dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

05.07.2015

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Impressum

FRANKFURT (dpa-AFX) - Guten Morgen! Wir begrüßen Sie beim Nachrichtendienst von dpa-AFX. Den verantwortlichen Dienstleiter erreichen Sie unter folgender Telefonnummer: 069/92022-425. Alle angegebenen Zeiten beziehen sich auf MESZ oder MEZ. Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Heinz-Rudolf Othmerding. Die Redaktion erreichen Sie unter: dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH Gutleutstraße 110 60327 Frankfurt/Main Telefon: 069/92022-425 Fax: 069/92022-449 E-Mail: redaktion@dpa-AFX.de Weitere Informationen unter: www.dpa-AFX.de ©Copyright dpa-AFX. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. Unseren Verkauf und Kundenservice erreichen Sie unter: Telefon: 069/92022-480 Fax: 069/92022-420 E-Mail: vertrieb@dpa-AFX.de dpa-AFX zählt zu den führenden deutschsprachigen Nachrichtenagenturen für real time Finanz- und Wirtschaftsnachrichten. Die dpa-AFX Redakteure produzieren unabhängig, zuverlässig und schnell Nachrichten für institutionelle und private Anleger. Neben den engen Kontakten zu Händlern, Analysten und anderen Quellen nutzt die Redaktion das internationale Netzwerk der Gesellschafter Deutsche Presse-Agentur (dpa), Hamburg, und APA - Austria Presse Agentur, Wien.

05.07.2015

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Finanzanalysen in den dpa-AFX Diensten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Alle Meldungen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX werden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Meldungen zu Finanzanalysen von Dritten fassen diese Analysen lediglich zusammen bzw. geben sie in Auszügen wieder. Die Meldungen stellen aber weder eine Anlageberatung oder Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Abschluss bestimmter Finanzgeschäfte dar.

Darüber hinaus ersetzen sie nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Daher ist jegliche Haftung für Schäden aller Art (insbesondere Vermögensschäden), die bei Verwendung der Meldungen für die eigene Anlageentscheidung unter Umständen auftreten, ausgeschlossen. Auf den Inhalt der Finanzanalyse selbst hat die Nachrichtenagentur keinen Einfluss, verantwortlich dafür ist ausschließlich das jeweils für die Erstellung verantwortliche Unternehmen. Die Offenlegung der möglichen Interessenkonflikte der jeweils für die Erstellung der Finanzanalysen verantwortlichen Unternehmen ist auf deren Internetseite abrufbar.

04.07.2015

ROUNDUP: Post-Tarifrunde kommt voran - 'beide Seiten wollen Lösung'

BAD NEUENAHR/BONN (dpa-AFX) - Die Tarifverhandlungen für die rund 140 000 Beschäftigten der Post sind am Samstag bis zum frühen Nachmittag weiter vorangekommen. "Beide Seiten sind willens, Lösungen zu finden", berichtete ein Post-Sprecher. Ob es noch am Samstag einen Durchbruch bei den Gesprächen in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) geben könne, lasse sich aber nur schwer vorhersagen.

Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi: "Es wird weiter gearbeitet, aber die Einigung ist noch nicht in Sicht." Manche strittigen Punkte seien noch gar nicht angesprochen worden.

Gegen 14.00 Uhr hatte erneut eine direkte Sondierung mit Post- und Verdi-Vertretern begonnen. Nach diesen Gesprächsphasen folgen stets interne Beratungen in den Tarifkommissionen. Zu Details der Verhandlungen wollten sich beide Seiten zunächst nicht äußern.

Post und Verdi hatten zuvor vom Freitag- bis zum frühen Samstagmorgen gegen 1.00 Uhr verhandelt. Um kurz nach 9.00 Uhr gingen die Gespräche dann weiter. Währenddessen hielten die Streiks an. Laut Verdi waren dabei am Samstag wieder rund 32 000 Beschäftigte im Ausstand.

Zentraler Streitpunkt ist die Ausgliederung regionaler Paketgesellschaften bei schlechterer Bezahlung. Dort arbeiten rund 6500 Menschen, ihre Zahl soll steigen. Verdi lehnt das strikt ab.

Die Regionalgesellschaften sind aber nur ein Punkt von vielen. Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Geld und eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich für die Postler. Sie bietet ein Entgegenkommen an, falls die Post die Paketgesellschaften in den Haustarif aufnimmt. Das weist der Konzern als "nicht verhandelbar" zurück, wie Vorstandschef Frank Appel vor Verhandlungsbeginn noch einmal bekräftigt hatte.

Außerdem geht es um eine mögliche Verlängerung des Kündigungsschutzes, der zum Ende des Jahres ausläuft. Alle Teilfragen würden im Gesamtpaket verhandelt, hieß es bei Verdi.

Der inzwischen fast vierwöchige unbefristete Streik sorgt inzwischen zunehmend für Beschwerden von Kunden. In manchen Städten bleiben Briefe nach Schilderungen von Betroffenen wochenlang liegen. Stark betroffen ist demnach zum Beispiel Berlin. Klagen kommen vor allem von Online-Händlern, deren Lieferungen verspätet das Ziel erreichen und die Probleme mit ihren Kunden bekommen.

In der Bevölkerung findet der Ausstand einer Umfrage zufolge insgesamt weiter Rückhalt. Wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov in einer am Freitag veröffentlichten Befragung ermittelte, haben 63 Prozent der Bundesbürger Verständnis für den Arbeitskampf. Nur 29 Prozent lehnen ihn kategorisch ab.

Dabei hat fast die Hälfte der Bundesbürger inzwischen die Auswirkungen des Streiks persönlich zu spüren bekommen. Insgesamt 42 Prozent der 1370 Befragten gaben an, durch den Tarifkonflikt bereits wichtige Post zu spät erhalten zu haben./rs/DP/zb

04.07.2015

ROUNDUP: Krise der Energieversorger - RWE will Töchter zusammenlegen

ESSEN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Angesichts massiv gefallener Gewinne aus der Stromerzeugung tritt Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE mit einem internen Umbau auf die Kostenbremse. Der Aufsichtsrat habe schon vor längerer Zeit den Vorstand mit einem entsprechenden Konzept beauftragt, sagte ein Sprecherin am Samstag auf Anfrage. Ein Abbau von Personal stehe nicht im Fokus, es gehe um einfachere Strukturen.

Die "Rheinische Post" (Samstag) hatte berichtet, dazu sollten Töchter zusammengelegt oder mit dem Mutterkonzern verschmolzen werden. Das Blatt schrieb unter Berufung auf Unternehmenskreise, der RWE-Aufsichtsrat werde auf einer Sondersitzung am 10. August über die Pläne von Vorstandschef Peter Terium beraten. Diese Details und den Termin der Sitzung selbst wollte die Sprecherin nicht kommentieren.

Das Vorhaben der RWE-Führungsspitze ist grundsätzlich bereits länger bekannt. Das Programm zum internen Umbau und zur Stärkung des "Stammhauses" - der Holding RWE AG - trägt den Titel "Parent".

Die Gewerkschaft Verdi mahnte den Schutz von Arbeitnehmerrechten an. Bei der geplanten Zusammenlegung dürften diese nicht ausgehöhlt werden, und die Mitbestimmung müsse ihren Einfluss behalten, sagte der Verdi-Vertreter im Aufsichtsrat, Hans-Peter Lafos, laut der Zeitung. Bei RWE gab es Ende 2014 knapp 60 000 Vollzeitstellen.

Der Konzern hat allein sieben Töchter - teils mit gesonderten Vorständen und Aufsichtsräten, die teilweise wiederum Subunternehmen führen. Das gilt etwa für die RWE Deutschland AG in Essen mit ihrer Vertriebstochter in Dortmund. Beide Gesellschaften sollen dem Bericht zufolge verschmolzen werden.

Die verschachtelte Struktur des nach Eon führenden deutschen Energieanbieters ist teils historisch bedingt. So musste RWE nach der Fusion mit VEW (Dortmund) im Jahr 2000 garantieren, Jobs in Dortmund zu belassen. Typisch für das Unternehmen ist auch der große Einfluss der nordrhein-westfälischen Kommunen, die bis heute rund 25 Prozent der Anteile halten. Es werde nichts an der regionalen Verankerung des Konzerns verändert, betonte die RWE-Sprecherin am Samstag.

Mit seiner Strukturreform reagiert RWE auf den Einbruch in der Stromerzeugung mit Gas- und Kohlekraftwerken und auf den starken Verfall der Erlöse an den Strombörsen. So liegt der Preis für die Megawattstunde Strom am jeweiligen Folgetag derzeit nur bei rund 25 Euro - 2011 war es noch mehr als doppelt soviel. Grund ist unter anderem das große Konkurrenzangebot an Wind- und Sonnenstrom.

Terium hatte bei der Bilanzvorlage im März sogar betriebliche Verluste in der Stromerzeugung "in nicht allzu ferner Zukunft" prognostiziert, sollte sich an diesem Preisniveau nichts ändern. Das Ergebnis der Stromerzeugung - lange Jahre ein zentraler Erlösbringer für RWE und die gesamte Energiewirtschaft - war 2014 um fast ein Drittel auf etwa eine Milliarde Euro gesunken.

Der Marktführer Eon hat noch radikaler reagiert und spaltet seine konventionelle Erzeugung komplett vom Ökostrom-Geschäft ab. RWE will dagegen am bisherigen Geschäftsmodell prinzipiell festhalten. Der Konzern muss deshalb gegen seine schrumpfenden Erlöse ansparen./rs/jap/DP/zb

04.07.2015

Hitzehoch kurbelt Getränkeabsatz an

BERLIN/BONN (dpa-AFX) - Der warme Juli und das Hitzewochenende kommen der Getränkebranche gelegen. Nach dem milden Wetter der vergangenen Wochen setzt der Deutsche Brauer-Bund nun auf die kommenden Tage. "Bei sehr warmer Witterung sind vor allem auch die alkoholfreien Biere beliebt", sagt der Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes, Marc-Oliver Huhnholz. Sie haben mittlerweile einen Marktanteil von über sieben (2014). 2010 lag der Anteil noch bei knapp fünf Prozent. "Pils ist nach wie vor am beliebtesten mit einem Anteil von 50 Prozent", sagt Huhnholz.

Eigentlich sei wetterbedingt in den vergangenen Jahren der Juni der Monat mit den höchsten Absatzzahlen gewesen, sagt Huhnholz. Durchschnittlich werden im Juni gut zehn Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. "Das Wetter ist unser bester Außendienstmitarbeiter", sagt auch Yvonne Piater vom baden-württembergischen Brauerbund.

Wenn es um den Absatz von Mineralwasser geht, wirken sich zwei oder drei Hitzetage hintereinander noch nicht sehr stark aus, heißt es beim Verband Deutscher Mineralbrunnen. Bei längeren Hitzeperioden sei das anders. "Da jetzt mindestens noch zwei Wochen sonniges und heißes Wetter erwartet werden und der Handel entsprechend ordert, werden die Absätze in den nächsten Tagen steil in die Höhe gehen", sagt Geschäftsführer Stefan Seip.

Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigten, dass in dieser Situation Steigerungen des Wochenabsatzes um 100 Prozent keine Seltenheit seien. Im Rekordsommer 2003 fielen 30 Prozent des Jahresabsatzes auf die drei Monate Juli bis August. Insgesamt liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineralwasser bei fast 144 Litern im Jahr (2014).

Auch beim Getränkehersteller Thüringer Waldquell läuft die Abfüllung auf Hochtouren. Die Mitarbeiter seien rund um die Uhr, sechs Tage die Woche im Einsatz, um Nachschub zu liefern, sagte Geschäftsführer Thomas Heß. Derzeit werde fast doppelt so viel Mineralwasser, Cola und Limonade abgefüllt wie sonst.

In der Gastronomie haben vor allem Strandbars, Biergärten und Gartenlokale bei schönem Wetter einen Vorteil. "Bei den Sommergetränken im Trend liegen frisch gepresste Säfte, Saftschorlen und selbst gemachte Limonaden in vielen neuen Geschmacksrichtungen", sagt Stefanie Heckel vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Auch die Personalplanung spiele an heißen Tagen eine wichtige Rolle. "Es profitieren vor allem Mini-Jobber, die dann zahlreich zum Einsatz kommen."/kah/DP/zb

04.07.2015

STICHWORT: Blumen vertrocknet, Geschenk verpasst - Folgen des Poststreiks

BAD NEUENAHR/BERLIN (dpa-AFX) - Seit vier Wochen läuft der bundesweite Poststreik, für den die Tarifparteien in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) am Samstag weiter eine Lösung suchen. Viele Kunden wären heilfroh, wenn Briefe und Pakete endlich wieder pünktlich ankämen. Ernstere Probleme gibt es vor allem dort, wo die Post für die Beförderung medizinischer Güter gebraucht wird. Manche Kunden wollen zur Konkurrenz wechseln.

Einige Splitter aus dem Alltag der vergangenen Streikwochen:

- Eine Berliner Mutter klagt: "Wir warten seit über zwei Wochen auf ein Paket mit einem via Ebay gekauften Tipp-Kick-Spiel. Unser Sohn wartet ungeduldig drauf."

- Selbst wer für zwei Euro ein Buch auf Ebay versteigert hat, muss sich täglichen Nachfragen von Käufern stellen, ob der Artikel denn wirklich verschickt worden sei. In den Foren der Plattform berichten Verkäufer auch davon, dass sie aus Angst vor negativen Bewertungen inzwischen nichts mehr anbieten, bis der Streik ein Ende hat.

- Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beklagte vergangene Woche, dass Karten mit Blutproben von neugeborenen Kindern nicht rechtzeitig in den Laboren ankämen. Dadurch könne sich die Behandlung von zum Teil lebensbedrohenden Stoffwechselkrankheiten verzögern.

- Über eine Woche lang hat eine Familie aus Oberfranken auf die Urne mit der Asche des verstorbenen Vaters gewartet. Das Paket war wegen des Streiks bei der Post im Zustellstützpunkt in Neunkirchen am Brand (Bayern) liegengeblieben.

- Ein Zweitklässler aus Essen: "Ich hab meiner Patentante in Münster vor über zwei Wochen geschrieben, was ich mir zum Zeugnis wünsche. Jetzt haben wir schon eine Woche Ferien, sie hat den Brief noch immer nicht - und ich kein Geschenk."

- Der Online-Blumenhändler Marcel M.: "Ich versende Pflanzen und konnte dieses DHL-Spielchen nicht mehr mitmachen. Es kamen Pakete erst nach 3 Wochen an." Er habe daher den Versandpartner gewechselt und werde auch nach dem Streik nicht zurückkehren. "DHL wird dauerhaft Kunden verlieren."

- "Wir leiden", sagt Claudia Müller, die Sprecherin des

DRK-Blutspendedienstes West mit Sitz in Münster. Einladungen an potenzielle Spender würden derzeit nicht versandt oder kämen nicht an. "Und da wir ja nicht wissen, welche Briefe ausgetragen werden, können wir auch nicht auf die Post verzichten." Die Zahl der Spender gehe derzeit deutlich zurück, teilweise um ein Fünftel.

- Beim Düsseldorfer Apotheker Volker Schmitz bleiben seit dem Beginn des Poststreiks immer wieder Rezepte und Rechnungen liegen. Sorgen bereitet ihm vor allem die Belieferung eines Altenheims, das stets einen Wochenbedarf für seine Senioren bestellen muss. Vom Heim bekommt Schmitz die Rezepte bisweilen auch per Fax, weil die Briefträger streiken. "Da das Kopien sind, macht es allerdings auch die Abrechnungen schwieriger", berichtet er. "Teilweise holen wir die Rezepte auch mit dem Auto beim Arzt ab."

- In Nürnberg rufen AOK-Mitarbeiter an, wenn zum Beispiel eine Kur oder ein Rollstuhl genehmigt worden ist und der Versicherte darauf wartet: "Dann weiß er schon, es ist genehmigt, und der Brief ist unterwegs", sagt eine Sprecherin der Krankenkasse. "Bei Widerspruchsbescheiden akzeptieren wir eine längere Frist. Wir rechnen wegen des Poststreiks ein paar Tage dazu, aus Kulanz."

- Die Verbraucherzentrale NRW rät verärgerten Post-Kunden, sich über die Angebote der Konkurrenz zu informieren. Manche wichtige Schreiben könne man auch per Fax mit Protokoll verschicken, sagt Julian Graf, Jurist bei der Verbraucherzentrale - oder einfach selbst zustellen. "Wer mit seiner Kündigung oder Rechnung selbst zum Adressaten fährt, sollte sich die Zustellung aber quittieren lassen oder einen Zeugen mitnehmen."/rs/brd/DP/zb

04.07.2015

STICHWORT: Börsen-Strompreis im Keller - was tun die großen Vier?

DÜSSELDORF/BERLIN (dpa-AFX) - Der Strompreis an der Börse hat sich in wenigen Jahren halbiert. Die großen Versorger müssen lange sicher geglaubte Milliardeneinnahmen aus ihren konventionellen Kraftwerken abschreiben. Wie reagieren die vier Marktführer darauf?

- Branchenprimus Eon baut sein komplettes Geschäftsmodell um. Der Konzern spaltet die wegen der Energiewende unter Druck geratenen Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke mit anderen Sparten wie dem Energiehandel in die neue Firma Uniper ab. Das Kernunternehmen Eon konzentriert sich auf Zukunftsthemen wie Ökostrom und Energienetze sowie den Vertrieb. Es verlegt seinen Sitz von Düsseldorf nach Essen.

- RWE bleibt beim bisherigen Geschäftsmodell - der Stromerzeugung, dem Transport und dem Vertrieb bis zum Endkunden. Fehlende Gewinne versuchen die Essener durch Einsparungen und Strukturverbesserungen auszugleichen. Außerdem verkaufen sie Tafelsilber wie ihre höchst lukrative Gas- und Öltochter Dea. Der schmalere Investitionsetat fließt vor allem in die Windkraft - zu spät, sagen Kritiker.

- EnBW : Auch die Baden-Württemberger müssen stark sparen und auf satte Gewinne der Vergangenheit aus der Kernkraft verzichten. Sie sind bei der Ausrichtung auf die erneuerbaren Energien aber deutlich weiter als etwa RWE und setzen konsequent auf Wind und Sonne. Der Anteil der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen liegt hier bereits bei über 20 Prozent, beim Konzerngewinn bei über 10 Prozent.

- Vattenfall: Die deutsche Tochter des schwedischen Staatskonzerns greift ebenfalls durch. Sie stellt den Braunkohle-Tagebau in der Lausitz und Kraftwerke in Brandenburg und Sachsen zum Verkauf - ganz oder teilweise. Neue Investitionsentscheidungen habe das Unternehmen schon seit Jahren nur noch zugunsten der erneuerbaren Energien getroffen, heißt es. Schwerpunkt ist die Windkraft vor den Küsten./rs/DP/zb

04.07.2015

Arbeitgeber fordern Erhöhung der Riester-Zulage

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat die große Koalition aufgefordert, die private und die betriebliche Altersvorsorge wieder attraktiver zu machen. "Ich plädiere für eine höhere staatliche Zulage, um die Riester-Rente als attraktive private Vorsorge zu erhalten", sagte Kramer dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Riester-Sparer müssen jährlich vier Prozent ihres Einkommens einzahlen, wenn sie in den Genuss der staatlichen Zulage von 154 Euro kommen wollen. Weil Löhne und Gehälter aber zuletzt gestiegen sind, muss ein Riester-Sparer Jahr für Jahr mehr Geld aufwenden, um die seit 2008 unverändert gebliebene Zulage von 154 Euro zu erhalten.

Deshalb müsse die Zulage steigen, verlangte Kramer, ohne eine konkrete Summe zu nennen. Auch bei der betrieblichen Altersvorsorge sehen die Arbeitgeber Reformbedarf. Wenn der Zinseszinseffekt an Bedeutung verliere, seien für das gleiche Sparziel höhere Beiträge erforderlich: "Der steigende Aufwand muss bei der betrieblichen Altersvorsorge steuerlich anerkannt werden", sagte Kramer.

Er schlug deshalb vor, die Obergrenze für steuerfreie Einzahlungen "wenigstens auf acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze" zu erhöhen. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat bereits Änderungen bei der betrieblichen Altersvorsorge angekündigt. Höhere Zuschüsse bei der Riester-Rente hatte jüngst auch die Versicherungswirtschaft gefordert./wn/DP/zb

04.07.2015

ROUNDUP/Experte: Automarkt China am Wendepunkt - Deutsche mögen PS-Protze

BERGISCH GLADBACH (dpa-AFX) - Der weltgrößte Automarkt China steht nach Einschätzung von Branchenexperte Stefan Bratzel an einer historischen Schwelle. "Dort befinden wir uns derzeit im Übergang von einem stark wachsenden zu einem sich zunehmend moderat entwickelnden Markt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur nach einem längeren Aufenthalt im Reich der Mitte. Für die deutschen Autobauer Volkswagen , BMW und Daimler sei die geschäftliche Lage aktuell gleich mehrfach heikel. In ihrer Heimat profitieren Hersteller PS-starker Modelle derweil laut einer Studie weiter von den vergleichsweise niedrigen Spritpreisen.

Nicht nur das Ende der zweistelligen Wachstumsraten sorge bei den Autoverkäufen in China für neue Herausforderungen. Der dynamische Boom des Internets und seiner Geschäftsmodelle treffe die Anbieter.

"In China gibt es schon heute 650 Millionen Smartphone-Nutzer", sagte Bratzel. "Und ganz anders als etwa in Deutschland läuft bereits ein hoher Anteil der Verkaufsanbahnung in den Autohäusern über das Internet, bis hin zum Abschluss." Verkaufs- und Serviceangebote sowie taxiähnliche Online-Fahrdienste schössen durch die Decke.

"Das Internet durchdringt die Mobilitätswelt in China dynamischer als anderswo", sagte Bratzel. Hintergrund sei auch, dass Neuwagenkäufer bei den Premiumherstellern dort im Schnitt 36 Jahre alt seien - in Deutschland dagegen weit über 50 Jahre. Und noch immer seien gut zwei Drittel (68 Prozent) der Käufer eines Neuwagens in China Erstkäufer.

Bratzel sieht die deutschen Hersteller in Zugzwang. Nur gute Autos anzubieten und die Vertriebsnetze auszubauen, reiche nicht mehr. Beim Car-Sharing etwa müssten Angebote her. Volkswagen prüfe das bereits.

Das Wachstum der Mittelschicht in dem asiatischen Riesenreich sorge auch für eine Segmentverschiebung bei den nachgefragten Modellen. So stünden günstige Geländelimousinen (SUV) hoch im Kurs. Die aber hat beispielsweise China-Marktführer Volkswagen noch nicht im Angebot. Die Wolfsburger erleben in dem Land, wo sie gut ein Drittel aller Wagen absetzen, derzeit eine ungewohnte Flaute. So lag der konzernweite China-Absatz per Mai 1,1 Prozent unter Vorjahr.

Die im langjährigen Vergleich günstigen Spritpreise erhöhen in Deutschland den PS-Hunger der Autokäufer - ähnlich wie in den USA. "Gekauft werden vermehrt Fahrzeuge mit höherer Motorleistung, während alternative Antriebe wie Erd- oder Flüssiggas und Elektoantriebe zu "Mauerblümchen" degenerieren", heißt es in einer Analyse des CAR-Centers der Universität Duisburg-Essen, die der "Welt am Sonntag" vorlag. Im Schnitt liege die Neuwagen-Motorenstärke bei 143 PS.

In China sei die Lage durchwachsen: "Es herrscht dort im Moment eine gewisse Ratlosigkeit", so Bratzel. "Die Frage ist, ob die Verkaufsrückgänge nur eine vorübergehende Delle sind."

Zudem würden die chinesischen Hersteller konkurrenzfähiger. Auch die Vorgabe der kommunistischen Führung für ihre Kader, stärker Autos aus heimischer Produktion zu kaufen, belaste den Erfolg westlicher Luxusmarken wie Audi , BMW, Mercedes oder Porsche./loh/jap/DP/zb

04.07.2015

'Focus': Bahn-Vorstand soll kleiner werden

BERLIN/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Vorstand der Deutschen Bahn soll einem Medienbericht zufolge um mindestens zwei Mitglieder verkleinert werden. Konzernchef Rüdiger Grube wolle dies bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz Ende Juli verkünden, schrieb das Magazin "Focus" und berief sich dabei auf Aufsichtsratskreise. Ein Bahnsprecher wollte sich auf Nachfrage am Samstag nicht zu dem Bericht äußern.

Verkehrsvorstand Ulrich Homburg und Güterchef Karl-Friedrich Rausch sollen demnach ausscheiden. Volker Kefer solle als neuer "Super-Vorstand" die Bereiche Fern-, Nah- und Güterverkehr sowie die Logistik übernehmen, hieß es. Der ehemalige Kanzleramtschef Ronald Pofalla werde zudem Anfang des kommenden Jahres Vorstandsmitglied.

Grube hatte bereits Ende Juni angekündigt, den bundeseigenen Konzern durch einen Umbau wieder profitabler machen zu wollen. Die Bahn steht im Fernverkehr wegen der Konkurrenz durch Fernbusse unter Druck. Im Regionalverkehr hat sie bei Ausschreibungen Marktanteile verloren. Auch der Güterverkehr schwächelt. Hinzu kommen die finanziellen Folgen der vergangenen Lokführerstreiks./nk/DP/zb

03.07.2015

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Moderate Verluste vor Griechen-Abstimmung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger vor der griechischen Volksabstimmung am Wochenende zurückgehalten. Impulse aus den USA fehlten am Freitag, da die dortigen Börsen wegen des Nationalfeiertags am Samstag bereits geschlossen blieben.

Der lange wenig bewegte Dax rutschte am Nachmittag etwas ab und schloss 0,37 Prozent schwächer bei 11 058,39 Punkten. Auf Wochensicht büßte der hiesige Leitindex damit 3,78 Prozent an Wert ein.

NEBENWERTE-INDIZES KAUM BEWEGT

Der MDax der mittelgroßen Werte ging am Freitag lediglich 0,03 Prozent schwächer bei 19 874,49 Punkten aus dem Handel, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,09 Prozent auf 1656,96 Punkte verlor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,62 Prozent tiefer bei 3441,76 Punkten. In Paris und London ging es mit den Kursen ebenfalls nach unten.

Marktbeobachterin Sarah Brylewski vom Handelshaus Ayondo sah die Anleger im "Griechen-Streik". Denn erst nach der Volksabstimmung am Sonntag dürfte wieder Bewegung in die Verhandlungen um die Schulden des Landes kommen. Dieser Streit wiederum bewegt die Märkte seit Monaten. Dagegen riet Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research mit Blick auf den kommenden Montag zur Gelassenheit. "Das griechische Chaos haben die Finanzmärkte schon vor dem Wochenende eingepreist", sagte er.

K+S PROFITIEREN WEITER VON ÜBERNAHMEHOFFNUNG

Unter den deutschen Einzelwerten ragten die Aktien von K+S mit dem anhaltenden Übernahmeinteresse von Potash weiter heraus: Die Papiere des Dünger- und Salzproduzent gewannen an der Dax-Spitze 4,44 Prozent auf 38,665 Euro.

Der kanadische Düngemittelhersteller Potash will nach der Ablehnung seiner Offerte nun zeitnah auf deren Management zugehen. Die Verantwortlichen von K+S wollen jedoch zuerst ein höheres Angebot sehen, bevor sie sich wieder mit dem Thema befassen, wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus dem Umfeld des Kasseler Unternehmens erfuhr.

ANALYSTENKOMMENTAR BELASTET HEIDELBERGCEMENT

Ein negativer Analystenkommentar drückte dagegen die Aktien von HeidelbergCement mit 1,29 Prozent ins Minus. Händler verwiesen auf eine aktuelle Studie der Deutschen Bank, die sich Sorgen über ein möglicherweise tristeres zweites Quartal des Baustoffekonzerns macht.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,71 Prozent auf 0,68 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 138,55 Punkte. Der Bund-Future erholte sich um 0,62 Prozent auf 151,90 Zähler. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1096 US-Dollar. Bereits zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1096 (Donnerstag: 1,1066) US-Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9012 (0,9037) Euro./gl/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

03.07.2015

Aktien Frankfurt Schluss: Moderate Verluste vor Griechen-Abstimmung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger vor der griechischen Volksabstimmung am Wochenende zurückgehalten. Impulse aus den USA fehlten, da die dortigen Börsen wegen des Nationalfeiertags am Samstag bereits geschlossen blieben.

Der lange wenig bewegte Dax rutschte am Freitagnachmittag etwas ab und schloss 0,37 Prozent schwächer bei 11 058,39 Punkten. Auf Wochensicht büßte der hiesige Leitindex damit 3,78 Prozent an Wert ein. Der MDax der mittelgroßen Werte ging am Freitag lediglich 0,03 Prozent schwächer bei 19 874,49 Punkten aus dem Handel, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,09 Prozent auf 1656,96 Punkte verlor./gl/he

03.07.2015

WOCHENAUSBLICK: Griechen entscheiden sich am Sonntag 'für oder gegen Europa'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Unabhängig davon, wie die Griechen beim Volksentscheid abstimmen - die Anleger stellen sich auf weiter schwankende Märkte ein. Schon zuletzt war der Dax vornehmlich von der Erwartung auf ein Ende des Schuldenstreits zwischen Athen und seinen Gläubigern bewegt, aber nach Expertenmeinung nicht dramatisch in die Tiefe gedrückt worden.

Dass sich der Markt an Enttäuschungen gewöhnt hat, zeigte bereits die abgelaufene Woche. Nach einer wiederholten gescheiterten Einigung blieben die griechischen Banken geschlossen. Der Dax erlebte am Montag zwar seinen größten Tagesverlust seit Jahren und wurde im Wochenverlauf auch mal unter die Marke von 11 000 Punkten gedrückt, erholte sich aber immer wieder. Ähnliches könnte sich in der neuen Woche wiederholen.

REFERENDUM-ERGEBNIS: "NEIN"-VOTUM SPRICHT FÜR GREXIT

Die meisten Ökonomen sehen in dem Volksentscheid eine Entscheidung für oder gegen Europa. Durch das Referendum werde endlich klar, was das griechische Volk wolle, sagt Börsenexperte Robert Halver von der Baader Bank . Stimmte die Mehrheit dagegen, die Forderungen der Gläubiger anzunehmen, rücke ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone näher. Das dürfte die Märkte zunächst belasten. Stimmten die Griechen mit "Ja", sollten sich die Börsen kurzfristig freundlich zeigen.

Die Probleme seien dann aber nicht vom Tisch. "Es gibt keine optimale Lösung. Auf lange Sicht wäre ein 'Grexit' aber die bessere Variante", sagt Halver. Denn dann müsse Griechenland ernsthaft Reformen angehen und habe gleichzeitig die Chance, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Bei einer Einigung mit den Gläubigern seien dagegen "Kosmetikreformen" wahrscheinlicher.

ZINSWENDE IN DEN USA: FED-PROTOKOLL IM FOKUS

Zwar werden derzeit nicht-griechische Faktoren in den Hintergrund gedrängt. Doch zumindest zur Wochenmitte hin dürfte die Frage über den Zeitpunkt der Zinswende in den USA und in Großbritannien im Fokus stehen: Am Mittwoch wird das Protokoll der US-Notenbanksitzung vom 17. Juni veröffentlicht, und am Folgetag entscheidet die Bank of England über den Leitzins. Beide Zentralbanken schienen "große Angst davor zu haben, den Leitzins zu früh anzuheben", und würden offenbar "bewusst ein Überschießen der Inflation in Kauf nehmen", teilt Chefvolkswirt Edgar Walk von Metzler Asset Management mit.

Auch in China stehen über kurz oder lang Zinsentscheidungen an. Deswegen dürften die Verbraucher- und Produktionspreise am Donnerstag die Börsianer interessieren. Der Shanghai-Composite-Index hatte seit seinem Hoch im Juni um mehr als 25 Prozent nachgegeben.

NÄCHSTER SHOWDOWN-TERMIN: GRIECHEN-ANLEIHEN WERDEN FÄLLIG

Zum kommenden Wochenende hin wird es noch einmal spannend. Denn am Freitag werden griechische Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten in Milliardenhöhe fällig. Werden private Gläubiger nicht bedient, ist das für die Ratingagenturen ein Grund, Griechenland noch weiter abzuwerten. Zudem spricht am Abend die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, in Cleveland.

Von der Unternehmensseite liefert die langsam beginnende Berichtssaison vor allem für den MDax Impulse. CropEnergies berichtet einen Tag vor dem Mutterkonzern Südzucker über Quartalszahlen. Gerresheimer präsentiert am Donnerstag seine Ergebnisse./mzs/gl/he

--- Von Michaela Zin Sprenger, dpa-AFX ---

03.07.2015

Aktien Frankfurt: Anleger im 'Griechen-Streik' warten Referendum ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt halten sich die Anleger vor dem griechischen Referendum am Wochenende weiter zurück. Der Dax büßte bei geringen Schwankungen bis zum Nachmittag 0,10 Prozent auf 11 088,11 Punkte ein.

Marktbeobachterin Sarah Brylewski vom Handelshaus Ayondo sieht die Dax-Anleger im "Griechen-Streik". Denn erst nach der Volksabstimmung dürfte wieder Bewegung in die Verhandlungen um die Schulden des Landes kommen. Dieser Streit wiederum bewegt die Märkte seit Monaten.

Für einen ruhigen Handel in Frankfurt spricht auch, dass an der Wall Street wegen eines Feiertages nicht gehandelt wird.

Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,08 Prozent auf 19 864,59 Punkte nach, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,26 Prozent auf 1662,70 Punkte zulegte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor knapp ein halbes Prozent.

ENTSCHEIDUNG ÜBER REFERENDUM

Eine Unwägbarkeit gibt es allerdings noch vor dem Wochenende: Denn ob das Referendum überhaupt wie geplant am Sonntag stattfindet, will Griechenlands Staatsrat - das oberste Verwaltungsgericht des Landes - an diesem Freitag entscheiden. Griechische Verfassungsrechtler erwarten aber, dass die Klage zweier Bürger gegen die geplante Abstimmung abgewiesen wird.

Eine Umfrage des griechischen Meinungsforschungsinstituts ALCO im Auftrag der Boulevardzeitung "Ethnos" sagt eine äußerst knappe Entscheidung zwischen beiden Lagern voraus. Die Regierung in Athen wirbt weiter vehement für ein "Nein".

Mit Blick auf den kommenden Montag rät Marktexperte Daniel Saurenz bereits jetzt zur Gelassenheit: "Das griechische Chaos haben die Finanzmärkte schon vor dem Wochenende eingepreist", sagte er. "Egal, wie das Referendum ausgehen mag, die Institutionen und handelnden Personen hatten Zeit, einen Plan A und B auszuarbeiten."

ÜBERNAHMEPOKER BEI K+S

Unter den Einzelwerten ragten K+S mit dem Übernahmeinteresse von Potash weiter heraus. Die Papiere gewannen an der Dax-Spitze gut 5 Prozent auf 38,945 Euro. Die Kanadier wollen nach der Ablehnung durch die Kasseler nun zeitnah auf deren Management zugehen. Bei der geplanten Übernahme werde nicht an Stellenstreichungen, Betriebsschließungen oder gar einen Verkauf des Salzgeschäfts gedacht, teilte Potash in einer Stellungnahme mit.

Ein Börsianer sprach von sehr freundlichen Tönen. Das Barangebot von 41 Euro müsse noch nicht das letzte Wort gewesen sein. Die Verantwortlichen von K+S wollen jedoch zuerst eine höhere Offerte sehen, bevor sie sich wieder mit dem Thema befassen, wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag aus dem Umfeld des Kasseler Unternehmens erfuhr.

SKEPSIS VOR QUARTALSZAHLEN BELASTET HEIDELCEMENT

Sorgen über ein möglicherweise tristeres zweites Quartal als gedacht drückten dagegen die Aktien von HeidelbergCement um fast 1,5 Prozent. Händler verwiesen auf eine aktuelle Studie der Deutschen Bank. Schwächere Daten vom US-Markt implizierten, dass das Jahresviertel für den Baustoffkonzern schwieriger gewesen sein könnte, schrieb Analystin Glynis Johnson./ag/das

03.07.2015

Aktien New York Ausblick: Geschlossen wegen Feiertag

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen bleiben am heutigen Freitag wegen des Nationalfeiertags am Samstag geschlossen./gl/das

03.07.2015

Aktien Frankfurt: Dax bewegt sich kaum - Anleger bleiben im 'Griechen-Streik'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt halten sich die Anleger vor dem griechischen Referendum am Wochenende zurück. Der Dax sank bei geringen Schwankungen bis zum Mittag um 0,24 Prozent auf 11 072,96 Punkte.

Marktbeobachterin Sarah Brylewski vom Handelshaus Ayondo sieht die Dax-Anleger im "Griechen-Streik". Denn erst nach der Volksabstimmung dürfte wieder Bewegung in die Verhandlungen um die Schulden des Landes kommen. Dieser Streit wiederum bewegt die Märkte seit Monaten.

Für einen ruhigen Handel in Frankfurt spricht auch, dass an der Wall Street wegen eines Feiertages nicht gehandelt wird.

Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,29 Prozent auf 19 823,36 Punkte nach, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,24 Prozent auf 1662,44 Punkte zulegte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ein halbes Prozent.

ENTSCHEIDUNG ÜBER REFERENDUM

Eine Unwägbarkeit gibt es allerdings noch vor dem Wochenende: Denn ob das Referendum überhaupt wie geplant am Sonntag stattfindet, will Griechenlands Staatsrat - das oberste Verwaltungsgericht des Landes - an diesem Freitag entscheiden. Griechische Verfassungsrechtler erwarten aber, dass die Klage zweier Bürger gegen die geplante Abstimmung abgewiesen wird.

Eine neue Umfrage des griechischen Meinungsforschungsinstituts ALCO im Auftrag der Boulevardzeitung "Ethnos" sagt eine äußerst knappe Entscheidung zwischen beiden Lagern voraus. Die Regierung in Athen wirbt weiter vehement für ein "Nein".

ÜBERNAHMEPOKER BEI K+S

Unter den Einzelwerten standen K+S mit dem Übernahmeinteresse von Potash weiter klar im Fokus. Die Kanadier wollen nach der Ablehnung durch die Kasseler nun zeitnah auf deren Management zugehen. Bei der geplanten Übernahme sei nicht an Stellenstreichungen, Betriebsschließungen oder gar einen Verkauf des Salzgeschäfts gedacht, teilte Potash in einer Stellungnahme mit.

Ein Börsianer sprach von sehr freundlichen Tönen. Das Barangebot von 41 Euro müsse wohl noch nicht das letzte Wort sein. Die K+S-Aktie gewann an der Dax-Spitze fast 5 Prozent auf 38,77 Euro.

SKEPSIS VOR QUARTALSZAHLEN BELASTET HEIDELCEMENT

Sorgen über ein möglicherweise tristeres zweites Quartal als gedacht drückten dagegen die Aktien von HeidelbergCement um 1 Prozent. Händler verwiesen auf eine aktuelle Studie der Deutschen Bank. Schwächere Daten vom US-Markt implizierten, dass das Jahresviertel für den Baustoffkonzern schwieriger gewesen sein könnte, schrieb Analystin Glynis Johnson./ag/das

03.07.2015

Aktien Europa: Kursverluste vor Referendum in Griechenland

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte sind vor dem Griechenland-Referendum abgebröckelt. "Wieder einmal ist Abwarten angesagt, und wieder einmal steht das wohl 'entscheidende' Wochenende bevor", sagte Analyst Andreas Paciorek vom Wertpapierhändler CMC Markets. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 , stand am Freitagvormittag 0,64 Prozent tiefer bei 3440,93 Punkten.

Die Börsen warteten auf den letzten Akt im Schuldendrama und es gehe die Angst vor Montag um, sagte Paciorek. Vor dem Referendum am Sonntag in Griechenland deuten Umfragen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem "Ja" und dem "Nein" des griechischen Volkes zum Euro. Die wichtigsten Konjunkturdaten der Woche seien unterdessen mit dem offiziellen Arbeitsmarktbericht aus den USA am Vortag bereits berichtet, sagte Paciorek weiter. Vor dem Wochenende bleiben die New Yorker Börsen wegen des Unabhängigkeits-Feiertages geschlossen.

Der CAC-40-Index in Paris rutschte zuletzt mit 0,60 Prozent ins Minus auf 4806,64 Punkte. Der Londoner FTSE 100 verlor außerhalb der Eurozone mit minus 0,39 Prozent auf 6604,86 Punkten etwas weniger. Die Börse in Athen blieb weiterhin geschlossen.

Rohstoffwerte setzten ihren jüngsten Abwärtstrend fort: Der Branchenindex Stoxx 600 Basic Resources verlor wieder mehr als 0,5 Prozent und war Schlusslicht im Tableau der europäischen Hauptsektoren. Er rutschte damit auf ein neues Tief seit Ende Januar. Das Branchenbarometer weitete seinen Verlust seit dem Zwischenhoch am 24. Juni auf fast 8 Prozent aus.

Händler verwiesen auf die enttäuschende Entwicklung bei den Metallpreisen insbesondere mit der Schwäche bei Eisenerz sowie dem festen US-Dollar als Belastung. Im Stoxx50-Auswahlindex zählten die in London gehandelten Minenwerte BHP Billiton mit einem Abschlag von 1,26 Prozent auf 1256,50 Pence und Rio Tinto , deren Papiere sich um fast 1 Prozent verbilligten, zu den schwächsten Werten.

Die Aktie von Orange kletterte mit plus 0,99 Prozent auf 14,30 Euro an die Spitze des Eurstoxx-50-Index. Einem Händler zufolge lote der französische Telekomkonzern seine Strategie in Afrika und dem Nahen Osten (EMEA) aus, wie der Finanzvorstand in London gesagt habe.

Die Sanofi-Aktie konnte nicht von der Zulassung des Insulin Toujeo in Japan profitieren. Auch die Aufnahme der Aktie in die "Premium List" der französischen Großbank Societe Generale (SocGen) half nicht - das Papier verlor 0,48 Prozent./fat/das

03.07.2015

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax-Anleger sind im 'Griechen-Streik'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem griechischen Referendum am Wochenende ist am deutschen Aktienmarkt weiter Defensive angesagt. Marktbeobachterin Sarah Brylewski vom Handelshaus Ayondo sieht die Dax-Anleger im "Griechen-Streik". Denn erst nach der Volksabstimmung dürfte wieder Bewegung in die Verhandlungen um die Schulden des Landes kommen.

Der Dax pendelte im frühen Freitagshandel um sein Vortagesniveau. Zuletzt lag der Index mit 0,14 Prozent im Plus bei 11 114,63 Punkten. Für einen ruhigen Handel in Frankfurt spricht auch, dass an der Wall Street wegen eines Feiertages nicht gehandelt wird.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,10 Prozent auf 19 899,91 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,33 Prozent auf 1663,95 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat auf der Stelle.

ENTSCHEIDUNG ÜBER REFERENDUM

Eine Unwägbarkeit gibt es allerdings noch vor dem Wochenende: Denn ob das Referendum überhaupt wie geplant am Sonntag stattfindet, will Griechenlands Staatsrat - das oberste Verwaltungsgericht des Landes - an diesem Freitag entscheiden. Griechische Verfassungsrechtler erwarten aber, dass die Klage zweier Bürger gegen die geplante Abstimmung abgewiesen wird.

Eine neue Umfrage des griechischen Meinungsforschungsinstituts ALCO im Auftrag der Boulevardzeitung "Ethnos" sagt eine äußerst knappe Entscheidung zwischen beiden Lagern voraus. Die Regierung in Athen wirbt weiter vehement für ein "Nein".

ÜBERNAHMEPOKER BEI K+S

Unter den Einzelwerten standen K+S mit dem Übernahmeinteresse von Potash weiter im Fokus. Die Kanadier wollen nach der Ablehnung durch die Kasseler nun zeitnah auf deren Management zugehen. Bei der geplanten Übernahme sei nicht an Stellenstreichungen, Betriebsschließungen oder gar einen Verkauf des Salzgeschäfts gedacht, teilte Potash in einer Stellungnahme mit.

Ein Börsianer sprach von sehr freundlichen Tönen. Sie sollten am Markt gut ankommen, zumal das Barangebot von 41 Euro wohl noch nicht das letzte Wort sein müsse. Ein Plus von fast 3 Prozent bei der K+S-Aktie gab dem Börsianer Recht; das Papier lag damit an der Dax-Spitze.

EON UND RWE WEITER IM AUFWIND

Eon-Papieren verhalfen positive Analystenkommentare zu einem Gewinn von 0,5 Prozent. Die Experten der französischen Großbank Societe Generale sprachen eine Kaufempfehlung aus. Am Donnerstag war die umstrittene Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke gekippt worden, die laut Händlern wie ein Damoklesschwert über der Versorgeraktie gehangen hatte. RWE-Papiere bauten ihren Vortagesgewinn von fast 5 Prozent noch minimal aus./ag/das

03.07.2015

Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger bleiben vor Athen-Referendum zurückhaltend

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem griechischen Referendum am Wochenende ist am deutschen Aktienmarkt weiter Defensive angesagt. Der Dax büßte am Freitag in den ersten Minuten 0,29 Prozent auf 11 067,22 Punkte ein.

Erst nach der Volksabstimmung dürfte wieder Bewegung in die Hängepartie um die Finanzen des Landes kommen. Für ruhigen Handel spricht auch, dass an der Wall Street wegen eines Feiertages nicht gehandelt wird.

Der MDax der mittelgroßen Werte trat bei 19 878 Punkten auf der Stelle, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,12 Prozent auf 1660,38 Punkte zulegte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel leicht.

Eine Unwägbarkeit gibt es allerdings noch vor dem Wochenende: Denn ob das Referendum überhaupt wie geplant am Sonntag stattfindet, will Griechenlands Staatsrat - das oberste Verwaltungsgericht des Landes - an diesem Freitag entscheiden. Griechische Verfassungsrechtler erwarten aber, die Klage zweier Bürger gegen die geplante Abstimmung abgewiesen wird./ag/das

03.07.2015

Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger dürften an der Seitenlinie bleiben

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem griechischen Referendum am Wochenende scheint am deutschen Aktienmarkt weiter Defensive angesagt zu sein. Denn erst nach der Volksabstimmung dürfte wieder Bewegung in die Hängepartie im Schuldendrama kommen. Für ruhigen Handel spricht auch, dass an der Wall Street wegen eines Feiertages nicht gehandelt wird.

Im Dax zeichnete sich gut eine Stunde vor Handelsbeginn ein moderates Plus von 0,12 Prozent auf 11 113 Punkte ab. Bereits tags zuvor hatte sich der deutsche Leitindex über weite Strecken kaum bewegt. Im späten Handel verlor er dann ein dreiviertel Prozent. Der EuroStoxx 50 wird am Morgen ebenfalls kaum verändert erwartet.

ENTSCHEIDUNG ÜBER REFERENDUM

Eine Unwägbarkeit gibt es allerdings noch vor dem Wochenende: Denn ob das Referendum überhaupt wie geplant am Sonntag stattfindet, will Griechenlands Staatsrat - das oberste Verwaltungsgericht des Landes - an diesem Freitag entscheiden. Griechische Verfassungsrechtler erwarten aber, dass der Staatsrat die Klage zweier Bürger gegen die geplante Abstimmung abweist.

Die Regierung in Athen wirbt weiter vehement für ein "Nein". Finanzminister Gianis Varoufakis hatte gar seine politische Zukunft an den Ausgang der Abstimmung geknüpft.

POTASH WILL AUF K+S ZUGEHEN

Unter den Einzelwerten bleiben K+S mit dem Übernahmeinteresse von Potash im Fokus. Die Kanadier wollen nach der Ablehnung durch die Kasseler nun zeitnah auf deren Management zugehen. Bei der geplanten Übernahme sei nicht an Stellenstreichungen, Betriebsschließungen oder gar einen Verkauf des Salzgeschäfts gedacht, teilte Potash in einer Stellungnahme mit.

Ein Börsianer sprach von sehr freundlichen Tönen. Sie sollten am Markt gut ankommen, zumal das Barangebot von 41 Euro wohl noch nicht das letzte Wort sein müsse. Tags zuvor waren K+S-Aktien auf rund 37 Euro gefallen. Vorbörslich legten sie nun um knapp 1,5 Prozent zu.

Auch RWE-Aktien dürften ihren positiven Trend fortsetzen. Am Donnerstag war die umstrittene Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke gekippt worden, die laut Händlern wie ein Damoklesschwert über der Versorgeraktie gehangen hatte./ag/das

04.07.2015

ROUNDUP 2: Schrille Töne in Griechenland vor Referendum über Sparpolitik

ATHEN/BERLIN (dpa-AFX) - Kurz vor dem mit Bangen erwarteten Referendum in Griechenland hat Finanzminister Gianis Varoufakis der EU "Terrorismus" vorgeworfen. "Was man mit Griechenland macht, hat einen Namen: Terrorismus", sagte der Minister zu den Verhandlungen mit den Gläubigern in einem Interview der spanischen Zeitung "El Mundo" (Samstag).

An diesem Sonntag sollen die Griechen entscheiden, ob sie die Forderungen der Gläubiger akzeptieren oder ablehnen. Das Hilfspaket, zu dem diese Bedingungen gehören, ist allerdings am 30. Juni ausgelaufen. Vor der Volksabstimmung sorgten Spekulationen über eine Kürzung von Bankguthaben für Aufregung. Die Regierung und die Banken traten den Befürchtungen entgegen, dass es aufgrund der dramatischen Finanzkrise zu Einschnitten bei den Guthaben kommen könnte.

"Solche Pläne gibt es absolut nicht", sagte die Präsidentin des griechischen Bankenverbandes, Louka Katseli, dem TV-Sender Skai am Samstag. "Das Szenario einer Kürzung von Bankguthaben gehört in den Bereich der Fantasie." Experten warnen jedoch, das den Banken bald das Geld ausgehen könnte.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz brachte "Notstandskredite" zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung in Griechenland ins Spiel. "Dafür wären kurzfristig Gelder in Brüssel abrufbar", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". Besonders schwierig werde die Lage, wenn Athen nach einem "Nein" beim Referendum das Geld ausgehe. Auch der Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, warnte für einen solchen Fall vor einer "humanitären Katastrophe". Schulz betonte, man werde "die Menschen in Griechenland nicht im Stich lassen".

Varoufakis unterstellte den Geldgeberinstitutionen in Brüssel indirekt, sie wollten seine Regierung stürzen. "Wieso hat man uns dazu gezwungen, die Banken zu schließen? Um den Menschen Angst einzuflößen. Wenn es darum geht, Terror zu verbreiten, dann nennt man das Terrorismus", sagte Varoufakis. In Brüssel sei schon vor Monaten ein Plan ausgeheckt worden, "um eine Regierung fertigzumachen, die sich vom europäischen Establishment nicht erpressen lässt".

Er äußerte sich zuversichtlich, dass Regierungschef Alexis Tsipras bei einem Sieg des "Nein" in Brüssel "ein Abkommen erreichen" werde. "Wenn mein Land zerschellt, wird man eine Billion Euro verlieren. Ich glaube kaum, dass Europa sich das leisten kann", sagte Varoufakis.

Anhänger der Regierung Tsipras protestierten auch in Berlin bei einer Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die Sparauflagen für Athen. Die etwa zehn Demonstranten trugen kleine Plakate mit der Aufschrift "Oxi" - griechisch für Nein - und skandierten lautstark "Oxi, Oxi". Merkel antwortete: "Damit die Sache mal wieder ausgeglichen ist, sagen wir mal: "Nai" - das heißt nämlich "Ja" auf griechisch."

Nach den gescheiterten Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern gilt das Votum der Bevölkerung als wichtiges Signal für eine mögliche Wiederaufnahme der Gespräche. Aber auch nach der Volksabstimmung können die Griechen nicht mit einer schnellen Rettung rechnen. Berlin hatte schon am Freitag Hoffnungen der Regierung in Athen gedämpft, zügig frische Hilfsgelder zu erhalten. Der Ausgang des Referendums ist nach Umfragen völlig offen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schloss ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone nicht aus. "Ob mit Euro oder vorübergehend ohne: Diese Frage können nur die Griechen selbst beantworten", sagte er der "Bild"-Zeitung (Samstag)./hk/tt/DP/zb

04.07.2015

POLITIK: Reichste Russin zweifelt an westlichen Sanktionen

BERLIN (dpa-AFX) - Die russische Oligarchin Jelena Baturina hält die wegen der Ukrainekrise verhängten westlichen Wirtschaftssanktionen gegen Russland für ineffizient. "Der Staat hilft den kremlnahen Großfirmen", sagte die Wahl-Österreicherin dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Privatunternehmen und kleine Unternehmen aber leiden. Das ist entsetzlich."

Baturina hatte nach dem Zerfall der Sowjetunion ein Konzernimperium aufgebaut und galt als reichste Frau Russlands. Dabei soll sie von Großaufträgen ihres Ehemannes Juri Luschkow profitiert haben, der von 1992 bis 2010 Oberbürgermeister Moskaus war, bis er unter dem Vorwurf der Korruption vom damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew abgesetzt wurde. "Mein Mann hat Medwedew die Unterstützung für eine zweite Amtszeit verweigert. Dafür rächte sich Medwedew, indem er meinen Mann entmachtete", sagte sie dazu dem "Spiegel".

Mit Hinweis auf die miserable Wirtschaftslage forderte Baturina den Rücktritt Medwedews als Regierungschef. Nicht die Sanktionen oder der niedrige Ölpreis seien Russlands Problem, sondern die Wirtschaftspolitik. Es gebe "kein wirkliches Unternehmertum mehr".

Sie verteidigte die Annexion der zuvor ukrainischen Halbinsel Krim. "Europa hat sich bei der Abspaltung des Kosovos von Serbien auch nicht um das Völkerrecht geschert", sagte sie. "Für uns Russen war, ist und bleibt die Krim russisch."/hn/DP/zb

04.07.2015

Obama empfängt Vietnams Kommunistenchef zu Handelsgesprächen

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Präsident Barack Obama empfängt an diesem Dienstag den Chef der Kommunistischen Partei Vietnams. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Nguyen Phu Trong stehe das von Obama vorangetriebene Freihandelsabkommen mit pazifischen Staaten (TPP), teilte das Weiße Haus in Washington am Freitag mit. Weitere Themen seien Menschenrechte und bilaterale Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen.

Es ist der zweite ranghohe Besuch aus dem Land des früheren Kriegsgegners bei Obama innerhalb von zwei Jahren. Im Juli 2013 war der vietnamesische Präsident Truong Tan Sang zu Gast gewesen. Das geplante Freihandelsabkommen TPP gilt als Eckstein von Obamas Pazifik-Strategie, mit dem er ein Gegengewicht zu China in der Region aufbauen will. Die USA waren 1975 nach einem jahrelangen Krieg von kommunistischen Kräften aus Vietnam vertrieben worden./pr/DP/zb

04.07.2015

Einzelhandel-Tarifgespräche: zähes Ringen, aber Einigung möglich

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Tarifkonflikt im Einzelhandel schwelt seit April, doch eine Lösung könnte demnächst möglich sein. In Baden-Württemberg treffen sich am Donnerstag (9.7.) Vertreter der Gewerkschaft Verdi und des Handelsverbands zu einer weiteren Verhandlungsrunde. Eine Einigung ist zumindest im Bereich des Möglichen - kommt sie, könnten sich andere Bundesländer an den Vorgaben aus dem Südwesten orientieren. In der Branche arbeiten bundesweit gut drei Millionen Menschen. Tarifverhandlungen im Einzelhandel gelten traditionell als schwierig - 2013 dauerte es bis zum Abschluss acht Monate.

Verdi fordert in Baden-Württemberg pro Stunde einen Euro mehr für die Beschäftigten von Supermärkten, Modeläden, Drogeriemärkten und anderen Shops. Für die meisten Verkäufer und Kassierer wäre das ein Plus von etwa sieben Prozent. Die Arbeitgeber bieten neben einer Einmalzahlung von 215 Euro 1,5 Prozent mehr Geld. Mit einem solchen Plus rechnet die Branche nach der Prognose des Handelsverbands dieses Jahr - ähnlich war das Wachstum in den vergangenen Jahren.

In Nordrhein-Westfalen fiel das Angebot zuletzt optisch schon etwas besser aus: Dort bieten die Arbeitgeber Erhöhungen von 2,0 und 1,8 Prozent in zwei Stufen - allerdings für sechs Nullmonate, in denen die Gehaltserhöhung verschoben wird. Verdi will hier für die Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 140 Euro. Außerdem verlangt sie eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Tarifverträge für die gesamte Branche.

Verdi argumentiert, dass die Beschäftigten im Einzelhandel chronisch unterbezahlt seien. Baden-Württembergs Verhandlungsführer Bernhard Franke rechnet vor: Würde das Gehaltsniveau nicht kräftig angehoben, würden drei Viertel aller Einzelhandelsbeschäftigten selbst nach 45 Vollzeit-Arbeitsjahren und bei tariflicher Entlohnung Rentenansprüche unter der gesetzlichen Grundsicherung erreichen. "Wir haben im Einzelhandel ein strukturelles Armutsproblem", warnt er.

Bei den Arbeitgebern wiederum lösen die Verdi-Forderungen Kopfschütteln aus. "Das Geld, das Verdi fordert, hat die Branche einfach nicht", sagt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin beim Handelsverband Baden-Württemberg. "Der Wettbewerb ist wahnsinnig hart geworden - die Margen liegen bei uns nur bei 0,5 bis 2 Prozent vor Steuern, in keiner anderen Branche sind sie niedriger." Vielen Einzelhändlern macht zudem die Online-Konkurrenz zu schaffen. Das Rechenbeispiel zur Altersarmut ist aus ihrer Sicht nicht haltbar. "Es ist lediglich eine Prognose, die viele Fragen offen lässt."

Und was, wenn eine Einigung weiter auf sich warten lässt? Ein unbefristeter Streik in der ganzen Branche gilt als nicht machbar, schließlich sind nur etwa 10 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel in der Gewerkschaft. Nur in einigen Filialen von Galeria Kaufhof oder der Supermarktkette Kaufland sind laut Gewerkschaft immerhin die Hälfte der Belegschaft oder mehr Verdi-Mitglieder.

Selbst wenn ein hoher Abschluss kommt: Laut Verdi fallen nur noch etwa 38 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel bundesweit unter den Tarifvertrag. Tendenz fallend - erst kürzlich stieg die Supermarktkette Real aus dem Tarifvertrag aus./wdw/ang/DP/zb

04.07.2015

Athener Presse: 'Rettet das Vaterland!'

ATHEN (dpa-AFX) - Die griechische Presse wertet die Volksabstimmung über den künftigen Spar- und Reformkurs als einen der entscheidendsten Momente in der jüngsten Geschichte des Landes.

"Ja zum Euro und Europa. Die Bürger halten die Zukunft des Landes in ihrer Hand", titelt die Traditionszeitung der politischen Mitte, "To Vima", am Samstag. Die Zeitung ruft ihre Leser auf, am Sonntag mit einem "Ja" bei dem Referendum die Verelendung der Gesellschaft zu stoppen. Die Alternativen lauten aus ihrer Sicht: "Nationale Isolation oder (weiter) europäischer Kurs".

"NEIN", titelt das Sprachrohr des regierenden Syriza-Linksbündnisses, "I Avgi". Das Ergebnis werde ganz knapp sein. Regierungschef Alexis Tsipras werde nach einem Nein gestärkt "binnen zwei Tagen" ein Abkommen mit den Gläubigern abschließen, ist das Blatt überzeugt.

Die Boulevardzeitung "Ethnos" titelt: "Die Griechen wählen Europa". Es sei die wichtigste Entscheidung seit mehr als 40 Jahren für das Land.

Die Boulevardzeitung "RealNews" erscheint mit der dramatischen Schlagzeile: "Rettet das Vaterland!". Griechenland erlebe eine tiefe Spaltung seiner Bevölkerung. Es herrsche Angst vor einer Isolation und geopolitischen Gefahren. Dringend notwendig sei eine Einigung mit den Partnern im Euroland.

Die Sonntagszeitung "To Proto Thema" titelt: "JA! Wir bleiben am Leben und kämpfen weiter". Und weiter: "Ja für Griechenland und den Euro".

Die konservative Zeitung "Eleftheros Typos" beschwört seine Leser: "JA, für den Verbleib im Euro. Wir lehnen die Drachme und das Chaos ab."/tt/DP/zb

04.07.2015

Serbische Zeitung gegen 'deutsche Ausbeuter'

BELGRAD (dpa-AFX) - Die serbische Boulevardzeitung "Informer" hat von den Griechen beim Referendum ein klares Nein gefordert, um gegen die "deutsche Ausbeutung" aufzustehen. "Das ist der Schluss des Projektes eines deutschen Europas, in dem wir wohl oder übel die deutsche Ausbeutung als Gipfel der Demokratie akzeptieren sollen", begründete das Blatt am Samstag in Belgrad seine Position.

"Das ist das verschobene Ende des blutigen 20. Jahrhunderts, in dem Deutschland ganz Europa beraubt hat und niemals gerechte Reparationen gezahlt hat", schrieb die Zeitung weiter: "Das ist das Ende des Ideologieprojekts 'Blut und Boden', das so abgeändert wurde, dass wir

- die Angehörigen der niederen Rassen - nicht sterben müssen, aber

alles, was wir verdienen, den Herrschern des 'deutschen Europas' abgeben müssen."

Der Kommentar der Zeitung, die als glühende Verfechterin der Regierungspolitik gilt, endet: "Darum ist es für uns Serben so ungemein wichtig, wie diesen Sonntag die Griechen abstimmen. Ihr Nein ist die letzte echte Hoffnung, dass Europa vielleicht möglich ist als Gemeinschaft der gleichen Chancen, also einer Gemeinschaft, in der Gesetze und Moral herrschen und nicht die Ausbeuter."/ey/DP/zb

04.07.2015

Varoufakis: Schäuble wollte schon 2012 'Grexit'

BERLIN (dpa-AFX) - Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgeworfen, schon lange für einen Austritt Griechenlands aus dem Euro zu sein. "Schon 2012 hat Herr Schäuble deutlich gemacht, dass er einen Grexit bevorzugen würde", sagte Varoufakis der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Schuld an der Schließung der griechischen Bankfilialen gab er den Geldgebern: "Europa hat beschlossen uns zu erpressen, damit wir einen Vertrag unterschreiben, der für niemanden gut ist."

Varoufakis äußerte sich zuversichtlich, dass die Griechen beim Referendum wie von Regierungschef Alexis Tsipras empfohlen mit "Nein" stimmen werden. Am Sonntag sollen die Griechen entscheiden, ob sie die Spar- und Reformforderungen der Gläubiger akzeptieren. Das Hilfspaket, zu dem diese Bedingungen gehören, ist allerdings am 30. Juni ausgelaufen.

Egal, wie das Referendum ausgehe, werde es aber am Montag eine Einigung geben. "Ich erwarte, dass wir am Montag eine Einigung haben werden", sagte er. "Hören Sie nicht auf diejenigen, die sagen, das Angebot sei vom Tisch - natürlich ist es noch da, denn das ist es ja, was sie (die Geldgeber) wollen."/ro/DP/zb

04.07.2015

Kriminalbeamte loben Walter-Borjans' Anti-Bargeld-Initiative

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Für seinen Vorschlag einer Obergrenze bei Barzahlungen bekommt Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) Applaus aus ungewohnter Ecke. Bei Haushalt und Besoldung sei man zwar "alles andere als einer Meinung", sagte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, am Samstag. Aber im Kampf gegen Schwarzgeldgeschäfte und Steuerhinterziehung habe sich Walter-Borjans mit seiner Forderung ein uneingeschränktes Lob verdient.

Nach Ansicht des SPD-Ministers sollten Bargeldzahlungen bei 2000 oder 3000 Euro gedeckelt werden. In anderen Ländern gebe es solche Höchstgrenzen bereits.

"Aus welchem Grund müssen ein Auto für 70 000 Euro oder eine Immobile für 200 000 Euro in bar bezahlt werden können?", fragte Fiedler. In solchen Fällen handele es sich meistens um Geld aus Steuerhinterziehung oder anderen Straftaten. Nach seinen Angaben werden zwei von drei polizeilich bearbeiteten Straftaten begangen, weil es die Täter auf Eigentum oder Vermögen abgesehen hätten.

Nach Überzeugung des BDK müssen auch die 200- und 500-Euro-Noten abgeschafft werden. "Sie haben für den Bargeldschmuggel eine überragende Bedeutung, vom Normalbürger hingegen werden sie ohnehin nicht genutzt", sagte Fiedler./mov/DP/zb

04.07.2015

EU-Parlamentspräsident Schulz: 'Notstandskredite' für Griechenland

BERLIN (dpa-AFX) - Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, hat "Notstandskredite" zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung in Griechenland ins Spiel gebracht. "Dafür wären kurzfristig Gelder in Brüssel abrufbar", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". Man werde "die Menschen in Griechenland nicht im Stich lassen".

Besonders schwierig werde die Lage, wenn Athen nach einem "Nein" der Griechen beim Referendum am Sonntag zu den Forderungen der Geldgeber das Geld ausgehe. "Ohne neues Geld können die Gehälter nicht ausgezahlt werden, das Gesundheitssystem funktioniert nicht mehr, die Stromversorgung und der öffentliche Transport versagen", sagte er. Ein für die Geldgeber arbeitender Experte sagte der Zeitung zufolge: "Die Regierung hat vielleicht noch Geld für eine Woche, aber bestimmt nicht viel länger."/hn/DP/zb

04.07.2015

Bei Merkel-Auftritt Protestaktion gegen Sparauflagen für Athen

BERLIN (dpa-AFX) - Bei einem Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel beim Tag der offenen Tür in der Berliner CDU-Zentrale haben mehrere griechische Aktivisten gegen die Sparauflagen für Athen protestiert. Die etwa zehn Demonstranten trugen kleine Plakate mit der Aufschrift "Oxi" - das heißt Nein auf griechisch - und skandierten lautstark "Oxi, Oxi". Kurz darauf wurde die kleine Gruppe von Ordnern aus dem Konrad-Adenauer-Haus geleitet. Die Polizei musste nicht einschreiten. Merkel reagierte gelassen und meinte unter dem Beifall der Zuhörer: "Damit die Sache mal wieder ausgeglichen ist, sagen wir mal: "Nai" - das heißt nämlich "Ja" auf griechisch."/bk/DP/zb

03.07.2015

AKTIE IM FOKUS 2: K+S-Aktionäre setzen auf höhere Übernahmeofferte von Potash

(Neu: Kreise-Aussagen zu höheren Preisvorstellungen von K+S, weitere Analystenkommentare, Schlusskurse.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktionäre von K+S setzen weiter auf eine Übernahme durch den kanadischen Düngemittelhersteller Potash . Nachdem der Kasseler Dünger- und Salzproduzent am Donnerstag der Offerte eine Absage erteilt hatte, starteten die Kanadier eine Charmeoffensive.

Entsprechend schnellten die K+S-Aktien am Freitag bis auf 39,250 Euro hoch. Zum Schluss standen sie 4,44 Prozent im Plus bei 38,665 Euro, was immer noch für den Spitzenplatz im schwächelnden Dax reichte. Seit der Bestätigung des Interesses von Potash durch K+S in der vergangenen Woche haben die Papiere des Konzerns damit rund ein Drittel an Wert gewonnen.

POTASH GLAUBT WEITER AN EINIGUNG

Sie müssen Insidern zufolge wohl tiefer in die Tasche greifen. Erst wenn es ein neues Angebot gebe, werde man sich wieder damit befassen, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag aus dem Umfeld des Kasseler Unternehmens. Vorher sehe das Management keinen Anlass für Gespräche mit Potash. Analysten gehen ebenfalls davon aus, dass der laut K+S gebotene Preis von 41 Euro je Aktie noch Luft nach oben hat.

Das Potash-Management zeigte sich nach der Ablehnung durch K+S davon überzeugt, das sich dessen Befürchtungen aus dem Weg räumen ließen. Wenn sich die Deutschen auf ein Treffen einließen, könnten viele Punkte geklärt werden. Nach Meinung des Managements von K+S sind 41 Euro je Aktie zu wenig. Das Angebot zeige "nicht den fundamentalen Wert von K+S und ist nicht im Interesse des Unternehmens", hieß es.

ANALYSTEN HALTEN ÜBERNAHME FÜR SINNVOLL

Da eine Übernahme sinnvoll wäre, werde Potash mit hoher Wahrscheinlichkeit ein besseres Angebot vorlegen, schrieb Heinz Müller von der DZ Bank. Er errechnet für die K+S-Papiere einen fairen Wert von 45 Euro. Analyst John Klein von der Privatbank Berenberg hält ebenfalls eine Transaktion für sehr wahrscheinlich und geht dabei von einem Gebot von 42,50 Euro je K+S-Aktie aus - wie er bereits am Donnerstag in einer Studie geschrieben hatte, bevor Potash mit den offerierten 41 Euro abgeblitzt war.

Einige Experten sehen noch mehr Luft nach oben. Für Michael Schäfer vom Investmenthaus Equinet untermauern die Äußerungen von K+S sein Kursziel von 55 Euro, bei dem er Synergien durch eine Übernahme in Höhe von 4,40 Euro je Papier berücksichtige. Es sei verständlich, dass Potash weiterhin freundlich auf K+S zugehe, da eine Übernahme den Gewinnen kräftig Rückenwind verleihen würde.

Die Tür bleibe weit offen für ein höheres Kaufgebot der Kanadier, glaubt auch Markus Mayer von der Baader Bank. Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe riet den Aktionären, sich von ihren Papieren nicht unter 46 Euro zu trennen. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser sieht die langfristig guten Wachstumschancen der Deutsche im gegenwärtigen Kursniveau noch nicht ausreichend reflektiert. Zudem betonte Analyst Nils-Peter Gehrmann das signifikante Synergiepotenzial bei einem Zusammengehen beider Unternehmen.

WETTBEWERBSRECHTLICHE BEDENKEN

Mit Oliver Schwarz vom Analysehaus Warburg Research gab es aber auch eine kritische Stimme. Er sieht Unsicherheiten bezüglich der Akzeptanz seitens der K+S-Aktionäre sowie möglicher Einwände der Wettbewerbshüter. Ein offizielles Gebot von Potash in Höhe von mindestens 41 Euro sei aber wahrscheinlich. Die Kanadier hatten bereits 1996 Interesse an K+S gezeigt, waren damals aber am Kartellrecht gescheitert./mis/das/gl/he

03.07.2015

EUROSTOXX-FLASH: Index rutscht ins Minus - Zurückhaltung vor Griechen-Referendum

PARIS (dpa-AFX) - Der lange wenig bewegte EuroStoxx 50 ist am Freitagnachmittag ins Minus abgerutscht. Zuletzt stand der Leitindex der Eurozone 0,80 Prozent tiefer bei 3435,48 Punkten. Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner verwies darauf, dass einige Anleger vor dem Wochenende offene Positionen geschlossen hätten. Am Sonntag stimmen die Griechen über die Reformfoderungen der Gläubiger des Landes ab.

Ein weiterer Börsianer sah eine von einer griechischen Zeitung veröffentlichte Umfrage als Belastung. Dieser zufolge lägen die Reformgegner aktuell ganz knapp vorn. Insgesamt verlaufe der Handel eher lustlos, so Lipkow weiter. Grund seien die fehlenden Impulse aus den USA, da die dortigen Börsen wegen des Nationalfeiertags am Samstag bereits geschlossen blieben./gl/he

03.07.2015

DAX-FLASH: Index rutscht ins Minus - Zurückhaltung vor Griechen-Referendum

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der lange wenig bewegte Dax ist am Freitagnachmittag ins Minus abgerutscht. Zuletzt stand der deutsche Leitindex 0,57 Prozent tiefer bei 11 035,64 Punkten. Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner verwies darauf, dass einige Anleger vor dem Wochenende offene Positionen geschlossen hätten. Am Sonntag stimmen die Griechen über die Reformfoderungen der Gläubiger des Landes ab.

Ein weiterer Börsianer sah eine von einer griechischen Zeitung veröffentlichte Umfrage als Belastung. Dieser zufolge lägen die Reformgegner aktuell ganz knapp vorn. Insgesamt verlaufe der Handel eher lustlos, so Lipkow weiter. Grund seien die fehlenden Impulse aus den USA, da die dortigen Börsen wegen des Nationalfeiertags am Samstag bereits geschlossen blieben./gl/he

03.07.2015

ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt Ziel für Ströer auf 51 Euro - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat das Kursziel für Ströer im Zuge eines Analystenwechsels von 27 auf 51 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Der Spezialist für Außenwerbung dürfte in den kommenden Jahren vom starken Wachstum des Marktes für digitale Bildschirmwerbung profitieren, schrieb Analystin Sonia Rabussier in einer Studie vom Freitag. Für 2014 bis 2017 rechnet sie für Ströer mit einem durchschnittlichen jährlichen Gewinnanstieg (EPS) um 27 Prozent./edh/mis

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03.07.2015

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank senkt HeidelbergCement-Ziel auf 79,60 Euro - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für HeidelbergCement vor Zahlen von 81,90 auf 79,60 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Schwächere Branchenstatistiken aus den USA indizierten, dass das zweite Quartal für den Baustoffkonzern schwieriger verlaufen sei, schrieb Analystin Glynis Johnson in einer Studie vom Freitag. Mit Blick auf die Jahresziele 2015 dürften die Kennziffern jedenfalls keine Hilfe sein. Johnson sieht für die Aktie dennoch weiteres Potenzial./ag/edh

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03.07.2015

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt Ziel für Gerresheimer auf 54 Euro - 'Hold'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Gerresheimer vor Zahlen von 48 auf 54 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Analyst Gunnar Romer rechnet in einer Studie vom Freitag mit soliden Ergebnissen des Verpackungsspezialisten für das zweite Quartal. Der jüngst avisierte Verkauf des Röhrenglasgeschäfts habe nur begrenzten Einfluss./ag/edh

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03.07.2015

ANALYSE-FLASH: Kepler Cheuvreux senkt Gerry Weber-Ziel auf 19,60 Euro - 'Reduce'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für Gerry Weber nach der jüngsten Gewinnwarnung von 30,00 auf 19,60 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Reduce" belassen. Die Ergebnisentwicklung des Modeunternehmens sei kaum einzuschätzen, schrieb Analyst Jürgen Kolb in einer Studie vom Freitag. Er zeigte sich zudem skeptisch, ob Gerry Weber den Umsatz auf vergleichbarer Flache über höhere Durchschnittspreise steigern kann./ag/edh

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03.07.2015

ANALYSE-FLASH: JPMorgan hebt BP auf 'Overweight' - Ziel 475 Pence

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat BP nach der Einigung mit den US-Behörden von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 450 auf 475 Pence angehoben. Die unerwartet frühe und nahezu vollständige Regelung der finanziellen Folgen aus der Explosion seiner Ölplattform "Deepwater Horizon" mache den Ölkonzern für einige Investoren nun erst wieder interessant, schrieb Analyst Fred Lucas in einer Studie vom Freitag. Die vereinbarten Zahlungsbedingungen belasteten Cashflow und Bilanz nur moderat./ag/edh

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03.07.2015

ANALYSE-FLASH: SocGen hebt RWE auf 'Hold' und Ziel auf 21 Euro

PARIS (dpa-AFX Broker) - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat RWE nach dem Wegfall der drohenden Klimaabgabe von "Sell" auf "Hold" hochgestuft und das Kursziel von 17,50 auf 21,00 Euro angehoben. Gleichzeitig strich Analyst Lüder Schumacher die Aktie von der "Least Preferred List" und begründete dies mit dem mehr als 20-prozentigen Kursverfall in den vergangenen drei Monaten. Der von der Bundesregierung beschlossene Rückgang der Braunkohle-Kapaziäten und die Kostensteigerungen seien für den Energiekonzern glimpflicher als befürchtet ausgefallen, schrieb Schumacher in einer Studie vom Freitag./fat/edh

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03.07.2015

ANALYSE-FLASH: DZ Bank senkt fairen Wert für Beiersdorf auf 86 Euro - 'Kaufen'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat den fairen Wert für Beiersdorf vor Zahlen zum zweiten Quartal von 90 auf 86 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Der Körperpflegekonzern sollte sein organisches Wachstum im Consumer-Segment beschleunigt haben, schrieb Analyst Thomas Maul in einer Studie vom Freitag. Allerdings dürfte der Anstieg wegen eines schwierigen Marktumfelds in einigen Schwellenländern nur den unteren Bereich der für 2015 prognostizierten Wachstumsspanne erreicht haben. Dies könnte die Aktie vorübergehend belasten, ändere aber nichts an seiner langfristig positiven Einschätzung./edh/das

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dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

dpa-AFX Analyser