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22.09.2017

dpa-AFX Überblick: Ausgewählte ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN vom 22.09.2017

Deutsche Bank hebt Ziel für Thyssenkrupp auf 33 Euro - 'Buy'

FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Thyssenkrupp von 30 auf 33 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Zusammenlegung des europäischen Stahlgeschäfts mit dem von Tata Steel könnte eine Neubewertung des Investitionsgütergeschäfts der Essener ermöglichen und die Aktie mittelfristig auf mehr als 40 Euro steigen lassen, schrieb Analyst Bastian Synagowitz in einer Studie vom Freitag.

NordLB hebt Ziel für Lufthansa auf 25,50 Euro - 'Kaufen'

HANNOVER - Die NordLB hat das Kursziel für Lufthansa nach der Entscheidung des Gläubigerausschusses zum Verkauf von Air Berlin von 23,50 auf 25,50 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Sollte die Lufthansa tatsächlich im genannten Umfang zum Zuge kommen, wäre dies ein großer und wichtiger Wachstumsimpuls - -insbesondere für die Eurowings-Plattform, schrieb Analyst Wolfgang Donie in einer Studie vom Freitag. Risiken sieht er hinsichtlich kartellrechtlicher Genehmigungen sowie in einer möglichen Einstellung des Flugbetriebs der Air Berlin vor Abschluss des Verkaufs.

Independent Research senkt Hochtief auf 'Verkaufen' - Ziel runter

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat Hochtief nach Spekulationen um Abertis von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel von 162 auf 121 Euro gesenkt. Laut spanischen Medien wolle Großaktionär ACS über die deutsche Tochter einen Angriff auf den Autobahnbetreiber starten, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Freitag. Er hält daher eine Neubewertung von Hochtief für notwendig.

NordLB senkt Ziel für Hannover Rück auf 100 Euro - 'Halten'

HANNOVER - Die NordLB hat das Kursziel für Hannover Rück von 110 auf 100 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Halten" belassen. Die Pressemitteilung zu möglichen Schadenbelastungen aus der Hurrikansaison und dem Erdbeben in Mexiko habe nicht überrascht, schrieb Analyst Volker Sack in einer Studie vom Freitag. Auch wenn das tatsächliche Ausmaß und damit die Belastung der Großschadenbudgets noch nicht komplett absehbar sei, dürfte die Belastung weit über den Vorjahreswerten liegen. Er sieht derzeit nur wenig Kurspotenzial für Aktie des Rückversicherers.

Liberum senkt Ziel für ProSiebenSat.1 auf 40 Euro - 'Buy'

LONDON - Liberum Capital hat das Kursziel für ProSiebenSat.1 von 47 auf 40 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Analyst Ian Whittaker schraubte seine Gewinnprognosen in einer am Freitag veröffentlichten Studie zurück und reagierte damit auf die zuletzt schwächeren Signale zum TV-Werbemarkt. Er glaubt jedoch weiter daran, dass dieser Markt strukturell vom Rückgang im Printbereich profitieren wird. Er favorisiert aktuell RTL.

Hauck & Aufhäuser hebt Ziel für Hella auf 64 Euro - 'Buy'

HAMBURG - Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat das Kursziel für Hella vor den Zahlen des ersten Geschäftsquartals von 57 auf 64 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Analyst Christian Glowa legt seiner Bewertung nun die Prognosen für 2019/20 zugrunde. Der Lichtspezialist stehe nicht am Ende, sondern am Anfang der Entwicklung, und dürfte sich weiterhin besser entwickeln als die Pkw-Branche, schrieb er in einer Studie vom Freitag.

Exane BNP senkt Ziel für Deutsche Börse auf 91 Euro - 'Neutral'

PARIS - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat das Kursziel für Deutsche Börse von 96 auf 91 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Die Wachstumsstory des Börsenbetreibers gerate ins Wanken, schrieb Analyst Arnaud Giblat in einer Studie vom Freitag. Mit Blick auf die Aktie und Markterwartungen auf Rekordniveau werde eine deutliche Verbesserung der Handelsvolumina eingepreist, die aber zuletzt eher weiter geschwächelt hätten. Der Experte rechnet mit einer geringeren Gewinnsteigerung als vom Konzern angestrebt.

Independent Research erhöht Ziel für Heidelberger Druck -'Kaufen'

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Heidelberger Druck nach einem Unternehmenskontakt von 3,25 auf 3,80 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Der Druckmaschinenhersteller steuere erfolgreich auf die angestrebten Jahresziele zu, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Freitag. Die Bilanz lasse Spielraum für den Konzernumbau - ohne Notwendigkeit für Kapitalmaßnahmen.

Bernstein hebt Ziel für Uniper auf 22 Euro - 'Market-Perform'

NEW YORK - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für Uniper angesichts der Übernahmeabsicht von Fortum von 19,60 auf 22,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Market-Perform" belassen. Der im Raum stehende Übernahmepreis von 22 Euro je Aktie dürfte das Papier des deutschen Kraftwerkbetreibers zunächst nach unten absichern, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran in einer Studie vom Freitag. Mit einer Gegenofferte von RWE oder einem anderen Versorger rechnet sie nicht. Das Uniper-Management dürfte den Aktionären aber raten, das Angebot abzulehnen.

Commerzbank hebt Ziel für Siltronic auf 99 Euro - 'Hold'

FRANKFURT - Die Commerzbank hat das Kursziel für Siltronic in einer weiteren Studie nach dem Kapitalmarkttag von 90 auf 99 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Analyst Thomas Becker erhöhte nun seine Gewinnschätzungen für den Wafer-Hersteller. Er schätzt die Angebots-/Nachfragesituation sehr positiv ein und rechnet mit weiteren Preiserhöhungen im kommenden Jahr. Siltronic liefere ein fast perfektes Bild, schrieb er in der Studie vom Freitag.

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22.09.2017

dpa-AFX Überblick: ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN der Woche vom 18. - 22.09.2017

MONTAG

VOLKSWAGEN VZ

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Volkswagen Vorzugsaktien von 141 auf 145 Euro angehoben und die Einstufung auf "Halten" belassen. Dies schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie zur Offensive in der E-Mobilität vom Montag.

DEUTSCHE TELEKOM

LONDON - Die australische Investmentbank Macquarie hat Deutsche Telekom von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 14,00 auf 14,50 Euro angehoben. Bewertungsgründe seien für das neue Votum ausschlaggebend, schrieb Analyst Guy Peddy in einer Studie vom Montag. Er hatte zuletzt das Kursziel für die US-Mobilfunktochter aufgestockt.

BAYER

NEW YORK - Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für Bayer von 137 auf 132 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Der Pharmasektor habe sich zuletzt wieder etwas besser entwickelt, stehe aber noch immer vor erheblichen Herausforderungen, schrieb Analyst Jeffrey Holford in einer Branchenstudie vom Montag. Bayer ist sein "Top Pick" in Europa.

DEUTSCHE BANK

NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Deutsche Bank von 16,10 auf 16,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Analyst Jernej Omahen reduzierte in einer Branchenstudie vom Montag seine Gewinnschätzungen. Grund seien in erster Linie weiter gesunkene Annahmen für die Erträge im Investmentbanking.

DIENSTAG

EON

PARIS - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat das Kursziel für Eon von 7,90 auf 8,40 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Underperform" belassen. Analystin Sofia Savvantidou blieb für europäische Versorger zwar bei ihrem "Overweight"-Votum, warnte aber in einer Branchenstudie vom Dienstag, dass 2018 ein wesentlich schwierigeres Jahr werden könnte. Die Erwartungen seien inzwischen höher, während der Rückenwind nachlasse.

PROSIEBENSAT.1

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für ProSiebenSat.1 von 34 auf 32 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Halten" belassen. Analyst Markus Friebel reduzierte in einer Studie vom Dienstag seine Gewinnschätzungen. In einem Presseinterview habe der Konzernchef seine ertragsorientierte Dividendenpolitik bekräftigt. Daneben habe er aber auch Akzeptanzprobleme des Video-on-Demand-Angebots Maxdome eingeräumt.

GRAMMER

FRANKFURT - Die DZ Bank hat den fairen Wert für die Aktien des Fahrzeugsitze- und Konsolenherstellers Grammer von 55 auf 61 Euro erhöht und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Analyst Michael Punzet rechnet mit weiter abnehmender Unsicherheit bezüglich der Beteiligung der Investorenfamilie Hastor. In einer Studie vom Dienstag geht er für das zweite Halbjahr von einer Auftragsbelebung aus.

COVESTRO

FRANKFURT - Die Commerzbank hat Covestro mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 75 auf 82 Euro angehoben. Der Markt für den für Covestro wichtigen Kunststoff Polyurethane sei unverändert von Angebotsknappheit gekennzeichnet, schrieb der Analyst Michael Schäfer in einer Studie am Dienstag. Das Missverhältnis von guter Nachfrage einerseits bei einem niedrigem Angebot andererseits dürfte noch eine Weile andauern.

MITTWOCH

THYSSENKRUPP

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Thyssenkrupp nach der Einigung mit Tata Steel von 27 auf 29 Euro angehoben und die Einstufung auf "Halten" belassen. Das avisierte Synergiepotenzial des Gemeinschaftsunternehmens aus dem europäischen Stahlgeschäft beider Konzerne liege mit bis zu 600 Millionen Euro im Rahmen seiner Erwartungen, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Mittwoch. Es wäre der der "letzte große Schritt weg vom Stahl- hin zu einem Industriegüterkonzern".

EON

FRANKFURT - Die DZ Bank hat den fairen Wert für Eon angesichts der Gespräche über einen Verkauf der Beteiligung an Uniper an Fortum von 9,00 auf 9,70 Euro angehoben und die Einstufung auf "Halten" belassen. Mit einem Verkauf der restlichen Beteiligung würden sich die Risiken mit Blick auf den Schuldenabbau von Eon reduzieren, schrieb Analyst Werner Eisenmann in einer Studie vom Mittwoch. "Zudem dürfte der Spielraum für Wachstumsinvestitionen steigen", ergänzte der Experte.

DEUTSCHE TELEKOM

FRANKFURT - Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat Deutsche Telekom von "Hold" auf "Buy" hochgestuft, das Kursziel aber von 19,00 auf 17,50 Euro gesenkt. Das Chance/Risiko-Profil sehe allmählich wieder attraktiv aus, schrieb Analyst Matthijs Van Leijenhorst in einer Studie vom Mittwoch. Und die jüngsten Nachrichten zu einer möglichen Fusion der US-Tochter T-Mobile US mit dem Mobilfunker Sprint legten nahe, dass ein Zusammenschluss zumindest versucht werde. Wegen der Schwäche des US-Dollar habe er seine Prognosen zwar reduziert, im Aktienkurs sei dies aber mittlerweile eingepreist. Die Befürchtungen bezüglich der Investitionen ins deutsche Glasfasernetz seien zudem übertrieben.

BAYER

MÜNCHEN - Die Baader Bank hat Bayer von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 120 auf 140 Euro erhöht. Die noch ausstehende massive Kapitalerhöhung im Zuge der Monsanto-Übernahme sei zwar ein Risiko, schrieb Analyst Markus Mayer in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Erfolgreiche Verkäufe, die günstige Bewertung sowie eine Erholung im Agrarchemiebereich sprächen jedoch für einen Kauf der Papiere.

DONNERSTAG

TALANX

HAMBURG - Das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel für Talanx nach vorsichtigen Aussagen der Tochter Hannover Rück zum Gewinnziel für dieses Jahr von 38 auf 37,30 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Der Analyst Andreas Pläsier passte seine Schätzungen leicht nach unten an. Die Preisgestaltung im Geschäft mit Rückversicherungen werde durch einen intensiven Wettbewerb bestimmt, hieß es in einer Studie vom Donnerstag.

HANNOVER RÜCK

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Hannover Rück anlässlich des nun doch wackelnden Gewinnziels von 95 auf 93 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Verkaufen" belassen. Die Bestätigung der Gewinnziele noch am 11. September wirke im Rückblick etwas irritierend, schrieb Analyst Markus Rießelmann in einer Studie vom Donnerstag. Angesichts der Entwicklung seither komme die aktuelle Gewinnwarnung aber nicht gänzlich überraschend. Diermeier kürzte seine Schätzungen.

WACKER CHEMIE

FRANKFURT - Die DZ Bank hat den fairen Wert für Wacker Chemie nach einem Ausblick auf das dritte Quartal von 122 auf 126 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Aus einer höheren Nachfrage nach Silikonen im dritten Quartal resultierten höhere Schätzungen für den Umsatz und den operativen Gewinn (Ebitda), schrieb Analyst Peter Spengler in einer Studie vom Donnerstag. Der Spot-Preis für Polysilizium sei zudem vom zweiten auf das dritte Quartal von 13,7 auf 16,7 US-Dollar je Kilogramm gestiegen.

HUGO BOSS

FRANKFURT - Die Commerzbank hat das Kursziel für Hugo Boss von 80 auf 83 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Obwohl die Restrukturierungsmaßnahmen des Modeherstellers erste Erfolge zeigten, sei die Stimmung gegenüber der Aktie weiter negativ, schrieb Analyst Andreas Riemann in einer Studie vom Donnerstag. Der Markt unterschätze das Wachstum von Boss Casualwear und HUGO. Zudem ließen jüngste Berichte der Konkurrenz auf eine Verbesserung des Marktumfelds in China und den USA schließen. Riemann erhöhte seine Schätzungen für den Umsatz und den operativen Gewinn (Ebitda) für 2018/19.

FREITAG

DEUTSCHE BÖRSE

PARIS - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat das Kursziel für Deutsche Börse von 96 auf 91 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Die Wachstumsstory des Börsenbetreibers gerate ins Wanken, schrieb Analyst Arnaud Giblat in einer Studie vom Freitag. Mit Blick auf die Aktie und Markterwartungen auf Rekordniveau werde eine deutliche Verbesserung der Handelsvolumina eingepreist, die aber zuletzt eher weiter geschwächelt hätten. Der Experte rechnet mit einer geringeren Gewinnsteigerung als vom Konzern angestrebt.

