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21.06.2021

EM: Belgien holt dritten Vorrundensieg - Debütant Finnland muss bangen

ST. PETERSBURG (dpa-AFX) - Titelaspirant Belgien hat seine perfekte Bilanz bei der Fußball-Europameisterschaft gewahrt und ein direktes Weiterkommen von Debütant Finnland verhindert. Der WM-Dritte von Nationaltrainer Roberto Martínez gewann am Montagabend in St. Petersburg das letzte Gruppenspiel mit 2:0 (0:0) und sicherte sich damit in Gruppe B auch den Sieg. Finnland hingegen verbleibt nach einem Sieg und zwei Niederlagen auf Rang drei und muss nun warten, ob es über die vier besten Gruppendritten doch noch reicht. Die Schweiz (vier Punkte) und die Ukraine (besseres Torverhältnis) liegen dort vor den Finnen.

Vor rund 22 000 Zuschauern erzielten ausgerechnet Finnlands starker Keeper Lukas Hradecky (74.) mit einem Eigentor sowie Belgiens Stürmer-Ass Romelo Lukaku (81.) die Treffer für die Belgier, die lange Zeit große Mühe mit dem aufmüpfigen Gegner hatten und denen ein Treffer von Lukaku (65.) nach Videobeweis aberkannt wurde.

Gruppenplatz zwei ging an die zuvor punktlosen Dänen, die das Parallelspiel in Kopenhagen mit 4:1 (1:0) gegen Russland für sich entschieden und damit an beiden Widersachern noch vorbeizogen. Der Dreiervergleich gab den Ausschlag zugunsten der Dänen vor den Finnen und den Russen.

Für den Mitfavoriten in rot war das Spiel in St. Petersburg an einem schwülheißen Sommerabend auch abseits der komplizierten Tabellenkonstellation ein besonderes: Superstar Kevin De Bruyne (nach Gesichtsoperation), Kapitän Eden Hazard (nach Knöchelproblemen) und Dortmunds Axel Witsel (nach Achillessehnenriss) standen allesamt erstmals bei diesem Turnier in der Startelf.

Hazard hatte wegen zahlreicher komplizierter Verletzungen und einer Corona-Infektion seit November 2019 nicht mehr für Belgien begonnen. Für Martínez war dieser gezielte Testlauf mit den drei Rückkehrern auch deshalb möglich, weil das Weiterkommen nach zwei Siegen bereits feststand. Das Ziel: den Ernstfall für die K.o.-Runde proben, die für Belgien am Sonntagabend (21.00 Uhr) in Sevilla beginnt.

Die klangvollen Namen versprachen aber größeres Spektakel, als sie zunächst hielten. Stattdessen hallten lautstarke "Suomi"-Rufe von den Fans des Turnierdebütanten durch die moderne Arena, wenn sich mal wieder ein unerschrockener Finne ins direkte Duell mit den millionenschweren Kickern um Weltfußballer-Kandidat De Bruyne warf. Klare Torchancen gab es für den WM-Dritten in der ersten halben Stunde nicht, stattdessen machten die Finnen ihrem Ruf als tapferes und schwer zu besiegendes Team alle Ehre.

Inmitten der weißen Nächte St. Petersburgs entwickelte sich ein spannender Fußballkampf, bei dem auch neutrale Zuschauer mitfieberten: Hier das anrennende Starensemble, dort der wacker um den einen benötigten Punkt kämpfende Außenseiter.

Witsel versuchte es mehrere Male aus der Distanz, blieb damit allerdings ungefährlich. Stoßstürmer Romelu Lukaku, der im Normalfall jede Abwehr zu knacken weiß, konnte sich in der ersten Halbzeit nur einmal durchsetzen: Seinen Kopfball fing Leverkusens Schlussmann Lukas Hradecky (37.), der kurze Zeit später auch einen tückischen Schlenzer von Sturmtalent Jérémy Doku (42.) stark entschärfte.

Nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild: Finnland stand tief, verteidigte energisch und ohne einen Deut nachzulassen. Immer wieder haderten der häufig ausgebremste Hazard und seine Kollegen, weil ihnen nur ungefährliche Fernschüsse als Notlösung blieben. Erst als der unglückliche Hradecky einen Abpraller vom Pfosten ins eigene Tor lenkte, war die Vorentscheidung gefallen./pre/DP/he

21.06.2021

Adler Modemärkte 'in fortgeschrittenen Verhandlungen' mit Zeitfracht

HAIBACH (dpa-AFX) - Die insolvente Adler Modemärkte AG befindet sich nach eigenen Angaben "in fortgeschrittenen Verhandlungen" mit dem Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht als neuem Investor. Man sei zuversichtlich, "zeitnah ein unwiderrufliches Angebot zum Abschluss einer Investorenvereinbarung von Zeitfracht zu erhalten", teilte die Modekette am Montagabend in Haibach bei Aschaffenburg mit. "Dieser Schritt wird ein wichtiger Meilenstein für die Sanierung des Unternehmens sein", an der im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung intensiv gearbeitet werde, hieß es weiter.

Die Annahme eines Angebots der Zeitfracht Logistik Holding GmbH setze allerdings voraus, dass das Insolvenzverfahren eröffnet werde. Adler gehe davon aus, dass die Investorenvereinbarung unmittelbar nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, die für 01. Juli 2021 erwartet werde, unterzeichnet werden könne. Ziel sei es, nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens einen Insolvenzplan bei Gericht einzureichen.

Der Insolvenzplan soll den Angaben zufolge nach derzeitiger Planung Ende Juli 2021 der Gläubigerversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden. Er werde voraussichtlich unter anderem einen Kapitalschnitt in Form einer Herabsetzung des Grundkapitals der Adler Modemärkte AG auf Null sowie eine anschließende Zuführung neuen Eigenkapitals im Zuge einer Kapitalerhöhung durch die Investoren vorsehen, die damit alleinige Aktionäre von Adler würden. Die Aktionäre sollen demnach leer ausgehen. "Die bestehenden Aktien werden somit aller Voraussicht nach vollständig wertlos", hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Adler Modemärkte AG setzte 2019 rund 495,4 Millionen Euro um und beschäftigte Ende September 2020 rund 3350 Mitarbeiter. Derzeit betreibt die Gruppe nach eigenen Angaben 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland, 24 in Österreich, drei in Luxemburg, zwei in der Schweiz sowie einen Online-Shop./sl/DP/he

21.06.2021

US-Anleihen sinken - Erholung an der Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen haben die neue Handelswoche mit Kursverlusten begonnen. Die deutliche Erholung an der New Yorker Aktienbörse habe die Festverzinslichen belastet, hieß es von Marktbeobachtern. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel am Montag um 0,13 Prozent auf 132,21 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Anleihen betrug 1,48 Prozent.

Generell hat sich die Angst vor perspektivisch höheren Leitzinsen in den USA und weniger Wertpapierkäufen durch die US-Notenbank an den Finanzmärkten abgeschwächt. In der vergangenen Woche war es am US-Rentenmarkt noch zu teilweise starken Kursbewegungen gekommen./la/eas

21.06.2021

Devisen: Euro bleibt über 1,19 US-Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat sich am Montag etwas von seinen herben Verlusten der vergangenen Woche erholt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung war im europäischen Geschäft wieder über 1,19 US-Dollar gestiegen und erreichte im US-Handel ein Tageshoch bei 1,1921 Dollar. Zuletzt notierte der Euro bei 1,1915 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1891 (Freitag: 1,1898) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8410 (0,8405) Euro.

Auftrieb erhielt der Euro zum Wochenauftakt durch eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten. Die Angst vor einer strafferen Geldpolitik in den USA schwächte sich spürbar ab. Der Dollar als Weltreservewährung verlor an Wert, andere wichtige Währungen legten zu. Marktbeobachter sprachen allerdings von einem eher impulsarmen Handel. Am ersten Handelstag der Woche standen keine bedeutenden Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren konnten.

In der vergangenen Woche war der Euro stark unter Druck geraten und hatte bis zu knapp drei US-Cent an Wert verloren. Ausschlaggebend waren Erwartungen auf perspektivisch höhere Leitzinsen in den USA und weniger Wertpapierkäufe durch die US-Notenbank Fed gewesen. Der amerikanische Dollar profitierte von dieser Aussicht, während viele andere Währungen im Gegenzug unter Druck gerieten.

Aussagen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde konnten dem Euro im europäischen Nachmittagshandel keine nennenswerten Impulse geben. Trotz der Konjunkturerholung sieht die Notenbankerin weiter die Notwendigkeit für eine geldpolitische Unterstützung in der Eurozone. Obwohl die Erholung an Tempo gewinne, müsse die Europäische Zentralbank wachsam bleiben, sagte sie bei einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Europäischen Parlaments. Lagarde machte einmal mehr deutlich, dass die EZB den jüngsten Anstieg der Inflation als vorübergehend ansieht./la/he

21.06.2021

Venedig gefährdet? - Unesco erhöht Druck wegen Kreuzfahrtschiffen

ROM/VENEDIG (dpa-AFX) - Bei der Suche nach einer Lösung für große Kreuzfahrtschiffe in Venedig hat die Unesco den Druck auf die italienische Regierung erhöht. Für die großen Schiffe brauche es dringend eine langfristige Lösung, damit sie nicht mehr in die Lagune führen, schrieb die UN-Organisation in einem Vorschlag, aus dem die Nachrichtenagentur Ansa am Montag zitierte. Eine Lösung sollte sich bevorzugt darum drehen, die Schiffe zu geeigneteren Häfen in der Umgebung umzuleiten, wie es weiter hieß.

"Leider liegt die Entscheidung der Unesco schon länger in der Luft", teilte Italiens Kulturminister Dario Franceschini am Abend mit. Es handele sich um eine Ankündigung, Venedig in die Liste der gefährdeten Welterbe aufzunehmen. "Das wäre eine sehr ernste Sache für unser Land", erklärte er weiter. Italien wäre dann laut Ansa aufgefordert, einen Maßnahmenplan auszuarbeiten und bis Februar 2022 einen Bericht über die Umsetzungen vorzulegen. Den Vorschlag will die Unesco demnach zwischen dem 16. und 31. Juli prüfen.

In Venedig hatte Anfang des Monats unter lautstarken Protesten nach gut eineinhalb Jahren wieder ein großes Kreuzfahrtschiff abgelegt. Wegen der Corona-Pandemie blieben die Giganten lange weg. Das Schiff verließ die Stadt durch die Lagune, was für Empörung sorgte. Anfang April hatte die Regierung per Dekret beschlossen, Ideen zu sammeln, um die Schiffe aus der Lagune fern zu halten. Bislang wurden noch keine Pläne präsentiert./jon/DP/he

21.06.2021

Drägerwerk hebt Prognose nach guten Geschäften an

LÜBECK (dpa-AFX) - Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern Drägerwerk stellt seinen Aktionären für 2021 nach bislang guten Geschäften einen geringeren Umsatzrückgang in Aussicht als bisher befürchtet. So erwartet der SDax -Konzern jetzt nur noch einen währungsbereinigten Rückgang der Erlöse um 2 bis 6 Prozent, wie er am Montagabend in Lübeck mitteilte. Bisher hatte das Unternehmen mit einem Abfall von 7 bis 11 Prozent gerechnet. Auch bei der Marge des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) wird Drägerwerk optimistischer. Sie soll nun bei 8 bis 11 Prozent liegen, nachdem das Unternehmen vorher 5 bis 8 Prozent erwartet hatte.

Die Aktie machte auf der Handelsplattform Tradegate einen Satz und legte rund 3,3 Prozent zu.

Die Corona-Pandemie stütze die Nachfrage, begründete Drägerwerk den optimistischeren Ausblick. Der Auftragseingang habe die Erwartungen übertroffen, hieß es. Das Unternehmen geht den Angaben zufolge weiterhin davon aus, dass sich die pandemiebedingte Nachfrage im laufenden Jahr weiter normalisieren werde und rechnet nicht mit einer vergleichbaren Nachfrage im kommenden Geschäftsjahr. Die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal und erste Halbjahr will Drägerwerk Mitte Juli bekanntgeben./fba/eas

21.06.2021

Varta liefert Batterien an Porsche

ELLWANGEN (dpa-AFX) - Varta hat Porsche als Kunden für Hochleistungsbatterien gewonnen. Der Batteriekonzern beliefert den Sportwagenbauer künftig mit der so genannten V4Drive-Batterie, sagte ein Sprecher des MDax -Konzerns dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) auf Anfrage. Zu Details habe sich das Unternehmen nicht äußern wollen. Porsche habe weder bestätigen noch dementieren wollen.

Die Varta-Aktie legte im späten Handel im Xetra-Hauptgeschäft kräftig zu und endet 1,52 Prozent höher. Zuvor hatte das Papier deutlich im Minus notiert. Die Aktie hatte nachgegeben, weil Porsche eigene Pläne zur Fertigung von Hochleistungs-Batteriezellen enthüllt hatte.

Die V4Drive-Batterie ist eine hochleistungsfähige, nur einige Zentimeter große Batterie. Sie ist innerhalb von Minuten geladen und hält extreme Temperaturen aus. Varta hatte laut eines Sprechers schon angekündigt, einen Kunden für die Batterie gefunden zu haben, aber bisher keinen Namen genannt./fba/eas/he

21.06.2021

Ölpreise legen kräftig zu - Dollar-Kurs und stockende Iran-Gespräche beflügeln

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Montag gestiegen. Bis zum späten Nachmittag haben sie leichte Gewinne aus dem frühen Handel deutlich ausgebaut. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 74,71 US-Dollar. Das waren 1,20 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,73 Dollar auf 73,37 Dollar.

Marktbeobachter verwiesen auf eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten und die jüngste Kursentwicklung am Devisenmarkt. Die Ölpreise erhielten am Nachmittag Auftrieb durch eine leichte Kursschwäche des US-Dollar. Nachdem die amerikanische Währung in der vergangenen Woche noch stark zulegen konnte, zeigte sich zum Auftakt der Handelswoche eine Gegenbewegung. Öl wird auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt. Ein fallender Dollar macht den Rohstoff günstiger, was die Nachfrage verstärkt.

Außerdem wurden die Ölpreise durch den Wahlausgang im Iran und den nach wie vor ergebnislosen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gestützt. Aus der iranische Präsidentschaftswahl ging der erzkonservative Kleriker Ebrahim Raeissi als Sieger hervor. Am Ölmarkt wird erwartet, dass die Wahl Raeissis die Atomverhandlungen zumindest nicht vereinfacht, möglicherweise sogar erschwert.

Zuletzt hat sich bei den Atomverhandlungen mit dem Iran in Wien weiterhin kein Durchbruch abgezeichnet. "Wir machen weiter Fortschritte und haben es geschafft, uns auf eine Reihe wichtiger Elemente zu einigen. Die schwierigsten Themen müssen jedoch nach wie vor gelöst werden", hieß es aus Kreisen europäischer Diplomaten am Sonntag.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird das Szenario eines größeren Ölangebots aus dem Iran unwahrscheinlicher. Hintergrund sind die derzeit geltenden US-Sanktionen, die wohl erst im Fall einer Verhandlungslösung gelockert würden./jkr/eas

21.06.2021

Deutsche Anleihen geben nach

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutsche Bundesanleihen sind am Montag gesunken. Nachdem sie am Morgen noch zulegen konnten, drehten sie gegen Mittag in die Verlustzone und bauten ihre Verluste bis zum späten Nachmittag deutlich aus. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel zuletzt um 0,34 Prozent auf 172,09 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg auf minus 0,17 Prozent.

An den Finanzmärkten hellte sich die Stimmung im Handelsverlauf auf, was die Festverzinslichen unter Druck setze. Die Angst vor perspektivisch höheren Leitzinsen in den USA und weniger Wertpapierkäufen durch die US-Notenbank Fed nahm etwas ab.

Zum Wochenstart standen kaum nennenswerte Konjunkturdaten auf dem Programm. Aussagen der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgten ebenfalls nicht für größere Impulse am deutschen Rentenmarkt. Christine Lagarde hält trotz der Konjunkturerholung weiter eine geldpolitische Unterstützung in der Eurozone für nötig.

Sie verwies allerdings auf den jüngsten Anstieg der Marktzinsen. Diese spiegelten zwar die verbesserten Aussichten für die weitere konjunkturelle Entwicklung wider, sagte die EZB-Präsidentin. Sie könnten aber zu einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen führen und ein Risiko für die wirtschaftliche Erholung darstellen./jkr/he

21.06.2021

Erstmals Kryptowährungen bei Diamanten-Auktion von Sotheby's erlaubt

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein Diamant mit mehr als 100 Karat könnte bei einer Auktion bis zu 15 Millionen Dollar (etwa 12,5 Millionen Euro) einbringen - und erstmals kann bei einer Versteigerung dieser Art nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's auch in Kryptowährungen bezahlt werden. Der tropfenförmige weiße Diamant mit dem Namen "The Key 10138" solle am 9. Juli in Hong Kong versteigert werden, teilte Sotheby's am Montag in New York mit. Weltweit seien bislang weniger als zehn Diamanten von dieser außergewöhnlichen Qualität und Reinheit versteigert worden, hieß es. Das Auktionshaus hatte erstmals Mitte Mai Kryptowährungen für die Bezahlung eines ersteigerten Kunstwerks erlaubt./cah/DP/fba

21.06.2021

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow startet mit neuem Mut in die Woche

NEW YORK (dpa-AFX) - Am US-Aktienmarkt haben die Anleger ihre Zinssorgen erst einmal beiseite geschoben. Die wichtigsten Indizes verzeichneten am Montag zum Teil deutliche Gewinne. Die Anleger konzentrierten sich Börsianern zufolge zu Wochenbeginn auf die Stärken der US-Wirtschaft, zumal die inländischen Corona-Beschränkungen zunehmend gelockert würden.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial erholte sich ein gutes Stück von seiner verlustreichen Vorwoche und schloss 1,76 Prozent höher bei 33 876,97 Punkten. Der den breiten Markt abbildende S&P 500 stieg um 1,40 Prozent auf 4224,79 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,62 Prozent auf 14 137,23 Punkte zu und näherte sich damit seinem jüngsten Rekordhoch von gut 14 205 Zählern.

James Bullard, der Präsident der regionalen US-Notenbank (Fed) von St. Louis, hatte am Freitag eine Leitzinserhöhung bereits im kommenden Jahr ins Spiel gebracht. Dies hatte neben dem großen Verfall an den Terminbörsen die Kurse unter Druck gebracht. Höhere Zinsen könnten Aktien im Vergleich zu Anleihen in einem schlechteren Licht erscheinen lassen.

Die Augen der Investoren richten sich nun auf eine Anhörung des Fed-Chefs Jerome Powell vor Teilen des US-Kongresses an diesem Dienstag. Dabei geht es um die Reaktion der Notenbank auf die Corona-Pandemie. Die Äußerungen Powells dürften genau auf Hinweise zur künftigen Geldpolitik abgeklopft werden.

Zu Wochenbeginn kletterten die Aktien des Kreditkartenanbieters American Express mit einem Plus von gut 4 Prozent an die Dow-Spitze. Die Anteilsscheine des Ölkonzerns Chevron gewannen 2,9 Prozent. Sie profitierten von einem kräftigen Anstieg der Ölpreise. Diese wiederum erhielten zum einen Auftrieb durch eine leichte Kursschwäche des US-Dollar, da Öl auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird. Zum anderen wurden die Ölpreise durch die nach wie vor ergebnislosen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gestützt.

Die Papiere von Apple legten mit einem Plus von 1,4 Prozent etwas weniger deutlich zu als der Dow. Das deutsche Bundeskartellamt nutzt seine neuen Möglichkeiten zum Vorgehen gegen große Digital-Plattformen nun auch für Ermittlungen gegen den US-Computerkonzern. "Wir werden jetzt prüfen, ob Apple rund um das iPhone mit dem proprietären Betriebssystem iOS ein digitales Ökosystem über mehrere Märkte errichtet hat", kündigte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt an.

Der jüngste Kursrutsch beim Bitcoin und anderen Kryptowährungen hinterließ derweil auch Spuren bei den Anteilsscheinen von Nvidia und AMD , die 1,1 beziehungsweise 2,4 Prozent einbüßten. Beide Unternehmen stellen Prozessoren für Grafikkarten her, die nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Schürfen von Kryptowährungen verwendet werden.

China verschärft aktuell seinen Kurs gegen privatwirtschaftliche Kryptowährungen. Heimische Banken und das riesige Fintech-Unternehmen Ant Group wurden aufgefordert, keine Dienstleistungen für den Krypto-Handel mehr anzubieten. Viele Digitalanlagen reagierten mit deutlichen Kursverlusten auf die Nachricht. Im Zuge dessen gerieten auch die Preise für Grafikkarten und damit die Kurse der Hersteller von Grafikchips unter Druck.

Der Kurs des Euro erholte sich etwas von seinen herben Verlusten der vergangenen Woche und wurde zuletzt bei 1,1918 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1891 (Freitag: 1,1898) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8410 (0,8405) Euro. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,19 Prozent auf 132,15 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Anleihen betrug 1,49 Prozent./la/eas

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

21.06.2021

Aktien New York Schluss: Dow startet mit neuem Mut in die Woche

NEW YORK (dpa-AFX) - Am US-Aktienmarkt haben die Anleger ihre Zinssorgen erst einmal beiseite geschoben. Die wichtigsten Indizes verzeichneten am Montag zum Teil deutliche Gewinne. Die Anleger konzentrierten sich Börsianern zufolge zu Wochenbeginn auf die Stärken der US-Wirtschaft, zumal die inländischen Corona-Beschränkungen zunehmend gelockert würden.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial erholte sich ein gutes Stück von seiner verlustreichen Vorwoche und schloss 1,76 Prozent höher bei 33 876,97 Punkten. Der den breiten Markt abbildende S&P 500 stieg um 1,40 Prozent auf 4224,79 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,62 Prozent auf 14 137,23 Punkte zu und näherte sich damit seinem jüngsten Rekordhoch von gut 14 205 Zählern.

James Bullard, der Präsident der regionalen US-Notenbank von St. Louis, hatte am Freitag eine Leitzinserhöhung bereits im kommenden Jahr ins Spiel gebracht. Dies hatte neben dem großen Verfall an den Terminbörsen die Kurse unter Druck gebracht. Höhere Zinsen könnten Aktien im Vergleich zu Anleihen in einem schlechteren Licht erscheinen lassen./la/eas

21.06.2021

Aktien New York: Deutliche Erholung von schwacher Vorwoche

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat sich am Montag ein gutes Stück von seiner verlustreichen Vorwoche erholt. Der US-Leitindex notierte 1,82 Prozent höher bei 33 895,94 Punkten.

Der den breiten Markt abbildende S&P 500 stieg um 1,39 Prozent auf 4224,22 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,67 Prozent auf 14 144,09 Punkte zu und näherte sich damit seinem jüngsten Rekordhoch von 14 205 Zählern.

James Bullard, der Präsident der regionalen US-Notenbank (Fed) von St. Louis, hatte am Freitag eine Leitzinserhöhung bereits im kommenden Jahr ins Spiel gebracht. Dies hatte neben dem großen Verfall an den Terminbörsen die Kurse unter Druck gebracht.

Die Augen der Investoren richten sich nun auf eine Anhörung des Fed-Chefs Jerome Powell vor Teilen des US-Kongresses an diesem Dienstag. Dabei geht es um die Reaktion der Notenbank auf die Corona-Pandemie. Die Äußerungen Powells dürften genau auf Hinweise zur künftigen Geldpolitik abgeklopft werden.

An diesem Montag kletterten die Aktien des Kreditkartenanbieters American Express mit einem Plus von rund 4 Prozent an die Dow-Spitze. Dahinter folgten die Anteilsscheine des Flugzeugbauers Boeing und des Ölkonzerns Chevron mit Gewinnen von jeweils rund drei Prozent.

Die Papiere von Apple legten mit einem Plus von 1,4 Prozent etwas weniger deutlich zu als der Dow. Das deutsche Bundeskartellamt nutzt seine neuen Möglichkeiten zum Vorgehen gegen große Digital-Plattformen nun auch für Ermittlungen gegen den US-Computerkonzern. "Wir werden jetzt prüfen, ob Apple rund um das iPhone mit dem proprietären Betriebssystem iOS ein digitales Ökosystem über mehrere Märkte errichtet hat", kündigte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt an.

Der jüngste Kursrutsch beim Bitcoin und anderen Kryptowährungen hinterließ derweil auch Spuren bei den Anteilsscheinen von Nvidia und AMD , die jeweils mehr als zwei Prozent einbüßten. Beide Unternehmen stellen Prozessoren für Grafikkarten her, die nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Schürfen von Kryptowährungen verwendet werden.

China verschärft aktuell seinen Kurs gegen privatwirtschaftliche Kryptowährungen. Heimische Banken und das riesige Fintech-Unternehmen Ant Group wurden aufgefordert, keine Dienstleistungen für den Krypto-Handel mehr anzubieten. Viele Digitalanlagen reagierten mit deutlichen Kursverlusten auf die Nachricht. Im Zuge dessen gerieten auch die Preise für Grafikkarten und damit die Kurse der Hersteller von Grafikchips unter Druck./la/eas

21.06.2021

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax auf Erholungskurs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat einen festeren Wochenstart hingelegt und sich vom Kursrutsch am Freitag weitgehend erholt. Der Dax fiel im frühen Handel zwar auf den tiefsten Stand seit gut einem Monat, berappelte sich aber zügig wieder. Letztlich gewann der deutsche Leitindex 1,00 Prozent auf 15 603,24 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,52 Prozent auf 34 198,71 Zähler.

Positive Impulse kamen am Nachmittag vor allem von den starken US-Börsen. Insgesamt habe der Handelstag jedoch noch im Zeichen der Nachbereitung des "großen Verfalls" an den Terminbörsen vom vergangenen Freitag gestanden, bemerkte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect. Er glaubt, dass mit dem Eindringen in den Kursbereich von 15 600 Punkten die Luft für den Dax nun wieder dünner wird und Gewinnmitnahmen "dem Spiel ein Ende setzen".

Auch die großen europäischen Börsen haben am Montag merklich zugelegt. Der EuroStoxx 50 stieg um 0,71 Prozent auf 4112,33 Punkte. Der Pariser Cac 40 Index rückte um rund 0,5 Prozent und der Londoner FTSE 100 um rund 0,6 Prozent vor. In den USA lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit 1,6 Prozent im Plus.

Auf Unternehmensseite standen die Aktien von Varta im Rampenlicht und zeigten eine Achterbahnfahrt. Zunächst fielen sie um rund 4 Prozent ins Minus, nachdem eine beschlossene Kooperation der VW -Sportwagentochter Porsche mit dem Unternehmen Customcells beim Bau von Hochleistungs-Batteriezellen die Anleger enttäuscht hatte. Kurz vor Ende des Xetra-Geschäfts meldete jedoch das "Handelsblatt", dass Varta doch noch bei Porsche zum Zug kommt und den Sportwagenbauer künftig mit Hochleistungsbatterien beliefern wird. daraufhin drehten die Varta-Papiere rasch ins Plus und endeten mit einem Gewinn von rund 1,5 Prozent.

Die VW-Anteile schnellten als Dax-Spitzenreiter um 3,8 Prozent aufwärts. Bei den Wolfsburgern wird derzeit auch wieder über die Zukunft der Edelmarke Bugatti debattiert - möglicherweise unter dem Dach der Sportwagentochter Porsche. Diese ist nicht zu verwechseln mit der VW-Holdinggesellschaft Porsche SE , deren Papiere im MDax auch um 3,6 Prozent vorrückten.

Covestro -Aktien kletterten um 2,7 Prozent nach oben. Hier galt als Stütze, dass sich der Morgan-Stanley-Analyst Charles Webb positiv äußerte. Mit einem auf 70 Euro erhöhten Kursziel sieht er noch fast ein Drittel Luft nach oben. Außerdem gewannen die Papiere der Deutschen Börse 2,0 Prozent. Schwankungsreichere Börsenphasen gelten als förderlich für das Geschäft des Börsenbetreibers.

Unter den MDax-Werten wurde K+S mit einem Anstieg um 5,6 Prozent zum Spitzenreiter. Die Aktien des Salz- und Düngemittelkonzerns profitierten einmal mehr von der Aussicht auf gute Geschäfte - auch dank der wohl kommenden Sanktionen gegen die Ex-Sowjetrepublik Belarus. Diese könnten in bestimmten Regionen zu einem knapperen Kaliangebot führen und die Preise weiter nach oben treiben, hieß es.

Ansonsten gab es in der Dax-Indexfamilie zum Wochenstart das nächste Stühlerücken. Im Leitindex selbst gab es es zwar keine Änderungen, bevor der Leitindex im September auf 40 Werte aufgestockt werden soll. Im MDax gehört aber Auto1 anstelle des Wafer-Herstellers Siltronic ab sofort zu den Mitgliedern. Der Aufstieg half aber nicht: Die Auto1-Aktien fielen um 2,7 Prozent.

Siltronic findet im SDax seine neue Heimat, gemeinsam mit der Vodafone-Funkmastentochter Vantage Towers , die mit einem Anstieg um 1,7 Prozent gleich zu den besseren Indexwerten gehörten. Neu im Kleinwerte-Index ist auch der Digitaldienstleister Nagarro , dessen Aktien nach ihrem Vorwochenrekord um 2,4 Prozent abrutschten. Außerdem kehrt der Leasingdienstleister Grenke zurück, dessen Aktien um 1,1 Prozent stiegen.

Der Euro kostete zuletzt 1,1910 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1891 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,31 Prozent, während der Rentenindex Rex leicht um 0,07 Prozent auf 144,83 Punkte stieg. Der Bund-Future gab um 0,32 Prozent auf 172,11 Punkte nach./edh/eas

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

21.06.2021

Aktien Frankfurt Schluss: Dax auf Erholungskurs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat einen festeren Wochenstart hingelegt und sich vom Kursrutsch am Freitag weitgehend erholt. Der Dax fiel im frühen Handel zwar auf den tiefsten Stand seit gut einem Monat, berappelte sich aber zügig wieder. Letztlich gewann der deutsche Leitindex 1,00 Prozent auf 15 603,24 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,52 Prozent auf 34 198,71 Zähler.

Positive Impulse kamen am Nachmittag vor allem von den starken US-Börsen. Insgesamt habe der Handelstag jedoch noch im Zeichen der Nachbereitung des "großen Verfalls" an den Terminbörsen vom vergangenen Freitag gestanden, bemerkte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect. Er glaubt, dass mit dem Eindringen in den Kursbereich von 15 600 Punkten die Luft für den Dax nun wieder dünner wird und Gewinnmitnahmen "dem Spiel ein Ende setzen"./edh/eas

21.06.2021

ROUNDUP/Aktien New York: Erholung von schwacher Vorwoche

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat sich am Montag ein gutes Stück von seiner verlustreichen Vorwoche erholt. Der US-Leitindex notierte im frühen Handel 1,47 Prozent höher bei 33 777,82 Punkten. Der den breiten Markt abbildende S&P 500 stieg um 1,03 Prozent auf 4209,37 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,13 Prozent auf 14 067,56 Punkte zu und blieb in Sichtweite seines jüngsten Rekordhochs von 14 205 Zählern.

James Bullard, der Präsident der regionalen US-Notenbank (Fed) von St. Louis, hatte am Freitag eine Leitzinserhöhung bereits im kommenden Jahr ins Spiel gebracht. Dies hatte neben dem großen Verfall an den Terminbörsen die Kurse unter Druck gebracht.

Die Augen der Investoren richten sich nun auf eine Anhörung des Fed-Chefs Jerome Powell vor Teilen des US-Kongresses an diesem Dienstag. Dabei geht es um die Reaktion der Notenbank auf die Corona-Pandemie. Die Äußerungen Powells dürften genau auf Hinweise zur künftigen Geldpolitik abgeklopft werden.

An diesem Montag kletterten die Aktien des Baumaschinenherstellers Caterpillar mit einem Plus von 2,7 Prozent an die Dow-Spitze. Dagegen legten die Papiere von Apple nur um 0,4 Prozent zu und hinkten so dem Markt hinterher. Das deutsche Bundeskartellamt nutzt seine neuen Möglichkeiten zum Vorgehen gegen große Digital-Plattformen nun auch für Ermittlungen gegen den US-Computerkonzern. "Wir werden jetzt prüfen, ob Apple rund um das iPhone mit dem proprietären Betriebssystem iOS ein digitales Ökosystem über mehrere Märkte errichtet hat", kündigte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt an.

Der jüngste Kursrutsch beim Bitcoin und anderen Kryptowährungen hinterließ derweil auch Spuren bei den Anteilsscheinen von Nvidia und AMD , die 3,7 beziehungsweise 2,8 Prozent einbüßten. Beide Unternehmen stellen Prozessoren für Grafikkarten her, die nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Schürfen von Kryptowährungen verwendet werden.

China verschärft aktuell seinen Kurs gegen privatwirtschaftliche Kryptowährungen. Heimische Banken und das riesige Fintech-Unternehmen Ant Group wurden aufgefordert, keine Dienstleistungen für den Krypto-Handel mehr anzubieten. Viele Digitalanlagen reagierten mit deutlichen Kursverlusten auf die Nachricht. Im Zuge dessen gerieten auch die Preise für Grafikkarten und damit die Kurse der Hersteller von Grafikchips unter Druck./la/eas

21.06.2021

Aktien New York: Erholung von schwacher Vorwoche

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat sich am Montag etwas von seiner verlustreichen Vorwoche erholt. Der US-Leitindex notierte im frühen Handel 1,04 Prozent höher bei 33 637,66 Punkten. Der den breiten Markt abbildende S&P 500 stieg um 0,69 Prozent auf 4195,07 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 legte minimal auf 14 056,25 Punkte zu und blieb in Sichtweite seines jüngsten Rekordhochs von 14 205 Zählern.

James Bullard, der Präsident der regionalen US-Notenbank Fed von St. Louis, hatte am Freitag eine Leitzinserhöhung bereits im kommenden Jahr ins Spiel gebracht. Dies hatte neben dem großen Verfall an den Terminbörsen die Kurse unter Druck gebracht.

Die Augen der Investoren richten sich nun auf eine Anhörung des Fed-Chefs Jerome Powell vor Teilen des US-Kongresses an diesem Dienstag. Dabei geht es um die Reaktion der Notenbank auf die Corona-Pandemie. Die Äußerungen Powells dürften genau auf Hinweise zur künftigen Geldpolitik abgeklopft werden./la/he

21.06.2021

Aktien Frankfurt: Dax kriegt die Kurve nach frühem Tief seit einem Monat

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach dem Kursrutsch vom Freitag zu Beginn der neuen Woche etwas erholt. Der Leitindex Dax rutschte zwar im frühen Handel mit 15 309 Punkten auf ein Tief seit gut einem Monat, schaffte im Bereich der charttechnisch wichtigen 50-Tage-Durchschnittslinie aber schnell die Wende. Zuletzt legte er 0,64 Prozent auf 15 546,57 Punkte zu.

Der MDax der mittelgroßen Werte holte seine frühen Verluste ebenfalls auf, er notierte am Nachmittag mit 0,15 Prozent im Plus bei 34 072,44 Punkten. Europaweit war Erholung angesagt, wie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit einem Anstieg um knapp ein halbes Prozent zeigte. In New York lassen Indikationen auch für den Dow Jones Industrial Gewinne erwarten.

Nachdem der Dax vor einer Woche bei gut 15 800 Punkten noch einen Rekord aufgestellt hatte, trieben die Gefahren der Corona-Variante Delta und Sorgen vor einer doch früher als gedachten US-Zinswende die Anleger zum Auftakt noch weiter um. Der Leitindex rutschte am Morgen kurz unter die 50-Tage-Linie, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt. Wie schon zweimal im Mai konnte er sich dort aber schnell stabilisieren. Börsianern zufolge hätte erst ein nachhaltiger Fall unter die Linie charttechnisches Ungemach bedeutet.

Auf Unternehmensseite standen die Aktien von Varta negativ im Rampenlicht, indem sie im MDax um 2,6 Prozent sanken. Eine beschlossene Kooperation der VW -Sportwagentochter Porsche mit dem Unternehmen Customcells beim Bau von Hochleistungs-Batteriezellen enttäuschte laut Händlern einige Anleger, die wohl darauf gehofft hatten, dass Varta hierbei den Zuschlag bekommt.

Die VW-Anteile dagegen mischten sich im Dax mit 1,7 Prozent unter die größten Gewinner. Bei den Wolfsburgern wird derzeit auch wieder über die Zukunft der Edelmarke Bugatti debattiert - möglicherweise unter dem Dach der Sportwagentochter Porsche. Diese ist nicht zu verwechseln mit der VW-Holdinggesellschaft Porsche SE , deren Papiere im MDax auch um 2,5 Prozent vorrückten.

Noch vor VW avancierten jedoch die 1,9 Prozent höheren Covestro -Aktien im Dax zum Spitzenreiter. Hier galt als Stütze, dass sich der Morgan-Stanley-Analyst Charles Webb positiv äußerte. Mit einem auf 70 Euro erhöhten Kursziel sieht er noch fast ein Drittel Luft nach oben. Außerdem gewannen die Papiere der Deutschen Börse 1,5 Prozent. Schwankungsreichere Börsenphasen gelten als förderlich für das Geschäft des Börsenbetreibers.

Unter den MDax-Werten wurde K+S mit einem Anstieg um 4,5 Prozent zum Spitzenreiter. Die Aktien des Salz- und Düngemittelkonzerns profitierten einmal mehr von der Aussicht auf gute Geschäfte - auch dank der wohl kommenden Sanktionen gegen die Ex-Sowjetrepublik Belarus. Diese könnten in bestimmten Regionen zu einem knapperen Kaliangebot führen und die Preise weiter nach oben treiben, hieß es.

Ansonsten gab es in der Dax-Indexfamilie zum Wochenstart das nächste Stühlerücken. Im Dax gab es es zwar keine Änderungen, bevor der Leitindex im September auf 40 Werte aufgestockt werden soll. Im MDax gehört aber Auto1 anstelle des Wafer-Herstellers Siltronic ab sofort zu den Mitgliedern. Der Aufstieg half aber nicht: Die Auto1-Aktien fielen um 2,7 Prozent, zeitweise standen sie unter 36 Euro auf einem Rekordtief.

Siltronic findet im SDax seine neue Heimat, gemeinsam mit der Vodafone-Funkmastentochter Vantage Towers , die mit einem Anstieg um 1,7 Prozent gleich zu den besseren Indexwerten gehörten. Neu im Kleinwerte-Index ist auch der Digitaldienstleister Nagarro , dessen Aktien nach ihrem Vorwochenrekord weiter um 2,4 Prozent abrutschten. Außerdem kehrt der Leasingdienstleister Grenke zurück, dessen Aktien bewegten sich mit 0,2 Prozent im Minus.

Der Euro kostete zuletzt 1,1888 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1898 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,31 Prozent, während der Rentenindex Rex leicht um 0,07 Prozent auf 144,83 Punkte stieg. Der Bund-Future gab um 0,19 Prozent auf 172,35 Punkte nach./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

21.06.2021

Aktien New York Ausblick: Beruhigt und erholt nach schwacher Vorwoche

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der verlustreichen Vorwoche scheint der US-Aktienmarkt am Montag wieder auf den Pfad der Erholung zurückzukehren. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial knapp anderthalb Stunden vor der Startglocke ein halbes Prozent fester auf 33 457 Punkte.

An der technologielastigen Nasdaq-Börse zeichnet sich nur ein dünnes Plus ab. Der Nasdaq 100 hatte am Freitag allerdings weniger Verluste verbucht als die Standardwerte-Indizes. Konjunktur- und unternehmensseitig steht Anlegern ein ruhiger Tag bevor.

James Bullard, der Präsident der regionalen US-Notenbank Fed von St. Louis, hatte am Freitag eine Leitzinserhöhung bereits im kommenden Jahr ins Spiel gebracht. Dies hatte neben dem großen Verfall an den Terminbörsen die Kurse unter Druck gebracht.

Die Augen der Investoren richten sich nun auf eine Anhörung des Fed-Chefs Jerome Powell vor Teilen des US-Kongresses an diesem Dienstag. Dabei geht es um die Reaktion der Notenbank auf die Corona-Pandemie. Die Äußerungen Powells dürften genau auf Hinweise zur künftigen Geldpolitik abgeklopft werden./ajx/jha/

21.06.2021

Aktien Frankfurt: Positive Wende nach Dax-Tief seit einem Monat

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach dem Kursrutsch vom Freitag zu Beginn der neuen Woche zunächst gefangen. Der Leitindex Dax rutschte im frühen Handel zwar erst noch mit 15 309 Punkten auf ein Tief seit gut einem Monat, schaffte dann aber im Bereich seiner 50-Tage-Linie die Wende und drehte schon früh in die Gewinnzone. Zuletzt legte er 0,53 Prozent auf 15 530,48 Punkte zu.

Der MDax der mittelgroßen Werte holte sein frühes Minus ebenfalls auf, er notierte am späten Vormittag knapp mit 0,02 Prozent im Plus bei 34 030,75 Punkten. Europaweit war Erholung angesagt, wie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit einem Anstieg um ein halbes Prozent zeigte. In New York lassen Indikationen auch Gewinne beim Dow Jones Industrial erwarten.

Nachdem der Dax vor einer Woche bei gut 15 800 Punkten noch einen Rekord aufgestellt hatte, trieben zuletzt die Gefahren der Corona-Variante Delta und Sorgen vor einer doch früher als gedachten US-Zinswende die Anleger um. Der Leitindex rutschte am Montag früh unter die 50-Tage-Linie, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt. Wie schon zweimal im Mai konnte er sich dort aber schnell stabilisieren. Börsianern zufolge hätte erst ein nachhaltiger Fall unter die Linie charttechnisches Ungemach bedeutet.

Auf Unternehmensseite standen die Aktien von Varta negativ im Rampenlicht, die im MDax besonders deutlich um vier Prozent absackten. Eine Kooperation der VW -Sportwagentochter Porsche mit dem Batterieunternehmen Customcells enttäuschte laut Händlern einige Anleger, die wohl darauf gehofft hatten, dass Varta den Zuschlag bekommt. VW dagegen mischten sich im Dax mit 1,2 Prozent unter die Gewinner.

Ansonsten zeigte sich im Dax das übliche Bild an schwankungsreicheren Börsentagen: Unter anderem waren Aktien mit defensiveren Qualitäten gefragt. Dazu zählen zum Beispiel Immobilien-, Pharma-, Telekom- und Versorgerwerte, wie Kursgewinne zwischen 0,7 und 1,2 Prozent bei Eon , Deutsche Telekom , Merck oder Vonovia zeigen. Die Papiere der Deutschen Börse, die von einem volatilen Handel profitieren können, gewannen 1,3 Prozent.

Unter den MDax-Werten wurde K+S mit einem Anstieg um 3,7 Prozent zum Spitzenreiter. Die Aktien des Salz- und Düngemittelkonzerns profitierten einmal mehr von der Aussicht auf gute Geschäfte - auch dank der wohl kommenden Sanktionen gegen die Ex-Sowjetrepublik Belarus. Diese könnten in bestimmten Regionen zu einem knapperen Kaliangebot führen und die Preise weiter nach oben treiben, hieß es.

Ansonsten gab es in der Dax-Indexfamilie an diesem Montag das nächste Stühlerücken. Im Dax gab es es zwar keine Änderungen, bevor der Leitindex im September auf 40 Werte aufgestockt werden soll. Ab sofort gehört aber Auto1 anstelle des Wafer-Herstellers Siltronic zu den MDax -Mitgliedern. Der Aufstieg half aber nicht: Die Auto1-Aktien fielen zuletzt um fast vier Prozent und standen unter 36 Euro auf einem Rekordtief.

Siltronic findet im SDax seine neue Heimat, gemeinsam mit der Vodafone -Funkmastentochter Vantage Towers , die mit einem Anstieg um 1,1 Prozent gleich zu den besseren Indexwerten gehörten. Neu im Kleinwerte-Index ist auch der Digitaldienstleister Nagarro , dessen Aktien nach ihrem Vorwochenrekord weiter um 1,9 Prozent abrutschten. Außerdem kehrt der Leasingdienstleister Grenke zurück, dessen Aktien bewegten sich mit einem halben Prozent im Plus.

Dafür müssen im SDax der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer , der Immobilien-Investmentmanager Corestate sowie der Autozulieferer Leoni Platz machen. Alle drei Absteiger wurden aber zuletzt im Plus gehandelt, allen voran die 2,2 Prozent höheren Aktien von König & Bauer./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

21.06.2021

Italien will Maskenpflicht im Freien ab kommender Woche aufheben

ROM (dpa-AFX) - In Italien soll ab kommendem Montag die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien entfallen. "Ab dem 28. Juni lassen wir die Pflicht, in der weißen Zone draußen Masken zu tragen, hinter uns", schrieb Gesundheitsminister Roberto Speranza am späten Montagabend auf Facebook. Dies geschehe jedoch stets unter Beachtung der Vorsichtsmaßnahmen, die der wissenschaftliche Rat aus Gesundheitsexperten festlege.

Aktuell zählen alle italienischen Regionen außer das kleine Aostatal im Nordwesten des Landes zur Weißen Zone mit den lockersten Corona-Regeln. Es wird damit gerechnet, dass ab kommendem Montag auch diese Region dazu gehört.

In Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen damit weiter Masken tragen. Der Zeitung "La Repubblica" zufolge gilt in Restaurants auch die bisherige Regelung weiter, dass der Schutz nur abgenommen werden darf, wenn man an seinem Platz sitzt. Draußen wie drinnen bleiben die Abstandsregeln in Kraft.

Mit zunehmender Lockerung der Corona-Regeln in Italien hatten Politiker und Gesundheitsexperten auch die Debatte um die Maskenpflicht im öffentlichen Raum immer lauter geführt. Die Regierung hatte zunächst Mitte Juli als Zeitpunkt für ein Ende der Maskenpflicht in Aussicht gestellt. Am Montag beriet der wissenschaftliche Rat und gab grünes Licht für den 28. Juni, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

In Italien sinken die Corona-Fallzahlen beständig weiter. Am Montag meldeten die Gesundheitsbehörden knapp 500 Corona-Neuinfektionen und 21 Tote mit dem Virus./jon/DP/he

21.06.2021

ROUNDUP: Fraktionen einigen sich auf Eckpunkte zur Energie- und Klimapolitik

BERLIN (dpa-AFX) - SPD und Union im Bundestag haben sich nach längeren Verhandlungen auf letzte noch offene Eckpunkte bei der Reform ihrer Klima- und Energiepolitik verständigt. Wie beide Fraktionen am Montagabend gemeinsam bekanntgaben, gibt es nun Konsens etwa bei der Entlastung von Unternehmen beim CO2-Preis und beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Neben den großen Zielmarken zur Senkung der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen bis 2045 haben die Verhandlungspartner mehrere Neuregelungen beschlossen, die die Energiewende in Deutschland beschleunigen sollen. Hier die Einigungen im Überblick:

NOVELLE DES BUNDESKLIMASCHUTZGESETZES

Wie bereits im Mai angekündigt, soll in dieser Woche das neue Bundesklimaschutzgesetz Bundestag und Bundesrat passieren. Es sieht vor, dass Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral wird, also fünf Jahre früher als geplant nur noch so viele Treibhausgase ausstößt, wie wieder gebunden werden können. Bis 2030 sollen die Emissionen dann um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken, für 2040 wird eine Zielmarke von 88 Prozent weniger Treibhausgasen festgelegt. Auch in den einzelnen Wirtschaftssektoren wie Verkehr oder Energie werden neue, ambitioniertere Zielmarken festgelegt.

FINANZIELLE ENTLASTUNGEN FÜR UNTERNEHMEN

Seit 1. Januar gilt in Deutschland ein CO2-Preis von 25 Euro auf Öl und Gas. Auch Unternehmen müssen deswegen tiefer in die Tasche greifen, sollen aber durch eine Änderung der sogenannten Carbon-Leakage-Verordnung entlastet werden. Demnach sollen künftig mehr Unternehmen von staatlichen Entschädigungen für den fälligen CO2-Preis profitieren und so weniger Anreize haben, ihre Geschäfte ins Ausland zu verlagern.

Die Regel, dass Unternehmen bis zu einem Verbrauch von 150 Tonnen CO2 die CO2-Zusatzkosten in jedem Fall alleine tragen müssen, soll nur noch dann gelten, wenn das jeweilige Unternehmen mindestens zehn Gigawattstunden im Jahr abrechnet. Für Unternehmen mit geringem Verbrauch soll der sogenannte Selbstbehalt sinken - also der Teil, für den Unternehmen keine staatliche Entschädigung geltend machen können. Für jede eingesparte 0,2 Gigawattstunde soll er den Plänen zufolge um je 20 Tonnen fallen. Zur Einordnung: Bei dem aktuellen CO2-Preis in Höhe von 25 Euro pro Tonne wären das schon 500 Euro, die ein Unternehmen sparen würde.

Um sicherzustellen, dass nur Unternehmen eine Entlastung erhalten, die auch Anspruch darauf haben, soll eine Evaluierung verankert werden.

GRÜNER WASSERSTOFF

Um Unternehmen den Umstieg auf saubere Energiequellen zu erleichtern, soll es Anreize für den Einsatz von grünem Wasserstoff geben. Dieser soll komplett von der EEG-Umlage befreit sein. Entsprechende Regelungen sollen noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht werden.

AUSBAU ERNEUERBARER ENERGIEN

Die Ziele für Wind-und Solarenergie im Jahr 2022 sind nun fix: Die Ausschreibungsmengen werden bei Wind an Land um 1,1 Gigawatt auf vier Gigawatt und bei der Photovoltaik um 4,1 Gigawatt auf sechs Gigawatt angehoben. Das Vorhaben ist seit längerem bekannt. Über diesen Zeitraum hinaus gibt es allerdings noch keine Festlegungen. SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch, der das Paket mitverhandelt hat, sagte am Montag nach der Einigung, dass es eine zentrale Aufgabe in den kommenden Monaten sein werde, einen Pakt "zum verbindlichen Ausbau der erneuerbaren Energien zwischen Bund, Ländern und Kommunen" zu schaffen.

Den Ausbau beschleunigen sollen auch Neuerungen bei Genehmigungsverfahren. Das sogenannte Repowering, also die Erneuerung von Kraftwerken, soll künftig mit weniger Hürden verbunden sein. Dadurch könnten bestehende Windkraftanlagen künftig leichter durch neue ersetzt werden. Für die Genehmigung soll den Plänen zufolge künftig nur noch die Frage entscheidend sein, ob mit dem Ersetzen der Anlage eine Verbesserung für die Umwelt einhergeht. Ist dies der Fall, wird genehmigt. Bislang scheitert der Ausbau der Windenergie häufig an bürokratischen Hürden.

Auch die Solarenergie soll nach dem Willen der Koalitionsfraktionen einen Schub bekommen. Kommunen sollen sich künftig finanziell daran beteiligen können, wenn Betreiber auf Freiflächen Solaranlagen installieren. Diese Beteiligung soll wie bei der Windenergie an Land bis zu 0,2 Cent pro Kilowattstunde betragen.

CO2-PREIS-AUFTEILUNG ZWISCHEN MIETERN UND VERMIETERN

Keinen Kompromiss gab es den Angaben zufolge zur seit Wochen umstrittenen Aufteilung der CO2-Preis-Kosten zwischen Mietern und Vermietern. Die Unionsfraktion hatte bereits in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass sie eine Belastung von Vermietern an dieser Stelle nicht mittragen werde. Noch im Mai hatte die Bundesregierung angekündigt, dass Mieter und Vermieter künftig jeweils die Hälfte der Zusatzkosten tragen sollen, die durch den CO2-Preis auf Öl und Gas beim Heizen fällig werden. Die Regelung sollte ursprünglich in einem Sofortprogramm mit Klimaschutzmaßnahmen verankert werden, das diesen Mittwoch das Kabinett passieren soll. Das zuständige Bundesfinanzministerium wollte sich am Montag zur Frage nach der CO2-Preis-Kostenaufteilung zunächst nicht äußern./faa/DP/he

21.06.2021

London: Drastischer Corona-Anstieg in Cornwall nicht wegen G7-Gipfels

LONDON (dpa-AFX) - Die britische Regierung sieht nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang zwischen dem G7-Gipfel in Cornwall in der vorvergangenen Woche und einem starken Anstieg von Corona-Fällen in der englischen Grafschaft. Das sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Montag im Gespräch mit Journalisten in London. Die Zahl der Neuinfektionen sei im Einklang mit denen in anderen Teilen des Landes. "G7-Teilnehmer wurden vor ihrer Ankunft getestet und fortlaufend während des gesamten Gipfels. Wir wissen nichts von Ansteckungen der örtlichen Bevölkerung (durch Gipfelteilnehmer)", so der Sprecher.

Medien hatten zuvor von einem erheblichen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz - also der Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche - in den Konferenzorten St Ives und Falmouth berichtet. So soll der Wert in Falmouth in den sieben Tagen bis zum 13. Juni auf 600 gestiegen sein. Das entspricht einem Anstieg um 2000 Prozent. Landesweit lag der Wert im gleichen Zeitraum bei rund 77.

Das Treffen der Staats und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Wirtschaftsmächte in Cornwall vom 11. bis 13. Juni war der erste in Präsenz abgehaltene G7-Gipfel seit zwei Jahren./cmy/DP/he

21.06.2021

WDH: Türkei lockert Corona-Maßnahmen - Irritation über Musik-Sperrstunde

(2. Absatz: Uhrzeit angepasst, "ab" nicht "bis" 22 Uhr bzw. Mitternacht)

ISTANBUL (dpa-AFX) - In der Türkei werden die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Ab 1. Juli würden die Ausgangsbeschränkungen, die zurzeit noch abends und sonntags gelten, vollständig aufgehoben, kündigte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Ankara an. Zudem würden Reisebeschränkungen entfallen.

Für Irritation sorgte Erdogan mit einer Äußerung über das zurzeit bestehende Verbot von Musik ab 22 Uhr. Die Sperrstunde werde verschoben und gelte ab Mitternacht, sie werde aber nicht ganz aufgehoben, sagte der Präsident: "Nichts für ungut, niemand hat das Recht, jemanden nachts zu stören." Auf Twitter wurden daraufhin kritische Stimmen laut, aus deren Sicht Erdogan damit zugegeben hatte, dass die Pandemie nur eine Ausrede für das Verbot sei. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Verbote ideologisch motiviert sind", schrieb Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu auf Twitter.

Während eines knapp dreiwöchigen Lockdowns im April und Mai hatte bereits für Unmut gesorgt, dass Supermärkte in der Zeit keinen Alkohol verkaufen durften und Spirituosenläden geschlossen blieben. Der Musiksektor in der Türkei ist durch die Pandemie stark getroffen. Vor wenigen Wochen forderten Musiker und andere Künstler mit einer Kampagne in den sozialen Medien eine Aufhebung der Beschränkungen für das kulturelle Leben.

Wie in vielen anderen Ländern sinkt auch in der Türkei die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Am Montag wurden in dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern rund 5000 Ansteckungen verzeichnet. Knapp jeder Dritte im Land hat mindestens eine Impfung erhalten. In der Türkei werden die Vakzine von Biontech /Pfizer und des chinesischen Herstellers Sinovac verabreicht./jam/DP/he

21.06.2021

ROUNDUP: Irans neuer Präsident lehnt Treffen mit Biden ab

TEHERAN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Der neugewählte iranische Präsident Ebrahim Raeissi hat ein Treffen mit US-Präsident Joe Biden strikt abgelehnt. Auf die Frage, ob er sich ein Treffen mit Biden vorstellen könne, antwortete Raeissi am Montag bei der ersten Pressekonferenz nach seinem Wahlsieg in Teheran: "Nein." Biden ignoriere das Wiener Atomabkommen von 2015 und unterstütze "unmenschliche Sanktionen" gegen das iranische Volk. "Biden muss als erstes alle Sanktionen aufheben, um die USA im Iran wieder glaubwürdig erschienen zu lassen", sagte Raeissi.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, verwies am Montag darauf, dass die USA keine diplomatischen Beziehungen mit dem Iran unterhielten und es keine Pläne für Spitzentreffen gebe. Es sei also unklar, ob sich überhaupt etwas geändert habe. Psaki sagte mit Blick auf die Zukunft des Wiener Atomatomabkommens, aus Sicht der USA liege die Entscheidung in diesem Bereich bei Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei.

Raeissi hatte die Präsidentenwahl am Freitag mit mehr als 60 Prozent der für gültig erklärten Stimmen deutlich gewonnen. Der 60-Jährige war als Spitzenkandidat der Hardliner und nach dem Ausschluss der meisten Kandidaten durch den sogenannten Wächterrat quasi ohne Konkurrenz angetreten. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent - ein Negativrekord bei Präsidentenwahlen im Iran./str/fmb/DP/he

21.06.2021

Türkei lockert Corona-Maßnahmen - Irritation über Musik-Sperrstunde

ISTANBUL (dpa-AFX) - In der Türkei werden die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Ab 1. Juli würden die Ausgangsbeschränkungen, die zurzeit noch abends und sonntags gelten, vollständig aufgehoben, kündigte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Ankara an. Zudem würden Reisebeschränkungen entfallen.

Für Irritation sorgte Erdogan mit einer Äußerung über das zurzeit bestehende Verbot von Musik bis 22 Uhr. Die Sperrstunde werde verschoben bis Mitternacht, aber nicht ganz aufgehoben, sagte der Präsident: "Nichts für ungut, niemand hat das Recht, jemanden nachts zu stören." Auf Twitter wurden daraufhin kritische Stimmen laut, aus deren Sicht Erdogan damit zugegeben hatte, dass die Pandemie nur eine Ausrede für das Verbot sei. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Verbote ideologisch motiviert sind", schrieb Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu auf Twitter.

Während eines knapp dreiwöchigen Lockdowns im April und Mai hatte bereits für Unmut gesorgt, dass Supermärkte in der Zeit keinen Alkohol verkaufen durften und Spirituosenläden geschlossen blieben. Der Musiksektor in der Türkei ist durch die Pandemie stark getroffen. Vor wenigen Wochen forderten Musiker und andere Künstler mit einer Kampagne in den sozialen Medien eine Aufhebung der Beschränkungen für das kulturelle Leben.

Wie in vielen anderen Ländern sinkt auch in der Türkei die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Am Montag wurden in dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern rund 5000 Ansteckungen verzeichnet. Knapp jeder Dritte im Land hat mindestens eine Impfung erhalten. In der Türkei werden die Vakzine von Biontech /Pfizer und des chinesischen Herstellers Sinovac verabreicht./jam/DP/eas

21.06.2021

Koalition einigt sich auf Verbesserungen des Tierwohls im Baurecht

BERLIN (dpa-AFX) - Union und SPD im Bundestag haben sich auf Erleichterungen beim Umbau von Ställen für eine bessere Tierhaltung verständigt. Mit dem Gesetzentwurf über bauliche Änderungen zur Verbesserung des Tierwohls soll die artgerechtere Haltung von Jungsauen und Sauen unterstützt werden, wie Unions-Fraktionsvize Ulrich Lange (CSU) und SPD-Fraktionsvize Sören Bartol am Montagabend in Berlin mitteilten.

"Wir schaffen im Bauplanungsrecht die Möglichkeit, auch ohne Vorliegen eines Bebauungsplans Tierwohlverbesserungen durch bauliche Änderungen zu erreichen", teilte Lange mit. Im Vordergrund stehe die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Jungsauen und Sauen, ohne dass es zur Vergrößerung des Tierbestands komme. Bartol betonte: "Tierwohlverbesserungen sollen und werden nicht am Baurecht scheitern."

Für gewerbliche Tierhaltungsanlagen, die vor September 2013 zugelassen wurden, musste seitdem den Angaben zufolge ein Bebauungsplan oder ein Vorhaben- und Entschließungsplan beschlossen werden, damit bei baulichen Änderungen Verbesserungen des Tierwohls erreicht werden konnten. Unter engen Voraussetzungen würden solche baulichen Änderungen mit dem Gesetz jetzt wieder vereinfacht, hieß es. Damit werde auch ein Anreiz gesetzt, auf Fördermittel für den Stallumbau aus dem Konjunkturpaket vom vergangenen Jahr zurückzugreifen./sl/DP/eas

21.06.2021

Merkel: Fortschritte in Corona-Pandemie noch immer fragil

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Corona-Pandemie zu Vorsicht trotz stark gesunkener Infektionszahlen aufgerufen. Es gebe zwar eine sehr grundlegende Verbesserung der Situation, sagte sie am Montag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. "Aber wir wissen auch, wie fragil dieser Fortschritt noch ist." Die Impfquote steige zwar, aber man nähere sich noch nicht einer Herdenimmunität. Und: "Wir sind anfällig für neue Varianten." In Großbritannien und Portugal könne man sehen, wie schnell die Inzidenzen wieder hochgehen könnten. "Deshalb verfolgen wir die Dinge sehr aufmerksam."

Draghi betonte, dass die deutsch-italienischen Beziehungen durch die Corona-Krise noch enger geworden seien. Er bedankte sich ausdrücklich für die Hilfe Deutschlands in der ersten Welle der Pandemie mit der Aufnahme italienischer Patienten in deutschen Krankenhäusern./bk/sk/jon/DP/fba

21.06.2021

EU sanktioniert Edelstein- und Holzunternehmen in Myanmar

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die EU hat nach dem Militärputsch in Myanmar weitere Sanktionen gegen staatlich kontrollierte Unternehmen verhängt. Betroffen sind nach einem Beschluss vom Montag drei Firmen, die den Handel mit Jade, Edelsteinen und Holz kontrollieren. Ihnen wird vorgeworfen, durch ihre Unterstützung der Streitkräfte die Untergrabung der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit zu unterstützen. Zudem sanktionierte die EU eine Veteranenorganisation sowie acht weitere Personen. Unter ihnen sind mehrere Regierungsmitglieder wie die Minister für Finanzen, Verkehr und Grenzangelegenheiten.

In der ersten der beiden Sanktionsrunden hatte die EU bereits mehr als 30 Personen sowie zwei Firmenkonglomerate mit Strafen belegt. Die Sanktionsregeln der EU sehen vor, dass die in der EU vorhandenen Vermögenswerte der Betroffenen eingefroren werden und ihnen kein Geld oder wirtschaftliche Ressourcen mehr zur Verfügung gestellt werden dürfen. Zudem wird den betroffenen Personen die Einreise in die Europäische Union verboten.

In dem südostasiatischen Staat Myanmar (früher: Birma) hatte das Militär Anfang Februar gegen Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind seitdem mindestens 870 Menschen getötet und mehr als 6000 festgenommen worden. Die Widerstandsbewegung fordert die Freilassung und Wiedereinsetzung der entmachteten Regierungschefin, die im Hausarrest sitzt./aha/DP/fba

21.06.2021

ROUNDUP 2: EU erlässt neue Sanktionen gegen Unterstützer Lukaschenkos

(durchgehend aktualisiert)

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Mit weitreichenden Wirtschaftssanktionen erhöht die EU den Druck auf den Apparat des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko. Bei einem Treffen der Außenminister verständigten sich die 27 Mitgliedstaaten am Montag in Luxemburg darauf, die Kali- und Düngemittelindustrie der ehemaligen Sowjetrepublik sowie Mineralölunternehmen und den Finanzdienstleistungssektor des Landes ins Visier zu nehmen. Der Beschluss soll schon in den nächsten Tagen umgesetzt werden.

"Wir wollen auf die Art und Weise einen Teil dazu beitragen, dass dieses Regime finanziell ausgetrocknet wird", sagte Außenminister Heiko Maas (SPD). Solche Sanktionen brächten auch unerwünschte Nebenwirkungen für die deutsche Wirtschaft mit sich. "Wir werden auch im Energiebereich, wo es Verbindungen gibt, sicherlich betroffen sein." Dass viele Länder bereit seien, eigene Einbußen in Kauf zu nehmen, sei ein Zeichen dafür, dass man sehr entschlossen sei.

Mit den Sanktionen reagiert die EU auf die anhaltenden Repressionen gegen Zivilgesellschaft und demokratische Opposition in Belarus (früher: Weißrussland) wie die Festnahme des regierungskritischen Bloggers Roman Protassewitsch. Minsk hatte dafür eine Passagiermaschine auf dem Weg zwischen den EU-Staaten Griechenland und Litauen zu einer Zwischenlandung gezwungen. Auch die USA, Großbritannien und Kanada verhängten weitere Strafmaßnahmen.

Bereits am Montag setzte die EU ein neues Sanktionspaket gegen direkte Unterstützer Lukaschenkos in Kraft. Es sieht vor, dass mit insgesamt 86 betroffenen Personen und Unternehmen keine Geschäfte mehr gemacht werden dürfen. Zudem wurden in der EU vorhandene Vermögenswerte eingefroren und Einreiseverbote verhängt.

Unter den betroffenen Unternehmen ist unter anderem die staatseigene Firma BelAZ, die zu den weltweit größten Herstellern großer Lastwagen und Kipplastern gehört. Betroffen sind auch Lukaschenkos Sohn Dmitri, Luftwaffenchef Igor Golub und Verteidigungsminister Viktor Chrenin. Die Wirtschaftssanktionen ziehen auch österreichische Banken in Mitleidenschaft, die in Belarus vergleichsweise stark aktiv sind.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja begrüßte die Sanktionen als "wichtiges Signal", das zeige, dass die Belarussen nicht alleine seien. "Heute hat die gesamte demokratische Welt beispiellose Einheit gezeigt."

Die Auswirkungen auf den Energiebereich in Deutschland ergeben sich demnach daraus, dass Belarus viele Erdölprodukte exportiert. Sie machten 2020 nach Angaben der belarussischen Botschaft rund 37 Prozent der Ausfuhren in die Bundesrepublik aus. Zudem richten sich die Sanktionen nach Angaben von Diplomaten gegen die Tabakindustrie sowie Unternehmen, die affen oder Überwachungstechnik anbieten.

Der belarussische Wirtschaftsminister Alexander Tscherwjakow kommentierte: "Natürlich wird es Verluste geben. Die Umleitung von Warenströmen kostet viel Geld." Die Strafmaßnahmen seien zugleich aber eine Chance, neue Märkte zu erschließen. Dass die Regierung einknickt, schloss er aus. "Wenn man die weltweite Praxis der Sanktionen analysiert, kommt man zur Erkenntnis, dass sie nie ihre politischen Ziele erreicht haben."

Die EU hält trotzdem daran fast. "Wir wollen die Freilassung der politischen Gefangenen, ein Ende der Gewalt gegen Protestierende und gegen die Opposition und einen inklusiven Dialog, an dem am Ende dann auch freie und faire Wahlen stehen", sagte Maas.

In Belarus gibt es seit der Präsidentenwahl am 9. August vergangenen Jahres Proteste gegen Lukaschenko. Bei Protesten gab es mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Tausende Festnahmen. Menschenrechtler sprechen von Folter in den Gefängnissen. Gegen Lukaschenko selbst und Dutzende andere Unterstützer gibt es schon seit längerem Strafmaßnahmen.

Befürchtungen, dass die die Strafmaßnahmen Lukaschenko noch stärker in die Arme des russischen Präsidenten Wladimir Putin treiben, wurden in Luxemburg zurückgewiesen. Die belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja wurde von den Außenministern zu einem Frühstück empfangen. Tichanowskaja hatte zuvor schon immer wieder zu schärferen Strafmaßnahmen aufgefordert./aha/DP/fba

21.06.2021

ANALYSE: Morgan Stanley hält Gewinnpotenzial von Covestro für unterschätzt

NEW YORK (dpa-AFX) - Aus Sicht der US-Investmentbank Morgan Stanley unterschätzen viele Investoren das Gewinnpotenzial des Kunststoffkonzerns Covestro . Wie Analyst Charles Webb in einer am Montag vorliegenden Studie schrieb, ist die Nachfrage in der Branche nach wie vor stark, während die Sorgen über eine Ausweitung des Produktangebots übertrieben erscheinen.

Im Gegensatz zum Marktkonsens glaubt der Experte, dass Covestro sein operatives Ergebnis (Ebitda) im Jahr 2022 steigern kann. Er hob deshalb seine Ebitda-Prognosen für die Jahre 2021 bis 2023 um bis zu 7 Prozent an. Für 2022 liegt er demzufolge nun rund 6 Prozent über der durchschnittlichen Analystenschätzung.

Die Covestro-Papiere bleiben sein Favorit im europäischen Chemiesektor mit Blick auf das zyklische Erholungspotenzial. Als Gründe dafür nannte Webb die unterschätzte Angebots- und Nachfragedynamik beim Schaumstoffvorprodukt MDI. Hinzu komme Sparpotenzial im Zuge der Übernahme des Geschäfts mit nachhaltigen Beschichtungsharzen von DSM, in dessen Zuge zudem keine Restrukturierungskosten anfielen.

Für Covestro sprächen unter anderem aber auch einige auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wachstumstreiber sowie ein zyklusübergreifend attraktiver freier Mittelzufluss, betonte Webb.

Der Analyst erhöhte sein Kursziel für die Covestro-Aktie von 67 auf 70 Euro und bestätigte seine Einstufung "Overweight". Aktuell kosten die Papiere gut 52 Euro.

Gemäß der Einstufung "Overweight" erwartet Morgan Stanley eine überdurchschnittliche Gesamtrendite der Aktie im Vergleich zu den anderen von der Bank beobachteten Werten derselben Branche. Zugrunde gelegt wird ein Zeitraum zwischen zwölf und 18 Monaten./edh/mis/fba

Analysierendes Institut Morgan Stanley.

Veröffentlichung der Original-Studie: 20.06.2021 / 21:00 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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21.06.2021

AKTIE IM FOKUS 2: Varta bei Porsche-Batterien nicht im Boot - Aktie unter Druck

(neu: Kurs, mehr Details und Hintergrund)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Kooperation der VW -Sportwagentochter Porsche mit dem Batterieunternehmen Customcells dämpft am Montag die Fantasie für die Varta -Aktien. Händlern zufolge hatten am Markt einige darauf gehofft, dass der MDax -Konzern bei der Partnerschaft zum Zuge kommt. In der Folge sackten die am Freitag schon sehr schwachen Aktien nun nochmals um vier Prozent ab. Ausgehend vom Zwischenhoch seit Mitte Februar vom vergangenen Donnerstag haben sie nun 8,5 Prozent an Wert verloren.

Der Sportwagenbauer Porsche will zusammen mit Customcells im kleinen Umfang Hochleistungs-Batteriezellen herstellen. Damit wurde nun bekannt, mit welchem Partner die Stuttgarter zusammenarbeiten werden. Die Pläne, eine Batteriefabrik zu bauen, hatte Porsche-Chef Oliver Blume Ende April schon in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" angedeutet. Porsche soll an dem Gemeinschaftsunternehmen Cellforce Group mit 83,75 Prozent die Mehrheit halten, der Rest der Anteile soll bei Customcells liegen.

Die Batteriefabrik soll in Tübingen entstehen, wie Porsche am Sonntag mitteilte. Mit einer Kapazität von 100 Megawattstunden pro Jahr soll sie Zellen für etwa 1000 Sportwagen liefern, die besonders anspruchsvolle Anforderungen an die Batterie stellen. Porsche investiert in die neue Firma eine hohe zweistellige Millionensumme. Der Konzern bezeichnete Batteriezellen als "Brennraum der Zukunft".

Hoffnung in Varta hatten die Anleger vor dem Hintergrund gelegt, weil der Batteriekonzern derzeit mit Hochleistungsrundzellen der Serie V4Drive in den Automobilbereich vordringt. Analyst Michael Punzet hatte vor einigen Tagen in einer Studie betont, Varta stoße damit bei den Branchenkunden auf großes Interesse. Einen ersten bislang nicht näher definierten Auftrag konnte der Konzern für die Rundzellen bereits gewinnen. Charlotte Friedrichs von der Berenberg Bank hatte dabei zuletzt Porsche und BMW als Kandidaten genannt.

Mit dem Schritt komme der Volkswagen -Konzern beim Aufbau eines Netzes aus sechs europäischen Batteriezellfabriken voran, hieß es mit Bezug zu den Wolfsburgern. Deren Vorzugsaktien drehten im Dax nach schwachem Start mit 1,1 Prozent ins Plus und hoben sich damit positiv ab von der Kursentwicklung bei den Konkurrenten Daimler und BMW. Im Zuge dessen stiegen auch die Papiere der VW-Holdinggesellschaft Porsche SE , die nicht dem Sportwagenbauer entsprechen, im MDax um 1,4 Prozent./tih/men/jha/

21.06.2021

AKTIE IM FOKUS: K+S steigen - Profiteur der Sanktionen gegen Belarus

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von K+S haben am Montag einmal mehr von der Aussicht auf gute Geschäfte auch dank der wohl kommenden Sanktionen gegen Belarus profitiert. So werden die geplanten Wirtschaftssanktionen gegen die Ex-Sowjetrepublik nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas auch die Kaliindustrie des Landes treffen. Darauf hatten Investoren bereits in den letzten Wochen verstärkt gesetzt und den K+S-Kurs bis Mitte Juni auf 12,60 Euro getrieben, bevor er in den vergangenen Tagen im Sog eher unruhiger Börsen erst einmal etwas zurückgefallen war.

Mit einem Kursplus von 2,79 Prozent auf 11,43 Euro schafften die K+S-Papiere an diesem Montag nun nicht nur den Sprung an die MDax -Spitze, sondern auch zurück über die 21-Tage-Linie als kurzfristigen Trendindikator.

Die Preise für Kalidünger steigen ohnehin schon seit Monaten, da Landwirte angesichts hoher Preise für Agrargüter ihre Ernten maximieren wollen. Sanktionen gegen Belarus könnten in bestimmten Regionen zu einem knapperen Kaliangebot führen und die Preise weiter nach oben treiben. Laut dem Analysten Markus Mayer von der Baader Bank erschienen die Gewinnerwartungen des Marktes für K+S für 2021 und 2022 vor diesem Hintergrund zu niedrig./mis/ag/jha/

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21.06.2021

AKTIE IM FOKUS: Air Liquide kratzen am Rekordhoch nach positiver JPMorgan-Studie

PARIS (dpa-AFX) - Nicht viel gefehlt hat am Montagvormittag den Papieren von Air Liquide bis zu ihrem Rekordhoch. Eine Hochstufung von "Neutral" auf "Overweight" durch die US-Bank JPMorgan gab Auftrieb.

Im zuletzt kaum veränderten Gesamtmarkt waren die Anteile des Industriegasekonzerns mit plus 1,8 Prozent auf 147,14 Euro der Favorit. Sowohl im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 als auch im französischen Cac-40 reichte der Zuwachs für Platz eins. Mit in der Spitze 147,52 Euro wackelte die erst vor wenigen Tagen erreichte Bestmarke von 147,78 Euro. Auch die Titel des zweiten Industriegaseanbieters im EuroStoxx, Linde , schlugen sich mit plus 0,7 Prozent überdurchschnittlich gut.

JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi sieht Air Liquide vor einer mehrjährigen Phase schnelleren Wachstums. In Kombination mit einem historisch hohen Bewertungsabschlag gegenüber der US-Konkurrenz sowie vergleichbaren europäischen Chemiewerten, den er für nicht gerechtfertigt hält, biete sich Anlegern eine gute Einstiegsgelegenheit./ajx/jha/

21.06.2021

AKTIEN IM FOKUS: Spekulationen über höhere Übernahmeofferte treiben Morrison an

LONDON (dpa-AFX) - Das Übernahmeangebot von Clayton Dubilier & Rice (CD&R) für Morrison ist bei der britischen Supermarktkette auf Granit gestoßen - sehr zur Freude der Anleger. Denn die Papiere schnellten am Montag in London um mehr als 31 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang 2019. Damit stieg der Börsenwert von Morrison zu Wochenbeginn um mehr als 1,3 Milliarden britische Pfund auf über 5,6 Milliarden.

Auch die Kurse anderer britischer Supermarktkonzerne wie Sainsbury und Tesco wurden davon beflügelt mit Kursgewinnen von mehr als dreieinhalb beziehungsweise rund zwei Prozent. In jedem Fall dürfte sich das Interesse an Morrison positiv auswirken auf die gesamte britische Lebensmittelbranche, wo die Bewertungen noch vergleichsweise günstig seien, erläuterte Analyst Thomas Davies von der Berenberg Bank.

Der amerikanische Finanzinvestor Clayton Dubilier & Rice bietet fünfeinhalb Milliarden Pfund für Morrison - laut Marktteilnehmern offenbar viel zu wenig, um Gegenangebote abzuschrecken.

Ein Analyst zeigte sich überrascht von dem niedrigen Gebot. Aber vielleicht stehe dahinter auch zunächst die Absicht, Morrison dazu zu bewegen, aus einigen Vermögenswerten mehr Kapital zu schlagen. Das eigentliche Angebot könnte erst danach auf den Tisch kommen. Auch Experte Davies hält ein weiteres Angebot für wahrscheinlich. Er verwies auf Parallelen zur jüngsten Akquisition des britischen Lebensmittelhändlers Asda durch die EG Group./ajx/ag/mis

21.06.2021

ANALYSE-FLASH: Baader Bank belässt K+S auf 'Add' - Ziel 13,50 Euro

MÜNCHEN (dpa-AFX Broker) - Die Baader Bank hat die Einstufung für K+S auf "Add" mit einem Kursziel von 13,50 Euro belassen. Die Sorge vor Sanktionen gegen die belarussische Kaliindustrie habe den Preis für diesen Dünger steigen lassen, schrieb Analyst Markus Mayer in einer am Montag vorliegenden Studie. Die Gewinnerwartungen des Markts für K+S erschienen daher für 2021 und 2022 zu niedrig./mis/ag

Veröffentlichung der Original-Studie: 21.06.2021 / 08:35 / CEST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 21.06.2021 / / CEST

21.06.2021

AKTIE IM FOKUS: Hellofresh rücken Rekord nach Empfehlung wieder näher

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer Kaufempfehlung haben sich die Aktien von Hellofresh am Montag im schwachen Marktumfeld gut geschlagen. Die Papiere des Kochboxenversenders gewannen bis zu 2,3 Prozent auf 84,22 Euro und näherten sich damit wieder dem jüngsten Rekord bei 85,48 Euro.

Der Analyst Sebastian Patulea von der Investmentbank Jefferies traut den Aktien 104 Euro zu und startete seine Beobachtung entsprechend mit einem "Buy"-Votum. Die Wachstumsaussichten des Unternehmens hält er für deutlich unterschätzt. Er geht davon aus, dass die Markterwartungen anziehen je näher das Unternehmen seinen mittelfristigen Zielen kommt./ag/jha/

21.06.2021

ANALYSE-FLASH: Barclays hebt Ziel für ASML auf 750 Euro - 'Overweight'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für ASML von 650 auf 750 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Wie Analyst Andrew Gardiner in einer am Montag vorliegenden Studie schrieb, sei dies das aktuell höchste Kursziel für den Ausrüster der Halbleiterbranche. Es sei angebracht, beim Wachstum das Unternehmens bereits jetzt über das Jahr 2025 hinaus zu blicken. So sollten die Investitionen der Halbleiterkonzern dauerhaft hoch bleiben. Er lobte die Aktie als "Top Pick" im europäischen Hardware-Technologie-Sektor./tih/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 21.06.2021 / 00:08 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 21.06.2021 / 04:00 / GMT

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21.06.2021

AKTIE IM FOKUS: Varta vorbörslich schwach - Porsche kooperiert mit Konkurrenten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Kooperation der VW -Sportwagentochter Porsche mit dem Batterieunternehmen Customcells ist am Montag vorbörslich nicht nach dem Geschmack der Varta -Anleger. Die Aktie des Batteriekonzerns gehörte vorbörslich im MDax zu den schwächsten Indexwerten, auf der Plattform Tradegate wurden sie zuletzt 2,6 Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs vom Freitag gehandelt. Händlern zufolge hatten am Markt einige darauf gehofft, dass auch Varta für solch eine Partnerschaft in Frage kommt.

Der Sportwagenbauer will zusammen mit seinem Partner im kleinen Umfang Hochleistungs-Batteriezellen herstellen. An dem neuen Gemeinschaftsunternehmen Cellforce Group soll Porsche mit 83,75 Prozent die Mehrheit halten, der Rest der Anteile soll bei Customcells liegen. Für die Vorzugsaktien des Porsche-Mutterkonzerns Volkswagen war dies vorbörslich keine Hilfe, sie gaben im schwachen Marktumfeld um 0,9 Prozent nach. Die im MDax gelisteten Papiere der VW-Holdinggesellschaft Porsche SE , die nicht dem Sportwagenbauer entsprechen, fielen auf Tradegate um 0,6 Prozent./tih/jha/

21.06.2021

TESLA IM FOKUS: Geplanter Weltmarktführer Model Y - Musk mit nächstem Clou?

PALO ALTO (dpa-AFX) - Der US-Elektroautobauer Tesla fährt zwar mittlerweile vergleichsweise beständig Gewinne ein - doch wie nachhaltig das Geschäftsmodell der Kalifornier ist, bleibt weiter fraglich. Außerdem blasen die Konkurrenten immer lauter zur Jagd. Tesla will im Gegenzug die eigene Produktion deutlich ausweiten. Was bei der Firma von Tech-Guru Elon Musk los ist, was Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt lief.

DAS IST LOS BEI TESLA:

Mitten in der Corona-Pandemie hat Tesla 2020 den ersten Jahresgewinn erreicht. Auch im ersten Vierteljahr dieses Jahres gab es weiter schwarze Zahlen - und damit das siebte Quartal in Folge. Es ist aber nicht nur der Verkauf von Autos, der Geld einbringt - bei genauerem Hinsehen ist das Kerngeschäft sogar kaum profitabel. Viel Geschäft kam nämlich aus dem Handel mit Abgaszertifikaten, die andere Autobauer benötigen, um ihre Emissionsbilanz aufzubessern und so gesetzliche Vorgaben etwa in Kalifornien, Europa oder China zu erfüllen.

Im ersten Quartal setzte Tesla mit den Abgasrechten 518 Millionen Dollar um. Da dafür kaum operative Kosten anfallen, dürfte sogar das Gros des Quartalsgewinns von 438 Millionen Dollar aus dem Zertifikatehandel kommen. Außerdem profitierte die Bilanz von einer milliardenschweren Investition in die Kryptowährung Bitcoin, mit der das Unternehmen im Februar Schlagzeilen gemacht hatte.

Der Umsatz zog um nahezu drei Viertel auf 10,4 Milliarden Dollar an - schließlich lieferte Tesla mit 184 877 Autos im ersten Quartal mehr als doppelt so viele Wagen aus wie ein Jahr zuvor. Mit dem Massenmarktmodell Model 3 sieht sich Musk sogar an der Weltspitze vor verkaufsstarken Verbrennern wie dem BMW 3er oder der Mercedes E-Klasse von Daimler.

Im wichtigsten Auslandsmarkt China hatte Tesla zuletzt Probleme, die Verkaufszahlen brachen teils deutlich ein. Im April stand die Shanghaier Fabrik des E-Pioniers vorübergehend still - zwar wegen branchenüblicher Wartungsarbeiten. Bei Anlegern war aber dennoch Sorge aufgekommen, ob Tesla in der Volksrepublik seine Stellung angesichts zunehmender Konkurrenz bei Elektrofahrzeugen halten kann.

Die Amerikaner waren in China nämlich nach einem Kundenprotest in die Kritik geraten und mussten sich für eine verspätet in Angriff genommene Beschwerde rund um das Bremssystem eines Teslas öffentlich entschuldigen. Kundenproteste und offizielle Entschuldigungen von Firmen in China gibt es immer wieder mal - sie gelten als Anzeichen dafür, dass das Verhältnis zwischen Unternehmen und den lokalen Behörden besser sein könnte. Im Mai verkaufte Tesla wieder spürbar mehr Autos als im April. Ob die Kritik im Land aber nicht doch die Verkäufe belastet, wird sich wegen der Vorlaufzeit der bei Tesla üblichen Online-Bestellungen wohl erst nach und nach zeigen.

Nicht ganz so schnell wie erhofft geht es auch mit dem Aufbau der Fabrik in Grünheide bei Berlin. Ursprünglich sollte die Produktion im Juli starten, nun ist die Rede von einem Zeitpunkt im "späten 2021". Derweil erhöht der Konzern weiter die Importe nach Europa, auch aus China.

Wenn Grünheide aber erstmal läuft, will Musk hier das Crossover-SUV Model Y bauen lassen, mit dem er noch ambitioniertere Ziele hat als mit dem Model 3: Tesla glaube, dass das Model Y das bestverkaufte Automodell weltweit über alle Klassen hinweg werden könnte, hieß es im jüngsten Quartalsbericht.

In Kalifornien und Shanghai läuft das Modell bereits vom Band, neben Berlin soll es auch in der neuen Fabrik in Texas gebaut werden. Zudem kommt eine neue Version des teureren Luxusautos Model S auf den Markt. Insgesamt peilt Musk dieses Jahr ein Auslieferungsplus wie im mittelfristig angestrebten Bereich von 50 Prozent auf dann rund 750 000 Autos an.

Musk will auf dem Gelände nahe Berlin auch die weltgrößte Batteriefabrik errichten, bisher produziert Tesla seine Batterien im US-Bundesstaat Nevada. Mit der Ankündigung hat das Unternehmen offenbar schlafende Hunde geweckt, denn im März preschte auch der europäische Platzhirsch Volkswagen mit dem Vorhaben vor, europaweit bis 2030 sechs Batteriezellwerke mit Partnern hochziehen zu wollen.

Und überhaupt rüsten die Riesen der alten Autowelt sich derzeit mit Milliardensummen für den Wettbewerb mit E-Autos und Software, auf dem Tesla als führend gilt. Volkswagen hat für den Zeitraum 2021 bis 2025 rund 73 Milliarden Euro für die neuen Technologien verplant, nahezu die Hälfte der Gesamtinvestitionen. US-Riese General Motors erhöhte jüngst sein Budget für Elektroantriebe und autonomes Fahren bis 2025 um rund ein Drittel auf 35 Milliarden US-Dollar (29,3 Mrd Euro).

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Trotz der luftigen Höhen, die der Aktienkurs erreicht hat, ist immer noch ein großer Teil der Analysten optimistisch für die weiteren Chancen des Papiers. 19 der 44 von Bloomberg erfassten Experten empfehlen den Kauf der Aktie, 13 das Halten und 12 das Verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 618 Dollar und damit in etwa auf dem aktuellen Kursniveau.

"Man kann fast den Eindruck bekommen, dass Tesla zwei Standbeine hat: Den Emissionsrechte-Verkauf und den Bitcoin-Handel", resümierte NordLB-Analyst Frank Schwope nach den Quartalszahlen. "Der eigentlich zentrale Pfeiler, der Verkauf von Autos, trägt hingegen immer noch nicht großartig zu den Gewinnen bei." Weil die Konkurrenz bei Elektromodellen aufhole, dürften die Einnahmen aus den Zertifikaten nach und nach zurückgehen.

Zwar kommen auch die Analysten der DZ Bank wie Schwope von der NordLB zu dem Schluss, dass Tesla derzeit mit Autos selbst nur wenig Gewinn einfährt. Fertigungstiefe und Position bei wichtigen Zukunftsthemen wie der Batterietechnologie seien aber beeindruckend, urteilten die Experten. Sie gehören aber dennoch wie Schwope zu denen, die die Bewertung der Aktie für zu hoch halten und daher zum Verkaufen raten.

Chris McNally von der Investmentbank Evercore sieht 2021 dominiert im Zeichen von der Vorbereitung auf die Produktionsausweitung im kommenden Jahr und hat derzeit ein neutrales Votum zur Aktie.

JPMorgan -Analyst Ryan Brinkman gehört zu den Skeptikern: Die hohe Bewertung von Tesla dürfte mit neuen Elektromodellen der Rivalen auf den Prüfstand kommen, weil diese nicht nur um Verkäufe und Marktanteile konkurrierten, sondern auch den Bedarf an Abgaszertifikaten bei der Konkurrenz senkten. Und die hätten schließlich im ersten Quartal erst für einen Gewinn gesorgt. Mit einem Kursziel von 155 Dollar ist Brinkman einer der pessimistischsten Experten.

Mark Delaney von Goldman Sachs wiederum sieht die Dinge weitaus zuversichtlicher. Die Aussagen zum Model Y bedeuteten, dass Tesla dem Auto einen Jahresabsatz von rund einer Million Fahrzeuge im Jahr 2022 zutraue. Er empfiehlt Anlegern den Kauf der Aktie mit einem Kursziel von 860 Dollar.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Bis Ende Januar war die Tesla-Aktie von einem Hoch zum anderen geeilt. Am 25. Januar kostete sie zeitweise sogar etwas mehr als 900 US-Dollar. Weiter bergauf ging es dann aber nicht mehr, denn seit Februar schlug der Kurs vor allem den Weg nach unten ein. Dabei verlor die Aktie bis Anfang März gut 40 Prozent, ehe es dann wieder langsam etwas bergauf ging. Zuletzt kostete die Aktie 623 Dollar und damit gut 30 Prozent weniger als Ende Januar.

Trotz der jüngsten Einbußen verliefen die vergangenen Monate und Jahre für Tesla-Investoren sehr erfolgreich. So stieg der Kurs seit dem Tief Mitte März 2020 fast auf das Neunfache - und auf die vergangenen fünf Jahre gesehen ist es sogar das 16-fache. Damit hängte der US-Autobauer die deutsche Konkurrenz am Kapitalmarkt deutlich ab, auch wenn diese zuletzt wieder etwas verlorenen Boden gutmachen konnte.

Tesla ist derzeit an der Börse rund 600 Milliarden Dollar oder umgerechnet etwas mehr als 500 Milliarden Euro wert und ist damit an der Börse weltweit der wertvollste Autohersteller. Zum Vergleich: Die drei deutschen Hersteller Volkswagen (129 Mrd Euro), Daimler (82 Mrd Euro) und BMW (59 Mrd Euro) kommen zusammen auf etwas mehr als die Hälfte. Und auch die Konkurrenz im eigenen Land lässt der US-Elektroautobauer hinter sich: General Motors (GM) bringt es auf 85 Milliarden Dollar, Ford auf 58 Milliarden Dollar.

Unterdessen bewegt Firmenchef Musk mit seinen Äußerungen auch andere Kurse: Mit der Entscheidung Teslas, Bitcoins im Wert von 1,5 Milliarden Dollar zu erwerben und diese auch als Zahlungsmittel zu akzeptieren, katapultierte sich die Kryptowährung im Februar und März zunächst nach oben, um im April ein Rekordhoch bei fast 65 000 Dollar zu erreichen. Als Musk dann die Problematik der schlechten Energie- und Klimabilanz des rechenintensiven Bitcoin-Netzwerks für sich entdeckte, stürzte nicht nur die bekannteste Kryptowährung im Mai deutlich ab - auch weil China die digitalen Coins deutlich stärker an die Zügel nehmen will. Aktuell rangiert der Bitcoin bei rund 34 000 Dollar./men/ngu/fba/zb

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