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SANTA CLARA (dpa-AFX) - Der Chipkonzern Nvidia ist am Freitag als drittes US-Unternehmen mit einem Marktwert von mehr als zwei Billionen Dollar aus dem Börsenhandel gegangen. Den Ausschlag gab ein Kursplus von vier Prozent auf 822,79 Dollar.

Zuvor hatten nur Apple und Microsoft mit einem Börsenwert von mehr als zwei Billionen Dollar geschlossen, die Google -Mutter Alphabet knackte die Marke im Handelsverlauf. Microsoft ist aktuell mehr als drei Billionen Dollar wert, Apple rutschte zuletzt wieder unter diese Marke.

Der Aktienkurs von Nvidia wird von der Stärke des Unternehmens bei Spezialchips für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz angetrieben. Für das aufwendige Anlernen von KI-Programmen wird meist Technik der Firma eingesetzt. Rivalen konnten in dem Markt noch nicht so recht Fuß fassen. Allein seit Jahresbeginn legte der Kurs um mehr als 60 Prozent zu./so/DP/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein weiter freundliches Umfeld und positiv aufgenommene Wirtschaftsnachrichten haben die US-Börsen zum Wochenschluss wieder in Rekordlaune versetzt. Sowohl die wichtigsten Technologieindizes als auch der marktbreite S&P 500 erreichten am Freitag weitere Bestmarken, nachdem die Luft am Aktienmarkt zuletzt etwas raus war. Grundsätzlich wird dieser aber nach wie vor von der Hoffnung auf gute Geschäfte im Bereich Künstliche Intelligenz und der Aussicht auf geldpolitische Lockerungen getrieben. Letztere erhielt durch recht schwache Konjunkturdaten neue Nahrung.

Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 1,44 Prozent auf 18 302,91 Punkte. Für den S&P 500 ging es um 0,80 Prozent auf 5137,08 Zähler bergauf. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,23 Prozent auf 39 087,38 Punkte zu. Auf Wochensicht ergibt sich aber ein Minus von 0,11 Prozent.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten hat sich die Stimmung in der Industrie unerwartet eingetrübt. Der viel beachtete Einkaufsmanagerindex ISM signalisiert für Februar einen noch stärkeren Rückgang der Wirtschaftsaktivität in der Industrie. Zudem hat sich laut einer Umfrage der Universität von Michigan das Konsumklima im Februar unerwartet eingetrübt.

Es wird erwartet, dass die Notenbank im weiteren Jahresverlauf ihre Leitzinsen senken wird. Robuste Konjunkturdaten hatten zuletzt die Zinssenkungserwartungen eher gedämpft. Die Daten vom Freitag sprechen allerdings eher für frühere Zinssenkungen. Dies würde Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiver machen.

Unter den Einzelwerten standen unter anderem die Aktien von Dell Technologies mit einem Kurssprung von 31,6 Prozent im Fokus. Der Computerhersteller hatte für das abgelaufene Quartal einen unerwartet hohen Umsatz und Gewinn vorgelegt. Dieses Mal hätten die auf Künstliche Intelligenz bezogenen Aufträge nicht enttäuscht, kommentierte Analyst David Vogt von der Bank UBS.

Die Aktien von Spirit Aerosystems schnellten um mehr als 15 Prozent in die Höhe. Das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Bloomberg hatten berichtet, dass der Flugzeughersteller Boeing angesichts der Mängel an seinen 737-Max-Jets den Rückkauf seines Rumpf-Zulieferers auslote. Die Anteilscheine von Boeing fielen als zweitschwächster Wert im Dow um 1,8 Prozent. Nach Börsenschluss bestätigten der Flugzeugbauer und Spirit Aerosystems entsprechende Gespräche.

Die Papiere von Hewlett Packard Enterprise machten anfängliche Verluste schnell wett und stiegen am Ende um gut zwei Prozent. Der IT-Konzern war zwar mit seinen Umsatzzahlen für das erste Geschäftsquartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für Analyst Aaron Rakers von Wells Fargo Securities deuten die Resultate aber insgesamt auf ein stärkeres Wachstum des Auftragsbestands hin.

Die Anteilscheine von New York Community Bancorp brachen um knapp 26 Prozent ein, nachdem die Bank Probleme mit ihren internen Kontrollen bekannt gegeben und einen Führungswechsel angekündigt hatte. Bei der Bewertung der Unternehmenskontrolle durch das Management seien wesentliche Schwachstellen im Zusammenhang mit der Kreditprüfung festgestellt worden, hieß es.

Der Euro profitierte von den schwachen US-Daten und kostete im New Yorker Handel zuletzt 1,0838 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0813 (Donnerstag: 1,0826) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9248 (0,9237) Euro.

Die Kurse der US-Staatsanleihen legten zu, nachdem die Renditen angesichts der Konjunkturdaten unter Druck geraten waren. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) stieg um 0,51 Prozent auf 110,48 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere fiel im Gegenzug auf 4,18 Prozent./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein weiter freundliches Umfeld und positiv aufgenommene Wirtschaftsnachrichten haben die US-Börsen zum Wochenschluss wieder in Rekordlaune versetzt. Sowohl die wichtigsten Technologieindizes als auch der marktbreite S&P 500 erreichten am Freitag weitere Bestmarken, nachdem die Luft am Aktienmarkt zuletzt etwas raus war. Grundsätzlich wird dieser aber nach wie vor von der Hoffnung auf gute Geschäfte im Bereich Künstliche Intelligenz und der Aussicht auf geldpolitische Lockerungen getrieben. Letztere erhielt durch recht schwache Konjunkturdaten neue Nahrung.

Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 1,44 Prozent auf 18 302,91 Punkte. Für den S&P 500 ging es um 0,80 Prozent auf 5137,08 Zähler bergauf. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,23 Prozent auf 39 087,38 Punkte zu. Auf Wochensicht ergibt sich aber ein Minus von 0,11 Prozent./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - In einem für Aktien weiter freundlichen Umfeld haben die US-Technologieindizes am Freitag ihre Rekordjagd wieder aufgenommen. Auch der marktbreiten S&P 500 erreichte eine weitere Bestmarke. Nach wie vor werden die Börsen in den USA von der Aussicht auf eine lockere Geldpolitik und der Hoffnung auf gute Geschäfte im Bereich Künstliche Intelligenz getrieben.

Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 hatte im frühen Handel erstmals die Marke von 18 100 Punkten geknackt und stieg zuletzt um 1,43 Prozent auf 18 302,30 Punkte. Für den S&P 500 ging es um 0,70 Prozent auf 5131,72 Zähler bergauf. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,15 Prozent auf 39 054,21 Punkte zu. Auf Wochensicht deutet sich damit aber ein leichter Verlust an.

Unter den Einzelwerten standen unter anderem die Aktien von Dell Technologies mit einem Kurssprung von 28 Prozent im Fokus. Der Computerhersteller legte für das abgelaufene Quartal einen unerwartet hohen Umsatz und Gewinn vor. Dieses Mal hätten die auf Künstliche Intelligenz bezogenen Aufträge nicht enttäuscht, kommentierte Analyst David Vogt von der Bank UBS.

Die Aktien von Spirit Aerosystems schnellten um fast 14 Prozent in die Höhe. Kreisen zufolge führt der Flugzeugbauer Boeing Gespräche über einen Kauf des Zulieferers. Die Anteilscheine von Boeing gaben um mehr als ein Prozent nach.

Die Papiere von Hewlett Packard Enterprise machten anfängliche Verluste schnell wett und stiegen zuletzt um gut ein Prozent. Der IT-Konzern war zwar mit seinen Umsatzzahlen für das erste Geschäftsquartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für Aaron Rakers von Wells Fargo Securities deuten die Resultate aber insgesamt auf ein stärkeres Wachstum des Auftragsbestands hin.

Die Anteilscheine von New York Community Bancorp brachen um mehr als 23 Prozent ein, nachdem die Bank Probleme mit ihren internen Kontrollen bekannt gegeben und einen Führungswechsel angekündigt hatte. Bei der Bewertung der Unternehmenskontrolle durch das Management seien wesentliche Schwachstellen im Zusammenhang mit der Kreditprüfung festgestellt worden, hieß es./la/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat seinen Höhenflug auch am Freitag fortgesetzt und mit der siebten Bestmarke in Folge gekrönt. Auf Schlusskursbasis gelang dem deutschen Leitindex gar acht Tage hintereinander ein Rekord. Börsenexperte Thomas Altmann von QC Partners sprach von der längsten Rekordserie seit dem Jahr 2015.

Ein überraschend schwach ausgefallener Rückgang der Inflation in Europa sowie gedämpfte US-Konjunkturdaten hatten im Verlauf jedoch die Kauflust der Anleger etwas gedämpft. Der Dax ging mit einem Plus von 0,32 Prozent bei 17 735,07 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer ein Plus von 1,8 Prozent.

Finanzmarktbeobachter Andreas Lipkow konstatierte unterdessen "erste nachvollziehbare Ermüdungserscheinungen". Auch die Experten der Landesbank Helaba warnen vor zu hohen Erwartungen an die weitere Kursentwicklung. Sie verwiesen auf charttechnische Signale, wonach der Dax inzwischen überkauft sein könnte. Dementsprechend gebe es ein Korrekturrisiko.

Robuster als der Dax zeigte sich am Freitag der MDax . Er ging mit einem Zuwachs von 1,15 Prozent bei 26 120,64 Punkten dicht unter seinem Tageshoch aus dem Handel. Der Index der mittelgroßen Unternehmen war zuletzt aber auch seinem großen Bruder hinterhergehinkt.

Zuletzt hatten die Anleger dies- und jenseits des Atlantiks erleichtert auf die jüngsten Inflationssignale reagiert. Diese deuten eine sich abschwächende Teuerung an und halten damit die Hoffnung auf Zinssenkungen aufrecht. Derweil zeigten die Februar-Verbraucherpreise, dass die Teuerung in der Eurozone zwar weiter zurückgegangen ist - aber nicht ganz so stark wie erwartet.

Börsenkenner Lipkow wertete ferner die neuen US-Konjunkturdaten als einen Hinweis auf eine merkliche Abkühlung der US-Industrie. So waren in den Vereinigten Staaten die Bauausgaben überraschend gesunken. Zudem hatte sich die Industriestimmung gemessen am Einkaufsmanagerindex ISM unerwartet eingetrübt, und das Konsumklima hatte sich laut einer Umfrage der Universität Michigan im Februar überraschend verschlechtert.

Nach Einschätzung von James Knightley, internationaler Chefvolkswirt bei der ING, dürfte angesichts dessen der Fed-Vorsitzende Jerome Powell bei seinen Auftritten vor dem US-Kongress nächste Woche wahrscheinlich wenig über den Zeitplan für Zinssenkungen verraten. Wenig Konkretes zum Timing der erhofften Lockerung erwarten Beobachter derzeit auch vom anstehenden Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB).

Auf Unternehmensseite standen am Freitag Geschäftszahlen vorwiegend aus der Autobranche im Fokus. Volkswagen-Vorzüge knickten nach überraschend vorgelegten Eckdaten ein und gingen als Dax-Verlierer mit einem Abschlag von fast fünf Prozent ins Wochenende. Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr einen Rückgang der Profitabilität hinnehmen müssen. 2024 rechnen die Wolfsburger zwar wieder mit etwas Besserung, die Anleger störten sich jedoch an den hohen Investitionsausgaben.

Begeistert reagierten die Anleger dagegen auf den Ausblick des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck , der als überraschend zuversichtlich gewertet wurde. Mit einem Kurssprung von gut 18 Prozent waren die Aktien Dax-Spitzenreiter und setzten ihren Rekordlauf fort. In deren Kielwasser zogen die Papiere der Volkswagen -Nutzfahrzeugholding Traton als größter Gewinner im Nebenwerte-Index SDax um mehr als sechs Prozent an.

Die Aktien des Autovermieters Sixt entwickelten sich ebenfalls nach Zahlen mit plus 2,1 Prozent klar besser als der MDax.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 0,35 Prozent auf 4894,86 Punkte. Noch deutlichere Gewinne verbuchte der Londoner FTSE 100 , während der Pariser Cac 40 nahezu stagnierte. An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial zuletzt 0,12 Prozent höher.

