dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

20.08.2017

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Impressum

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20.08.2017

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Finanzanalysen in den dpa-AFX Diensten

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19.08.2017

GESAMT-ROUNDUP: Spanische Terror-Ermittler uneins - Suche nach dem Täter

BARCELONA (dpa-AFX) - Nach dem Terroranschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona gehen die Ermittlungen nur langsam voran. Die Regierung in Madrid entschied am Samstag, die Terrorwarnstufe nicht anzuheben. "Wir können sagen, dass die Zelle von Barcelona total zerschlagen ist", sagte Innenminister Juan Ignacio Zoido. Die Polizei und die katalanische Regionalregierung äußerten jedoch Zweifel an dieser Einschätzung. Der Haupttäter von Barcelona war möglicherweise noch auf freiem Fuß.

Bei dem Anschlag auf der Flaniermeile Las Ramblas waren am Donnerstag mindestens 13 Menschen getötet worden. Wenige Stunden später kam zudem eine Frau nach einem vereitelten Angriff in der südlich gelegenen Küstenstadt Cambrils zu Tode. Sie wurde von Verdächtigen auf der Flucht überfahren.

Die Aufmerksamkeit der Polizei richtete sich Medienberichten zufolge vor allem auf einen flüchtigen Marokkaner. Der 22-Jährige sei der Bruder eines der getöteten Terrorverdächtigen von Cambrils, hieß es. Er stamme aus der Kleinstadt Ripoll rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona.

Spaniens Innenminister begründete seine Einschätzung damit, dass fast alle mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle getötet oder festgenommen worden seien. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Attacken in Barcelona und Cambrils von einem Netzwerk von insgesamt zwölf Verdächtigen verübt wurden. Fünf von ihnen wurden in Cambrils erschossen, vier wurden festgenommen.

Ein oder möglicherweise zwei weitere Verdächtige könnten am Mittwoch bei einer Explosion in dem Wohnhaus in Alcanar südlich von Tarragona umgekommen sein. Die Beamten vermuteten, dass die Gruppe dort Sprengstoff lagerte und ein noch größeres Attentat als das in Barcelona vorbereitete. Die Zeitung "La Vanguardia" berichtete, die Terrorzelle habe in dem Wohnhaus drei Autobomben präparieren wollen.

Die Madrider Regierung kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen würden ab sofort verschärft. Eine Anhebung der Terrorwarnstufe lehnte sie aber ab. In Spanien gilt seit zwei Jahren die zweithöchste Warnstufe 4. Sie bedeutet, dass ein "erhebliches Risiko eines terroristischen Anschlags" besteht.

Die katalanische Polizei und die Regionalregierung in Barcelona lehnten es dagegen ab, von einer Zerschlagung der Terrorzelle zu sprechen. Es werde noch nach zwei oder drei Verdächtigen gefahndet, betonte der katalanische Innenminister Joaquim Forn. Solange dies der Fall sei, könne von einer Zerschlagung keine Rede sein.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Angriffe in Spanien für sich. Mehrere Glaubenskämpfer hätten sie in zwei Gruppen ausgeführt und "Kreuzfahrer" ins Visier genommen, teilte der IS in einer Erklärung am Samstag über das Internet mit. Mit "Kreuzfahrern" meint die Terrormiliz das US-geführte Bündnis, das die Extremisten im Irak und in Syrien bekämpft.

Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS im Internet verbreitet. Bislang hatte die Terrormiliz über ihr Sprachrohr Amak lediglich den Terrorangriff auf dem Boulevard Las Ramblas für sich reklamiert.

Bei der Fahndung nach dem mutmaßlichen Haupttäter, der mit dem Lieferwagen die Passantengruppen gerast war, hatte die Polizei sich zunächst auf den 17 Jahre alten Moussa Oukabir konzentriert. Diese Hypothese habe an Gewicht verloren, sagte der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero. Der 17-Jährige war nach Angaben der Polizei zusammen mit vier anderen Verdächtigen in der Nacht zum Freitag bei einem Antiterror-Einsatz in Cambrils erschossen worden.

Die Polizei ging nach Medienberichten auch der Frage nach, ob der Tod eines Spaniers in einem Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Barcelona stand. Wie das katalanische Fernsehen TV3 berichtete, war der 34-jährige Mann kurz nach dem blutigen Anschlag am Stadtrand von Barcelona tot in seinem Auto gefunden worden. Die Ermittler gingen davon aus, dass der Mann von einem Unbekannten überfallen und erstochen wurde, der ihm das Auto rauben wollte. Die Polizei ermittele nun, ob es sich bei dem Täter um einen Terroristen handeln könnte, der sich auf der Flucht befand.

Zwei Tage nach den Terrorattacken waren noch 54 Verletzte im Krankenhaus. 50 von ihnen lägen in Kliniken in Barcelona, vier in Cambrils, teilten die katalanischen Notfalldienste mit. Zwölf Patienten seien in kritischem Zustand, 25 weitere schwer verletzt. Unter ihnen sind auch viele Ausländer. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wurden 13 Deutsche verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) legte am Samstag Blumen am Ort des Geschehens in Barcelona nieder. Am Vortag hatte er ein Krankenhaus besucht und mit einer jungen Deutschen gesprochen, die bei dem Anschlag verletzt worden war, sowie mit Angehörigen.

Der Terror in Spanien entfachte in Deutschland erneut die Debatte um die Sicherung von Großstädten vor Attacken mit Fahrzeugen. Der Deutsche Städtetag unterstützte die Forderung von Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU), Innenstädte durch bauliche Maßnahmen wie Poller besser zu schützen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnte in der "Heilbronner Stimme" (Samstag) davor, Städte zu "Festungen" auszubauen.

In Finnland ging die Polizei bei einer Messerattacke in Turku von einem terroristischen Hintergrund aus. Die Tat werde als Mord mit "terroristischem Vorsatz" behandelt, gaben die Ermittler am Samstag bekannt. Bei dem Angriff in der Hafenstadt im Südwesten des Landes waren am Freitag zwei Finninnen getötet worden, acht weitere Opfer wurden verletzt. Nach Polizeiangaben ist der Verdächtige ein 18 Jahre alter Marokkaner, der von der Polizei angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht wurde. Der Täter habe die Opfer "per Zufall" ausgesucht. Die Polizei ermittelt wergen zweifachen Mordes und achtfachen Mordversuchs./hk/DP/zb

19.08.2017

Facebook-Chef Zuckerberg will Babypause einlegen

MENLO PARK (dpa-AFX) - Facebook -Gründer Mark Zuckerberg (33) hat kurz vor der Geburt seiner zweiten Tochter eine längere Babypause angekündigt. Er werde einen Monat Elternzeit gleich nach der Geburt nehmen und dann den ganzen Dezember frei machen, gab Zuckerberg in einem Facebook-Eintrag bekannt.

Zuckerberg hatte im März angekündigt, dass seine Ehefrau Priscilla Chan (32) ein weiteres Mädchen erwartet. Ihre erste Tochter Maxima ("Max") wurde Ende 2015 geboren. Auch damals hatte der Milliardär zwei Monate pausiert. Für diese Zeit mit seiner neugeborenen Tochter werde er immer dankbar sein, schreibt Zuckerberg.

Facebook biete seinen Mitarbeitern vier Monate Elternzeit an, erklärt der Unternehmer. "Und ich bin ziemlich sicher, dass das Büro noch steht, wenn ich zurückkehre", witzelte der werdende Vater./mub/DP/zb

19.08.2017

ROUNDUP: Ex-Chefstratege Bannon will für Trump 'in Krieg ziehen'

WASHINGTON (dpa-AFX) - Donald Trumps populistischer Chefstratege Stephen Bannon hat seinen Platz im Weißen Haus geräumt, will dem US-Präsidenten aber auch in Zukunft dienen. Noch am Tag seines Ausscheidens kündigte Bannon an, er werde "weiterhin für Trump in den Krieg ziehen". Die Nachrichtenseite "Breitbart" kündigte an, Bannon werde dorthin in leitender Funktion zurückkehren. "Jetzt habe ich die Hände wieder an den Waffen", sagte Bannon in einem Interview.

Trump würdigte seinen Ex-Berater am Samstag in einem Tweet. "Ich möchte Steve Bannon für seinen Dienst danken", schrieb der Präsident. "Er stieß während meines Rennens gegen die betrügerische Hillary Clinton zu meinem Wahlkampf - es war großartig! Danke S."

Die US-Regierung hatte am Freitag mitgeteilt, dass Bannon sich mit Stabschef John Kelly über seine Demission geeinigt habe. Bannons Abgang war der Höhepunkt einer extrem turbulenten Woche in Washington, in der Trump wegen seiner Reaktion auf rechtsextreme Auswüchse in der Stadt Charlottesville ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war. Auch Republikaner warfen ihm vor, Rassisten und Extremisten nicht eindeutig verurteilt zu haben. Der frühere Präsidentschaftsbewerber der Konservativen, Mitt Romney, sagte sogar, Trump müsse sich entschuldigen.

Steven Mnuchin, Trumps Finanzminister, wurde derweil von mehr als 290 ehemaligen Yale-Kommilitonen aufgerufen, sein Regierungsamt niederzulegen. Er habe eine moralische Verpflichtung, Trump Paroli zu bieten, hieß es in einem offenen Brief an Mnuchin. "Wir appellieren an dich als unseren Freund und Klassenkameraden, aus Protest gegen Präsident Trumps Unterstützung von Nazismus und weißem Rassismus zurückzutreten."

Bannon erklärte in einem Interview der Nachrichtenseite "The Weekly Standard" vom Freitag, die Präsidentschaft Donald Trumps in ihrer bisherigen Form sei Geschichte. "Die Trump-Präsidentschaft, für die wir gekämpft und die wir errungen haben, ist vorüber", sagte Bannon am Freitag unmittelbar nach Beendigung seines Jobs im Weißen Haus. Die moderaten Kräfte im Kongress würden nun Oberwasser gewinnen. Trump werde es noch schwerer haben, seine Agenda durchzusetzen.

"Das republikanische Establishment hat kein Interesse daran, dass Trump Erfolg hat", sagte Bannon. "Sie sind keine Populisten, keine Nationalisten, sie haben kein Interesse an seinem Programm. Null." Außer einer abgeschwächten Steuerreform, wie sie für Republikaner üblich sei, werde nichts von Trumps Programm umgesetzt werden.

Bannon gilt als vehementer Vertreter der nationalistischen Wirtschaftspolitik des Präsidenten. Der 63-jährige hatte Mitte der Woche im Gespräch mit einem Journalisten die Nordkorea-Politik Trumps konterkariert, indem er eine militärische Option zur Lösung des Konflikts kategorisch ausschloss. Trump habe wütend reagiert, berichteten Medien.

Bannon stand zudem seit geraumer Zeit im Verdacht, vertrauliche Informationen aus dem Weißen Haus an Medien weitergegeben zu haben. Zu seinen internen Widersachern gehören die moderateren und wirtschaftsliberalen Kräfte im Team um Trump, etwa dessen Schwiegersohn Jared Kushner, Wirtschaftsberater Gary Cohn und Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster.

