dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

05.02.2012

dpa-AFX Überblick: UNTERNEHMEN - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

Drogerie-Unternehmer Müller mischt bei Douglas-Poker mit

HAGEN/ULM - Der Drogerie-Unternehmer Erwin Müller steuert beim Handelskonzern Douglas Holding auf eine Sperrminorität zu und könnte so mögliche Übernahmepläne der Gründerfamilie Kreke durchkreuzen. Wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte, hält Müller zwar weiterhin 10,81 Prozent der Douglas-Anteile. Er ist aber auch Stillhalter von sogenannten Verkaufsoptionen. Dadurch könnten ihm in nächster Zeit weitere 15 Prozent der Douglas-Aktien angedient werden.

Nach gescheiterter Fusion: Kritik an deutscher Börse wird lauter

FRANKFURT - Nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Börse wird die Kritik an der Führung der Deutschen Börse um Vorstandschef Reto Francioni immer lauter. 'Hier sind ganz klar Managementfehler passiert, dafür müssen hoch bezahlte Vorstände die Verantwortung übernehmen', sagte Betriebsrat und Aufsichtsratsmitglied Johannes Witt der Deutschen Presse-Agentur. 'Vorstand und Aufsichtsrat dürfen jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.' Auch die Fondsgesellschaft DWS kritisierte das Management scharf.

'Die Würfel sind gefallen' - Hapag-Lloyd bleibt hanseatisch

HAMBURG - Der hannoversche Tourismuskonzern Tui kann sich wie gewünscht von seinen Anteilen an der Container-Reederei Hapag-Lloyd trennen: Das Hamburger Konsortium Albert Ballin steht für die Übernahme des Tui-Pakets bereit. 'Der Prozess ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber die Würfel sind gefallen', sagte der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne der Tageszeitung 'Die Welt' (Samstag). Er hält bereits über das Konsortium 24,6 Prozent an Hapag-Lloyd, die Stadt Hamburg 23,6 Prozent.

'Spiegel': Pläne zur VW-Übernahme durch Porsche früher bekannt

HANNOVER - Die niedersächsische Staatskanzlei könnte nach Informationen des 'Spiegel' früher als bisher angenommen von den später gescheiterten Plänen Porsches zur Übernahme von Volkswagen gewusst haben. Der damalige Chef der Wirtschaftsabteilung der Staatskanzlei, Mathias Middelberg, habe Ministerpräsident Christian Wulff im Februar 2008 mitgeteilt, dass Porsche die Übernahme von bis zu 80 Prozent der VW-Anteile anstrebe, berichtet das Magazin.

'Spiegel': Neuer RWE-Chef plant verschärften Sparkurs

HAMBURG/ESSEN - Der künftige RWE-Chef Peter Terium stimmt die Beschäftigten einem Bericht zufolge auf einen radikalen Sparkurs ein. Der Essener Energiekonzern solle in den Jahren 2013 und 2014 über die bereits beschlossenen Kürzungen von rund 1,5 Milliarden Euro hinaus einen Betrag von mindestens einer weiteren Milliarde Euro einsparen, berichtet der 'Spiegel'. Eine RWE-Sprecherin bestätigte der dpa am Sonntag, dass die genannte Milliarde eine 'Plangröße' sei. Man verhandele darüber zurzeit mit den Betriebsräten. Wie viele Stellen insgesamt wegfallen würden, könne man in diesem Stadium noch nicht absehen.

Daimler erwägt Ausbau der Transporter-Kooperation

STUTTGART/HANNOVER - Daimler erwägt einen Ausbau der Kooperation mit anderem Autobauern bei der Transporterproduktion. 'Wir wollen mit VW in diesem Jahr entscheiden, ob wir unsere Kooperation bei den großen Transportern fortsetzen', sagte Daimler-Transporterchef Volker Mornhinweg der Fachzeitung 'Automobilwoche'. Als eine mögliche Option bezeichnete er die Einbeziehung von Renault .

Siemens-Vorstand rechnet mit besseren Zahlen in Energiesparte

MÜNCHEN - Siemens rechnet nach einem schwachen Start ins Geschäftsjahr mit besseren Zahlen in seiner Energiesparte in den nächsten Monaten. 'Unsere Auftragsbücher sind mit einem Bestand von 60 Milliarden Euro sehr gut gefüllt. Beim Umsatz rechnen wir mit einem leichten Plus', sagte Energie-Vorstand Michael Süß der Zeitung 'Euro am Sonntag'. Auch die Konzernvorgabe für die operative Gewinnmarge von 10 bis 15 Prozent werde erfüllt. 'Im ersten Quartal lagen wir bei 7,8 Prozent. Wir sind zuversichtlich, dass wir 2012 im Margenband landen werden', sagte Süß.

Gewerkschaft ruft NSN-Mitarbeiter zum Widerstand auf

MÜNCHEN - Die Gewerkschaft IG Metall hat die von der Entlassung bedrohten Beschäftigten des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) aufgerufen, für ihre Rechte zu kämpfen. 'Wenn es uns gelingt, 2000 bis 3000 Mitarbeiter zu mobilisieren, bin ich auch bereit, Arbeitskampf für einen Sozialtarifvertrag zu machen', sagte der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler am Freitag in München. Über die geplante Schließung der Münchner NSN-Zentrale mit 3.600 Mitarbeitern sei noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Eon unterstreicht Überstützung für Desertec-Wüstenstromprojekt

DÜSSELDORF - Der Energiekonzern EON hat seine Unterstützung für das Wüstenstromprojekt Desertec unterstrichen. Ein Konzernsprecher wies am Samstag einen Bericht des Magazins 'Wirtschaftswoche' zurück, wonach Eon einen Ausstieg aus dem Projekt erwäge. 'Das entbehrt jeder Grundlage', sagte Sprecher Christian Drepper der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf. 'Wir unterstützen das Projekt nachhaltig.' Es sei sogar ein Mitarbeiter dafür abgestellt worden, der sich in Vollzeit darum kümmere. Das Magazin hatte sich auf die Aussagen eines namentlich nicht genannten Eon-Managers berufen.

Streik droht Luftverkehr in Frankreich lahmzulegen

PARIS - Ein Streik droht in der kommenden Woche große Teile des französischen Luftverkehrs lahmzulegen. Mehrere Gewerkschaften bestätigten am Freitag einen Aufruf zu Arbeitsniederlegungen. Die Aktionen sollen in der Nacht zu Montag beginnen und mindestens bis Donnerstagabend andauern. Neben dem Bodenpersonal sind auch Piloten und Flugbegleiter zur Teilnahme aufgerufen.

Handel mit Schlussverkauf zufrieden - Frost zur rechten Zeit

BERLIN - Rechtzeitig zum Winterschlussverkauf (WSV) treibt die Eiseskälte die Bundesbürger in die Geschäfte. Der Handel zeigt sich zur Halbzeit zufrieden mit der konzertierten Rabattaktion. 'Mit dem Frost fangen viele erst an, sich warm einzukleiden', sagte Kai Falk, der Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, der Nachrichtenagentur dpa. 'Davon hat die erste WSV-Woche stark profitiert.'

/he

05.02.2012

Lekker Energie plant flexiblen Stromtarif für Privatkunden

BERLIN (dpa-AFX) - Der Strom- und Gasanbieter Lekker Energie plant einen Tarif, der Privatkunden erstmals den Einkauf an der Strombörse ermöglicht. Sie könnten dann dort Strom zu günstigen Zeiten erwerben, sagte Geschäftsführer Thomas Mecke der 'Berliner Zeitung' (Montag). Die Details des künftigen Angebots stünden noch nicht fest. Bislang werden solche Tarife nur Industriekunden angeboten.

Das Unternehmen mit Sitz in Berlin habe im vorigen Jahr 85.000 Kunden hinzugewonnen, zu Jahresanfang seien es 385.000 gewesen, sagte Mecke. 90 Prozent von ihnen bezögen Strom, die übrigen Gas. 'Allein in Berlin haben wir deutlich über 100.000 Kunden und sind die klare Nummer zwei hinter Vattenfall', so der Geschäftsführer.

Die Lekker Energie GmbH gehört seit März 2010 zur westfälischen Enervie-Gruppe. Vorher war das Unternehmen Teil des niederländischen Nuon-Konzerns. Lekker Energie hat nach Angaben Meckes 2011 'planmäßig' Verluste geschrieben. Die Gewinnzone wolle man 2013 erreichen./brd/DP/he

05.02.2012

Pressestimme: 'General-Anzeiger' zu Sicherheitskonferenz

BONN (dpa-AFX) - 'General-Anzeiger' zu Sicherheitskonferenz:

'Die NATO funktioniert weiter, auch, weil sie sich verändert hat. Mit ihrer Ausdehnung nach Mittel- und Osteuropa hat sie ihre Einflusssphäre vergrößert. Dabei ist militärische Stärke nicht alles, wie Afghanistan zeigt. Es braucht vor allem politischen Willen und Stehvermögen. Eine Lektion für die nächsten Einsätze, die unweigerlich kommen werden.'/DP/he

05.02.2012

Leipziger Motorradmesse: Ausstellerrekord und Besucherminus

LEIPZIG (dpa-AFX) - Die Motorrademesse in Leipzig ist am Sonntag mit einem Besucherminus zu Ende gegangen. Gezählt wurden 49.000 Gäste, fünf Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Veranstalter am Sonntag in Leipzig mitteilte. Eine Rekordzahl von 268 Aussteller hatte seit Donnerstag die neusten Zweiradmodelle sowie Urlaubsideen für Biker vorgestellt.

Für den Besucherrückgang machte ein Sprecher vor allem die Kälte verantwortlich. 'Vor allem am Freitag sind viele Biker aus Westdeutschland und Berlin nicht angereist, weil sie nicht bei Glatteis und Schnee steckenbleiben wollten', sagte er. So nutzten auch nur etwa ein Dutzend wetterfeste Biker die kostenlosen Motorradparkplätze an der Leipziger Messe.

Auf der Messe wurden den Besuchern neben Motorrädern, Rollern und Quads auch Zubehör, Bekleidung und Fachliteratur angeboten. Außerdem gab es Sonderschauen wie '90 Jahre MZ' und 'Rennsport in Sachsen'. Als besondere Publikumsmagneten erwiesen sich die Neuheiten auf dem Markt der großen Sportmaschinen sowie die Stuntshow 'Monster-Trial', die erstmals in Deutschland zu sehen war, hieß es in der Mitteilung./hnl/DP/he

05.02.2012

ROUNDUP: Bundesregierung lehnt Strom-Subventionen für Griechenland ab

HAMBURG/BERLIN (dpa-AFX) - Aus einem EU-Plan, dass deutsche Stromkunden die Solarbranche in Griechenland subventionieren, dürfte vorerst nichts werden. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Sonntag in Berlin, die Regierung lehne 'eine Ausweitung der EEG-Förderung für erneuerbaren Strom, der im Ausland produziert wird', ab. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sprach sich für Sonnenstrom aus Südeuropa aus.

Der 'Spiegel' hatte berichtet, die EU wolle die in Deutschland geltende gesetzliche Förderung erneuerbarer Energien auch für griechische Unternehmen öffnen, die Strom ins europäische Elektrizitätsnetz leiten. Auf diese Weise könnte die Wirtschaft des hochverschuldeten, aber sonnigen Landes angekurbelt werden - über Anreize für Investitionen in griechische Solarparks oder Windkraftanlagen. Zusätzlich solle es für Ökostrom-Investitionen in Griechenland Hilfen der bundeseigenen Staatsbank KfW geben.

Eine Sprecherin des Bundesumweltministerium erklärte, Deutschland habe zugesagt, Griechenland beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen. Dabei gehe es aber in erster Linie darum, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Stromexporte könnten jedoch nicht gefördert werden.

In Deutschland wird die Förderung von Solar- und Windstrom über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Für jede Kilowattstunde Ökostrom, die ins Netz eingespeist wird, erhalten die Produzenten einen festgelegten Betrag, der über dem Marktpreis liegt. Die Mehrkosten tragen letztlich die Verbraucher über ihre Stromrechnung.

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel forderte, die südeuropäischen Staaten sollten ganz Europa mit Solarenergie beliefern.'Es ist schlauer, dort in die Sonnenenergie zu investieren, wo die Sonne auch wirklich scheint', sagte Gabriel dem 'Hamburger Abendblatt' (Montag). Griechenland brauche Wachstum, und man habe in Deutschland allein mit erneuerbaren Energien 350.000 Jobs geschaffen.

Die griechische Regierung hatte schon im Herbst 2011 mit dem Projekt 'Helios' für den Ausbau der Solarbranche um Investoren geworben. Fünf Prozent der benötigten Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro wollte die deutsche Solarbranche beisteuern, berichtet der 'Spiegel'. Bisher setze das Land bei der Energieerzeugung auf umweltschädliche Braunkohle und Schwerölkraftwerke, die erneuerbaren Energien würden hingegen wenig genutzt./mi/DP/he

05.02.2012

Heathrow streicht 380 Flüge wegen Schneefalls

LONDON (dpa-AFX) - Rund zehn Zentimeter Schnee haben erneut ausgereicht, um in Großbritannien ein Verkehrschaos auszulösen. Europas größter Flughafen London-Heathrow strich rund 380 Flüge und damit ein Drittel aller Starts und Landungen für Sonntag. Die Ankündigung kam bereits am Samstag, noch bevor die erste Schneeflocke in London gefallen war.

Auch auf Autobahnen und Schienenstrecken kam es zu erheblichen Behinderungen. Die Passagiere von Zügen im Süden Englands mussten mit Verspätungen von mindestens 30 Minuten rechnen. Auch die Londoner U-Bahn kämpfte mit Verspätungen, die mit dem Wetter erklärt wurden.

Heathrow war bereits im vergangenen Winter in heftige Kritik geraten, nachdem weniger als zehn Zentimeter Schnee den Flughafen für Tage praktisch lahmgelegt hatten und der gesamte europäische Flugverkehr beeinträchtigt wurde. In der Folge wurden elf Millionen Pfund in neue Schneeräumtechnik und Enteisungsanlagen investiert.

'Diese Entscheidung bedeutet, dass die größte Zahl der Passagiere fliegen kann und die Ausfälle auf einem Minimum bleiben', sagte Flughafenchef Normand Boivin zu der Teilsperrung. An den anderen großen Londoner Flughäfen in Gatwick, Stansted und Luton lief der Flugverkehr am Sonntag weitgehend normal. In Birmingham mussten einige Passagiere nach Flugausfällen im Terminal übernachten.

Der meiste Schnee auf der Insel fiel nach Angaben von Meteorologen im nordenglischen Church Fenton und in Wattisham (Suffolk), wo jeweils 16 Zentimeter gemessen wurden./dm/DP/he

05.02.2012

Ausländer machen wegen Unruhen einen Bogen um Kairo

KAIRO (dpa-AFX) - Nach den jüngsten blutigen Straßenschlachten in Kairo machen viele Ausländer eine Bogen um die ägyptische Hauptstadt. Ein Sprecher am internationalen Flughafen Kairo sagte am Sonntag, die Besucherzahlen, die nach dem Umsturz vor einem Jahr bereits deutlich gesunken waren, seien in den vergangenen Tagen noch einmal um etwa 40 Prozent gesunken. In den meisten Maschinen, die Kairo ansteuerten, seien 40 bis 45 Prozent der Sitze nicht belegt. Vor allem die Zahl der europäischen Passagiere sei stark gesunken.

Die Mitarbeiter der Flughafengesellschaft drohten unterdessen erneut mit Streik. Das Ministerium für Zivilluftfahrt hatte zwar zuvor bereits ihre Forderung nach einer Entlassung des Flughafenchefs erfüllt. Nun wollen sie jedoch, dass auch dessen Stellvertreter und den neu ernannten Flughafenchef entlassen werden. Außerdem wollen sie mehr Gehalt./abc/DP/he

05.02.2012

ROUNDUP: Ex-BND-Chef Uhrlau als Berater für Deutsche Bank tätig

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhrlau, arbeitet als freier Berater für die Deutsche Bank . Wie das Geldinstitut am Sonntag bestätigte, berät der 65-Jährige das Haus seit dem 1. Februar in Fragen der globalen Sicherheit. Dies hatte zuvor 'Der Spiegel' berichtet. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins ist der Job mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) abgesprochen und abgestimmt.

Der BND sammelt seit 1956 für die Bundesregierung und andere Bundesorgane politische, wirtschaftliche, militärische, technische und wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Ausland. Organisatorisch ist der BND dem Geheimdienst-Koordinator im Kanzleramt unterstellt.

Uhrlau war sechs Jahre lang BND-Präsident. Er wurde erst Ende 2011 mit Erreichen der Pensionsgrenze als Chef des Auslandsgeheimdienstes in den Ruhestand verabschiedet. In seiner Amtszeit war der BND wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Zuvor war Uhrlau Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt, Polizeipräsident in seiner Geburtsstadt Hamburg sowie Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz in der Hansestadt gewesen. Sein Nachfolger als BND-Chef wurde Gerhard Schindler.

Uhrlau ist nicht der erste hochrangige Politik- und Regierungs- Insider, der für die Deutsche Bank tätig wird. 2006 wurde der frühere Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser 'Vice Chairman' der Deutsche Bank Group. Er sollte dem Geldinstitut für finanzpolitische, wirtschaftliche und strategische Fragen zur Verfügung stehen. Zuvor war er zwischen 1999 und 2005 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen./lin/DP/he

05.02.2012

POLITIK: Südafrikas ANC bestätigt vorläufig Suspendierung von Malema

KAPSTADT (dpa-AFX) - Die südafrikanische Regierungspartei ANC hat die Suspendierung des Parteirebellen Julius Malema vorläufig bestätigt: Der Chef der ANC-Jugendliga habe dem Ansehen der Partei tatsächlich geschadet, so der Disziplinarausschuss des ANC am Samstag in Pretoria. Der Ausschuss erlaubte Malema aber, in zwei Wochen bei einem weiteren Parteianhörungsverfahren erneut seine Position darzustellen.

Malema war vom ANC-Disziplinarausschuss im November für fünf Jahre von allen Parteiämter ausgeschlossen worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Malema gilt als linker Populist, der gegen das Programm seiner Partei die Verstaatlichung von Banken und Bergwerken sowie die Enteignung weißer Bauern ohne Entschädigung fordert. Der 30-Jährige, der früher Präsident Jacob Zuma unterstützte, gilt inzwischen als der gefährlichste Rivale des ANC- und Staatschefs.

Malema ist wegen seiner radikalen Forderungen vor allem bei Millionen Armen in den Townships populär. Der Mann aus einfachen Verhältnissen und mit bescheidener Schulbildung lebt selbst aber auf großem Fuß. Ihm wird auch Korruption vorgeworfen./ltr/DP/he

05.02.2012

Birma führt elektronisches Visa-Verfahren ein

RANGUN (dpa-AFX) - Das ehemals abgeschottete Birma will in Kürze ein elektronisches Visa-Anmeldeverfahren einführen. Besuche in dem Land sollen dann einfacher werden. Geplant sei, das Internet-Verfahren im März in Betrieb zu nehmen, sagte Tourismusminister Tint San der 'Myanmar Times'.

Die Besucherzahlen dürften damit 2012 einen weiteren Sprung machen: Bisher wurde Myanmar jährlich von rund 800.000 Menschen besucht. Die meisten Besucher sind Thailänder, gefolgt von Chinesen. Aus Deutschland kamen zuletzt knapp 11.000 Touristen.

Birma wurde bis März 2011 jahrzehntelang vom Militär regiert. Seitdem ist eine zivile Regierung von Gnaden der Armee im Amt. Sie hat aber eine nach Einschätzung westlicher Regierungen vielversprechende Wandlung eingeleitet. Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die jahrelang unter Hausarrest stand, arbeitet mit der Regierung zusammen. Sie hatte vor Jahren zu einem Boykott des Landes aufgerufen, der viele Reisende von einem Urlaub in Birma abhielt. Diese Empfehlung hatte sie im vergangenen Jahr zurückgezogen./pj/DP/he

03.02.2012

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Fest - US-Arbeitsmarkt wird zum Hoffnungsträger

NEW YORK (dpa-AFX) - Deutlich besser als erwartete US-Konjunkturdaten haben die Aktienbörsen in New York am Freitag weiter angetrieben. Der Dow Jones Industrial gewann 1,23 Prozent auf 12.862,23 Punkte. Damit setzte der weltweit bekannteste Aktienindex seine Aufwärtstrend fort und schloss so hoch wie seit Mitte Mai 2008 nicht mehr. In der Woche stehen plus 1,59 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn ist der Dow Jones um 5,28 Prozent nach oben geklettert. Der breit gefasste S&P 500 knüpfte an seinen besten Jahresstart seit 1989 an und legte am Freitag um weitere 1,46 Prozent auf 1.344,90 Punkte zu. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite Index um 1,61 Prozent auf 2.905,66 Punkte vor. Der Nasdaq 100 stieg um 1,34 Prozent auf 2.529,17 Punkte. Damit kletterte der Auswahlindex auf ein Elf-Jahreshoch und hob die Latte auf 2.532,26 Punkte.

Gute Konjunkturdaten und die hohe Liquidität hielten die Kursrally weiter in Gang, begründeten Börsianer das Plus. Vor allem der Bericht zum US-Arbeitsmarkt, der zu Jahresbeginn überraschend deutlich an Fahrt gewonnen hatte, gab den Börsen einen positiven Impuls. 'Mit dem deutlich besser als erwarteten Arbeitsmarkt wird das bisherige amerikanische Sorgenkind immer mehr zum Hoffnungsträger der Märkte', sagte Analyst Johannes Bollongino von IG Markets. Im Januar waren außerhalb der Landwirtschaft 243.000 neue Jobs geschaffen worden und damit rund 100.000 Stellen mehr als von Analysten erwartet. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex war deutlich stärker als erwartet gestiegen.

BANK OF AMERICA FÜHREN DOW NACH OBEN

Tagessieger im Dow waren die Aktien der Bank of America mit plus 5,23 Prozent auf 7,84 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Anfang September. Finanzwerte zählen aktuell zu den Favoriten, begründeten Händler das Plus. American Express verteuerten sich um 2,13 Prozent. Außerhalb des Finanzsektors legten Caterpillar um 3,27 Prozent zu. Händlern zufolge macht der weltgrößte Baumaschinen-Hersteller nach erfolglosen Verhandlungen mit der Gewerkschaft kanadischer Autoarbeiter ein Werk in Ontario zu.

Schwächster Dow-Wert waren dagegen Procter & Gamble mit einem Abschlag von 0,87 Prozent auf 62,77 Dollar. Aktien von Merck & Co büßten 0,18 Prozent auf 38,37 Dollar ein. Die Anteile an dem Pharmakonzern litten weiter unter der am Vortag vorgelegten Bilanz, die mit Enttäuschung aufgenommen worden war.

MICRON VOM HANDEL AUSGESETZT

Unternehmensnachrichten waren vor dem Wochenende dünn gesät. Der Düngemittelhersteller Mosaic will seine Produktion zurückfahren, was eigenen Angaben zufolge aber nicht zu Stellenstreichungen und Schließungen von Förderstätten führen soll. Die Aktien legten um 0,53 Prozent auf 57,41 Dollar zu.

Für die Papiere von Royal Caribbean Cruises ging es sogar um 6,62 Prozent hoch, obwohl das Kreuzfahrtunternehmen nach der Havarie des italienischen Kreuzfahrtschiffs 'Costa Concordia' Buchungsrückgänge vermeldet hatte. Micron-Aktien wurden vom Handel ausgesetzt, nachdem Unternehmenschef Steve Appleton bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückt war. Die Titel hatten zuvor 7,95 Dollar gekostet.

Der Eurokurs verharrte im späten New Yorker Handel bei 1,3147 Dollar auf dem Niveau vom Vorabend. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen rutschten am Freitag um 28/32 auf 100 20/32 Punkte ab. Ihre Rendite lag bei 1,930 Prozent./fat/he

03.02.2012

Aktien New York Schluss: Fest - Guter US-Arbeitsmarkt wird zum Hoffnungsträger

NEW YORK (dpa-AFX) - Deutlich besser als erwartete US-Konjunkturdaten haben die Aktienbörsen in New York am Freitag weiter angetrieben. Der Dow Jones Industrial gewann 1,23 Prozent auf 12.862,23 Punkte. Damit setzte der weltweit bekannteste Aktienindex seine Aufwärtstrend fort und schloss so hoch wie seit Mitte Mai 2008 nicht mehr. In der Woche stehen plus 1,59 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn ist der Dow Jones um 5,28 Prozent nach oben geklettert. Der breit gefasste S&P 500 knüpfte an seinen besten Jahresstart seit 1989 an und legte am Freitag um weitere 1,46 Prozent auf 1.344,90 Punkte zu. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite Index um 1,61 Prozent auf 2.905,66 Punkte vor. Der Nasdaq 100 stieg um 1,34 Prozent auf 2.529,17 Punkte. Damit kletterte der Auswahlindex auf ein Elf-Jahreshoch und hob die Latte auf 2.532,26 Punkte.

Gute Konjunkturdaten und die hohe Liquidität hielten die Kursrally weiter in Gang, begründeten Börsianer das Plus. Vor allem der Bericht zum US-Arbeitsmarkt, der zu Jahresbeginn überraschend deutlich an Fahrt gewonnen hatte, gab den Börsen einen positiven Impuls. 'Mit dem deutlich besser als erwarteten Arbeitsmarkt wird das bisherige amerikanische Sorgenkind immer mehr zum Hoffnungsträger der Märkte', sagte Analyst Johannes Bollongino von IG Markets. Im Januar waren außerhalb der Landwirtschaft 243.000 neue Jobs geschaffen worden und damit rund 100.000 Stellen mehr als von Analysten erwartet. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex war deutlich stärker als erwartet gestiegen./fat/he

03.02.2012

Aktien New York: Fest nach gutem US-Arbeitsmarktbericht und ISM-Daten

NEW YORK (dpa-AFX) - Deutlich besser als erwartete Konjunkturdaten haben die Aktienbörsen der USA am Freitag weiter angetrieben. Der Dow Jones Industrial gewann 1,10 Prozent auf 12.844,97 Punkte. Damit hielt der weltweit bekannteste Aktienindex seine Startgewinne und knüpft an seinen Aufwärtstrend an, der ihn seit Jahresbeginn um fünf Prozent nach oben getrieben hat. Der breit gefasste S&P 500 legte am Freitag im Verlauf um 1,29 Prozent auf 1.342,63 Punkte zu. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite Index um 1,53 Prozent auf 2.903,33 Punkte vor, der Nasdaq 100 stieg um 1,30 Prozent auf 2.528,33 Punkte. Damit kletterte der Auswahlindex wieder auf ein Elf-Jahreshoch.

Gute Konjunkturdaten und die hohe Liquidität hielten die Kursrally weiter in Gang, begründete ein Marktteilnehmer die anhaltende Aufwärtsbewegung. Vor allem der Bericht zum US-Arbeitsmarkt, der zu Jahresbeginn überraschend deutlich an Fahrt gewonnen hatte, gab den Börsen einen positiven Impuls. Im Januar waren außerhalb der Landwirtschaft 243.000 neue Jobs geschaffen worden und damit rund 100.000 Stellen mehr als Bankvolkswirte erwartet hatten. Zwar besteht für die US-Notenbank damit laut Commerzbank kein akuter Handlungsbedarf für ein neues Anleihenkaufprogram (QE3). Allerdings wird die Geldpolitik laut Analysten weiter sehr expansiv bleiben. Auch die Stimmung im Dienstleistungssektor hatte sich im Januar laut ISM stärker aufgehellt als erwartet.

Bester Wert im Dow waren die Aktien der Bank of America , die sich um weitere 4,56 Prozent auf 7,79 US-Dollar erholten und auf den höchsten Stand seit Anfang September kletterten. Finanzwerte zählen aktuell zu den Favoriten. Schwächster Dow-Wert waren dagegen Merck & Co , deren Aktien 0,44 Prozent auf 38,27 Dollar einbüßten. Die Anteile an dem Pharmakonzern litten weiter unter der am Vortag vorgelegten Bilanz, die mit Enttäuschung aufgenommen wurde.

Unternehmensnachrichten waren vor dem Wochenende dünn gesät. Der Düngemittelhersteller Mosaic will seine Produktion zurückfahren, was eigenen Angaben zufolge aber nicht zu Stellenstreichungen und Schließungen von Förderstätten führen soll. Die Aktien legten um 0,81 Prozent auf 57,57 US-Dollar zu. Für die Papiere von Royal Caribbean Cruises ging es sogar um 6,00 Prozent hoch, obwohl das Kreuzfahrtunternehmen nach der Havarie des italienischen Kreuzfahrtschiffs 'Costa Concordia' Buchungsrückgänge vermeldet hatte./fat/he

03.02.2012

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit 7. Wochenplus in Folge

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach starken Signalen vom US-Arbeitsmarkt hat der Dax die siebte Woche in Folge im Plus beendet. Eine solche Gewinnserie hatte der Leitindex zuletzt Anfang 2007 hingelegt. Der Dax sprang am Freitag erstmals seit August wieder über die Marke von 6.700 Punkten und kletterte um 1,67 Prozent auf 6.766,67 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies einen Aufschlag von 3,91 Prozent. Der MDax verbuchte am Freitag ein Plus von 1,98 Prozent auf 10.413,97 Punkte, der TecDax stieg um 1,40 Prozent auf 771,75 Punkte.

In den USA war die Beschäftigtenzahl im Januar deutlich stärker gestiegen als erwartet. Ein Händler sprach von den erhofft guten Signalen vom US-Arbeitsmarkt, der lange Zeit das 'Sorgenkind' der Anleger gewesen sei. Die Arbeitslosenquote war überraschend von 8,5 Prozent im Vormonat auf 8,3 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit 2009. Dies zeigt nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen, dass die Erholung des Arbeitsmarktes voranschreitet. Unterdessen mehren sich einem Börsianer zufolge die Anzeichen, dass die Verhandlungen über eine private Beteiligung am Schuldenschnitt für Griechenland auf die Zielgerade zusteuern.

AUTOWERTE AN DER DAX-SPITZE

An der Dax-Spitze zogen die besonders konjunktursensiblen Titel der Automobilhersteller BMW und Daimler um 2,91 respektive 3,08 Prozent an. Die Stuttgarter meldeten zudem einen Rekordabsatz im Januar. Die Aktien des Rückversicherers Munich Re stiegen um 2,75 Prozent auf 106,45 Euro und profitierten damit von einem Analystenkommentar der Commerzbank.

Die Papiere der Deutschen Börse <63DU.ETR> sanken als einziger Verlierer im Index um minimale 0,08 Prozent auf 47,27 Euro, nachdem sie am Donnerstag zu den Favoriten gehört hatten. Im MDax verhalfen Analystenkommentare den am Vortag schon starken Aktien von Sky Deutschland nochmals um mehr als 9 Prozent nach oben.

GEIWNNE AUCH IN EUROPA UND DEN USA

Der EuroStoxx 50 stieg um 1,49 Prozent auf 2515,15 Punkte. In Paris und London legten die nationalen Indizes ebenfalls zu. Der New Yorker Dow Jones notierte zum europäischen Börsenschluss rund 1,1 Prozent höher.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,52 (Donnerstag: 1,48) Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,57 Prozent nach auf 138,29 Punkte. Der Kurs des Euro fiel nach dem robusten US-Arbeitsmarktbericht auf zuletzt 1,3115 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,3160 (1,3094) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7599 (0,7637) Euro./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

03.02.2012

Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit 7. Wochenplus in Folge - US-Arbeitsmarktdaten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach starken Signalen vom US-Arbeitsmarkt hat der Dax die siebte Woche in Folge im Plus beendet. Eine solche Gewinnserie hatte der Leitindex zuletzt Anfang 2007 hingelegt. Der Dax sprang am Freitag erstmals seit August wieder über die Marke von 6.700 Punkten und kletterte um 1,67 Prozent auf 6.766,67 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies einen Aufschlag von 3,91 Prozent. Der MDax verbuchte am Freitag ein Plus von 1,98 Prozent auf 10.413,97 Punkte, der TecDax stieg um 1,40 Prozent auf 771,75 Punkte.

In den USA war die Beschäftigtenzahl im Januar deutlich stärker gestiegen als erwartet. Ein Händler sprach von den erhofft guten Signalen vom US-Arbeitsmarkt, der lange Zeit das 'Sorgenkind' der Anleger gewesen sei. Die Arbeitslosenquote war überraschend von 8,5 Prozent im Vormonat auf 8,3 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit 2009. Dies zeigt nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen, dass die Erholung des Arbeitsmarktes voranschreitet. Unterdessen mehren sich einem Börsianer zufolge die Anzeichen, dass die Verhandlungen über eine private Beteiligung am Schuldenschnitt für Griechenland auf die Zielgerade zusteuern./la/he

03.02.2012

ROUNDUP/Aktien New York: Fest nach überaschend guten Konjunkturdaten

NEW YORK (dpa-AFX) - Deutlich besser als erwartete Konjunkturdaten haben die Aktienbörsen der USA am Freitag weiter angetrieben. Der Dow Jones Industrial gewann in den ersten zwei Stunden 1,01 Prozent auf 12.833,43 Punkte. Damit knüpft der weltweit bekannteste Aktienindex an seinen Aufwärtstrend an, der ihn seit Jahresbeginn bereits um fünf Prozent nach oben getrieben hat. Der breit gefasste S&P 500 legte am Freitag im frühen Verlauf um 1,17 Prozent auf 1.341,08 Punkte zu. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite Index um 1,34 Prozent auf 2.898,06 Punkte vor, der Nasdaq 100 stieg um 1,17 Prozent auf 2.524,99 Punkte. Damit kletterte der Auswahlindex wieder auf ein Elf-Jahreshoch.

Gute Konjunkturdaten und die hohe Liquidität halten die Kursrally weiter in Gang, begründete ein Marktteilnehmer die anhaltende Aufwärtsbewegung. Vor allem der Bericht zum US-Arbeitsmarkt, der zu Jahresbeginn überraschend deutlich an Fahrt gewonnen hat, gab den Börsen einen positiven Impuls. Im Januar waren außerhalb der Landwirtschaft 243.000 neue Jobs geschaffen worden und damit rund 100.000 Stellen mehr als Bankvolkswirte erwartet hatten. Zwar besteht für die US-Notenbank damit laut Commerzbank kein akuter Handlungsbedarf für ein neues Anleihenkaufprogram (QE3). Allerdings wird die Geldpolitik laut Analysten weiter sehr expansiv bleiben. Auch die Stimmung im Dienstleistungssektor hellte sich im Januar laut ISM stärker auf als erwartet.

Bester Wert im Dow waren die Aktien der Bank of America , die sich um weitere 4,83 Prozent auf 7,81 US-Dollar erholten und auf den höchsten Stand seit Anfang September kletterten. Finanzwerte zählen aktuell zu den Favoriten. Einziger Dow-Wert im Minus waren indes Merck & Co , deren Aktien 0,94 Prozent auf 38,08 Dollar einbüßten. Die Anteile an dem Pharmakonzern litten weiter unter der am Vortag vorgelegten Bilanz, die mit Enttäuschung aufgenommen wurde.

Unternehmensnachrichten waren vor dem Wochenende dünn gesät. Der Düngemittelhersteller Mosaic will seine Produktion zurückfahren, was eigenen Angaben zufolge aber nicht zu Stellenstreichungen und Schließungen von Förderstätten führen soll.Die Aktien legten dennoch um 0,81 Prozent auf 57,57 US-Dollar zu. Für die Papiere von Royal Caribbean Cruises ging es sogar um 5,37 Prozent hoch, obwohl das Kreuzfahrtunternehmen nach der Havarie des italienischen Kreuzfahrtschiffs 'Costa Concordia' Buchungsrückgänge vermeldet hatte./fat/he

03.02.2012

Aktien New York: Fest dank überraschend gutem US-Arbeitsmarktbericht

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein deutlich besser als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht hat die Aktienbörsen der USA am Freitag weiter angetrieben. Der Dow Jones Industrial gewann in der ersten halben Stunde 1,00 Prozent auf 12.832,87 Punkte. Damit knüpft der weltweit bekannteste Aktienindex an seinen Aufwärtstrend an, der ihn seit Jahresbeginn um fünf Prozent nach oben getrieben hat. Der breit gefasste S&P 500 legte am FReitag im frühen Handel um 1,04 Prozent auf 1.339,29 Punkte zu. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite-Index um 1,17 Prozent auf 2.893,10 Punkten vor, der Nasdaq 100 stieg um 1,05 Prozent auf 2.521,94 Punkte. Damit kletterte der Auswahlindex auf ein Elf-Jahreshoch.

Gute Konjunkturdaten und die hohe Liquidität halten die Kursrally weiter in Gang, begründete ein Marktteilnehmer die anhaltende Aufwärtsbewegung. Der US-Arbeitsmarkt hat zu Jahresbeginn überraschend deutlich an Fahrt gewonnen. Im Januar waren außerhalb der Landwirtschaft 243.000 neue Jobs geschaffen worden und damit rund 100.000 Stellen mehr als Bankvolkswirte erwartet hatten. Zwar besteht für die US-Notenbank damit laut Commerzbank kein akuter Handlungsbedarf für ein neues Anleihenkaufprogram (QE3). Allerdings wird die Geldpolitik laut Analysten weiter sehr expansiv bleiben./fat/he

03.02.2012

WOCHENAUSBLCK: Dax setzt wohl Rally fort - Schuldenkrise aber könnte bremsen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte in der kommenden Woche an seinen fulminanten Jahresauftakt anknüpfen. Die von den westlichen Notenbanken bereitgestellten Gelder werden Analysten zufolge wohl ihren Weg in den Markt finden und den deutschen Leitindex weiter antreiben. Zuletzt hatten auch unerwartet gute US-Arbeitsmarktdaten die Stimmung unter den Anlegern aufgehellt. Die europäische Staatsschuldenkrise schwebt als möglicher Stimmungsdämpfer aber immer noch über den Märkten.

'Angesichts der reichlich vorhandenen Liquidität, moderater Bewertungen und fehlender Anlagealternativen könnte die gesunkene Risikoscheu der Marktteilnehmer durchaus noch für weitere Kurssteigerungen sorgen', schrieben etwa die Experten der Landesbank Berlin (LBB). Wegen der schwelenden Schuldenkrise und der trüben Konjunkturperspektiven aber stehe die Stimmungsaufhellung auf brüchigem Fundament. Auch die Lage im Bankensektor bleibe trotz der verbesserten Liquiditätsversorgung angespannt. 'Außer in Deutschland haben sich eurolandweit die Kreditvergabebedingungen verschärft und damit die Risiken für eine Kreditklemme erhöht', fuhren die LBB-Fachleute fort. 'Alles in allem hat die Gefahr von Kursrückschlägen deutlich zugenommen.'

LUFT WIRD LANGSAM DÜNNER

Auch Analyst Sören Wiedau von der Weberbank resümierte, dass der Aktienmarkt dank der 'extrem hohen Notenbankliquidität' durchaus noch weiteres Aufwärtspotenzial besitzt. Sollte sich der Dax nachhaltig über der Marke von 6.630 Punkten etablieren, lägen aus charttechnischer Sicht die nächsten Ziele bei 6.830 und 6.990 Punkten. 'Zu viele Anleger sind in Aktien untergewichtet und müssen den steigenden Kursen hinterherlaufen', begründete er seine Zuversicht. Allerdings werde die Luft nach oben hin auch immer dünner. Nach dem schnellen Anstieg seit Anfang des Jahres nimmt die Stimmung unter den Marktteilnehmern Wiedau zufolge schon euphorische Züge an. Die Hauptrisiken für die Märkte resultierten weiterhin aus der europäischen Schuldenkrise und dem schwierigen konjunkturellen Umfeld in vielen Regionen.

Bei Analyst Markus Wallner von der Commerzbank wachsen ebenfalls die Zweifel an der Nachhaltigkeit der aktuellen Dax-Rally. 'Zwar hat sich der deutsche Leitindex seit Jahresanfang deutlich erholt. Doch stellt eine Zuspitzung der Irankrise einen weiteren Risikofaktor dar.' Ein daraus resultierender Ölpreisanstieg könnte die Kurse erneut stärker schwanken lassen. Dies würde insbesondere zyklische Sektoren und Einzeltitel treffen, da die Sorgen um das globale Wirtschaftswachstums neue Nahrung erhalten würden.

DAIMLER AM DONNERSTAG MIT ZAHLEN

Von diesen globalen Überlegungen abgesehen steht die laufende Berichtssaison weiter im Fokus. Am Donnerstag dürften die Titel von Daimler in Bewegung geraten: Dann präsentiert der Stuttgarter Autobauer seine Jahreszahlen. Ansonsten konzentrieren sich die Anleger in der kommenden Woche wohl eher auf die Zahlenwerke einiger im MDax notierter Unternehmen. So gibt am Montag der Maschinenbau-Konzern Gea Auskunft über das vergangene Geschäftsjahr. Das Unternehmen dürfte Experten zufolge das Jahr 2011 mit einem kräftigen Wachstum im traditionell starken Schlussquartal beendet haben.

Am Dienstag folgt dann der Hamburger Hafenbetreiber HHLA , bevor am Mittwoch der Verpackungsspezialist Gerresheimer und der Handelskonzern Douglas ihre Bücher öffnen. Einen Tag später veröffentlichen der Klinikbetreiber Rhön und der Modekonzern Hugo Boss ihre Zahlen.

REDE VON BEN BERNANKE AM DIENSTAG

Abseits der Unternehmensnachrichten dürfte ein Blick auf die US-Konjunkturdaten der kommenden Woche lohnen. Die Experten der Postbank messen vor allem der Rede des Notenbankpräsidenten Ben Bernanke vor dem Haushaltsausschuss des Senats am Dienstag und dem Verbrauchervertrauensindex der Uni Michigan am Freitag eine hohe Marktbedeutung zu. Darüber hinaus könnten am Donnerstag der Leitzinsentscheid der Bank of England und die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank die Kurse beeinflussen./la/gl/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

03.02.2012

Aktien New York Ausblick: Freundlich - Starker Arbeitsmarktbericht treibt an

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein starker US-Arbeitsmarktbericht dürfte der Wall Street am Freitag einen freundlichen Auftakt bescheren. Der Future auf den Dow Jones Industrial stieg eine halbe Stunde vor dem Handelsstart um 0,84 Prozent, während der Future auf den Nasdaq 100 0,92 Prozent gewann. Die europäischen Aktienmärkte waren in Reaktion auf die Daten deutlich ins Plus gedreht. Am Donnerstag hatten die US-Börsen angesichts der Unsicherheit vor dem Arbeitsmarktbericht noch uneinheitlich und insgesamt wenig bewegt geschlossen.

In den USA ist die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft ist im Januar um 234.000 und damit deutlich stärker gestiegen als erwartet. Zudem wurden das Plus in den beiden Vormonaten deutlich nach oben korrigiert. Ein Händler sprach von den erhofft guten Signalen vom Arbeitsmarkt, der lange Zeit das 'Sorgenkind' der Anleger gewesen sei. Im Januar fiel die Arbeitslosenquote überraschend von 8,5 Prozent im Vormonat auf 8,3 Prozent - laut dem Börsianer der niedrigste Stand seit 2009.

Unternehmensnachrichten waren vor dem Wochenende dünn gesät. Der Düngemittelhersteller Mosaic will seine Produktion zurückfahren, was eigenen Angaben zufolge aber nicht zu Stellenstreichungen und Schließungen von Förderstätten führen soll. Vorbörslich gaben die Aktien moderat nach. Für die Papiere von Royal Caribbean Cruises ging es hingegen marktkonform um gut ein Prozent hoch, obwohl das Kreuzfahrtunternehmen nach der Havarie des italienischen Kreuzfahrtschiffs 'Costa Concordia', das Konkurrent Carnival gehört, ebenfalls deutliche Buchungsrückgänge meldete.

Dass Apple nach einem Urteil zugunsten des Mobilfunk-Konkurrenten Motorola Mobility den Online-Verkauf mehrerer Modelle seiner iPhones und iPads im deutschen Apple-Stores gestoppt hat, ließ beide Aktien vorbörslich kalt. Die Geräte sind weiterhin im stationären Handel und bei anderen Online-Händlern erhältlich. Derweil erwägt die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Blackstone eine Übernahme des Datenspeicherspezialisten Brocade Communications . Dessen Titel gewannen vor dem Handelsstart knapp drei Prozent, für die Blackstone-Aktien ging es knapp ein Prozent hoch./gl/fat

03.02.2012

Aktien Frankfurt: Starke Signale vom US-Arbeitsmarkt beflügeln den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Starke Signale vom US-Arbeitsmarkt haben am Freitag für erneute Kauflaune am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Nach den mit Spannung erwarteten Beschäftigungszahlen machte der zuvor über weite Strecken wenig veränderte Dax am Nachmittag einen kräftigen Satz und sprang erstmals seit August wieder über die Marke von 6.700 Punkten. Zuletzt kletterte er um 1,34 Prozent auf 6.744,97 Punkte - und ist damit auf dem Wege dazu, auch die siebte Woche in Folge positiv zu beenden. Der MDax stieg um 1,35 Prozent auf 10.350,18 Punkte und der TecDax gewann 1,24 Prozent auf 770,54 Punkte.

In den USA ist die Beschäftigtenzahl im Januar deutlich stärker gestiegen als erwartet. Ein Händler sprach von den erhofft guten Signalen vom US-Arbeitsmarkt, der lange Zeit das 'Sorgenkind' der Anleger gewesen sei. Die Arbeitslosenquote war überraschend von 8,5 Prozent im Vormonat auf 8,3 Prozent gefallen, was laut dem Börsianer der niedrigste Stand seit 2009 war. Unterdessen mehrten sich zudem die Anzeichen, dass die Verhandlungen über eine private Beteiligung am Schuldenschnitt für Griechenland und das neue Spar- und Stabilisierungsprogramm in Athen auf die Zielgerade zusteuern.

DEUTSCHE BÖRSE EINZIGER VERLIERER

Die Spitze im Dax gehörte am Nachmittag den Commerzbank-Titeln mit einem Plus von 2,58 Prozent auf 1,948 Euro. Sie waren dicht gefolgt von den 2,27 Prozent festeren Aktien von Munich Re . Commerzbank-Analyst Roland Pfänder hatte für die Papiere des Rückversicherers nach den am Vortag vorgelegten Zahlen eine Kaufempfehlung ausgesprochen und das Kursziel angehoben. Titel der Deutschen Börse <63DU.ETR> waren indes mit einem Minus von 0,54 Prozent der einzige Verlierer, nachdem sie am Vortag zu den Favoriten gehört hatten.

Im MDax verhalfen Analystenkommentare den am Vortag schon um knapp 20 Prozent gestiegenen Aktien von Sky Deutschland nochmals um mehr als 5 Prozent nach oben. Nach den veröffentlichten Kundenzahlen äußerten sich zum Wochenschluss verschiedene Analysten optimistisch zu den Perspektiven und erhöhten zum Teil ihre Kursziele für die Aktien des Bezahlsenders. Der Experte Matthew Walker von der japanischen Großbank Nomura etwa stockte seine Zielmarke von 2,50 auf 2,80 Euro auf.

TUI MIT HAPAG-VERKAUF IM BLICK

Tui-Papiere stiegen ferner um 4,24 Prozent auf 6,265 Euro. Am Markt wurde dies mit Medienberichten über verlängerte Gespräche zum Teilverkauf der Reederei Hapag-Lloyd begründet, was Hoffnung auf einen baldigen Abschluss mache. Rhön-Klinikum büßten dagegen am Indexende 2,70 Prozent ein. Die Commerzbank hat die Anteile des Klinikbetreibers vor Zahlen und der Entscheidung über die Privatisierung der Horst-Schmidt-Kliniken abgestuft./tih/la

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

05.02.2012

GESAMT-ROUNDUP: Kein Ergebnis der Beratungen über Sparprogramm in Athen

ATHEN (dpa-AFX) - Die Beratungen der griechischen politischen Führung über die Rettung des Landes vor dem Bankrott sind am Sonntagabend ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gespräche würden am Montag fortgesetzt, teilte das Büro des griechischen Regierungschefs, Lucas Papademos, mit. Wie es in einer Erklärung von Papademos Büro hieß, hätten sich die Parteivorsitzenden lediglich darauf geeinigt, die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Landes mit Maßnahmen zu verbessern, die auch Lohnkürzungen beinhalten könnten. Damit käme Athen nach Einschätzung von Beobachtern den Forderungen der Geldgeber 'einen Schritt näher'.

Zudem sei Athen bereit den Staat um 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes 2012 zu verschlanken. Weiter sollen Maßnahmen zur Rettung der Banken und Rentenkassen Griechenlands nach einem Schuldenschnitt getroffen werden. Zahlen und konkrete Maßnahmen wurden jedoch nicht genannt. Endgültige Entscheidungen sollen am Montag getroffen werden, hieß es. Die Erklärung lag der Nachrichtenagentur dpa vor. Die Verhandlungen mit der sogenannten 'Troika', den Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB), sollten in der Nacht fortgeseztzt werden.

PARTEIEN STECKEN IN ZWICKMÜHLE

Die Stimmung der Parteiführer war nach dem Ende der Sitzung schlecht: 'Das Land kann sie (die Maßnahmen) nicht ertragen. Ich kämpfe mit jedem Mittel um sie abzuwenden', sagte der Präsident der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, nach der einer fast vierstündigen Sitzung mit dem griechischen Regierungschef im Fernsehen. Giorgos Karatzaferis, der Präsident der kleinen rechtsgerichteten Partei (LAOS), die die Regierung des Finanzexperten Papademos unterstützt, warnte vor einer 'Verelendung' der Griechen und einer 'Revolution' in der Gesellschaft.

Die Sozialisten und ihr Chef Giorgos Papandreou, der das Land bis vergangenen November regierte, wollten am Montagvormittag bei einer Sondersitzung ihres Parlamentsausschusses entscheiden, ob sie den neuen Maßnahmen zustimmen. Noch in der Nacht zum Montag sollte der Politische Rat der Sozialisten tagen.

Beobachter sprachen von einer Zwickmühle: Einerseits können die griechischen Parteien zu den Sparplänen kaum Nein sagen, weil dies den Bankrott des Landes bedeuten würde. Andererseits wollten sie sich vor möglicherweise anstehenden Neuwahlen positionieren, die erwartet werden, wenn Griechenland mit neuen Finanzhilfen einem wirtschaftlichen Zusammenbruch entgehen kann.

TROIKA FORDERT ENTLASSUNG VON 150.000 STAATSBEDIENSTETEN

Im Mittelpunkt der Parteiengespräche standen die von den internationalen Geldgebern Griechenlands geforderten zusätzlichen Sparanstrengungen. Knackpunkt in den Gesprächen mit den Chefs der Sozialisten, Konservativen und der LAOS-Partei sind die von der 'Troika' verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor, die bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten könnten. 15 000 Staatsbedienstete sollen bis Juni gehen.

Insgesamt fordert die 'Troika' die Entlassung von 150.000 Staatsbediensteten bis 2015. Zudem sollen zahlreiche Renten gekürzt werden. Papademos braucht innenpolitische Unterstützung für eine Einigung - andernfalls droht im März die Staatspleite, wenn EU, IWF und EZB einem weiteren Rettungspaket im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro für Athen nicht zustimmen.

Parallel wurden am späten Sonntagabend in Athen erneut Verhandlungen mit dem Internationalen Bankenverband über einen Schuldenschnitt aufgenommen. Angepeilt wird ein freiwilliger Schuldenschnitt in Höhe von 100 Milliarden Euro. Die Verhandlungen mit den Banken verliefen nach Informationen aus höchsten Stellen des Finanzministeriums 'sehr gut' - 'viel besser und leichter als mit der Troika', sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa./tt/DP/zb

05.02.2012

ROUNDUP: Streit über Länderfinanzausgleich verschärft sich

BERLIN (dpa-AFX) - Der Streit zwischen Gebern und Nehmern im Länderfinanzausgleich spitzt sich weiter zu. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat Bayern für den Fall einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht mit der Aufkündigung aller Ausgleichsvereinbarungen der Länder gedroht. Dann würden etwa der Mehrwertsteuerausgleich zwischen den Bundesländern und die gemeinsame Forschungsförderung nicht länger gelten.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) appellierte an seine Länderkollegen, sich einer gemeinsamen Lösung nicht zu verschließen, und bot eine Vermittlerrolle an. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt lehnte dieses Angebot umgehend ab. 'Wir haben klare Forderungen, die wir gegenüber den Nehmerländern offensiv vertreten werden', sagte er dem 'Münchner Merkur' (Montag).

Die unionsregierten Geberländer Bayern und Hessen wollen ihre Zahlungen deckeln. Sie erwägen eine neue Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, sollten Änderungen auf dem Verhandlungsweg in diesem Jahr scheitern. Für diese Haltung haben sie sich den Unmut auch unionsregierter Bundesländer zugezogen.

Regierungschef Kretschmann kündigte in den 'Stuttgarter Nachrichten' (Montag) an, das Thema auf die nächste Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz im März setzen zu wollen. Baden-Württemberg zahlt derzeit wie Hessen jährlich rund 1,7 Milliarden in den Länderfinanzausgleich. Angesichts der Tatsache, dass die aktuelle Vereinbarung noch bis 2019 gelte, müsse man jetzt in gemeinsamen Verhandlungen nach einer neuen Lösung suchen, sagte der Grünen-Politiker. 'Baden-Württemberg kann eine Art Brückenfunktion übernehmen.' Es sei sein Ziel, 'dass wir die Reform in den nächsten drei Jahren hinbekommen und damit deutlich vor dem Jahr 2019'. Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ist aus Kretschmanns Sicht 'nur das letzte Mittel'.

Kraft sagte der 'Bild am Sonntag': 'Wenn Bayern den Länderfinanzausgleich aufkündigt, dann liegen automatisch auch alle anderen Ausgleichssysteme unter den Bundesländern auf dem Tisch. Kollege (Horst) Seehofer würde mit einer Klage viel riskieren.' Kraft pochte darauf, dass der geltende Länderfinanzausgleich eingehalten werden müsse. Nordrhein-Westfalen habe 30 Jahre lang 'ohne Klagen unter anderem auch für den Aufbau Bayerns gezahlt, war aber bisher nur in drei Jahren Empfängerland'.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warf Kraft einen 'plumpen Erpressungsversuch' vor. 'Frau Kraft klammert sich verzweifelt an den Länderfinanzausgleich, weil ihr Land in den eigenen Schulden absäuft. Statt immer nur auf die Millionen aus Bayern zu schielen sollte Frau Kraft endlich ihren NRW-Haushalt sanieren', erklärte er.

Bayern zahlte 2011 mit rund 3,66 Milliarden Euro die Hälfte der bundesweit umverteilten Mittel von insgesamt 7,308 Milliarden Euro. Viertes Geberland neben Hessen und Baden-Württemberg ist Hamburg mit rund 62 Millionen Euro. Nordrhein-Westfalen bekam im vergangenen Jahr 224 Millionen Euro aus dem Finanzausgleich. Größter Nutznießer war Berlin, das mehr als 3 Milliarden Euro erhielt./ol/DP/zb

05.02.2012

Kein Ergebnis der Unterredungen um Sparprogramm in Athen

ATHEN (dpa-AFX) - Die mehrstündigen Unterredungen der griechischen politischen Führung sind am Sonntagabend ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Die Beratungen sollen am Montag fortgesetzt werden. Die Stimmung war nach dem Ende der Sitzung schlecht: 'Das Land kann sie (die Maßnahmen) nicht ertragen. Ich kämpfe mit jedem Mittel um sie abzuwenden', sagte der Präsident der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) nach der einer fast vierstündigen Sitzung mit dem griechischen Regierungschef Lucas Papademos im Fernsehen. 'Es wird eine neue Sitzung morgen geben', erklärte auch Giorgos Karatzaferis, der Präsident der kleinen rechtsgerichteten Partei (LAOS), die die Regierung unter dem Finanzexperten Papademos unterstützt. Er warnte vor einer 'Verelendung' der Griechen und einer 'Revolution' in der Gesellschaft. Griechische Medien erwarteten später am Abend eine Erklärung des Büros des Ministerpräsidenten.

Im Mittepunkt der Gespräche standen die von den internationalen Geldgebern Griechenlands geforderten zusätzlichen Sparanstrengungen. Papademos, selbst parteilos, war nach Angaben des staatlichen Fernsehens zuvor erneut mit Vertretern der 'Troika' von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) zusammengetroffen. Die Verhandlungen ziehen sich bereits seit Tagen hin.

KNACKPUNKT LOHNKÜRZUNGEN IM PRIVATEN SEKTOR

Knackpunkt in den Gesprächen mit den Chefs der Sozialisten, Konservativen und der LAOS-Partei dürften die von der Troika verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor sein, die bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten könnten. Papademos braucht innenpolitische Unterstützung für eine Einigung - andererseits droht die Staatspleite, wenn die Troika einem weiteren Rettungspaket im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro für Athen nicht zustimmt. Bekommt Athen das Geld nicht, ist Griechenland im März pleite./tt/DP/he

05.02.2012

ROUNDUP/'Spiegel: IG Metall will 6,5 Prozent mehr Lohn

HAMBURG (dpa-AFX) - Nach ähnlichen Empfehlungen in mehreren Bezirken will einem Pressebericht zufolge der IG-Metall-Vorstand bundesweit in der Metall- und Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr Lohn durchsetzen. Dies sei ein Wert, der den Erwartungen in den sieben IG-Metall-Bezirken entgegenkomme, heißt es im Vorstand laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins 'Der Spiegel'. Der Vorstand will die Empfehlung für die anstehende Tarifrunde am Dienstag beschließen. Die Verhandlungen zur Lohnrunde 2012 beginnen Mitte März.

Die Arbeitgeber hatten die Forderung bereits abgelehnt. Sie wollen auch eine möglichst lange Laufzeit bis mindestens Herbst nächsten Jahres. Führende Gewerkschaftsfunktionäre hingegen dringen auf eine kürzere Laufzeit - unter anderem um Terminkollisionen mit Vorstandswahlen bei der Metall-Gewerkschaft zu vermeiden, heißt es in dem Bericht.

Außer der Lohnerhöhung für die 3,6 Millionen Beschäftigten will die Gewerkschaft die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden sowie weitere Tarifregelungen bei Zeitarbeit und Werkverträgen erreichen. Auch dies lehnt die Arbeitgeberseite ab.

Laut einem Bericht des 'Handelsblatts' schließt die IG Metall eine Tarifeinigung aus, falls sich die Arbeitgeber nicht auf neue Regeln zur Eindämmung der Zeitarbeit und zur Übernahme von Auszubildenden einlassen. 'Wir können gar nicht zulassen, dass wir am Ende der Tarifrunde über die Ziellinie gehen, ohne in allen Punkten etwas erreicht zu haben', sagte der einflussreiche Chef des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, der Zeitung.

Die IG Metall will laut 'Handelsblatt' in der Tarifrunde 2012 zusätzlich zur Lohnerhöhung durchsetzen, dass Betriebsräte per Tarifvertrag ein Vetorecht gegen den Einsatz von Zeitarbeitern in ihrem Unternehmen erhalten. Zudem fordert sie für Lehrlinge einen tarifvertraglich verankerten Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsplatz nach der Ausbildung. Besonders die beiden Zusatzforderungen stoßen bei den Arbeitgebern auf Widerstand./lin/DP/he

05.02.2012

Lammert fordert Klageregelung im Fiskalpakt

BERLIN (dpa-AFX) - Bundestagspräsident Norbert Lammert fordert ein baldiges Ergebnis des Tauziehens um die von Deutschland verlangte Klageregelung im frisch ausgehandelten Euro-Fiskalpakt. Bis zur Unterschrift am 1. März müsse die Bundesregierung eine Lösung dafür finden, wie Vertragsbrecher vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt werden könnten, sagte der CDU-Politiker der 'Welt am Sonntag'.

Lammert deutete an, dass der Bundestag dem Fiskalpakt sonst womöglich nicht zustimmen könnte: 'Die Möglichkeit des Bundestags zur Einflussnahme wird am 1. März erschöpft sein. Es bleiben vier Wochen. Danach muss das Haus entscheiden, ob es dem Vertrag zustimmen kann oder nicht.'

Konkret geht es um das Recht einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für den Fall, dass ein Land seine Zusage nicht einhält und doch keine Schuldenbremse einführt. Deutschland hatte für ein Klagerecht der EU-Kommission geworben, sich aber nicht durchsetzen können. Nun sollen es notfalls die Staaten selbst sein, die einander vor Gericht bringen.

'Die Vorstellung ist treuherzig, dass sich schon irgendein Land finden wird, das klagt, und ich stehe verblüfft vor dieser Einschätzung', erklärte Lammert. 'Dafür gibt es in der Geschichte der Europäischen Gemeinschaft keinen Berufungsfall.'

Lammert sprach sich außerdem gegen eine Erhöhung des künftigen dauerhaften Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM aus, über den die Regierungschefs ebenfalls am 1. März beraten wollen. Der ESM-Vertrag stoße im Bundestag zwar 'auf weniger Vorbehalte als der Fiskalpakt'. Das könne sich ändern, wenn eine höhere Summe zur Abstimmung stehe.

Mehr Mitspracherechte des Bundestags verlangte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck. Bei Vereinbarungen im Euro-Raum beteilige und informiere die Bundesregierung den Bundestag bisher nur mangelhaft. Der Bundestag müsse jetzt die gleichen Informationsrechte und Beteiligungsmöglichkeiten erhalten wie bei EU-Regelungen, sagte Beck laut Mitteilung vom Samstag. Die Bundestagsfraktion der Grünen klagt derzeit vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Informationspolitik der Bundesregierung./mda/DP/he

05.02.2012

ROUNDUP: Verhandlungsmarathon in Griechenland - Angst vor der Pleite

ATHEN (dpa-AFX) - In einem Verhandlungsmarathon hat Griechenlands politische Führung mit den internationalen Geldgebern am Wochenende erneut um eine Rettung für das vom Staatsbankrott bedrohte Land gerungen. Seit Freitag wurden mit wenigen Unterbrechungen Gespräche geführt, am Sonntagnachmittag traf Ministerpräsident Lucas Papademos dann mit den Spitzen der politischen Parteien, die seine Regierung unterstützen, zusammen.

Dabei wollte sich der parteilose Regierungschef innenpolitische Zustimmung für die zusätzlichen Sparmaßnahmen sichern, die die 'Troika' aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) von Athen verlangt. Auch die Gespräche mit dem internationalen Bankenverband IIF über einen Schuldenschnitt sollten am Sonntag fortgesetzt werden.

KNACKPUNKT LOHNKÜRZUNGEN IM PRIVATEN SEKTOR

Knackpunkt in den Gesprächen mit den Parteichefs der Sozialisten, Konservativen und einer kleinen rechtsgerichteten Partei dürften die von der Troika verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor gewesen sein, die bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten könnten. Stimmt die Troika einem weiteren Rettungspaket im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro für Athen nicht zu, droht Griechenland eine 'ungeordnete' Staatspleite mit nicht absehbaren Auswirkungen auf das globale Finanzsystem.

'Es gibt große Schwierigkeiten, aber es gibt auch keine Sackgassen', sagte ein hoher Funktionär, der an den Verhandlungen teilnahm, der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Finanzminister Evangelos Venizelos stellte die Lage dramatisch dar: Alles sei 'auf Messers Schneide'. Er hatte zuvor erneut gefordert, die Verhandlungen müssten bis Sonntagabend abgeschlossen sein. Experten hielten dies jedoch für unwahrscheinlich.

ACKERMANN WARNT VOR INSOLVENZ GRIECHENLANDS

Zu den Verhandlungen mit dem Internationalen Bankenverband IIF über einen Schuldenerlass wurde nach dpa-Informationen am Sonntag und Montag auch dessen Vorsitzender, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, in Athen erwartet. Eine Einigung auf einen freiwilligen Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern, darunter Banken und Hedge-Fonds, ist auch Voraussetzung für weitere Hilfen der Troika.

Ackermann warnte am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor einer Insolvenz Griechenlands und einem Auseinanderbrechen der Eurozone. In einem solchen Fall würde es zu kaum vorstellbaren Kollateralschäden kommen. Eine besondere Gefahr sei die der Ansteckung anderer Krisenländer. 'Es geht nicht nur um Griechenland, sondern um Europa.' Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, mahnte in der Zeitschrift 'Superillu': 'Ein Zusammenbruch Griechenlands würde das Bankensystem in Europa in seinen Grundfesten erschüttern.'

JUNCKER FORDERTE WEITERE ANSTRENGUNGEN VON GRIECHENLAND

Der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, forderte weitere Anstrengungen von Griechenland und schloss und im Gegenzug auch eine Insolvenz nicht aus. Allein die Möglichkeit, dass so etwas passieren könnte, sollte den Griechen 'dort Muskeln verleihen, wo sie im Augenblick noch ein paar Lähmungserscheinungen haben', sagte Juncker dem 'Spiegel'.

Athen benötigt eine Art Gesamtlösung mit Troika-Hilfen, Banken-Schuldenschnitt und innenpolitischem Konsens. Selbst eine Einigung mit dem IIF über einen Schuldenschnitt hätte aber zunächst nur begrenzte Aussagekraft, da abgewartet werden müsste, wie viele private Investoren dann auch tatsächlich mitziehen. Parallel war in den vergangenen Tagen eine Debatte über eine mögliche Beteiligung der EZB entfacht, die Schätzungen zufolge der größte Gläubiger Athens ist.

RÖSLER SIEHT BETEILIGUNG VON EZB AN SCHULDENSCHNITT SKEPTISCH

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht eine Beteiligung von EZB und anderen 'öffentlichen' Investoren an dem Schuldenschnitt jedoch skeptisch. 'Die staatlichen Gläubiger leisten bereits enorme Beiträge, um die Krise zu lösen', sagte der FDP-Vorsitzende dem 'Tagesspiegel' (Montag). Es sei dagegen 'ein dringend notwendiger Akt der Fairness', jetzt die privaten Gläubiger für die Unterstützung Griechenlands heranzuziehen. Der Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss, Hans Michelbach (CSU), schloss sich dem an: 'Dass ist der untaugliche Versuch der Errichtung einer Schulden- und Transferunion durch die Hintertür.' Die ohnehin schon nicht überschäumende Akzeptanz der Griechenland-Hilfen würde dadurch 'unter den Gefrierpunkt sinken'./tt/DP/he

05.02.2012

Streit über Länderfinanzausgleich verschärft sich

BERLIN (dpa-AFX) - Der Streit zwischen Gebern und Nehmern im Länderfinanzausgleich spitzt sich weiter zu. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat Bayern für den Fall einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht mit der Aufkündigung aller Ausgleichsvereinbarungen der Länder gedroht. Dann würden etwa der Mehrwertsteuerausgleich zwischen den Bundesländern und die gemeinsame Forschungsförderung nicht länger gelten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) appellierte an seine Länderkollegen, sich einer gemeinsamen Lösung nicht zu verschließen, und bot eine Vermittlerrolle an.

Die unionsregierten Geberländer Bayern und Hessen wollen ihre Zahlungen deckeln. Sie erwägen eine neue Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, sollten Änderungen auf dem Verhandlungsweg in diesem Jahr scheitern. Für diese Haltung haben sie sich den Unmut auch unionsregierter Bundesländer zugezogen.

Regierungschef Kretschmann kündigte in den 'Stuttgarter Nachrichten' (Montag) an, das Thema auf die nächste Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz im März setzen zu wollen. Baden-Württemberg zahlt derzeit wie Hessen jährlich rund 1,7 Milliarden in den Länderfinanzausgleich. Angesichts der Tatsache, dass die aktuelle Vereinbarung noch bis 2019 gelte, müsse man jetzt in gemeinsamen Verhandlungen nach einer neuen Lösung suchen, sagte der Grünen-Politiker. 'Baden-Württemberg kann eine Art Brückenfunktion übernehmen.' Es sei sein Ziel, 'dass wir die Reform in den nächsten drei Jahren hinbekommen und damit deutlich vor dem Jahr 2019'. Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ist aus Kretschmanns Sicht 'nur das letzte Mittel'.

Kraft sagte der 'Bild am Sonntag': 'Wenn Bayern den Länderfinanzausgleich aufkündigt, dann liegen automatisch auch alle anderen Ausgleichssysteme unter den Bundesländern auf dem Tisch. Kollege (Horst) Seehofer würde mit einer Klage viel riskieren.' Kraft pochte darauf, dass der geltende Länderfinanzausgleich eingehalten werden müsse. Nordrhein-Westfalen habe 30 Jahre lang 'ohne Klagen unter anderem auch für den Aufbau Bayerns gezahlt, war aber bisher nur in drei Jahren Empfängerland'.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warf Kraft einen 'plumpen Erpressungsversuch' vor. 'Frau Kraft klammert sich verzweifelt an den Länderfinanzausgleich, weil ihr Land in den eigenen Schulden absäuft. Statt immer nur auf die Millionen aus Bayern zu schielen sollte Frau Kraft endlich ihren NRW-Haushalt sanieren', erklärte er.

Bayern zahlte 2011 mit rund 3,66 Milliarden Euro die Hälfte der bundesweit umverteilten Mittel von insgesamt 7,308 Milliarden Euro. Viertes Geberland neben Hessen und Baden-Württemberg ist Hamburg mit rund 62 Millionen Euro. Nordrhein-Westfalen bekam im vergangenen Jahr 224 Millionen Euro aus dem Finanzausgleich. Größter Nutznießer war Berlin, das mehr als 3 Milliarden Euro erhielt./ol/DP/he

05.02.2012

Papademos kommt mit Parteiführern zusammen

ATHEN (dpa-AFX) - Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos hat am Sonntagnachmittag Gespräche mit den Vorsitzenden der Parteien, die seine Regierung stützen, aufgenommen. Im Zentrum stehen dabei die von den internationalen Geldgebern Griechenlands geforderten zusätzlichen Sparanstrengungen. Papademos, selbst parteilos, war nach Angaben des staatlichen Fernsehens zuvor erneut mit Vertretern der 'Troika' von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) zusammengetroffen. Die Verhandlungen ziehen sich bereits seit Tagen hin.

Knackpunkt in den Gesprächen mit den Chefs der Sozialisten, Konservativen und einer kleinen rechtsgerichteten Partei dürften die von der Troika verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor sein, die bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten könnten. Papademos braucht innenpolitische Unterstützung für eine Einigung - andererseits droht die Staatspleite, wenn die Troika einem weiteren Rettungspaket im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro für Athen nicht zustimmt.

AM SONNTAG AUCH WEITERER GESPRÄCHE MIT PRIVATEN GLÄUBIGERN

Außerdem waren für Sonntag noch Verhandlungen mit den privaten Gläubigern - darunter Banken und Hedge-Fonds - über einen Schuldenschnitt angesetzt. Diese Gespräche mit dem internationalen Bankenverband IIF dauern bereits seit Wochen an./tt/DP/he

05.02.2012

Monti: Italien überwindet die Krise - Eurozone auf gutem Weg

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der italienische Ministerpräsident Mario Monti hat für neues Vertrauen der Märkte in sein Land geworben. Italien habe bereits großen Reform- und Sparleistungen erbracht und verdiene die harte Behandlung durch die Finanzmärkte immer weniger, sagte er der 'Süddeutschen Zeitung' (SZ/Samstag). 'Ändern muss sich die Wahrnehmung der Märkte, die Italien noch immer mit der Situation in der gesamten Euro-Zone gleichsetzen', meinte Monti. In Abgrenzung zu Griechenland sprach er von Italien als 'sicherem Ort'.

Auf der Sicherheitskonferenz in München betonte Monti am Samstag, die Eurozone sei auf einem guten Weg, die Krise zu überwinden. Man habe es fast geschafft. Zudem mahnte Monti, die Euro-Staaten dürften sich nicht vom Rest Europas abkoppeln. 'Wir müssen Brücken schlagen zwischen der Euro-Gruppe und anderen Staaten.' Insbesondere bedaure er das Ausscheren Großbritanniens beim neuen europäischen Fiskalpakt.

Die gesunkenen Zinssätze für kurzfristige italienische Staatsanleihen deutete Monti in der 'SZ' als erstes Zeichen für den Erfolg seiner Politik. Allerdings betonte er auch, dass seine Mission auf keinen Fall bereits erfüllt sei.

Zum wachsenden, auch gegen Deutschland gerichteten Unmut in seinem Land sagte er: 'Die Italiener erbringen die Opfer im nationalen Interesse, hier geht es nicht um Europa gegen Italien.' Seiner Regierung sei sehr daran gelegen, die öffentliche Stimmung zu beruhigen.

Mit Blick auf die desolate Lage in Griechenland sagte der italienische Ministerpräsident, 'wir haben natürlich Grund, bis zu einem gewissen Grad enttäuscht zu sein'. Es sei aber fraglich, ob in einem Jahr mehr hätte erreicht werden können. Monti betonte, einen unkontrollierten griechischen Bankrott werde man zu verhindern wissen./fi/DP/he

05.02.2012

'Bild': Zwei Frauen als Nachfolgerin von Weder di Mauro im Gespräch

BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Rückzug von Beatrice Weder di Mauro aus dem Sachverständigenrat der Bundesregierung soll der Posten nach Informationen der 'Bild'-Zeitung (Samstag) wieder mit einer Frau besetzt werden. Als Kandidatinnen für die neue 'Wirtschaftsweise' gelten demnach die Wissenschaftlerinnen Claudia Buch aus Tübingen und Nicola Fuchs-Schündeln aus Frankfurt/Main. Buch ist auch Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium, Fuchs-Schündeln sitzt in dem entsprechenden Gremium beim Finanzministerium.

Weder di Mauro, die in Mainz lehrt, hatte am Freitag ihren Rückzug aus dem Sachverständigenrat angekündigt, weil sie einen Sitz im Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS übernimmt.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung besteht aus fünf 'Wirtschaftsweisen', die unabhängig die Politik in ökonomischen Fragen beraten. Weder di Mauro war bisher die einzige Frau in dem Gremium, alle Mitglieder sind Professoren./mi/DP/he

03.02.2012

ANALYSE: Landesbank Berlin lässt Johnson & Johnson auf 'Kaufen'

BERLIN (dpa-AFX) - Die Landesbank Berlin hat ihre Empfehlung für Johnson & Johnson (JNJ) nach Zahlen zum vierten Quartal auf 'Kaufen' mit dem Ziel 75,00 (Kurs: 65,64) US-Dollar gelassen. Der Pharma-, Medizintechnik- und Konsumgüter-Konzern habe ein insgesamt ermutigendes Ergebnis für das Schlussquartal vorgelegt, schrieb Analyst Emil Heppel in einer Studie vom Freitag. Für das laufende Jahr sei JNJ vorsichtig optimistisch gestimmt. Heppel erwartet einen währungsbereinigten Gewinn je Aktie (EPS) im angelaufenen Jahr 2012 von 5,05 bis 5,15 Dollar.

Die Bewertung der JNJ-Aktie sei aus seiner Sicht attraktiv, schrieb Heppel weiter. Angesichts der kontinuierlich steigenden Gewinne bestehe langfristig Kurspotenzial. Der Konzern wolle von der sich verändernden Altersstruktur der Gesellschaft profitieren und sehe gute Chancen in den Bereichen Pharma und Medizintechnik. Allerdings schwächele der US-Markt in den größten Sparten, gab der Analyst zu bedenken.

Mit der Einstufung 'Kaufen' bewertet die Landesbank Berlin Aktien, von denen sie erwartet, dass sie ein Kurspotenzial von mehr als 10 Prozent haben. Sie rät daher, Bestände auf aktuellem Kursniveau aufzubauen. Der Empfehlungshorizont bezieht sich auf einen Zeitraum zwischen sechs und zwölf Monaten./fat/he

Analysierendes Institut LandesBank Berlin.(LBB)

03.02.2012

ANALYSE-FLASH: WestLB hebt Ziel für Jenoptik auf 7 Euro - 'Buy'

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die WestLB hat das Kursziel für Jenoptik nach Eckzahlen für das Schlussquartal von 6,50 auf 7,00 Euro angehoben und die Einstufung auf 'Buy' belassen. Er habe nach den starken Zahlen des Technologieunternehmens seine Gewinnschätzungen für die Jahre bis 2013 um drei bis zwölf Prozent angehoben, schrieb Analyst Wolfgang Fickus in einer Studie vom Freitag. Die Aussichten für 2012 seien gut. Jenoptik sollte mit seinem aggressiveren Vorgehen auf dem asiatischen Markt sowie seiner Stärke in den USA Marktanteile gewinnen./gl/ck/edh

03.02.2012

ANALYSE-FLASH: Bankhaus Lampe hebt Ziel für Cewe Color auf 40 Euro - 'Kaufen'

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Das Bankhaus Lampe hat das Kursziel von Cewe Color nach der Übernahme von Saxoprint von 37,00 auf 40,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf 'Kaufen' belassen. Die Akquisition sei sinnvoll und stärke das wichtige Wachstumssegment Onlinedruck, schrieb Analyst Christoph Schlienkamp in einer Studie vom Freitag. Cewe Color verfüge über eine solide Bilanz. Aufgrund neuer Produkte und des Onlinedrucks bestünden weitere Wachstumschancen./kwx/ck/edh

03.02.2012

ANALYSE-FLASH: Goldman hebt Ziel für ProSiebenSat.1 auf 23,90 Euro - 'Conv. Buy'

LONDON (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für ProSiebenSat.1 von 19,60 auf 23,90 Euro angehoben und die Einstufung auf 'Conviction Buy' belassen. Er mache seine Kursziele für den europäischen Mediensektor nun an den Schätzungen für 2013 fest und habe deshalb seine Schätzungen leicht erhöht, schrieb Analyst Richard Jones in einer Branchenstudie vom Freitag. Mit einem nur harmlosen Wettbewerb und den Gebühren für HD-Fernsehen sei der deutsche Medienkonzern strukturell besser positioniert als viele glaubten./tih/ck/edh

03.02.2012

DAX-FLASH: Leitindex springt nach US-Arbeitsmarktbericht deutlich an

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Freitag nach dem US-Arbeitsmarktbericht deutlich über 6.700 Punkte gesprungen und hat 1,41 Prozent gewonnen. Mit 6.767 erreichte der Dax den höchsten Stand seit vergangenen August. Ein Händler sprach von den erhofft guten Signalen vom US-Arbeitsmarkt, der lange Zeit das 'Sorgenkind' der Anleger gewesen sei. Im Januar fiel die Arbeitslosenquote überraschend von 8,5 Prozent im Vormonat auf 8,3 Prozent - laut dem Börsianer der niedrigste Stand seit 2009. Ökonomen hatten einen unveränderten Wert von 8,5 Prozent erwartet. 'Positive Daten und die hohe Liquidität halten die Kursrally weiter in Gang', fasste der Marktteilnehmer zusammen./ag/edh

03.02.2012

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt Ziel für HeidelbergCement auf 43 Euro - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für HeidelbergCement vor Quartalszahlen von 42,00 auf 43,00 Euro angehoben und die Einstufung auf 'Buy' belassen. Analyst Luis Prieto Bartolome erhöhte in einer Branchenstudie vom Freitag die Gewinnprognosen für europäische Baustoffproduzenten für 2011 bis 2013 um durchschnittlich vier Prozent. Gründe dafür seien gestiegene Schätzungen für den europäischen Absatzmarkt im Schlussquartal 2011 sowie die Abwertung des Euro. Nach vielen Prognosekürzungen sei dies ein wichtiger Wendepunkt, da die Erwartungen weiter steigen könnten, falls die europäischen Wirtschaftsdaten positiv überraschten. Die Baustoffkonzerne dürften im Schlussviertel 2011 solide Resultate erzielt haben, sich zu 2012 aber nur vage äußern./msx/ck/edh

03.02.2012

ANALYSE-FLASH: Nomura belässt Deutsche Bank nach Zahlen auf 'Reduce'

TOKIO (dpa-AFX) - Die japanische Großbank Nomura hat die Einstufung für Deutsche Bank nach Zahlen auf 'Reduce' mit einem Kursziel von 35,00 Euro belassen. Wegen eines schwächeren Handelsergebnisses seien seine Erwartungen für das Vorsteuerergebnis verfehlt worden, schrieb Analyst Jon Peace in einer Studie vom Freitag. Seine Schätzungen für den künftigen Gewinn je Aktie habe er aber beibehalten. Die Kernkapitalquote von 9,5 Prozent habe über der Zielvorgabe der europäischen Bankenaufsicht EBA von 9 Prozent gelegen, weil die risikogewichteten Aktiva weniger stark gestiegen seien als angenommen. Dennoch dürfte eine voll greifende Basel III-Kernkapitalquote von 6,0 Prozent bei den Anlegern Sorgen um eine Kapitalerhöhung bestehen lassen./men/ck/edh

03.02.2012

ANALYSE-FLASH: S&P Equity hebt EADS auf 'Buy' und Ziel auf 33 Euro

LONDON (dpa-AFX) - S&P Equity hat EADS von 'Hold' auf 'Buy' hochgestuft und das Kursziel von 22,00 auf 33,00 Euro angehoben. Analyst Johnson Imode hob seine Gewinnprognosen bis 2015 in einer Studie vom Freitag deutlich an. Die Gründe seien der hohe Auftragsbestand bei der Konzerntochter Airbus, der Ende 2011 die Produktion von fast acht Jahren betragen habe. Zudem dürfte die steigende Monatsproduktion die Effizienz erhöhen. Auch könnte das A380-Programm dank der Verdopplung der Produktion zwischen 2010 und 2013 endlich die für 2015 angestrebte Gewinnzone erreichen./msx/ck/rum

03.02.2012

ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt Munich Re auf 'Buy' und Ziel auf 118 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Commerzbank hat die Einstufung der Munich Re nach Zahlen von 'Add' auf 'Buy' und das Kursziel von 110,00 auf 118,00 Euro angehoben. Die vorläufigen Ergebnisse des Rückversicherers für das Gesamtjahr 2011 deuteten auf überdurchschnittliche Belastungen durch Naturkatastrophen hin, schrieb Analyst Roland Pfänder in einer Studie vom Freitag. Die jüngsten Daten allerdings seien überzeugend, und die Abhängigkeit von den GIIPS-Ländern (Griechenland, Italien, Irland, Portugal und Spanien) sei im vierten Quartal deutlich reduziert worden./kwx/ck/rum

03.02.2012

ANALYSE-FLASH: Nomura hebt Ziel für Sky Deutschland auf 2,80 Euro

TOKIO (dpa-AFX) - Die japanische Großbank Nomura hat das Kursziel für Sky Deutschland von 2,50 auf 2,80 Euro angehoben, aber die Einstufung auf 'Neutral' belassen. Er habe seine Schätzungen für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) der Jahre 2012 und 2013 angehoben, schrieb Analyst Matthew Walker in einer am Freitag vorgelegten Studie. Zudem rechnet der Experte nun mit mehr Abonnenten. Bereits im vierten Quartal 2011 seien netto mehr Neukunden hinzugekommen als erwartet. Positiv sei zudem, dass das Durchschnittsalter der neuen Abonnenten geringer sei als das der Bestandskunden. Als wichtig sieht der Experte die in Kürze anlaufende Versteigerung der Bundesliga-Übertragungsrechte, die spätestens im April abgeschlossen sein sollte./men/ck/edh

dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

dpa-AFX Analyser

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Der Sportwagenhersteller Porsche ist mit einem Absatzplus ins neue Jahr gestartet.

(Börsentäglich zur Mittagszeit neu)