Der Euro stieg und kostete zuletzt 1,0833 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0813 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt ging es bergauf. Der Rentenindex Rex stieg um 0,39 Prozent auf 124,95 Punkte. Die Umlaufrendite fiel von 2,54 auf 2,46 Prozent. Der Bund-Future stand zuletzt 0,03 Prozent tiefer bei 132,58 Punkten./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat seinen Höhenflug auch am Freitag weiter fortgesetzt und mit der siebten Bestmarke in Folge gekrönt. Auf Schlusskursbasis gelang dem deutschen Leitindex gar acht Tage hintereinander ein Rekord. Börsenexperte Thomas Altmann von QC Partners sprach von der längsten Rekordserie seit dem Jahr 2015. Ein überraschend schwach ausgefallener Rückgang der Inflation in Europa sowie gedämpfte US-Konjunkturdaten hatten im Verlauf jedoch die Kauflust der Anleger etwas gemindert. Der Dax ging mit einem Plus von 0,32 Prozent bei 17 735,07 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer ein Plus von 1,8 Prozent.

Finanzmarktbeobachter Andreas Lipkow konstatierte unterdessen "erste nachvollziehbare Ermüdungserscheinungen". Auch die Experten der Landesbank Helaba warnen vor zu hohen Erwartungen an die weitere Kursentwicklung. Sie verwiesen auf charttechnische Signale, wonach der Dax inzwischen überkauft sein könnte. Dementsprechend gebe es ein Korrekturrisiko.

Robuster als der Dax zeigte sich am Freitag der MDax er ging mit einem Zuwachs von 1,15 Prozent bei 26 120,64 dicht unter seinem Tageshoch aus dem Handel. Der Index der mittelgroßen Unternehmen war zuletzt aber auch seinem großen Bruder hinterhergehinkt.

Auf Unternehmensseite standen Geschäftszahlen vorwiegend aus der Autobranche im Fokus. Volkswagen -Vorzüge gingen als Dax-Verlierer mit einem Abschlag von fast fünf Prozent ins Wochenende, hier zeigten sich die Anleger von in diesem Jahr anstehenden hohen Investitionsausgaben wenig angetan. Begeistert reagierten die Investoren dagegen auf den Ausblick des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck , der als überraschend zuversichtlich gewertet wurde. Mit einem Kurssprung von gut 18 Prozent waren die Aktien Dax-Spitzenreiter und setzten ihren Rekordlauf fort. Die Aktien des Autovermieters Sixt entwickelten sich ebenfalls nach Zahlen mit plus 2,1 Prozent klar besser als der MDax./tav/he

NEW YORK (dpa-AFX) - In einem für Aktien weiter freundlichen Umfeld haben die US-Technologieindizes am Freitag ihre Rekordjagd wieder aufgenommen. Auch der marktbreiten S&P 500 erreichte eine weitere Bestmarke. Nach wie vor werden die Börsen in den USA von der Aussicht auf eine lockere Geldpolitik und der Hoffnung auf gute Geschäfte im Bereich Künstliche Intelligenz getrieben.

Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 hatte im frühen Handel erstmals die Marke von 18 100 Punkten geknackt und stieg zuletzt um 0,83 Prozent auf 18 192,95 Punkte. Für den S&P 500 ging es um 0,48 Prozent auf 5120,89 Zähler bergauf. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,19 Prozent auf 39 069,15 Punkte zu. Auf Wochensicht deutet sich damit aber ein leichter Verlust an.

Unter den Einzelwerten standen unter anderem die Aktien von Dell Technologies mit einem Kurssprung von 26 Prozent im Fokus. Der Computerhersteller legte für das abgelaufene Quartal einen unerwartet hohen Umsatz und Gewinn vor. Dieses Mal hätten die auf Künstliche Intelligenz bezogenen Aufträge nicht enttäuscht, kommentierte Analyst David Vogt von der Bank UBS.

Die Aktien von Spirit Aerosystems schnellten um fast 14 Prozent in die Höhe. Kreisen zufolge führt der Flugzeugbauer Boeing Gespräche über einen Kauf des Zulieferers. Die Anteilscheine von Boeing gaben leicht nach.

Die Papiere von Hewlett Packard Enterprise machten anfängliche Verluste schnell wett und stiegen zuletzt um gut zwei Prozent. Der IT-Konzern war zwar mit seinen Umsatzzahlen für das erste Geschäftsquartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für Aaron Rakers von Wells Fargo Securities deuten die Resultate aber insgesamt auf ein stärkeres Wachstum des Auftragsbestands hin,

Die Anteilscheine von New York Community Bancorp brachen um knapp 23 Prozent ein, nachdem die Bank Probleme mit ihren internen Kontrollen bekannt gegeben und einen Führungswechsel angekündigt hatte. Bei der Bewertung der Unternehmenskontrolle durch das Management seien wesentliche Schwachstellen im Zusammenhang mit der Kreditprüfung festgestellt worden, hieß es./la/he

(Im vorletzten Absatz wurde die Erwähnung von Sixt gestrichen. Das Unternehmen hat am Freitag seine Zahlen vorgelegt.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit der jüngsten Börsenrally schielen die Anleger bereits auf die nächste runde Marke im Dax . Von den 18 000 Punkten trennten den deutschen Leitindex zuletzt nur noch weniger als 300 Zähler. In der neuen Woche kann die hierzulande noch fortlaufende Berichtssaison weitere Impulse geben. Ob diese aber für weiteren Auftrieb ausreichen wird, wenn zugleich der nächste Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) ansteht, muss sich zeigen. Zwar dürfte es laut Börsianern eher ein "Non-Event" werden, doch in der Regel halten sich Investoren vor solchen Großereignissen im Zaum.

Generell aber scheint bislang nur wenig die Kauflaune am Markt trüben zu können. Durchwachsene Signale für die deutsche Wirtschaft und die Konjunktur in Europa haben die Anleger bisher außer Acht gelassen. Angelehnt an die Wall Street, wo derzeit der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) und gute Quartalsberichte von Unternehmen die Kurse auf Höchststände treiben, sprang auch der Dax in den vergangenen Tagen weiter von Rekord zu Rekord.

Seit dem Jahreswechsel hat das Börsenbarometer inzwischen sein Plus auf rund sechs Prozent ausgebaut, allein im Februar gewann der Index mehr als viereinhalb Prozent. Damit hat der Aufwärtsdrang zuletzt noch merklich zugenommen.

Dass sich die Kursbewegungen damit zunehmend von den realwirtschaftlichen Gegebenheiten abzukoppeln scheinen, lässt einige aufmerken: Die alte Börsenweisheit "Kurse sterben in der Euphorie" mahne bereits zur Vorsicht, sagt etwa Stephen Schneider von der DZ Bank. Der Wertpapierstratege sieht den Dax in einer "zumindest kurzfristigen Übertreibungsphase", deren Ende sich nur schwer voraussagen lasse. Auch sei die dann folgende Reaktion des Marktes unsicher: "So können Gewinnmitnahmen für eine deutliche Korrektur sorgen. Ebenfalls möglich ist aber, dass Anleger lediglich in das zurückhaltende Lager wechseln und der vorherige Anstieg durch eine Seitwärtsbewegung konsolidiert wird."

Für wenig Erschütterung am Markt dürfte die EZB am Donnerstag sorgen - zumindest, wenn sie genau das tut, womit derzeit die meisten Beobachter rechnen: Stillhalten und das Leitzins-Niveau beibehalten, wenngleich sich die Inflation in Europa zuletzt weiter abgeschwächt hat. So rechnet auch Marco Wagner von der Commerzbank mit einem "nicht sehr spektakulären" Ereignis.

Die neuen gesamtwirtschaftlichen Projektion und jeder noch so kleine Hinweis von EZB-Chefin Christine Lagarde dürften aber in die Waagschale gelegt werden angesichts der großen Zinshoffnungen am Markt. Viele Fachleute sahen zuletzt einen möglichen Zeitpunkt für eine erste Zinssenkung zur Mitte des Jahres. Lagarde selbst hat bisher vor einer überstürzten Lockerung gewarnt und Beweise angemahnt, dass das mittelfristige Inflationsziel von zwei Prozent nachhaltig erreicht werde. Im Februar hatte die Teuerung in Europa bei 2,6 Prozent gelegen.

Auch der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, hat sofortigen Zinssenkungen eine Absage erteilt. Anders als in Europa zeigt sich die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten jedoch robust, was sich auch an einem bisher starken Beschäftigungsaufbau ablesen lässt. Neue Daten stehen hier zur Wochenmitte mit dem ADP-Bericht aus der Privatwirtschaft an, dem am Freitag dann der offizielle Arbeitsmarktbericht folgt.

Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) geht auch diesmal von soliden Beschäftigungsdaten aus, womit der US-Arbeitsmarkt gegen eine baldige Lockerung durch die Fed spreche. Eine grundsätzliche Kehrtwende an den steil gehenden Finanzmärkten erwartet sie in der kommenden Woche aber nicht.

Während in den USA die Berichtssaison langsam ihr Ende erreicht hat, geht hierzulande der Bilanzreigen munter weiter. Auch mit Zahlen von einigen Dax-Konzernen, wie etwa von DHL Group und Symrise am Mittwoch sowie Continental , Merck und Brenntag am Donnerstag. Bereits am Dienstag öffnet der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer seine Bücher. Auf dem parallel stattfindenden Kapitalmarkttag wird Konzernchef Bill Anderson zudem seine Pläne für die Zukunft der Leverkusener vorstellen. Im Fokus steht dabei eine mögliche Aufspaltung.

In den hinteren Börsenreihen gibt es Zahlen unter anderem auch von Lufthansa , dem Anlagenbauer Gea und Hugo Boss aus dem MDax . Im SDax stehen etwa die Berichte der Volkswagen -Nutzfahrzeugtochter Traton , Schaeffler und Drägerwerke im SDax .

Am Dienstagabend nach Börsenschluss gibt zudem die Deutsche Börse die Ergebnisse ihrer turnusmäßigen Indexüberprüfung bekannt. Es wird erwartet, dass im MDax und SDax mit Morphosys und Vitesco zwei Übernahmekandidaten ihre Plätze tauschen./tav/jsl/he

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX --

NEW YORK (dpa-AFX) - In einem für Aktien weiter freundlichen Umfeld haben die US-Technologieindizes am Freitag ihre Rekordjagd wieder aufgenommen. Nach wie vor werden die Börsen in den USA von der Aussicht auf eine lockere Geldpolitik und die Hoffnung auf gute Geschäfte im Bereich Künstliche Intelligenz getrieben. Gleichwohl hielten sich die Kursbewegungen zum Wochenschluss in Grenzen.

Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 hatte im frühen Handel erstmals die Marke von 18 100 Punkten geknackt und stieg zuletzt um 0,47 Prozent auf 18 128,42 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,22 Prozent auf 5107,66 Zähler bergauf. Der Leitindex Dow Jones Industrial aber gab um 0,19 Prozent auf 38 923,03 Punkte nach. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Verlust von etwa einem halben Prozent an./la/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit der jüngsten Börsenrally schielen die Anleger bereits auf die nächste runde Marke im Dax . Von den 18 000 Punkten trennten den deutschen Leitindex zuletzt nur noch weniger als 300 Zähler. In der neuen Woche kann die hierzulande noch fortlaufende Berichtssaison weitere Impulse geben. Ob diese aber für weiteren Auftrieb ausreichen wird, wenn zugleich der nächste Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) ansteht, muss sich zeigen. Zwar dürfte es laut Börsianern eher ein "Non-Event" werden, doch in der Regel halten sich Investoren vor solchen Großereignissen im Zaum.

Generell aber scheint bislang nur wenig die Kauflaune am Markt trüben zu können. Durchwachsene Signale für die deutsche Wirtschaft und die Konjunktur in Europa haben die Anleger bisher außer Acht gelassen. Angelehnt an die Wall Street, wo derzeit der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) und gute Quartalsberichte von Unternehmen die Kurse auf Höchststände treiben, sprang auch der Dax in den vergangenen Tagen weiter von Rekord zu Rekord.

Seit dem Jahreswechsel hat das Börsenbarometer inzwischen sein Plus auf rund sechs Prozent ausgebaut, allein im Februar gewann der Index mehr als viereinhalb Prozent. Damit hat der Aufwärtsdrang zuletzt noch merklich zugenommen.

Dass sich die Kursbewegungen damit zunehmend von den realwirtschaftlichen Gegebenheiten abzukoppeln scheinen, lässt einige aufmerken: Die alte Börsenweisheit "Kurse sterben in der Euphorie" mahne bereits zur Vorsicht, sagt etwa Stephen Schneider von der DZ Bank. Der Wertpapierstratege sieht den Dax in einer "zumindest kurzfristigen Übertreibungsphase", deren Ende sich nur schwer voraussagen lasse. Auch sei die dann folgende Reaktion des Marktes unsicher: "So können Gewinnmitnahmen für eine deutliche Korrektur sorgen. Ebenfalls möglich ist aber, dass Anleger lediglich in das zurückhaltende Lager wechseln und der vorherige Anstieg durch eine Seitwärtsbewegung konsolidiert wird."

Für wenig Erschütterung am Markt dürfte die EZB am Donnerstag sorgen - zumindest, wenn sie genau das tut, womit derzeit die meisten Beobachter rechnen: Stillhalten und das Leitzins-Niveau beibehalten, wenngleich sich die Inflation in Europa zuletzt weiter abgeschwächt hat. So rechnet auch Marco Wagner von der Commerzbank mit einem "nicht sehr spektakulären" Ereignis.

Die neuen gesamtwirtschaftlichen Projektion und jeder noch so kleine Hinweis von EZB-Chefin Christine Lagarde dürften aber in die Waagschale gelegt werden angesichts der großen Zinshoffnungen am Markt. Viele Fachleute sahen zuletzt einen möglichen Zeitpunkt für eine erste Zinssenkung zur Mitte des Jahres. Lagarde selbst hat bisher vor einer überstürzten Lockerung gewarnt und Beweise angemahnt, dass das mittelfristige Inflationsziel von zwei Prozent nachhaltig erreicht werde. Im Februar hatte die Teuerung in Europa bei 2,6 Prozent gelegen.

Auch der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, hat sofortigen Zinssenkungen eine Absage erteilt. Anders als in Europa zeigt sich die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten jedoch robust, was sich auch an einem bisher starken Beschäftigungsaufbau ablesen lässt. Neue Daten stehen hier zur Wochenmitte mit dem ADP-Bericht aus der Privatwirtschaft an, dem am Freitag dann der offizielle Arbeitsmarktbericht folgt.

Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) geht auch diesmal von soliden Beschäftigungsdaten aus, womit der US-Arbeitsmarkt gegen eine baldige Lockerung durch die Fed spreche. Eine grundsätzliche Kehrtwende an den steil gehenden Finanzmärkten erwartet sie in der kommenden Woche aber nicht.

Während in den USA die Berichtssaison langsam ihr Ende erreicht hat, geht hierzulande der Bilanzreigen munter weiter. Auch mit Zahlen von einigen Dax-Konzernen, wie etwa von DHL Group und Symrise am Mittwoch sowie Continental , Merck und Brenntag am Donnerstag. Bereits am Dienstag öffnet der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer seine Bücher. Auf dem parallel stattfindenden Kapitalmarkttag wird Konzernchef Bill Anderson zudem seine Pläne für die Zukunft der Leverkusener vorstellen. Im Fokus steht dabei eine mögliche Aufspaltung.

In den hinteren Börsenreihen gibt es Zahlen unter anderem auch von der Lufthansa , dem Anlagenbauer Gea , Hugo Boss und dem Autovermieter Sixt aus dem MDax . Im SDax stehen etwa die Berichte der Volkswagen -Nutzfahrzeugtochter Traton , Schaeffler und Drägerwerke im SDax .

Am Dienstagabend nach Börsenschluss gibt zudem die Deutsche Börse die Ergebnisse ihrer turnusmäßigen Indexüberprüfung bekannt. Es wird erwartet, dass im MDax und SDax mit Morphosys und Vitesco zwei Übernahmekandidaten ihre Plätze tauschen./tav/jsl/he

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX --

ODESSA (dpa-AFX) - Nach dem schweren russischen Drohnenangriff in der Nacht auf Samstag ist die Zahl der Toten in der südukrainischen Stadt Odessa auf zwölf gestiegen. Am Sonntag seien die Leichen von zwei Kindern, einem zehnjährigen Jungen und seiner acht Jahre alten Schwester, aus den Trümmern geborgen worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Odessa, Oleh Kiper, am Sonntag auf Telegram mit.

Wenige Stunden zuvor waren nach Kipers Angaben die Leichen einer Frau und eines Babys aus den Trümmern geborgen worden. Das Kind sei nicht einmal ein Jahr alt gewesen. Die Zahl der im Zuge dieses Angriffs in Odessa getöteten Kinder steigt damit auf fünf.

Die russische Drohne war in ein neunstöckiges Wohnhaus eingeschlagen. Seitdem laufen in der Hafenstadt am Schwarzen Meer die Bergungsarbeiten.

Nach dem schlimmen Angriff forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr internationale Hilfe bei der Luftverteidigung. "Verzögerungen bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine sowie bei der Luftverteidigung zum Schutz unserer Bevölkerung führen leider zu solchen Verlusten", teilte er am Samstagabend mit. "Und wenn Menschen sterben, während unsere Partner sich in politischen Spielchen oder Diskussionen verlieren, die unsere Verteidigung einschränken, ist das unverständlich und unvorstellbar."/haw/DP/he

(mit Endergebnis durchgängig aktualisiert)

BERN (dpa-AFX) - Die Schweizer haben bei einer Volksabstimmung eine 13. Rentenzahlung pro Jahr durchgesetzt. Die Initiative der Gewerkschaften wurde mit 58,2 Prozent der Stimmen angenommen, wie das Endergebnis am Sonntag zeigte. Der Moderator des Schweizer Fernsehens sprach von einer Sensation, weil noch nie seit Einführung des Initiativrechts vor mehr als 130 Jahren eine linke Volksinitiative zum Sozialausbau erfolgreich war.

Die Regierung und das konservativ dominierte Parlament hatten die Initiative als zu teuer abgelehnt. Die Gewerkschaften schlagen vor, höhere Beiträge im Arbeitsleben für die Rentenkasse zu erheben.

Damit erhöht sich die Jahresrente aus der staatlichen Rentenkasse AHV um 8,3 Prozent. 2021 lag die durchschnittliche monatliche Gesamtrente in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik für Männer bei rund 4400 Franken (knapp 4600 Euro), für Frauen bei rund 3000 Franken. Sie setzt sich aus AHV-Rente und einer zweiten Säule zusammen, in die Arbeitgeber und Arbeitnehmer während des Erwerbslebens gemeinsam einzahlen. Die Zahlung aus der zweiten Säule ist oft höher als die AHV-Rente.

Die Gesamtjahresrente ist im Vergleich zu Deutschland hoch. Aber in der Schweiz sind auch die Lebenshaltungskosten deutlich höher, nach Schätzungen mindestens 50 Prozent. Es gibt zum Beispiel weder für Arbeitende noch für Rentner Zuschüsse zu Krankenkassenbeiträgen und keine "Krankenkasse der Rentner". Einige andere Länder haben bereits mehr als zwölf Rentenzahlungen im Jahr, darunter Liechtenstein, Polen oder Österreich, nicht aber Deutschland.

Die Initiative fand auch Zustimmung in 15 der 26 Kantone. Eine Mehrheit der Kantone ist bei einer Volksinitiative nötig, sonst scheitern sie, selbst bei insgesamt mehr als 50 Prozent Wählerzustimmung. Acht Kantone stimmten gegen die 13. Rentenzahlung, darunter etwa Appenzell Innerrhoden mit 68 Prozent Nein-Stimmen. Sechs kleine Kantone haben nur eine halbe Stimme.

Die Wahlbeteiligung lag ungewöhnlich hoch bei 57,6 Prozent. Es gibt meist vier Volksabstimmungen im Jahr, und oft stimmt nur rund die Hälfte der Stimmbürger ab.

Eine zweite Volksinitiative zur weiteren Erhöhung des Rentenalters über 65 hinaus ist deutlich mit 74,7 Prozent der Stimmen abgelehnt worden.

Zu den beiden landesweiten Vorlagen kamen zahlreiche regionale und lokale Anliegen vor das Volk. Im Kanton Zürich gab die Bevölkerung etwa grünes Licht für den Ausbau von zwei Pisten am Flughafen, der in der Nähe der deutschen Grenze liegt. Knapp 62 Prozent stimmten dafür./oe/DP/he

WIEN (dpa-AFX) - Die großen Ölförderländer halten ihr Angebot weiter knapp. Am Sonntag bestätigten mehrere Länder des großen Ölverbunds Opec+, ihre Förderkürzungen von rund zwei Millionen Barrel je Tag bis Mitte des Jahres fortzuführen. Die Entscheidungen wurden von Fachleuten erwartet, weil das Rohölangebot aus anderen Teilen der Welt wie den USA derzeit reichlich ist. Seit Jahresbeginn sind die Erdölpreise auch angesichts des Gaza-Kriegs zwar gestiegen, allerdings nur moderat.

Nachdem am Sonntag zunächst die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf informierte Kreise über die Kürzungsverlängerungen berichtet hatte, bestätigten im Tagesverlauf mehrere Staaten ihr Vorgehen. Darunter befand sich auch der Ölgigant Saudi-Arabien, der zusammen mit Russland den großen Erdölverbund Opec+ anführt. Demnach sollen die Kürzungen bis Ende Juni in Kraft bleiben.

Ein wichtiger Grund für die Verlängerung dürfte auch die schwache Konjunkturentwicklung in großen Verbrauchsländern und -regionen sein, insbesondere in China und Europa. Die Nachfrage nach Öl, Benzin und Diesel dürfte damit auf absehbare Zeit verhalten bleiben./bgf/he

(mit Endergebnis durchgehend aktualisiert)

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Pisten am Flughafen Zürich können in Richtung Norden nach Deutschland und Richtung Westen verlängert werden. Bei einer Volksabstimmung in Zürich sprach sich am Sonntag die Mehrheit der Stimmberechtigten dafür aus, insgesamt 61,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,6 Prozent.

Deutsche Landräte äußerten sich kritisch zu dem Projekt. "Für die Menschen in der deutschen Grenzregion darf keine Mehrbelastung entstehen", verlangten die Landräte Martin Kistler (Waldshut), Zeno Danner (Konstanz) und Sven Hinterseh (Schwarzwald-Baar) am Sonntag. Das Ende einer Start-und-Landebahn liegt nur rund zwölf Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt.

In Zürich hatte das Kantonsparlament schon im vergangenen Jahr grünes Licht für den Ausbau gegeben. Gegner hatten dagegen das Referendum ergriffen. Nach Angaben des Flughafens geht es ausschließlich um höhere Sicherheit im Flugbetrieb und damit weniger Fluglärm durch verspätete Maschinen am Abend. Die Regierung Baden-Württembergs und andere Gegner fürchten dagegen mehr Starts und Landungen pro Stunde.

Die jetzt 3300 Meter lange Piste 32 Richtung Norden soll um 280 Meter verlängert werden. Die Piste 28 mit heute 2500 Metern soll 400 Meter Richtung Westen verlängert werden.

Die deutschen Landräte verlangten deshalb erneut den Abschluss eines Staatsvertrags mit der Schweiz. Darum ringen Bern und Berlin seit mehr als 20 Jahren, ohne absehbaren Erfolg. Dabei geht es um eine Lastenverteilung in Bezug auf den Fluglärm.

"Die Pläne für den Ausbau der Pisten erfordern nach Ansicht der drei Landkreise auch eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung", teilten die Landräte weiter mit. Sie verlangten zudem, dass die deutsche Grenzregion in das Genehmigungsverfahren einbezogen wird./oe/DP/he

BERLIN/ROM/MOSKAU (dpa-AFX) - Russland hat ein internes Gespräch deutscher Luftwaffen-Offiziere veröffentlicht und damit Bundeswehr und Bundesregierung bloßgestellt. Groß ist die Sorge, dass weitere sicherheitsrelevante Kommunikation deutscher Stellen abgehört worden sein könnte. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach am Wochenende von einer "sehr ernsten Angelegenheit". Auf eine Frage der Deutschen Presse-Agentur nach möglichen außenpolitischen Schäden sagte er am Rande eines Besuchs in Rom: "Deshalb wird das jetzt sehr sorgfältig, sehr intensiv und sehr zügig aufgeklärt. Das ist auch notwendig."

Luftwaffen-Gespräch wurde wohl abgehört

Am Freitag hatte Russland ein mitgeschnittenes Gespräch hoher Offiziere veröffentlicht, in der sie Einsatzszenarien für den deutschen Marschflugkörper Taurus erörterten, falls dieser doch noch an die Ukraine geliefert würde. Das deutsche Verteidigungsministerium teilte mit: "Es ist nach unserer Einschätzung ein Gespräch im Bereich der Luftwaffe abgehört worden. Ob in der aufgezeichneten oder verschriftlichten Variante, die in den sozialen Medien kursieren, Veränderungen vorgenommen wurden, können wir derzeit nicht gesichert sagen."

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), forderte stärkere Sicherheitsvorkehrungen. "Erstens müssen umgehend alle Verantwortlichen auf allen Ebenen der Bundeswehr umfassend zu geschützter Kommunikation geschult werden", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zweitens müsse sichere und geheime Kommunikation stabil gewährleistet sein. Drittens forderte Högl, mehr in die Spionageabwehr zu investieren und den Militärischen Abschirmdienst (MAD) dafür zu ertüchtigen.

Luftwaffe diskutierte intern Szenarien zu Taurus

In der Schaltkonferenz erörtern vier Offiziere, darunter Luftwaffen-Chef Ingo Gerhartz, zur Vorbereitung eines Gesprächs mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Einsatzszenarien für den Taurus. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass eine baldige Lieferung und ein schneller Einsatz nur mit Beteiligung deutscher Soldaten möglich wäre - und dass eine Taurus-Ausbildung ukrainischer Soldaten für einen Einsatz in alleiniger Regie möglich wäre, aber Monate dauern würde. Diskutiert wird auch über die mögliche Zerstörung der von Russland gebauten Brücke zur völkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Halbinsel Krim.

Allerdings ist in dem Mitschnitt auch zu hören, dass es auf politischer Ebene kein grünes Licht für die Lieferung der von Kiew geforderten Marschflugkörper gibt. Kanzler Scholz hatte sein Nein zu einer Taurus-Lieferung damit begründet, dass Deutschland dann in den Krieg hineingezogen werden könnte. "Wir dürfen an keiner Stelle und an keinem Ort mit den Zielen, die dieses System erreicht, verknüpft sein", sagte er auf einer Veranstaltung der Deutschen Presse-Agentur Anfang letzter Woche gesagt. Bei einem Bürgergespräch in Dresden erklärte er später, die Waffe könne bei einem falschen Einsatz Moskau erreichen. Andere hätten dann Sorge zu tragen, wo was genau lande. "In unserem Fall würde das bedeuten, dass wir uns beteiligen müssten, um das zu können. Das wiederum halte ich für ausgeschlossen."

Pistorius: Mitschnitt ist Teil von Putins Informationskrieg

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wertete die Veröffentlichung des internen Gesprächs durch Russland als "hybriden Angriff zur Desinformation". "Es ist Teil eines Informationskriegs, den Putin führt", sagte der SPD-Politiker am Sonntag in Berlin mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Es geht um Spaltung. Es geht darum, unsere Geschlossenheit zu untergraben. Und dementsprechend sollten wir besonders besonnen darauf reagieren, aber nicht weniger entschlossen." Es gehe darum, "Putin nicht auf den Leim zu gehen", betonte Pistorius.

Der Minister sagte, ihm lägen bislang keine Erkenntnisse über weitere Leaks oder das Mithören von weiteren Telefonaten vor. Er erwartet in den ersten Tagen der neuen Woche Ergebnisse der internen Prüfung des Vorgangs. Auf die Frage nach möglichen personellen Konsequenzen sagte er: "Ich spekuliere grundsätzlich nicht vor Abschluss solcher Untersuchungen über personelle Konsequenzen. Das wäre definitiv viel zu hoch gegriffen."

Union stellt Scholz' Glaubwürdigkeit infrage

Die Union liest aus dem veröffentlichten Gespräch der Luftwaffen-Offiziere heraus, dass eine Beteiligung deutscher Soldaten bei einem Taurus-Einsatz durch die Ukraine technisch nicht zwingend erforderlich ist. Der Chef der CSU-Bundestagsabgeordneten, Alexander Dobrindt, sagte dem "Spiegel", der Kanzler begründe seine Ablehnung von Taurus-Lieferungen "möglicherweise mit einer Falschdarstellung". Er forderte: "Der Bundeskanzler muss sich dafür vor dem Bundestag erklären." Ein Untersuchungsausschuss könne nicht ausgeschlossen werden. Die Union beantragte zudem nach Angaben von Parlamentsgeschäftsführer Thorsten Frei (CDU) eine Sondersitzung des Verteidigungsausschusses, zu der auch Scholz erscheinen soll.

Ähnlich wie Dobrindt argumentierte der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter im ZDF: Es "muss geklärt werden, warum der Bundeskanzler mit Falschbehauptungen in die Öffentlichkeit geht, wo er sagt, dass deutsche Bundeswehr-Beteiligung vor Ort nötig sei". Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sieht das genauso. Im Berliner "Tagesspiegel" konstatierte er einen schweren Schaden für Scholz persönlich: Es stelle sich die Frage, "warum der russische Geheimdienst und vielleicht sogar eine höhere Stelle durch die Veröffentlichung des Gesprächs den Bundeskanzler gerade jetzt so massiv beschädigt".

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, sieht als Grund für die Veröffentlichung, dass Russland Scholz davon abschrecken will, doch noch grünes Licht für die Lieferung von Taurus zu geben. Das sagte die FDP-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Forderungen nach umfassender Aufklärung des Abhörskandals

Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz erwartet, dass die Bundesregierung den Abhörskandal umfassend aufklärt. Dazu würden für die kommende Sitzungswoche des Bundestages - diese beginnt am 11. März - entsprechende Berichte in den zuständigen Ausschüssen und anderen Gremien beantragt.

Wie Russland an den Mitschnitt gelangte, wird nun vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) untersucht. Nach dpa-Informationen haben die Offiziere über die Kommunikationsanwendung Webex miteinander gesprochen. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte: "Es gibt Anhaltspunkte, dass mit Blick auf die offensichtlich besprochenen Inhalte ein nicht ausreichend sicheres Kommunikationsmittel verwendet wurde. Dies ist unter anderem Gegenstand der weiteren Untersuchungen."

CDU-Politiker Kiesewetter sagte am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin": "Es verdichten sich leider Hinweise, dass offensichtlich ein russischer Teilnehmer sich in die Webex eingewählt hat und das offensichtlich nicht auffiel, dass dort eine weitere Zuwahlnummer war." Pistorius sagte, er beteilige sich nicht an Spekulationen, "wer sich da wie reingewählt hat". "Das ist bislang alles reine Spekulation und hilft uns übrigens auch nicht weiter." Er wolle den Bericht des Militärischen Abschirmdienstes abwarten./and/bg/DP/he

KIEW (dpa-AFX) - Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Kurachowe im Südosten der Ukraine sind am Sonntagnachmittag nach ersten Angaben mindestens 16 Menschen verletzt worden. Die gelenkte Flugzeugbombe beschädigte mehrere Wohnhäuser in dem Ort im Gebiet Donezk, wie die ukrainische Agentur Unian weiter berichtete. Der Zustand von zwei der Verletzten wurde als kritisch beschrieben.

Russland führt seit zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Dabei geraten immer wieder Wohngebiete unter wahllosen Beschuss russischer Artillerie oder Kampfflugzeuge. Erst am Samstagmorgen starben zehn Menschen in der südukrainischen Hafenstadt Odessa, als eine sogenannte Kamikazedrohne ein Wohngebäude traf./cha/DP/he

WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) - Der Republikaner Donald Trump hat seinen Siegeszug bei den US-Präsidentschaftsvorwahlen seiner Partei fortgesetzt. Der frühere Präsident und aktuelle Präsidentschaftsbewerber entschied am Samstag wie erwartet die parteiinternen Abstimmungen in den Bundesstaaten Missouri und Idaho für sich, wie die Republikanische Partei in beiden Bundesstaaten am Abend (Ortszeit) nach der Abstimmung mitteilten. Der Ex-Präsident setzte sich dabei klar gegen seine einzig verbliebene parteiinterne Konkurrentin durch: die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley.

Trump hat bei den Vorwahlen seiner Partei für die Präsidentschaftswahl im November bislang alle Abstimmungen gewonnen. Haley konnte kein Votum für sich entscheiden. Offen ist, wie lange die 52-Jährige noch im Rennen bleiben wird, da ihr faktisch keine Chancen mehr eingeräumt werden, Trump zu schlagen. Ihr Konkurrent hat trotz diverser Skandale, Eskapaden und einer chaotischen Amtszeit als Präsident großen Rückhalt in der Parteibasis.

"Super Tuesday" steht an

Nun folgen republikanische Vorwahlen zunächst im Hauptstadtdistrikt Washington und im Bundesstaat North Dakota, bevor am Dienstag der nächste Meilenstein im Wahljahr ansteht: der "Super Tuesday" mit Abstimmungen in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten.

Wer in den USA Präsidentschaftskandidat werden will, muss sich zunächst in parteiinternen Vorwahlen durchsetzen. Bei Parteitagen im Sommer werden die Kandidaten dann offiziell gekürt. Der Nominierungsparteitag der Republikaner findet Mitte Juli statt. Anfang November steht schließlich die Präsidentschaftswahl an. Für die Demokraten möchte der amtierende Präsident Joe Biden für eine weitere Amtszeit kandidieren. Er hat in dem internen Rennen seiner Partei keine ernst zu nehmende Konkurrenz. Derzeit deutet also alles darauf hin, dass am Ende erneut Biden und Trump gegeneinander antreten dürften.

Bei Wahlkampfauftritten am Samstag in North Carolina und Virginia griff Trump seinen Kontrahenten einmal mehr scharf an und behauptete, Bidens liberale Migrationspolitik komme einer "Verschwörung zum Sturz der Vereinigten Staaten von Amerika" gleich. Außerdem passierte dem 77-Jährigen einmal mehr ein Fauxpas, als er den früheren US-Präsidenten Barack Obama mit Biden verwechselte. Trump spottet im Wahlkampf regelmäßig über den geistigen Zustand seines 81 Jahre alten Kontrahenten Biden. Die Politiker, die beide im weit fortgeschrittenen Alter sind, stehen sich bei Patzern dieser Art aber in nichts nach.

Insbesondere Bidens Alter treibt jedoch viele Wähler in den USA um. Und Umfragen sagen ein knappes Rennen zwischen Trump und Biden voraus. In einer Umfrage, die die Zeitung "New York Times" am Samstag veröffentlichte, lag Trump vor Biden. Es ist nicht das erste Ergebnis dieser Art. Allerdings gelten einzelne Umfragen nur als begrenzt aussagekräftig, und bis zum Wahltag Anfang November kann noch viel passieren.

Transatlantik-Koordinator verlangt Vorbereitungen auf US-Wahl in Europa

Der US-Wahlkampf beschäftigt dennoch zunehmend auch Politiker in Europa. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Michael Link, rechnet mit einer Neuauflage des Rennens zwischen Biden und Trump - und fordert Vorbereitungen. Link sprach sich für eine deutsch-französische Initiative zur Stärkung des europäischen Pfeilers der Nato aus. Vor dem Hintergrund von Misstönen zwischen Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Ich erwarte, dass beide aufeinander zugehen." Persönliche Animositäten zwischen beiden dürften keine Rolle bei den Vorbereitungen auf mögliche Folgen der US-Wahl spielen. Die Lage sei dazu zu ernst. Zwischen Scholz und Macron waren jüngst etwa beim Thema der möglichen Entsendung von Bodentruppen europäischer Länder in die Ukraine erhebliche Differenzen deutlich geworden.

Neben der Stärkung des europäischen Nato-Pfeilers sei eine deutsch-französische Initiative zur Reform des Rüstungs-Binnenmarkts notwendig, sagte Link. Zudem müsse das Thema von qualifizierten Mehrheitsentscheidungen in der Außen- und Sicherheitspolitik der EU vorangebracht werden. "Die Amerikaner werden uns und auch andere in der Welt nur ernst nehmen, wenn wir endlich als Europa handlungsfähiger werden und nicht uns durch jedes einzelne Mitglied und durch jede Debatte stören, stoppen oder bremsen lassen."

In der ersten Amtszeit habe es geheißen, man müsse Trump nicht wörtlich nehmen, aber sehr ernst, sagte Link. "Ich würde sagen, man muss ihn weiterhin sehr ernst nehmen, aber auch fast wörtlich." Die Frage sei nicht, ob die USA unter Trump komplett aus der Nato austreten würden. Viel schlimmer sei die Unsicherheit, die Trump verbreite, als Nato-Mitglied nicht wirklich verlässlich zu sein - etwa bei der Frage der Beistandsgarantie im Falle eines Angriffs. "Das ist wahrscheinlich das Schlimmste, was der Nato geschehen kann. Denn das wäre eine Aushöhlung von innen." Genau darauf müsse man sich nun vorbereiten./jac/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Veröffentlichung eines internen Gesprächs deutscher Luftwaffen-Offiziere durch Russland als "hybriden Angriff zur Desinformation" gewertet. "Es ist Teil eines Informationskriegs, den Putin führt", sagte der SPD-Politiker am Sonntag in Berlin. "Es geht um Spaltung. Es geht darum, unsere Geschlossenheit zu untergraben. Und dementsprechend sollten wir besonders besonnen darauf reagieren, aber nicht weniger entschlossen." Es gehe jetzt auch darum, "Putin nicht auf den Leim zu gehen", betonte Pistorius. "Es geht darum, unsere Innenpolitik auseinanderzutreiben." Er hoffe sehr, dass Putin dies nicht gelinge.

Der Minister sagte, ihm lägen bislang keine Erkenntnisse über weitere Leaks oder das Mithören von weiteren Telefonaten vor. Er erwartet in den ersten Tagen der neuen Woche Ergebnisse der internen Prüfung des Vorgangs - dabei geht es seinen Angaben zufolge unter anderem darum, ob die richtige Plattform für die in dem veröffentlichten Gespräch besprochenen Inhalte gewählt wurde. Die Offiziere hatten sich über die Plattform Webex zusammengeschaltet. Pistorius sicherte zu, nach der Prüfung zügig die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.

Auf die Frage nach möglichen personellen Konsequenzen sagte er: "Ich spekuliere grundsätzlich nicht vor Abschluss solcher Untersuchungen über personelle Konsequenzen. Das wäre definitiv viel zu hoch gegriffen." Es gehe vor allem um die inhaltlichen, die regulatorischen Konsequenzen - "und darum, ob man in irgendeiner Form disziplinarrechtlich vorgehen muss" gegen diejenigen, die "im Zweifel, wenn es sich herausstellt, falsch gehandelt haben sollten".

Die Chefin des russischen Staatssenders RT, Margarita Simonjan, hatte am Freitag den Audiomitschnitt eines gut 30-minütigen Gesprächs hoher Luftwaffen-Offiziere veröffentlicht. Darin diskutieren sie über theoretische Möglichkeiten eines Einsatzes deutscher Taurus-Marschflugkörper durch die Ukraine. Das deutsche Verteidigungsministerium geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass das interne Gespräch abgehört wurde./sku/bg/DP/he

LONDON (dpa-AFX) - In der Ukraine sind im Februar nach britischen Schätzungen so viele russische Soldaten pro Tag getötet oder verletzt worden wie noch nie seit Beginn des Angriffskrieges vor gut zwei Jahren. Das britische Verteidigungsministerium geht von durchschnittlich 983 Opfern am Tag aus, wie die Behörde am Sonntag mitteilte. Insgesamt seien bisher mehr als 355 000 russische Soldaten getötet oder verwundet worden.

Die hohe Durchschnittszahl spiegele wider, dass Russland sich einem Massen- und Abnutzungskrieg verschrieben habe, hieß es in London weiter. Das koste zwar viele Menschenleben, aber habe den Druck auf die ukrainischen Stellungen entlang der Front erhöht.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London Desinformation vor./bvi/DP/he

KIEW (dpa-AFX) - Nach einer Reihe von Abschüssen russischer Kampfflugzeuge durch die ukrainische Flugabwehr sind die Einsätze der russischen Luftwaffe über der Ostukraine nach Darstellung Kiews merklich zurückgegangen. "Die von westlichen Partnern zur Verfügung gestellten Abwehrmittel zeigen Wirkung", sagte Luftwaffen-Sprecher Juri Ihnat am Sonntag in Kiew nach Angaben der "Ukrainska Prawda". Nach ukrainischer Darstellung waren in den vergangenen Tagen mehrere russische Kampfflugzeuge vom Typ Su-34 oder Su-35 im Osten der Ukraine abgeschossen worden. Das russische Militär hat den Verlust der Maschinen offiziell nie bestätigt.

Als bisher größten Erfolgt feierte die ukrainische Flugabwehr den Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeugs vom Typ A-50 vor wenigen Tagen. Bereits im Januar will die Ukraine eine dieser äußerst seltenen und wertvollen Maschinen abgeschossen haben. Diese Flugzeuge werden zur Luftraumüberwachung und zur Führung von Angriffen eingesetzt.

Trotz des Einsatzes von Flugabwehrsystemen an der Front beklagt die Ukraine einen Mangel an weiteren Systemen zum Schutz eigener Großstädte. Zuletzt starben in der südukrainischen Hafenstadt Odessa in der Nacht zum Samstag mindestens zehn Menschen bei einem russischen Luftangriff./cha/DP/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien von Meta haben am Freitag in einem freundlichen Börsenumfeld ein weiteres Rekordhoch geschafft. Die Papiere der Facebook-Mutter erreichten bei gut 504 US-Dollar eine Bestmarke und gewannen zuletzt 2,5 Prozent auf 502,19 Dollar.

Der auf Rekordniveau notierende, technologielastige Index Nasdaq 100 stand zuletzt 1,4 Prozent im Plus. Nach wie vor werden die Börsen in den USA von der Aussicht auf eine lockere Geldpolitik und der Hoffnung auf gute Geschäfte im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) getrieben.

Sehr viele der von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten Analysten raten zu einem Kauf der Aktien von Meta. In einer aktuellen Auflistung sprechen sich 64 Experten dafür aus. 8 Fachleute empfehlen, erst einmal auf der Seitenlinie zu verharren, und nur 3 Analysten plädieren für einen Verkauf.

Ein neutrales Votum hatte zuletzt Analyst Mirko Maier von der Landesbank Baden-Württemberg abgegeben. An Metas breitem Social-Media-Angebot mit den Plattformen Facebook, Instagram und Whatsapp komme zwar kaum ein Werbetreibender vorbei. Zudem sollten solche Anwendungen den Nutzen für diese weiter steigern, die um Funktionen rund um Künstliche Intelligenz angereichert seien. Ein Damoklesschwert aber seien die drohenden regulatorischen Maßnahmen seitens der Europäischen Union und der US-Handelsbehörde.

Zudem reflektiert der Ausblick auf 2024 Maier zufolge die hohen Anforderungen der aktuellen und der geplanten KI-Anwendungen. So seien die Investitionsplanungen angehoben worden und die Einstellung von Mitarbeitern im KI-Umfeld dürfte mit höheren Personalaufwendungen einhergehen. Dies wiederum dürfte die Margenentwicklung bremsen.

Unter den sogenannten "Glorreichen Sieben" der aktuell am meisten diskutierten Technologiewerte in den USA ist Meta das einzige Unternehmen, das bislang zum Wochenschluss eine Bestmarke erreicht hat. Der KI-Prozessor-Spezialist Nvidia allerdings steht mit einem Plus von derzeit 3,6 Prozent kurz davor, ein weiteres Rekordhoch zu erreichen.

Der Software-Konzern Microsoft und vor allem der Online-Riese Amazon weisen zwar ebenso wie Meta und Nvidia seit Jahresbeginn gerechnet Gewinne auf, müssen sich aber noch etwas strecken, um wieder ihre Höchststände zu erreichen.

Abgeschlagen auf den hinteren Rängen rangieren die Google-Mutter Alphabet , der Technologiekonzern Apple und der Elektroautobauer Tesla . Sie notieren seit Jahresbeginn gerechnet im Minus und sind teils sehr weit von Rekordhochs entfernt.

Alle drei Unternehmen haben aktuell mit Herausforderungen zu kämpfen. So waren zuletzt Sorgen aufgekommen, dass der ChatGPT-Eigentümer OpenAI ein Konkurrenz-Produkt zu der Google-Suchmaschine entwickeln könnte. Apple gibt mit seinem iPhone-Geschäft schon länger keinen Anlass mehr für stürmische Begeisterung. Und Tesla spürt immer stärker die Konkurrenz aus Asien./la/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Übernahmephantasie hat die seit Jahresbeginn schwächelnden Aktien von Spirit Aerosystems (Spirit Aero) kräftig angeschoben. Die Papiere des US-Zulieferers für die Flugzeugindustrie waren in der Spitze um fast 19 Prozent auf den höchsten Stand seit April letzten Jahres gesprungen. Zuletzt zogen die Anteilscheine noch um 13,5 Prozent auf 32,47 US-Dollar an.

Der US-Flugzeugbauer Boeing befinde sich in Gesprächen zur Übernahme von Spirit Aerosystems, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Zuerst hatte das "Wall Street Journal" darüber berichtet.

Die Aktien von Boeing büßten zuletzt unter den schwächsten Werten im Dow Jones Industrial mehr als ein Prozent ein. Der US-Leitindex legte moderat zu.

Spirit Aerosystems hat aktuell mit zahlreichen Qualitätsproblemen bei den Flugzeugen des Boeing-Typs 737 Max zu kämpfen. Boeing lehnte eine Stellungnahme zu den Übernahmespekulationen ab. Spirit Aerosystems gab keinen unmittelbaren Kommentar ab.

Spirit Aerosystems war 2005 aus Boeing ausgegliedert und an Private-Equity-Investoren verkauft worden. Damit endeten fast 80 Jahre im Besitz des US-Flugzeugherstellers. Dieser Schritt war Teil der Bemühungen von Boeing, schlanker und letztlich rentabler zu werden. Doch damit fehlte Spirit Aerosystems der schützende Rahmen der Boeing-Bilanz.

Zuletzt geriet Spirit Aerosystems wegen eines dramatischen Zwischenfalls mit einer der Maschinen aus Boeings 737-Max-Programm in den Fokus. Anfang Januar war bei einer so gut wie neuen 737-9 Max der US-Fluggesellschaft Alaska Airlines mit mehr als 170 Menschen an Bord kurz nach dem Start im Steigflug ein Rumpfteil an der Sitzreihe 26 herausgebrochen. Der Rumpf der 737-Max-Modelle wird hauptsächlich vom Zulieferer Spirit Aerosystems gebaut.

Mit dem Kurssprung am Freitag haben die Anteilscheine von Spirit Aerosystems ihre seit Jahresbeginn aufgelaufenen Verluste mit einem Schlag ausgebügelt. Aktuell steht in dieser Betrachtung ein Plus von gut zwei Prozent zu Buche./la/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger von Nordex greifen bei dem Hersteller von Windkraftanlagen munter zu. Die Titel knüpften am Freitag mit einem Anstieg um mehr als 5 Prozent an ihre kräftigen Erholungsgewinne an und erreichten über der Marke von 11 Euro das höchste Niveau seit Mitte November. Damit haben sie im Wochenverlauf schon mehr als 20 Prozent an Wert gewonnen. Am Montag hatten sie sich mit 9,21 Euro noch ihrem niedrigsten Stand seit Oktober 2022 genähert. Dieser ist mit 8,62 Euro erst wenige Wochen alt.

Am Vortag hatte der Ausblick die Aktie schon um neun Prozent hochgetrieben. Das Unternehmen rechnet 2024 mit einer weiteren Verbesserung seiner Ergebnisse. Analysten bleiben denn auch mit ihren Kurszielen optimistisch, die Citigroup etwa erhöhte ihre Zielmarke auf 16 Euro. Damit verspricht der Experte Vivek Midha auch nach der aktuellen Rally noch ein Kurspotenzial von fast der Hälfte.

Noch optimistischer bleibt Alster Research, die hier genannten 22 Euro kämen einer Verdopplung gleich. "Die neuen Ziele zeichnen ein sehr positives Bild", schrieb Analyst Leon Mühlenbruch. Die Jahresresultate hätten das erwartet starke Umsatzwachstum bestätigt und außerdem habe Nordex wieder ein positives operatives Ergebnis (Ebitda) erreicht. All dies untermauere seine Erwartung, dass Nordex auf dem Weg zu profitablem Wachstum sei./tih/jha/

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Dell nach Quartalszahlen von 99 auf 113 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Dieses Mal hätten die auf Künstliche Intelligenz (KI) bezogenen Aufträge nicht enttäuscht, schrieb Analyst David Vogt in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die KI-Server-Stärke sollte eine höhere Bewertung der Aktien untermauern./mis/gl

Veröffentlichung der Original-Studie: 01.03.2024 / 04:02 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 01.03.2024 / 04:02 / GMT

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Zinshoffnung der Anleger äußert sich am Freitag in überdurchschnittlich steigenden Immobilienwerten. Deren gesamteuropäischer Branchenindex Stoxx Europe 600 Real Estate erholte sich von seinen jüngsten Verlusten, indem er sein Tagesplus am Vormittag auf bis zu 1,6 Prozent ausbaute. Zuletzt kam er dann mit dem Gesamtmarkt wieder etwas zurück auf plus 1,2 Prozent. Dies bescherte den Immobilientiteln aber weiterhin die Spitzenposition im europäischen Branchenvergleich.

Im Dax gehörten die erst kürzlich auf einem Tief seit November angekommenen Vonovia-Aktien am Freitag mit 1,3 Prozent zu den vergleichsweise großen Gewinnern. Aroundtown zählten im MDax mit plus 1,6 Prozent zu den Favoriten, noch ergänzt durch TAG Immobilien und LEG mit Anstiegen um bis zu 1,4 Prozent.

Stützend wirkten die Preisdaten aus der Eurozone. Auch wenn der Rückgang die Erwartungen nicht ganz erfüllte, bestätigten sie die jüngste Tendenz einer sich weiter abschwächenden Inflation. Die Verbraucherpreise stiegen im Februar im Vorjahresvergleich um 2,6 Prozent und damit etwas weniger deutlich als noch im Januar.

Damit liege die Teuerung nicht mehr allzu weit vom EZB-Ziel von 2 Prozent entfernt, sagte am Freitag der Marktbeobachter Thomas Gitzel von der VP Bank. Er sah zwar weiterhin auch weniger günstige Aspekte, hob aber als positive Erkenntnis die fallende Kerninflationsrate hervor, die Energie- und Nahrungsmittelpreise außen vor lässt.

Immobilienwerte reagieren auf Inflations- und Zinssignale besonders empfindlich, weil die hohen Leitzinsen in den vergangenen Monaten den Immobilienmarkt lahmlegten. Bis Ende Dezember herrschte noch Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen, die dem Sektorindex Stoxx Europe 600 Real Estate Ende Dezember ein Hoch seit Februar 2023 beschert hatte. Danach stellten sich Anleger darauf ein, dass es doch etwas länger dauern könnte, bis die Zinsen wieder sinken. Bis zu 12 Prozent hatte der Branchenindex zwischenzeitig seit Ende Dezember verloren.

"Offensichtlich kristallisiert sich der Juni heraus als das Datum, an dem die EZB ihren Zinssenkungszyklus beginnen wird", schrieb am Morgen die Expertin Antje Praefcke von der Commerzbank. Es gebe nur noch einige wenige Markteilnehmer, die schon im April die Chance auf eine Zinssenkung witterten./tih/tav/stk

(neu: Aktienkurse, mehr Hintergrund, weitere Analysten)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Daimler Truck haben am Freitag nach der Bilanzvorlage ihre Rekordjagd fortgesetzt und dabei noch einmal so richtig Gas gegeben. In der Spitze kletterten die Papiere um rund 14,5 Prozent auf den Rekord von 43,28 Euro, womit sie zugleich erstmals über die 40-Euro-Marke schnellten. Im Februar hatten die Papiere schon eine Rekordserie hinter sich, die nun im März mit viel zusätzlichem Schwung weiter geht. Das Plus seit Mitte Januar ist mittlerweile auf bis zu 40 Prozent angewachsen.

Der Gesamtumsatz soll 2024 trotz schwächerer Bestellungen 55 bis 57 Milliarden Euro erreichen. Analyst Jose Asumendi von JPMorgan sprach in einem ersten Kommentar von einem "sehr starken Ausblick" nach einem soliden Jahr. Händler ergänzten, auch die Zahlen zum vierten Quartal hätten deutlich über den Erwartungen gelegen. Die Aktionäre sollen außerdem eine Dividende erhalten, die um 60 Cent auf 1,90 Euro je Aktie steigt.

Wie Experte Nick Housden von der kanadischen Investmentbank RBC erläuterte, lag das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) im vierten Quartal elf Prozent über den Erwartungen. Seiner Einschätzung nach ist die positive Entwicklung vor allem von der Sparte Mercedes-Benz Trucks getrieben. Für ihn sind die starken Ergebnisse ein Indikator für wirksame Maßnahmen zur Selbstoptimierung.

Wie schon in den vergangenen Jahren beurteile das Management von Daimler Truck die Aussichten einen Tick besser als die Konkurrenten, merkte unterdessen Warburg-Experte Fabio Hölscher an. Was aber nichts daran ändere, dass der Ausblick ihm realistisch erscheine. Dem Konzern dürfte dabei in die Karten spielen, dass sich der nordamerikanische Lkw-Markt ein weiteres Jahr robust entwickeln dürfte, ergänzte der Branchenkenner.

Mit den Kursgewinnen hat sich Daimler Truck inzwischen weit von seinem Niveau zum Börsendebüt abgesetzt. Nach der Abspaltung aus dem Daimler-Konzern war das Papier am 10. Dezember 2021 bei 28 Euro gestartet, dann bis März 2022 aber auf ein Tief bei gut 20 Euro gefallen. Seitdem ging es trotz aller Aufs- und Abs in der Tendenz aufwärts auf mehr das Doppelte. Den stärksten Kursschub erleben die Anleger aber bisher in diesem Jahr.

Die Nachrichten des Nutzfahrzeugherstellers stützten am Freitag auch die Papiere der Volkswagen -Nutzfahrzeugholding Traton , deren Kurs im SDax eine Bestmarke seit September 2021 erklomm. Am späten Vormittag notierte das Papier noch 4,4 Prozent höher. Vom zweieinhalb Jahre alten Rekordniveau, das 28,46 Euro beträgt, sind die Titel des Daimler-Wettbewerbers indes noch gut elf Prozent entfernt.

Bei Traton sehen die Analysten der Schweizer Bank UBS nun wieder Luft nach oben. Sie hoben ihr Kursziel auf 27 Euro an, was im Vergleich zum aktuellen Niveau noch ein Plus von rund sechs Prozent bedeuten würde. Analyst Hemal Bhundia geht davon aus, dass auch die Volkswagen-Nutzfahrzeugholding bei der Vorlage ihrer Jahresbilanz in der kommenden Woche über ein positives Schlussquartal berichten wird.

Er wartet im Falle von Traton auch gespannt auf den Ausblick, insbesondere zur Auswirkung der Nachfragenormalisierung in Nordamerika und Europa auf die Margen. Der Experte rechnet damit, dass die Aussagen des Managements wiederum an dem Tag auch die Kurse der Konkurrenten beeinflussen dürften - wenngleich die Lage bei Traton mit den Wettbewerbern nicht ganz vergleichbar sei./tav/tih/jha/

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Puma SE anlässlich des Kapitalmarkttages des Sportartikel-Unternehmens auf "Sector Perform" mit einem Kursziel von 42 Euro belassen. Das Management habe eine kohärente Strategie für die wichtigsten Bereiche des Unternehmens und der Wertschöpfungskette vorgelegt, schrieb Analyst Piral Dadhania in einer am Freitag vorliegenden Studie. Nun gehe es darum, sie umzusetzen. Die aktuelle Bewertung der Aktie berge wahrscheinlich Aufwärtspotenzial./edh/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.02.2024 / 20:54 / EST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 01.03.2024 / 00:45 / EST

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Kursrutsch der vergangenen Tage wittern die Anleger bei Aixtron wieder Chancen. Dies deckt sich mit der Einschätzung des Analysehauses Warburg, das die Aktien am Freitag von "Hold" auf "Buy" hochstufte. Das auf 34,50 Euro gesenkte Kursziel räumt Aixtron immer noch 29 Prozent Luft nach oben ein.

Am späten Vormittag zogen die Aktien des Anlagenbauers, der ein starkes Standbein in der Chipbranche hat, um rund vier Prozent auf 26,73 Euro an. Damit stoppten sie zunächst eine fünftägige Verlustserie. Allein am Donnerstag hatten sie fast 19 Prozent eingebüßt und zeitweise den tiefsten Stand seit fast einem Jahr markiert, nachdem für 2024 ein deutlich langsameres Wachstum in Aussicht gestellt wurde.

Ihren Jahresverlust dämmten die Titel dank der Stabilisierung auf knapp 31 Prozent ein. Damit ist Aixtron aber immer noch einer der schwächsten Werte im MDax . Im Dezember hatte der Kurs mit knapp 40 Euro noch das höchste Niveau seit 2001 erreicht. Längerfristig blicken die Anleger auf fünf Gewinnjahre in Folge mit einem Kursanstieg um insgesamt rund 360 Prozent zurück. Seit Ende 2016 hat sich der Kurs gar verzehnfacht.

Für Warburg-Experte Malte Schaumann ist der "etwas schwächer als gedachte Ausblick" auf 2024, der sich am Vortag mit der Nachricht eines beendeten Großprojekts beim Kunden AMS-Osram paarte, kein Beinbruch. Der Experte verwies auf die guten Perspektiven für 2025 mit einer dann erwarteten Margensteigerung.

Die Auswirkungen der AMS-Nachrichten auf das MicroLED-Geschäft spielte Schaumann in seiner Studie herunter. Von diesem sei kurzfristig eh nur wenig Wachstum erwartet worden. Der Kursrutsch vom Vortag eröffnet Schaumann zufolge eine Kaufgelegenheit angesichts einer Bewertung am historischen Tief. Er kehrte deshalb nach seiner erst im Dezember vorgenommenen Abstufung wieder zu einem Kaufvotum zurück.

Auch vom Analysehaus Alster Research kam am Freitag eine Kaufempfehlung. Hier schrieb der Analyst Oliver Wojahn, die Aktie sei nach der jüngsten Kurskorrektur wieder attraktiv. Er lobte eine starke Wettbewerbsposition und die langfristig vielversprechenden strukturellen Wachstumsaussichten./tih/gl/jha/

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Daimler Truck nach Quartalszahlen auf "Outperform" mit einem Kursziel von 53 Euro belassen. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) des Lkw-Herstellers sei deutlich besser als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Nick Housden in einer am Freitag vorliegenden ersten Reaktion. Auch der Ausblick auf 2024 habe die Konsensschätzung übertroffen./edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 01.03.2024 / 02:41 / EST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 01.03.2024 / 02:41 / EST

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Daimler Truck nach Zahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 48 Euro belassen. Analyst Jose Asumendi lobte in einer am Freitag vorliegenden Studie einen "sehr starken Ausblick" nach einem soliden Jahr 2023. Trotz gestiegener Kosten sei die Gewinnentwicklung von beständigen Absätzen und der Preismacht gestützt worden./tih/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 01.03.2024 / 07:12 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 01.03.2024 / 07:12 / GMT

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(aktualisierte Fassung)

BERN (dpa-AFX) - Die Schweizer haben bei einer Volksabstimmung eine 13. Rentenzahlung pro Jahr durchgesetzt. Die Initiative der Gewerkschaften wurde mit rund 58 Prozent der Stimmen angenommen, wie sich am Sonntagnachmittag abzeichnete. Der Moderator des Schweizer Fernsehens sprach von einer Sensation, weil noch nie seit Einführung des Initiativrechts vor mehr als 130 Jahren eine linke Volksinitiative zum Sozialausbau erfolgreich war.

Die Regierung und das konservativ dominierte Parlament hatten die Initiative als zu teuer abgelehnt. Die Gewerkschaft schlägt vor, höhere Beiträge im Arbeitsleben für die Rentenkasse zu erheben.

Die Initiative fand auch Zustimmung in mehr als der Hälfte der 26 Kantone - eine Hürde, an der andere Initiativen sonst oft gescheitert sind. Konservative Kantone wie Appenzell Innerrhoden, die auch dieses Mal mit mehr als 68 Prozent "Nein" stimmten, waren in der Minderheit.

Damit erhöht sich die Jahresrente aus der staatlichen Rentenkasse AHV um 8,3 Prozent. 2021 lag die durchschnittliche monatliche Gesamtrente in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik für Männer bei rund 4400 Franken (knapp 4600 Euro), für Frauen bei rund 3000 Franken. Sie setzt sich aus AHV-Rente und einer zweiten Säule zusammen, in die Arbeitgeber und Arbeitnehmer während des Erwerbslebens gemeinsam einzahlen. Die Zahlung aus der zweiten Säule ist oft höher als die AHV-Rente.

Die Gesamtjahresrente ist im Vergleich zu Deutschland hoch. Aber in der Schweiz sind auch die Lebenshaltungskosten deutlich höher, nach Schätzungen mindestens 50 Prozent. Es gibt zum Beispiel weder für Arbeitende noch für Rentner Zuschüsse zu Krankenkassenbeiträgen und keine "Krankenkasse der Rentner". Einige andere Länder haben bereits mehr als zwölf Rentenzahlungen im Jahr, darunter Liechtenstein, Polen oder Österreich, nicht aber Deutschland.

Das Thema hatte die Bevölkerung elektrisiert. Die Wahlbeteiligung lag ungewöhnlich hoch bei rund 59 Prozent. Es gibt meist vier Volksabstimmungen im Jahr, und oft stimmt nur rund die Hälfte der Stimmbürger ab.

Eine zweite Volksinitiative zur weiteren Erhöhung des Rentenalters über 65 hinaus ist deutlich mit rund 75 Prozent der Stimmen abgelehnt worden.

Zu den beiden landesweiten Vorlagen kamen zahlreiche regionale und lokale Anliegen vor das Volk. Im Kanton Zürich gab die Bevölkerung etwa grünes Licht für den Ausbau von zwei Pisten am Flughafen, der in der Nähe der deutschen Grenze liegt./oe/DP/he

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Argentiniens ultraliberaler Präsident Javier Milei will das bisher durch hohe Zölle stark abgeschottete Land für den Welthandel öffnen und Bodenschätze wie Lithium verstärkt ausbeuten. Zudem forderte der Staatschef bei der ersten Sitzung des Kongresses am Freitag einen ausgeglichenen Haushalt, Steuer- und Arbeitsmarktreformen sowie die Achtung des Privateigentums. Mit einer Selbstverpflichtung auf zehn Punkte seines Regierungsprogramms will Milei die Gouverneure auf Linie bringen, mit denen er zuletzt über die Verteilung von Bundesmitteln gestritten hatte. Die Provinzchefs sollen den sogenannten Mai-Pakt am argentinischen Nationalfeiertag am 25. Mai in Córdoba unterzeichnen.

"Als ich mein Amt antrat, habe ich einen Staat vorgefunden, der seine grundlegenden Aufgaben nicht erfüllen konnte", sagte Milei, der Mitte Dezember vergangenen Jahres seinen linken Vorgänger Alberto Fernández abgelöst hatte. "Ein Staat, der alles macht, macht alles schlecht." In seiner Rede vor dem Kongress kündigte Milei erneut an, die staatliche Nachrichtenagentur Télam zu schließen. Zuletzt hatte seine Regierung bereits mehrere Behörden abgewickelt, darunter das Nationale Institut gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sowie das Nationale Institut für indigene Angelegenheiten.

Milei will die staatlichen Behörden auf ein Minimum zusammenstutzen und kürzte zuletzt bereits eine Reihe von Subventionen für Strom, Wasser, Gas und den öffentlichen Nahverkehr. Ein umfangreiches Gesetzespaket zur Deregulierung der Wirtschaft hängt im Kongress fest, weil es Milei bisher nicht gelungen ist, stabile Mehrheiten zu organisieren. Im Streit um die Verteilung von Bundesmitteln legte er sich zuletzt sogar mit mehreren konservativen Gouverneuren aus dem Süden des Landes an, die seiner Agenda grundsätzlich offen gegenüberstehen und die er eigentlich in seine Reformpläne einbinden wollte.

Argentinien steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate liegt bei über 250 Prozent, rund 40 Prozent der Menschen in dem einst reichen Land leben unterhalb der Armutsgrenze. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer großen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht. Die Landeswährung Peso verliert gegenüber dem US-Dollar immer weiter an Wert, der Schuldenberg wächst ständig./dde/DP/he

BERN (dpa-AFX) - Die Schweizer haben sich bei einer Volksabstimmung am Sonntag mit großer Mehrheit für eine 13. Rentenzahlung pro Jahr durchgesetzt. 58 Prozent der Wahlberechtigten stimmten dem Gewerkschaftsvorschlag nach Hochrechnungen zu, gegen die Empfehlung der Regierung und des Parlaments.

Volksinitiativen müssen nicht nur von der Mehrheit der Gesamtbevölkerung angenommen werden, sondern auch von der Mehrheit der 26 Kantone. Laut Hochrechnung wurde auch diese Hürde genommen, wie Lukas Golder vom Meinungsforschungsinstitut gfs.bern im Schweizer Fernsehen sagte.

Eine zweite Vorlage, das Rentenalter über 65 hinaus zu erhöhen, scheiterte mit rund 75 Prozent Nein-Stimmen deutlich.

In Zürich wurde eine Abstimmung über die Verlängerung von zwei Pisten am Flughafen nach Hochrechnungen mit mehr als 60 Prozent der Stimmen angenommen./oe/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Das für Asylverfahren zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) soll deutlich mehr Stellen erhalten. "Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stärken wir mit 1160 zusätzlichen Kräften, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) der "Welt am Sonntag". Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich dabei um Vollzeitstellen handelt und diese "schnellstmöglich" besetzt werden sollten. Derzeit verfügt das Bamf nach eigenen Angaben über rund 8000 Stellen.

Die Bundesregierung tue auch viel dafür, Asylverfahren zu beschleunigen und zu digitalisieren, sagte Faeser. "Dafür nehmen wir jetzt noch einmal 300 Millionen Euro zusätzlich in die Hand."

Zur laufenden Prüfung der Bundesregierung zur Machbarkeit von Asylverfahren in Drittstaaten sagte Faeser, diese dauere an. "Wir prüfen das und hören dazu gerade Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an. Es gibt Experten, die eine solche Regelung für möglich halten, andere sagen, dass die Rechtslage geändert werden müsste." Maßstab seien die Menschenrechte, wie sie im europäischen Recht und in der deutschen Verfassung geschützt seien.

Auf die Frage, wo sie sich solche Verfahren vorstellen könne, sagte Faeser: "Zum Beispiel in Staaten, die auf der Route nach Westeuropa liegen und rechtsstaatliche Standards einhalten." Entscheidend sei, dass die Betroffenen während der Verfahren sicher seien und von dort in ihre Heimatländer zurückgebracht werden könnten, wenn sie keinen Schutz benötigten.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Regierungschefs der Länder hatten sich im November darauf verständigt, dass die Bundesregierung prüft, ob Asylverfahren außerhalb Europas möglich sind. Ein Ergebnis der Prüfung liegt bislang zwar nicht vor, könnte aber beim nächsten Treffen der Runde in der kommenden Woche besprochen werden./hrz/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem Spitzentreffen von Bund und Ländern zur Migrationspolitik am Mittwoch dringt der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Boris Rhein (CDU), auf konkrete Ergebnisse. "Wir müssen an alle Stellschrauben ran, um die irreguläre Migration zu begrenzen", sagte der hessische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag". Er verlangt von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Klarheit darüber, "wann weitere Staaten mit geringer Anerkennungsquote als sichere Herkunftsländer ausgewiesen werden und wie es um die zusätzlichen Rückführungsabkommen steht".

Bei ihrem Treffen am Mittwoch wollen die Regierungschefs der Länder zunächst untereinander und dann mit Scholz über die Migrationspolitik beraten. Ihre Kommunen stöhnen teilweise unter einer Überlastung mit Asylbewerbern.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder verlangte "jetzt sofort einen echten Richtungswechsel". Nach seinen Vorstellungen sollten Asylbewerber erst nach frühestens fünf statt drei Jahren volle Sozialleistungen erhalten und neu ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine nur noch Asylbewerberleistungen statt sofort Bürgergeld. Söder forderte "zentrale Ausreisezentren des Bundes an Flughäfen" und eine klar definierte Obergrenze für die Aufnahme von Asylbewerbern, die sich an Deutschlands Integrationsfähigkeit orientieren soll.

Wie weiter bei der Bezahlkarte?

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die Zeitung sprachen sich 77 Prozent der 1002 Befragten für die bundesweite Einführung einer Bezahlkarte aus, über die Asylbewerber ihre staatlichen Leistungen erhalten (dagegen: 13 Prozent). Alle Bundesländer planen, ihren Kommunen die Einführung zu ermöglichen, oder haben damit bereits begonnen, 14 der 16 Länder gehen bei dem erforderlichen Vergabeverfahren gemeinsam vor.

Der Deutsche Städtetag forderte die Länder auf, dabei gemeinsame Regeln zu finden. Andernfalls drohe ein Flickenteppich, sagte der Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Er lobte, dass die Ampel-Koalition an dieser Stelle bundesrechtlich Klarheit geschaffen habe. "Trotzdem sind fast alle weiteren Detailfragen zur Bezahlkarte immer noch offen." Die Länder müssten sicherstellen, "dass die Bezahlkarte in allen ihren Kommunen verpflichtend eingeführt wird. Und zwar unter möglichst gleichen Rahmenbedingungen." Dedy nannte die Frage, ob die Karte für neu ankommende Asylbewerber oder auch für länger hier lebende gelten soll, wie viel Bargeld abgehoben werden kann und ob die Karte nur für bestimmte Waren eingesetzt werden kann.

Das Bundeskabinett hatte am Freitag beschlossen, dass die geplante Bezahlkarte mit einem Bundesgesetz abgesichert wird. Mit der Karte soll etwa verhindert werden, dass Asylbewerber Geld an Schlepper oder an ihre Familie oder Freunde ins Ausland überweisen. Die konkrete Ausgestaltung ist vielerorts noch unklar. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gehen eigene Wege, wollen aber ebenfalls eine Bezahlkarte einführen.

Was noch auf der Agenda steht

Thema auf dem Bund/Länder-Treffen soll auch das Wachstumgesetz werden, mit dem die Wirtschaft durch Steuererleichterungen und Bürokratieabbau gefördert werden soll. Der Bundestag hat es mehrheitlich beschlossen. Die Union fordert aber, dass die Regierung nicht Teile der Kosten durch einen Abbau von Subventionen beim Agrardiesel finanziert und auf dieses Vorhaben ganz verzichtet. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat keinen Kompromiss aller Beteiligten gefunden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte die Unionsländer auf, im Bundesrat zuzustimmen. "Wir brauchen die steuerlichen Verbesserungen, die in der aktuellen wirtschaftlichen Lage ein dringend notwendiges positives Signal für die Unternehmen in Deutschland darstellen", sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur./and/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Städtetag hat die Bundesländer aufgefordert, gemeinsame Regeln zur geplanten Bezahlkarte für Asylbewerber zu finden. Andernfalls drohe ein Flickenteppich, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Helmut Dedy, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Er lobte, dass die Ampel-Koalition an dieser Stelle bundesrechtlich Klarheit geschaffen habe. "Trotzdem sind fast alle weiteren Detailfragen zur Bezahlkarte immer noch offen", sagte Dedy. Die Länder müssten jetzt sicherstellen, "dass die Bezahlkarte in allen ihren Kommunen verpflichtend eingeführt wird. Und zwar unter möglichst gleichen Rahmenbedingungen."

Dedy nannte unter anderem die Frage, ob die Karte für neu ankommende Asylbewerber oder auch für länger hier lebende Geflüchtete gelten soll, bis zu welchem Betrag bar abgehoben werden könne und ob die Karte nur für bestimmte Waren eingesetzt werden kann. Dafür müssten sich die Länder auf bundesweit geltende Standards einigen. "Sie haben die Bezahlkarte gewollt, beschlossen und bis auf Bayern und Mecklenburg-Vorpommern auch gemeinsam ausgeschrieben - jetzt müssen sie auch dafür sorgen, dass es keinen Flickenteppich gibt", mahnte Dedy.

Das Bundeskabinett hatte am Freitag beschlossen, dass die geplante Bezahlkarte mit einem Bundesgesetz abgesichert wird. Es geht um eine bundesrechtliche Regelung für die Bezahlkarte, die die Länder für Asylbewerber einführen. Ein Teil der staatlichen Leistungen für Asylbewerber soll künftig als Guthaben auf dieser Bezahlkarte bereitgestellt werden. Mit der Karte soll etwa verhindert werden, dass Asylbewerber Geld an Schlepper oder an ihre Familie oder Freunde ins Ausland überweisen.

Die konkrete Ausgestaltung ist vielerorts noch unklar - das Ausschreibungsverfahren für die Karte läuft noch. 14 von 16 Bundesländern hatten sich Ende Januar auf ein gemeinsames Vergabeverfahren zur Einführung einer Bezahlkarte für Asylbewerber geeinigt, das bis zum Sommer abgeschlossen sein soll. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gehen eigene Wege, wollen aber ebenfalls eine Bezahlkarte einführen./shy/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat sich dafür ausgesprochen, die "Rente mit 63" nur noch Menschen mit gefährdeter Gesundheit zu ermöglichen. "Ein frühzeitiger Renteneintritt ohne Abschläge sollte dann möglich sein, wenn es gesundheitliche Gründe gibt", sagte die Ökonomin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Die jetzige Regelung zur "Rente mit 63" schaffe für viele einen Anreiz, früher in den Ruhestand zu gehen, ob mit oder ohne Abschläge. "Vor allem Gutverdiener machen davon Gebrauch. Das verschärft den Fachkräftemangel", beklagte Grimm.

Die damalige Koalition von Union und SPD hatte die vorgezogene Altersrente ohne Abschläge ab 45 Jahren Versicherungszeit 2014 eingeführt. Bei der Einführung hatte die Regierung jährlich rund 200 000 Antragsteller prognostiziert - die Prognosen werden Jahr für Jahr deutlich übertroffen. Arbeitgeber, die Union, aber auch Politiker von Grünen und FDP hatten sich für eine Abkehr von der "Rente mit 63" ausgesprochen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat solche Forderungen aber zurückgewiesen.

Grimm kritisierte, in den vergangenen Jahren seien "viele Rentengeschenke" verteilt worden. Der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung sei nicht zuletzt deshalb zwischen 2003 und 2021 von 77 auf 112 Milliarden Euro jährlich angestiegen. Jetzt stehe der Renteneintritt der Babyboomer-Generation bevor. Das Renteneintrittsalter sollte an die Lebenserwartung angepasst werden, forderte Grimm./shy/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Die Zahl der wegen Beschäftigungsverlust neu Grundsicherung beziehenden Menschen in Deutschland ist im vergangenen Jahr, dem Startjahr des Bürgergelds, auf einen Tiefststand gesunken. Neu aus Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt in die Grundsicherung rutschten im Jahr 2023 rund 341 000 Menschen - 54 000 weniger als im Jahr 2022. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Damit habe es 2023, dem Jahr der Einführung des Bürgergelds, den bislang niedrigsten Zugang an Arbeitslosen in die Grundsicherung für Arbeitsuchende aus regulärer Beschäftigung gegeben, seitdem Hartz IV 2005 eingeführt wurde, so das Sozialministerium. Keine Belege gebe es dafür, dass es seit der Einführung des Bürgergelds zu einer Welle massenhafter Kündigungen gekommen sei.

So hatte der Bundesverband des Gebäudereiniger-Handwerks im Oktober unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen mitgeteilt, dass bei 28 Prozent der Unternehmen bereits mehrere Beschäftigte mit konkretem Verweis auf das Bürgergeld gekündigt oder eine Kündigung in Aussicht gestellt hätten.

Zwölf Prozent mehr Geld für 5,5 Millionen Menschen

18 Jahre nach dem Start des Hartz-IV-Systems war Anfang 2023 das Bürgergeld an seine Stelle getreten. Die Sätze der Grundsicherung waren um rund 50 Euro gestiegen. Mit der Erhöhung Anfang 2024 bekamen die 5,5 Millionen Bedürftigen im Schnitt erneut rund zwölf Prozent mehr Geld auf ihr Konto überwiesen.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte daraufhin gesagt, die Berechnungsmethode müsse überprüft werden. Aus der Union war mehrfach Kritik am Bürgergeld gekommen. So hatte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann angekündigt, seine Partei werde das Bürgergeld in jetziger Form abschaffen. Angesichts von Fällen, in denen Arbeitnehmer am Ende weniger Geld hätten als Bürgergeldempfänger, öffne der Hartz-IV-Nachfolger eine Gerechtigkeitslücke.

Bsirske: "Weniger Menschen aus Job ins Bürgergeld gewechselt"

Der Grünen-Abgeordnete Frank Bsirske, der die Anfrage gestellt hatte, warf der Union "verantwortungslose Stimmungsmache" vor. Wer Vollzeit arbeite, habe immer mehr im Geldbeutel als im Bürgergeld, sagte Bsirske der dpa. "Die Zahlen zeigen klipp und klar, dass weniger Menschen aus einem Job in das Bürgergeld gewechselt sind als jemals zuvor", so der frühere Verdi-Chef weiter. Auch die Diskussion um die Anhebung der Regelsätze im Bürgergeld habe im vergangenen Jahr nicht zu mehr Kündigungen geführt.

Bsirske unterstrich: "Das Bürgergeld sichert das Existenzminimum, wenn Menschen in Deutschland in eine Notlage geraten oder ihren Job verlieren."/bw/DP/he

MAINZ (dpa-AFX) - Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Regierungschefs von CDU und CSU aufgefordert, die Blockade des Wachstumschancengesetzes im Bundesrat aufzugeben. "Wir brauchen die steuerlichen Verbesserungen, die in der aktuellen wirtschaftlichen Lage ein dringend notwendiges positives Signal für die Unternehmen in Deutschland darstellen", sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Die Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten kommt am kommenden Mittwoch (6. März) in Berlin mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zusammen.

Dreyer sprach mit Blick auf das Wachstumschancengesetz von einem "wichtigen ersten Impuls". Bisher machen die unionsgeführten Länder ihre Zustimmung zu dem Gesetz von der Rücknahme der geplanten Kürzungen beim Agrar-Diesel abhängig.

Dreyer plädierte auch für eine Reform der grundgesetzlich verankerten Schuldenbremse. Sie erklärte, für die industrielle Transformation, Wohlstand und sichere Arbeitsplätze bedürfe es "weiterer erheblicher zukunftsgerichteter Investitionen": "Dafür brauchen wir Spielraum." Sie warb dafür, dass die Ministerpräsidenten "geschlossen die Bundesregierung auffordern, Vorschläge zu machen, wie eine pragmatische Anpassung der Schuldenbremse erfolgen kann".

Es sei wichtig, darüber zu sprechen, wie der Wirtschaftsstandort Deutschland in dieser "herausfordernden Situation" weiter gestärkt werden könne. Es brauche "viel mehr private und staatliche Investitionen in Zukunftstechnologien", um auch in der industriellen und digitalen Transformation innovationsstark und wettbewerbsfähig zu bleiben, sagte sie./rtt/DP/he

BERLIN (dpa-AFX) - Selbst bei recht kleinen Renten wird inzwischen Einkommenssteuer fällig. Wer zum Beispiel 2023 in den Ruhestand ging und 1300 Euro im Monat netto ausgezahlt bekommt, führt jährlich 127 Euro an den Fiskus ab. Bei einem Zahlbetrag von 1500 Euro im Monat sind es jährlich 463 Euro Steuern, bei 1800 Euro im Monat bereits 1098 Euro. Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Finanzministeriums an die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Besteuerung der Renten wurde mit einer Reform 2004 umgestellt. Schrittweise wird ein immer größerer Teil der Rente steuerpflichtig, während die Beiträge in der Berufsphase steuerfrei gestellt werden. Das bedeutet: Ältere Rentner trifft die Besteuerung nicht oder nicht so stark. Wer zum Beispiel bis 2015 in Rente ging und heute 1300 Euro netto im Monat ausgezahlt bekommt, zahlt keine Einkommenssteuer - anders als die Neurentner des Jahres 2023. Für künftige Rentner wächst die Steuerlast schrittweise weiter.

"Die Rentenbesteuerung sollte für Renten bis 2000 Euro abgeschafft werden", forderte Wagenknecht. "Wenn Neurentner bei gleicher Rentenhöhe mehrere hundert Euro mehr Steuern zahlen müssen als ältere Jahrgänge, obwohl sie in der Regel weniger Rente bekommen, dann zeigt das, dass sich das Problem immer weiter verschärft." Das treffe selbst Renten, von denen man kaum auskömmlich leben könne. "Es ist absurd, das ohnehin viel zu niedrige Rentenniveau noch weiter runter zu besteuern", meinte Wagenknecht.

Die Vorsitzende des neuen Bündnis Sahra Wagenknecht hatte jüngst bereits die Gesamtsumme der Steuern und Sozialabgaben für Rentnerinnen und Rentner abgefragt: Sie ist in den vergangenen Jahren gestiegen und erreicht 2024 voraussichtlich gut 124 Milliarden Euro. Darauf entfallen 54,3 Milliarden Euro an Beiträgen für die gesetzliche Krankenversicherung und 11,5 Milliarden Euro für die Pflegeversicherung.

Die Antwort des Ministeriums auf Wagenknechts neue Anfrage zeigt, dass die Sozialabgaben nicht nur in der Summe, sondern auch für die einzelnen Rentnerinnen und Rentner gewachsen sind. 2005 hatten die Senioren einen Eigenanteil von 8,85 Prozent der Bezüge; seit Juli 2023 sind es 11,5 Prozent.

Bei den Angaben zur Besteuerung ist zu beachten: Das Ministerium gab die Zahlbeträge netto an, also die Summe nach Abzug von Steuern und Abgaben. 1300 Euro netto entsprechen den Angaben zufolge 1470 Euro brutto. Bei 1200 Euro netto oder weniger wird derzeit keine Einkommenssteuer fällig./vsr/DP/he

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