.

Nachrichten aus der Pharmabranche stießen dagegen auf ein negatives Echo am Markt. Für Titel von Merck & Co ging es um zwei Prozent bergab, nachdem der Konzern einen Ausbau seines Geschäfts mit Tiergesundheit bekannt gegeben hatte. Dazu kaufen die Amerikaner die französische Antelliq für bis zu 2,1 Milliarden Euro in bar. Außerdem übernehmen sie die Verschuldung von 1,15 Milliarden Euro, welche kurz nach der Transaktion zurückgezahlt werden soll. Der Anbieter von digitalen Lösungen für Tierärzte und Bauern zur Identifikation und Überwachung von Tierbeständen gehörte bislang dem Finanzinvestor BC Partners.

Aktien des Merck-Konkurrenten Johnson & Johnson sackten nach einem kritischen Medienbericht zu Inhaltsstoffen in Babypuder um mehr als 9 Prozent ab - damit lagen sie am Dow-Ende. Zuletzt hatten die Papiere noch nahe ihrer Rekordhochs notiert.

Für die Aktien von Adobe Systems ging es um fast fünf Prozent nach unten, was einen der hinteren Plätze im Nasdaq 100 bedeutete. Der Softwarehersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss sowohl mit dem bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) im abgelaufenen Quartal als auch mit dem Umsatzausblick auf das neue Geschäftsjahr positiv überrascht. Analysten sorgen sich indes wegen möglicher negativer Auswirkungen des im September übernommenen Marketingspezialisten Marketo auf die Gewinne und Margen von Adobe./gl/men

14.12.2018

Aktien New York: Sorgen um Weltkonjunktur belasten auch Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street zugesetzt. Der Dow Jones Industrial sank rund eine halbe Stunde nach dem Handelsstart um 0,85 Prozent auf 24 388,22 Punkte. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa und steuert auf eine ausgeglichene Wochenbilanz zu. In der vergangenen Woche hatte er mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes kamen am Freitag wieder unter Druck: Der marktbreite S&P 500 gab um 0,76 Prozent auf 2630,28 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 1,16 Prozent auf 6689,72 Zähler.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit./gl/men

14.12.2018

Aktien Frankfurt: Moderates Minus - Chinas Zugehen auf die USA verringert Sorgen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine mögliche Abkühlung der Weltwirtschaft hat am Freitag den Dax belastet. Auslöser dieser Sorge waren schwache Konjunkturdaten aus China. Nachdem im Tagesverlauf dann China im Wirtschaftsstreit mit den Vereinigten Staaten einen Schritt auf den Verhandlungspartner zuging, verringerten sich die Verluste an den Börsen europaweit.

Das chinesische Handelsministerium hatte mitgeteilt, ab Januar für drei Monate seine Strafzölle auf Importe von Autos und Autoteilen aus den USA auszusetzen. Die USA ihrerseits hatten bereits nach dem G20-Gipfel einen vorläufigen Verzicht auf ihre Strafzölle gegen China bekannt gegeben.

Am Nachmittag gab der deutsche Leitindex um 0,43 Prozent auf 10 877,27 Punkte nach. Am Morgen hatte sein Minus zeitweise noch bei 1,7 Prozent gelegen. Aktuell zeichnet sich damit ein kleiner Erholungsgewinn von 0,8 Prozent für diese schwankungsreiche Woche ab. In der ersten Dezemberwoche war es für den Dax stark abwärts gegangen mit einem Minus von etwas mehr als 4 Prozent. Der MDax , der Index der mittelgroßen Börsentitel, sank am Freitag um 0,96 Prozent auf 22 264,86 Punkte.

Am Morgen wurden schwächer als erwartete Daten zum chinesischen Einzelhandel im November sowie zur Industrieproduktion veröffentlicht. Das weckte Sorgen über eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums. Am Vortag hatte sich bereits EZB-Chef Mario Draghi weniger zuversichtlich zur Konjunktur im Euroraum geäußert. Die aktuellen Daten zur Unternehmensstimmung untermauerten dies: Wie das Forschungsinstitut Markit in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex für die Euro-Region im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren.

Im Dax stand der Autosektor nach schwachen Daten des Branchenverbandes Acea zur Pkw-Nachfrage in der EU und den aktuellen Zoll-Aussagen der Chinesen im Fokus. Die anfangs kräftigen Verluste der Aktien von Volkswagen , BMW und Daimler verringerten sich spürbar. Die Daimler-Aktie zeigte sich sogar zuletzt nahezu unverändert.

Im MDax sprangen die Papiere von Scout24 um etwas mehr als 11 Prozent nach oben. Der Onlinemarktplatz-Betreiber prüft laut der "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und damit den Abschied von der Börse. Der Betreiber von Immobilienscout24 und Autoscout24 habe Banken und Berater damit beauftragt, ihn bei einem möglichen Verkauf zu unterstützen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Zuversicht des Bioethanol-Produzenten CropEnergies für das bis Ende Februar laufende Geschäftsjahr trieb die Aktien von Südzucker um 3,7 Prozent hoch. Damit waren die Papiere des Mutterunternehmens Spitzenwert im SDax. CropEnergies gewannen etwas mehr als 6 Prozent hinzu.

