dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

21.10.2017

Tauber peilt Anfang November für zweite Sondierungsrunde an

BERLIN (dpa-AFX) - Die CDU peilt an, in den Jamaika-Sondierungen Anfang November alle zwölf großen Themenblöcke in einer ersten Runde besprochen zu haben. "Wir hoffen, dass wir dann Anfang November ungefähr wissen, wo wir stehen, um dann in eine zweite Runde zu gehen", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber am Samstag in einem Beitrag im Youtube-Kanal seiner Partei.

Nach den fünfstündigen Beratungen von CDU, CSU, FDP und Grünen am Freitagabend werde man nun die einzelnen Themen in der kleineren Sondierungsgruppe durchdiskutieren, sagte Tauber. Dabei gehe es darum festzustellen, wo es eine tragfähige Basis für mögliche Koalitionsverhandlungen gebe. Darauf werde jeweils eine erneute Debatte in der großen Sondierungsrunde folgen.

Besonders wichtig seien für die CDU eine Fortsetzung der soliden Finanz- und Haushaltspolitik, eine stärkere Entlastung der Familien etwa durch die Erhöhung des Kindergeldes sowie eine steuerliche Entlastung von kleineren und mittleren Einkommen. Bei der Digitalisierung solle vor allem der ländliche Raum vom Ausbau des Glasfasernetzes profitieren. Eine zentrale Rolle spiele aber auch das Thema Sicherheitspolitik - und damit Fragen der Migration und ein modernes Einwanderungsrecht und die Integration./bk/DP/zb

21.10.2017

ROUNDUP: EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet

BRÜSSEL (dpa-AFX) - EU-Vizekommissionspräsident Andrus Ansip erwartet nach dem EU-Gipfel deutlich mehr Tempo bei digitalen Zukunftsprojekten. Die Staats- und Regierungschefs hätten klar ihre Unterstützung in diesem Bereich signalisiert, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sei gut, dass es nun Handlungsdruck gebe.

Als Beispiel für dringend voranzutreibende Projekte nannte Ansip die Förderung des schnellen Mobilfunkstandards G5 und ein entschiedenes Vorgehen gegen Protektionismus im Online-Handel.

Eine Studie zeige, dass derzeit mehr als jeder dritte Verbraucher auf die ein oder andere Art und Weise daran gehindert werde, Waren oder Dienstleistungen im europäischen Ausland zu kaufen, sagte Ansip. Teilweise sperrten Online-Händler ihre Seiten für Internetnutzer aus dem Ausland, in anderen Fällen verhinderten die Lieferbedingungen oder die fehlende Möglichkeit, mit ausländischen Kreditkarten zu bezahlen, den grenzüberschreitenden Online-Kauf.

"Das ist kein digitaler Binnenmarkt", kritisierte der für das Thema zuständige Vizekommissionspräsident. Europäische Standards könnten in diesem Bereich für mehr Auswahl und bessere Preise sorgen und letztendlich auch Produzenten profitieren lassen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen würden größere Absatzmärkte bekommen.

Mit Blick auf die geplante Einführung des neuen superschnellen Mobilfunkstandards G5 warnte Ansip davor, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Dass manche Länder bei der Frequenzvergabe für G4 nur den maximalen Gewinn und nicht die maximale Abdeckung im Auge gehabt hätten, habe dazu geführt, dass diese in der EU bis heute im Schnitt weit geringer sei als beispielsweise in Südkorea, Japan oder den USA.

Dass es anders gehe, zeigten aber auch EU-Länder wie Finnland und Schweden. "In Lappland zum Beispiel gibt es im Schnitt nicht einmal einen Einwohner je Quadratkilometer, aber wenn sie dort Pilze oder Beeren sammeln, haben sie 4G und Zugang zum Internet", verdeutlichte Ansip. Wenn er selbst hingegen von Brüssel nach Straßburg fahre, gebe es auf Dutzenden Kilometern keinerlei Mobilfunkempfang.

"Wir brauchen in diesem Bereich irgendeine Art von Mindeststandard", sagte Ansip. Gleichzeitig müssten aber die Investitionsbedingungen verbessert werden. Schätzungen zufolge würden mindestens 500 Milliarden Euro benötigt, um die G5-Ausbauziele zu erreichen. Spätestens 2025 sollte in allen großen Städten Europas und auf allen Hauptverkehrswegen das superschnelle Internet verfügbar sein.

Wie möglichst zügig eine gemeinsame europäische Linie bei den konkreten Projekten gefunden werden kann, soll diesen Dienstag bei einem Ministertreffen in Luxemburg diskutiert werden. Die Arbeiten zum Aufbau des digitalen Binnenmarkts müssten beschleunigt werden, heißt es in den Schlussfolgerungen zu dem am Freitag zu Ende gegangenen EU-Gipfel./aha/DP/zb

21.10.2017

ROUNDUP: Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch

TORONTO (dpa-AFX) - Kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft hat sich der Mutterkonzern der kriselnden Warenhauskette Kaufhof, Hudson's Bay Company (HBC), überraschend von seinem Chef Jerry Storch getrennt. Er verlässt HBC nach gut zweieinhalb Jahren zum 1. November und kehrt zu seiner Beratungsfirma Storch Advisors zurück, wie das kanadische Unternehmen am Freitag (Ortszeit) mitteilte. Kommissarisch übernimmt Verwaltungsratschef Richard Baker den Posten. Nach einem Nachfolger für Storch wird auch mithilfe einer Personalberatung gesucht. Bei Kaufhof geht man nicht davon aus, dass die Personalie Auswirkungen auf das Geschäft haben werde.

Die "Süddeutsche Zeitung" (Online) schrieb, der Verwaltungsrat werfe Storch vor, die Lage in Deutschland und Eutopa falsch eingeschätzt zu haben. Zuvor hatten bereits andere ranghohe HBC-Manager das Unternehmen verlassen. Die Kanadier waren im Geschäftsjahr 2016/17 tief in die roten Zahlen gerutscht. Im Sommer hatten sie Jobkürzungen angekündigt.

Baker versicherte den Mitarbeitern in einem Brief, HBC werde auch nach dem Ausscheiden von Storch an der bisherigen Strategie festhalten. Die Personalie bedeute keine Kursänderung. "Selbstverständlich stehen wir auch weiterhin zu unserem Engagement und unserer Wachstumsstrategie in Europa", heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. "Wir haben einen Plan, der uns nach vorne bringen wird. Ich glaube auch weiterhin fest an die Zukunft der Warenhäuser."

Auch Kaufhof-Chef Wolfgang Link versicherte den Beschäftigten, die Personalie werde keine Auswirkungen haben. "HBC ist und bleibt ein starker Partner an unserer Seite und steht weiterhin fest zu seinem Engagement in Deutschland, Belgien und den Niederlanden", betonte Link in einem Schreiben.

HBC hatte Kaufhof im Herbst 2015 vom Handelskonzern Metro erworben und große Pläne gehabt. Doch diese Rechnung ging bislang nicht auf. So brachte das vergangene Weihnachtsgeschäft anders als erhofft keinen Höhenflug, sondern sorgte vielmehr mit einem Umsatzminus von zwei Prozent für einen Tiefschlag. Insgesamt leidet Kaufhof unter Verlusten und rückläufigen Umsätzen. Der Handelsriese will deshalb Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21 000 Mitarbeiter durchsetzen.

Die Zeiten für den klassischen Modehandel in Deutschland sind schwierig. Denn obwohl das Geld bei den Verbrauchern locker sitzt, geben sie es Studien zufolge lieber für etwas anderes aus als für Bekleidung. Das Unternehmen will mit der Gewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung schließen, wofür die Mitarbeiter allerdings deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssten bei gleichzeitig steigender Arbeitszeit./bvi/rea/mhe/DP/zb

21.10.2017

ROUNDUP: Air Berlin will schnelle Entscheidung über Transfergesellschaft

BERLIN (dpa-AFX) - Vor Verhandlungen mehrerer Bundesländer über eine Auffanggesellschaft für Tausende Mitarbeiter der insolventen Air Berlin drückt die Fluggesellschaft aufs Tempo. "Wir brauchen Anfang nächster Woche eine Entscheidung", sagte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus der "Rheinischen Post" (Samstag). Seinen Schätzungen zufolge könnten in der Transfergesellschaft bis zu 4000 Mitarbeiter Platz finden. Kebekus forderte Unterstützung von der Politik.

Für diesen Montag ist ein Treffen von Vertretern des Bundes sowie der Air-Berlin-Länder Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern in der Hauptstadt geplant.

"Air Berlin selber kann die Transfergesellschaft nicht alleine finanzieren, also brauchen wir Hilfe von den betroffenen Ländern und vielleicht auch vom Bund. Es geht darum, dass die öffentliche Hand den Beitrag bezahlt, den wir nicht leisten können", sagte Kebekus.

Wie die "Bild"-Zeitung und die "B.Z." berichteten, will Air Berlin sich mit 10 Millionen Euro an der Transfergesellschaft beteiligen. Insgesamt schätzt das Unternehmen den Bedarf dafür auf bis zu 50 Millionen Euro, schrieben die Blätter unter Berufung auf einen Brief von Air Berlin an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Demnach sollen sich die drei Länder entsprechend der dort beschäftigten Mitarbeiter an den Kosten beteiligen, solange es keine anderen Investoren gebe. Dem Bericht zufolge sind 47 Prozent der Air-Berlin-Mitarbeiter in Berlin beschäftigt, 41 Prozent in Nordrhein-Westfalen und 12 Prozent in Bayern.

Die Lufthansa lehnt eine Beteiligung an der Auffanggesellschaft bisher ab. Der deutsche Marktführer übernimmt die Air-Berlin-Teile Niki und Luftfahrtgesellschaft Walter. Die Verhandlungen zwischen Air Berlin und der britischen Billiglinie Easyjet über den Verkauf von etwa 25 Flugzeugen liefen übers Wochenende weiter. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hatte aber betont, dass die Airline nun auch parallel Gespräche mit weiteren Bietern führen könnte, etwa dem Ferienflieger Condor. An diesem Dienstag tagt der Gläubigerausschuss.

Falls eine Einigung auf eine Transfergesellschaft misslinge, müsse das Unternehmen Ende Oktober oder Anfang November Mitarbeiter entlassen, sagte Kebekus der "RP". "Wir würden dann circa 4000 Kündigungen aussprechen." Davon ausgenommen seien zunächst etwa 1700 Menschen, die bei den Tochterfirmen Niki und LG Walter arbeiten und mit den Unternehmen zur Lufthansa-Billiglinie Eurowings wechseln sollen.

Kebekus räumte ein, dass einige Piloten im Falle eines Wechsels von Air Berlin zu Eurowings deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssten. "Ja, für manche Kapitäne aus früheren LTU-Zeiten sind die Einschnitte schon groß - aber bestimmte Gehälter sind eben nicht mehr marktgerecht", sagte er und betonte: "Aber insgesamt sind das faire Angebote."

Die scharfe Kritik an der Millionen-Absicherung für Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann wies Kebekus deutlich zurück. "Diese Diskussion ist an Heuchelei nicht zu überbieten und in höchstem Maße unseriös", sagte er. Die 4,5 Millionen Euro würden die Insolvenzmasse nicht belasten und weder Kunden noch Mitarbeitern entgehen, weil sie "alleine vom früheren Hauptgesellschafter Etihad über eine Bankbürgschaft finanziert" wurden./bvi/DP/zb

21.10.2017

Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch

TORONTO (dpa-AFX) - Der Mutterkonzern der kriselnden Warenhauskette Kaufhof, Hudson's Bay Company (HBC), hat sich von seinem Chef Jerry Storch getrennt. Er verlässt HBC zum 1. November, wie das kanadische Unternehmen am Freitag (Ortszeit) mitteilte. Kommissarisch übernimmt Verwaltungsratschef Richard Baker den Posten. Nach einem Nachfolger wird gesucht. HBC hatte Kaufhof 2015 vom Handelskonzern Metro erworben.

Im Geschäftsjahr 2016/17 waren die Kanadier tief in die roten Zahlen gerutscht. Auch Kaufhof leidet unter Verlusten und rückläufigen Umsätzen. Der Handelsriese will deshalb Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21 000 Mitarbeiter durchsetzen./bvi/DP/zb

21.10.2017

EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet

BRÜSSEL (dpa-AFX) - EU-Vizekommissionspräsident Andrus Ansip erwartet nach dem EU-Gipfel deutlich mehr Tempo bei digitalen Zukunftsprojekten. Die Staats- und Regierungschefs hätten klar ihre Unterstützung in diesem Bereich signalisiert, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sei gut, dass es nun Handlungsdruck gebe.

Als Beispiel für dringend voranzutreibende Projekte nannte Ansip die Förderung des schnellen Mobilfunkstandards G5 und ein entschiedenes Vorgehen gegen Protektionismus im Online-Handel.

Eine Studie zeige, dass derzeit mehr als jeder dritte Verbraucher auf die ein oder andere Art und Weise daran gehindert werde, Waren oder Dienstleistungen im europäischen Ausland zu kaufen, sagte Ansip. Teilweise sperrten Online-Händler ihre Seiten für Internetnutzer aus dem Ausland, in anderen Fällen verhinderten die Lieferbedingungen oder die fehlende Möglichkeit, mit ausländischen Kreditkarten zu bezahlen, den grenzüberschreitenden Online-Kauf./aha/DP/zb

21.10.2017

Rechtsgutachten: Schneller Kohleausstieg verfassungskonform

BERLIN (dpa-AFX) - Die schnelle Abschaltung von Kohlekraftwerken ist einem neuen Rechtsgutachten zufolge verfassungsrechtlich auch ohne Kompensation der Betreiber möglich. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Samstag) unter Berufung auf ein Gutachten im Auftrag der Denkfabrik Agora Energiewende. "Ein Gesetz zum Kohleausstieg analog zum Atomausstiegsgesetz ist verfassungskonform darstellbar", heißt es in der Studie. Voraussetzung dafür sei eine Betriebsdauer der Kraftwerke von rund 25 Jahren, nach der die Meiler wirtschaftlich abgeschrieben seien. Die Studie untersucht die Möglichkeiten für eine neue Regierung, die Klimaziele zu erreichen.

Derzeit droht Deutschland die Selbstverpflichtung von 40 Prozent weniger Treibhausgasausstoß bis 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 zu verfehlen. Die Energiewende-Denkfabrik Agora hatte gewarnt, dass auch nur 30 bis 31 Prozent erreicht werden könnten. Die Klimapolitik gilt als einer der großen Streitpunkte bei den Verhandlungen über die Bildung einer Jamaika-Koalition.

Für die Grünen ist der Kohleausstieg eines der Lieblingsthemen. Sie wollen die 20 schmutzigsten Kraftwerke gleich abschalten und bis 2030 komplett ohne Energie aus Kohle auskommen. Die Union hatte das Thema erstmals im Programm: "Der langfristige Ausstieg aus der Braunkohle muss parallel zu einer konkreten neuen Strukturentwicklung verlaufen", hieß es da wenig konkret. Die FDP warnt lediglich vor "nationalen Alleingängen".

Auch Klimaschützer wie der WWF fordern das Aus für besonders alte und schmutzige Braunkohlekraftwerke bereits in zwei Jahren. Auf diese Weise sollten Deutschlands Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllt werden./hme/DP/zb

21.10.2017

ROUNDUP: Neuer Berentzen-Chef hofft auf Korn als Trendgetränk

HASELÜNNE (dpa-AFX) - Trotz der jüngsten Gewinnwarnung sieht der neue Vorstandschef des Getränkeherstellers Berentzen sein Haus gut aufgestellt. Wegen der schlechten Orangenernte in Südeuropa und Südafrika und auch wegen des "furchtbaren Sommers" in Norddeutschland werde der Getränkekonzern die ursprünglich angepeilten Ertragsziele in diesem Jahr nicht erreichen, sagte Oliver Schwegmann in Haselünne. "Es waren viele externe Faktoren, die uns das Leben schwer gemacht haben. Aber grundsätzlich stimmt die strategische Ausrichtung."

Berentzen hatte im September die Ergebnisprognose für 2017 gesenkt, weil der Gewinn bei alkoholfreien Getränken gesunken ist. Am Freitag (27.10.) sollen die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt werden.

Der Getränkehersteller aus dem Emsland mit knapp 500 Mitarbeitern ist in den 1970er Jahren mit seinem Apfelkorn bekannt geworden. Zum Unternehmen gehört aber auch eine Sparte mit alkoholfreien Getränken, und Berentzen ist zuletzt ins Geschäft mit einem System für frisch gepresste Orangensäfte eingestiegen, das sich an Gastronomie, Hotellerie und den Lebensmitteleinzelhandel wendet.

Schwegmann übernahm am 1. Juni die Führung. Er habe sich eine Neuorganisation vorgenommen: "Wir sind für ein Unternehmen dieser Größe, was der eines Familienunternehmens entspricht, in der Organisation und Marktbearbeitung viel zu komplex aufgestellt", betonte er. Die Strukturen müssten umgebaut werden. So wolle er etwa die Alkohol- und Softdrinksparten stärker miteinander verbinden und Synergien nutzen.

Im Bereich Spirituosen setzt Berentzen künftig auch auf handwerklich hergestellten Premium-Korn und hofft, dass Korn - ähnlich wie Wodka oder Gin - zu einem angesagten Szene-Getränk wird. Bei den Softdrinks habe sich die Marke Mio Mio Mate mit Zuwachsraten von 70 Prozent sehr gut entwickelt. "Es ist aber immer noch ein Rohdiamant", sagte Schwegmann. In allen Segmenten wolle Berentzen in den nächsten Jahren mit neuen Produkten Akzente setzen. Der Spirituosenmarkt stagniere zwar, aber innerhalb dieses Marktes ließe sich durch neue Produkte auch neuer Umsatz erzielen.

Im Spirituosenbereich gibt es tatsächlich einen Trend zu Premiumprodukten, wie die Konsumforscher der GfK bestätigen. Und im Lebensmittelbereich sei eine steigende Nachfrage nach "Superfood" zu beobachten, also Nahrungsmitteln mit Rohstoffen, denen eine besondere Gesundheitsförderung zugesprochen werde, sagte GfK-Experte Wolfgang Adlwarth. Das Geschäft mit frisch gepressten Säften lasse noch überproportionale Wachstumsraten erwarten./eks/DP/zb

21.10.2017

Air Berlin drückt bei Transfergesellschaft aufs Tempo

BERLIN (dpa-AFX) - In den Verhandlungen über eine Auffanggesellschaft für Tausende Mitarbeiter der insolventen Air Berlin drückt die Fluggesellschaft aufs Tempo. "Wir brauchen Anfang nächster Woche eine Entscheidung", sagte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus der "Rheinischen Post" (Samstag). Seinen Schätzungen zufolge könnten in der Auffanggesellschaft bis zu 4000 Mitarbeiter Platz finden. Kebekus forderte die Unterstützung der Politik ein.

"Air Berlin selber kann die Transfergesellschaft nicht alleine finanzieren, also brauchen wir Hilfe von den betroffenen Ländern und vielleicht auch vom Bund. Es geht darum, dass die öffentliche Hand den Beitrag bezahlt, den wir nicht leisten können", sagte Kebekus. Für diesen Montag ist ein Treffen von Vertretern des Bundes sowie der Air-Berlin-Länder Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern in der Hauptstadt geplant.

Falls eine Einigung auf eine Transfergesellschaft misslinge, müsse das Unternehmen Ende Oktober oder Anfang November Mitarbeiter entlassen. "Wir würden dann zirka 4000 Kündigungen aussprechen", sagte Kebekus. Davon ausgenommen seien zunächst etwa 1700 Menschen, die bei den Tochterfirmen Niki und LG Walter arbeiten und mit den Firmen zur Lufthansa -Billiglinie Eurowings wechseln sollen.

Kebekus räumte ein, dass einige Piloten im Falle eines Wechsels von Air Berlin zu Eurowings deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssten. "Ja, für manche Kapitäne aus früheren LTU-Zeiten sind die Einschnitte schon groß - aber bestimmte Gehälter sind eben nicht mehr marktgerecht", sagte er und betonte: "Aber insgesamt sind das faire Angebote."

Der Generalbevollmächtigte betonte erneut, das Unternehmen werde den Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit inklusive Verzinsung von rund zehn Prozent" zurückzahlen. Kebekus lobte, der Bund mache damit ein gutes Geschäft. Großbritannien habe 70 Millionen Euro gezahlt, um Passagiere der pleite gegangenen Fluglinie Monarch aus dem Urlaub zurückzuholen. "Unser Staat macht dagegen einen Zinsgewinn mit dem Kredit an uns."

Die scharfe Kritik an der Millionen-Absicherung für Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann wies Kebekus deutlich zurück. "Diese Diskussion ist an Heuchelei nicht zu überbieten und in höchstem Maße unseriös", sagte er. Die 4,5 Millionen Euro würden die Insolvenzmasse nicht belasten und weder Kunden noch Mitarbeitern entgehen, weil sie "alleine vom früheren Hauptgesellschafter Etihad über eine Bankbürgschaft finanziert" wurden. "Diese scheinheilige Diskussion könnte zu der fatalen Konsequenz führen, dass fähige Manager bei solchen Sanierungsfällen nicht mehr einsteigen."/bvi/DP/zb

21.10.2017

Studie: Autofahrer profitieren von Benzinpreis-Apps

BONN (dpa-AFX) - Seitdem die Autofahrer die aktuellen Preise aller Tankstellen auf dem Smartphone vergleichen können, tanken sie vermehrt in Preistälern. Die hohe Transparenz des Benzinmarktes habe den Wettbewerb an den Tankstellen verschärft, heißt es in einer wissenschaftlichen Studie des Düsseldorfer Wettbewerbsökonomen Prof. Justus Haucap und weiterer Autoren, die in der Fachzeitschrift "Wirtschaftsdienst" veröffentlicht wurde. Danach wurden fast 60 Prozent des verkauften Benzins in vier untersuchten Städten zu günstigen Preisen abgegeben, davon deutlich mehr als die Hälfte sogar zu absoluten Tiefpreisen. Die Autofahrer sparten durch das gezielte Ausnutzen der Preistäler 3,24 Cent je Liter gegenüber dem Durchschnittspreis der Tankstellen./egi/DP/zb

20.10.2017

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Wieder Rekordkurse - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street ist die Rekordjagd nach einem Tag Pause weitergegangen: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es am Freitag sämtliche wichtige Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss überwand der Dow Jones Industrial seine bisherigen Höchststände und baute seine Gewinne im weiteren Handelsverlauf sukzessive aus. Am Ende notierte der US-Leitindex 0,71 Prozent im Plus bei 23 328,63 Punkten, nur minimal unter seinem kurz davor erreichten Rekord. Auf Wochensicht verbuchte er einen Kurszuwachs von fast 2 Prozent.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann letztlich 0,51 Prozent auf 2575,21 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index ebenfalls über seine bisherige Bestmarke und verabschiedete sich 0,36 Prozent fester mit 6629,05 Zählern ins Wochenende. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100, der 0,27 Prozent höher bei 6108,82 Zählern schloss, nicht für einen Rekord.

Nachdem zur Wochenmitte alle vier Indizes historische Bestmarken erreicht hatten, waren am Donnerstag - dem 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" - nur minimale Gewinne für Dow und S&P 500 drin gewesen, während die Nasdaq-Indizes Verluste verzeichnet hatten. Am 19. Oktober 1987 war der Dow um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte.

Am Donnerstagabend hatte der US-Senat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt: 51 Senatoren stimmten für den Entwurf, 49 waren dagegen. Trump hatte bei seinen Plänen für eine Steuerreform immense Erleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen. Der Höchstsatz für Unternehmensteuern soll von 35 Prozent auf 20 Prozent sinken. Die Pläne gelten als eine der wichtigsten Triebfedern für die Kursrally seit dem Wahlsieg von Trump.

Die Unternehmensnachrichten fielen vor dem Wochenende durchwachsen aus. Die Anteilsscheine von General Electric , die anfangs deutlich unter schwachen Quartalszahlen und einer drastisch gesenkten Gewinnprognose gelitten hatten, konnten ihre Verluste abschütteln und schlossen 1,06 Prozent fester. Seit Jahresbeginn hat die Aktie allerdings etwa ein Viertel an Wert eingebüßt und ist damit für diesen Zeitraum abgeschlagenes Schlusslicht im Dow. Am Vortag hatte sie derweil um 2 Prozent zugelegt - offensichtlich in der nun enttäuschten Hoffnung auf gute Zahlen.

Die Aktionäre von Procter & Gamble mussten dagegen einen Kursrutsch von 3,65 Prozent verkraften. Damit war der Konsumgüterkonzern mit Abstand größter Tagesverlierer im Dow Jones. Er hatte zwar mit dem Gewinnplus im dritten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war die Umsatzentwicklung aber nicht ganz so schwungvoll wie erhofft.

Deutlich besser erging es den Paypal-Aktien , die ein Rekordhoch erreichten und mit einem Plus von 5,53 Prozent als Favorit der Anleger im Nasdaq 100 aus dem Handel gingen. Der Online-Bezahldienst hat im abgelaufenen Quartal erneut deutliche Geschäftszuwächse verzeichnet und seine Ziele für das Gesamtjahr weiter nach oben geschraubt. Analyst Bryan Keane von der Deutschen Bank sah sowohl die Zahlen als auch den Ausblick über den Erwartungen.

Der Eurokurs litt unter der gestiegene Wahrscheinlichkeit einer US-Steuerreform und sank auf 1,1774 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1818 (Donnerstag: 1,1834) Dollar festgesetzt. Richtungweisende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren rutschten um 18/32 Punkte auf 98 27/32 Punkte ab und rentierten mit 2,38 Prozent./gl/zb

20.10.2017

Aktien New York Schluss: Wieder Rekordkurse - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street ist die Rekordjagd nach einem Tag Pause weitergegangen: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es am Freitag sämtliche wichtige Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss überwand der Dow Jones Industrial seine bisherigen Höchststände und baute seine Gewinne im weiteren Handelsverlauf sukzessive aus. Am Ende notierte der US-Leitindex 0,71 Prozent im Plus bei 23 328,63 Punkten, nur minimal unter seinem kurz davor erreichten Rekord. Auf Wochensicht verbuchte er einen Kurszuwachs von fast 2 Prozent.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann letztlich 0,51 Prozent auf 2575,21 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index ebenfalls über seine bisherige Bestmarke und verabschiedete sich 0,36 Prozent fester mit 6629,05 Zählern ins Wochenende. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100, der 0,27 Prozent höher bei 6108,82 Zählern schloss, nicht für einen Rekord./gl/zb

20.10.2017

Aktien New York: Neue Rekorde nach Atempause - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street geht die Rekordjagd nach einem Tag Pause weiter: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es sämtliche wichtige Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss überwand der Dow Jones Industrial seine bisherigen Höchststände und baute seine Gewinne im weiteren Handelsverlauf sukzessive aus. Zuletzt notierte der US-Leitindex 0,60 Prozent im Plus bei 23 302,76 Punkten. Auf Wochensicht steuert er damit auf einen Kurszuwachs von knapp 2 Prozent zu.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann zuletzt 0,45 Prozent auf 2573,75 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index ebenfalls über seine bisherige Bestmarke und erzielte einen Anstieg von 0,50 Prozent auf 6638,17 Zähler. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100 mit einem Kursgewinn von zuletzt 0,42 Prozent auf 6118,46 Zähler nicht für einen Rekord.

Nachdem zur Wochenmitte alle vier Indizes historische Bestmarken erreicht hatten, waren am Donnerstag - dem 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" - nur minimale Gewinne für Dow und S&P 500 drin gewesen, während die Nasdaq-Indizes Verluste verzeichnet hatten. Am 19. Oktober 1987 war der Dow um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte.

Am Donnerstagabend hatte der US-Senat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt: 51 Senatoren stimmten für den Entwurf, 49 waren dagegen. Trump hatte bei seinen Plänen für eine Steuerreform immense Erleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen. Der Höchstsatz für Unternehmensteuern soll von 35 Prozent auf 20 Prozent sinken. Die Pläne gelten als eine der wichtigsten Triebfedern für die Kursrally seit dem Wahlsieg von Trump.

Die Unternehmensnachrichten fielen vor dem Wochenende durchwachsen aus. Die Anteilsscheine von General Electric , die anfangs deutlich unter schwachen Quartalszahlen und einer drastisch gesenkten Gewinnprognose gelitten hatten, konnten ihre Verluste auf 0,34 Prozent eindämmen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie über ein Viertel an Wert eingebüßt und ist damit für diesen Zeitraum abgeschlagenes Schlusslicht im Dow. Am Vortag hatte sie derweil um 2 Prozent zugelegt - offensichtlich in der nun enttäuschten Hoffnung auf gute Zahlen.

Die Aktionäre von Procter & Gamble mussten am Freitag einen Kursrutsch von 3,88 Prozent verkraften. Damit war der Konsumgüterkonzern größter Tagesverlierer im Leitindex. Er hatte zwar mit dem Gewinnanstieg im dritten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war die Umsatzentwicklung aber nicht ganz so schwungvoll wie erhofft.

Deutlich besser erging es den Paypal-Aktien , die ein Rekordhoch erreichten und zuletzt um 4,61 Prozent anzogen. Der Online-Bezahldienst hat im abgelaufenen Quartal erneut deutliche Geschäftszuwächse verzeichnet und seine Ziele für das Gesamtjahr weiter nach oben geschraubt. Analyst Bryan Keane von der Deutschen Bank sah sowohl die Zahlen als auch den Ausblick über den Erwartungen./gl/zb

20.10.2017

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax wieder unter 13 000 Punkten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax seine Gewinne am Freitag bis Handelsschluss wieder ab und schloss erneut unter der psychologisch wichtigen Marke von 13 000 Punkten. Mit einem minimalen Plus von 0,01 Prozent auf 12 991,28 Punkte ging der Leitindex aus dem Handel und sorgte damit letztlich auch für einen unveränderten Stand im Wochenverlauf.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte am Freitag um 0,13 Prozent auf 26 053,33 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,34 Prozent auf 2486,53 Punkte nach.

Europaweit sah es ähnlich aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit plus 0,08 Prozent auf 3605,09 Punkte und auch der CAC 40 in Paris legte um 0,08 Prozent zum, während der FTSE 100 in London den Tag prozentual unverändert beendete. In den USA ging es indes weiter aufwärts: Der Dow Jones Industrial kletterte zum Handelsschluss in Europa mit plus 0,4 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Die Nasdaq-Börsen legten ebenfalls um 0,4 Prozent zu.

Jenseits des Atlantiks profitierten die US-Börsen davon, dass der Senat am Donnerstag einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt hatte. Dies habe einmal mehr den Risikoappetit der Anleger geweckt, schrieb Analyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. Nach einer Reihe innenpolitischer Niederlagen hatte sich Präsident Donald Trump zuletzt für eine radikale Steuerreform stark gemacht und eine "historische Entlastung" für Bürger und immense Erleichterungen für Unternehmen versprochen.

Derweil ging die Berichtssaison in Deutschland in eine neue Runde. Daimler etwa wurden im dritten Quartal von Sonderkosten für Rückrufe und Nachbesserungen bei Dieselautos gebremst. Die Aktien büßten 0,84 Prozent ein. Die Linde -Papiere profitierten am Nachmittag von Neuigkeiten zum Fusionsvorhaben mit US-Konkurrent Praxair und setzten sich mit plus 3,23 Prozent an die Dax-Spitze. Kurz vor Fristende hätten die Aktionäre des Münchener Industriegase-Konzerns 50,81 Prozent der Aktien bei der neuen Holdinggesellschaft Linde Plc eingereicht, hatten die Fusionspartner zuvor mitgeteilt. Die Annahmefrist für das Umtauschangebot läuft bis kommenden Dienstag.

Beim Lebensmittel-Handelskonzern Metro hatten zum Geschäftsjahresende 2016/17 negative Wechselkurseffekte sowie weiter sinkende Umsätze bei der Supermarktkette Real Bremsspuren hinterlassen. Für die Anteilsscheine ging es nach den vorgelegten Zahlen am MDax-Ende um 3,10 Prozent nach unten. Im SDax dagegen sprangen die Aktien des Autovermieters Sixt nach einem sehr starken dritten Quartal um 4,97 Prozent hoch.

Die Papiere der Software AG machten im TecDax ihre anfänglichen Verluste von fast 6 Prozent wieder wett und stiegen letztlich um 3,50 Prozent. Auftrieb gaben nach eher enttäuschenden Quartalszahlen Aussagen von Finanzchef Arnd Zinnhardt zur erwarteten Margenentwicklung in zukunftsträchtigen neuen Geschäftsbereichen.

Dagegen brachen die Aktien von Evotec am Nachmittag ein und beendeten den Tag mit einem Abschlag von 8,80 Prozent. Der US-Hedgefonds Lakewood Capital Management hat laut Daten des "Bundesanzeigers" seine Leerverkaufspositionen in der Aktie des Biotechnologie-Unternehmens weiter ausgebaut. Bei Leerverkäufen geben Verkäufer Aktien, die sie nur geliehen und noch nicht gekauft haben, zu einem bestimmten Kurs ab. Sie erwarten Kursverluste, weshalb sie sich erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit diesen Papieren eindecken wollen. Ihr Kalkül ist es, die Aktien später billiger kaufen zu können, als sie sie verkauft haben.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 141,29 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,46 Prozent auf 161,38 Punkte ein. Der Euro kostete am frühen Abend 1,1770 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1818 (Donnerstag: 1,1834) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8462 (0,8450) Euro./ck/stb

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

20.10.2017

Aktien Frankfurt Schluss: Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax seine Gewinne am Freitag bis Handelsschluss wieder ab und schloss erneut unter der psychologisch wichtigen Marke von 13 000 Punkten. Mit einem minimalen Plus von 0,01 Prozent auf 12 991,28 Punkte ging der Leitindex aus dem Handel und sorgte damit letztlich auch für einen unveränderten Stand im Wochenverlauf.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte am Freitag um 0,13 Prozent auf 26 053,33 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,34 Prozent auf 2486,53 Punkte nach./ck/stb

20.10.2017

ROUNDUP/Aktien New York: Neue Rekorde nach Atempause - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street geht die Rekordjagd nach einem Tag Pause weiter: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es sämtliche wichtigen Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut die jüngsten Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss markierte der Dow Jones Industrial sein Rekordhoch von 23 244,65 Punkten - zuletzt behauptete er bei 23 237,35 Punkten ein Plus von 0,32 Prozent. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex auf einen Kurszuwachs von gut anderthalb Prozent zu.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann zuletzt 0,28 Prozent auf 2569,29 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index knapp über seine bisherige Bestmarke und behauptete einen Anstieg von 0,34 Prozent auf 6627,23 Zähler. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100 mit einem Kursgewinn von zuletzt 0,25 Prozent auf 6108,07 Zähler nicht für einen Rekord.

Nachdem zur Wochenmitte alle vier Indizes historische Bestmarken erreicht hatten, waren am Donnerstag - dem 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" - nur minimale Gewinne für Dow und S&P 500 drin gewesen, während die Nasdaq-Indizes Verluste verzeichnet hatten. Am 19. Oktober 1987 war der Dow um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte.

Am Donnerstagabend hatte der US-Senat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt: 51 Senatoren stimmten für den Entwurf, 49 waren dagegen. Trump hatte bei seinen Plänen für eine Steuerreform immense Erleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen. Der Höchstsatz für Unternehmensteuern soll von 35 Prozent auf 20 Prozent sinken. Die Pläne gelten als eine der wichtigsten Triebfedern für die Kursrally seit dem Wahlsieg von Trump.

Die Unternehmensnachrichten fielen vor dem Wochenende durchwachsen aus. Bei General Electric ging es um 2,88 Prozent bergab, da der Mischkonzern nach einem schwachen dritten Quartal seine Gewinnprognose drastisch kappte. Damit geht der Leidensweg für die Anteilseigner weiter: Seit Jahresbeginn hat die Aktie über ein Viertel an Wert eingebüßt und ist damit für diesen Zeitraum abgeschlagenes Schlusslicht im Dow. Am Vortag hatte sie derweil um 2 Prozent zugelegt - offensichtlich in der nun enttäuschten Hoffnung auf gute Zahlen.

Noch schlimmer erging es am Freitag nur den Aktionären von Procter & Gamble , die einen Kursrutsch von 3,21 Prozent verkraften mussten. Damit war der Konsumgüterkonzern größter Tagesverlierer im Leitindex. Er hatte zwar mit dem Gewinnanstieg im dritten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war die Umsatzentwicklung aber nicht ganz so schwungvoll wie erhofft.

Deutlich besser erging es den Paypal-Aktien , die ein Rekordhoch erreichten und zuletzt um 4,88 Prozent anzogen. Der Online-Bezahldienst hat im abgelaufenen Quartal erneut deutliche Geschäftszuwächse verzeichnet und seine Ziele für das Gesamtjahr weiter nach oben geschraubt. Analyst Bryan Keane von der Deutschen Bank sah sowohl die Zahlen als auch den Ausblick über den Erwartungen./gl/stb

20.10.2017

Aktien New York: Neue Rekorde nach Verschnaufpause - außer für den Nasdaq 100

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street geht die Rekordjagd nach einem Tag Pause weiter: Außer dem technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 schafften es sämtliche wichtigen Indizes auf neue Bestmarken. Die Hoffnung auf eine US-Steuerreform halte die Aktienmärkte am Laufen, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Im Fokus der Anleger standen erneut die jüngsten Geschäftszahlen von Unternehmen.

Direkt zum Startschuss markierte der Dow Jones Industrial sein Rekordhoch von 23 244,65 Punkten - gut eine Stunde später behauptete er bei 23 240,51 Punkten ein Plus von 0,33 Prozent. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex auf einen Kurszuwachs von gut anderthalb Prozent zu.

Auch der marktbreite S&P 500 notierte am Freitag so hoch wie nie zuvor und gewann zuletzt 0,32 Prozent auf 2570,40 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq schaffte es der Composite-Index knapp über seine bisherige Bestmarke und behauptete einen Anstieg von 0,37 Prozent auf 6629,82 Zähler. Dagegen reichte es beim Nasdaq 100 trotz eines Kursgewinns von 0,33 Prozent auf 6113,01 Zähler nicht für einen Rekord.

Nachdem zur Wochenmitte alle vier Indizes historische Bestmarken erreicht hatten, waren am Donnerstag - dem 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" - nur minimale Gewinne für Dow und S&P 500 drin gewesen, während die Nasdaq-Indizes Verluste verzeichnet hatten. Am 19. Oktober 1987 war der Dow um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte./gl/stb

20.10.2017

WOCHENAUSBLICK: Dax müht sich um Sicherung der 13 000-Punkte-Marke

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kampf um die Marke von 13 000 Punkten im Dax dürfte sich fortsetzen. Doch nachdem der deutsche Leitindex diese Hürde Mitte Oktober erstmals übersprungen hatte, geht es nun um die Nachhaltigkeit. Das macht die neue Woche besonders spannend, denn hierzulande nimmt die Berichtssaison zum dritten Quartal Fahrt auf. Politische Themen wie der Katalonien-Konflikt, die Spannungen mit der Türkei oder auch mit Blick auf Nordkorea und die USA stehen ebenfalls weiter im Fokus. Und als für die Börsianer wohl wichtigstes Ereignis der Woche steht die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Es werden dabei Beschlüsse erwartet, wie es mit dem Anleihekaufprogramm über 2017 hinaus weitergehen soll.

Die EZB-Sitzung am Donnerstag werde zeigen, "ob die Gerüchte zutreffen, nach denen die Notenbank ihre bereits im April auf monatlich 60 Milliarden Euro reduzierten Anleihekäufe tatsächlich ab Januar 2018 halbiert und bis September nächsten Jahres verlängert", kommentierte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. In jedem Fall rechnet er mit einem weiteren Schritt zu mehr geldpolitischer Normalität, auch wenn die Notenbank allzu genaue Festlegungen über die weitere Reduzierung ihrer Anleihekäufe vermeiden dürfte, um flexibel zu bleiben. Ein Ausstieg aus dem Programm wird laut der Postbank sicher auch nicht überstürzt erfolgen, um die Wirtschaftsdynamik in der EU nicht abzuwürgen und um heftige Reaktionen an den Finanzmärkten zu vermeiden.

Konjunkturseitig wird für Deutschland zudem der ifo-Geschäftsklimaindex am Mittwoch von Bedeutung sein. Die Stimmungsniveaus in der deutschen Wirtschaft sind trotz einer leichten Abschwächung nach dem Rekordhoch im Juli weiterhin sehr hoch. Nach Ansicht der Postbank sollten sie sich daher weiter normalisieren, da die wirtschaftliche Lage den Stimmungsdaten noch hinterher hinke. In den USA dürfte hingegen vor allem auf die ebenfalls am Mittwoch anstehenden Auftragseingänge für langlebige Güter geschaut werden.

Unternehmensseitig beginnt am deutschen Aktienmarkt die heiße Phase. Auf die Quartalszahlen der Lufthansa zur Wochenmitte, folgen die von Bayer , Beiersdorf , Deutscher Bank und Deutscher Börse am Donnerstag. Linde und Volkswagen (VW) berichten am Freitag. Während etwa die französische Bank Exane BNP Paribas mit einem starken Geschäftsbericht der größten deutschen Fluggesellschaft im dritten Jahresviertel rechnet und beim Autobauer VW eine leichte Anhebung der Jahresziele erwartet, geht die Equinet Bank bei der Deutschen Bank wiederum von deutlich gesunkenen Erträgen und einem ebenfalls zurückgegangenen Vorsteuergewinn aus.

Je nachdem, ob die Unternehmensberichte die Marktteilnehmer eher begeistern oder enttäuschen und wie die geldpolitischen Beschlüsse der EZB ausfallen, dürfte dies die Impulse bereithalten, die den Dax über oder unter der Marke von 13 000 Punkten schicken. Insgesamt raten Experten aber inzwischen zunehmend zur Vorsicht. "Die Trennlinie zwischen 'fair' und 'teuer' verläuft für den Dax nach unseren Berechnungen derzeit bei rund 12 500 Punkten", schreibt etwa Helaba-Analyst Markus Reinwand. Dies ist auch die Punktezahl für sein Jahresendziel. Das könnte seines Erachtens zwar womöglich etwas zu vorsichtig sein, doch "sind derzeit die Kursrisiken deutlich größer als die Chancen", warnt Reinwand./ck/tos/stb

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

20.10.2017

Aktien New York Ausblick: Jagd nach Rekorden geht wohl weiter

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem Pausentag dürfte die Rekordjagd an den US-Börsen schon am Freitag in ihre nächste Runde gehen. Die Indikation deutet darauf hin, dass der Dow Jones Industrial erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 23 200 Punkten steigen wird. Eine Dreiviertelstunde vor Handelsstart taxierte der Broker IG den Leitindex 0,32 Prozent höher bei 23 237 Punkten - trotz eines erschreckenden Zwischenberichts von General Electric .

Der Leitindex steuert derzeit auf ein kleines Wochenplus von etwas mehr als 1 Prozent zu. Am Vortag hatte er sich am 30. Jahrestag seines bislang größten Kursrutsches nur denkbar knapp ins Plus gerettet, aber erstmals nach zuvor acht Rekordtagen keine neue Bestmarke erreicht. Mit dem S&P 500 und dem Nasdaq 100 war dies auch weiteren wichtigen Indizes nicht gelungen. Sie müssen sich mit ihrem jüngst erreichten Hoch von 2564 beziehungsweise 6129 Punkten messen. Der Dow hat seinen bisherigen Rekord bei 23 172 Punkten.

Als neuerliche Stütze für den Markt wurde darauf verwiesen, dass Präsident Donald Trump in den USA einen Fortschritt bei seiner geplanten Steuerreform gemacht hat. Der US-Senat hat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine große Hürde für die von ihm geplanten Steuererleichterungen aus dem Weg geräumt. Diese gelten als eine der wichtigsten Triebfedern für die Kursrally seit dem Wahlsieg von Trump.

Bei aller Euphorie am Gesamtmarkt müssen sich die Aktionäre von General Electric am Freitag jedoch warm anziehen. Die im bisherigen Jahresverlauf ohnehin schon schwächste Dow-Aktie brach im vorbörslichen Handel wegen einer drastisch gesenkten Jahresprognose nochmals um etwa 7 Prozent ein. Einige Anleger dürften damit auf dem falschen Fuß erwischt werden: Am Vortag hatten die Papiere noch 2 Prozent zugelegt und zu den besten Dow-Werten gehört.

Auch von einem anderen Dow-Mitglied, Procter & Gamble nämlich, gilt es die Resultate zu verarbeiten. Die Aktie gab vorbörslich um gut 1,5 Prozent nach, auch wenn Experten hier ein deutlich besseres Fazit zogen. Der Konsumgüterkonzern hat mit dem Gewinnanstieg im dritten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen. Händlern zufolge war die Umsatzentwicklung aber leicht nicht ganz so schwungvoll wie erhofft.

Deutlich besser erging es den Paypal-Aktien , die vorbörslich um etwa 6,5 Prozent anzogen. Der Bezahldienst hat im dritten Quartal erneut deutliche Geschäftszuwächse verzeichnet und seine Ziele für das Gesamtjahr weiter nach oben geschraubt. Analyst Bryan Keane von der Deutschen Bank lobte sowohl die Zahlen als auch den Ausblick als besser als erwartet./tih/ag

20.10.2017

Aktien Frankfurt: Erholung nach Rückschlag am Vortag

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich zum Wochenschluss von seinen teils deutlichen Vortagesverlusten erholt. Mit Rückenwind aus den USA stieg der Leitindex Dax bis zum frühen Freitagnachmittag um 0,17 Prozent auf 13 012,15 Punkte. Damit liegt das Rekordhoch vom Mittwoch bei 13 095 Zählern wieder in Reichweite.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Konzerne vertreten sind, legte um 0,24 Prozent auf 26 083,21 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,42 Prozent auf 2505,46 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ebenfalls moderat im Plus.

Die tonangebende Wall Street dürfte mit Gewinnen in den Tag starten. Nach Handelsschluss am Donnerstag hatte der US-Senat einen Haushaltsentwurf verabschiedet und damit eine Hürde für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform aus dem Weg geräumt. Dies habe den Risikoappetit der Anleger geweckt, schrieb Analyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. Trump hatte bei seinen Plänen für eine Steuerreform immense Erleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen.

Der jüngste Schwächeanfall des Dax könnte schnell wieder vorbei sein, schrieben die Experten vom Börsenmagazin Index-Radar. Zumindest werde vorläufig schon an der ersten potenziellen Kaufzone im Kursbild wieder eine deutlich erhöhte Nachfrage sichtbar.

Derweil ging die Berichtssaison in Deutschland in eine neue Runde. So war Daimler im dritten Quartal von Sonderkosten für Rückrufe und Nachbesserungen bei Dieselautos gebremst worden. Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan aber verwies auf eine sehr starke Margenentwicklung des Auto- und Lastwagenbauers. Die Aktien büßten anfängliche Gewinne ein und verloren zuletzt 0,59 Prozent.

Die Belieferung von Restaurants und anderen Großabnehmern trieb den Lebensmittel-Handelskonzern Metro zum Ende seines Geschäftsjahres an. Negative Wechselkurseffekte sowie weiter sinkende Umsätze bei der Supermarktkette Real jedoch hinterließen Bremsspuren. Für die Anteilsscheine ging es am MDax-Ende um fast 2 Prozent nach unten.

Die Papiere von Salzgitter hingegen verteuerten sich um gut 2 Prozent. Die Schweizer Großbank UBS hatte ihre Verkaufsempfehlung für die Anteilsscheine einkassiert. Analyst Carsten Riek rechnet für die Stahlbranche mit einer nachhaltig steigenden Profitabilität.

Die Aktien der Software AG machten anfängliche Verluste von fast 6 Prozent wett und stiegen zuletzt um gut 3 Prozent. Gestützt wurde der Kurs des Software-Entwicklers von der Aussage des Finanzchefs, wonach sowohl das Cloud- als auch das Wartungsgeschäft extrem margenstark seien. Nach zunächst als schwach eingeschätzten Ergebnissen waren die Papiere anfangs unter Druck geraten.

Den ersten Platz im Nebenwerteindex SDax hatte der Autovermieter Sixt mit einem Plus von gut 5 Prozent inne. Analyst Marc-Rene Tonn von Warburg Research sprach von einem "außerordentlich starken dritten Quartal".

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 141,29 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,37 Prozent auf 161,52 Punkte ein. Der Euro kostete zuletzt 1,1817 US-Dollar. Der Dollar war damit 0,8462 Euro wert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1834 (Mittwoch: 1,1749) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8450 (0,8511) Euro gekostet./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

21.10.2017

ROUNDUP 2: Rajoy kündigt Neuwahlen in Katalonien an - Regierung wird abgesetzt

(Neu: Weitere Details)

MADRID (dpa-AFX) - Zur Beendigung der Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien will die spanische Regierung unter anderem die Regionalregierung absetzen und das Parlament in Barcelona auflösen. Das Hauptziel der geplanten Zwangsmaßnahmen sei die Ausrufung von Neuwahlen in der Region innerhalb von sechs Monaten, erklärte Ministerpräsident Mariano Rajoy am Samstag nach einem außerordentlichen Treffen des Ministerrats in Madrid. Die Anhänger der katalanischen Autonomie-Bewegung wollen sich am Samstagabend in Barcelona zu einer Großkundgebung versammeln.

Die Maßnahmen müssen vom Senat gebilligt werden, wo die konservative Volkspartei (PP) von Rajoy die Mehrheit hat. Die zweite Parlamentskammer wird voraussichtlich am Freitag nächster Woche zu einem Sondertreffen zusammenkommen, um über die Maßnahmen abzustimmen.

Rechtliche Grundlage ist der Artikel 155 der spanischen Verfassung. Die bisher noch nie angewandte Regelung ermächtigt Madrid, "die notwendigen Mittel zu ergreifen", um eine autonome Region zur Erfüllung ihrer rechtlichen Pflichten zu zwingen.

Rajoy sagte am Samstag, man habe den Artikel nicht aktivieren wollen, sei aber von Katalonien "dazu gezwungen" worden. Weitere Hauptziele der Zwangsmaßnahmen seien neben der Neuwahl die Wiederherstellung der Rechtmäßigkeit und des friedlichen Zusammenlebens in Katalonien sowie die Aufrechterhaltung des Wirtschaftswachstums. Keinesfalls sollten mit den jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen die Autonomie und die Selbstverwaltung Kataloniens ausgesetzt werden, betonte der Ministerpräsident.

Rajoy warf dem katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont und der Unabhängigkeitsbewegung erneut mit scharfen Worten vor, die Bestimmungen der spanischen Verfassung gebrochen zu haben. Puigdemont werde bei den Neuwahlen zum Regionalparlament nicht antreten und auch keine Kandidaten vorschlagen können, betonte Spaniens Regierungschef.

Politiker der sozialdemokratischen PSOE und der liberalen Partei Ciudadanos, mit denen das Vorgehen der Regierung im Vorfeld abgestimmt worden war, hatten Ende Januar als möglichen Wahltermin genannt. In Madrid wird damit die Hoffnung verbunden, dass es danach eine neue Regionalregierung gibt, die nicht mehr die Unabhängigkeit anstrebt./er/DP/zb

21.10.2017

DGB-Chef warnt vor einer Jamaika-Koalition für Besserverdienende

BERLIN (dpa-AFX) - DGB-Chef Reiner Hoffmann hat Union, FDP und Grüne davor gewarnt, bei Verhandlungen über eine Regierungskoalition die sozial Schwachen aus dem Blick zu verlieren. "Ich hoffe nicht, dass eine Koalition für Besserverdienende entsteht", sagte Hoffmann dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag). "Das wäre die grundfalsche Antwort auf die Herausforderungen, mit denen wir gerade zu kämpfen haben."

Wenn man wirksame Antworten auf die Rechtspopulisten geben wolle, müsse man "zeigen, dass die soziale Marktwirtschaft funktioniert", sagte der Gewerkschaftsfunktionär. "Da ist Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt und in den Sozialsystemen oberstes Gebot."

Die neue Regierung müsse die Tarifbindung in Deutschland stärken, den Niedriglohnsektor "trockenlegen", Frauen aus der Teilzeitfalle befreien und die Renten stabilisieren.

Der FDP warf Hoffmann vor, die sozialen Sicherungssysteme immer weiter privatisieren zu wollen. "Das heißt, dass Pflegeleistungen an der Börse gehandelt werden." Mit hilfsbedürftigen Menschen möglichst viel Rendite machen zu wollen, vertrage sich aber nicht mit den Ansprüchen an eine soziale Marktwirtschaft./cn/DP/zb

21.10.2017

Herrmann: Union will rasch über Rente und soziale Themen reden

BERLIN (dpa-AFX) - Die Union will nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) in den Jamaika-Verhandlungen rasch auch über die Zukunft der Rente reden. Bei den Beratungen in der kommenden Woche werde intensiv über soziale Themen gesprochen, kündigte Herrmann am Samstag in Berlin nach einer Zwischenbilanz der Spitzen von CDU und CSU zu den ersten Jamaika-Verhandlungen in großer Runde vom Vorabend an. "Da geht es um die Zukunft der Renten, da geht es um Pflege" und andere wichtige soziale Anliegen. Zwischen CDU und CSU gebe es hier "volle Übereinstimmung". Details nannte er nicht.

CDU und CSU würden bei diesen Themen "mit sehr konkreten Vorschlägen" in die weiteren Beratungen gehen, sagte Herrmann. "Das gilt auch für die Zukunft der Krankenversicherung, der Krankenversorgung und der medizinischen Versorgung in den ländlichen Räumen." Man werde bei diesen Punkten mit den möglichen Jamaika-Partnern in der Sache gut vorankommen. "Wir sind da auf einem guten Weg. Trotzdem: Wir wissen auch nach dem gestrigen Tag, dass schon noch erhebliche Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Parteien bestehen", sagte er mit Blick auf FDP und Grüne. Es stünden "Tage harter Arbeit" bevor./bk/DP/zb

21.10.2017

ROUNDUP: Rajoy kündigt Regierungsabsetzung und Neuwahlen in Katalonien an

MADRID (dpa-AFX) - Zur Beendigung der Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien will die spanische Regierung unter anderem die Regionalregierung absetzen und das Parlament in Barcelona auflösen. Das Hauptziel der geplanten Zwangsmaßnahmen sei die Ausrufung von Neuwahlen in der Region innerhalb von sechs Monaten, erklärte Ministerpräsident Mariano Rajoy am Samstag nach einem gut zweistündigen außerordentlichen Treffen des Ministerrats in Madrid. Rechtliche Grundlage der Pläne ist Verfassungsartikel 155, der bisher in Spanien nie zur Anwendung gekommen war.

Die Maßnahmen müssen vor Anwendung dem Senat in Madrid zur Billigung vorgelegt werden. Die Abstimmung wird wahrscheinlich am nächsten Freitag stattfinden. Im Senat hat Rajoys Volkspartei (PP) eine ausreichende Mehrheit der Sitze.

Rajoy betonte, der amtierende katalanische Präsident Carles Puigdemont werde bei den Neuwahlen zum Regionalparlament nicht antreten und auch keine Kandidaten vorschlagen können. Die jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen bedeuteten auf keinen Fall die Aussetzung der Autonomie und der Selbstverwaltung Kataloniens./er/DP/zb

21.10.2017

ROUNDUP: Spanische Regierung will Zwangsmaßnahmen gegen Katalonien beschließen

MADRID (dpa-AFX) - Die Katalonien-Krise tritt in eine entscheidende Phase: Die spanische Regierung ist am Samstag in Madrid zusammengekommen, um Zwangsmaßnahmen gegen die Regionalregierung in Barcelona zu beschließen. Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy will am Samstag in Madrid konkrete Schritte beschließen. Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont hatte am Donnerstag die ultimativ gestellte Forderung zurückgewiesen, die Pläne für einen eigenen Staat zu stoppen und in der Region im Nordosten Spaniens die Rechtmäßigkeit wiederherzustellen.

Rajoy hatte am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Brüssel gesagt, die Maßnahmen zur Beendigung der katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen seien mit zwei der drei stärksten Parteien der Opposition abgesprochen worden. Die konservative Regierung bekam am Freitagabend auch Rückendeckung vom spanischen König sowie von der EU.

König Felipe VI. bezeichnete die katalanischen Loslösungspläne als "inakzeptabel". Mit Hilfe "seiner rechtmäßigen demokratischen Institutionen" werde Spanien den Konflikt lösen, sagte er im nordspanischen Oviedo bei der Verleihung der Prinzessin-von-Asturien-Preise. Katalonien sei ein Teil Spaniens und werde es auch in Zukunft bleiben.

Der Rede wohnten EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani und EU-Ratschef Donald Tusk bei. Die EU wurde in der Sparte Eintracht ausgezeichnet. Juncker und Tajani hoben erfreut hervor, in Oviedo "viele spanische Fahnen" gesehen zu haben. In seiner Dankesrede wies Tajani "nationalistische Egoismen" zurück. Er rief unter dem Jubel des Publikums dazu auf, keine Grenzen zwischen Europäern zu errichten.

Rajoy wollte in Brüssel nicht verraten, welche Mittel eingesetzt werden sollen: "Die Maßnahmen werden morgen bekanntgegeben." Sie sollen im Rahmen des umstrittenen Verfassungsartikels 155 ergriffen werden. Er ermöglicht unter anderem die Absetzung einer Regionalregierung, wenn diese die Verfassung missachtet. Und das wolle Madrid auch machen, berichtete die Zeitung "El País".

Nach Medienberichten will Madrid in Katalonien Neuwahlen ansetzen. Politiker der sozialdemokratischen PSOE und der liberalen Partei Ciudadanos, die Rajoys Volkspartei (PP) bei der Aktivierung von Artikel 155 unterstützen, nannten Ende Januar als möglichen Termin.

Rajoy reagiert mit den Zwangsmaßnahmen auf die Weigerung von Regionalpräsident Carles Puigdemont, das Streben nach Unabhängigkeit zu beenden und damit ein Ultimatum zu erfüllen, das am Donnerstag abgelaufen war. Die Maßnahmen müssen vom Senat gebilligt werden, wo die PP die Mehrheit hat. Die zweite Parlamentskammer wird voraussichtlich am Freitag nächster Woche zu einem Sondertreffen zusammenkommen.

Die Unabhängigkeitsbewegung reagierte mit neuen Protestaktionen auf den wachsenden Druck aus Madrid. Viele Menschen folgten am Freitag einem Aufruf, Geld von den Banken abzuheben. Oft war das der symbolische Betrag von 155 Euro, in Anspielung auf den Verfassungsartikel 155. Für Samstagabend ist eine neue Großkundgebung der Separatisten in Barcelona geplant./er/DP/zb

21.10.2017

US-Außenministerium zeigt sich besorgt über Lage im Nordirak

WASHINGTON (dpa-AFX) - Das US-Außenministerium hat sich besorgt über die Lage im Nordirak gezeigt. Man sei beunruhigt über Berichte, wonach es rund um den Ort Altin Köprü zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen sei, erklärte die Sprecherin des Ministeriums, Heather Nauert, am Freitag in Washington. Die US-Regierung rufe alle Parteien dazu auf, die Gewalt zu beenden. Um Missverständnisse zu vermeiden, müsse die Zentralregierung in Bagdad alle Bewegungen von Truppen in den umstrittenen Gebieten auf jene Gegenden begrenzen, die mit der kurdischen Regionalregierung abgestimmt seien.

Irakische Truppen und kurdische Peschmerga-Kämpfer hatten sich im Norden des Landes schwere Gefechte geliefert. Iraks gemeinsames Operationskommando teilte am Freitag mit, Kräfte von Armee, Polizei und schiitischen Milizen hätten den Ort Altin Köprü in der umkämpften Provinz Kirkuk eingenommen. Das Peschmerga-Kommando erklärte hingegen, alle Angriffen seien abgewehrt worden. Nach kurdischen Angaben kamen etwa 30 Peschmerga-Kämpfer ums Leben.

Der Konflikt zwischen beiden Seiten war eskaliert, nachdem die Kurden ihre Unabhängigkeitspläne vorangetrieben hatten. Die irakische Zentralregierung lehnt eine solche Abspaltung strikt ab. Bei den eingenommenen Gebieten handelt es sich um Regionen, die sowohl von Bagdad als auch von den Kurden beansprucht werden.

Die USA hatten in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, in dem Konflikt keine Partei ergreifen zu wollen. Das US-Militär arbeitet sowohl mit der irakischen Armee als auch mit der Peschmerga im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zusammen./hma/DP/zb

21.10.2017

Netzentgelte für Gas sinken leicht - Preise bleiben niedrig

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Netzentgelte für Gas werden im nächsten Jahr leicht sinken. Im bundesweiten Durchschnitt sei mit einem Rückgang von einem Prozent zu rechnen, ergab eine Auswertung des Internet-Vergleichportals Check24, bei der mehr als 80 Prozent der Versorgungsgebiete abgedeckt wurden. Dabei gibt es allerdings regionale Unterschiede: In Hamburg sinken die Kosten für den Unterhalt des Netzes um 13 Prozent, in Schleswig-Holstein um acht Prozent, in Berlin und Brandenburg um jeweils sechs Prozent. In Baden-Württemberg wird es dagegen um drei Prozent teurer, in Bayern um ein Prozent.

Die Netzkosten fließen in die Kostenrechnung der Gasunternehmen ein, die den Endverbraucher versorgen. Ob und wie stark die Versorger eventuelle Kostensenkungen weitergeben, ist noch nicht bekannt. Zumindest kommt von den Netzentgelten kein zusätzlicher Kostendruck auf die Versorger zu. Gegenwärtig sind die Gaspreise so niedrig wie seit mehr als sieben Jahren nicht mehr. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden zahlt rund 1187 Euro für seinen Brennstoff. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate ging der Gaspreis um drei Prozent zurück. Die Netzentgelte machen ungefähr ein Drittel des Gaspreises aus./egi/DP/zb

21.10.2017

Presse: Rentenzahlungen ins Ausland steigen deutlich

BERLIN (dpa-AFX) - Immer mehr Senioren beziehen ihre gesetzliche deutsche Rente im Ausland, die meisten von ihnen im europäischen Süden. Das berichtet die "Rheinische Post" (Samstag) unter Berufung auf Zahlen der Rentenversicherung. Demnach hat sich die Zahl der Rentenbezüge im Ausland seit 1990 von 780 000 auf 1,76 Millionen im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Das seien fast sieben Prozent aller Rentenzahlungen überhaupt, teilte die Deutsche Rentenversicherung dem Bericht zufolge mit.

Demnach zählt die Rentenkasse rund eine Million Auslandsrenten allein in den südlichen EU-Ländern, darunter besonders viele in Italien (373 000), Spanien (226 000), Griechenland (100 000) und Frankreich (87 000). In der Türkei leben heute fast 70 000 Bezieher der deutschen Rente. "Der Anstieg beruht zu einem großen Teil auf der Zuwanderung von Arbeitnehmern vor allem aus Italien, Spanien, Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei in den 60er und 70er Jahren, die Beiträge zur Rentenversicherung in Deutschland gezahlt haben", teilte die Rentenversicherung mit.

87 Prozent der Auslandsrenten gingen den Angaben zufolge an ausländische Staatsangehörige, 13 Prozent an Deutsche mit festem Wohnsitz im Ausland. Für die Auslandsrenten wendete die Rentenversicherung im vergangenen Jahr insgesamt 6,4 Milliarden Euro auf. Elf Jahre zuvor waren es erst 4,4 Milliarden Euro gewesen./hme/DP/zb

21.10.2017

Seehofer sieht Fortschritte mit Grünen bei Steuern und Investitionen

BERLIN (dpa-AFX) - CSU-Chef Horst Seehofer sieht nach der ersten Verhandlungsrunde über ein Jamaika-Bündnis Fortschritte mit den Grünen bei den Themen Steuern und Finanzen. "Gestern ging es mehr um die Frage, dass Investitionen getätigt werden sollen. Aber die Arie von der großen Steuererhöhung habe ich gestern nicht gehört. Fortschritt", sagte Seehofer am Samstag vor einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der engsten Unionsspitze in Berlin.

Auf die Frage, ob die Grünen angesichts der guten Finanzlage angedeutet hätten, anders als 2013 auf Steuererhöhungen verzichten zu wollen, sagte der CSU-Chef: "Jedenfalls war die Einlassung gestern eine gänzlich andere als 2013." Vor vier Jahren sei es bei den Gesprächen mit den Grünen um die These gegangen, dass gigantische Steuererhöhungen nötig seien, um Investitionen finanzieren zu können.

Die Runde um Merkel und Seehofer wollte über die Konsequenzen aus dem Treffen der mehr als 50 Unterhändler von CDU, CSU, FDP und Grünen vom Vorabend beraten. Außerdem soll es um einen gemeinsamen Kurs bei der Frage von sozialen Verbesserungen unter anderem bei der Rente gehen. Eine endgültige Einigung zwischen CDU und CSU wurde nicht erwartet./bk/DP/zb

21.10.2017

Seehofer: Steuerentlastung und Investitionen Knackpunkt bei Finanzen

BERLIN (dpa-AFX) - CSU-Chef Horst Seehofer hat vor den Jamaika-Beratungen über das Thema Finanzen in der kommenden Woche auf die Forderung nach Steuerentlastungen und milliardenschweren Investitionen gepocht. "Solide Finanzen, keinen Schulden, Steuerentlastung und ordentliche Zukunftsinvestitionen", sagte Seehofer am Samstag vor einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der engsten Unionsspitze in Berlin auf die Frage, welche Knackpunkte er bei diesem Thema sehe. An diesem Dienstag soll in kleiner Runde von den Jamaika-Unterhändlern über die Themen Finanzen und Europa gesprochen werden.

Eine Größenordnung habe er bei den Investitionen nicht im Kopf, sagte Seehofer. "Wir haben viele Vorschläge dazu, aber wir müssen jetzt einfach austarieren, was wir machen können. Von der Bildung bis zur Infrastruktur." Bei der von der Union angestrebten Gigabit-Gesellschaft mit superschnellem Internet "brauchen wir sicher mindestens zweistellige Milliardenbeträge".

Auf die Frage, ob die Beratungen zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen am Freitagabend besser oder schlechter als erwartet gelaufen seien, sagte Seehofer: "So wie erwartet." Die Frage, ob er neue Freunde gefunden habe, beantwortete er mit dem Satz: "So schnell geht das nicht." Er sei aber optimistisch, dass man zueinander finde. "Es ist jetzt nichts entschieden worden. Aber es sind sinnvolle, wertvolle Informationen ausgetauscht worden. Und jetzt gehen wir ins Trainingslager zur Kanzlerin, um uns weiter vorzubereiten."

Die unionsinterne Abstimmung etwa beim Thema Mütterente sei "schon wichtig", sagte der CSU-Vorsitzende vor dem Treffen mit Merkel. "Sie müssen da hochkonzentriert sein in solchen Dingen. Ständig sich selber trainieren, auffrischen." Dort, wo es Gesprächsbedarf gebe zwischen CDU und CSU, müsse miteinander geredet werden./bk/DP/zb

20.10.2017

AKTIE IM FOKUS 2: Software AG macht es SAP nach: Margenaussagen helfen ins Plus

(neu: Schlusskurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Management-Aussagen zu starken Margen haben am Freitag die steile Talfahrt der Papiere der Software AG nicht nur gestoppt, sondern sogar zu satten Gewinnen geführt. Zudem verwies die Mehrheit der Analysten auf die allgemein hohe Schwankungsanfälligkeit der Quartalszahlen des zweitgrößten deutschen Softwarekonzerns nach SAP . Positiv wurde auch der beibehaltene Jahresausblick auf 2017 gewertet.

Die Anteile des Spezialisten für Firmensoftware, die zum Handelsstart nach einem schwachen Geschäftsausweis zum dritten Quartal um fast 6 Prozent abgesackt waren, drehten im Verlauf des Vormittags deutlich ins Plus. Im moderat schwächeren TecDax beendeten sie den Tag schließlich als Spitzenwert mit plus 3,50 Prozent auf 41,965 Euro. Bei zeitweise 43,25 Euro hatten sie sich zeitweise sogar wieder dicht an ihr Zwischenhoch vom Juni angenähert und in Sichtweite ihres 2011 erreichten Rekordhoch bei 44,50 Euro platziert.

"Die heftige Berg- und Talfahrt der Aktie erinnert an SAP am Donnerstag", merkte ein Händler an. Enttäuschungen über die Quartalszahlen des Walldorfer Konkurrenten hatten dessen Papiere am Vortag anfangs unter Druck gebracht. Im weiteren Verlauf jedoch war dann der Sprung ins Plus gelungen - angetrieben von positiven Aussagen zur künftigen Margenentwicklung und Marktanteilen durch den Vorstandschef Bill McDermott. Zur Margenentwicklung der Software AG äußerte sich an diesem Vormittag nun deren Finanzchef Arnd Zinnhardt positiv. So betonte er etwa die Margenstärke des zukunftsträchtigen Cloudgeschäfts sowie auch die des Wartungsgeschäfts der Software AG.

Die Analysten Andreas Wolf von Warburg Research und Thomas Becker von der Commerzbank verwiesen zudem darauf, dass ein Großteil des Zahlenwerks der Software AG zwar die Erwartungen verfehlt, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) aber zumindest ihren Schätzungen nahezu entsprochen habe. Becker sieht auch "keine größere Gefahr für die Ebit-Konsensschätzung 2017, zumal beim TecDax-Konzern Kostenflexibilität gegeben sei.

Positiv merkte der Commerzbank-Experte zudem noch an, dass der beginnende Wandel im Geschäftsmodell der Software AG vom klassisch-herkömmlichen Lizenzverkauf hin zu nutzerspezifischen Abo-Zahlmodellen im vierten Quartal und darüber hinaus Fahrt aufnehmen dürfte. Das werde sich zunehmend auf die Margen und die Entwicklung des Bargeldzuflusses (Cashflow) auswirken.

Für die wichtige Wachstumssparte mit Integrationssoftware, den Bereich Digital Business Platform (DBP), rechnet er allerdings für das Gesamtjahr "nach den mittelmäßigen neun Monaten, den mittlerweile schwerer erreichbaren Vergleichszahlen und dem im Wandel begriffenen Geschäftsmodell" nur mit dem Erreichen der unteren vom Unternehmen bekräftigten Prognosespanne für das währungsbereinigte Produktumsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent. In dieser Sparte waren die Erlöse der Software AG im dritten Quartal rund zehn Prozent hinter den Schätzungen der Analysten zurückgeblieben.

Analysten stuften die vorgelegten Zahlen überwiegend als schwach ein. Viele Experten halten sich derzeit ohnehin mit allzu positiven Aussagen über die Software AG zurück - da das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer wieder die Erwartungen enttäuscht hatte. So empfehlen sechs der insgesamt 18 von dpa-AFX erfassten Analysten das Papier zum Verkauf und weitere sechs halten sich Neutral. Das durchschnittliche Kursziel liegt etwas über 38 Euro auch unter dem aktuellen Kurs.

Damit sind die Analysten deutlich zurückhaltender als zum Beispiel bei SAP. Für Europas Branchenprimus gibt es derzeit 16 Kaufempfehlungen und nur ein Verkaufs-Votum. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 100 Euro auch über dem zuletzt erreichten Rekordhoch. Damit könnte sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen, in denen die SAP-Aktie das Software-AG-Papier deutlich hinter sich gelassen hatte./ck/men/zb

20.10.2017

AKTIE IM FOKUS: Evotec brechen ein - Lakewood erhöht Leerverkaufsposition

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Evotec sind am Freitag steil auf Talfahrt gegangen. Händler verwiesen auf Berichte, wonach Lakewood Capital Management seine Leerverkaufspositionen in der Aktie des Biotechnologie-Unternehmens weiter ausbaut. Die Papiere büßten am Nachmittag 7,80 Prozent auf 18,970 Euro ein und fielen bei zeitweise 18,31 Euro auf den tiefsten Stand seit einem Monat.

Laut den Daten des Bundesanzeiger hat der US-Hedgefonds seine Leerverkaufsposition von 0,52 Prozent am 27. September dieses Jahres sukzessive auf 1,44 Prozent am 18. Oktober ausgeweitet.

Bei Leerverkäufen geben Verkäufer Aktien, die sie nur geliehen und noch nicht gekauft haben, zu einem bestimmten Kurs ab. Sie decken sich erst zu einem späteren Zeitpunkt dann wieder mit diesen Papieren ein und erwarten Kursverluste. Ihr Kalkül ist es, die Aktien später billiger kaufen zu können, als sie sie verkauft haben./ck/stb

20.10.2017

AKTIE IM FOKUS: Linde springen hoch nach Neuigkeiten zur Fusion mit Praxair

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Linde haben am Freitagnachmittag nach Neuigkeiten zum Fusionsvorhaben mit US-Konkurrent Praxair kräftig zugelegt. Zuletzt setzten sich die Papiere des Münchener Gasekonzerns mit plus 2,45 Prozent auf 177,60 Euro an die Dax -Spitze.

Kurz vor Fristende hätten die Linde-Aktionäre 50,81 Prozent der Aktien bei der neuen Holdinggesellschaft Linde Plc eingereicht, hatten die Fusionspartner zuvor mitgeteilt. Die Annahmefrist für das Umtauschangebot läuft bis kommenden Dienstag. Im Fall einer Annahmequote unter 75 Prozent könnte die Fusion noch platzen./ck/stb

20.10.2017

AKTIEN IM FOKUS: GE gehen nach Prognosesenkung vorbörslich in die Knie

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Aktien von General Electric sind am Freitag im vorbörslichen US-Handel deutlich mit 4,6 Prozent unter Druck geraten. Neben enttäuschenden Resultaten für das dritte Quartal wurde vor allem eine drastisch gesenkte Jahresprognose dafür verantwortlich gemacht.

Der Mischkonzern erwartet unter seinem neuen Chef John Flannery für 2017 nur noch ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,05 bis 1,10 US-Dollar. Bislang war das Unternehmen von 1,60 bis 1,70 Dollar je Aktie ausgegangen. Analysten hatten im Schnitt mit 1,54 Dollar gerechnet.

Die Aktien dürften sich damit wohl weiter auf Talfahrt begeben. Seit Jahresbeginn haben sie bislang schon ein Viertel an Wert verloren, womit sie mit großem Abstand das Schlusslicht unter den 30 Werten im Dow Jones Industrial sind. Der Leitindex hat seither um 17 Prozent zugelegt.

In Frankfurt rutschten die Anteilsscheine des Wettbewerbers Siemens nach den negativen Nachrichten aus den USA ins Minus und verloren zuletzt 0,34 Prozent./la/jha/

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20.10.2017

ANALYSE: Kepler Cheuvreux stampft Ziel für Nordex ein - Harter Wettbewerb

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der immer härter werdende Wettbewerb in der weltweiten Windkraft-Industrie mit entsprechend sinkenden Auftragseingängen bei Nordex stimmt das Analysehaus Kepler Cheuvreux zunehmend skeptisch. Analyst Douglas Lindahl kappte in einer Studie am Freitag seine Wachstums- und Margenschätzungen für das vergleichsweise kleine deutsche TecDax-Unternehmen und damit auch das Kursziel. Es liegt nun bei 6,70 Euro und damit um etwas mehr als 40 Prozent unter seinem bisherigen Ziel von 11,40 Euro.

Sein Anlageurteil beließ Lindahl auf "Reduce", womit der Experte auf Sicht der nächsten 12 Monate mit einem hohen Abwärtsrisiko für die Nordex-Aktie rechnet.

"Der jüngste Mangel an Aufträgen, die starke Abhängigkeit von Deutschland und der wachsende Wettbewerb in der Branche bereiten zunehmend Sorge", schrieb Lindahl. Er senkte daher seine Wachstumsschätzung für 2018 um 5 Prozent und die Prognose für die operative Marge (Ebitda) von 7,9 auf 5,9 Prozent. Auch seine langfristigen Margenerwartungen für Nordex senkte der Kepler-Analyst. Dabei verwies er auf den schnellen Wandel, der sich derzeit in der Windturbinen-Industrie vollzieht vor dem Hintergrund von in vielen Regionen sinkenden Stromgestehungskosten. Diese Kosten fallen durch die Umwandlung eines Energieträgers in elektrischen Strom an. Dieser Wandel heize den Wettbewerb an.

"Nordex verliert zurzeit an Menge, weshalb das Unternehmen seine Investitionen steigert, um diesen negativen Volumentrend zu stoppen", führte Lindahl aus. Zugleich aber favorisiere der Markt zunehmend große Turbinenhersteller, und auch der globale Übergang von festgesetzten Preisen hin zu Auktionen scheine - etwa aus Kostengründen - immer größere Windkraftanlagen-Projekte zu fördern. Auch das wiederum sei negativ für den Nordex-Konzern, der auf kleine und mittelgroße Windprojekte spezialisiert sei./ck/bek/ag

20.10.2017

ANALYSE-FLASH: S&P Global hebt Ziel für Daimler auf 70 Euro - 'Hold'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus S&P Global hat das Kursziel für Daimler nach Zahlen zum dritten Quartal von 67 auf 70 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Einer starken Umsatzentwicklung habe ein schwächerer Ergebnistrend gegenüber gestanden, schrieb Analyst Aaron Ho in einer Studie vom Freitag. Der Experte erhöhte dennoch seine Gewinnprognosen (EPS) für 2017 und 2018./edh/zb

Datum der Analyse: 20.10.2017

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20.10.2017

AKTIE IM FOKUS: Sixt auf Rekordhoch - Commerzbank: Flotte gut ausgelastet

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Nach einem starken Gewinnanstieg des Autovermieters Sixt ist die im SDax notierte Stammaktie des Unternehmens mit einem Plus von knapp 7 Prozent auf 74,54 Euro auf ein Rekordhoch gestiegen. Zuletzt stieg der Kurs um 5 Prozent.

In den ersten neun Monaten zog der operative Gewinn an. Der Analyst Marc-Rene Tonn sprach von einem "außerordentlich starken dritten Quartal".

Hierzu hätten gut laufende Vermietungsgeschäfte auf dem deutschen Markt, vor allem aber auf den Auslandsmärkten beigetragen. Offenkundig seien die Fahrzeugflotten sehr gut ausgelastet gewesen. Tonn erhöhte das Kursziel von 69 auf 78 Euro und bestätigte seine Kaufempfehlung./bek/jha/

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20.10.2017

ANALYSE-FLASH: Morgan Stanley senkt Ziel für Kion auf 64 Euro - 'Equal-weight'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das Kursziel für Kion nach reduzierten Jahreszielen von 70 auf 64 Euro gesenkt. Die Einstufung für die Papiere des Staplerherstellers ließ Analyst Ben Uglow in einer Studie vom Freitag aber auf "Equal-weight". Der Experte kürzte seine Gewinnprognose für 2018 um 9 Prozent. Vor allem der Geschäftsbereich Supply Chain Solutions (SCS) überzeugt ihn nicht./ag/edh

Datum der Analyse: 20.10.2017

20.10.2017

AKTIE IM FOKUS 2: Software AG macht es SAP nach: Margenaussagen helfen ins Plus

(aktuelle Kursentwicklung samt neuer Stimmen)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Management-Aussagen zu starken Margen haben am Freitag die steile Talfahrt der Papiere der Software AG nicht nur gestoppt, sondern sogar zu satten Gewinnen geführt. Zudem verwies die Mehrheit der Analysten auf die allgemein hohe Schwankungsanfälligkeit der Quartalszahlen des zweitgrößten deutschen Softwarekonzerns nach SAP . Positiv wurde auch der beibehaltene Jahresausblick auf 2017 gewertet.

Die Anteile des Spezialisten für Firmensoftware, die zum Handelsstart nach einem schwachen Geschäftsausweis zum dritten Quartal um fast 6 Prozent abgesackt waren, drehten im Verlauf des Vormittags deutlich ins Plus. Gegen Mittag legten sie im moderat freundlichen TecDax um 1,89 Prozent auf 41,310 Euro zu und nahmen damit die Index-Spitze ein. Bei zeitweise 43,25 Euro hatten sie sich zuvor sogar wieder dicht an ihr Zwischenhoch vom Juni angenähert und in Sichtweite ihres 2011 erreichten Rekordhoch bei 44,50 Euro platziert.

"Die heftige Berg- und Talfahrt der Aktie erinnert an SAP gestern", merkte ein Händler an. Enttäuschungen über die Quartalszahlen des Walldorfer Konkurrenten am Donnerstag hatten dessen Papiere anfangs unter Druck gebracht. Im weiteren Verlauf jedoch war dann der Sprung ins Plus gelungen - angetrieben von positiven Aussagen zur künftigen Margenentwicklung und Marktanteilen durch den Vorstandschef Bill McDermott. Zur Margenentwicklung der Software AG äußerte sich an diesem Vormittag nun deren Finanzchef Arnd Zinnhardt positiv. So betonte er etwa die Margenstärke des zukunftsträchtigen Cloudgeschäfts sowie auch die des Wartungsgeschäfts der Software AG.

Die Analysten Andreas Wolf von Warburg Research und Thomas Becker von der Commerzbank verwiesen zudem darauf, dass ein Großteil des Zahlenwerks der Software AG zwar die Erwartungen verfehlt, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) aber zumindest ihren Schätzungen nahezu entsprochen habe. Becker sieht auch "keine größere Gefahr für die Ebit-Konsensschätzung 2017, zumal beim TecDax-Konzern Kostenflexibilität gegeben sei.

Positiv merkte der Commerzbank-Experte zudem noch an, dass der beginnende Wandel im Geschäftsmodell der Software AG vom klassisch-herkömmlichen Lizenzverkauf hin zu nutzerspezifischen Abo-Zahlmodellen im vierten Quartal und darüber hinaus Fahrt aufnehmen dürfte. Das werde sich zunehmend auf die Margen und die Entwicklung des Bargeldzuflusses (Cashflow) auswirken.

Für die wichtige Wachstumssparte des Unternehmens mit Integrationssoftware, den Bereich Digital Business Platform (DBP), rechnet er allerdings für das Gesamtjahr 2017 "nach den mittelmäßigen neun Monaten, den mittlerweile schwerer erreichbaren Vergleichszahlen und dem im Wandel begriffenen Geschäftsmodell" nur mit dem Erreichen der unteren vom Unternehmen bekräftigten Prognosespanne für das währungsbereinigte Produktumsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent. In dieser Sparte waren die Erlöse der Software AG im dritten Quartal rund zehn Prozent hinter den Schätzungen der Analysten zurückgeblieben./ck/men/ag

20.10.2017

ANALYSE-FLASH: UBS belässt Software AG auf 'Buy' - Ziel 42,50 Euro

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Software AG nach Zahlen zum dritten Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 42,50 Euro belassen. Die Sparte mit Integrationssoftware habe mit einem unerwartet schwachen Wachstum enttäuscht, schrieb Analyst Michael Briest in einer Studie vom Freitag. Insbesondere das Lizenzwachstum in diesem Geschäftsfeld sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben./la/jha/

Datum der Analyse: 20.10.2017

dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser