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FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Ende eines ruhigen Börsentages hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch mit etwas Rückenwind aus den USA moderate Gewinne verbucht. Nach einem guten Start gab der Dax seine Gewinne zunächst ab, wurde dann aber am Nachmittag wieder über die Marke von 14 000 Punkten geschoben. Zum Handelsschluss belief sich das Plus beim Stand von 14 007,93 Punkten auf 0,63 Prozent. Noch etwas besser lief es für den MDax , der um 0,74 Prozent auf 29 108,44 Punkte anstieg.

"Selbst wenn der Deutsche Aktienindex den Abwärtstrend der Vorwochen verlässt, bleibt der Spielraum überschaubar", schreiben die Marktbeobachter von Index Radar. Gleiches gelte für den Dow Jones Industrial in den USA. Der Fokus der Marktteilnehmer liege derzeit auf Nachrichten zur Teuerung und zur Geldpolitik. Insofern dürfe das Fed-Protokoll am Abend ebenso wie die US-Konsumausgaben am Freitag auf Interesse stoßen.

"Es fehlen einfach die Impulse, die den Deutschen Aktienindex in irgendeine Richtung und damit weg von der 14 000er Marke bewegen können", sagte Marktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets. Es habe vielmehr den Anschein, als habe es sich der Markt in der Handelsspanne der vergangenen Tage zwischen 13 800 und 14 200 Zählern "bequem gemacht". Das Verhältnis von Bullen und Bären scheine ausgeglichen zu sein. Zudem dürfte wegen des Feiertags am Donnerstag das Handelsvolumen in der zweiten Wochenhälfte weiter ausdünnen.

An der Dax-Spitze setzten sich im späten Handel Delivery Hero fest, die um über sieben Prozent zulegten. Hellofresh und Zalando kletterten um jeweils mehr als vier Prozent nach oben. Die drei Werte erholten sich damit von ihren am Vortag eingefahrenen Verlusten im Zuge eines Ausverkauf von US-Internetwerten.

Zu den besseren Werten gehörten zudem RWE und Eon mit Kursgewinnen von 2,1 beziehungsweise 1,5 Prozent. Sie erholten sich ebenfalls etwas von Verlusten am Tag davor, als ein Pressebericht über eine drohende Sondersteuer auf hohe Gewinne von Stromerzeugern in Großbritannien die Branche stark belastet hatte. Der Versorgersektor war am Mittwoch europaweit der stärkste.

Die Papiere des Windkraftanlegen-Herstellers Nordex rauschten nach der am Vorabend veröffentlichten Gewinnwarnung um 17 Prozent nach unten. Wegen Unsicherheiten infolge des Krieges in der Ukraine und andauernder Lieferkettenprobleme in China blickt der SDax-Konzern vorsichtiger auf den weiteren Jahresverlauf.

Bergab ging es zunächst auch für die deutschen Sportartikel-Hersteller Puma und Adidas . Händler begründeten die Schwäche mit Sorgen um den wichtigen Absatzmarkt China und mit der hohen Inflation, die die Kauflust der Konsumenten dämpfe. Kurz vor Handelsende drehten beide Werte aber wieder ins Plus.

In der zweiten Reihe fielen die Titel von CTS Eventim um weitere gut sechs Prozent. Das französische Investmenthaus Exane BNP rät nun zum Verkauf der Aktien des des Ticketvermarkters. Die Aktien von Aroundtown sanken nach Quartalszahlen um 0,8 Prozent, obwohl Experten die Ergebnisse des Gewerbeimmobilien-Investors als robust bezeichneten.

Europaweit standen die Zeichen nach dem verlustreichen Vortag auf Erholung. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,81 Prozent auf 3677,10 Punkte. Der Pariser Cac 40 und der Londoner FTSE 100 gewannen in ähnlicher Größenordnung. Der New Yorker Dow Jones Industrial stand zum Handelsschluss in Europa leicht höher.

Der zuletzt stark gestiegene Euro gab wieder nach und kostete zuletzt 1,0657 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0656 (Dienstag: 1,0720) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,9384 (0,9328) Euro gekostet.

Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex um 0,19 Prozent auf 136,11 Punkte. Im Gegenzug fiel die Umlaufrendite von 0,87 Prozent am Vortag auf 0,84 Prozent. Der Bund-Future stieg zuletzt um 0,16 Prozent auf 153,86 Punkte./jcf/ajx/he

--- Von Jan Christoph Freybott, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Ende eines ruhigen Börsentages hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch mit etwas Rückenwind aus den USA moderate Gewinne verbucht. Nach einem guten Start gab der Dax seine Gewinne zunächst ab, wurde dann aber am Nachmittag wieder über die Marke von 14 000 Punkten geschoben. Zum Handelsschluss belief sich das Plus beim Stand von 14 007,93 Punkten auf 0,63 Prozent. Noch etwas besser lief es für den MDax , der um 0,74 Prozent auf 29 108,44 Punkte anstieg.

"Selbst wenn der Deutsche Aktienindex den Abwärtstrend der Vorwochen verlässt, bleibt der Spielraum überschaubar", schreiben die Marktbeobachter von Index Radar. Gleiches gelte für den Dow Jones Industrial in den USA. Der Fokus der Marktteilnehmer liege derzeit auf Nachrichten zur Teuerung und zur Geldpolitik. Insofern dürfe das Fed-Protokoll am Abend ebenso wie die US-Konsumausgaben am Freitag auf Interesse stoßen./jcf/ajx/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt hat nach zwei turbulenten Handelstagen zugelegt. Vor der Veröffentlichung des jüngsten US-Notenbankprotokolls hielten sich die Bewegungen am Mittwoch aber in Grenzen.

Der Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0,42 Prozent auf 32 063,30 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,64 Prozent auf 3966,89 Zähler nach oben. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0,79 Prozent auf 11 862,95 Punkte.

Am Montag hatten noch Entspannungssignale im Handelsstreit mit China und ein starker Bankensektor die Kurse angetrieben, doch am Dienstag lösten schlechte Nachrichten aus der Social-Media-Branche einmal mehr einen Kursrutsch bei den Technologiewerten aus. Insgesamt befürchten Anleger weiterhin, dass sich das Wirtschaftswachstum angesichts einer strafferen Geldpolitik zur Bekämpfung der hohen Inflation drastisch verlangsamen könnte. Dabei verschlechtern der Krieg in der Ukraine und die Corona-Lockdowns in China die Aussichten insbesondere für die sehr konjunkturabhängigen Tech-Werte zusätzlich.

Einst die Börsenlieblinge der Anleger, seien diese unverändert "die Belastung der Stunde", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Mit einem Kursrutsch von in der Spitze mehr als 30 Prozent erlebe der Nasdaq 100 gerade seinen größten Ausverkauf seit der Finanzkrise.

Etwas zuversichtlicher äußerte sich Michael Hewson, Markt-Analyst beim Handelshaus CMC Markets UK. Bemerkenswert sei am Vortag gewesen, dass der Nasdaq 100 und auch der S&P 500 trotz allem deutlich über ihren Tagestiefstständen geschlossen hätten.

Beim Fed-Protokoll, dass im Handelsverlauf veröffentlicht wird, will Hewson vor allem auf die Diskussion über die Bilanzverkürzung achten. Die Fed will ihre infolge der Corona-Notprogramme auf rund neun Billionen US-Dollar angeschwollene Bilanz rasch abbauen, um so dem Markt Liquidität zu entziehen.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien der Schnellrestaurant-Kette Wendy's um fast elf Prozent an, denn der Großaktionär Trian Fund Management "prüft eine Transaktion". Das könnte eine Übernahme, ein Zusammenschluss oder eine andere Transaktion bedeuten, hieß es. Trian ist mit etwa 11,8 Prozent an Wendy's beteiligt.

Für Nordstrom ging es nach einem verhaltenen Start um gut elf Prozent hoch. Die Kaufhaus- und Versandhauskette hob ihre Umsatz- und Ergebniserwartung für 2022 an.

Thema an der Börse ist auch das Massaker an einer Grundschule im Bundesstaat Texas. Der US-Präsident forderte Konsequenzen aus den wiederkehrenden Amokläufen mit Schusswaffen. "Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden", sagte Joe Biden. "Wir müssen handeln."

Doch wie so oft bei ähnlich schlimmen Ereignissen ziehen auch diesmal die Kurse der Aktien von Waffenproduzenten an. So stiegen Smith & Wessen Brands und Vista Outdoor um jeweils rund acht Prozent. Börsianer begründen dies damit, dass diejenigen, die nun eine schärfere Gangart der Politik erwarteten, sich noch rechtzeitig mit Waffen eindecken wollten./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt hat nach zwei turbulenten Handelstagen etwas zugelegt. Vor der Veröffentlichung des jüngsten US-Notenbankprotokolls hielten sich die Bewegungen am Mittwoch aber in Grenzen.

Der Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0,15 Prozent auf 31 976,05 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,20 Prozent auf 3949,49 Zähler nach oben. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0,26 Prozent auf 11 800,36 Punkte.

Am Montag hatten noch Entspannungssignale im Handelsstreit mit China und ein starker Bankensektor die Kurse angetrieben, doch am Dienstag lösten schlechte Nachrichten aus der Social-Media-Branche einmal mehr einen Kursrutsch bei den Technologiewerten aus. Insgesamt befürchten Anleger weiterhin, dass sich das Wirtschaftswachstum angesichts einer strafferen Geldpolitik zur Bekämpfung der hohen Inflation drastisch verlangsamen könnte. Dabei verschlechtern der Krieg in der Ukraine und die Corona-Lockdowns in China die Aussichten zusätzlich./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem turbulenten Vortag dürften es für die US-Börsen auch am Mittwoch unruhig bleiben. Zwar mangelt es vor der Veröffentlichung des jüngsten US-Notenbankprotokolls an richtungsweisenden Impulsen, doch die zentralen Themen bleiben dieselben und bieten nach wie vor Rückschlagpotenzial. Denn die Anleger befürchten, dass sich das Wirtschaftswachstum angesichts einer strafferen Geldpolitik drastisch verlangsamen könnte, wobei der Krieg in der Ukraine und die Corona-Lockdowns in China die Aussichten zusätzlich verschlechtern.

Rund eine Stunde vor dem Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,6 Prozent tiefer bei 31 743 Punkten. Tags zuvor hatte der wichtigste Wall-Street-Index kurz vor Handelsschluss noch ins Plus gedreht. Der technologielastige Nasdaq 100 dagegen hatte nach negativen Nachrichten aus der Social-Media-Branche über zwei Prozent schwächer geschlossen. Zum Handelsstart am Mittwoch wird der Nasdaq-Auswahlindex 0,6 Prozent tiefer erwartet auf 11 696 Punkte.

Tech-Aktien, einst die Börsenlieblinge der Anleger, seien unverändert "die Belastung der Stunde", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC-Partners. "Mit einem Drawdown von mehr als 30 Prozent erlebt der Nasdaq 100 gerade seinen größten Sell-off seit der Finanzkrise."

Bemerkenswert sei dennoch am Vortag gewesen, dass der Nasdaq 100 und auch der S&P 500 trotz allem deutlich über ihren Tagestiefstständen geschlossen hätten, konstatierte Michael Hewson, Markt-Analyst bei CMC Markets UK. Beim Fed-Protokoll am Abend wird er vor allem auf die Diskussion über die Bilanzverkürzung achten.

Unter den bedeutenden Einzelwerten dürfte es diesmal am US-Aktienmarkt wohl eher ruhig bleiben. Bevor nachbörslich mit dem Chip- und Grafikkarten-Hersteller Nvidia einer der großen Gewinner der vergangenen Jahre seine Quartalszahlen bekannt gibt, stehen einige kleinere Unternehmen im Blick.

Die Aktien der Schnellrestaurant-Kette Wendy's sprangen vor dem Handelsstart um 8,5 Prozent hoch, denn Großaktionär Trian Fund Management "prüft eine Transaktion". Das könnte eine Übernahme, ein Zusammenschluss oder eine andere Transaktion bedeuten, hieß es dazu in einem Dokument. Trian ist mit etwa 11,8 Prozent an Wendy's beteiligt.

Für Nordstrom ging es vorbörslich um etwas mehr als drei Prozent hoch. Die Kaufhaus- und Versandhauskette hob ihre Umsatz- und Ergebniserwartung für 2022 an. Dagegen büßten die Anteile von Dick's Sporting Goods knapp 15 Prozent ein, nachdem der Sportartikel-Einzelhändler seine Zielspanne für das Jahresergebnis je Aktie kappte./ck/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX) - Kursgewinne im frühen Aktienhandel in Deutschland sind am Mittwochmittag fast schon wieder Makulatur. War der Leitindex Dax in den ersten Handelsminuten noch um ein knappes Prozent gestiegen, trat er zuletzt mit 13 920 Punkten auf der Stelle. "Es fehlen einfach die Impulse, die den Deutschen Aktienindex in irgendeine Richtung und damit weg von der 14 000er Marke bewegen können", sagte Marktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets.

Es habe vielmehr den Anschein, als habe es sich der Markt in der Handelsspanne der vergangenen Tage zwischen 13 800 und 14 200 Zählern "bequem gemacht", ergänzte Molnar. Das Verhältnis von Bullen und Bären scheine ausgeglichen zu sein. Zudem dürfte wegen des bevorstehenden Feiertags das Handelsvolumen in der zweiten Wochenhälfte weiter ausdünnen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen bewegte sich mit 28 894 Punkten ebenfalls kaum von der Stelle. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag moderat im Plus.

Einen Impuls für den deutschen Handel am Himmelfahrtstag könnte am Abend die US-Notenbank Fed geben. Investoren dürften das Protokoll der vergangenen Fed-Sitzung genau zur Kenntnis nehmen, stehen die Zeichen in den USA doch auf kräftig steigende Leitzinsen zur Bekämpfung der Inflation.

An die Dax-Spitze setzten sich RWE und Eon mit Kursgewinnen von 2,2 und 1,3 Prozent. Sie erholten sich etwas von Verlusten am Vortag, als ein Pressebericht über eine drohende Sondersteuer auf hohe Gewinne von Stromerzeugern in Großbritannien die Branche stark belastet hatte.

Größte Verlierer im Leitindex waren Puma mit minus 3,3 Prozent und Adidas mit minus 2,8 Prozent. Händler begründeten die Schwäche mit Sorgen um den wichtigen Absatzmarkt China und mit der hohen Inflation, die die Kauflust der Konsumenten dämpfe.

In der zweiten Reihe fielen CTS Eventim um 7,5 Prozent. Das französische Investmenthaus Exane BNP riet zum Verkauf der Aktien des Ticketvermarkters. Aktien von Aroundtown fielen um 2,2 Prozent nach den Quartalszahlen des Gewerbeimmobilien-Investors.

In der dritten Reihe im SDax sackten Nordex nach einer Gewinnwarnung um 20 Prozent ab. Wegen Unsicherheiten infolge des Krieges in der Ukraine und andauernder Lieferkettenprobleme in China blickt der Windanlagen-Hersteller vorsichtiger auf den weiteren Jahresverlauf.

Auffällig waren bei den Nebenwerten erneut Bavarian Nordic, die nach dem Einbruch am Vortag nun wieder um 15 Prozent nach oben schnellten. Der Impfstoffhersteller meldete einen größeren Auftrag für sein Pockenvakzin, mit dem ein nicht genanntes Land seine Bürger gegen Affenpocken schützen will.

Der zuletzt stark gestiegene Euro gab wieder nach und kostete zuletzt 1,0652 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag noch auf 1,0720 Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex um 0,19 Prozent auf 136,11 Punkte. Im Gegenzug fiel die Umlaufrendite von 0,87 Prozent am Vortag auf 0,84 Prozent. Der Bund-Future stieg am Nachmittag um 0,38 Prozent auf 154,19 Punkte./bek/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Kursgewinne im frühen deutschen Aktienhandel sind am Mittwochmittag fast schon wieder Makulatur. War der Leitindex Dax in den ersten Handelsminuten noch um ein knappes Prozent gestiegen, so lag er zuletzt noch mit 0,23 Prozent im Plus bei 13 952 Punkten. "Es fehlen derzeit einfach die Impulse, die den Deutschen Aktienindex in irgendeine Richtung und damit weg von der 14 000er Marke bewegen können", sagte Marktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets.

Es habe vielmehr den Anschein, als habe es sich der Markt in der Handelsspanne der vergangenen Tage zwischen 13 800 und 14 200 Zählern "bequem gemacht", ergänzte Molnar. Das Verhältnis von Bullen und Bären scheine ausgeglichen zu sein. Zudem dürfte wegen des bevorstehenden Feiertags das Handelsvolumen in der zweiten Wochenhälfte weiter ausdünnen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen trat zuletzt mit 28 900 Punkten quasi auf der Stelle. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,3 Prozent zu.

An die Dax-Spitze setzten sich RWE und Eon mit Kursgewinnen von jeweils rund zwei Prozent. Sie erholten sich etwas von Verlusten am Vortag, als ein Pressebericht über eine drohende Sondersteuer auf hohe Gewinne von Stromerzeugern in Großbritannien die Branche stark belastet hatte.

In der zweiten Reihe fielen CTS Eventim um mehr als sieben Prozent. Das französische Investmenthaus Exane BNP riet zum Verkauf der Aktien des Ticketvermarkters und Event-Veranstalters. Aktien von Aroundtown fielen um ein Prozent nach den Quartalszahlen des Investors in Gewerbeimmobilien.

In der dritten Reihe im SDax sackten Nordex nach einer Gewinnwarnung um mehr als 18 Prozent ab. Wegen Unsicherheiten infolge des Krieges in der Ukraine und andauernder Lieferkettenprobleme in China blickt der Windanlagen-Hersteller vorsichtiger auf den weiteren Jahresverlauf./bek/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt ist am Mittwoch in eine neue Runde gegangen. Nach Gewinnen zum Wochenauftakt und herben Verluste am Vortag legten die Kurse nun wieder zu. Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets schrieb von "zaghaften Käufen".

Der Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 0,7 Prozent auf 14 019 Zähler und setzte somit das Pendeln um die Marke von 14 000 Punkten fort. Der Leitindex klebe regelrecht an dieser runden Marke, ergänzte Stanzl.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,6 Prozent auf 29 052 Punkte aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,8 Prozent zu.

An die Dax-Spitze setzten sich RWE und Eon mit Kursgewinnen von jeweils rund zwei Prozent. Sie erholten sich etwas von Verlusten am Vortag, als ein Pressebericht über eine drohende Sondersteuer auf hohe Gewinne von Stromerzeugern in Großbritannien die Branche stark belastet hatte.

In der zweiten Reihe fielen CTS Eventim um vier Prozent. Das französische Investmenthaus Exane BNP riet zum Verkauf der Aktien des Ticketvermarkters und Event-Veranstalters. Aktien von Aroundtown fielen um ein Prozent nach den Quartalszahlen des Investors in Gewerbeimmobilien.

In der dritten Reihe im SDax sackten Nordex nach einer Gewinnwarnung um mehr als zehn Prozent ab. Wegen Unsicherheiten infolge des Krieges in der Ukraine und andauernder Lieferkettenprobleme in China blickt der Windanlagen-Hersteller vorsichtiger auf den weiteren Jahresverlauf./bek/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt ist am Mittwoch in eine neue Runde gegangen. Nach Gewinnen zum Wochenauftakt und herben Verluste am Vortag legten die Kurse nun wieder zu. Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets schrieb von "zaghaften Käufen".

Der Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 0,7 Prozent auf 14 016 Zähler und setzte somit das Pendeln um die Marke von 14 000 Punkten fort. Der Leitindex klebe regelrecht an dieser runden Marke, ergänzte Stanzl.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,6 Prozent auf 29 070 Punkte aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,7 Prozent zu./bek/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt dürfte am Mittwoch weitergehen. Nach Gewinnen zum Wochenauftakt und herben Verluste am Vortag stehen die Signale nun wieder auf steigende Kurse. Der Dax setzt also das Pendeln um die 14 000er Marke fort. Knapp eine Stunde vor dem Xetra-Start stand der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex knapp ein Prozent höher bei 14 048 Punkten. Der EuroStoxx 50 dürfte ebenfalls zulegen.

Der am Montag schon geknackt geglaubte Abwärtstrend des Dax seit Anfang Januar verläuft laut Chartexperten aktuell bei 14 090 Punkten. "Die Trendlinie ist einfach nicht zu brechen", schrieb der selbständige Analyst Christoph Geyer. Es komme nicht allzu häufig vor, dass eine Trendlinie so oft getestet und immer wieder als Widerstand anerkannt werde wie in diesem Fall.

Kursbewegende Nachrichten sind Mangelware. Unter den Nebenwerten dürften Nordex unter Druck geraten. Unsicherheiten infolge des Ukraine-Krieges und andauernde Lieferkettenprobleme in China zwingen den Windanlagen-Hersteller zur Korrektur seiner Jahresziele. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate brachen Nordex um elf Prozent ein.

Einige Titel handeln mit Dividendenabschlag, wie etwa Hugo Boss und König & Bauer ./bek/jha/

KIEL (dpa-AFX) - Betont optimistisch haben CDU und Grüne in Schleswig-Holstein ihre Verhandlungen über ein gemeinsames Regierungsbündnis begonnen. "Wir haben den Ehrgeiz, im Koalitionsvertrag sehr konkret zu beschreiben, was wir in den nächsten fünf Jahren vor uns haben", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch in Kiel. Man freue sich darauf, in den nächsten Wochen etwas Großes zusammenzubringen.

Die Parteien hatten am Dienstag ihre Sondierungen abgeschlossen. Danach hatten ein Parteitag der Grünen und der CDU-Landesvorstand für die Aufnahme von Verhandlungen gestimmt.

Die Grünen-Spitze gab sich ebenfalls zuversichtlich. "Ich gehe mit einem guten Gefühl jetzt rein, weil wir gut vorbereitet sind", sagte Finanzministerin und Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold. Ihre Co-Spitzenkandidatin Aminata Touré betonte, man sei guter Dinge und gehe "mit einem total krassen Respekt" in die Verhandlungen.

Als Grundlage dient ein in den Sondierungen ausgearbeitetes Eckpunktepapier. Als Themenblöcke werden darin unter anderem Sicherheit, Wirtschaft, Gesundheit, Mobilität sowie Kitas und Schulen aufgeführt. Die Parteien peilen ehrgeizigere Klimaschutzziele und einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien an. Schleswig-Holstein solle so zum ersten klimaneutralen Industrieland werden, hieß es.

Bei welchen Themen die Verhandlungen schwierig werden könnten, war zunächst nicht klar. Innere Sicherheit, Landwirtschaft und Verkehr gelten unter Beobachtern als mögliche Knackpunkte. Günther gab sich bedeckt: Wo mögliche Schwierigkeiten liegen, könne man noch gar nicht sagen. "Ich glaube, es wäre jetzt zu früh, darüber zu spekulieren."

Der 48-Jährige hatte bereits nach Ende der Sondierungsgespräche das Ziel ausgegeben, innerhalb weniger Wochen eine Regierung zu bilden. Nun gibt es einen Fahrplan: Beide Parteien entsenden je fünf Verhandler in zehn Arbeitsgruppen. Die Delegationen wollen sich zudem einmal wöchentlich in großer Runde treffen. Das Ende der Gespräche peilen sie für den 22. Juni an. Sollten die Parteitage von CDU und Grünen den Koalitionsvertrag absegnen, soll dieser am 28. Juni unterzeichnet werden. Einen Tag später stünde dann die Wahl des Ministerpräsidenten im Kieler Landtag an.

Bei der Landtagswahl am 8. Mai hatte die CDU die absolute Mehrheit im Landtag nur um einen Sitz verfehlt. Auf eine von Günther angestrebte Fortsetzung der seit 2017 regierenden Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP konnten sich Grüne und FDP nicht einigen. Für eine Regierungsbildung wird nur einer der beiden Partner gebraucht. CDU und Grüne haben eine Zweidrittelmehrheit im Landtag./jwe/DP/ngu

(Am Ende des zweiten Absatzes wurde ein Punkt ergänzt. Im dritten Satz des zweiten Absatzes wurde ein Wort geändert.)

WOLFSBURG/LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Volkswagen -Konzern darf eigenen Angaben zufolge zusammen mit Attestor Limited und Pon Holdings nach Freigabe durch die EU-Kommission den französischen Autovermieter Europcar übernehmen. Damit sei die letzte Bedingung für das Übernahmeangebot erfüllt worden, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Bereits im November hatte die französische Finanzmarktaufsicht AMF grünes Licht für eine Übernahme durch Green Mobility Holding gegeben.

Diese will mehr als 90 Prozent der Europcar-Aktien erwerben. Bereits bei der Übernahme-Ankündigung hatte die Holding nach eigenen Angaben Zusagen zur Annahme eines entsprechenden Angebotes von Europcar-Aktionären erhalten. Diese machten 68 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien aus. Sollte Green Mobility mit der Übernahme erfolgreich sein und das Ziel von mehr als 90 Prozent der Aktien schaffen, soll der Angebotspreis von 50 auf 51 Cent pro Aktie steigen. Die Annahmefrist für das Angebot endet am 10. Juni.

Früheren Angaben zufolge wollen die Wolfsburger Europcar vom reinen Autovermieter zum Service-Netzwerk für die eigenen Angebote umbauen. Dabei solle ein Dienstleistungsangebot rund ums Auto entstehen./ngu/he

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Mittwoch etwas zugelegt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 113,86 US-Dollar. Das waren 29 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 28 Cent auf 110,00 Dollar.

Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank begründete den Anstieg der Ölpreise mit Überlegungen der US-Regierung, die auf einen Exportstopp für Ölprodukte abzielen. Dies würde das Angebot in den USA erhöhen und die Preise an amerikanischen Tankstellen unter Druck setzen, dem Weltmarkt aber gleichzeitig einen Teil der gehandelten Ölprodukte entziehen. Die Folge eines amerikanischen Exportstopps wäre ein geringeres Angebot von Benzin und Diesel auf dem Weltmarkt.

Im Handelsverlauf gaben die Ölpreise noch deutlichere Gewinne teilweise wieder ab. Die US-Lagerbestände an Rohöl sind in der vergangenen Woche weniger als erwartet gesunken. Die Vorräte gingen im Vergleich zur Vorwoche laut Energieministerium um 1,0 Millionen Barrel auf 419,8 Millionen Barrel zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Rückgang um 2,1 Millionen Barrel gerechnet.

Die Ölpreise bewegen sich seit einiger Zeit auf hohem Niveau von meist mehr als 100 Dollar. Angetrieben werden sie von einem deutlich verminderten Angebot aus Russland infolge scharfer westlicher Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs. Belastung geht von der strengen Corona-Politik Chinas aus, die die Wirtschaft des Landes und den Welthandel ausbremst./jsl/he

LONDON/WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der Automobilkonzern Volkswagen hat nach einer britischen Massenklage im Dieselskandal einen Vergleich in Höhe von rund 227 Millionen Euro (193 Mio Pfund) geschlossen. Geklagt hatten mehr als 90 000 Besitzer von Diesel-Fahrzeugen der Volkswagen-Marken VW, Audi, Seat und Skoda wegen manipulierter Emissionsdaten. Das Verfahren, das im Januar 2023 am Londoner High Court verhandelt werden sollte, gilt als größte je vor einem englischen Gericht vorgebrachte Sammelklage.

Im Rahmen des Vergleichs seien keinerlei Eingeständnisse von Haftung, Kostenverursachung oder Verlust gemacht worden, betonte der Konzern in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Klägerseite am Mittwoch. Zugleich entschuldigte sich VW aber bei seinen Kunden für den Einbau der Manipulationssoftware und erklärte, deren Vertrauen zurückgewinnen zu wollen. "Der Vergleich ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Volkswagen Group, um die zutiefst bedauerlichen Vorfälle bis zum September 2015 hinter sich zu lassen", sagte VW-Chefjurist Philip Haarmann der Mitteilung zufolge.

Der Geschäftsführer der Anwaltsfirma Slater and Gordon, die etwa 70 000 Kläger vertrat, zeigte sich "immens stolz" auf das Ergebnis. "Der Vergleich macht einen langen, komplexen und teuren Gerichtsprozess überflüssig, und wir sind erfreut, dass wir diese Einigung für unsere Klienten als Ergebnis der Sammelklage erreicht haben."

Eine sogenannte Abschalteinrichtung hatte bei dem in Millionen Autos verbauten Dieselmotor EA189 erkannt, ob der Wagen in einer Testsituation war. Nur dann war die Stickoxid-Reinigung ganz aktiviert, während auf der Straße ein Vielfaches an Schadstoffen in die Luft geblasen wurde./cmy/DP/stw

MOSKAU (dpa-AFX) - Russland pocht angesichts der von seinem Krieg gegen die Ukraine verursachten Nahrungsmittel-Krise weiter auf eine Lockerung westlicher Sanktionen - zeigt sich aber gesprächsbereit. Vize-Außenminister Andrej Rudenko forderte am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge eine Aufhebung der Strafmaßnahmen, die gegen Russlands Exportbranche sowie gegen den Finanzsektor verhängt wurden. Zudem müsse die Ukraine alle Häfen entminen, forderte er. Russland sei dann bereit, eine "humanitäre Durchfahrt" zu sichern.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba wies die Forderungen Russlands als "Erpressung" zurück. "Ja, wir fühlen mit allen in der Welt, die von den massiven Folgen der russischen Blockade betroffen sind", sagte er in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum. Zugleich rief er jeden Politiker dazu auf, sich nicht auf eine Aufhebung der Sanktionen einzulassen. "Ehe er über ein Ende der Sanktionen spricht, um Kinder vor dem Hunger zu retten, kommt er lieber mal in die Ukraine, um die toten Kinder zu sehen, mit den Eltern zu reden, deren Kinder von russischen Soldaten misshandelt wurden - und schweigt dann."

Die internationale Gemeinschaft fordert seit Wochen von Russland, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen. Die Ukraine beklagt, dass durch die russische Kriegsmarine ihre Häfen im Schwarzen Meer blockiert sind. Beide Länder gehören zu den größten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit in der Welt. Die Ukraine hatte schwere Waffen vom Westen gefordert auch mit der Begründung, dass damit der Weg für die Schiffe zum Getreideexport freigeschossen werden könne.

Drei Monate nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland sagte Rudenko zudem: "Wir sind immer bereit zum Dialog mit allen, die nach Frieden und nach einer friedlichen Lösung aller Probleme streben." Er wies den Vorwurf zurück, Russland klaue ukrainisches Getreide: "Wir stehlen niemandem etwas."

Russland hatte am Mittwoch zugleich das Ende der Minenräumung im Hafen von Mariupol verkündet. Der Hafen der inzwischen von Russland kontrollierten Stadt könne damit wieder seine Arbeit aufnehmen. Für die internationalen Schiffe, die dort seit Beginn der Kampfhandlungen festlagen, werde am Mittwoch ein Korridor für die sichere Ausfahrt organisiert, hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt./haw/DP/ngu

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung geht nach eigenen Angaben gegen ein Netzwerk von Ölschmugglern mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden und zu russischen Regierungsvertretern vor. Das US-Finanzministerium teilte am Mittwoch mit, mehrere Firmen und Personen seien auf die Sanktionsliste gesetzt worden. Das Netz werde von einem aktiven und einem früheren Mitglied der Revolutionsgarden (IRGC) geleitet und von Regierungsvertretern sowie staatlichen Firmen aus Russland unterstützt. Es sei am Verkauf von iranischem Öl für die Revolutionsgarden und die schiitische Hisbollah beteiligt gewesen. Die USA haben harte Sanktionen gegen den Iran verhängt, die sich unter anderem gegen den wichtigen Ölsektor richten.

US-Außenminister Antony Blinken teilte am Mittwoch mit, Washington strebe weiter eine Rückkehr zum Atomabkommen mit der Regierung in Teheran an. Dennoch werde die US-Regierung die Sanktionen gegen den Ölhandel des Irans strikt durchsetzen. Die USA würden nicht zögern, diejenigen ins Visier zu nehmen, die die Revolutionsgarden oder die Hisbollah entscheidend unterstützten und ihnen den Zugang zum internationalen Finanzsystem ermöglichten. Blinken warnte: "Jeder, der Öl aus dem Iran kauft, muss mit Sanktionen der USA rechnen."

Die jüngsten Sanktionen bedeuten für die Betroffenen, dass etwaiger Besitz in den USA eingefroren wird. US-Staatsbürgern sind Geschäfte mit ihnen untersagt. In den USA stehen die IRGC und die Hisbollah auf der Liste ausländischer Terrororganisationen. Verhandlungen über eine Rückkehr zum Wiener Atomabkommen mit dem Iran von 2015 zwischen dem Iran und den fünf Vertragspartnern - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA - sind festgefahren./cy/DP/stw

ROSTOCK/HAMBURG (dpa-AFX) - Wenige Wochen vor der für Ende Juni angekündigten Schließung der Rotorblatt-Fertigung in Rostock hat das Management des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex mit dem Betriebsrat eine Einigung erzielt. Nach Angaben vom Mittwoch erhalten die rund 500 betroffenen Beschäftigten neben einer Abfindung und einer Einmalzahlung auch die Möglichkeit des Eintritts in eine Transfergesellschaft. Dort bekämen sie Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Zuvor hatte die Führung den Mitarbeitern in einer Betriebsversammlung von dem Verhandlungsergebnis berichtet.

Zudem stocke Nordex für einen Zeitraum von fünf bis zwölf Monaten das Transferkurzarbeitergeld auf 90 Prozent des Nettogehalts auf, hieß es. Allen Auszubildenden in der Rotorblatt-Fertigung werde ermöglicht, ihre Ausbildung entweder bei einem Kooperationspartner in der Region oder an einem anderen Nordex-Standort fortzuführen.

Personalchef Constantin Baltzer sagte, dass die Einstellung der Produktion in Rostock ein schmerzhafter Schritt sei. Dies sei eine Folge des globalen Kostendrucks in einem seit Jahren herausfordernden Markt- und Wettbewerbsumfeld für die Windenergiebranche.

"Es ist ganz, ganz bitter zu sehen, dass Nordex die Schließung des Werkes trotz aller Widerstände und Proteste auch aus der Bundesregierung durchzieht", sagte IG-Metall-Sprecher Heiko Messerschmidt. Dies mit dem globalen Kostendruck zu begründen, ist absurd. Immerhin sei es dem Betriebsrat mit Unterstützung der IG Metall gelungen, akzeptable Bedingungen für die von der Schließung betroffenen Beschäftigten durchzusetzen.

"Die Situation ist bedauerlich. Sie trifft den Industriestandort Mecklenburg-Vorpommern", sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). "Das Unternehmen war nicht umzustimmen, obwohl die Energiewende bundesweit Fahrt aufnimmt." Es gebe somit kaum noch Produzenten von Windkraftanlagen in Deutschland. "Wir begleiten Gespräche weiter, wenn es um potenzielle Interessenten für den Standort geht."

In der vergangenen Woche hatte Meyer klargemacht, dass die Transfergesellschaft allein von Nordex zu tragen sei. Anders als bei den MV-Werften verlagere Nordex ein intaktes Unternehmen ins Ausland.

Nordex hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass wegen Unsicherheiten infolge des Ukraine-Krieges und der andauernden Lieferketten-Probleme in China in diesem Jahr nur noch im besten Fall operativ schwarze Zahlen zu erreichen seien. Eher rechnet das Unternehmen mit einem operativen Verlust. "Wir müssen davon ausgehen, dass uns einige dieser Effekte bis in das kommende Jahr begleiten werden", teilte das Unternehmen von Konzernchef José Luis Blanco am Dienstagabend überraschend nach Börsenschluss in Hamburg mit.

An der Börse verschreckten die Nachrichten die Anleger: Die Nordex-Papiere fielen am Mittwoch im Nebenwerteindex SDax auf das tiefste Niveau seit August 2020. Neben der gekappten Prognose belasteten auch negative Analysten-Stimmen./mgl/DP/stw

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Mittwoch gestiegen. Beobachter verwiesen auf Äußerungen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB). Bis zum Nachmittag stieg der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,23 Prozent auf 154,97 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 0,95 Prozent.

Äußerungen von EZB-Vertretern deuten darauf hin, dass Forderungen nach einem großen Zinsschritt zum Einstieg in die absehbare geldpolitische Wende derzeit wohl keine Mehrheit im EZB-Rat findet. EZB-Direktor Fabio Panetta sprach sich am Mittwoch für eine graduelle Straffung der Geldpolitik aus. Finnlands Notenbankchef Olli Rehn plädierte für einen kleinen Zinsschritt zum Straffungsstart. Die Renditen am Kapitalmarkt gingen daraufhin etwas zurück

Hintergrund der Bemerkungen ist eine Debatte über den richtigen Kurs gegen die hohe Inflation. Am Montag hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine erste Zinsanhebung im Juli und ein Ende der Negativzinsen für Spätsommer signalisiert. Das impliziert einen eher vorsichtigen Einstieg in die Straffungsphase. Einzelne Notenbanker hatten dagegen einen entschiedeneren Einstieg gefordert oder zumindest nicht ausschließen wollen.

Die im April schwächer als erwartet gestiegenen Aufträge für langlebige Güter bewegten nicht. "Zwar scheint der Schwung nachzulassen und die globalen Wachstumsperspektiven trüben sich wegen des Ukrainekrieges und der gestörten Lieferketten ein, Hinweise auf eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik sind bislang aber nur vereinzelt zu sehen", schreiben Experten der Helaba. Die US-Notenbank werde sich durch die Zahlen wohl nicht von ihrem Kurs abbringen lassen, die Leitzinsen weiter zu erhöhen.

Am Abend veröffentlicht die US-Zentralbank Fed ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. Analysten und Anleger werden die Veröffentlichung auf Hinweise zur künftigen Linie abklopfen. Von der Fed werden in diesem Jahr weitere deutliche Zinsanhebungen erwartet, um die hohe Teuerung einzudämmen./jsl/he

WOLFSBURG/LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Volkswagen -Konzern darf eigenen Angaben zufolge zusammen mit Attestor Limited und Pon Holdings nach Freigabe durch die EU-Kommission den französischen Autovermieter Europcar übernehmen. Damit sei die letzte Bedingung für das Übernahmeangebot erfüllt worden, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Bereits im November hatte die französische Finanzmarktaufsicht AMF grünes Licht für eine Übernahme durch Green Mobility Holding gegeben.

Diese will mehr als 90 Prozent der Europcar-Aktien erwerben. Bereits bei der Übernahme-Ankündigung hatte die Holding nach eigenen Angaben Zusagen zur Annahme eines entsprechenden Angebotes von Europcar-Aktionären erhalten. Diese machten 68 Prozent der im Umlauf befindenden Aktien aus. Sollte Green Mobility mit der Übernahme erfolgreich sein und das Ziel von mehr als 90 Prozent der Aktien schaffen, soll der Angebotspreis von 50 auf 51 Cent pro Aktie steigen. Die Annahmefrist für das Angebot endet am 10. Juni,

Früheren Angaben zufolge wollen die Wolfsburger Europcar vom reinen Autovermieter zum Service-Netzwerk für die eigenen Angebote umbauen. Dabei solle ein Dienstleistungsangebot rund ums Auto entstehen./ngu/he

BERLIN (dpa-AFX) - Das 9-Euro-Ticket soll voraussichtlich ab dem 30. Mai auch über eine App des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erhältlich sein. Damit stünde Interessierten neben Kundenzentren, Fahrkartenautomaten und Internetseiten der jeweiligen Verkehrsunternehmen ein weiterer Verkaufskanal zur Verfügung. Die App soll ab Montag über alle gängigen Plattformen zum Download zur Verfügung stehen, heißt es auf einer Informationsseite des VDV zum Sonderticket.

Mit dem 9-Euro-Monatsticket können Fahrgäste jeweils im Juni, Juli und August mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch ganz Deutschland fahren. Die Deutsche Bahn und zahlreiche Verkehrsverbünde haben bereits Anfang dieser Woche mit dem Verkauf begonnen. Die Nachfrage ist groß. Allein über die digitalen Kanäle der Bahn wurden zwischen Montag und Dienstag laut Konzern mehr als eine Million der Monatsfahrkarten verkauft./maa/DP/stw

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Papiere der Shop Apotheke haben am Mittwoch mit plus 3 Prozent zu den besten Nebenwerten am deutschen Markt gehört. Aktien des Konkurrenten Zur Rose legten ebenfalls zu. Beide Online-Apotheken stehen vor allem mit der bevorstehenden bundesweiten Einführung des E-Rezepts im Fokus, die sich immer wieder verzögert hat.

Berenberg-Analyst Gerhard Orgonas kam nun mit positiven Signalen aus einer US-Investorenkonferenz, an der auch der Vorstandschef und der Finanzchef der Shop Apotheke teilgenommen haben. Die meisten der von der Nationalen Agentur für Digitale Medizin (Gematik) festgelegten Kriterien für die mögliche Einführung des E-Rezepts seien inzwischen erfüllt, hieß es. Obendrein seien 20 000 der für den Probelauf insgesamt angepeilten 30 000 E-Rezepte verarbeitet worden, und die Gematik könnte noch vor Erreichen des Ziels einen Zeitplan ausgeben. Die nächste Gematik-Sitzung Ende Mai könnte hier für klarere Verhältnisse sorgen./ag/mis

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(Technische Wiederholung)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach gesenkten Jahreszielen drohen den Aktien von Nordex am Mittwoch neue Tiefstände. Auf Tradegate sackte der Kurs am Morgen um bis zu mehr als zwölf Prozent auf 11,01 Euro ab im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag. Zuletzt betrug der Verlust mit 11,30 Euro noch zehn Prozent. Papiere des dänischen Wettbewerbers Vestas Wind Wind verloren auf Tradegate knapp zwei Prozent.

Wegen Unsicherheiten infolge des Krieges in der Ukraine und andauernder Lieferkettenprobleme in China kann der Windanlagen-Hersteller Nordex 2022 nach eigenen Angaben vom Dienstagabend nur noch im besten Fall schwarze Zahlen erreichen. Der Angriffskrieg Russlands dürfte dem Unternehmen einen Umsatzverlust von rund 200 Millionen Euro einbrocken. Ferner sei mit weiteren Abschreibungen zu rechnen.

Die Investmentbank Oddo BHF senkte Nordex von "Outperform" auf "Neutral" und kürzte das Kursziel von 18,50 auf 13,00 Euro. Es gebe viele Gründe für die Prognosekürzungen, die allerdings hauptsächlich nicht-wiederkehrend seien, schrieb Analyst Anis Zgaya. 2022 werde jedoch zu einem viel schwierigeren Jahr als befürchtet. Er rechnet mit größeren Kursschwankungen, solange sich die Lage in der Ukraine und in China nicht bessert und geht nun vorsichtiger an die Aktie heran.

Analyst Constantin Hesse von der US-Bank Jefferies vermutete am Vorabend in einer ersten Reaktion, dass der enttäuschende Ausblick zumindest in Teilen am Markt bereits eingepreist sei. Er rechnete gleichwohl mit Kursverlusten der Aktie.

Nordex senkte die Prognose für die operative Marge (Ebitda) auf minus 4 bis maximal null Prozent. Dem steht laut einem Händler eine Markterwartung von plus 1,9 Prozent gegenüber./bek/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Aktien von Compleo fallen von Tief zu Tief. Am Mittwoch ging es für die Papiere des Ladesäulenherstellers um weitere 6 Prozent auf 23,35 Euro abwärts. Seit dem Rekordhoch von 117 Euro im Sommer vergangenen Jahrs verloren sie damit rund 80 Prozent an Wert. Aktionäre der ersten Stunde, die sich im Oktober 2020 zum Ausgabepreis von 49 Euro engagiert hatten, sehen ihr Investment halbiert.

Analyst Daniel Kukalj von der Privatbank Quirin hatte tags zuvor seine Kaufempfehlung gestrichen und sein Kursziel auf 23 Euro eingestampft. Er zeigte sich nach einem weiteren schwachen Quartal von allen wichtigen Geschäftskennziffern enttäuscht, und macht keine Hoffnung auf schnelle Besserung./ag/mis

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(neu: Kursentwicklung, Analystenstimmen)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vom Klimawandel und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien können die Anleger mit Aktien von Nordex bislang nicht profitieren. Zur Wochenmitte rutschten die Papiere des Herstellers von Windkraftanlagen nach einer Gewinnwarnung auf den tiefsten Stand seit August 2020. Als abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax verloren sie rund 20 Prozent und nahmen Kurs auf die 10-Euro-Marke. Von der Warnung an sich zeigten sich Analysten nicht allzu überrascht, wohl aber vom Ausmaß.

So schrieb Vivek Midha von der US-Bank Citigroup, er habe schon zuvor den Ausblick der Hamburger für zu ehrgeizig und nach entsprechenden Aussagen des dänischen Konkurrenten Vestas eine Senkung für möglich gehalten. Allerdings falle diese deutlich aus. Die Papiere des dänischen Wettbewerbers Vestas notierten am Mittwoch zuletzt kaum verändert. Die Ankündigung von Nordex komme im aktuellen Umfeld nicht völlig unerwartet, dennoch sei sie negativ, hieß es von Ajay Patel von der Investmentbank Goldman Sachs.

Der norddeutsche Konzern senkte die Prognose für die operative Marge (Ebitda-Marge) auf minus vier bis maximal null Prozent. Dem steht laut einem Händler eine Markterwartung von plus 1,9 Prozent gegenüber. Laut dem Goldman-Analysten deutet die neue Margen-Zielspanne im Mittelwert nun auf ein negatives operatives Ergebnis (Ebitda) in Höhe von etwa 109 Millionen Euro, während der Konsens noch bei einem Plus von 153 Millionen stehe.

Wegen Unsicherheiten infolge des Krieges in der Ukraine und andauernder Lieferkettenprobleme in China kann Nordex in diesem Jahr nach eigenen Angaben nur noch im besten Fall schwarze Zahlen erreichen. Der Angriffskrieg Russlands dürfte dem Unternehmen einen Umsatzverlust von rund 200 Millionen Euro einbrocken. Ferner sei mit weiteren Abschreibungen zu rechnen.

Die Investmentbank Oddo BHF senkte für Nordex die Einstufung von "Outperform" auf "Neutral" und kürzte das Kursziel von 18,50 auf 13,00 Euro. Es gebe viele Gründe für die Prognosekürzungen, die allerdings hauptsächlich nicht-wiederkehrend seien, schrieb Analyst Anis Zgaya. 2022 werde jedoch zu einem viel schwierigeren Jahr als befürchtet. Er rechnet mit größeren Kursschwankungen, solange sich die Lage in der Ukraine und in China nicht bessert und geht nun vorsichtiger an die Aktie heran.

Im Nachhinein doch ein gutes Näschen bewies damit William Mackie von Kepler Cheuvreux, der Nordex zur Monatsmitte auf "Reduce" abgestuft hatte. Es folgte zwar zunächst eine kräftige Erholung, nun könnte Mackie aber mit seinem besonders tiefen Kursziel von 7,80 Euro doch Recht behalten. Er hatte auf lange Sicht sogar den Erfolg von Nordex als eigenständiges Unternehmen in Frage gestellt./bek/jha/ajx/ag/mis

LONDON (dpa-AFX) - Die Anleger britischer Supermarktketten sind am Mittwoch mit den Jahreszahlen und dem Ausblick von Marks & Spencer beschäftigt. Während die Papiere des Unternehmens nach sehr schwachem Start und weiteren Schwankungen zuletzt 1,3 Prozent gewannen, schafften es jene des Konkurrenten Tesco immerhin an die Gewinnschwelle. Sainsbury dagegen verblieben belastet von einer Abstufung durch die Credit Suisse mit 1,5 Prozent im Minus.

Laut dem Experten James Anstead von Barclays Research stand bei Marks & Spencer vor allem der Ausblick im Fokus. Der Händler warnte davor, dass die hohen Lebenshaltungskosten und ein vollständiger Ausstieg aus Russland den Einzelhändler in diesem Jahr daran hindern werden, mehr Gewinn zu machen. Das Umsatzwachstum werde sich wohl verlangsamen, hieß es. Obwohl der Ausblick unter den Erwartungen liege, betonte Anstead, dass der Ausblick vielleicht nicht so düster sei wie von einigen am Markt befürchtet.

Titel des Online-Supermarktes Ocado , der in einem Joint Venture mit Marks & Spencer zusammenarbeitet, litten am Mittwoch sogar mit minus 4,3 Prozent unter gekürzten Zielen für das Gemeinschaftsunternehmen. Ocado erwartet für das Retail-Geschäft im Geschäftsjahr nun ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich statt zuvor etwa 10 Prozent./tih/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Oddo BHF hat Nordex nach einer Gewinnwarnung von "Outperform" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 18,50 auf 13,00 Euro gesenkt. Es gebe viele Gründe für die Prognosekürzungen, die allerdings hauptsächlich nicht-wiederkehrend seien, schrieb Analyst Anis Zgaya in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. 2022 werde jedoch zu einem viel schwierigeren Jahr als befürchtet. Er rechnet mit größeren Kursschwankungen, solange sich die Lage in der Ukraine und in China nicht bessert und geht nun vorsichtiger an die Aktie heran./tih/edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 25.05.2022 / 07:37 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 25.05.2022 / 07:48 / MESZ

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FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Deutsche Bank Research hat Siemens Gamesa anlässlich der geplanten Komplettübernahme durch Siemens Energy von "Buy" auf "Hold" abgestuft. Das ehemals 19 Euro lautende Kursziel passte Analyst Gael de-Bray exakt auf den Angebotspreis in Höhe von 18,05 Euro an. Er habe zwar zuvor mit einem höheren Gebot gerechnet, erachte den Preis wegen der aktuellen Probleme bei Gamesa aber als fair, schrieb der Experte in einer am Mittwoch vorliegenden Studie./tih/edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 25.05.2022 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / CET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 25.05.2022 / 06:45 / CET

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat die Aktie des Dialysespezialisten FMC bis Ende Juli auf "Negative Catalyst Watch" gesetzt. Die Einstufung bleibt "Underweight" mit einem Kursziel von 51 Euro wie Analyst David Adlington in einer am Mittwoch vorliegenden Branchenstudie schreibt. Der europäische Medizinsektor sei einem "perfekten Sturm" aus steigenden Anleiherenditen und Kosten bei gleichzeitigen Lieferkettenproblemen ausgesetzt und habe seit Jahresbeginn deutlich stärker als der Markt verloren. Bereiche mit hohen Kostenerstattungen wie die Dialyse könnten steigende Kosten erst mit Verzögerung weitergeben. Bei FMC kämen noch niedrige Margen hinzu. Zudem stünden im Juli ein Urteil des Obersten US-Gerichtshofs in einem Rechtsstreit des Konkurrenten Davita sowie eine Entscheidung zu Kostenerstattungen für die Dialyseanbieter an./gl/edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 24.05.2022 / 21:11 / BST Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 25.05.2022 / 00:20 / BST

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Imperial Brands von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 1750 auf 2150 Pence angehoben. Analyst Richard Felton nannte es in einer am Mittwoch vorliegenden Studie vielversprechend, wenn Anleger in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld auf Tabak-Aktien setzen. Hohe und stabile Margen, eine starke Preismacht, hohe Cashflows und die Dividendenrenditen untermauerten die Attraktivität des Sektors./tih/edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 25.05.2022 / 05:15 / BST Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für Munich Re von 300 auf 305 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Der Rückversicherer profitiere weiterhin von steigenden Zinsen und Rückversicherungssätzen, schrieb Analyst Philip Kett in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Auch wenn die Unternehmensgruppe im zweiten Quartal voraussichtlich Kriegsschäden in Höhe von etwa 400 Millionen Euro melden dürfte, werde dies vom aktuellen Kurs/Gewinn-Verhältnis für 2022 bereits vollständig reflektiert./ck/edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 24.05.2022 / 13:50 / ET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 24.05.2022 / 19:01 / ET

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Unter den Nato-Staaten gibt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur informelle Absprachen zum Verzicht auf die Lieferung bestimmter Waffensysteme an die Ukraine. Wie der dpa am Mittwoch in Bündniskreisen in Brüssel bestätigt wurde, soll dadurch das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation zwischen Nato-Staaten und Russland möglichst gering gehalten werden.

Befürchtet wird so zum Beispiel, dass Russland die Lieferung westlicher Kampfpanzer und Kampfflugzeuge offiziell als Kriegseintritt werten könnte und dann militärische Vergeltungsmaßnahmen ergreift. Waffensysteme dieser Art wurden bislang nicht in die Ukraine geliefert.

In Deutschland hatten zuletzt Aussagen der Parlamentarischen Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Siemtje Möller (SPD), für Diskussionen gesorgt. Sie sagte am Sonntag in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" zu Waffenlieferungen, es sei innerhalb der Nato festgehalten, "dass keine Schützen- oder Kampfpanzer westlichen Modells geliefert werden".

Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (CDU) kritisierte daraufhin am Mittwoch, dass die Bundesregierung eine solche Absprache bei den Beratungen im Bundestag zur Lieferung schwerer Waffen nicht erwähnt habe. "Entweder liegt das an einer skandalösen Unfähigkeit, die gepaart ist mit Schlamperei und Unwissenheit. Oder aber, und das wäre ein veritabler Skandal, der Deutsche Bundestag und die Öffentlichkeit werden mit immer neuen Pseudobegründungen hinter die Fichte geführt, um eine systematische Verzögerungsstrategie zu tarnen", sagte er dem Portal "Focus Online"./aha/DP/stw

BERLIN (dpa-AFX) - Beim Erdgas könnten die sieben großen Industriestaaten einer Greenpeace-Studie zufolge von 2025 an 18 Prozent einsparen. Das entspräche einer Menge, die größer ist als der heutige Gasexport aus Russland, heißt es in dem Papier des Instituts DIW Econ im Auftrag der Umweltorganisation. Darüber berichtete zuerst die "Süddeutsche Zeitung". Das Papier liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Der Erdgasverbrauch der G7-Staaten ließe sich demnach um 264 Milliarden Kubikmeter pro Jahr senken, ohne auf Atomkraft, Biomasse oder Kohle umzusteigen und ohne die Industrieproduktion zu verringern. Funktionieren würde dies laut Studie vielmehr durch den Umstieg von Gasheizungen auf Wärmepumpen bei gleichzeitig beschleunigtem Ausbau von Wind- und Solarenergie und Energiesparen, etwa durch bessere Dämmung oder bessere Fenster in Gebäuden.

Bei industrieller Prozesswärme ginge es um den Umstieg auf große Wärmepumpen und Solarthermie. Die Studie betont auch die Nutzung industrieller Abwärme. "Der Anteil des Energieverbrauchs für Wärmeerzeugung in der EU-Industrie wird auf 70 Prozent geschätzt, und bis zu ein Drittel davon geht als ungenutzte Abwärme verloren", heißt es in dem Papier.

Die für Energie, Klima und Umwelt zuständigen Minister der G7-Staaten treffen sich seit Mittwoch in Berlin. Greenpeace verband die Veröffentlichung der Studie mit dem Appell an die sieben Industriestaaten, sich für eine Initiative zur Senkung des Erdgasverbrauchs zusammenzutun.

Zu vermeiden sei hingegen, vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs Gasimporte aus Russland durch Erdgas aus anderen Regionen zu ersetzen, erklärte Greenpeace-Energieexperte Gerald Neubauer. Dabei bestehe die Gefahr, dass neue Erdgasfelder erschlossen und für Jahrzehnte genutzt würden. "Eine dramatische Verschärfung der Klimakrise wäre die Folge", meinte Neubauer./vsr/DP/ngu

(Aktualisierung: mit Pressekonferenz Johnson)

LONDON (dpa-AFX) - Feiern mit Alkohol bis in den Morgen, Rotweinflecken an der Wand - und Bilder des britischen Premierministers, der Partygästen zuprostet. Der mit Spannung erwartete Untersuchungsbericht zur "Partygate"-Affäre hat der politischen Führung um Regierungschef Boris Johnson schweres Fehlverhalten vorgehalten und deutliche Verstöße gegen die damals geltenden Corona-Regeln offengelegt. Die interne Ermittlerin Sue Gray zitierte Mails und Chatnachrichten, die belegen, dass den Mitarbeitern die Regelbrüche bewusst waren. Johnson betonte im Parlament, er wolle die volle Verantwortung übernehmen - einen Rücktritt schloss er aber aus.

Im Parlament am Mittwoch zeigte sich Johnson unwissend. Ja, er habe kurz bei Treffen vorbeigeschaut, um seinen hart arbeitenden Mitarbeitern Dank und Anerkennung auszusprechen. "Einige dieser Zusammenkünfte dauerten länger als notwendig und waren eindeutig ein Regelbruch", räumte der Premier ein. Doch das habe er gar nicht wissen können, denn er sei schon wieder weg gewesen - oder manchmal auch gar nicht im Haus.

Von den Verstößen sei er "überrascht und enttäuscht" gewesen. "Vieles von dem, was ich im Bericht gelesen habe, war für mich neu", sagte Johnson später vor Journalisten. Vor diesem Hintergrund nehme er seine Aussage zurück, die er vor Monaten im Parlament gemacht hatte, es seien stets alle Regeln befolgt worden. Gelogen aber habe er nie.

Die Vorwürfe, die Gray auf 37 Seiten erhebt, wiegen schwer. Da ist die Rede von schweren Alkoholexzessen, eine Person musste sich übergeben, zwei andere hatten "eine kleine Auseinandersetzung". "Man kann die Menge des Alkohols fast riechen, die bei diesen Partys in der Regierung getrunken wurden, als Partys verboten waren", kommentierte BBC-Korrespondent Chris Mason. Demnach muss den Verantwortlichen klar gewesen sein, dass es sich nicht um zufällig aus dem Ruder gelaufene Arbeitssitzungen handelte. In E-Mails, die Gray veröffentlichte, planten Beamte die Veranstaltungen. Johnsons damaliger Büroleiter Martin Reynolds resümierte in einer Mail: "Wir sind damit offenbar davongekommen."

Die BBC berichtete kurz vor Veröffentlichung des Gray-Berichts unter Berufung auf Augenzeugen, der Premier selbst habe Feiernden Alkohol nachgeschenkt. Regelmäßig sei zu "Wine-time Fridays" geladen worden. Manchmal seien Räume so voll gewesen, dass sich einige bei anderen auf den Schoß setzen mussten. Zu einer Abschiedsfeier habe die damalige Chefin der Ethik-Abteilung eine Karaoke-Anlage mitgebracht.

Für Ermittlerin Gray steht fest, wer die Schuld an diesem Verhalten trägt - die politische Führung sowie die Chefs des Öffentlichen Diensts, des sogenannten Civil Service. "An den Veranstaltungen, die ich untersucht habe, nahmen Führungsfiguren der Regierung teil", schrieb Gray. "Viele dieser Events hätten nicht zugelassen werden dürfen." Mitarbeiter seien davon ausgegangen, dass ihre Teilnahme erlaubt sei, da auch führende Politiker anwesend gewesen seien.

Auch wenn Johnson nicht namentlich als Schuldiger genannt wurde: Für die Opposition ist er das Gesicht der Affäre, schließlich passierten die Ausschweifungen in seinem Amtssitz, während die Menschen im Land weder Verwandte besuchen noch sich von Sterbenden verabschieden konnten. "Der Bericht legt die Fäulnis offen, die sich unter diesem Premierminister in der Downing Street Nummer 10 ausgebreitet hat", sagte Labour-Chef Keir Starmer. Wenn Johnson angesichts dieses "Katalogs der Kriminalität" nicht gehe, müsse seine Partei ihn hinauswerfen, forderte der Oppositionsführer. Ian Blackford, Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei (SNP), rief: "Er hat sich nur aus einem Grund entschuldigt: Weil er ertappt wurde."

Das sehen auch die meisten Briten so: In einer Yougov-Umfrage fordern 59 Prozent Johnsons Rücktritt. Doch der Premier zieht partout keine persönlichen Konsequenzen und verweist darauf, dass die wichtigsten Personen in Downing Street bereits ausgetauscht worden seien. Auch der oberste Regierungsbeamte Simon Case, den viele für die tolerierte Partykultur verantwortlich machen, bleibt im Amt.

Vielmehr wurde am Mittwoch offensichtlich, dass Johnson mit "Partygate" endgültig abschließen will. Von Demut keine Spur, die Vorwürfe spielte er herunter. Es handele sich um einige wenige Verstöße in mehr als 600 Tagen der Pandemie, in einem fünfstöckigen Haus mit mehr als 5300 Quadratmetern Fläche, in dem Hunderte Menschen arbeiten, betonte der Premier. Unterstützung fand er bei Mitgliedern seiner Konservativen Partei. Der frühere Bauminister Robert Jenrick forderte, "eine neue Seite aufzuschlagen".

Auch Johnson betonte, er wolle nun nach vorne blicken, es gebe genügend Baustellen. Dass er als erster amtierender Premier wegen der Teilnahme an einer Lockdown-Party von der Polizei eine Strafe erhielt, dass die Polizei mehr als 120 Strafbescheide an Dutzende seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilte, dass Downing Street damit "die am schwersten bestrafte Straße des Landes" wurde - damit hielt sich der 57-Jährige nicht lange auf. Als einziges Tory-Mitglied forderte Tobias Ellwood, bereits als Johnson-Kritiker bekannt, den Premier noch im Sitzungssaal zum Rücktritt auf.

Spannend wird nun sein, wie die breite Masse der Hinterbänkler reagiert. Sprechen 54 der 359 Tory-Abgeordneten gegen Johnson aus, kommt es zu einem parteiinternen Misstrauensvotum. Doch zunächst wirkte ein solcher Schritt ferner denn je./bvi/DP/stw

BOCHUM (dpa-AFX) - Die Zahl der Minijobber in Deutschland ist im ersten Quartal 2022 auf 6,47 Millionen gesunken. Im gewerblichen Bereich ging sie bis Ende März im Vergleich zum Jahresende 2021 um ein Prozent auf knapp 6,2 Millionen zurück, wie die Minijob-Zentrale am Mittwoch in Bochum berichtete. In den Privathaushalten ging die Zahl noch deutlicher zurück. Ende März waren in diesem Bereich knapp 274 000 Minijobber angemeldet, 3,7 Prozent weniger als drei Monate zuvor.

Die Minijob-Zentrale geht im gewerblichen Bereich von einem saisonal bedingten Rückgang aus. So seien unter anderem die Beschäftigungen aus dem Weihnachtsgeschäft weggefallen, sagte eine Sprecherin. Auch seien die Beschäftigungen etwa aus der Landwirtschaft oder dem Gaststättengewerbe im März noch nicht aktiviert worden. Der Rückgang falle in diesem Jahr allerdings deutlich geringer aus als in den beiden Vorjahren.

Bei dem Rückgang im Bereich Haushalte vermutet die Minijob-Zentrale unter anderem Auswirkungen aus einem veränderten Bedarf aufgrund von häufigerem Home-Office. "Denkbar sind aber auch wirtschaftliche Gründe: Vielleicht können sich momentan nicht mehr so viele Haushalte eine Hilfe finanziell leisten", sagte die Sprecherin weiter.

Mehr als 98 Prozent aller gewerblichen Minijobber üben den Angaben zufolge genau einen Minijob aus. In den Privathaushalten arbeiteten rund 88 Prozent der Beschäftigten in genau einem Minijob.

In einer Sonderauswertung ermittelte die Minijob-Zentrale, in welchen Bundesländern die meisten Minijobberinnen und Minijobber in der Rentenversicherung voll abgesichert sind. Mit fast 27 Prozent gibt es demnach in Berlin die meisten rentenversicherungspflichtigen Minijobber. Es folgen das Saarland, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit jeweils mehr als 21 Prozent. Am geringsten fällt dieser Anteil mit jeweils etwas mehr als 17 Prozent in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern aus.

Grundsätzlich fallen für 450-Euro-Minijobs Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung an. Arbeitgeber müssen immer Beiträge entrichten. Minijobber können sich auf Antrag von der Zahlung ihres Beitrags befreien lassen.

Fast die Hälfte aller Minijobberinnen und Minijobber üben ihre Beschäftigung als Nebenjob aus, erklärte die Minijob-Zentrale. "Sie sind somit ebenfalls in der Rentenversicherung voll abgesichert", sagte der Geschäftsführer der Minijob-Zentrale bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See./tob/DP/he

DAVOS (dpa-AFX) - Der ukrainische Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko hofft auf einen Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der Ukraine. "Ich wünsche mir, dass Olaf Scholz nach Kiew reist und in die Ukraine kommt, um mit eigenen Augen zu sehen", sagte der Bruder des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, dem Fernsehsender RTL/ntv am Mittwoch am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Es müsse dabei kein Besuch des besonders von den Zerstörungen des Krieges betroffenen Umlandes der ukrainischen Hauptstadt sein, so Klitschko. Er wolle "schon nicht mehr, dass er das sieht, was wir gesehen haben in Butscha, Hostomel und Irpin". Kiew sei auch vom Krieg betroffen.

Zudem forderte er, dass die deutschen Waffenlieferungen an die von Russland angegriffene Ukraine umgesetzt werden. "Ich wünsche mir, dass es von lauten Worten auch zu Taten kommen wird. Nach außen wird viel berichtet, viel gesagt, aber praktisch sieht man nicht so viel", kritisierte der 46-Jährige. "Und je mehr Zeit vergeht, desto mehr Menschen verlieren ihr Leben in der Ukraine."

Die Opposition und auch Vertreter der Ukraine haben der Bundesregierung wiederholt Zögerlichkeit bei der Lieferung schwerer Waffen vorgeworfen./ddb/DP/he

(Aktualisierung: Reaktion des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft)

BERLIN (dpa-AFX) - Nach neuen Berichten über die brutale Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China betont die Bundesregierung, dass Deutschland stärker auf Distanz zu dem kommunistischen Regime gehen wird. Die Volksrepublik sei zwar ein großer Handelspartner, es gebe aber "sehr relevante Probleme", auch bei der Einhaltung von Menschenrechten, erklärte Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. "Das wurde jahrelang ausgeblendet. Diese Regierung hat den Umgang mit den China-Fragen aber verändert", betonte der Grünen-Politiker.

Hintergrund sind Medienberichte, die unter Berufung auf ein Datenleck das Ausmaß der Verfolgung und Masseninternierung von Uiguren veranschaulichen. In der Provinz Xinjiang sind nach Angaben von Menschenrechtlern Hunderttausende in Umerziehungslager gesteckt worden.

Habeck erklärte am Dienstagabend, über den brutalen Umgang mit den Uiguren gebe es immer wieder erschütternde Berichte. "Dennoch sind die Informationen, die uns über Internierung, Misshandlung und Zwangsarbeit erreichen, besonders schockierend. Hier muss es international eine klare Antwort und weitere Aufklärung geben."

Zum künftigen deutsch-chinesischen Verhältnis sagte Habeck: "Wir diversifizieren uns stärker und verringern unsere Abhängigkeiten auch von China. Die Wahrung der Menschenrechte hat ein höheres Gewicht."

So werden nach seinen Worten Anträge deutscher Unternehmen auf Bürgschaften des Bundes für Investitionen in China mit Blick auf Umwelt-, Sozial und Menschenrechtsaspekte genau untersucht, um Menschenrechtsverletzungen und Zwangsarbeit auch in der Lieferkette auszuschließen. Auch werde genau geschaut, ob es eine Betroffenheit der Region Xinjiang gibt. "Anträge, die den Anforderungen nicht Rechnung tragen, werden entsprechend abgelehnt." Der Minister fügte an: "Wir prüfen zudem chinesische Übernahmeofferten in Deutschland sehr genau und mit dem nötigen kritischen Blick."

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge pochte auf Konsequenzen für die europäische Handelspolitik. "Menschenrechte dürfen in Handelsbeziehungen nicht an zweiter Stelle stehen." Es brauche jetzt ein Importverbot für Produkte, die aus Zwangsarbeit entstanden seien und ein starkes europäisches Lieferkettengesetz.

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg (Grüne), sagte zur deutschen China-Politik, ein Weiter-so dürfe es nicht geben. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie: "Wir brauchen eine offene Debatte über unsere wirtschaftlichen Abhängigkeiten von Staaten, die eine solch erschreckende Menschenrechtsbilanz aufweisen." Das habe schon der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gezeigt.

Amtsberg forderte die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet auf, ihren Bericht über Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Provinz Xinjiang schnell zu veröffentlichen. Die aktuelle Reise Bachelets nach China sei richtig. "Sie muss aber den Beginn einer Aufklärung der Vorwürfe markieren, gerade weil wir davon ausgehen müssen, dass Bachelet nicht ungehinderten Zugang bekommen wird."

Über die "Xinjiang Police Files" berichtete ein Medienverbund, an dem unter anderen das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", der Bayerische Rundfunk, die britische BBC, "USA Today" und die Zeitung "Le Monde" beteiligt sind. Chinas Führung wies die Berichte als "verleumderisch" zurück.

Chinas Führung wirft Uiguren in der Region Separatismus, Extremismus und Terrorismus vor, während sich die muslimische Minderheit politisch, religiös und kulturell unterdrückt fühlt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 hatten die Kommunisten das ehemalige Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wandte sich in einem Videogespräch mit Bachelet bei deren China-Besuch gegen eine "Politisierung" der Menschenrechte oder "zweierlei Maß" bei deren Betrachtung. "Länder brauchen keine gängelnden Lektoren", sagte er. Unterschiedliche Wege einzelner Länder müssten respektiert werden. "Menschenrechte haben einen historischen, spezifischen und praktischen Kontext."

Der höchste Vertreter der uigurischen Exilorganisation "Weltkongress der Uiguren" kritisierte die Bundesregierung für ihren Umgang mit China. "Ich finde, dass die Bundesregierung längst nicht genug tut. Menschenrechtsverletzungen gibt es vielerorts, hier aber geht es um Genozid", sagte Dolkun Isa dem "Spiegel".

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte eine Debatte über die Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands mit China. Das Datenleck sollte Anlass geben, die wirtschaftliche Abhängigkeit gegenüber China auf die gleiche Weise zu überdenken wie derzeit gegenüber Russland, sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). "Wir haben gegenüber China in strategischen Bereichen unserer Volkswirtschaft Abhängigkeiten, die wir sogar weiter intensivieren", warnte er.

Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, rügte im "Handelsblatt", ein großer Teil der europäischen Industrie basiere auf "sehr billiger Energie aus Russland, auf sehr billiger Arbeitskraft aus China und auf hochsubventionierten Halbleitern aus Taiwan". Europa sei nicht naiv gewesen bei diesen Risiken, sondern gierig.

Auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter forderte, Geschäfte mit China zu hinterfragen. "Überspitzt gesagt fußt deutscher Wohlstand darauf, dass wir in der einen Diktatur, in Russland, billige Rohstoffe einkaufen, dann hier Produkte herstellen - um sie dann der anderen Diktatur, China, zu verkaufen. Das muss aufhören", sagte er dem "Spiegel".

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) warnte vor "generellen Schnellschüssen" als Reaktion. Schon heute litten Unternehmen und Konsumenten unter Lieferengpässen, sagte BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger dem "Handelsblatt". "Dennoch muss das Wohl der Menschen weiter Priorität haben, das ist uns bewusst", sagte er. "Politik und Wirtschaft werden daher nicht umhinkommen, China einer gewissenhaften Prüfung zu unterziehen."/toz/DP/he

ROUNDUP: Debatte um EZB-Straffungstempo wird intensiver

FRANKFURT - Die Debatte über die angemessene Reaktion auf die hohe Inflation im Euroraum nimmt Fahrt auf. Am Mittwoch äußerten sich gleich mehrere hochrangige Zentralbanker zu dem Thema. Dabei zeigt sich, dass im geldpolitischen Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bei weitem keine Einigkeit herrscht. Während einige Währungshüter für ein beherztes Vorgehen eintreten, plädieren andere für einen eher vorsichtigen Ansatz.

USA: Aufträge für langlebige Güter steigen weniger als erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Aufträge für langlebige Güter im April weniger als erwartet gestiegen. Die Bestellungen seien im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent geklettert, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 0,6 Prozent gerechnet. Bei langlebigen Gütern handelt es sich um industriell gefertigte Waren wie Maschinen.

DAVOS/VW-Chef: Neue Blockbildung keine Option - Lieferkette vor Entspannung

DAVOS - Europas größter Autobauer Volkswagen setzt trotz des zunehmend unter Druck geratenen Welthandels weiter auf die Globalisierung. "Wir haben hier diese Diskussion einer neuen Blockbildung", sagte VW-Chef Herbert Diess am Mittwoch am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos vor Journalisten. "Positiv und motivierend für mich war, dass einige führende europäische Vertreter klargemacht haben, dass Europas Interesse in einer offenen Welt liegt." Sowohl VW als weltweiter Autoanbieter als auch Deutschland seien auf Freihandel angewiesen.

ROUNDUP: EU-Kommission will russische Oligarchen einfacher enteignen

BRÜSSEL - Luxusjachten, Villen, Privatjets: Russische Oligarchen sollen nach dem Willen der EU-Kommission enteignet werden können, wenn sie EU-Sanktionen unterlaufen. Dafür schlug die Behörde am Mittwoch vor, das Umgehen von Sanktionen EU-weit als Straftat zu definieren. Zudem sollen Regeln zur Vermögensabschöpfung und Beschlagnahmung verschärft werden. Hinter den Forderungen der Ukraine, Geld des russisches Staats für den Wiederaufbau zu nutzen, dürften die Vorschläge jedoch zurückbleiben.

IAEA wartet noch immer auf Antworten zu Uran-Funden im Iran

DAVOS - Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat über Probleme bei der Aufklärung ungelöster Fragen zum iranischen Atomprogramm berichtet. "Wir sind jetzt an einem sehr kritischen Punkt", sagte Generaldirektor Rafael Grossi am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos.

Prognos-Studie: Deutsche Importe sichern 4,7 Millionen Jobs in der EU

MÜNCHEN - Deutschlands Importe schaffen dem Schweizer Prognos-Institut zufolge in den anderen EU-Staaten pro Jahr rund 290 Milliarden Euro an Wertschöpfung und sichern dort etwa 4,7 Millionen Arbeitsplätze. 61 Prozent dieser Einfuhren würden für die industrielle Produktion in der Bundesrepublik benötigt, teilte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) als Auftraggeber der Studie am Mittwoch mit.

Pflegebeiträge: Lauterbach sagt fristgerechte Umsetzung zu

BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur stärkeren Berücksichtigung von Kindern bei den Beiträgen für die Pflegeversicherung eine Umsetzung bis Juli nächsten Jahres zugesagt. "Diesen Beschluss werden wir in der erklärten Frist umsetzen", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Pflegeversicherung muss aber auch grundsätzlich solider finanziert werden. Auch das werden wir angehen", fügte er hinzu.

Russische Notenbank zieht Zinssitzung vor

MOSKAU - Die russische Zentralbank verlegt ihre nächste Zinssitzung gut zwei Wochen nach vorne. Anstatt am 10. Juni wollen die Währungshüter bereits an diesem Donnerstag tagen, teilte die Zentralbank am Mittwoch in Moskau mit. Beobachter deuteten den Schritt als Hinweis auf eine deutliche Zinssenkung. Der Rubel legte nach der Ankündigung weiter zu und stieg zum US-Dollar auf einen mehrjährigen Höchststand.

ROUNDUP 2/Nach Xinjiang-Berichten: Bundesregierung sucht Distanz zu China

BERLIN - Nach neuen Berichten über die brutale Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China betont die Bundesregierung, dass Deutschland stärker auf Distanz zu dem kommunistischen Regime gehen wird. Die Volksrepublik sei zwar ein großer Handelspartner, es gebe aber "sehr relevante Probleme", auch bei der Einhaltung von Menschenrechten, erklärte Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. "Das wurde jahrelang ausgeblendet. Diese Regierung hat den Umgang mit den China-Fragen aber verändert", betonte der Grünen-Politiker.

EZB: Ukraine-Krieg belastet Finanzstabilität in der Eurozone

FRANKFURT - Der Rahmen für die Finanzstabilität in der Eurozone wird nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) durch den Ukraine-Krieg belastet. Die Invasion Russlands habe zu höheren Energie- und Rohstoffpreisen geführt, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der EZB. Dies stelle eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum und die Inflationsentwicklung dar.

Frankreich: Konsumstimmung trübt sich überraschend weiter ein

PARIS - Die Stimmung der französischen Verbraucher hat sich im Mai erneut verschlechtert. Der entsprechende Indikator sei im Monatsvergleich um einen Punkt auf 86 Zähler gefallen, teilte das Statistikamt Insee am Mittwoch in Paris mit. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten eine Aufhellung der Konsumstimmung erwartet und im Schnitt mit einem Indexwert von 89 Punkten gerechnet.

Deutsche Wirtschaft mit Mini-Wachstum im ersten Quartal

WIESBADEN - Die deutsche Wirtschaft ist mit einem Mini-Wachstum in ein schwieriges Jahr gestartet. Trotz anhaltender Corona-Pandemie und erster Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine legte die Wirtschaftsleistung im ersten Vierteljahr 2022 um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Mittwoch seine erste Schätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal von Ende April.

Deutschland: Talfahrt des GfK-Konsumklimas gebremst

NÜRNBERG - Nach dem Einbruch des Konsumklimas in Deutschland im Zuge des Ukraine-Kriegs ist die Talfahrt im Mai wieder gebremst worden. Erwartungen an Konjunktur und Einkommen sowie die Kauflaune hätten sich stabilisiert, ergab die jüngste Studie des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Zuvor hatte der Krieg in der Ukraine die Kauflaune der Deutschen auf ein Rekordtief geschickt.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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DAVOS/MOSKAU (dpa-AFX) - Mehr als drei Monate nach Kriegsbeginn will Russland besetzte Teile der Ukraine stärker an sich binden. Kremlchef Wladimir Putin unterzeichnete am Mittwoch ein Dekret, wonach Einwohner der ukrainischen Gebiete Cherson und Saporischschja zu erleichterten Bedingungen die russische Staatsbürgerschaft erhalten können. 2019 hatte Putin bereits den Einwohnern der abtrünnigen ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk die Einbürgerung vereinfacht. Hunderttausende Menschen erhielten russische Pässe.

Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kommt jedoch eine Abtretung von Territorium selbst im Gegenzug für ein Ende des Krieges nicht in Frage, wie er am Mittwoch deutlich machte. "Die Ukraine kämpft, bis sie ihr gesamtes Territorium zurück hat", sagte Selenskyj am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Victor-Pinchuk-Stiftung in Davos. Er war digital zu der Diskussion am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums zugeschaltet.

Verhandeln will Selenskyj nur mit Putin selbst

Zu Gesprächen bereit sei er, falls sich Russland in die Gebiete zurückziehe, in denen es vor Kriegsbeginn im Februar war, sagte Selenskyj. "Ich kann nur mit dem Präsidenten direkt sprechen, keine Mittelspersonen, keine Vermittler", so Selenskyj. Dafür müsse Putin seine Blase verlassen. Derzeit verhandle Russland nicht ernsthaft.

Die ukrainische Regierung befürchtet, dass Russland sich die Regionen Luhansk, Donezk und Cherson nach dem Vorbild der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim einverleiben könnte. Die Volksrepubliken Luhansk und Donezk hatte Putin bereits gegen heftige internationale Kritik als unabhängige Staaten anerkannt. Unklar ist aber, ob sie eigenständig bleiben oder eine Aufnahme in die Russische Föderation beantragen wollen. Russland begründet seine militärischen Invasionen unter anderem damit, seine Bürger oder Neubürger im Ausland schützen zu wollen.

Ukraine berichtet von Kämpfen um Großstadt Sjewjerodonezk

Im Osten der Ukraine sind die russischen Truppen nach Angaben aus Kiew zur Offensive übergegangen und führen Kämpfe um die Großstadt Sjewjerodonezk im schwer umkämpften Gebiet Luhansk. Auch die nahe gelegene Stadt Lyman sei Ziel der russischen Bodenoffensive, unterstützt durch Luftangriffe und Artillerie, teilte der ukrainische Generalstab am Mittwochmorgen in seinem Lagebericht mit. Die Militärexperten des US-Kriegsforschungsinstituts Institute for the Study of War (ISW) berichteten, dass das russische Militär in Luhansk Kräfte aus verschiedenen Richtungen zusammenziehe.

Ukraine fordert Handelsboykott - Russland Lockerung von Sanktionen

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba rief zu einem kompletten Stop des westlichen Handels mit Russland auf. Die Sanktionen müssten auf ein nächstes Level gebracht werden. "Die Welt sollte aufhören, russische Waren und Dienstleistungen zu kaufen und mit Russland zu handeln", sagte er. Andernfalls werde das Geld helfen, "die russische Maschinerie der Kriegsverbrechen" aufrechtzuerhalten. Der Westen müsse akzeptieren, dass das ultimative Ziel ein Sieg der Ukraine sein müsse.

Moskau forderte angesichts der von seinem Krieg gegen die Ukraine verursachten Nahrungsmittel-Krise hingegen eine Lockerung westlicher Sanktionen. Vize-Außenminister Andrej Rudenko verlangte am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge eine Aufhebung der Strafmaßnahmen, die gegen Russlands Exportbranche sowie gegen den Finanzsektor verhängt wurden. Zudem müsse die Ukraine alle Häfen entminen, forderte er. Russland sei dann bereit, eine "humanitäre Durchfahrt" zu sichern.

Die internationale Gemeinschaft fordert seit Wochen von Russland, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen. Die Ukraine beklagt, dass durch die russische Kriegsmarine ihre Häfen im Schwarzen Meer blockiert sind. Beide Länder gehören zu den größten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit in der Welt.

Russland hatte am Mittwoch zugleich das Ende der Minenräumung im Hafen von Mariupol verkündet. Der Hafen der inzwischen von Russland kontrollierten Stadt könne damit wieder seine Arbeit aufnehmen. Für die internationalen Schiffe, die dort seit Beginn der Kampfhandlungen festlagen, werde am Mittwoch ein Korridor für die sichere Ausfahrt organisiert, hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt.

EU will Umgehung von Sanktionen erschweren

Die Vermögen russischer Oligarchen sollen nach dem Willen der EU-Kommission einfacher beschlagnahmt werden können, wenn sie EU-Sanktionen unterlaufen. Nach Angaben der EU-Kommission umgehen kremlnahe russische Milliardäre die Sanktionen bislang etwa dadurch, dass sie Jachten in internationale Gewässer bringen oder Vermögen auf andere Eigentümer übertragen. Deshalb schlug die Behörde am Mittwoch vor, derlei Sanktionsumgehung in die Liste der EU-Verbrechen aufzunehmen, um Verstöße gegen Strafmaßnahmen in allen EU-Staaten gleichermaßen zu verfolgen und zu bestrafen. Das beschlagnahmte Geld könnte für den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden.

Putin besucht verletzte Soldaten

Russlands Präsident Wladimir Putin besuchte am Mittwoch in einem Moskauer Krankenhaus erstmals seit Beginn des Kriegs Soldaten, die im Krieg gegen die Ukraine verletzt wurden.

Das Parlament in Moskau stimmte am Mittwoch unterdessen für ein Gesetz, dem zufolge Männer und Frauen künftig bis zu 50 Jahre alt sein dürfen, wenn sie sich vertraglich für den Dienst in der Armee verpflichten. Bislang lag die Obergrenze bei 40 Jahren. In dem Gesetz, das die Kremlpartei Geeintes Russland eingebracht hatte, heißt es zur Begründung, dass gerade für die Bedienung von Präzisionswaffen "hochprofessionelle Spezialisten" gebraucht würden, die in der Regel 40 Jahre oder älter seien.

Polen für viele ukrainische Flüchtlinge nur Transitland

Nach aktuellen Schätzungen halten sich noch rund 1,2 bis 1,5 Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine im benachbarten Polen auf. Für einen Teil der insgesamt gut 3,5 Millionen eingereisten Menschen sei Polen nur ein Transitland auf dem Weg in den Westen Europas gewesen, sagte Blazej Pobozy vom Innenministerium in Warschau am Mittwoch dem Sender Radio Olsztyn. Andere seien in ihre Heimat zurückgekehrt, weil sich der russische Angriffskrieg derzeit auf den Donbass und den Süden der Ukraine konzentriere./tam/DP/stw

(Schreibweise des Namens durchgehend berichtigt: Wadephul rpt Wadephul)

BERLIN (dpa-AFX) - Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (CDU) rügt den Kurs der Bundesregierung bei der Lieferung schwerer Waffen an die von Russland angegriffene Ukraine. Der Bundestag habe die Regierung uneingeschränkt zur Lieferung der notwendigen schweren Waffen aufgefordert, sagte er dem Portal Focus-Online (Mittwoch). "Das findet nicht statt. Damit verstößt die Bundesregierung gegen einen bindenden Beschluss des Parlaments." Wadephul sprach von einem skandalösen Vorgang und fügte an: "Wenn es so weitergeht, gibt es dazu später einen Untersuchungsausschuss!"

Wadephul bezog sich auf Aussagen der Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Siemtje Möller (SPD). Sie hatte am Sonntag in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" zu Waffenlieferungen gesagt, es sei innerhalb der Nato festgehalten, "dass keine Schützen- oder Kampfpanzer westlichen Modells geliefert werden. Und dazu gibt es auch bisher keine Veränderung der Position aller westlichen Nationen".

Dazu sagte Wadephul, bei der Beschlussfassung habe die Bundesregierung nie eine solche Absprache mit der Nato erwähnt. "Entweder liegt das an einer skandalösen Unfähigkeit, die gepaart ist mit Schlamperei und Unwissenheit. Oder aber, und das wäre ein veritabler Skandal, der Deutsche Bundestag und die Öffentlichkeit werden mit immer neuen Pseudobegründungen hinter die Fichte geführt, um eine systematische Verzögerungsstrategie zu tarnen."

Irritiert äußerten sich auch die Grünen. Die verteidigungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Sara Nanni, kritisiert die Kommunikation von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD). "Wir waren überrascht und irritiert darüber, dass sich die Nato-Partner darauf geeinigt haben sollen, die Ukraine nicht mit Schützen- und Kampfpanzern zu beliefern", sagte Nanni dem Nachrichtenportal t-online./toz/DP/stw

BUKAREST/ERFURT (dpa-AFX) - Rumänien kann sich nach den Worten von Bundesratspräsident Bodo Ramelow (Linke) eine Energiepartnerschaft mit Deutschland vorstellen. Es gehe dabei um eine mögliche gemeinsame Erschließung von Gasfeldern im Schwarzen Meer, sagte Ramelow am Mittwoch zum Abschluss einer dreitägigen Reise nach Rumänien der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorschlag sei bei einem Treffen vom rumänischen Ministerpräsidenten Nicolae-Ionel Ciuca in Bukarest gemacht worden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sei darüber informiert.

Die Bundesregierung sucht als Konsequenz aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Alternativen zu russischen Gaslieferungen. "Eine mögliche Energiepartnerschaft mit Rumänien löst unsere aktuellen Gasproblem nicht. Aber es könnte eine Alternative für die zweite Hälfte der 2020er Jahre sein", sagte Ramelow.

Thüringens Ministerpräsident besuchte Rumänien in seiner Funktion als diesjähriger Bundesratspräsident mit einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation. Anlass war die Unterzeichnung des deutsch-rumänischen Freundschaftsvertrages vor 30 Jahren.

Aus europäischer Sicht sei es dringend notwendig, sich deutlicher an die Seite Rumäniens zu stellen, sagte Ramelow. Rumänien sei in einer Region mit vielen Konflikten ein Beispiel für eine gute Minderheitenpolitik, sagte Ramelow. Generell müssten Deutschland und Europa "stärker in den mittel- und osteuropäischen Raum schauen". Dieser Teil Europas dürfe nicht dem Einfluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin überlassen werden. Rumänien gehört neben Kroatien und Bulgarien zu den jüngsten EU-Mitgliedstaaten.

Ramelow besuchte in Timisoara (Temeswar) Unternehmen, wo etwa 50 000 Menschen in Betrieben arbeiteten, die zu Unternehmen aus dem deutschen Sprachraum gehörten. Dort gebe es viele wirtschaftliche Anknüpfungspunkte, sagte Ramelow. Er habe bei seinen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass Rumänien Interesse am dualen Ausbildungssystem habe. Er könnte sich vorstellen, dass Fachleute aus Thüringen bei der Berufsausbildung in Rumänien unterstützen könnten.

Bei dem Besuch spielte laut Staatskanzlei auch die Städtepartnerschaft Geras mit Timisoara eine Rolle, das 2023 europäische Kulturhauptstadt sein werde. Kommendes Jahr gibt es ein Gemeinschaftsprojekt "Gurrelieder von Arnold Schönberg" des Theaters Altenburg Gera und der Filarmonica Banatul Timisoara./rot/DP/stw

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