Der Spezialmaschinenbauer Isra Vision enttäuschte indes mit seinem Umsatzanstieg im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie mit vorsichtigen Zielen für das neue Jahr. Die Aktien brachen um 13 Prozent ein. Anfang September noch hatten sie ein Rekordhoch erreicht. Seither jedoch waren sie fast nur noch gefallen. Ihr Verlust in den vergangenen dreieinhalb Monaten beläuft sich nun auf 57 Prozent. Auch der UV-Spezialist Dr. Hönle enttäuschte, was die Aktien im SDax um ebenfalls rund 13 Prozent drückte: Die neuen Jahresziele lägen deutlich unter den Erwartungen, hieß es.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 141,64 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,22 Prozent auf 163,11 Punkte zu. Der Kurs des Euro gab bis zum frühen Nachmittag nach und fiel auf 1,1286 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1371 Dollar festgesetzt./ck/fba

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

15.12.2018

ROUNDUP 2: Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich auf Lohnplus von 6,1 Prozent

(Neu: Weitere Details)

BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Bahn AG und die Gewerkschaft EVG haben ihren Tarifkonflikt beigelegt und sich nach tagelangen Verhandlungen auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen geeinigt. Streiks und damit verbunden ein neues Verkehrschaos sind somit vom Tisch. Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent, wie die EVG und die Bahn AG am Samstag in Berlin mitteilten. Zudem erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 1000 Euro.

Die neuen Tarifverträge gelten rückwirkend vom 1. Oktober 2018 und haben eine Laufzeit von 29 Monaten. Das weitreichende Gesamtpaket umfasst außerdem Verbesserungen für Nachwuchskräfte sowie neue Wahlmöglichkeiten. In dem Tarifkonflikt geht es um insgesamt rund 160 000 Beschäftigte.

Weiter ungelöst ist der Tarifstreit mit der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), die die Verhandlungen für gescheitert erklärt hat und zunächst in die Schlichtung müsste. Auch hier wird es aber in diesem Jahr keine Streiks mehr geben, weil die GDL dazu nach geltender Regelung erst nach Ende der Schlichtung aufrufen darf.

Die EVG, die einen Großteil der Mitarbeiter vertritt, hatte am Montag ihre Forderungen mit einem mehrstündigen Warnstreik unterstrichen und damit bundesweit erhebliche Störungen im Zugverkehr verursacht.

EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba sprach nach viertägigen Verhandlungen von einem "Erfolg auf ganzer Linie". Es sei wichtig, für alle eine ausgewogene Balance zu finden - von der Reinigungskraft bis zum Fahrdienstleiter. DB-Personalvorstand Martin Seiler sagte: "Der Abschluss ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für unsere Belegschaft und ein großer Schritt in eine noch modernere Tarif- und Arbeitswelt." Nun könne sich das Unternehmen mit ganzer Kraft darauf konzentrieren, die Agenda für eine bessere Bahn umzusetzen und bei Qualität und Pünktlichkeit besser zu werden.

Die Einmalzahlung wurde für die neun Monate vom Auslaufen des Tarifvertrages bis zur ersten prozentualen Lohnerhöhung vereinbart. Sie wird laut EVG im kommenden Februar ausgezahlt. "Dieser hohe Betrag stellt für uns eine wichtige soziale Komponente für die unteren Lohngruppen dar", sagte Rusch-Ziemba.

Zum 1. Januar 2021 erhalten die Beschäftigten erneut die Möglichkeit, anstelle der zweiten Stufe mehr Freizeit beziehungsweise Urlaub zu wählen. Sie können laut EVG also zwischen 2,6 Prozent mehr Geld, sechs Tagen mehr Urlaub oder einer Arbeitszeitverkürzung wählen. Alle, die sich für mehr Urlaub entscheiden, erhalten im August 2020 - für die Zeit vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 - laut EVG eine Einmalzahlung von 700 Euro. Ferner können DB-Mitarbeiter künftig wählen, Überstunden in betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln.

Die Ausbildungs- und Studienvergütung wird um insgesamt 100 Euro angehoben: Zum 1. Juli 2019 steigt sie um 60 Euro und ein Jahr später um weitere 40 Euro. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 460 Euro für die Nachwuchskräfte. Die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge wird erhöht. Zudem sei die Deutsche Bahn AG verpflichtet worden, Geld zur Gestaltung eines zukunftsfähigen Zulagensystem bereit zu stellen, hieß es bei der EVG weiter.

Beide Seiten vereinbarten auch, die Tariflandschaft grundlegend zu modernisieren. So sollen in Gesellschaften des DB-Konzerns eigene Unternehmenstarifverträge entwickelt werden mit passenden Tarifregeln für einzelne Beschäftigungsgruppen. "Wir haben einen weiteren Schritt in eine deutlich modernere und attraktivere Tariflandschaft gemacht", sagte Personalvorstand Seiler. Der Abschluss sei ein "deutliches Signal" an die Mitarbeiter. "Es geht um Qualität und Zuverlässigkeit. Dafür brauchen wir motivierte Mitarbeiter", betonte Seiler.

Zum Auftakt vor zwei Monaten hatten die beiden konkurrierenden Gewerkschaften 7,5 Prozent mehr Geld gefordert - die GDL für 24 Monate, die EVG nannte damals keine Wunschlaufzeit. Nach dem 2015 vereinbarten Verfahren können GDL und Bahn die Schlichtung einvernehmlich einleiten oder eine Seite, wenn sie zuvor die Verhandlungen für gescheitert erklärt hat. Bis zum Ende des Schlichtungsverfahrens gilt ein Streikverbot.

GDL-Chef Claus Weselsky hatte ein verändertes Tarifangebot zunächst abgelehnt, dann akzeptiert und schließlich doch wieder abgelehnt. Als Grund gab er an, dass die Bahn nicht bereit gewesen sei, den eigentlich mit der GDL bereits ausverhandelten Tarifvertrag am vergangenen Freitag in Eisenach zu unterschreiben./sl/DP/zb

15.12.2018

Merkel: Europa stößt auf Begeisterung

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Europäische Union als Friedensprojekt gewürdigt. "Heute leben wir, gemeinsam in der Europäischen Union, seit Jahrzehnten in Frieden", sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast mit Blick auf den Ersten Weltkrieg, der vor rund hundert Jahren endete. "Und das auch deshalb, weil wir den Nationalismus aufgegeben haben und uns zur Kooperation entschlossen haben. Kooperation unter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist die Voraussetzung dafür, dass wir auch in Zukunft friedlich und sicher zusammenleben können."

Merkel blickte zurück auf Bürgerdialoge zum Thema Europa im vergangenen Jahr. "Ich persönlich habe es erlebt, auf wie viel Interesse Europa stößt, auf wie viel Begeisterung Europa durchaus auch stößt", sagte die Kanzlerin. "Viele Bürgerinnen und Bürger, die an diesen Veranstaltungen teilgenommen haben, haben mir gesagt: "Redet mehr über Europa. Nicht nur technisch, sondern vor allen Dingen auch über das große Friedensprojekt und über die Möglichkeit, dass Europa mit seinen Werten und seinen Einstellungen auf der Welt eine gemeinsame Stimme einbringt, um das Leben auch der Menschen zum Besseren zu verändern"."/hrz/DP/zb

15.12.2018

ROUNDUP: US-Autolobby will Handelspakt mit Europa

WASHINGTON (dpa-AFX) - Vertreter der US-Autoindustrie haben sich am Freitag bei einer Anhörung des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer vehement für ein Handelsabkommen mit der EU und für eine Umkehr in der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump stark gemacht. "Ein Handelsabkommen wäre eine einzigartige Möglichkeit, Schranken zu beseitigen", sagte Jennifer Thomas von der Alliance of Automobile Manufacturers, die zwölf große Hersteller vertritt, darunter auch die US-Ableger deutscher Marken wie BMW , Volkswagen oder Mercedes-Benz.

Die Autovertreter erklärten, die bereits verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium schadeten der US-Autoindustrie. Die Einkaufspreise für Stahl im US-Inland seien teils um 30 Prozent nach oben gegangen. Weitere Zölle auf Autos müssten unbedingt vermieden werden. Eine Begründung für eine Gefährdung der Nationalen Sicherheit durch den transatlantischen Autohandel sei nicht zu erkennen.

Die Lobbyisten machten die Wichtigkeit einer Harmonisierung bei der technischen Regulierung der Autos deutlich. Die Anpassung verschlinge Millionen Dollar jährlich, sagte Charles Uthus vom American Automotive Policy Council.

US-Präsident Donald Trump hatte die EU-Staaten sowie viele weitere Länder weltweit mit Einfuhrzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte überzogen. Jetzt drohen auch Zölle auf Autoeinfuhren in die USA in Höhe von 25 Prozent. Unter anderem die deutschen Autobauer versuchen sich dagegen zu wehren und haben Trump im Gegenzug Investitionen in den USA angeboten.

Ein Handelsabkommen zwischen Europa und den USA für Industrieprodukte ist im Sinne der EU - die EU-Handelsbeauftragte Cecilia Malmström möchte die Verhandlungen dazu vorantreiben. Andere US-Branchen, etwa aus der Landwirtschaft, würden jedoch auch gerne Teil eines solchen Abkommens werden. Dass die EU die Gespräche für Agrarprodukte öffnet, ist nach den Erfahrungen bei den inzwischen auf Eis gelegten TTIP-Verhandlungen zunächst unwahrscheinlich.

Nach Angaben der Alliance of Automotive Manufacturers leistet die US-Automobilbranche einen Beitrag in Höhe von 953 Milliarden Dollar jährlich zum Bruttoinlandsprodukt. Im vergangenen Jahr wurden 950 000 Autos aus den USA exportiert. Autobauer, darunter auch viele ausländische aus Europa und Japan, haben 82 Milliarden Dollar in den USA investiert. 60 Prozent ihrer Produkte gehen in den Export, unter anderem nach China./dm/DP/zb

15.12.2018

McAllister glaubt nicht an Ja des Unterhauses zu Brexit-Abkommen

BERLIN (dpa-AFX) - Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, David McAllister (CDU), rechnet nicht mit einer Zustimmung des britischen Parlaments zum Brexit-Vertrag. Er sehe derzeit "kaum eine Chance", dass Premierministerin Theresa May das mit der EU ausgehandelte Abkommen durchs Parlament bringe, sagte der CDU-Politiker am Samstag im Deutschlandfunk.

Im Fall einer Ablehnung sei kaum abzusehen, was dann komme. Möglich wären dann ein Austritt ohne Abkommen, ein Modell ähnlich dem von Norwegen, bei dem das Vereinigte Königreich im Binnenmarkt und in der Zollunion bleibe, und eine Absage des Brexits. Allerdings gebe es für keine dieser Varianten eine Mehrheit im Unterhaus, fügte der Europaparlamentarier hinzu.

"Ich halte den Brexit für einen verheerenden Fehler mit historischen Dimensionen", sagte McAllister. Er warnte die Brexit-Befürworter in Großbritannien vor der Hoffnung auf eine Neuverhandlung des Abkommens. Der EU-Gipfel habe klargemacht, dass dies nicht möglich sei. Auch die EU sei in den Gesprächsrunden mit London "an die Grenzen dessen gegangen, was das Verhandlungsmandat zugelassen hat".

May hatte beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag weitere Zusicherungen der Europäischen Union zum Brexit-Vertrag verlangt./ik/DP/zb

15.12.2018

ROUNDUP: Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich auf Lohnplus von 6,1 Prozent

BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Bahn AG und die Gewerkschaft EVG haben ihren Tarifkonflikt beigelegt und sich auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen geeinigt. Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent, wie die EVG und die Bahn AG am Samstag in Berlin mitteilten. Zudem erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 1000 Euro. Die neuen Tarifverträge gelten rückwirkend vom 1. Oktober 2018 bis zum 28. Februar 2021 und haben damit eine Laufzeit von 29 Monaten.

