dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

21.02.2018

Kursverluste bei US-Anleihen mit langen Laufzeiten nach Fed-Protokoll

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten haben am Mittwoch im späten amerikanischen Handel stark nachgegeben. Nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls gerieten ihre Kurse unter Druck. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg auf den höchsten Stand seit Anfang 2014.

Die US-Notenbank hatte weitere Leitzinsanhebungen signalisiert. "Laut einer Mehrheit der Teilnehmer erhöht der stärkere wirtschaftliche Ausblick die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Leitzinsanhebungen", hieß es im Protokoll (Minutes) zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) vom 30. und 31. Januar.

Zweijährige Anleihen gaben um 1/32 Punkte auf 99 30/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 2,27 Prozent. Fünfjährige Papiere verloren 5/32 Punkte auf 98 18/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,68 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Papiere rutschten um 16/32 Punkte auf 98 8/32 Punkte ab. Sie rentierten mit 2,95 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren knickten um 1 11/32 Punkte auf 95 22/32 Punkte ein. Sie rentierten mit 3,22 Prozent./jsl/bek/he

21.02.2018

Devisen: Eurokurs gibt Gewinne nach Fed-Protokoll schnell wieder ab

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls ist der Eurokurs am Mittwoch im späten US-Devisenhandel kurz gestiegen, hat die Gewinne anschließend aber rasch wieder abgegeben. Zuletzt die Gemeinschaftswährung bei 1,2303 US-Dollar knapp über dem Tagestief gehandelt. In der Spitze hatte der Euro bis auf das Tageshoch von 1,2360 Dollar angezogen.

Die US-Notenbank hatte weitere Leitzinsanhebungen signalisiert. "Laut einer Mehrheit der Teilnehmer erhöht der stärkere wirtschaftliche Ausblick die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Leitzinsanhebungen", hieß es im am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) vom 30. und 31. Januar. Auf dieser Sitzung hatte die Fed den Leitzins unverändert in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent belassen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2312 (Dienstag: 1,2340) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8122 (0,8104) Euro gekostet./jsl/bek/he

21.02.2018

Bulgaren und Rumänen erleben mehr Korruption als Menschen in Ruanda

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bürger der EU-Staaten Rumänien und Bulgarien leiden stärker unter staatlicher Korruption als etwa Menschen in Ruanda oder Saudi-Arabien. Das geht aus dem aktuellen Korruptionswahrnehmungsindex hervor, den Transparency International (TI) am Mittwoch veröffentlicht hat. Der Index misst die in Wirtschaft, Politik und Verwaltung wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor auf der Grundlage von Expertenbefragungen.

Er sieht Rumänien derzeit auf Platz 59. Bulgarien auf Rang 71. Ruanda belegt Platz 48, Saudi-Arabien teilt sich den 57. Platz mit EU-Mitglied Kroatien. Das Schlusslicht (Platz 180) bildet, wie schon in den Vorjahren, Somalia. Den Spitzenplatz hält aktuell Neuseeland, gefolgt von Dänemark und Finnland. Deutschland sank im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze ab auf Rang Zwölf.

Osteuropa und die Staaten Zentralasiens erreichten auf der TI-Skala diesmal nur einen Wert von 34 und schneiden damit auch insgesamt kaum besser ab als die afrikanischen Staaten südlich der Sahara (32). Zum Vergleich: den besten Wert erzielt Westeuropa (66), gefolgt von Nord- und Südamerika sowie der Asien-Pazifik-Region (jeweils 44).

Besorgt zeigte sich die Antikorruptions-Organisation über die Entwicklung in Ungarn. Die Partei von Ministerpräsident Viktor Orban hatte mit dem Versprechen, die Korruption zu bekämpfen, zwar Wähler mobilisieren können. Was die von den Experten beklagte Korruption angeht, so hat sich die Situation in Ungarn in den vergangenen sechs Jahren jedoch verschlechtert. Wurde 2012 noch ein Wert von 55 gemessen, so landet das Land aktuell mit einem Wert von 45 auf Platz 66. Damit liegt Ungarn einen Platz über dem Senegal, dem Transparency für die vergangenen Jahre deutliche Fortschritte in Sachen Korruptionsbekämpfung bescheinigt.

"Es besteht nicht nur ein Zusammenhang zwischen den Ergebnissen des Index und den Angriffen auf die Meinungsfreiheit, sondern es lässt sich auch eine Korrelation mit dem schrumpfenden Freiraum für Nichtregierungsorganisationen nachweisen", sagte die TI-Vorsitzende Delia Ferreira Rubio. In Ungarn müssen sich Vereinigungen, die Hilfen in Höhe von mehr als 24 000 Euro im Jahr von ausländischen Gebern erhalten, gerichtlich registrieren und in allen Publikationen die Bezeichnung "auslandsgeförderte Organisation" anführen./abc/DP/tos

21.02.2018

Ex-Grünen-Chefin Peter wird Präsidentin bei Ökoenergie-Verband

BERLIN (dpa-AFX) - Die ehemalige Grünen-Vorsitzende Simone Peter wird Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Die Mitgliederversammlung wählte die 52-Jährige einstimmig, wie der Verband am Mittwoch mitteilte. Die ehemalige saarländische Umwelt- und Energieministerin tritt ihr neues Amt demnach am 1. März an. Peter war von 2013 bis 2018 Grünen-Chefin, im Januar trat sie nicht wieder an.

Im Dachverband BEE sind unter anderem der Bundesverband Windenergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Fachverband Biogas und der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke organisiert. "Nur in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger schaffen wir rasch eine moderne, klimaschonende und bezahlbare Energieversorgung auf Basis von Sonne, Wind und Co.", teilte Peter mit. "Deutschland hat das Know-how und die Potenziale, die Energiewende voranzutreiben und wieder Vorreiter zu werden."/ted/DP/tos

21.02.2018

ROUNDUP/Thüringens Ministerpräsident: Opel-Werk Eisenach muss ausgelastet werden

ERFURT (dpa-AFX) - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erwartet, dass sich die Situation des Opel-Werks in Eisenach mit dem Umbau des kriselnden Autobauers stabilisiert. "Ich baue darauf, dass es einen Ausgleich zwischen den Opel-Standorten gibt, bei dem auch das moderne Werk Eisenach ausgelastet werden muss", sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Opel hatte am Dienstag angekündigt, dass jeder einzelne Werkstandort auf den Kostenprüfstand komme.

Die nächste Generation des Kleinwagens Corsa, traditionell ein Modell auch aus Eisenach, soll ab Herbst 2019 ausschließlich in Spanien gebaut werden. Damit läuft die 1993 begonnene Corsa-Montage in Thüringen im kommenden Jahr wie angekündigt aus. Das Anfang der 1990er Jahre eröffnete Opel-Werk in Eisenach beschäftigt rund 1800 Menschen und gehört damit zu den großen Industriearbeitgebern in Thüringen.

Ramelow sagte, es gebe einen Tarifvertrag und Zusagen, nach denen "in Eisenach ein Premiummodell produziert werden soll. Das gilt." Gleichzeitig stehe die Thüringer Landesregierung zu ihrer Zusage, den Veränderungsprozess bei Opel zu unterstützen, "soweit das europarechtlich zulässig ist", bekräftigte der Regierungschef. Ähnlich äußerte sich auch Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD).

"Was in unserer Macht steht, werden wir tun, um die Wettbewerbsfähigkeit von Opel Eisenach zu erhöhen und gute Rahmenbedingungen für die Produktion sicherzustellen", erklärte der Minister. Das Wirtschaftsministerium haben einen Runden Tisch eingerichtet, an dem Vertreter von Opel, der Stadt Eisenach, der Landesentwicklungsgesellschaft und des Landes Anfang März zusammenkämen. "Jetzt geht es darum, Vertrauen zu schaffen", so Tiefensee.

Opel-Chef Michael Lohscheller hatte erklärt: "Wir müssen unsere Arbeitskosten senken und wir wollen das sozial verträglich lösen. Wir müssen für jeden Standort individuelle Lösungen finden". Vor einem guten halben Jahr hatte der französische PSA -Konzern Opel übernommen und vor einigen Wochen ein Sanierungskonzept vorgelegt.

In Thüringer Wirtschaftskreisen hieß es, bis voraussichtlich Ende April solle Eisenach auf seine Effizienz untersucht sein - als Voraussetzung für Investitionen. Derzeit gebe es noch keine präzisen Informationen, welches Modell ab 2019 vom Band rollen werde. Das gelte auch zur Zukunft des kleinen Modells Adam, das bisher ebenfalls aus Eisenach kommt. Bei Opel hieß es, Eisenach solle künftig einen Geländewagen auf der PSA-Plattform EMP-2 bauen, die auch einen elektrischen Antrieb ermögliche./ro/DP/tos

21.02.2018

ROUNDUP: Forscher kündigen effizientere Herstellung von Malaria-Wirkstoff an

BERLIN (dpa-AFX) - Max-Planck-Forscher aus Magdeburg und Potsdam sind voller Optimismus, dass sich der Hauptwirkstoff gegen Malaria kostengünstiger produzieren lässt. Nach eigenen Angaben haben sie dafür mit Hilfe grüner Chemie das Verfahren verbessert. Dabei werde Artemisinin als wichtigster Wirkstoff für die Malaria-Bekämpfung schneller, umweltfreundlicher und effizienter als bisher aus der Beifuß-Pflanze gewonnen, sagte Peter Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, am Mittwoch in Berlin. "Diese Entwicklung hat das Potenzial Millionen Leben zu retten." Andere Experten bleiben vorsichtiger.

Malaria zählt neben Tuberkulose und HIV zu den großen Killern der Menschheit. Die Krankheit wird überwiegend in Afrika, Asien und Südamerika durch Anopheles-Mücken übertragen. Erreger sind Parasiten der Gattung Plasmodium. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gab es 2016 rund 216 Millionen Neuerkrankungen, 445 000 Menschen starben an der Tropenkrankheit - etwa 90 Prozent davon in Afrika.

Für die Entwicklung von Artemisinin aus der Beifuß-Pflanze erhielt die chinesische Forscherin Tu Youyou 2015 den Medizin-Nobelpreis. Die neue Technik sei "ein Durchbruch bei der Artemisinin-Produktion", sagt Seeberger nun. Das verbesserte Verfahren biete die Chance, die Herstellung von Malariamedikamenten zu revolutionieren. Denn durch eine ausreichende und effizientere Wirkstoff-Produktion würden Arzneien gegen Malaria auch für Menschen in Entwicklungsländern erschwinglicher.

Jürgen May vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) würde es freuen, wenn den Kollegen ein Durchbruch gelungen wäre. "Revolutionen sieht man aber häufig erst ein paar Jahr später - im Rückblick", schränkt er ein. Bei Malaria habe es schon viele Erfolgsmeldungen gegeben, die sich nicht bestätigten. May nennt seine Reaktion "vorsichtig optimistisch". Jedes brauchbar neue Verfahren für Artemisinin sei aber erst einmal sinnvoll und gut.

Für May wäre allerdings die erfolgreiche Entwicklung eines synthetischen Wirkstoffs gegen Malaria etwas, das er eher mit Revolution verbindet. Das sei aber nicht in Sicht. "Es besteht auch die Gefahr, dass Artemisinin nicht das Allheilmittel der Zukunft ist", ergänzt er. Bereits heute gebe es Warnsignale aus Südostasien, wo sich Resistenzen gegen den Wirkstoff ausbilden. "Und dann bekommen wir ein Riesenproblem."

Das sieht auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen so. "Es müssen neue Mittel im Kampf gegen die Krankheit entwickelt werden", sagt Marco Alves, Koordinator der Medikamentenkampagne in Berlin. "Ein Schwerpunkt sollte daher auch auf der Forschung liegen."

Bei den Max-Planck-Forschern ist die Freude über ihre Entdeckung aber erst einmal groß. Den Schlüssel zur Verbesserung der bisherigen Methode zur Artemisinin-Gewinnung fand die 27-jährige Doktorandin Susanne Triemer am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg.

Die Chemieingenieurin kopierte und beschleunigte den natürlichen Prozess, den die einjährige Beifuß-Pflanze in der Natur zur Produktion von Artemisinin anwendet. Ausgangsstoff ist ein in der Pflanze enthaltener Vorläufer der Artemisininsäure. Statt künstlicher Chemie wie bisher nutzte Triemer für die industrielle Gewinnung des Wirkstoffs aus geernteten Pflanzen Licht, Luft und den vorhandenen natürlichen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll. Das dauere weniger als 15 Minuten. Das Verfahren ist nach Angaben der Wissenschaftler wesentlich effizienter als die bisherige Technik.

Die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung wollen die Forscher mit einem Start-Up im US-Staat Kentucky sofort in die Praxis umsetzen. Ab 2019 werde dort auf 2500 Hektar Beifuß angebaut, der Wirkstoff werde nach der Ernte auch dort gewonnen. Geht die Rechnung auf, sollen in Kentucky in Zukunft 15 000 Hektar Beifuß angebaut werden. Nach Seebergers Angaben ist das genug für den weltweiten Bedarf an Malaria-Medikamenten. Seebergers Enthusiasmus ist ungebremst. Artemisinin sei auch für manche Krebstherapien interessant, sagt er. Wenn nicht mehr alles für Malaria gebraucht werde, sieht er schon neue Märkte.

Seine Vision ist es, den heute schwankenden Marktpreis zu stabilisieren und langfristig zu senken. Nach seinen Angaben kostet ein Kilo Rohmasse Artemisinin heute rund 200 Dollar. Angebaut werde heute vor allem in Asien. Die Gewinne aber mache der Zwischenhandel, bei den Bauern bleibe kaum etwas hängen.

Jürgen May vom BNITM hätte es sinnvoller gefunden, eine verbesserte Produktion von Artemisinin in Entwicklungsländern anlaufen zu lassen, die gegen Malaria kämpfen. "Ich weiß, das ist nicht einfach", sagt er. Anbau, Ernte und Verarbeitung von Beifuß-Pflanzen hält er aber für machbar. "Bei den Kentucky-Plänen müssen Entwicklungsländer die Medikamente immer noch aus dem Ausland einkaufen", kritisiert er./vl/DP/tos

21.02.2018

Gericht weist Millionen-Nachforderung Berlins an Gasag zurück

BERLIN (dpa-AFX) - Das Landgericht Berlin hat eine Klage des Landes Berlin gegen den Gasnetzbetreiber Gasag auf Nachzahlung von mehr als 100 Millionen Euro abgewiesen. In dem Rechtsstreit geht es um die Höhe der Konzessionsabgabe, die die Gasag jährlich an das Land abführen muss. Die Senatsverwaltung für Finanzen hatte geltend gemacht, dass Vereinbarungen beider Seiten aus den Jahren 2005 und 2006 gegen die Konzessionsabgabenverordnung verstießen.

Das Gericht folgte dieser Ansicht nicht, wie die Pressestelle am Mittwoch mitteilte. Es stellte fest, die Gasag habe als Folge der Zusatzvereinbarungen zum Teil niedrigere, zum Teil aber auch höhere Abgaben gezahlt, als die Verordnung es vorsehe. Letztlich seien "die vertraglichen Regelungen wirksam", das Land Berlin könne die genannten Beträge nicht verlangen. Der Senat hatte dem Gericht zufolge nach eigener Schätzung für die Jahre 2009 bis 2014 jährlich etwa 18 Millionen Euro zu wenig erhalten.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Land könne innerhalb eines Monats ab Zustellung des Urteils Berufung einlegen, erklärte die Sprecherin des Gerichts. Die Gasag-Vorstandschefin Vera Gäde-Butzlaff sprach von einer positiven Entscheidung auch für die Berliner Erdgaskunden des Unternehmens./brd/DP/tos

21.02.2018

Ölpreise gefallen - Fester US-Dollar belastet

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Mittwoch gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am späten Nachmittag 65,12 US-Dollar. Das waren 13 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 27 Cent auf 61,52 Dollar.

Rohstoffexperten der Commerzbank sehen eine Ursache für die fallenden Ölpreise im starken Dollar. "Die Ölpreise können sich dem festen US-Dollar nicht entziehen und geben in der Folge merklich nach", hieß es in einer Einschätzung zum Marktgeschehen. Zuletzt war der Kurs der amerikanischen Währung gestiegen. Dies macht das in Dollar gehandelte Rohöl in Ländern außerhalb des Dollarraums teurer und bremst die Nachfrage.

Zur Wochenmitte rückt aber auch die Entwicklung der US-Ölreserven stärker in den Fokus der Anleger. Zuletzt hatte die Aussicht auf eine stärkere Nachfrage im Zuge der anziehen Weltwirtschaft die Ölpreise gestützt. Allerdings haben die Anleger auch die Entwicklung in den USA weiter im Blick, wo immer mehr Rohöl gefördert wird.

Am Abend stehen Daten zu den US-Lagerbeständen des Interessenverbands American Petroleum Institute (API) auf dem Programm. Am Donnerstag folgen dann offizielle Lagerdaten der US-Regierung. Am Markt wird der aktuelle Rückgang der Ölpreise auch damit begründet, dass mit einem erneuten Anstieg der amerikanischen Ölreserven gerechnet wird./jsl/he

21.02.2018

Aufsichtsrat verlängert Vertrag mit Telekom-Chef Höttges bis 2024

BONN (dpa-AFX) - Telekom-Chef Tim Höttges bleibt langfristig an der Spitze von Deutschlands größtem Telefon- und Internetanbieter. Der Aufsichtsrat des Bonner Konzerns verlängerte den Vertrag des 55-Jährigen vorzeitig um fünf Jahre, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Vertrag wäre am 1. Januar 2019 ausgelaufen, nun geht er bis zum 1. Januar 2024.

Höttges ist seit 2006 im Vorstand, seit 2014 als Vorsitzender. Unter seiner Ägide hat sich die einst ungeliebte Tochter T-Mobile US - auch dank der Weichenstellungen seines Vorgängers Rene Obermann - zum Joker auf dem US-Mobilfunkmarkt entwickelt. Mit dem Turnaround in den USA wurden die Zahlen auch für den Heimatkonzern wieder besser, mittlerweile wächst die Telekom wieder relativ stabil. Zudem hat der studierte Betriebswirt mehrere größere Deals eingefädelt, darunter den Verkauf des britischen Mobilfunk-Joint-Ventures Everything Everywhere.

Auf einer anderen Position der Telekom-Chefetage gibt es hingegen einen Wechsel: Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt scheidet nach Ablauf seines bis Anfang 2019 gültigen Vertrags aus privaten Gründen aus dem Vorstand aus. Diesen Posten hatte er seit 2014. Ihm folgt der bisherige Personalvorstand Christian Illek, der vor seinem Wechsel in den Vorstand des Magenta-Konzerns Microsoft-Deutschlandchef war. Wer wiederum Illeks Nachfolger wird, ist noch unklar./wdw/men/he

21.02.2018

Deutsche Anleihen: Leichte Kursgewinne

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Mittwoch etwas zugelegt. Bis zum späten Nachmittag stieg der richtungweisende Euro-Bund-Future um 0,07 Prozent auf 158,50 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 0,72 Prozent.

Am Markt wurde die trübe Börsenstimmung als Grund für die Kursgewinne am Rentenmarkt genannt. Als sicher geltende Wertpapiere wie Bundesanleihen seien deshalb stärker nachgefragt worden. Hinzu kamen schwächere Konjunkturdaten aus der Eurozone. Die vom Markit-Institut erhobenen Einkaufsmanagerindizes trübten sich recht deutlich ein, wenn auch von hohem Niveau aus. Analysten sprachen überwiegend von einer Normalisierung, nachdem die Indikatoren in den Monaten zuvor auf einen fast zwölfjährigen Höchststand zugelegt hatten.

Im Nachmittagshandel gab der Bund-Future einen Teil seiner Gewinne wieder ab, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 158,85 Punkte gestiegen war. Enttäuschende Daten vom amerikanischen Häusermarkt gaben den Anleihen keinen Auftrieb. "Die erhöhten Zinsen scheinen den Sektor zu dämpfen und der Immobilienmarkt zeigt sich schwächer als erwartet", kommentierte Ralf Umlauf, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Übergeordnet erscheine die Lage aber noch robust.

Am Abend rückt die Geldpolitik in den USA in den Fokus. Die US-Notenbank wird dann ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung veröffentlichen. Am Markt wird auf Hinweise gehofft, wie oft die Fed in diesem Jahr ihren Leitzins erhöhen will. Die Notenbank selbst signalisiert bislang drei Anhebungen. An den Märkten geht der Trend angesichts einer langsam anziehenden Inflation eher in Richtung vier Erhöhungen./jsl/he

21.02.2018

Aktien New York: Gewinne nach Fed-Protokoll ausgebaut

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Mittwoch nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls auf Tageshöchstkurse gestiegen. Der Dow Jones Industrial legte um 1,00 Prozent auf 25 213,74 Punkte zu. Der Nasdaq 100 Index stieg sogar auf den höchsten Stand seit fast drei Wochen. Aus Sicht der Notenbanker gibt es bislang keine Anzeichen für eine auf breiter Basis steigende Inflation.

Das könnte die jüngsten Sorgen um stärker als bislang erwartet steigende Leitzinsen etwas mildern. "Neue Hinweise auf eine schnellere Straffung gibt es nicht", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in einer ersten Einschätzung zur künftigen Geldpolitik der Fed. Am US-Anleihemarkt fielen die Renditen von ihren Tageshöchstständen etwas zurück, der Eurokurs legte zum Dollar zu.

Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,97 Prozent auf 2742,68 Zähler. Der Nasdaq 100 rückte um 1,24 Prozent auf 6863,47 Punkte vor.

Im Ringen um die bisher teuerste Tech-Übernahme hat der Chipkonzern Broadcom sein Gebot für den Konkurrenten Qualcomm gesenkt. Grund ist, dass dieser seinerseits am Vortag das Angebot für die Übernahme des europäischen Halbleiter-Spezialisten NXP erhöht hatte. Broadcom argumentiert nun, damit werde mehr Vermögen von Qualcomm-Aktionären an NXP-Anteilseigner weitergereicht.

Broadcom-Anleger reagierten etwas erleichtert, der Kurs legte um 1,20 Prozent zu. Ihrer Ansicht nach wird eine teure Übernahme von Qualcomm nun noch unwahrscheinlicher. Qualcomm-Aktien verloren dagegen 0,54 Prozent. Aktien von NXP legten leicht zu.

Aktien von United Technologies gewannen 3,51 Prozent und setzten sich an die Spitze des Dow. Die Triebwerkstochter Pratt & Whitney hat eine Übergangslösung für Triebwerke der A320neo-Reihe von Airbus gefunden. Zu Anfang des Jahres waren in weltweit vier bekannten Fällen Triebwerke in den neuen Mittelstreckenjets von Airbus ausgefallen.

Wal-Mart weiteten die Kursverluste vom Dienstag noch aus, der Kurs fiel um weitere 2,16 Prozent. Schwache Ergebnisse und ein aus Anlegersicht verhaltener Ausblick hatten den Kurs am Vortag um mehr als 10 Prozent abrutschen lassen.

Papiere des Autozulieferers Delphi stiegen um 2,49 Prozent. Die Umsatzprognose des Unternehmens für das Gesamtjahr liegt über den Erwartungen der meisten Analysten.

Mosaic legten um 4,41 Prozent zu, nachdem die US-Bank JPMorgan die Aktien des Düngemittelproduzenten auf "Overweight" hochgestuft hatte. Mosaic dürfte von steigenden Preisen für Phosphat profitieren, lautete die Begründung.

J.C. Penney gewannen 1,81 Prozent. Den Analysten von Morgan Stanley zufolge hat der Einzelhändler im Vergleich zur Konkurrenz das meiste Potenzial, im vierten Quartal die Konsensschätzungen zu übertreffen./bek/he

21.02.2018

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax wieder leicht im Minus - Anleger warten ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Mittwoch wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Vor dem nach Börsenschluss erwarteten Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung hielten sich die Anleger zurück, so dass der deutsche Leitindex 0,14 Prozent tiefer bei 12 470,49 Punkten schloss. Investoren erhoffen sich von dem Papier der Fed Einblicke in die Mehrheitsverhältnisse unter den Notenbankern hinsichtlich der Zahl der Leitzinserhöhungen in diesem Jahr.

Damit erwiesen sich die Vortagsgewinne nach dem schwachen Wochenstart als Strohfeuer. Experten befürchten, dass der Dax eher weiter nachgibt, als an die zwischenzeitliche Erholung anzuknüpfen.

Für den MDax , in dem sich die mittelgroßen hiesigen Börsenunternehmen versammeln, ging es um 0,10 Prozent auf 26 272,29 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax hingegen rückte dank positiver Unternehmensnachrichten um 0,44 Prozent auf 2603,00 Punkte vor.

An der Dax-Spitze zogen die Aktien der Deutschen Börse um 2,85 Prozent auf 108,15 Euro an. Analyst Daniel Garrod von der britischen Barclays-Bank sprach von einem ermutigenden Ausblick des Börsenbetreibers.

MTU überzeugte die Anleger weder mit dem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr noch mit der angehobenen Dividende: Die Papiere des Triebwerksbauers büßten als einer der größten Verlierer im MDax rund 3 Prozent ein. Denn bei der Dividende hatten Analysten auf eine noch deutlichere Erhöhung gehofft. Dazu stehe der Gewinnausblick unter Vorbehalt, kritisierte ein Händler.

Auch beim Baukonzern Hochtief sorgten weder die deutliche Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr noch die kräftige Dividendenerhöhung für Begeisterung: Die Anteilscheine blieben im Minus und verloren mehr als 2 Prozent.

Im TecDax waren die zuletzt gebeutelten GFT-Aktien mit einem Kursanstieg von mehr als 14 Prozent der klare Favorit. Der Finanztechnologiekonzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr dank einer niedrigeren Steuerquote überraschend viel verdient, obwohl Investitionen und negative Wechselkurseffekte zu einem Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr geführt hatten. Beim Biotech-Unternehmen Medigene sorgte ein wichtiger Fortschritt bei der Entwicklung einer Krebsimmuntherapie für ein Kursplus von gut 6 Prozent.

Der EuroStoxx 50 gab um 0,14 Prozent auf 3430,16 Punkte nach. Der Pariser Leitindex CAC-40 und der Londoner FTSE 100 hingegen legten etwas zu. In den USA gewann der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund 0,5 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,52 Prozent am Vortag auf 0,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,17 Prozent auf 139,05 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,06 Prozent auf 158,47 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2312 (Dienstag: 1,2340) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8122 (0,8104) Euro./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

21.02.2018

Aktien Frankfurt Schluss: Dax leicht im Minus - Anleger warten auf Fed-Protokoll

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Mittwoch wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Vor dem nach Börsenschluss hierzulande erwarteten Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung hielten sich die Anleger zurück, so dass der deutsche Leitindex 0,14 Prozent tiefer bei 12 470,49 Punkten schloss. Investoren erhoffen sich von dem Papier der Fed Einblicke in die Mehrheitsverhältnisse unter den Notenbankern hinsichtlich der Zahl der Leitzinserhöhungen in diesem Jahr.

Damit erwiesen sich die Vortagsgewinne nach dem schwachen Wochenstart als Strohfeuer. Experten befürchten, dass der Dax eher weiter nachgibt, als an die zwischenzeitliche Erholung anzuknüpfen. Der Analyst Armin Krimst von der DZ Bank etwa schrieb: "Im Rahmen des intakten Abwärtstrends dürfte nun allmählich der nächste Rückschlag auf die Agenda rücken."

Für den MDax , in dem sich die mittelgroßen hiesigen Börsenunternehmen versammeln, ging es um 0,10 Prozent auf 26 272,29 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax hingegen rückte dank positiver Unternehmensnachrichten um 0,44 Prozent auf 2603,00 Punkte vor./la/he

21.02.2018

ROUNDUP/Aktien New York: Solide Konjunktur stützt - Fed-Protokoll im Fokus

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Mittwoch mit Kursgewinnen in den Handel gegangen. Kurz nach der Startglocke veröffentlichte Einkaufsmanagerindizes von Februar übertrafen die Erwartungen und belegten die nach wie vor solide Wirtschaftslage. Der Dow Jones Industrial stieg um 0,48 Prozent auf 25 085,40 Punkte. Den entscheidenden Impuls könnte das Fed-Protokoll der Sitzung von Ende Januar geben, das zwei Stunden vor der Schlussglocke veröffentlicht wird.

Anleger erhoffen sich von dem Papier Einblicke in die Mehrheitsverhältnisse unter den Notenbankern hinsichtlich der Zahl der Leitzinserhöhungen 2018. Am Markt wird immer mehr mit vier Schritten in diesem Jahr gerechnet, nachdem die US-Notenbanker zuletzt drei in Aussicht gestellt hatten.

"Es ist zwar unwahrscheinlich, dass es zu großen Überraschungen kommt", sagte Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Die Märkte seien wegen der Sorgen um steigende Zinsen zuletzt jedoch "deutlich empfindlicher" geworden, so dass selbst kleinere Änderungen der Wortwahl der Fed Kursausschläge nach sich ziehen könnten.

Der marktbreite S&P 500 legte um 0,61 Prozent auf 2732,75 Zähler zu. Stärke zeigten erneut die Technologiewerte, der Nasdaq 100 rückte um 0,82 Prozent auf 6835,49 Punkte weiter vor.

Im Ringen um die bisher teuerste Tech-Übernahme hat der Chipkonzern Broadcom sein Gebot für den Konkurrenten Qualcomm gesenkt. Grund ist, dass dieser seinerseits am Vortag das Angebot für die Übernahme des europäischen Halbleiter-Spezialisten NXP erhöht hatte. Broadcom argumentiert nun, damit werde mehr Vermögen von Qualcomm-Aktionären an NXP-Anteilseigner weitergereicht.

Broadcom-Anleger reagierten etwas erleichtert, der Kurs legte um 0,26 Prozent zu. Ihrer Ansicht nach wird eine teure Übernahme von Qualcomm nun noch unwahrscheinlicher. Qualcomm-Aktien verloren dagegen 1,67 Prozent. Aktien von NXP legten leicht zu.

Aktien von United Technologies gewannen 1,24 Prozent. Die Triebwerkstochter Pratt & Whitney hat eine Übergangslösung für Triebwerke der A320neo-Reihe von Airbus gefunden. Zu Anfang des Jahres waren in weltweit vier bekannten Fällen Triebwerke in den neuen Mittelstreckenjets von Airbus ausgefallen.

Wal-Mart weiteten die Kursverluste vom Dienstag noch aus, der Kurs fiel um weitere 2,43 Prozent. Schwache Ergebnisse und ein aus Anlegersicht verhaltener Ausblick hatten den Kurs am Vortag um mehr als 10 Prozent abrutschen lassen.

Papiere des Autozulieferers Delphi stiegen um 1,92 Prozent. Die Umsatzprognose des Unternehmens für das Gesamtjahr liegt über den Erwartungen der meisten Analysten.

Mosaic legten um 4,22 Prozent zu, nachdem die US-Bank JPMorgan die Aktien des Düngemittelproduzenten auf "Overweight" hochgestuft hatte. Mosaic dürfte von steigenden Preisen für Phosphat profitieren, lautete die Begründung.

J.C. Penney gewannen 1,52 Prozent. Den Analysten von Morgan Stanley zufolge hat der Einzelhändler im Vergleich zur Konkurrenz das meiste Potenzial, im vierten Quartal die Konsensschätzungen zu übertreffen./bek/he

21.02.2018

Aktien New York: Solide Konjunktur stützt - Fed-Protokoll im Fokus

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Mittwoch mit Kursgewinnen in den Handel gegangen. Kurz nach der Startglocke veröffentlichte Einkaufsmanagerindizes von Februar übertrafen die Erwartungen und belegten die nach wie vor solide Wirtschaftslage. Der Dow Jones Industrial stieg um 0,30 Prozent auf 25 045,69 Punkte. Den entscheidenden Impuls könnte das Fed-Protokoll der Sitzung von Ende Januar geben, das zwei Stunden vor der Schlussglocke veröffentlicht wird.

Anleger erhoffen sich von dem Papier Einblicke in die Mehrheitsverhältnisse unter den Notenbankern hinsichtlich der Zahl der Leitzinserhöhungen 2018. Am Markt wird immer mehr mit vier Schritten in diesem Jahr gerechnet, nachdem die US-Notenbanker zuletzt drei in Aussicht gestellt hatten.

"Es ist zwar unwahrscheinlich, dass es zu großen Überraschungen kommt", sagte Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Die Märkte seien wegen der Sorgen um steigende Zinsen zuletzt jedoch "deutlich empfindlicher" geworden, so dass selbst kleinere Änderungen der Wortwahl der Fed Kursausschläge nach sich ziehen könnten.

Der marktbreite S&P 500 legte um 0,44 Prozent auf 2728,26 Zähler zu. Stärke zeigten erneut die Technologiewerte, der Nasdaq 100 rückte um 0,72 Prozent auf 6828,31 Punkte weiter vor./bek/he

21.02.2018

Aktien New York Ausblick: Kaum verändert vor Fed-Protokoll zur Zinsentscheidung

NEW YORK (dpa-AFX) - Zurückhaltung und Abwarten - das dürfte am Mittwoch zunächst das Motto der Anleger an den US-Börsen sein. Denn erst im späteren Handelsverlauf wird mit dem Fed-Protokoll die letzte von Janet Yellen geleitete Sitzung der US-Notenbank in den Fokus rücken. Erneut dürfte der Zinsausblick ein zentrales Thema gewesen sein. Dieser beunruhigt die Anleger in jüngster Zeit immer wieder, den steigende Zinsen machen über kurz oder lang die Geldanlage in andere Formen als Aktien wieder attraktiver.

Eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsauftakt taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,05 Prozent schwächer bei 24 953 Punkten. Nachdem am Montag die Handelssäle in den USA wegen des Feiertags "Washington's Birthday" geschlossen geblieben waren, hatte der US-Leitindex am Dienstag rund ein Prozent eingebüßt. Händler hatten darin wegen des vorangegangenen sechstägigen Aufschwungs Gewinnmitnahmen gesehen.

Anleger erhoffen sich mit der Veröffentlichung des Protokolls der US-Notenbank Einblicke über Veränderungen im Mehrheitsverhältnis der Fed in Bezug auf die Zahl der Leitzinserhöhungen 2018. Am Markt wird immer stärker mit vier Zinserhöhungen in diesem Jahr gerechnet, nachdem die US-Notenbanker zuletzt drei in Aussicht gestellt hatten.

Ungebrochen bleibt die Übernahmefantasie in der US-Halbleiterbranche, denn nun hat der Chiphersteller Broadcom sein Gebot für Qualcomm auf 79 US-Dollar je Aktie angepasst. Tags zuvor hatte Qualcomm seine Offerte für den niederländischen Konkurrenten NXP aufgebessert. Bislang war Broadcom bei Qualcomm abgeblitzt, weil dieser das alte Gebot als zu niedrig bewertet hatte. Die Qualcomm-Aktien, die tags zuvor 1,3 Prozent eingebüßt hatten, gaben nun vorbörslich weitere 1,2 Prozent ab. Broadcom gewannen zugleich vorbörslich 0,9 Prozent.

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien von United Technologies Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Triebwerkstochter Pratt & Whitney hat einstweilige Lösungen für die krisengeschüttelte A320neo-Reihe von Airbus gefunden. Vorbörslich bewegten sich die Papiere des im Dow notierten Unternehmens allerdings nicht.

Mosaic stiegen derweil vor dem Handelsstart um 2,8 Prozent, nachdem die US-Bank JPMorgan die Aktien auf "Overweight" hochgestuft hat. Der Düngerkonzern dürfte von einer positiven Entwicklung der Phosphat-Preise profitieren, hieß es. J.C. Penney legten zugleich um 0,8 Prozent zu, was insbesondere auf einen Kommentar der Bank Morgan Stanley zurückging. Im Vergleich zu den konkurrierenden US-Einzelhändlern habe J.C. Penney das größte Potenzial, im vierten Quartal die Konsensschätzungen übertroffen zu haben, hieß es./ck/jha/

21.02.2018

Aktien Frankfurt: Verluste nach Vortagserholung - Experten vorsichtig

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Mittwoch angesichts negativer Signale von den tonangebenden US-Börsen Kursverluste verzeichnet. Damit erwiesen sich die Vortagsgewinne nach dem schwachen Wochenstart als Strohfeuer. Experten befürchten nun, dass der deutsche Leitindex eher weiter nachgeben als an die zwischenzeitliche Erholung der vergangenen Woche anknüpfen wird.

Am Nachmittag sank der Dax um 0,42 Prozent auf 12 435,21 Punkte. Für den MDax , in dem sich die mittelgroßen hiesigen Börsenunternehmen versammeln, ging es um 0,46 Prozent auf 26 178,08 Zähler nach unten und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,25 Prozent auf 2585,19 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,43 Prozent auf 3420,31 Punkte nach.

An der Wall Street hatten die Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 am Dienstag nach dem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende unter Gewinnmitnahmen gelitten, was sich zur Wochenmitte fortsetzen könnte.

Etliche Marktbeobachter sehen weiterhin die Marke von 12 500 Punkten als wichtige Hürde für den Dax. Solange er diese nicht klar hinter sich lasse, sei mit einer Konsolidierung zu rechnen, erklärte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Und selbst wenn der Dax die Widerstandszone in diesem Bereich überwinde, warte bei 12 600 Punkten bereits der nächste charttechnische Widerstand, ergänzten die Experten von Index-Radar.

Analyst Armin Krimst von der DZ Bank befürchtet bereits das Ende der jüngsten Erholung: "Im Rahmen des intakten Abwärtstrends dürfte nun allmählich der nächste Rückschlag auf die Agenda rücken." Der deutsche Leitindex könnte auf das zuletzt markierte Tief bei 12 000 Punkten oder sogar auf das August-Tief bei 11 870 Punkten zurückfallen.

Am hiesigen Markt standen einige Bilanzen sowie Stimmungsdaten aus der Wirtschaft im Fokus. Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im Februar eingetrübt, allerdings von einem hohem Niveau aus. Erst am Abend - nach Börsenschluss in Deutschland - folgt das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed.

Im Dax gehörten die Aktien der Deutschen Börse mit plus 1,05 Prozent zu den besten Werten. Analyst Daniel Garrod von der britischen Barclays-Bank sprach von einem ermutigenden Ausblick des Börsenbetreibers, der nach dem schwierigen Vorjahr verhalten optimistisch nach vorn blickt. 2017 hatten die Frankfurter nicht nur unter einem ungewöhnlich ruhigen Handel an den Finanzmärkten gelitten, sondern auch unter hausgemachten Problemen wie der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse und Insiderermittlungen gegen den damaligen Chef Carsten Kengeter. Im laufenden Jahr rechnet Nachfolger Theodor Weimer mit steigenden Erlösen und Gewinnen, wenn auch vielleicht nicht ganz im einst geplanten Maße.

Derweil überzeugte MTU die Anleger weder mit dem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr noch mit der angehobenen Dividende: Die Papiere des Triebwerksbauer büßten als einer der größten Verlierer im MDax 4,24 Prozent ein. Der operative Gewinn übertraf nicht nur die eigenen, bereits zweimal angehobenen Unternehmensziele, sondern auch die Erwartungen der Analysten. Bei der Dividende hatten sie allerdings auf eine noch deutlichere Anhebung gehofft. Dazu stehe der Gewinnausblick unter Vorbehalt, kritisierte ein Händler.

Beim Baukonzern Hochtief sorgten weder die deutliche Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr noch die kräftige Dividendenerhöhung für Begeisterung: Mit minus 3,85 Prozent weiteten die Aktien ihre Verluste nach der Zahlenvorlage noch aus.

Im TecDax gehörten die zuletzt gebeutelten GFT-Aktien mit einem Kursanstieg um 4,55 Prozent zu den Favoriten der Anleger. Der Finanztechnologiekonzern verdiente im vergangenen Geschäftsjahr dank niedrigerer Steuerquote mehr als erwartet, obwohl Investitionen und negative Wechselkurseffekte zu einem Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr führten. Die vorgelegten Geschäftszahlen, vor allem aber der optimistische Ausblick für 2018 könnten die Basis für eine Erholung bilden, sagte ein Händler.

Für Sartorius stand dank ehrgeiziger mittelfristiger Wachstumsziele mit dem Anstieg um 3,84 Prozent auf 108,20 Euro sogar ein Rekordhoch zu Buche. Bis 2025 will der Pharma- und Laborzulieferer den Umsatz auf rund 4 Milliarden Euro steigern, was gegenüber dem Wert für das vergangene Jahr fast eine Verdreifachung bedeutet. Die operative Marge soll von zuletzt 25 auf rund 28 Prozent zulegen. Schon Ende Januar hatte Sartorius die Zahlen für das vergangene Jahr sowie eine Prognose für 2018 vorgelegt und vortags die Anhebung der Dividende bekannt gegeben.

Beim Biotech-Unternehmen Medigene sorgte ein wichtiger Fortschritt bei der Entwicklung einer Krebsimmuntherapie für ein Kursplus von 6,99 Prozent, was den TecDax-Spitzenplatz bedeutete.

Dagegen zollten die anfangs freundlichen Papiere von Telefonica Deutschland mit minus 2,25 Prozent ihrer jüngsten Erholung Tribut. Der Telekomanbieter habe im Schlussquartal 2017 besser abgeschnitten als gedacht, erklärte Analyst Akhil Dattani von der Bank JPMorgan. Dagegen wertete er den Ausblick ebenso wie andere Experten als durchwachsen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,52 Prozent am Vortag auf 0,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,17 Prozent auf 139,05 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,16 Prozent auf 158,63 Punkte. Der Euro sank auf 1,2317 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,2340 (Montag: 1,2410) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8104 (0,8058) Euro./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

21.02.2018

Aktien Frankfurt: Klare Verluste nach Vortagserholung - Experten vorsichtig

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Mittwoch deutliche Kursverluste erlitten. Damit erwiesen sich die Vortagsgewinne nach dem schwachen Wochenstart erst einmal als Strohfeuer. Als Kursbremse erwiesen sich negative Signale von der Wall Street. Experten befürchten nun, dass der deutsche Leitindex eher weiter nachgeben als an die zwischenzeitliche Erholung der vergangenen Woche anknüpfen wird.

Bis zum Mittag sank der Dax um 0,65 Prozent auf 12 407,14 Punkte. Für den MDax , in dem sich die mittelgroßen hiesigen Börsenunternehmen versammeln, ging es um 0,53 Prozent auf 26 160,91 Zähler nach unten und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,58 Prozent auf 2576,67 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,61 Prozent auf 3414,04 Punkte nach.

An der Wall Street hatten die Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 am Dienstag nach dem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende unter Gewinnmitnahmen gelitten, was sich zur Wochenmitte fortsetzen könnte.

Etliche Marktbeobachter sehen weiterhin die Marke von 12 500 Punkten als wichtige Hürde für den Dax. Solange er diese nicht klar hinter sich lasse, sei mit einer Konsolidierung zu rechnen, erklärte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Und selbst wenn der Dax die Widerstandszone in diesem Bereich überwinde, warte bei 12 600 Punkten bereits der nächste charttechnische Widerstand, ergänzten die Experten von Index-Radar.

Analyst Armin Krimst von der DZ Bank befürchtet bereits das Ende der jüngsten Erholung: "Im Rahmen des intakten Abwärtstrends dürfte nun allmählich der nächste Rückschlag auf die Agenda rücken." Der deutsche Leitindex könnte auf das zuletzt markierte Tief bei 12 000 Punkten oder sogar auf das August-Tief bei 11 870 Punkten zurückfallen.

Am hiesigen Markt standen einige Bilanzen sowie Stimmungsdaten aus der Wirtschaft im Fokus. Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im Februar eingetrübt, allerdings von einem hohem Niveau aus. Erst am Abend - nach Börsenschluss in Deutschland - folgt das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed.

Im Dax setzten sich die Aktien der Deutschen Börse mit plus 1,00 Prozent an die Spitze. Analyst Daniel Garrod von der britischen Barclays-Bank sprach von einem ermutigenden Ausblick des Börsenbetreibers, der nach dem schwierigen Vorjahr verhalten optimistisch nach vorn blickt. 2017 hatten die Frankfurter nicht nur unter einem ungewöhnlich ruhigen Handel an den Finanzmärkten gelitten, sondern auch unter hausgemachten Problemen wie der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse sowie Insiderermittlungen gegen den damaligen Chef Carsten Kengeter. Im laufenden Jahr rechnet Nachfolger Theodor Weimer mit steigenden Erlösen und Gewinnen, wenn auch vielleicht nicht ganz im einst geplanten Maße.

Derweil überzeugte MTU die Anleger weder mit dem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr, noch mit der angehobenen Dividende: Die Papiere des Triebwerksbauer büßten als einer der größten Verlierer im MDax 2,61 Prozent ein. Der operative Gewinn übertraf nicht nur die eigenen, bereits zweimal angehobenen Unternehmensziele, sondern auch die Erwartungen der Analysten. Bei der Dividende hatten sie allerdings auf eine noch deutlichere Anhebung gehofft.

Im TecDax gehörten GFT-Aktien mit einem Kursanstieg um 3,52 Prozent zu den Favoriten der Anleger. Der Finanztechnologiekonzern verdiente im vergangenen Geschäftsjahr dank niedrigerer Steuerquote mehr als erwartet, obwohl Investitionen und negative Wechselkurseffekte zu einem Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr führten.

Für Sartorius stand dank ehrgeiziger mittelfristiger Wachstumsziele bei 107,90 Euro sogar ein Rekordhoch zu Buche - zuletzt gewannen die Aktien des Pharma- und Laborzulieferers noch 3,17 Prozent auf 107,50 Euro. Bis 2025 wollen die Göttinger den Umsatz auf rund 4 Milliarden Euro steigern, was gegenüber dem Wert für das vergangene Jahr eine Steigerung von 185 Prozent bedeutet. Die operative Marge soll von zuletzt 25 auf rund 28 Prozent zulegen. Schon Ende Januar hatte Sartorius die Zahlen für das vergangene Jahr sowie eine Prognose für 2018 vorgelegt. Zudem hatte Sartorius gestern die Anhebung der Dividende bekannt gegeben.

Beim Biotech-Unternehmen Medigene sorgte ein wichtiger Fortschritt bei der Entwicklung einer Krebsimmuntherapie für ein Kursplus von 4,03 Prozent, was den TecDax-Spitzenplatz bedeutete.

Dagegen zollten die anfangs freundlichen Papiere von Telefonica Deutschland mit minus 2,64 Prozent ihrer jüngsten Erholung Tribut. Der Telekomanbieter habe im Schlussquartal 2017 besser abgeschnitten als gedacht, erklärte Analyst Akhil Dattani von der Bank JPMorgan. Dagegen wertete er den Ausblick ebenso wie andere Experten als durchwachsen./gljha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

21.02.2018

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Klare Verluste nach Vortagserholung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Mittwoch mit sichtbaren Verlusten in den Handel gestartet. Damit erwies sich die Vortagserholung vom schwachen Wochenstart erst einmal als Strohfeuer. Als Kursbremse erwiesen sich negative Signale von der Wall Street.

In der ersten Handelsstunde sank der deutsche Leitindex um 0,58 Prozent auf 12 415,88 Punkte. Für den MDax , in dem sich die mittelgroßen hiesigen Börsenunternehmen versammeln, ging es um 0,52 Prozent auf 26 162,40 Zähler nach unten und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,29 Prozent auf 2584,24 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,60 Prozent auf 3414,41 Punkte nach.

An der Wall Street hatten die Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 am Dienstag nach dem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende unter Gewinnmitnahmen gelitten. In der vergangenen Woche hatten sowohl die Wall Street als auch Europas Börsen sich noch deutlich vom vorangegangenen Kursrutsch erholt.

Etliche Marktbeobachter sehen weiterhin die Marke von 12 500 Punkten als wichtige Hürde für den Dax. Solange er diese nicht klar hinter sich lasse, sei mit einer Konsolidierung zu rechnen, erklärte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Und selbst wenn der Dax die Widerstandszone in diesem Bereich überwinde, warte bei 12 600 Punkten bereits der nächste charttechnische Widerstand, ergänzten die Experten von Index-Radar.

Analyst Armin Krimst von der DZ Bank befürchtet bereits das Ende der jüngsten Erholung: "Im Rahmen des intakten Abwärtstrends dürfte nun allmählich der nächste Rückschlag auf die Agenda rücken." Der deutsche Leitindex könnte auf das zuletzt markierte Tief bei 12 000 Punkten oder sogar auf das August-Tief bei 11 870 Punkten zurückfallen.

Am hiesigen Markt standen einige Bilanzen sowie Stimmungsdaten aus der Wirtschaft der Eurozone im Fokus. Erst am Abend - nach Börsenschluss in Deutschland - folgt das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed.

Im Dax setzten sich die Aktien der Deutschen Börse mit plus 1,95 Prozent an die Spitze. Analyst Daniel Garrod von der britischen Barclays-Bank sprach von einem ermutigenden Ausblick des Börsenbetreibers, der nach dem schwierigen Vorjahr verhalten optimistisch nach vorn blickt. 2017 hatten die Frankfurter nicht nur unter einem ungewöhnlich ruhigen Handel an den Finanzmärkten gelitten, sondern auch unter hausgemachten Problemen wie der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse sowie Insiderermittlungen gegen den damaligen Chef Carsten Kengeter. Im laufenden Jahr rechnet Nachfolger Theodor Weimer mit steigenden Erlösen und Gewinnen, wenn auch vielleicht nicht ganz im einst geplanten Maße.

Derweil überzeugte MTU die Anleger weder mit dem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr, noch mit der angehobenen Dividende: Die Papiere des Triebwerksbauer büßten als einer der größten Verlierer im MDax 3,89 Prozent ein. Der operative Gewinn übertraf nicht nur die eigenen, bereits zweimal angehobenen Unternehmensziele, sondern auch die Erwartungen der Analysten. Bei der Dividende hatten sie allerdings auf eine noch deutlichere Anhebung gehofft.

Im TecDax hatten GFT-Aktien mit einem Kursanstieg um 6,44 Prozent die Nase vorn. Der Finanztechnologiekonzern verdiente im vergangenen Geschäftsjahr dank niedrigerer Steuerquote mehr als erwartet, obwohl Investitionen und negative Wechselkurseffekte zu einem Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr führten.

Für Sartorius stand dank ehrgeiziger mittelfristiger Wachstumsziele bei 107,90 Euro sogar ein Rekordhoch zu Buche - zuletzt gewannen die Aktien des Pharma- und Laborzulieferers noch 2,21 Prozent auf 106,50 Euro. Bis 2025 wollen die Göttinger den Umsatz auf rund 4 Milliarden Euro steigern, was gegenüber dem Wert für das vergangene Jahr eine Steigerung von 185 Prozent bedeutet. Die operative Marge soll von zuletzt 25 auf rund 28 Prozent zulegen. Schon Ende Januar hatte Sartorius die Zahlen für das vergangene Jahr sowie eine Prognose für 2018 vorgelegt. Zudem hatte Sartorius gestern die Anhebung der Dividende bekannt gegeben.

Die schon zuletzt erholten Papiere von Telefonica Deutschland waren dank eines weiteren Kursanstiegs von 1,95 Prozent im TecDax ebenfalls vorne mit dabei. Der Telekomanbieter habe im Schlussquartal 2017 besser abgeschnitten als gedacht, erklärte Analyst Akhil Dattani von der Bank JPMorgan. Auch der Umsatzausblick auf 2018 liege über den Erwartungen.

Beim Biotech-Unternehmen Medigene sorgte ein wichtiger Fortschritt bei der Entwicklung einer Krebsimmuntherapie für ein Kursplus von 6,32 Prozent./gl/jha/

21.02.2018

Aktien Frankfurt Eröffnung: Verluste nach Vortagserholung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Mittwoch mit Verlusten in den Handel gestartet. Damit erwies sich die Vortagserholung vom schwachen Wochenstart erst einmal als Strohfeuer. Als Kursbremse erwiesen sich negative Signale von der Wall Street.

Wenige Minuten nach Handelsbeginn sank der deutsche Leitindex um 0,34 Prozent auf 12 445,31 Punkte. Für den MDax , in dem sich die mittelgroßen hiesigen Börsenunternehmen versammeln, ging es um 0,29 Prozent auf 26 222,50 Zähler nach unten, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,17 Prozent auf 2587,17 Punkte verlor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,44 Prozent auf 3420,03 Punkte nach./gl/jha/

21.02.2018

ROUNDUP: US-Notenbanker signalisieren weitere Leitzinsanhebungen

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed hat weitere Leitzinsanhebungen signalisiert. "Laut einer Mehrheit der Teilnehmer erhöht der stärkere wirtschaftliche Ausblick die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Leitzinsanhebungen", hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) vom 30. und 31. Januar. Auf dieser Sitzung hatte die Fed den Leitzins unverändert in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent belassen.

Die meisten Fed-Mitglieder verwiesen laut den Minutes auf die substanzielle wirtschaftliche Dynamik. Man sei zunehmend zuversichtlich, dass die Notenbank ihr Inflationsziel von zwei Prozent erreichen werde. Allerdings zeigten sich nicht alle so optimistisch mit Blick auf die Inflation. Einige Mitglieder waren weiterhin besorgt, dass die Inflation schwächer ausfallen könnte als vom FOMC erwartet. Man sollte sich daher mit weiteren Leitzinsanhebungen Zeit lassen. Eine Reihe von Mitglieder sagten, dass sie ihre Wachstumsprognosen im Vergleich zum vorherigen Dezember-Treffen angehoben hätten.

Die Mitglieder diskutierten auch über die Unsicherheiten mit denen der Ausblick behaftet sei. Möglicherweise könne es zu Ungleichgewichten an den Finanzmärkten kommen, falls die Wirtschaft weiter über ihrem Potenzial wachse. Anderseits wurde auf das niedrige Produktivitätswachstum verwiesen. Das Lohnwachstum könnte so gedämpft werden. Auch mögliche Auswirkungen der jüngsten Steuersenkungen auf die Lohnentwicklung wurden laut Protokoll diskutiert.

"Das Protokoll der letzten Fed-Sitzung ist eine Beruhigungspille für die Anleger", kommentierte Thomas Altmann, Partner beim Vermögensverwalter QC Partners. "Neue Hinweise auf eine schnellere Straffung gibt es nicht." Der Ball liege jetzt beim neuen Fed-Präsidenten. Die Sitzung im Januar war die letzte Sitzung unter Leitung von Janet Yellen. Anfang Februar wurde Jerome Powell neuer Fed-Vorsitzender.

An den Finanzmärkten ist eine Leitzinserhöhung auf der nächsten Sitzung am 20. bis 21. März fest eingepreist. Die US-Notenbank signalisiert bislang drei Anhebungen in diesem Jahr. Die Experten von Capital Economics erwarten sogar vier Schritte in diesem Jahr. Sie verweisen auch auf die nach der letzten Sitzung veröffentlichten robusten Zahlen zum Lohnwachstum. Zudem habe der Kongress die Finanzpolitik gelockert.

Der Eurokurs legte nach der Veröffentlichung kurzzeitig zu und stieg auf ein Tageshoch von 1,2360 US-Dollar. Er gab seine Gewinne jedoch rasch wieder ab und fiel auf ein Tagestief von 1,2296 Dollar. Die US-Aktienmärkte legten leicht zu. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen an./jsl/he

21.02.2018

ROUNDUP/Korruptionsaffäre: Lettlands Präsident fordert zügige Aufklärung

RIGA (dpa-AFX) - In der Korruptionsaffäre um Zentralbankchef Ilmars Rimsevics hat Lettlands Staatspräsident Raimonds Vejonis eine zügige Aufklärung angemahnt. "Diese Untersuchung sollte nicht beeinflusst werden, und sie muss so schnell wie möglich abgeschlossen werden, da diese Frage mit dem Ansehen des Staates und des Finanzsystems zusammenhängt", sagte er nach einem Treffen mit Regierungschef Maris Kucinskis am Mittwoch in Riga.

Der lettische Generalstaatsanwalt Eriks Kalnmeiers mahnte zu Geduld. Den Strafverfolgungsbehörden eine bestimmte Frist zu setzen, wäre "unverantwortlich". "Auf keinen Fall sollten wir irgendwelche voreilige Schlussfolgerungen ziehen, die nicht auf konkreten Beweisen oder Fakten beruhen", sagte Kalnmeiers.

Kucinskis betonte, dass die Ermittlungen gegen Rimsevics nicht mit anderen Vorgängen in lettischen Geschäftsbanken in Verbindung stünden. Lettland geriet zuletzt auch wegen Geldwäsche-Vorwürfen gegen die ABLV Bank seitens der USA in die Schlagzeilen. Auf Ersuchen der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte die lettische Finanzaufsicht am Montag die Geschäfte der drittgrößten Bank des Euro-Landes auf Eis gelegt.

Wie auch Vejonis versicherte Kucinskis, dass keine Gefahr für das lettische Finanzsystem bestehe. Über die Situation werde er beim EU-Gipfel am Freitag in Brüssel auch seine europäischen Amtskollegen informieren, kündigte Lettlands Regierungschef an.

Rimsevics war am Wochenende vorübergehend festgenommen worden. Der 52-Jährige soll der Anti-Korruptionsbehörde KNAB zufolge mindestens 100 000 Euro Bestechungsgeld verlangt und angenommen haben. Nach Hinterlegung einer Kaution kam der dienstälteste Zentralbankchef der Eurozone am Montagabend vorerst auf freien Fuß, darf den baltischen Euro-Mitgliedstaates aber nicht verlassen. An einer Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank am Mittwoch nahm Rimsevics nicht teil.

Angesichts der Vorgänge im Finanzsektor trat in Lettland auch der Nationale Sicherheitsrat zusammen. "Wir müssen den Kampf gegen Korruption und Geldwäsche fortsetzen", sagte Staatspräsident Vejonis nach der Sitzung. "Die Täter werden zur Verantwortung gezogen, unabhängig von Position, Status und Einfluss."

Lettlands Verteidigungsministerium äußerte unterdessen den Verdacht, dass die Korruptionsaffäre für eine Desinformationskampagne aus dem Ausland instrumentalisiert worden sei. Damit solle das Vertrauen in das EU- und Nato-Land als Verbündeter und in die Regierung in Riga erschüttert werden, hieß es in einer Mitteilung. Eindeutige Belege für die "weitreichende Informationskampagne von außerhalb" und deren Urhebern blieb das Ministerium allerdings schuldig.

Nach Angaben von Kucinskis waren "professionelle und gut gemachte Bots" an den Vorgängen beteiligt gewesen. Zu einer in Medien spekulierten Einmischung Russlands in die Korruptionsaffäre sagte er am Mittwochabend: "Ich glaube nicht, dass wir irgendwelche Beweise haben, dass unser Nachbar beteiligt ist"./awe/DP/he

21.02.2018

US-Notenbanker signalisieren weitere Leitzinsanhebungen

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed hat weitere Leitzinsanhebungen signalisiert. "Laut einer Mehrheit der Teilnehmer erhöht der stärkere wirtschaftliche Ausblick die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Leitzinsanhebungen", wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) vom 30. und 31. Januar hervorgeht. Auf dieser Sitzung hatte die Fed den Leitzins unverändert in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent belassen.

Die meisten Fed-Mitglieder verwiesen laut den Minutes auf die wirtschaftliche Dynamik. Man sei zunehmend zuversichtlich, dass die Notenbank ihr Inflationsziel von zwei Prozent erreichen werde. Eine Reihe von Mitgliedern sagten, dass sie ihre Wachstumsprognosen im Vergleich zum vorherigen Dezember-Treffen angehoben hätten.

An den Finanzmärkten ist eine Leitzinserhöhung auf der nächsten Sitzung am 20. bis 21. März fest eingepreist./jsl/he

21.02.2018

ROUNDUP: Großbritannien hofft auf längere Brexit-Übergangsphase

LONDON/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die britische Regierung hofft auf eine Verlängerung der Übergangsphase nach dem Brexit. Das geht aus einem Dokument hervor, das am Mittwoch vom Brexit-Ministerium in London veröffentlicht wurde.

Das Land wird die EU im März 2019 verlassen. Während der Übergangszeit soll aber weitgehend alles beim Alten bleiben, um Behörden und Unternehmen mehr Zeit für die Umstellung zu geben. Brüssel will die Übergangsperiode bis Ende 2020 begrenzen.

Die Übergangsphase solle "einfach so lange dauern, wie notwendig, um neue Prozesse und neue Systeme in Gang zu setzen", heißt es nun in dem Entwurf für das Austrittsabkommen aus London. Man sei mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahren einverstanden, wolle aber über den genauen Endpunkt noch verhandeln.

Befürchtungen von Brexit-Befürwortern, die Übergangsphase könne zur Dauerlösung werden, versuchte Brexit-Staatssekretär Steve Baker zu zerstreuen. "Es wird ein festes Datum geben", sagte er der BBC am Mittwoch.

Spekuliert wurde auch, ob London Zugeständnisse hinsichtlich der Rechte von EU-Bürgern erwägt. In dem Papier ist keine Rede davon, dass die Rechte von EU-Bürgern beschnitten werden sollen, die während der Übergangsphase nach Großbritannien einwandern, wie es Premierministerin Theresa May noch vor wenigen Wochen gefordert hatte. Kommentatoren sahen das als Zeichen, dass London möglichst Steine auf dem Weg zu einer Einigung aus dem Weg räumen will. Bis März soll ein entsprechendes Abkommen stehen.

"Eine Regierungsquelle gibt zu, dass Großbritannien seine Position zu den EU-Bürgern aufgeweicht hat", twitterte die BBC-Korrespondentin Laura Kuenssberg am Mittwoch. Ein Regierungssprecher wollte das auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur jedoch nicht bestätigen.

Jegliche Zugeständnisse an Brüssel drohen die Brexit-Hardliner in der Regierungsfraktion auf den Plan zu rufen. Wie die konservative Tageszeitung "The Daily Telegraph" am Mittwoch berichtete, erhöhten Brexit-Enthusiasten in der Regierungsfraktion erst Ende vergangener Woche den Druck auf May.

In einem Brief an die Regierungschefin, aus dem der "Telegraph" zitierte, fordern 62 Abgeordnete der Regierungsfraktion einen klaren Bruch mit Brüssel. Andernfalls drohten die Parlamentarier damit, May die Gefolgschaft zu versagen, so der Bericht.

Das Land müsse nach dem Austritt im März 2019 frei sein von EU-Bestimmungen, lautet demnach eine Forderung der "European Research Group". Hinter dem Namen verbirgt sich eine parlamentarische Lobby-Gruppe von Brexit-Hardlinern unter der Führung des exzentrischen Abgeordneten Jacob Rees-Mogg. Die Gruppe drängt außerdem darauf, dass London unmittelbar mit dem Brexit in der Lage sein soll, eigene Handelsabkommen abzuschließen. Mit beiden Forderungen dürfte London in Brüssel aber auf Granit beißen.

May verfügt nur über eine hauchdünne Mehrheit im britischen Unterhaus und ist von mehreren Seiten unter Druck. Am Donnerstag will sie sich dem "Telegraph" zufolge zu einem Treffen mit Kabinettsmitgliedern auf den Landsitz Chequers zurückziehen und über eine Brexit-Strategie beraten. Das Kabinett ist tief gespalten zwischen Befürwortern eines klaren Bruchs mit der EU und denen, die für eine enge Anbindung an Brüssel nach dem Brexit plädieren.

Die EU will sich nach Angaben eines hohen Beamten bei ihrem Gipfel Ende März positionieren, wie sie sich die künftigen Beziehungen mit Großbritannien vorstellt. Man werde die bis dahin bekannten Vorstellungen aus London berücksichtigen. Doch beharre man nicht darauf, dass die britische Regierung zuerst ein Modell der künftigen Partnerschaft vorstellt, sondern werde in jedem Fall eine eigene Richtung vorgeben, hieß es am Mittwoch in Brüssel./cmy/DP/tos

21.02.2018

Großbritannien hofft auf längere Brexit-Übergangsphase

LONDON/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die britische Regierung hofft auf eine Verlängerung der Übergangsphase nach dem Brexit. Das geht aus einem Dokument hervor, das am Mittwoch vom Brexit-Ministerium in London veröffentlicht wurde.

Das Land wird die EU im März 2019 verlassen. Während der Übergangszeit soll aber weitgehend alles beim Alten bleiben, um Behörden und Unternehmen mehr Zeit für die Umstellung zu geben. Brüssel will die Übergangsperiode bis Ende 2020 begrenzen.

Die Übergangsphase solle "einfach so lange dauern, wie notwendig, um neue Prozesse und neue Systeme in Gang zu setzen", heißt es nun in dem Entwurf für das Austrittsabkommen aus London. Man sei mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahren einverstanden, wolle aber über den genauen Endpunkt noch verhandeln.

Befürchtungen von Brexit-Befürwortern, die Übergangsphase könne zur Dauerlösung werden, versuchte Brexit-Staatssekretär Steve Baker zu zerstreuen. "Es wird ein festes Datum geben", sagte er der BBC am Mittwoch.

Spekuliert wurde auch, ob London Zugeständnisse hinsichtlich der Rechte von EU-Bürgern erwägt. In dem Papier ist keine Rede davon, dass die Rechte von EU-Bürgern beschnitten werden sollen, die während der Übergangsphase nach Großbritannien einwandern, wie es Premierministerin Theresa May noch vor wenigen Wochen gefordert hatte. Kommentatoren sahen das als Zeichen, dass London möglichst Steine auf dem Weg zu einer Einigung aus dem Weg räumen will. Bis März soll ein entsprechendes Abkommen stehen.

"Eine Regierungsquelle gibt zu, dass Großbritannien seine Position zu den EU-Bürgern aufgeweicht hat", twitterte die BBC-Korrespondentin Laura Kuenssberg am Mittwoch. Ein Regierungssprecher wollte das auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur jedoch nicht bestätigen./cmy/DP/tos

21.02.2018

POLITIK/ROUNDUP: Neuer EU-Finanzrahmen wohl erst nach der Europawahl 2019

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der erbitterte Grundsatzstreit über die künftigen Aufgaben und Finanzen der Europäischen Union wird sich wohl noch weit mehr als ein Jahr hinziehen. EU-Ratspräsident Donald Tusk mahnte zwar am Mittwoch zur Eile bei den Verhandlungen und hofft auf erste Richtungssignale beim EU-Sondergipfel am Freitag. Doch hält auch Tusk eine Einigung vor der Europawahl im Mai 2019 für unrealistisch, wie ein hoher EU-Beamter sagte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Dienstag gesagt, die mittelfristige EU-Finanzplanung könne womöglich nicht mehr vor der Wahl abgeschlossen werden. Danach ergebe sich vielleicht ein besseres Zeitfenster.

Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs der 27 bleibenden EU-Länder wollen bei dem Gipfel in Brüssel am Freitag erstmals über die EU-Finanzen nach 2020 sprechen. Dann fehlen wegen des Brexits bis zu 14 Milliarden Euro aus Großbritannien. Gleichzeitig will sich die EU neue Aufgaben wie Grenzsicherung und Verteidigung vornehmen.

Tusk betonte in seinem Einladungsschreiben, die Gipfelteilnehmer sollten sich zu drei Fragen positionieren: die Prioritäten der EU, die Gesamthöhe des Budgets und den Fahrplan für die Verhandlungen. Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag bereits Bereitschaft für höhere Einzahlungen in den EU-Haushalt signalisiert. Doch gibt es aus einigen EU-Ländern Widerstand. Zuletzt hatten die Niederlande klar dagegen Stellung bezogen.

Darüber hinaus bahnt sich ein Grundsatzkonflikt der EU-Länder mit dem Europaparlament an. Die Abgeordneten hatten kürzlich beschlossen, dass sie nur einen Kandidaten zum nächsten EU-Kommissionspräsidenten wählen wollen, der sich vorher als Spitzenkandidat einer Partei zur Europawahl gestellt hat. Das Vorschlagsrecht liegt jedoch beim Rat der Mitgliedsländer, und der lehnt verbindliche Vorgaben ab, wie der EU-Beamte sagte. Ein Automatismus sei ausgeschlossen.

Damit besteht die Gefahr, dass sich die Brüsseler Institutionen in einen Machtkampf verstricken, ohne bei Reformen der EU-Institutionen weiterzukommen. Tusk erklärte, große Korrekturen wie die Verkleinerung der EU-Kommission mit derzeit 28 Kommissaren oder die Zusammenlegung der Ämter von Rats- und Kommissionspräsident zu einem einzigen EU-Präsidenten stünden jetzt ohnehin nicht an.

Die vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron gewünschten transnationalen Wahllisten für die Europawahl hält Tusk zwar für erwägenswert, gibt ihnen aber keine Chance vor der übernächsten Wahl 2024. Konsens besteht dagegen offenbar darüber, das Europaparlament von derzeit 751 Sitzen nach dem Brexit auf 705 Mandate zu schrumpfen./vsr/DP/tos

21.02.2018

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 21.02.2018

Großbritannien: Lohnwachstum steigt - Arbeitslosigkeit aber auch

LONDON - Am britischen Arbeitsmarkt hat das Lohnwachstum Ende vergangenen Jahres weiter angezogen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich jedoch ebenfalls, und das erstmals seit längerer Zeit. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Arbeitsmarktbericht des Statistikamts ONS hervor. Das Lohnwachstum ist insbesondere für die Geldpolitik der Bank of England von Bedeutung, von der eine weitere Zinsanhebung erwartet wird, möglicherweise schon im Mai.

Britischer Notenbankchef Carney bleibt bei nächster Zinsanhebung vage

LONDON/FRANKFURT - Die britische Notenbank steuert auf höhere Leitzinsen zu, legt sich aber nicht auf einen Zeitplan fest. Diese Position bekräftigte ihr Gouverneur, der Kanadier Mark Carney, am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss in London. Carney wiederholte frühere Äußerungen, dass die Leitzinsen etwas früher und etwas stärker steigen dürften als bisher erwartet. Wann dies konkret geschehen könnte, wollte der Notenbankchef aber nicht sagen.

USA: Verkäufe bestehender Häuser fallen erneut

WASHINGTON - In den USA sind die Verkäufe bestehender Häuser im Januar zum zweiten Mal hintereinander gefallen. Im Vergleich zum Vormonat gingen sie um 3,2 Prozent zurück, wie die Maklervereinigung "National Association of Realtors" (NAR) am Mittwoch in Washington mitteilte. Der Rückgang folgt auf ein Minus von revidiert 2,8 (zunächst 3,6) Prozent im Vormonat.

ROUNDUP: Expertenkommission fordert neue Industriepolitik der EU

BRÜSSEL - Europa muss aus Sicht einer EU-Expertenkommission gezielt in neue Schlüsseltechnologien investieren, um Industriejobs zu erhalten und neue zu schaffen. Diese Empfehlung gibt eine von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eingesetzte Beratergruppe unter dem früheren Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers. Sie fordert auch eine Verdoppelung des EU-Budgets für Forschung und Innovation ab 2020. Die Ergebnisse will Rüttgers am Freitag in Brüssel vorstellen. Der Deutschen Presse-Agentur liegen sie vor.

Presse: Brexit-Enthusiasten erhöhen Druck auf Theresa May

LONDON - Die Brexit-Enthusiasten bei den britischen Konservativen haben einem Medienbericht zufolge den Druck auf Premierministerin Theresa May erhöht. In einem Brief an die Regierungschefin vergangene Woche, aus dem der "Telegraph" am Mittwoch zitierte, fordern 62 Abgeordnete der Regierungsfraktion einen klaren Bruch mit Brüssel. Andernfalls drohten die Abgeordneten damit, May die Gefolgschaft zu versagen, so der Bericht.

Tourismus boomt in Griechenland - Deutsche Urlauber an der Spitze

ATHEN - Die griechische Tourismusbranche hat 2017 einen Rekord bei den Gästezahlen sowie Einnahmen erzielt. Im vergangenen Jahr haben 27,194 Millionen Touristen das Land an der Ägäis besucht, wie die griechische Zentralbank am Mittwoch mitteilte. Im Jahr davor waren 24,8 Millionen Touristen registriert worden. Die Einnahmen stiegen auf 14,6 Milliarden Euro, 10,5 Prozent mehr als 2016.

Lettlands Präsident fordert zügige Aufklärung der Korruptionsaffäre

RIGA - In der Korruptionsaffäre um Zentralbankchef Ilmars Rimsevics hat sich Lettlands Staatspräsident Raimonds Vejonis für einen zügigen Abschluss der Ermittlungen ausgesprochen. "Diese Untersuchung sollte nicht beeinflusst werden und sie muss so schnell wie möglich abgeschlossen werden, da diese Frage mit dem Ansehen des Staats und des Finanzsystems zusammenhängt", sagte er nach einem Treffen mit Regierungschef Maris Kucinskis am Mittwoch in Riga. Die Behörden müssten die Probleme im lettischen Finanzsektor aufklären.

ROUNDUP: Exportüberschuss im Handel mit USA steigt

WIESBADEN - Der von den USA scharf kritisierte Überschuss Deutschlands im Handel mit den Vereinigten Staaten ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führte Deutschland für 50,5 Milliarden Euro mehr Waren in das Land aus, als es vor dort bezog. Im Jahr zuvor hatte der Exportüberschuss bei 48,9 Milliarden Euro gelegen, wie die Wiesbadener Behörde am Mittwoch mitteilte.

Lettlands Zentralbankchef nicht bei EZB-Sitzung dabei

RIGA - Lettlands Zentralbankchef Ilmars Rimsevics wird am Mittwoch nicht an der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) teilnehmen. Statt des in eine Korruptionsaffäre verstrickten Währungshüters des Euro-Landes werde die stellvertretende Bankchefin Zoja Razmusa zu dem Treffen nach Frankfurt reisen, sagte ein Sprecher der Zentralbank der Deutschen Presse-Agentur in Riga.

ROUNDUP: Unternehmensstimmung im Euroraum trübt sich von hohem Niveau aus ein

LONDON - Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im Februar eingetrübt, allerdings von einem hohem Niveau aus. Der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex fiel um 1,3 Punkte auf 57,5 Zähler, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten einen geringeren Rückgang auf 58,4 Punkte erwartet. Der Rücksetzer folgt auf einen im Januar erreichten Höchststand seit rund elfeinhalb Jahren. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor war die aktuelle Stimmung schlechter.

Venezuela sammelt mit Kryptowährung 'Petro' Millionen US-Dollar ein

CARACAS/FRANKFURT - Das finanziell und wirtschaftlich schwer angeschlagene Venezuela hat als erstes Land eine staatseigene Kryptowährung, den sogenannten "Petro", aus der Taufe gehoben. "Wir haben unsere Kryptowährung", sagte Venezuelas Präsident Nicolas Maduro in der Nacht zum Mittwoch im Staatsfernsehen. Er teilte weiter mit, dass am Dienstag, dem ersten Tag des Vorverkaufs, auf den neuen Petro Vorbestellungen in einem Volumen von 735 Millionen US-Dollar eingegangen seien.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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21.02.2018

Britischer Notenbankchef Carney bleibt bei nächster Zinsanhebung vage

LONDON/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die britische Notenbank steuert auf höhere Leitzinsen zu, legt sich aber nicht auf einen Zeitplan fest. Diese Position bekräftigte ihr Gouverneur, der Kanadier Mark Carney, am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss in London. Carney wiederholte frühere Äußerungen, dass die Leitzinsen etwas früher und etwas stärker steigen dürften als bisher erwartet. Wann dies konkret geschehen könnte, wollte der Notenbankchef aber nicht sagen.

An den Finanzmärkten wird die Möglichkeit einer Zinsanhebung auf der übernächsten Notenbanksitzung im Mai mit etwa 80 Prozent veranschlagt. Es wäre erst die zweite seit der Finanzkrise.

Auslöser für die vorsichtige geldpolitische Straffung ist die deutlich über dem Notenbankziel liegende Inflation. Die Entwicklung geht auch auf die durch das Brexit-Votum geschwächte Landeswährung Pfund zurück. Die erhöhte Inflation mindert die Kaufkraft der Verbraucher und dämpft damit indirekt die Konjunkturaussichten./bgf/jsl/he

21.02.2018

USA: Verkäufe bestehender Häuser fallen erneut

WASHINGTON (dpa-AFX) - In den USA sind die Verkäufe bestehender Häuser im Januar zum zweiten Mal hintereinander gefallen. Im Vergleich zum Vormonat gingen sie um 3,2 Prozent zurück, wie die Maklervereinigung "National Association of Realtors" (NAR) am Mittwoch in Washington mitteilte. Der Rückgang folgt auf ein Minus von revidiert 2,8 (zunächst 3,6) Prozent im Vormonat.

Analysten hatten für Januar mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Auf das Jahr hochgerechnet wurden 5,38 Millionen Häuser verkauft. Das lag deutlich unter dem erwarteten Wert von auf das Jahr hochgerechneten 5,60 Millionen Häuser./bgf/jsl/he

21.02.2018

Devisen: Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,2312 US-Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2312 (Dienstag: 1,2340) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8122 (0,8104) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88463 (0,88168) britische Pfund, 132,41 (132,25) japanische Yen und 1,1551 (1,1537) Schweizer Franken fest./yyzz/DP/jsl

21.02.2018

ANALYSE-FLASH: HSBC hebt Ziel für BMW auf 91 Euro - 'Hold'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für BMW von 82 auf 91 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Am Markt könnte die Einführung neuer Modelle durch die Münchener bislang noch unterschätzt werden, schrieb Analyst Horst Schneider in einer am Mittwoch vorliegenden Branchenstudie. Diese aber dürften das Umsatzwachstum im Jahr 2019 antreiben./bek/la

Datum der Analyse: 21.02.2018

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21.02.2018

AKTIE IM FOKUS: ProSiebenSat.1 leicht im Minus - Neuer Chef kommt von Dyson

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von ProSiebenSat.1 haben am Mittwochnachmittag verhalten auf den Wechsel an der Unternehmensspitze reagiert. Die Papiere des Medienkonzerns weiteten ihre moderaten Tagesverluste etwas aus, bevor sich sich wieder erholten und zuletzt noch um 0,51 Prozent auf 31,29 Euro nachgaben.

Neuer Chef von ProSiebenSat.1 wird Max Conze, zuletzt Chef beim britischen Staubsauger-Hersteller Dyson. Der 48-jährige Conze soll sein Amt am 1. Juni antreten.

Ob Conze wirklich in die Fußstapfen des alten Vorstandsvorsitzenden Thomas Ebeling treten könne, müsse sich noch zeigen, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Die Medienbranche sei ein sehr spezielles Geschäft und mit viel Marktkenntnis und Persönlichkeit verbunden. Die Kenntnisse über Prozesse und Organisation zur Herstellung von Staubsaugern und anderen innovativen Reinigungsgeräten werde dabei eher wenig hilfreich sein./la/he

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21.02.2018

AKTIE IM FOKUS: CTS Eventim steigen auf Rekordhoch - 'HB': Rückschlag für Amazon

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien des Tickethändlers und Veranstalters CTS Eventim sind am Mittwochnachmittag nach einem positiv aufgenommenen Medienbericht auf ein Rekordhoch von 43,14 Euro gestiegen. Zuletzt stand bei den Papieren noch ein Plus von 1,61 Prozent auf 43,02 Euro zu Buche.

Börsianer verwiesen als Antrieb auf einen Bericht des "Handelsblatts": Demnach habe Amazon einen Rückschlag bei seinen Ambitionen erlitten, im Geschäft mit Veranstaltungstickets anzugreifen. Der Online-Händler habe das vor zwei Jahren in Großbritannien gestartete Geschäftsfeld offenbar eingestellt. Dabei habe die Branche eigentlich bereits mit einem weltweiten Vorstoß des Handelsriesen gerechnet./la/he

21.02.2018

AKTIE IM FOKUS: Gute Zahlen und optimistischer Ausblick treiben GFT weiter an

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Unerwartet gute Geschäftszahlen haben am Mittwoch die Kurserholung der arg gebeutelten GFT-Aktien angefeuert. Die Papiere schnellten bis zum Nachmittag um gut 14 Prozent auf 13,30 Euro in die Höhe und waren damit der klare Favorit im TecDax der Technologiewerte. Inzwischen notieren die Anteilscheine wieder auf dem Niveau von Ende Januar.

Der Finanztechnologiekonzern verdiente im vergangenen Geschäftsjahr dank einer niedrigeren Steuerquote mehr als erwartet, wenngleich Investitionen und negative Wechselkurseffekte zu einem Gewinnrückgang führten. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen wieder einen Ergebnisanstieg.

Nachdem der Kurs zuletzt um die 11 Euro Unterstützung gefunden habe, erscheine auch das Chartbild wieder etwas freundlicher, erklärte ein Händler. Die vorgelegten Geschäftszahlen, vor allem aber der optimistische Ausblick für 2018 könnten die Basis für eine Erholung bilden./la/tos

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21.02.2018

ANALYSE/HSBC: Fraport wächst auf Kosten der Profite - Auf 'Reduce' gesenkt

LONDON (dpa-AFX) - Die guten Wachstumsaussichten von Fraport am Frankfurter Flughafen gehen laut der britischen Investmentbank HSBC zulasten der Profitabilität. Die erwartete starke Entwicklung der zunehmend wichtigen Auslandsflughäfen könne das nicht kompensieren, befürchtet Analyst Andrew Lobbenberg laut einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Außerdem sei die Aktie nach historischen Maßstäben teuer, dürfte wie die gesamte Branche unter steigenden Zinsen leiden und biete eine geringere Dividendenrendite als die Konkurrenz.

Daher strich Lobbenberg seine bisherige "Hold"-Empfehlung und stuft das Fraport-Papier nun mit "Reduce" ein. Das Kursziel senkte er von 80 auf 75 Euro und liegt damit mehr als 12 Prozent unter dem aktuellen Bewertungsniveau.

Die Geschäftsperspektiven in Frankfurt hellten sich auf, nachdem das Flugaufkommen bereits im Schlussquartal 2017 deutlich stärker gestiegen sei als im Jahresschnitt, räumte der Experte ein. Auch 2018 seien die Aussichten am Hauptstandort angesichts stark wachsender Passagierzahlen bei der Lufthansa sowie der Öffnung des Flughafens für die Billigflieger Ryanair und Easyjet gut.

Allerdings habe Fraport Ryanair dafür günstigere Start- und Landegebühren gewährt, die nun auch Easyjet zugute kommen dürften, betonte Lobbenberg. Nach den anfänglichen lautstarken Protesten sei von der Lufthansa nichts mehr zu hören gewesen. Über die Einigung mit Fraport habe es von beiden Seiten anschließend nur vage Aussagen gegeben. Lobbenberg geht davon aus, dass der Flughafenbetreiber diese mit finanziellen Zugeständnissen erkauft hat. Der generelle Verzicht auf eine Anhebung der Gebühren in Frankfurt sowie die niedrigeren Gebühren für neue Fluggesellschaften dürften 2018 zu rückläufigen Umsätzen im Flugbetrieb führen. Zudem werde das dortige Einzelhandelsgeschäft wohl darunter leiden, dass Reisende aus dem Ausland wegen des starken Euro weniger einkauften.

Für die Entwicklung an Fraports internationalen Flughäfen ist der Analyst optimistisch. Insbesondere in Griechenland sollten die Geschäfte brummen. Dazu gebe es erste Signale, dass deutsche Touristen wieder zunehmend in der Türkei Urlaub machten, was dem Flughafen in Antalya zugute komme. Entsprechend positiv sei die zunehmende Diversifizierung der Unternehmensaktivitäten zu werten, deren operativen Ergebnisanteil (Ebitda) Fraport im laufenden Jahr auf 40 Prozent steigen wolle. Dies könne die Schwäche am heimischen Frankfurter Flughafen aber nicht ausgleichen.

HSBC stuft solche Aktien mit "Reduce" ein, deren Kursziel mehr als 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs liegt. Liegt das Ziel zwischen 5 und 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs, kann die Einstufung auch "Hold" lauten./gl/ck/fba

Analysierendes Institut HSBC Trinkaus & Burkhardt.

21.02.2018

AKTIE IM FOKUS: Ausblick der Deutschen Börse sorgt bei Anlegern für Zuversicht

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein optimistischer Ausblick des neuen Managements hat die Papiere der Deutschen Börse am Mittwoch auf Erfolgskurs gehalten. Nach zögerlichem Start zogen sie am Vormittag in der Dax-Spitze bis auf 107,65 Euro an, womit sie ihren höchsten Stand seit gut zehn Jahren weiter festigten. Zuletzt betrug das Plus infolge der am Vorabend vorgelegten Geschäftszahlen noch 0,71 Prozent auf 105,90 Euro. Die Aktien waren damit unter den wenigen klaren Gewinnern im schwachen Dax .

Rückenwind gab den Papieren vor allem der Optimismus, den der seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Theodor Weimer bei der Zahlenvorlage ausstrahlte. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzernlenker mit einem Anstieg der Nettoerlöse aus eigener Kraft um mindestens 5 Prozent, beim Überschuss stellt er ein Wachstum "um mindestens 10 Prozent" in Aussicht. Weimer erwartet dabei keinen weiteren Gegenwind von den allzu ruhigen Märkten, die das Ergebnis im vergangenen Jahr verhagelt hatten. Der Ausblick für 2018 stimme zuversichtlich, erklärte Analyst Daniel Garrod von der britischen Bank Barclays in einer ersten Reaktion.

Weimer äußerte sich laut Händlern insgesamt "ermutigend" zum Jahresbeginn. Der Börsenbetreiber hatte in den vergangenen Wochen davon profitiert, dass die Aktienmärkte wegen Sorgen um schneller steigende Zinsen merklich in Bewegung geraten waren. Damit war eine lange Zeit ungewöhnlicher Ruhe an den Finanzmärkten zuende gegangen. Sollte die Volatilität an den Börsen länger anhalten, sieht Barclays-Experte Garrod Luft nach oben bei den Wachstumszielen.

Im Nachgang der Zahlen kündigte Weimer am Mittwoch an, im Mai eine Mittelfristplanung für die künftige Entwicklung des Unternehmens präsentieren zu wollen. Lange Zeit sei sein Unternehmen mit hausgemachten Problemen beschäftigt gewesen. "Jetzt ist es an der Zeit, wieder nach vorn zu schauen", sagte der Konzernlenker in Frankfurt. Wachstumschancen sieht er infolge des geplanten EU-Austritts der Briten, der dem Finanzplatz Frankfurt etwa bei der Abwicklung von Handelsgeschäften in Euro-Wertpapieren zu Gute kommen könnte, dem sogenannte Euro-Clearing.

Auch eine für 2017 auf 2,45 Euro erhöhte Dividende und die vorgelegten Resultate für das vierte Quartal wurden am Markt mehrheitlich als positive Überraschung angesehen. Während JPMorgan lediglich von einem erwartungsgemäßen Abschneiden sprach, hat das operative Ergebnis (Ebitda) laut Benjamin Goy von der Deutschen Bank "die Erwartungen getoppt". UBS-Experte Michael Werner sprach sogar von einem starken Jahresabschluss, der gemeinsam mit einem "guten Start in das Jahr 2018" die Markterwartungen nach oben treiben dürfte.

Durch den neuerlichen Kursanstieg überholten die Papiere der Deutschen Börse am Mittwoch jene von ProSiebenSat.1 als bester Dax-Wert im bisherigen Jahresverlauf. Fast 10 Prozent haben sie nun seit Jahresbeginn gewonnen, während der Leitindex in dieser Zeit etwa 4 Prozent verloren hat. Die Korrektur, die der Dax vor allem im Februar durchmachte, haben sie mehr oder weniger ausgespart - dank des zuvor erwähnten Rückenwinds, den volatile Börsen für das Alltagsgeschäft eines Börsenbetreibers mit sich bringen./tih/das/fba

21.02.2018

ANALYSE-FLASH: SocGen senkt HSBC auf 'Hold' - Ziel 800 Pence

PARIS (dpa-AFX Broker) - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat HSBC von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 835 auf 800 Pence gesenkt. Die globale Aufstellung sei zwar ein Wettbewerbsvorteil und auch die starke Bilanz spreche für die Briten, aber dies sei eingepreist, schrieb Analyst James Invine in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Die geplanten Investitionen dürften einen weiteren Bewertungszuwachs verzögern./ag/ajx

Datum der Analyse: 21.02.2018

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21.02.2018

ANALYSE-FLASH: Jefferies belässt Telefonica Deutschland auf 'Hold'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Telefonica Deutschland nach Zahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 3,86 Euro belassen. Der Mobilfunkkonzern habe ein solides viertes Quartal hinter sich, schrieb Analyst Ulrich Rathe in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Nicht ganz so zufrieden zeigte sich der Experte mit dem Ausblick für das operative Ergebnis (Ebitda)./ajx/la

Datum der Analyse: 21.02.2018

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21.02.2018

ANALYSE-FLASH: RBC Capital belässt Glencore auf 'Outperform' - Ziel 470 Pence

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus RBC Capital hat Glencore nach Zahlen auf "Outperform" mit einem Kursziel von 470 Pence belassen. Das Jahr 2017 sei stark verlaufen für den Bergbaukonzern und Rohstoff-Händler, schrieb Analyst Tyler Broda in einer am Mittwoch vorliegenden ersten Reaktion. Der Gewinn im Handel mit Rohstoffen und Agrarprodukten sowie die vorgeschlagene Dividende seien höher als erwartet ausgefallen./ck/la

Datum der Analyse: 21.02.2018

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21.02.2018

AKTIE IM FOKUS: Telefonica Deutschland nun im Minus - H&A stuft nach Zahlen ab

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Freude der Aktionäre von Telefonica Deutschland über die Geschäftszahlen währte am Mittwoch nur kurz. Nach einer Abstufung von "Kaufen" auf "Halten" durch das Investmenthaus Hauck & Aufhäuser (H&A) drehten die Papiere in einem schwachen Gesamtmarkt ins Minus. Sie fielen am späten Vormittag um 1,31 Prozent auf 3,994 Euro. Damit hielten sich die Aktien knapp über der 21-Tage-Linie bei 3,99 Euro, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt. Erst Anfang Februar war der Aktienkurs bei 3,868 Euro auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen.

Die Resultate für das vierte Quartal seien ebenso wie der Ausblick wenig reizvoll, schrieb Analyst Robin Brass von Hauck & Aufhäuser in einer Studie. Er sieht beim Mobilfunkanbieter nur noch begrenztes Wachstumspotenzial - unter anderem wegen Konkurrenzdrucks durch 1&1 Drillisch. Er strich seine Kaufempfehlung und senkte das Kursziel von 5,10 auf 4,10 Euro.

Analyst Akhil Dattani von der US-Bank JPMorgan lobte indes das Schlussquartal 2017, das besser verlaufen sei als gedacht. Den Ausblick für 2018 sieht er aber als durchwachsen an. Dieser liege beim Umsatz zwar ebenfalls über den Erwartungen, hinke beim operativen Gewinn (Ebitda) aber hinterher./mis/stk

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dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser