dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

30.09.2016

PARIS/ROUNDUP: Daimler will trotz Behördenbedenken weiter Renault-Motoren nutzen

PARIS (dpa-AFX) - Trotz der Beanstandungen durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) will Daimler weiter Dieselmotoren von seinem Partner Renault -Nissan in seine Modelle einbauen. Man habe die Motoren genutzt, man nutze sie und werde sie nutzen, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Freitag beim Pariser Autosalon. Die Nachfrage nach den Motoren habe die Erwartungen bei Weitem übertroffen. Kunden hätten nie ein Problem mit ihnen gehabt.

Dabei sind die Kompaktmodelle mit Renault-Motoren neben den Vans von Daimlers V-Klasse die einzigen Modelle, die der Überprüfung durch das Kraftfahrtbundesamt im Frühjahr nicht Stand hielten. Sie sind Teil der "freiwilligen" Rückrufaktion, die die Hersteller gestartet haben. Betroffen sind Einsteigermotoren von A-, B-, CLA- und GLA-Klasse, die der Partner Renault liefert. Zu den Untersuchungen der französischen Regierung, bei denen auch Renault-Motoren mit hohen Abgaswerten aufgefallen waren, sagte Konzernchef Carlos Ghosn: Er sei bereit, alles offenzulegen, um das Vertrauen wiederherzustellen. Dafür brauche es aber auch eindeutige Regeln.

Renault-Nissan und Daimler arbeiten seit sieben Jahren zusammen. Neben den Dieselmotoren entwickeln die Partner Teile der Stadtautos Twingo und Smart zusammen und bauen ein gemeinsames Kompaktwerk in Mexiko. Noch in diesem Jahr soll ein gemeinsamer Pick-up vorgestellt werden. Kein Autohersteller könne es in dem sich schnell ändernden Umfeld noch allein schaffen, sagte Ghosn. Eine gemeinsame Plattform für Elektromodelle sei allerdings vorerst nicht geplant, sagte Zetsche. Renault bietet im Gegensatz zu Daimler bereits eine breite Palette von Elektroautos an und gilt in Europa als Marktführer. Die Batterien aus Daimlers eigener Fertigung im sächsischen Kamenz werden im Smart eingesetzt, nicht aber im Twingo der Franzosen./ang/DP/tos

30.09.2016

Gewerkschaftsvertreter protestieren vor europäischer Amazon-Zentrale

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Rund 50 Gewerkschaftsvertreter aus mehreren Ländern haben am Freitag vor der europäischen Amazon -Zentrale in Luxemburg für bessere Arbeitsbedingungen bei dem US-amerikanischen Versandhändler demonstriert. Sie übergaben einen Brief, in dem sie den Online-Händler aufforderten, "endlich mit den Gewerkschaften zu verhandeln", sagte ein Sprecher von Verdi vor Ort. Notwendig sei ein Tarifvertrag mit "existenzsichernden Löhnen".

"Amazon muss endlich aufhören, die grundlegenden Rechte der Beschäftigten zu missachten", teilte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger mit. Mit der Aktion in Luxemburg sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass die europäischen Gewerkschaften zusammenstehen, sagte der Sprecher. Mit dabei waren Vertreter aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Polen, der Slowakei der Tschechischen Republik./rtt/DP/tos

30.09.2016

Finanzgericht: Milchbauern müssen umstrittene Abgabe zahlen

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Strafzahlung für deutsche Milchbauern wegen zu hoher Milchproduktion im Wirtschaftsjahr 2014/15 ist rechtmäßig. So urteilte das Finanzgericht Hamburg am Freitag. Es hatte in sieben Musterverfahren zu entscheiden und hat damit ein Signal für ähnliche Verfahren in ganz Deutschland gegeben.

Insgesamt geht es um Abgaben von 309 Millionen Euro für die deutsche Milchwirtschaft, die ihre zugeteilten Produktionsmengen deutlich überschritten hatte. Die Kläger hatten die Rechtsgrundlagen für die Abgabe angezweifelt, der 4. Senat des Hamburger Finanzgerichts folgte ihnen jedoch nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; die Revision zum Bundesfinanzhof ist zugelassen./egi/DP/tos

30.09.2016

Erstes Braunkohlekraftwerk geht in Sicherheitsreserve

HELMSTEDT (dpa-AFX) - Das Braunkohlekraftwerk Buschhaus im niedersächsischen Landkreis Helmstedt macht vorläufig dicht und dient als bundesweit erstes Kraftwerk ab Samstag nur noch als Sicherheitsreserve. Um diesen Schritt vorzubereiten, sei der Betrieb bereits vor einer Woche eingestellt worden, sagte eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Helmstedter Revier GmbH am Freitag. Vollständig geschlossen wird das Werk jedoch erst in vier Jahren. Für den Erhalt als Sicherheitsreserve überweist der Bund dem Mutterkonzern Mibrag jährlich einen Millionenbetrag.

Das sieht eine Vereinbarung zwischen Mibrag und der Bundesregierung vor, die im Rahmen eines neuen Strommarktgesetzes im vergangenen Jahr beschlossen wurde. Das Abkommen, das in dieser Form noch mit zwei weiteren Energieanbietern besteht, wird von Umweltverbänden heftig kritisiert./maa/DP/tos

30.09.2016

Maas zu Berliner Mieten-Urteil: Mietpreisbremse wirkt

BERLIN (dpa-AFX) - Der juristische Erfolg von Berliner Mietern im Ringen um die Mietpreisbremse bestätigt aus Sicht des Bundes das Vorgehen gegen hohe Mietsteigerungen. "Die Mietpreisbremse ist ein Paradigmenwechsel, der jetzt beginnt seine Wirkung zu entfalten", teilte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. "Erstmals bestimmt nicht mehr allein der Vermieter über die Höhe des Mietpreises, sondern es gibt eine objektive gesetzliche Grenze."

Das Amtsgericht Lichtenberg hatte am Mittwoch drei Berliner Mietern Recht gegeben und ihre neue Vermieterin verpflichtet, zu viel verlangte Miete zurückzuzahlen. Nach Angaben des Berliner Mietervereins ist es wahrscheinlich das bundesweit erste Urteil dieser Art.

"Im Regelfall darf die Miete nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Miete liegen", erklärte Maas. "Darauf können sich die Mieter berufen." Das Gesetz zur Mietpreisbremse sei klar und eindeutig formuliert. Mietervertreter dringen dennoch auf Korrekturen, weil es Ausnahme-Tatbestände gebe, die Mieter nur schwer prüfen können. Maas hat sich offen für Nachbesserungen gezeigt./bf/DP/tos

30.09.2016

Mediendienstleister optimal investiert 25 Millionen Euro in Röbel

RÖBEL/SCHWERIN (dpa-AFX) - Der Mediendienstleister optimal media GmbH (Röbel) baut seine Produktion deutlich aus. Wie das Schweriner Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, investiert das CD- und DVD-Werk mit Druckerei derzeit rund 25 Millionen Euro. Dafür entstehen zwei große neue Hallen, in denen unter anderem komplette Bücher in der Druckweiterverarbeitung gebunden werden sollen. Mit der zweiten Halle soll das bestehende Hochregallager erweitert werden. "Wir bauen eine Buchstraße auf", sagte optimal-Sprecherin Petra Funk. Das Land trägt laut Ministerium 3,7 Millionen Euro dazu bei.

Die Röbeler Firma hat mehr als 600 Beschäftigte und gilt als eine der erfolgreichsten Neugründungen in Ostdeutschland nach 1990. Optimal ist eine Tochtergesellschaft des Hamburger Musikkonzerns Edel AG, akquiriert aber drei Viertel seiner Aufträge selbst. Der Jahresumsatz war zuletzt mit rund 95 Millionen Euro angegeben worden.

Die Röbeler streben eine größere Fertigungstiefe an, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Mit der Investition, die bis Ende 2018 fertig sein soll, würden 20 neue Arbeitsplätze geschaffen und die bestehenden Arbeitsplätze gesichert. Jährlich werden etwa 120 Millionen klassische Datenträger wie CD, DVD und Blu-ray sowie etwa 13 Millionen Schallplatten hergestellt./ww/DP/tos

30.09.2016

Erstes grenzüberschreitendes Netzwerk für Umwelttechnik

TRIER (dpa-AFX) - 1500 Unternehmen aus vier Ländern werden in Zukunft bei den Themen Energie, Wasser und Recycling zusammenarbeiten. Das grenzüberschreitende Netzwerk für Ausbau und Kooperation in der Umwelttechnik trage den Namen Greater Green, teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium am Freitag mit. Diese Kooperation über Grenzen hinweg sei in Europa einmalig, erklärte Ministerin Ulrike Höfken (Grüne).

Mit dabei sind Unternehmen aus der Großregion - also aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Frankreich, Belgien und Luxemburg. Sie profitieren laut Höfken davon, dass sie Wissen und Erfahrung austauschen können, aber auch davon, dass sie sich neue Märkte erschließen. In Rheinland-Pfalz werden mit Umwelttechnik schon jetzt Umsätze von 13 Milliarden Euro erzielt. Gefördert wird das Projekt von der EU, Rheinland-Pfalz und den anderen Ländern.

"Umwelttechnik aus der Großregion und insbesondere aus Rheinland-Pfalz ist heute schon international führend", erklärte Höfken. Gemeinsam seien die Unternehmen aber noch schlagkräftiger. Sie verspricht sich Innovationen zum Beispiel bei virtuellen Kraftwerken, energieautarken Kläranlangen, Hightech-Recycling oder intelligenten Gebäuden./fdo/DP/tos

30.09.2016

Deutsche Anleihen: Bankensorgen stützen Anleihen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen um deutsche Großbanken haben die Kurse deutscher Staatsanleihen am Freitag beflügelt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,27 Prozent auf 166,19 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf minus 0,152 Prozent. Auch in den meisten Ländern der Eurozone fielen die Renditen.

Weiterhin sorgt vor allem die Deutsche Bank für Verunsicherung an den Märkten. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg haben einige Hedgefonds überschüssige Geldbestände und Positionen bei der größten deutschen Geschäftsbank reduziert. Auch die Aktien der Commerzbank gerieten unter Druck. Die als sicher geltenden Staatsanleihen blieben daher gesucht.

Die in der Eurozone im September gestiegene Jahresinflationsrate hat die Anleihen kaum bewegt. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozent. Analysten hatten die Entwicklung erwartet. Im Nachmittagshandel werden in den USA noch Zahlen zu den Konsumausgaben, zur Preisentwicklung und zur Verbraucherstimmung veröffentlicht./jsl/bgf/tos

30.09.2016

WDH/PARIS: Daimler will trotz KBA-Beanstandung weiter Renault-Motoren einsetzen

(Wiederholung aus technischen Gründen)

PARIS (dpa-AFX) - Trotz der Beanstandungen durch das Kraftfahrtbundesamt will Daimler weiterhin die Dieselmotoren von seinem Partner Renault -Nissan in seine Modelle einbauen. Man habe die Motoren genutzt, man nutze sie und werde sie nutzen, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Freitag beim Pariser Autosalon.

Die Nachfrage nach den Motoren habe die Erwartungen bei Weitem übertroffen, so Zetsche. Dabei sind die Kompaktmodelle mit Renault-Motoren neben des Vans V-Klasse die einzigen Modelle, die der Überprüfung durch das Kraftfahrtbundesamt im Frühjahr nicht Stand hielten. Sie sind teil der "freiwilligen" Rückrufaktion, die die Hersteller gestartet haben./ang/DP/tos

30.09.2016

Daimler will trotz KBA-Beanstandung weiter Renault-Motoren einsetzen

PARIS (dpa-AFX) - Trotz der Beanstandungen durch das Kraftfahrtbundesamt will Daimler weiterhin die Dieselmotoren von seinem Partner Renault -Nissan in seine Modelle einbauen. Man habe die Motoren genutzt, man nutze sie und werde sie nutzen, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Freitag beim Pariser Autosalon.

Die Nachfrage nach den Motoren habe die Erwartungen bei Weitem übertroffen, so Zetsche. Dabei sind die Kompaktmodelle mit Renault-Motoren neben des Vans V-Klasse die einzigen Modelle, die der Überprüfung durch das Kraftfahrtbundesamt im Frühjahr nicht Stand hielten. Sie sind teil der "freiwilligen" Rückrufaktion, die die Hersteller gestartet haben./ang/DP/tos

30.09.2016

Aktien Frankfurt: Deutsche-Bank-Sorgen ziehen Dax runter

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Sorgen um die Deutsche Bank haben am Freitag die Stimmung am gesamten Frankfurter Aktienmarkt belastet. Das Papier des größten heimischen Geldhauses rutschte zum Börsenstart erstmals in der Unternehmensgeschichte unter 10 Euro. Auch die Commerzbank-Aktie gab deutlich nach.

Immerhin konnte der Dax im Handelsverlauf seine Verluste etwas eindämmen: Gegen Mittag stand der hiesige Leitindex noch 1,02 Prozent tiefer bei 10 299,36 Punkten. Auf Wochensicht droht ihm damit ein Minus von rund drei Prozent; die Bilanz für den September sieht kaum besser aus. Mit dem Verlust folgte der hiesige Leitindex den schwachen Börsen in den USA und Asien - auch dort hatte die Sorge um die eng untereinander verflochtene Finanzbranche die Stimmung belastet.

'GESPENST EINER NEUEN BANKENKRISE GEHT UM'

Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets sprach von einem rabenschwarzen letzten Handelstag des Quartals: "Das Gespenst einer neuen Bankenkrise geht an den Finanzmärkten um." Sollte sich der Dax nicht über der Unterstützungszone bei rund 10 250 Punkten behaupten können, drohe ein Rutsch unter die Marke von 10 000 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Freitagmittag 0,60 Prozent auf 21 363,77 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,55 Prozent auf 1775,63 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,28 Prozent auf 2953,16 Punkte bergab.

DEUTSCHE BANK TAUMELT AUF NEUES REKORDTIEF

Die Aktien der Deutschen Bank markierten bei 9,898 Euro ein neues Rekordtief - zuletzt notierten sie noch 4,23 Prozent im Minus bei 10,415 Euro. Auslöser des Kursrutschs war ein Bericht von Bloomberg: Bestimmte Hedgefonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank reduziert, hatte die Nachrichtenagentur am Donnerstagabend unter Berufung auf ein vorliegendes internes Dokument der Frankfurter berichtet.

Offensichtlich werde die Lage bei Deutschlands größter Bank noch komplizierter, kommentierte ein Börsianer. Dass einige Analysten die Ängste der Anleger für übertrieben halten, half dem Aktienkurs nicht. Die Deutsche Bank ist in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt - so fordert etwa die US-Regierung wegen dubioser Hypothekendeals 14 Milliarden US-Dollar.

Nicht besser als den Aktien des Frankfurter Konkurrenten erging es den Commerzbank-Titeln , die am Dax-Ende 5,37 Prozent einbüßten. Der radikale Konzernumbau, dem unter dem Strich 7300 Stellen zum Opfer fallen sollen, schlägt sich auch im Vorstand nieder: Der langjährige Chef der Mittelstandssparte, Markus Beumer, verlasse das Institut auf eigenen Wunsch Ende Oktober, teilte die Commerzbank mit. Der Vertrag war allerdings erst im vergangenen Jahr bis Ende 2020 verlängert worden.

ÜBERNAHMEFANTASIEN STÜTZEN INFINEON UND OSRAM

Dagegen war der Halbleiterkonzern Infineon mit einem Kursplus von 3,12 Prozent Dax-Spitzenreiter. Börsianer verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge der europäische Konkurrent NXP Semiconductors durch den US-Rivalen Qualcomm geschluckt werden könnte. "Die Branchenkonsolidierung scheint Fahrt aufzunehmen", sagte ein Händler. An der Wall Street waren die NXP-Papiere am Donnerstag um 17 Prozent hochgesprungen, Qualcomm hatten über 6 Prozent gewonnen.

Auch bei Osram stützte Übernahmefantasie den Kurs: Die Aktien eroberten mit plus 1,92 Prozent die MDax-Spitze, nachdem das "Handelsblatt" berichtet hatte, nach dem Kauf des traditionellen Lampengeschäfts wollten chinesische Firmen den Lichtkonzern nun komplett übernehmen. "Wir befinden uns fortlaufend mit bestehenden und potenziellen Investoren im Gespräch, kommentieren aber keine einzelnen Gespräche", teilte ein Osram-Sprecher am Donnerstagabend mit.

STARKES BÖRSENDEBÜT VON VA-Q-TEC

Der Würzburger Isolier-Spezialist VA-Q-Tec legte trotz des verhaltenen Umfelds einen starken Börsenstart hin: Der erste Kurs der Aktie lag mit genau 14 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 12,30 Euro - von hier aus legte sie weiter zu./gl/stb

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

30.09.2016

Aktien Europa: Ängste um neue Finanzkrise ziehen Börsen abwärts

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - An den internationalen Finanzmärkten geht das Gespenst einer neuen Finanzkrise um. Das hat am letzten Handelstag des dritten Quartals die Investoren an Europas wichtigsten Aktienmärkten verschreckt. Auslöser der aktuellen Banken-Vertrauenskrise waren Negativ-Schlagzeilen zur Deutschen Bank.

Vor allem ein Bloomberg-Bericht, wonach bestimmte Hedgefonds teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen von der Bank abgezogen hätten, verunsicherte die Marktteilnehmer rund um den Globus. So mussten bereits am Donnerstag die Kurse von US-Banken wie Goldman Sachs , JPMorgan oder Citigroup ebenso Federn lassen, wie viele asiatische Finanzwerte am Freitag.

Der EuroStoxx 50 verzeichnete am Vormittag ein Minus von 1,40 Prozent bei 2949,79 Punkten. Damit deutet sich für die abgelaufene Woche ein Verlust von mehr als 3 Prozent an. Auf Monatssicht läuft alles auf ein Minus von rund 2,8 Prozent hinaus.

Aufs Quartal gesehen ist die Bilanz für den Leitindex der Eurozone hingegen positiv: Aktuell steht ein Plus von 2,6 Prozent zu Buche. Der französische CAC-40-Index verlor am Freitag zuletzt 1,36 Prozent auf 4383,37 Punkte. Der britische FTSE-100-Index büßte 1,21 Prozent auf 6835,94 Punkte ein.