Bannon gilt gemeinsam mit Stephen Miller als Architekt der "America First"-Strategie Trumps. Der Mitgründer der erzkonservativen Internetplattform "Breitbart" war vor der Wahlkampfendphase 2016 zum Trump-Team gestoßen und übernahm dann die Leitung des Wahlkampfs. Ihm wird ein maßgeblicher Anteil am damals eher überraschenden Einzug des Immobilienmilliardärs ins Weiße Haus zugeschrieben.

Bereits am Freitag wurde in Washington spekuliert, ob dem Abgang Bannons noch weitere Personaländerungen im Weißen Haus folgen könnten. Der erzkonservative Berater Sebastian Gorka gilt als ein Kandidat. CNN berichtete unter Berufung auf Kreise im Weißen Haus, Stabschef Kelly sei mit seiner personellen Umstrukturierung nicht fertig./dm/ch/DP/zb

19.08.2017

BVB-Sportdirektor Zorc: 'Klare Vorstellung' für Dembélé-Wechsel

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc hat für einen möglichen Wechsel von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona erneut eindeutige Bedingungen genannt. "Wir haben eine klare Position und eine klare Vorstellung. Wird diese Vorstellung erfüllt, dann wird er noch in diesem Sommer transferiert. Ansonsten bleibt er bei uns, das ist ganz einfach", sagte Zorc am Samstag im TV-Sender Sky. "Es ist natürlich für deutsche Verhältnisse eine extrem hohe Summe, die aber seinen sportlichen Wert widerspiegelt."

Der 20 Jahre alte Franzose will trotz laufenden Vertrags bis 2021 zu den Katalanen wechseln und hatte vergangene Woche unerlaubt beim Training in Dortmund gefehlt. Daraufhin hatte ihn der BVB vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert. Dembélé sei aktuell in Frankreich, sagte Zorc vor der Partie beim VfL Wolfsburg. "Wir haben über unseren Mitarbeiter und seinen Betreuer Kontakt zu ihm."

Einen Weg zurück gebe es, wenn der Transfer bis zum 1. September nicht zustande komme. "Die Entscheidung wird nicht am letzten Transfertag fallen, sondern vorher. Die Situation ist sehr herausfordernd, wir haben nicht gesagt, dass es einfach ist", sagte Zorc und betonte: "Als Club haben wir keine andere Wahl, deshalb gibt es nur den einen Weg, dass wir diese konsequente Linie durchziehen."

Zwar gab es bereits Gespräche zwischen dem BVB und Barça. Eine Einigung über die frei zu verhandelnde Ablösesumme gab es aber bisher nicht. Zuletzt soll das Angebot bei 90 Millionen Euro plus Bonuszahlungen für den talentierten Franzosen gelegen haben. Der BVB schlug die Offerte aus./wom/DP/zb

19.08.2017

Finnischer Handyhersteller will mit Nokia-Handys zurück an die Weltspitze

BERLIN (dpa-AFX) - Der finnische Handyhersteller HMD will den Namen Nokia zurück an die Smartphone-Weltspitze bringen und die Platzhirsche Apple und Samsung angreifen. "Unser Ziel ist es, innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre wieder zu den Top-3 Smartphone-Herstellern zu gehören", sagte der Chef des Namensrechte-Inhabers und Herstellers HMD Global, Florian Seiche, der Zeitung "Welt am Sonntag". Derzeit belegen Samsung aus Südkorea, der US-Riese Apple und der chinesische Huawei-Konzern die ersten drei Ränge im Smartphone-Markt.

"Zusammen mit Foxconn und unserer Marke können wir das schaffen", sagte der Deutsche Seiche. Mit dem Auftragsfertiger Foxconn, der auch zahlreiche Apple-Geräte produziert, war HMD eine strategische Partnerschaft eingegangen. Nokia war einst als Weltmarktführer bei Handys. Dem finnischen Unternehmen gelang jedoch nicht der Anschluss an den Smartphone-Markt, der maßgeblich von Apples iPhone eingeläutet wurde.

Aus diesem Grund verkaufte das Unternehmen die Handysparte an Microsoft und konzentrierte sich nur noch auf die Ausrüstung von Netzwerken. Doch Microsoft wurde mit dem Geschäft nicht glücklich und zog sich aus der Handyproduktion zurück und gab die Namensrechte an den finnischen Konzern zurück. Diese erwarb dann der Hersteller HMD, der zwar von früheren Nokia-Managern gegründet wurden, an dem Nokia selbst aber nicht finanziell beteiligt ist.

HMD produziert auch einfache und günstige Mobiltelefone für Länder mit geringer Kaufkraft. Dieses Geschäft sei profitabel, sagte Seiche. "Solange wir das Smartphone-Geschäft hochfahren, finanzieren diese Feature Phones einen Großteil unseres Geschäfts." Die günstigeren Handys seien zudem ein "Sprungbrett für den späteren Umstieg auf ein Nokia-Smartphone".

Tablets und sogenannte Wearables wie Smartwatches will HMD zunächst nicht anbieten. "Wir konzentrieren uns erst einmal darauf, unsere Smartphone-Auswahl komplett zu bekommen und einiges an Zubehör anzubieten. Wenn wir in drei bis fünf Jahren zu den Top-Smartphone-Herstellern im Markt gehören wollen, müssen wir uns fokussieren", sagte Seiche./bvi/DP/zb

19.08.2017

ROUNDUP: Bund gegen Komplett-Übernahme der Air Berlin

BERLIN (dpa-AFX) - Der Bund lehnt eine Komplett-Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl klar ab. "Das Modell Air Berlin als eine eigenständige Airline ist ja gescheitert", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Samstag dem Inforadio des RBB. Man müsse "nüchtern zur Kenntnis nehmen, dass man jetzt mehrere Partner braucht". Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur lag bis zum Samstagmittag noch kein Angebot von Wöhrl bei Air Berlin vor.

Es werde auch keinen Zuschlag alleine an die Lufthansa geben, mit der Air Berlin bereits Gespräche führt, sagte Machnig. "Das wäre kartellrechtlich und wettbewerbsrechtlich gar nicht möglich." Nach eigenen Angaben ist der Bund an den Verhandlungen nicht beteiligt und steuert sie auch nicht.

Air Berlin spricht nach eigenen Angaben außer mit dem deutschen Marktführer Lufthansa mit zwei weiteren Unternehmen. Als Interessenten gelten die britische Billiglinie Easyjet , Tuifly sowie die Thomas-Cook-Tochter Condor. Die Verhandlungen hatten dem Vernehmen nach am Freitag begonnen und sollen schon bald beendet werden. Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz beantragt, nachdem der Großaktionär und Partner Etihad der Fluggesellschaft die finanzielle Unterstützung entzogen hatte.

Kunden können ihre gesammelten Flugmeilen nicht mehr gegen Gratisflüge oder andere Prämien einlösen. "Wir müssen das Meilensammeln und das Meileneinlösen solange aussetzen, bis wir Klarheit über die Situation bei Air Berlin erlangt haben", hieß es auf der Seite des Programms Topbonus. Ein Airline-Sprecher sagte: "Air Berlin bedauert, dass der Mehrheitseigner das Topbonus-Programm offenbar nicht weiter führen will." Etihad hält 70 Prozent an dem Vielfliegerprogramm, Air Berlin 30 Prozent.

Der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach, warnte vor einer politisch motivierten Bevorzugung der Lufthansa bei der Zerschlagung von Air Berlin. Ein Ausbau der Lufthansa-Marktanteile in der internationalen Luftfahrt sei zwar grundsätzlich zu begrüßen. "Es überzeugt aber nicht, wenn dies dadurch erfolgen sollte, dass auf Wettbewerb auf deutschen Flugstrecken verzichtet würde", sagte Wambach der "Welt am Sonntag". In der Regel führe weniger Wettbewerb zu weniger Innovationen und zu unattraktiveren Produkten, meinte der Chef des Beratungsgremiums. Die Lufthansa müsse stattdessen auf guten Service zu attraktiven Preisen setzen.

Zuvor hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt dafür geworben, dass Lufthansa wesentliche Teile der insolventen Airline übernimmt: "Wir brauchen einen deutschen Champion im internationalen Luftverkehr", hatte der CSU-Politiker der "Rheinischen Post" (Freitag) gesagt.

Ziel der Verhandlungen sei, möglichst alle Angestellten so in eine neue Beschäftigung zu überführen, dass die tarifvertraglichen Grundlagen weiter gelten, sagte Staatssekretär Machnig. "Wir haben den Verantwortlichen bei Air Berlin und bei anderen Airlines unsere Erwartungen sehr deutlich formuliert, und ich glaube auch, dass ist verstanden worden", sagte Machnig.

Ryanair -Chef Michael O'Leary, der eine Bevorzugung der Lufthansa beklagt, sei dafür bekannt, "PR-mäßig" unterwegs zu sein, sagte Machnig weiter. Wenn er wirklich Interesse habe, solle er sich melden: "Ich bin gerne zu Gesprächen bereit."

Die Bundesregierung hatte Air Berlin mit einem Brückenkredit in Höhe von 150 Millionen Euro geholfen. Das war unter anderem von O'Leary scharf kritisiert worden. Rückendeckung erhielt der Bund hingegen vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Es sei "vernünftig, das zu machen", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer dem SWR. Er forderte aber, schnell eine Lösung für die Fluglinie zu finden.

Vor allem der deutsche Marktführer Lufthansa hofft auf einen großen Teil der Flugzeuge der Airline. Die Gewerkschaft Verdi forderte, einen Sozialtarifvertrag zu vereinbaren, um den Übergang für die mehr als 8000 betroffenen Mitarbeiter abzufedern.

Bei den Gesprächen mit Lufthansa könne es um rund 90 der 144 von Air Berlin geleasten Flugzeuge gehen, hieß es in Unternehmenskreisen. Im Eigentum von Air Berlin ist keine Maschine der Flotte mehr. Dementsprechend müssen auch die Leasingfirmen in eine Vereinbarung eingebunden werden. Eine Komplettübernahme von Air Berlin, die derzeit aber nicht zur Debatte steht, würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einer starken Stellung verhelfen./ted/bvi/DP/zb

19.08.2017

ROUNDUP: Strecke von Berlin nach Hannover und Hamburg wegen Bränden gesperrt

BERLIN (dpa-AFX) - Zwei Brände in Bahnanlagen im Großraum Berlin haben den Zugverkehr in Richtung Hamburg und Hannover getroffen. Die Strecken Berlin-Hamburg und Berlin-Hannover seien gesperrt, Züge würden über Magdeburg umgeleitet, teilte die Deutsche Bahn am Samstag mit. Dabei komme es zu Verspätungen von rund einer Stunde. Zur Dauer der Sperrung konnte eine Sprecherin zunächst nichts sagen.

Nach Angaben der Bundespolizei brannten am Samstagmorgen am Bahnhof Finkenkrug eine Signalanlage und am Bahnhof Groß-Behnitz, ebenfalls in Brandenburg, ein Kabelschacht. Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen, erklärte ein Sprecher, ein politisches Motiv könne nicht ausgeschlossen werden.

Neben dem Fern- war auch der Regionalverkehr betroffen: Gesperrt waren die Strecken Nauen-Falkensee und Rathenow-Wustermark./lex/DP/zb

19.08.2017

ROUNDUP: Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer

BERLIN (dpa-AFX) - In einem ungewöhnlichen Schritt hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) offen für die Angebote der Autohersteller zum Umtausch von Diesel-Fahrzeugen geworben. "Wer etwa seinen alten Diesel-Golf gegen einen neuen Golf tauscht, kann zusätzlich von Volkswagen 5000 Euro Umtauschprämie erhalten. Ich halte das in der Tat für ein gutes Angebot", sagte Dobrindt der "Passauer Neuen Presse" (Samstag).

"Wer ein altes Diesel-Fahrzeug besitzt und jetzt nicht wechselt, verpasst möglicherweise eine Chance", sagte der Minister gut fünf Wochen vor der Bundestagswahl. Die Umtauschangebote würden zusätzlich zu bestehenden Offerten gelten.

Die Grünen im Bundestag kritisierten die Kaufempfehlung. "Dass Dobrindt jetzt auch noch Reklame für die Rabatt-Angebote einzelner Hersteller macht, zeigt vor allem eines: Er hat jede Distanz zur Autoindustrie verloren und wahrscheinlich nie gehabt", sagte Fraktionsvize Oliver Krischer der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei die Aufgabe des Verkehrsministers, die Industrie zu kontrollieren, "nicht für ihre Schnäppchen zu werben." Zudem sei der Umweltnutzen der Rabatte fraglich, da ein neuer Diesel nach Euro-6-Abgasnorm im schlechtesten Fall mehr gesundheitsschädliche Stickoxide ausstoßen könne als ein Euro-4-Diesel.

Experten und Politiker hatten die Ergebnisse des Dieselgipfels Anfang August als unzureichend kritisiert. Dabei hatten die deutschen Autobauer unter anderem zugesagt, selbst "Umstiegsprämien" für Besitzer alter Diesel zu finanzieren. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte die Industrie aufgefordert, nachzulegen. Hingegen hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vor einer "Kriegserklärung" an die Branche gewarnt.

Dobrindt wies die Forderung von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nach einer EU-weiten Quote für Elektroautos als "Schmarrn" zurück. "Ich bin dafür, dass wir technologieoffen weitergehen und nicht die Politik entscheidet, welche Technik zukünftig unsere Autos bewegt." Es sei noch völlig offen, welche emissionsarmen Antriebe in Zukunft zur Verfügung stünden - "ob das ein Wasserstoffauto mit Brennstoffzelle ist, ob das CO2-neutrale, synthetische Antriebsstoffe sind, die in Verbrennungsmotoren angewandt werden, oder alle drei Varianten nebeneinander"./ted/bvi/DP/zb

18.08.2017

ROUNDUP/Aktien New York: Dow bröckelt ab - Turbulenzen im Weißen Haus

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Aktienmärkte haben wegen anhaltender Turbulenzen um die US-Regierung die Handelswoche mit leichten Verlusten abgeschlossen. Der Abgang des rechtsgerichteten Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump, Stephen Bannon, war der Höhepunkt einer an politischen Verwerfungen und Peinlichkeiten reichen Woche im Weißen Haus. Leicht positive Impulse kamen von der unerwartet guten US-Verbraucherstimmung im August.

Der Dow Jones Industrial endete mit einem Minus von 0,35 Prozent bei 21 674,51 Punkten und verbuchte damit einen Wochenverlust von 0,8 Prozent. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex über ein Prozent eingebüßt und damit das größte Tagesminus seit drei Monaten verbucht. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es am Freitag um 0,18 Prozent auf 2425,55 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 , der am Vortag mehr als 2 Prozent verloren hatte, sank am Freitag um 0,09 Prozent auf 5790,91 Punkte.

FOOTLOCKER-ABSTURZ ZIEHT NIKE ABWÄRTS

Unternehmensseitig standen die Aktien von Nike als Dow-Schlusslicht mit einem Verlust von 4,4 Prozent im Fokus. Sie litten unter sehr schwachen Quartalszahlen des Wettbewerbers Foot Locker . Der Kurs der Foot-Locker-Papiere stürzte um fast 28 Prozent ab und landete auf dem tiefsten Stand seit fast 4 Jahren. Der US-Sportartikelhersteller hatte für das zweite Quartal rückläufige Umsätze und Gewinne gemeldet und erwartet diesen Trend auch für den Rest des Jahres. Für die Titel des heimischen Rivalen Under Armour ging es im Sog dieser Nachrichten um knapp 4 Prozent bergab.

Auch die Milliardenofferte des Finanzinvestors Energy Capital Partners für den Energieversorger Calpine machte Schlagzeilen. Energy Capital bietet insgesamt 5,6 Milliarden US-Dollar oder 15,25 Dollar je Aktie in bar. Die Calpine-Aktien legten um 10,5 Prozent auf 14,92 Dollar zu.

SCHWACHE ZAHLEN VON DEERE

Beim Landmaschinenhersteller Deere sorgten Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal für ein Kursminus von 5,4 Prozent. Die Quartalszahlen der Warenhauskette Ross Stores hingegen kamen bei den Anlegern sehr gut an: Die Aktien verteuerten sich um 10,7 Prozent.

Der Euro verteidigte im US-Handel seinen Vorsprung aus dem europäischen Geschäft und kostete zuletzt 1,1764 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1740 (Donnerstag: 1,1697) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8518 (0,8549) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen büßten 2/32 auf 100 16/32 Punkte ein. Sie rentierten mit 2,19 Prozent./edh/stw

18.08.2017

Aktien New York: Dow bröckelt ab - Turbulenzen im Weißen Haus

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Aktienmärkte haben wegen anhaltender Turbulenzen um die US-Regierung die Handelswoche mit leichten Verlusten abgeschlossen. Der Abgang des rechtsgerichteten Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump, Stephen Bannon, war der Höhepunkt einer an politischen Verwerfungen und Peinlichkeiten reichen Woche im Weißen Haus. Leicht positive Impulse kamen von der unerwartet guten US-Verbraucherstimmung im August.

Der Dow Jones Industrial endete mit einem Minus von 0,35 Prozent bei 21 674,51 Punkten und verbuchte damit einen Wochenverlust von 0,8 Prozent. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex über ein Prozent eingebüßt und damit das größte Tagesminus seit drei Monaten verbucht. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es am Freitag um 0,18 Prozent auf 2425,55 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 , der am Vortag mehr als 2 Prozent verloren hatte, sank am Freitag um 0,09 Prozent auf 5790,91 Punkte./edh/stw

18.08.2017

Aktien New York: Dow berappelt sich etwas - Trump-Chefstratege Bannon geht

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Abgang des rechtsgerichteten Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump, Stephen Bannon, hat die US-Aktienmärkte am Freitag aus der Minuszone befördert. Der Stabschef des Präsidenten, John Kelly, und Bannon hätten sich darauf geeinigt, dass der Freitag Bannons letzter Arbeitstag sei, teilte das Weiße Haus mit. Zuvor hatten die Terroranschläge in Spanien und die Verunsicherung über die Politik Trumps für Belastung gesorgt. Leicht positive Impulse kamen von der unerwartet guten US-Verbraucherstimmung im August.

Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt praktisch unverändert bei 21 748,34 Punkten und steuert damit auf ein Wochenminus von einem halben Prozent zu. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex über ein Prozent eingebüßt und damit den größten Tagesverlust seit drei Monaten verbucht. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es am Freitag um 0,11 Prozent auf 2432,71 Punkte aufwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 , der am Vortag mehr als 2 Prozent verloren hatte, stieg am Freitag um 0,23 Prozent auf 5809,48 Punkte.

Unternehmensseitig standen die Aktien von Nike als Dow-Schlusslicht mit einem Verlust von 4,7 Prozent im Fokus. Sie litten unter sehr schwachen Quartalszahlen des Wettbewerbers Foot Locker . Der Kurs der Foot-Locker-Papiere stürzte um fast 27 Prozent ab und landete auf dem tiefsten Stand seit fast 4 Jahren. Der US-Sportartikelhersteller hatte für das zweite Quartal rückläufige Umsätze und Gewinne gemeldet und erwartet diesen Trend auch für den Rest des Jahres. Für die Titel des heimischen Rivalen Under Armour ging es im Sog dieser Nachrichten um 4 Prozent bergab.

Auch die Milliardenofferte des Finanzinvestors Energy Capital Partners für den Energieversorger Calpine machte Schlagzeilen. Energy Capital bietet insgesamt 5,6 Milliarden US-Dollar oder 15,25 Dollar je Aktie in bar. Die Calpine-Aktien legten um 10,1 Prozent auf 14,86 Dollar zu.

Beim Landmaschinenhersteller Deere sorgten Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal für ein Kursminus von 5,4 Prozent./edh/stw

18.08.2017

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Unsicherheit um Trump drückt auch auf den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist es einen weiteren Tag leicht abwärts gegangen. Belastet vom Chaos im Weißen Haus und damit dem Bangen um die wirtschaftspolitischen Versprechungen von US-Präsident Donald Trump schloss der Dax am Freitag 0,31 Prozent schwächer bei 12 165,19 Punkten. Von seinem Tagestief am Morgen bei 12 080 Punkten konnte er sich damit aber wieder absetzen und fuhr letztlich noch ein Wochenplus von rund 1,3 Prozent ein. Der Terroranschlag in Barcelona entsetzte zwar allgemein, hatte Händlern zufolge aber kaum Auswirkungen auf die Aktienkurse.

Der MDax sank um 0,29 Prozent auf 24 827,65 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,51 Prozent auf 2258,63 Zähler ein. Europaweit sah die Börsenentwicklung ähnlich aus wie im Dax: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,46 Prozent auf 3446,03 Punkte nach, und auch in Paris und London wurden Verluste verzeichnet. In den USA zeigte sich der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss kaum verändert, die restlichen wichtigen Indizes legten hingegen moderat zu.

POLITISCHES CHAOS IN DEN USA VERSCHRECKT

Laut Andreas Lipkow, Marktexperte bei der Comdirect Bank, verschreckt das politische Chaos im Weißen Haus mittlerweile auch diejenigen Investoren, die zuletzt noch an die Handlungsfähigkeit Trumps geglaubt hatten. Sorgen schürt inzwischen vor allem, dass sich einflussreiche Personen aus Wirtschaft und Politik vermehrt von Trump distanzieren.

STADA SPRINGEN AUF REKORDHOCH

Auf Unternehmensseite stand vor allem die Stada-Aktie in den Schlagzeilen. Nachdem die Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven im zweiten Anlauf glückte, schoss der Aktienkurs des Generikaunternehmens zeitweise auf den Rekordwert von 73,45 Euro in die Höhe. Auch beim Schlussstand von 13,18 Prozent auf 72,55 Euro lagen die Papiere noch deutlich über dem Übernahmepreis von 66,25 Euro. Laut Händlern waren Eindeckungen von Leerverkäufen die Ursache für den fulminanten Kursanstieg. Dabei mussten wohl Spekulanten zugreifen, die auf ein Scheitern gehofft und mit geliehenen Aktien auf fallende Kurse gesetzt hatten.

Aktien wie HeidelbergCement oder auch Bilfinger aus dem Bausektor wurden abgestoßen, nachdem sie im Zuge der Euphorie rund um die Infrastrukturpläne des US-Präsidenten noch zu den Börsenlieblingen gezählt hatten. Beide verloren etwas mehr als 1 Prozent. Trump hat nun offenbar auch seine Pläne zur Gründung eines Infrastruktur-Rates mit Konzernchefs aus der Privatwirtschaft aufgegeben, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Donnerstag von einer informierten Person erfuhr.

LUFTHANSA UND AIR BERLIN VERHANDELN

Die Lufthansa-Aktien legten gegen den Markttrend um 0,39 Prozent zu, und für die Aktien der Air Berlin ging es wieder um knapp 3 Prozent nach oben, nachdem sie infolge ihres Insolvenzantrags am Dienstag allerdings um fast 50 Prozent eingebrochen waren. Laut Insidern haben mittlerweile bereits konkrete Verhandlungen über die Aufteilung der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft begonnen. Nach dpa-Informationen wurden in Berlin Gespräche zwischen Air Berlin und der Lufthansa aufgenommen, die sich sich einen großen Teil der Flugzeuge sichern will.

Unter den Kleinwerten im SDax begaben sich VTG mit 3,86 Prozent auf Talfahrt, nachdem der Waggonvermieter und Logistikdienstleister mit seiner angepassten Gewinnprognose enttäuscht hatte. Die Bertrandt-Aktien verloren nach einer Analystenstudie über eingetrübte Aussichten des Ingenieurdienstleisters am Index-Ende 7,78 Prozent an Wert.

EURO ÜBER 1,17 DOLLAR

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 141,53 Punkte. Der Bund-Future gab am frühen Abend um 0,13 Prozent auf 164,11 Punkte nach. Für den Euro wurden 1,1744 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1740 (Donnerstag: 1,1697) Dollar festgesetzt./ck/stw

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

18.08.2017

Aktien Frankfurt Schluss: Verunsicherung um Trump drückt auch auf den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist es einen weiteren Tag leicht abwärts gegangen. Belastet vom Chaos im Weißen Haus und damit dem Bangen um die wirtschaftspolitischen Versprechungen von US-Präsident Donald Trump schloss der Dax am Freitag 0,31 Prozent schwächer bei 12 165,19 Punkten. Von seinem Tagestief am Morgen bei 12 080 Punkten konnte er sich damit aber wieder absetzen. Der Terroranschlag in Barcelona entsetzte zwar allgemein, hatte Händlern zufolge aber kaum Auswirkungen auf die Aktienkurse.

Der MDax sank um 0,29 Prozent auf 24 827,65 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,51 Prozent auf 2258,63 Zähler ein./ck/stw

18.08.2017

INDEX-MONITOR: Unicredit-Aufnahme im EuroStoxx möglich - Airbus hofft auf Stoxx

FRANKFURT (dpa-AFX) - Überraschend könnte es zur Ende August anstehenden Indexüberprüfung im EuroStoxx 50 doch noch zu einem Stühlerücken kommen. Die Aktie der erst im vergangenen Jahr aus dem Leitindex der Eurozone herausgefallenen italienischen Großbank Unicredit hat sich wieder sehr gut erholt. Inzwischen ist sie laut der Index-Expertin Petra von Kerssenbrock daher dabei, sich innerhalb des europäischen Bankensektors für eine Aufnahme auf die Auswahlliste und damit auch sofort für den EuroStoxx zu qualifizieren. Auch im Stoxx 50 deutet sich ein Wechsel an, von dem Airbus profitieren dürfte.

Nach Ansicht der Commerzbank-Analystin ist die Wahrscheinlichkeit eines Platztauschs für die Unicredit durchaus gegeben. Sollte es dazu kommen, dürfte ihr Gewicht im Index bei etwa 1,6 Prozent liegen, hat sie errechnet, womit die Unicredit-Aktie damit auf Platz 28 der insgesamt 50 Plätze landen dürfte.

Die Tage des Medienunternehmens Vivendi wären dann im EuroStoxx gezählt, sind sich die Commerzbank-Analystin und Uwe Streich von der LBBW einig. Am Donnerstag (31. August) überprüft die Deutsche-Börse-Tochter Stoxx Ltd. die Indizes und gibt am späten Abend etwaige Änderungen bekannt. Die Umsetzung erfolgt zum Montag, 18. September.

Auch im währungsgemischten Stoxx Europe 50 zeichnet sich eine Änderung ab, die dem französisch-deutschen Flugzeugbauer Airbus zugute kommen könnte. "Die relative Schwäche der BT-Aktie hat sich fortgesetzt", erklärte von Kerssenbrock. "Die Aktie ist immer weiter abgerutscht, so dass sich eine Entnahme andeutet." Mit 1,3 Prozent Gewicht würde sich dann die Airbus-Aktie im ebenfalls 50 Werte umfassenden Stoxx wiederfinden.

Wichtig sind Index-Veränderungen vor allem für Fonds, die den Index exakt nachbilden (ETF). Sie müssen dann die Aktien ebenfalls austauschen und umgewichten. Das hat in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse.

Auch für Privatanleger oder institutionelle Investoren lohnt es sich laut Streich zudem auf Indexentscheide zu setzen. Während sich die Aufsteiger in spe in aller Regel überdurchschnittlich entwickelten, sei für die Kurse der Absteiger mit einer unterdurchschnittlichen Entwicklung zu rechnen./ck/stw

18.08.2017

WOCHENAUSBLICK: Trump-Chaos und schwache Börsenumsätze setzen dem Dax zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Börsenexperten blicken weiterhin vorsichtig auf die neue Woche am deutschen Aktienmarkt. Die Nordkorea-Krise ist zwar wieder in den Hintergrund gerückt und der Dax auf Erholungstour gegangen. Doch nach wie vor hält US-Präsident Donald Trump die Märkte in Atem. Darüber hinaus steht der September als der in der Regel saisonal schwächste Börsenmonat vor der Tür. Die Handelsumsätze dürften weiterhin dünn sein, wodurch es schwankungsreich zugehen könnte. Wichtige Konjunkturdaten sind zudem nur vereinzelt zu erwarten, genauso wie Unternehmensnachrichten.

Nachdem die Berichtssaison laut Analyst Markus Wallner von der Commerzbank überwiegend zufriedenstellend verlaufen ist und die Unternehmensausblicke auf das Gesamtjahr das gute Wirtschaftsumfeld untermauerten, sieht er die Erwartungen an die Unternehmensgewinne dennoch eher fallen. Schuld sei der stärkere Euro. Wallner geht davon aus, dass sich der Dax nach seiner aktuellen Erholungsreaktion auf die Nordkorea-Krise "zunächst einmal seitwärts bewegen" sollte. Hinzu kommt möglicherweise eine Verunsicherung der Anleger infolge der Terroranschläge in Spanien und einer Messerattacke auf mehrere Menschen in Finnland.

Die Experten der Helaba schließen mit Blick auf den nahenden September eine Fortsetzung der Kursrückgänge nicht aus, und Uwe Eilers, Geschäftsführer der Frankfurt Vermögen GmbH, warnt: "Trotz guter Fundamentaldaten der Unternehmen und der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt könnten die Trump-Clownshow-Einlagen den Börsen weiter zusetzen. Das könnte den Dax womöglich wieder unter die wichtige Marke von 12 000 Punkte drücken."

POLITISCHES CHAOS IN DEN USA

Das politische Chaos im Weißen Haus verschreckt mehr und mehr - inzwischen auch jene Investoren, die bis zuletzt noch an die Handlungsfähigkeit des US-Präsidenten geglaubt hatten. Immerhin haben sich mehr hochrangige Wirtschaftsentscheider von Trump distanziert. Dieser gab offenbar nun auch seine Pläne zur Gründung eines Infrastruktur-Rates mit Konzernchefs aus der Privatwirtschaft auf, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Donnerstag von einer informierten Person erfahren hat. Erst am Dienstag waren zwei bestehende Beratergremien abgeschafft worden, in denen sich Spitzenmanager mit Trump zu Wirtschaftsfragen ausgetauscht hatten.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten der neuen Woche stehen vor allem Zahlen zum Wirtschaftswachstum im Fokus. Als besonders spannend werden am Mittwoch die Einkaufsmanager-Indizes für das verarbeitende Gewerbe in Europa und den USA - hier veröffentlicht durch den Finanzdienstleister Markit - eingestuft.

Sie dürften widerspiegeln, ob sich die Unsicherheiten der vergangenen Wochen in der Realwirtschaft niedergeschlagen haben, erwartet Veritas-Geschäftsführer Dirk Rogowski. "Die Umfrageergebnisse im Euroraum für August sollten bestätigen, dass die Stimmung in den Unternehmen ihren Höhepunkt überschritten hat", heißt es bei der Postbank. In Summe dürfte sich der Aufschwung insgesamt auch nach dem starken zweiten Quartal aber in einem "beachtlichen Tempo" fortgesetzt haben.

ZEW-, BIP- UND IFO-DATEN FÜR DEN DEUTSCHEN MARKT

Für den deutschen Markt rückt am Montag zunächst noch der ZEW-Index für August in den Blick, der die Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland wiedergibt. Am Freitag stehen dann Detailzahlen zum Bruttoinlandsprodukt des zweiten Quartals und der Ifo-Geschäftsklimaindex für August an.

Unternehmensseitig legt zum Abschluss der Berichtssaison am Donnerstag der Ticketvermarkter CTS Eventim Quartalszahlen vor. Die Equinet Bank erwartet ein ordentliches zweites Quartal und zudem ein starkes zweites Halbjahr. Darüber hinaus veröffentlicht die Schweizer Freenet-Beteiligung Sunrise Communications Zahlen. Zwei Tage vorher legt Shoprite seinen Bericht zum vierten Geschäftsquartal 2016/17. Interessant ist das deshalb, da die afrikanische Tochter des Möbelkonzerns Steinhoff die Kontrollmehrheit an der südafrikanischen Supermarktkette erwerben will, nachdem Fusionspläne Anfang des Jahres gescheitert waren./ck/bgf/stw

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

18.08.2017

ROUNDUP/Aktien New York: Dow setzt Abwärtsbewegung gebremst fort

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach deutlichen Vortagsverlusten sind die US-Aktienmärkte mit leichten Abschlägen in den Handel am Freitag gestartet. Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda sprach von einer anhaltenden Risikoscheu der Anleger wegen der Terroranschläge in Spanien und der hausgemachten Probleme von US-Präsident Donald Trump. Leicht positiv auf die Kurse wirkten sich unerwartet gute US-Konjunkturdaten aus. So hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im August - gemessen am Konsumklimaindex der Universität von Michigan - überraschend deutlich aufgehellt.

Der Dow Jones Industrial fiel zuletzt um 0,20 Prozent auf 21 707,63 Punkte und steuert damit auf ein Wochenminus von 0,7 Prozent zu. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex über ein Prozent eingebüßt und damit den größten Tagesverlust seit drei Monaten verbucht. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es am Freitag um 0,11 Prozent auf 2427,38 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 , der am Vortag mehr als 2 Prozent verloren hatte, stieg am Freitag um 0,05 Prozent auf 5799,27 Punkte.

Nach den jüngsten negativen Nachrichten für Trump könnte sich ein möglicher Abschied seines obersten Wirtschaftsberaters Gary Cohn als besonders verhängnisvoll erweisen, schätzt Erlam. Denn Cohn sei eine Schlüsselfigur für die Steuerreform- und Investitionspläne des Präsidenten. Gerüchte um einen Rücktritt Cohns machen seit Tagen die Runde. Bereits am Mittwoch hatte Trump zwei Wirtschaftsberatergremien aufgelöst, nachdem einige prominente Geschäftsleute ihren Rückzug erklärt hatten. Grund war Trumps heftig kritisierte Reaktion auf gewalttätige Auseinandersetzungen bei einem Aufmarsch von Rechtsextremen in der US-Stadt Charlottesville.

Unternehmensseitig standen die Aktien von Nike als Dow-Schlusslicht mit einem Verlust von 4,9 Prozent im Fokus. Sie litten unter sehr schwachen Quartalszahlen des Wettbewerbers Foot Locker . Der Kurs der Foot-Locker-Papiere stürzte um rund 25 Prozent ab und landete auf dem tiefsten Stand seit fast 4 Jahren. Der US-Sportartikelhersteller hatte für das zweite Quartal rückläufige Umsätze und Gewinne gemeldet und erwartet diesen Trend auch für den Rest des Jahres. Für die Titel des heimischen Rivalen Under Armour ging es im Sog dieser Nachrichten um mehr als 3 Prozent bergab.

Auch die Milliardenofferte des Finanzinvestors Energy Capital Partners für den Energieversorger Calpine machte Schlagzeilen. Energy Capital biete insgesamt 5,6 Milliarden US-Dollar oder 15,25 Dollar je Aktie in bar, teilte das Unternehmen mit und bestätigte damit frühere Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Calpine-Aktien legten um 9,4 Prozent auf 14,78 Dollar zu.

Beim Landmaschinenhersteller Deere sorgten Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal für ein Kursminus von rund 8 Prozent./edh/stw

18.08.2017

Aktien New York: Dow setzt Abwärtsbewegung gebremst fort

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach deutlichen Vortagsverlusten sind die US-Aktienmärkte mit leichten Abschlägen in den Handel am Freitag gestartet. Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda sprach von einer anhaltenden Risikoscheu der Anleger wegen der Terroranschläge in Spanien und der hausgemachten Probleme von US-Präsident Donald Trump. Im Fokus steht zudem eine mögliche Milliarden-Übernahme im Energieversorgersektor sowie Daten zum Verbrauchervertrauen.

Der Dow Jones Industrial fiel im frühen Handel um 0,29 Prozent auf 21 687,35 Punkte und steuert damit auf ein Wochenminus von 0,8 Prozent zu. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex infolge von Sorgen wegen Trumps Wirtschaftspolitik sowie der neu entfachten Terrorangst über ein Prozent eingebüßt. Es war der größte Tagesverlust seit drei Monaten.

Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es am Freitag um 0,31 Prozent auf 2422,42 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 , der am Vortag mehr als 2 Prozent verloren hatte, sank am Freitag um weitere 0,29 Prozent auf 5779,55 Punkte./edh/stw

18.08.2017

Aktien Frankfurt: Dax wegen Trump-Sorgen und Terrorakt im Rückwärtsgang

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt bleiben die Blicke am Freitag nach unten gerichtet. Belastet von der Terrorangst nach dem Anschlag in Barcelona und dem Bangen um die wirtschaftspolitischen Versprechungen von US-Präsident Donald Trump setzte der Dax seine am Vortag begonnene Talfahrt fort. Vom früh erreichten Tagestief bei 12 080 Punkten konnte sich der Leitindex aber zumindest erholen. Zuletzt stand er noch 0,32 Prozent tiefer bei 12 164,56 Punkten.

Laut dem Marktexperten Andreas Lipkow von der Comdirect Bank verschreckt das politische Chaos im Weißen Haus mittlerweile auch jene Investoren, die bis zuletzt noch an die Handlungsfähigkeit des US-Präsidenten glaubten. Sorgen schürt dabei, dass sich Einflusspersonen aus Wirtschaft und Politik vermehrt von dem US-Präsidenten distanzieren. An den US-Börsen hatte der Leitindex Dow Jones Industrial daraufhin am Vorabend den größten Tagesverlust seit drei Monaten erlitten.

WOCHENGEWINN IN SICHT

Die dreitägige Erholungsrally, die den Dax am Mittwoch noch zeitweise knapp über die Marke von 12 300 Punkte gehievt hatte, liegt mit dem nun zweiten Verlusttag vorerst wieder bei den Akten. Dank der Kursgewinne zu Wochenbeginn steuert der Leitindex im Wochenverlauf aber immerhin auf einen Aufschlag von rund 1,2 Prozent zu.

Mit dem Dax ging es am Freitag auch für seine Indexkollegen abwärts. Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte sank um 0,33 Prozent auf 24 818,24 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax büßte sogar 0,54 Prozent auf 2257,99 Zähler ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel außerdem um 0,70 Prozent.

SHORT-SQUEEZE BEI STADA

Auf Unternehmensseite machte vor allem die Stada-Aktie Schlagzeilen. Nachdem die Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven im zweiten Anlauf geglückt ist, schossen die Aktien um 13 Prozent nach oben. In der Spitze erreichten sie einen Rekord von 73,45 Euro, was deutlich über dem Angebotspreis von 66,25 Euro liegt. Laut Händlern kam es zur Eindeckung von Leerverkäufen, im Fachjargon "Short-Squeeze" genannt. Dabei mussten wohl Spekulanten zugreifen, die auf ein Scheitern gehofft und mit geliehenen Aktien auf fallende Kurse gesetzt hatten.

Die Themen Trump und Terror wirkten sich nicht nur am Gesamtmarkt, sondern auch in einigen Branchen negativ aus. Aktien aus dem Bausektor wurden etwa abgestoßen, nachdem sie in der Euphorie wegen Trump noch zu den Börsenlieblingen zählten. Begründet wurde dies mit Zweifeln an den versprochenen Infrastrukturprojekten. Im Dax fielen HeidelbergCement um nahezu 1 Prozent. Schlusslicht waren dort aber Adidas mit minus 1,2 Prozent. Verwiesen wurde hier auf schwache Zahlen des US-Sportartikelhändlers Foot Locker.

LUFTHANSA GEGEN DEN BRANCHENTREND IM PLUS

Der Terroranschlag in Barcelona wiederum hinterließ in der Reise- und Freizeitbranche seine Spuren. Deren Teilindex Stoxx 600 Travel & Leisure büßte als Schlusslicht in der europäischen Branchentabelle rund 1,2 Prozent ein. Lufthansa-Aktien konnten sich dem aber entziehen und stiegen im Dax um gut 1 Prozent. Bei der Fluggesellschaft dreht sich weiterhin alles um eine Teilübernahme des insolventen Billigfliegers Air Berlin . Ab Freitagnachmittag sollen konkrete Verhandlungen geführt werden.

Unter den Kleinwerten im SDax begaben sich VTG mit fast 5,5 Prozent auf Talfahrt, nachdem der Waggonvermieter und Logistikdienstleister mit seiner angepassten Gewinnprognose enttäuschte. Bertrandt-Aktien sanken dort um 4,5 Prozent. Am Markt wurde dies mit einer gestrichenen Kaufempfehlung von Warburg Research begründet.

EURO STEHT ÜBER 1,17 DOLLAR

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 141,53 Punkte. Der Bund-Future stand zuletzt fast unverändert bei 164,28 Punkten. Für den Euro wurden 1,1740 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1697 Dollar festgesetzt./tih/fbr

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

19.08.2017

ROUNDUP: Braunkohle-Länder fordern Klage gegen EU-Auflagen für Kraftwerke

POTSDAM (dpa-AFX) - Die deutschen Braunkohleländer haben das Bundeswirtschaftsministerium aufgefordert, gegen neue EU-Umweltauflagen für ihre Kohlekraftwerke zu klagen. Brandenburgs Regierungssprecher Florian Engels bestätigte am Samstag, dass Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) einen entsprechenden Brief im Namen der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt an die Bundesregierung geschickt hat.

Hintergrund seien neue EU-Grenzwerte für Quecksilber und Stickoxid, von denen zum Beispiel in Brandenburg das Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde betroffen sein könnte, sagte Engels. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über den Vorstoß berichtet. Danach soll das Bundeswirtschaftsministerium gegen die EU-Kommission klagen.

"Angesichts der sozialen und wirtschaftspolitischen Auswirkungen der rechtswidrig zu Stande gekommenen EU-Vorgaben halten wir es für unverantwortlich, uns auf Spielräume bei der nationalen Umsetzung zu verlassen", heißt es in dem Schreiben an Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) vom vergangenen Donnerstag. Die Quecksilbergrenzwerte seien fachlich unkorrekt hergeleitet und der der Grenzwert für Stickoxid für bestehende Braunkohlekraftwerke unverhältnismäßig, argumentiert Tillich.

Die Spitzenkandidatin der Brandenburger Grünen für die Bundestagswahl, Annalena Baerbock, nannte das Schreiben "an klima- und europapolitischer Peinlichkeit kaum zu übertreffen" und "gesundheitspolitisch absolut verantwortungslos". "Die klimabedingten Extremwetterereignisse wie Tornados, Starkregen, Hitzewellen nehmen auch bei uns massiv zu, weswegen ein Handeln dringender denn je ist", meinte Baerbock./kp/DP/zb

19.08.2017

Braunkohle-Länder fordern deutsche Klage gegen EU-Auflagen

POTSDAM (dpa-AFX) - Die deutschen Braunkohle-Länder fordern das Bundeswirtschaftsministerium auf, gegen neue EU-Umweltauflagen für ihre Kohlekraftwerke zu klagen. Brandenburgs Regierungssprecher Florian Engels bestätigte am Samstag einen entsprechenden Brief von Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) im Namen der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Hintergrund seien neue EU-Grenzwerte für Quecksilber und Stickoxid, von denen in Brandenburg das Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde betroffen sein könnte, sagte Engels. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über den Vorstoß berichtet. Danach soll das Bundeswirtschaftsministerium gegen die EU-Kommission klagen./kp/DP/zb

19.08.2017

Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen

ESCHBORN (dpa-AFX) - Wegen der kühlen Witterung in den Wintermonaten des Jahres 2016 mussten viele Haushalte in Mehrfamilienhäusern laut einer Analyse mehr heizen als im Jahr zuvor. Der Wärmeverbrauch lag nach einer Berechnung des Unternehmens Techem im Durchschnitt bei Erdgas-Heizungen bei 125 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr (kWh/qm), bei Ölheizungen waren es 126 kWh/qm und bei Fernwärme bei 102 kWh/qm. Damit sei der Verbrauch bei Heizöl um sieben Prozent gestiegen, bei Erdgas um fünf Prozent und bei Fernwärme um etwas mehr als sechs Prozent.

"Es gibt klaren Handlungsbedarf, die Energieeffizienz in Wohngebieten weiter zu verbessern, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen", sagte Techem-Chef Frank Hyldmar. Das Unternehmen verdient als Dienstleister für Energiemanagement sein Geld und schickt zum Beispiel Ableser bundesweit in 5,6 Millionen Wohnungen. Für die Analyse hatte Techem Daten von 110 000 Wohnungen in 142 Städten ausgewertet.

Der Bedarf an Heizenergie ist in den Städten sehr unterschiedlich, was sowohl mit dem Regionalklima als auch mit dem Zustand der Gebäude zusammenhängen kann. In dem Vergleich des Unternehmens benötigten Bewohner von Bottrop mit 111,64 kWh/qm die wenigste Energie, gefolgt von Schweinfurt (111,79 kWh/qm), Gladbeck (112,73 kWh/qm), Eberswalde (112,79 kWh/qm) und Hattingen (113,25 kWh/qm). Damit lagen gleich drei der Top-5-Städte in Nordrhein-Westfalen, ebenso viele weitere auf den folgenden Plätzen.

Die Städte mit dem höchsten Verbrauch an Heizenergie sind dagegen oft im Norden zu finden. Spitzenreiter ist mit Salzgitter (177,21 kWh/qm) eine küstenferne Stadt, dann folgen die schleswig-holsteinischen Orte Itzehoe (169,89 kWh/qm) und Rendsburg (165,81 kWh/qm). Auf Platz vier liegt Heidenheim (164,74 kWh/qm), bevor mit Schleswig (162,68 kWh/qm) wieder eine Stadt aus Schleswig-Holstein folgt, ebenso einige weitere auf den folgenden Plätzen./egi/DP/zb

19.08.2017

Spiegel: Berlin will mit EU-Hilfe Firmenaufkäufe aus China erschweren

BERLIN (dpa-AFX) - Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens haben nach "Spiegel"-Informationen die EU-Kommission eingeschaltet, um unliebsame Firmenaufkäufe durch ausländische Investoren leichter verhindern zu können. Hintergrund eines entsprechenden Schreibens von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sei unter anderem das auf den Erwerb von Schlüsseltechnologien ausgerichtete Gebaren Chinas, berichtet das Nachrichtenmagazin. Demnach sollen die EU-Staaten Unternehmenskäufe untersagen oder an Auflagen binden können, wenn die Investition staatlich angeregt, von der Heimatregierung subventioniert oder zu unrealistischen Preisen abgewickelt wird.

In dem Brief werde der Zufluss von ausländischem Kapital zwar grundsätzlich als "positive Entwicklung" bezeichnet, heißt es weiter. Doch sei "seit einiger Zeit eine einseitige Konzentration auf Unternehmen der Hoch- und Schlüsseltechnologie zu beobachten", die zudem "deutlich Bezüge zur Strategie China 2025" der Regierung in Peking aufweise. Diese Strategie zielt auf die Förderung eigener Industrien der Volksrepublik ab. Zugleich bleibe "der chinesische Markt europäischen Investoren in vielen Bereichen verschlossen", beklagt Zypries laut "Spiegel". Deshalb müssten die EU-Staaten zusätzliche Eingriffsrechte bekommen.

Die Beteiligungen chinesischer Firmen in Deutschland hätten nach Erkenntnissen von Zypries' Beamten zuletzt stark zugenommen, berichtet das Magazin weiter. Seit Jahresbeginn seien dem Wirtschaftsministerium 21 Fälle angezeigt worden - und damit mehr als doppelt so viele wie gleichen Zeitraum des Vorjahres./mk/DP/zb

18.08.2017

ROUNDUP: Parlament in Venezuela offiziell entmachtet

CARACAS (dpa-AFX) - Das von der Opposition dominierte Parlament in Venezuela ist offiziell entmachtet worden. Es hat damit keine Entscheidungsgewalt mehr. Die neue Verfassungsgebende Versammlung nahm am Freitag ein Dekret an, mit dem das Gremium die Aufgaben der Nationalversammlung übernimmt. Aus Sicht der Opposition gleicht das Vorgehen endgültig einem Staatsstreich.

Die Versammlung wird von Dutzenden Staaten nicht anerkannt. Dem sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro wird vorgeworfen, er wolle das Land mit den größten Ölreserven der Welt zu einer Diktatur umbauen. Die neue Versammlung ist allen anderen Staatsgewalten übergeordnet. Die Wahl der 545, fast ausschließlich linientreuen Mitglieder Ende Juli wurde von massiven Betrugsvorwürfen begleitet und von der Opposition boykottiert.

Als Nächstes kann die rasche Aufhebung der Immunität von Oppositionspolitikern drohen. Das würde eine Strafverfolgung etwa wegen der Proteste gegen Maduro erleichtern.

Führenden Politikern der Opposition drohen lange Haftstrafen. Gegen den Präsidenten und den Vizepräsidenten des Parlaments, Julio Borges und Freddy Guevara, wurden Ermittlungen eingeleitet.

Im Dezember 2015 hatte ein Bündnis aus rund 20 Parteien bei der Parlamentswahl eine Zweidrittelmehrheit gewonnen. Dieses Volksvotum wird nun nicht beachtet. In dem beschlossenen Dekret wird betont, die Maßnahme diene der "Sicherung des Friedens, der Unabhängigkeit und der Stabilisierung des Sozio-ökonomischen- und des Finanzsystems".

Mit der vollständigen Entmachtung des Parlaments erreicht der Abschied von demokratischen Grundprinzipien einen neuen Höhepunkt. Zuvor hatte die linientreue Versammlung die kritische Generalstaatsanwältin Luisa Ortega abgesetzt. Ihr Haus wurde vom Geheimdienst durchsucht und die Immunität ihres Mannes, des Abgeordneten Germán Ferrer, aufgehoben. Er war Abgeordneter für die Sozialisten, verließ aber wegen Maduros Umwälzungen die Fraktion.

Ferrer wird nun vorgeworfen, an der Spitze eines Korruptionsnetzwerkes zu stehen und Geld auf Konten im Ausland geparkt zu haben. "Das ist eine Rache dieser Regierung, weil wir gegen den Totalitarismus kämpfen", hatte Ortega erklärt.

Seit April starben bei Protesten gegen die Regierung Maduro mehr als 120 Menschen. Maduro hatte seine Gegner dafür verantwortlich gemacht. Die Gefängnishöchststrafen für Terrorismus und "Vaterlandsverrat" sollen auf 50 Jahre hochgesetzt werden.

Angesichts der Krise im Land und zunehmender Furcht vor einer Staatspleite verliert die Landeswährung rasant an Wert. Auf dem Schwarzmarkt lag der Kurs am Freitag bei 15 500 Bolivar für einen US-Dollar - ein klares Zeichen, dass Menschen versuchen, an Dollars zu kommen, um sich gegen alle Eventualitäten zu wappnen. Noch im Juli lag der Kurs bei 10 000 Bolivar für einen Dollar. Der Wert der Landeswährung verfällt damit weiter im Rekordtempo. Venezuela wies zuvor schon die höchste Inflation weltweit auf.

Schon in Kürze droht dem Land eine Staatspleite. Im Oktober und November sind jeweils rund zwei Milliarden Dollar Rückzahlungen fällig. Durch Misswirtschaft und den niedrigen Ölpreis fehlen Devisen. Der hohe Schuldendienst führt auch dazu, dass Geld für den ausreichenden Import von Medizin und Lebensmitteln fehlt./ir/nr/DP/stw

18.08.2017

Parlament in Venezuela offiziell entmachtet

CARACAS (dpa-AFX) - Das von der Opposition dominierte Parlament in Venezuela ist offiziell entmachtet worden. Es hat damit keine Entscheidungsgewalt mehr. Die neue Verfassungsgebende Versammlung nahm am Freitag ein Dekret an, mit dem das Gremium die Aufgaben der Nationalversammlung übernimmt. Die Versammlung wird von Dutzenden Staaten nicht anerkannt. Dem sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro wird der Umbau zur Diktatur vorgeworfen. Die neue Versammlung ist allen anderen Staatsgewalten übergeordnet. Die Wahl der 545, fast ausschließlich linientreuen Mitglieder Ende Juli wurde von massiven Betrugsvorwürfen überschattet und von der Opposition boykottiert./ir/nr/DP/stw

18.08.2017

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 18.08.2017

USA: Michigan-Konsumklima hellt sich überraschend deutlich auf

MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im August überraschend deutlich aufgehellt. Das Konsumklima der Universität von Michigan sei zum Vormonat um 4,2 Punkte auf 97,6 Punkte gestiegen, teilte die Universität am Freitag laut einer ersten Erhebung mit. Volkswirte hatten mit 94,0 Punkten gerechnet. Im Vormonat war der Indikator mit 93,4 Punkten noch auf den tiefsten Stand seit dem vergangenem Oktober gefallen.

ROUNDUP/ Krise und drohende Pleite: Venezuelas Bolivar rutscht ab

CARACAS - Angesichts eines harten Vorgehens der Regierung von Venezuela gegen Oppositionelle und zunehmender Furcht der Anleger vor einer Staatspleite verliert die Landeswährung rasant an Wert. Auf dem Schwarzmarkt lag der Kurs am Freitag bei 15 500 Bolivar für einen US-Dollar. Ein klares Zeichen, dass versucht wird, an Dollars zu kommen, um sich gegen eine Pleite zu wappnen. Noch im Juli lag der Kurs bei 10 000 Bolivar für einen Dollar. Es gibt in Venezuela drei offizielle Wechselkurssysteme und den Schwarzmarktkurs. Es wird kaum noch etwas exportiert, weil Dollareinnahmen über die Zentralbank mit einem viel niedrigeren Kurs umgerechnet werden.

China will Auslandsinvestitionen beschränken

PEKING - Die chinesische Führung will heimische Unternehmen bei Investitionen im Ausland stärker an die Kandare nehmen. Aufkäufe in den Bereichen Hotelerie, Immobilien und Unterhaltung sowie von Sportclubs würden Beschränkungen auferlegt, heißt es in einer staatlichen Mitteilung vom Freitag. Chinesische Unternehmen seien "bei Auslandsinvestitionen nicht bloß mit relativ guten Chancen, sondern auch mit verschiedenen Risiken konfrontiert."

Türkische Regierungspresse entrüstet über Merkels Zollunion-Äußerung

ISTANBUL - Regierungsnahe türkische Medien haben am Freitag entrüstet auf Kanzlerin Angela Merkel und ihre vorläufige Absage an eine Erweiterung der Zollunion der EU mit der Türkei reagiert. Einige Blätter warfen Deutschland erneut die Unterstützung von Terrorgruppen vor. Die Tageszeitung "Sabah" sprach von "Erpressung". Die Zeitung "Aksam" titelte: "Deutsche Staatspolitik ist Türkeifeindlichkeit".

Eurozone: Überschuss in Leistungsbilanz gesunken

FRANKFURT - Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist im Juni deutlich gefallen. Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Freitag betrug der Überschuss bereinigt 21,2 Milliarden Euro. Im Monat zuvor hatte der Überschuss bei revidiert 30,5 Milliarden Euro (zunächst 30,1 Milliarden Euro) gelegen.

ROUNDUP: Finanzmärkte etwas verunsichert durch Terroranschlag in Barcelona

FRANKFURT - Der Terroranschlag in Barcelona hat am Freitag an den Finanzmärkten für Verunsicherung gesorgt - wenn auch in eher begrenztem Ausmaß. Der Anschlag vom Donnerstag mit mindestens 13 Toten und vielen Verletzten sowie eine von der Polizei verhinderte zweite Attacke in einem katalanischen Touristenort sorgten dafür, dass Investoren verstärkt als sicher geltende Anlagen suchten. Am europäischen Aktienmarkt gerieten die Kurse unter Druck, die Renditen auf Staatspapiere gaben nach und der Goldpreis legte zu. Händler führten dies jedoch auch auf das Polit-Chaos in den USA zurück.

Jackson Hole: Fed-Chefin Yellen nimmt an Top-Konferenz teil

FRANKFURT - Die Vorsitzende der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, wird in diesem Jahr an der Top-Zentralbankkonferenz im US-Ort Jackson Hole teilnehmen. Dies bestätigte die US-Notenbank Fed am späten Donnerstagabend. Eine Teilnahme Yellens galt bisher als wahrscheinlich, war aber noch nicht gesichert. Die alljährliche Konferenz findet dieses Jahr vom 24. bis 26. August statt. Ein Ablaufplan mit Rednerliste ist noch nicht verfügbar.

Deutschland: Auftrieb bei Erzeugerpreisen erneut abgeschwächt

WIESBADEN - In Deutschland hat sich die Inflation auf Herstellerebene im Juli zum dritten Mal in Folge abgeschwächt. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Freitag legten die Erzeugerpreise zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent zu. Im Vormonat Juni hatte die Rate noch bei 2,4 Prozent gelegen. Volkswirte hatten aber im Mittel für Juli mit einer noch etwas deutlicheren Abschwächung gerechnet.

'Tagesspiegel': Nächste Brexit-Runde erst im Dezember

BERLIN/BRÜSSEL - Die zweite Phase der Verhandlungen Großbritanniens mit der EU über einen Austritt aus der Staatengemeinschaft ("Brexit") dürfte nach Informationen des "Tagesspiegels" frühestens im Dezember beginnen. Mit dieser Zeitperspektive rechneten die Brüsseler Unterhändler angesichts des schleppenden Verlaufs der Gespräche, berichtete die Berliner Zeitung (Freitag) unter Berufung auf EU-Verhandlungskreise. In der zweiten Phase soll es um die Handelsbeziehungen der dann 27 verbleibenden EU-Mitgliedstaaten zu Großbritannien gehen.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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18.08.2017

Devisen: Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,1740 US-Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1740 (Donnerstag: 1,1697) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8518 (0,8549) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,91188 (0,90895) britische Pfund, 128,02 (128,81) japanische Yen und 1,1287 (1,1311) Schweizer Franken fest./bgf/jsl

18.08.2017

USA: Michigan-Konsumklima hellt sich überraschend deutlich auf

MICHIGAN (dpa-AFX) - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im August überraschend deutlich aufgehellt. Das Konsumklima der Universität von Michigan sei zum Vormonat um 4,2 Punkte auf 97,6 Punkte gestiegen, teilte die Universität am Freitag laut einer ersten Erhebung mit. Volkswirte hatten mit 94,0 Punkten gerechnet. Im Vormonat war der Indikator mit 93,4 Punkten noch auf den tiefsten Stand seit dem vergangenem Oktober gefallen.

Die deutliche Verbesserung der Erwartungen stützten den Indikator im August. Die Beurteilung der aktuellen Lage verschlechterte sich hingegen.

Der Index der Universität Michigan gilt als Signal für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Er basiert auf einer telefonischen Umfrage unter rund 500 Haushalten. Abgefragt werden die finanzielle und wirtschaftliche Lagebeurteilung sowie die entsprechenden Erwartungen.

Die Daten im Überblick:

^ August Prognose Juli Juni

Konsumklima 97,6 94,0 93,4 95,1°

(in Punkten)

/jsl/bgf/men

18.08.2017

ROUNDUP/ Krise und drohende Pleite: Venezuelas Bolivar rutscht ab

CARACAS (dpa-AFX) - Angesichts eines harten Vorgehens der Regierung von Venezuela gegen Oppositionelle und zunehmender Furcht der Anleger vor einer Staatspleite verliert die Landeswährung rasant an Wert. Auf dem Schwarzmarkt lag der Kurs am Freitag bei 15 500 Bolivar für einen US-Dollar. Ein klares Zeichen, dass versucht wird, an Dollars zu kommen, um sich gegen eine Pleite zu wappnen. Noch im Juli lag der Kurs bei 10 000 Bolivar für einen Dollar. Es gibt in Venezuela drei offizielle Wechselkurssysteme und den Schwarzmarktkurs. Es wird kaum noch etwas exportiert, weil Dollareinnahmen über die Zentralbank mit einem viel niedrigeren Kurs umgerechnet werden.

Die ohnehin schon höchste Inflation der Welt beschleunigt sich im Rekordtempo. Der niedrigste Kurs liegt bei 1:10,35 Bolivar, das ist der tiefste Wert seit 2008 und relevant für Investoren, die Anleihen kaufen. In offiziellen Wechselstuben gibt es für einen Dollar knapp 3000 Bolivar. Wegen des Wechselkurssystems können Ausländer ihre Kreditkarten praktisch nicht einsetzen, da die niedrigen offiziellen Kurse berechnet werden. Der Bolivar-Absturz hat sich seit Einsetzung einer linientreuen Verfassungsgebenden Versammlung verschärft, die als übergeordnetes Staatsorgan das von der Opposition dominierte Parlament entmachtet hat. Der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro wird der Umbau zur Diktatur vorgeworfen.

Schon in Kürze droht dem Land mit den größten Ölreserven der Welt eine Staatspleite. Nach Angaben des Präsidenten der venezolanischen Kreditbank, Germán García-Velutini, werden Oktober und November sehr kritisch, da dann jeweils rund zwei Milliarden Dollar Rückzahlungen fällig werden. Durch Misswirtschaft und den niedrigen Ölpreis fehlen Devisen, der hohe Schuldendienst führt zudem auch dazu, dass Geld für den ausreichenden Import von Medizin und Lebensmitteln fehlt./ir/tos/DP/jsl

18.08.2017

AKTIE IM FOKUS 3: Geglückte Übernahme treibt Stada-Aktien auf Rekordhoch

(neu: weitere Details, DZ-Bank-Kommentar und Schlusskurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die im zweiten Anlauf geglückte Übernahme von Stada hat den Aktienkurs des Generikaherstellers am Freitag in Rekordhöhen getrieben. In der Spitze schoss das Papier um fast 15 Prozent nach oben auf 73,45 Euro. Mit einem Plus von 13,18 Prozent auf 72,55 Euro ging es aus dem Handel. Die Börsenumsätze stiegen in der Aufwärtsbewegung kräftig. Nach Steinhoff wurden Stada mit mehr als 2,8 Millionen Stück am meisten gehandelt im leicht schwächeren MDax.

Händler begründeten die Kurs-Rally vor allem mit Eindeckungen von Leerverkäufen: Spekulative Anleger, die mit geliehenen Stada-Aktien auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten diese Aktien nun am Markt zurückkaufen. Das trieb den Stada-Kurs steil nach oben. Im Börsenjargon wird dieses Phänomen auch "Short-Squeeze" genannt. Die Spekulanten hatten darauf gesetzt, die geliehenen Papiere bei einem Platzen des Deals günstig zurückkaufen zu können und so einen Gewinn zu erzielen.

BAIN UND CINVEN AM ZIEL

Diese Hoffnung erfüllte sich nicht: Denn nach dem Scheitern des ersten Übernahmeversuchs glückte den Investoren Bain Capital und Cinven der Kauf des Bad Vilbeler Unternehmens nun doch noch. Bis zum Ablauf der Übernahmefrist in der Nacht zum Donnerstag war die erforderliche Mindestannahmeschwelle von 63 Prozent haarscharf geknackt worden, wie die Investoren am Freitag mitteilten. Nun gibt es eine weitere Annahmefrist bis zum 1. September.

Aus dem Aktienhandel war in den vergangenen Tagen zu hören, dass ein vergleichsweise hoher Anteil der frei handelbaren Stada-Aktien am Markt leer verkauft worden sei. Die Leerverkäufer standen plötzlich unter enormem Druck - entsprechend hoch war die Nachfrage nach Stada-Aktien.

HOFFNUNG AUF SONDERGEWINN UND AUFSTOCKUNG DER OFFERTE

Viele Marktteilnehmer dürften zudem auf einen Sondergewinn durch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag hoffen, der ab einer Schwelle von 75 Prozent möglich ist, sagte ein Händler. Schließlich sei es dann auch nur noch eine Frage der Zeit, bis Bain und Cinven nach dem Kauf weiterer Anteile mit dem Zwangsausschluss der Minderheitsaktionäre (Squeeze Out) begännen.

Und da dürfte laut Thomas Maul, Analyst der DZ Bank, so mancher noch verbliebene Stada-Anleger hoffen, dass im Zuge des Zwangsausschlusses die bisherige Offerte noch aufgestockt wird, was aber unsicher sei./bek/ag/tav/stk/ck/stw

18.08.2017

AKTIE IM FOKUS 2: Geglückte Übernahme treibt Stada-Aktien auf Rekordhoch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die im zweiten Anlauf geglückte Übernahme von Stada hat den Kurs am Freitagmittag auf ein Rekordhoch getrieben. In der Spitze schoss die Aktie des Arzneimittelherstellers um fast 15 Prozent nach oben auf 73,45 Euro. Aktuell lag der Kurs mit 12,3 Prozent im Plus. Die Börsenumsätze stiegen in der Aufwärtsbewegung kräftig.

Händler begründeten die Kurs-Rally vor allem mit Eindeckungen von Leerverkäufen: Spekulative Anleger, die mit geliehenen Stada-Aktien auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten diese Aktien nun am Markt zurückkaufen. Das trieb den Stada-Kurs steil nach oben. Im Börsenjargon wird dieses Phänomen auch "Short-Squeeze" genannt. Die Spekulanten hatten darauf gesetzt, die geliehenen Papiere bei einem Scheitern des Deals günstig zurückkaufen zu können und so einen Gewinn zu erzielen.

Diese Hoffnung erfüllte sich nicht: Denn nach dem Scheitern des ersten Übernahmeversuchs glückte den Investoren Bain Capital und Cinven der Kauf des Bad Vilbeler Unternehmens nun doch noch. Bis zum Ablauf der Übernahmefrist in der Nacht auf Donnerstag sei die erforderliche Mindestannahmeschwelle von 63 Prozent geknackt worden, wie die Investoren am Freitag mitteilten.

Aus dem Aktienhandel war in den vergangenen Tagen zu hören, dass ein vergleichsweise hoher Anteil der frei handelbaren Stada-Aktien am Markt leer verkauft worden sei. Die Leerverkäufer stehen nun plötzlich unter enormem Druck - entsprechend hoch ist nun die Nachfrage nach Stada-Aktien.

Viele Marktteilnehmer dürften zudem auf einen Sondergewinn durch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag hoffen, der ab einer Schwelle von 75 Prozent möglich ist, sagte ein Händler. Sollte sie im ersten Schritt noch nicht erreicht worden sein, wäre es in einer Verlängerungsfrist immer noch möglich. Schließlich sei es dann auch nur noch eine Frage der Zeit, bis Bain und Cinven nach dem Kauf weiterer Anteile mit dem Ausschluss der Minderheitsaktionäre (Squeeze Out) begännen./bek/ag/tav/stb

18.08.2017

ANALYSE: Warburg sieht Bertrandt vor trüberen Zeiten - Abstufung auf 'Hold'

HAMBURG (dpa-AFX) - Der schwache Quartalsbericht des Auto- und Ingenieurdienstleisters Edag hat das Analysehaus Warburg Research auch mit Blick auf die Geschäftsentwicklung von Bertrandt skeptisch gestimmt. Die endgültigen Ergebnisse des Bertrandt-Hauptkonkurrenten für das zweite Jahresviertel und die sich darin widerspiegelnden Aussagen des Kunden Audi deuteten auf ein kurz- bis mittelfristig schwierigeres Branchenumfeld hin, schrieb Analyst Björn Voss in einer Studie vom Freitag. Er empfiehlt die im SDax notierte Bertrandt-Aktie daher nicht mehr länger zum Kauf.

Er kappte seine Ergebnisschätzungen für Bertrandt vor dem am 31. August erwarteten Zwischenbericht. Seines Erachtens nach dürfte Bertandt beim operativen Ergebnis (Ebit) im Gesamtgeschäftsjahr 2016/17 statt der Mitte nur noch das untere Ende der anvisierten Margen-Spanne von 6 bis 8 Prozent erreichen. Entsprechend senkte er sein Anlageurteil von "Buy" auf "Hold" und kappte das Kursziel von 100 auf 87 Euro.

Die Edag-Zahlen belegten die aktuelle Marktschwäche, schrieb Voss und hob hervor, dass das bereinigte operative Ebit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast zwei Drittel eingebrochen sei. Auch der Auftragseingang im zweiten Quartal habe nicht auf eine Erholung hingedeutet.

Darüber hinaus erinnerte der Warburg-Experte daran, dass der Entwickungschef des Autobauers Audi auf einem Kapitalmarkttag Ende Juli angekündigt hatte, "mehr mit weniger" erreichen zu wollen. So habe Peter Mertens es zum Ziel erklärt, die unternehmensinterne Effizienz bei Audi über Digitalisierungsprozesse deutlich steigern zu wollen. Durch die so hausintern frei werdende Arbeitskraft von Ingenieuren soll dann mehr Entwicklungsarbeit intern statt extern erledigt werden.

Daher rechnet Voss mit Blick auf die Bilanz von Bertrandt zum dritten Geschäftsquartal damit, dass der Entwicklungsdienstleister nicht nur unter fortgesetztem Preisdruck und nachteiligen saisonalen Effekten wie feiertagsbedingt weniger Arbeitstagen gelitten haben dürfte. Wegen der Audi-Aussagen vermutet er vor allem nun auch ungenutzte Arbeitskapazität bei Bertrandt.

Eingestuft mit "Hold", rechnet Warburg Research auf Sicht von zwölf Monaten mit einer weitgehend stabilen Kursentwicklung./ck/ag/fbr

Analysierendes Institut Warburg Research

18.08.2017

AKTIE IM FOKUS: Bei Stada werden Leerverkäufer nervös - Kurs über Angebotspreis

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Stada -Aktien sind am Freitagmittag erstmals über den von den Investoren Bain und Cinven gebotenen Übernahmepreis von 66,25 Euro je Aktie gestiegen. Der Kurs legte dynamisch zu und stand zuletzt um 5,3 Prozent höher bei 67,50 Euro. Ein Händler begründete die Aktienkäufe mit dem Eindecken leer verkaufter Stada-Papiere angesichts der deutlich gestiegenen Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Übernahme.

Einer Kreise-Meldung zufolge soll der Großaktionär Paul Singer den Bietern Bain Capital und Cinven seine Zustimmung signalisiert haben. "Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal zustande kommt. Das lässt jetzt diejenigen nervös werden, die mit Leerverkäufen dagegen gewettet haben", sagte der Händler. Anleger, die sich Stada-Aktien ausgeliehen und am Markt verkauft haben, um sie bei einem Scheitern des Deals günstig zurückzukaufen und so einen Gewinn zu erzielen, könnten diese Aktien nun am Markt zurückkaufen - was den Stada-Kurs nach oben treibt./bek/tav

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dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

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18.08.2017

AKTIE IM FOKUS: Stada im Aufwind wegen Gerüchten um Singer-Zustimmung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Stada-Aktie hat am Freitag von einem vermeintlichen Unterstützer für die geplante Übernahme durch Investoren profitiert. Eine Kreise-Meldung, wonach Großaktionär Paul Singer den Bietern Bain Capital und Cinven seine Zustimmung signalisiert haben soll, hievte die Papiere an der MDax-Spitze mit 2,73 Prozent ins Plus. Mit 65,85 Euro blieben sie aber weiterhin ein Stück unter dem Angebotspreis von 66,25 Euro je Aktie.

Singer gilt in dem Vorgang als Zünglein an der Waage. Weil er und sein Fonds Elliott auf rund 10 Prozent der Stada-Anteile kommen, sah ein Händler in einer möglichen Zustimmung einen wichtigen Baustein, damit der zweite Übernahmeanlauf gelingen kann. Der Amerikaner ist für sein schonungsloses Kalkül berüchtigt und hatte schon bei zahlreichen Übernahmen seine Finger im Spiel. Bis zuletzt war nicht klar, was er mit dem Aktienpaket vorhat.

Die von Bain und Cinven gesetzte Annahmefrist war in der Nacht zu Donnerstag abgelaufen. Der Vollzug der Übernahme gilt als unsicher. Bis Mittwochmittag hatten sich die beiden Investoren nur 46,53 Prozent der Anteile gesichert. Die von ihnen geforderte Mindestannahmequote liegt aber bei 63 Prozent. Wie schon im ersten Anlauf rechneten Marktteilnehmer daher bis zuletzt mit einem knappen Rennen. Auf ein abschließendes Ergebnis wird nach wie vor gewartet.

Durch die Offerten der beiden Investoren gehören Stada seit dem Jahreswechsel mit dem Anstieg um ein Drittel zu den besseren MDax-Werten. Seit dem Aufflackern erster Spekulationen Anfang Dezember, als die Aktien etwa 44 Euro kosteten, ist ihr Wert sogar um fast die Hälfte gestiegen. Angetrieben von der Hoffnung auf ein Bieterwettrennen hatten sie im Mai einen Rekordstand von 66,50 Euro erreicht, was leicht über dem ersten Gebot von 66 Euro je Aktie lag.

Ende Juni jedoch scheiterte der erste Anlauf knapp an der erforderlichen Annahmequote von seinerzeit 67,5 Prozent. Nach einem kurzen Rutsch unter die Marke von 60 Euro köchelte aber schnell wieder neue Fantasie hoch, die sich dann Mitte Juli mit einer zweiten Offerte bestätigte. Bain und Cinven hatten ihr Gebot um 25 Cent erhöht und die Mindestannahmeschwelle auf 63 Prozent gesenkt./tih/bek/stb

18.08.2017

ANALYSE-FLASH: Warburg Research senkt Bertrandt auf 'Hold' - Ziel 87 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat die Aktie des Ingenieurdienstleisters Bertrandt von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 100 auf 87 Euro gesenkt. Die jüngsten Geschäftszahlen des Hauptkonkurrenten EDAG und Aussagen des Kunden Audi deuteten auf ein kurz- bis mittelfristig schwierigeres Branchenumfeld hin als bislang angenommen, begründete Analyst Björn Voss sein neues Votum in einer Studie vom Freitag./ajx/ag

Datum der Analyse: 18.08.2017

18.08.2017

ANALYSE-FLASH: Baader Bank startet Ceconomy mit 'Buy' - Ziel 11 Euro

MÜNCHEN (dpa-AFX Broker) - Die Baader Bank hat die Aktie des Elektronikhändlers Ceconomy mit "Buy" und einem Kursziel von 11 Euro in die Bewertung aufgenommen. Ceconomy sei eine Margenerholungsstory mit attraktivem Chance/Risiko-Profil, schrieb Analyst Volker Bosse in einer Studie vom Freitag. Ceconomy ist im Zuge der Aufspaltung des Handelskonzerns Metro aus Media-Saturn hervorgegangen./ajx/ag

Datum der Analyse: 18.08.2017

18.08.2017

ANALYSE-FLASH: Commerzbank senkt Lanxess auf 'Hold' - Ziel hoch auf 67 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat Lanxess von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber von 64 auf 67 Euro angehoben. Das Wachstum des Spezialchemiekonzerns aus eigener Kraft dürfte in den nächsten Quartalen etwas nachlassen, schrieb Analyst Michael Schäfer in einer Studie vom Donnerstag./ajx/ag

Datum der Analyse: 17.08.2017

18.08.2017

ANALYSE-FLASH: Commerzbank senkt Hornbach Holding auf 'Hold' - Ziel aber erhöht

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat Hornbach Holding nach Zahlen von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber von 77,90 auf 84,80 Euro angehoben. Die Dachgesellschaft des Baumarktbetreibers Hornbach Baumarkt sei sehr gut ins neue Geschäftsjahr gestartet, schrieb Analyst Jürgen Elfers in einer Studie vom Freitag. Sein Kursziel sei inzwischen aber erreicht worden. Die Gewinnperspektiven des Konzerns beurteilt Elfers zurückhaltender als der Markt. Längerfristig dürfte sich der Ausbau des Online-Handels gleichwohl auszahlen./ajx/ag

Datum der Analyse: 18.08.2017

18.08.2017

ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt Munich Re auf 'Buy' - Ziel hoch auf 200 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat Munich Re von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 190 auf 200 Euro angehoben. Stabile bis leicht steigende Gewinne aus dem Rückversicherungsgeschäft, zusätzliche Gewinne der Erstversicherungstochter Ergo und das Aktienrückkaufprogramm ermöglichten ein Gewinnwachstum je Aktie von jährlich 10 Prozent von 2018 bis 2020, schrieb Analyst Michael Haid in einer Studie vom Freitag. Zwar bleibe er bei seiner vorsichtigen Haltung für das Nichtleben-Rückversicherungsgeschäft, hält aber Preisanhebungen dennoch für möglich./ajx/ag

Datum der Analyse: 18.08.2017

dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser