dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

27.06.2016

Deutsche Anleihen bleiben gefragt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen waren am Montag weiter als sicherer Anlagehafen gefragt. Nach die Briten Ende vergangener Woche dafür gestimmt hatten, die Europäische Union verlassen zu wollen, scheinen viele Marktteilnehmer in der Defensive zu bleiben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen moderat um 0,17 Prozent auf 166,29 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel um 3,5 Basispunkte auf minus 0,085 Prozent. Am Freitag war sie auf ein Rekordtief von minus 0,17 Prozent gefallen.

Die Verunsicherung der Marktteilnehmer bleibe hoch, heißt es in einem Kommentar der Landesbank Hessen-Thüringen. Zum einen sei unklar, wie es nach dem Brexit-Votum weitergehe. Zum anderen herrsche in Spanien nach den Neuwahlen vom Wochenende Unklarheit. Dort hatte die konservative Regierungspartei zwar überraschend gut abgeschnitten, eine Regierungsbildung dürfte sich aber nach wie vor äußerst schwierig gestalten./bgf/jsl/stb

27.06.2016

Sanofi und Boehringer Ingelheim unterschreiben Verträge für Spartentausch

PARIS/INGELHEIM (dpa-AFX) - Die Pharmakonzerne Sanofi und Boehringer Ingelheim haben den seit längerem geplanten milliardenschweren Tausch von zwei Sparten vertraglich festgezurrt. Damit wird das Tiermedizingeschäft der Franzosen an Boehringer gehen und im Gegenzug bekommt Sanofi von den Deutschen das Geschäft mit rezeptfreien Mitteln. Der Tausch soll wie geplant bis Ende 2016 vollzogen sein, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Die Kartellbehörden müssten noch zu stimmen.

Bereits Ende 2015 hatten Sanofi und Boehringer angekündigt, über den Tausch der beiden Sparten zu verhandeln. Sobald die Transaktion vollzogen ist, sollen die neuen Geschäfte integriert werden. Für beide Konzerne ist dieser Tausch ein Schritt zu einer stärkeren Spezialisierung. Nach eigenen Angaben hätten sie so die Möglichkeit, Weltmarktführer mit den jeweiligen Sparten zu werden. Boehringer gehört zu den größten Pharmakonzernen Deutschlands und beschäftigt weltweit mehr als 47 000 Mitarbeiter.

Zur Boehringer-Sparte Consumer Healthcare gehören Mittel wie die Kopfschmerztabletten Thomapyrin, der Hustensaft Mucosolvan und das Bauchschmerzmittel Buscopan. Das China-Geschäft der Sparte will Boehringer allerdings behalten, weil die Geschäfte mit rezeptfreien und rezeptpflichtigen Mitteln in dem Land eng miteinander verwoben seien. Die Sparte mit rezeptfreien Mitteln, die an Sanofi gehen soll, bewerten beide Unternehmen mit 6,7 Milliarden Euro. 4,7 Milliarden Euro muss Boehringer noch draufpacken. Sanofis Tiermedizinsparte wird in dem Geschäft mit 11,4 Milliarden Euro taxiert.

Boehringer würde früheren Unternehmensangaben zufolge durch die Übernahme zur Nummer zwei im weltweiten Geschäft mit Tiermedizinprodukten werden und könnte die Weltspitze angreifen. Zusammen hätten die beiden Tiermedizin-Sparten 2015 rechnerisch einen Umsatz von mehr als 3,8 Milliarden Euro erzielt. Damit würde Boehringer seinen Umsatz in dieser Sparte mehr als verdoppeln, hieß es weiter./mne/fri/fbr

27.06.2016

'WSJ': Amazon will mehr Waren über Bestell-Knöpfe verkaufen

SEATTLE (dpa-AFX) - Der Online-Händler Amazon will laut einem Zeitungsbericht das Angebot bei seinen Bestellknöpfen für den Haushalt ausbauen. Diese Woche sollen Dutzende neue Marken hinzugefügt werden, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag. Über die bisher nur in den USA verfügbaren Geräte, die wie Türklingel-Knöpfe aussehen, kann mit einem Tasten-Druck ein Produkt nachbestellt werden, wie zum Beispiel Waschmittel oder Getränke. Die Idee von Amazon für die "Dash Buttons" ist, dass Verbraucher die Knöpfe im Haushalt verteilen und ausgegangene Produkte sofort nachbestellen können.

Das "Wall Street Journal" berichtete auch erstmals über Amazons Konditionen für Unternehmen, die bei dem Programm mitmachen wollen. Pro verkauften Knopf einer Marke würden 15 Dollar fällig plus 15 Prozent des Preises bei jedem Verkauf, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Zugleich hätten Konzerne wie Procter & Gamble und PepsiCo in der ersten Welle zum Start im vergangenen Jahr rund 200 000 Dollar bezahlen müssen. Diese Einstiegsgebühr sei inzwischen fallengelassen worden.

Bei Verbraucherschützern stießen die "Dash Buttons" auf Kritik, weil beim Bestellvorgang kein Preis angezeigt wird. Dies werde von manchen Verkäufern ausgenutzt, die zunächst Waren billig anbieten und dann die Preise kräfig anheben./so/DP/stb

27.06.2016

'FT': Intel erwägt Verkauf von IT-Sicherheitssparte

LONDON/SANTA CLARA (dpa-AFX) - Der Chip-Riese Intel , der mit den Folgen der PC-Flaute kämpft, stellt laut einem Zeitungsbericht seine IT-Sicherheitssparte auf den Prüfstand. Eine Option sei der Verkauf, schrieb die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf informierte Personen. Intel Security entstand aus der Übernahme des Branchenpioniers McAfee für 7,7 Milliarden Dollar im Jahr 2010. Der Name McAfee blieb nur noch bei einigen Produkten erhalten.

Das Geschäft mit IT-Sicherheit lockt angesichts der wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe immer mehr Geld an. Etablierten Anbietern von Antiviren-Software wie Symantec machen dabei neue Rivalen wie FireEye oder Palo Alto Networks Konkurrenz. Auch Finanzinvestoren haben die Branche für sich entdeckt. Zuletzt verkaufte vor zwei Wochen Bain Capital die erst im vergangenen Jahr übernommene Firma Blue Coat mit Profit für 4,65 Milliarden Dollar an Symantec.

Intel macht zu schaffen, dass der PC-Markt zuletzt Jahr für Jahr um rund zehn Prozent schrumpfte. Prozessoren für Personal Computer machen immer noch mehr als die Hälfte des Geschäfts beim Chip-Marktführer aus. Intel will stärker auf Chips für Rechenzentren und das Internet der Dinge setzen und kündigte unter anderem den Abbau von 12 000 Jobs an. Die Informationen der "Financial Times" wollte Intel nicht kommentieren, hieß es./so/DP/fbr

27.06.2016

Devisen: Euro und Pfund bleiben unter Druck - Dollar legt weiter zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Brexit-Schock stehen der Euro und das britische Pfund an den Finanzmärkten weiter unter Druck. Am Montagmorgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1030 US-Dollar und damit rund einen halben Cent weniger als am späten Freitagabend. Das britische Pfund notierte bei 1,34 Dollar und damit nicht weit entfernt von seinem am Freitag erreichten 31-jährigen Tiefstand. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Freitagmittag auf 1,1066 Dollar festgesetzt.

Wie bereits am Freitag stand auch am Montag der US-Dollar hoch in der Gunst der Anleger. Von den weltweit bedeutendsten Währungen konnte nur der japanische Yen zur Weltreservewährung Dollar zulegen. Ausschlaggebend dafür ist der Status des Yen als sicherer Anlagehafen, der in Zeiten mit höher Ungewissheit angelaufen wird.

Weiter unter Druck standen am Montag auch zahlreiche Währungen von Schwellenländern, insbesondere aus Osteuropa. Das hat damit zu tun, dass viele Anleger in unwägbaren Zeiten Kapital aus aufstrebenden Ländern abziehen und es in Währungsräume transferieren, die sie als sicherer ansehen. Hierzu zählen in erster Linie die USA und Japan./bgf/fbr

27.06.2016

Ölpreise stabilisieren sich

SINGAPUR (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben sich zu Wochenbeginn nach erheblichen Verlusten am Freitag stabilisiert. Am Montagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 48,31 US-Dollar. Das waren zehn Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls leicht um 25 Cent auf 47,39 Dollar.

Am Freitag waren die Ölpreise stark gefallen, nachdem sich die Briten in einem Referendum mehrheitlich dafür entschieden hatten, die Europäische Union verlassen zu wollen. Wegen der schwer absehbaren politischen und wirtschaftlichen Folgen waren Anleger in sichere Anlageformen geflohen. Riskantere Anlagen, zu denen auch Rohöl gehört, wurden dagegen abgestoßen. Für Belastung sorgte zudem, dass der US-Dollar, in dem der Rohölhandel abgerechnet wird, als Weltreservewährung stark zulegte./bgf/fbr

27.06.2016

Umfrage zu Zigaretten-Schockfotos: Mehrheit hält sie für wirkungslos

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Mehrheit der Deutschen glaubt nach einer repräsentativen Umfrage nicht an die abschreckende Wirkung von Schockfotos auf Zigarettenpackungen. 58 Prozent der Befragten sagten in der Studie des forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit, die Bilder seien keine wirksame Maßnahme, um Nichtraucher davon abzuhalten, mit dem Rauchen zu beginnen. Dass Raucher wegen der Fotos von Krebsgeschwüren, Raucherlungen oder verfaulten Zähnen auf den Packungen ihren Tabakgenuss aufgeben, bezweifeln sogar 81 Prozent, wie die Krankenkasse am Montag in Hamburg weiter mitteilte. Grundsätzlich finden es aber 69 Prozent der Befragten in Ordnung, dass derartige Bilder gezeigt werden.

Seit dem 20. Mai gilt in Deutschland die EU-Tabakrichtlinie, nach auf Zigarettenpackungen abschreckende Fotos gezeigt werden müssen. Die Bilder müssen zusammen mit Warnungen wie "Rauchen ist tödlich" mindestens zwei Drittel der Vorder- und Rückseite der Packungen einnehmen. Bisher waren solche Hinweise kleiner.

"Ob jemand zur Zigarette greift oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab", sagte der DAK-Suchtexperte Ralf Kremer. Schockbilder auf Zigarettenpackungen seien nur ein Präventionsfaktor. Die Krankenkasse setze auf Information und Aufklärung, vor allem in den Schulen./bsp/DP/zb

27.06.2016

WOCHENVORSCHAU: Termine bis 1. Juli 2016

FRANKFURT (dpa-AFX) - Wirtschafts- und Finanztermine bis Freitag,

den 1. Juli:

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MONTAG, DEN 27. JUNI 2016

TERMINE MIT ZEITANGABE

10:00 EU: Geldmenge M3 05/16

15:45 USA: Markit PMI Dienste 06/16 (vorläufig)

SONSTIGE TERMINE

D: Deutsche und internationale Debatte nach dem EU-Ausstieg von

Großbritannien

+ Gespräche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den

Regierungschefs von Frankreich und Italien, François Hollande und

Matteo Renzi, sowie EU-Ratspräsident Donald Tusk

00:00 CHN: Rede von Premier Li Keqiang auf Weltwirtschaftsforum in China

("Sommer-Davos")

09:00 D: Fortsetzung eines Prozesses gegen zwei frühere Vorstände der

SachsenLB

10:00 D: Vorstellung der Initiative Carbon2Chem zur wirtschaftlichen Nutzung

von CO2 aus Stahlwerken mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka

(CDU) und Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger, Duisburg

11:00 GB: Internationale Energieagentur IEA stellt den Bericht "Energie und

Luftqualität" vor und Vorstellung des Sonderberichts des

Weltenergieausblicks durch IEA-Chef Fatih Birol

D: Spitzentreffen zum Brandschutz im Terminal des neuen

Hauptstadtflughafens

Vertreter des Bundes, Berlins, Brandenburgs, des

Eisenbahn-Bundesamts und des Bauordnungsamts Dahme-Spreewald beraten

über die Genehmigungsprobleme auf der Ebene über dem Bahnhof unter

dem Terminal.

15:00 B: EU-Kommission berät über Zukunft des Unkrautvernichters Glyphosat in

Europa

18:30 P: Beginn EZB-Notenbankkonferenz in Sintra (bis 29.06.)

Rede von EZB-Präsident Draghi um 19.30 h

USA: WV Solarworld-Schadenersatzprozess in den USA - Frist für

schriftliche Äußerungen läuft ab

Ein Siliziumlieferant verlangt knapp 700 Millionen Euro

D: Ukrainischer Ministerpräsident zu Antrittsbesuch in Berlin

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DIENSTAG, DEN 28. JUNI 2016

TERMINE MIT ZEITANGABE

08:00 D: Außenhandelspreise 05/16

08:45 F: Verbrauchervertrauen 06/16

09:00 E: Einzelhandelsumsatz 05/16

10:00 I: Verbrauchervertrauen 06/16

10:00 I: Geschäftsklima 06/16

14:30 USA: BIP Q1/16 (endgültig)

14:30 USA: Privater Konsum Q1/16 (endgültig)

15:00 USA: Case-Shiller-Index 04/16

16:00 USA: Verbrauchervertrauen 06/16

22:15 USA: Nike Q4-Zahlen

TERMINE OHNE GENAUE ZEITANGABE

D: TAG Immobilien Capital Markets Day, Dresden

SONSTIGE TERMINE

D: Sondersitzung des Bundestags mit einer Regierungserklärung von

Bundeskanzlerin Merkel zum EU-Rat in Brüssel

09:00 D: Fortsetzung EZB-Notenbankkonferenz in Sintra (bis 29.6.) u.a. mit

mit einer Rede von EZB-Präsident Mario Draghi (10.00 h)

09:30 D: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht "BaFin-Tech 2016"

Konferenz zur Interaktion zwischen BaFin und FinTechs, Frankfurt

11:00 D: Pressegespräch ifo Institut Dresden zur Konjunkturprognose für

Ostdeutschland und Sachsen 2016/2017, Dresden

11:00 D: Pk DB Schenker und Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock

vereinbaren langjährige strategische Zusammenarbeit, Rostock

12:00 D: Pressegespräch Siemens zur neuen Innovation AG mit Vorstandsmitglied

Siegfried Russwurm, München

12:15 D: Vortrag von Thomas Gehrig: "Europas Börsenlandschaft - was treibt

die Entwicklung?", Frankfurt

13:00 D: Dritte Runde Tarifverhandlungen für die 230 000 Beschäftigten der

privaten und öffentlichen Banken in Deutschland

16:00 D: EU-Gipfel (bis 29.06.)

19:00 D: Podiumsdiskussion zur Zukunft der Energiewende - Krise der

Stromriesen und der Stadtwerke belastet das Ruhrgebiet

u.a. mit RWE-Vize Rolf Martin Schmitz und NRW-Wirtschaftsminister

Garrelt Duin, Essen

19:00 CH: SNB: Referat Fritz Zurbrügg über die Geldpolitik der SNB,

Deutsch-Schweizerische Gesellschaft, Hamburg

D: Handelsblatt Jahrestagung "Private Equity 2016" (bis 30.6.), München

21:00 D: Frist für eine Einigung zwischen VW und US-Klägern läuft ab. Bis

dahin muss der Entwurf eines Vergleichs bei Richter Breyer in San

Francisco eingereicht sein.

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MITTWOCH, DEN 29. JUNI 2016

TERMINE MIT ZEITANGABE

01:50 J: Einzelhandel 05/16

08:00 D: GfK-Konsumklima 07/16

09:00 E: Verbraucherpreise 06/16 (vorläufig)

09:00 D: Verbraucherpreise 06/16 Sachsen

10:00 D: Verbraucherpreise 06/16 Bayern, Brandenburg,

Hessen

10:00 D: Bastei Lübbe Bilanz-Pk

10:00 D: Porsche SE Hauptversammlung

10:30 D: Verbraucherpreise 06/16 Nordrhein-Westfalen

11:00 EU: Wirtschaftsvertrauen 06/16

11:00 EU: Industrievertrauen 06/16

11:00 EU: Verbrauchervertrauen 06/16 (endgültig)

14:00 D: Verbraucherpreise 06/16 (vorläufig)

14:30 USA: Private Einkommen und Ausgaben 05/16

16:00 USA: Schwebende Hausverkäufe 05/16

16:30 USA: Energieministerium Ölbericht (Woche)

TERMINE OHNE GENAUE ZEITANGABE

D: Siemens Capital Market Day mit Fokus auf Energie und Öl & Gas

D: DIW-Konjunkturbarometer

USA: Monsanto Q3-Zahlen

USA: GeneralMills Q4-Zahlen

SONSTIGE TERMINE

09:45 D: Bankentagung "Börsenzeitung" zum Privatkundengeschäft (bis 30.06.)

u.a. mit BVR-Präsident Uwe Fröhlich, ING-Diba-Chef Roland Boekhout

10:00 D: Abschluss EZB-Notenbankkonferenz in Sintra (bis 29.6.)

10:00 B: EU-Gipfel (Abschluss)

Themen: Reaktion der EU auf das britische EU-Referendum,

Flüchtlingskrise mit Aufbau eines europäischen Küsten- und

Grenzschutzes, Wirtschaftsthemen wie laufende Budgetüberwachung der

Mitgliedstaaten

10:00 h Arbeitssitzung

nach Abschluss (Uhrzeit offen): Pk EU-Kommissionschef Jean-Claude

Juncker, EU-Gipfelchef Donald Tusk und der niederländische Premier

Mark Rutte

nach Abschluss (Uhrzeit offen): Pk Kanzlerin Angela Merkel

10:00 D: Pk vfa bio (Biotechnologie im Verband Forschender

Arzneimittelhersteller) und The Boston Consulting Group (BCG)

zum Report medizinische Biotechnologie in Deutschland, u.a. mit

vfa-Vorsitzendem Frank Mathias, Berlin

10:00 D: Streit über Kauf eines Gebrauchtwagens beschäftigt BGH

10:30 D: Halbjahres-Pk des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen

u.a. zum Zahlungsverhalten von Unternehmen, Verbrauchern und

öffentlichen Auftraggebern und dessen Gründe, Berlin

11:00 D: Pk Creditreform zu "Insolvenzen in Deutschland", Düsseldorf

13:00 D: Volksbanken und Raiffeisenbanken-Mittelstandstag mit der Verleihung

des VR-InnovationsPreises Mittelstand 2016, Stuttgart

15:00 LU: Urteil im sogenannten Luxleaks-Prozess um Veröffentlichungen über

Steuerdeals für Großkonzerne in Luxemburg

19:00 D: Diskussionsveranstaltung: "Altersarmut trotz Vorsorge? -

Deutschland-, Riester-, Rürup-, ... Rente - Wer hat das beste

Vorsorgekonzept?" u.a. mit Ex-Bundesarbeitsminister Walter Riester und dem ehemaligen Wirtschaftsweisen Bert Rürup, IHK Frankfurt

D: Handelsblatt Jahrestagung "Private Equity 2016" (bis 30.6.), München

D: Handelsblatt Jahrestagung "Immobilienwirtschaft 2016"

(bis 30.6.) u.a. mit CEO Vonovia Buch, Hamburg

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DONNERSTAG, DEN 30. JUNI 2016

TERMINE MIT ZEITANGABE

01:50 J: Industrieproduktion 05/16 (vorläufig)

08:00 D: Einzelhandelsumsatz 05/16

08:45 F: Verbraucherpreise 06/16 (vorläufig)

08:45 F: Konsumausgaben 05/16

09:00 CH: KOF-Konjunkturbarometer 06/16

09:55 D: Arbeitslosenzahlen 06/16

10:00 D: VDMA Auftragseingang 05/16

10:00 D: ProSiebenSat.1 Media Hauptversammlung, München

10:30 GB: BIP Q1/16 (endgültig)

11:00 EU: Verbraucherpreise 06/16 (vorab)

11:00 I: Verbraucherpreise 06/16 (vorab)

13:30 EU: EZB Sitzungsprotokoll 2.6.16

14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

15:45 USA: Chicago PMI 06/16

TERMINE OHNE GENAUE ZEITANGABE

D: RWE Capital Market Day 2016

D: Allianz Inside Allianz Series

Analystenveranstaltung

SONSTIGE TERMINE

09:00 D: Aviation Event - Luftfahrt im Dialog zum Thema "Digitalisierung 4.0

oder die Revolution von Luftverkehr und Reisen" mit zahlreichen

Branchenvertretern und Politikern, Frankfurt

10:00 D: Wirtschaftsforum "Munich Economic Summit» zum Thema: Migration -

Herausforderung oder Chance?" (bis 01.07.) mit ifo-Präsident Clemens

Fuest und dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz

11:30 D: Pk Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) zu aktuellen

Branchenthemen mit VÖB-Präsident Gunter Dunkel und

D: Handelsblatt Jahrestagung "Private Equity 2016" (bis 30.6.), München

D: Handelsblatt Jahrestagung "Immobilienwirtschaft 2016"

(bis 30.6.) u.a. mit CEO Vonovia Buch, Hamburg

17:00 D: Anhörung VW-Verfahren in den USA. Richter Breyer will nach der

möglichen Einreichung eines Vergleichsvorschlags zwei Tage zuvor

einen Zwischenstand und Ausblick im Verfahren geben. Eine

Entscheidung, ob Breyer den Vorschlag absegnet, soll erst im Juli

verkündet werden.

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FREITAG, DEN 1. JULI 2016

TERMINE MIT ZEITANGABE

01:30 J: Verbraucherpreise 06/16 Tokio, landesweit 05/16

01:30 J: Arbeitslosenzahlen 05/16

01:50 J: Tankan-Bericht 02/16

03:00 CHN: CFLP PMI Verarbeitendes Gewerbe 06/16

03:45 CHN: Caixin PMI Verarbeitendes Gewerbe 06/16

09:45 I: PMI Verarbeitendes Gewerbe 06/16 (endgültig)

09:50 F: PMI Verarbeitendes Gewerbe 06/16 (endgültig)

09:55 D: PMI Verarbeitendes Gewerbe 06/16 (endgültig)

10:00 EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe 06/16 (endgültig)

10:30 GB: PMI Verarbeitendes Gewerbe 06/16

11:00 EU: Arbeitslosenzahlen 05/16

15:45 USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 06/16 (endgültig)

16:00 USA: Bauausgaben 05/16

16:00 USA: ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe 06/16

TERMINE OHNE GENAUE ZEITANGABE

D: Deutsche Börse Handelsstatistik 06/16

USA: Pkw-Absatz 06/16

EU: Fitch Ratingergebnis Belgien

EU: S6P Ratingergebnis Polen

SONSTIGE TERMINE

09:00 D: Wirtschaftsforum "Munich Economic Summit" zum Thema: Migration -

Herausforderung oder Chance? mit dem Europaabgeordneten Elmar Brok

(CDU), Infineon-Vorstandschef Reinhard Ploss, Erzbischof Reinhard

Marx

10:00 D: Pk des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) zur Überschuldung

privater Personen 2015, Berlin

10:30 D: Datev, Jahres-Pk

SK: Die Slowakei übernimmt von den Niederlanden die

EU-Ratspräsidentschaft

HINWEIS

HK: Feiertag, Börse geschlossen

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°

Alle Angaben wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Dennoch übernimmt die dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH keine Haftung für die Richtigkeit. Alle Zeitangaben erfolgen in MESZ.

/bwi

27.06.2016

TAGESVORSCHAU: Termine am 27. Juni 2016

FRANKFURT (dpa-AFX) - Wirtschafts- und Finanztermine am Montag,

den 27. Juni:

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TERMINE MIT ZEITANGABE

10:00 EU: Geldmenge M3 05/16

15:45 USA: Markit PMI Dienste 06/16 (vorläufig)

SONSTIGE TERMINE

D: Deutsche und internationale Debatte nach dem EU-Ausstieg von

Großbritannien

+ Gespräche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den

Regierungschefs von Frankreich und Italien, François Hollande und

Matteo Renzi, sowie EU-Ratspräsident Donald Tusk

00:00 CHN: Rede von Premier Li Keqiang auf Weltwirtschaftsforum in China

("Sommer-Davos")

09:00 D: Fortsetzung eines Prozesses gegen zwei frühere Vorstände der

SachsenLB

10:00 D: Vorstellung der Initiative Carbon2Chem zur wirtschaftlichen Nutzung

von CO2 aus Stahlwerken mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka

(CDU) und Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger, Duisburg

11:00 GB: Internationale Energieagentur IEA stellt den Bericht "Energie und

Luftqualität" vor und Vorstellung des Sonderberichts des

Weltenergieausblicks durch IEA-Chef Fatih Birol

D: Spitzentreffen zum Brandschutz im Terminal des neuen

Hauptstadtflughafens

Vertreter des Bundes, Berlins, Brandenburgs, des

Eisenbahn-Bundesamts und des Bauordnungsamts Dahme-Spreewald beraten

über die Genehmigungsprobleme auf der Ebene über dem Bahnhof unter

dem Terminal.

15:00 B: EU-Kommission berät über Zukunft des Unkrautvernichters Glyphosat in

Europa

18:30 P: Beginn EZB-Notenbankkonferenz in Sintra (bis 29.06.)

Rede von EZB-Präsident Draghi um 19.30 h

USA: WV Solarworld-Schadenersatzprozess in den USA - Frist für

schriftliche Äußerungen läuft ab

Ein Siliziumlieferant verlangt knapp 700 Millionen Euro

D: Ukrainischer Ministerpräsident zu Antrittsbesuch in Berlin°

Alle Angaben wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Dennoch übernimmt die dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH keine Haftung für die Richtigkeit. Alle Zeitangaben erfolgen in MESZ.

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27.06.2016

Beschäftigte bei Nordzucker legen Arbeit nieder

BRAUNSCHWEIG (dpa-AFX) - Mit Arbeitsniederlegungen wollen die Beschäftigten bei Nordzucker am Montag (11.00 Uhr) den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen. Zu dem Warnstreik vor der Firmenzentrale in Braunschweig rief die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf. Sie rechnet mit mehreren Hundert Teilnehmern. Warnstreiks soll es in Sachsen-Anhalt im Werk in Klein Wanzleben geben sowie in den niedersächsischen Standorten in Clauen, Schladen, Nordstemmen, Uelzen und Braunschweig.

Die Gewerkschaft will den Druck auf Europas zweitgrößten Zuckerproduzenten in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen. Diese blieben in den ersten drei Runden ohne Ergebnis. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Zuckerindustrie 4,5 Prozent mehr Lohn über ein Jahr. Die Arbeitgeber haben eine Erhöhung von 1,4 Prozent in diesem und weitere 1,4 Prozent im kommenden Jahr angeboten. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 30. Juni in Hannover geplant./opi/DP/zb

27.06.2016

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax stabilisiert sich etwas nach Brexit-Schock

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach dem Brexit-Schock am Montag zunächst etwas stabilisiert. Eine klare Richtung fehlte allerdings im frühen Handel. Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg auf der Europäischen Union (EU) entstehe, warnte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets.

Im frühen Handel kam der Dax mit einem Minus von 0,03 Prozent auf 9554,67 Punkte kaum vom Fleck. Vor dem Wochenende war der deutsche Leitindex nach dem überraschenden britischen Votum gegen die EU-Mitgliedschaft anfangs um 10 Prozent abgesackt - zum Börsenschluss stand er noch knapp 7 Prozent im Minus.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Montagmorgen 0,30 Prozent auf 19 769,72 Punkte, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax um 0,21 Prozent auf 1590,08 Punkte stieg. Für den am Freitag ebenfalls gebeutelten Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,19 Prozent bergauf. Gefragt blieben als "sichere Häfen" geltende Anlagen: Der Goldpreis legte weiter zu, und auch der Yen ist als Fluchtwährung weiter beliebt./gl/ag

27.06.2016

Aktien Frankfurt Ausblick: Brexit-Schock wirkt nach

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt steht auch zu Wochenbeginn noch ganz im Zeichen des Brexit-Schocks vom Freitag. Rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart signalisierte der X-Dax als Indikator für den Dax einen Kursverlust von 0,61 Prozent auf 9499 Punkte. Am Freitag war der Dax zum Auftakt um 10 Prozent abgesackt - am Ende stand er noch 7 Prozent im Minus.

Beim noch stärker gebeutelten EuroStoxx 50 deutete sich am Montagmorgen ein rund 1 Prozent schwächerer Start an. Dem britischen FTSE-100-Index droht ein Minus von anderthalb Prozent - er hatte sich vor dem Wochenende allerdings besser behauptet als Dax und EuroStoxx. Gefragt blieben als sichere Häfen geltende Anlagen: Der Goldpreis legte weiter zu, und auch der Yen ist als Fluchtwährung weiter gefragt.

Das Marktgeschehen sei geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg auf der Europäischen Union (EU) entstehe, sagte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Chinas Premier Li Keqiang sieht den Brexit als Belastung für die Erholung der Weltwirtschaft. Die US-Ratingagentur Moody's drohte Großbritannien nach dem Votum für einen Austritt aus der EU mit einer Herabstufung.

Spooner machte aber auch positive Nachrichten aus - etwa mit Blick nach Spanien. Dort gewann die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy die vorgezogene Parlamentswahl. Die Spanier setzten damit in komplizierten Zeiten auf Stabilität.

CHEFWECHSEL BELASTET FRESENIUS

Unter den Einzelwerten verloren die Aktien des Medizinkonzern Fresenius nach dem angekündigten Chefwechsel beim Broker Lang & Schwarz (L&S) über 2 Prozent. Die Ablösung des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Ulf Schneider durch den bisherigen Finanzvorstand Stephan Sturm komme überraschend und sei auch eine Enttäuschung, schrieb ein Händler. Da der Nachfolger aber auch schon seit 2005 bei Fresenius sei, dürfte der Übergang zumindest reibungslos verlaufen. Schneider verlässt das Unternehmen bis Ende Juni auf eigenen Wunsch, um eine "neue berufliche Herausforderung" anzunehmen.

Auch die Deutsche Bank sollte im Blick behalten werden. Einem Börsianer zufolge strich der bekannte Analyst und Branchenexperte Kian Abouhossein von JPMorgan seine Übergewichtungs-Empfehlung für die Papiere des Finanzkonzerns. Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, kommentierte der Börsianer die Abstufung. Das auf 15 Euro gesenkte Kursziel beinhaltet allerdings noch etwas Luft nach oben - vorbörslich legte die Aktie moderat auf 13,38 Euro zu.

Der Brexit-Schock hatte am Freitag Bankenwerte in ganz Europa nach unten gerissen. Die Papiere der Deutschen Bank waren am Ende um 14 Prozent eingebrochen. Zuvor waren sie im Verlauf fast bis auf ein Rekordtief gefallen. Das liegt weiter bei 12,685 Euro.

KAUFEMPFEHLUNG HILFT THYSSENKRUPP

Die Titel von Thyssenkrupp schafften ebenfalls vorbörslich ein knappes Plus. Die Baader Bank habe die Papiere des Industrie- und Stahlkonzerns hochgestuft und empfehle sie nun zum Kauf, kommentierte ein Händler den Kursanstieg. Zudem dürfte es bei den Anlegern gut ankommen, dass die Investmentgesellschaft Cevian ihre Beteiligung aufgestockt habe.

Im MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stemmten sich Kuka-Aktien bei L&S mit plus 0,81 Prozent gegen den negativen Markttrend. Die Vereinbarung zur Übernahme des bayerischen Roboterherstellers durch den chinesischen Großaktionär Midea steht nach Medieninformationen kurz vor dem Abschluss. Kuka bekomme langfristige Garantien, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Dies sollte Börsianern zufolge die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme erhöhen und ist positiv für die Aktie.

WIRECARD-KURSSPRUNG NACH PRESSEBERICHT

Im TecDax sprangen Wirecard-Aktien um über 9 Prozent an. Der deutsche Zahlungsabwickler steht laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" mit chinesischen Investoren in Gesprächen um eine Beteiligung. Die Alibaba-Tochter Alipay erwäge eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, hieß es./gl/ag

27.06.2016

WOCHENAUSBLICK: Brexit bringt weitere Rückschlagsgefahr für den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die für Anleger völlig überraschende Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat am deutschen Aktienmarkt einen Schock ausgelöst - und dürfte auch in der neuen Woche für Wirbel sorgen. Der deutsche Leitindex Dax ging bereits vor dem Wochenende in die Knie und fiel am Freitag im Xetra-Handel knapp 7 Prozent, nachdem er zeitweise zweistellig im Minus war. Experten sind sich einig, dass es eine gewisse Zeit dauern wird, bis sich die Börsen vom Brexit-Schock erholen - bis dahin ist mit hohen Schwankungen zur rechnen.

Unsicherheit bringt auch die Regierungsbildung in Spanien. Dort haben die Bürger in komplizierten Zeiten zwar auf Stabilität gesetzt, indem sie dem geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zu einem überraschend klaren Wahlerfolg verholfen haben. Rajoys konservative Volkspartei (PP) behauptete sich bei der Neuwahl am Sonntag nicht nur als stärkste Kraft, sondern gewann entgegen den Prognosen noch Sitze hinzu. Allerdings blieb sie von einer absoluten Mehrheit erneut weit entfernt.

Im Mittelpunkt bleibt aber erst einmal der Brexit "Die Märkte werden über die kommenden Tage und Wochen hinweg die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten nach diesem Ergebnis verarbeiten", schrieb Ritu Vohora vom Vermögensverwalter M&G Investments in einem Kommentar. Aktienmarktexperte Paras Anand von der Fondsgesellschaft Fidelity sieht es ähnlich: "Dieses Ergebnis führt zu politischer Unsicherheit, die kurzfristig erhöhte Volatilität an den Märkten mit sich bringen dürfte." Erste Indikationen am Montagmorgen deuten auf weitere Verluste zum Wochenauftakt hin.

Nach Einschätzung der Experten der Landesbank Helaba ergibt sich nun für den Dax ein Rückschlagspotenzial bis in den Bereich zwischen 8500 und 8000 (aktueller Kurs 9577) Punkten. Hiernach bestehen allerdings wieder gute Chancen auf eine Erholung, geben sich die Experten optimistisch. Ihr Argument: Durch die fallenden Aktienkurse dürften sich attraktive Bewertungen der Unternehmen ergeben - zudem rechnen sie mit gleichzeitig steigenden Gewinnerwartungen - was Käufer in den Markt locken dürfte und die Kurse mittelfristig wieder anziehen lassen sollte.

Wie schnell sich die Börsianer angesichts der noch sehr schwer fassbaren politischen und realwirtschaftlichen Folgen des Brexit zurück in den Aktienmarkt trauen, wird sicherlich auch in großem Maße von der Reaktion der Notenbanken abhängen. Die Bank of England verkündete bereits vor dem Wochenende, alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um die Märkte zu stabilisieren und stellte milliardenschwere Maßnahmen in Aussicht.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) steht Gewehr bei Fuß, um weitere Liquidität in die Märkte zu pumpen. Ebenso sind die Augen auf der US-Notenbank Fed gerichtet, die zuletzt auch wegen des anstehenden Briten-Referendums auf eine weitere Leitzinserhöhung verzichtete. Auch sie signalisierte Handlungsbereitschaft. Die Experten der BayernLB rechnen nun damit, dass die US-Notenbank bei ihrer abwartenden Haltung bleiben wird.

Jenseits des Brexit-Schocks könnte schon an diesem Wochenende gleich das nächste politische Ereignis für Unsicherheit an den Börsen sorgen: In Spanien stehen am Sonntag abermals Parlamentswahlen an, nachdem auf die Wahl im Dezember keine Regierung zustande kam. Aktuell sieht es aber danach aus, dass auch der erneute Urnengang für keine Partei eine klare Mehrheiten ergeben wird.

Zu den wichtigsten Terminen der kommenden Woche zählt dann der am Dienstag beginnende EU-Gipfel, auf dem das Großbritannien-Referendum ein zentrale Rolle spielen wird. Zudem finden Konjunkturdaten Beachtung. In den USA richten sich die Blicke im Wochenverlauf auf Detaildaten zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal, Stimmungsdaten aus der Industrie und Zahlen zum privaten Verbrauch.

Diesseits des Atlantik stehen am Mittwoch das Industrie- und Verbrauchervertrauen in der Eurozone, ebenso wie in Deutschland das GfK-Konsumklima sowie die Verbraucherpreise auf der Agenda. Am Donnerstag richten sich die Blicke auf deutsche Arbeitslosenzahlen.

Auf Unternehmensseite wird spannend, wie die Anleger den Wechsel auf dem Chefsessel beim Dax-Konzern Fresenius bewerten werden. Der Gesundheitskonzern hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende Ulf Schneider das Unternehmen auf eigenen Wunsch bis Ende Juni verlassen werde. Seinen Posten werde künftig Finanzvorstand Stephan Sturm übernehmen.

Absehbare Termine sind dagegen rar: Mit der Porsche SE am Mittwoch und dem Medienkonzern ProSiebenSat.1 am Donnerstag setzt sich die Hauptversammlungs-Saison fort. Zudem laden unter anderem der Elektrokonzern Siemens am Dienstag bis Mittwoch und der Versorger RWE am Donnerstag zu Kapitalmarkttagen ein./tav/mis/jha/tos

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

27.06.2016

Japans Nikkei erholt sich von Brexit-Schock

TOKIO (dpa-AFX) - Der Nikkei-Index in Tokio hat sich vom Brexit-Schock leicht erholt. Nach der rasanten Talfahrt vom vergangenen Freitag notierte der Index für 225 führende Werte am Montagmorgen ein Plus 1,55 Prozent auf den Stand von 15 148,36 Punkten. Am Freitag war der Nikkei nach Bekanntwerden des Ergebnisses des Referendums, in dem sich die Briten für den Austritt aus der EU ausgesprochen hatten, um 7,9 Prozent abgesackt./tk/DP/zb

24.06.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Herbe Verluste - Brexit-Schock sitzt tief

NEW YORK (dpa-AFX) - Die unerwartete Zustimmung der Briten zu einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street am Freitag ebenso geschockt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte bis zum Handelsende um 3,39 Prozent auf 17 399,86 Punkte ab. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist der Index damit wieder ins Minus gefallen.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht büßte das weltweit bekannteste Börsenbarometer rund eineinhalb Prozent ein.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 3,60 Prozent auf 2037,30 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 4,07 Prozent auf 4285,701 Punkte nach unten.

WALL STREET HÄLT SICH IM INTERNATIONALEN VERGLEICH NOCH GUT

Damit schnitt die Wall Street aber immer noch besser ab als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um rund achteinhalb Prozent ab und der deutsche Dax fiel um fast 7 Prozent. Der britische FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von rund 3 Prozent dank eines schwachen britischen Pfund ebenfalls relativ gut.

Für die britische Währung ging es auf 1,3684 US-Dollar nach unten. Auch der Kurs des Euro geriet unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,1105 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1066 (Donnerstag: 1,1389) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9037 (0,8780) Euro gekostet.

VERUNSICHERUNG DÜRFTE ANDAUERN

Börsianer sprachen von einer spürbaren Verunsicherung der Anleger, die noch einige Zeit andauern dürfte. Insbesondere die Sorge vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen belaste.

Der Sieg der Brexit-Befürworter habe die unvermeidliche, negative Reaktion der Finanzmärkte nach sich gezogen, schrieb US-Chefvolkswirt Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics in einer Studie. Einen größeren Einfluss auf die US-Wirtschaft dürfte die Entscheidung aber kaum haben.

STAATSANLEIHEN GEFRAGT - AKTIEN VON BANKEN KNICKEN EIN

Gefragt waren in diesem trüben Aktienmarktumfeld vor allem als "sicherer Hafen" geltende Anlagen. So zog der Goldpreis kräftig an und die Kurse von US-Staatsanleihen schnellten nach oben. Der Kurs richtungweisender zehnjähriger Papiere stieg um einen ganzen und 20/32 Punkte auf 100 17/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,56 Prozent.

Mit Blick auf die Einzelwerte setzte die Entscheidung über den Brexit vor allem Bankenaktien zu. Die größten Verlierer im Dow Jones waren die Anteilsscheine von Goldman Sachs und JPMorgan mit Verlusten von jeweils rund 7 Prozent. Zudem schaffte keiner der 30 Dow-Werte den Sprung in die Gewinnzone.

Die Aktien der Bank of America , der Citigroup sowie von Morgan Stanley knickten um mehr als 7 bis rund 10 Prozent ein.

ABSTUFUNG BELASTET T-MOBILE US ZUSÄTZLICH

Bei den Papieren der Telekom-Tochter T-Mobile US sorgte ein Analystenkommentar für Bewegung. Ihr Kurs fiel um fast 6 Prozent, nachdem das Investmenthaus Nomura die Kaufempfehlung gestrichen hatte./mis/jha/

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

24.06.2016

Aktien New York Schluss: Verluste - Brexit-Schock sitzt tief

NEW YORK (dpa-AFX) - Die unerwartete Zustimmung der Briten zu einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street am Freitag ebenso geschockt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte bis zum Handelsende um 3,39 Prozent auf 17 399,86 Punkte ab. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist der Index damit wieder ins Minus gefallen.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht büßte das weltweit bekannteste Börsenbarometer rund eineinhalb Prozent ein.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 3,60 Prozent auf 2037,30 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 4,07 Prozent auf 4285,701 Punkte nach unten./mis/jha/

24.06.2016

Aktien New York: Britisches 'Ja' zum Brexit verschreckt die Investoren

NEW YORK (dpa-AFX) - Das britische Votum für einen Abschied aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street ebenso auf dem falschen Fuß erwischt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte am Freitag um 2,80 Prozent auf 17 506,76 Punkte ab.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren offenbar fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht liegt das weltweit bekannteste Börsenbarometer denn auch weniger als 1 Prozent im Minus.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 3,00 Prozent auf 2049,96 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 3,58 Prozent auf 4307,706 Punkte nach unten.

Damit hielt sich die Wall Street besser als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um rund achteinhalb Prozent ab und der deutsche Dax fiel um fast 7 Prozent. Der britische FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von rund 3 Prozent dank des schwachen britischen Pfund ebenfalls relativ gut.

Börsianer sprachen von einer spürbaren Verunsicherung der Anleger, die noch einige Zeit andauern dürfte. Insbesondere die Sorge vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen belaste.

Der Sieg der Brexit-Befürworter habe die unvermeidliche, negative Reaktion der Finanzmärkte nach sich gezogen, schrieb US-Chefvolkswirt Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics in einer Studie. Einen größeren Einfluss auf die US-Wirtschaft dürfte die Entscheidung der Briten aber kaum haben.

Gefragt waren in diesem trüben Aktienmarktumfeld vor allem als "sicherer Hafen" geltende Anlagen. So zog der Goldpreis kräftig an und die Kurse von US-Staatsanleihen schnellten nach oben.

Mit Blick auf die Einzelwerte setzte der Brexit vor allem Bankenaktien zu. Die Anteilsscheine von Goldman Sachs waren mit einem Minus von 6,27 Prozent das Schlusslicht im Dow Jones. JPMorgan , Bank of America , Citigroup sowie Morgan Stanley knickten um etwa fünfeinhalb bis neuneinhalb Prozent ein.

Bei den Aktien der Telekom-Tochter T-Mobile US sorgte ein Analystenkommentar für Bewegung. Ihr Kurs fiel um mehr 5 Prozent, nachdem das Investmenthaus Nomura die Kaufempfehlung gestrichen hatte./mis/jha/

24.06.2016

BREXIT/GESAMT-ROUNDUP: Brexit lässt Aktienmärkte weltweit einbrechen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Weltweit sind die Aktienmärkte nach dem Votum der Briten für einen EU-Ausstieg eingebrochen. Der erste Schock wich zwar nach einem Kursbeben im Handelsverlauf - für den deutschen Leitindex Dax zum Beispiel stand am Freitagabend aber immer noch ein Abschlag von 6,82 Prozent auf 9557,16 Punkten auf der Anzeigetafel. Auch andere Börsen reagierten mit Verlusten.

Kurz nach Handelsstart war der Dax noch um rund 10 Prozent oder gut 1000 Punkte eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Februar gefallen. Solch massive Verluste hatte es das letzte Mal während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegeben. Ursprünglich hatten Anleger auf einen Verbleib der Briten in der EU spekuliert, was den Aktienmarkt zuvor kräftig angetrieben hatte. So blieb unter dem Strich auf Wochensicht ein Minus von 0,77 Prozent im Dax übrig.

STÄRKSTEN KURSABSCHLÄGE IN TOKIO

Auch die Finanzmärkte in Ostasien und Australien reagierten am Freitag mit heftigen Verlusten auf die Brexit-Entscheidung der Briten. Die stärksten Kursabschläge verzeichnete der Nikkei-Index in Tokio, der mit einem Minus von 7,9 Prozent bei 14 952 Punkten aus dem Handel ging. Auch die Aktienkurse an der Börse in Seoul brachen angesichts der Sorge um die globalen Folgen des Brexit ein. Der Kospi-Index fiel um rund drei Prozent auf 1925,24 Zähler.

Auch in den USA trieb das britische Votum Anleger zu Verkäufen. Allerdings hielt sich die Wall Street zum Börsenstart deutlich besser als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der Dow Jones Industrial rutschte am Freitag um 2,09 Prozent auf 17 635,34 Punkte ab. Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren offenbar fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte.

Die Mehrheit der Briten stimmte bei einem Referendum für den Austritt aus der EU. Die unerwartete Entscheidung habe für große Unsicherheit gesorgt und entsprechend heftige Marktreaktionen ausgelöst, hieß es am Markt. Im Laufe des Tages hätten dann aber bereits erste Schnäppchenjäger zugeschlagen.

Auch die übrigen europäischen Börsen erlebten am Freitag einen Kursrutsch: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rauschte um 8,62 Prozent in die Tiefe auf 2776,09 Zähler. Ähnlich steil ging es für den Pariser CAC-40-Index nach unten, während sich die Verluste im Londoner FTSE 100 in Grenzen hielten.

GOLD ALS SICHERER HAFEN

Gleichzeitig flüchteten viele Investoren in als sichere Häfen geltende Anlagen wie Gold und Anleihen. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1313,85 (1262,15) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 370,00 (35 180,00) Euro. Aber auch der Schweizer Franken und der japanische Yen hoben ab. Im Gegenzug fiel das britische Pfund zeitweise auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren. Auch der Euro kam stark unter Druck: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1066 Dollar fest, nachdem es am Donnerstag noch 1,1389 Dollar waren. Der Dollar kostete damit 0,9037 nach 0,8780 Euro.

Führende Notenbanken kündigten bereits vor dem Wochenende an, gemeinsam die Finanzmärkte beruhigen zu wollen. Die britische Notenbank stellte 250 Milliarden Pfund zur Stützung der Märkte in Aussicht. Auch die EZB und die japanische Notenbank betonten ihre Handlungsbereitschaft. Die Schweizerische Nationalbank schritt umgehend zur Tat und griff am Devisenmarkt ein.

BANKEN ALS GRÖSSTE LEIDTRAGENDE

Als größte Leitragende eines Brexit gelten die Banken, deren Kurse europaweit einbrachen. Anteilsscheine von Deutsche Bank und Commerzbank standen am Dax-Ende mit einem Verlust von 14,13 Prozent beziehungsweise 12,99 Prozent.

Die Papiere der Deutschen Börse büßten 9,26 Prozent ein, und auch in London sackten die Aktien des britischen Börsenbetreibers LSE deutlich ab. Trotz des Brexits wollen die beiden Konzerne an ihrem Fusionsplan festhalten. Da allerdings der rechtliche Sitz des Gemeinschaftsunternehmens London sein soll, wird das Vorhaben am Finanzmarkt zunehmend kritisch gesehen.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Verzinsung deutscher Bundesanleihen auf ein neues Rekordtief: Die Umlaufrendite fiel von minus 0,07 Prozent am Donnerstag auf minus 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,59 Prozent auf 143,68 Punkte. Der Bund Future schoss mit plus 1,33 Prozent auf 165,82 Punkte in die Höhe./tav/kil/she

24.06.2016

ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Kurse sacken ab - Brexit-Schock sitzt tief

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Das britische Votum für einen Ausstieg aus der Europäischen Union hat die Anleger am Freitag geschockt. Der EuroStoxx 50 sackte um 8,62 Prozent auf 2776,09 Punkte nach unten. Die gute Stimmung der vergangenen Tage - da hatten die Investoren noch überwiegend mit einem Sieg der EU-Befürworter gerechnet - war auf einen Schlag dahin. Auf Wochensicht gab der Leitindex der Eurozone um rund zweieinhalb Prozent nach.

Marktstrategen der französischen Großbank Societe Generale sahen in einer Studie zunächst Angst als primären Kurstreiber. Die Marktakteure dürften sich vermutlich erst in der kommenden Woche näher mit den Auswirkungen der Brexit-Entscheidung auf die Gewinne der Unternehmen befassen.

Der Cac 40 in Paris fiel zum Wochenschluss um 8,04 Prozent auf 4106,73 Punkte. Noch schlimmer erwischte es die Indizes in Mailand und Madrid, für die es prozentual zweistellig nach unten ging. In Spanien wird am Wochenende ein neues Parlament gewählt. Die politische Unsicherheit ist nach dem britischen Brexit-Referendum laut Beobachtern noch gestiegen.

Der Londoner FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von 3,15 Prozent auf 6138,69 Punkte vergleichsweise gut, obwohl der Brexit nach Einschätzung vieler Experten wie etwa KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner vor allem der britischen Wirtschaft schaden dürfte.

Unterstützung lieferte Börsianern zufolge vor allem das britische Pfund, das im Vergleich zum US-Dollar einknickte. Ein schwaches Pfund kann die Exportaussichten britischer Unternehmen verbessern, da es ihre Waren in anderen Ländern günstiger macht.

Hinzu kamen satte Kursgewinne bei den Aktien des auf das Goldschürfen spezialisierten Bergbauunternehmens Randgold Resources und des ebenfalls auf Edelmetalle spezialisierten Konkurrenten Fresnillo . Sie profitierten vom anziehenden Goldpreis, der von der Flucht der Investoren in das Edelmetall getrieben wurde.

Im europäischen Branchenvergleich kam der Finanzsektor am stärksten unter Druck: Im marktbreiten Stoxx Europe 600 sackte der Subindex der Banken um mehr als 14 Prozent ab und der Versicherer-Index verlor mehr als 11 Prozent. Der Index der Finanzdienstleister >SXFP.DJX>, zu dem auch die Börsenbetreiber gehören, sank um rund 10 Prozent.

Die Papiere der italienischen Banken Unicredit und Intesa SanPaolo sowie der französischen Societe Generale brachen jeweils um mehr als 20 Prozent ein. Die Aktien der spanischen Santander rauschten um fast ein Fünftel nach unten.

Gewinner gab es aus Branchensicht keine: Am besten hielt sich noch der Index der Pharma- und Gesundheitsunternehmen mit einem Minus von etwas mehr als 2 Prozent. Die Branche gilt als defensiv und spielt ihre Stärken vor allem in einem negativen Marktumfeld aus./mis/jha/

24.06.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Brexit schockt die Anleger - Dax bricht ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das überraschende "Ja" der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitag kalt erwischt. Nach einem Kursbeben legte sich im Handelsverlauf europaweit und auch hierzulande zwar die erste Panik - am Abend stand für den deutschen Leitindex Dax aber immer noch ein Abschlag von 6,82 Prozent auf 9557,16 Punkten auf der Anzeigetafel. Die Notenbanken signalisierten angesichts des Brexit-Votums Handlungsbereitschaft.

Kurz nach dem Handelsstart war der Leitindex noch um rund 10 Prozent oder gut 1000 Punkte eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Februar gefallen. Solch massive Verluste hatte es das letzte Mal während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegeben. Ursprünglich hatten die Anleger auf einen Verbleib der Briten in der EU spekuliert, was den Aktienmarkt zuvor seit Wochenbeginn kräftig angetrieben hatte. So blieb unter dem Strich auf Wochensicht ein kleineres Minus von 0,77 Prozent im Dax übrig.

GROSSE UNSICHERHEIT

Der MDax der mittelgroßen Konzerne sank am Freitag bis Börsenschluss um 4,54 Prozent auf 19 828,60 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 3,35 Prozent auf 1586,67 Punkte ein. Aus der gesamten Dax-Familie von Dax, MDax, TecDax und SDax gab es nur fünf Aktien im Plus.

Die unerwartete Entscheidung für einen Brexit habe für große Unsicherheit gesorgt und entsprechend heftige Marktreaktionen bis hin zu einem "Schock" ausgelöst, hieß es am Markt. Im Laufe des Tages hätten aber bereits erste Schnäppchenjäger zugeschlagen.

FLUCHT IN SICHERE HÄFEN

Gleichzeitig flüchteten viele Investoren in als sichere Häfen geltende Anlagen wie Gold und Anleihen, aber auch der Schweizer Franken und der japanische Yen hoben ab. Im Gegenzug fiel das britische Pfund zeitweise auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren, konnte sich hiervon bis zum Abend aber etwas erholen. Auch der Euro kam stark unter Druck: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1066 Dollar fest, nachdem es am Donnerstag noch 1,1389 Dollar waren. Der Dollar kostete damit 0,9037 nach 0,8780 Euro.

Die Experten der Privatbank MM Warburg kommentierten, Europa befinde sich derzeit potenziell in einer ähnlich kritischen Situation wie zum Höhepunkt der Euro- oder der Griechenlandkrise. Die Wahrscheinlichkeit sei erhöht, dass die starken Schwankungen an den Märkten anhalten dürften, schätzten die Analysten.

NOTENBANKEN SIGNALISIEREN HANDLUNGSBEREITSCHAFT

Führende Notenbanken kündigten aber bereits vor dem Wochenende an, gemeinsam die Finanzmärkte beruhigen zu wollen. Die britische Notenbank stellte 250 Milliarden Pfund zur Stützung der Märkte in Aussicht. Auch die EZB und die japanische Notenbank betonten ihre Handlungsbereitschaft. Die Schweizerische Nationalbank schritt umgehend zur Tat und griff am Devisenmarkt ein.

Als größte Leitragende eines Brexit gelten die Banken, deren Kurse entsprechend am Freitag europaweit einbrachen. Anteilsscheine von Deutsche Bank und Commerzbank standen am Dax-Ende mit einem Verlust von 14,13 Prozent beziehungsweise 12,99 Prozent.

DEUTSCHE BÖRSE UND LSE WOLLEN AN FUSION FESTHALTEN

Die Papiere der Deutschen Börse büßten 9,26 Prozent ein, und auch in London sackten die Aktien des britischen Börsenbetreibers LSE deutlich ab. Trotz des Brexits wollen die beiden Konzerne an ihrem Fusionsplan festhalten. Da allerdings der rechtliche Sitz des Gemeinschaftsunternehmens London sein soll, wird das Vorhaben am Finanzmarkt zunehmend kritisch gesehen.

Auch die übrigen europäischen Börsen erlebten am Freitag einen Kurscrash: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rauschte um 8,62 Prozent in die Tiefe auf 2776,09 Zähler. Ähnlich steil ging es für den Pariser CAC-40-Index nach unten, während sich die Verluste im Londoner FTSE 100 in Grenzen hielten. Auch der Dow Jones Industrial in New York präsentierte sich zum Handelsschluss in Europa angeschlagen.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Verzinsung deutscher Bundesanleihen auf ein neues Rekordtief: Die Umlaufrendite fiel von minus 0,07 Prozent am Donnerstag auf minus 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,59 Prozent auf 143,68 Punkte. Der Bund Future schoss mit plus 1,33 Prozent auf 165,82 Punkte in die Höhe./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

27.06.2016

ROUNDUP: Volks- und Raiffeisenbanken drohen höhere Kosten wegen des Zinstiefs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken müssen mit höheren Kosten wegen der extrem niedrigen Zinsen rechnen: Ab Anfang August werden sie für Geld, das sie bei ihrem Spitzeninstitut lagern, zur Kasse gebeten.

"Seit die EZB Negativzinsen erhebt, haben wir die Volks- und Raiffeisenbanken, die ihre Liquidität bei uns anlegen, davor bewahrt, Negativzinsen zahlen zu müssen. Wir sind jetzt gemeinsam zu der Auffassung gelangt, dass wir das so nicht länger durchhalten können, ohne unsere eigene Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu ramponieren", sagte der Vorstandsvorsitzende der Düsseldorfer WGZ Bank, Hans-Bernd Wolberg, in einem Interview der Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX in Frankfurt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von Geschäftsbanken mittlerweile 0,4 Prozent Zinsen, wenn diese über Nacht überschüssiges Geld bei der Notenbank parken. Dieser Strafzins soll die Institute dazu bewegen, das Geld eher als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzureichen und so die Wirtschaft anzukurbeln. "Wir werden die Volks- und Raiffeisenbanken sicherlich nicht in dem Maße mit Negativzinsen belasten wie es die EZB direkt täte. Voraussichtlich teilen wir uns die Lasten", sagte Wolberg.

"Wir wollen einen fairen Ausgleich auf den Weg bringen, geplant ist das ab 1. August", bekräftigte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch. "Sie können auf Dauer in unserer Organisation den Markt nicht ausschalten." Denn: "Der niedrige Zins frisst sich immer mehr in die Bilanzen der Banken." Zum 1. August schließen sich DZ und WGZ zum neuen genossenschaftlichen Zentralinstitut für die gut 1000 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland zusammen.

Strafzinsen für Privatkunden wollen die Genossen möglichst weiterhin vermeiden. "Für uns ist ganz klar, dass wir uns aus Wettbewerbsgründen, aber auch aus psychologischen Gründen im Moment die Weitergabe von Negativzinsen an Privatkunden nicht vorstellen können", betonte Kirsch.

"Was anderes ist es im institutionellen Geschäft: Wir haben ein Rating von AA-. Solche Adressen sind in Zeiten, wo es eine Suche nach Qualität und Bonität gibt, gefragt. Würden wir im institutionellen Geschäft nicht Marktsätze zahlen und nehmen, würden wir aus der ganzen Welt Liquidität anziehen, die wir im Kundengeschäft derzeit gar nicht einsetzen können", sagte Kirsch. Daher gebe die DZ Bank "im institutionellen Geschäft und im großvolumigen Firmenkundengeschäft die Marktzinssätze individuell an unsere Kunden weiter".

Große Mengen Geld in eigene Tresore zu legen, um den Strafzinsen der EZB zu entgehen, planen die Institute nicht. "Ich finde, das ist eine aberwitzige Idee: Auf einer Seite reden wir von Digitalisierung, auf der anderen Seite soll Bargeld Problemlösung für den Negativzins der EZB spielen", sagte Kirsch. Wolberg warnte jedoch: "Wenn Negativzinsen beim Privatkunden ankommen, dann wird die Schlacht um die Schließfächer beginnen."/ben/enl/DP/fbr

27.06.2016

ROUNDUP/Premier Li: China wird keine 'harte Landung' erleben

TIANJIN (dpa-AFX) - Chinas Ministerpräsident Li Keqiang will Sorgen über ein langsameres Wachstum und eine hohe Schuldenlast seines Landes zerstreuen. "Die chinesische Wirtschaft wird sich nicht auf eine harte Landung zubewegen", versicherte der Premier am Montag vor den mehr als 2000 Teilnehmern des "Sommer-Davos" genannten Weltwirtschaftsforums in der chinesischen Metropole Tianjin unweit von Peking. China werde sein Wachstumsziel von 6,5 bis 7 Prozent und alle anderen Vorgaben in diesem Jahr erreichen, bekräftigte der Premier vor Wirtschaftsvertretern, Politikern und Experten.

Die Erholung der Weltwirtschaft falle allerdings weiter hinter die Erwartungen zurück - und der Ausstieg Großbritanniens verstärke noch die Unsicherheiten. "Wir müssen die Herausforderungen gemeinsam angehen und ein stabiles internationales Umfeld schaffen." Europa sei ein wichtiger Partner für China, das seine Beziehungen sowohl mit der Europäischen Union als auch mit Großbritannien weiter ausbauen wolle, bekräftigte Li Keqiang, ohne weiter zu gehen. Am Vortag hatte Vizeaußenminister Li Baodong noch vor "Panik" gewarnt.

Mit seiner Rede umwarb der Premier die Investoren und die anderen Teilnehmer des jährlichen Treffens, das zum zehnten Mal in China stattfindet. Er räumte ein, dass der Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft weiter zunehme. Es gebe aber "mehr Hoffnung als Schwierigkeiten". Obwohl die Exporte seit Jahresanfang zurückgegangen seien, habe sich die Wirtschaft auf die heimische Nachfrage stützen können. "Wir haben keine Zuflucht in massiven Stimulusmaßnahmen gesucht, sondern strukturelle Reformen verfolgt."

Die Schuldenlast der Zentralregierung sei im internationalen Vergleich noch gering, was Raum für eine proaktive Haushaltspolitik biete. China sei auch in der Lage, "systemische Risiken abzuwehren". "Kurzfristige Fluktuationen sind unvermeidlich." China werde seine Überkapazitäten in veralteten Industrien wie der Stahl- und Kohlebranche abbauen. Auch sollen die Staatsbetriebe verschlankt werden und der Privatwirtschaft neuer Raum gegeben werden.

Die Aussichten seien gut, beteuerte der Premier und gab sich betont optimistisch. Er warb vor den Wirtschaftsvertretern um langfristige ausländische Investitionen: "China ist eine aufstrebende Volkswirtschaft mit großem Wachstumspotenzial." Trotz wachsender Klagen über ungerechte Wettbewerbsbedingungen und Diskriminierung beteuerte Li Keqiang erneut, dass alle ausländisch investierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in China mit chinesischen Firmen "gleich behandelt werden"./lw/DP/fbr

27.06.2016

ROUNDUP: Verdi-Chef fordert Mindestlohn in Richtung zehn Euro

BERLIN (dpa-AFX) - Vor der Entscheidung über die künftige Höhe des Mindestlohns in Deutschland hat Verdi-Chef Frank Bsirske eine spürbare Anhebung verlangt. "Der Mindestlohn muss im kommenden Jahr neun Euro erreichen und dann in schnellen Schritten in Richtung zehn Euro weiterentwickelt werden", sagte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Bedingungen dafür seien sind im Moment aber nicht günstig, bedauerte der Verdi-Chef. "Die Arbeitgeber versuchen, die nötige Anpassung zu blockieren." Sie redeten von weltwirtschaftlichen Risiken und allen möglichen anderen Gründen, um eine deutliche Erhöhung zu torpedieren. "Diese Strategie darf nicht aufgehen."

An diesem Dienstag will die Mindestlohnkommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Höhe der Lohnuntergrenze ab 2017 festlegen. Derzeit liegt sie bei 8,50 Euro. Die Kommission orientiert sich an der Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns seit 2014, die 3,2 Prozent beträgt. Dann wäre man bei 8,77 Euro.

"Abweichungen vom Tarifindex brauchen in der Mindestlohnkommission eine Zwei-Drittel-Mehrheit - das ist sehr unglücklich", kritisierte Bsirske. "Es ist eine Fehlkonstruktion, wenn nur das Eingang finden darf, was bereits an die Beschäftigten ausgezahlt wird." Bsirske forderte, dass die abgeschlossenen, aber noch nicht wirksamen Tarifverträge für Metall und Elektro sowie den Öffentlichen Dienst mit zur Grundlage gemacht werden. Dann wäre man bei 8,87 Euro.

"Wir reden schließlich über eine Erhöhung des Mindestlohns ab Januar 2017", sagte er. "Ein gewisses Maß an Flexibilität ist das Mindeste, was man von der Kommission erwarten kann."

Andernfalls müsste die Erhöhung in zwei Jahren umso höher ausfallen. "Es gehört wenig Fantasie dazu, sich die Haltung der Arbeitgeber bei einer vorgeschlagenen Erhöhung von acht, neun oder zehn Prozent vorzustellen", sagte Bsirske. "Dann droht eine Dauerblockade."

Hohe Tarifabschlüsse hätten eine Schubfunktion für den Mindestlohn. Auf der anderen Seite begünstige der Mindestlohn auch wieder gute Abschlüsse. "Denn viele Branchen und Unternehmen dürften sich schon aus Gründen des Ansehens von der Lohnuntergrenze absetzen wollen."

Die Mindestlöhne in anderen europäischen Ländern hätten deutlich angezogen. "Wir haben teils rückläufige Preise", sagte er. "Man muss den Mindestlohn als Hebel ansetzen, um der Nullinflation entgegenzuwirken." Das Niveau von 8,50 Euro reiche in vielen Ballungsräumen zudem schon heute nicht, um über die Runden zu kommen./bw/DP/zb

27.06.2016

WDH/BREXIT/Devisen: Pfund rutscht wieder Richtung 31-Jahres-Tief ab

(Im zweiten Satz wurde ein Grammatikfehler entfernt.)

LONDON/SINGAPUR (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock hat den Devisenmarkt weiter fest im Griff. Das britische Pfund geriet am Montagmorgen im asiatischen Handel erneut unter Druck, nachdem es sich am Freitag im Tagesverlauf etwas von seinen schweren Verlusten der ersten Handelsstunden erholt hatte. Ein Pfund kostete zuletzt rund 1,34 Dollar und damit nur etwas mehr als am Freitagmorgen, als die britische Währung wegen des für die Finanzmärkte überraschenden Brexit-Votums innerhalb weniger Stunden von 1,50 Dollar auf das 31-Jahres-Tief von 1,3329 Dollar gefallen war. Von diesen massiven Verlusten konnte sich das Pfund im Handelsverlauf erholen und ging dann letztendlich mit Notierungen von knapp 1,37 Dollar ins Wochenende./zb/enl/fbr

27.06.2016

Neues Spitzeninstitut will Strafzinsen an Volksbanken weiterreichen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken werden für Geld, das sie bei ihrem Spitzeninstitut lagern, künftig zur Kasse gebeten. Bislang seien die Häuser davor bewahrt worden, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhobenen Strafzinsen tragen zu müssen, sagte der WGZ-Chef Hans-Bernd Wolberg in einem Interview der Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX in Frankfurt. "Wir sind jetzt gemeinsam zu der Auffassung gelangt, dass wir das so nicht länger durchhalten können, ohne unsere eigene Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu ramponieren."

Voraussichtlich werde es darauf hinauslaufen, dass die derzeit 0,4 Prozent Strafzinsen vom 1. August an zu gleichen Teilen vom Spitzeninstitut und der jeweiligen Bank übernommen werden. Zum 1. August schließen sich DZ und WGZ zum neuen genossenschaftlichen Zentralinstitut für die gut 1000 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland zusammen./ben/enl/DP/zb

27.06.2016

BREXIT/Devisen: Pfund rutscht wieder Richtung 31-Jahres-Tief ab

LONDON/SINGAPUR (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock hat den Devisenmarkt weiter fest im Griff. Das britische Pfund geriet am Montagmorgen im asiatischen Handel erneut unter Druck, nachdem er sich am Freitag im Tagesverlauf etwas von seinen schweren Verlusten der ersten Handelsstunden erholt hatte. Ein Pfund kostete zuletzt rund 1,34 Dollar und damit nur etwas mehr als am Freitagmorgen, als die britische Währung wegen des für die Finanzmärkte überraschenden Brexit-Votums innerhalb weniger Stunden von 1,50 Dollar auf das 31-Jahres-Tief von 1,3329 Dollar gefallen war. Von diesen massiven Verlusten konnte sich das Pfund im Handelsverlauf erholen und ging dann letztendlich mit Notierungen von knapp 1,37 Dollar ins Wochenende./zb/enl

27.06.2016

ROUNDUP/Volkswirte: Brexit trifft auch deutschen Arbeitsmarkt

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens wird nach Einschätzung von Volkswirten deutscher Großbanken auch für den deutschen Arbeitsmarkt nicht ohne Folgen bleiben. Gerade in der von Großbritannien abhängigen Exportindustrie könnten künftig zunächst geplante Stellen unbesetzt bleiben und damit den seit Jahren anhaltenden Beschäftigungsaufbau bremsen, erklärten Ökonomen in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im schlimmsten Fall könnte auch die Arbeitslosigkeit steigen, warnen die Fachleute.

"Das ist für die deutsche Konjunktur ein klar negatives Signal", meinte etwa DZ-Bank Volkswirt Michael Holstein. Wie stark sich der Brexit auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirken werde, hänge davon ab, ob er sich in Großbritannien zur Wirtschaftskrise auswachsen und wie stark darunter die deutsche Wirtschaft leiden werde. Ein bisher von der DZ-Bank favorisiertes "mildes Brexit-Szenario" gehe nur von einem leicht gedämpften Wachstum der deutschen Wirtschaft aus. "Das ergäbe dann auf dem Arbeitsmarkt keinen sehr starken Effekt."

Auch für Rolf Schneider von der Allianz hat der Brexit eine "konjunkturdämpfende Wirkung". Wie stark die deutsche Wirtschaft davon betroffen sein werde, "hängt vom Ausmaß der Finanzmarkt-Turbulenzen ab". Für die nächsten zwei Jahre wird der EU-Ausstieg Großbritanniens nach seiner Prognose der deutschen Wirtschaft insgesamt ein Prozent Wirtschaftswachstum kosten. Das werde dann wohl auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu spüren sein und auch zu steigender Arbeitslosigkeit führen.

Etwas optimistischer fällt die Prognose von Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld aus: "Prinzipiell wird die deutsche Wirtschaft den Brexit wegstecken", ist er überzeugt. Natürlich werde der EU-Ausstieg Großbritanniens wegen der engen Verflechtung beider Volkswirtschaften für die deutsche Wirtschaft nicht ohne Folgen bleiben.

Trotzdem würde er den Brexit "nicht so hoch hängen - und auch nicht die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt", sagte er der dpa. Er rechnet wegen des Brexits allenfalls mit geringfügigen Jobverlusten. Betroffen wären davon vor allem exportorientierte Unternehmen. "Mit dem Brexit werden in Großbritannien künftig natürlich weniger Exportgüter aus Deutschland nachgefragt werden", glaubt Tuchtfeld.

Stefan Kipar von der Bayern-LB rechnet erst mittelfristig mit Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt. "Der Brexit wird nicht von jetzt auf gleich Wirkung zeigen, dazu ist die deutsche Wirtschaft zu Binnenmarkt-getrieben." Auf jeden Fall müsse damit gerechnet werden, dass künftig in vielen deutschen Unternehmen die eine oder andere geplante Einstellung unterbleibt. "Das ist ein schleichender Prozess." Insgesamt rechne er aber auf dem Arbeitsmarkt nur mit moderaten Auswirkungen.

Für Juni jedenfalls sehen die Arbeitsmarktexperten weiterhin einen stabilen Arbeitsmarkt. Sie rechnen im Schnitt mit rund 2,61 Millionen Erwerbslosen; das wären rund 55 000 weniger als im Mai und rund 100 000 weniger als vor einem Jahr. "Die Grundstory hat sich nicht wahnsinnig verändert. Der Stellenaufbau geht erst mal weiter", ist Stefan Kipar von der BayernLB überzeugt. Der Hauptgrund dafür seien hauptsächlich Saisoneffekte. Der Juni profitiere von den Nachwehen des alljährlichen Frühjahrsaufschwungs. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag (30.6.) bekannt./kts/DP/zb

27.06.2016

ROUNDUP: Nach Brexit-Votum müssen London und Brüssel über Zeitplan reden

LONDON/BERLIN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Unmittelbar vor dem EU-Gipfel beraten in London die konservative Regierung und das Parlament über die Umsetzung des historischen Brexit-Votums. Mit Spannung wird erwartet, wann Großbritannien seinen Antrag auf Austritt aus der Europäischen Union stellen will. Premierminister David Cameron hatte seinen Rücktritt bis Oktober angekündigt und erklärt, sein Nachfolger solle die Verhandlungen über den Ausstieg aus der EU übernehmen.

Das geht dem EU-Parlament und den Außenminister der sechs Gründungsstaaten der europäischen Gemeinschaft aber nicht schnell genug. Sie wollen rasche Gespräche über den Ausstieg, um weitere Turbulenzen zu vermeiden. Allerdings nahmen EU-Topdiplomaten am Sonntagabend wieder etwas den Druck von Cameron. Es gebe in den Hauptstädten Verständnis dafür, dass Cameron beim Gipfel am Dienstag nicht das Austrittsverfahren förmlich auslösen werde, hieß es.

Papst Franziskus rief die Europäer zu kreativen und praktikablen Lösungen auf. Zugleich zeigte er sich besorgt über den Zustand der EU. "Es weht ein Wind der Trennung", sagte der Pontifex am Sonntagabend auf dem Rückflug von seinem dreitägigen Besuch in Armenien nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa. "Da ist etwas, das nicht funktioniert in dieser schwerfälligen Union. Vielleicht muss man über eine neue Form der Union nachdenken, eine freiere", so der 79-Jährige. "Aber man muss auch nicht das Kind mit dem Bade ausschütten", fügte er hinzu.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), warnte die Briten, den Austritt aus der EU herauszuzögern. "Wir erwarten, dass die britische Regierung jetzt liefert", sagte Schulz den "Ruhr Nachrichten" (Montag). Beim EU-Gipfel werde er klar sagen, "dass wir keinerlei Verständnis für die taktischen Spielchen der konservativen Torys haben, mit denen sie Zeit gewinnen wollen, um ihren innerparteilichen Machtkampf auszufechten".

Die deutsche Wirtschaft warnte Bundesregierung und EU davor, die Briten bei ihrem EU-Austritt zu verärgern und damit deutsche Arbeitsplätze zu gefährden. Im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung (Montag mahnte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, die engen Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien auch nach einem Brexit aufrechtzuerhalten. "Die deutsche Wirtschaft hat ein hohes Interesse an guten wirtschaftlichen Beziehungen zu Großbritannien", sagte er.

In Brüssel berät die EU-Kommission am Nachmittag über Konsequenzen aus dem Referendum, bei dem knapp 52 Prozent der Briten für einen EU-Austritt ihres Landes gestimmt hatten. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini trifft US-Außenminister John Kerry, der am selben Tag in London auch noch mit seinem Amtskollegen Philip Hammond über den Brexit sprechen will.

EU-Ratspräsident Donald Tusk kommt zunächst in Paris mit Präsident François Hollande zusammen und trifft danach in Berlin Kanzlerin Angela Merkel. Die deutsche Regierungschefin empfängt danach Hollande und den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi zu Konsultationen über die Konsequenzen aus der Volksabstimmung. Auch dabei dürfte es vor allem um den Ablauf des Scheidungsverfahrens zwischen der EU und Großbritannien gehen.

Nach der Rücktrittsankündigung Camerons dürfte das Rennen um die Nachfolge bei den Konservativen an Fahrt aufnehmen. Als Kandidaten gelten der Wortführer der Brexit-Befürworter, der frühere Londoner Bürgermeister Boris Johnson, und Innenministerin Theresa May.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier trifft am Montag in Prag mit seinen Kollegen aus Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei zusammen, um über die Folgen des Neins der Briten zur EU zu beraten. In Großbritannien leben und arbeiten Hunderttausende Menschen aus Mittelosteuropa, die nun um ihre Zukunft bangen.

Auch das irische Parlament trifft sich zu einer Sondersitzung zum Brexit-Votum am Montag. Der irische Präsident Michael Higgins reist unterdessen zu einem dreitägigen Besuch nach Schottland. Die Regionalregierung in Edinburgh bereitet sich auf ein mögliches zweites Unabhängigkeitsreferendum vor.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon erklärte am Sonntag, das Regionalparlament Schottlands könnte möglicherweise ein Veto gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU einlegen. Gleichzeitig warnte sie, Premierminister Cameron und "jeden zukünftigen Premierminister" davor, ein zweites Unabhängigkeitsreferendum in Schottland zu unterbinden./hot/DP/zb

27.06.2016

Zustimmung für umstrittenen Flughafen bei Referendum in Frankreich

NANTES (dpa-AFX) - Das seit langen Jahren umstrittene Projekt eines Großflughafens bei Nantes hat am Sonntag die Zustimmung der Einwohner in der Region an der französischen Atlantikküste bekommen. Für den Bau sprachen sich nach Angaben der zuständigen Regionalverwaltung vom Sonntagabend nach Auszählung fast aller 212 befragten Gemeinden 56,9 Prozent der Wahlberechtigten aus. 43,1 Prozent votierten gegen das Projekt. Etwa 53 Prozent der fast knapp 970 000 Stimmberechtigten beteiligten sich an des Abstimmung.

Präsident François Hollande hatte das regionale Votum nach anhaltenden Protesten von Umweltschützern angekündigt. Der Aéroport du Grand Ouest soll den bestehenden Flughafen Nantes Atlantique ablösen und auch für Großraumflugzeuge wie den Airbus A380 ausgelegt sein. Eine Eröffnung des seit den 1960er Jahren geplanten Flughafens war bereits 2008 geplant. Der Flughafen soll einmal 4,5 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können, längerfristig sollen die Kapazitäten verdoppelt werden. Umweltschützer hatten immer wieder gegen das Projekt demonstriert und dabei auch Baugelände besetzt./gro/DP/zb

27.06.2016

BREXIT/Staatsrechtler: Britisches Parlament hat bei Brexit letztes Wort

HANNOVER/LONDON (dpa-AFX) - Die britische Regierung muss nach Ansicht des deutschen VeRfassungsrechtlers Hans-Peter Schneider das Parlament in London über den vom Volk gewünschten Austritt aus der Europäischen Union abstimmen lassen. "Das britische Parlament muss am Austrittsverfahren beteiligt werden. Es hat stets das letzte Wort", sagte der emeritierte Juraprofessor der Deutschen Presse-Agentur.

Selbst wenn die Regierung in London nun den Brexit mit Brüssel verhandeln würde, müsste das britische Parlament das Gesetz über den Eintritt Großbritanniens in die EU von 1973 noch formell aufheben. "Anderenfalls würde trotz Austritts nicht nur das bestehende, sondern auch künftiges EU-Recht in Großbritannien weitergelten", erklärte Schneider.

Der Staatsrechtler bilanzierte, es wäre deshalb für den konservativen Premierminister David Cameron nicht nur klug, sondern auch verfassungsrechtlich geboten, schon die Austrittserklärung nach Artikel 50 auf ein Parlamentsgesetz zu stützen. Es ist allerdings unklar, ob Cameron den Ausstieg noch selbst in Gang setzt oder dies seinem Nachfolger überlässt.

Nach dem EU-Referendum mehren sich die Stimmen, die einen Brexit doch noch verhindern wollen. Millionen EU-Befürworter im Königreich forderten via Online-Petition eine zweite Volksabstimmung zum Verbleib in der EU. Schneider sagte, eine Wiederholung des Referendums sei theoretisch kein Problem: "Das Parlament kann jederzeit ein neues Referendum über dieselbe Frage einleiten und ein entsprechendes Gesetz verabschieden."

Das EU-Referendum ist rechtlich nicht bindend. Bisher galt als sicher, dass die Abgeordneten sich dem Mehrheitswillen beugen müssen. In dem historischen Brexit-Referendum hatten am Donnerstag knapp 52 Prozent der Briten dafür gestimmt, dass Großbritannien als erstes Land überhaupt die EU verlässt./hot/DP/zb

24.06.2016

DOW-FLASH: Dow Jones für 2016 wieder im Minus - EU-Austritt der Briten belastet

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Unsicherheit infolge der Zustimmung der Briten zu einem Ausscheiden aus der Europäischen Union hat den Dow Jones Industrial am Freitag im Verlauf immer weiter abrutschen lassen. Der US-Leitindex sank gut eine halbe Stunde vor dem Handelsschluss um 3,45 Prozent auf 17 390,14 Punkte. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist das Börsenbarometer damit wieder ins Minus gefallen.

Am Donnerstag hatte der Dow Jones noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte./mis/jha/

24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt Eon auf 'Outperform' - Ziel 11,41 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Eon nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt auf "Outperform" mit einem Kursziel von 11,41 Euro belassen. Analystin Deepa Venkateswaran wertete in einer Studie vom Freitag das Wahlergebnis als nur leicht negativ für die beiden deutschen Versorger Eon und RWE./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Oddo Seydler belässt Daimler auf 'Buy' - Ziel 84 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Oddo Seydler hat die Einstufung für Daimler auf "Buy" mit einem Kursziel von 84 Euro belassen. Von den europäischen Autobauern sei BMW wohl am stärksten vom Brexit betroffen, Renault und Fiat Chrysler am wenigsten, schrieb Analyst François Maury in einer am Freitag vorgelegten Studie. Volkswagen, Daimler und Peugeot lägen wohl irgendwo dazwischen. Die Daimler-Aktie gehöre gemeinsam mit der von Renault zu den attraktivsten im Sektor./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt RWE auf 'Market-Perform' - Ziel 12,30 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für RWE nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 12,30 Euro belassen. Analystin Deepa Venkateswaran wertete in einer Studie vom Freitag das Wahlergebnis als nur leicht negativ für die beiden deutschen Versorger Eon und RWE./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Commerzbank belässt Volkswagen-Vorzüge auf 'Hold' - Ziel 137 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat die Einstufung für Volkswagen nach Spekulationen um Entschädigungszahlungen des Autobauers an US-Kunden auf "Hold" mit einem Kursziel von 137 Euro belassen. Die kolportierte Entschädigungssumme zwischen 0,5 und 3,4 Milliarden US-Dollar erscheine auf den ersten Blick glaubwürdig und liege im Rahmen der von den Wolfsburgern gebildeten Rückstellungen, schrieb Analyst Sascha Gommel in einer Studie vom Freitag./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Lampe belässt Norma Group auf 'Kaufen' - Ziel 53 Euro

DÜSSELDORF (dpa-AFX Broker) - Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat Norma Group nach dem angekündigten Kauf des Verbindungstechnik-Geschäfts von Parker auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 53 Euro belassen. Der Deal würde den Umsatz des Autozulieferers um rund 4 Prozent steigern, schrieb Analyst Christian Ludwig in einer Studie vom Freitag. Der Kaufpreis dürfte unter 40 Millionen Euro liegen./mzs/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Berenberg belässt Henkel auf 'Buy' - Ziel 117 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat die Einstufung für Henkel nach dem angekündigten Kauf des US-Waschmittelherstellers Sun Products auf "Buy" mit einem Kursziel von 117 Euro belassen. Die Sun-Übernahme sei ein ansehnlicher Deal, der allerdings nicht überraschend komme, schrieb Analyst James Targett in einer Studie vom Freitag. Henkel sei einer der attraktivsten Werte unter den von ihm beobachteten Konsumgüter-Aktien./mzs

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: NordLB belässt Henkel auf 'Halten' - Ziel 104 Euro

HANNOVER (dpa-AFX Broker) - Die NordLB hat die Einstufung für Henkel nach der angekündigten Übernahme des US-Waschmittelherstellers Sun Products auf "Halten" mit einem Kursziel von 104 Euro belassen. Strategisch sei die Transaktion für den deutschen Konsumgüterhersteller durchaus sinnvoll, schrieb Analyst Thorsten Strauß in einer Studie vom Freitag. Dies reiche für eine Hochstufung der bereits recht hoch bewerteten Aktie jedoch nicht aus./mzs/edh

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24.06.2016

AKTIEN IM FOKUS: Brexit-Turbulenzen lassen Henkel, Adidas & Co relativ kalt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock hat Aktien aus der deutschen Konsumgüter- und Pharmabranche und auch aus dem Immobiliensektor am Freitag nur geringfügig getroffen. Entsprechend der Devise, dass Dinge des täglichen Bedarfs sowie Lebensmittel oder auch Medikamente auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten genötigt werden, gaben solche als defensiv bezeichneten Aktien im Vergleich zum Gesamtmarkt weit unterdurchschnittlich nach oder legten sogar zu.

Im Dax verbuchten die Anteilsscheine von Henkel am frühen Nachmittag ein Plus von 0,24 Prozent. Sie profitierten zugleich auch von einem Zukauf: Der Konsumgüterkonzern stärkt sein US-Geschäft mit der Übernahme des Waschmittelherstellers The Sun Products für 3,2 Milliarden Euro. Laut Berenberg-Analyst James Targett ist dies genau der Schritt, auf den viele schon gewartet hätten.

Adidas gaben zwar um 3,5 Prozent nach, hatten allerdings auch erst am Tag zuvor ein Rekordhoch bei 124,75 Euro erreicht. Fresenius Medical Care (FMC) und Merck KGaA verloren im mit minus 7 Prozent sehr schwachen Dax jeweils rund 2,5 Prozent. Im MDax hielten sich Fielmann mit minus 2,6 Prozent vergleichsweise stabil.

Auch die Aktien des spätzyklischen und daher ebenfalls nicht so konjunktursensiblen Immobiliensektors hielten sich besser als der Durchschnitt der deutschen Aktien. Ihnen kommt zudem die Tiefzinsphase der Notenbanken zupass, die die Finanzierung von Krediten günstig macht. So büßten Vonovia im Dax 0,8 Prozent ein und Deutsche Wohnen im MDax 0,6 Prozent. LEG Immobilien verloren 0,9 Prozent und im SDax zeigten sich Ado Properties mit minus 0,06 Prozent stabil.

"Die Investoren sind vorerst ratlos und suchen die sicheren Häfen", begründete Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner die relative Stärke der als defensiv geltenden Unternehmen. "Qualität und Sicherheit bilden derzeit die beiden wichtigsten Kriterien der großen institutionellen Investoren, um in Aktien zu investieren."

Laut Bert Flossbach, Mitbegründer von Deutschlands größtem Vermögensverwalter Flossbach von Storch, sind Ereignisse wie der Brexit auch Chancen. "Man schaut auf eine Firma und denkt: guter Laden, aber leider etwas teuer und dann kommt nun so eine Situation und da halte ich die Hand auf. Das ist der Tag, an dem ich möglicherweise mal diese oder jene Aktie zu dem Preis bekomme, zu dem ich sie immer mal haben wollte." Und bei hohen Risiken auf der Konjunkturseite, ob nun der Brexit oder auch Wirtschaftsrisiken in China oder die US-Präsidentenwahl, blieben defensive Werte die erste Wahl und gehörten dann zu den "robustesten".

Das zeigte auch ihre starke Entwicklung seit der Finanzkrise 2008: Es waren vor allem die Aktien aus defensiven Branchen, die die Erholung vorantrieben und schließlich von Rekordhoch zu Rekordhoch eilten. Die Henkel-Aktien etwa erreichten ihr letztes Rekordhoch im April 2015. Seit ihrem Tief bei 17,50 im Jahr 2009 bis heute haben sie inzwischen 500 Prozent zugelegt. Die ebenfalls im April 2015 letztmals auf Rekordhoch gekletterte Merck-Aktie hat seit der Finanzmarktkrise immerhin 230 Prozent hinzugewonnen und Fielmann rund 220 Prozent./ck/fbr

24.06.2016

AKTIEN IM FOKUS: Brexit bringt Banken-Titel unter Beschuss

FRANKFURT (dpa-AFX) - Für die europäischen Banken ist das Votum der Briten für einen Brexit ein heftiger Schlag vor den Bug - entsprechend fielen die Papiere der Branche am Freitag nach der Handelseröffnung erst einmal ins Bodenlose. Der Banken-Subindex rutschte in der Spitze um nahezu 15 Prozent ab. Noch schlimmer traf es die Aktien der Deutsche Bank und der Commerzbank : Beide Titel brachen zeitweise um mehr als 18 Prozent ein. Zuletzt konnten sich die Kurse aber bereits wieder etwas erholen, so betrugen die Abschläge noch 12,91 Prozent beziehungsweise 10,62 Prozent.

Auch die Aktien des im MDax notierten Immobilienfinanzierers Aareal Bank gehörten zu den Leidtragenden mit teils mehr als 17 Prozent Abschlag, sie erholten sich aber am schnellsten und standen zuletzt noch mit knapp 7 Prozent im Minus. Auch im übrigen Europa ging es für die Branchen-Titel rasant abwärts, Papiere britischer Banken waren die größten Opfer und büßten teils mehr als ein Viertel ihres Wertes ein.

Nachdem in der vergangenen Woche die Brexit-Angst kräftig auf die Kurse der deutschen aber auch internationalen Geldinstitute gedrückt hatte, hatten sich die Notierungen mit der zunehmenden Zuversicht der Anleger zuletzt wieder deutlich erholt. An diesem Freitagmorgen wurden diese jüngsten Gewinne mit einem Mal wieder ausradiert.

John Cryan, Chef des größten deutschen Finanzinstituts Deutsche Bank, versuchte zu beruhigen: Die Bank sei für mögliche Turbulenzen infolge des britischen Austritts gut gerüstet, betonte er. Die neuen Turbulenzen treffen sein Haus zur Unzeit. Die Bank hat sich bis heute nicht von den Folgen der Finanzkrise erholt und steckt noch mitten in einem Sanierungsprogramm.

Die Folgen des Brexit für die Banken sind derzeit kaum absehbar. Experten rechnen nun mit heftigen Verwerfungen im Sektor, unter denen vor allem aber die britischen Institute zu leiden haben dürften.

"Die Institute können derzeit grenzüberschreitend frei agieren und durch einen Brexit würden sich echte Handelsbarrieren auftürmen", hatte bereits in dieser Woche LBBW-Marktstratege Markus Herrmann in einem Gespräch mit dpa-AFX gewarnt. Die Institute verfügten über ein kompliziertes Netz aus Geschäfts- und Kreditverflechtung, dies zu entwirren, wird teuer. Als Belastung hinzu kommen die Wechselkursschwankungen. Das britische Pfund verlor zuletzt zum Euro deutlich an Wert.

Die hohe Volatilität an den Kapitalmärkten dürfte den Banken als klassische Stillhalter bei vielen Optionsgeschäften nun zusätzliche Risiken in ihre Handelsdepots bringen, erläuterte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Ähnlich wie bei dem Fall, als die Schweizerische Notenbank unerwartet den Schweizer Franken vom Euro abkoppelte, könnten nun einige Banken auf dem falschen Fuß erwischt werden, warnte er.

Nach Einschätzung von Analyst Torsten Windes von der NordLB wird vor allem die Finanzbranche in London, dem wichtigsten Kreditmarkt in Europa, empfindliche Rückschläge hinnehmen müssen. Der Experte geht von einer deutlichen Eintrübung der britischen Wirtschaft bereits im zweiten Halbjahr aus, 2017 dürfe Großbritannien dann in die Rezession schlittern.

Der Präsident der deutschen Bankenverbandes BdB, Hans-Walter Peters, bemühte sich, die Wogen zu glätten. "Die Lage an den Finanzmärkten dürfte sich nach dem ersten Schock rasch beruhigen", sagte er. Die Notenbanken hätten alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen, um stabilisierend eingreifen zu können."

Peters geht nun davon aus, das die Finanzplätze Kontinentaleuropas mittelfristig bei einem Austritt des Vereinigten Königreichs an Bedeutung gewinnen werden. Der Chefökonom der Berenberg Bank, Holger Schmieding, erläuterte: London werde zwar weiterhin ein wichtiges Finanzzentrum. Ein Teil der Geschäfte dürfte nun jedoch abwandern. Damit werde London nun von einem "Onshore" zu einem "Offshore"-Finanzzentrum in Europa./tav/enl/fbr

dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser