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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat am Montag seine jüngsten Verluste ausgeweitet. Der US-Leitindex lugte nur einmal kurz in die Gewinnzone hinein, bevor die Stimmung wieder kippte. Damit blieb die Nervosität an den Börsen hoch. Neue Aussagen von Notenbankern schürten die Furcht der Anleger vor weiteren deutlichen Zinsschritten der Fed im Kampf gegen die hohe Inflation und vor einem damit einhergehenden Konjunktureinbruch. Am Anleihenmarkt hielt der Renditeauftrieb ab, was entsprechend für Verunsicherung sorgte.

Der Dow fiel um 1,11 Prozent auf 29 260,81 Punkte. Das Börsenbarometer war zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit November 2020 abgesackt.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,03 Prozent auf 3655,04 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 gab um 0,51 Prozent auf 11 254,11 Punkte nach.

"Wir befinden uns in einer düsteren Periode", schrieb Ed Yardeni, Präsident des gleichnamigen Analysehauses. Für die US-Wirtschaft zögen dunkle Wolken auf, denn die jüngsten Konjunkturdaten deuteten auf einen ausgeprägten Wirtschaftsabschwung hin. "Und auch die Risiken einer ausgewachsenen Rezession nehmen offenbar zu."

Wachstumssorgen schürten zu Wochenbeginn einmal mehr wichtige Währungshüter. So ist laut Susan Collins, der Präsidentin der regionalen Notenbank von Boston, eine zusätzliche Straffung der Geldpolitik erforderlich, um die hartnäckig hohe Inflation einzudämmen. Sie warnte davor, dass der Prozess zu Arbeitsplatzverlusten führen könne. Raphael Bostic, der Präsident der Fed von Atlanta, ergänzte, die Notenbank habe noch einen weiten Weg vor sich, um die Inflation zu kontrollieren.

Am Dow-Ende büßten die Anteilscheine des Versicherers Travelers 3,1 Prozent ein. Sie litten wie auch andere Papiere der Branche darunter, dass ein immer stärker werdender Tropensturm Kurs auf den Bundesstaat Florida genommen hat. Der Sturm "Ian" wird voraussichtlich am Montag zu einem Hurrikan und in der Folge weiter an Stärke gewinnen. Es wird mit entsprechend hohen Schäden gerechnet, die unter Umständen von den Versicherern getragen werden müssen. Dies setzte auch die Anteilsscheine von Rückversicherern unter Druck: So sackten RenaissanceRe Holdings und Everest Re um 4,1 beziehungsweise 3,7 Prozent ab.

An der S&P-500-Spitze schnellten die Anteilscheine der Casino- und Ressortbetreiber Las Vegas Sands und Wynn Resorts um jeweils knapp zwölf Prozent hoch. Zuvor hatte die Regierung von Macau mitgeteilt, das Glücksspielparadies ab November wieder für Touristen zu öffnen. Die chinesische Sonderverwaltungszone verfolgt wie Festland-China eine strenge Null-Covid-Politik mit zahlreichen Einschränkungen.

Der Euro war im Verlauf auf den tiefsten Stand seit gut 20 Jahren gefallen und notierte zuletzt bei 0,9608 US-Dollar. Belastet wurde die Gemeinschaftswährung von der Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA und der allgemeinen Konjunkturschwäche. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 0,9646 (Freitag: 0,9754) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0367 (1,0252) Euro.

Am US-Anleihemarkt blieben die Kurse unter Druck. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 1,26 Prozent auf 111,20 Punkte. Die Rendite für richtungweisende Papiere mit zehn Jahren Laufzeit zog auf 3,91 Prozent an und erreichte damit das höchste Niveau seit gut zwölf Jahren./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat am Montag seine jüngsten Verluste ausgeweitet. Der US-Leitindex lugte nur einmal kurz in die Gewinnzone hinein, bevor die Stimmung wieder kippte. Damit blieb die Nervosität an den Börsen hoch. Neue Aussagen von Notenbankern schürten die Furcht der Anleger vor weiteren deutlichen Zinsschritten der Fed im Kampf gegen die hohe Inflation und vor einem damit einhergehenden Konjunktureinbruch. Am Anleihenmarkt hielt der Renditeauftrieb ab, was entsprechend für Verunsicherung sorgte.

Der Dow fiel um 1,11 Prozent auf 29 260,81 Punkte. Das Börsenbarometer war zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit November 2020 abgesackt.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,03 Prozent auf 3655,04 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 gab um 0,51 Prozent auf 11 254,11 Punkte nach./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Montag nach einer anfänglichen Stabilisierung teils recht deutlich ins Minus gerutscht. Nach dem Kurseinbruch in der Vorwoche blieb die Nervosität hoch. Neue Aussagen von Notenbankern schürten die Furcht der Anleger vor weiteren deutlichen Zinsschritten der US-Notenbank im Kampf gegen die hohe Inflation und vor einem damit einhergehenden Konjunktureinbruch.

Der Leitindex Dow Jones Industrial war im frühen Handel kurz in die Gewinnzone gedreht und fiel zuletzt um 0,95 Prozent auf 29 310,68 Punkte. Das Börsenbarometer war zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn abgesackt.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,75 Prozent auf 3665,41 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 gab geringfügig auf 11 304,73 Punkte nach.

"Wir befinden uns in einer düsteren Periode", schrieb Ed Yardeni, Präsident des gleichnamigen Analysehauses. Für die US-Wirtschaft zögen dunkle Wolken auf, denn die jüngsten Daten deuteten auf einen ausgeprägten Wirtschaftsabschwung hin. "Und auch die Risiken einer ausgewachsenen Rezession nehmen offenbar zu."

Wachstumssorgen schürten zu Wochenbeginn einmal mehr wichtige Währungshüter. So ist laut Susan Collins, der Präsidentin der regionalen Notenbank von Boston, eine zusätzliche Straffung der Geldpolitik erforderlich, um die hartnäckig hohe Inflation einzudämmen. Sie warnte davor, dass der Prozess zu Arbeitsplatzverlusten führen könne. Raphael Bostic, der Präsident der Fed von Atlanta, ergänzte, die Notenbank habe noch einen weiten Weg vor sich, um die Inflation zu kontrollieren.

Im Dow hielten sich lediglich die als wenig konjunktursensibel geltenden Aktien des Einzelhändlers Walmart im Plus und stiegen um ein halbes Prozent. Am Index-Ende büßten die Anteilscheine des Versicherers Travelers mehr als drei Prozent ein. Sie litten wie auch andere Papiere der Branche darunter, dass ein immer stärker werdender Tropensturm Kurs auf den Bundesstaat Florida genommen hat. Der Sturm "Ian" wird voraussichtlich am Montag zu einem Hurrikan und in der Folge weiter an Stärke gewinnen. Es wird mit entsprechend hohen Schäden gerechnet, die unter Umständen von den Versicherern getragen werden müssen.

Die Anteilscheine des Casino- und Ressortbetreibers Las Vegas Sands schnellten derweil um mehr als zwölf Prozent hoch. Zuvor hatte die Regierung von Macau mitgeteilt, das Glücksspielparadies ab November wieder für Touristen zu öffnen. Die chinesische Sonderverwaltungszone verfolgt wie Festland-China eine strenge Null-Covid-Politik mit zahlreichen Einschränkungen./la/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der verlustträchtigen Vorwoche ist der deutsche Aktienmarkt am Montag an einem Stabilisierungsversuch letztlich gescheitert. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,46 Prozent bei 12 227,92 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich fast ein Prozent höher notiert hatte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Ende um 0,40 Prozent auf 22 450,37 Punkte nach unten.

Auch die anderen europäischen Leitindizes mussten überwiegend Federn lassen. Der EuroStoxx 50 erreichte den tiefsten Stand seit November 2020 und endete mit minus 0,18 Prozent bei 3342,56 Zählern. In Paris büßte der Cac 40 rund 0,2 Prozent ein, während der FTSE 100 in London ein Mini-Plus schaffte. In New York rutschte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um rund 0,5 Prozent ab.

"Der Wochenstart ist durch einen verhaltenden und abwartenden Handel geprägt. Es wagt sich derzeit kaum ein Investor aus seiner Deckung und schaut, wie sich die anderen Kapitalsammelstellen verhalten", beobachtete Marktexperte Andreas Lipkow. In Europa sei bereits sehr viel Pessimismus eingepreist, weitere negative Impulse würden teilweise nur noch mit einem Schulterzucken quittiert, spielte Lipkow auf den schwachen Ifo-Index an.

Das Ifo-Geschäftsklima fiel im September auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020, während Analysten mit einer weniger deutlichen Eintrübung gerechnet hatten. "Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die zu erwartende Entwicklung schlechter.

Über die Aktienmärkte weltweit war in der vergangenen Woche eine Welle der Angst vor einem tiefgreifenden Konjunkturabschwung hinweg gerollt. Der Dax war am Freitag auf den niedrigsten Stand seit November 2020 gerutscht. Befeuert wurden diese Sorgen zuletzt vom vehementen Eingreifen der Notenbanken gegen die hohe Inflation. Die Gefahr besteht, dass die Währungshüter dabei über das Ziel hinausschießen und der Wirtschaft schaden.

Schnäppchenjäger griffen am Montag vor allem bei jenen Werten zu, bei denen die jüngste Verkaufswelle für deutlich gesunkene Kurse gesorgt hatte. Hierzu gehörten im Dax einige Werte aus dem Gesundheitssektor. So verzeichneten Siemens Healthineers , Fresenius , FMC und Sartorius Kursgewinne zwischen 0,2 und 1,2 Prozent.

Europaweit besonders gefragt waren auch Technologiewerte nach dem jüngsten Kursdämpfer. SAP gewannen als Dax-Spitzenreiter 2,2 Prozent. Für den Chipindustrieausrüster Aixtron ging es im MDax um 1,3 Prozent nach oben. Weil die Branche stark kreditfinanziert und deshalb von steigenden Zinsen betroffen ist, war sie zuletzt deutlich unter Druck geraten.

Auch griffen die Anleger bei jenen Unternehmen zu, die in der jüngsten Vergangenheit mit Gewinnwarnungen oder kassierten Jahreszielen negativ aufgefallen waren. Die Papiere des Gabelstaplerherstellers Kion kletterten nach der Gewinnwarnung vor knapp zwei Wochen und dem anschließenden Kursrutsch nun um 1,8 Prozent nach oben.

Die Anteilscheine von Uniper setzten ihre Erholung der vergangenen Handelstage mit einem Kurssprung von knapp 23 Prozent fort. Ein Beratergremium der Bundesregierung sieht in der geplanten Verstaatlichung des Gasimporteurs auf Dauer eine Gefahr für den Wettbewerb. Angesichts der allgemeinen Lage sei die Verstaatlichung zwar "politisch nachvollziehbar", dürfe aber keine langfristige Lösung sein, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Kühling, der "Süddeutschen Zeitung".

Der Euro fiel auf ein weiteres Tief seit 20 Jahren und kostete zuletzt 0,9610 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 0,9646 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,91 Prozent am Freitag auf 1,99 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,58 Prozent auf 128,38 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,75 Prozent auf 138,39 Zähler./edh/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der verlustträchtigen Vorwoche ist der deutsche Aktienmarkt am Montag an einem Stabilisierungsversuch letztlich gescheitert. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,46 Prozent bei 12 227,92 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich fast ein Prozent höher notiert hatte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Ende um 0,40 Prozent auf 22 450,37 Punkte nach unten.

"Der Wochenstart ist durch einen verhaltenden und abwartenden Handel geprägt. Es wagt sich derzeit kaum ein Investor aus seiner Deckung und schaut, wie sich die anderen Kapitalsammelstellen verhalten", beobachtete Marktexperte Andreas Lipkow. In Europa sei bereits sehr viel Pessimismus eingepreist, weitere negative Impulse würden teilweise nur noch mit einem Schulterzucken quittiert, spielte Lipkow auf den schwachen Ifo-Index an./edh/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben sich nach dem Kurseinbruch in der Vorwoche am Montag stabilisiert. Immer noch Sorge bereitet den Anlegern aber die Aussicht auf weitere deutliche Zinsschritte der US-Notenbank im Kampf gegen die hohe Inflation und die damit einhergehende Furcht vor einem möglichen Konjunktureinbruch.

Der Leitindex Dow Jones Industrial war im frühen Handel kurz in die Gewinnzone gedreht und gab zuletzt geringfügig auf 29 567,20 Punkte nach. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,17 Prozent auf 3699,48 Zähler nach oben. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 stieg um 0,76 Prozent auf 11 397,71 Punkte.

"Wir befinden uns in einer düsteren Periode", schrieb Ed Yardeni, Präsident des gleichnamigen Analysehauses. Für die US-Wirtschaft zögen dunkle Wolken auf, denn die jüngsten Daten deuteten auf einen ausgeprägten Wirtschaftsabschwung hin. "Und auch die Risiken einer ausgewachsenen Rezession nehmen offenbar zu." Gleichwohl ergäben sich bei einem derart weit verbreiteten Pessimismus der Anleger auch Einstiegsgelegenheiten in den Markt.

Die Erholung der Technologiewerte führten einige Schwergewichte der Branche an. So stiegen Apple und Amazon um jeweils rund zwei Prozent.

Die Anteilscheine des Casino- und Ressortbetreibers Las Vegas Sands schnellten um mehr als 13 Prozent hoch. Zuvor hatte die Regierung von Macau mitgeteilt, das Glücksspielparadies ab November wieder für Touristen zu öffnen. Die chinesische Sonderverwaltungszone verfolgt wie Festland-China eine strenge Null-Covid-Politik mit zahlreichen Einschränkungen./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben sich nach dem Kurseinbruch in der Vorwoche am Montag stabilisiert. Immer noch Sorgen bereitet den Anlegern aber die Aussicht auf weitere deutliche Zinsschritte der US-Notenbank im Kampf gegen die hohe Inflation und die damit einhergehende Furcht vor einem möglichen Konjunktureinbruch.

Der Leitindex Dow Jones Industrial drehte im frühen Handel kurz in die Gewinnzone und gab zuletzt geringfügig auf 29 580,95 Punkte nach. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,41 Prozent auf 3708,35 Zähler nach oben. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 stieg um 1,12 Prozent auf 11 437,71 Punkte.

"Wir befinden uns in einer düsteren Periode", schrieb Ed Yardeni, Präsident des gleichnamigen Analysehauses. Für die US-Wirtschaft zögen dunkle Wolken auf, denn die jüngsten Daten deuteten auf einen ausgeprägten Wirtschaftsabschwung hin. "Und auch die Risiken einer ausgewachsenen Rezession nehmen offenbar zu." Gleichwohl ergäben sich bei einem derart weit verbreiteten Pessimismus der Anleger auch Einstiegsgelegenheiten in den Markt./la/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der verlustträchtigen Vorwoche hat der deutsche Aktienmarkt am Montag einen Stabilisierungsversuch unternommen. Der Dax notierte am Nachmittag 0,20 Prozent höher bei 12 309,31 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,77 Prozent auf 22 714,42 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um rund 0,3 Prozent.

"Der Wochenstart ist durch einen verhaltenden und abwartenden Handel geprägt. Es wagt sich derzeit kaum ein Investor aus seiner Deckung und schaut, wie sich die anderen Kapitalsammelstellen verhalten", beobachtete Marktexperte Andreas Lipkow. Umso wichtiger werde der Handelsstart in den USA, der darüber Auskunft geben dürfte, ob die Verkaufsdynamik erhalten bleibt oder abnimmt. In Europa sei bereits sehr viel Pessimismus eingepreist, weitere negative Impulse würden teilweise nur noch mit einem Schulterzucken quittiert, spielte Lipkow auf den schwachen Ifo-Index an.

Das Ifo-Geschäftsklima fiel im September auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020, während Analysten mit einer weniger deutlichen Eintrübung gerechnet hatten. "Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die zu erwartende Entwicklung schlechter.

Über die Aktienmärkte weltweit war in der vergangenen Woche eine Welle der Angst vor einem tiefgreifenden Konjunkturabschwung hinweggerollt. Der Dax war am Freitag auf den niedrigsten Stand seit November 2020 gerutscht. Befeuert wurden diese Sorgen zuletzt vom vehementen Eingreifen der Notenbanken gegen die hohe Inflation. Die Gefahr besteht, dass die Währungshüter dabei über das Ziel hinausschießen und der Wirtschaft schaden.

Schnäppchenjäger griffen am Montag vor allem bei jenen Werten zu, bei denen die jüngste Verkaufswelle für deutlich gesunkene Kurse gesorgt hatte. Hierzu gehörten im Dax einige Werte aus dem Gesundheitssektor. So stiegen Siemens Healthineers um 1,7 Prozent, Fresenius um 1,5 Prozent und FMC um 0,2 Prozent. Aktien des Labordienstleisters Sartorius verteuerten sich an der Dax-Spitze um 3,1 Prozent.

Europaweit besonders gefragt waren auch Technologiewerte nach dem jüngsten Kursdämpfer. SAP im Dax gewannen 2,1 Prozent, für den Chipindustrieausrüster Aixtron im MDax ging es um 1,7 Prozent nach oben. Weil die Branche stark kreditfinanziert und deshalb von steigenden Zinsen betroffen ist, war sie zuletzt deutlich unter Druck geraten.

Auch griffen die Anleger bei jenen Unternehmen zu, die in der jüngsten Vergangenheit mit Gewinnwarnungen oder kassierten Jahreszielen negativ aufgefallen waren. Die Papiere des Gabelstaplerherstellers Kion kletterten nach der Gewinnwarnung vor knapp zwei Wochen und den anschließenden Kursrutsch nun um vier Prozent.

Die Anteilsscheine von Uniper setzten ihre Erholung der vergangenen Handelstage mit einem Kurssprung von 22 Prozent fort. Ein Beratergremium der Bundesregierung sieht in der geplanten Verstaatlichung des Gasimporteurs auf Dauer eine Gefahr für den Wettbewerb. Angesichts der allgemeinen Lage sei die Verstaatlichung zwar "politisch nachvollziehbar", dürfe aber keine langfristige Lösung sein, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Kühling, der "Süddeutschen Zeitung".

Der Euro fiel auf ein weiteres Tief seit 20 Jahren und kostete zuletzt 0,9651 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 0,9754 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,91 Prozent am Freitag auf 1,99 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,58 Prozent auf 128,38 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,75 Prozent auf 138,40 Zähler./edh/zb

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen dürften am Montag ihren Abwärtstrend der vergangenen Woche fortsetzen. Sorgen bereiten den Anlegern die Aussicht auf einen möglichen Konjunktureinbruch und weitere Zinsschritte der US-Notenbank Fed. Impulse von Wirtschaftsnachrichten sind zu Wochenbeginn nicht zu erwarten.

Vor diesem Hintergrund deutet sich rund eine halbe Stunde vor Handelsbeginn ein schwacher Start in den Tag an. Der Broker IG taxierte den technologielastigen Index Nasdaq 100 0,5 Prozent tiefer bei 11 254 Punkten. Für den US-Leitindex Dow Jones Industrial deutete sich beim Stand von 29 439 Punkten ebenfalls ein Minus von 0,5 Prozent an. Damit notierte der Index weiter auf dem tiefsten Niveau seit Ende 2020, das er am Freitag erreicht hatte.

"Wir befinden uns in einer düsteren Periode", schrieb Ed Yardeni, Präsident des gleichnamigen Analysehauses. Auch für die US-Wirtschaft zögen dunkle Wolken auf, denn die jüngsten Daten deuteten auf einen ausgeprägten Wirtschaftsabschwung hin. "Und auch die Risiken einer ausgewachsenen Rezession nehmen offenbar zu." "Die Anleger fliehen weiterhin auf breiter Front aus allen Anlageklassen", schrieb Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets. Sowohl Aktien als auch Anleihen, Kryptowährungen und Rohstoffe seien betroffen.

Deutliche Anstiege konnte der amerikanische Casino- und Ressortbetreiber Las Vegas Sands verbuchen. Im vorbörslichen Handel stieg die Aktie zwischenzeitlich um mehr als 6 Prozent. Zuvor hatte die Regierung von Macau erklärt, das Glücksspielparadies ab November wieder für Touristen zu öffnen. Die chinesische Sonderverwaltungszone verfolgt wie Festland-China eine strenge Null-Covid-Politik mit zahlreichen Einschränkungen./jcf/vrb/zb

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der verlustträchtigen Vorwoche hat der Dax am Montag seine anfängliche Stabilisierung nicht halten können und ist wieder ins Minus abgerutscht. Belastend wirkte sich ein schwacher Ifo-Index aus. Negative Impulse lieferten auch Ängste vor möglichen politischen Folgen des drohenden Rechtsrucks in Italien nach den Parlamentswahlen.

Gegen Mittag verlor der Dax 0,48 Prozent auf 12 225,44 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Werte, der am Freitag noch ein Tief seit mehr als zwei Jahren markiert hatte, ging es um 0,05 Prozent auf 22 552,12 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um rund 0,3 Prozent.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September deutlich verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020. Analysten hatten mit keiner so starken Eintrübung gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die zu erwartende Entwicklung schlechter.

Über die Aktienmärkte weltweit war in der vergangenen Woche eine Welle der Angst vor einem tiefgreifenden Konjunkturabschwung hinweggerollt. Der Dax war am Freitag auf den niedrigsten Stand seit November 2020 gerutscht. Befeuert wurden diese Sorgen zuletzt vom vehementen Eingreifen der Notenbanken gegen die hohe Inflation. Die Gefahr besteht, dass die Währungshüter dabei über das Ziel hinausschießen und der Wirtschaft schaden.

Schnäppchenjäger griffen am Montag vor allem bei jenen Werten zu, bei denen die jüngste Verkaufswelle für deutlich gesunkene Kurse gesorgt hatte. Hierzu gehörten allen voran im Dax einige Werte aus dem Gesundheitssektor. So stiegen Siemens Healthineers um 1,1 Prozent. Aktien des Labordienstleisters Sartorius verteuerten sich an der Dax-Spitze um 3,1 Prozent.

Europaweit besonders gefragt waren auch Technologiewerte nach dem jüngsten Kursdämpfer. SAP im Dax gewannen 1,4 Prozent, für den Chipindustrieausrüster Aixtron im MDax ging es um 2,2 Prozent nach oben. Weil die Branche stark kreditfinanziert und deshalb von steigenden Zinsen betroffen ist, war sie zuletzt deutlich unter Beschuss geraten.

Auch griffen die Anleger bei jenen Unternehmen zu, die in der jüngsten Vergangenheit mit Gewinnwarnungen oder kassierten Jahreszielen negativ aufgefallen waren. Die Papiere des Gabelstaplerherstellers Kion kletterten nach der Gewinnwarnung vor knapp zwei Wochen nun um 2,7 Prozent.

Die Anteilsscheine von Uniper setzten ihre Erholung der vergangenen Handelstage mit einem Kurssprung von 12 Prozent fort. Ein Beratergremium der Bundesregierung sieht in der geplanten Verstaatlichung des Gasimporteurs auf Dauer eine Gefahr für den Wettbewerb. Angesichts der allgemeinen Lage sei die Verstaatlichung zwar "politisch nachvollziehbar", dürfe aber keine langfristige Lösung sein, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Kühling, der "Süddeutschen Zeitung".

Als Schlusslicht im Mittelwerteindex fielen dagegen die Papiere des Düngerkonzerns K+S mit einem Minus von 3,1 Prozent negativ auf. Börsianer verwiesen auf die gestiegenen Erzeugerpreise, die die Düngerindustrie bremsten./edh/stk

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(erweiterte Fassung)

LUBMIN (dpa-AFX) - Einen Tag nach der Gaspipeline Nord Stream 2 ist nun auch in der deutsch-russischen Energietrasse Nord Stream 1 der Druck stark gefallen. Betroffen sind beide Röhren von Nord Stream 1, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Demnach sank die Kapazität der Pipeline ungeplant auf null. Die Ursache werde untersucht.

Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) und Bundesnetzagentur teilten übereinstimmend mit, man stehe miteinander und mit den betroffenen Behörden im Austausch, um den Sachverhalt aufzuklären. "Aktuell kennen wir die Ursachen für den Druckabfall nicht", hieß es.

In der Nacht auf Montag war zuvor bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein solcher Druckabfall festgestellt worden, jedoch nur in einer der beiden Röhren. Im Laufe des Montags wurde hierfür von den zuständigen Marinebehörden ein Leck süd-östlich der dänischen Insel Bornholm als wahrscheinliche Ursache identifiziert.

Die zuständige dänische Behörde gab am Montagnachmittag einen entsprechenden Hinweis heraus. Es sei ein Gasleck beobachtet worden. Das Leck sei gefährlich für die Schifffahrt und das Fahren innerhalb eines Bereichs von fünf Seemeilen von der besagten Position verboten. Eine große Gefahr für die Umwelt besteht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zumindest kurzfristig nicht.

Trotz des zweiten Vorfalls innerhalb von 24 Stunden sehen BMWK und Netzagentur keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland; "Es fließt seit dem russischen Stopp der Lieferungen Anfang September kein Gas mehr durch Nord Stream 1. Die Speicherstände steigen dennoch weiter kontinuierlich an. Sie liegen aktuell bei rund 91 Prozent."

Während die Nord Stream 2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung nie in Betrieb genommen wurde, sondern nur einmalig mit Gas befüllt, floss durch die Nord Stream 1-Pipeline bis Anfang September Gas nach Deutschland. Nachdem der russische Staatskonzern Gazprom seine Lieferungen durch die Röhre bereits zuvor reduziert hatte, stoppte er diese mit dem Verweis auf einen Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja komplett./ssc/DP/he

LUBMIN (dpa-AFX) - Der Betreiber der Gaspipeline Nord Stream 1 hat einen Druckabfall in der deutsch-russischen Energietrasse festgestellt. Beide Röhren sind betroffen, teilte ein Sprecher des Unternehmens der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Kapazität der Pipeline sei ungeplant auf null gesunken, heißt es in einer für Netzbetreiber verpflichtenden Marktinformation. Die Ursache wird den Unternehmensangaben zufolge untersucht.

In der Nacht auf Montag war zuvor bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein solcher Druckabfall festgestellt worden. Im Laufe des Montags wurde hierfür von den zuständigen Marinebehörden ein Leck süd-östlich der dänischen Insel Bornholm als wahrscheinliche Ursache identifiziert.

Während die Nord Stream 2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung nie in Betrieb genommen wurde, sondern nur einmalig mit Gas befüllt, floss durch die Nord Stream 1-Pipeline bis Anfang September Gas nach Deutschland. Nachdem der russische Staatskonzern Gazprom seine Lieferungen durch die Röhre bereits zuvor reduziert hatte, stoppte er diese mit dem Verweis auf einen Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja komplett./ssc/DP/he

KIEW (dpa-AFX) - Mit der laufenden Teilmobilmachung der Streitkräfte will Russland Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge lediglich den Moment der eigenen Niederlage hinauszögern. "Sie haben gefühlt, dass sie verlieren werden. Und sie versuchen einfach, diesen Moment hinauszuzögern, um zumindest etwas Aktivität an der Front zu haben", sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zum Dienstag. "Leider ist sich die russische Bevölkerung noch nicht der gesamten Brutalität der russischen Regierung gegenüber ihrem eigenen Volk bewusst", so Selenskyj weiter. Das müsse den Russen klar gemacht werden.

Rund sieben Monate nach Kriegsbeginn hatte Russlands Präsident Wladimir Putin am vergangenen Mittwoch eine Mobilmachung von Reservisten angeordnet. Seitdem herrscht vielerorts in Russland Entsetzen. Landesweit gibt es Proteste. Mehrfach gab es auch schon Angriffe auf Einberufungszentren./haw/DP/he

LUBMIN (dpa-AFX) - Der Betreiber der Gaspipeline Nord Stream 1 hat einen Druckabfall in der deutsch-russischen Energietrasse festgestellt. Beide Röhren sind betroffen, teilte ein Sprecher des Unternehmens der Deutschen Presse-Agentur mit. Einer für Netzbetreiber verpflichtenden Marktinformation zufolge ist die Kapazität der Pipeline ungeplant auf null gesunken. Die Ursache wird den Unternehmensangaben zufolge aktuell untersucht.

In der Nacht auf Montag war zuvor bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein solcher Druckabfall festgestellt worden. Im Laufe des Montags wurde hierfür von den zuständigen Marinebehörden ein Leck süd-östlich der dänischen Insel Bornholm als wahrscheinliche Ursache identifiziert./ssc/DP/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Zinsauftrieb am US-Anleihemarkt hält an. Am Montag rentierten zehnjährige Staatsanleihen mit 3,88 Prozent. Damit bewegt sich der Zins knapp unter dem im April 2010 erreichten Hoch von 3,99 Prozent. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel im Gegenzug um 1,14 Prozent auf 111,34 Punkte.

Für Zinsauftrieb sorgt nach wie vor der Kampf vieler Notenbanken gegen die hohe Inflation. Die Zinsanhebungen lassen die Renditen in den kürzeren Laufzeiten steigen, während der Auftrieb in den längeren Laufzeiten schwächer ausfällt. Hierin spiegelt sich vor allem die wachstumsdämpfende Wirkung der Zinsanhebungen. Im Ergebnis verflacht die Zinskurve, die die Zinshöhe über die verschiedenen Laufzeiten abbildet. An den Märkten wird dies als Rezessionssignal interpretiert.

Äußerungen einiger Notenbanker aus den Reihen der US-Zentralbank Federal Reserve verstärkten zu Wochenbeginn den Zinsauftrieb. So ist laut Susan Collins, der Präsidentin der regionalen Notenbank von Boston, eine zusätzliche Straffung der Geldpolitik erforderlich, um die hartnäckig hohe Inflation einzudämmen. Sie warnte davor, dass der Prozess zu Arbeitsplatzverlusten führen könne. Raphael Bostic, der Präsident der Fed von Atlanta, ergänzte, die Notenbank habe noch einen weiten Weg vor sich, um die Inflation zu kontrollieren./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro und das britische Pfund sind am Montag im US-Handel unter Druck geblieben. Belastet wurden die Währungen von der Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA und der allgemeinen Konjunkturschwäche. Der Kurs des Euro war zeitweise bis auf 0,9554 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2002 gefallen. Noch stärkere Kursverluste zeigten sich beim britischen Pfund, das im Verlauf auf ein Rekordtief zum Dollar abgerutscht war. Hier lösten Zweifel an den britischen Staatsfinanzen kurzzeitig einen Ausverkauf aus.

Der Euro erholte sich jedoch im Tagesverlauf größtenteils von seinen Verlusten. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 0,9613 Dollar. Sie notierte damit etwas niedriger als im frühen asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 0,9646 (Freitag: 0,9754) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0367 (1,0252) Euro.

Der Dollar profitiert schon seit längerem von den aktuellen Krisen und den geopolitischen Risiken. Vor allem der Krieg in der Ukraine mit der Möglichkeit einer gefährlichen Eskalation und die drohende Energiekrise in Europa treibt die Anleger seit Wochen verstärkt in die als sicher geltende Weltleitwährung.

Neben der Dollar-Stärke leidet der Kurs des Euro nach Einschätzung von Marktbeobachtern auch unter den Folgen des politischen Rechtsrucks in Italien. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone haben rechtsnationale Kräfte die Wahl gewonnen, was an den Märkten die Sorgen um den Zusammenhalt in der Eurozone und der Europäischen Union schürt. Nach Einschätzung von Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank, fiel die Reaktion des Eurokurses auf die Italien-Wahl allerdings moderat aus, da das Wahlergebnis weitgehend erwartet worden sei.

Besonders stark unter Druck geriet das britische Pfund und knüpfte an seine deutlichen Verluste vom Freitag an. Am Montag fiel der Kurs im Handel mit dem US-Dollar kurz abrupt auf ein Rekordtief von 1,0350 US-Dollar. Eine geplante Steuersenkung der neuen britischen Regierung unter Premierministerin Liz Truss beunruhigte die Finanzmärkte. Nach Einschätzung von Experten der Dekabank dürfte die Steuerreform den britischen Schuldenberg auf Sicht der kommenden fünf Jahre um etwa 400 Milliarden Pfund erhöhen. Ein finanzpolitischer Kurs, der vielen Anlegern am Devisenmarkt große Sorgen bereitet. "Die Marktbewegungen sind ein klares Misstrauensvotum gegen die Politik der neuen Regierung", schreibt die Dekabank. Allerdings erholte sich auch das Pfund im Tagesverlauf größtenteils von seinen Verlusten./la/he

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Staaten suchen weiter nach einer gemeinsamen Linie im Umgang mit russischen Kriegsdienstverweigerern, die ihre Heimat verlassen wollen. Ein erstes Krisentreffen der 27 EU-Botschafter brachte am Montag keine Lösung. Man habe die EU-Kommission dazu aufgefordert, die jüngsten Leitlinien zur Visavergabe "unter Berücksichtigung der Sicherheitsbedenken der Mitgliedstaaten zu überprüfen, zu bewerten und gegebenenfalls zu aktualisieren", teilte die derzeitige tschechische EU-Ratspräsidentschaft anschließend lediglich mit.

Nachdem Russland vergangene Woche eine Teilmobilisierung im Krieg gegen die Ukraine angekündigt hatte, stellt das Thema möglicher Deserteure und Kriegsdienstverweigerer die EU vor eine Herausforderung. Deutschland und andere Staaten dringen auf eine einheitliche Linie. Die Positionen liegen teils jedoch weit auseinander. Bundesinnenministern Nancy Faeser stellte Deserteuren Asyl in Aussicht. Die baltischen Staaten und Polen lehnen die Aufnahme dieser Menschen strikt ab. Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis schrieb auf Twitter, dass sein Land jenen, "die nur vor der Verantwortung davonlaufen", kein Asyl gewähren werde. "Die Russen sollten bleiben und kämpfen. Gegen Putin."

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte am Montag, man sei mit den Mitgliedstaaten in Kontakt. Für Dienstag sei ein Treffen auf Arbeitsebene geplant, an dem auch die für Migration und Sicherheit zuständigen EU-Agenturen teilnehmen würden./wim/DP/nas

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag ihren Abwärtstrend fortgesetzt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 85,41 US-Dollar. Das waren 75 Cent weniger als am Freitag. Mit zeitweise 84,51 Dollar war der Brent-Preis erstmals seit Januar unter 85 Dollar gefallen. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 67 Cent auf 78,08 Dollar.

Die sich deutlich eintrübenden globalen Konjunkturaussichten lasten auf den Ölpreisen. Am Montag gab das vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima für Deutschland merklich nach und signalisierte eine Rezession. Zudem erhöhen die Notenbanken weltweit ihre Leitzinsen. Dies belastet die trüben Konjunkturaussichten zusätzlich. Eine schwächere Wirtschaftsentwicklung dämpft auch die Nachfrage nach Rohöl.

Hinzu kommt der starke US-Dollar. So ist das britische Pfund zum Dollar auf ein Rekordtief gefallen. Der starke Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer und belastet so die Nachfrage./jsl/he

KASSEL (dpa-AFX) - Empfängerinnen und Empfänger von Wohngeld sollen schnell von den geplanten Verbesserungen der Leistung profitieren. Das hat Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) vor rund 350 Delegierten beim Gewerkschaftstag der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt in Kassel bekräftigt. "Die Leute haben jetzt Sorge. Die Leute haben jetzt Angst vor den Nebenkosten", sagte die Ministerin. An diesem Mittwoch solle daher im Kabinett die Ausweitung und die Erhöhung des Wohngeldes um durchschnittlich 190 Euro sowie die dauerhafte Implementierung der Heizkostenpauschale beschlossen werden.

Es brauche zudem mehr Sozialwohnungen, sagte Geywitz. Während es in der alten Bundesrepublik zeitweise drei Millionen Sozialwohnungen gegeben habe, seien es aktuell nur noch knapp eine Million. Besonders brauche es Sozialwohnungen für Auszubildende in Form von Wohnheimen. "Wohnen ist wieder eine der großen sozialen Fragen unserer Zeit", sagte die SPD-Politikerin. Deshalb würden die Mittel für den sozialen Wohnungsbau bis 2026 deutlich auf 14,5 Milliarden Euro erhöht.

Zuvor hatte sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einer Videobotschaft an die Delegierten in Kassel gewandt und die Notwendigkeit sinkender Strom- und Gaspreise bekräftigt. "Wir haben jetzt die große Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Preise nicht durch die Decke gehen", sagte er. Die aktuellen Energiepreise müssten gedrückt werden.

"Wir werden nicht akzeptieren, dass jemand, der Billigstrom produziert, hohe Gewinne einfährt, weil die Preise sich nach dem mit Gas produzierten Strom richten", betonte er. Zudem kämpfe die Bundesregierung dafür, dass auch die Gaspreise wieder sinken. "Das ist notwendig."

Die Energieversorgung Deutschlands über den Winter hält Scholz aus derzeitiger Perspektive für gesichert. Mit dem Ausweichen auf alternative Gas-Lieferquellen und dem begonnenen Bau von LNG-Terminals, aber auch durch weiter laufende Kohlekraftwerke und die Atomreserve seien die Voraussetzungen geschaffen, sagte er. "Nach all den Entscheidungen, die wir getroffen haben, wird es gelingen, dass Deutschland durch diesen Winter kommt."

Die IG Bau hatte im Vorfeld des Gewerkschaftstags den Einstieg des Staates bei wichtigen börsengehandelten Wohnungskonzernen gefordert, um Einfluss auf den Mietmarkt zu nehmen. "Der Bund soll sich bei großen, börsennotierten Wohnungsgesellschaften einkaufen und sich so eine Mitsprache bei der langfristigen Mietpreispolitik der Immobilienkonzerne sichern", sagte der Vorsitzende Robert Feiger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). Ziel müsse eine Sperrminorität von 25 Prozent der Anteile plus eine Aktie sein. Konkret nannte Feiger die beiden Immobilien-Schwergewichte Vonovia und LEG .

"So kann der Bund in den Aufsichtsräten der Unternehmen wesentliche strategische Entscheidungen beeinflussen", argumentierte der Gewerkschaftschef. "Der Staat würde damit signalisieren, dass er sich

- nach vielen Privatisierungen - auf dem Wohnungsmarkt wieder

einmischt." Konkret gehe es darum, den Mieten künftig einen Dämpfer zu verpassen./nis/DP/nas

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Montag deutlich gefallen. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future sank um 0,40 Prozent auf 138,88 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg um Gegenzug auf 2,088 Prozent. In der Spitze erreichte die Rendite mit 2,13 Prozent den höchsten Stand seit Ende 2011.

Schon seit einiger Zeit steigen die Zinsen an den Kapitalmärkten, besonders stark in den kürzeren Laufzeiten. Verantwortlich sind zumeist kräftige Zinsanhebungen vieler Zentralbanken, die sich gegen die sehr hohe Inflation stemmen. Die Zinskurven, also die Zinshöhe in verschiedenen Laufzeiten, verflachen zunehmend, da die trüben Konjunkturaussichten die langfristigen Zinsen dämpfen.

Besonders deutlich stiegen die Renditen in Italien. Politisch rechte Parteien gewannen die Parlamentswahl am Sonntag. Der Sieg wurde weitgehend erwartet. Die meisten Stimmen erhielten die postfaschistischen "Brüder Italiens" von Georgia Meloni. Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihe kletterte um 0,15 Prozentpunkte auf 4,48 Prozent.

Konjunkturdaten aus Deutschland fielen schwach aus. Das Ifo-Geschäftsklima trübte sich deutlich ein und sank auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. "Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Deutschland leidet unter einer Vielzahl krisenhafter Entwicklungen. Allen voran steht der Krieg Russlands in der Ukraine, der die Unsicherheit stark erhöht hat. Hinzu kommen die Energiekrise, anhaltende Probleme im Welthandel und die vielerorts stark steigenden Zinsen der Notenbanken.

Außerhalb der Eurozone war die Entwicklung am britischen Anleihemarkt extrem. Eine geplante Steuersenkung der neuen britischen Regierung unter Premierministerin Liz Truss beunruhigte die Finanzmärkte. Nach Einschätzung von Experten der Dekabank dürfte die Steuerreform den britischen Schuldenberg auf Sicht der kommenden fünf Jahre um etwa 400 Milliarden Pfund erhöhen. "Die Marktbewegungen sind ein klares Misstrauensvotum gegen die Politik der neuen Regierung", schreibt die Dekabank. Die Rendite zehnjähriger britischer Anleihen stieg um 0,34 Prozentpunkte auf 4,17 Prozent./jsl/he

HAMBURG (dpa-AFX) - Das Analysehaus Warburg Research hat Varta trotz eines mutmaßlich schlechteren Geschäfts mit Apple und der kassierten Prognose für das laufende Jahr von "Sell" auf "Buy" hochgestuft. Kurzfristig sei zwar nach dem Kursrutsch vom Freitag unter das Tief zu Zeiten des Corona-Crashs kein positiver Nachrichtenfluss zu erwarten, längerfristig sollten die negativen Nachrichten jetzt aber bekannt sein, schrieb Analyst Robert-Jan van der Horst in einer am Montag vorliegenden Studie.

Ein Rückgang des erheblichen Interesses von Anlegern, auf fallende Kurse zu setzen, könnte bald eine erste Erholung auslösen, fuhr van der Horst fort. Das Kursziel der im MDax der mittelgroßen Werte enthaltenden Papiere des Batterieherstellers senkte der Experte aber erst einmal von 65,20 Euro auf 53,00 Euro.

Der Fachmann verwies unter anderem auf Gerüchte, dass Apple bei der nächsten Generation der kabellosen Kopfhörer (Airpods 4) auf einen Dual-Source-Ansatz setzen könnte. Das hieße, dass Batteriezellen künftig über zwei Lieferanten eingekauft würden. Die neue Generation der am Freitag vorgestellten Kopfhörer Airpods Pro 2 enthalte demnach schon Batteriezellen von Konkurrent Samsung . Zudem werde die erste Generation der Kopfhörer, die noch exklusiv mit Varta-Batterien bestückt worden sei, nicht mehr von Apple verkauft.

Der Analyst nimmt weiter an, dass Apple der größte Kunde von Vartas profitablem Geschäft mit kabellosen Kopfhörern ist. Zwar beliefere der Batteriehersteller aus Baden-Württemberg Apple noch exklusiv bei den Airpods 3 - der Experte schätzt aber, dass die teureren Airpods Pro bedeutender für den Umsatz sind.

Am Freitag hatte Varta die Prognose für das laufende Jahr wegen Verzögerungen bei zwei Großaufträgen und höheren Kosten für Energie und Rohstoffe einkassiert. Die Aktie stürzte in der Folge um 34 Prozent auf 38,61 Euro ab. Die Anleger griffen am Montag zunächst zu. Zwischenzeitlich waren die Anteile um 3,7 Prozent in die Höhe geschnellt. Am Nachmittag sackte das Papier jedoch um mehr als 2 Prozent ab.

Bei der Einstufung "Buy" rechnet Warburg Research auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Kursanstieg./vrb/la/he

Analysierendes Institut Warburg Research.

Veröffentlichung der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:15 / MESZ Erstmalige Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / MESZ

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Hauck Aufhäuser Investment Banking hat die Einstufung für Energiekontor nach einer Investorenveranstaltung auf "Buy" mit einem Kursziel von 136 Euro belassen. Der geplante Preisdeckel werde den Entwickler und Betreiber von Wind- und Solarparks wahrscheinlich kaum betreffen, schrieb Analyst Simon Jouck in einer am Montag vorliegenden Studie. Mit der Vielzahl an Aufträgen sei das Unternehmen zudem perfekt positioniert, um von der Energiewende zu profitieren./jcf/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:02 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:12 / MESZ

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HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Hauck Aufhäuser Investment Banking hat Varta von "Sell" auf "Hold" hochgestuft, das Kursziel aber von 64 auf 39 Euro gesenkt. Die Geschäftsaussichten trübten sich für den Batteriehersteller ein, wie die kassierten Jahresziele zeigten, schrieb Analyst Christian Sandherr in einer am Montag vorliegenden Studie. Nach dem starken Kursrückgang spiegele der Kurs die aktuellen Unsicherheiten hinsichtlich der operativen Entwicklung schon angemessen wider./tih/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:13 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:14 / MESZ

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat Totalenergies nach der zuletzt schwachen Entwicklung der Aktie und vor dem Kapitalmarkttag am Mittwoch von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Das Kursziel erhöhte JPMorgan-Analyst Christyan Malek in einer am Montag vorliegenden Branchenstudie um drei auf 62 Euro. Die Aktie des französischen Unternehmens habe sich in diesem Jahr in Dollar gemessen um rund fünf Prozent schlechter entwickelt als der Sektor und um rund 20 Prozent schwächer als BP-Titel. Aus diesem Grund stufte er die BP-Aktie ab und Totalenergies im Gegenzug hoch./zb/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 25.09.2022 / 16:32 / BST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 26.09.2022 / 00:15 / BST

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat BP nach der zuletzt guten Entwicklung des Aktienkurses von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft gesenkt. Das Kursziel reduzierte Analyst Christyan Malek in einer am Montag vorliegenden Branchenstudie von 530 Pence auf 520 Pence. Er hatte das Papier seit 2016 zum Kauf empfohlen und traut dem Unternehmen weiter zu, den Investoren eine attraktive Gesamtrendite bieten zu können. Allerdings sieht er in den Titeln der Ölkonzerne Totalenergies und Shell noch bessere Chancen. Die Papiere von Totalenergies stufte er auf "Overweight" hoch; Shell bewertete er weiter mit dieser Einstufung./zb/ngu

Veröffentlichung der Original-Studie: 25.09.2022 / 16:32 / BST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 26.09.2022 / 00:15 / BST

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HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Hauck Aufhäuser Investment Banking hat das Kursziel für Verbio von 85 auf 90 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Prognose des Biokraftstoff-Herstellers habe deutlich über seinen Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Tim Wunderlich in einer am Montag vorliegenden Studie. Verbio profitiere weiter von gesetzlichen Vorgaben zur Produktion nahrungsbasierter Biokraftstoffe. Eine Verschärfung der Regeln sei mittlerweile unwahrscheinlich./jcf/ngu

Veröffentlichung der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:29 / MESZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:30 / MESZ

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Jefferies hat AB Inbev von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 67 auf 55 Euro gesenkt. Brauerei-Aktien seien generell nicht teuer und in schlechteren Wirtschaftszeiten recht widerstandsfähig, schrieb Analyst Edward Mundy in einer am Montag vorliegenden Branchenstudie. Während die Papiere des Konkurrenten Carlsberg daher zum Kauf empfohlen wurden und Heineken der "Top Pick" in der Branche bleibt, sei AB Inbev aber nicht so günstig bewertet, wie es auf Anhieb den Anschein mache./tih/zb

Veröffentlichung der Original-Studie: 25.09.2022 / 12:29 / ET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 25.09.2022 / 19:00 / ET

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HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat Varta nach dem Kursrutsch vom Freitag infolge der gestrichenen Prognose um gleich zwei Stufen von "Sell" auf "Buy" hochgestuft. Das Kursziel senkte Analyst Robert-Jan van der Horst in einer am Montag vorliegenden Studie von 65,20 Euro auf 53 Euro. Die Aktie sei unter ihr Tief zu Zeiten des Corona-Crashs abgesackt. Kurzfristig sei zwar kein positiver Nachrichtenfluss zu erwarten, längerfristig sollten die negativen Nachrichten jetzt aber bekannt sein. Ein Rückgang des erheblichen Interesses von Anlegern, auf fallende Kurse zu setzen, könnte bald eine erste Erholung auslösen. Varta hatte am Freitag die Prognose für das laufende Jahr einkassiert. Der Kurs der im MDax notierte Aktie stürzte daraufhin um 34 Prozent auf 38,61 Euro ab./tih/zb

Veröffentlichung der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:15 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / MESZ

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Varta von "Buy" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel auf 50 Euro gesenkt. Analyst Philipp Konig begründete die Abstufung des Batterieherstellers in einer am Montag vorliegenden Studie mit erstarktem kurzfristigem Gegenwind. Die Energiepreise in Deutschland erschwerten die Wettbewerbsfähigkeit und der Kaufkraftverlust der Konsumenten dürfte sich auf die Endnachfrage der Produkte auswirken./tih/zb

Veröffentlichung der Original-Studie: 26.09.2022 / 01:48 / BST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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HAMBURG (dpa-AFX) - Hauck Aufhäuser Investment Banking hat Varta von "Sell" auf "Hold" hochgestuft, das Kursziel aber von 64 auf 39 Euro gesenkt. Die Geschäftsaussichten trübten sich für den Batteriehersteller ein, wie die kassierten Jahresziele zeigten, schrieb Analyst Christian Sandherr in einer am Montag vorliegenden Studie. Nach dem starken Kursrückgang spiegele der Kurs die aktuellen Unsicherheiten hinsichtlich der operativen Entwicklung schon angemessen wider./tih/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:13 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 26.09.2022 / 08:14 / MESZ

ROM (dpa-AFX) - Das von der radikalen Partei Fratelli d'Italia angeführte Rechtsbündnis hat sich bei der Wahl in Italien die absolute Mehrheit der Sitze in beiden Kammern des Parlaments gesichert. Das bestätigten am Montagabend Zahlen des Innenministeriums. Die Fratelli, die rechtspopulistische Lega und die konservative Forza Italia kommen demnach im Senat zusammen auf 112 der 200 Sitze, in der Abgeordnetenkammer auf 235 von 400.

Mit der komfortablen Mehrheit kann die Rechtsallianz regieren, wenn sie sich wie erwartet auf eine Regierungskoalition einigt und von Staatspräsident Sergio Mattarella den Regierungsauftrag erhält. Die Chefin der stärksten Einzelpartei Fratelli d'Italia, Giorgia Meloni, dürfte in dieser Konstellation Ministerpräsidentin werden.

Das von den Sozialdemokraten angeführte Bündnis mit linken Parteien und Grünen kommt auf 39 Senatoren und 80 Abgeordnete. Die Fünf-Sterne-Bewegung, die an jeder der drei Regierungen seit der letzten Parlamentswahl beteiligt war, kommt auf 28 Senatoren und 51 Abgeordnete./lkl/DP/he

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Präsident Joe Biden wird Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zu einem Staatsbesuch im Weißen Haus empfangen. Macron und seine Ehefrau Brigitte würden am 1. Dezember in Washington erwartet, kündigte Bidens Sprecherin Karine Jean-Pierre am Montag an. Macron sei der erste ausländische Gast, für den Biden seit Beginn seiner Amtszeit einen offiziellen Staatsbesuch abhalte. In der Vergangenheit habe es in erster Linie wegen Covid Arbeitsbesuche von Staats- und Regierungschef gegeben. "Er wird die tiefe und dauerhafte Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich, unserem ältesten Verbündeten, unterstreichen", sagte Jean-Pierre weiter.

Macron war 2018 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump zu einem mehrtägigen Staatsbesuch empfangen worden. Im vergangenen Jahr hatte es in den Beziehungen zwischen den USA und Frankreich ordentlich geknirscht. Zu dem Streit zwischen den Nato-Partnern war es gekommen, als die USA mit Großbritannien und Australien ein neues Sicherheitsbündnis für den Südpazifik bekanntgaben. Das bedeutete, dass Frankreich ein Milliarden-Geschäft für U-Boote mit Dieselantrieb für Australien verlor. Das hatte in Paris zu wütenden Reaktionen geführt. Schließlich war US-Vize-Präsidentin Kamala Harris im November 2021 nach Paris gereist, um die Wogen zu glätten./nau/DP/he

WALDECK-FRANKENBERG (dpa-AFX) - Weil er die Scheinreferenden in russisch besetzten Gebieten der Ukraine als Wahlbeobachter begleitet hat, ist der Geschäftsführer des nordhessischen Versorgers Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) freigestellt worden. Stefan Schaller sei mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden, teilte der Landkreis Waldeck-Frankenberg am Montag mit. Die Aufsichtsräte des Unternehmens und der Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien sowie der EWF-Verbandsvorstand trafen die Entscheidung demnach einstimmig in einer Sondersitzung.

"Das Verhalten des Geschäftsführers verstößt ganz klar gegen die Weltanschauung, die moralischen Werte und die Philosophie des Unternehmens, das Völkerrechtsverstöße und jegliche Form von Gewalt entschieden ablehnt", betonte demnach der Aufsichtsratsvorsitzende der kreiseigenen Energiegesellschaft, Landrat Jürgen van der Horst.

Der Landkreis führte aus, die Aufsichtsräte und Vorstände hätten sich daher sehr klar für die unverzügliche Freistellung des Geschäftsführers ausgesprochen - und sich gleichzeitig deutlich vom völkerrechtswidrigen Vorgehen Russlands in der Ukraine distanziert. Die Gremien würden nun zeitnah über die Abberufung beraten. Das sei ein formaler Weg, der eingehalten werden müsse.

Schallers Einsatz als Wahlbeobachter bei den Scheinreferenden hatte heftige Kritik ausgelöst. Die international als Völkerrechtsbruch kritisierten Abstimmungen in besetzten Gebieten im Osten und Süden der Ukraine über einen Beitritt zu Russland hatten am Freitag begonnen. Es handelt sich um Scheinreferenden, weil sie ohne Zustimmung der Ukraine, unter Kriegsrecht und nicht nach demokratischen Prinzipien ablaufen.

Medienberichten zufolge wurde Schaller von Russland eingeladen, um die Abstimmungen zu überwachen. Gegenüber der "HNA" ("Hessische/Niedersächsische Allgemeine") hatte Schaller seinen Einsatz als Wahlbeobachter bestätigt. Sein Aufenthalt habe nichts mit seiner Funktion als Geschäftsführer des Waldeck-Frankenberger Energieversorgers zu tun. "Das ist rein privat, ich habe dafür Urlaub genommen", betonte Schaller demnach.

Am Montag erklärte er dagegen, es sei "dumm" gewesen, sich als Wahlbeobachter einladen zu lassen. "Ich war einfach so naiv und habe geglaubt, ich könnte die technische Wahlbeobachtung von der politischen Dimension trennen", sagte Schaller dem Sender hr-Info. Den russischen Angriffskrieg will Schaller dabei "völlig ausgeblendet" haben.

Mittlerweile sehe er ein, die Russen hätten ihn benutzt, sagte Schaller hr-Info. Allerdings würden auch die deutschen Medien seine Reise "ausschlachten". Laut dem Hessischen Rundfunk hatte Schaller russischen Medien aber Interviews gegeben, in denen er die Organisation der "Wahl" gelobt hatte und gesagt hatte, die Menschen würden freiwillig abstimmen. Nun erklärte er: "Natürlich haben die Russen mir nicht das komplette Bild gezeigt."

Bereits am Samstag hatten sich der Ältestenrat und der Kreisausschuss des Landkreises Waldeck-Frankenberg mit großer Mehrheit für eine Freistellung Schallers ausgesprochen. Der scheidende ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hatte auf Twitter die Entlassung des Geschäftsführers gefordert./nis/DP/nas

LONDON (dpa-AFX) - Die Bank of England hat auf die jüngsten Turbulenzen an den britischen Finanzmärkten reagiert. Man werde nicht zögern, die Zinssätze "so weit wie nötig" zu ändern, um das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen, heißt es in einer Mitteilung von Notenbank-Gouverneur Andrew Bailey vom Montag. Zuletzt hatte die Bank of England die Leitzinsen am vergangenen Donnerstag um 0,50 Prozentpunkte angehoben.

Nach der Entscheidung der Regierung, die Steuern umfassend zu senken, war das britische Pfund auf ein Rekordtief zum Dollar gefallen und die Renditen von Staatsanleihen stark gestiegen. An den Märkten wird eine starke Ausweitung der Staatsverschuldung befürchtet.

Man werde die Entwicklung an den Finanzmärkten sehr genau beobachten, schreibt Bailey. Die Bank werde auf ihrer nächsten planmäßigen Sitzung die Auswirkungen der Regierungsentscheidungen auf die Nachfrage prüfen, den Rückgang des Pfund Sterling bewerten und entsprechend handeln", so Bailey./jsl/he

(neu: Details)

LUBMIN (dpa-AFX) - Ein Leck in der für Gaslieferungen nicht genutzten Ostseepipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland soll in der Nacht auf Montag zu einem starken Druckabfall geführt haben. Der Gasaustritt sei in der ausschließlichen Wirtschaftszone Dänemarks südöstlich der Insel Bornholm lokalisiert worden, teilte die Nord Stream 2 AG am Montagnachmittag und verwies auf die Zusammenarbeit mit den Marinebehörden. Diese haben als Vorsichtsmaßnahme eine Sicherheitszone eingerichtet. Die Ursache für das ausgemachte Leck blieb zunächst unklar, die Untersuchungen dauerten an.

Die zuständige dänische Behörde gab am Montagnachmittag einen entsprechenden Hinweis heraus. Es sei ein Gasleck beobachtet worden. Das Leck sei gefährlich für die Schifffahrt und das Fahren innerhalb eines Bereichs von fünf Seemeilen von der besagten Position verboten. Eine große Gefahr für die Umwelt besteht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zumindest kurzfristig nicht.

Der Doppelstrang der Pipeline Nord Stream 2 verläuft 1230 Kilometer von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland. Sie ist fertiggestellt und mit Gas gefüllt, allerdings wurde durch sie nie Gas importiert. Die Bundesregierung hatte das Genehmigungsverfahren für die fertiggestellte Leitung im Februar kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine auf Eis gelegt und auch danach betont, dass eine Inbetriebnahme nicht in Frage komme.

Nach Angaben des Sprechers des Pipeline-Betreibers, Ulrich Lissek, wurde in der Nacht zu Montag ein Druckabfall in einer der Röhren festgestellt. Daraufhin habe man die Behörden in den Anrainer-Staaten Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland umgehend informiert. Lissek zufolge liegt normalerweise ein Druck von 105 Bar an. Jetzt seien es auf deutscher Seite nur noch 7 Bar.

Der Unternehmensvertreter befürchtet nun, dass die mit 177 Millionen Kubikmeter Gas gefüllte Pipeline in den kommenden Tagen leerlaufen könnte. Zum Vergleich: Das Volumen der gesamten jährlichen Trinkwasserentnahme aus dem Bodensee entspricht laut der Bodensee-Wasserversorgung 130 Millionen Kubikmeter. Wäre der mit 48 Milliarden Kubikmeter Wasser gefüllte See ein Gassee, entspräche dies zudem ungefähr den 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas, das jährlich durch beide Röhren von Nord Stream 2 hätte fließen sollen.

Die Deutsche Umwelthilfe verwies darauf, dass Erdgas Methan sei, das sich teilweise im Wasser löse und nicht giftig sei. Je tiefer das Gas im Meer frei werde, desto höher sei der Anteil, der sich im Wasser löse, sagte ein DUH-Sprecher. Selbst im Falle einer Explosion unter Wasser gäbe es nur lokale Effekte.

Die Ursachenforschung gestaltet sich für die Tochter des russischen Gazprom -Konzerns den Angaben zufolge schwierig: Man stehe unter Sanktionen, verfüge kaum noch über Personal, und Gelder seien eingefroren, sagte der Sprecher. "Die Behörden sind alle informiert." In Lubmin, dem Ort, in dem die Pipeline in Deutschland anlandet, ist nach Wissen Lisseks kein Personal der Nord Stream 2 AG. Man könne auch keine Aufträge erteilen, da man diese nicht bezahlen könne, und müsse schauen, woher man nun Informationen erhalte, so der Sprecher.

Der Umweltschutzorganisation machen hingegen die langfristigen Klimafolgen sorgen, die mit einer großen Menge des schädlichen Treibhausgases verbunden sein könnten. DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner sieht die Schuld im Falle einer größeren Havarie auch bei den Behörden: "Jetzt rächt sich, dass die zuständigen deutschen Behörden, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und das Bergamt Stralsund während des Genehmigungsverfahrens weder auf eine umfassende Klimaverträglichkeitsprüfung der Pipeline noch auf eine unabhängige Überwachung ihrer Sicherheit gedrungen haben."

Vom Bundeswirtschaftsministerium hieß es, dass man über die vermutete Unfallstelle in den dänischen Hoheitsgewässern informiert worden sei. Einer Sprecherin zufolge ist man weiter im Austausch mit den Behörden in Deutschland sowie in Dänemark. Das Ministerium wurde nach eigenen Angaben am Montag vom Netzbetreiber Gascade darüber informiert, dass es in der Pipeline einen starken Druckabfall gegeben habe. Das Unternehmen betreibt in Lubmin Gas-Infrastruktur, an die auch Nord Stream 2 angeschlossen ist. Gascade sei aber nicht für die Offshore-Leitungen von Nord Stream 2 zuständig.

Schon kurz vor dem russischen Überfall auf die Ukraine hatten die USA Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG verhängt und alle Geschäfte mit dem Unternehmen mit Sitz in der Schweiz unmöglich gemacht. Erst kürzlich konnte ein drohender Konkurs erneut abgewendet werden. Das zuständige Gericht verlängerte eine provisorische Nachlassstundung bis zum 10. Januar 2023. Bis mindestens Januar können Gläubiger damit kein Geld eintreiben. Ein vom Gericht eingesetzter Sachwalter kann prüfen, ob eine Sanierung oder Verständigung mit den Gläubigern Aussicht auf Erfolg hat. Wenn das nicht der Fall ist, muss nach Schweizer Recht ein Konkursverfahren eröffnet werden./ssc/DP/nas

DEN HAAG (dpa-AFX) - Trotz der Energiekrise werden die Niederlande wie geplant die eigene Gasproduktion weiter drosseln. Die elf Förderstellen in der nordöstlichen Provinz Groningen werden ab Oktober nur noch 2,8 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich produzieren, kündigte der für die Gasförderung zuständige Staatssekretär Hans Vijlbrief am Montag in Den Haag an. Das ist die Mindestmenge, um die Systeme am Laufen zu halten. Im vergangenen Gasjahr (von Oktober bis Oktober) waren 4,5 Milliarden Kubikmeter gefördert worden.

Wegen großer Schäden durch Erdbeben in der Region nahe der deutschen Grenze hatte die Regierung zuvor beschlossen, die Gas-Produktion zu stoppen. Doch wegen der Energiekrise und des Lieferstopps aus Russland war dies für ein Jahr ausgesetzt worden. Allerdings soll die Produktion nur in Notfällen bei großen Versorgungsengpässen wieder angekurbelt werden. Die Gefahr für Bürger sei zu groß, sagte der Staatssekretär im Radio.

Zahlreiche kleinere Erdbeben hatten in den vergangenen Jahren Gebäude in der Region stark beschädigt oder zerstört. Noch immer müssen nach Angaben der Regierung 13 000 Gebäude extra verstärkt werden, um einen Einsturz zu verhindern./ab/DP/nas

(neu: Details)

ROM (dpa-AFX) - Italien driftet so weit nach rechts wie nie zuvor in der Nachkriegszeit. Nach einem klaren Wahlsieg können die rechtsradikalen Fratelli d'Italia von Giorgia Meloni die Regierung in Rom übernehmen. Die nationalistische, EU-kritische und migrantenfeindliche Populistin sieht in dem Erfolg ein deutliches Mandat. Sie will die Italiener in Europa wieder in den Vordergrund rücken. "Jetzt wird es unsere Aufgabe sein, sie nicht zu enttäuschen und unser Möglichstes zu tun, um der Nation ihre Würde und ihren Stolz zurückzugeben", schrieb Meloni am Montag auf Twitter. Auf weitere Stellungnahmen oder gar eine Pressekonferenz verzichtete sie am Tag nach ihrem Triumph.

Erstmals in der Geschichte des Landes könnte eine Frau in den Regierungspalast einziehen - es wird erwartet, dass sich Meloni mit der rechtspopulistischen Lega und der konservativen Forza Italia auf eine Koalition einigt. Die drei Parteien sind verbündet. Als starke Allianz profitierten sie vom italienischen Wahlrecht. Nach Auszählung nahezu aller Wahlkreise standen sie bei rund 44 Prozent der Stimmen; das reichte für die absolute Mehrheit im Parlament.

Das zerstrittene Mitte-Links-Lager konnte dem wenig entgegensetzen. Außerdem dürfte eine immer eklatantere Politikverdrossenheit der Italiener den Rechten geholfen haben. Nur 63,9 Prozent und damit weniger als zwei Drittel der Wahlberechtigten gingen überhaupt an die Urnen - das ist der mit Abstand schlechteste Wert der Geschichte.

Meloni sprach am frühen Morgen von einer "Nacht des Stolzes" und einer "Nacht der Erlösung". Die Nationalistin, deren Fratelli eine Nachfolgepartei der von Faschisten und Mussolini-Getreuen gegründeten Bewegung MSI ist und die in ihrem Wappen noch heute eine an den Diktator erinnernde Flamme haben, sagte: "Wir müssen wieder stolz sein, Italiener zu sein." Der Wahlsieg nach einem steilen Aufstieg in den vergangenen Jahren sei "nicht das Ziel, sondern der Anfang".

Sie gilt außenpolitisch als prowestlich sowie als Befürworterin der Nato. Sie betont ihre Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine, was viele auch mit ihrer Verbundenheit zur polnischen Regierungspartei PiS erklären. Bekannt ist Meloni aber auch für ihre Kritik an den EU-Institutionen. In Brüssel will sie die Konditionen des Corona-Wiederaufbaufonds nachverhandeln. Zudem hat sie eine harte Hand gegen Migranten angekündigt, die mit Booten über das Mittelmeer kommen.

Meloni ist gegen progressive Forderungen wie etwa das Recht auf Adoption durch gleichgeschlechtliche Partner. Genderthemen lehnt sie ebenso ab wie eine Frauenquote. Auch das vor allem im armen Süden genutzte Bürgergeld für Arbeitslose will sie stark einschränken. Außerdem versprach die Rechtsallianz Steuersenkungen.

Seit ihrer Jugend ist die heute 45-jährige Meloni politisch aktiv. In ihrer Biografie schreibt sie, sie führe den "Kampf", den sie 1992 im Alter von 15 Jahren begonnen habe, heute weiter. Sie kann den Ton angeben in der Koalition, deren Kräfteverhältnisse sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert haben.

Für Matteo Salvini ist der Ausgang eine herbe Schlappe - auch wenn er am Tag nach der Wahl den Erfolg des Rechtsbündnisses betonte. Nach knapp 18 Prozent bei der Parlamentswahl 2018 und 34 Prozent bei den Europawahlen ein Jahr später rutschte die Lega auf knapp 9 Prozent ab. Die Wähler liefen scharenweise zu Meloni über. Salvini sieht dennoch keinen Grund, die Führung der Partei aufzugeben. Er sei entschlossener denn je, sagte er am Montag in Mailand.

Ganz anders läuft die Aufarbeitung bei den Sozialdemokraten (PD), die auf rund 26 Prozent kamen. Sie erkannten bereits in der Nacht den Sieg des Rechtslagers an und verkündeten, in die Opposition gehen zu wollen. PD-Chef Enrico Letta will sich von der Parteispitze zurückziehen. Es sei die Aufgabe einer neuen Generation, eine starke Opposition zu der "rechtesten Regierung in der italienischen Geschichte" zu formen, wie er sagte. "Der PD wird nicht zulassen, dass Italien aus dem Herz Europas verschwindet."

Letta machte einen Schuldigen dafür aus, dass die Rechten nun am Zug sind: Den Ex-Ministerpräsidenten und Chef der Fünf-Sterne-Bewegung Giuseppe Conte. Die Fünf Sterne entzogen Ministerpräsident Mario Draghi im Sommer das Vertrauen, woraufhin dieser zurücktrat. 2018 noch Überflieger bei der Wahl und an allen drei Regierungen innerhalb der Legislaturperiode beteiligt, stürzten die Sterne nun auf rund 15 Prozent ab. Daran änderte auch eine linkere Ausrichtung nichts.

Stattdessen legen die Italiener die Geschicke des Landes in Melonis Hand, die kaum Regierungserfahrung vorweisen kann. Als Ministerpräsidentin dürfte sie ihrer Maxime "Gott, Vaterland, Familie" folgen - Liberale befürchten unter Meloni Rückschritte für Frauen. Die 45-Jährige weist dies zurück. Das gesetzliche Recht auf Abtreibung etwa wolle sie nicht abschaffen, obwohl das ihre Gegner ständig behaupteten, sagte sie zuletzt immer wieder.

Im Wahlprogramm der Rechts-Allianz stehen zudem Hilfen für Familien und auch für junge Mütter, die wieder in den Beruf zurückkehren wollen. Minderheiten können von einer rechten Regierung unter Meloni keinen zusätzlichen Schutz erwarten. Migranten aus Nordafrika will die Chefin der Fratelli gar nicht erst ins Land lassen. Sie sieht auch keine Not, Homosexuelle stärker vor Diskriminierung zu schützen, wie in ihrer Biografie deutlich wird. Auch sie habe Diskriminierung erfahren, schreibt sie darin, obwohl sie hetero sei. Erniedrigungen wiegen ihrer Ansicht nach immer schwer, egal, wen sie treffen./lkl/DP/nas

LUBMIN/BORNHOLM (dpa-AFX) - Der Druckabfall in der für Gaslieferungen nicht genutzten Ostseepipeline Nord Stream 2 ist nach Angaben der Betreiber Folge eines Gasaustritts südöstlich der dänischen Insel Bornholm. In Zusammenarbeit mit Behörden sei die ausschließliche Wirtschaftszone Dänemarks als Ort eines möglichen Austritts identifiziert worden, teilte die Nord Stream 2 AG am Montagnachmittag mit. Die zuständigen Behörden haben demnach als Vorsichtsmaßnahme eine Sicherheitszone eingerichtet. Die Untersuchungen dauerten an.

Die dänische Schifffahrtsbehörde gab am Montagnachmittag einen entsprechenden Hinweis heraus. Es sei ein Gasleck beobachtet worden. Das Leck sei gefährlich für die Schifffahrt und das Fahren innerhalb eines Bereichs von fünf Seemeilen von der besagten Position verboten. Die dänische Energiebehörde meldete, aus einer der beiden Leitungen von Nord Stream 2 trete Erdgas aus. Es werde nicht davon ausgegangen, dass der Zwischenfall Auswirkungen auf die dänische Gasversorgungssicherheit habe. Auch die Schifffahrtsbehörde im benachbarten Schweden warnte Handelsschiffe in der Ostsee vor dem Leck, wie sie auf dpa-Anfrage mitteilte.

In der Nacht zu Montag war ein starker Druckabfall in einer der beiden Leitungen der fertiggestellten, aber nicht für den Gasimport genutzten Pipeline Nord Stream 2 festgestellt worden. Die Leitung verläuft von Russland durch die Ostsee nach Deutschland. Die zuständigen Marinebehörden in Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland seien sofort informiert worden, hatte die Nord Stream 2 AG mitgeteilt./chh/DP/nas

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Illegal gefangener Fisch landet den obersten EU-Rechnungsprüfern zufolge noch zu häufig auf den Tellern von Bürgerinnen und Bürgern. "Ein Hauptgrund dafür ist die uneinheitliche Anwendung von Kontrollen und Sanktionen durch die EU-Länder", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des Europäischen Rechnungshofs in Luxemburg. Es gebe zwar Kontrollsysteme, die den Weg illegaler Fischereierzeugnisse zum Verbraucher erschweren. Aber in den Kontrollsystemen einiger EU-Staaten gebe es "erhebliche Mängel". Diese führten dazu, dass Bestände überfischt und zu geringe Fangmengen angegeben würden.

Die EU habe sich verpflichtet, illegaler Fischerei bis 2020 ein Ende zu setzen, heißt es in dem Bericht. Dafür seien aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds zwischen 2014 und 2020 insgesamt 580 Millionen Euro bereitgestellt worden. Die EU habe ihr Ziel jedoch verfehlt.

Einen Grund dafür sieht der Rechnungshof darin, dass bei der Nachverfolgung von Fischen noch immer mit Papierformularen gearbeitet werde, was das Betrugsrisiko erhöhe. Die EU-Kommission habe zwar bereits ein passendes IT-System eingeführt. Dies werde jedoch von "keinem einzigen EU-Land genutzt".

Zudem würden die vorgesehenen EU-Regeln für Geldstrafen bei illegaler Fischerei von den EU-Staaten nicht einheitlich angewendet. Die durchschnittliche Geldstrafe liege in Zypern bei rund 200 Euro und in Spanien bei mehr als 7000 Euro. In einigen EU-Ländern seien die Sanktionen im Vergleich zu dem Profit, der mit der illegalen Fischerei erzielt worden sei, nicht abschreckend genug.

Dem Bericht zufolge hat die EU mit rund 79 000 Schiffen eine der weltweit größten Fischereiflotten. Sie setzt damit rund sechs Milliarden Euro im Jahr um. Zu den Marktführern unter den Mitgliedstaaten zählen gemessen am Handelsvolumen Spanien, Dänemark, Frankreich und die Niederlande. EU-Bürgerinnen und -Bürger essen den Prüfern zufolge jedoch mehr Fisch als in der EU gefangen oder gezüchtet werden kann. Um die hohe Nachfrage zu decken, werden demnach 60 Prozent der verbrauchten Menge eingeführt. "Dadurch wird die EU zur weltgrößten Importeurin von Fischereierzeugnissen."/jce/DP/nas

ROUNDUP 2: Ifo-Geschäftsklima verschlechtert sich deutlich

MÜNCHEN - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich angesichts des Ukrainekrieges und der Nachwirkungen der Pandemie deutlich verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im September zum Vormonat um 4,3 Punkte auf 84,3 Zähler, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Montag mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Mai 2020. Experten hatten mit einer Eintrübung gerechnet, allerdings nur auf 87 Punkte. Schon in den Monaten zuvor hatte sich die Stimmung zumeist eingetrübt.

Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten Rezession in Deutschland

BERLIN - Die vier führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen damit, dass die deutsche Wirtschaft schrumpft. In ihrer gemeinsamen Konjunkturprognose erwarten sie für 2023 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent, wie das "Handelsblatt" aus Regierungskreisen erfuhr. Für 2022 prognostizieren sie nur noch ein kleines Wachstum von 1,4 Prozent. Der Deutschen Presse-Agentur wurden die Zahlen am Montag in Institutskreisen bestätigt. Die sogenannte Gemeinschaftsdiagnose wird am Donnerstag vorgelegt.

ROUNDUP: Meloni will Italien 'Würde und Stolz' zurückgeben - Europa zittert

ROM - Nach dem Triumph der radikalen Rechten bei der Wahl in Italien macht sich in Europa Sorge über den künftigen Kurs des Landes breit. Wahlsiegerin Giorgia Meloni von den rechtsradikalen Fratelli d'Italia richtete ihr Wort zunächst ausschließlich an die Italiener, die dem von ihr angeführten Rechtsbündnis eine wichtige Verantwortung anvertraut hätten. "Jetzt wird es unsere Aufgabe sein, sie nicht zu enttäuschen und unser Möglichstes zu tun, um der Nation ihre Würde und ihren Stolz zurückzugeben", schrieb Meloni am Montag auf Twitter. Rechte Verbündete reagierten mit Genugtuung auf den Wahlausgang.

GESAMT-ROUNDUP: Scheinreferenden vor Ende - IAEA dringt auf rasche AKW-Gespräche

MOSKAU/KIEW - Nach dem Ende der Scheinreferenden in den besetzten Gebieten der Ukraine an diesem Dienstag steht ein rascher Anschluss an Russland bevor. Nach Angaben der Organisatoren soll in den besetzten Gebieten in der Ost- und Südukraine eine Mindestbeteiligung von 50 Prozent erreicht worden sein. Es sind Scheinreferenden, weil sie ohne Zustimmung der Ukraine, unter Kriegsrecht und nicht nach demokratischen Prinzipien ablaufen. Außerdem gab es Berichte, wonach Menschen zur Abgabe ihrer Stimme gezwungen worden sind.

Frankreich nimmt Kurs auf Rentenreform - späterer Renteneintritt

PARIS - Frankreichs Regierung drückt beim Streitthema Rentenreform aufs Tempo. Eine Entscheidung über die Konturen und den Weg zu der Reform werde mit Präsident Emmanuel Macron bis Ende dieser Woche getroffen, sagte Premierministerin Élisabeth Borne am Montag dem Sender BFMTV. Ziel sei, dass die Reform im kommenden Sommer in Kraft tritt. Unter anderem geht es um ein Anheben des Renteneintrittsalters von derzeit 62 auf 64 oder 65 Jahre. Dagegen rührt sich in Frankreich Widerstand. Selbst im Regierungslager mahnen Politiker vor einem Durchdrücken der Reform im Eiltempo.

OECD: Deutschlands Wirtschaftsleistung schrumpft 2023

PARIS - Deutschland wird nach Einschätzung der Industriestaaten-Organisation OECD im kommenden Jahr in die Rezession rutschen. Die Wirtschaftsleistung werde voraussichtlich um 0,7 Prozent schrumpfen, teilte die OECD am Montag mit. Deutschland wäre demzufolge eines der am stärksten betroffenen Länder. Für 2022 prognostizierte die Organisation ein Wachstum von 1,2 Prozent. Auch die Inflation dürfte so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr bleiben: Für 2022 erwartet die OECD in Deutschland eine Teuerungsrate von 8,4 Prozent und für 2023 von 7,5 Prozent.

Bundesbank-Präsident: Digitaler Euro wäre wichtige Ergänzung

FRANKFURT - Ein digitaler Euro könnte nach Einschätzung der Bundesbank Risiken und Abhängigkeiten im internationalen Zahlungsverkehr verringern. Ein System basierend auf europäischer Infrastruktur könnte Europa helfen, sich aus einer Abhängigkeit von bestimmten Anbietern zu befreien, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am Montag bei einer Tagung der Notenbank in Frankfurt. "Deshalb plädiere ich auch dafür, dass das Eurosystem den Gestaltungswandel des Geldes aktiv angeht und die Untersuchung von digitalem Zentralbankgeld vorantreibt."

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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