Weiter ungelöst ist der Tarifstreit mit der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), die die Verhandlungen für gescheitert erklärt hat und zunächst in die Schlichtung müsste. Dennoch sind Streiks bei der Bahn AG in diesem Jahr abgewendet. Die GDL darf zu einem Streik nach geltender Vereinbarung erst nach dem Ende einer Schlichtung aufrufen.

Die EVG, die einen Großteil der Mitarbeiter vertritt, hatte am Montag ihre Forderungen mit einem mehrstündigen Warnstreik unterstrichen und damit bundesweit erhebliche Störungen im Zugverkehr verursacht. In dem Tarifkonflikt geht es um insgesamt rund 160 000 Beschäftigte, von denen die EVG die meisten vertritt.

EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba sprach nach viertägigen Verhandlungen in Berlin von einem "Erfolg auf ganzer Linie". Die EVG habe in sehr schwierigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn alle ihre 37 Forderungen durchgesetzt. DB-Personalvorstand Martin Seiler sagte: "Der Abschluss ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für unsere Belegschaft und ein großer Schritt in eine noch modernere Tarif- und Arbeitswelt." Nun könne sich das Unternehmen mit ganzer Kraft darauf konzentrieren, die Agenda für eine bessere Bahn umzusetzen und bei Qualität und Pünktlichkeit besser zu werden.

Für die neun Monate vom Auslaufen des Tarifvertrages bis zur ersten prozentualen Lohnerhöhung wurde die Einmalzahlung vereinbart, die laut EVG im kommenden Februar ausgezahlt wird. "Dieser hohe Betrag stellt für uns eine wichtige soziale Komponente für die unteren Lohngruppen dar", sagte Rusch-Ziemba.

Die Lohnerhöhung sei einschließlich des sogenannten EVG-Wahlmodells erreicht worden, hieß es weiter. Demnach könnten die Beschäftigten erneut zwischen 2,6 Prozent mehr Geld, sechs Tagen mehr Urlaub oder einer Arbeitszeitverkürzung wählen. Umgesetzt werde die Wahlmöglichkeit "mehr Urlaub" zum 1. Januar 2021. Alle, die sich für mehr Urlaub entscheiden, erhalten laut EVG im August 2020 - für die Zeit vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 - eine Einmalzahlung in Höhe von 700 Euro.

Die Ausbildungs- und Studienvergütung wird ebenfalls in zwei Stufen um insgesamt 100 Euro angehoben: Zum 1. Juli 2019 steigt sie um 60 Euro und ein Jahr später um weitere 40 Euro. Hinzu komme eine Einmalzahlung von 460 Euro für die Nachwuchskräfte. Zudem sei die Deutsche Bahn AG verpflichtet worden, Geld zur Gestaltung eines zukunftsfähigen Zulagensystem bereit zu stellen. Schließlich werde die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge erhöht.

Zum Auftakt vor zwei Monaten hatten die beiden Gewerkschaften 7,5 Prozent mehr Geld gefordert, die GDL für 24 Monate, die EVG nannte damals keine Wunschlaufzeit./sl/DP/zb

15.12.2018

WDH: UN-Klimaverhandlungen ziehen sich - Appell an Merkel

(Gerd Müller (CSU) - nicht: CDU im 1. Absatz)

KATTOWITZ (dpa-AFX) - Die Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz ziehen sich weiter in die Länge. Während die deutschen Unterhändler sich am Freitagabend noch zuversichtlich geäußert hatten, sahen vier große Umweltverbände die Verhandlungen von fast 200 Staaten "auf der Kippe" - und forderten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Handeln auf. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) drängte auf Hilfe für weniger entwickelte und vom Klimawandel bedrohte Staaten. "Denn am Ende geht es nicht um Paragrafen, sondern um Menschenleben", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Eigentlich war ein Ende der Verhandlungen für Freitag geplant gewesen, sie sollen nun am Samstagmorgen fortgeführt werden. Allerdings wurden Klimaverhandlungen auch in der Vergangenheit oft verlängert. Bei dem zweiwöchigen Treffen geht es um die Regeln für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und damit die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad.

Arme und besonders vom Klimawandel betroffene Staaten beklagen fehlenden Ehrgeiz auf der Konferenz. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte am Freitagabend noch mit einem Bündnis aus Industrie- und Entwicklungsländern Nachbesserungen gefordert, sah in den vorliegenden Entwürfen aber eine "gute Grundlage".

Bundesentwicklungsminister Müller stellte sich auf die Seite derer, die dringend mehr Hilfen und Klimaschutz fordern: "Wenn die Inselstaaten und am wenigsten entwickelten Länder dramatische Appelle an uns richten, weil sie ums Überleben von Millionen Menschen kämpfen, dann müssen wir handeln", sagte er der dpa. Nach zehn Tagen fehlten in Kattowitz noch greifbare Ergebnisse. "Ich hoffe, dass in den letzten Verhandlungsstunden der Durchbruch gelingt: Es kann nicht sein, dass die Anliegen von Entwicklungsländern bei der Bewältigung klimabedingter Schäden nur eine Fußnote in der Abschlusserklärung wert sind."

Die Umweltorganisationen Greenpeace, WWF, BUND und Germanwatch wandten sich in einem offenen Brief gemeinsam an Kanzlerin Merkel und forderten sie auf, sich hinter Umweltministerin Schulze zu stellen. Diese hatte während der Konferenz mit der sogenannten High Ambition Coalition (Koalition für großen Ehrgeiz) aus Industrie- und Entwicklungsländern eine Erklärung veröffentlicht, in der neue Klimaschutz-Zusagen bis zum Jahr 2020 gefordert werden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte darauf in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" zurückhaltend reagiert und darauf verwiesen, dass die Bundesregierung als Ganzes entscheiden.

Ohne eine klare Positionierung Deutschlands drohe hier der Vorstoß der High Ambition Coalition, ein "einigermaßen ambitioniertes Ergebnis" in Kattowitz zu erreichen, zu scheitern, schrieben die Umweltschützer. "Wir bitten Sie deshalb dringend, als Kanzlerin klarzustellen, dass die deutsche Bundesregierung hinter diesen ambitionierten Zielen und Ankündigungen steht. Wir halten dies für notwendig, um diese Konferenz zu einem Erfolg zu führen."/ted/toz/DP/zb

15.12.2018

Kretschmann fordert Nachbesserungen beim Zuwanderungsgesetz

STUTTGART (dpa-AFX) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält Nachbesserungen am von der Bundesregierung geplanten Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz für nötig. Er teile die Einschätzung vieler Unternehmer, dass Baden-Württemberg die Zuwanderung von Arbeitskräften benötige, sagte er der "Stuttgarter Zeitung" (Samstag). Dies gelte nicht nur für Hochqualifizierte, sondern auch für Geringqualifizierte: "Man sollte vereinbaren, dass Geringqualifizierte, die vorab einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben, zeitlich befristet bei uns arbeiten dürfen." Für sie könnten Kontingente festgelegt werden, wie dies 2015 für Westbalkanflüchtlinge geschehen sei. Dies habe Druck vom Asylrecht genommen.

Das Gesetz, mit dem die Bundesregierung mehr Fachkräfte ins Land locken will, sorgt für Zwist in der Union. Einigen Unionspolitikern geht der Entwurf zu weit, mit dem sich das Bundeskabinett am Mittwoch befassen soll.

Den Entwurf hatte Innenminister Horst Seehofer (CSU) vorab mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) abgestimmt. Der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag) zufolge verständigten sich die drei Bundesminister nun mit Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) darauf, einige Punkte zu verschärfen. So sollen demnach etwa Zuwanderungssperren für Länder verhängt werden können, aus denen ein erheblicher Anstieg offensichtlich unbegründeter Asylanträge vorliegt./jug/DP/zb

15.12.2018

UN-Klimaverhandlungen ziehen sich - Appell an Merkel

KATTOWITZ (dpa-AFX) - Die Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz ziehen sich weiter in die Länge. Während die deutschen Unterhändler sich am Freitagabend noch zuversichtlich geäußert hatten, sahen vier große Umweltverbände die Verhandlungen von fast 200 Staaten "auf der Kippe" - und forderten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Handeln auf. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CDU) drängte auf Hilfe für weniger entwickelte und vom Klimawandel bedrohte Staaten. "Denn am Ende geht es nicht um Paragrafen, sondern um Menschenleben", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Eigentlich war ein Ende der Verhandlungen für Freitag geplant gewesen, sie sollen nun am Samstagmorgen fortgeführt werden. Allerdings wurden Klimaverhandlungen auch in der Vergangenheit oft verlängert. Bei dem zweiwöchigen Treffen geht es um die Regeln für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und damit die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad.

Arme und besonders vom Klimawandel betroffene Staaten beklagen fehlenden Ehrgeiz auf der Konferenz. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte am Freitagabend noch mit einem Bündnis aus Industrie- und Entwicklungsländern Nachbesserungen gefordert, sah in den vorliegenden Entwürfen aber eine "gute Grundlage".

Bundesentwicklungsminister Müller stellte sich auf die Seite derer, die dringend mehr Hilfen und Klimaschutz fordern: "Wenn die Inselstaaten und am wenigsten entwickelten Länder dramatische Appelle an uns richten, weil sie ums Überleben von Millionen Menschen kämpfen, dann müssen wir handeln", sagte er der dpa. Nach zehn Tagen fehlten in Kattowitz noch greifbare Ergebnisse. "Ich hoffe, dass in den letzten Verhandlungsstunden der Durchbruch gelingt: Es kann nicht sein, dass die Anliegen von Entwicklungsländern bei der Bewältigung klimabedingter Schäden nur eine Fußnote in der Abschlusserklärung wert sind."

Die Umweltorganisationen Greenpeace, WWF, BUND und Germanwatch wandten sich in einem offenen Brief gemeinsam an Kanzlerin Merkel und forderten sie auf, sich hinter Umweltministerin Schulze zu stellen. Diese hatte während der Konferenz mit der sogenannten High Ambition Coalition (Koalition für großen Ehrgeiz) aus Industrie- und Entwicklungsländern eine Erklärung veröffentlicht, in der neue Klimaschutz-Zusagen bis zum Jahr 2020 gefordert werden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte darauf in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" zurückhaltend reagiert und darauf verwiesen, dass die Bundesregierung als Ganzes entscheiden.

Ohne eine klare Positionierung Deutschlands drohe hier der Vorstoß der High Ambition Coalition, ein "einigermaßen ambitioniertes Ergebnis" in Kattowitz zu erreichen, zu scheitern, schrieben die Umweltschützer. "Wir bitten Sie deshalb dringend, als Kanzlerin klarzustellen, dass die deutsche Bundesregierung hinter diesen ambitionierten Zielen und Ankündigungen steht. Wir halten dies für notwendig, um diese Konferenz zu einem Erfolg zu führen."/ted/toz/DP/zb

15.12.2018

Erneute 'Gelbwesten'-Proteste in Frankreich erwartet

PARIS (dpa-AFX) - Mit Tausenden Sicherheitskräften rüstet sich Frankreich für ein weiteres Protestwochenende der "Gelbwesten". Allein in Paris sollen am Samstag nach Angaben des Polizeipräfekten der französischen Hauptstadt bei den erwarteten Demonstrationen rund 8000 Sicherheitskräfte und mehr als zehn Panzerfahrzeuge zum Einsatz kommen. Befürchtet werden erneut heftige Ausschreitungen.

Bereits am vergangenen Samstag hatten sich die Sicherheitskräfte in Paris in ähnlichem Umfang gegen Gewalt und Krawalle gewappnet. Im ganzen Land waren etwa 2000 Menschen festgenommen worden, viele Geschäfte und Sehenswürdigkeiten blieben geschlossen.

Dieses Mal jedoch sollen der weltberühmte Louvre und andere Museen in der Hauptstadt offen bleiben. Paris solle nicht den Eindruck einer "toten" Stadt erwecken, lautete die Begründung des Präfekten. Mittlerweile ist es bereits das fünfte Wochenende hintereinander, an denen die "Gelbwesten" - benannt nach den Warnwesten im Auto - protestieren.

Nach Einschätzung der französischen Regierung haben die anhaltenden Straßenblockaden und Proteste spürbaren Einfluss auf das Wirtschaftswachstum des Landes. Die französische Nationalbank hat die Wachstumserwartungen für das laufende Quartal von 0,4 auf 0,2 Prozent halbiert.

Ursprünglich hatten die "Gelbwesten" gegen geplante Steuererhöhungen auf Sprit und Diesel demonstriert, diese wurden zwischenzeitlich auf Eis gelegt. Mittlerweile richten sich die Proteste vor allem gegen die Mitte-Regierung und den Staatschef Emmanuel Macron persönlich, der von Kritikern als "Präsident der Reichen" bezeichnet wird.

Um den Konflikt mit den "Gelbwesten" zu entschärfen, hatte Macron zu Wochenbeginn ein Paket mit Sofortmaßnahmen im Sozialbereich versprochen, darunter eine Erhöhung des Mindestlohns um monatlich 100 Euro. Bis zu zehn Milliarden Euro sollen die Maßnahmen kosten.

Nach dem Terroranschlag von Straßburg am Dienstag hatte die französische Regierung an die "Gelbwesten" appelliert, an diesem Wochenende nicht zu demonstrieren. Einige Vertreter der Protestbewegung signalisierten aber, weiter auf die Straße gehen zu wollen. Französische Medien berichteten, gemäßigte Vertreter der Protestbewegung riefen inzwischen zum Dialog auf.

Aus Brüssel vom EU-Gipfel richtete Macron am Freitag einen förmlichen Aufruf an die Demonstranten: "Unser Land braucht heute Ruhe, es braucht Ordnung, es braucht ein normales Funktionieren."/sg/DP/zb

15.12.2018

Die 24. UN-Klimakonferenz endet voraussichtlich am Samstagnachmittag

Die 24. UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz endet voraussichtlich am frühen Samstagnachmittag. Die Konferenz-Präsidentschaft hat das Abschlussplenum auf 12 bis 14 Uhr terminiert. Bis 15 Uhr sendet/eine/DP/zb

14.12.2018

AKTIE IM FOKUS: Coca-Cola mit Markt schwach - Auf Jahressicht deutlich besser

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein schwacher Gesamtmarkt hat am Freitag auch den Aktien des Getränkeriesen Coca-Cola zugesetzt. Mit einem Minus von 0,75 Prozent auf 49,10 US-Dollar entwickelten sie sich im frühen Handel aber in etwa konform mit dem US-Leitindex Dow Jones Industrial .

Analysten der Schweizer Großbank UBS hatten am Donnerstag ihre Kaufempfehlung für die Titel gestrichen, weil sie Risiken für die langfristigen Wachstumsziele des Herstellers sehen. Davon unbeeindruckt hatten die Papiere aber Kurs nach oben genommen. Ihre bisherige Jahresbilanz ist mit einem Plus von gut sieben Prozent ansehnlich - der Dow hat seit Jahresbeginn um knapp anderthalb Prozent nachgegeben.

Zu Wochenbeginn hatte sich Unternehmenschef James Quincey in einem Interview mit dem Finanzsender CNBC für die eigenen Wachstumsaussichten zuversichtlich gezeigt. Der US-Getränkeriese stelle sich zwar auf weniger Wachstum der US-Wirtschaft im kommenden Jahr ein. Die Aussichten 2019 seien unsicher und die Wirtschaft könnte im kommenden Jahr weniger stark wachsen als 2018, sagte Quincey dem TV-Sender. Coca-Cola selbst sei aber für die eigenen Ziele unverändert optimistisch./tav/gl/men

14.12.2018

AKTIEN IM FOKUS 3: Autowerte holen Verluste auf - China verzichtet auf Zölle

(neu: Aktienkurse und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien deutscher Autohersteller haben am Freitag ihre anfänglichen Kursverluste nach positiven Nachrichten im Handelsstreit zwischen den USA und China im Großen und Ganzen aufgeholt. Die Papiere von BMW und Daimler notierten zuletzt mehr oder weniger auf ihrem Vortagsniveau, nachdem sie anfangs noch um bis zu 3 Prozent gefallen waren. Volkswagen konnten ihr Minus immerhin auf nur noch 0,3 Prozent reduzieren.

Zunächst waren die Aktien am Freitag von einer schwachen Absatzentwicklung am europäischen Automarkt belastet worden. Für branchenweite Erleichterung sorgte dann die Meldung, dass China die Sonderabgaben auf Importe von Autos und Autoteile aus den USA für drei Monate aussetze. Der Einfuhrzoll werde von 1. Januar an wieder von 40 auf 15 Prozent gesenkt, teilte das Handelsministerium am Freitag in Peking mit.

Diese Nachricht ist für Daimler und BMW besonders von Bedeutung, weil die beiden deutschen Hersteller viele ihrer in den USA gefertigten Fahrzeuge nach China exportieren - darunter teure SUVs. Sie galten daher bislang als besonders große Leidtragende der erhöhten Abgaben.

Mit der Zusage Chinas soll der Konsens, auf den sich Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump am 1. Dezember in Buenos Aires einigten, umgesetzt werden. Beide hatten sich anlässlich des jüngsten G20-Gipfels auf einen 90-tägigen "Waffenstillstand" geeinigt. Trump hatte bereits zugesagt, die Gegenzölle auf chinesische Einfuhren nicht wie geplant ab dem 1. Januar zu erhöhen.

Im November war die Nachfrage nach Neuwagen in der EU den dritten Monat in Folge gesunken. Der Branchenverband Acea machte wie in den Monaten zuvor die neuen EU-Abgasregeln für den Rückgang verantwortlich. Händlern zufolge löste dies vorübergehend neue Bedenken um den heimischen Absatzmarkt aus - bevor die Nachrichten aus China kamen./tih/edh/jha/

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

14.12.2018

ANALYSE-FLASH: NordLB senkt Ziel für FMC auf 72 Euro - 'Kaufen'

HANNOVER (dpa-AFX) - Die NordLB hat das Kursziel für Fresenius Medical Care (FMC) nach vorläufigem Ausblick für 2019 von 85 auf 72 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Kaufen" belassen. Das nächste Jahr stehe für den Dialyse-Konzern im Zeichen der Investitionen, um sich für nachhaltiges und profitables Wachstum vorzubereiten, schrieb Analyst Holger Fechner in einer am Freitag vorliegenden Studie. Fechner geht von einer Fortsetzung der guten Geschäftsentwicklung der letzten Jahre aus. Allerdings hätten die Unsicherheiten zugenommen, begründete er das reduzierte Kursziel./ajx/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.12.2018 / 14:02 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 14.12.2018 / 14:20 / MEZ

14.12.2018

AKTIE IM FOKUS: Optimistischere Ziele von CropEnergies treiben auch Südzucker an

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Zuversicht von CropEnergies für das bis Ende Februar laufende Geschäftsjahr hat am Freitag auch die Aktien des Mutterunternehmens Südzucker nach oben getrieben. Im schwachen Gesamtmarkt legten die Südzucker-Papiere am frühen Nachmittag um 3,56 Prozent auf 12,215 Euro zu und waren damit der Spitzenwert im SDax . CropEnergies gewannen zugleich 4,97 Prozent auf 4,54 Euro.

Nach der jüngsten Erholung der Ethanolpreise zeigt sich CropEnergies etwas zuversichtlicher für das laufende Geschäftsjahr 2017/18. Laut einem Händler lässt sich von den Aussagen von CropEnergies positiv auch auf Südzucker schließen.

"Außerdem haben die Papiere bislang nicht vom Auftrieb des Biotreibstoff-Sektors profitiert", ergänzte er. Dieser ist Nutznießer der von Verbio angehobenen Ergebnisprognose für das neue Geschäftsjahr 2018/19. Der Biokraftstoffe-Hersteller, dessen Aktien nun um 2,4 Prozent zulegten, hatte am späten Dienstagnachmittag seine Schätzung wegen unerwartet hoher Biodiesel-Margen höher geschraubt./ck/jha/

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

14.12.2018

AKTIE IM FOKUS: Resultate von Isra Vision wecken bei Anlegern Wachstumssorgen

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein deutlich verfehltes Umsatzziel und ein vorsichtig klingender Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2018/19 haben am Freitag den Aktien von Isra Vision schwer zugesetzt. Die Anteilsscheine des Spezialmaschinenbauers brachen gegen Mittag um 13,41 Prozent auf 26,15 Euro ein auf den tiefsten Stand seit April 2017.

Damit setzten sie ihre Anfang September begonnene Talfahrt fort. Seither ging es um mehr als 50 Prozent nach unten. Vor dreieinhalb Monaten noch hatten die Papiere bei 61,30 Euro den höchsten Stand in ihrer etwas mehr als 18-jährigen Börsengeschichte erreicht.

"Die erstmals vom Unternehmen formulierten Ziele für das neue Geschäftsjahr klingen etwas vorsichtig", monierte ein Händler. Zudem sei - ungeachtet der starken Rentabilität Isras - auch die Umsatzdynamik hinter den unternehmenseigenen Erwartungen zurückgeblieben.

Isra Vision hatte den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr (bis Ende September) 2017/18 um 6,6 Prozent gesteigert. Damit wurde der zuvor in Aussicht gestellte Zuwachs von 10 Prozent deutlich verfehlt. "Das ist vor allem nach den Neunmonatszahlen besonders enttäuschend, denn da hatte es für Isra noch gut ausgesehen", sagte Analyst Robert-Jan van der Horst von Warburg Research und verwies auf das Umsatzplus von 10,2 Prozent.

"Die unglaubliche Erfolgsgeschichte, dieses permanent hohe Wachstum, hat nun anscheinend ein Ende", sagte er. Das sei allerdings eine Entwicklung, die sich auch bereits allgemein im Technologiesektor abzeichnet. Für Isra Vision im Speziellen verwies der Warburg-Experte dabei neben der Abkühlung der Konjunktur unter anderem auch auf Probleme der Autobranche.

Dass es so steil bergab ging für Isra dürfte auch mit dem Schritt der Fondsgesellschaft Fidelity zu tun haben. Der Warburg-Experte verwies darauf, dass ein Fonds von Fidelity seit August kontinuierlich seine Beteiligung an dem Maschinenbauer reduziert hatte - von rund 10 Prozent auf weniger als 3 Prozent. Van der Horst geht daher davon aus, dass inzwischen der gesamte Anteil verkauft wurde.

Über die Aussagen des Managements zu den Zielen für 2018/19 sagte er zudem: Zwar habe das Unternehmen "wie bisher in jedem Jahr" ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich im Aussicht gestellt, doch dieses Mal sei der Ton während der Telefonkonferenz tatsächlich etwas vorsichtiger gewesen./ck/mis/jha/

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

14.12.2018

AKTIE IM FOKUS: Tom Tailor mit nächstem Kursrutsch - Baader stuft ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Abstufung durch die Baader Bank hat am Freitag die Aktien des Modeunternehmens Tom Tailor schwer belastet. Sie fielen um fast 13 Prozent auf 2,086 Euro und knüpften so an ihre düstere Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf an. Erstmals in ihrer Geschichte drohen sie nun unter die Marke von 2 Euro zu fallen. Baader-Analyst Volker Bosse hatte am Freitag seine bisherige Kaufempfehlung aufgegeben und das Votum auf "Hold" gesenkt - mit einem von 6 auf 2,50 Euro gekürzten Kursziel.

Bosse sieht in der Konzernmarke Bonita ein "niemals endendes Desaster". Er bezog sich damit auf die jüngste Gewinnwarnung und die schleppende Sanierung der Marke, die das Unternehmen schon länger belastet. Die Bewertung der Tom-Tailor-Aktie mache zwar auf den ersten Blick einen günstigen Eindruck, er verliere aber langsam das Vertrauen, dass Bonita überhaupt restrukturiert werden kann. Die Konsenserwartungen für Tom Tailor hält Bosse vor diesem Hintergrund für zu hoch angesetzt./tih/fba

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

14.12.2018

AKTIE IM FOKUS 2: Autowerte drehen ins Plus - China hebt Strafzölle vorerst auf

(neu: Kurse, Zollsignal aus China)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien deutscher Autohersteller haben am Freitag ihre anfänglich deutlichen Kursverluste nach positiven Nachrichten im US-chinesischen Handelsstreit größtenteils in leichte Gewinne umgewandelt. So notierten die Papiere von BMW und Daimler

zuletzt jeweils 0,1 Prozent im Plus. Die Anteilsscheine von Volkswagen präsentierten sich mit einem Kursrückgang von 0,5 Prozent.

Auslöser der Kehrtwende war die Meldung, China setze die Sonderabgaben auf Importe von Autos und Autoteile aus den USA für drei Monate aus. Der Einfuhrzoll werde von 1. Januar an von 40 wieder auf 15 Prozent gesenkt, teilte das Handelsministerium am Freitag in Peking mit. Die höheren Zölle für Autos aus den USA trafen insbesondere auch die deutschen Hersteller Daimler und BMW, denn sie fertigen ihre teuren SUVs in den USA auch für den chinesischen Markt.

Am Morgen hatten die Aktien der Autobauer wegen eines weiterhin schwächelnden Fahrzeugabsatzes in Europa erheblich weiter an Wert verloren. Im November war die Nachfrage nach Neuwagen in der EU den dritten Monat in Folge gesunken./edh/jha/

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

14.12.2018

ANALYSE-FLASH: Kepler Cheuvreux belässt Leoni auf 'Reduce' - Ziel 27 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat Leoni nach einem unbestätigten Pressebericht über ein mögliches Übernahmeangebot vom indischen Konzern Motherson Sumi auf "Reduce" mit einem Kursziel von 27 Euro belassen. Der deutsche Autozulieferer würde auf den ersten Blick gut zu den Indern passen, schrieb Analyst Michael Raab in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Leoni-Aktienkurs habe den kolportierten Angebotspreis bereits überschritten, was darauf schließen lasse, dass der Markt eine höhere Offerte erwarte./ajx/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.12.2018 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

14.12.2018

ANALYSE-FLASH: Warburg Research belässt Dr. Hönle auf 'Buy' - Ziel 82 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat die Einstufung für Dr. Hönle nach Zahlen für das vierte Geschäftsquartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 82 Euro belassen. Der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr sei eine Enttäuschung, schrieb Analyst Malte Schaumann in einer am Freitag vorliegenden Schnelleinschätzung. Das untere Ende der Zielspanne lasse auf Unsicherheiten im Bereich der Klebstoffverarbeitung und vor allem im Geschäft mit der Smartphone-Industrie schließen./tih/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.12.2018 / 08:15 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

14.12.2018

ANALYSE-FLASH: Morgan Stanley nimmt Merck KGaA mit 'Equal-weight' wieder auf

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat Merck KGaA mit "Equal-weight" und einem Kursziel von 88 Euro in die Bewertung wieder aufgenommen. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern durchlebe schwierige Zeiten, schrieb Analyst Mark Purcell in einer am Freitag vorliegenden Studie. Zwar trage die Pharmaforschung erste Früchte, doch werde die Profitabilität gleichzeitig durch steigende Forschungskosten, Ausgaben für Markteinführungen und Umsatzeinbußen bei älteren Blockbustern belastet. Die aktuelle Aktienbewertung spiegele hohe Erwartungen in puncto Partnerschaften und gewinnsteigernde Zukäufe wider - solange sich diese aber nicht wirklich abzeichneten, sollten Anleger besser an der Seitenlinie bleiben./tav/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.12.2018 / 04:10 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

Sie haben Fragen zu unseren News?
Gerne beraten wir Sie, kontaktieren Sie uns:

+49 (0)69/92022-480

vertrieb@dpa-AFX.de

dpa-AFX auf Twitter

Folgen Sie uns auf Twitter www.twitter.com/dpaAFX