dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

29.10.2020

Devisen: Euro verliert nach EZB-Signalen für neue Lockerung der Geldpolitik

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag nach deutlichen Signalen der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine zusätzliche Lockerung der bereits extrem expansiven Geldpolitik kräftig gefallen. Am Nachmittag rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1661 US-Dollar. Sie wurde damit einen Cent tiefer gehandelt als am Morgen. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1704 (Mittwoch: 1,1727) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8544 (0,8527) Euro.

Die jüngste Zuspitzung der Corona-Krise mit harten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie setzt auch die europäische Notenbank unter Zugzwang. EZB-Präsidentin Christine Lagarde lenkte auf der Pressekonferenz nach der Zinssitzung in Frankfurt bereits den Blick auf die nächste geldpolitische Sitzung im Dezember, wenn der Notenbank neue Prognosen zu Wachstum und Inflation vorliegen. Dann werde man die geldpolitischen Instrumente neu ausrichten, soweit dies erforderlich sei, sagte die Französin.

Lagarde wurde noch deutlicher: Schon jetzt beschäftigten sich Mitarbeiter der EZB mit der Neuausrichtung der Geldpolitik im Dezember. Der Blick richte sich dabei nicht auf ein spezifisches Instrument, sondern auf das komplette Instrumentarium der Notenbank. Der geldpolitische Rat sei sich in seinen Beratungen einig gewesen, dass weitere Maßnahmen notwendig seien. Eine Lockerung der Geldpolitik setzt eine Währung in der Regel unter Druck.

Auf der Zinssitzung am Donnerstag hatte die EZB ihre Geldpolitik aber noch unverändert belassen. Der Leitzins liegt in der Eurozone weiter bei null Prozent. Außerdem wurde das Volumen des Corona-Kaufprogramms PEPP unverändert bei 1,35 Billionen Euro belassen. Mit dem Programm versuchen die Notenbanker gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise anzukämpfen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90430 (0,90662) britische Pfund, 122,09 (122,36) japanische Yen und 1,0684 (1,0693) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1872 Dollar gehandelt. Das sind rund 5 Dollar weniger als am Vortag./jkr/jsl/he

29.10.2020

Lufthansa: Kommen als Marktführer an den neuen Haupstadtflughafen

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Der Lufthansa -Konzern sieht sich zur Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER als Marktführer in Berlin. Der Marktanteil der sechs Konzerngesellschaften liege bei 30 Prozent, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mit. Man biete doppelt so viele Flüge an wie die Nummer zwei. Neben der Lufthansa-Muttergesellschaft sind die Airlines Eurowings, Swiss, Austrian, Brussels sowie ab dem Sommerflugplan auch Air Dolomiti für Berlin eingeplant. Zudem betreibt der Konzern eine 650 Quadratmeter große Lounge in dem neuen Terminal.

"Damit sind wir Marktführer und starten mit der Eröffnung als Home Carrier des neuen Flughafens 'Willy Brandt'", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der Deutschen Presse-Agentur. "Ich freue mich für Berlin, für Brandenburg und für unser Land, dass in der Hauptstadtregion nun ein moderner und leistungsfähiger Flughafen zur Verfügung steht."

Zur Eröffnung am 31. Oktober will Spohr mit einer Sondermaschine aus München einfliegen. Der Sonderflug mit der Flugnummer LH2020 werde klimatechnisch vollständig durch die Nutzung nachhaltig produzierten Kraftstoffs kompensiert. Der erste Linienflug der Lufthansa-Gruppe von BER ist für den 4. November mit einer Eurowings-Maschine geplant./ceb/DP/fba

29.10.2020

Gipskonzern Knauf übernimmt USG Boral

IPHOFEN (dpa-AFX) - Zwei Jahre nach dem Mammutkauf eines Konkurrenten hat der unterfränkische Gipskonzern Knauf erneut zugeschlagen: Das Unternehmen USG Boral mit Hauptsitz in Singapur wurde für 1,015 Milliarden US-Dollar (867 Mio Euro) übernommen, wie Jörg Schanow von der Knauf-Geschäftsleitung am Donnerstag bestätigte. Zuvor hatte die "Main-Post" darüber berichtet.

Die Gebr. Knauf KG war zuvor bereits zur Hälfte an USB Boral beteiligt. Das Unternehmen gelte als Branchenprimus in Südostasien. "Der Mitgesellschafter Boral hat Knauf seine Anteile kürzlich zum Kauf angeboten", sagte Schanow. Der Kaufvertrag wurde bereits am Montag abgeschlossen. Der Gipskonzern aus Iphofen (Landkreis Kitzingen) erweitert sich damit um 19 Fabriken und 3200 Beschäftigte.

Dem Kauf müssten Kartellbehörden in Ländern wie Australien, Neuseeland und Thailand zunächst zustimmen. Voraussichtlich stünden fünf Kartellverfahren an, sagte Schanow. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.

Bereits im Jahr 2018 blätterte Knauf rund 6 Milliarden Euro für den US-Konkurrenten USG hin und übernahm damit rund 7000 Beschäftigte.

Mittlerweile zählt Knauf mit über 35 000 Beschäftigten zu den 50 größten Familienunternehmen in Deutschland und ist laut eigenen Angaben in rund 250 Standorten in 86 Ländern vertreten. Der Jahresumsatz liegt bei rund 10 Milliarden Euro./cgi/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP: FBI warnt vor Cyberattacken auf Krankenhäuser

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Zahl der Corona-Infizierten in den USA steigt erneut an - nun sind amerikanische Krankenhäuser auch noch einer Welle von Cyberangriffen ausgesetzt. Die Bundespolizei FBI warnte in der Nacht zum Donnerstag vor fortlaufenden Attacken mit dem Erpressungstrojaner Ryuk. Solche Software verschlüsselt typischerweise den Inhalt von Computern und verlangt Lösegeld mit Versprechen, die Daten wieder freizugeben. Bei einer weltweiten Attacke dieser Art mit dem Trojaner WannaCry war im Mai 2017 auch die Arbeit britischer Krankenhäuser beeinträchtigt.

IT-Sicherheitsexperten vermuten eine russische oder zumindest osteuropäische Gruppe Cyberkrimineller hinter Ryuk. Das genaue Ausmaß der aktuellen Attacken auf amerikanische Krankenhäuser blieb zunächst unklar. "Mehrere Krankenhäuser sind bereits erheblich von der Ryuk-Ransomware betroffen, ihre Netzwerke wurden abgeschaltet", sagte der Technikchef der IT-Sicherheitsfirma Mandiant, Charles Carmakal. Die Kliniken müssten dadurch zum Teil Patienten umleiten, was längere Wartezeiten für dringend notwendige Behandlungen bedeuten könne.

Laut Medienberichten waren Krankenhäuser in den Bundesstaaten New York, Oregon und Minnesota betroffen. Der Gründer der IT-Sicherheitsfirma Hold Security, Alex Holden, sagte dem Fachblog "Krebs On Security", laut Online-Chats wollten die Angreifer Ryuk in 400 medizinischen Einrichtungen platzieren.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA erreichte am Mittwoch wieder fast 79 000. Erst vergangene Woche war mit mehr als 83 000 Ansteckungen an einem Tag ein Rekord erreicht worden. In den meisten Bundesstaaten wird ein Anstieg verzeichnet./so/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP 2/Kabinett in Bayern: Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume

(durchgehend aktualisiert)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Im Kampf gegen das Coronavirus gelten in Bayern vom 2. November an strenge Kontaktbeschränkungen. "Der Aufenthalt im öffentlichen wie im privaten Raum ist begrenzt auf die Angehörigen des eigenen Hausstands und eines weiteren Hausstands, jedoch in jedem Fall auf maximal zehn Personen", beschloss das bayerische Kabinett am Donnerstag. Damit regelt Bayern noch etwas klarer als im jüngsten Bund-Länder-Beschluss, dass die Kontaktbeschränkungen auch im privaten Raum gelten - landesweit und unabhängig von der Zahl der Neuinfektionen. Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen. Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen.

Im gemeinsamen Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch war festgehalten worden, dass "der Aufenthalt in der Öffentlichkeit" nur noch zwei Hausständen mit maximal zehn Personen gestattet ist. Dort hieß es dann aber weiter: "Darüber hinausgehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel."

Zudem werden in Bayern auch "ernstere" Veranstaltungen wie Vereinsversammlungen untersagt. Bund und Länder hatten sich lediglich auf ein Verbot von Unterhaltungs-Veranstaltungen verständigt.

Die Umsetzung des Bund-Länder-Beschlusses für einen einmonatigen begrenzten Lockdown bedeutet auch in Bayern: Hotels, Restaurants, Kinos und Theater müssen ab dem kommenden Montag für den gesamten Monat November schließen. Schulen, Kitas und Geschäfte sollen aber anders als beim Lockdown im Frühjahr offen bleiben. Auf diese einschneidenden Maßnahmen hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Mittwoch verständigt.

In Regionen mit mehr als 35 beziehungsweise mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen hatten in Bayern schon seit einiger Zeit Kontaktbeschränkungen gegriffen. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 beispielsweise war "der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum und der Teilnehmerkreis von Zusammenkünften in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken (...) auf die Angehörigen von zwei Hausständen oder auf höchstens fünf Personen beschränkt".

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung am Donnerstag. In Bayern habe sich binnen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

Im Freistaat seien am Donnerstag vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 3057 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, berichtete Söder. "Das ist eine neue Rekordzahl."/jjk/had/ctt/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP: Bundesverfassungsgericht weist Eilantrag gegen Mietendeckel ab

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Kurz vor Inkrafttreten der zweiten Stufe des umstrittenen Berliner Mietendeckels hat das Bundesverfassungsgericht einen vorläufigen Stopp abgelehnt. Die Karlsruher Richter wiesen den Eilantrag auf einstweilige Anordnung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ab. Diese vermietet in Berlin 24 Wohnungen.

Es sei nicht erkennbar, dass der Gesellschaft in Folge einer demnächst möglichen Mietsenkung durch Mieter schwerwiegende Nachteile entstünden, teilte das Gericht am Donnerstag mit (Az. 1 BvR 972/20). Die wirtschaftlichen Folgen einer Reduzierung von Mieteinnahmen seien nicht von besonderem Gewicht, wenn sie nicht existenzbedrohend seien. Eine Existenzbedrohung sei aber weder dargelegt worden noch ersichtlich.

In Berlin sind seit 23. Februar Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen auf dem Stand vom Juni 2019 eingefroren. Ab 2022 dürfen sie höchstens um 1,3 Prozent jährlich steigen. Wird eine Wohnung wieder vermietet, muss sich der Vermieter an neue, vom Staat festgelegte Obergrenzen und die zuletzt verlangte Miete halten.

Die zweite Stufe greift laut Gericht neun Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes am 22. November: Dann sind überhöhte Mieten verboten. Mieter, deren Bestandsmiete mehr als 20 Prozent über den Obergrenzen liegt, können diese dann senken. Gegen diese Regelung hatten Vermieter einen Eilantrag in Karlsruhe gestellt. Sie hatten einen erheblichen Mehraufwand bei der Umsetzung geltend gemacht.

Berlins Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) erklärte, die Regelung zur Mietabsenkung trete wie geplant in Kraft. "Die heutige Gerichtsentscheidung bestärkt uns in der Entscheidung, am eingeschlagenen wohnungspolitischen Kurs dieses Senats festzuhalten und weiterhin entschieden gegen die rasante Preisentwicklung auf dem Berliner Mietenmarkt vorzugehen." Fachleute gehen davon aus, dass Mietsenkungen bei rund 340 000 Wohnungen möglich sein werden.

Mit dem bundesweit einmaligen Mietendeckel will der rot-rot-grüne Senat den zuletzt starken Anstieg der Mieten in der Hauptstadt bremsen. Die politisch wie rechtlich hochumstrittene Regelung ist auf fünf Jahre befristet. Ausgenommen sind unter anderem Neubauwohnungen, die ab 1. Januar 2014 bezugsfertig wurden.

Eine Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Deckel wird im ersten Halbjahr 2021 erwartet. Bundestagsabgeordnete von CDU und FDP, aber auch Vermieter hatten Karlsruhe angerufen. Sie halten die Regelung für verfassungswidrig.

Der Berliner Senat blicke der höchstrichterlichen Entscheidung zuversichtlich entgegen, sagte Scheel. Der Berliner Mieterverein schloss aus der aktuellen Entscheidung der Verfassungsrichter, "dass ein zu weitgehender und verfassungswidriger Eingriff in die Eigentumsrechte nicht mehr vermutet wird". Hingegen betonte der Immobilienverband Deutschland (IVD), das Gericht habe "keineswegs" den Mietendeckel für verfassungsgemäß erklärt./sem/kr/DP/fba

29.10.2020

Keine Nachfrage: Flughafen Frankfurt verschiebt Start für Terminal 3

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Frankfurter Flughafen nimmt sein drittes Passagier-Terminal frühestens im Jahr 2025 in Betrieb. Wegen der Corona-Krise bestehe seitens der Kunden keine frühere Nachfrage, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport am Donnerstag. Die Bauarbeiten für das rund vier Milliarden Euro teure Projekt werden zwar fortgesetzt, könnten aber teilweise aus Kostengründen gestreckt werden. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Von der Verschiebung des Termins für die Inbetriebnahme auf das Jahr 2025 ist auch der weit fortgeschrittene Flugsteig G betroffen, der vor allem für Billigfluggesellschaften vorgesehen ist. Er sollte eigentlich schon zum Jahresende 2021 zur Verfügung stehen. Dieser Teilabschnitt könne bei einem früherem Bedarf innerhalb von zwölf Monaten startklar gemacht werden, sagte der Fraport-Sprecher.

Das gesamte Terminal 3 im Süden des Frankfurter Flughafens hat eine geplante Kapazität von rund 25 Millionen Passagieren, was Flughäfen wie Düsseldorf oder Berlin-Tegel entspricht. Es sollte das weitere Wachstum des größten deutschen Flughafens sichern, an dem im vergangenen Jahr mehr als 70 Millionen Passagiere abgefertigt worden sind. In der Corona-Krise ist der Verkehr am Drehkreuz allerdings so drastisch zurückgegangen, dass zudem das kleinere der beiden bestehenden Terminals geschlossen worden ist./ceb/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP 3: Erholung im Klinikgeschäft stützt Fresenius

(neu: Aussagen aus der Analystenkonferenz, Analystenstimme, Aktienkurse aktualisiert)

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius und seine Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) manövrieren weiterhin ohne größere Blessuren durch die Corona-Krise. Dank einer Erholung seiner Klinikgesellschaft Helios und einem Ergebnissprung beim Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) konnte Konzernchef Stephan Sturm überraschend gute Zahlen für das dritte Quartal vermelden. "Fresenius ist stabil und widerstandsfähig", betonte der Manager am Donnerstag in Bad Homburg.

An der Börse rutschten die Papiere nach morgendlichen Gewinnen gleichwohl bis zum Nachmittag ins Minus. Fresenius verloren zuletzt rund 1,7 Prozent, FMC gaben um rund 2,3 Prozent nach. Analysten verwiesen dagegen nahezu unisono auf das überraschend gute Abschneiden beider Unternehmen im dritten Quartal. Die Fresenius-Zahlen belegen nach Einschätzung von Warburg-Analyst Ulrich Huwald, dass die Sorgen des Marktes übertrieben seien. Die Aktien des Gesundheitskonzerns seien in jeder Hinsicht unterbewertet, so der Experte. Die Fresenius-Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als ein Drittel an Wert eingebüßt und gehört damit zu den schwächsten Dax-Mitgliedern.

Fresenius hatte im Sommer wegen der Corona-Krise seine Prognosen kürzen müssen, was auch dem Aktienkurs nicht gut tat. Der Konzern bestätige diese nun zwar - allerdings mit einem "konservativeren Unterton", wie Sturm betonte. So seien in den Zielen keine Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit wesentlichem und unmittelbarem Einfluss auf den Gesundheitssektor "ohne angemessene Kompensation" berücksichtigt.

Der Konzernchef unterstrich während einer Analystenkonferenz jedoch seine Überzeugung, dass Fresenius bereits mit dem zweiten Quartal den Tiefpunkt des Jahres hinter sich gelassen habe. Zwar dürfte die Corona-Krise auch das Schlussquartal belasten, der Dax-Konzern sei aber gut auf die Herausforderungen vorbereitet, "vor die uns die Pandemie auch in den nächsten Monaten stellen wird".

Im abgelaufenen Jahresviertel hatte das Unternehmen seine Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro gesteigert, negative Währungseffekte bremsten jedoch. Währungsbereinigt betrug der Zuwachs 5 Prozent. Der bereinigte Konzerngewinn lag mit 427 Millionen Euro zwar um 4 Prozent unter dem Vorjahr, Analysten hatten aber einen noch stärkeren Rückgang befürchtet.

Im dritten Quartal profitierten die Südhessen davon, dass in den 86 deutschen Krankenhäusern der Tochter Helios Operationen nachgeholt wurden, die in der Pandemie zugunsten von Corona-Patienten verschoben worden waren. Auch in den Kliniken in Spanien gab es wieder mehr Eingriffe, sodass der Umsatz von Helios um acht Prozent kletterte und das Ergebnis um mehr als ein Viertel anstieg.

Bei der Flüssigmedizintochter Kabi, die etwa Infusionen, Narkosemittel und klinische Ernährung anbietet, erholten sich die Geschäfte in Europa und China, während sie auf dem wichtigen US-Markt jedoch schwächelten. Kabi wies somit Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis aus. Die auf Gesundheitsprojekte spezialisierte Tochter Vamed kam aus den roten Zahlen nicht heraus, sie traf erneut schwer, dass Projekte und Aufträge verschoben wurden.

Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) litt dagegen unter dem Verfall des US-Dollar. Der Umsatz stagnierte bei rund 4,4 Milliarden Euro. FMC ist stark in den USA aktiv, Umsätze in Dollar verlieren bei der Umrechnung in den starken Euro an Wert. Belastend hinzu kamen erwartungsgemäß geringere Erstattungsbeiträge für Medikamente zur Senkung des Kaliumspiegels (Kalizimimetika). Zudem waren Dialysebehandlungen wegen teils schwerer Covid-19-Verläufe bei Patienten ausgefallen, weil diese ins Krankenhaus mussten oder starben. Dank eines guten Kostenmanagements stieg das Ergebnis jedoch um sieben Prozent auf 354 Millionen Euro.

Die Corona-Krise hatte Fresenius im Sommer gerade im Klinikgeschäft getroffen. So hatte der Konzern die Zahl der Intensivbetten aufgestockt und Operationen verschoben. Da die Pandemie aber hierzulande glimpflich verlief, standen viele Intensivbetten leer. Gelder des Bundes konnten fehlende Einnahmen aus aufgeschobenen Operationen nur mildern. Weil weniger operiert wurde, kamen auch weniger Arzneien und Narkosemittel von Kabi zum Einsatz.

Angesichts des am Mittwoch von Bund und Ländern beschlossenen Teil-Lockdowns mit vorübergehender Schließung etwa von Bars und Kinos sprach sich Sturm für ein gezielteres und angemesseneres Vorgehen der Politik gegenüber dem Krankenhaussektor aus. "Die Maßnahmen aus dem Frühjahr dürfen nicht einfach wiederholt werden." Helios sei in seinen Kliniken in Deutschland und in Spanien in der Lage, den normalen Betrieb auch bei einer deutlich steigenden Fallzahl von Covid-19-Patienten aufrecht zu halten.

Ein generelles Aufschieben nicht zwingend nötiger Operationen will Fresenius vermeiden. Die deutschen Helios-Kliniken haben 1300 Intensivbetten in Betrieb und können kurzfristig weitere 1000 bereitstellen, wie der Konzern jüngst betonte. Das seien 700 mehr als im Frühjahr. Stand Ende Oktober waren ein Drittel der Intensivbetten frei./tav/als/mne/he

29.10.2020

ROUNDUP 2: Neuer Schlag für das Gastgewerbe - Schnelle Corona-Hilfen gefordert

(durchgehend aktualisiert)

BERLIN (dpa-AFX) - In der Corona-Krise stehen Gastronomen und Hoteliers erneut schwere Wochen bevor. Um die Zahl der menschlichen Kontakte im Alltag deutlich zu reduzieren, müssen die Innenräume von Bars, Kneipen und Restaurants ab Montag für mindestens vier Wochen geschlossen bleiben. Ausliefern dürfen die Betriebe zwar weiterhin. Doch der ohnehin angeschlagenen Branche drohen erneut hohe Umsatzeinbußen.

"Es ist mehr als konsequent, dass hier eine Entschädigung erfolgt, wenn unsere Branche geschlossen wird, damit die allgemeine Wirtschaft keinen Lockdown erfährt und Schulen geöffnet bleiben", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands, Ingrid Hartges, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist nun wichtig, dass diese Hilfen für alle Unternehmen in Gastronomie, Hotellerie und Cateringwirtschaft schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden."

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) versprach "massive, in dieser Größenordnung bisher unbekannte Unterstützungsleistungen". Konkret sollen Solo-Selbstständige und Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen. Bei größeren Unternehmen sei es etwas weniger, sagte Scholz. Der Bund will dafür insgesamt rund zehn Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Bund und Länder hatten sich am Vortag darauf geeinigt, Gastronomiebetriebe ab dem 2. November für rund vier Wochen zu schließen, um Kontakte deutlich zu beschränken und die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen. Hotels dürfen im November nur Geschäftsreisende beherbergen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dabei deutlich gemacht, dass es vor allem darum gehe, die Zahl der Kontakte deutlich zu verringern.

"Die Experten haben uns gesagt, dass wir die Kontakte um etwa 75 Prozent reduzieren müssen. Das ist sehr viel", sagte sie bei der Vorstellung der Beschlüsse am Mittwochabend. Um das zu erreichen, habe die Politik vor allem den Freizeitbereich in den Blick genommen, "eben weil wir die politische Priorität haben wollten, Kitas und Schulen offen zu halten". Im Gegenzug hatte sie neue finanzielle Hilfen für die betroffenen Betriebe in Aussicht gestellt.

Anders als während der ersten Hochphase der Corona-Krise im Frühjahr bleiben aber sämtliche Geschäfte geöffnet. Einkaufen ist also weiterhin möglich, nicht nur in Supermärkten. Doch angesichts der ebenfalls beschlossenen Einschränkungen touristischer Angebote kritisierte der Handelsverband Deutschland (HDE) die Beschlüsse von Bund und Ländern.

"Wenn die Geschäfte als einzige geöffnet sind, alle anderen Branchen rundherum schließen müssen und die Menschen zu Hause bleiben, dann sind die Händler in einer sehr schwierigen Lage", teilte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Mittwochabend mit. "Einkaufen ist auch in der Pandemie sicher, der Einzelhandel ist kein Hotspot."

Genau das lässt sich aus Sicht der Politik aber nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Bei rund 75 Prozent der Neuinfizierten lasse sich nicht mehr klar zuordnen, wo diese sich angesteckt hätten, betonte Merkel.

Vom Robert Koch-Institut heißt es, dass derzeit viele der Fälle, für die der Ursprung der Ansteckung bekannt ist, auf private Treffen und Gruppenveranstaltungen zurückgehen. Die Angaben zum Infektionsumfeld von Ausbrüchen seien allerdings mit Zurückhaltung zu interpretieren. Das Nachvollziehen der Fälle sei eher möglich für ein begrenztes Umfeld - wie einer Familie oder eine Feier - als zum Beispiel beim Aufenthalt in von vielen Menschen genutzten Räumen wie etwa Bars.

Aus Sicht von Dehoga-Geschäftsführerin Hartges kommt es nun darauf an, wie sorgfältig die Landesregierungen die am Vortag gefassten Beschlüsse der Bundesregierung und der Länderchefs umsetzen. "Das muss besser gemacht werden als die Beherbergungsverbote und Sperrstundenregelungen, die vielfach von Gerichten kassiert wurden", sagte sie. "Ich wünsche mir einheitliche und klare Regeln." Auch Klagen gegen die Verordnungen schloss sie nicht aus. Doch bevor darüber entschieden werde, sei es ratsam, "die Verordnungen der Länder abzuwarten und noch wichtiger: die Details der finanziellen Entschädigungsregelungen des Bundes zu kennen."

Die Gastro-Branche war schon in der ersten Hochphase der Corona-Krise im Frühjahr besonders hart von Einschränkungen betroffen. Zunächst mussten Restaurants und Kneipen vollständig schließen. Im Sommer durften sie dann unter strengen Auflagen wieder öffnen. Dazu gehörten etwa Listen für die Kontaktnachverfolgung und Abstandsregelungen.

Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel warnt angesichts der Corona-Krise vor einer Pleitewelle in der Gastronomie. Stand Ende Oktober seien mehr als 8300 Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés in Deutschland insolvenzgefährdet, heißt es in einer Analyse von Donnerstag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das seien 14,5 Prozent der untersuchten Betriebe.

Die Situation vieler Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés dürfte sich noch deutlich verschlimmern, schätzt Crif Bürgel. "Im 1. Quartal 2021 könnte jedes fünfte Unternehmen aus der Gastronomie insolvenzgefährdet sein", sagte Geschäftsführer Frank Schlein.

Die Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) nannte die angekündigten Hilfen des Bundes "konsequent". Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer warf Bund und Ländern hingegen "zu wenig Augenmaß" bei den neuerlichen Einschränkungen vor. Zu begrüßen sei die Offenhaltung von Schulen, Kindertagesstätten und Handel. Bei der Schließung von Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben sei jedoch "Aktionismus vor sachlicher Begründung gestellt worden"./maa/als/DP/fba

29.10.2020

Weil: Gäste müssen Aufenthalt nicht abbrechen

HANNOVER (dpa-AFX) - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat angekündigt, dass Hotelgäste ihren Urlaub trotz der ab Montag geltenden Corona-Regeln nicht abbrechen müssen. "Die Gäste, die da sind, die können ihren Aufenthalt auch zu Ende haben", antwortete Weil am Donnerstag beim Radiosender ffn auf die Frage einer Hotelbetreiberin auf der Insel Norderney.

Dem Beschluss aus der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder zufolge sollen ab Montag Übernachtungsangebote nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Das hatte für Unsicherheiten gesorgt, ob Urlauber die Ostfriesischen Inseln vorzeitig verlassen müssen, wie das beim Lockdown im März der Fall gewesen war./lvo/DP/jha

29.10.2020

ROUNDUP/Aktien New York: US-Börsen starten Erholungsversuch

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem neuerlichen Kurseinbruch an den US-Börsen zur Wochenmitte ist am Donnerstag etwas Beruhigung eingekehrt. Rückenwind gab es von der Konjunktur. Zudem fiel ein Teil der Quartalsberichte besser als erwartet aus.

Zum Handelsauftakt zeigte sich der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zunächst nur nur moderat im Minus. Zuletzt fand er dann den Weg ins Plus und stieg um 0,38 Prozent auf 26 620,25 Punkte. Der Verlust seit Wochenbeginn beläuft sich damit aktuell auf rund 6 Prozent. Der marktbreite S&P 500 erholte sich am Donnerstag mit plus 0,84 Prozent auf 3298,42 Punkte etwas von seiner jüngsten Talfahrt. Der Nasdaq 100 legte sogar um 1,38 Prozent auf 11 296,48 Zähler zu.

Nach dem coronabedingten Konjunktureinbruch im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft im dritten Jahresviertel wieder stark. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent zu und übertraf damit die Markterwartung. Dass die Pandemie jedoch weiterhin tiefe Spuren hinterlässt, zeigten die Arbeitsmarktdaten aus der vergangenen Woche: Wegen der Corona-Krise stellten erneut mehr als 700 000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe. Volkswirte hatten allerdings sogar mit 770 000 Erstanträgen gerechnet.

Unternehmensseitig ging die Berichtssaison weiter. Im Dow erholten sich die Aktien des Kreditkartenanbieters Visa an der Index-Spitze leicht von ihren deutlichen Vortagesverlusten und stiegen um 0,8 Prozent. Der Kreditkarten-Riese litt zwar in seinem abgelaufenen vierten Geschäftsquartal weiter stark unter einem Einbruch von Auslandszahlungen, dennoch übertraf er ergebnisseitig die Markterwartungen.

Im S&P 100 waren die Anteilscheine des zweitgrößten US-Autobauers Ford Spitzenreiter mit plus 5,0 Prozent. Trotz der Corona-Krise meldete Ford für das dritte Quartal einen kräftigen Gewinnsprung. Um 1,7 Prozent stiegen zugleich die Aktien von Dupont . Der US-Spezialchemiekonzern übertraft mit seinem Gewinnziel für 2020 die Erwartungen der Experten.

Für die Papiere der Online-Handelsplattform Ebay indes ging es an der Nasdaq um 9,2 Prozent abwärts. Zwar liefen die Geschäfte in der Corona-Pandemie weiter rund, doch nahm das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen nicht so deutlich zu wie im vorangegangenen Quartal. Dies weckte Sorgen, dass der krisenbedingte Boom schon wieder vorbei sein könnte. Auch Spotify sorgte bei seinen Anlegern für lange Gesichter. Der schwedische Marktführer im Bereich Musikstreaming enttäuschte Händlern zufolge in erster Linie mit seinen durchschnittlichen Einnahmen durch Premium-Nutzer, die erneut sanken, denn diese sind sein wichtigster Umsatztreiber.

Auf dem Höhepunkt der US-Berichtssaison werden nach Börsenschluss unter anderem noch Apple , Amazon , die Google -Mutter Alphabet und Facebook über ihr abgelaufenes Jahresviertel berichten./ck/he

29.10.2020

Aktien New York: US-Börsen starten Erholungsversuch

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem neuerlichen Kurseinbruch an den US-Börsen zur Wochenmitte ist am Donnerstag etwas Beruhigung eingekehrt. Rückenwind gab es von der Konjunktur. Zudem fiel ein Teil der Quartalsberichte besser als erwartet aus.

Zum Handelsauftakt zeigte sich der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zunächst nur nur moderat im Minus. Zuletzt fand er dann den Weg ins Plus und stieg um 0,20 Prozent auf 26 571,74 Punkte. Der Verlust seit Wochenbeginn beläuft sich damit aktuell auf etwas mehr als 6 Prozent. Der marktbreite S&P 500 erholte sich am Freitag mit plus 0,60 Prozent auf 3290,55 Punkte etwas von seiner jüngsten Talfahrt. Der Nasdaq 100 legte sogar um kräftige 1,32 Prozent auf 11 289,50 Zähler zu.

Nach dem coronabedingten Konjunktureinbruch im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft im dritten Jahresviertel wieder stark. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent zu und übertraf damit die Markterwartung. Dass die Pandemie jedoch weiterhin tiefe Spuren hinterlässt, zeigten die Arbeitsmarktdaten aus der vergangenen Woche: Wegen der Corona-Krise stellten erneut mehr als 700 000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe. Volkswirte hatten allerdings sogar mit 770 000 Erstanträgen gerechnet./ck/fba

29.10.2020

Aktien Frankfurt: Dax bleibt im schwierigen Fahrwasser

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Donnerstagnachmittag bereits vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Minus gerutscht. Nach dem Entscheid dämmte der Leitindex den Verlust dann etwas ein auf zuletzt 0,15 Prozent mit 11 543,35 Punkten. Mit einer Stabilisierung nach seinen hohen Vortagesverlusten im Zuge der Verschärfung der Corona-Krise tut sich der Dax schwer.

Die EZB hält sich derweil in der Corona-Krise weitere Notfallmaßnahmen offen. Zunächst bleiben aber sowohl das milliardenschwere Anleihenkaufprogramm als auch die Zinsen unverändert. Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde hatte jedoch kürzlich betont: "Wenn mehr getan werden muss, werden wir mehr tun."

Am Mittwoch war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte und damit den tiefsten Kurs seit Ende Mai. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verbuchte am Donnerstagnachmittag einen Abschlag von 0,32 Prozent auf 25 801,58 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,7 Prozent.

Die Bilanzsaison ging am Donnerstag munter weiter. Aus dem Dax waren Volkswagen , der Triebwerksbauer MTU , der Gesundheitskonzern Fresenius und dessen Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) an der Reihe. Die Fresenius-Anteile waren zunächst mit deutlichem Plus weit vorne, drehten dann aber ins Minus und verloren zuletzt weit hinten im Dax mehr als zweieinhalb Prozent. Auch FMC drehten ins Minus, aktuell stehen sie 0,9 Prozent tiefer. Am Markt war gleichwohl die Rede von einem guten Quartal der beiden Konzerne.

Volkswagen reagierten auf ihr Zahlenwerk mit plus 2,7 Prozent und erholten sich von ihren jüngsten Verlusten. MTU steuert zwar weiter mit schwarzen Zahlen durch die Pandemie, der Erholungsversuch der Papiere am Morgen fand aber schnell ein Ende. Am Nachmittag waren sie mit minus 4,1 Prozent das Schlusslicht im Dax. MTU zählen zu den Corona-Krisenverlierern am deutschen Aktienmarkt. Anders Delivery Hero , die erneut bester Dax-Wert waren mit plus 4,5 Prozent. Die Krisengewinner-Aktie des Essenslieferanten hatte bereits am Vortag von einer Prognoseanhebung merklich profitiert.

Am MDax-Ende ragten Aixtron mit hohen Kursverlusten von fast 17 Prozent negativ heraus. Der LED- und Chipindustrieausrüster blickt nach dem dritten Quartal etwas vorsichtiger auf den Umsatz im Gesamtjahr. Auf der Gegenseite gewannen die Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek nach einer Anhebung der Jahresprognose mehr als zehn Prozent. Carl Zeiss Meditec rutschten am Nachmittag nach Quartalszahlen um 4,4 Prozent ab.

Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der US-Technologieriesen Apple , Amazon , Alphabet und Facebook . Ihre Kursgewinne in den vergangenen Monaten hatten einen Großteil zur Börsenrally beigetragen.

Der Euro kostete zuletzt 1,1708 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank EZB hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1727 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 146,59 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,10 Prozent auf 176,28 Punkte./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

29.10.2020

Aktien New York Ausblick: Stabilisierungsversuch nach Kurseinbruch

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street dürfte nach dem Kurseinbruch am Mittwoch zunächst wenig verändert in den Handel starten. Eine gute Dreiviertelstunde vor dem Start am Donnerstag taxierte das Handelshaus IG den Dow Jones Industrial kaum bewegt bei 26 523 Punkten.

Zur Wochenmitte hatte die sich zuspitzende Corona-Krise unter den Anlegern für wachsende Ängste gesorgt. Die wichtigsten Aktienindizes waren zwischen 3,4 und 3,9 Prozent abgesackt.

Etwas Rückenwind kam nun von der Konjunkturseite: Nach dem Konjunktureinbruch wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft im dritten Vierteljahr stark. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September aufs Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent zu und übertraf damit die Markterwartung.

Derweil geht die Berichtssaison der Unternehmen in eine weitere Runde. So steigerte der zweitgrößte US-Autobauer Ford den Gewinn im dritten Quartal kräftig. Im vorbörslichen US-Handel zogen die Aktien um gut vier Prozent an.

Bei der Online-Handelsplattform Ebay laufen die Geschäfte in der Corona-Pandemie zwar weiter rund. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen aber nahm weniger stark zu als noch im Vorquartal. Dies weckte Sorgen, dass der krisenbedingte Boom schon wieder vorbei sein könnte. Damit fielen die Papiere im vorbörslichen Geschäft um mehr als vier Prozent.

Die Corona-Krise führte derweil bei Visa zu einem weiteren Gewinneinbruch. Der Kreditkarten-Riese litt besonders unter einem Einbruch von Auslandszahlungen. Da die Pandemie den Reiseverkehr lahmlegt, fallen etwa lukrative Hotel- und Flugbuchungen weg, die häufig mit der Kreditkarte bezahlt werden. Vorbörslich ging es für die Anteilsscheine um 0,5 Prozent nach unten./la/stk

29.10.2020

Aktien Frankfurt: Dax stabil nach Vortagesrutsch - EZB nun im Fokus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Stabil hat sich der Dax am Donnerstag präsentiert nach seinem massiven Kursrutsch vom Vortag im Zuge der verschärften Corona-Krise. Der Leitindex verzeichnete gegen Mittag ein Plus von 0,55 Prozent auf 11 624,09 Punkte. Marktteilnehmer werteten dies aber zunächst nur als leichte Gegenbewegung und halten kurzfristig ein weiteres Abrutschen der Kurse für möglich.

Am Mittwoch war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte und damit den tiefsten Kurs seit Ende Mai. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19 Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verbuchte am Donnerstag bislang ein Plus von 0,63 Prozent auf 26 047,07 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte leicht höher.

Die Bilanzsaison ging am Donnerstag weiter mit Zahlen aus dem Dax von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC ) , Volkswagen und MTU . Die Anteile des Gesundheitskonzerns Fresenius waren zunächst mit deutlichem Plus weit vorne, drehten dann aber ins Minus und verloren zuletzt 0,9 Prozent. Die Anteile der Dialysetochter FMC verteuerten sich um 0,8 Prozent. Am Markt war die Rede von einem guten Quartal der beiden Konzerne. Volkswagen erholten sich mit plus 2,5 Prozent etwas von ihren jüngsten Verlusten.

Delivery Hero waren erneut bester Dax-Wert mit plus 3,6 Prozent. Die Krisengewinner-Aktie des Essenslieferanten hatte bereits am Vortag von einer Prognoseanhebung merklich profitiert.

Am MDax-Ende ragten Aixtron mit hohen Kursverlusten von fast 15 Prozent negativ heraus. Der LED- und Chipindustrieausrüster blickt nach dem dritten Quartal etwas vorsichtiger auf den Umsatz im Gesamtjahr. Auf der Gegenseite gewannen die Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek nach einer Anhebung der Jahresprognose fast elf Prozent.

Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der US-Technologieriesen Apple , Amazon , Alphabet und Facebook. Ihre Kursgewinne in den vergangenen Monaten hatten einen Großteil zur Börsenrally beigetragen./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

29.10.2020

Aktien Europa: Stabilisierungsversuch nach Talfahrt

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben sich nach dem Kursrutsch zur Wochenmitte stabilisiert. Die wichtigsten Aktienindizes lagen am Donnerstag leicht im Plus. Der EuroStoxx notierte zuletzt minimal höher bei 2964,81 Punkten. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der sich verschärfende Corona-Krise hatte den Leitindex der Eurozone am Mittwoch zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende Mai gedrückt.

In Paris rückte der Cac 40 am Donnerstag um 0,19 Prozent auf 4579,98 Punkte vor. Der Londoner FTSE 100 ("Footsie") stieg um 0,20 Prozent 5593,73 Punkte.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19-Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Im EuroStoxx sorgte Nokia für eine herbe Enttäuschung: Der Netzwerkausrüster strich trotz einer Gewinnsteigerung im dritten Quartal seine zwischenzeitlich angehobenen Ziele für 2020 wieder zusammen. Die Aktien knickten als klares Schlusslicht im EuroStoxx um mehr als 16 Prozent ein. Damit zählten auch insgesamt Anteilsscheine aus der Telekommbranche mit einem Abschlag von 0,5 Prozent zu den Schlusslichtern in der europäischen Branchenübersicht.

Orange hielt sich derweil im dritten Quartal wacker. Mit einem Wachstum auch auf dem Heimatmarkt machte der französische Telekomkonzern wegfallende Einnahmen aus dem internationalen Roaming und die Rückgänge im Geräteverkauf wett. Die Papiere setzten sich mit einem Plus von rund sechs Prozent an die Cac-40-Spitze.

Auch einige Banken präsentierten frische Quartalszahlen. So verdiente die Credit Suisse deutlich weniger als im Vorjahr, was den Aktien ein Minus von 5,7 Prozent und damit den mit weitem Abstand letzten Platz im Schweizer Leitindex SMI einbrockte.

Die britische Großbank Lloyds aber überraschte positiv und sieht etwas Entspannung bei möglichen Kreditausfällen. Damit stiegen die Anteilsscheine um rund vier Prozent. Um mehr als vier Prozent nach unten ging es für die Aktien von Standard Chartered . Diese Bank hatte vor allem mit den Folgen der niedrigen Zinsen gerungen.

Der britische Telekommunikationskonzern BT Group schließlich blickt wegen der erhöhten Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen in der Corona-Krise optimistischer in die Zukunft. Dies bescherte den Papieren mit einem Plus von fast sechs Prozent den ersten Platz im "Footsie"./la/mis

29.10.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Vorsichtige Stabilisierung nach Kurseinbruch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Donnerstag nach seinem massiven Kursrutsch vom Vortag im Zuge der verschärften Corona-Krise etwas stabilisiert. Am Vormittag gewann der Leitindex 0,18 Prozent auf 11 581,04 Punkte.

Am Mittwoch war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte und damit den tiefsten Kurs seit Ende Mai. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19 Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verbuchte am Donnerstag bislang ein Plus von 0,10 Prozent auf 25 909,30 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,3 Prozent nach.

Die Bilanzsaison ging am Donnerstag weiter mit Zahlen aus dem Dax von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC ) , Volkswagen und MTU . Die Anteile des Gesundheitskonzerns Fresenius waren im Leitindex auf Platz zwei mit plus 2,4 Prozent, jene der Dialysetochter FMC mit plus 1,5 Prozent ebenfalls weit vorne. Am Markt war die Rede von einem guten Quartal der beiden Konzerne.

Delivery Hero waren erneut bester Dax-Wert mit plus 2,6 Prozent. Die Krisengewinner-Aktie des Essenslieferanten hatte bereits am Vortag von einer Prognoseanhebung merklich profitiert.

Am MDax-Ende ragten Aixtron mit hohen Kursverlusten von fast 15 Prozent negativ heraus. Der LED- und Chipindustrieausrüster blickt nach dem dritten Quartal etwas vorsichtiger auf den Umsatz im Gesamtjahr. Auf der Gegenseite gewannen die Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek nach einer Anhebung der Jahresprognose mehr als neun Prozent.

Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der US-Technologieriesen Apple , Amazon , Alphabet und Facebook. Ihre Kursgewinne in den vergangenen Monaten hatten einen Großteil zur Börsenrally beigetragen./ajx/mis

29.10.2020

Aktien Frankfurt Eröffnung: Vorsichtige Stabilisierung nach Kurseinbruch

RANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Donnerstag nach seinem massiven Kursrutsch vom Vortag im Zuge der verschärften Corona-Krise vorerst stabilisiert. Im frühen Handel gewann der Leitindex 0,42 Prozent auf 11 608,58 Punkte.

Am Mittwoch war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19 Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in seinem Morgenkommentar.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel rückte um 0,32 Prozent auf 25 966,05 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte kaum verändert./ajx/jha/

29.10.2020

Aktien Frankfurt Ausblick: Stabilisierung - Quartalszahlen und EZB-Zinsentscheid

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem massiven Kursrutsch vom Mittwoch im Zuge der verschärften Corona-Krise zeichnet sich im Dax am Donnerstag zunächst eine Stabilisierung ab. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex lässt gut eine Stunde vor dem Xetra-Start einen Zuwachs von 0,46 Prozent auf 11 614 Punkte erwarten. Das Leitbarometer der Eurozone, der EuroStoxx 50 dürfte 0,4 Prozent höher eröffnen.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19 Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in seinem Morgenkommentar. Das Mittel der Wahl dürften weitere Aufstockungen der Anleihenkäufe sein, glaubt der Portfolio-Manager.

Der Dax war tags zuvor unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns beziehungsweise Teil-Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Die Bilanzsaison geht am Donnerstag weiter mit Zahlen der Dax-Konzerne Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) , Volkswagen und MTU . Auffällig waren auf Tradegate im vorbörslichen Handel Volkswagen und Fresenius mit jeweils plus 2,4 Prozent zum Xetra-Schluss.

Aus dem MDax berichten unter anderem Airbus , Symrise , Wacker Chemie und Grenke . Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der US-Technologieriesen Apple , Amazon , Alphabet und Facebook.

Im Fokus stehen zudem die im MDax notierten Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek , die nach einer Anhebung der Jahresprognose auf Tradegate um rund drei Prozent zum Xetra-Schluss anzogen.

Unter den kleineren Werten sorgten einmal mehr ElringKlinger mit einem vorbörslichen Kurssprung von neun Prozent für Aufmerksamkeit. Auslöser war eine Meldung über eine Kooperation im Bereich Brennstoffzellen-Technologie./ajx/jha/

29.10.2020

DAX-FLASH: Stabilisierung Richtung 11 600 Punkte erwartet

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem massiven Kursrutsch vom Mittwoch im Zuge der verschärften Corona-Krise zeichnet sich im Dax am Donnerstag eine leichte Stabilisierung ab: Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor dem Xetra-Start 0,3 Prozent höher auf etwa 11 600 Punkte. "Die moderate Reaktion der asiatischen Börsen auf die neue Corona-Panik stoppe den Rutsch der US-Futures", sagte ein Börsianer.

Tags zuvor war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten zeitweise bis auf 11 457 Punkte abgesackt. Damit gab er etwa 38 Prozent der Erholung vom Tief des Corona-Crashs im März bis zum Zwischenhoch Anfang September wieder ab - aus Sicht von technisch orientierten Experten ein viel beachtetes Fibonacci-Retracement-Niveau./ag/jha/

29.10.2020

ROUNDUP 2/ Lagarde: EZB legt im Dezember gegen Corona-Krise nach

FRANKFURT (dpa-AFX) - Europas Währungshüter bereiten angesichts der Verschärfung der Corona-Krise weitere Notfallmaßnahmen vor. Die Europäische Zentralbank (EZB) sei dabei, alle ihre Instrumente und deren Wirkung unter die Lupe zu nehmen, sagte Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde, nach Beratungen des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt. Es gehe darum, den "bestmöglichen Mix" zu finden, um der Lage gerecht werde.

Der EZB-Rat sei sich einig, dass weitere Maßnahmen notwendig seien, sagte Lagarde. "Die EZB wird auch in der zweiten Welle da sein." Die Risiken für die Konjunktur nähmen eindeutig zu. Lagarde betonte: "Wir werden alle Flexibilität nutzen, die wir haben."

In ihrer Dezember-Sitzung (10.12.) wollen die Währungshüter anhand neuer Prognosen zu Konjunktur und Inflation eine "gründliche Neubeurteilung" vornehmen. Auf Grundlage der aktualisierten Einschätzung werde die EZB ihre "Instrumente der Lage entsprechend neu kalibrieren, um (...) sicherzustellen, dass die Finanzierungsbedingungen günstig bleiben, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen und den negativen Auswirkungen der Pandemie (...) entgegenzuwirken", teilte die Notenbank mit.

Volkswirte gehen davon aus, dass der EZB-Rat eine Ausweitung des Notkaufprogramms für Staats- und Unternehmensanleihen beschließen dürfte. Bislang sind für das in diesem März aufgelegte, besonders flexible Kaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) 1,35 Billionen Euro bis mindestens Ende Juni 2021 veranschlagt. Die Wertpapierkäufe helfen Staaten wie Unternehmen: Sie müssen nicht so hohe Zinsen bieten, wenn eine Zentralbank als großer Käufer der Papiere am Markt auftritt.

Zuletzt mehrten sich die Anzeichen, dass die Erholung der Wirtschaft im Euroraum ins Stocken gerät. Das Coronavirus breitet sich wieder massiv aus. In vielen Ländern, darunter auch Deutschland, schränken die Regierungen das öffentliche Leben erneut ein. Der Anstieg der Infektionszahlen und die neuen Beschränkungen bedeuteten Gegenwind für die Konjunktur, sagte Lagarde. Es zeichne sich ab, dass die Erholung der Wirtschaft im Euroraum "schneller als erwartet an Dynamik" verliere.

Die seit einem Jahr amtierende Notenbank-Präsidentin hatte erst kürzlich in einem Interview betont, die geldpolitischen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft: "Wenn mehr getan werden muss, werden wir mehr tun." Außer mit zusätzlichen Anleihenkäufen hat die EZB auf die Pandemie bislang mit neuen extrem günstigen Langfristkrediten für Banken reagiert.

Bei den Zinsen hat die EZB wenig Spielraum. Der Leitzins im Währungsraum der 19 Staaten liegt seit viereinhalb Jahren auf dem Rekordtief von null Prozent und bleibt auch nach der Zinssitzung vom Donnerstag auf diesem Niveau. Geschäftsbanken müssen seit Mitte Juni 2014 Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Dieser Einlagenzins bleibt bei minus 0,5 Prozent. Freibeträge für bestimmte Summen sollen die Banken hierbei entlasten.

Nach Einschätzung der Bundesbank waren die Negativzinsen in Summe bisher kein Problem für Deutschlands Banken. Allerdings nehme die Wahrscheinlichkeit zu, dass in einer Gemengelage aus Abschwung der Konjunktur, steigender Vorsorge für mögliche Kreditausfälle und schrumpfenden Kapitalpuffern ein Punkt erreicht werde, an dem Negativzinsen ihre Wirkung einbüßten oder sich diese ins Gegenteil verkehre.

Mit ihrer seit Jahren expansiven Geldpolitik will die EZB die Wirtschaft ankurbeln und ihrem Ziel eines stabilen Preisniveaus bei knapp unter 2,0 Prozent Inflation näher kommen. Umweltschützer werfen der EZB vor, bei ihren milliardenschweren Anleihenkäufen zu viele Wertpapiere von Unternehmen zu kaufen, die dem Klima schaden. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hatte daher für Donnerstag zur Demonstration vor dem EZB-Gebäude in Frankfurt aufgerufen.

Derzeit läuft eine umfassende Überprüfung der geldpolitischen Strategie. Dabei setzt Lagarde unter anderem auf den Dialog mit Kritikern. Die Französin, die ihr Amt am 1. November 2019 antrat, will auch dem Klimawandel in den Überlegungen Raum geben./ben/mar/DP/jsl

29.10.2020

Gericht kippt Sperrstunde in Niedersachsen

LÜNEBURG/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat die coronabedingte Sperrstunde sowie das Außer-Haus-Verkaufsverbot für Alkohol in Niedersachsen gekippt. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wurde damit die entsprechende Bestimmung in der Verordnung außer Vollzug gesetzt. Das OVG gab damit einer Antragstellerin aus Delmenhorst in einem Eilverfahren Recht.

Der 13. Senat des OVG betonte, angesichts der stark steigenden Infiziertenzahlen in weiten Teilen des Bundesgebiets und Niedersachsens seien die gesetzlichen Voraussetzungen für ein staatliches Handeln durch infektionsschützende Maßnahmen zwar erfüllt. Er fand die Verknüpfung der Verbote allein an den Inzidenzwert aber nicht ausreichend. Es sei nicht sichergestellt, dass das Infektionsgeschehen damit vollständig widergespiegelt sei.

Seit vergangenen Freitag galt mit der Corona-Verordnung für Niedersachsen eine Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr, wenn eine Kommune über dem kritischen Wert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche liegt. Steigt der kritische Wert auf 50, durften Gastronomiebetriebe zudem keine alkoholischen Getränke mehr außer Haus verkaufen.

In Bayern bleiben die Sperrstundenregelungen für Restaurants und die Teilnehmerbeschränkungen für private Feiern in Corona-Hotspots vorerst in Kraft. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnte es am Donnerstag in einem Eilbeschluss ab, die Regelungen in der bayerischen Corona-Verordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen. Das Gericht begründete dies mit dem sich verstärkenden pandemischen Geschehen. Die Entscheidung ist zunächst aber nur für wenige Tage relevant: Ab dem 2. November und bis zum Monatsende müssen Restaurants nach einem Bund-Länder-Beschluss und der Bestätigung durch das bayerische Kabinett ohnehin komplett schließen - nur Liefer- und Mitnahmeangebote sowie Kantinen sind davon ausgenommen./koe/DP/fba

29.10.2020

Corona-Notstand in Spanien bis Mai 2021 verlängert

MADRID (dpa-AFX) - In Spanien ist der Corona-Notstand bis zum 9. Mai 2021 verlängert worden. Das Parlament in Madrid nahm am Donnerstag den Antrag der linken Regierung mit deutlicher Mehrheit an. 194 von insgesamt 350 Abgeordneten stimmten mit Ja. 53 stimmten dagegen, 99 enthielten sich der Stimme. Vier Abgeordnete waren nicht anwesend.

Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez erst am Sonntag den sogenannten Alarmzustand - die dritthöchste Notstandsstufe - ausgerufen und fast im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Nur die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanaren sind davon ausgenommen. Dieses Notstands-Dekret galt nur für zwei Wochen. Die von der Regierung angestrebte lange Verlängerung musste deshalb gemäß Verfassung vom Parlament gebilligt werden./er/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP/Proteste in Belarus: Lukaschenko entlässt Innenminister

MINSK (dpa-AFX) - Inmitten der politischen Krise in Belarus (Weißrussland) hat Staatschef Alexander Lukaschenko seinen Innenminister abgesetzt. Nachfolger von Juri Karajew wird der 45 Jahre alte Polizeichef der Hauptstadt Minsk, Iwan Kubrakow. Das teilte Lukaschenko am Donnerstag mit. Gründe für den überraschenden Wechsel an der Spitze des Innenministeriums nannte er zunächst nicht.

In Belarus gibt es seit Wochen Proteste gegen Lukaschenko. Karajew hatte erst am Vortag ein härteres Durchgreifen der Sicherheitskräfte gegenüber Demonstranten angedroht. Er war seit Mitte 2019 im Amt.

Karajew wird den Angaben zufolge neuer Beauftragter des Präsidenten in der Region Grodno an der Grenze zum EU-Land Polen. Diese Posten wurden auch für Minsk und Brest an der Grenze zu Polen neu besetzt. Diese Ämter sollen zudem künftig mit mehr Vollmachten ausgestattet werden. Bürgermeister und Gouverneure sollten so strenger kontrolliert werden, begründete der Lukaschenko.

"In den Regionen gehen 1000 bis 2000 Menschen protestieren. Das ist zwar nicht viel im Vergleich zu Minsk, aber immerhin", meinte der 66-Jährige. Beim Düngemittelhersteller Grodno Azot habe es zudem Streiks gegeben. "Das geht gar nicht."

Hintergrund der Proteste ist die umstrittene Präsidentenwahl Anfang August. Der von Gegnern als "letzter Diktator Europas" bezeichnete Lukaschenko hatte sich mit mehr als 80 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Die Demokratiebewegung beansprucht den Sieg für die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja.

Bei der vergangenen Massendemonstration am Sonntag in Minsk mit mehr als 100 000 Menschen hatten die Sicherheitskräfte Blend-, Rauch- und Lärmgranaten gegen die Menschenmenge eingesetzt. Lukaschenko hatte erst am Mittwoch gesagt, dass er den Befehl dafür gegeben habe.

Seit Montag kommt es erneut punktuell zu Streiks im Land. Sie wurden auch am Donnerstag fortgesetzt. Für zunehmenden Unmut sorgt, dass viele Studenten wegen Teilnahme an Protesten exmatrikuliert wurden, wie in verschiedenen Kanälen des sozialen Netzwerkes Telegram zu lesen war. Deswegen gab es viele Solidaritätsaktionen.

Der russische Präsident Wladimir Putin sieht die Ankündigung Lukaschenkos für eine Verfassungsreform als einen "bedeutenden Schritt", den der Machthaber auf seine Gegner zugehe. "Was die Möglichkeit angeht, Präsidentenwahlen in Belarus abzuhalten, so sollte das vom belarussischen Volk und der Führung in Belarus festgelegt werden", sagte Putin bei einem Investitionsforum in Moskau. "Uns gehen diese Fragen gar nichts an."/cht/DP/fba

29.10.2020

Brexit-Handelsvertrag: Zaghafte Fortschritte - Gespräche gehen weiter

BRÜSSEL/LONDON (dpa-AFX) - In den Gesprächen über einen EU-Handelspakt mit Großbritannien gibt es nach Angaben aus Verhandlungskreisen zaghafte Fortschritte. Doch fehle weiter ein Durchbruch bei den wichtigsten Themen, hieß es am Donnerstag. Die Unterhändler reisten von London nach Brüssel, wo die Verhandlungen bis mindestens Sonntag fortgesetzt werden sollen.

Es geht um ein Freihandelsabkommen ab 2021, also für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase. Der Vertrag soll Zölle abwenden und Handelshemmnisse mindern, wenn Großbritannien zum Jahreswechsel aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion austritt. Die britische Regierung hatte die Verhandlungen zeitweise für beendet erklärt, war dann aber vergangene Woche an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Die Zeit ist nun extrem kurz, weil der Text noch ratifiziert werden müsste.

In den Verhandlungen besonders umstritten waren stets drei Punkte: die EU-Forderung nach gleichen Umwelt-, Sozial- und Beihilferegeln, um unfairen Wettbewerb zu verhindern; Schlichtungsregeln für mögliche Vertragsverstöße; und der Zugang von EU-Fischern zu britischen Gewässern. Beim Punkt Fischerei hatte lange vor allem Frankreich vehement unveränderte Fangrechte verlangt. Zuletzt hatte Paris seine Haltung aber gelockert, wie mit den Verhandlungen vertraute Personen Ende der Woche bestätigten./vsr/DP/fba

29.10.2020

Rapide Zunahme an Corona-Neuinfektionen in Schweden

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Schweden verzeichnet eine erhebliche Zunahme von registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nach einem bisherigen Höchstwert von 2129 Neuinfektionen am Vortag kamen am Donnerstag innerhalb der vergangenen 24 Stunden 3254 neue Corona-Fälle hinzu, wie am Nachmittag aus den Daten der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten hervorging.

Staatsepidemiologe Anders Tegnell wies auf einer Pressekonferenz in Stockholm darauf hin, dass es so aussehen könne, als habe Schweden mehr Fälle als im Frühjahr. Das stimme jedoch nicht, betonte er. Die Ausbreitung in der Bevölkerung sei damals um ein Vielfaches größer gewesen, allerdings habe man damals nicht im Geringsten dieselben Kapazitäten zum Testen gehabt wie heute.

Insgesamt sind damit mehr als 121 000 Corona-Fälle in Schweden registriert worden. Die Zahl der in Verbindung mit einer Infektion stehenden Todesfälle stieg am Donnerstag um sieben auf nunmehr 5934.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen werden die allgemeinen Empfehlungen zur Verringerung der Corona-Ausbreitung nun auf weitere Landesteile ausgeweitet: Die Menschen in der Hauptstadtregion um Stockholm sowie den Regionen Västra Götaland um Göteborg und Östergötland werden in den kommenden Wochen unter anderem dazu aufgefordert, Kontakt mit Personen aus anderen Haushalten ebenso zu meiden wie den Nahverkehr und Veranstaltungen wie Konzerte oder sportliche Wettkämpfe. Ähnliches gilt bereits in der Region Uppsala und im südschwedischen Skåne (Schonen).

Schweden ist in der Corona-Krise einen viel beachteten Sonderweg mit weniger strikten Beschränkungen gegangen. Im Frühjahr hatte das EU-Land deutlich höhere Infektions- und Todeszahlen verzeichnet als der Rest Skandinaviens. Der derzeitige Wert der Neuinfektionen in Schweden liegt im europäischen Vergleich auf die Bevölkerungszahl heruntergerechnet aber niedriger als in anderen Teilen Europas und auch leicht unter den Werten Deutschlands./trs/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP 3: Bevorstehender Lockdown trübt gute Oktober-Stimmung am Arbeitsmarkt

(durchgehend aktualisiert)

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Es hätte eine Erfolgsstory werden können: Deutschlands Arbeitsmarkt hat sich im Oktober auffallend gut erholt. 2,760 Millionen Menschen sind arbeitslos, 87 000 weniger als im September. Das ist im Corona-Jahr im Vergleich zu früheren Jahren eine ausgesprochen deutliche Herbsterholung, im Durchschnitt sinkt die Zahl der Arbeitslosen von September auf Oktober nur um 48 000, wie der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, am Donnerstag in Nürnberg erläuterte.

Die Sache hat nur zwei Haken: Die Oktober-Zahlen der Bundesagentur werden nur bis Mitte des Monats erhoben - in diesem Fall also vor dem drastischen Anstieg der Corona-Infektionszahlen. Zweitens wurde weniger als 24 Stunden vor Bekanntgabe der Arbeitsmarktstatistik bekannt, dass es zu einem zweiten Teil-Lockdown im Kampf gegen die Pandemie kommen wird - die Freude über die Oktober-Erholung könnte also von kurzer Dauer sein.

"Es wird zu einem Einbruch am Arbeitsmarkt führen, aber zu keinem Zusammenbruch", sagte Scheele. "Wir glauben, dass es eine Delle geben wird im Monat November". Es gebe "Branchen, für die es bitter ist", sagte er und nannte das Gastgewerbe und Tourismus an erster Stelle. Der November sei für eine solche Maßnahme, mit der die Hoffnung auf eine Normalisierung ab Dezember verbunden sei, aber auch ein klug gewählter Monat, mit einem vergleichsweise geringen Einzelhandelsumsatz und noch wenig Saisongeschäft in Gastronomie und Tourismus. "Noch ist kein Skilaufen angesagt", sagte Scheele. "Wenn man den Dezember oder den Januar genommen hätte, wäre das drastischer gewesen."

Scheele rechnet durchaus mit Zusatzbelastungen für die Bundesagentur durch weitere Mehrausgaben für Arbeitslosengeld und Kurzarbeit. Aber er hat auch die Hoffnung, dass die Maßnahmen wirken. "Ich möchte darauf hinweisen, dass es kein Lockdown wie im März dieses Jahres ist, sondern es ist ein begrenzter über vier Wochen und es ist die Hoffnung, dass sich durch diesen Eingriff Infizierungszahlen in diesen vier Wochen zurückdrängen lassen und dass wir ab Dezember wieder in einem Arbeitsmodus sind, den wir eben auch im Oktober gehabt haben." Die Maßnahmen unterschieden sich sehr maßgeblich von denen im Frühjahr.

Der Volkswirtschaftsprofessor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, rechnet mit bis zu 100 000 zusätzlichen Arbeitslosen. "Die Reserven vieler Betriebe sind bereits stark strapaziert. Deshalb ist es essenziell, dass die staatlichen Hilfsmaßnahmen nochmals ausgeweitet werden", sagte Weber. Für den Arbeitsmarkt werde es kurzfristig einen Rückschlag geben, die Zahl der Kurzarbeiter werde deutlich steigen. "Für eine anschließende Erholung des Arbeitsmarkts wird eine Förderung von Neueinstellungen noch bedeutender", sagte Weber.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte Vernunft und Augenmaß bei allen Beteiligten im Kampf gegen die Krise. Das Gesundheitssystem müsse vor einer Überlastung geschützt werden, um Menschenleben zu retten. Für den Arbeitsmarkt, der sich bisher als robust erwiesen habe, sei das Ziel klar: "So viele Arbeitsplätze erhalten wie irgend möglich."

Die Spuren des Coronavirus sind aber auch vor dem Lockdown in der Arbeitsmarktstatistik deutlich eingebrannt. 556 000 Menschen mehr sind im Oktober 2020 arbeitslos also noch vor einem Jahr, 140 000 von ihnen sind Entlassungen zum Opfer gefallen. Diese Zahl der coronaindizierten Arbeitslosen lag in den vergangenen Monaten auch schon einmal bei 640 000. Bei einer Quote von 6,0 Prozent (September: 6,2 Prozent) spricht Scheele insgesamt von einem "sehr positiven Ausblick, der hoffentlich den November überlebt" - auch weil die Zahl der Kurzarbeiter von fast sechs Millionen im April bis August auf 2,58 Millionen gedrückt werden konnte.

Von 1. bis 25. Oktober sei noch einmal für 96 000 Personen Kurzarbeit angezeigt worden. Erfahrungsgemäß erweist sich tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter aber meist als kleiner als die Zahl der Anzeigen. Scheele vermutet, dass der November-Lockdown die Zahl nun wieder in die Höhe treiben könnte.

Als erfreulich bezeichnete er, dass die Kurzarbeit offenbar in den meisten Fällen nicht in Arbeitslosigkeit münde. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit entwickelten sich parallel, was darauf hindeute, dass die Kurzarbeit ihre Brückenfunktion erfülle. "Es gibt keine Entlassungswelle, es bewegt sich alles in geordnetem Rahmen am Arbeitsmarkt", sagte Scheele./dm/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP/Wirecard-Ausschuss: GroKo gegen öffentliche Aussage von Reporter

BERLIN (dpa-AFX) - Union und SPD haben im Untersuchungsausschuss zum Wirecard -Skandal eine rasche öffentliche Zeugenaussage des Financial-Times-Journalisten Dan McCrum abgelehnt. McCrum habe den expliziten Wunsch geäußert, als Zeuge gehört zu werden, um Öffentlichkeit herzustellen, erfuhr die Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag aus dem Ausschuss. Union und SPD wollen ihn demnach zunächst lediglich als Sachverständigen hinter verschlossenen Türen hören. McCrum hatte bereits 2015 über Betrügereien bei Wirecard berichtet.

Die Oppositionsabgeordneten Fabio De Masi (Linke), Danyal Bayaz (Grüne) und Florian Toncar (FDP) kritisierten das Verhalten der Koalitionsfraktionen. McCrum habe seine berufliche Existenz riskiert, als er die Wahrheit über Wirecard geschrieben habe. "Daher hätte er einen öffentlichen Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss mehr als verdient gehabt", sagte Toncar. Bayaz warf der Koalition vor, nur eine "Aufklärung light" zu wollen. De Masi sprach von unwürdigem Verhalten und einem Imageschaden für Deutschland.

Der SPD-Obmann im Ausschuss, Jens Zimmermann, wies die Vorwürfe zurück. McCrum habe mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Enthüllung des Wirtschaftsverbrechens geleistet. Er soll zunächst als Sachverständiger gehört werden - auch um zu helfen, die Arbeit im Ausschuss zu strukturieren. "Später kann er auch als Zeuge gehört werden", betonte Zimmermann. Dafür müsste McCrum mitten in der Corona-Pandemie allerdings möglicherweise noch einmal aus dem Ausland anreisen.

Der Untersuchungsausschuss im Bundestag soll den Bilanzskandal um Wirecard politisch aufarbeiten und auch aufdecken, ob die Aufsichtsbehörden das deutsche Fintech-Unternehmen als aufstrebenden Börsenstar trotz Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten mit Samthandschuhen anfassten. Die Abgeordneten wollen dazu eine Reihe prominenter Politiker als Zeugen befragen, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Im Sommer hatte der inzwischen insolvente damalige Dax -Konzern Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Firma saß als Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet an der Schnittstelle zwischen Händlern und Kreditkartenfirmen - in einem hart umkämpften Markt.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen machte Wirecard jahrelang Verluste. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Unternehmen seit 2015 Scheingewinne auswies. Mehr als drei Milliarden Euro könnten verloren sein. In dem Fall stehen auch die Finanzaufsicht Bafin und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in der Kritik, denen der Betrug nicht auffiel./tam/DP/fba

29.10.2020

Entscheidung über Schadenersatz für Telekom-Aktionäre rückt näher

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Zwei Jahrzehnte nach dem dritten Börsengang der Deutschen Telekom zeichnet sich im Anlegerschutzprozess eine abschließende Entscheidung ab. Der zuständige Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) will im Dezember über die eingelegten Rechtsbeschwerden beraten, wie am Donnerstag in Karlsruhe mitgeteilt wurde. Die Entscheidung soll dann Anfang 2021 den Parteien zugestellt und öffentlich mitgeteilt werden - sofern der Zeitplan nicht durch die Corona-Pandemie ins Wanken gerät. (Az. XI ZB 24/16)

Hinter dem Musterverfahren stehen mehr als 16 000 klagende Kleinaktionäre, die Schadenersatz für ihre erlittenen Kursverluste in Höhe von rund 80 Millionen Euro verlangen. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte Ende 2016 anhand einer Musterklage grundsätzlich entschieden, dass die Telekom für schwerwiegende Fehler im Verkaufsprospekt zu dem Börsengang im Jahr 2000 verantwortlich ist. Allerdings lasse sich nur im Einzelfall klären, ob die Anleger den Prospekt als Grundlage für ihre Kaufentscheidung benutzt haben.

Dagegen hatten sowohl der Klägeranwalt als auch die Telekom Rechtsbeschwerde in Karlsruhe eingelegt. 2014 hatte der Bundesgerichtshof bereits in einem ersten Teilverfahren geurteilt, dass der Prospekt einen schwerwiegenden Fehler enthalten hat./sem/DP/fba

29.10.2020

Miniatur-Wunderland-Chef nennt Corona-Hilfen großartige Unterstützung

HAMBURG (dpa-AFX) - Der Geschäftsführer der Hamburger Publikumsattraktion Miniatur Wunderland, Frederik Braun, hat die neuen Corona-Maßnahmen verteidigt und Beschwerden der Verbände darüber als Unsinn bezeichnet. Er ärgere sich über Aussagen von Wirtschaftsverbänden, dass aufgrund dieses Lockdowns ein Drittel der Unternehmen sterben werden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. "Aus meiner Sicht haben wir gestern großartige Unterstützungszusagen bekommen, erklärte er in Bezug auf die am Vortag angekündigten Hilfen in Höhe von 75 Prozent des Umsatzausfalls. "Welcher Gastronom hätte das denn bitte in diesem November unter aktuellen Bedingungen erwirtschaftet? Und das mit niedrigeren Kosten als 2019. Das ist für viele deutlich mehr, als wenn es keinen Lockdown geben würde."

Braun sagte der dpa, er unterstütze die neuen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu 100 Prozent. Das Miniatur Wunderland habe in seinen Kalkulationen ohnehin immer damit gerechnet, dass es weitere Maßnahmen oder einen Lockdown gebe, sagte der Geschäftsführer. Das Miniatur Wunderland beträfen die Maßnahmen massiv, da es am Montag für vier Wochen schließen müsse.

Mit 1,4 Millionen Besuchern im Jahr zählt das Miniatur-Wunderland mit seiner riesigen Modelleisenbahn neben dem Tierpark Hagenbeck zu den größten Touristenattraktionen der Hansestadt./tm/DP/fba

29.10.2020

ANALYSE-FLASH: DZ Bank belässt Aixtron auf 'Kaufen'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat die Einstufung für Aixtron nach Zahlen auf "Kaufen" mit einem fairen Wert je Aktie von 13 Euro belassen. "Der Kurssturz nach der Veröffentlichung der guten Quartalszahlen und dem weitgehend konstant gehaltenen Ausblick ist für uns nicht nachvollziehbar", schrieb Analyst Harald Schnitzer in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Das Wachstum könnte sich ab 2021 beschleunigen, die Zielmärkte des LED- und Chipindustrieausrüsters - Ausbau des 5G-Netzes, Elektromobilität, optische Datenübertragung - stünden vor einem langfristigen Wachstumsschub./ajx/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 14:34 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / 14:53 / MEZ

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29.10.2020

ANALYSE-FLASH: NordLB senkt Ziel für Symrise auf 106 Euro - 'Halten'

HANNOVER (dpa-AFX) - Die NordLB hat das Kursziel für Symrise von 108 auf 106 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Halten" belassen. Der Aromen- und Duftstoffkonzern habe mit den Ergebnissen des dritten Quartals nicht wirklich überzeugt, schrieb Analyst Thorsten Strauß in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Die Corona-Krise belaste zwar insgesamt kaum, es geben aber weiter Verschiebungen bei der Kundennachfrage./ag/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 12:42 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / 13:13 / MEZ

29.10.2020

AKTIEN IM FOKUS: Wenig Geduld mit Corona-Verlierern - MTU und Airbus schwach

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Der Erholungsversuch der Papiere von MTU und Airbus hat am Donnerstag schnell ein Ende gefunden. Nach anfänglichen Kursgewinnen verloren beide Verlierer der Corona-Krise zuletzt wieder mehr als 3 Prozent. Die Papiere von Fraport und der Lufthansa wurden von den Anlegern weiter verkauft.

Der Triebwerksbauer MTU steuert zwar weiter mit schwarzen Zahlen durch die Pandemie, wie der aktuelle Zwischenbericht zeigte. Im Krisenjahr 2020 verloren die Papiere bis dato dennoch rund 43 Prozent. Die Anteilsscheine der tief in die roten Zahlen gerutschten Airbus haben sich derweil sogar mehr als halbiert. Bei der Lufthansa steht im laufenden Jahr ein Kursverlust von rund 56 Prozent und bei Fraport von 59 Prozent zu Buche. Erholungsversuche werden immer wieder schnell zum Ausstieg genutzt.

JPMorgan-Analyst David Perry warnte davor, dass sich die zweite Corona-Welle im kommenden Jahr bei MTU niederschlagen werde./ag/jha/

29.10.2020

AKTIE IM FOKUS: Aixtron fallen tief nach eingetrübtem Umsatzausblick

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zuletzt noch so stabilen Aktien von Aixtron haben ihre Erholungstendenz der vergangenen sechs Wochen am Donnerstag auf einen Schlag zunichte gemacht. Das Unternehmen schätzte nach der Geschäftsentwicklung im dritten Quartal die Erlöse für das Gesamtjahr 2020 etwas vorsichtiger ein.

Mit einem Kursabschlag von 14 Prozent auf 9,37 Euro wurden die Papiere des Halbleiterindustrie-Ausrüsters als MDax-Schlusslicht auf das Niveau von Mitte Juni durchgereicht. Für 2020 steht allerdings immer noch ein Kursplus von knapp 10 Prozent zu Buche.

Das Management geht nun von einem zumindest stabilen Jahresumsatz zwischen 260 und 280 Millionen Euro aus. Bislang hatte Aixtron, dessen Anlagen bei der Herstellung von LED-Lampen, 3D-Sensoren und Energiemanagementchips helfen, bis zu 300 Millionen Euro angepeilt. Die meisten Analysten hatten das aber ohnehin nicht mehr für möglich gehalten und im Mittel zuletzt rund 268 Millionen Euro auf dem Zettel. Beim Auftragseingang hingegen hob das Unternehmen das untere Ende der Zielspanne für 2020 etwas an.

Ein Börsianer sprach von sehr durchwachsenen Signalen des aktuellen Zwischenberichts. Er lobte zwar den avisierten Auftragseingang, zeigte sich aber enttäuschend über den Umsatzausblick. Analystin Olivia Honychurch vom Broker Liberum sah die Ergebnisse des dritten Quartals etwas unter den Erwartungen. Auch sie lobte aber die Auftragslage und bekräftigte ihre Kaufempfehlung für die Aktien.

Sowohl die Zahlen als auch die nach unten eingeengte Zielspanne für den Jahresumsatz 2020 deckten sich mit den Erwartungen, schrieb Malte Schaumann vom Analysehaus Warburg Research./edh/ag/fba

29.10.2020

AKTIEN IM FOKUS: FMC profitieren von Quartalszahlen - Fresenius im Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von FMC haben am Donnerstag mit überdurchschnittlichen Kursgewinnen auf aktuelle Geschäftszahlen reagiert. Die Papiere des Dialyse-Anbieters bauten ihre jüngste Erholung um 1,06 Prozent auf 68,80 Euro aus. Die Titel des Mutterkonzerns Fresenius hingegen drehten nach einem anfänglich klaren Kursplus ins Minus und notierten zuletzt 1,05 Prozent tiefer bei 32,02 Euro.

Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 1 Prozent. Bereinigt um Währungseffekte wuchs der Erlös um 5 Prozent. Der bereinigte Konzerngewinn lag zwar um 4 Prozent unter dem Vorjahr, Analysten hatten jedoch einen stärkeren Rückgang befürchtet. Fresenius-Chef Stephan Sturm geht davon aus, dass die Corona-Krise auch das Schlussquartal belasten dürfte, bestätigte aber die Jahresziele.

Bei FMC bremsten negative Effekte auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie das Wachstum aus. Dennoch konnte die Fresenius-Tochter bei nahezu stabilen Umsätzen ihr Ergebnis überraschend stark steigern.

Analyst Sven Kürten von der DZ Bank sprach mit Blick auf FMC von sehr starken Ergebnissen über den Erwartungen und attestierte Fresenius gleichzeitig ein gutes Quartal. Der bestätigte Ausblick sei positiv, auch wenn noch nicht klar sei, inwieweit die jüngsten Lockdown-Maßnahmen bereits einbezogen sind. FMC zeige sich in der Corona-Krise derweil weiter robust.

Jefferies-Analyst James Vane-Tempest sprach bei Fresenius von gemischten Zahlen. Die Erholung im Krankenhausgeschäft Helios habe die Segmente Kabi und Vamed ausgeglichen. Bei FMC hätten die Umsätze die Erwartungen zwar insgesamt erfüllt, das Wachstum aus eigener Kraft sei aber schwächer gewesen als erwartet. Der operative Ergebnis (Ebit) sei hingegen etwas besser gewesen.

Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan bemerkte, dass der Nettogewinn von Fresenius gut 2 Prozent über der Konsensprognose liegt. Die Pessimisten am Markt dürften aber vor allem auf das schwache Abschneiden der Nahrungsmittelsparte Kabi abheben. Bei FMC habe der operative Gewinn (Ebit) knapp 2 Prozent höher als vom Markt erwartet gelegen. Der Ausblick impliziere jedoch eine deutliche Abschwächung des Wachstums des Nettogewinns im Schlussquartal.

Die Sorgen der Investoren insbesondere um das Kabi-Geschäft spiegelten sich bereits in der jüngsten Aktienkursentwicklung von Fresenius wider. Vom Corona-Tief Mitte März bei etwas mehr als 24 Euro hatten sich die Papiere zwar bis Ende Juni im Wert fast verdoppelt, doch nur einen Monat später begann der bis heute anhaltende Sinkflug der Aktie. In den vergangenen drei Wochen hat sich das Tempo des Kursrückschlags noch beschleunigt. So rutschten die Titel am Vortag auf das niedrigste Kursniveau seit sieben Monaten. Die bisherige Jahresbilanz lautet minus 36 Prozent. Damit schlägt sich die Fresenius-Aktie an der Börse deutlich schlechter als die Branche und der Dax .

Die Papiere der Dialysetochter FMC verbuchten seit Jahresbeginn einen Gewinn von rund 4 Prozent - die Anleger honorierten in den vergangenen Monaten die vergleichsweise robuste Geschäftsentwicklung. Im Dax gehört FMC damit zu den besten zehn Werten. Allerdings kamen auch die FMC-Aktien zuletzt wegen Sorgen um den Geschäftsverlauf im restlichen Jahr zurück und rutschten zeitweise gar auf das tiefste Niveau seit April./edh/fba

29.10.2020

AKTIE IM FOKUS: Höhere Prognose beflügelt Nemetschek - Chartbild aufgehellt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit hohem Kurszuwachs haben die Anteile von Nemetschek am Donnerstag auf die Anhebung der Jahresprognose reagiert. Zuletzt gewannen sie als Top-Wert im MDax fast zwölf Prozent auf 64,20 Euro und glichen so ihre seit mehr als einer Woche angefallenen Kursverluste wieder aus.

Mit dem aktuellen Kursplus ließen die Aktien zudem charttechnische Widerstände hinter sich. Sie bewegen sich nun sowohl über der 21-Tage-Durchschnittslinie als Indikator für den kurzfristigen Trend, als auch über der 50er- und der 200er-Linie, die auf die mittel- und langfristige Richtung verweisen.

Insgesamt laufen die Nemetschek-Papiere seit Mitte Juni überwiegend seitwärts. Das Zwischenhoch von Anfang September war mit 70,55 Euro vom Corona-Hoch, das sie Anfang Juni mit 74,35 Euro erreicht hatten, immer noch ein gutes Stück entfernt. Seit dem Corona-Crash-Tief im März hat sich der Kurs allerdings mit dem aktuellen Plus immer noch nahezu verdoppelt.

Das dritte Quartal lief für Nemetschek unerwartet gut, weshalb der Konzern nun für die Geschäftslage optimistischer wird. Ursprünglich hatte Nemetschek Belastungen durch die Corona-Pandemie angekündigt, vor allem der US-Markt sollte im zweiten Halbjahr schwächeln. Nemetschek bietet Software für Architekten, Bauingenieure und -unternehmen an, darüber hinaus auch für den Betrieb und die Verwaltung von Immobilien.

"Die Anhebung des Unternehmensausblicks in einem unsicheren Umfeld zeigt, dass das Unternehmen die Covid-19-Krise bisher gut meistert", erklärte DZ-Bank-Analyst Armin Kremser. Seine Schätzungen und den fairen Wert je Aktie will der Experte überarbeiten. Der erhöhte Ausblick für das laufende Jahr unterstreiche seinen positiven Eindruck von Nemetschek, schrieb Analyst Mohammed Moawalla von Goldman Sachs./ajx/ag/fba

29.10.2020

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt Symrise auf 'Market-Perform' - Ziel 94 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Symrise nach Quartalszahlen auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 94 Euro belassen. Wegen eines schwächer als erwarteten Geschäfts mit Lebensmittelzusätzen habe der Duftstoff- und Aromenherstellers die Erwartungen an das Wachstum aus eigener Kraft insgesamt verfehlt, schrieb Analyst Gunther Zechmann in einer ersten Reaktion am Donnerstag. Grund sei die schwächere Nachfrage auf dem amerikanischen Kontinent gewesen./bek/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 07:19 / UTC

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / UTC

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29.10.2020

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt FMC auf 'Market-Perform' - Ziel 69,50 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Fresenius Medical Care (FMC) nach Quartalszahlen auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 69,50 Euro belassen. Die Pandemie des Coronavirus in Nordamerika wirke sich immer stärker auf die Geschäfte des Dialysespezialisten aus, schrieb Analystin Lisa Bedell Clive in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Hierauf dürften die Investoren auch auf der Telefonkonferenz den Fokus richten./bek/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 07:28 / UTC

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / UTC

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29.10.2020

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt Fresenius SE auf 'Outperform' - Ziel 47 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Fresenius SE nach Quartalzahlen auf "Outperform" mit einem Kursziel von 47 Euro belassen. Diese seien unter dem Strich etwas besser gewesen als erwartet, schrieb Analystin Lisa Bedell Clive in einer ersten Einschätzung am Donnerstag. Die Probleme der Flüssigmedizintochter Kabi auf dem US-Markt wegen einer Unterauslastung der Kapazitäten und gleichzeitigen Lieferengpässen seien vorübergehender Natur./bek/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 06:56 / UTC

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / UTC

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29.10.2020

AKTIE IM FOKUS 2: Volkswagen nach Quartalszahlen etwas erholt

(neu: Kurs, Experten und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Vorzugsaktien von Volkswagen haben am Donnerstag positiv auf die Quartalszahlen des Autobauers reagiert. Sie waren mit plus 1,86 Prozent auf 127,86 Euro unter den führenden Werten im Dax . Damit machten sie einen Teil ihrer deutlichen Vortagesverluste wett. Der deutsche Leitindex stabilisierte sich nach seinem hohen Vortagesverlust mit plus 0,8 Prozent ebenfalls.

Die Quartalszahlen des Autobauers hätten die zuletzt gestiegenen Erwartungen leicht übertroffen, schrieb Jefferies-Analyst Philippe Houchois in einer ersten Einschätzung. Wie seine Kollegen von JPMorgan und Goldman Sachs lobte auch Houchois die Entwicklung der freien Barmittel. Im Vergleich mit der Sektorerholung - Houchois verwies auf Fiat Chrysler und Ford - falle die Entwicklung aber gedämpft aus.

Am Vortag waren die Volkswagen-Anteile im sehr schwachen Gesamtmarkt mit einem Minus von fast fünf Prozent noch etwas mehr abgesackt als der Dax, fanden aber unter 125 Euro erneut Unterstützung. Sie blieben zunächst im unteren Bereich der Kursspanne, die seit Mitte Mai das Chartbild bestimmt.

Analyst Frank Schwope von der NordLB gab zu Bedenken, dass die zweite Corona-Welle noch wenigstens bis zum Sommer 2021 für Unsicherheit sorgen dürfte. Er senkte sein Kursziel von 142 auf 130 Euro. Nach einem katastrophalen zweiten Quartal habe der Autobauer die Markterwartungen mit dem aktuellen Zahlenwerk nun aber klar übertroffen./ajx/men/jha/

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