HEIDELBERGER DRUCK

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Heidelberger Druck nach einem Unternehmenskontakt von 3,25 auf 3,80 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Der Druckmaschinenhersteller steuere erfolgreich auf die angestrebten Jahresziele zu, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Freitag. Die Bilanz lasse Spielraum für den Konzernumbau - ohne Notwendigkeit für Kapitalmaßnahmen.

UNIPER

NEW YORK - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für Uniper angesichts der Übernahmeabsicht von Fortum von 19,60 auf 22,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Market-Perform" belassen. Der im Raum stehende Übernahmepreis von 22 Euro je Aktie dürfte das Papier des deutschen Kraftwerkbetreibers zunächst nach unten absichern, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran in einer Studie vom Freitag. Mit einer Gegenofferte von RWE oder einem anderen Versorger rechnet sie nicht. Das Uniper-Management dürfte den Aktionären aber raten, das Angebot abzulehnen.

SILTRONIC

FRANKFURT - Die Commerzbank hat das Kursziel für Siltronic in einer weiteren Studie nach dem Kapitalmarkttag von 90 auf 99 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Analyst Thomas Becker erhöhte nun seine Gewinnschätzungen für den Wafer-Hersteller. Er schätzt die Angebots-/Nachfragesituation sehr positiv ein und rechnet mit weiteren Preiserhöhungen im kommenden Jahr. Siltronic liefere ein fast perfektes Bild, schrieb er in der Studie vom Freitag.

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22.09.2017

US-Anleihen legen leicht zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Kurse von US-Staatsanleihen haben am Freitag Gewinne verzeichnet. Marktbeobachter sprachen von einem eher impulsarmen Handel kurz vor dem Wochenende. Es gibt kaum Konjunkturdaten, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Vom New Yorker Aktienmarkt gab es ebenfalls keine Impulse, dort traten die Börsenindizes auf der Stelle.

Etwas gestützt werden US-Anleihen durch die jüngste Entwicklung in der Nordkorea-Krise. Die Papiere gelten unter Investoren als sichere Anlage, die vor dem Wochenende etwas stärker gefragt ist. Nordkorea hatte zuletzt Hinweise auf einen möglichen neuen Atomtest geliefert.

Zweijährige Anleihen stagnierten bei 99 20/32 Punkten. Sie rentierten mit 1,44 Prozent. Fünfjährige Anleihen kletterten um 3/32 Punkte auf 98 27/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,87 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Papiere legten um 5/32 Punkte auf 99 29/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 2,26 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren stiegen um 8/32 Punkte auf 99 4/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,79 Prozent./bek/tos

22.09.2017

Devisen: Euro gibt Gewinne wieder ab - Pfund unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat anfängliche Kursgewinne im US-Devisenhandel am Freitag wieder abgegeben. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1947 US-Dollar, nachdem sie am Mittag in der Spitze noch über 1,20 Dollar gestiegen war. Starke Konjunkturdaten aus der Eurozone hatten den Euro anfangs beflügelt. Im weiteren Verlauf des Tages bröckelte der Euro-Kurs jedoch immer weiter ab.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1961 (Donnerstag: 1,1905) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8361 (0,8400) Euro.

Konjunkturindikatoren aus der Eurozone deuteten vor dem Wochenende auf ein anhaltend robustes Wachstum hin. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg deutlich an. Mit 56,7 Punkten liegt die Unternehmensumfrage nur knapp unter ihrem im April markierten mehrjährigen Höchststand. "Die Daten signalisieren für das dritte Quartal ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent zum Vorquartal", sagte Chris Williamson, Chefvolkswirt von Markit. Die beschleunigte Dynamik spreche zudem für ein lebhaftes Jahresende.

Unter Druck stand dagegen das britische Pfund. Analysten erklärten dies mit einer Rede von Großbritanniens Regierungschefin Theresa May zum Thema "Brexit". Der mit Spannung erwartete Auftritt im italienischen Florenz habe wenig Neues gebracht, hieß es am Markt. Vor der Rede war über mehrere Angebote gemutmaßt worden, die May in den Verhandlungen mit der EU unterbreiten könnte. Davon bewahrheitete sich so gut wie nichts. Das britische Pfund, das in den vergangenen Wochen durch Spekulationen auf eine Zinsanhebung der britischen Notenbank Auftrieb erhalten hatte, gab nach.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88155 (0,88240) britische Pfund, 134,01 (133,86) japanische Yen und 1,1588 (1,1585) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1294,80 (1292,10) Dollar gefixt./bek/tos

22.09.2017

'Spiegel': Haarrisse bei belgischen Reaktoren schon in Bauphase

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Haarrisse in den belgischen Reaktoren Tihange 2 und Doel 3 sind nach einem Bericht des "Spiegel" schon in der Bauphase Mitte der Siebzigerjahre entdeckt worden. Das meldet das Magazin am Freitag unter Berufung auf interne Sitzungsprotokolle und Analysen, die die belgische Atomaufsicht FANC der deutschen Grünen-Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl zur Verfügung gestellt habe.

Bereits ab April 1975 wurden dem Bericht zufolge Risse in Bauteilen für die Druckbehälter der beiden Reaktoren festgestellt. In den Behältern befinden sich unter anderem die nuklearen Brennstäbe. Dem "Spiegel" zufolge wurden die problematischen Teile eingebaut, obwohl sie nach Einschätzung eines belgischen Gutachters nicht die Anforderungen an höchste Qualität erfüllten.

Der Zustand der belgischen Kernkraftwerke Tihage (ca. 60 Kilometer von Aachen entfernt) und Doel (ca. 140 Kilometer) beunruhigt vor allem Bevölkerung und Politik in Nordrhein-Westfalen. Zuletzt empfahlen belgische Wissenschaftler die Abschaltung von Tihange 2 und Doel 3, weil sie die Hüllen als zu schwach für den Weiterbetrieb einschätzten. Die belgische Atomaufsicht FANC hält eine Schließung hingegen für unnötig./hrz/DP/tos

22.09.2017

ROUNDUP 3: 'Maria' verursacht große Schäden - USA helfen Puerto Rico

(neu: Aktualisiert.)

SANTO DOMINGO/SAN JUAN (dpa-AFX) - Der Hurrikan "Maria" hat auf seinem Weg durch die Karibik schwere Schäden angerichtet und in Puerto Rico mindestens sechs Menschen getötet. Das teilte die Inselregierung am Freitag mit. Die Zahl könne weiter steigen. Bisher starben infolge des Wirbelsturms auf den Karibikinseln Dominica, Guadalupe und Puerto Rico damit fast 25 Menschen. Rund 20 Menschen werden noch vermisst.

Der Tropensturm zog nach den Verwüstungen in Puerto Rico an der Dominikanischen Republik vorbei und verursachte Überschwemmungen und Stromausfälle. Er zog weiter Richtung Turks- und Caicosinseln und wird danach auf den Bahamas erwartet, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 205 Kilometern pro Stunde ist "Maria" ein Hurrikan der Kategorie drei. Ausläufer könnten am Wochenende auf die südöstliche Küste der Vereinigten Staaten treffen.

Deutsche Karibik-Touristen überstanden "Maria" nach Angaben ihrer Reiseveranstalter unversehrt. Alle Gäste seien wohlauf, teilte die DER Touristik in Frankfurt mit. In der Dominikanischen Republik habe es keine größeren Schäden gegeben. Der Anbieter Tui teilte mit, dass rund 1700 deutsche Gäste in der Dominikanischen Republik ihren Urlaub fortsetzen können. Einzelne Anbieter sagten wegen der Schäden bis Mitte Oktober Puerto-Rico-Reisen ab.

Besonders heftig schlug "Maria" in Puerto Rico zu. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner auf der Insel sind ohne Strom. Auch das Kommunikationsnetz brach vielerorts zusammen, weshalb die Informationslage schwierig war. Viele Gegenden waren komplett abgeschnitten. Eine Hoffnung war, dass der Flughafen in Puerto Rico wieder den Betrieb aufnimmt, damit US-Hilfsflüge die Karibikinsel ansteuern können. US-Präsident Donald Trump rief den Katstrophenzustand aus und erklärte, er wolle die Insel bald besuchen.

Mit Ausrufung des Katastrophenzustandes bekommt das US-Außengebiet, wo viele Menschen in Armut leben, Geld aus Washington. Dazu zählen Hilfen für Unterkünfte und Reparaturen. Trump sagte, Puerto Rico sei "vollkommen ausradiert" und von Winden getroffen worden, wie die Insel sie nie zuvor erlebt habe. Die USA würden den Wiederaufbau mit großem Enthusiasmus angehen. Das US-Militär teilte mit, es werde mit sechs Hubschraubern und vier Transportflugzeugen helfen.

Bisher ist Puerto Rico nur ein assoziierter Freistaat. Per Referendum hatte die von der Pleite bedrohte Insel beschlossen, dass man der 51. Bundesstaat der USA werden möchte. Dieser Wunsch muss aber vom US-Kongress gebilligt werden. Puerto Rico ist mit 9000 Quadratkilometern in etwa so groß wie Zypern./ir/go/jeb/ff/DP/men

22.09.2017

Ölpreise bewegen sich wenig

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben sich zum Wochenschluss nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete am Freitagabend 56,65 US-Dollar. Das waren 22 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel dagegen leicht um fünf Cent auf 50,50 Dollar.

Vom Ölkartell Opec, das sich am Freitag mit anderen großen Förderern wie Russland in einer gemeinsamen Kommission traf, gab es wenig Neues. Das Prüfkomitee hat die Aufgabe, die Einhaltung der Anfang 2017 gezogenen Fördergrenze zu kontrollieren. Erneut stellte das Komitee eine Übererfüllung fest. Dennoch hat es die Vereinbarung bisher nicht vermocht, die Ölpreise wesentlich anzuheben. Gelungen ist eine Stabilisierung auf erhöhtem Preisniveau.

Über die am Markt diskutierte Frage, ob die Opec bereits jetzt die bis März 2018 laufende Fördergrenze zeitlich verlängern will, gab es wenig Neuigkeiten. Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte aber nach dem Treffen, man könne sogar bis Januar warten um eine Verlängerung zu diskutieren./bgf/men

22.09.2017

Tschechische Taxifahrer protestieren gegen Fahrdienstvermittler Uber

PRAG (dpa-AFX) - Nach London bläst dem Fahrdienst-Vermittler Uber auch in der tschechischen Hauptstadt Prag ein schärferer Wind entgegen. Der Verband der tschechischen Taxifahrer kündigte am Freitagabend gegenüber der Nachrichtenagentur CTK Protestaktionen wie langsame Kolonnenfahrten auf städtischen Hauptverkehrsverbindungen während der kommenden Woche an. Am Nachmittag war ein Ultimatum an Prags Bürgermeisterin Adriana Krnacova verstrichen. Die Taxifahrer hatten rasche Maßnahmen der Behörden gegen die ihrer Meinung nach unlautere Konkurrenz verlangt.

Krnacova hatte das Ultimatum jedoch abgelehnt und erklärt, sie sei jederzeit zu Gesprächen bereit, aber nicht mit solchen Fahrern, die mit Streiks drohten und andere Verkehrsteilnehmer attackierten. Im Rahmen von mehreren Protestaktionen soll es in den vergangenen Tagen auch zu tätlichen Übergriffen von Taxifahrern auf Uber-Fahrer und ihre Autos gekommen sein.

Im Gegensatz zu Prag hatte sich zuvor die Londoner Stadtverwaltung gegen Uber gestellt und die weitere Tätigkeit der Firma untersagt./ct/DP/men

22.09.2017

WAHL/Merkel in Ulm: Steuern runter, Soli wird abgeschafft

ULM (dpa-AFX) - Kanzlerin Angela Merkel hat in Baden-Württemberg vor mehreren tausend Zuhörern ein weiteres Mal um Stimmen für ihre CDU bei der Bundestagswahl geworben. Vor dem Ulmer Münster, der größten evangelischen Kirche Deutschlands, stellte sie Steuerleichterungen für kleinere und mittlere Einkommen in Aussicht - "damit sich Leistung wieder lohnt, auch für die, die nicht so viel verdienen".

Zugleich versprach sie, dass eine künftige Bundesregierung unter ihrer Führung "keinerlei Steuererhöhungen vornehmen" werde. Schrittweise werde zudem der Solidaritätszuschlag abgeschafft. "Für alle Menschen in Deutschland, denn alle haben geholfen, dass die deutsche Einheit gelingt", sagte sie.

Dutzende Anhänger der AfD begleiteten den Auftritt mit einem Pfeifkonzert und "Merkel muss weg!"-Rufen. Die Kanzlerin sagte dazu unter großem Beifall ihrer Anhänger: "Eines ist klar: Mit Brüllen und Pfeifen kriegen wir Deutschland nicht erfolgreich." Eine Gruppe der Bereitschaftspolizei stellte sich zwischen die Protestierenden und die anderen Kundgebungsteilnehmer.

Zur Flüchtlingskrise des Jahres 2015 sagte Merkel, die Aufnahme Notleidender aus Syrien, dem Irak und anderen Krisenstaaten sei "ein humanitäres Signal in einer humanitären Notsituation" gewesen. Klar sei aber, dass sich ein Jahr 2015 nicht wiederholen dürfe und werde. Die Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen sei "unsere Antwort auf 2015"./bur/DP/men

22.09.2017

WAHL: Schulz warnt vor Regierung der 'sozialen Kälte' mit Merkel

BERLIN (dpa-AFX) - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat im Wahlkampf-Endspurt vor einer vierten Amtszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewarnt. Der Union seien die Menschen egal. Der Wahlsonntag sei keiner wie jeder andere: "Es geht darum zu verhindern, dass unser Land eine Regierung der sozialen Kälte bekommt", sagte Schulz beim offiziellen Wahlkampfabschluss der SPD am Freitag auf dem Berliner Gendarmenmarkt.

Jeder spüre doch, "dass es in Deutschland brodelt". Er habe es satt zu akzeptieren, dass es einer Frau an der Spitze des Landes egal sei, dass Frauen schlechter bezahlt würden als Männer. Mit Merkel drohten vier Jahre Stillstand - er wolle ein Bundeskanzler sein, der mutig die Zukunft gestalte, sagte Schulz. Der zu erwartende Einzug der AfD in den Bundestag sei eine Zäsur. Die SPD werde die Demokratie verteidigen: "Ihr seid unsere Feinde!", rief Schulz an die Adresse der AfD vor mehreren Tausend Besuchern./tb/DP/men

22.09.2017

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Nordkorea-Krise sorgt für Kursstillstand

NEW YORK (dpa-AFX) - Das erneute Auflodern des Konflikts um Nordkorea hat die Wall Street am Freitag ausgebremst. Die großen Indizes traten auf der Stelle. Der Dow Jones Industrial schloss 0,04 Prozent niedriger auf 22 349,59 Punkte. Auf Wochensicht steht für den Index ein kleines Plus von 0,37 Prozent zu Buche. Anleger gingen vor dem Wochenende keine Risiken mehr ein und kauften stattdessen Staatsanleihen.

US-Präsident Donald Trump hat den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un als "Verrückten" bezeichnet. Dieser hatte Trump zuvor einen "dementen Greis" genannt. Sein Außenminister Ri Yong Ho signalisierte zudem, dass Nordkorea eine Wasserstoffbombe im Pazifik testen könnte. Nach den USA kündigte auch die Europäische Union neue Sanktionen gegen Pjöngjang an.

MARTIALISCHE TÖNE AUS NORDKOREA

"Den jüngsten Krieg der Worte tun Aktienhändler nicht gerade mit einem Achselzucken ab", stellte der Analyst Mike van Dulken von Accendo Research fest. Miraji Othman von der BayernLB sprach von "erneuten martialischen Tönen aus Nordkorea". Der verbale Schlagabtausch und möglicherweise weitere Raketentests Nordkoreas dürften die Märkte auch in den kommenden Wochen beschäftigen.

Der marktbreite S&P-500-Index schloss 0,06 Prozent höher auf 2502,22 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-100 gab um 0,04 Prozent nach auf 5932,32 Zähler.

FUSIONSFANTASIE TREIBT MOBILFUNK-AKTIEN

Apple -Aktien setzten den zu Anfang des Monats begonnenen Abwärtstrend fort. Das Papier verlor 1,34 Prozent, womit sich die Kursverluste seit dem Rekordhoch vom 1. September bei knapp 165 US-Dollar auf rund 8 Prozent summieren. Händler verwiesen zur Begründung auf sich mehrende Zweifel am Markt an einem durchschlagenden Erfolg der neuen iPhone-Modelle.

Daneben richten sich die Blicke erneut auf die Mobilfunker T-Mobile US und Sprint. Die am Dienstag bereits kräftig gestiegenen Papiere der Telekom-Tochter und von Sprint waren erneut gefragt. T-Mobile gewannen 1,06 Prozent und Sprint sogar 6,10 Prozent. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge beide Unternehmen bei den Verhandlungen um den Zusammenschluss zu einem Mobilfunkriesen auf dem US-Markt immer näher kommen. Eine Einigung könne kurz bevorstehen. Auch die Papiere von Verizon stiegen um knapp 2 Prozent.

FIRST SOLAR PROFITIEREN VON MÖGLICHEN STRAFZÖLLEN

Eine Entscheidung der Internationalen Handelskommission in den USA zu Billigimporten von Solaranlagen sorgte bei den Papieren des US-Herstellers First Solar für ein kräftiges Kursplus von 5,62 Prozent. Die Kommission war zum Ergebnis gekommen, dass Billigimporte der heimischen Solarindustrie schaden. Als Konsequenz daraus dürfte sie dem US-Präsidenten nun Strafzölle und Importquoten vorschlagen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg dürfte das noch im November geschehen.

Boeing -Aktien legten leicht zu. Die Fluglinie Turkish Airlines will beim Flugzeugbauer im großen Stil Langstreckenjets kaufen. Der Deal soll 40 Exemplare des jüngsten Typs Boeing 787-9 "Dreamliner" umfassen.

CARMAX UND FINISH LINE STEIGEN KRÄFTIG

Kräftige Kursgewinne gab es zudem bei zwei kleineren Werten. So zogen die Papiere des Sportartikelhändlers The Finish Line um 5,53 Prozent an, nachdem das Unternehmen sich optimistisch zum vierten Quartal geäußert hatte. Das Unternehmen betreibt mehr als 600 Läden in den USA.

Papiere von CarMax, nach eigener Aussage mit 178 Autohäusern der größte Gebrauchtwagenhändler der USA, zogen um 7,77 Prozent an. Das Unternehmen berichtete von jüngst höheren Verkaufszahlen und -preisen - trotz der Schließung einiger Autohäuser für mehrere Wochen wegen des Hurrikan "Harvey".

EURO GIBT GEWINNE WIEDER AB

Der Euro hat anfängliche Kursgewinne im US-Devisenhandel weitgehend wieder abgegeben. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1950 US-Dollar, nachdem sie am Mittag in der Spitze noch über 1,20 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1961 (Donnerstag: 1,1905) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8361 (0,8400) Euro. US-Staatsanleihen haben angesichts des Nordkorea-Konflikts Gewinne verbucht, alle Laufzeiten legten leicht zu./bek/tos

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

22.09.2017

Aktien New York Schluss: Nordkorea-Krise sorgt für Kursstillstand

NEW YORK (dpa-AFX) - Das erneute Auflodern des Konflikts um Nordkorea hat die Wall Street am Freitag ausgebremst. Die großen Indizes traten auf der Stelle. Der Dow Jones Industrial schloss 0,04 Prozent niedriger auf 22 349,59 Punkte. Auf Wochensicht steht für den Index ein kleines Plus von 0,37 Prozent zu Buche. Anleger gingen vor dem Wochenende keine Risiken mehr ein und kauften stattdessen Staatsanleihen.

US-Präsident Donald Trump hat den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un als "Verrückten" bezeichnet. Dieser hatte Trump zuvor einen "dementen Greis" genannt. Sein Außenminister Ri Yong Ho signalisierte zudem, dass Nordkorea eine Wasserstoffbombe im Pazifik testen könnte. Nach den USA kündigte auch die Europäische Union neue Sanktionen gegen Pjöngjang an.

"Den jüngsten Krieg der Worte tun Aktienhändler nicht gerade mit einem Achselzucken ab", stellte der Analyst Mike van Dulken von Accendo Research fest. Miraji Othman von der BayernLB sprach von "erneuten martialischen Tönen aus Nordkorea". Der verbale Schlagabtausch und möglicherweise weitere Raketentests Nordkoreas dürften die Märkte auch in den kommenden Wochen beschäftigen.

Der marktbreite S&P-500-Index schloss 0,06 Prozent höher auf 2502,22 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-100 gab um 0,04 Prozent nach auf 5932,32 Zähler./bek/tos

22.09.2017

Aktien New York: Wegen Nordkorea-Krise gehen Anleger keine Risiken mehr ein

NEW YORK (dpa-AFX) - Vor dem Wochenende haben sich Investoren an der Wall Street bedeckt gehalten. Die erneute Zuspitzung im Nordkorea-Konflikt sorgte am Freitag für allgemeine Zurückhaltung. Nach dem kleinen Rücksetzer vom Donnerstag gaben die großen Börsenindizes erneut etwas nach. Der Dow Jones Industrial handelte 0,13 Prozent niedriger auf 22 329,91 Punkte.

"Den jüngsten Krieg der Worte tun Aktienhändler nicht gerade mit einem Achselzucken ab", stellte der Analyst Mike van Dulken von Accendo Research mit Blick auf die Nordkorea-Krise fest. US-Präsident Donald Trump hat den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un als "Verrückten" bezeichnet. Kim Jong Un werde "geprüft wie niemals zuvor!", schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter.

Trump spielte damit offensichtlich auf die neuen Sanktionen gegen Nordkorea an, die er am Vortag verhängt hatte. Kim Jong Un hatte Trump daraufhin einen "dementen Greis" genannt. Sein Außenminister Ri Yong Ho signalisierte zudem, dass Nordkorea eine Wasserstoffbombe im Pazifik testen könnte.

Der marktbreite S&P-500-Index handelte 0,04 Prozent niedriger auf 2499,57 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-100 gab um 0,18 Prozent nach auf 5924,228 Zähler.

Auch Frühindikatoren für die US-Konjunktur konnten nicht für Bewegung an den Börsen sorgen. Das Ergebnis einer Umfrage zur Stimmung unter Einkäufern in der Industrie im September deckte sich mit den Erwartungen. Das Pendant zur Stimmung in Unternehmen des Dienstleistungsgewerbes blieb hinter den Erwartungen zurück.

Apple-Aktien setzten den zu Anfang des Monats begonnenen Abwärtstrend fort. Das Papier verlor 1,34 Prozent, womit sich die Kursverluste seit dem Rekordhoch vom 1. September bei knapp 165 US-Dollar auf mehr als 8 Prozent summieren. Händler verwiesen hierfür auf sich mehrende Zweifel am Markt an einem durchschlagenden Erfolg der neuen iPhone-Modelle.

Daneben richten sich die Blicke erneut auf die Mobilfunker T-Mobile US und Sprint. Die am Dienstag bereits kräftig gestiegenen Papiere der Telekom-Tochter und von Sprint waren erneut gefragt. T-Mobile gewannen 0,76 Prozent und Sprint 4,86 Prozent. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge beide Unternehmen bei den Verhandlungen um den Zusammenschluss zu einem Mobilfunkriesen auf dem US-Markt immer näher kommen. Eine Einigung könne kurz bevorstehen. Auch die Papiere von Verizon stiegen um knapp 2 Prozent.

Eine Entscheidung der Internationalen Handelskommission in den USA zu Billigimporten von Solaranlagen sorgte bei den Papieren des US-Herstellers First Solar für ein kräftiges Kursplus von 5,62 Prozent. Die Kommission war zum Ergebnis gekommen, dass Billigimporte der heimischen Solarindustrie schaden. Als Konsequenz daraus dürfte sie dem US-Präsidenten nun Strafzölle und Importquoten vorschlagen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg dürfte das noch im November geschehen.

Boeing-Aktien legten leicht zu. Die Fluglinie Turkish Airlines will beim Flugzeugbauer im großen Stil Langstreckenjets kaufen. Der Deal soll 40 Exemplare des jüngsten Typs Boeing 787-9 "Dreamliner" umfassen.

Kräftige Kursgewinne gab es zudem bei zwei kleineren Werten. So sprangen die Papiere des Sportartikelhändlers The Finish Line um 6,40 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen sich optimistisch zum vierten Quartal geäußert hatte.

Papiere von CarMax, nach eigener Aussage mit 178 Autohäusern der größte Gebrauchtwagenhändler der USA, zogen um 7,80 Prozent an. Das Unternehmen berichtete von jüngst höheren Verkaufszahlen und -preisen - trotz der Schließung einiger Autohäuser für mehrere Wochen wegen des Hurrikan "Harvey"./bek/tos

22.09.2017

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax vor Bundestagswahl kaum bewegt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts des wieder hochgekochten Nordkorea-Konflikts ist dem Dax am Freitag die Kraft ausgegangen. Zudem warteten die Anleger auf die Bundestagswahl an diesem Wochenende. Der deutsche Leitindex schloss 0,06 Prozent tiefer bei 12 592,35 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 0,59 Prozent.

Bei den Nebenwerten sorgten am Freitag Kursgewinne bei Halbleiteraktien für etwas bessere Laune. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax legte um 0,14 Prozent auf 25 619,06 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax war zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Anfang 2001 vorgerückt und stieg am Ende um 0,53 Prozent auf 2400,72 Zähler. Ein Rekordhoch erreichte der Index der gering kapitalisierten Werte SDax , der letztlich 0,30 Prozent gewann.

SILTRONIC ZIEHEN AN

Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Marktes blieb derweil mit Blick auf die Bundestagswahl positiv gestimmt: "Vielleicht sehen wir eine Wiederholung des Musters der vergangenen beiden Wochen - Kaufzurückhaltung vor dem Wochenende und dann ein Kurssprung zu Wochenbeginn, wenn alles gut gegangen ist."

Im TecDax ließen die Aktien des Herstellers von Halbleiter-Wafern Siltronic erstmals die Marke von 100 Euro hinter sich, nachdem Analysten die Geschäftsperspektiven gelobt hatten. Zum Handelsschluss ging es an der Index-Spitze um rund 6 Prozent nach oben.

WACKER CHEMIE AN DER MDAX-SPITZE

Von der guten Branchenstimmung profitierten im Dax auch die Papiere des Chipproduzenten Infineon , die um gut 1 Prozent stiegen. Für die Anteilsscheine des Siltronic-Großaktionärs Wacker Chemie ging es als bester Wert im MDax um knapp 3 Prozent nach oben.

Die Deutsche Telekom profitierte mit einem Plus von 0,78 Prozent von Spekulationen über Fortschritte bei den Gesprächen zwischen der US-Mobilfunktochter T-Mobile US und Sprint über einen Zusammenschluss.

EURO LEGT ZU

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich mit plus 0,05 Prozent auf 3541,42 Punkte kaum vom Fleck. Der Pariser Leitindex CAC-40 und der FTSE 100 in London hingegen schlossen deutlicher im Plus. In den USA stand der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss etwas tiefer.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 141,07 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,11 Prozent auf 161,18 Punkte vor. Der Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1961 (Donnerstag: 1,1905) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8361 (0,8400) Euro./la/tos

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

22.09.2017

Aktien Frankfurt Schluss: Dax vor Bundestagswahl kaum bewegt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts des wieder hochgekochten Nordkorea-Konflikts ist dem Dax am Freitag die Kraft ausgegangen. Zudem warteten die Anleger auf die Bundestagswahl an diesem Wochenende. Der deutsche Leitindex schloss 0,06 Prozent tiefer bei 12 592,35 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 0,59 Prozent.

Bei den Nebenwerten sorgten am Freitag Kursgewinne bei Halbleiteraktien für etwas bessere Laune. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax etwa legte um 0,14 Prozent auf 25 619,06 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax war zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Anfang 2001 vorgerückt und stieg am Ende um 0,53 Prozent auf 2400,72 Zähler. Ein Rekordhoch erreichte der Index der gering kapitalisierten Werte SDax , der letztlich 0,30 Prozent gewann./la/tos

22.09.2017

ROUNDUP/Aktien New York: Nordkorea-Krise sorgt für Kursstillstand

NEW YORK (dpa-AFX) - Vor dem Wochenende scheinen Investoren an der Wall Street keine Risiken mehr eingehen zu wollen. Die erneute Zuspitzung im Nordkorea-Konflikt sorgte am Freitag im frühen Handel für Zurückhaltung. Nach dem kleinen Rücksetzer vom Donnerstag traten die großen Börsenindizes auf der Stelle. Der Dow Jones Industrial handelte 0,09 Prozent niedriger auf 22 338,39 Punkte. "Den jüngsten Krieg der Worte tun Aktienhändler nicht gerade mit einem Achselzucken ab", stellte der Analyst Mike van Dulken von Accendo Research mit Blick auf die Nordkorea-Krise fest.

US-Präsident Donald Trump hat den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un als "Verrückten" bezeichnet. Kim Jong Un werde "geprüft wie niemals zuvor!", schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter. Trump spielte damit offensichtlich auf die neuen Sanktionen gegen Nordkorea an, die er am Vortag verhängt hatte. Kim Jong Un hatte Trump daraufhin einen "dementen Greis" genannt. Sein Außenminister Ri Yong Ho signalisierte zudem, dass Nordkorea eine Wasserstoffbombe im Pazifik testen könnte.

Der marktbreite S&P-500-Index handelte 0,08 Prozent schwächer auf 2498,57 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-100 gab um 0,18 Prozent nach auf 5924,26 Zähler.

Auch Frühindikatoren für die US-Konjunktur konnten bislang nicht für Bewegung an den Börsen sorgen. Das Ergebnis einer Umfrage zur Stimmung unter Einkäufern in der Industrie im September deckte sich mit den Erwartungen. Das Pendant zur Stimmung in Unternehmen des Dienstleistungsgewerbes blieb hinter den Erwartungen zurück.

Apple-Aktien setzten den zu Anfang des Monats begonnenen Abwärtstrend fort. Das Papier verlor 1,5 Prozent, womit sich die Kursverluste seit dem Rekordhoch vom 1. September bei knapp 165 US-Dollar auf mehr als 8 Prozent summieren. Händler verwiesen hierfür auf sich mehrende Zweifel am Markt an einem durchschlagenden Erfolg der neuen iPhone-Modelle.

Boeing-Aktien führten den Dow Jones Index mit einem Plus von 1,03 Prozent an. Die Fluglinie Turkish Airlines will beim Flugzeugbauer im großen Stil Langstreckenjets kaufen. Der Deal soll 40 Exemplare des jüngsten Typs Boeing 787-9 "Dreamliner" umfassen.

Daneben richten sich die Blicke erneut auf die Mobilfunker T-Mobile US und Sprint. Die am Dienstag bereits kräftig gestiegenen Papiere von der Telekom-Tochter und von Sprint waren erneut gefragt. T-Mobile gewannen 0,9 Prozent und Sprint 4,17 Prozent. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge beide Unternehmen bei den Verhandlungen um den Zusammenschluss zu einem US-Mobilfunkriesen immer näher kommen. Eine Einigung könne kurz bevor stehen.

Kräftige Kursgewinne gab es zudem bei zwei kleineren Werten. So sprangen die Papiere des Sportartikelhändlers The Finish Line um 6,95 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen sich optimistisch zum vierten Quartal geäußert hatte.

Papiere von CarMax, nach eigener Aussage mit 178 Autohäusern der größte Gebrauchtwagenhändler der USA, zogen um 6,26 Prozent an. Das Unternehmen berichtete von jüngst höheren Verkaufszahlen und -preisen - trotz der Schließung einiger Autohäuser für mehrere Wochen wegen des Hurrikan "Harvey"./bek/tos

22.09.2017

Aktien New York: Nordkorea-Krise sorgt für Kursstillstand

NEW YORK (dpa-AFX) - Vor dem Wochenende scheinen Investoren an der Wall Street keine Risiken mehr eingehen zu wollen. Die erneute Zuspitzung im Nordkorea-Konflikt sorgte am Freitag im frühen Handel für Zurückhaltung. Nach dem kleinen Rücksetzer vom Donnerstag traten die großen Börsenindizes auf der Stelle. Der Dow Jones Industrial handelte prozentual unverändert mit 22 354,47 Punkten. "Den jüngsten Krieg der Worte tun Aktienhändler nicht gerade mit einem Achselzucken ab", stellte der Analyst Mike van Dulken von Accendo Research mit Blick auf die Nordkorea-Krise fest.

US-Präsident Donald Trump hat den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un als "Verrückten" bezeichnet. Kim Jong Un werde "geprüft wie niemals zuvor!", schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter. Trump spielte damit offensichtlich auf die neuen Sanktionen gegen Nordkorea an, die er am Vortag verhängt hatte. Kim Jong Un hatte Trump daraufhin einen "dementen Greis" genannt. Sein Außenminister Ri Yong Ho signalisierte zudem, dass Nordkorea eine Wasserstoffbombe im Pazifik testen könnte.

Der marktbreite S&P-500-Index handelte mit 0,02 Prozent minimal höher auf 2501,07 Punkte. Damit hielt sich das Börsenbarometer weiter über der runden Marke von 2500 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-100 gab um 0,02 Prozent minimal nach auf 5935,85 Zähler./bek/tos

22.09.2017

WOCHENAUSBLICK: Wall Street treibt Dax weiter an - Wahlticker läuft nur nebenher

FRANKFURT (dpa-AFX) - Zu Beginn der neuen Woche blicken politisch interessierte Anleger voller Spannung nach Berlin. Erneut eine Große Koalition oder ein "Jamaika"-Bündnis aus Union, FDP und Grünen - das ist wohl am Montag die Frage aller Fragen. Am deutschen Aktienmarkt aber dürfte der Ausgang der Bundestagswahl kaum eine Rolle spielen, glauben Experten. Für sie ist so gut wie ausgemacht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter für wirtschaftspolitische Stabilität und damit für steigende Kurse sorgen wird - unter welcher Farbkonstellation auch immer. Insofern könnte der hiesige Leitindex Dax weiter das Rekordhoch vom Juni bei gut 12 951 Punkten ins Visier nehmen.

HOFFNUNG AUF STEUERENTLASTUNGEN

Investoren sollten dennoch wachsam bleiben: Zwar haben politische Börsen in der Regel kurze Beine, aber temporär kann der Aktienmarkt mit Schwankungen auf die Stellungnahmen der Politiker zu möglichen Koalitionen reagieren.

Nach derzeitigem Stand jedoch sind die Anleger entspannt. Anders als im Falle der französischen oder US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen gibt es praktisch keine Gefahr, dass eine radikale Kraft in die Regierungsverantwortung kommt. So rechnet die Schweizer Großbank UBS mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent mit einer Fortsetzung der Kanzlerschaft Merkels. Laut Analyst Bert Jansen dürfte die Börse in diesem Fall wohl erst einmal kaum auf die Bundestagswahl reagieren. Bereits zuvor haben die Investoren mit dem Wahlgang die leise Hoffnung verbunden, dass Bürger und Unternehmen steuerlich entlastet werden, was die Wirtschaft ankurbeln könnte.

ZWEI RISIKEN BEI BUNDESTAGSWAHL

Dennoch sieht Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets zwei Risiken, denen sich Anleger vor der Wahl stellen sollten. So könnte einerseits ein starker Einbruch der SPD die Neuauflage der Großen Koalition verhindern, falls die Parteibasis der Sozialdemokraten dann den Weg in die Opposition befürwortet. Bei diesem Szenario gäbe es eine auch für die Börse schädliche Hängepartie, falls sich die potenziellen "Jamaika"-Koalitionäre nicht zusammenraufen sollten. Andererseits könnte die rechtspopulistische Partei AfD stark abschneiden. Diese würde die traditionellen Parteien eventuell dazu zwingen, ihrerseits europa- und damit aktienmarktfeindliche Töne anzuschlagen.

Wenn die Wahlnachlese dann aus Anlegersicht beendet ist, dürften sich die Börsianer bald wieder anderen Themen zuwenden. So könnte der Dax den Analysten der Commerzbank zufolge auch in der neuen Woche von den anhaltend steigenden Kursen an der oft tonangebenden Wall Street profitieren. Der US-Aktienmarkt klettert bereits seit Tagen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Genährt wird er von der Hoffnung, dass die Krise zwischen den USA und Nordkorea mit diplomatischen Mitteln gelöst werden kann. Doch Zweifel daran sind angebracht: So drohte das asiatische Land jüngst, eine Wasserstoffbombe über dem Pazifik explodieren zu lassen.

ENTSCHEIDUNG ÜBER VERKAUF VON AIR BERLIN

Auch aus konjunktureller Sicht stehen die Ampeln an der Börse auf "Grün". "Die Weltwirtschaft wächst solide und unterstützt die Entwicklung an den Aktienmärkten", schrieb Analyst Michael Bissinger von der DZ Bank. Ob es hierzulande tatsächlich weiter rund läuft, könnte am Montagvormittag der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts erweisen. Der Ifo-Index gilt als eines der wichtigen Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft.

Ebenfalls am ersten Tag der neuen Handelswoche entscheidet der Aufsichtsrat von Air Berlin über den Verkauf der insolventen Fluggesellschaft. Im Rennen um das Unternehmen hat die Lufthansa derzeit die Nase vorn.

DELIVERY HERO LIEFERT GESCHÄFTSZAHLEN

Ansonsten melden sich im Laufe der neuen Woche noch einige Unternehmen mit Geschäftszahlen zu Wort. Auf der Agenda steht am Dienstag der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero , bevor zur Wochenmitte der Autozulieferer Hella seine Bücher öffnet. Weiter geht es am Donnerstag mit dem Start-up-Entwickler Rocket Internet und der Hornbach Holding , der Dachgesellschaft des Baumarktbetreibers Hornbach Baumarkt ./la/bek/tos

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

22.09.2017

Aktien New York Ausblick: Nordkorea-Krise macht Anleger nach Rekorden vorsichtig

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger am US-Aktienmarkt dürften sich am Freitag angesichts des einmal mehr hochgekochten Nordkorea-Konflikts zurückhalten. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial rund eine Stunde vor dem Handelsbeginn 0,08 Prozent tiefer auf 22 342 Punkte. Damit würde sich der US-Leitindex aber weiterhin nahe seines am Vortag erreichten Rekordhochs bei 22 419 Punkten halten.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hatte den US-Präsidenten Donald Trump einen "dementen Greis" genannt und mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik gedroht. Er reagierte damit auf Trump, der Nordkorea die "vollständige Vernichtung" angedroht und US-Sanktionen verschärft hatte.

Für Impulse könnten kurz nach dem Auftakt noch Daten zur Stimmung in der Industrie und dem Dienstleistungssektor der USA sorgen.

Auf der Unternehmensseite richten sich die Blicke erneut auf die Mobilfunker T-Mobile US und Sprint. Die am Dienstag kräftig angesprungenen Papiere von der Telekom-Tochter und von Sprint dürften zum Wochenausklang erneut gefragt sein. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge beide Unternehmen bei den Verhandlungen um den Zusammenschluss zu einem US-Mobilfunkriesen immer näher kommen. Eine Einigung könnte kurz bevor stehen.

Analyst Dhananjay Mirchandani von Bernstein Research hatte jüngst die "starke Logik" eines solchen Deals gelobt, winke dabei doch hohes Synergiepotenzial. Papiere von T-Mobile US kletterten vorbörslich rund anderthalb Prozent, Sprint zogen um über 3 Prozent an.

Die Papiere der chinesischen Handelsplattform Alibaba profitierten derweil zunächst nicht von zwei positiven Analystenkommentaren. Die Experten von Citic Securities und Cantor sprachen Empfehlungen aus und signalisierten Potenzial auf bis zu 225 US-Dollar - rund ein Viertel über dem aktuellen Kursniveau./mis/ag/jha/

22.09.2017

Aktien Frankfurt: Vorsicht wegen Nordkorea-Konflikt - TecDax trotzt Gesamtmarkt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat am Freitag angesichts des wieder hochgekochten Nordkorea-Konflikts Zurückhaltung das Bild geprägt. Zudem warten die Anleger auf die Bundestagswahl an diesem Wochenende. Eine überraschend aufgehellte Unternehmensstimmung in der Eurozone lieferte nur vorübergehend Rückenwind. Der Dax war am Nachmittag mit plus 0,03 Prozent auf 12 604,23 Punkte kaum verändert.

