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NEW YORK (dpa-AFX) - Wirtschaftsdaten haben am New Yorker Aktienmarkt am Freitag die Furcht vor steigenden Zinsen gemildert und die Kurse beflügelt. Nach kräftigen Schwankungen zum Auftakt ging es für die Indizes anschließend nur noch in eine Richtung: nach oben. Marktteilnehmer analysierten weitere Daten vom US-Arbeitsmarkt, zum Auftragseingang in der Industrie sowie zur Stimmung im Dienstleistungssektor und kamen zu der Auffassung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen demnächst wohl nicht mehr so stark anziehen dürfte wie zuletzt. Eine Konjunktureintrübung in den Vereinigten Staaten müsse noch keine tiefe Rezession bedeuten, so der Tenor im Handel.

Mit den nachlassenden Zinssorgen stieg der Dow Jones Industrial auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember und verbuchte zum Börsenschluss ein Plus von 2,13 Prozent auf 33 630,61 Punkte. Alle 30 Werte in dem Leitindex notierten im Plus. Der marktbreite S&P 500 legte um 2,28 Prozent auf 3895,08 Zähler zu. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 2,78 Prozent auf 11 040,35 Punkte hoch. Damit fällt die Bilanz der ersten Börsenwoche des Jahres 2023 doch noch positiv aus, mit einem Gewinn von jeweils rund eineinhalb Prozent für den Dow und den S&P 500 und einem Plus von 0,9 Prozent für den Nasdaq 100.

In den Vereinigten Staaten ist der Arbeitsmarkt weiter in robuster Verfassung, wie die Daten für den Dezember zeigten. Gleichzeitig nimmt der Druck von der Lohnkostenseite etwas ab, dies könnte die Inflationssorgen mildern.

Abermals waren am Aktienmarkt die Augen auf die gebeutelten Tesla-Aktien gerichtet, die sich anfangs mit einem weiteren Kursrutsch noch der 100-Dollar-Marke genähert hatten. Unter dieser hatten sie letztmals im August 2020 notiert. Immer höhere Preissenkungen, um die Elektrofahrzeuge des Konzerns in China los zu werden, drückten auf die Stimmung. Mit der positiven Marktstimmung berappelten sich die Tesla-Anteile jedoch und schlossen 2,5 Prozent höher bei 113 Dollar.

Im Tech-Sektor waren Halbeiterwerte besonders gefragt. Lam Research , Applied Materials , KLA und Broadcom gewannen bis zu 6,8 Prozent. Intel legten um 4,3 Prozent zu, womit sie gleichzeitig der Tagessieger im Dow waren.

Die Papiere des Haushaltswarenherstellers und Wohnraumausstatters Bed Bath & Beyond verloren indes weitere 22,5 Prozent, nachdem sie am Vortag schon um fast 30 Prozent eingebrochen waren. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf eine mit der Sache vertraute Person berichtete, traf das Unternehmen inzwischen Vorbereitungen für einen Insolvenzantrag.

Um fast 30 Prozent nach oben schnellten in New York die Anteile von Curevac . Das in Tübingen beheimatete Unternehmen, dessen Aktien hauptsächlich in den USA notiert sind, berichtete von positiven frühen Studiendaten mit mRNA-Impfstoffen gegen Corona- und Grippe-Viren, die gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GSK entwickelt werden.

Ferner vergab die US-Arzneibehörde eine beschleunigte Zulassung für ein Alzheimer-Medikament, das vom US-Unternehmen Biogen zusammen mit dem japanischen Pharmaunternehmen Eisai entwickelt wurde. In einer ersten Reaktion darauf bauten die Biogen-Aktien ihr Plus deutlich aus, fielen dann aber wieder zurück und schlossen mit plus 2,8 Prozent.

Der Euro baute im US-Handel die Gewinne aus dem europäischen Geschäft aus, die Gemeinschaftswährung kostete nach dem Börsenschluss 1,0646 US-Dollar. Zuvor war sie nach den schwachen Daten aus dem US-Dienstleistungssektor bereits über 1,06 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vorher noch auf 1,0500 (Donnerstag: 1,0601) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9524 (0,9433) Euro gekostet.

Auch am Rentenmarkt legte der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) nach den frühen Gewinnen nochmals zu. Zuletzt stieg er um 1,09 Prozent auf 114,25 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere fiel im Gegenzug auf 3,57 Prozent./ajx/he

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - Wirtschaftsdaten haben am New Yorker Aktienmarkt am Freitag die Furcht vor steigenden Zinsen gemildert und die Kurse beflügelt. Nach kräftigen Schwankungen zum Auftakt ging es für die Indizes anschließend nur noch in eine Richtung: nach oben. Marktteilnehmer analysierten weitere Daten vom US-Arbeitsmarkt, zum Auftragseingang in der Industrie sowie zur Stimmung im Dienstleistungssektor und kamen zu der Auffassung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen demnächst wohl nicht mehr so stark anziehen dürfte wie zuletzt. Eine Konjunktureintrübung in den Vereinigten Staaten müsse noch keine tiefe Rezession bedeuten, so der Tenor im Handel.

Mit den nachlassenden Zinssorgen stieg der Dow Jones Industrial auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember und verbuchte zum Börsenschluss ein Plus von 2,13 Prozent auf 33 630,61 Punkte. Alle 30 Werte in dem Leitindex notierten im Plus. Der marktbreite S&P 500 legte um 2,28 Prozent auf 3895,08 Zähler zu. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 2,78 Prozent auf 11 040,35 Punkte hoch. Damit fällt die Bilanz der ersten Börsenwoche des Jahres 2023 doch noch positiv aus, mit einem Gewinn von jeweils rund eineinhalb Prozent für den Dow und den S&P 500 und einem Plus von 0,9 Prozent für den Nasdaq 100.

In den Vereinigten Staaten ist der Arbeitsmarkt weiter in robuster Verfassung, wie die Daten für den Dezember zeigten. Gleichzeitig nimmt der Druck von der Lohnkostenseite etwas ab, dies könnte die Inflationssorgen mildern./ajx/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Wirtschaftsdaten haben am New Yorker Aktienmarkt am Freitag die Furcht vor steigenden Zinsen gemildert und die Kurse beflügelt. Nach kräftigen Schwankungen zum Auftakt ging es für die Indizes anschließend nur noch in eine Richtung: nach oben. Marktteilnehmer analysierten weitere Daten vom US-Arbeitsmarkt, zum Auftragseingang in der Industrie sowie zur Stimmung im Dienstleistungssektor und kamen zu der Auffassung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen demnächst wohl nicht mehr so stark anziehen dürfte wie zuletzt. Eine Konjunktureintrübung in den Vereinigten Staaten müsse noch keine tiefe Rezession bedeuten, so der Tenor im Handel.

Mit den nachlassenden Zinssorgen stieg der Dow Jones Industrial auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember und verbuchte knapp zwei Stunden vor dem Börsenschluss ein Plus von 1,73 Prozent auf 33 499,49 Punkte. Fast alle der 30 Werte in dem Leitindex notierten im Plus. Der marktbreite S&P 500 legte um 1,87 Prozent auf 3879,25 Zähler zu. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 2,27 Prozent auf 10 984,57 Punkte hoch. Damit zeichnet sich derzeit auch eine positive Bilanz der ersten Börsenwoche des Jahres 2023 ab, wobei allerdings der Nasdaq 100 nur ganz knapp im Plus steht.

In den Vereinigten Staaten ist der Arbeitsmarkt weiter in robuster Verfassung, wie die Daten für den Dezember zeigten. Gleichzeitig nimmt der Druck von der Lohnkostenseite etwas ab, dies könnte die Inflationssorgen mildern.

Abermals waren die Augen auf die gebeutelten Tesla-Aktien gerichtet, die sich anfangs mit einem weiteren Kursrutsch noch der 100-Dollar-Marke genähert hatten. Unter dieser hatten sie letztmals im August 2020 notiert. Immer höhere Preissenkungen, um die Elektrofahrzeuge des Konzerns in China los zu werden, drückten auf die Stimmung. Mit der positiven Marktstimmung berappelten sich die Tesla-Anteile jedoch und standen zuletzt 1,5 Prozent höher bei 112 Dollar.

Im Tech-Sektor waren zudem Halbeiterwerte besonders gefragt. Lam Research , KLA und Broadcom gewannen zwischen fünf und sechs Prozent. Intel legten um fast dreieinhalb Prozent zu.

Die Papiere des Haushaltswarenherstellers und Wohnraumausstatters Bed Bath & Beyond verloren indes weitere 21 Prozent, nachdem sie am Vortag schon um fast 30 Prozent abgesackt waren. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf eine mit der Sache vertraute Person berichtete, traf das Unternehmen inzwischen Vorbereitungen für einen Insolvenzantrag.

Um ein Viertel schnellten in New York die Anteile von Curevac nach oben. Das in Tübingen beheimatete Unternehmen, dessen Aktien hauptsächlich in den USA notiert sind, berichtete von positiven frühen Studiendaten mit mRNA-Impfstoffen gegen Corona- und Grippe-Viren, die gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GSK entwickelt werden./ajx/he

(Im zweiten Absatz wurde ein Tippfehler berichtigt: "brachte" rpt "brachte")

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach der Verschnaufpause am Vortag wieder an seinen schwungvollen Jahresauftakt angeknüpft. Als Antrieb erwiesen sich am Freitag ein robuster Jobbericht aus den USA und schwache Konjunkturdaten aus dem US-Dienstleistungssektor, die Zinserhöhungserwartungen mit Blick auf die Notenbank Fed dämpften. Die Stimmung im wichtigen US-Dienstleistungssektor hatte sich im Dezember unerwartet deutlich eingetrübt.

Der Leitindex Dax schloss 1,20 Prozent höher bei 14 610,02 Punkten. Die erste Börsenwoche des Jahres brachte damit ein Plus von 4,93 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 1,12 Prozent auf 26 970,10 Punkte hoch.

"Allen Zinserhöhungen zum Trotz schlägt sich der US-Arbeitsmarkt wacker", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Der Arbeitsmarkt sei weiter sehr robust. Er verwies auf die stärker als erwartet gestiegene Beschäftigung im Dezember, wodurch die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren fiel. Zugleich stiegen die Löhne weniger deutlich als erwartet. Dies habe Erleichterung mit Blick auf die weitere Inflationsentwicklung mit sich gebracht.

Im Dax gewannen die Aktien von Fresenius nach einem positiven Analystenkommentar 1,6 Prozent. Analyst Graham Doyle von der schweizerischen Großbank UBS hob die Chancen der Infusionstochter Kabi und deren strategische Möglichkeiten positiv hervor.

Die Papiere der Deutschen Post bewegten sich kaum vom Fleck und hinkten so dem Markt deutlich hinterher. Bei dem Logistikkonzern stehen aktuell die Tarifforderungen der Gewerkschaft Verdi für Postboten und Paketzusteller im Blick. Verdi fordert 15 Prozent mehr für rund 160 000 Tarifbeschäftigte im Inland. Der Post-Vorstand hält so kräftige Einkommenssteigerungen für "nicht vertretbar".

Die Aktien von Rheinmetall stiegen im MDax um 3,6 Prozent. Sie profitierten von Schützenpanzer-Lieferungen des Typs Marder an die Ukraine. Zudem wird Rheinmetall als Nachfolger im Dax für Linde gesehen, sobald der Industriegasehersteller und Anlagenbauer hierzulande von der Börse geht. Die im Tagesverlauf vorgelegten vorläufigen Jahreszahlen spielten kaum eine Rolle. Das Unternehmen hatte operativ ein Rekordergebnis eingefahren.

Mit minus 2,9 Prozent waren die Anteilscheine von Delivery Hero das klare Schlusslicht im Index. Finanzchef Emmanuel Thomassin hatte sich laut einer Mitteilung von Aktien des Online-Essenslieferanten im Wert von etwa 1,4 Millionen Euro getrennt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,47 Prozent auf 4017,83 Punkte. Der französische Cac 40 legte genauso deutlich zu, während der Londoner FTSE 100 lediglich ein Plus von 0,9 Prozent schaffte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial zog zum europäischen Handelsschluss um knapp 2 Prozent an.

Der Euro profitierte stark von den schwachen Daten aus dem US-Dienstleistungssektor und notierte zuletzt bei 1,0620 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0500 (Donnerstag: 1,0601) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9524 (0,9433) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,30 Prozent am Vortag auf 2,33 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 125,44 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,70 Prozent auf 137,16 Zähler./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach der Verschnaufpause am Vortag wieder an seinen schwungvollen Jahresauftakt angeknüpft. Als Antrieb erwiesen sich am Freitag ein robuster Jobbericht aus den USA und schwache Konjunkturdaten aus dem US-Dienstleistungssektor, die Zinserhöhungserwartungen mit Blick auf die Notenbank Fed dämpften. Die Stimmung im wichtigen US-Dienstleistungssektor hatte sich im Dezember unerwartet deutlich eingetrübt.