Unterdessen versucht die Europäische Zentralbank (EZB) die Lage zu beruhigen. "Die Banken sind heute (...) im Schnitt sehr viel besser kapitalisiert als vor der Krise, und auch bei der Aufsicht hat sich viel getan", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger der "Börsen-Zeitung". In unruhigen Zeiten würden Marktakteure solche "Verbesserungen im Gesamtbild" oft vergessen. Zudem differenzierten sie teils nicht zwischen den Instituten, so Lautenschläger.

In der europäischen Branchensicht war der Bankensektor mit einem Minus von rund zweieinhalb Prozent folgerichtig ganz unten zu finden. Angeführt wurden die Verlierer vn Deutsche-Bank-Aktien , die zeitweise um fast 9 Prozent abgesackt waren und erstmals in der Unternehmensgeschichte unter 10 Euro notiert hatten.

Zuletzt lagen sie als EuroStoxx-Schlusslicht noch rund 5 Prozent tiefer. Deutliche Verluste von jeweils mehr als 3 Prozent verbuchten auch die Titel von Banco Santander , Societe Generale , BBVA und Intesa Sanpaolo .

Ansonsten fielen unter den Einzelwerten in Europa noch Telefonica mit einem Verlust von 4,34 Prozent negativ auf. Der spanische Telekomkonzern hat den geplanten Börsengang seiner Netzwerksparte Telxius vorerst gestoppt, da die Nachfrage der Investoren nicht hoch genug gewesen sei. Telefonica peilt seit geraumer Zeit an, durch Anteilsverkäufe seine Schuldenlast zu senken. Frühere Schätzungen sahen den Wert der Netzwerksparte bei 3,5 Milliarden Euro.

Airbus-Chef Tom Enders strafft das Management des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Die Passagierjet-Sparte verschmilzt mit den Konzernstrukturen der Airbus Group zu einer neuen Gesellschaft. So will Enders den Boeing -Konkurrenten beweglicher machen, Doppelstrukturen abbauen und Kosten senken. Den Kurs der Airbus-Aktie konnten die Neuigkeiten zwar nicht nach oben treiben, dennoch hielt sich das Papier mit minus 1,44 Prozent etwas besser als der EuroStoxx-50-Index./edh/zb

30.09.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Deutsche-Bank-Sorgen ziehen Dax runter

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Sorgen um die Deutsche Bank haben am Freitag die Stimmung am gesamten Frankfurter Aktienmarkt belastet. Das Papier des größten heimischen Geldhauses rutschte zum Börsenstart erstmals in der Unternehmensgeschichte unter 10 Euro. Auch die Commerzbank lag deutlich im Minus.

Der Dax sank zuletzt um 1,44 Prozent auf 10 255,25 Punkte. Damit knüpfte er an seinen Vortagsverlust an. Auf Wochensicht droht ihm ein Minus von dreieinhalb Prozent; die Bilanz für den September sieht kaum besser aus. Mit dem Verlust folgte der hiesige Leitindex den schwachen Börsen in den USA und Asien - auch dort hatte die Sorge um die eng miteinander verflochtenen Banken die Stimmung belastet.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Freitagvormittag 0,97 Prozent auf 21 284,27 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,73 Prozent auf 1772,37 Zähler ein. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,71 Prozent auf 2940,41 Punkte bergab.

DEUTSCHE BANK TAUMELT AUF NEUES REKORDTIEF

Die Aktien der Deutschen Bank markierten bei 9,898 Euro ein neues Rekordtief - zuletzt notierten sie noch 5,47 Prozent im Minus bei 10,280 Euro. Auslöser des Kursrutschs war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg: Bestimmte Hedgefonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank reduziert, hatte Bloomberg am Donnerstagabend unter Berufung auf ein vorliegendes internes Dokument der Frankfurter berichtet.

Offensichtlich werde die Lage bei Deutschlands größter Bank noch komplizierter, kommentierte ein Börsianer. Dass einige Analysten die Ängste der Anleger für übertrieben halten, half dem Aktienkurs nicht. Die Deutsche Bank sieht sich in einem Rechtsstreit mit der US-Regierung um dubiose Hypothekendeals einer Forderung von 14 Milliarden Dollar gegenüber.

Kaum besser erging es dem Konkurrenten Commerzbank , dessen Aktien um 6,71 Prozent einbüßten. Am späteren Vormittag stellen sich Unternehmenschef Martin Zielke und Finanzchef Stephan Engels den Fragen der Journalisten zu Details der angekündigten Stellenstreichungen und Umbaumaßnahmen.

ÜBERNAHMEFANTASIEN STÜTZEN INFINEON UND OSRAM

Dagegen war der Halbleiterkonzern Infineon mit einem Kursplus von 1,35 Prozent einziger Dax-Gewinner. Börsianer verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge der europäische Konkurrent NXP Semiconductors durch den US-Rivalen Qualcomm geschluckt werden könnte. "Die Branchenkonsolidierung scheint Fahrt aufzunehmen", sagte ein Händler. An der Wall Street waren die NXP-Papiere am Donnerstag um 17 Prozent hochgesprungen, Qualcomm hatten über 6 Prozent gewonnen.

Auch bei Osram sorgte Übernahmefantasie für steigende Kurse: Die Aktien eroberten mit plus 1,64 Prozent die MDax-Spitze, nachdem das "Handelsblatt" berichtet hatte, nach dem Kauf des traditionellen Lampengeschäfts wollten chinesische Firmen den Lichtkonzern nun komplett übernehmen. "Wir befinden uns fortlaufend mit bestehenden und potenziellen Investoren im Gespräch, kommentieren aber keine einzelnen Gespräche", teilte ein Osram-Sprecher am Donnerstagabend mit.

ORDENTLICHES BÖRSENDEBÜT VON VA-Q-TEC

Derweil legte der Würzburger Isolier-Spezialist VA-Q-Tec im schwachen Umfeld einen soliden Börsenstart hin: Der erste Kurs der Aktie lag mit genau 14 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 12,30 Euro./gl/das

30.09.2016

Aktien Frankfurt Eröffnung: Deutsche-Bank-Sorgen ziehen Dax runter

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Sorgen um die Deutsche Bank haben am Freitag die Stimmung am gesamten Frankfurter Aktienmarkt belastet.

In den ersten Handelsminuten rutschte das Papier des größten heimischen Geldhauses erstmals in der Unternehmensgeschichte unter 10 Euro. Zuletzt lag die Aktie mehr als 8 Prozent im Minus.

Der Dax sank um 1,73 Prozent auf 10 225,92 Punkte. Damit knüpfte das Börsenbarometer an den Vortagsverlust an. Auf Wochensicht droht ihm ein Minus von knapp vier Prozent; die Bilanz für den September sieht kaum besser aus.

Mit dem Verlust folgt der hiesige Leitindex den schwachen Börsen in den USA und Asien. Auch dort belasteten die abermaligen Negativ-Schlagzeilen zum größten deutschen Finanzinstitut: Bestimmte Hedgefonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen reduziert, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg zuvor unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument der Bank berichtet. Das hatte für neue Verunsicherung unter Anlegern gesorgt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Freitagmorgen 1,38 Prozent auf 21 197,78 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,14 Prozent auf 1765,09 Zähler ein. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,82 Prozent auf 2937,13 Punkte bergab./gl/das

30.09.2016

Aktien Frankfurt Ausblick: Sorgen um Deutsche Bank trüben die Stimmung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Freitag unter Sorgen um die Deutsche Bank leiden. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte knapp eine Stunde vor dem Börsenstart ein Minus von 1,33 Prozent auf 10 267 Punkte.

Damit würde der Dax an seinen Verlust vom Vortag anknüpfen und den schwachen Börsen in den USA und Asien folgen. Auch dort belasteten neue Negativ-Schlagzeilen zur Deutschen Bank die Kurse; vor allem Finanzwerte standen unter Druck.

KREISE: HEDGEFONDS REDUZIEREN GESCHÄFT MIT DEUTSCHER BANK

Einige Hedgefonds - Kunden der Deutschen Bank im sogenannten Derivate-Clearing - hätten überschüssige Geldbestände und Positionen reduziert, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument der Bank berichtet.

Daraufhin war die Aktie auf der Handelsplattform Tradegate auf ein Rekordtief von 10,00 Euro gefallen und auch im New Yorker Handel um über sechseinhalb Prozent eingebrochen. Es sehe so aus, als würde die Lage bei Deutschlands größter Bank noch komplizierter, kommentierte ein Börsianer. Goldman-Analyst Jernej Omahen stufte die Finanzlage der Bank trotz aller Probleme als weiterhin stabil ein.

ÜBERNAHMEFANTASIE BEFLÜGELT OSRAM

Dagegen ließ Übernahmefantasie die Aktien von Osram auf Tradegate gegenüber dem Xetra-Schluss um knapp fünf Prozent steigen. Das traditionelle Lampengeschäft hat Osram schon an chinesische Investoren verkauft - nun wollen chinesische Firmen einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge auch den Lichtkonzern selbst übernehmen. "Wir befinden uns fortlaufend mit bestehenden und potenziellen Investoren im Gespräch, kommentieren aber keine einzelnen Gespräche", teilte ein Osram-Sprecher am Donnerstagabend mit.

Dem Dax winkt auf Wochensicht ein Verlust von knapp dreieinhalb Prozent - und die Bilanz für den September sieht kaum besser aus. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 deutete sich am Freitagmorgen ebenfalls ein klarer Kursrückgang an./gl/das

30.09.2016

DAX-FLASH: Zunehmende Sorgen um Deutsche Bank belasten den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Einmal mehr dürften Sorgen um die Deutsche Bank die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten schwer belasten.

Der Broker IG taxierte den Dax rund zwei Stunden vor dem Auftakt 1,21 Prozent tiefer auf 10 280 Punkte.

Am Vorabend waren die Papiere der schwer angeschlagenen größten Bank Deutschlands auf der Handelsplattform Tradegate auf ein neues Rekordtief von 10,00 Euro abgestürzt, nachdem sie im Xetra-Handel noch bei 10,875 Euro geschlossen hatten.

Einige Hedgefonds - Kunden im sogenannten Derivate-Clearing - hätten überschüssige Geldbestände und Positionen reduziert, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument der Bank.

Auch wenn Goldman-Analyst Jernej Omahen die Finanzlage der Bank in einer ersten Reaktion als stabil einstufte - an der Wall Street wie auch am Morgen in Asien zeigten sich die Anleger sichtlich besorgt. Vor allem die Finanzbranche geriet schwer unter Druck. Im New Yorker Handel waren die Papiere der Deutschen Bank um mehr als sechseinhalb Prozent eingebrochen./ag/das

29.09.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Sorgen um Deutsche Bank belasten Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street sind am Donnerstag wieder Sorgen über den Zustand der Finanzbranche aufgekommen. Der Dow Jones Industrial fiel bis Handelsschluss um 1,07 Prozent auf 18 143,45 Punkte. Damit blieb er aber in seiner jüngsten Handelsspanne. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,93 Prozent auf 2151,13 Zähler nach und der technologiewertelastige Nasdaq 100 büßte 0,76 Prozent auf 4838,30 Punkte ein.

Einige im Geschäft mit komplizierten Finanzprodukten aktive Hedgefonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank abgezogen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Dokument. Das verunsicherte die Anleger Händlern zufolge. Der Aktienkurs der Deutschen Bank rauschte daraufhin im New Yorker Handel nach unten. Auch die Kurse von US-Banken wie Goldman Sachs , JPMorgan oder Citigroup gerieten vor diesem Hintergrund unter Druck.

DEUTSCHE-Bank-Kurs rauscht nach unten

Die Deutsche Bank steht derzeit ohnehin enorm unter Druck: In den USA droht eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell knapp 12,5 Mrd Euro) in Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Anleger befürchten, dass die Bank ihr Kapital erhöhen muss.

Grundsätzlich fehle dem US-Aktienmarkt derzeit aber ohnehin ein wenig die Richtung, sagte ein Börsianer. Für frische Impulse könnte die bald beginnende Berichtssaison der Unternehmen sorgen. Zudem blieben die Blicke auf die US-Notenbank Fed und den Zeitpunkt einer möglichen weiteren Straffung der Geldpolitik sowie auf die anstehende US-Präsidentschaftswahl gerichtet.

QUALCOMM WOHL AN NXP INTERESSIERT

Mit Blick auf die Einzelwerte gewannen die Aktien von PepsiCo nach der Vorlage von Geschäftszahlen 0,35 Prozent. Der Chips- und Getränkehersteller hatte im dritten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als gedacht und erwartet für das Gesamtjahr nun etwas mehr Gewinn als zuvor.

Der Chip-Spezialist Qualcomm verhandelt derweil laut einem Zeitungsbericht über einen Kauf seines europäischen Rivalen NXP. Anleger reagierten begeistert. Während NXP-Titel um fast 17 Prozent nach oben sprangen, legten Qualcomm um mehr als 6 Prozent zu.

EBAY PROFITIERT VON KAUFEMPFEHLUNG

Auch Analystenkommentare bewegten. So gab es von der Deutschen Bank eine Kaufempfehlung für die Aktien des Online-Auktionshauses Ebay . Die Papiere gewannen daraufhin 1,41 Prozent.

Die Anteilsscheine des iPhone-Herstellers Apple fielen hingegen um 1,55 Prozent. Die Experten der britischen Bank Barclays blieben zwar beim "Overweight"-Votum, sehen die Aktien nach den jüngsten Kursgewinnen aber nicht mehr als "Top Pick" im Sektor.

KURS DES EURO KOMMT AM ENDE KAUM VOM FLECK

Der Kurs des Euro war unter dem Strich wenig bewegt und notierte bei zuletzt 1,1222 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1221 (Mittwoch: 1,1225) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8912 (0,8909) Euro. Am Markt für US-Staatsanleihen stieg der Kurs richtungweisender zehnjährige Papiere um 4/32 Punkte auf 99 14/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,56 Prozent./mis/he

29.09.2016

Aktien New York Schluss: Verluste - Sorgen um Deutsche Bank belasten Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street sind am Donnerstag wieder Sorgen über den Zustand der Finanzbranche aufgekommen. Der Dow Jones Industrial fiel bis Handelsschluss um 1,07 Prozent auf 18 143,45 Punkte. Damit blieb er aber in seiner jüngsten Handelsspanne. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,93 Prozent auf 2151,13 Zähler nach und der technologiewertelastige Nasdaq 100 büßte 0,76 Prozent auf 4838,30 Punkte ein.

Einige im Geschäft mit komplizierten Finanzprodukten aktive Hedgefonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank abgezogen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Dokument. Das verunsicherte die Anleger Händlern zufolge. Der Aktienkurs der Deutschen Bank rauschte daraufhin im New Yorker Handel nach unten. Auch die Kurse von US-Banken wie Goldman Sachs , JPMorgan oder Citigroup gerieten vor diesem Hintergrund unter Druck.

Die Deutsche Bank steht derzeit ohnehin enorm unter Druck: In den USA droht eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell knapp 12,5 Mrd Euro) in Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Anleger befürchten, dass die Bank ihr Kapital erhöhen muss.

Grundsätzlich fehle dem US-Aktienmarkt derzeit aber ohnehin ein wenig die Richtung, sagte ein Börsianer. Für frische Impulse könnte die bald beginnende Berichtssaison der Unternehmen sorgen. Zudem blieben die Blicke auf die US-Notenbank Fed und den Zeitpunkt einer möglichen weiteren Straffung der Geldpolitik sowie auf die anstehende US-Präsidentschaftswahl gerichtet./mis/he

29.09.2016

Aktien New York: Schwache Bankenwerte ziehen Indizes nach unten

NEW YORK (dpa-AFX) - Schwache Bankenwerte haben am Donnerstag an Wall Street die Laune der Anleger wieder eingetrübt. Der Dow Jones Industrial fiel um 0,76 Prozent auf 18 199,37 Punkte. Damit blieb er aber in seiner jüngsten Handelsspanne. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,59 Prozent auf 2158,53 Zähler nach und der technologiewertelastige Nasdaq 100 büßte 0,49 Prozent auf 4851,375 Punkte ein.

Anleger sorgten sich wieder stärker um den Zustand der Finanzbranche, sagte ein Investmentexperte. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument berichtet, dass einige Fondskunden im sogenannten Derivate-Clearing einige überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank abgezogen hätten. Der Aktienkurs der Deutschen Bank rauschte daraufhin im New Yorker Handel nach unten. Auch die Kurse von US-Banken wie Goldman Sachs , JPMorgan oder Citigroup gerieten vor diesem Hintergrund unter Druck.

Die Deutsche Bank steht derzeit ohnehin enorm unter Druck: In den USA droht eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell knapp 12,5 Mrd Euro) in Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Anleger befürchten, dass die Bank ihr Kapital erhöhen muss.

Zur Wochenmitte hatten der US-Aktienmarkt noch von der Einigung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auf eine Förderobergrenze profitiert. Rohstoffexperten glauben aber nicht so recht daran. Sie verweisen auf die mangelnde Disziplin der Opec-Mitglieder, auf eine weiter schwache Nachfrage sowie auf die anderen großen Akteure am Markt wie Russland und die USA.

Grundsätzlich fehle dem US-Aktienmarkt derzeit aber ohnehin ein wenig die Richtung, sagte ein Börsianer. Für frische Impulse könnte die bald beginnende Berichtssaison der Unternehmen sorgen. Zudem blieben die Blicke auf die US-Notenbank Fed und den Zeitpunkt einer möglichen weiteren Straffung der Geldpolitik sowie auf die anstehende US-Präsidentschaftswahl gerichtet.

Mit Blick auf die Einzelwerte gewannen die Aktien von PepsiCo nach der Vorlage von Geschäftszahlen knapp 1 Prozent. Der Chips- und Getränkehersteller hatte im dritten Quartal (bis Anfang September) besser abgeschnitten als gedacht und erwartet für das Gesamtjahr nun etwas mehr Gewinn als zuvor.

Auch Analystenkommentare bewegten. So gab es von der Deutschen Bank eine Kaufempfehlung für die Aktien des Online-Auktionshauses Ebay . Die Papiere gewannen daraufhin 1,66 Prozent.

Die Anteilsscheine des iPhone-Herstellers Apple fielen hingegen um 1,52 Prozent. Die Experten der britischen Bank Barclays blieben zwar beim "Overweight"-Votum, sehen die Aktien nach den jüngsten Kursgewinnen aber nicht mehr als "Top Pick" im Sektor./mis/he

29.09.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schließt mit Verlust knapp über Tagestief

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der frisch gewonnene Mut hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag rasch wieder verlassen. Nachdem der Dax dank eines deutlichen Ölpreisanstiegs im Tagesverlauf die Marke von 10 500 Punkten deutlich überschritten hatte, seien die Sorgen zurückgekehrt, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Zudem sprang der Eurokurs im späteren Handelsverlauf kräftig nach oben, was den Export außerhalb der Eurozone erschweren kann.

Der Leitindex ging letztlich mit einem Abschlag von 0,31 Prozent auf 10 405,54 Punkte aus dem Handel. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,26 Prozent auf 21 493,56 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,38 Prozent auf 1785,42 Punkte.

SCHAUKELBÖRSE SETZT SICH FORT

Die aus der Opec-Einigung resultierende Reduzierung der Öl-Fördermengen sei nur minimal, so dass lediglich von einem Signal in die richtige Richtung gesprochen werden könne, sagte Stanzl. Zudem ändere dies nichts an den bestehenden Problemen einer schwachen Weltwirtschaft, Unsicherheiten über die zukünftige US-Geldpolitik und hausgemachten Probleme innerhalb der europäischen Bankenwelt. Die Schaukelbörse der vergangenen Wochen dürfte sich daher fortsetzen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab seine Gewinne fast vollständig ab und ging mit einem minimalen Aufschlag von 0,02 Prozent auf 2991,58 Punkte aus dem Handel. In Paris wurden moderate Gewinne verbucht, in London gewann der FTSE 100 dagegen 1 Prozent. In den USA gaben die Börsen zur selben Zeit leicht nach.

BASF-AKTIE ZEITWEISE AUF JAHRESHOCH

Die Titel des Chemiekonzerns BASF gaben einen Teil ihrer Tagesgewinne wieder ab und schlossen mit plus 1,78 Prozent auf 74,36 Euro. Bei zeitweise knapp unter 76 Euro waren sie zuvor auf den höchsten Stand in diesem Jahr geklettert. Die Ölpreisrally am Morgen wurde laut Händlern positiv für die Öl- und Gastochter Wintershall gewertet.

Bei den Versorgern RWE und Eon konnten sich die Anleger über Kursgewinne von 2,78 beziehungsweise 0,99 Prozent freuen. Die Titel profitierten von fortgesetzt steigenden Großhandelspreisen für Strom.

Dagegen ging der Sinkflug bei der Lufthansa weiter: Mit einem Minus von 2,71 Prozent auf 9,778 Euro waren die Aktien so schwach wie zuletzt vor über vier Jahren. Die erwartungsgemäße Stärkung der Tochter Eurowings mit bis zu 40 Airbus-Mittelstreckenjets von Air Berlin sei zwar sinnvoll, werde die Wettbewerbsnachteile gegenüber Ryanair und Easyjet aber allenfalls verringern, sagte ein Marktteilnehmer.

BANKAKTIEN SCHLAGEN UNTERSCHIEDLICHE RICHTUNG EIN

Bankaktien entwickelten sich in unterschiedlich. Während die Papiere der Deutschen Bank um 1,02 Prozent zulegten, büßten die Commerzbank-Papiere als Dax-Schlusslicht 3,09 Prozent ein. Das Institut baut Tausende Stellen ab und streicht die Dividende. Zur Deutsche Bank meinte Marktanalyst Jochen Stanzl zudem: "Auch wenn sich die Wogen um die Deutsche Bank heute leicht geglättet haben, die Kuh in Form der drohenden Strafzahlung ist noch lange nicht vom Eis."

Die Aktien von SMA Solar eroberten im TecDax mit plus 4,36 Prozent die Index-Spitze und knüpften damit an ihre Vortagsstabilisierung nach der vorangegangenen Talfahrt an.

EUROKURS STEIGT KRÄFTIG

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,27 Prozent am Vortag auf minus 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 144,28 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,06 Prozent auf 165,73 Punkte. Der Eurokurs sprang am späteren Nachmittag kräftig nach oben und wurde zum europäischen Aktienhandelsschluss bei 1,1243 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1221 (Mittwoch: 1,1225) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8912 (0,8909) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

30.09.2016

Tories fordern beim Parteitag Brexit-Plan von Theresa May

LONDON (dpa-AFX) - Großbritanniens Premierministerin Theresa May steht unter großem Druck, Zeitplan und Details für den geplanten EU-Austritt des Landes vorzugeben. Der Parteitag ihrer Konservativen (Tories), der am Sonntag in Birmingham beginnt, steht ganz im Zeichen des Mega-Themas Brexit.

Am 23. Juni hatten sich die Briten in einem historischen Referendum zum Austritt aus der EU entschieden. Bislang hat es May vermieden, sich zu Details festlegen zu lassen. Es heißt, die auf zwei Jahre beschränkten Austrittsgespräche mit der EU sollten Anfang des kommenden Jahres beginnen. Es gibt allerdings Spekulationen, May könnte die französischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr oder sogar die Bundestagswahl im Herbst 2017 abwarten.

Mit Spannung wird nun erwartet, ob die Regierungschefin ihre abwartende Haltung aufgibt und sich bereits bei der Eröffnungsrede am Sonntag auf einen Starttermin für die Austrittgespräche festlegt. Auch die Frage, ob Großbritannien künftig Teil des Europäischen Binnenmarkts sein soll, hat May bislang unbeantwortet gelassen. Doch in ihrem Kabinett brodelt es.

Brexit-Minister David Davis und Handelsminister Liam Fox werben beinahe unverhohlen dafür, den gemeinsamen Markt zugunsten strengerer Einwanderungskontrollen zu verlassen. Finanzminister Philip Hammond will den Zugang zum Binnenmarkt angeblich um jeden Preis erhalten. Außenminister Boris Johnson glaubt, dass ein Kompromiss mit der EU gefunden werden kann, der seinem Land sowohl Zugang zum Binnenmarkt als auch Kontrolle über die Einwanderung erlaubt.

Die Premierministerin warnt bisher, man dürfe seine Strategie nicht schon vor Beginn der Verhandlungen preisgeben. Beobachter glauben, dass die Gräben innerhalb der Partei immer tiefer werden, sollte May den Parteitag nicht nutzen, um eine gemeinsame Linie vorzugeben. Eine letzte Gelegenheit dazu böte sich am Mittwoch, wenn May ihre Abschlussrede hält./cmy/DP/tos

30.09.2016

Spanien meldet Besucherrekord - Deutsche auf Platz drei

MADRID (dpa-AFX) - Spanien hat in diesem Sommer einen nie da gewesenen Besucheransturm erlebt. Allein im August reisten 10,1 Millionen ausländische Touristen ins Land. Diese historische Höchstmarke sei nach einem Anstieg um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erreicht worden, meldete am Freitag die Statistikbehörde INE. In den ersten acht Monaten 2016 habe man einen Rekord von 52,5 Millionen Besuchern registriert - gut 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der starke Anstieg hängt nach Angaben der Branche auch mit den politischen und sozialen Krisen in anderen beliebten Reiseländern wie Griechenland, Türkei, Tunesien und Ägypten zusammen. Durch den relativ niedrigen Eurokurs kämen zudem so viele Asiaten, Afrikaner sowie US- und Lateinamerikaner nach Spanien wie nie zuvor.

Mit 7,6 Millionen Besuchern in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres und einem Anstieg von 4,9 Prozent belegen die Deutschen unter allen Spanien-Besuchern Platz drei. Ganz oben stehen unangefochten die Briten: Ihre Zahl stieg um rund 13 Prozent auf 12,4 Millionen. Mit 8,3 Millionen (plus 9,6 Prozent) rangiert Frankreich auf Platz zwei.

Die Touristen aus dem Ausland besuchten in Spanien zwischen Januar und August vor allem Katalonien (12,5 Millionen), die Balearen (9,6 Millionen) und die Kanaren (8,6 Millionen). Mit einem Anteil von rund 16 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ist der Tourismus eine der wichtigsten Branchen der spanischen Wirtschaft./er/DP/tos

30.09.2016

WDH/ROUNDUP: Grüne: Gabriel vernachlässigt forschenden Mittelstand

(Im 1. Satz muss es richtig heißen: die Förderung (nicht: den Förderung))

BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen haben Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeworfen, die Förderung des forschenden Mittelstands zu vernachlässigen. Bei den Etat-Beratungen habe Gabriel im Haushaltsausschuss des Bundestages bestätigt, dass er seine eigene Ankündigung an den Mittelstand nicht einhalten werde, kritisierte die Grünen-Politikerin Anja Hajduk am Freitag in Berlin. Sie warf dem SPD-Chef leere Versprechen vor.

Das auf kleine und mittlere Firmen ausgerichtete Industrie-Forschungsnetzwerk AiF warnt vor Nachteilen im internationalen Wettbewerb. "Die Innovationsaktivitäten des Mittelstandes sind bereits rückläufig", sagte AiF-Hauptgeschäftsführer Thomas Kathöfer. "Der Mittelstand könnte dadurch an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen und Deutschland seinen Ruf als Technologienation verlieren." Aus Sicht der AiF ist eine Verdopplung der geplanten Fördergelder nötig.

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) führt seit mehr als 60 Jahren Mittelstandsfirmen und Forschung zusammen. Viel kleine und mittlere Unternehmen haben keine eigenen Kapazitäten für Forschung und Entwicklung. Über das Netzwerk soll ihnen der Zugang zu neuen Technologien erleichtert werden.

Laut Hajduk hatte Gabriel noch im März erklärt, bis 2018 das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) auf 700 Millionen und die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) auf 200 Millionen Euro zu erhöhen. Doch weder fänden sich diese Zahlen im Haushaltsentwurf, noch sei eine Steigerung in der Finanzplanung vorgesehen. Beim ZIM bleibe der Minister mit mehr als 150 Millionen Euro unter seiner Ankündigung, bei der IGF fehlten 61 Millionen. "Der Minister vernachlässigt die wettbewerbsnotwendige Innovations- und Forschungsförderung und lässt so den Mittelstand im Stich", kritisierte die Grünen-Politikerin

Die Rechtfertigung des Ministers, er habe die Prioritäten auf die Förderung der Mikroelektronik verschoben, wäre hinnehmbar, wenn auch der Mittelstand profitieren würde, sagte Hajduk. Nach Angaben des Ministeriums aber würden weniger als fünf Prozent der Bewilligungssumme für kleine und mittlere Unternehmen in Anspruch genommen. Gabriel bestätige seinen Ruf, der Minister der wenigen Großen zu sein: "Der forschende Mittelstand hat bei dieser Politik das Nachsehen."

Im Regierungsentwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für den Haushalt 2017 sind für das ZIM bisher rund 548 Millionen Euro eingestellt. Für die Industrieforschung sollen insgesamt 210 Millionen Euro bereitgestellt werden, für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) etwa 139 Millionen Euro.

Folge ist laut AiF-Chef Kathöfer insgesamt, dass die Bewilligungsquote für Forschungsprojekte weiter sinke. Die Hürden für einen Zuschuss würden immer höher, viele potenzielle Antragsteller winkten ab. Die eigentlich als Breitenförderung gedachte Finanzierung entwickle sich zur Exzellenzförderung: "Nur die Besten kommen zum Zuge." Die Forschungslandschaft werde so ärmer./sl/DP/tos

30.09.2016

ROUNDUP/Grüne: Gabriel vernachlässigt forschenden Mittelstand

BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen haben Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeworfen, den Förderung des forschenden Mittelstands zu vernachlässigen. Bei den Etat-Beratungen habe Gabriel im Haushaltsausschuss des Bundestages bestätigt, dass er seine eigene Ankündigung an den Mittelstand nicht einhalten werde, kritisierte die Grünen-Politikerin Anja Hajduk am Freitag in Berlin. Sie warf dem SPD-Chef leere Versprechen vor.

Das auf kleine und mittlere Firmen ausgerichtete Industrie-Forschungsnetzwerk AiF warnt vor Nachteilen im internationalen Wettbewerb. "Die Innovationsaktivitäten des Mittelstandes sind bereits rückläufig", sagte AiF-Hauptgeschäftsführer Thomas Kathöfer. "Der Mittelstand könnte dadurch an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen und Deutschland seinen Ruf als Technologienation verlieren." Aus Sicht der AiF ist eine Verdopplung der geplanten Fördergelder nötig.

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) führt seit mehr als 60 Jahren Mittelstandsfirmen und Forschung zusammen. Viel kleine und mittlere Unternehmen haben keine eigenen Kapazitäten für Forschung und Entwicklung. Über das Netzwerk soll ihnen der Zugang zu neuen Technologien erleichtert werden.

Laut Hajduk hatte Gabriel noch im März erklärt, bis 2018 das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) auf 700 Millionen und die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) auf 200 Millionen Euro zu erhöhen. Doch weder fänden sich diese Zahlen im Haushaltsentwurf, noch sei eine Steigerung in der Finanzplanung vorgesehen. Beim ZIM bleibe der Minister mit mehr als 150 Millionen Euro unter seiner Ankündigung, bei der IGF fehlten 61 Millionen. "Der Minister vernachlässigt die wettbewerbsnotwendige Innovations- und Forschungsförderung und lässt so den Mittelstand im Stich", kritisierte die Grünen-Politikerin

Die Rechtfertigung des Ministers, er habe die Prioritäten auf die Förderung der Mikroelektronik verschoben, wäre hinnehmbar, wenn auch der Mittelstand profitieren würde, sagte Hajduk. Nach Angaben des Ministeriums aber würden weniger als fünf Prozent der Bewilligungssumme für kleine und mittlere Unternehmen in Anspruch genommen. Gabriel bestätige seinen Ruf, der Minister der wenigen Großen zu sein: "Der forschende Mittelstand hat bei dieser Politik das Nachsehen."

Im Regierungsentwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für den Haushalt 2017 sind für das ZIM bisher rund 548 Millionen Euro eingestellt. Für die Industrieforschung sollen insgesamt 210 Millionen Euro bereitgestellt werden, für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) etwa 139 Millionen Euro.

Folge ist laut AiF-Chef Kathöfer insgesamt, dass die Bewilligungsquote für Forschungsprojekte weiter sinke. Die Hürden für einen Zuschuss würden immer höher, viele potenzielle Antragsteller winkten ab. Die eigentlich als Breitenförderung gedachte Finanzierung entwickle sich zur Exzellenzförderung: "Nur die Besten kommen zum Zuge." Die Forschungslandschaft werde so ärmer./sl/DP/tos

30.09.2016

Tariflöhne und -gehälter in Ostdeutschland fast auf Westniveau

BERLIN (dpa-AFX) - Die durchschnittlichen Tariflöhne und -gehälter in Ostdeutschland haben sich stark an die in Westdeutschland angenähert. 26 Jahre nach der Wiedervereinigung seien die tariflichen Grundvergütungen zu 98 Prozent auf Westniveau, teilte die Hans-Böckler-Stiftung am Freitag unter Berufung auf Daten von Mitte 2016 mit. Allerdings seien bei den Zahlen die teils unterschiedlichen Arbeitszeiten nicht berücksichtigt.

Zwischen den Branchen zeigen sich teilweise große Unterschiede: Im öffentlichen Dienst etwa seien 100 Prozent des Tarifniveaus erreicht, im Bauhauptgewerbe 93 Prozent und in der Landwirtschaft nur 74 Prozent. Bei den Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden, ist der Einkommensrückstand allerdings deutlich größer.

Nach Angaben der Stiftung ist dieser Unterschied ein wesentlicher Grund für den niedrigeren effektiven Bruttoverdienst in den neuen Bundesländern, der insgesamt 16 Prozent unter dem im Westen liegt. Aufgrund des gesetzlichen Mindestlohnes habe sich der Abstand zuletzt aber ein wenig verringert./jnp/DP/tos

30.09.2016

Grüne: Gabriel vernachlässigt forschenden Mittelstand

BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen haben Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgeworfen, die Förderung des forschenden Mittelstands zu vernachlässigen. Bei den Etat-Beratungen habe Gabriel im Haushaltsausschuss bestätigt, dass er seine eigene Ankündigung an den Mittelstand nicht einhalten werde, kritisierte die Grünen-Politikerin Anja Hajduk am Freitag in Berlin. Sie warf dem SPD-Chef leere Versprechen vor.

Dabei habe Gabriel noch im März erklärt, bis 2018 das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) auf 700 Millionen und die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) auf 200 Millionen Euro zu erhöhen, sagte Hajduk. Doch weder fänden sich diese Zahlen im Haushaltsentwurf, noch sei eine Steigerung in der Finanzplanung vorgesehen. Beim ZIM bleibe der Minister mit mehr als 150 Millionen Euro unter seiner Ankündigung, bei der IGF fehlten 61 Millionen: "Der Minister vernachlässigt die wettbewerbsnotwendige Innovations- und Forschungsförderung und lässt so den Mittelstand im Stich."/sl/DP/tos

30.09.2016

Italien: Verbraucherpreise steigen wieder

ROM (dpa-AFX) - In Italien sind die Verbraucherpreise im September erstmals seit Januar wieder gestiegen. Wie das Statistikamt Istat am Freitag mitteilte, lag das Preisniveau nach europäischer Rechnung (HVPI) 0,1 Prozent höher als vor einem Jahr. In den Monaten zuvor war die Inflationsrate dagegen negativ gewesen. Analysten hatten mit der aktuellen Entwicklung gerechnet. Im Monatsvergleich stieg der HVPI um 1,9 Prozent./bgf/jkr/stb

30.09.2016

ROUNDUP/Kieler Ministerin: Grüne in Ländern sollten Steuerreform mittragen

KIEL (dpa-AFX) - Die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold von den Grünen hat ihren Parteifreunden in den Ländern empfohlen, den Bund-Länder-Kompromiss zur Reform der Erbschaftsteuer im Bundesrat zu billigen. "Ich empfehle den Ländern Zustimmung im Bundesrat", sagte Heinold der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). "Würde das Gesetz im Bundesrat keine Mehrheit finden, bestünde das Risiko, dass das Bundesverfassungsgericht die Erbschaftsteuer ganz aussetzt."

Sie habe den Kompromiss eingehend hinsichtlich seiner Verfassungsfestigkeit überprüft, sagte Heinold der Zeitung. "Die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses sind sowohl für sich gesehen als auch in ihrer Gesamtheit verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden." Im Bundestag haben die Grünen den Kompromiss am Donnerstag mit dem Argument abgelehnt, er sei verfassungswidrig. Die Bundestagsmehrheit von SPD und Union billigte die Reform. Der Bundesrat stimmt voraussichtlich am 14. Oktober ab.

Das am Donnerstag vom Bundestag beschlossene Gesetz entspreche nicht ihrer Vorstellung einer gerechten, einfachen und transparenten Vermögensbesteuerung, erläuterte Heinold. Im jetzigen Verfahren sei es aber nicht um 100-Prozent-Lösungen gegangen, sondern um den Minimalanspruch, Verfassungskonformität zu sichern, Rechtssicherheit für Betriebe zu gewährleisten und die Erbschaftsteuer als wichtige Einnahmequelle für die Länder zu erhalten. Es sei richtig gewesen, den Vermittlungsausschuss anzurufen. "Das Ergebnis ist besser als vorher."

Die Bewertung des Finanzministeriums in Kiel sei eindeutig: "Die für verfassungswidrig erklärten Regelungen wurden aufgegriffen", sagte Heinold. Die wesentlichen Punkte seien entsprechend den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt worden. Eine Zustimmung im Bundesrat ersetze aber nicht den politischen Willen, bei entsprechenden politischen Mehrheiten später ein besseres Erbschaftsteuergesetz zu machen, sagte Heinold. Dieses müsse einfach und gerecht ausfallen./wsz/DP/tos

30.09.2016

Mittelstand pocht auf mehr Forschungsgeld

BERLIN (dpa-AFX) - Die mittelständische Wirtschaft pocht auf mehr Forschungsfördergeld und warnt vor Nachteilen im internationalen Wettbewerb. Das auf kleine und mittlere Firmen ausgerichtete Industrie-Forschungsnetzwerk AiF hält die bisher im Bundeshaushalt für 2017 geplanten Mittel für unzureichend. "Die Innovationsaktivitäten des Mittelstandes sind bereits rückläufig", sagte AiF-Hauptgeschäftsführer Thomas Kathöfer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Der Mittelstand könnte dadurch an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen und Deutschland seinen Ruf als Technologienation verlieren." Die Förderung des forschenden Mittelstandes dürfe kein leeres Versprechen der Politik sein. Aus Sicht der AiF ist eine Verdopplung der geplanten Fördergelder nötig./sl/DP/stb

30.09.2016

Eurozone: Inflation legt etwas zu

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die Inflation im Euroraum hat im September erwartungsgemäß etwas zugelegt. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte, erhöhten sich die Verbraucherpreise zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozent. Das ist die höchste Rate seit Januar. Analysten hatten die Entwicklung erwartet.

Grund für den etwas stärkeren Preisauftrieb ist die Entwicklung der Energiepreise. Diese sind im Jahresvergleich zwar immer noch rückläufig, allerdings nicht mehr so stark wie in den Monaten zuvor. Im September lagen sie 3,0 Prozent tiefer als im Vorjahresmonat, nach 5,6 Prozent im August und 6,7 Prozent im Juli.

Der grundlegende Preisdruck bleibt jedoch verhalten, wie die Kerninflation zeigt, die Energie und Lebensmittel außen vor lässt. Sie lag im September unverändert bei 0,8 Prozent. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln schwächte sich ab. Industriegüter waren 0,3 Prozent teurer als vor einem Jahr, Dienstleistungen verteuerten sich um 1,2 Prozent.

Die Inflation liegt nach wie vor deutlich unterhalb des Preisziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Weil die EZB in der Verfehlung eine Wachstumsbremse sieht, hat sie ihre Geldpolitik stark gelockert./bgf/jkr/stb

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: Berenberg senkt Ziel für Commerzbank auf 5 Euro - 'Sell'

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Commerzbank nach der Bekanntgabe der neuen Strategie von 8,50 auf 5,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen. Wegen des fortgesetzten Margendrucks, einer schwachen Kreditnachfrage und steigender Risikokosten in Bezug auf das Schiffsportfolio sei eine Überarbeitung der Strategie notwendig gewesen, schrieb Analyst Adam Barrass in einer Studie vom Freitag. Er senkte wegen erwarteter Restrukturierungskosten und Sonderposten beim Finanzinstitut seine Schätzungen für 2016 und 2017./ck/zb/stb

30.09.2016

AKTIE IM FOKUS: Analysten nehmen Deutsche Bank in Schutz - Verluste eingedämmt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Kurseinbruch bei der Deutschen Bank rufen die Analysten anderer Geldhäuser die Anleger zur Besonnenheit auf. Deutschlands Branchenprimus habe ausreichend finanzielle Mittel, um mit seinen Problemen fertig zu werden, lautet die einhellige Meinung am Freitagmorgen. Er könne den Anlegern nur dazu raten, Ruhe zu bewahren, schrieb Analyst Jacques-Henri Gaulard vom Analysehaus Kepler Cheuvreux.

Der geballte Aufruf trug offenbar Früchte: Die Aktie der Deutschen Bank dämmte ihre Verluste bis zum späten Vormittag auf 4 Prozent ein, nachdem sie zu Handelsbeginn noch um mehr als 9 Prozent auf ein Rekordtief von 9,898 Euro abgerutscht war. Die Kursziele der Analysten, die sich am Morgen äußerten, liegen unverändert zwischen 13 und 14 Euro.

AKTIE IST GRÖSSTER VERLIERER IM DAX

"Wir glauben, dass die Liquiditätssituation der Bank stabil ist", schrieb Goldman-Sachs-Analyst Jernej Omahen in einer Reaktion auf die jüngste Hiobsbotschaft bei der Deutschen Bank: Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument der Bank berichtet, dass bestimmte Hedgefonds ihre Geschäfte mit den Frankfurtern mittlerweile eingeschränkt hätten.

Die Deutsche Bank steht seit Monaten unter Druck - alleine seit Jahresbeginn hat die Aktie 54 Prozent verloren und ist damit der mit Abstand schlechteste Dax-Wert. Die Sorgen um die Kapitalausstattung erreichten in diesem Monat einen Höhepunkt, nachdem die US-Regierung in Vergleichsverhandlungen um dubiose Hypotheken-Deals eine Summe von 14 Milliarden Dollar forderte.

CREDIT SUISSE: 'KURSRUTSCH IST ÜBERTRIEBEN'

Der anhaltende Kursrutsch nach dem Bekanntwerden des Vergleichsangebots sei übertrieben, schrieb Analyst Jon Peace von der Credit Suisse. Er geht davon aus, dass die letztlich zu zahlende Summe deutlich unter den umgerechnet 12,5 Milliarden Milliarden Euro liegen dürfte - er rechnet mit zirka 4 Milliarden Euro. Gleichzeitig wies er aber daraufhin, dass es weitere rechtliche Baustellen gebe, die teuer werden dürften. Angesichts dessen rät er den Anlegern, die Finger von Deutsche-Bank-Aktien zu lassen, zumal "die grundsätzlichen Probleme einer niedrigen Profitabilität und einer dünne Kapitaldecke" bestehen blieben.

Ins gleiche Horn stieß JPMorgan-Experte Kian Abouhossein, der zu den einflussreichsten Analysten der Bankenbranche zählt. Auch er hält den Kurseinbruch für überzogen, mahnte aber gleichzeitig: "Es muss relativ schnell ein Vergleich erzielt werden, damit das Geschäft nicht belastet wird."

ABVERKAUF AN DER WALL STREET

Schon kurz nachdem die Bloomberg-Geschichte über die abwandernden Hedgefonds am Donnerstagabend veröffentlicht wurde, hatte eine massive Verkaufswelle von Deutsche-Bank-Aktien eingesetzt. Im New Yorker Handel und auf der bis in den späten Abend hinein geöffneten Handelsplattform Tradegate fielen die Kurse um annähernd 7 Prozent. Dieser Trend setzte sich am Morgen im Xetra-Handel in Frankfurt fort bevor sich die Lage letztlich etwas entspannte.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan machte Spekulanten für den Absturz an den Finanzmärkten verantwortlich. Am Markt seien gerade "einige Kräfte" unterwegs, die das Vertrauen in das Institut schwächen wollten, schrieb der Manager am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX vorliegt. "Unsere Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Außenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst."

KURS TIEFER ALS IN DER FINANZKRISE

Kepler-Analyst Gaulard sprang dem Bankchef in einer Studie zur Seite: Die vor zwei Wochen durchgesickerten Forderungen des US-Justizministeriums sowie der Bloomberg-Bericht über das Abwandern von Kunden lenkten von einer fundamentalen Analyse der Bank ab. Und diese zeige, dass die Lage gerade beim Blick auf die Liquidität deutlich besser sei als noch 2007, also kurz bevor die Finanzkrise mit der US-Investmentbank Lehman Brothers ihr prominentestes Opfer forderte.

Wie angespannt die Lage für die deutsche Bank derzeit ist, zeigt ein Blick auf den historischen Kursverlauf: Selbst zu den schlimmsten Zeiten der Finanzkrise war die Aktie mehr als 15 Euro wert. Zuletzt kostete ein Anteilsschein der Deutschen Bank noch 10,435 Euro./das/ag/stb

30.09.2016

AKTIEN-FLASH: Halbleiterwerte profitieren von Konsolidierungsfantasie

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien aus der Halbleiterbranche haben am Freitag im schwachen Marktumfeld zu den wenigen Gewinnern gehört. Börsianer begründeten dies mit weiter angeheizter Konsolidierungsfantasie, die bereits den US-Branchenindex SOXX tags zuvor auf einen Rekordstand gehievt hatte.

Auslöser waren Berichte, dass der amerikanische Chip-Spezialist Qualcomm über einen Kauf des europäischen Rivalen NXP verhandle. Dies hatten das "Wall Street Journal" und die "Financial Times" am späten Donnerstag geschrieben. NXP-Papiere schossen daraufhin im US-Handel um fast 17 Prozent nach oben.

Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank wiederholte in einer Reaktion darauf seine Einschätzung, dass auch Infineon zum Übernahmeziel von US-amerikanischen oder asiatischen Schwergewichten werden könnte. Attraktiv sei die gute Positionierung der Münchner in den Megatrends Autonomes Fahren und Elektromobilität.

Infineon kletterten als einziger Dax-Gewinner um gut 1,5 Prozent, vergleichbar mit STMicroelectronics an der Euronext. Dialog Semiconductor zogen um 3 Prozent an./ag/zb

30.09.2016

IPO: Va-Q-Tec feiern im schwachen Markt erfolgreiches Debüt

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Va-Q-Tec sind am Freitag bei widrigen Umständen recht erfolgreich in den Börsenhandel gestartet. Im schwachen Marktumfeld wurden die Papiere des Isolier-Spezialisten zu 14 Euro erstmals gehandelt. Anschließend kletterten sie bis auf 14,895 Euro, bevor sie zuletzt wieder fast auf das Anfangsniveau zurückfielen.

Der Emissionspreis für die 6,7 Millionen Aktien hatte bei 12,30 Euro je Aktie gelegen und damit in der Mitte der Preisspanne zwischen 11,20 und 13,40 Euro.

Va-Q-Tec ist eine Ausgründung der Universität Würzburg. Das Hauptgeschäft macht das Unternehmen mit der Vermietung vorbereiteter Isolier-Container, Verpackungssysteme und Transportboxen. Dabei wendet sich das Unternehmen vor allem an die Medizinindustrie./ag/das

30.09.2016

ANALYSE: Credit Suisse hält Kursverluste bei Deutscher Bank für überzogen

ZÜRICH (dpa-AFX Broker) - Der jüngste Verfall der Deutsche-Bank-Aktie ist nach Einschätzung der Credit Suisse ungeachtet der vielen Probleme des Dax-Konzerns nicht gerechtfertigt. Der Kursrutsch nach dem Bekanntwerden des ersten Vergleichsangebots des US-Justizministeriums im Hypothekenrechtsstreit sei übertrieben, schrieb Credit-Suisse-Analyst Jon Peace in einer am Freitag verbreiteten Studie. Er beließ daher sein Kursziel bei 13 Euro und damit 30 Prozent über dem aktuellen Niveau. Wegen der schwiergen Lage der Bank und der Branchenkrise hielt er jedoch auch an seiner Einschätzung "Underpferform" fest.

Bevor das erste Vergleichsangebot in puncto Hypothekenstreit bekannt geworden war, hatte sich die Aktie von ihren Rückschlägen im Sommer erholt und zeitweise mehr als 13 Euro gekostet. Seit der Mitteilung der Bank, dass die US-Regierung in einem ersten Angebot 14 Milliarden Dollar für einen Vergleich in puncto Hypothekenpapiere verlangt hat, verlor der Kurs aber drastisch. Am Freitag beschleunigte sich die Talfahrt nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg über abgezogene Einlagen von Hedgefonds noch einmal. Die Aktie fiel in den ersten Handelsminuten um zeitweise 9 Prozent und damit erstmals unter die Marke von 10 Euro.

Der Credit-Suisse-Analyst geht davon aus, dass die Kosten für den Vergleich in den USA deutlich unter den umgerechnet 12,5 Milliarden Milliarden Euro liegen dürften. Er rechnet mit zirka 4 Milliarden Euro. Seiner Einschätzung nach dürften rund 3 Milliarden Euro der aktuell rund 5,5 Milliarden Euro an Rechtsrückstellungen für den US-Fall reserviert sein. Sollte es mehr werden, dürften die Kernprobleme der Bank - die niedrige Profitabilität und dünne Kapitaldecke - erneut stärker in den Fokus geraten. Die Bank dürfte trotz des Dividenden-Ausfalls und einiger Spartenverkäufe Probleme haben, die Kapitalanforderungen aus eigener Kraft zu erfüllen, analysierte Peace./zb/das

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: Berenberg senkt Ziel für Commerzbank auf 5 Euro - 'Sell'

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Commerzbank nach der Bekanntgabe der neuen Strategie von 8,50 auf 5,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen. Wegen des fortgesetzten Margendrucks, einer schwachen Kreditnachfrage und steigender Risikokosten in Bezug auf das Schiffsportfolio sei eine Überarbeitung der Strategie notwendig gewesen, schrieb Analyst Adam Barrass in einer Studie vom Freitag. Er senkte wegen erwarteter Restrukturierungskosten und Sonderposten beim Finanzinstitut seine Schätzungen für 2016 und 2017./ck/zb

30.09.2016

Deutsche-Bank-Aktie unter Druck - Kreise: Hedgefonds reduzieren Geschäft

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Der Aktie der Deutschen Bank droht nach neuen Negativ-Schlagzeilen am Freitag ein weiterer Kursrutsch. Am Vorabend war die Aktie auf der Handelsplattform Tradegate auf ein Rekordtief von 10,00 Euro gefallen. Auch im New Yorker Handel war sie um mehr als sechseinhalb Prozent eingebrochen.

Bestimmte Hedgefonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen reduziert, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg zuvor unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument der Bank berichtet. Das hatte für neue Verunsicherung unter Anlegern gesorgt.

Es sehe so aus, als würde die Lage bei Deutschlands größter Bank noch komplizierter, kommentierte ein Börsianer. Nun bleibe abzuwarten, wie sich ihre langfristigen, nachrangigen Schuldverschreibungen (CoCo Bonds) und die Kreditausfall-Versicherungen (CDS) entwickelten. Goldman-Analyst Jernej Omahen stufte die Finanzlage der Bank als weiterhin stabil ein./gl/das

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: Goldman belässt Deutsche Bank auf 'Neutral' - Ziel 14,20 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Aktie der Deutschen Bank nach neuen Verunsicherungen über deren Lage auf "Neutral" mit einem Kursziel von 14,20 Euro belassen. Unter Verweis auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass bestimmte Hedgefonds teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen beim größten deutschen Finanzinstitut abgezogen hätten, schrieb Analyst Jernej Omahen in einer Studie vom Freitag: "Wir glauben, dass die Liquiditätssituation der Bank stabil ist." Zusätzlichen Rückhalt gebe das von der Europäischen Zentralbank geknüpfte Sicherheitsnetz, das allen Banken der Eurozone offenstehe./ck/das

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29.09.2016

DAX-FLASH: Ins Minus gedreht - Eurokurs steigt

FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstagnachmittag eine Kehrtwende gemacht und ist in negatives Terrain abgetaucht. Nach einem freundlichen Start bröckelten im Verlauf die Gewinne nach und nach ab. Im Zuge des US-Börsenstarts und eines deutlich steigenden Eurokurses verlor der deutsche Leitindex zuletzt 0,03 Prozent auf 10 434,93 Punkte. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, gab zugleich einen Teil seiner Gewinne ab und legte zuletzt nur noch um 0,25 Prozent auf 2998,44 Punkte zu.

Der Eurokurs stieg auf 1,1234 Dollar, nachdem er zuvor gefallen war. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1221 (Mittwoch: 1,1225) US-Dollar festgesetzt. Die Märkte seien zurzeit recht schwankungsanfällig, was durchaus noch bis Oktober andauern könne, sagten Börsianer./ck/he

29.09.2016

ANALYSE-FLASH: Merrill Lynch sieht Deutsche Telekom unter 'Top 10 EMEA Ideas'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat die Deutsche Telekom auf ihre "Top 10 EMEA Ideas"-Liste für das vierte Quartal gesetzt. Die Einstufung lautet weiterhin "Buy". Die Aufstellung beinhalte zehn Unternehmen, deren Kurse im kommenden Quartal von bedeutenden Ereignissen bewegt werden dürften, schrieb Analyst Eric Lopez in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts./das/zb

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dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser