dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

24.08.2019

Vereinbarung zu E-Scootern zwischen Kommunen und Anbietern

BERLIN (dpa-AFX) - Die kommunalen Spitzenverbände und vier große Anbieter von E-Tretrollern wollen für mehr Ordnung und Sicherheit bei der Nutzung der kleinen Fahrzeuge sorgen. Dazu schlossen sie eine Vereinbarung, wie eine Sprecherin des Deutschen Städtetags am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte die "Passauer Neue Presse" (PNP) über die Vereinbarung berichtet; der Zeitung liege dazu eine Absichtserklärung vor. Ziel sei es, Chaos und Unfälle durch E-Tretroller - auch E-Scooter genannt - zu vermeiden und die Roller besser in den Straßenverkehr einzubinden.

Dem PNP-Bericht zufolge sollen die Verleihunternehmen sicherstellen, dass E-Tretroller nicht ungeordnet auf Gehwegen, in Fußgängerzonen und auf öffentlichen Plätzen abgestellt werden. Dazu müssten die Mieter der Fahrzeuge per App aufgefordert werden und dies per Foto-Übersendung nachweisen. Feste Verleihstationen und gekennzeichnete Bereiche sollten für eine bessere Ordnung sorgen. Verstöße sollten durch Sperren der Nutzungsberechtigung sanktioniert werden.

Die Verleiher sollen sich zudem verpflichten, falsch abgestellte und defekte Roller innerhalb einer mit der Kommune vereinbarten Frist zu beseitigen. Über eine Hotline sollen falsch abgestellte Roller gemeldet werden können.

An dem Papier, das am Montag vorgestellt werden soll, ist neben dem Deutschen Städtetag auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund beteiligt. "Die ersten Wochen seit der Zulassung zeigen, dass es sowohl klarere Vorgaben durch die Kommunen braucht als auch eine gute Kommunikation durch die Anbieter", wurde Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, in der PNP zitiert. Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, sagte der Zeitung, E-Tretroller könnten einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn sie tatsächlich Pkw-Fahrten ersetzen. "Damit sie sich gut in den Verkehr integrieren, braucht es vor allem die Rücksicht derer, die mit den E-Rollern unterwegs sind sowie klare Regeln, wo Roller stehen dürfen und wo nicht."

Elektro-Tretroller sind seit Juni in Deutschland zugelassen. Mehrere Anbieter stellen die kleinen Fahrzeuge seither in etlichen Städten zum Ausleihen zur Verfügung. Die Roller dürfen bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnell fahren und müssen eine Lenk- oder Haltestange haben. Fahren müssen E-Tretroller auf Radwegen. Gibt es keine, müssen sie auf die Fahrbahn./vf/DP/zb

24.08.2019

Nordkorea setzt Raketentests fort

SEOUL (dpa-AFX) - Unmittelbar vor Beginn des G7-Gipfels im französischen Biarritz zu verschiedenen Krisen und Konflikten in der Welt hat Nordkorea erneut Raketen getestet. Das Militär des international isolierten Landes habe am Samstagmorgen (Ortszeit) zwei Raketen von der östlichen Stadt Sondok aus abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Die Raketen seien etwa 380 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen. Es habe sich vermutlich erneut um zwei ballistische Kurzstreckenraketen gehandelt - und damit um den siebten Test dieser Art seit Ende Juli.

Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind Nordkorea, das auch schon mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Bereits in den Wochen zuvor hatte Nordkorea ein Militärmanöver der USA mit Südkorea zum Anlass für mehrere Raketentests genommen. Seoul wertete die Tests des abgeschotteten Nachbarlandes jeweils als "Machtdemonstration", die den Unmut Pjöngjangs über die Manöver in Südkorea zeigen sollten. Die USA und Südkorea haben die Übungen jedoch Anfang dieser Woche beendet.

US-Präsident Donald Trump hat sich bisher zurückhaltend zu den nordkoreanischen Raketentests geäußert. Er setzt darauf, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, mit dem er sich seit Juni 2018 bereits dreimal getroffen hat, die Verhandlungen über einen Rückbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wiederaufnehmen will./dg/DP/stk

24.08.2019

Gamescom zog 2019 so viele Besucher an wie noch nie

KÖLN (dpa-AFX) - Die Computerspielmesse Gamescom hat abermals einen Besucherrekord geknackt. Auf das Gelände der Kölner Messe strömten bis zum Samstag rund 373 000 Besucher, wie die Veranstalter am Samstag mitteilten. So viele waren es noch nie in der Geschichte der 2009 gestarteten Messe. Vergangenes Jahr waren es noch 370 000.

Hinzu kommt nach den Angaben eine große Reichweite im Internet, welche die Messe in diesem Jahr mit einer neuen Digitalpräsenz "Gamescom Now" ausgebaut hatte. Menschen aus aller Welt konnten sich Webstreams von Shows oder Interviews mit Branchenstars angucken. Mit der Nachfrage im Internet waren die Veranstalter zufrieden: "Allein in den ersten Tagen wurden die Videoinhalte der gamescom weltweit weit über 100 Millionen Mal abgerufen".

Losgegangen war es am Dienstag mit einem Presse- und Fachbesuchertag, ab Mittwoch kam das breite Publikum auf die 218 000 Quadratmeter große Ausstellungs- und Showfläche. 1150 Aussteller aus mehr als 50 Staaten präsentierten ihre Angebote für die Gamer, ob Strategie-, Action- oder Sportspiele. Bei der farbenfrohen Veranstaltung unweit des Rheins zeigten sich zahlreiche Spielefans in den Kostümen von Computerspiel-Figuren - ob als Elfe, Endzeitkrieger oder Supermario.

Gaming boomt, der Umsatz mit Games und Hardware - etwa Konsolen - wuchs 2018 in Deutschland nach Branchenangaben um elf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Ein großes Thema der diesjährigen Messe war das Cloud-Gaming, bei dem externe Server für Rechenleistungen und als Speicher genutzt werden, um die eigenen Endgeräte zu entlasten./wdw/szam/DP/zb

24.08.2019

G7: Trump in Frankreich eingetroffen - Zoff über Wein-Zölle

BIARRITZ (dpa-AFX) - Vor Beginn des G7-Gipfels der wichtigen Industriestaaten in Biarritz ist US-Präsident Donald Trump in Frankreich eingetroffen. Trump landete am Samstagmittag in Bordeaux, wie mitreisende Reporter berichteten. Anschließend wollte der US-Präsident mit einem kleineren Flugzeug weiter in den südwestfranzösischen Badeort Biarritz fliegen.

Vor seiner Abreise aus Washington hatte Trump die französische Digitalsteuer erneut scharf kritisiert und dem G7-Gastgeberland mit Konsequenzen gedroht. Er warnte, die USA würden Wein der Franzosen mit Strafzöllen belegen "wie sie es noch nie gesehen haben".

Nach Angaben aus dem Weißen Haus will Trump die von Frankreich beschlossene Digitalsteuer bei einem bilateralen Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Biarritz ansprechen. Die USA kritisieren, die Steuer ziele auf US-Technologieunternehmen ab.

Dennoch sagte Trump vor seinem Abflug, er habe eine gute Beziehung zu Macron und freue sich auf den Besuch beim G7-Gipfel. Der Konflikt mit Frankreich ist jedoch nur eines von vielen Streitthemen, die bei dem Gipfel aufkommen dürften.

Trump plant in Biarritz diverse bilaterale Treffen, darunter auch eines mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten - Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, USA, Kanada und Japan - kommen bis Montag in Biarritz zusammen./cy/jac/DP/fba

24.08.2019

G7: EU sagt mehr Geld für Kampf gegen Aids zu

BIARRITZ (dpa-AFX) - Die EU hat beim G7-Gipfel in Biarritz zusätzliches Geld für den weltweiten Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose in Aussicht gestellt. Geplant sei, die europäischen Mittel für den globalen Fonds zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten um weitere 550 Millionen Euro aufzustocken, erklärte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Samstag. Das wären noch einmal mehr als die 475 Millionen Euro, die aus dem EU-Haushalt für den Zeitraum von 2017 bis Ende 2019 zugesagt wurden.

Aids, Tuberkulose und Malaria zählen zu den tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt und fordern jährlich fast drei Millionen Todesopfer. 1,6 Millionen Menschen starben 2017 nach UN-Angaben allein an Tuberkulose und rund 940 000 Menschen an den Folgen von Aids.

Über den 2002 gegründeten Globalen Fonds zur Bekämpfung der Krankheiten werden unter anderem Präventionsmaßnahmen und Behandlungen finanziert. Er will bis 2023 rund 234 Millionen Neuinfektionen verhindern und weitere 16 Millionen Menschenleben retten. Dafür braucht er aber nach eigenen Angaben für die Jahre 2020, 2021 und 2022 mindestens 12,6 Milliarden Euro.

Neben den Geldern für den Globalen Fonds sagte Tusk 85 Millionen Euro EU-Unterstützung für ein französisches Projekt zur Stärkung der Rolle von Frauen in Afrika zu. Zudem kündigte er eine erste Million Euro für eine Initiative an, die die beiden Friedensnobelpreisträger von 2018, Denis Mukwege und Nadia Murad, am Sonntag beim G7-Gipfel vorstellen wollen. Es soll die Überlebenden von sexueller Gewalt in Konflikten unterstützen./aha/DP/fba

24.08.2019

G7: Merkel erwartet von Gipfel Signal gegen Brände im Amazonasgebiet

BIARRITZ (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet vom G7-Gipfel ein klares Signal für einen Stopp der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet in Südamerika. "Wir werden uns damit beschäftigen, wie wir unterstützen und helfen können und einen klaren Aufruf dazu senden, dass alles getan werden muss, damit der Regenwald aufhört zu brennen", sagte Merkel in einem am Samstag kurz vor ihrer Abreise ins französische Biarritz gesendeten Podcast. Der französische Präsident Emmanuel Macron habe Recht, wenn er sagt: "Unser Haus brennt." Da könne man nicht schweigen.

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. In diesem Jahr nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas Medienberichten zufolge um 83 Prozent zu. Insgesamt sollen mehr als 70 000 Brände registriert worden sein. Macron hatte das Thema als Gastgeber des G7-Gipfels kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte das wiederum als Einmischung in innere Angelegenheiten kritisiert.

Merkel erhofft sich von dem Gipfel auch eine klare Aussage gegen Gewalt gegen Frauen und Impulse für die Zusammenarbeit mit Afrika. "Nur wenn sich Afrika gut entwickelt, wird die Welt insgesamt eine gute Entwicklung nehmen können", sagte sie. Macron hat zusätzlich die Staatschefs fünf afrikanischer Länder zum Gipfel führender westlicher Wirtschaftsmächte nach Biarritz eingeladen: Burkina Faso, Ägypten, Senegal, Ruanda und Südafrika.

Der Kritik, die G7-Gipfel machten ohne Beteiligung von China oder Russland keinen Sinn, trat Merkel entgegen. Die Treffen böten die Möglichkeit "frei und offen über die Themen zu sprechen, die gelöst werden müssen und wo wir vorankommen müssen", sagte die CDU-Politikerin. "Miteinander zu sprechen ist allemal besser als übereinander und G7 ist dafür eine hervorragende Möglichkeit."

Der Gipfel beginnt am Samstagabend und dauert bis Montag. Der G7 gehören neben Deutschland und Frankreich die USA, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan an./mfi/DP/fba

24.08.2019

Rohlfs will in Japan für Toshiba-Ansiedlung in Kiel kämpfen

KIEL (dpa-AFX) - Wirtschaftsstaatssekretär Thilo Rohlfs will auf einer Asienreise für den Bau abgasarmer Lokomotiven durch Toshiba in Schleswig-Holstein werben. Am Dienstag trifft der FDP-Politiker in Tokio auf den für diesen Bereich zuständigen Vizepräsidenten des japanischen Konzerns. "Wir haben sehr gute Argumente für Kiel als Standort für eine weitere Lokfertigung", sagte Rohlfs der Deutschen Presse-Agentur vor der Reise. Am Sonntag will der Politiker gemeinsam mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und einer Wirtschaftsdelegation zu einer mehrtägigen Asienreise aufbrechen.

Als Standort für den Bau der Hybrid-Loks bewirbt sich neben Kiel auch Rostock. Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern hat das Unternehmen bereits eine gewerbliche Förderung beantragt. Kiel ist ein traditionsreicher Lokbau-Standort. Toshiba hat an der Förde bereits den Prototypen der neuartigen Lok entwickelt und gebaut. Die Zentrale für seine europaweiten Bahnaktivitäten hat der Konzern bereits von Düsseldorf nach Kiel verlegt.

Neben einer bestehenden Produktionshalle bietet der Standort Kiel Fachkräfte mit Eisenbahntechnik-Erfahrung, sagte Rohlfs. "Ich werde deutlich machen, welche Vorzüge Kiel als Standort für eine Lokfertigung hat." Weitere Themen der Reise sind ein Besuch der Partnerregion Hyogo und eine integrierte Wasserstoffwirtschaft. "Die Japaner sind Pioniere im Bereich Wasserstoff", sagte Rohlfs. Am 31. August reist er zurück nach Deutschland./akl/DP/fba

24.08.2019

G7: Drei junge Deutsche vor Gipfel in Frankreich verurteilt

BAYONNE (dpa-AFX) - Unmittelbar vor dem Gipfel der großen Industriestaaten (G7) hat ein Gericht im südfranzösischen Bayonne drei junge Deutsche zu Gefängnisstrafen von bis zu drei Monaten verurteilt. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstag berichtete, wurde den Deutschen im Alter von 18 bis 22 Jahren vorgeworfen, in einer Gruppe Gewalttätigkeiten vorbereitet zu haben. Sie waren bereits am Mittwoch bei einer Autobahnkontrolle festgenommen worden und stammen aus der Gegend von Nürnberg.

Bayonne ist die Nachbarstadt von Biarritz, wo der Gipfel am Samstagabend beginnen sollte. Die Behörden hatten vor dem Treffen gewarnt, dass Ausschreitungen von Demonstranten am Rande des Toptreffens nicht hingenommen werden sollen. Das dreitägige Topereignis wird von über 13 000 Einsatzkräften geschützt.

In dem Auto der Deutschen waren unter anderem Tränengas und Kapuzen gefunden worden. Dokumente ließen darauf schließen, dass sie zu einer linksextremen Bewegung gehören, berichtete die Agentur unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die Deutschen dürfen in den nächsten fünf Jahren nicht mehr nach Frankreich kommen./cb/DP/fba

24.08.2019

Brauerei-Verband fordert Pfandverdopplung für Bierflaschen

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Der Brauerei-Verband fordert eine deutschlandweit einheitliche Pfanderhöhung für Bierflaschen auf mindestens 15 Cent. Derzeit liegt das Pfand für eine normale Bierflasche bei 8 Cent. Für Bügelflaschen sollte das Pfand von bisher 15 Cent auf 25 Cent steigen, wie Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbands Private Brauereien Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur weiter sagte.

Seit Jahresbeginn liefen Gespräche zwischen Brauereiverbänden und Handel in ganz Deutschland, um das Pfand für Bierflaschen und -kästen einheitlich anzuheben. Wenn es bis Ende des Jahres keine bundesweite Einigung gebe, werde das deutsche Pfandsystem zersplittern, warnte Demleitner. Für das Geld lohne es sich für Viele nicht, Leergut wieder an die Brauereien zurückzugeben, sagte der Verbandschef. Nach Branchenschätzungen sind derzeit bundesweit zwischen drei und vier Milliarden Mehrwegflaschen von Brauereien im Umlauf.

Der Verband Private Brauereien Bayern macht nun Druck: 40 Bierbrauer im Freistaat wollen sogar 30 Cent Pfand, ganz egal für welche Bierflasche. Ob das realistisch ist, bezweifelt aber selbst der bayerische Verbandspräsident Georg Rittmayer. Eine Erhöhung auf 15 Cent für Bierflaschen und 30 Cent für Bügelflaschen sei aber das Mindeste, so Rittmayer. Auch das Pfand für leere Bierkästen soll erhöht werden./miu/DP/stk

24.08.2019

Letzter Tag der Gamescom 2019 - großer Ansturm erwartet

KÖLN (dpa-AFX) - Zum Abschluss des diesjährigen Computerspiel-Branchentreffs Gamescom werden auf dem Gelände der Kölner Messe nochmal große Menschenmassen erwartet. Da im Gegensatz zu den Vortagen auch die Abendtickets bereits ausverkauft seien, werde der Samstag wohl der besucherstärkste Tag, sagte eine Sprecherin der weltgrößten Messe für Computer- und Videospiele. Möglich ist, dass der letztjährige Rekord von 370 000 Besuchern gebrochen wird. Die Gamescom startete am Dienstag mit einem Pressetag, seit Mittwoch ist das breite Publikum zugelassen. Am Samstag um 20 Uhr schließen sich die Türen, dann müssen sich Fans wieder ein Jahr in Geduld üben bis zur nächsten Gamescom.

In diesem Jahr präsentierten 1150 Aussteller aus mehr als 50 Staaten ihre Angebote für die Gamer, ob Strategie-, Action- oder Sportspiele. Bei der farbenfrohen Veranstaltung unweit des Rheins zeigten sich zahlreiche Spielefans als Cosplayer in den Kostümen von Computerspiel-Figuren, ob als Elfe, Endzeitkrieger oder Supermario.

Die Branche boomt, der Umsatz mit Games und Hardware - also Konsolen

- wuchs 2018 in Deutschland um elf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Ein großes Thema der diesjährigen Messe war das Cloud-Gaming, bei dem externe Server für Rechenleistungen und als Speicher genutzt werden, um die eigenen Endgeräte zu entlasten./wdw/DP/stk

23.08.2019

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Zollstreit eskaliert - Anleger ziehen Reißleine

NEW YORK (dpa-AFX) - Neue Eskalationsrunden im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Wall Street am Freitag auf Talfahrt geschickt. Die wichtigsten Aktienindizes gerieten nach einem verhaltenen Start immer weiter unter Druck und schlossen tiefrot. China hatte zunächst neue Vergeltungszölle auf US-Importe beschlossen, nachdem die USA Anfang August ähnliche Maßnahmen angekündigt hatten. US-Präsident Donald Trump reagierte kurz darauf mit Verbaltattacken und kündigte noch für Freitagnachmittag (Ortszeit) eine Reaktion an. Als sicher empfundene Anlagen wie Staatsanleihen und auch Gold waren hingegen gefragt.

Das "Wie Du mir, so ich Dir" im internationalen Handelskonflikt schürte bei den Anlegern einmal mehr die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft. Insofern knickte der Dow Jones Industrial um 2,37 Prozent auf 25 628,90 Punkte ein. Auch Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 0,99 Prozent.

Der marktbreit aufgestellte S&P 500 sackte am Freitag um 2,59 Prozent auf 2847,11 Punkte ab. Für den technologieorientierten Nasdaq 100 ging es um 3,15 Prozent auf 7465,00 Zähler nach unten. Das Barometer reagiert in der Regel besonders sensibel auf konjunkturelle Nachrichten. Der Markt bekomme die Wut Trumps zu spüren, schrieb Marktanalyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets UK.

China wird zusätzliche Zölle in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf US-Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar (68 Milliarden Euro) erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden.

Eine Rede von US-Notenbank-Präsident Jerome Powell beim Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole, Wyoming, hatte nur zu Handelsbeginn für etwas Entspannung gesorgt. Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft. Insgesamt befinde diese sich jedoch in einem günstigen Zustand. Der Fed-Chef habe insofern keine neuen Erkenntnisse geliefert, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Powell habe die Flexibilität sowie die Handlungsbereitschaft der Fed betont und sich so wie erwartet alle Optionen offen gehalten.

Angesichts der Vergeltungsspirale im Handelsstreit schlossen fast alle 30 Dow-Werte im Minus. Am deutlichsten traf es die Aktien des Computerkonzerns Apple , die 4,6 Prozent einbüßten. Ein wenn auch nur moderates Plus schafften lediglich die Papiere des Flugzeugbauers Boeing . Sie knüpften damit an ihrem zuletzt guten Lauf an.

Unter den weiteren Einzelwerten stemmten sich Aktien von Software-Anbietern gegen den negativen Trend. Die Papiere von Intuit zum Beispiel stiegen um gut 1 Prozent. Das Unternehmen hatte mit seinen jüngsten Quartalszahlen positiv überrascht. Die Anteilscheine von Salesforce verzeichneten an der Spitze des S&P 500 ein Plus von mehr als 2 Prozent. Das Unternehmen hatte nach starken Quartalszahlen seine Jahresziele angehoben.

Beim Computerkonzern HP Inc hingegen war der Umsatz im dritten Geschäftsquartal nahezu unverändert geblieben und lag damit unter der Durchschnittsprognose der Analysten. Zudem steht beim Unternehmen ein Chefwechsel bevor. Die Aktien sackten um rund 6 Prozent ab. Um knapp 19 Prozent ging es für die Papiere von Foot Locker abwärts. Der Sportartikelhändler hatte mit seinen Umsatz- und Ergebniszahlen zum zweiten Quartal die Konsensschätzungen verfehlt.

Am Devisenmarkt profitierte der Euro von der allgemeinen Schwäche des US-Dollars und notierte zuletzt bei 1,1136 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1065 (Donnerstag: 1,1083) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9038 (0,9023) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige Anleihen zogen angesichts des Kurseinbruchs an der Wall Street um 24/32 Punkte auf 100 27/32 Punkte an. Sie rentierten mit 1,532 Prozent./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

23.08.2019

Aktien New York Schluss: Auge um Auge im Zollkonflikt - Anleger ziehen Reißleine

NEW YORK (dpa-AFX) - Neue Eskalationsrunden im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Wall Street am Freitag auf Talfahrt geschickt. Die wichtigsten Aktienindizes gerieten nach einem verhaltenen Start immer weiter unter Druck und schlossen tiefrot. China hatte zunächst neue Vergeltungszölle auf US-Importe beschlossen, nachdem die USA Anfang August ähnliche Maßnahmen angekündigt hatten. US-Präsident Donald Trump reagierte kurz darauf mit Verbaltattacken und kündigte noch für Freitagnachmittag (Ortszeit) eine Reaktion an. Als sicher empfundene Anlagen wie Staatsanleihen und auch Gold waren hingegen gefragt.

Das "Wie Du mir, so ich Dir" im internationalen Handelskonflikt schürte bei den Anlegern einmal mehr die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft. Insofern knickte der Dow Jones Industrial um 2,37 Prozent auf 25 628,90 Punkte ein. Auch Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 0,99 Prozent.

Der marktbreit aufgestellte S&P 500 sackte am Freitag um 2,59 Prozent auf 2847,11 Punkte ab. Für den technologieorientierten Nasdaq 100 ging es um 3,15 Prozent auf 7465,00 Zähler nach unten. Das Barometer reagiert in der Regel besonders sensibel auf konjunkturelle Nachrichten. Der Markt bekomme die Wut Trumps zu spüren, schrieb Marktanalyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets UK./la/he

23.08.2019

Aktien New York: Vergeltungsspirale im Handelskonflikt zwingt Börsen in die Knie

NEW YORK (dpa-AFX) - Neue Eskalationsrunden im Handelskonflikt zwischen den USA und China haben die US-Anleger am Freitag aus dem Aktienmarkt getrieben. China hatte zunächst neue Vergeltungszölle auf US-Importe beschlossen, nachdem die USA Anfang August ähnliche Maßnahmen angekündigt hatten. US-Präsident Donald Trump reagierte kurz darauf mit Verbaltattacken und kündigte noch für Freitagnachmittag (Ortszeit) eine Reaktion an. Sichere Anlagen wie Staatsanleihen und Gold hingegen waren gefragt.

Das "Wie Du mir, so ich Dir" im internationalen Handelskonflikt schürte bei den Anlegern einmal mehr die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft. Insofern knickte der Dow Jones Industrial um 1,91 Prozent auf 25 751,96 Punkte ein. Auch Wochensicht deutet sich damit ein leichtes Minus an.

Der marktbreit aufgestellte S&P 500 sackte am Freitag um 2,04 Prozent auf 2863,19 Punkte ab. Für den technologieorientierten Nasdaq 100 ging es um 2,74 Prozent auf 7496,25 Zähler nach unten. Das Barometer reagiert in der Regel besonders sensibel auf konjunkturelle Nachrichten. Der Markt bekomme die Wut Trumps zu spüren, schrieb Marktanalyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets UK.

China will im Handelsstreit mit den USA zusätzliche Zölle in Höhe von 5 bis 10 Prozent auf Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. Auf Sojabohnen und Erdölimporte ist ab September ein Zusatzzoll von fünf Prozent vorgesehen. Autozölle in Höhe von 25 Prozent sollen am 15. Dezember wieder aufgenommen werden. Die US-Regierung hatte Anfang August neue Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Eine Rede von US-Notenbank-Präsident Jerome Powell beim Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole, Wyoming, sorgte nur für etwas Entspannung. Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft. Insgesamt befinde diese sich jedoch in einem günstigen Zustand.

Der Fed-Chef habe insofern keine neuen Erkenntnisse geliefert, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Powell habe die Flexibilität sowie die Handlungsbereitschaft der Fed betont und sich so wie erwartet alle Optionen offen gehalten.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien von Software-Anbietern besonders deutlich an. Die Papiere von Intuit zum Beispiel stiegen um rund 3 Prozent. Das Unternehmen hatte mit seinen jüngsten Quartalszahlen positiv überrascht. So war der Verlust geringer als befürchtet ausgefallen.

Die Anteilscheine von Salesforce verzeichneten ein Plus von knapp 3 Prozent. Der Konzern hatte die Experten mit seinem Optimismus überrascht: Nach starken Quartalszahlen hob das Unternehmen seine Jahresziele an. Im zweiten Geschäftsquartal war der Umsatz um gut ein Fünftel gestiegen.

Beim Computerkonzern HP Inc hingegen war der Umsatz im dritten Geschäftsquartal nahezu unverändert geblieben und lag damit unter der Durchschnittsprognose der Analysten. Zudem steht beim Unternehmen ein Chefwechsel bevor. Dion Weisler, der den PC-Riesen seit der Trennung von der Unternehmenssparte im Jahr 2015 leitete, wird von Enrique Lores abgelöst, der zuletzt unter anderem die Druckersparte führte. Die Aktien sackten um mehr als 6 Prozent ab.

Um rund 17 Prozent ging es für die Papiere von Foot Locker abwärts. Der Sportartikelhändler hatte mit seinen Umsatz- und Ergebniszahlen zum zweiten Quartal die Konsensschätzungen verfehlt./la/he

23.08.2019

ROUNDUP/Anleger fliehen aus Aktien - Vergeltungsspirale im Handelskonflikt

NEW YORK/FRANKFURT/WASHINGTON/PEKING (dpa-AFX) - Neue Eskalationsrunden im Handelskonflikt zwischen den USA und China haben Anleger am Freitag aus den Aktienmärkten getrieben. Sichere Anlagen wie Staatsanleihen und Gold waren hingegen gefragt.

China hatte zunächst neue Vergeltungszölle auf US-Importe beschlossen, nachdem die USA Anfang August ähnliche Maßnahmen angekündigt hatten. US-Präsident Donald Trump reagierte kurz darauf mit Verbaltattacken und kündigte noch für Freitagnachmittag (Ortszeit) eine Reaktion an.

Das "Wie Du mir, so ich Dir" im internationalen Handelskonflikt schürte bei den Anlegern einmal mehr die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft. Besonders heftig fielen die Reaktionen an der Wall Street aus, wo der US-Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt um fast 1,7 Prozent absackte.

Die technologieorientierten Börsenbarometer Nasdaq 100 und Nasdaq Composite knickten um mehr als 2 Prozent ein. Sie reagieren in der Regel besonders sensibel auf konjunkturelle Nachrichten. Der Markt bekomme die Wut Trumps zu spüren, schrieb Marktanalyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets UK.

In Europa schlossen der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sowie der Dax und das französische Börsenbarometer Cac 40 jeweils mehr als 1 Prozent tiefer. Der Londoner FTSE 100 schlug sich etwas besser und gab nur etwas nach.

Als sicher empfundene Anlagen waren dagegen gefragt. Insofern schichteten Anlege in europäische und US-Staatsanleihen um. Der Goldpreis legte ebenfalls zu.

An den Rohstoffmärkten gaben insbesondere die Erdölpreise nach. Aber auch andere Rohstoffe, darunter Soja, gerieten unter Druck. China hatte angekündigt, ab dem 1. September amerikanische Erdöl- und Soja-Importe mit Strafzöllen zu belegen.

Insgesamt sollen amerikanische Waren im Wert von 75 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen von 5 bis 10 Prozent belegt werden. Die Zölle sollen teils am 1. September, teils am 15. Dezember in Kraft treten. Autozölle in Höhe von 25 Prozent sollen am 15. Dezember wieder aufgenommen werden. Die USA hatten Anfang August neue Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden Dollar angekündigt./bgf/la/he

23.08.2019

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Handelskrieg ist mit neuer Wucht zurück

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Vergeltungszölle Chinas und eine von den USA daraufhin angekündigte Reaktion haben vor dem Wochenende den Handelskrieg wieder in die Mitte des Börsenparketts gerückt. Der Dax beendete den Freitagshandel auf seinem Tagestief mit 11 611,51 Punkten und einem Minus von 1,15 Prozent. Damit rutschte der Leitindex wieder unter die viel beachtete 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Auf Wochensicht reichte es für den Dax noch für ein Plus von 0,4 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen schloss am Freitag 0,81 Prozent tiefer auf 25 039,94 Zählern und damit ebenfalls auf Tagestief.

US-Präsident Donald Trump will noch an diesem Freitag auf die kurz zuvor von China angekündigten Vergeltungszölle antworten. Für die USA sei dies eine große Chance, die USA bräuchten China nicht, hatte Trump bereits getwittert. In den USA ging daraufhin der Leitindex Dow Jones Industrial in die Knie. Zum europäischen Handelsschluss notierte er gut eineinhalb Prozent tiefer. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 1,17 Prozent. Ähnlich hoch fiel das Minus für den Pariser Cac 40 aus, während der Londoner FTSE 100 nur um ein knappes halbes Prozent nachgab.

Die mit Spannung erwartete Rede von US-Zentralbank-Chef Jerome Powell auf dem Notenbanker-Symposium im amerikanischen Jackson Hole geriet angesichts der neuen Eskalation im Handelskonflikt fast in den Hintergrund. Mit Blick auf den Dax hatte die Rede allenfalls stützende Wirkung. Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft, sie befinde sich aber insgesamt in einem recht guten Zustand, so der Fed-Chef. "Seine Rede hat keine neuen Erkenntnisse geliefert", kommentierte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

China hatte angekündigt, man wolle zusätzliche Zölle in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf US-Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. Im Dax gingen Autowerte wie Daimler , BMW und Volkswagen , die unter dem US-chinesischen Handelskonflikt besonders leiden, auf Talfahrt mit Verlusten von teils mehr als 3 Prozent.

Die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co hatten am Vormittag im Nebenwerte-Index SDax nach Spekulationen über eine Übernahme zeitweise um fast 18 Prozent angezogen und gingen mit plus 7,13 Prozent aus dem Handel. Nach der Absage der Fusion mit Tata Europe Steel prüft Thyssenkrupp laut "Handelsblatt" nun die Übernahme des Stahlhändlers. Thyssenkrupp drehten am Nachmittag mit dem Dax ins Minus und verloren 0,72 Prozent.

Auch Halbleiterwerten setzte die neue Auseinandersetzung zwischen China und den USA wieder zu. Infineon verloren im Dax 2,76 Prozent, Siltronic im MDax 7,69 Prozent. Ein positives Votum der Baader Bank half hingegen in dem Mittelwerte-Index den Papieren des IT-Dienstleisters Bechtle zu einem Plus von 1,56 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,66 Prozent am Vortag auf minus 0,62 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,17 Prozent auf 146,68 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,31 Prozent auf 178,64 Punkte. Der Euro rückte vor und wurde zuletzt mit 1,1130 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1065 (Donnerstag: 1,1083) US-Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,9038 (0,9023) Euro gekostet./ajx

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

23.08.2019

Aktien Frankfurt Schluss: Handelskrieg ist mit neuer Wucht zurück

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Vergeltungszölle Chinas und eine von den USA daraufhin angekündigte Reaktion haben vor dem Wochenende den Handelskrieg wieder in die Mitte des Börsenparketts gerückt. Der Dax beendete den Freitagshandel auf seinem Tagestief mit 11 611,51 Punkten und einem Minus von 1,15 Prozent. Damit rutschte der Leitindex wieder unter die viel beachtete 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Auf Wochensicht reichte es für den Dax noch für ein Plus von 0,4 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen schloss am Freitag 0,81 Prozent tiefer auf 25 039,94 Zählern und damit ebenfalls auf Tagestief.

US-Präsident Donald Trump will noch an diesem Freitag auf die kurz zuvor von China angekündigten Vergeltungszölle antworten. Für die USA sei dies eine große Chance, die USA bräuchten China nicht, hatte Trump bereits getwittert.

Die mit Spannung erwartete Rede von US-Zentralbank-Chef Jerome Powell auf dem Notenbanker-Symposium im amerikanischen Jackson Hole geriet angesichts der neuen Eskalation im Handelskonflikt fast in den Hintergrund. Mit Blick auf den Dax hatte die Rede allenfalls stützende Wirkung. Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft, sie befinde sich aber insgesamt in einem recht guten Zustand, so der Fed-Chef. "Seine Rede hat keine neuen Erkenntnisse geliefert", kommentierte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners./ajx/he

23.08.2019

INDEX-FLASH: Dow und Dax sacken ab - Trump-Tweet eskaliert Handelsstreit

NEW YORK/PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA hat die Aktienmärkte am Freitag wieder stark belastet. Besonders deutlich fiel die Reaktion an der Wall Street aus, wo die wichtigsten Aktienindizes zuletzt um jeweils mehr als 1 Prozent absackten. Die Anleger verschreckte, dass US-Präsident Donald Trump auf Twitter angekündigt hatte, noch an diesem Freitagnachmittag (Washingtoner Zeit) auf die zuvor von China angekündigten, neuen Vergeltungszölle zu reagieren.

In Europa erreichten in Reaktion auf die Aussagen Trumps sowohl der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone als auch das deutsche Börsenbarometer Dax Tagestiefstände. Beide Börsenbarometer standen zuletzt knapp 1 Prozent im Minus.

China hatte im Handelsstreit mit den USA neue Vergeltungszölle in Aussicht gestellt. Die Führung in Peking will zusätzliche Zölle in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar (67,74 Milliarden Euro) erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden./la/he

23.08.2019

ROUNDUP/Aktien New York: Leichte Verluste nach neuer Eskalation im Handelsstreit

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ankündigung chinesischer Vergeltungszölle auf US-Waren hat die Wall Street am Freitag leicht belastet. Eine Rede von US-Notenbank-Präsident Jerome Powell beim Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole, Wyoming, sorgte aber für etwas Entspannung. Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft. Insgesamt befinde sich die Wirtschaft jedoch in einem günstigen Zustand.

Der Fed-Chef habe insofern keine neuen Erkenntnisse geliefert, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Powell habe die Flexibilität sowie die Handlungsbereitschaft der Fed betont und sich so wie erwartet alle Optionen offen gehalten.

Der Dow Jones Industrial war zwar kurz ins Plus gedreht, stand zuletzt aber wieder 0,02 Prozent tiefer bei 26 247,61 Punkten. Der marktbreit aufgestellte S&P 500 gab um 0,11 Prozent auf 2919,60 Punkte nach. Für den technologieorientierten Nasdaq 100 ging es um 0,12 Prozent auf 7698,27 Zähler nach unten.

China will im Handelsstreit mit den USA zusätzliche Zölle in Höhe von 5 bis 10 Prozent auf Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. Auf Sojabohnen und Erdölimporte ist ab September ein Zusatzzoll von fünf Prozent vorgesehen. Autozölle in Höhe von 25 Prozent sollen am 15. Dezember wieder aufgenommen werden. Die US-Regierung hatte Anfang August neue Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien von Software-Anbietern besonders deutlich an. So schnellten die Papiere von Intuit um fast 7 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hatte mit seinen jüngsten Quartalszahlen positiv überrascht. So war der Verlust geringer als befürchtet ausgefallen.

Die Anteilscheine von Salesforce verzeichneten ein Plus von gut 6,7 Prozent. Der Konzern hatte die Experten mit seinem Optimismus überrascht: Nach starken Quartalszahlen hob das Unternehmen seine Jahresziele an. Im zweiten Geschäftsquartal war der Umsatz um gut ein Fünftel gestiegen. Der Experte Alex Zukin vom Analysehaus RBC sah nun aufgrund des jüngsten starken Quartals, des dauerhaft starken Wachstums von mehr als 20 Prozent sowie der Margenkraft nach den kürzlich getätigten Zukäufen eine Kaufgelegenheit.

Beim Computerkonzern HP Inc hingegen war der Umsatz im dritten Geschäftsquartal nahezu unverändert geblieben und lag damit unter der Durchschnittsprognose der Analysten. Zudem steht beim Unternehmen ein Chefwechsel bevor. Dion Weisler, der den PC-Riesen seit der Trennung von der Unternehmenssparte im Jahr 2015 leitete, wird von Enrique Lores abgelöst, der zuletzt unter anderem die Druckersparte führte. Die Aktien sackten als Schlusslicht im S&P 500 um rund 6 Prozent ab.

Um mehr als 12 Prozent ging es für die Papiere von Foot Locker abwärts. Der Sportartikelhändler hatte mit seinen Umsatz- und Ergebniszahlen zum zweiten Quartal die Konsensschätzungen verfehlt. Dies belastete auch die Aktien der Sportartikelhersteller Nike und Under Armour , die zu den größten Lieferanten von Foot Locker gehören. Ihre Papiere büßten mehr als 1 beziehungsweise 0,1 Prozent ein.

An der Dow-Spitze setzten die Aktien von Boeing ihre jüngste Rally fort und zogen um rund 4 Prozent an. Die Papiere des Flugzeugbauers hatten zuletzt wichtige charttechnische Durchschnittslinien nach oben durchbrochen, die den kurz- beziehungsweise längerfristigen Trend beschreiben./la/he

23.08.2019

WOCHENAUSBLICK: Dax-Anleger schauen neben Geldpolitik auch wieder auf Zölle

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nachdem China kurz vor dem Wochenende mit Vergeltungszöllen gegen die USA überraschte, haben die Anleger in der neuen Woche wohl neben der internationalen Geldpolitik ein weiteres, gut bekanntes Topthema. Bislang hatte es ganz danach ausgesehen, als ob vor allem das bis zum morgigen Samstag andauernde Treffen der Währungshüter im US-amerikanischen Jackson Hole mit der Rede des Fed-Chefs Jerome Powell den weiteren Trend bestimmen könnte. Zudem findet von Samstag bis Montag auch das G7-Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten im französischen Biarritz statt.

Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft, sie befinde sich aber insgesamt in einem recht guten Zustand, so der Fed-Chef. "Seine Rede hat keine neuen Erkenntnisse geliefert", kommentierte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Wie erwartet halte sich Powell alle Optionen offen und habe die Handlungsbereitschaft der Fed betont. Damit könnten Marktteilnehmer nach wie vor von einer weiteren Zinssenkung im September ausgehen, die aber bereits auf dem Parkett eingepreist gewesen sei.

Die Experten der LBBW hatten ohnehin nicht damit gerechnet, dass Powells Rede die Aktienmärkte hätte beflügeln können. Bei Marktteilnehmern überwiege die Furcht vor einer schärferen konjunkturellen Eintrübung, hatten sie noch vor der Ankündigung der neuen chinesischen Vergeltungszölle auf US-Waren geschrieben.

Auf ein baldiges Ende des Handelskriegs zwischen den USA und dem Reich der Mitte können Anleger angesichts der neuen Zölle also erst einmal nicht hoffen. Insgesamt will China amerikanische Waren im Wert von 75 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen von 5 bis 10 Prozent belegt werden. Die Zölle sollen teils am 1. September, teils am 15. Dezember in Kraft treten. Autozölle in Höhe von 25 Prozent sollen am 15. Dezember wieder aufgenommen werden. Die USA hatten erst Anfang August neue Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden Dollar angekündigt.

In dem als schwacher Börsenmonat gefürchteten August hat der Dax bislang mehr als 3 Prozent verloren, sich seit seinem Tief zur Mitte des Monats bei 11 266,48 Punkten aber wieder berappelt bis auf zeitweise mehr als 11 800 Punkte. Doch mit weiteren Zuwächsen tut sich der deutsche Leitindex nun schwer. Aus charttechnischer Sicht sehen Analysten bei 11 865 Punkten für den Dax die nächste Hürde.

"Der Dax hält sich an der 11 800-Punkte-Marke fest und Investoren stehen erwartungsgemäß vorerst weiter an der Seitenlinie", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. In dem ganzen Rummel um das Notenbanker-Treffen in den USA sei das G7-Treffen in Frankreich ab Samstag bisher vollends untergegangen. "Es dürfte interessant sein, wie die Regierungschefs die konjunkturelle Situation einschätzen und wie das Thema Handelsstreit unter den G7 Staaten weiter gesehen wird", so Lipkow. Er schätzt die Finanzmärkte weiterhin als sehr fragil und insgesamt schnell reizbar ein, wenn nicht der richtige Ton getroffen beziehungsweise die Ansprache verfehlt werde.

Neben den Dauerthemen Handelsstreit und Brexit richten sich die Blicke der Anleger auch in der neuen Woche wieder auf das politisch krisengeschüttelte Italien, wo im Ringen um eine neue Regierung die Parteien zunächst Verhandlungsspielraum bekommen haben. Staatspräsident Sergio Mattarella hatte für den Dienstag eine neue Runde der Konsultationen angekündigt. Er dringt nach dem Aus der Populisten-Allianz aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega auf eine schnelle Lösung der Regierungskrise. Doch in der Krise deutet nun vieles auf eine Annäherung zwischen der Fünf-Sterne-Bewegung und den Sozialdemokraten hin

Zuvor, am Montag, steht das Ifo-Geschäftsklima für den August auf der Agenda. Angesichts der zuletzt rückläufigen konjunkturellen Entwicklung der deutschen Wirtschaft verspreche die Veröffentlichung Spannung, schrieben die Ökonomen der DZ Bank. Im Juli hatte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft vor dem Hintergrund des Handelskriegs zwischen China und den USA und einer abflauenden Weltwirtschaft stark eingetrübt.

Ebenfalls unter verstärkter Beobachtung steht nach Einschätzung der DZ Bank die Inflationsrate für den Euroraum (am Freitag) - vor allem auch deswegen, weil die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt angekündigt hatte, ihre geldpolitischen Schleusen wieder zu öffnen, so die Experten.

Unternehmensseitig rücken in der neuen Woche noch einmal einige Nachzügler der Berichtssaison in den Blick. Mit dem Solarpark- und Windkraftanlagenbetreiber Encavis , dem Immobilienkonzern Aroundtown , dem Medienkonzern RTL (alle am Mittwoch), der Optikerkette Fielmann (am Donnerstag) sowie dem Technologiekonzern Isra Vision (am Freitag) sind dies alles Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe./ajx/ag/he

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

23.08.2019

Aktien New York: Leichte Verluste nach weiterer Eskalation im Handelsstreit

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ankündigung chinesischer Vergeltungszölle auf US-Waren hat die Wall Street am Freitag leicht belastet. Eine Rede von US-Notenbank-Präsident Jerome Powell beim Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole, Wyoming, sorgte derweil nur für etwas Entspannung. Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft. Insgesamt befinde sich die Wirtschaft aber in einem günstigen Zustand. Der Fed-Chef habe insofern keine neuen Erkenntnisse geliefert, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der Dow Jones Industrial war zwar kurz ins Plus gedreht, stand zuletzt aber wieder 0,14 Prozent tiefer bei 26 216,67 Punkten. Der marktbreit aufgestellte S&P 500 gab um 0,26 Prozent auf 2915,25 Punkte nach. Für den technologieorientierten Nasdaq 100 ging es um 0,45 Prozent auf 7673,01 Zähler nach unten.

China will im Handelsstreit mit den USA zusätzliche Zölle in Höhe von 5 bis 10 Prozent auf Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. Auf Sojabohnen und Erdölimporte ist ab September ein Zusatzzoll von fünf Prozent vorgesehen. Autozölle in Höhe von 25 Prozent sollen am 15. Dezember wieder aufgenommen werden. Die US-Regierung hatte Anfang August neue Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar angekündigt./la/he

24.08.2019

G7/GESAMT-ROUNDUP 2: Drohgebärden zum Auftakt - Auschreitungen bei Protesten

BIARRITZ (dpa-AFX) - Die USA und die EU starten mit gegenseitigen Drohgebärden in den G7-Gipfel. Schon kurz vor seiner Abreise nach Biarritz kündigte US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf französischen Wein oder andere Vergeltungsmaßnahmen an, falls die Regierung in Paris bei ihren Plänen für eine Digitalsteuer bleiben sollte. EU-Ratspräsident Donald Tusk drohte daraufhin mit einer Reaktion: "Wenn die Vereinigten Staaten gegen Frankreich Zölle verhängen, wird die Europäische Union antworten", sagte er kurz vor Beginn des Gipfels in dem französischen Badeort am Atlantik.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron versuchte allerdings zu deeskalieren. Spannungen beim Handel seien "schlecht für alle", sagte er in einer Fernsehansprache. Kurz vor Beginn des Gipfels traf sich Macron zu einer zweistündigen Unterredung mit Trump. Das Gespräch sei sehr produktiv verlaufen, auch zu den Konfliktthemen Iran, Handel und Steuern, hieß es aus dem Umfeld von Macron.

Der Gipfel sieben führender Wirtschaftsmächte und der EU sollte am Abend in großer Runde mit einem gemeinsamen Essen beginnen. An dem Treffen nehmen außer Macron und Trump noch Kanzlerin Angela Merkel sowie die Regierungschefs aus Großbritannien, Italien sowie Kanada und Japan teil. Zudem vertritt Tusk die EU.

Bei den Protesten gegen den Gipfel gab es am frühen Abend erste Ausschreitungen. In Bayonne, der Nachbarstadt von Biarritz, kam es bei einer Demonstration von mehreren Hundert Gipfelgegnern zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die laut einer dpa-Reporterin Tränengas einsetzte, nachdem Steine geflogen waren. Im 30 Kilometer von Biarritz entfernten Badeort Hendaye demonstrierten nach Angaben der Veranstalter etwa 15 000 Menschen friedlich. Der Gipfel wird von 13 000 Sicherheitskräften im weiträumig abgeriegelten Biarritz gesichert.

Das Augenmerk liegt bei diesem Gipfel vor allem auf drei Teilnehmern: Donald Trump, der den letzten Gipfel per Twitter nachträglich platzen ließ, indem er das Abschlussdokument für nichtig erklärte. Der britische Premierminister Boris Johnson, für den es die Premiere auf der großen Gipfelbühne ist. Und Macron, der nach dem denkwürdigen Scheitern im vergangenen Jahr als Gastgeber nun vieles anders machen möchte. Unter anderem soll es kein klassisches Abschlussdokument mehr geben. Ob es tatsächlich dabei bleibt, war noch unklar.

Macron und Trump trafen sich völlig überraschend schon vor Gipfelbeginn. Der US-Präsident gab sich dabei versöhnlich - ganz im Gegensatz zu seinem Abflug-Statement. "Wir haben eigentlich viel gemeinsam", sagte er auf der Terrasse des Hotel du Palais am Strand von Biarritz. Auch wenn es gelegentlich Differenzen gebe, verbinde ihn ein "besonderes Verhältnis" mit Macron.

Frankreich plant eine Steuer für globale Internet-Unternehmen, die auf große und international tätige Firmen wie Google , Amazon , Facebook und Apple abzielt. Weil viele der betroffenen Unternehmen ihren Sitz in den USA haben, ist Trump gegen die Steuer.

Bereits am Freitag hatte der US-Präsident im Handelskonflikt mit China die nächste Eskalationsstufe eingeläutet und angekündigt, dass die USA sämtliche Strafzölle auf Importe aus China um jeweils fünf Prozentpunkte anheben werden. Der Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften dürfte beim G7-Gipfel ebenfalls zur Sprache kommen.

Kurzfristig hatte Macron auch die verheerenden Waldbränden in Südamerika auf die Tagesordnung gesetzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet dazu ein klares Signal der G7. "Wir werden uns damit beschäftigen, wie wir unterstützen und helfen können und einen klaren Aufruf dazu senden, dass alles getan werden muss, damit der Regenwald aufhört zu brennen", sagte sie. Macron habe Recht, wenn er sagt: "Unser Haus brennt."

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. In diesem Jahr nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas Medienberichten zufolge um 83 Prozent zu. Insgesamt sollen mehr als 70 000 Brände registriert worden sein. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wertet Macrons Initiative als Einmischung in innere Angelegenheiten. "Die brasilianische Regierung ist weiterhin offen für einen Dialog, der auf objektiven Daten und gegenseitigem Respekt beruht", schrieb er auf Twitter.

Tusk befürchtet für den Fall von weiteren schweren Bränden im Amazonas-Regenwald ein Scheitern des Freihandelsabkommens mit dem lateinamerikanischen Staatenbund Mercosur. Wenn die brasilianische Regierung die Zerstörung der grünen Lunge des Planeten zulasse, sei es schwer vorstellbar, dass der für das Abkommen notwendige Ratifizierungsprozess harmonisch verlaufe, sagte Tusk. Er spielte damit darauf an, dass Frankreich und Irland bereits ein Veto gegen den Deal zum Aufbau der weltweit größten Freihandelszone angedroht haben. Bislang gibt es lediglich eine informelle Grundsatzeinigung über den Abschluss des Abkommens.

Der britische Premierminister Boris Johnson sprach sich dagegen aus, das Mercosur-Abkommen vom Streit über die Waldbrände abhängig zu machen. "Es gibt alle möglichen Leute, die jeden möglichen Anlass nutzen, um (...) gegen Handelsabkommen vorzugehen", sagte er. "Ich möchte das nicht sehen."

Großbritannien wird über das Handelsabkommen aber wahrscheinlich gar nicht mehr mitentscheiden, weil es zum 31. Oktober aus der EU austreten will. Inwieweit der Brexit am Rande des Gipfels ein Thema sein wird, war zunächst unklar. Johnson beteuerte, nicht an einem Brexit ohne Abkommen interessiert zu sein: "Ich habe absolut klargemacht, dass ich keinen No-Deal-Brexit will." Tusk sagte: "Ich hoffe immer noch, dass Premierminister Johnson nicht als Mr. No Deal in die Geschichte eingehen will."/mfi/DP/zb

24.08.2019

G7: Erste Ausschreitungen bei Protesten gegen Gipfel in Frankreich

BAYONNE (dpa-AFX) - Bei einer ungenehmigten Demonstration von hunderten Gegnern des G7-Gipfels ist es unweit von Biarritz zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten in Bayonne Tränengas ein, nachdem aus den Reihen des Demonstranten Steine geflogen waren, berichtete eine dpa-Reporterin am Samstagabend. Bayonne ist die Nachbarstadt von Biarritz.

Zuvor war eine angemeldete Kundgebung von Gipfelgegnern in der südwestfranzösischen Hafenstadt Hendaye friedlich verlaufen. Daran hatten nach Veranstalterangaben rund 15 000 Menschen teilgenommen.

Frankreich setzt zum Schutz des Gipfels über 13 000 Polizisten und Gendarmen ein. Ausschreitungen sollen nicht geduldet werden, hatte Innenminister Christophe Castaner gesagt./nau/cb/DP/zb

24.08.2019

ROUNDUP/Trotz Regenwaldbränden: Auch EFTA und Mercosur über Freihandel einig

BERN/OSLO (dpa-AFX) - Nach der Europäischen Union haben sich auch die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein mit dem lateinamerikanischen Staatenbund Mercosur auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Damit würden 95 Prozent der Ausfuhren in die Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay vom Zoll befreit, teilte das schweizerische Wirtschaftsministerium am Samstag mit. Zudem würden technische Handelshemmnisse abgebaut und etwa Investitionen und Bewerbung um öffentliche Aufträge vereinfacht. Es gebe auch Bestimmungen zu Handel und nachhaltiger Entwicklung. Der Deal geriet unter anderem wegen der schweren Brände in Brasiliens Regenwald sofort in die Kritik.

Die vier europäischen Länder Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein bilden selbst eine Freihandelszone (EFTA). Darin ist die Schweiz mit einem Bruttoinlandsprodukt von gut 600 Milliarden Euro mit Abstand der größte Partner, gefolgt von Norwegen. Die EFTA hat 13,6 Millionen, Mercosur 260 Millionen Einwohner.

Der Deal beinhalte auch Verpflichtungen zum Kampf gegen illegalen Holzschlag, teilte der norwegische Wirtschaftsminister Torbjørn Røe Isaksen mit. Seine Regierung schaue sich die Situation und jüngsten Entwicklungen im Amazonasgebiet genau an. Die norwegische Opposition bezeichnete es als Skandal, dass eine Vereinbarung getroffen werde, während große Teile des Amazonas in Flammen stünden. Norwegen hatte angekündigt, Finanzhilfen an Brasilien zum Schutz des Amazonasurwalds wegen der beschleunigten Abholzung auf Eis zu legen.

Auch beim G7-Gipfel in Biarritz steht der vor kurzem ausgehandelte Deal der EU mit den Mercosur-Staaten unter Beschuss. Er würde die größte Freihandelszone der Welt aufbauen. Frankreich und Irland drohen angesichts der Brände mit einem Veto, sollte Brasilien sich nicht zu einem stärkeren Schutz des Waldes bekennen. EU-Ratspräsident Donald Tusk befürchtete ein Scheitern der Ratifizierung des Freihandelsabkommens der EU mit Mercosur für den Fall von weiteren schweren Bränden im Amazonas-Regenwald.

Die Schweizer Grünen verlangten von der Regierung, das Abkommen bei einer Volksabstimmung vorzulegen. Verträge, die mit Ländern wie Brasilien abgeschlossen würden und die "grüne Lunge und wichtigste CO2-Senke der Welt" bedrohten, müssten gestoppt werden können. Zudem brauche es wesentliche Verbesserungen zum Schutz des Regenwaldes und gegen die Vertreibung der indigenen Bevölkerung. Dem Präsidenten des Bauernverbandes, Markus Ritter, gingen Zugeständnisse bei Rindfleisch zu weit. Eine Agrarpolitik sei nicht mehr glaubwürdig, wenn einerseits im Inland strenge Vorgaben gemacht würden, deren Ziele aber andererseits bei einem Freihandelsabkommen nur noch eine untergeordnete oder gar keine Rolle mehr spielen./oe/DP/zb

24.08.2019

ROUNDUP: Nordkorea setzt Raketentests fort - Trump reagiert gelassen

SEOUL/WASHINGTON (dpa-AFX) - Unmittelbar vor Beginn des G7-Gipfels im französischen Biarritz zu verschiedenen Krisen und Konflikten in der Welt hat Nordkorea erneut Raketen getestet. Das Militär des international isolierten Landes habe am Samstagmorgen (Ortszeit) zwei Raketen von der östlichen Stadt Sondok aus abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Die Raketen seien etwa 380 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen. Es habe sich vermutlich erneut um zwei ballistische Kurzstreckenraketen gehandelt

- und damit um den siebten Test dieser Art seit Ende Juli.

Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind Nordkorea, das auch schon mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Bereits in den Wochen zuvor hatte Nordkorea ein Militärmanöver der USA mit Südkorea zum Anlass für mehrere Raketentests genommen. Seoul wertete die Tests des abgeschotteten Nachbarlandes jeweils als "Machtdemonstration", die den Unmut Pjöngjangs über die Manöver in Südkorea zeigen sollten. Die USA und Südkorea haben die Übungen jedoch Anfang dieser Woche beendet.

US-Präsident Donald Trump hat sich bisher zurückhaltend zu den nordkoreanischen Raketentests geäußert. Er setzt darauf, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, mit dem er sich seit Juni 2018 bereits dreimal getroffen hat, die Verhandlungen über einen Rückbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wiederaufnehmen will.

Auch auf die jüngste Provokation aus Pjöngjang reagierte Trump betont gelassen. Kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel in Frankreich bemühte sich der US-Präsident in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) in Washington, die Bedeutung des Raketentests herunterzuspielen. "Er testet gerne Raketen", sagte Trump mit Blick auf Kim. Andere Staaten täten das auch. Die USA hätten selbst erst vor einigen Tagen einen Raketentest durchgeführt.

Die USA hatten am vergangenen Wochenende von der kalifornischen Insel San Nicolas einen Marschflugkörper abgefeuert. Dieser erreichte nach Angaben des Pentagons sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise. Der Test wäre nach dem wichtigen INF-Abrüstungsabkommen mit Russland verboten gewesen. Das Abkommen gilt jedoch seit Anfang August nicht mehr./dg/DP/zb

24.08.2019

Militäreinsatz zur Brandbekämpfung im Amazonasgebiet läuft an

BRASÍLIA (dpa-AFX) - Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein. Der Militäreinsatz begann am Samstag im Bundesstaat Rondônia, wie Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva mitteilte. Insgesamt stünden in der Region 44 000 Soldaten zur Verfügung. Bislang haben vier Bundesstaaten die Unterstützung der Streitkräfte angefordert. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt.

Die Gouverneure der Bundesstaaten im Amazonasgebiet forderten unterdessen mehr Unterstützung der Regierung in Brasília und baten um ein Dringlichkeitstreffen mit Präsident Bolsonaro. Die Bundesregierung und die Regionen sollten enger zusammenarbeiten, um die Feuer zu löschen und die Brandstifter zu verfolgen, hieß es in einem Brief an den Staatschef.

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu. Insgesamt wurden über 72 000 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus./dde/DP/zb

24.08.2019

Irans Revolutionsgarden-Chef meldet neue Militärtests

TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran hat nach Angaben des Chefs der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) neue Militärtests durchgeführt. "Wir testen ununterbrochen neue strategische und militärische Systeme ... auch gestern wieder war (diesbezüglich) ein erfolgreicher Tag für das iranische Volk", sagte General Hussein Salami nach Angaben der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Tasnim am Samstag. Ob dabei auch neue Raketen getestet wurden, sagte der IRGC-Oberkommandeur nicht. Dies wurde auch von den staatlichen iranischen Medien noch nicht berichtet.

Präsident Hassan Ruhani hatte am Donnerstag das überarbeitete Raketenabwehrsystem Bawar-373 präsentiert, das im Iran hergestellt wird. Das Bawar-System soll dem russischen Luftabwehrsystem S-300 ähneln, laut Ruhani aber sogar besser und präziser und nah am russischen S-400-System sein.

Der Iran hat stets betont, dass das Land ungeachtet internationaler Proteste sein Raketenprogramm kontinuierlich verbessern werde. Die Raketen würden jedoch nur im Verteidigungsfall eingesetzt und stellten keine Gefahr für andere Länder dar, betont Teheran. Daher brauche das Land für seine Tests auch keine Erlaubnis des Auslands.

Das iranische Raketenprogramm ist jedoch international heftig umstritten. Besonders die Mittelstreckenwaffen gelten als ernsthafte Bedrohung für Irans Erzfeind Israel. Mit einer Reichweite von 2000 Kilometern könnten sie jeden Teil Israels treffen. Teheran jedoch betrachtet seine Verteidigungsstrategie als legitim, besonders weil der Iran sich von den USA, Israel und Saudi-Arabien bedroht fühlt./str/fmb/DP/zb

24.08.2019

Sozialdemokraten in Italien: Regierung möglich

ROM (dpa-AFX) - Die Sozialdemokraten (PD) in Italien halten es für möglich, mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung im Ringen um eine neue Regierung eine Einigung zu erzielen. "Wir glauben, dass es wichtig ist, mit all unseren Kräften eine neue politische Phase zu eröffnen", schrieb Parteichef Nicola Zingaretti am Samstag auf Facebook. "Wir sind für jede Art der Diskussion bereit und offen."

Der PD-Fraktionschef im Senat, Andrea Marucci, zeigte sich optimistisch und plädierte für Offenheit in den Verhandlungen. "Wir sind überzeugt davon, dass wir es schaffen können, dem Land eine Regierung zu geben - ohne Ultimatum und ohne Vetos", sagte er am Samstag laut Nachrichtenagentur Ansa.

Italienischen Medienberichten zufolge hatten sich am Freitagabend Sterne-Anführer Luigi Di Maio und PD-Chef Zingaretti getroffen. Offenbar herrscht Uneinigkeit darüber, wer als Regierungschef eines möglichen neuen Bündnisses in Frage kommt. Die Sozialdemokraten fordern eine "Regierung der Umkehr", was auch bedeutet, dass sie dem bisherigen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte als Kandidaten ablehnend gegenüberstehen.

Verstimmungen gibt es zudem, weil sich die Fünf-Sterne-Bewegung alle Optionen offen zu halten scheint. Die Fünf Sterne hätten auf die Frage, ob sie gleichzeitig mit der rechten Lega von Matteo Salvini verhandeln, bislang nicht geantwortet, sagte die stellvertretende PD-Chefin Paola De Micheli der Zeitung "La Repubblica".

Salvini hatte das Regierungsbündnis aus seiner Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung in die Krise gestürzt und fordert eine Neuwahl. Allerdings hat er auch eine Wiederauflage der Populisten-Allianz ins Spiel gebracht. Staatspräsident Sergio Mattarella hat den Parteien bis Dienstag Zeit gegeben, eine Lösung für die Regierungskrise zu finden. Dann gehen die Konsultationen mit den Parteien im Präsidentenpalast in eine neue Runde./lkl/DP/zb

24.08.2019

ROUNDUP 2/Eskalation im Handelskrieg: USA erhöhen Strafzölle auf China-Importe

(Neu: Reaktion Chinas am Samstag)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Handelskrieg zwischen den USA und China spitzt sich weiter zu. US-Präsident Donald Trump verkündete am Freitagabend (Ortszeit), dass die USA sämtliche Strafzölle auf Importe aus China um jeweils fünf Prozentpunkte anheben werden. Seine Ansage kam nur Stunden, nachdem die chinesische Regierung ihrerseits neue Strafzölle auf US-Einfuhren angekündigt hatte. Unmittelbar nach Trumps Ankündigung reagierte Peking abermals und drohte Washington mit Konsequenzen. Damit dreht sich die Eskalationsspirale in der erbitterten Auseinandersetzung der beiden größten Volkswirtschaften immer schneller.

Ab Oktober werden die bereits verhängten Zölle auf chinesische Importe im Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar laut Trump von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöht. Die Strafzölle auf weitere China-Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar sollen von 10 Prozent auf 15 Prozent angehoben werden. Diese zweite Tranche an Strafzöllen wird in zwei Schritten - am 1. September und am 15. Dezember - eingeführt, wie die US-Regierung zuvor erklärt hatte.

"Die chinesische Seite fordert die US-Seite nachdrücklich auf, die Lage nicht falsch einzuschätzen", hieß es in einer Mitteilung des Pekinger Handelsministeriums am Samstag. Washington sollte die Entschlossenheit des chinesischen Volkes nicht unterschätzen und den falschen Ansatz sofort korrigieren, "da sonst alle Konsequenzen von den USA getragen werden".

Der Handelskrieg zwischen den USA und China läuft seit Monaten und belastet zunehmend die globale Wirtschaft. Beide Seiten überziehen einander schrittweise mit immer neuen Strafzöllen. Von Mitte Dezember an werden fast alle chinesischen Importe in die USA mit Strafzöllen belegt sein. Der US-Regierung bleibt als Hebel inzwischen also nur noch, deren Höhe anzuheben. Genau dafür hat sich Trump entschieden.

Am Freitag hatte zunächst Chinas Handelsministerium mitgeteilt, zusätzliche Zölle in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf US-Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar zu erheben. Die Zölle sollen - parallel zu den Strafmaßnahmen der USA - in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. China wird zunächst auf Sojabohnen und Erdölimporte einen Zusatzzoll von fünf Prozent verhängen. Autozölle in Höhe von 25 Prozent sollen im Dezember folgen.

Trump reagierte verärgert auf die Ankündigung aus Peking. "Wir brauchen China nicht, und - ehrlich gesagt - ginge es uns ohne sie besser", schrieb der US-Präsident in einer ganzen Serie wütender Tweets. Die USA würden von China nur beraubt. US-Firmen sei "hiermit befohlen, sich sofort um Alternativen zu China zu bemühen" und Produkte wieder zu Hause in den USA herzustellen, erklärte Trump.

Die Ansage sorgte für Irritationen. Experten wandten ein, ihnen sei nicht klar, wie der Präsident Unternehmen Geschäfte mit China untersagen wolle. Trump verwies in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) auf ein Gesetz von 1977. Damit könnte er womöglich einen nationalen Notstand mit Blick auf China erklären und so den Handel mit dem Land regulieren, beispielsweise mit der Begründung, dass der Diebstahl geistigen Eigentums durch die Chinesen die US-Wirtschaft bedrohe. Über die vage Andeutung hinaus äußerte sich Trump aber nicht genauer.

Kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel in Biarritz sagte der Präsident in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) in Washington, die USA hätten "etwas Knatsch" mit China - "und wir werden gewinnen". China habe die Vereinigten Staaten über viele Jahre ausgenutzt. "Wir wollen, dass das aufhört." Trump mühte sich, die jüngsten Auswirkungen der Auseinandersetzung auf die Börsen kleinzureden und sagte zugleich, die Zölle seien gut für die USA und brächten dem Land viel Geld ein. Zudem betonte er, die Chinesen wollten weiterhin Verhandlungen über ein mögliches Handelsabkommen beider Länder, und er sei hier gesprächsbereit: "Ich bin immer offen für Gespräche."

Das Wachstum in beiden Ländern leidet schon jetzt unter dem Handelskonflikt. Eine Spirale immer weiterer und höherer Strafzölle scheint sich nur vermeiden zu lassen, wenn eine Seite nachgibt. Bislang ist aber keine Einigung in Sicht.

Der Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften dürfte am Wochenende auch die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder in Biarritz beschäftigen. China ist bei dem Gipfel führender westlicher Industriestaaten nicht dabei. Der Handelskonflikt zieht allerdings die globale Wirtschaft nach unten und betrifft vor allem exportorientierte Nationen wie Deutschland./jac/DP/zb

24.08.2019

ROUNDUP: Neue Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten in Hongkong

HONGKONG (dpa-AFX) - Bei Protesten in Hongkong ist es erneut zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Die Beamten setzten am Samstag Tränengas ein und drängten Protestler zurück, die auf der Straße Barrikaden errichtet hatten. Demonstranten warfen Flaschen, Brandsätze und Steine auf die Polizisten. Zudem lieferten sich beide Seiten Gefechte mit Baseballschlägern und Schlagstöcken.

Die Demonstrationen hatten am 9. Juni begonnen und dauern nun schon elf Wochen an. Die Kritik richtete sich anfangs gegen ein - inzwischen auf Eis gelegtes - Gesetz, das Auslieferungen nach China erlaubt hätte und von Hongkongs prochinesischer Regierungschefin Carrie Lam auf den Weg gebracht worden war.

Nun richtet sich der Protest zunehmend gegen Peking direkt. Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Für die Sonderverwaltungszone sind eigentlich noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert. Doch viele fürchten darum. Zentrale Forderungen der Demonstranten sind freie Wahlen und eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei früheren Protesten.

Die neuen Spannungen am Samstag entluden sich nach einem zunächst friedlichen Marsch mit Tausenden Teilnehmern im Stadtteil Kwun Tong. Die Demonstranten hatten die Gegend für ihren Protest ausgewählt, weil Kwun Tong nach ihren Angaben der erste Bezirk in Hongkong ist, in dem sogenannte intelligente Überwachungskameras eingesetzt werden.

Bei den Demonstranten besteht die Befürchtung, dass die Technologie zur Verfolgung von Demokratie-Aktivisten eingesetzt werden könnte. Wie Hongkonger Medien berichteten, zerstörten Demonstranten einen Mast mit der neuen Überwachungstechnik.

Kritik der Protestbewegung zog am Samstag auch der Hongkonger U-Bahn-Betreiber auf sich, der vor Beginn des angemeldeten Marsches keine Züge mehr an den umliegenden Stationen halten ließ. Dadurch erschwerte sich die Anreise für Demonstranten, die der Bahn-Gesellschaft vorwarfen, auf Druck Pekings gehandelt zu haben.

Ein in China festgesetzter Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong wurde derweil wieder auf freien Fuß gesetzt. Wie die Polizei der südchinesischen Stadt Shenzhen mitteilte, lief die 15-tägige "Administrativhaft" für Simon Cheng am Samstag ab. Cheng konnte danach nach Hongkong zurückkehren.

Der 28-Jährige war nach Angaben seiner Familie am 8. August an der Grenze zwischen China und Hongkong auf dem Heimweg in die Sonderverwaltungszone verschwunden. Er hatte demnach ein Wirtschaftstreffen in Shenzhen im Südosten Chinas besucht.

Erst als der Fall vergangene Woche öffentlich wurde, teilte das chinesische Außenministerium mit, dass Cheng festgenommen worden sei, weil er Gesetze zur öffentlichen Sicherheit verletzt habe. Später berichtete die staatliche Zeitung Global Times, dass sich Cheng mit einer Prostituierten getroffen haben soll. Von offizieller Seite konnte dies jedoch nicht bestätigt werden. Hongkongs Protestbewegung sah darin ein Versuch, ihn zu diskreditieren.

Peking hat Großbritannien und andere Staaten mehrfach davor gewarnt, sich in den Hongkong-Konflikt einzumischen./jpt/DP/zb

24.08.2019

ROUNDUP 2: Heftige Auseinandersetzung in der Koalition über Vermögensteuer

(Neu: Weitere Details)

BERLIN (dpa-AFX) - Die SPD-Forderung nach Wiedereinführung einer Vermögensteuer sorgt in der großen Koalition von Union und Sozialdemokraten für heftige Auseinandersetzungen. Die CSU warf der SPD vor, mit einer solchen Steuer Deutschland schwer zu schaden. "Sollte die SPD tatsächlich vorhaben, alle Unternehmen mit einer Vermögensteuer zu überziehen, wäre das im Ergebnis ein Konzept, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu ruinieren", sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Eine Vermögensteuer werde es mit Bayern nicht geben.

Stattdessen forderte Füracker Steuersenkungen: "Zeiten höchster staatlicher Steuereinnahmen und einer drohenden konjunkturellen Abschwächung erfordern gezielte Steuersenkungen für alle Steuerzahler, insbesondere auch für die Unternehmen."

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) befürwortet Pläne seiner Partei für eine Vermögensteuer. "Ich habe die SPD-Arbeitsgruppe eng begleitet und unterstütze das Ergebnis, sich am Schweizer Vorbild zu orientieren", sagte der Bundesfinanzminister dem "Handelsblatt" (Samstag).

Der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel will mit einer Vermögensteuer von einem Prozent zehn Milliarden Euro abschöpfen. Sein Konzept soll am Montag, knapp eine Woche vor wichtigen Landtagswahlen in Ostdeutschland, im SPD-Präsidium eingebracht werden. Freibeträge sollten sicherstellen, dass die Steuer erst ab einem bestimmten Vermögenswert greift, hatte er in der "Rheinischen Post" erklärt. Ab welchem Vermögen, sei noch nicht festgelegt.

Die Schweizer Vermögensteuer kennt Sonderregeln für wirtschaftliche Schieflagen. Sie gilt unter anderem für Barguthaben, Wertpapiere, Immobilien, Autos, Schmuck, Kunstwerke und Immobilien. Der Steuersatz fällt bei größeren Vermögen höher aus. Die Einkommensteuern in der Schweiz sind vergleichsweise niedrig.

Unterstützung erhält die SPD vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung: "Fakt ist, dass kaum ein Land Vermögen so gering besteuert wie Deutschland", sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher der "Augsburger Allgemeinen". Allerdings wies der Ökonom auch darauf hin, dass Deutschland Einkommen aus Arbeit relativ hoch besteuere. "Ökonomisch ist das Unfug, weil man will ja, dass sich Arbeit lohnt."

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) Eric Schweitzer forderte Erleichterungen für die Wirtschaft. "Der Vorstoß der SPD zur Wiederbelebung der Vermögensteuer passt aus Sicht der Unternehmen nicht in die aktuelle Debatte", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Angesichts der deutlichen Eintrübungen der Konjunktur sowie der großen Investitionserfordernisse durch Digitalisierung und Demografie muss es eher darum gehen, Unternehmen steuerlich zu entlasten."/rm/and/ukm/DP/zb

23.08.2019

AKTIEN IM FOKUS 2: KlöCo sehr fest - Thyssenkrupp mit schwachem Markt im Minus

(neu: Schlusskurse, Gesamtmarkt gedreht, neue Eskalation im US-chinesischen Handelskrieg, Analystenkommentar Kepler Cheuvreux)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Übernahmespekulationen haben vor dem Wochenende Bewegung in die deutsche Stahlbranche gebracht mit zeitweise kräftigen Kursgewinnen bei den entsprechenden Aktien. Auslöser war ein "Handelsblatt"-Bericht über einen möglichen Kauf des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) durch den Stahlproduzenten und Industriekonzern Thyssenkrupp . Auch Gedankenspiele über einen möglichen Deal zwischen Thyssenkrupp und dem zweitgrößten deutschen Stahlhersteller Salzgitter wurden in dem Bericht thematisiert.

Die im SDax notierten KlöCo-Papiere schossen daraufhin am Vormittag in der Spitze um fast 18 Prozent in die Höhe und beendeten den Handel mit plus 7,13 Prozent auf 5,185 Euro. Für Thyssenkrupp ging es im Dax zunächst ebenfalls weiter nach oben, nachdem sie sich bereits am Vortag nach einem Pressebericht über ein starkes Investoreninteresse an der Aufzugsparte deutlich verteuert hatten. Allerdings drehten die Anteile mit dem am Nachmittag schwachen Gesamtmarkt ins Minus und schlossen 0,72 Prozent tiefer auf 10,345 Euro. Die Papiere von Salzgitter verloren im SDax 0,54 Prozent. Auch sie hatten zuvor dazugewonnen.

Neue Vergeltungszölle Chinas auf US-Importe und eine von den USA daraufhin angekündigte Reaktion hatten am Nachmittag vor dem Wochenende den Handelskrieg wieder in die Mitte des Börsenparketts gerückt. Der Dax beendete den Freitagshandel auf seinem Tagestief mit 11 611,51 Punkten und einem Minus von 1,15 Prozent.

Zum Bericht zur möglichen Übernahme von KlöCo sagte ein Börsianer, er klinge recht konkret und die Idee selbst sei nicht neu. Aus strategischer Sicht werfe ein solcher Deal jedoch Fragen auf. Denn Thyssenkrupp würde sich vom lukrativen Aufzuggeschäft verabschieden, um einen mit Problemen kämpfenden Stahlhändler zu kaufen - "in einer Zeit, in der die Konjunktur ihren Höhepunkt erreicht haben könnte", sagte der Marktteilnehmer.

Die Frage sei auch, zu welchem Preis KlöCo-Großaktionär Friedhelm Loh seinen Anteil veräußern würde. Ein hoher Preis würde für den Aktienkurs von KlöCo Spielraum nach oben bieten, hieß es weiter. Dass die alten Pläne für eine Deutsche Stahl AG wieder aus der Schublade geholt wurden, sei zwar durchaus sinnvoll, es gebe jedoch große Durchführungsrisiken, schrieb Analyst Rochus Brauneiser von Kepler Cheuvreux. Denn immerhin suche Thyssenkrupp gleichzeitig nach einem Ausstieg aus dem Industriegeschäft. Die Thyssenkrupp-Aktien stuft der Experte weiter mit "Buy" und einem Kursziel von 16 Euro ein.

Bereits im Juni hatte das "Manager Magazin" über eine mögliche Übernahme von KlöCo durch Thyssenkrupp berichtet und bei den KlöCo-Aktien einen Kurssprung bis auf 5,565 Euro ausgelöst. Klöckner & Co würde zum Werk- und Rohstoffhandels-Geschäft von Thyssenkrupp passen, kommentierten damals die Analysten der US-Bank Goldman Sachs.

An diesem Freitag ließen die KlöCo-Papiere mit in der Spitze 5,695 Euro ihr Hoch aus dem Juni zeitweise hinter sich und kosteten damit so viel wie zuletzt Anfang Mai. Ende April waren die Anteile nach einem gekappten Gewinnziel von über 7 Euro aus abgestürzt und hatten sich seitdem nicht mehr wirklich davon erholt. Im Juli war es vorübergehend bis auf ein Rekordtief bei 4,192 Euro nach unten gegangen./ajx/nas/fba/ajx

23.08.2019

ANALYSE-FLASH: RBC hebt Ziel für Salesforce auf 200 Dollar - 'Outperform'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus RBC hat das Kursziel für Salesforce nach Zahlen und einem Analystenwechsel von 181 auf 200 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Der US-Softwarekonzern habe ein gutes zweites Quartal hinter sich, schrieb Analyst Alex Zukin in einer am Freitag vorliegenden Studie. Er sehe aufgrund des jüngsten starken Quartals, des dauerhaft starken Wachstums von mehr als 20 Prozent sowie der Margenkraft nach den kürzlich getätigten Zukäufen eine Kaufgelegenheit./ck/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 23.08.2019 / 02:04 / ET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 23.08.2019 / 02:04 / ET

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23.08.2019

ANALYSE-FLASH: Hauck & Aufhäuser senkt Ziel für Bertrandt auf 50 Euro - 'Hold'

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat das Kursziel für Bertrandt nach Zahlen von 65 auf 50 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Hold" belassen. Der Ingenieursdienstleister habe im abgelaufenen Quartal schwach abgeschnitten und das Profitabilitätsziel für das aktuelle Geschäftsjahr reduziert, schrieb Analyst Christian Glowa in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Experte senkte seine Gewinnprognosen (EPS) für die Geschäftsjahre 2018/19 bis 2020/21 um bis zu 30 Prozent./edh/ag

Veröffentlichung der Original-Studie: 23.08.2019 / 08:28 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 23.08.2019 / 08:28 / MESZ

23.08.2019

ANALYSE-FLASH: Jefferies belässt Henkel auf 'Hold' - Ziel 86,50 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Henkel auf "Hold" mit einem Kursziel von 86,50 Euro belassen. Die Düsseldorfer hätten die Erwartungen im zweiten Quartal verfehlt, schrieb Analyst Martin Deboo in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die Gründe lägen in schwachen Volumina im Klebstoffgeschäft und dem Abbau von Lagerbeständen im Bereich Schönheitspflege in China. Dieser Trend dürfte sich im Rest des Jahres fortsetzen./ag/jha/

Veröffentlichung der Original-Studie: 22.08.2019 / 03:27 / ET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 23.08.2019 / 00:00 / ET

23.08.2019

ANALYSE-FLASH: HSBC senkt Ziel für Hochtief auf 157 Euro - 'Buy'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für Hochtief nach Zahlen von 170 auf 157 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Der Baukonzern habe ein solides Halbjahr hinter sich, schrieb Analyst Christian Korth in einer am Freitag vorliegenden Studie. Allerdings bleibe der potenzielle Aktienüberhang ein Risiko für den Kurs. Das neue Kursziel begründete er vor allem mit dem gesunkenen Aktienkurs der australischen Tochter Cimic./edh/ag

Veröffentlichung der Original-Studie: 22.08.2019 / 15:29 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 23.08.2019 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

23.08.2019

AKTIE IM FOKUS: CTS Eventim nach anhaltender Rekordjagd nun 5 Milliarden schwer

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von CTS Eventim haben ihre Rekordjagd am Freitag fortgesetzt und damit weiter von guten Halbjahreszahlen profitiert. Mit 53,05 Euro kosteten die Papiere des Tickethändlers an der Börse so viel wie noch nie und erreichten erstmals einen Marktwert von 5 Milliarden Euro.

Nach fast 63 Prozent Kursplus im laufenden Jahr wird die Luft allerdings langsam dünn. Nur noch der Commerzbank-Experte Andreas Riemann sieht mit seinem Kursziel von 56 Euro noch etwas Spielraum nach oben.

DZ-Bank-Analyst Thomas Maul lobte zwar in einer aktuellen Studie das überraschend gute zweite Quartal und stockte seinen fairen Wert auf 48 Euro auf. Er bleibt damit aber unter dem aktuellen Xetra-Niveau. "Die ambitionierten Bewertungsmultiplikatoren dürften die guten Perspektiven und die Robustheit des Geschäftsmodells jedoch bereits widerspiegeln", schrieb er und votiert entsprechend mit "Halten"./ag/fba

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23.08.2019

AKTIEN IM FOKUS: Stahlwerte ziehen nach Übernahmespekulation an

FRANKFURT (dpa-AFX) - Übernahmespekulationen haben vor dem Wochenende Bewegung in die deutsche Stahlbranche gebracht mit kräftigen Kursgewinnen bei den entsprechenden Aktien. Auslöser war am Freitag ein "Handelsblatt"-Bericht über einen möglichen Kauf des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) durch den Stahlproduzenten und Industriekonzern Thyssenkrupp . Auch Gedankenspiele über einen möglichen Deal zwischen Thyssenkrupp und dem zweitgrößten deutschen Stahlhersteller Salzgitter wurden in dem Bericht thematisiert.

Die im SDax notierten KlöCo-Papiere schossen daraufhin am Vormittag in der Spitze um fast 18 Prozent in die Höhe, zuletzt notierten sie an der Index-Spitze noch mit einem Plus von 12,60 Prozent auf 5,450 Euro. Für Thyssenkrupp ging es im Dax um weitere 1,15 Prozent aufwärts auf 10,54 Euro, nachdem sie sich bereits am Vortag nach einem Pressebericht über ein starkes Investoreninteresse an der Aufzugsparte deutlich verteuert hatten. Die Papiere von Salzgitter legten im SDax um 1,67 Prozent zu.

"Der Bericht zur möglichen Übernahme klingt recht konkret und die Idee selbst ist nicht neu", sagte ein Börsianer mit Blick auf Klöckner & Co. Aus strategischer Sicht werfe ein solcher Deal jedoch Fragen auf. Denn Thyssenkrupp würde sich vom lukrativen Aufzuggeschäft verabschieden, um einen mit Problemen kämpfenden Stahlhändler zu kaufen - "in einer Zeit, in der die Konjunktur ihren Höhepunkt erreicht haben könnte", sagte der Marktteilnehmer.

Die Frage sei auch, zu welchem Preis KlöCo-Großaktionär Friedhelm Loh seinen Anteil veräußern würde. Ein hoher Preis würde für den Aktienkurs von KlöCo Spielraum nach oben bieten, hieß es weiter.

Bereits im Juni hatte das "Manager Magazin" über eine mögliche Übernahme von KlöCo durch Thyssenkrupp berichtet und bei den KlöCo-Aktien einen Kurssprung bis auf 5,565 Euro ausgelöst. Klöckner & Co würde zum Werk- und Rohstoffhandels-Geschäft von Thyssenkrupp passen, kommentierten damals die Analysten der US-Bank Goldman Sachs.

An diesem Freitag ließen die KlöCo-Papiere mit in der Spitze 5,695 Euro ihr Hoch aus dem Juni zeitweise hinter sich und kosteten damit so viel wie zuletzt Anfang Mai. Ende April waren die Anteile nach einem gekappten Gewinnziel von über 7 Euro aus abgestürzt und hatten sich seitdem nicht mehr wirklich davon erholt. Im Juli war es vorübergehend bis auf ein Rekordtief bei 4,192 Euro nach unten gegangen./ajx/nas/fba

23.08.2019

AKTIE IM FOKUS: Wirecard testen 50-Tage-Linie - Chef auf Twitter optimistisch

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Wirecard-Aktien haben sich am Freitagvormittag mit plus 3 Prozent an die Dax-Spitze gesetzt. Damit testeten die Papiere des Zahlungsabwicklers ihre 50-Tage-Linie. Knapp darüber liegt zudem der seit September vergangenen Jahres gültige Abwärtstrend.

Wirecard-Chef Markus Braun verbreitete am Freitag mit einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Optimismus. Alleine in den vergangenen vier Woche habe man drei Verträge unter Dach und Fach gebracht, die das Abwicklungsvolumen des Vorjahres übertrumpfen könnten, erklärte er./ag/fba

23.08.2019

AKTIE IM FOKUS: Lufthansa ziehen an nach Bericht über deutliches Gewinnwachstum

FRANKFURT (dpa-AFX) - Lufthansa-Papiere haben am Freitag positiv auf einen Bericht des "Manager Magazin" reagiert und als Dax-Spitzenreiter 3,7 Prozent zugelegt. Die Papiere bewegen sich damit von ihrem jüngsten Tief seit 2017 von 12,58 Euro wieder auf ihre 21 Tage-Linie bei 14 Euro zu.

Dem Wirtschaftsmagazin zufolge will die Lufthansa die Investoren künftig mit deutlich höheren Gewinnen überzeugen. Der Vorstand arbeite an einem Plan, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in absehbarer Zeit auf drei Milliarden Euro und mehr hochzutreiben, heißt es laut dem Blatt aus Unternehmenskreisen. Bislang habe intern ein Ergebnis von rund zwei Milliarden Euro als zufriedenstellend gegolten./ag/jha/

23.08.2019

AKTIE IM FOKUS: Commerzbank leicht erholt nach Bericht zu Stellenabbauplänen

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Commerzbank-Aktien tun sich mit einer Stabilisierung weiter schwer. Auch am Freitag schmolzen Erholungsgewinne von zeitweise 2,4 Prozent schnell wieder zusammen auf zuletzt noch 0,5 Prozent. Nur einen Tag nach Medienspekulationen über die Schließung von mehreren hundert Filialen berichtete die "Börsen-Zeitung" am Donnerstagabend auf ihrer Internetseite über einen erneuten massiven Stellenabbau.

Zwar würden die finalen Entscheidungen erst auf dem Strategiedialog fallen, zu dem sich Vorstand und Aufsichtsrat am 25. und 26. September träfen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Kreise. Dort sei aber bereits zu hören, dass mit dem Abbau von weiteren 1800 bis 2500 Stellen zu rechnen..

Erst am Mittwoch hatte das "Handelsblatt" über Planspiele berichtet, die Zahl der Zweigstellen von derzeit rund 1000 auf 800 bis 900 zu verringern. Vor diesem Hintergrund zeigten sich Börsianer vom aktuellen Bericht nicht überrascht.

Commerzbank-Aktien waren in der Vorwoche mit 4,658 Euro auf ein neues Rekordtief abgerutscht./ag/jha/

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