Der Leitindex Dax schloss 1,20 Prozent höher bei 14 610,02 Punkten. Die erste Börsenwoche des Jahres bracht damit ein Plus von 4,93 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 1,12 Prozent auf 26 970,10 Punkte hoch.

"Allen Zinserhöhungen zum Trotz schlägt sich der US-Arbeitsmarkt wacker", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Der Arbeitsmarkt sei weiter sehr robust. Er verwies auf die stärker als erwartet gestiegene Beschäftigung im Dezember, wodurch die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren fiel. Zugleich stiegen die Löhne weniger deutlich als erwartet. Dies habe Erleichterung mit Blick auf die weitere Inflationsentwicklung mit sich gebracht.

Im Dax gewannen die Aktien von Fresenius nach einem positiven Analystenkommentar 1,6 Prozent. Analyst Graham Doyle von der schweizerischen Großbank UBS hob die Chancen der Infusionstochter Kabi und deren strategische Möglichkeiten positiv hervor.

Die Papiere der Deutschen Post bewegten sich kaum vom Fleck und hinkten so dem Markt deutlich hinterher. Bei dem Logistikkonzern stehen aktuell die Tarifforderungen der Gewerkschaft Verdi für Postboten und Paketzusteller im Blick. Verdi fordert 15 Prozent mehr für rund 160 000 Tarifbeschäftigte im Inland. Der Post-Vorstand hält so kräftige Einkommenssteigerungen für "nicht vertretbar".

Die Aktien von Rheinmetall stiegen im MDax um 3,6 Prozent. Sie profitierten von Schützenpanzer-Lieferungen des Typs Marder an die Ukraine. Zudem wird Rheinmetall als Nachfolger im Dax für Linde gesehen, sobald der Industriegasehersteller und Anlagenbauer hierzulande von der Börse geht. Die im Tagesverlauf vorgelegten vorläufigen Jahreszahlen spielten kaum eine Rolle. Das Unternehmen hatte operativ ein Rekordergebnis eingefahren.

Mit minus 2,9 Prozent waren die Anteilscheine von Delivery Hero das klare Schlusslicht im Index. Finanzchef Emmanuel Thomassin hatte sich laut einer Mitteilung von Aktien des Online-Essenslieferanten im Wert von etwa 1,4 Millionen Euro getrennt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,47 Prozent auf 4017,83 Punkte. Der französische Cac 40 legte genauso deutlich zu, während der Londoner FTSE 100 lediglich ein Plus von 0,9 Prozent schaffte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial zog zum europäischen Handelsschluss um knapp 2 Prozent an.

Der Euro profitierte stark von den schwachen Daten aus dem US-Dienstleistungssektor und notierte zuletzt bei 1,0620 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0500 (Donnerstag: 1,0601) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9524 (0,9433) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,30 Prozent am Vortag auf 2,33 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 125,44 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,70 Prozent auf 137,16 Zähler./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach der Verschnaufpause am Vortag wieder an seinen schwungvollen Jahresauftakt angeknüpft. Als Antrieb erwiesen sich am Freitag ein robuster Jobbericht aus den USA und schwache Konjunkturdaten aus dem US-Dienstleistungssektor, die Zinserhöhungserwartungen mit Blick auf die Notenbank Fed dämpften. Die Stimmung im wichtigen US-Dienstleistungssektor hatte sich im Dezember unerwartet deutlich eingetrübt.

Der Leitindex Dax schloss 1,20 Prozent höher bei 14 610,02 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 4,93 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 1,12 Prozent auf 26 970,10 Punkte hoch.

"Allen Zinserhöhungen zum Trotz schlägt sich der US-Arbeitsmarkt wacker", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Der Arbeitsmarkt sei weiter sehr robust. Er verwies auf die stärker als erwartet gestiegene Beschäftigung im Dezember, wodurch die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren fiel. Zugleich stiegen die Löhne weniger deutlich als erwartet. Dies habe Erleichterung mit Blick auf die weitere Inflationsentwicklung mit sich gebracht./la/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das neue Jahr ist an der Börse freundlich gestartet. Europas Börsen haben zur Erholung angesetzt, der deutsche Leitindex Dax hat in der ersten Handelswoche 2023 merklich zugelegt. Mittlerweile kehren viele Marktakteure aus dem Urlaub zurück und auch die Termindichte nimmt wieder zu. Dabei dürften sich die Anleger weiterhin vor allem auf Konjunktur- und Inflationsdaten fokussieren - wobei sich auch bei den Unternehmen wieder etwas mehr tut.

"Dass eine tiefe Rezession wie nach der Finanzkrise oder Corona im Euroraum und in Deutschland ausbleibt, ist mittlerweile Konsens", schreibt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Schließlich sei eine Gasmangellage unwahrscheinlich geworden. Nicht zuletzt wegen des vergleichsweise milden Winters haben sich außerdem die Energiepreise trotz des anhaltenden Ukraine-Kriegs entspannt. Einige hoffen nun sogar darauf, dass eine Rezession vollständig ausbleibt.

Mit Blick auf jüngste Konjunkturdaten wie den robusten US-Arbeitsmarktbericht für Dezember ist diese Hoffnung auch nicht ungerechtfertigt. Was auf den ersten Blick positiv scheint, könnte für den Aktienmarkt allerdings eine Belastung darstellen. Denn eine starke Wirtschaft dürfte die Fed dazu bringen, die Zinsen länger und insgesamt stärker zu erhöhen, um sie dann auch für eine längere Zeit auf diesem Niveau zu belassen. Für Anleger am Aktienmarkt sind solche Aussichten wenig verlockend, da so die Attraktivität anderer Anlageformen, wie etwa Anleihen, steigt. Allerdings zeigte der Bericht auch, dass die befürchtete Preis-Lohn-Spirale sich vielleicht nicht so ausgeprägt entwickelt wie von einigen Experten befürchtet: Die Stundenlöhne stiegen weniger stark als erwartet.

Die deutsche Industrie kommt bisher ebenfalls erstaunlich gut durch die Krise. Direkt am Montag stehen Daten zur Industrieproduktion im November auf der Agenda. Die Produktion dürfte geringfügig zugelegt haben. "Das ist eine sensationell gute Nachricht angesichts der derzeitigen enormen Belastungen", schreibt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Am Freitag wird dann das Bruttoinlandsprodukt für 2022 vermeldet.

Auch die Inflation hat sich zuletzt ganz im Sinne der Anleger entwickelt. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise in der Eurozone um 9,2 Prozent und damit weniger drastisch als erwartet. Viele Marktteilnehmer setzen darauf, dass die Notenbanken bei sinkenden Inflationsraten die Zinsen nicht mehr sehr stark erhöhen, sondern sie im Gegenteil bald wieder senken werden. "Dies könnte sich jedoch als Milchmädchenrechnung erweisen", warnt Kater. Höhepunkt der Woche dürfte in diesem Zusammenhang die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Dezember sein, die am Donnerstag veröffentlicht werden.

Auch unternehmensseitig nimmt das neue Jahr Fahrt auf. Zum Ende der Handelswoche läuten die US-Banken JPMorgan , Wells Fargo und Citigroup die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten ein. Hierzulande legen schon vorher Südzucker und dessen Tochter-Unternehmen Cropenergies aus dem Nebenwerteindex SDax Quartalszahlen vor. Bereits am Dienstag berichten die Flugzeughersteller Airbus und Boeing über Auftragseingang und Auslieferungen im vergangenen Jahr.

Speziell exportorientierte Unternehmen schauen weiterhin sorgenvoll nach China. Dort steigen die Corona-Infektionszahlen nach dem abrupten Ende der Null-Covid-Politik rasant an, was den Konsum bremst und die gebeutelte chinesische Wirtschaft erneut belasten dürfte. "Womöglich ist aber in einigen Wochen oder Monaten Corona selbst in China kein Thema mehr, was bei uns die Lieferkettenprobleme weiter entspannen würde", schrieb Christian Apelt von der Landesbank Hessen-Thüringen. Sicher sei das jedoch nicht./niw/la/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

NEW YORK (dpa-AFX) - Am New Yorker Aktienmarkt haben am Freitag im frühen Handel Wirtschaftsdaten zu kräftigen Kursschwankungen geführt. Zuletzt standen die Indizes deutlich höher. Nach weiteren Daten vom Arbeitsmarkt, zum Auftragseingang in der Industrie und zur Stimmung im Dienstleistungssektor setzte sich bei Anlegern zunächst die Auffassung durch, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen demnächst wohl nicht mehr so stark anziehen dürfte wie zuletzt.

Der Dow Jones Industrial gewann nach der ersten Handelsstunde 1,11 Prozent auf 33 295,41 Punkte. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,92 Prozent auf 3843,17 Zähler zu. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,69 Prozent auf 10 815,40 Punkte hoch. Alle drei Indizes bewegen sich seit kurz vor Weihnachten tendenziell seitwärts.

Auf Unternehmensseite waren abermals die Augen auf die gebeutelten Tesla-Aktien gerichtet, die sich mit einem weiteren Kursrutsch der 100-Dollar-Marke näherten. Unter dieser notierten sie letztmals im August 2020. Anleger flüchten aus den Aktien, weil der Elektroautobauer offensichtlich immer höhere Preissenkungen in Kauf nehmen muss, um seine Fahrzeuge in China los zu werden. Der Konzern hat sich dort zunehmend starker heimischer Konkurrenz von Anbietern wie BYD , Xpeng oder Nio zu erwehren. Zuletzt dämmten die Tesla-Anteile das Minus etwas auf rund vier Prozent ein und kosteten damit 106 Dollar. Im Nasdaq 100 belegten sie den letzten Platz.

Der Haushaltswarenhersteller und Wohnraumausstatter Bed Bath & Beyond verlor 16 Prozent, nachdem die Papiere am Vortag schon um fast 30 Prozent abgesackt waren. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf eine mit der Sache vertraute Person berichtete, traf das Unternehmen inzwischen Vorbereitungen für einen Insolvenzantrag.

Um rund 15 Prozent ging es in New York für die Curevac-Aktien nach oben. Das in Tübingen beheimatete Unternehmen, dessen Aktien hauptsächlich in den USA notiert sind, berichtete von positiven frühen Studiendaten mit mRNA-Impfstoffen gegen Corona- und Grippe-Viren, die gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GSK entwickelt werden./ajx/he

NEW YORK (dpa-AFX) - Am New Yorker Aktienmarkt haben am Freitag im frühen Handel Wirtschaftsdaten zu kräftigen Kursschwankungen geführt. Zuletzt standen die Indizes deutlich höher. Nach Daten vom Arbeitsmarkt, zum Auftragseingang in der Industrie und zur Stimmung im Dienstleistungssektor setzte sich bei Anlegern die Auffassung durch, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen demnächst wohl nicht mehr so stark anziehen dürfte wie zuletzt.

Der Dow Jones Industrial gewann 0,90 Prozent auf 33 224,96 Punkte. Der marktbreite S&P 500 legte ebenfalls um 0,90 Prozent auf 3842,43 Zähler zu. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,76 Prozent auf 10 822,92 Punkte hoch. Alle drei Indizes bewegen sich seit kurz vor Weihnachten tendenziell seitwärts./ajx/he

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein robuster Arbeitsmarktbericht aus den USA und eine etwas schwächer als erwartete Inflation in der Eurozone haben dem Dax am Freitag Auftrieb gegeben. Der Leitindex, der nach einem freundlichen Handelsauftakt rasch in die Verlustzone gedreht war, zeigte sich am Nachmittag mit 0,55 Prozent zurück im Plus auf 14 515,49 Punkte. Damit steuert er auf eine starke erste Handelswoche im neuen Jahr zu. Der Wochengewinn beträgt derzeit 4,3 Prozent.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitagnachmittag um 0,60 Prozent auf 26 831,07 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,76 Prozent. Dass die einflussreiche US-Bank Citigroup inzwischen empfiehlt, europäischen Aktien im Portfolio mehr Gewicht zu geben und die Finger von US-Aktien zu lassen, dürfte die Börsenstimmung ebenfalls leicht stützen. Die Experten der Societe Generale halten europäische Aktien mittlerweile insgesamt aber für eher teuer und raten, auf einen Rücksetzer zu warten.

"Aller Zinserhöhungen zum Trotz schlägt sich der US-Arbeitsmarkt wacker" kommentierte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Der Arbeitsmarkt sei weiter sehr robust. Er verwies auf die stärker als erwartet gestiegene Beschäftigung im Dezember, wodurch die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren fiel. Zugleich stiegen die Löhne weniger deutlich als erwartet, was Erleichterung mit Blick auf die weitere Inflationsentwicklung mit sich brachte.

Gitzel verwies allerdings darauf, dass die Arbeitsmarktdaten eine nachlaufende makroökonomische Größe sind, sodass deutlichere Rückschläge dort erst ersichtlich würden, wenn die Konjunktur am Boden liege. Daher geht er davon aus, dass sich die Fed angesichts des bereits erreichten Leitzinsniveaus "von nun an behutsam vorantasten wird", wahrscheinlich mit Zinsanhebungen um 0,25 Prozentpunkte.

In der Euroregion schwächte sich außerdem der Preisauftrieb im Dezember stärker als erwartet ab. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Dezember 2021 zwar, allerdings weniger deutlich als im November und auch weniger stark als von Volkswirten im Schnitt erwartet.

Fresenius stiegen als einer der Spitzenwerte im Dax um 1,2 Prozent und erreichten wieder den höchsten Stand seit Juli 2022. Die Schweizer Großbank UBS hatte das Kursziel hochgesetzt und ihre Kaufempfehlung bekräftigt. Dabei hob Analyst Graham Doyle die Chancen der Infusionstochter Kabi und deren strategische Möglichkeiten positiv hervor.

Die Papiere der Deutschen Post sanken indes um 1,4 Prozent und zählten zu den Schlusslichtern im Dax. Mit Blick auf einen etwaigen Verkauf des Logistikers Schenker durch die Deutsche Bahn brachte Analyst Samuel Bland von JPMorgan neben der dänischen DSV auch die Deutsche Post DHL ins Spiel. Bland bewertet Schenker mit etwa 15 Milliarden Euro und hält den dänischen Konzern für den wahrscheinlicheren Käufer. Zudem stehen bei der Post die Tarifforderungen der Gewerkschaft Verdi für Postboten und Paketzusteller im Blick. Verdi fordert 15 Prozent mehr für rund 160 000 Tarifbeschäftigte im Inland.

Die Aktien von Rheinmetall stiegen im MDax um 2,8 Prozent. Der Rüstungskonzern hatte am frühen Nachmittag überraschend vorläufige Jahreszahlen vorgelegt, die allerdings hinter den durchschnittlichen Analystenschätzungen zurückblieben. Ein Händler betonte jedoch, dass das Verfehlen der Ziele nur auf Lieferverzögerungen und nicht auf fehlende Aufträge zurückzuführen sei. Zuvor noch hatten die Rheinmetall-Aktien von Schützenpanzer-Lieferungen des Typs Marder an die Ukraine profitiert. Zudem wird Rheinmetall als Nachfolger im Dax für Linde gesehen, sobald der Industriegasehersteller und Anlagenbauer hierzulande von der Börse geht.

Mit minus 3,9 Prozent waren Delivery Hero zugleich Schlusslicht. Finanzchef Emmanuel Thomassin stieß Aktien des Online-Essenslieferanten im Wert von etwa 1,4 Millionen Euro ab.

Der Euro schwächelte und wurde am frühen Nachmittag mit 1,0506 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0601 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,30 Prozent am Vortag auf 2,33 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 125,44 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,20 Prozent auf 136,48 Zähler./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(neu: Details)

ERKELENZ (dpa-AFX) - Ein paar Minuten bleibt der maskierte Mann in drei Metern Höhe in dem dreibeinigen Gestell hängen, dann kommt er wieder runter: Das öffentliche Aktionstraining an einem zu Blockaden eingesetzten Tripod in Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler ist schon wieder zu Ende. Zuvor haben etwa 30 Demonstranten eine Sitzblockade geübt. Eng nebeneinander auf dem Boden, auf roten Kissen, die Arme miteinander verhakt rufen sie: "Kohlenstopp, Kohlenstopp". Nur etwa eine Viertelstunde dauert alles.

Mehrere Tausend Demonstranten waren zu einem Sonntagsspaziergang in den kleinen, für den dort konzentrierten Protest gegen den Kohleabbau bekannten Ortsteil der Stadt Erkelenz gekommen. Ein Aktionsbündnis "Lützerath unräumbar" führte auch Formen des zivilen Ungehorsams vor. Mittlerweile liegt Lützerath direkt an der Abbruchkante des riesigen Lochs, das der Tagebau in die Landschaft gräbt. Die Räumung wird in naher Zukunft erwartet.

Die dort lebenden Aktivisten wollen dies möglichst lange verzögern und sich der Polizei entgegenstellen. "Wir hoffen, dass wir Lützerath sechs Wochen lang halten können", sagt Dina Hamid, Sprecherin der Initiative Lützerath Lebt. Derzeit seien etwa 700 Menschen vor Ort. Und sie erwarte weiteren Zulauf von Menschen. "Lützerath lebt und ist lebendiger als je zuvor", sagt die junge Frau.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer meint, die Politik habe nicht mit so viel Widerstand gegen den Abriss des Dorfes gerechnet. "Man merkt, dass anscheinend unterschätzt wurde, welche Kraft in diesem Ort steckt", sagte Neubauer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Lützerath. "Hier zeigt eine Gesellschaft, dass sie versteht: Es geht um alles. Das Dorf hier ist überlaufen von Menschen, die aus der ganzen Republik angereist sind."

Der inmitten von Feldern liegende Weiler besteht nur noch aus wenigen Häusern. Die ursprünglichen Bewohner haben ihren Besitz verkauft und leben längst woanders. Der Ort gehört dem Energieunternehmen RWE . Seit etwa zwei Jahren haben sich Kohlegegner niedergelassen. Sie bereiten Widerstand vor gegen die wohl bevorstehende Räumung.

Mit der Tagebaubetreiberin RWE haben die grün geführten Wirtschaftsministerien in Bund und NRW einen auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg im Rheinland vereinbart. Fünf vom Abriss bedrohte Dörfer sollen erhalten blieben. Lützerath soll weichen, um die darunter liegende Kohle abzubauen. Sie werde für die Energieversorgung gebraucht, so der Energiekonzern.

Unter den Unterstützern des Protestes sind Jung und Alt vertreten. Viele kennen sich von den Demonstrationen am Hambacher Forst 2018 und bekämpfen seit langem die Stromgewinnung aus Braunkohle. Andere wollen in Lützerath selbstbestimmte, alternative Lebensformen ausprobieren. Mancher Aktivist kam mit einer Ausrüstung, als solle der Widerstand gleich losgehen: mit Trinkbecher am Rucksack, Handschuhen und maskiertem Gesicht.

Die Parteichefin der NRW-Grünen, Yazgülü Zeybek, ruft dazu auf, die Lage vor Ort nicht eskalieren zu lassen. "Gewalt in jeglicher Form ist nicht akzeptabel. Wir appellieren als Partei an alle Seiten, deeskalierend zu wirken und eine geordnete Räumung möglich zu machen", sagte Zeybek der "WAZ" (Montag).

In dem Symbolort für eine neue Klimapolitik gibt es Frust und Freude. Auf der Zufahrtsstraße steht auch eine völlig demolierte Schrottkarre quer im Weg. Dort machen fünf Aktivisten gute Stimmung mit Musik. "Bitte mitsingen - Keine Fotos" steht auf dem Schild, das eine schunkelnde Aktivistin im gelben Karnevalskostüm trägt. Denn Bilder könnten der Polizei beim Identifizieren helfen.

Von Polizei war aber kaum etwas zu sehen. Allerdings: Weil es im Tagebau einen Wassereinbruch gab, musste ein neuer Ort für ein Konzert der Kölner Band AnnenMayKantereit gefunden werden. Die Polizei gab dafür ihren Parkplatz frei./uho/DP/nas

KIEW (dpa-AFX) - Bei den Kämpfen im Gebiet Donezk im Osten der Ukraine sind die Verteidiger im Raum Soledar nach Angaben aus Kiew in eine schwierige Lage geraten. "Derzeit ist es schwer in Soledar", schrieb die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar am Sonntag in ihrem Telegram-Kanal. Soledar ist wie das seit Monaten umkämpfte Bachmut Teil des ukrainischen Verteidigungswalls vor dem Ballungsraum zwischen Slowjansk und Kramatorsk. Die Einnahme der Agglomeration wäre fast gleichbedeutend mit der Eroberung des Donbass - eines der öffentlich genannten Ziele Russlands zu Beginn seines Angriffskriegs.

Vor Soledar hätten die Russen große Kräfte konzentriert. An den Angriffen seien nicht nur reguläre Einheiten der russischen Armee, sondern auch Söldnertruppen beteiligt, schrieb Maljar. Tatsächlich greifen in dem Raum um Bachmut und Soledar - beide Städte sind nur 14 Kilometer voneinander entfernt - die als gut ausgerüstet geltenden Söldner der "Wagner"-Truppe an.

Russische Militärblogs hatten zuletzt von einem Durchbruch der Verteidigungslinien in Soledar berichtet, dies wurde offiziell von Moskau noch nicht bestätigt. Nach Angaben aus Kiew halten ukrainische Truppen die Stadt weiter unter Kontrolle./bal/DP/nas

ERKELENZ (dpa-AFX) - Ein paar Minuten bleibt der maskierte Mann in drei Metern Höhe in dem dreibeinigen Gestell hängen, dann kommt er wieder runter: Das öffentliche Aktionstraining an einem zu Blockaden eingesetzten Tripod in Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler ist schon wieder zu Ende. Zuvor haben etwa 30 Demonstranten eine Sitzblockade geübt. Eng nebeneinander auf dem Boden, auf roten Kissen, die Arme miteinander verhakt rufen sie: "Kohlenstopp, Kohlenstopp". Nur etwa eine Viertelstunde dauert alles.

Mehrere Tausend Demonstranten waren zu einem Sonntagsspaziergang in den kleinen, für den dort konzentrierten Protest gegen den Kohleabbau bekannten Ortsteil der Stadt Erkelenz gekommen. Ein Aktionsbündnis "Lützerath unräumbar" führte auch Formen des zivilen Ungehorsams vor. Mittlerweile liegt Lützerath direkt an der Abbruchkante des riesigen Lochs, das der Tagebau in die Landschaft gräbt. Die Räumung wird in naher Zukunft erwartet.

Die dort lebenden Aktivisten wollen dies möglichst lange verzögern und sich der Polizei entgegenstellen. "Wir hoffen, dass wir Lützerath sechs Wochen lang halten können", sagt Dina Hamid, Sprecherin der Initiative Lützerath Lebt. Derzeit seien etwa 700 Menschen vor Ort. Und sie erwarte weiteren Zulauf von Menschen. "Lützerath lebt und ist lebendiger als je zuvor", sagt die junge Frau.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer meint, die Politik habe nicht mit soviel Widerstand gegen den Abriss des Dorfes gerechnet. "Man merkt, dass anscheinend unterschätzt wurde, welche Kraft in diesem Ort steckt", sagte Neubauer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Lützerath. "Hier zeigt eine Gesellschaft, dass sie versteht: Es geht um alles. Das Dorf hier ist überlaufen von Menschen, die aus der ganzen Republik angereist sind."

Der inmitten von Feldern liegende Weiler besteht nur noch aus wenigen Häusern. Die ursprünglichen Bewohner haben ihren Besitz verkauft und leben längst woanders. Der Ort gehört dem Energieunternehmen RWE . Seit etwa zwei Jahren haben sich Kohlegegner niedergelassen. Sie bereiten Widerstand vor gegen die wohl bevorstehende Räumung.

Mit der Tagebaubetreiberin RWE haben die grün geführten Wirtschaftsministerien in Bund und NRW einen auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg im Rheinland vereinbart. Fünf vom Abriss bedrohte Dörfer sollen erhalten blieben. Lützerath soll weichen, um die darunter liegende Kohle abzubauen. Sie werde für die Energieversorgung gebraucht, so der Energiekonzern.

Unter den Unterstützern des Protestes sind jung und alt vertreten. Viele kennen sich von den Demonstrationen am Hambacher Forst 2018 und bekämpfen seit langem die Stromgewinnung aus Braunkohle. Andere wollen in Lützerath selbstbestimmte, alternative Lebensformen ausprobieren. Mancher Aktivist kam mit einer Ausrüstung, als solle der Widerstand gleich losgehen: mit Trinkbecher am Rucksack, Handschuhen und maskiertem Gesicht.

In dem Symbolort für eine neue Klimapolitik gibt es Frust und Freude. Auf der Zufahrtsstraße steht auch eine völlig demolierte Schrottkarre quer im Weg. Dort machen fünf Aktivisten gute Stimmung mit Musik. "Bitte mitsingen - Keine Fotos" steht auf dem Schild, das eine schunkelnde Aktivistin im gelben Karnevalskostüm trägt. Denn Bilder könnten der Polizei beim Identifizieren helfen.

Von Polizei war aber kaum etwas zu sehen. Allerdings: Weil es im Tagebau einen Wassereinbruch gab, musste ein neuer Ort für ein Konzert der Kölner Band AnnenMayKantereit gefunden werden. Die Polizei gab dafür ihren Parkplatz frei./uho/DP/nas

POTSDAM (dpa-AFX) - Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf hält die geplante Räumung des von Klimaschützern besetzten Dorfes Lützerath am Rande des rheinischen Braunkohletagebaus für einen Fehler. "Die Politik sollte sorgfältig darüber nachdenken, wie ein massiver Polizeieinsatz für Kohle und gegen Klimaschützer im Rückblick in 4 oder 5 Jahren beurteilt werden wird, wenn die Klimaschäden noch massiver und offensichtlicher geworden sind", schrieb der Leiter für Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Sonntag bei Twitter. "Noch ist es nicht zu spät, einen schlimmen Fehler zu vermeiden und die Räumung abzublasen!"

Der Energiekonzern RWE will das zu Erkelenz gehörende Dorf abreißen, um die Kohle darunter abzubaggern. Klimaaktivisten haben die verlassene Siedlung besetzt und wollen sich der angekündigten Räumung widersetzen./vr/DP/nas

(im dritten Absatz muss es im zweiten Satz korrekt "in diesem Jahr" heißen)

BONN (dpa-AFX) - Der Ärger über die Post hat den nächsten Höchstwert erreicht. Im Oktober gingen bei der Bundesnetzagentur so viele Beschwerden ein wie in keinem Monat zuvor, und im Jahr 2022 waren es so viele kritische Eingaben wie noch nie in einem Jahr. Wie die Bonner Aufsichtsbehörde am Sonntag auf Anfrage mitteilte, erhielt sie im vergangenen Jahr circa 43 500 Beschwerden und damit fast drei Mal so viele wie 2021 - da waren es 15 118. Damit wurde der bisherige Jahreshöchstwert der vor zehn Jahren begonnenen Statistik deutlich übertroffen: 2020 wurden 18 867 Beschwerden gezählt.

Die Beschwerden richten sich gegen die ganze deutsche Brief- und Paketbranche, die meisten Wortmeldungen über verspätete oder verlorene Sendungen beziehen sich aber auf den Marktführer Deutsche Post. Älteren Behördenangaben zufolge kam die Post auf einen Anteil von 91 Prozent der negativen Erfahrungen, die Verbraucher der Bundesnetzagentur geschildert haben.

Die Deutsche Post spricht von lokalen Problemen, die sie mit einem hohen Krankenstand und mit der generell schwierigen Suche nach Arbeitskräften begründet. Ein Firmensprecher sagte, man werde in diesem Jahr "alles daran setzen, trotz der weiter herausfordernden Umstände die Qualität in der Zustellung weiter zu verbessern". Dabei verwies er auf die kürzlich begonnenen Tarifverhandlungen und drohende Warnstreiks.

Bei den Tarifgesprächen fordert Verdi ein Lohnplus von 15 Prozent, was die Post für realitätsfern hält. Gut möglich, dass die Arbeitnehmervertreter bald den Druck erhöhen wollen. Einen ersten kleinen Warnstreik der Fachgewerkschaft DPVKOM in Magdeburg gab es bereits, weitere Arbeitsniederlegungen im größeren Umfang könnten in den nächsten Wochen folgen. Dann würde sich die Ankunft vieler Sendungen wohl deutlich verzögern, was den ohnehin schon vorhandenen Groll von Verbrauchern noch verstärken dürfte.

Die Probleme bei der Post begannen im Sommer - damals sorgte eine hohe Zahl an Corona-Krankmeldungen dafür, dass mancherorts zu wenige Zusteller bereitstanden, um die Briefe und Pakete auszutragen. Kritiker warfen der Post vor, personell auf Kante genäht zu haben und nun die Quittung zu bekommen. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser spricht von einem "massiven Renditedruck, der inzwischen auf der Deutschen Post lastet und in dessen Folge immer wieder beim Personal gespart wurde". Mit dieser Personalpolitik müsse endlich Schluss sein, sagt Meiser.

Der Konzern leitete Notfallmaßnahmen ein: Um wieder Herr des Geschehens zu werden, wurde der Sendungsfluss in manchen Zustellbezirken ganz bewusst verlangsamt und die Briefe wurden dort nur an jedem zweiten Tag ausgetragen. Anfang November räumte das Management Fehler ein. Die Zustellprobleme hätten inzwischen aber etwas nachgelassen und "die betrieblichen Kennzahlen entwickeln sich deutlich in die positive Richtung", hieß es damals aus der Post-Führungsriege.

Tatsächlich kann man aus den Monatszahlen schlussfolgern, dass das Schlimmste überstanden ist. Im Juli gingen 3098 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur ein, im August 3473, im September 4994, im Oktober 9436, im November 7000 und im Dezember 6900 - die letzten beiden Monatszahlen sind ungefähre Angaben, weil die Auswertung noch nicht abgeschlossen ist. Der leichte Rückgang von November zu Dezember ist bemerkenswert, da die Sendungsmengen im letzten Monat des Jahres wegen des Weihnachtsgeschäfts wesentlich höher sind als sonst. Dass die Beschwerden trotzdem nicht zugenommen haben, kann als Beleg für eine allmähliche Abschwächung der Zustellprobleme gewertet werden.

Im Verhältnis zu den mehr als eine Milliarde Briefen und Paketen, die Monat für Monat in Deutschland befördert werden, machen die Beschwerdezahlen nur einen verschwindend geringen Anteil aus. Allerdings dürften sich viele Menschen, die wegen verspäteter, verlorener oder falsch eingeworfener Sendungen verärgert sind, gar nicht bei der Netzagentur melden - entweder weil ihnen die Beschwerdemöglichkeit noch immer nicht bekannt ist oder weil ihnen das zu mühsam ist.

Im vergangenen Jahr leitete die Bundesnetzagentur aufgrund gehäufter Beschwerden 86 Anlassprüfungen ein. Im Jahr zuvor waren es nur 17 gewesen. Solche Prüfungen - ob in Bochum, Kamp-Lintfort, Eschweiler (alle NRW), Gottmadingen (Baden-Württemberg), Schwaig (Bayern) oder Bernau bei Berlin - sind schriftliche Ermahnungen, auf die die Post antworten muss. Laut Webseite der Bundesnetzagentur hat sich die Zustellsituation in den meisten Problembezirken, in denen geprüft wurde und die Post etwa zusätzliches Personal einsetzte, weitgehend oder zunehmend stabilisiert.

Nach Einschätzung der Post erklärt sich ein Teil des Beschwerdeanstiegs mit den intensiven Medienberichten über die Probleme: Gestern noch unwissende Bürger melden sich heute nach Zeitungslektüre bei der Netzagentur und berichten von eigenen Problemen, die ohne die Medienberichterstattung nie aktenkundig geworden wären.

Die Zustellprobleme kommen für die Deutsche Post zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Denn die Bundespolitik setzt sich jetzt endlich daran, das völlig veraltete Postgesetz zu reformieren. Mit Blick auf das hohe Beschwerdeaufkommen fordert Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller im Rahmen dieser Novelle eine Sanktionsmöglichkeit, um den Druck auf die Post zu erhöhen.

Aus dem Bundestag mehren sich Stimmen, die so ein Druckmittel befürworten und in der anstehenden Gesetzesreform ermöglichen wollen. "Die Beschwerdewelle verdeutlicht, dass freundliche Ansprache bei der Post nicht hilft", sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Reinhard Houben. "Eine Sanktionsmöglichkeit wird immer dringlicher."/wdw/DP/nas

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Antibiotika-Rückstände in Gewässern von Schwellenländern stellen eine große Herausforderung dar. In Indien, China und vielen weiteren Ländern dieses Gebiets sorgten sie für potenzielle Resistenz-Hotspots, berichtet ein Wissenschaftlerteam in einer Übersichtsarbeit. Abwässer und Kläranlagen scheinen demnach Hauptquellen für die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen in diesen Regionen zu sein.

"Diese Datenerhebung hilft uns, eine Vorstellung davon zu bekommen, ob es in verschiedenen Gewässern Asiens eine hohe selektive Konzentration von Antibiotika gibt oder nicht. Und die Antwort lautet: Ja, die gibt es", teilte Thomas Van Boeckel, Dozent für Gesundheitsgeografie an der Universität Göteborg, mit. Er war selbst nicht an der im Fachjournal "The Lancet Planetary Health" vorgestellten Studie beteiligt.

Dass sich Resistenzen etwa aus China oder Indien bis nach Europa verbreiten, hält Van Boeckel grundsätzlich für möglich: "Es gibt zahlreiche Arbeiten, die zeigen, dass sich viele arzneimittelresistente Erreger weltweit verbreitet haben."

Antibiotika können aus Abwässern und Abfällen etwa von Kommunen, Krankenhäusern und Pharmafirmen in Flüsse, Seen, Meere und Grundwasser gelangen. Mit solchen Medikamenten behandelte Menschen und Tiere scheiden einen erheblichen Teil der Substanzen in biologisch aktiver Form über Urin und Fäkalien aus. Im Gebiet der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Westpazifischen (WPR, einschließlich China) und Südostasiatischen Region (SEAR, einschließlich Indien) gelangen etwa 80 bis 90 Prozent des Abwassers ungeklärt in Gewässer, wie es in der Analyse heißt.

China und Indien gehören demnach zu den weltweit größten Produzenten und Verbrauchern von Antibiotika. Resistenzen gegen solche Mittel gehören jedoch inzwischen zu den häufigsten Ursachen für Todesfälle weltweit. Mit mehr Antibiotika-Rückständen in der Umwelt steigt die Gefahr für die Entstehung weiterer dagegen resistenter Erreger und neuer Resistenzwege. Bakterien verschiedener Arten können Resistenzmechanismen untereinander weitergeben, resistente Erreger aus der Umwelt in Mensch und Tier gelangen. Das kann die Zahl der Fälle steigen lassen, in denen Infektionen nicht mehr erfolgreich behandelt werden können.

Besorgniserregend sei der Eintrag in die Umwelt von WPR- und SEAR-Ländern auch deshalb, da dort viele Menschen Wasser etwa aus Flüssen und Seen direkt zum Waschen und als Trinkwasser nutzten, erläutern die Forschenden um Nada Hanna vom Karolinska Institut in Stockholm. Das Team wertete 240 Analysen zur Situation in Ländern der beiden WHO-Regionen aus. Zudem ermittelten sie mit einer speziellen Methode, wo die Konzentration von Antibiotika so hoch liegt, dass sie wahrscheinlich zur Bildung von Antibiotikaresistenzen beiträgt.

Solche Werte wurden demnach in Abwässern, Zu- und Abflüssen von Kläranlagen und in aufnehmenden Gewässern gemessen. Hohe Risiken hätten sich vor allem für Abwässer und Kläranlagen ergeben - sie seien Hotspots für die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen in diesen Regionen. Das höchste Risiko bei Leitungs- oder Trinkwasser für die Entwicklung von Resistenzen bestand der Forschergruppe zufolge für das Antibiotikum Ciprofloxacin in China und anderen Ländern der Westpazifischen Region. Ciprofloxacin ist ein sogenanntes Breitbandantibiotikum, das gegen zahlreiche Bakterien eingesetzt werden kann - allerdings allein schon wegen seiner potenziell starken Nebenwirkungen zurückhaltend eingesetzt werden soll.

Insgesamt wurden in Gewässern nach den Ergebnissen der Übersichtsarbeit in Ländern der West-Pazifik-Region 92 und in Ländern Südostasiens 45 verschiedene Human- und Veterinärantibiotika nachgewiesen. Für viele Länder der beiden Regionen fehlten aber noch Daten über das Vorkommen von Antibiotika in der Umwelt, geben die Autorinnen und Autoren einschränkend zu bedenken.

Unnötige und falsche Anwendungen so weit wie möglich zu vermeiden, gilt als wichtige Maßnahme gegen die Ausbreitung von Resistenzen. Dass der Umgang mit Antibiotika gerade in Schwellenländern oft laxer ist als gut wäre, haben Untersuchungen schon mehrfach gezeigt. Nach einer im Fachjournal "Antimicrobial Resistance and Infection Control" vorgestellten Erhebung aus dem Jahr 2020 konnten Antibiotika etwa in China 2019 noch in mehr als 80 Prozent von gut 1100 einbezogenen Apotheken ohne Rezept gekauft werden. Ein Viertel dieser Apotheken gaben schon Antibiotika heraus, wenn nur milde Symptome einer Atemwegserkrankung beschrieben wurden. Rund die Hälfte verkaufte sie, wenn ausdrücklich danach gefragt wurde.

Die WHO schätzt, dass inzwischen jedes Jahr 1,3 Millionen Menschen sterben, weil Antibiotika bei ihren Infektionen nicht anschlagen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hatte Ende 2022 berichtet, dass im Europäischen Wirtschaftsraum jährlich mehr als 35 000 Menschen aufgrund von Antibiotika-Resistenzen sterben. In Deutschland sterben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) jährlich etwa 2500 Menschen allein durch multiresistente Erreger, also solche, die gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig resistent sind. Hinzu kommen Tausende Todesfälle im Zuge von Einzelresistenzen.

Von Antibiotika-Resistenz sprechen Experten, wenn Patienten auf ein Antibiotikum nicht reagieren, das heißt, wenn die krankmachenden Bakterien durch das Antibiotikum nicht vernichtet werden. Multiresistent werden Erreger genannt, gegen die gleich mehrere oder alle verfügbaren Antibiotika nicht mehr wirken.

Im Fachblatt "Science Translational Medicine" warnten Michael Cook und Gerard Wright von der kanadischen McMaster University 2022 vor einem drohenden "postantibiotischen Zeitalter". Manche Infektionen, die früher routinemäßig mit noch im 20. Jahrhundert entdeckten Arzneien kuriert wurden, ließen sich dann nicht mehr behandeln./oli/DP/nas

LONDON (dpa-AFX) - London will die Aufklärung von russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine vorantreiben und hat dazu gemeinsam mit den Niederlanden zu einem internationalen Treffen eingeladen. Im März sollen sich Justizministerinnen und Justizminister aus aller Welt in London treffen, um finanzielle und praktische Unterstützung für die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag zu organisieren, wie die britische Regierung am Samstag mitteilte.

"Die russischen Streitkräfte sollten wissen, dass sie nicht ungestraft handeln können, und wir die Ukraine unterstützen werden, bis Gerechtigkeit herrscht", sagte der britische Justizminister Dominic Raab einer Mitteilung zufolge. Die internationale Gemeinschaft müsse dem Weltstrafgericht starke Rückendeckung geben, damit Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

London hatte bereits wenige Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges begonnen, das Gericht mit fachlicher Expertise zu unterstützen. Gemeinsam mit anderen westlichen Partnern schulen die Briten auch ukrainische Richter und Strafverfolger./swe/DP/nas

LUHANSK (dpa-AFX) - Die Explosion einer Gasleitung im von Russland annektierten Gebiet Luhansk in der Ukraine ist nach Angaben der Besatzer auf Sabotage zurückzuführen. "Zum vorläufigen Grund: Wegen der Sprengung der Erdgasfernleitung mit 300 Millimeter Durchmesser am offenen Übergang über den Fluss Suchaja ist für 13 315 Kunden in 9 Ortschaften die Gasversorgung ausgefallen", teilte der Zivilschutz der russischen Besatzungsmacht im Gebiet Luhansk am Sonntag in sozialen Netzwerken mit. In Luhansk herrscht derzeit starker Frost.

Die Explosion ereignete sich bereits in der Nacht zum Sonntag. Das Feuer konnte erst am Morgen gelöscht werden. Tote und Verletzte gibt es nicht. Angriffe auf die soziale Infrastruktur der Gegenseite haben sich im Ukraine-Krieg seit dem Herbst deutlich verstärkt. Vor allem die russischen Angreifer haben die Energieinfrastruktur der Ukraine ins Visier genommen. Mit massiven Raketenangriffen versuchen sie, Objekte der Stromversorgung kaputt zu schießen, um die Bevölkerung von der Strom-, aber auch der daran gebundenen Wasser- und Wärmeversorgung abzuschneiden./bal/DP/nas

LONDON (dpa-AFX) - Britische Militärexperten sehen in der Stärkung russischer Verteidigungsstellungen in der Ukraine Hinweise darauf, dass die Befehlshaber ukrainische Offensiven befürchten. In den vergangenen Wochen habe Russland seine Verteidigungsstellungen in der Region Saporischschja im Süden des Landes ausgebaut, hieß es am Sonntag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. "Die Art, wie Russland an der Verbesserung seiner Verteidigung gearbeitet hat, lässt darauf schließen, dass Befehlshaber sehr wahrscheinlich mit der Möglichkeit großer ukrainischer Offensiven beschäftigt sind - entweder in der nördlichen Region Luhansk oder in Saporischschja."

Ein Durchbruch ukrainischer Streitkräfte im Gebiet Saporischschja könnte nach Einschätzung der Experten die Funktionsfähigkeit der russischen "Landbrücke", die die russische Region Rostow mit der Krim verbindet, infrage stellen. Wichtige Bahn- und Straßenverbindungen und damit auch der Nachschub der russischen Truppen in der Region seien dadurch in Gefahr. Ein ukrainischer Erfolg in Luhansk würde Russlands erklärtes Kriegsziel der "Befreiung" des ostukrainischen Gebiets Donbass weiter untergraben.

"Die Entscheidung, welche dieser Bedrohungen vorrangig bekämpft werden soll, ist wahrscheinlich eines der zentralen Dilemmata für die russischen Einsatzplaner", schreiben die Geheimdienstexperten bei Twitter.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor./wbj/DP/nas

SEEON (dpa-AFX) - Angesichts anhaltender und immer neuer Bedrohungen für die innere und äußere Sicherheit dringt die CSU auf die Einrichtung eines nationalen Sicherheitsrates und eines obersten nationalen Sicherheitsberaters. Eine solche Entscheidung der Bundesregierung wäre "dringender denn je", sagte der Chef der Bundestags-CSU, Alexander Dobrindt, am Sonntag auf der Landesgruppenklausur im oberbayerischen Kloster Seeon. Er erneuerte damit eine Forderung, die seit Jahren immer wieder diskutiert wird und die die Union bereits während des Bundestagswahlkampfes und auch danach erhoben hatte.

Dobrindt begründete die erneute Forderung auch mit der Festnahme eines Terrorverdächtigen: Anti-Terror-Ermittler hatten im Ruhrgebiet wenige Stunden zuvor einen iranischen Staatsangehörigen festgenommen, der einen islamistischen Anschlag vorbereitet haben soll.

Es gebe unterschiedliche Formen von Terrorismus von Bedrohungen aus dem Ausland und dem Inland, sagte Dobrindt und verwies dabei unter anderem auch auf die Bedrohung durch die sogenannten "Reichsbürger". Und auch wirtschaftliche Fragen könnten zu einer "schweren Sicherheitsfrage" werden, das habe man in der Energiefrage gesehen.

Die Koordinierung all dieser Sicherheitsthemen in Deutschland sei nicht ausreichend organisiert, kritisierte Dobrindt. Deshalb brauche es einen nationalen Sicherheitsrat, der all diese Themen bündle und die Bundesregierung berate. In der Zeit vor der Bundestagswahl 2021, in der die CSU jahrelang den Bundesinnenminister stellte, hatte die unionsgeführte Regierung selbst kein solches Gremium eingesetzt.

Der Terrorismusexperte Peter Neumann stellte sich hinter die Forderung. Deutschland sei das einzige Land der G7-Gruppe, das keinen nationalen Sicherheitsrat habe, das glaube, sich leisten zu können, dass verschiedene Ministerien unterschiedliche Politiken verfolgten. "Deswegen ist ein nationaler Sicherheitsrat notwendig, wo koordiniert wird." Eine nationale Sicherheitsstrategie ohne einen Sicherheitsrat, der sie umsetze, bliebe ansonsten auch lediglich "ein Stück Papier".

Dobrindt erneuerte in dem Zusammenhang ganz bewusst auch seine - umstrittene - Warnung, dass auch aus Ideologien neuer Terrorismus entstehen könnte, dass die Politik also aufpassen müsse, dass keine "Klima-RAF" entstehe. "Das ist auch eine Bedrohungslage, mit der man sich auseinandersetzen muss." Neumann sagte dazu, die Klimaaktivisten seien an einem Scheideweg angekommen. Er glaube zwar nicht an eine Radikalisierung der gesamten Gruppe hin zu einer "riesengroßen terroristischen Vereinigung". Er sehe aber die Gefahr, dass sich Leute abspalten könnten, die noch weitergehen wollten als bisher, etwa mit noch aggressiveren Maßnahmen wie Sabotage oder anderem. Deswegen sei es wichtig, dass man dies thematisiere und davor warne.

Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang hatte Dobrindts Wortwahl im November kritisiert. "Wenn ich diese Bemerkung von Herrn Dobrindt höre, kann ich nur sagen, aus meiner fachlichen Perspektive: Ich nenne das Nonsens", hatte er auf einer Veranstaltung gesagt./ctt/sk/DP/nas

(Tippfehler in Überschrift korrigiert: JCDecaux-Studie)

FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Gute Geschäfte und ein optimistischer Ausblick haben die Aktien von Ströer an die Spitze des MDax geschoben. Der Werbevermarkter schnitt in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres deutlich stärker ab als der gesamte Außenwerbemarkt in Deutschland und rechnet trotz rezessiver Tendenzen auch für das neue Jahr mit einer positiven Unternehmensentwicklung. Die Ströer-Papiere legten in der Folge um 3,4 Prozent auf 48,24 Euro zu, was sie zu einem der besten Werte im Index der mittelgroßen Werte machte.

Für zusätzlichen Rückenwind sorgte eine Studie der britischen Investmentbank Barclays zum Ströer-Konkurrenten JCDecaux . Demnach sei das französische Unternehmen zuversichtlich, dass der Umsatz im vierten Quartal um drei Prozent steigen und damit die Prognose erreichen sollte. Im China-Geschäft sei zudem das Schlimmste überstanden. Die JCDecaux-Aktien kletterten in Paris rund fünf Prozent nach oben und sorgten für allgemein gute Stimmung in der Branche./niw/la/he

FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Gute Geschäfte und ein optimistischer Ausblick haben die Aktien von Ströer an die Spitze des MDax geschoben. Der Werbevermarkter schnitt in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres deutlich stärker ab als der gesamte Außenwerbemarkt in Deutschland und rechnet trotz rezessiver Tendenzen auch für das neue Jahr mit einer positiven Unternehmensentwicklung. Die Ströer-Papiere legten in der Folge um 3,4 Prozent auf 48,24 Euro zu, was sie zu einem der besten Werte im Index der mittelgroßen Werte machte.

Für zusätzlichen Rückenwind sorgte eine Studie der britischen Investmentbank Barclays zum Ströer-Konkurrenten JCDecaux . Demnach sei das französische Unternehmen zuversichtlich, dass der Umsatz im vierten Quartal um drei Prozent steigen und damit die Prognose erreichen sollte. Im China-Geschäft sei zudem das Schlimmste überstanden. Die JCDecaux-Aktien kletterten in Paris rund fünf Prozent nach oben und sorgten für allgemein gute Stimmung in der Branche./niw/la/he

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Rheinmetall haben nach Bekanntgabe vorläufiger Geschäftszahlen ihre Tagesgewinne weitgehend behauptet. Die Papiere des Autozulieferers und Rüstungskonzerns schwankten am frühen Freitagnachmittag zwar deutlich, notierten aber zuletzt noch 2,7 Prozent im Plus bei 207,60 Euro. Damit zählten sie weiterhin zu den besten Werten im MDax . Der Index der mittelgroßen Werte stieg um 0,7 Prozent.

Rheinmetall fuhr im vergangenen Jahr nach ersten Berechnungen zwar operativ ein Rekordergebnis ein. Die Marge dürfte deshalb besser ausfallen, als bislang gedacht. Das Wachstum aus eigener Kraft hingegen dürfte nicht ganz so stark ausgefallen sein wie erwartet.

Dies liegt laut Rheinmetall sowohl an der verlangsamten Erholung der globalen Autoproduktion als auch daran, dass sich einige Aufträge im Rüstungsgeschäft auf 2023 verschoben haben. Einem Händler zufolge ist damit wichtig, dass die Umsatzverschiebung vom vierten Quartal 2022 auf das erste 2023 nicht auf fehlende Bestellungen oder Bestellverzögerungen zurückzuführen ist, sondern lediglich auf Lieferverzögerungen.

Im Handel wurde derweil die aktuelle Stärke der Rheinmetall-Aktien zum einen mit der absehbaren Aufnahme der Papiere in den Dax begründet. So hatte die französische Großbank Societe Generale (SocGen) bereits am Vortag darauf hingewiesen, dass mit einem Delisting der Linde-Anteilscheine im Laufe des ersten Quartals zu rechnen sei und Rheinmetall als Nachfolger im deutschen Leitindex erwartet werde.

Zum anderen wurde die politische Entscheidung zur Lieferung des Schützenpanzers Marder in die Ukraine angeführt. Das nähre Spekulationen, dass dem Marder trotz aller politischen Bedenken irgendwann der Kampfpanzer Leopard folgen könnte./la/niw/he

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für BASF auf "Overweight" mit einem Kursziel von 55 Euro belassen. Analyst Chetan Udeshi befasste sich in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie mit der Gewinnsensibilität der europäischen Chemiekonzerne im Zusammenhang mit den zuletzt deutlich gesunkenen Energiepreisen. Wegen der aktuellen Nachfrageschwäche und einiger Energiekostenzuschläge, die in den vergangenen 18 Monaten eingeführt worden seien, dürften die meisten Unternehmen die potenziellen Kosteneinsparungen größtenteils, wenn nicht sogar vollständig, an ihre Kunden weitergeben, schrieb er. BASF, Lanxess und Covestro könnten von den niedrigeren Energiepreisen früher profitieren, da sie ihre Energiekosten nicht abgesichert hätten./edh/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 05.01.2023 / 21:36 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 06.01.2023 / 00:15 / GMT

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktienverkäufe des Finanzchefs Emmanuel Thomassin von Delivery Hero haben am Freitag auf den Kurs gedrückt. Dieser verlor am Ende des MDax 4,6 Prozent auf 44,31 Euro, nachdem sich die Papiere am Dienstag mit 47,50 Euro auf den höchsten Stand seit Mitte September erholt hatten. Der Manager verkaufte außerhalb eines Handelsplatzes Aktien von Delivery Hero im Volumen von knapp 1,4 Millionen Euro./bek/jha/

FRANKFURT/MAILAND/NEW YORK (dpa-AFX) - Die gut in das neue Jahr gestarteten Autoaktien haben am Freitag einen Rückschlag hinnehmen müssen. Der europäische Branchenindex fiel am Freitag um 0,7 Prozent und fand sich damit am Ende der Sektorübersicht wieder. Händler begründeten die verhaltene Stimmung für die Branche insbesondere mit den neuerlichen Preissenkungen des US-Elektroautopioniers Tesla in China. Dessen Anteilsscheine weiteten im vorbörslichen US-Handel ihre jüngsten Verluste aus und sackten um mehr als 5 Prozent ab.

Hierzulande büßten die Aktien von Volkswagen (VW) , BMW und Mercedes-Benz zwischen 0,8 und 1,5 Prozent ein. Der deutsche Leitindex Dax hingegen bewegte sich kaum vom Fleck. In Mailand fielen die Papiere von Stellantis um 1,3 Prozent.

Die zweiten Preissenkungen von Tesla in kurzer Zeit sprechen Börsianern zufolge deutlich für eine nach wie vor schleppende Nachfrage. Und das auf einem Markt, für den die Erwartungen an eine durchgreifende Erholung im Zuge der Corona-Lockerungen hoch seien. Diese Erwartung könne sich am Ende als trügerisch erweisen, sagte ein Händler.

Tesla muss sich in China ferner zunehmend starker heimischer Konkurrenz von Anbietern wie BYD , Xpeng oder Nio erwehren. Skeptische Analysten wie Bernstein-Experte Toni Sacconaghi schätzen, dass der US-Elektrobauer mit der härteren Konkurrenz auf seinen Märkten Probleme mit der Nachfrage und der Auslastung seiner Fabriken bekommen könnte. Die größten Märkte für das Unternehmen sind nach wie vor China und die USA, das europäische Werk in Grünheide bei Berlin fährt derzeit die Produktion hoch.

In das trübe Bild passte, dass der hartnäckige Chipmangel und die Lieferkettenprobleme in der Autoindustrie insbesondere VW auf dem US-Markt 2022 zu schaffen gemacht haben. Im vierten Quartal verkaufte das Unternehmen 22 303 Autos mit dem VW-Logo an die US-Kundschaft - ein Minus von 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Absatzzahlen von Volkswagen seien überaus enttäuschend, sagte ein Händler. Dies gelte um so mehr, da der branchenweite Absatz am US-Automarkt im Schlussquartal gestiegen sei.

Ein Lichtblick für VW war das Elektromodell ID.4. Hier legte der US-Absatz im Schlussvierteljahr deutlich zu. Allerdings trägt das E-Auto noch nicht viel zum Volumen bei./la/bek/mis

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nicht zuletzt dank einer Studie der Schweizer Großbank UBS haben die Aktien von Fresenius am Freitag ihre Erholung fortgesetzt und sind auf den höchsten Stand seit Mitte Juli 2022 geklettert. Am Vormittag gewannen sie 2,2 Prozent auf 28,82 Euro und waren damit Spitzenwert im Dax . Zum einen stützte, dass angesichts der Nervosität vor dem US-Arbeitsmarktbericht defensive Werte, also weniger konjunktursensible Aktien, wie etwa die des Krankenhausbetreibers und Gesundheitsspezialisten gefragt waren. Zum anderen gab Auftrieb, dass UBS-Analyst Graham Doyle positiv für die Aktie gestimmt ist.

Doyle hob zuvorderst die Chancen der Infusionstochter Kabi und deren strategische Möglichkeiten hervor, setzte sein Kursziel für die Aktie um zwei Euro auf 32,50 Euro hoch und bekräftigte seine Kaufempfehlung "Buy". Kabi sei weit mehr als nur eine Sparte generischer Injektionspräparate und dürfte künftig von nachhaltigeren Wachstumstreibern profitieren. Dabei verwies er auf Geschäftsbereiche wie Ernährung, Plasmapherese und Zelltherapie und das Geschäft mit Biosimilars.

Die Fresenius-Aktie hat seit Beginn des neuen Jahres bereits fast zehn Prozent zugelegt, nachdem sie allerdings 2022 rund ein Viertel an Wert eingebüßt hatte./ck/jha/

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Shell nach einem Zwischenbericht zur Spartenentwicklung im vierten Quartal auf "Outperform" mit einem Kursziel von 3200 Pence belassen. Das Ergebnis des Ölkonzerns sei auf operativer Ebene durchwachsen, schrieb Analyst Biraj Borkhataria in einer am Freitag vorliegenden Studie. Bestätigt habe sich der deutlich anziehende Flüssiggas-Handel./tih/edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 06.01.2023 / 02:59 / EST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 06.01.2023 / 02:59 / EST

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat Morphosys von "Equal-weight" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 17 auf 12,50 Euro gesenkt. Analyst James Quigley und sein Kollege Mark Purcell rechnen in einer am Freitag vorliegenden Pharma-Branchenstudie im Biopharma-Bereich mit einem defensiveren Ansatz der Anleger. Der Fokus dürfte dabei auf Wachstumsunternehmen mit ausreichender Gewinndynamik und individuellen Kurstreibern liegen - als Gegenspieler zu nachlassendem Rückenwind vom US-Dollar und der Pandemie. Unter diesen Umständen wurde das Votum für Morphosys gesenkt./tih/edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 06.01.2023

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat Bayer von "Overweight" auf "Equal-weight" abgestuft und das Kursziel von 80 auf 62 Euro gesenkt. Analyst James Quigley und sein Kollege Mark Purcell rechnen in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie mit einer Rotation der Anleger von defensiven in zyklische und wachstumsträchtige Pharma-Aktien. Vor allem dürften Anleger verstärkt Unternehmen mit höher Abhängigkeit vom Life-Science-Geschäft favorisieren, so ihre These. Unter diesen Umständen wurde das Votum für Bayer gesenkt./tih/edh

Veröffentlichung der Original-Studie: 06.01.2023

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PARIS (dpa-AFX) - Frankreichs Regierung will die Praktiken von Influencern stärker regulieren. Millionen Menschen ließen sich von Influencern Tipps bei Reisen oder Mode geben, sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Sonntag auf Twitter. "Sie spielen also eine Rolle in unserem täglichen Leben. Das gibt ihnen eine besondere Verantwortung."

Die überwiegende Mehrheit halte sich zwar an die Regeln. "Aber es gibt auch einige Betrügereien oder manchmal einfach nur Vergesslichkeit: Man vergisst zu sagen, dass man dafür bezahlt wurde, ein bestimmtes Produkt, eine bestimmte Website oder eine bestimmte Reise zu empfehlen", fügt er hinzu.

Die französische Regierung will nun die Öffentlichkeit befragen. Bis Ende Januar können sich alle Französinnen und Franzosen auf einer Website zu verschiedenen Maßnahmen äußern. Dazu zählen etwa die Rechte und Pflichten von Influencern und der Verbraucherschutz. Daraus soll dann der Verhaltenskodex entwickelt werden.

Die Frage, ab wann ein Instagram-Beitrag eine kennzeichnungspflichtige Werbung ist, hat auch deutsche Gerichte in den vergangenen Jahren regelmäßig beschäftigt./rew/DP/nas

(neu: Details)

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Dem Nato-Beitritt Schwedens stehen nach Darstellung von Regierungschef Ulf Kristersson weiterhin die Forderungen der Türkei an sein Land entgegen. "Die Türkei hat bestätigt, dass wir getan haben, was wir ihnen versprochen haben", sagte Kristersson am Sonntag bei einer Sicherheits- und Verteidigungskonferenz im westschwedischen Sälen. "Aber sie sagen auch, dass sie Forderungen haben, die wir nicht erfüllen können und wollen. Und jetzt liegt die Entscheidung bei der Türkei." Er sei weiterhin davon überzeugt, dass die Türkei einem Beitritt Schwedens zustimmen werde. "Wir wissen nur nicht wann."

Als Mitglied des Verteidigungsbündnisses sei Schweden unter anderem bereit, sich an der gemeinsamen Raketenabwehr der Nato sowie an Luftpatrouillen über dem Baltikum, dem Schwarzen Meer und Island zu beteiligen, sagte Kristersson in seiner Rede.

Schweden und Finnland hatten im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Mai 2022 Anträge auf eine Nato-Mitgliedschaft gestellt. Finnlands Außenminister Pekka Haavisto sagte bei der Sicherheitskonferenz in Sälen, man werde auf Schweden warten. "Wir haben die Nato-Bewerbung gemeinsam eingereicht, wir werden das Verfahren auch gemeinsam zum Abschluss bringen", erklärte Haavisto. "Schweden ist unser bester Freund und Partner. Es wäre auch nicht in Finnlands Interesse, sich ohne Schweden anzuschließen." Schweden und Finnland bildeten gemeinsam eine militärstrategische Einheit.

Das Nato-Mitglied Türkei blockiert den Beitritt der nordischen Länder und begründet das unter anderem mit einer angeblichen Unterstützung Schwedens von "Terrororganisationen" wie der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Als Bedingung für die Ratifizierung der sogenannten Beitrittsprotokolle hatte das Land eine Reihe von Forderungen gestellt. Unter anderem fordert die Türkei einen stärkeren Kampf gegen "Terrorismus" und die Auslieferung von Dutzenden Menschen.

Kurz vor Weihnachten hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu gesagt, bei der Umsetzung der Absprachen sei man "noch nicht bei der Hälfte angelangt". Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte dagegen bei der Konferenz in Schweden am Sonntag: "Ich bin sicher, dass die Türkei die Mitgliedschaft von Schweden und Finnland ratifizieren wird und ich finde, dass das so schnell wie möglich passieren sollte. Aber ich will nicht darüber spekulieren, wann genau die Türkei das macht." Die beiden nordischen Länder nähmen bereits jetzt an fast allen Nato-Treffen teil und seien sicherer als vor ihren Bewerbungen, betonte Stoltenberg. Neben der Zustimmung der Türkei zur Nato-Norderweiterung steht auch noch die von Ungarn aus./wbj/DP/nas

BERLIN (dpa-AFX) - Die SPD will eine Offensive für die Erneuerung und den Ausbau der Infrastruktur in Deutschland starten. Der Parteivorstand beriet am Sonntag bei seiner Jahresauftaktklausur in Berlin über eine Resolution für bessere Investitions-Bedingungen, mehr staatliche Beteiligung am Netzausbau und vor allem eine deutliche Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Es brauche "ein Comeback der Infrastrukturpolitik für das 21. Jahrhundert", heißt es in dem sechsseitigen Papier.

"Wir müssen einen Turbo zünden bei der Mobilität auf Schiene und Straße, bei den Wärmenetzen, bei erneuerbaren Energien und natürlich bei digitalen Netzen", sagte SPD-Chefin Saskia Esken zu Beginn der zweitägigen Beratungen, an denen auch Bundeskanzler Olaf Scholz teilnimmt. Der Co-Vorsitzende Lars Klingbeil forderte eine "neue Deutschland-Geschwindigkeit" auf allen Feldern. Als positives Beispiel nannte er das erste Terminal für Flüssiggas (LNG) in Wilhelmshaven, das im Dezember fertiggestellt wurde - keine zehn Monate nach Ankündigung des Baus durch Kanzler Scholz. "Ich erwarte, dass eine solche Geschwindigkeit jetzt auch bei der Modernisierung unserer Infrastruktur in allen Bereichen aufgenommen wird", sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Ziel ist modernste Verkehrsinfrastruktur Europas

In dem Resolutionsentwurf werden nicht nur Schienen, Straßen oder Energieleitungen als Infrastruktur definiert, sondern auch das Bildungssystem von der Kita bis zur Universität, die öffentliche Verwaltung oder die Gesundheitsvorsorge. Konkret wird eine bessere Förderung von Zukunftstechnologien gefordert, etwa durch den verstärkten Aufbau von Produktionsstätten für Halbleiter oder Batterien. Um Investitionen in Infrastruktur zu vereinfachen, müsse das europäische Beihilferecht reformiert werden. Ein europäischer Industriestrompreis solle zur Angleichung der Wettbewerbsbedingungen in Europa beitragen.

Der Staat müsse mehr Verantwortung für die Netzinfrastruktur übernehmen. "Die Energie der Zukunft braucht Netze der Zukunft: Daher muss der Staat den Rahmen für den Aufbau von Pipelines, Speicherkapazitäten und Kraftwerken setzen, die Gesamt-Koordinierung sicherstellen und wo nötig finanzielle Anreize schaffen", heißt es in dem Papier. Für Schienen und Straßen müsse das Ziel gelten, dass Deutschland über "die modernste und zugleich nachhaltigste Verkehrsinfrastruktur Europas" verfügt.

Koalitionsstreit über Priorität für Straße oder Schiene

Esken sagte, die Infrastruktur sei über viele Jahrzehnte Garant für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands gewesen. In den vergangenen Jahren sei aber einiges ins Stocken geraten. "Brücken sind marode, bei der Digitalisierung hinken wir hinterher, schlechte Netze und Systeme bremsen unsere Zukunft aus. Und auch unser Bildungsversprechen ist brüchig geworden." Das müsse sich nun wieder ändern.

Die Ampel-Parteien hatten sich schon in ihrem Koalitionsvertrag auf mehr Tempo beim Infrastrukturausbau verständigt. Vor allem zwischen FDP und Grünen gibt es aber Streit, ob dabei die Straße oder die Schiene bevorzugt werden soll. "Wir brauchen beides in Deutschland", sagte Esken dazu.

Justizminister Marco Buschmann (FDP) schrieb zu dem Vorstoß der SPD auf Twitter, dass er zusammen mit Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) schon 2022 konkrete Ideen zur Beschleunigung des Infrastruktur-Ausbaus entwickelt habe. "Ich freue mich sehr, dass die SPD-Spitze nun nochmals formell beschlossen hat, uns dabei voll und ganz zu unterstützen."

Faeser und Lambrecht nicht bei Klausur

Bei der Klausur wollte sich der Parteivorstand am Sonntag auch mit der Kommunikation der Parteiarbeit nach außen befassen. Dazu war der Wahlkampfberater und Werbetexter Frank Stauss eingeladen. Am Montag will der Parteivorstand auf die vier Landtagswahlen in diesem Jahr in Berlin, Bremen, Bayern und Hessen blicken. Nicht auf der Teilnehmerliste der Klausur steht die Bundesinnenministerin und hessische SPD-Landesvorsitzende Nancy Faeser, die als Spitzenkandidatin für die Wahl im Herbst gehandelt wird. Die Entscheidung soll am 3. Februar verkündet werden und könnte dann auch Auswirkung auf die Bundespolitik haben. Denn unklar ist, ob Faeser dann Innenministerin bleiben oder sich ganz auf den Wahlkampf in Hessen konzentrieren würde.

Bei der Klausurtagung ebenfalls nicht dabei ist Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, die zuletzt wegen ihrer von Silvesterfeuerwerk begleiteten Neujahrsbotschaft auf Instagram massiv in der Kritik war. Sie ist wie Faeser nicht Mitglied des Bundesvorstands.

SPE-Chef Löfven am Montag zu Gast

Zum Abschluss der Klausur wird die SPD-Spitze am Montag schon einen Blick auf das Jahr 2024 werfen. Dann findet die Europawahl statt. Zur Diskussion darüber ist der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Europas, Stefan Löfven, eingeladen./mfi/DP/nas

GENF (dpa-AFX) - Nach den verheerenden Überschwemmungen in Pakistan braucht das südasiatische Land Milliarden, um sich gegen solche Katastrophen künftig besser zu wappnen. Bei einer UN-Konferenz in Genf am Montag will die pakistanische Regierung ihre Pläne für den Wiederaufbau erläutern. Wirtschaft und Infrastruktur sollen so erneuert werden, dass die Folgen des Klimawandels künftig nicht so verheerende Zerstörung verursachen. Die Überschwemmungen sind in ihrem Ausmaß nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern eine Folge des Klimawandels gewesen.

Es war eine Katastrophe, wie sie Pakistan in seiner jüngeren Geschichte noch nicht erlebt hat. Im Sommer 2022 führte starker Monsunregen dazu, dass ein Drittel des Landes, das nach Fläche mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland, unter Wasser stand. Rund 15 000 Menschen wurden verletzt oder kamen ums Leben, acht Millionen wurden obdachlos. Mehr als 2 Millionen Häuser, 13 000 Kilometer Straßen, 439 Brücken und mehr als 1,6 Millionen Hektar Agrarland wurden beschädigt oder zerstört. Das Land braucht für die nächsten fünf bis sieben Jahre 16 Milliarden Dollar (15 Mrd Euro), von denen es die Hälfte selbst aufbringen will./oe/DP/nas

KIEW/BERLIN (dpa-AFX) - Nach Auslaufen der einseitig von Kremlchef Wladimir Putin ausgerufenen Feuerpause in der Ukraine hat das russische Militär das Land wieder stärker unter Beschuss genommen. In Charkiw kam nach ukrainischen Angaben eine Person bei nächtlichen Angriffen ums Leben. Im Gebiet Donezk wurden die Städte Kramatorsk und Kostjantyniwka von russischen Raketen getroffen - acht Menschen wurden verletzt, eine Person kam ums Leben.

Von einer einseitigen Waffenruhe konnte aber ohnehin keine Rede sein. Moskau hatte bereits am Samstag eingeräumt, weiterhin ukrainische Angriffe zu erwidern - noch während die insgesamt 36-stündige Waffenruhe offiziell in Kraft war. Putin hatte sie anlässlich des orthodoxen Weihnachtsfests bis Mitternacht (Ortszeit) von Samstag auf Sonntag angeordnet. Kiew hatte bereits die Ankündigung als Propaganda bezeichnet. Kurz vor dem offiziellen Ende der "Feuerpause" sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Welt habe einmal mehr sehen können, wie falsch Aussagen aus Moskau auf jeder Ebene seien.

Die ukrainische Seite meldete am Sonntag zudem russische Angriffe auf Saporischschja und mehrere Ortschaften im Gebiet Dnipropetrowsk. Das russische Militär attackierte demnach auch ein Stadtviertel von Cherson. "Für die Attacke haben sie Brandmunition verwendet", teilte der Militärgouverneur der Region, Jaroslaw Januschewitsch, in seinem Telegram-Kanal mit. Die Genfer Konvention verbietet den Einsatz von Brandmunition gegen zivile Objekte. Verletzt oder getötet wurde laut Januschewitsch niemand.

Russland und Ukraine tauschen 50 Gefangene aus

Zwischen den beiden Kriegsparteien findet nur noch in einem Bereich Dialog statt: beim Austausch von Gefangenen. Am Sonntag vollzogen Russland und die Ukraine den ersten seit dem Jahreswechsel. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden 50 russische Soldaten nach Moskau ausgeflogen. Kiew berichtete, dass auf eigener Seite 33 Offiziere und 17 Mannschaftsdienstgrade befreit wurden.

London: Russland stärkt Verteidigung wohl aus Sorge vor Offensiven

Nach Einschätzung britischer Militärexperten befürchten russische Befehlshaber ukrainische Offensiven in den Regionen Luhansk oder Saporischschja. In den vergangenen Wochen habe Russland seine Verteidigungsstellungen in der Region Saporischschja im Süden des Landes ausgebaut, hieß es am Sonntag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. "Die Art, wie Russland an der Verbesserung seiner Verteidigung gearbeitet hat, lässt darauf schließen, dass Befehlshaber sehr wahrscheinlich mit der Möglichkeit großer ukrainischer Offensiven beschäftigt sind - entweder in der nördlichen Region Luhansk oder in Saporischschja."

Ein Durchbruch ukrainischer Streitkräfte im Gebiet Saporischschja könnte nach Einschätzung der Experten die Funktionsfähigkeit der russischen "Landbrücke", die die russische Region Rostow mit der Krim verbindet, infrage stellen. Wichtige Bahn- und Straßenverbindungen und damit auch der Nachschub der russischen Truppen in der Region seien dadurch in Gefahr. Ein ukrainischer Erfolg in Luhansk würde Russlands erklärtes Kriegsziel der "Befreiung" des ostukrainischen Gebiets Donbass weiter untergraben.

Ministerpräsident: Ukraine hat größtes Minenfeld weltweit

Der russische Angriffskrieg hat nach Angaben des ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal insgesamt ein 250 000 Quadratkilometer großes Minenfeld in seinem Land geschaffen. "Es ist derzeit das größte Minenfeld weltweit", sagte Schmyhal in einem am Samstag veröffentlichten Interview der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Das laut Schmyhal verminte Gebiet entspricht mehr als 40 Prozent der gesamten Landfläche der Ukraine.

Explosion an Gasleitung in Luhansk angeblich Sabotage

Im Ukraine-Krieg haben sich Angriffe auf die Infrastruktur der Gegenseite seit dem Herbst deutlich verstärkt. Vor allem die russischen Angreifer haben die Energieinfrastruktur der Ukraine ins Visier genommen. Am Sonntag nun führten die russischen Besatzer im annektierten Gebiet Luhansk eine Explosion einer Gasleitung auf Sabotage zurück. Wegen der Sprengung der Leitung am offenen Übergang über einen Fluss sei für 13 315 Kunden in neun Ortschaften die Gasversorgung ausgefallen, teilte der Zivilschutz der russischen Besatzungsmacht im Gebiet Luhansk in sozialen Netzwerken mit. Die Explosion ereignete sich in der Nacht zum Sonntag. Das Feuer konnte erst am Morgen gelöscht werden. Tote und Verletzte gibt es nicht.

UN-Hilfswerk sieht größte Fluchtbewegung seit Zweitem Weltkrieg

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hat der Krieg zur größten Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit seien ohne Beispiel in der Geschichte von Flucht und Vertreibung seit dem Zweiten Weltkrieg, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung. "Mehr als 7,9 Millionen Menschen sind aus dem Land geflohen, weitere 5,9 Millionen sind innerhalb der Ukraine vertrieben", sagte die UNHCR-Vertreterin in Deutschland, Katharina Lumpp. Knapp 14 Millionen Menschen entsprechen rechnerisch mehr als einem Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes von etwa 41 Millionen./bal/DP/nas

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Dem Nato-Beitritt Schwedens stehen nach Darstellung von Regierungschef Ulf Kristersson weiterhin die Forderungen der Türkei an sein Land entgegen. "Die Türkei hat bestätigt, dass wir getan haben, was wir ihnen versprochen haben", sagte Kristersson am Sonntag bei einer Sicherheits- und Verteidigungskonferenz im westschwedischen Sälen. "Aber sie sagen auch, dass sie Forderungen haben, die wir nicht erfüllen können und wollen. Und jetzt liegt die Entscheidung bei der Türkei." Er sei weiterhin davon überzeugt, dass die Türkei einem Beitritt Schwedens zustimmen werde. "Wir wissen nur nicht wann."

Als Mitglied des Verteidigungsbündnisses sei Schweden unter anderem bereit, sich an der gemeinsamen Raketenabwehr der Nato sowie an Luftpatrouillen über dem Baltikum, dem Schwarzen Meer und Island zu beteiligen, sagte Kristersson in seiner Rede.

Schweden und Finnland hatten im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Mai 2022 Anträge auf eine Nato-Mitgliedschaft gestellt. Finnlands Außenminister Pekka Haavisto sagte bei der Sicherheitskonferenz in Sälen, man werde auf Schweden warten. "Wir haben die Nato-Bewerbung gemeinsam eingereicht, wir werden das Verfahren auch gemeinsam zum Abschluss bringen", erklärte Haavisto. "Schweden ist unser bester Freund und Partner. Es wäre auch nicht in Finnlands Interesse, sich ohne Schweden anzuschließen." Schweden und Finnland bildeten gemeinsame eine militärstrategische Einheit.

Das Nato-Mitglied Türkei blockiert den Beitritt der nordischen Länder und begründet das unter anderem mit einer angeblichen Unterstützung Schwedens von "Terrororganisationen" wie der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Als Bedingung für die Ratifizierung der sogenannten Beitrittsprotokolle hatte das Land eine Reihe von Forderungen gestellt. Unter anderem fordert die Türkei einen stärkeren Kampf gegen "Terrorismus" und die Auslieferung von Dutzenden Menschen.

Kurz vor Weihnachten hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu gesagt, bei der Umsetzung der Absprachen sei man "noch nicht bei der Hälfte angelangt". Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte dagegen Ende Dezember erklärt, er rechne nicht mit einer noch viel länger andauernden Blockade des Aufnahmeprozesses durch die Türkei. Neben der Zustimmung der Türkei zur Nato-Norderweiterung steht auch noch die von Ungarn aus./wbj/DP/nas

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Dem Nato-Beitritt Schwedens stehen nach Darstellung von Regierungschef Ulf Kristersson weiterhin die Forderungen der Türkei an sein Land entgegen. "Die Türkei hat bestätigt, dass wir getan haben, was wir ihnen versprochen haben", sagte Kristersson am Sonntag bei einer Sicherheits- und Verteidigungskonferenz im westschwedischen Sälen. "Aber sie sagen auch, dass sie Forderungen haben, die wir nicht erfüllen können und wollen."

Schweden und Finnland hatten im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Mai 2022 Anträge auf eine Mitgliedschaft in dem Verteidigungsbündnis gestellt. Das Nato-Mitglied Türkei blockiert den Beitritt der beiden nordischen Länder jedoch. Als Bedingung für seine Zustimmung hatte das Land eine Reihe von Forderungen gestellt. Unter anderem fordert die Türkei einen stärkeren Kampf gegen "Terrorismus" und die Auslieferung von Dutzenden Menschen./wbj/DP/nas

KIEW/MOSKAU (dpa-AFX) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die von Kremlchef Wladimir Putin über das orthodoxe Weihnachtsfest deklarierte Feuerpause für gescheitert erklärt. "Die Welt konnte einmal mehr sehen, wie falsch Aussagen aus Moskau auf jeder Ebene sind", sagte der 44-Jährige in seiner Videobotschaft am Samstagabend.

"Sie haben irgendetwas von einer angeblichen Feuerpause gesagt, doch die Realität ist, dass russische Geschosse erneut Bachmut und andere ukrainische Positionen getroffen haben", sagte Selenskyj weiter. Auch der ukrainische Generalstab sprach von andauernden russischen Angriffen mit Panzern, Artillerie und Raketen.

Kurz nach dem Ende des von Putin für die Feuerpause genannten Zeitraums um 22.00 Uhr MEZ meldete zudem das ostukrainische Gebiet Charkiw Explosionen.

Selenskyj erklärt von Putin deklarierte Waffenruhe für gescheitert

Selenskyj betonte: "Wieder einmal hat sich bestätigt: Nur die Vertreibung der russischen Besatzer von ukrainischem Land und die Beseitigung aller Möglichkeiten Russlands, Druck auf die Ukraine und ganz Europa auszuüben, wird die Wiederherstellung von Waffenstillstand, Sicherheit und Frieden bedeuten." Ukrainischen Angaben zufolge starben durch russischen Beschuss während der Weihnachtstage in Bachmut im östlichen Gebiet Donezk zwei Zivilisten.

Putin hatte am Donnerstag einseitig eine 36-stündige Feuerpause angeordnet und als Begründung das Weihnachtsfest genannt, das viele orthodoxe Christen am 7. Januar feiern. Kiew lehnte den russischen Vorstoß von Anfang an als Heuchelei ab und auch viele internationale Beobachter sprachen von einer reinen Propaganda-Geste.

Nach Ablauf der deklarierten Frist: Charkiw meldet Explosionen

Kurz nach dem offiziellen Ende des von Putin bestimmten Zeitraums meldeten die Behörden der Region rund um die ostukrainische Stadt Charkiw direkt mehrere Explosionen. "Achtung an die Einwohner von Charkiw und der Region: Bleiben Sie in den Schutzräumen. Die Besatzer schlagen wieder zu!", schrieb Gouverneur Oleh Synehubow am Samstagabend auf Telegram. Ersten Informationen zufolge gebe es ein Todesopfer, hieß es von Synehubow weiter. Auch in den Gebieten Poltawa, Dnipropetrowsk, Saporischschja, Luhansk sowie auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurde fast unmittelbar nach 22.00 Uhr MEZ Luftalarm ausgerufen.

Moskau: Ukrainische Angriffe trotz angekündigter Waffenruhe erwidert

Noch während die Waffenruhe offiziell in Kraft war, räumte Moskau am Nachmittag ein, ukrainische Angriffe weiter zu erwidern. "Alle Positionen der ukrainischen Armee, von denen aus Beschuss erfolgte, wurden von den russischen Streitkräften durch Erwiderung des Feuers niedergeschlagen", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Kampfhandlungen gab es demnach in den Gebieten Donezk, Cherson und Saporischschja. Ungeachtet dessen behauptete Konaschenkow, Russland halte sich an die selbst auferlegte 36-stündige Feuerpause.

Ministerpräsident: Ukraine hat größtes Minenfeld weltweit

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal ein 250 000 Quadratkilometer großes Minenfeld in seinem Land geschaffen. "Es ist derzeit das größte Minenfeld weltweit", sagte Schmyhal in einem am Samstag veröffentlichten Interview der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Das laut Schmyhal verminte Gebiet entspricht mehr als 40 Prozent der gesamten Landfläche der Ukraine. "Das macht es nicht nur schwer für Menschen zu reisen, sondern es verursacht auch größere Störungen in der Landwirtschaft, die eine unserer Hauptwirtschaftszweige ist", so der Ministerpräsident.

Umfrage: Bürger sehen Panzer-Lieferungen mehrheitlich skeptisch

Die Entscheidung der Bundesregierung, Marder-Schützenpanzer an die Ukraine zu liefern, stößt bei den Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge auf ein geteiltes Echo. In einer Befragung des Meinungsforschungsinstitutes Insa für die "Bild am Sonntag" finden 49 Prozent die Entscheidung eher falsch und 40 Prozent eher richtig. Die Lieferung von Kampfpanzern lehnen 50 Prozent ab, 38 Prozent sind dafür.

Die Bundesregierung hatte ihre Entscheidung, rund 40 Marder-Schützenpanzer an die Ukraine zu liefern, am Donnerstag öffentlich gemacht. Union und Teile der Regierungsparteien FDP und Grüne fordern auch, dem von Russland angegriffenen Land Kampfpanzer zu schicken.

Ukraine setzt Dutzende russische Künstler auf Sanktionsliste

Die Ukraine setzte unterdessen Dutzende russische Künstler und andere Personen des öffentlichen Lebens auf eine Sanktionsliste. Einer der international wohl bekanntesten Namen in dem vom Präsidialamt in Kiew veröffentlichten Dekret ist die in Wien lebende und als kremlnah in die Kritik geratene Opernsängerin Anna Netrebko. Ihr sowie 118 weiteren Personen - darunter auch drei ukrainischen Staatsangehörigen - wird etwa, sofern vorhanden, Vermögen in der Ukraine gesperrt. Auf der Sanktionsliste stehen zudem unter anderem der bekannte russische Musiker Filip Kirkorow sowie Schauspieler und Regisseur Nikita Michalkow.

Ukrainische Medien berichteten darüber hinaus, Präsident Wolodymyr Selenskyj habe bereits Ende Dezember 13 Geistlichen der ukrainisch-orthodoxen Kirche die Staatsbürgerschaft entziehen lassen.

Die ukrainisch-orthodoxe Kirche ist traditionell eng mit Russland verbunden und hatte sich erst mit dem russischen Einmarsch vom vergangenen Februar ganz von Moskau losgesagt. Zuletzt wurden etwa die Nutzungsverträge für zwei Hauptkirchen des unter Unesco-Weltkulturerbe stehenden Kiewer Höhlenklosters nicht mehr verlängert. Erstmals feierte dort am Wochenende die neue Orthodoxe Kirche der Ukraine einen Weihnachtsgottesdienst./haw/DP/nas

TOKIO (dpa-AFX) - Japan erwägt in Vorbereitung auf einen möglichen Konflikt um Taiwan einem Medienbericht zufolge die Einrichtung Dutzender Munitions- und Waffendepots auf Inseln vor China. Japanische Streitkräfte, die die China zugewandten Inseln des Landes verteidigen sollen, hätten so besseren Zugang zu Nachschub, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei Asia" am Samstag unter Berufung auf entsprechende Erwägungen im japanischen Verteidigungsministerium. Japan verfüge landesweit derzeit über etwa 1400 Munitionslager, wovon sich jedoch 70 Prozent auf der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido befänden - mehr als 2000 Kilometer von den japanischen Inseln im Ostchinesischen Meer entfernt, hieß es.

Das Verteidigungsministerium schätze, dass Japans Landstreitkräfte innerhalb des nächsten Jahrzehnts etwa 90 zusätzliche Munitionsdepots benötigen. Etwa 40 weitere solcher Lager brauche zudem die Marine. Ein Vorschlag sehe den Bau von fast 70 Munitionslagern innerhalb der nächsten fünf Jahre vor, berichtete die Zeitung. Die neuen Depots würden demnach auf Inseln eingerichtet, die sich von der Südspitze der südwestlichsten Hauptinsel Kyushu in Richtung Taiwan erstrecken. Die Regierung in Tokio werde diesbezüglich Gespräche mit den lokalen Behörden und Einwohnern der Inseln aufnehmen, hieß es.

Japan vollzieht derzeit einen historischen Kurswechsel seiner Sicherheitspolitik und will seine Verteidigungsausgaben massiv aufstocken. Der Wehretat soll sich statt wie bisher auf ein Prozent künftig auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes belaufen. Der Kurswechsel geschieht angesichts eines Sicherheitsumfelds, das die Regierung in Tokio als das "ernsteste und komplizierteste" seit dem Zweiten Weltkrieg beschreibt. Das militärische Auftreten Chinas in der Region stelle "die größte strategische Herausforderung" aller Zeiten dar, heißt es in einem kürzlich beschlossenen neuen Sicherheitspapier. Ähnlich formuliert es auch Japans Schutzmacht USA./ln/DP/nas

BERLIN (dpa-AFX) - Der russische Angriff auf das Nachbarland Ukraine hat nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zur größten Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit seien ohne Beispiel in der Geschichte von Flucht und Vertreibung seit dem Zweiten Weltkrieg, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung. "Mehr als 7,9 Millionen Menschen sind aus dem Land geflohen, weitere 5,9 Millionen sind innerhalb der Ukraine vertrieben", sagte die UNHCR-Vertreterin in Deutschland, Katharina Lumpp. Knapp 14 Millionen Menschen entsprechen rechnerisch mehr als einem Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes von etwa 41 Millionen.

Lumpp würdigte die deutsche Unterstützung des UNHCR. Mit mehr als 507 Millionen Euro habe Deutschland 2022 seinen bisher größten finanziellen Beitrag geleistet und sei nach den USA erneut weltweit der zweitgrößte Geldgeber. "Dank dieser Gelder können wir Flüchtlinge zu Sicherheit und Schutz verhelfen und sie vielfältig unterstützen", sagte die UNHCR-Vertreterin. Deutschland sei ein wichtiges Land für den Flüchtlingsschutz, ein zuverlässiger humanitärer Geber in akuten Notlagen und langanhaltenden Krisen sowie ein großes Aufnahmeland für Flüchtlinge./jr/DP/nas

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