Damit zeichnet sich allerdings bereits die dritte Gewinnwoche in Folge für den deutschen Leitindex ab. Seit dem Zwischentief Ende August hat er um mehr als 6 Prozent zugelegt. Bis zu dem im Juni erreichten Rekordhoch bei 12 951 Punkten fehlen weniger als 3 Prozent.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax trat zum Wochenschluss bei 25 588,32 Punkten nahezu auf der Stelle, während der Technologiewerte-Index TecDax auf den höchsten Stand seit Anfang 2001 vorrückte. Zuletzt notierte der Index noch 0,54 Prozent im Plus bei 2401,11 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte moderat zu.

NORDKOREA DROHT MIT NEUEM ATOMTEST

Nordkorea hatte mit der Drohung, eine Wasserstoffbombe über dem Pazifik explodieren zu lassen, den Atomstreit mit den USA weiter verschärft. Die Nordkorea-Krise war in den vergangenen Wochen immer wieder hochgekocht, nachhaltig hatte sie die Börsen bisher aber nicht belastet.

Mit Blick auf die Bundestagswahl am Sonntag liegen Angela Merkel und die Union derweil in Umfragen weit vorne. Völlig offen ist allerdings, mit welcher Koalition Merkel eine vierte Amtszeit antreten könnte. Neben einer Fortsetzung der großen Koalition mit der SPD dürfte auch ein "Jamaika"-Bündnis aus Union, FDP und Grünen rechnerisch möglich sein. Ob es für eine Koalition nur aus CDU/CSU und FDP reicht, bleibt ungewiss.

SILTRONIC ERSTMALS ÜBER 100 EURO

Auf der Unternehmensseite rückten vor allem Halbleiterwerte in den Fokus. Im TecDax ließen die Aktien des Herstellers von Halbleiter-Wafern Siltronic erstmals die Marke von 100 Euro hinter sich, nachdem Analysten die Geschäftsperspektiven gelobt hatten. Zuletzt ging es um mehr als 7 Prozent nach oben.

Von der guten Branchenstimmung profitierten im Dax auch die Papiere des Chipproduzenten Infineon , die um knapp 1 Prozent stiegen.

Für die Anteilsscheine des Siltronic-Großaktionärs Wacker Chemie ging es im MDax um fast 4 Prozent nach oben. Die Deutsche Telekom profitierte mit einem Plus von 1,2 Prozent laut Händlern von Spekulationen über Fortschritte bei den Gesprächen zwischen T-Mobile US und Sprint über einen Zusammenschluss.

LUFTHANSA BEI AIR BERLIN IN GUTER POSITION

Lufthansa-Papiere gewannen 0,33 Prozent. Dass die Fluggesellschaft beim Rennen um große Teile von Air Berlin wohl die Nase vorn hat, lieferte kaum Überraschungen. Anleger setzten schon länger auf einen lukrativen Teilkauf der insolventen Air Berlin.

Schlusslicht im Dax waren die Papiere der Deutschen Börse . Sie fielen um 2,47 Prozent, nachdem Analysten der französischen Bank Exane BNP Paribas vor zu hohen Erwartungen an die Geschäftsentwicklung gewarnt hatten. Zudem rückte die Insideraffäre um Konzernchef Carsten Kengeter einmal mehr in den Fokus.

EUROKURS STEIGT

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 141,07 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,02 Prozent auf 161,04 Punkte.

Der Euro erholte sich weiter von seinen Verlusten zur Wochenmitte und kostete zuletzt 1,1962 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1905 Dollar festgesetzt./mis/jha/

22.09.2017

WDH/Moody's stuft Bonität Großbritanniens wenige Stunden nach May-Rede ab

(Wiederholung aus technischen Gründen)

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Ratingagentur Moody's hat wenige Stunden nach einer Rede der britischen Premierministerin Theresa May ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit Großbritanniens nach unten korrigiert. Das Rating werde von "Aa1" auf "Aa2" gesenkt, teilte Moody's am späten Freitagabend mit. Die Aussicht für die Staatsfinanzen habe sich "erheblich verschlechtert", hieß es zur Begründung. Es seien steigende Schulden zu erwarten und der Erfolg von Konsolidierungsbemühungen sei fraglich. Die Probleme würden durch eine wahrscheinliche wirtschaftliche Abschwächung auf mittlere Sicht infolge des Austritts aus der Europäischen Union verschärft.

Der Ausblick für das Rating sei "stabil", hieß es von den Bonitätswächtern. Eine weitere Verschlechterung der Bonitätseinschätzung droht damit zunächst nicht. Auch nach der Abstufung gilt Großbritannien weiterhin als für die sichere Geldanlage geeignet.

BRITISCHES PFUND FÄLLT

Wenige Stunden vor der Rating-Abstufung hatte May eine von vielen Beobachtern mit Spannung erwartete Rede zum Thema Brexit im italienischen Florenz gehalten. Anleger an den Finanzmärkten zeigten sich im Anschluss enttäuscht, weil Mays Auftritt nicht viel Neues gebracht habe. Bereits im Laufe des Tages war das britische Pfund daher unter Druck gewesen. Nach der Ratingabstufung fiel es noch einmal deutlich um ein halbes Prozent und erreichte zwischenzeitlich ein Tagestief bei 1,3451 US-Dollar. Auch im Verhältnis zum Euro gab das Pfund deutlich nach./tos

22.09.2017

Moody's stuft Bonität Großbritanniens wenige Stunden nach May-Rede ab

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Ratingagentur Moody's hat wenige Stunden nach einer Rede der britischen Premierministerin Theresa May ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit Großbritanniens nach unten korrigiert. Das Rating werde von "Aa1" auf "Aa2" gesenkt, teilte Moody's am späten Freitagabend mit. Die Aussicht für die Staatsfinanzen habe sich "erheblich verschlechtert", hieß es zur Begründung. Es seien steigende Schulden zu erwarten und der Erfolg von Konsolidierungsbemühungen sei fraglich. Die Probleme würden durch eine wahrscheinliche wirtschaftliche Abschwächung auf mittlere Sicht infolge des Austritts aus der Europäischen Union verschärft.

Der Ausblick für das Rating sei "stabil", hieß es von den Bonitätswächtern. Eine weitere Verschlechterung der Bonitätseinschätzung droht damit zunächst nicht. Auch nach der Abstufung gilt Großbritannien weiterhin als für die sichere Geldanlage geeignet.

Wenige Stunden vor der Rating-Abstufung hatte May eine von vielen Beobachtern mit Spannung erwartete Rede zum Thema Brexit im italienischen Florenz gehalten. Anleger an den Finanzmärkten zeigten sich im Anschluss enttäuscht, weil Mays Auftritt nicht viel Neues gebracht habe. Bereits im Laufe des Tages war das britische Pfund daher unter Druck gewesen. Nach der Ratingabstufung fiel es noch einmal deutlich um ein halbes Prozent und erreichte zwischenzeitlich ein Tagestief bei 1,3451 US-Dollar. Auch im Verhältnis zum Euro gab das Pfund deutlich nach./tos

22.09.2017

Letzter Versuch zur Abschaffung von 'Obamacare' droht zu scheitern

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der erneute Versuch von Donald Trumps US-Republikanern, die Gesundheitsversorgung seines Vorgängers Barack Obama zu ersetzen, droht zu scheitern. Mit John McCain (Arizona) hat am Freitag nach Rand Paul (Kentucky) der zweite republikanische US-Senator seine Ablehnung des Gesetzesentwurfes kundgetan, den die Senatoren Bill Cassidy und Lindsey Graham eingebracht hatten. McCain hatte sich bereits bei einem vorigen Entwurf quergestellt. Eine Abstimmung über den neuerlichen Vorschlag war für nächste Woche geplant.

Es sollte nach mehreren missglückten Anläufen der letzte Versuch sein, Trumps Wahlversprechen, "Obamacare" durch ein neues Gesundheitsgesetz zu ersetzen, zu erfüllen. Die Republikaner dürfen sich im Senat jedoch maximal zwei Gegenstimmen aus dem eigenen Lager erlauben. Mit Susan Collins aus Maine und Lisa Murkowski aus Alaska ist die Zustimmung zweier weiterer republikanischer Senatorinnen höchst ungewiss. Nach dem 30. September ist aufgrund sich ändernder Mehrheitsregelungen eine republikanische Majorität ohnehin vom Tisch.

McCain erklärte am Freitag in einer Stellungnahme, bis Ende des Monats könne keine geregelte Debatte im Senat mehr geführt werden. Auch gebe es keine ausführliche Experten-Bewertung des Vorschlages durch die Experten des Congressional Budget Office (CBO). "Ich kann nicht guten Gewissens für den Vorschlag von Graham und Cassidy stimmen", heißt es in der Stellungnahme, die McCain auf Facebook verbreitete. Ohne CBO-Bewertung gebe es auf viele offene Fragen keine verlässlichen Antworten./dm/DP/tos

22.09.2017

WAHL/ROUNDUP: Großer Vorsprung für Merkel - aber weit von 2013 entfernt

BERLIN (dpa-AFX) - Mit großem Vorsprung in den Umfragen gehen Angela Merkel und die Union in die Bundestagswahl am Sonntag. Allerdings müssen CDU und CSU mit deutlichen Verlusten gegenüber dem Ergebnis von 2013 rechnen. Letzte Umfragen sehen die Union zwischen 34 und 36 Prozent. Angesichts des dennoch sicher erscheinenden Wahlsiegs der Kanzlerin wird vor allem das Abschneiden der AfD mit Spannung erwartet. Die Partei könnte ein zweistelliges Ergebnis erzielen und als drittstärkste Kraft in das Parlament einziehen.

Völlig offen ist, mit welcher Koalition Merkel eine vierte Amtszeit als Kanzlerin antreten könnte. Neben einer Fortsetzung der großen Koalition mit der SPD könnte auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen rechnerisch möglich sein. Ob es für eine Koalition nur aus CDU/CSU und FDP reicht, bleibt bis zuletzt ungewiss. Am Freitag boten die Parteien noch einmal ihr komplettes Spitzenpersonal zum Endspurt des Wahlkampfs auf.

Nach aktuellen, am Freitag veröffentlichten Umfragen steht die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz bei 21 bis 22 Prozent. Die AfD käme auf 11 bis 13 Prozent, die Linke auf 9,5 bis 11, die FDP auf 9 bis 9,5 und die Grünen auf 7 bis 8 Prozent. Die Demoskopen betonen, die Zahlen gäben lediglich ein Stimmungsbild wieder und stellten keine Prognose für den Wahlausgang dar.

Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Union 41,5 Prozent bekommen, die SPD 25,7 Prozent, die Linke kam auf 8,6, die Grünen erreichten 8,4 Prozent. FDP (4,8) und AfD (4,7) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. Der großen Koalition von Union und SPD könnten damit Verluste von rund 10 Prozentpunkten gegenüber 2013 drohen.

Rund 61,5 Millionen Deutsche sind am Sonntag zur Wahl aufgerufen. Fast ein Drittel wollte Umfragen zufolge per Briefwahl abstimmen, so viele Wähler wie nie zuvor. 42 Parteien beteiligen sich an der Wahl. Die Wahllokale haben von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.

Merkel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer demonstrierten beim CSU-Wahlkampfabschluss am Freitagabend in München Einigkeit. Die Kanzlerin lobte mehrfach die Politik der CSU in Bayern - und Seehofer Merkels Regierungszeit als "gute Jahre". Den Konflikt um eine feste Obergrenze für Flüchtlinge von 200 000 pro Jahr, die die CSU massiv fordert und Merkel klar ablehnt, blendeten die beiden aus. Merkel bekräftigte im Rückblick auf die Flüchtlingskrise 2015 lediglich: "Das, was 2015 war, das darf, das soll und das wird sich auch nicht wiederholen. Wir haben aus den Ereignissen von damals gelernt."

Gestört wurde die Kundgebung auf dem Marienplatz von einem massiven Pfeifkonzert und Sprechchören von Unions-Kritikern von links und rechts.

Beim offiziellen SPD-Wahlkampfabschluss warnte Schulz vor einer vierten Amtszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Wahlsonntag sei keiner wie jeder andere: "Es geht darum zu verhindern, dass unser Land eine Regierung der sozialen Kälte bekommt", sagte Schulz auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Jeder spüre doch, "dass es in Deutschland brodelt". Er habe es satt zu akzeptieren, dass es einer Frau an der Spitze des Landes egal sei, dass Frauen schlechter bezahlt würden als Männer.

Die Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt begannen einen "Wahl-Marathon", der sie innerhalb von 42 Stunden noch einmal in alle 16 Bundesländer führen sollte. Bei einer Kundgebung in Berlin bekräftigte die Linke ihre Absicht, drittstärkste Partei zu werden. Es sei eine "üble Legende", dass es keine Wechselstimmung in Deutschland gebe, sagte Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht./tl/DP/tos

22.09.2017

AUSBLICK: Die Konjunkturdaten der Woche aus den USA im Überblick

FRANKFURT (dpa-AFX) - In den USA stehen in der Woche vom 25. bis 29. September nur wenige Konjunkturdaten mit größerer Bedeutung an. Gesteigertes Interesse dürfte Wachstumszahlen aus dem zweiten Quartal zukommen, obwohl es sich lediglich um eine dritte Schätzung handelt. Außerdem stehen Daten zum Auftragseingang für langlebige Güter auf dem Programm. Die Zahlen werden als Indikator für die Investitionstätigkeit der Unternehmen angesehen.

Die Commerzbank sieht die US-Industrie in einem wesentlich besseren Zustand als in den Jahren 2015 und 2016. Ein Grund für die Besserung sei der schwächere Dollar, der amerikanische Waren für ausländische Abnehmer günstiger werden lässt. Hinzu komme, dass die Belastung seitens der Ölindustrie weggefallen sei. Nach dem Einbruch infolge des Ölpreisverfalls laufe der Sektor seit etwa einem Jahr wieder besser, heißt es in einem Kommentar.

Die Konjunkturdaten der Woche im Überblick:

^ Prognose Vorwert

MONTAG, 25. SEPTEMBER

--- keine entscheidenden Daten erwartet ---

DIENSTAG, 26. SEPTEMBER

15.00 Uhr

Case-Shiller-Hauspreisindex, Juli

Monatsvergleich +0,30 +0,11

Jahresvergleich +5,78 +5,65

16.00 Uhr

Neubauverkäufe, Aug +3,3 -9,4

Verbrauchervertrauen Conf. Board 120,0 122,9

(Sept, in Pkt)

MITTWOCH, 27. SEPTEMBER

14.30 Uhr

Auftragseingang langl. Güter, Aug +1,0 -6,8

ohne Transport +0,2 +0,6

16.00 Uhr

Schwebende Hausverkäufe, Aug

DONNERSTAG, 28. SEPTEMBER

14.30 Uhr

BIP Q2, dritte Schätzung +3,1 +3,0

(annualisiert gg VQ)

Erstanträge auf AL-Hilfe 265 259

(Vorwoche, in Tsd)

FREITAG, 29. SEPTEMBER

14.30 Uhr

Private Einkommen, Aug +0,2 +0,4

Konsumausgaben, Aug +0,1 +0,3

PCE-Deflator, Aug +1,4 +1,4

(Kernrate gg VJ)

15.45 Uhr

Chicago-Einkaufsmanagerindex, Sept 58,7 58,9

(in Pkt)

16.00 Uhr

Verbraucherstimmung Uni Michigan, Sept 95,3 95,3*

(endgültig, in Pkt)°

*Erstschätzung

(Jeweils in Prozent, soweit nicht anders angegeben)

/bgf/

22.09.2017

AUSBLICK: Die Konjunkturdaten der Woche aus der Eurozone im Überblick

FRANKFURT (dpa-AFX) - In der Woche vom 25. bis 29. September stehen in der Eurozone eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten auf dem Kalender. Konjunkturelle Frühindikatoren werden für die Eurozone insgesamt und für wichtige Einzelstaaten erwartet. Für den Währungsraum werden zudem die Verbraucherpreise für den Monat September veröffentlicht.

Die Zahlen zu den Verbraucherpreisen dürften von der Europäischen Zentralbank (EZB) genau beobachtet werden. Ein weiterer Anstieg der Kernteuerungsrate (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) würde es laut Commerzbank der EZB erleichtern, die Verringerung der Anleihekäufe im kommenden Jahr zu rechtfertigen. Man rechne jedoch nicht mit einer höheren Jahresrate. Preise für Pauschalreisen und Hotelübernachtungen dürften wieder leicht gesunken sein. Zudem sollte der festere Euro allmählich den Preisanstieg bei Industriegütern dämpfen.

In Deutschland steht das Ifo-Geschäftsklima für den Monat September im Blick der Märkte. Es spreche vieles dafür, dass einen Tag nach der Bundestagswahl das Ifo-Institut ein neues Rekordhoch beim Geschäftsklima verkünden werde, schreibt die Dekabank in einem Ausblick. Die Stimmung der deutschen Unternehmen erscheine "unkaputtbar". Am Freitag hatten bereits die von IHS Markit veröffentlichten Zahlen zum Einkaufsmanagerindex positiv überrascht.

Die Konjunkturdaten der Woche im Überblick:

^ Prognose Vorwert

MONTAG, 25. SEPTEMBER

10:00 Uhr

Deutschland

Ifo

September (Punkte)

Geschäftsklima 116,0 115,9

Erwartungen 108,0 107,9

Aktuelle Lage 124,7 124,6

DIENSTAG, 26. SEPTEMBER

08:00 Uhr

Deutschland

Einfuhrpreise

August

Monatsvergleich +0,1 -0,4

Jahresvergleich +2,1 +1,9

08:45 Uhr

Frankreich

Geschäftsklima (INSEE)

September (Punkte) 110 109

18:00 Uhr

Frankreich

Arbeitssuchende Gesamt (Mio) --- 3,518

Nettoänderung (Tsd) --- +34,9

(jeweils August)

MITTWOCH, 27. SEPTEMBER

08:45 Uhr

Frankreich

Verbrauchervertrauen

September (Punkte) 103 103

10:00 Uhr

Eurozone

Geldmenge M3

August

Jahresvergleich +4,7 +4,5

Italien

Unternehmensvertrauen

September (Punkte) 108,3 108,1

Verbrauchervertrauen

September (Punkte) 110,6 110,8

DONNERSTAG, 28. SEPTEMBER

08:00 Uhr

Deutschland

GfK-Konsumklima

Oktober (Punkte) 11,0 10,9

11:00 Uhr

Eurozone

Wirtschaftsvertrauen ESI 112,0 111,9

September (Punkte)

Konjunkturindikator BCI 1,12 1,09

September (Punkte)

14:00 Uhr

Deutschland

Verbraucherpreise HVPI

September

Monatsvergleich +0,1 +0,2

Jahresvergleich +1,8 +1,8

FREITAG, 29. SEPTEMBER

08:00 Uhr

Deutschland

Einzelhandelsumsätze

August

Monatsvergleich +0,5 -1,2

Jahresvergleich +3,2 +2,7

08:45 Uhr

Frankreich

Verbraucherpreise HVPI

September

Monatsvergleich -0,2 +0,6

Jahresvergleich +1,0 +1,0

Frankreich

Konsumausgaben

August

Monatsvergleich +0,2 +0,7

Jahresvergleich +1,7 +2,1

09:55 Uhr

Deutschland

Arbeitslosenzahl

September (Tsd)

Saisonbereinigt -5 -5

11:00 Uhr

Eurozone

Verbraucherpreise HVPI

September

Jahresvergleich +1,6 +1,5

Kernrate +1,2 +1,2

Italien

Verbraucherpreise HVPI

September

Monatsvergleich +1,8 +0,1

Jahresvergleich +1,4 +1,4°

*Erstschätzung

(Jeweils in Prozent, soweit nicht anders angegeben)

/jsl/bgf/tos

22.09.2017

ROUNDUP 2/May in Florenz: Großbritannien will Übergangsphase nach Brexit

LONDON (dpa-AFX) - Die britische Premierministerin Theresa May will eine etwa zweijährige Übergangsphase für ihr Land nach dem Brexit. Das werde "wertvolle Sicherheit schaffen", sagte May in ihrer Grundsatzrede zum EU-Austritt am Freitag in Florenz.

May deutete an, dass Großbritannien während dieser Zeit Beiträge in den EU-Haushalt zahlen könnte. Kein Mitgliedsland der EU müsse wegen des Brexits mehr Geld einzahlen oder bekomme weniger heraus. "Großbritannien wird Verpflichtungen einhalten, die wir während unserer Mitgliedschaft gemacht haben", sagte May zudem.

MASSIVE KRITIK AN REDE

Die Rede stieß zum Teil auf massive Kritik. EU-Brexitunterhändler Michel Barnier zeigte sich aber grundsätzlich offen für eine Übergangsphase. "Je eher wir uns auf die Bedingungen für den geregelten Austritt in den verschiedenen Bereichen - und auf die Bedingungen für eine von Großbritannien geforderte mögliche Übergangsphase - einigen können, umso eher werden wir konstruktive Gespräche über die zukünftigen Beziehungen beginnen können."

Großbritannien zahlt jährlich etwa zehn Milliarden Euro netto in den EU-Haushalt ein. Bei einer zweijährigen Übergangsphase müsste London demnach noch ungefähr 20 Milliarden Euro trotz Brexits einzahlen.

SCHLUSSRECHNUNG IST KNACKPUNKT BEI BREXIT-VERHANDLUNGEN

Damit könnte allerdings nur ein Teil der 60 bis 100 Milliarden Euro abgegolten sein, die London der EU nach Ansicht von Brüssel schuldet. Diese Rechnung umfasst gemeinsam eingegangene EU-Finanzverpflichtungen für Haushalt, Fördertöpfe und Pensionslasten. Die Schlussrechnung ist der größte Knackpunkt bei den bislang sehr zäh verlaufenden Brexit-Verhandlungen. Großbritannien wird die Staatengemeinschaft im März 2019 verlassen.

EU-Ausländer sollen sich auch während der Brexit-Übergangsphase in Großbritannien niederlassen dürfen, sagte May weiter. Es werde aber Änderungen geben: "Wir werden EU-Bürger darum bitten, sich zu registrieren." Das werde ein Teil der neuen Einwanderungsregeln sein, die nach der Übergangsphase in Kraft treten sollen.

KRITIK AM 'ROSINENPICKEN'

May legte zwar auch ihre Vision für eine neue "tiefe und besondere" Beziehung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien dar. Brüssel will jedoch über die künftigen Beziehungen mit London erst sprechen, wenn "ausreichender Fortschritt" bei wichtigen Trennungsfragen erreicht ist. Dazu gehören neben dem Streit ums Geld auch die Rechte der rund 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und die Frage, wie die neue EU-Außengrenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland aussehen könnte.

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber sagte, dass er nach der Rede nun noch besorgter sei. "In der Substanz bringt PM May nicht mehr Klarheit in die Positionen Londons", twitterte er. Der Grünen-Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer meinte: "Nur in einem Punkt war Frau May sehr klar. Sie braucht angesichts des Chaos, dass ihre Regierung bisher schon beim Brexit angerichtet hat, mehr Zeit." Der britische Politologe Simon Usherwood (Universität von Surrey) nannte die Rede eine "komplette Verschwendung von Zeit". Der deutsche und europäische Mittelstandspräsident Mario Ohoven erklärte: "May muss endlich die Politik des Rosinenpickens beenden." FDP-Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff sagte hingegen, eine Übergangsregelung biete die Chance, das Risiko eines ungeordneten Brexits zu minimieren.

KABINETT UNEINS IN SACHEN BREXIT

May hielt ihre Rede in einem eher schlichten Raum der gotischen Klosteranlage Santa Maria Novella. Sie habe die italienische Stadt ausgewählt, weil es das "historische Herz" Europas sei, hieß es in Downing Street. Vertreter der EU-Kommission waren nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nicht geladen. Vor der Klosteranlage protestierten rund 100 Brexit-Gegner. Kurz vor der Brexit-Rede hisste der Bürgermeister der Stadt EU-Flaggen am Rathaus.

Begleitet wurde die Premierministerin von Außenminister Boris Johnson, Schatzkanzler Philip Hammond und Brexit-Minister David Davis. Sie wollten die Einigkeit der Regierung demonstrieren. Im Kabinett gab es bislang keinen einheitlichen Brexit-Kurs. Streitigkeiten trugen die Minister zum Teil öffentlich aus.

An diesem Montag beginnt die vierte Runde der Austrittsgespräche. Die Briten hatten sich in einem historischen Referendum im Juni 2016 mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU ausgesprochen./cmy/DP/men

22.09.2017

WAHL/Umfrage: Jeder Zweite wünscht sich neuen Kanzler

BERLIN (dpa-AFX) - Jeder Zweite in Deutschland wünscht sich einer Umfrage kurz vor der Bundestagswahl zufolge ein Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels. 50 Prozent der 2308 befragten Wahlberechtigten gaben dies in einer repräsentativen Online-Umfrage des Instituts YouGov an, die am Freitag veröffentlicht wurde. Gefragt wurde nach der Haltung zur Parole "Merkel muss weg", die bei Wahlkampfveranstaltungen besonders von rechten Demonstranten zu hören war.

Den Spruch an sich machte sich aber nur etwa jeder Sechste zu eigen: 16 Prozent sagten, sie unterstützten die Parole "gerade wegen ihrer Schärfe". Am höchsten war die Zustimmung dabei mit 56 Prozent unter den AfD-Wählern, aber auch viele Anhänger der Linken (24 Prozent) und der SPD (21 Prozent) schlossen sich an.

Einen signifikanten Unterschied zwischen Ost und West zeigen die Ergebnisse nicht. In Ostdeutschland unterstützten 18 Prozent die "Merkel muss weg"-Rufe, in Westdeutschland 16 Prozent, hieß es./cwe/DP/men

22.09.2017

EU-Brexitunterhändler Barnier zeigt sich offen für Übergangsphase

BRÜSSEL (dpa-AFX) - EU-Brexitunterhändler Michel Barnier hat sich grundsätzlich offen für eine von der britischen Premierministerin Theresa May ins Spiel gebrachte Übergangsphase nach dem Brexit gezeigt. "Je eher wir uns auf die Bedingungen für den geregelten Austritt in den verschiedenen Bereichen - und auf die Bedingungen für eine von Großbritannien geforderte mögliche Übergangsphase - einigen können, umso eher werden wir konstruktive Gespräche über die zukünftigen Beziehungen beginnen können", erklärte Barnier am Freitag in Brüssel in Reaktion auf Mays Grundsatzrede.

May habe in ihrer Rede in Florenz einen konstruktiven Ansatz gezeigt, meinte Barnier weiter. "Die Aussagen sind ein Schritt nach vorn, aber sie müssen nun in konkrete Verhandlungspositionen übersetzt werden."

Großbritannien verlässt Ende März 2019 die EU. May hatte eine Übergangsphase von zwei Jahren angeregt, sie deutete an, dass Großbritannien während dieser Übergangszeit Beiträge in den EU-Haushalt zahlen könnte. Die bisherigen Verhandlungsrunden zwischen beiden Seiten verliefen zäh. Die nächste Runde ist für kommende Woche geplant./asa/hrz/DP/men

22.09.2017

EZB-Vize Constancio: Bitcoin ist keine Währung, sondern Spekulation

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) betrachtet die Digitalwährung Bitcoin derzeit nicht als ernsthafte Konkurrenz zu ihrer eigenen Währung Euro. Der Bitcoin sei keine Währung, sondern vielmehr ein Spekulationsobjekt, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Freitag in Frankfurt. In Anspielung auf die niederländische Tulpenpreisblase im 17. Jahrhundert ergänzte er, der Bitcoin sei eine Art "Tulpe". Einen ähnlichen Vergleich hatte unlängst JPMorgan-Chef Jamie Dimon gezogen.

Mit der Tulpen-Parallele spielte der EZB-Vize auf die im Vergleich zu herkömmlichen Währungen extremen Kursschwankungen digitaler Währungen an. Der Bitcoin hat in diesem Jahr zwischen etwa 750 und knapp 5000 Dollar geschwankt. Zurzeit kostet er etwa 3500 Dollar. Der Bitcoin sei für diejenigen interessant, die auf etwas wetten wollten, das 40 oder 50 Prozent in wenigen Tagen schwanken könne, sagte Constancio. "Aber er ist sicherlich keine Währung, und sicherlich sehen wir ihn nicht als Bedrohung für unser Geschäft oder unsere Geldpolitik an, so viel ist sicher."

Der Bitcoin ist die bekannteste der vielen Digitalwährungen, die seit der Finanzkrise 2008 entstanden sind. Die Idee dahinter ist Unabhängigkeit von staatlicher Kontrolle. Dies soll erreicht werden, indem nicht Notenbanken wie die EZB die Währung ausgeben, sondern Privatleute sie in komplizierten Rechenverfahren am Computer herstellen. Kritiker monieren neben starken Kursschwankungen auch Sicherheitsrisiken und die Anonymität im Zahlungsprozess, was Digitalwährungen attraktiv für illegale Verwendungen mache./bgf/tos/men

22.09.2017

Facebook-Chef Zuckerberg lenkt in Streit mit Investoren ein

MENLO PARK (dpa-AFX) - Facebook -Chef Mark Zuckerberg hat nach Widerstand von Investoren Pläne für eine neue Aktienstruktur zur Sicherung seines Einflusses im Konzern aufgegeben. Die Einführung einer

zusätzlichen Anteilsklasse ohne Stimmrechte sei abgeblasen worden,

teilte der Unternehmer am Freitag mit.

Zuckerberg hatte eigentlich sicherstellen wollen, dass er trotz massiver Aktienverkäufe nicht die Kontrolle über das Online-Netzwerk verliert. Er und seine Frau Priscilla Chan haben angekündigt, im Laufe ihres Lebens fast ihre

gesamte Facebook-Beteiligung für wohltätige Zwecke zu spenden.

Anleger hatten gegen die Abspaltung einer stimmrechtslosen

Aktienkategorie geklagt. Laut Zuckerberg ist das für seinen

Machterhalt nun ohnehin nicht mehr nötig. Dank der guten

Kursentwicklung sei er inzwischen so reich, dass er sein

philanthropisches Engagement finanzieren und zugleich in den nächsten

zwanzig Jahren die Kontrolle bei Facebook behalten könne.

Am Versprechen, im Laufe seines Lebens 99 Prozent seiner Aktien zu

spenden, ändert sich laut Zuckerberg indes nichts. Im Gegenteil: Bereits in den

nächsten 18 Monaten will er weitere Anteile in Milliardenwert

abstoßen, um mit dem Erlös etwa Bildung und Wissenschaft zu fördern./hbr/tos

22.09.2017

AKTIEN-FLASH: SMA nach US-Entscheidung zu Strafzöllen stabil, First Solar steigt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien des Hessener Solarindustriezulieferers SMA Solar sind am Freitag nach einem Fazit der US-Handelskommission über Solarimporte nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kommission war nach längerer Überprüfung wie erwartet zu dem Ergebnis gekommen, dass Billigimporte der heimischen Solarindustrie schaden würden. Als Konsequenz werden dem US-Präsidenten nun Strafzölle sowie Importquoten vorgeschlagen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg dürfte das noch im November geschehen.

Nachdem der Kurs von SMA Solar bereits in den ersten beiden Wochen im September um fast 20 Prozent eingebrochen war, blieb ein weiterer Rücksetzer nun weitgehend aus. Im späten Handel auf Tradegate lag die Aktie mit 1,13 Prozent sogar im Plus und konnte die Verluste der ersten Septemberhälfte damit ein wenig reduzieren. Das Problem bleibt dennoch bestehen: Im für SMA wichtigsten Absatzmarkt, den USA, könnten nun die Preise für Solaranlagen steigen. Das könnte die Nachfrage insgesamt drosseln, was wiederum auch den Absatz von Wechselrichtern belasten könnte.

Die Entscheidung der Kommission träfe auch chinesische Solar-Hersteller, deren Aktien ebenfalls ins Taumeln gerieten. So verlor JA Solar Holdings 5,3 Prozent und JinkoSolar 1,5 Prozent. Papiere von Solar Inc, einer kanadischen Firma, die hauptsächlich in China produzieren lässt, rutschten ebenfalls um 2,4 Prozent ab. Für den US-Hersteller First Solar ging es indes um zeitweilig bis zu 8,7 Prozent nach oben. Das Unternehmen aus Arizona verwendet eine Solartechnologie, die nicht von den Strafzöllen betroffen wäre./kro/bek/tos

22.09.2017

AKTIE IM FOKUS 2: Siltronic knacken 100-Euro-Marke - Analysten loben Geschäfte

(neu: Schlusskurse, Warburg)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Zahlreiche positive Analystenkommentare nach dem Kapitalmarkttag von Siltronic haben der Rekordrally der Aktien des Halbleiterunternehmens am Freitag zusätzlichen Schwung verliehen. Die Papiere waren erstmals über die Marke von 100 Euro gesprungen und hatten gegen Mittag eine Bestmarke bei 107,60 Euro erreicht. Zum Handelsschluss führten sie den freundlichen TecDax mit einem Plus von noch rund 6 Prozent auf 102,85 Euro an.

Die Aktien der ehemaligen Siltronic-Mutter Wacker Chemie , die noch mit rund 31 Prozent beteiligt ist, zogen an der Spitze des MDax der mittelgroßen Werte um knapp 3 Prozent an. Die Anteilsscheine profitierten dabei auch von einem positiven Analystenkommentar. Die finanziellen Auswirkungen durch den Unfall in der Polysiliziumfabrik in Tennessee dürften sich auf den Selbstbehalt in Höhe von geschätzt 5 Millionen Euro beschränken, schrieb der Experte Oliver Schwarz von Warburg Research.

Eine hohe Nachfrage bei vergleichsweise geringen Branchen-Kapazitäten kommt Siltronic schon eine Weile zugute. Auf Sicht von zwölf Monaten liegen sie mit einem Plus von fast 350 Prozent an der Spitze des Technologiewerte-Index TecDax. Dabei ging es allein im bisherigen Jahresverlauf um rund 134 Prozent nach oben.

ANALYSTEN LOBEN PREISENTWICKLUNG UND INVESTITIONSDISZIPLIN

Am Donnerstag hatte Siltronic-Chef Christoph von Plotho während des Kapitalmarkttages abermals auf das Wachstums- und Gewinnpotenzial des Konzerns sowie die Fortschritte bei den Kosteneinsparungen hingewiesen. Analyst Martin Jungfleisch vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux bezeichnete die Veranstaltung als "sehr überzeugend". Siltronic dürfte weiterhin von einer konstanten Nachfrage nach Halbleiter-Wafern und vermutlich weiter steigenden Preisen profitieren. Der Experte hob sein Kursziel auf 121 Euro an und bestätigte seine Kaufempfehlung.

Analysten wie Jürgen Wagner vom Investmenthaus Mainfirst hoben zudem die Disziplin bei den Investitionen hervor. So richtet Siltronic den Fokus nach eigenen Angaben auf Kostensenkungen sowie Effizienzsteigerungen. Zudem will das Unternehmen mit dem Halbleitermarkt mitwachsen, ohne dass es zu Überkapazitäten kommt. Ist das Angebot im Vergleich zur Nachfrage zu hoch, kann das den Konkurrenzkampf vergrößern und zu sinkenden Absatzpreisen führen. Derartige Überkapazitäten hatten den Halbleitermarkt vor dessen aktuellen Aufschwung jahrelang belastet.

CITIGROUP HEBT AUF 'KAUFEN'

Neben der Investitionsdisziplin verwies auch Mainfirst-Experte Wagner auf steigende Absatzpreise. Er hob seine Gewinnschätzungen für Siltronic deutlich an und erhöhte das Kursziel auf 125 Euro. Analyst Achal Sultania von der Schweizer Bank Credit Suisse brachte ähnliche Argumente vor und hob sein Kursziel auf 120 Euro an.

Amit Harchandani von der Citigroup sieht mittelfristig bis zu seinem neuen Kursziel von 115 Euro zwar nicht ganz so viel Luft nach oben, stufte die Aktien angesichts ihres Potenzials aber auf "Kaufen" hoch./mis/jkr/jha/la/tos

22.09.2017

ANALYSE: Oddo BHF setzt große Hoffnungen in Schuppenflechte-Mittel von Morphosys

FRANKFURT (dpa-AFX) - Von einem möglichen neuen Blockbuster spricht Igor Kim und meint damit das Schuppenflechte-Mittel Tremfya. Das Medikament basiert auf dem Antikörper Guselkumab - es wäre der erste Wirkstoff aus dem Hause Morphosys , der dem Unternehmen einen jährlichen Umsatz von über einer Milliarde Euro einbringen könnte. In seiner Prognose legt Kim aber sogar noch einen drauf: "Derzeit sehen wir die Erlöse in der Spitze bei 1,9 Milliarden Euro", wie es in seiner Studie vom Freitag heißt. Und das, so der Analyst, sei noch eine konservative Schätzung.

Das Biotech-Unternehmen aus der Münchener Gemeinde Planegg hatte in den vergangenen Tagen gleich mehrfach mit positiven Meldungen rund um Tremfya aufgewartet. So hatte der Lizenznehmer Janssen, der zum US-Pharmakonzern Johnson & Johnson gehört, zwei neue klinische Phase 3-Studien mit dem Mittel gestartet und Morphosys dafür eine Meilensteinzahlung zugesprochen. Wenn auch nichts über Höhe bekanntgegeben wurde, dürfte es sich nach Einschätzung von Kim um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln.

Daneben hatte Janssen Anfang der Woche eine Empfehlung zur Marktzulassung vom europäischen Arzneimittelausschuss CHMP erhalten. Erst im Juli hatte das Medikament in den USA die Zulassung erhalten. Da es normalerweise 67 Tage dauere, bis die Europäische Kommission in solchen Fragen eine finale Entscheidung trifft, rechnet Kim mit einer Freigabe bis Ende November. "Nach unserer Schätzung könnte das Mittel dann noch vor Ende des Jahres in Europa eingeführt werden", schreibt der Analyst und bezieht sich dabei auf den Launch in Amerika, der nur zwei Wochen nach der dortigen Zulassung erfolgte.

Angesichts des positiven Nachrichtenflusses erhöhte Kim das Kursziel der Morphosys-Aktie von 76 auf 81 Euro und beließ die Einstufung auf "Buy". Kim rechnet also auf Sicht von zwölf Monaten damit, dass sich das Papier besser als der Branchendurchschnitt entwickelt. Dank der Einschätzung konnte die Aktie ihren Aufwärtstrend am Freitag fortsetzen. In der Spitze war der Kurs bei 71,97 Euro auf den höchsten Stand seit gut zwei Jahren gestiegen. Zum Handelsschluss sicherten sie die Papiere mit einem Plus von 1,95 Prozent auf 71,00 Euro den dritten Platz im freundlichen TecDax ./kro/la/tos

22.09.2017

AKTIEN-FLASH: Apple fallen auf tiefsten Kurs seit sieben Wochen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien von Apple haben die jüngsten Kursverluste am letzten Börsentag der Woche noch ausgeweitet. Mit einem Minus von 1,7 Prozent waren die Papiere der zweitschwächste Titel im Dow Jones Index hinter denen von UnitedHealth. Ein Händler sprach von sich mehrenden Zweifeln an einem durchschlagenden Erfolg der neuen iPhone-Modelle 8 und X. "Es gibt keine harten Fakten, eher Spekulationen und vereinzelte Analystenzitate in Medien, die unter dem Strich einen negativen Tenor haben", sagte der Händler.

Am Mittwoch hatte der Kommentar eines Analysten des US-Brokers Rosenblatt Securities den Apple-Kurs belastet. Dem Experten zufolge dürften die Vorbestellungen für das iPhone 8 hinter denen der Vorgängermodelle 7 und 6 zurückgeblieben sein. Der Analyst hatte sich auf eigene Umfragen berufen. Apple hatte zudem am Mittwoch kurz vor der Markteinführung seiner ersten Uhr mit LTE-Anschluss Probleme bei der Mobilfunk-Anbindung eingeräumt.

Vom Rekordhoch der schillernden Aktie vom 1. September hat der Kurs mittlerweile mehr als 8 Prozent eingebüßt und ist im am Freitag im Tagestief von 150,56 US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Anfang August gefallen. Die Einbußen wurden von überdurchschnittlichen Börsenumsätzen begleitet.

Sollten sich die Kursverluste fortsetzen, könnte die gleitende 200-Tage-Linie zu einer wichtige Unterstützung für die Aktie werden. Diese Linie gilt als wichtiger Indikator für langfristige Trends und verläuft aktuell bei 142,27 US-Dollar./bek/tos

22.09.2017

ANALYSE-FLASH: Oddo BHF hebt Ziel für Morphosys auf 81 Euro - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Oddo BHF hat das Kursziel für Morphosys anlässlich der Neuigkeiten zum Antikörper Tremfya von 76 auf 81 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Tremfya habe in der bereits zugelassenen Schuppenflechte-Therapie enormes Umsatzpotenzial, schrieb Analyst Igor Kim in einer Studie vom Freitag. Eine mögliche Ausweitung auf Psoriasis-Arthritis biete zusätzliche Chancen./ag/ajx

Datum der Analyse: 22.09.2017

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22.09.2017

TECDAX-FLASH: TecDax erklimmt Hoch seit Anfang 2001 - United Internet gefragt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Technologiewerte-Index TecDax hat seinen guten Lauf am Freitag mit dem Sprung auf ein weiteres Hoch seit Anfang 2001 fortgesetzt. Gegen Mittag ging es bis auf 2408,02 Punkte nach oben. Zuletzt notierte der Index noch 0,67 Prozent im Plus bei 2404,17 Zählern.

Im laufenden Jahr hat der TecDax nun schon rund ein Drittel an Wert gewonnen und damit den deutschen Leitindex Dax klar abgehängt. Dieser legte um knapp 10 Prozent zu.

Angetrieben wurde der TecDax am Freitag von einem deutlichen Kurssprung um zuletzt mehr als 7 Prozent der Aktien des Herstellers von Halbleiter-Wafern Siltronic , der branchenweit für gute Stimmung sorgte. Die Papiere profitierten ebenso von positiven Analystenkommentaren zu den Geschäftsperspektiven wie die des Biotech-Unternehmens Morphosys .

Zudem gewann das Index-Schwergewicht United Internet 0,96 Prozent auf 52,41 Euro. Das Rekordhoch bei 52,81 Euro rückt damit immer näher./mis/jha/

22.09.2017

AKTIE IM FOKUS: L'Oreal-Aktie profitiert von Spekulationen über Nestle-Anteil

PARIS/ZÜRICH (dpa-AFX) - Spekulationen über die zukünftige Aktionärsstruktur beim französischen L'Oreal-Konzern haben am Freitag die Anleger in Atem gehalten. Der Tod der L'Oreal-Milliardenerbin Liliane Bettencourt heizte die Spekulationen über den Anteil von Großaktionär Nestle erneut an. Der Schweizer Lebensmittelkonzern selbst wollte sich am Freitag zu den Spekulationen am Markt nicht äußern.

L'Oreal-Papiere verteuerten zuletzt um mehr als rund dreieinhalb Prozent auf 4 Prozent auf knapp 183 Euro - damit waren sie unangefochtener Spitzenreiter im schwächelnden EuroStoxx 50 und zurück auf dem Niveau von Ende Juni. An der Schweizer Börse stiegen Nestle-Aktien um knapp 1 Prozent.

Die Tochter von von L'Oreal-Gründer Eugene Shueller war in der Nacht zu Donnerstag gestorben. Ihre Familie hält rund ein Drittel der L'Oreal-Anteile. Nestle wiederum ist seit vielen Jahren an dem französischen Konzern beteiligt und hielt zuletzt 23 Prozent. Der Wert des Aktienpakets beläuft sich derzeit auf knapp 24 Milliarden Euro.

Damit richten sich die Blicke nun auf den zwischen Nestle und der Gründerfamilie ausgehandelten Aktionärsvertrag. Dieser sieht vor, dass sowohl der Schweizer Konzern als auch der Bettencourt-Clan ihren Anteil bis zu sechs Monate nach dem Tod von Liliane Bettencourt nicht erhöhen können. Verkaufen können beide Partien ihre Anteile hingegen jederzeit. "Viel dürfte nun von Bettencourts Erben abhängen", schrieb Martin Deboo vom Analysehaus Jefferies in einer aktuellen Studie.

So könne entweder "gar nichts" passieren und Nestle seinen Anteil unverändert lassen. Es sei aber auch ein Rückkauf der Nestle-Anteile durch L'Oreal möglich. Oder Nestle selbst könne die Macht beim Kosmetikriesen an sich reißen. Dieses sei aber ein "radikaleres Szenario" und ein "riskanter Deal "für Nestle. Deboo hält ein solches Vorgehen deshalb für unwahrscheinlich.

Auch Analystin Pinar Ergun von der Schweizer Großbank UBS glaubt nicht, dass Nestle nach L'Oreal greifen wird. Sie verwies auf Aussagen des neuen Konzernchefs Mark Schneider, der sich auf kleinere bis mittelgroße Übernahmeziele konzentrieren wolle. Zudem seien bei Nestle die Geschäftsfelder Wasser, Kaffee, Tiernahrung sowie die Selbstmedikation im Fokus. Ähnlich sehen dies auch die Experten vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Eine Erhöhung des Anteils würde demnach nicht zur Strategie bei Nestle passen.

Die Analysten der Zürcher Kantonalbank gaben zu bedenken, dass Nestle seine Beteiligung an L'Oreal bereits 2014 reduziert habe. Eine Aufstockung halten sie deshalb nun für unwahrscheinlich. Stattdessen dürfte der Lebensmittlkonzern in den kommenden Jahren seine Beteiligung weiter abbauen.

Brisant wird die Sache deshalb, weil der aktivistische Investor Dan Loeb, der Nestle seit Juni gehörig auf Trab hält, bereits auf einen Verkauf des L'Oreal-Aktienpakets gedrängt hat. Liberum-Experte Nico von Stackelberg verwies jedoch darauf, dass mit Tom Russo ein anderer, langfristig orientierter Nestle-Investor den L'Oreal-Anteil als großen Wertbringer seit Jahrzehnten bezeichnet habe. Nestle-Chef Schneider selbst hatte noch im Februar in einem Interview mit Bloomberg TV die L'Oreal-Beteiligung als von hohem strategischem Wert bezeichnet. Es gebe kurzfristig keine Not, dies zu ändern, so der Manager damals.

Sollte L'Oreal andersherum den Nestle-Anteil zurückkaufen wollen, könnte der Konzern hierfür seine Beteiligung am Pharmakonzern Sanofi veräußern, rechnete Analyst Pierre Tegner von Natixis vor. Die nötigen Geldmittel für eine Übernahme hätte der französische Konzern auch so: Das Unternehmen ist frei von Schulden und sitzt auf Eigenmitteln in Höhe von rund 28 Milliarden Dollar./tav/AWP/la/she

22.09.2017

ANALYSE: Jefferies erwartet längere Durststrecke für Airbus

NEW YORK (dpa-AFX) - Beim Analysehaus Jefferies ist die Vorliebe für Airbus angesichts der Probleme mit mehreren Flugzeugtypen etwas abgekühlt. Jefferies-Analyst Sandy Morris, der die Aktie seinen Kunden jahrelang zum Kauf empfohlen hatte, stufte das Papier in einer Studie vom Freitag auf "Hold" ab. Langfristig seien die Aussichten für die Entwicklung von Gewinn und Aktienkurs zwar intakt. Allerdings sei er für 2017 und die nächsten beiden Jahre bisher zu optimistisch gewesen. Die Umstellung auf modernisierte und neue Flugzeugtypen drücke stärker auf den Gewinn als gedacht.

Sein Kursziel für die Airbus-Aktie beließ Morris bei 75 Euro, nachdem die Aktie am Donnerstag auf das Rekordhoch von 77,98 Euro geklettert war. Seit der Analyst die Aktie im Jahr 2012 erstmals zum Kauf empfohlen hatte, ist der Börsenwert des Unternehmens um fast 190 Prozent auf zuletzt rund 60 Milliarden Euro gestiegen.

Jetzt räumt Jefferies ein, die seit Längerem aufziehenden Schwierigkeiten bei Airbus bisher nicht angemessen berücksichtigt zu haben. So erweist sich die Modellumstellung vom Mittelstreckenjet A320 auf die Nachfolgerin A320neo als schwieriger als gedacht. Technische Probleme an den Triebwerken der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney führen dazu, dass Airbus Flugzeuge erst mit monatelanger Verspätung ausliefern kann. Beim Großraumjet A350 kämpft der Konzern mit Problemen der Zulieferer - dort geht es vor allem um die Kabinenausstattung.

Ende 2017 dürfte Airbus bei seinen Auslieferungen daher erneut an die Grenzen des Möglichen gehen. Schon im Dezember 2016 hatte der Hersteller insgesamt 111 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert - fast ein Sechstel der Jahresproduktion. Morris bezweifelt, dass Airbus diesmal 130 Maschinen in einem Monat schaffen könnte. Daher rechnet er auch nicht damit, dass Airbus in diesem Jahr wie geplant 720 Verkehrsjets an seine Kunden übergeben kann. Airbus-Chef Tom Enders hatte das Ziel schon im Juli unter Vorbehalt gestellt. Morris geht nun von 704 Maschinen aus.

Auch für die kommenden Jahre korrigiert der Experte seine Erwartungen nach unten. Für 2018 rechnet er beim operativen Gewinn (Ebit) statt 5,5 Milliarden nur noch mit 4,4 Milliarden Euro. 2019 dürften es statt veranschlagter 7,1 Milliarden nur 5,4 Milliarden Euro werden.

Ein gewichtiger Grund für die Abstriche ist der langwierige Hochlauf der A350-Produktion. Seit der Auslieferung des ersten Exemplars schraubt der Konzern die Produktionsrate stetig nach oben. Nicht schließende Toilettentüren und Lieferprobleme des Sitzherstellers Zodiac bremsten jedoch die Auslieferung der Flieger an die Kunden. Morris geht zwar weiterhin davon aus, dass Airbus bei dem Modell 2020 die Gewinnschwelle erreicht. Die Verluste dürften von geschätzten 1,1 Milliarden Euro im laufenden Jahr nach seinen Berechnungen auf 451 Millionen im Jahr 2019 sinken. Bisher hatte Morris für 2019 allerdings rund eine Milliarde Gewinn erwartet.

Moderate Verluste dürfte Airbus dem Experten zufolge auch bei seinem Riesenflieger A380 verbuchen, der zuletzt immerhin die Gewinnschwelle erreicht hatte. Doch wegen fehlender Neubestellungen soll die Produktion ab 2019 auf nur noch acht Maschinen pro Jahr sinken. Dadurch verteilen sich die Fixkosten auf weniger gebaute Maschinen.

Erst ab dem Jahr 2020 sieht Morris Airbus wieder auf dem Niveau, das er dem Hersteller bisher vorausgesagt hatte. Dann dürfte der Hersteller die Umstellung von der A320 auf die A320neo komplett vollzogen haben, und der 20 Jahre alten Langstrecken-Typ A330 sollte von seiner modernisierten Nachfolgerin A330neo abgelöst worden sein. Nicht zuletzt sollte dann auch die A350 Gewinn abwerfen./stw/oca/

Analysierendes Institut Jefferies

Datum der Analyse: 22.09.2017

22.09.2017

AKTIE IM FOKUS 2: Siltronic knacken 100-Euro-Marke - Analysten loben Geschäfte

(neu: mehr Details und Hintergrund)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Zahlreiche positive Analystenkommentare nach dem Kapitalmarkttag von Siltronic haben der Rekordrally der Aktien des Halbleiterunternehmens am Freitag zusätzlichen Schwung verliehen. Die Papiere sprangen erstmals über die Marke von 100 Euro und erklommen am Vormittag eine Bestmarke bei 104,85 Euro. Zuletzt führten sie den TecDax mit einem Plus von noch 7,21 Prozent auf 104,00 Euro an. Die Aktien der ehemaligen Siltronic-Mutter Wacker Chemie legten um fast 3 Prozent zu. Der MDax -Konzern ist noch mit rund 31 Prozent beteiligt.

Eine hohe Nachfrage bei vergleichsweise geringen Branchen-Kapazitäten kommt Siltronic schon eine Weile zugute. Auf Sicht von zwölf Monaten liegen sie mit einem Plus von mehr als 350 Prozent unangefochten an der Spitze des Technologiewerte-Index. Dabei ging es allein im bisherigen Jahresverlauf um rund 137 Prozent nach oben.

ANALYSTEN LOBEN PREISENTWICKLUNG UND INVESTITIONSDISZIPLIN

Am Donnerstag hatte Siltronic-Chef Christoph von Plotho während des Kapitalmarkttages abermals auf das Wachstums- und Gewinnpotenzial des Konzerns sowie die Fortschritte bei den Kosteneinsparungen hingewiesen. Analyst Martin Jungfleisch vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux bezeichnete die Veranstaltung als "sehr überzeugend". Siltronic dürfte weiterhin von einer konstanten Nachfrage nach Halbleiter-Wafern und vermutlich weiter steigenden Preisen profitieren. Der Experte hob sein Kursziel auf 121 Euro an und bestätigte seine Kaufempfehlung.

Analysten wie Jürgen Wagner vom Investmenthaus Mainfirst hoben zudem die Disziplin bei den Investitionen hervor. So richtet Siltronic den Fokus nach eigenen Angaben auf Kostensenkungen sowie Effizienzsteigerungen. Zudem will das Unternehmen mit dem Halbleitermarkt mitwachsen, ohne dass es zu Überkapazitäten kommt. Ist das Angebot im Vergleich zur Nachfrage zu hoch, kann das den Konkurrenzkampf vergrößern und zu sinkenden Absatzpreise führen. Derartige Überkapazitäten hatten den Halbleitermarkt vor dessen aktuellen Aufschwung jahrelang belastet.

CITIGROUP HEBT AUF 'KAUFEN'

Neben der Investitionsdisziplin verwies auch Mainfirst-Experte Wagner auf steigende Absatzpreise. Er hob seine Gewinnschätzungen für Siltronic deutlich an und erhöhte das Kursziel auf 125 Euro. Analyst Achal Sultania von der Schweizer Bank Credit Suisse brachte ähnliche Argumente vor und hob sein Kurziel auf 120 Euro an.

Amit Harchandani von der Citigroup sieht mittelfristig bis zu seinem neuen Kursziel von 115 Euro zwar nicht ganz so viel Luft nach oben, stufte die Aktien angesichts ihres Potenzials aber auf "Kaufen" hoch./mis/jkr/jha/

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dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser