dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

23.09.2020

Devisen: Euro bleibt unter Druck - Tiefster Stand seit Juli

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Eurokurs ist am Mittwoch zum US-Dollar auf den tiefsten Stand sei Ende Juli gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Vormittag mit 1,1696 US-Dollar gehandelt. Zweitweise fiel der Euro bis auf 1,1672 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag noch auf 1,1740 Dollar festgesetzt.

Schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone belasteten den Euro nicht zusätzlich. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist im September überraschend gefallen und signalisiert kaum noch Wachstum für die Eurozone. Experten hatten hingegen eine leichte Erholung erwartet. Die Stimmung in der Industrie verbesserte sich zwar, unter Dienstleistern trübte sie sich aber deutlich ein.

Mit den Kursverlusten in den vergangenen Tagen setzte der Euro seinen jüngsten Abwärtstrend fort. Anfang September hatte er noch kurzzeitig über 1,20 Dollar notiert. Die aktuelle Schwäche begründen Experten unter anderem mit den wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa. Wichtige Länder aus der Eurozone wie Spanien und Frankreich sorgen für Beunruhigung. Neue Beschränkungen könnten die Erholung der Wirtschaft in der Eurozone belasten. Aus diesem Grund ziehen sich viele Investoren derzeit aus dem Euro eher zurück und setzen auf die Weltleitwährung Dollar./jsl/bgf/jha/

23.09.2020

ROUNDUP 2: Anhörung zur Tesla-Fabrik - Kritik wird lauter

(Aktualisierung: 414 Einwendungen, 6. Absatz)

ERKNER (dpa-AFX) - Vor der Anhörung von Kritikern zum Bau der Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla in Brandenburg werden Bedenken gegen das Projekt lauter. Die Ökologisch Demokratische Partei Brandenburg warnte vor umweltschädlichen Maßnahmen mit dem Einsatz von Pfählen. Das Umweltministerium hatte mehrfach darauf verwiesen, dass die Gefahren geprüft werden, Tesla hatte Kritik am Pfahlbau zurückgewiesen.

Wer eine sogenannte Einwendung gegen das Projekt beim Land eingereicht hat, bekommt mit einem halben Jahr Verspätung wegen der Corona-Pandemie bei der Erörterung am Mittwoch (10.00 Uhr) in Erkner Gelegenheit, die Kritik gegenüber dem Landesumweltamt zu begründen.

Die Naturschützerin Julia Neigel, die mehrere Petitionen für einen Teil der Bürgerinitiative gegen die "Gigafactory" Grünheide verfasst hat, befürchtet negative Folgen für das Trinkwasser. Bei der Dürre in Brandenburg könne man langfristig "von katastrophalen Umweltauswirkungen für die Region ausgehen", sagte Neigel, die als Sängerin bekannt wurde. Diese Firma gehöre "in eine Industriebrache".

Die Bürgerinitiative Grünheide stimmte sich vor der Anhörung mit Naturschutzverbänden wie dem Nabu und der Grünen Liga sowie lokalen Vereinen ab, wie Sprecher Steffen Schorcht der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ihm zufolge werden bei den Einwendungen drei große Schwerpunkte gesehen: Wasser, Artenschutz mit der Tötung von Zauneidechsen und das Störfallmanagement des geplanten Tesla-Werkes, etwa der Austritt von Chemikalien ins Grundwasser durch Unfälle.

"Wir erwarten von dem Erörterungstermin, dass die Probleme öffentlich gemacht werden und die Stellungnahmen der Fachbehörden Grundlage für unser weiteres Vorhaben sind bis hin zur juristischen Auseinandersetzung", sagte Schorcht. Vor allem beim Thema Wasser sehen die Umweltschützer ein großes Problem. Die Umweltschützer fordern einen sofortigen Baustopp des Tesla-Werkes, keine weiteren Vorabgenehmigungen für das Unternehmen und das reguläre Abschließen der Umweltverträglichkeitsprüfung als Grundlage für das weitere Vorgehen.

Beim Land gingen 414 Einwendungen gegen die umweltrechtliche Genehmigung von Tesla ein, die meisten für den ersten Antrag, den Tesla aktualisiert hat. Tesla hatte den geplanten Wasserverbrauch und die Zahl der Pfähle nach Kritik reduziert. Bisher ist offen, wann das Land grünes Licht für das Projekt in Grünheide bei Berlin gibt. Tesla baut derzeit über vorläufige Befugnisse für einzelne Bauschritte. Das Unternehmen will von Sommer 2021 an in einer ersten Ausbaustufe mit rund 12 000 Mitarbeitern 500 000 Elektroautos pro Jahr bauen und dort auch Batterien fertigen./vr/DP/stk

23.09.2020

Urteil: Deutsche Bank haftet nicht für Cum-Ex der M.M.Warburg

FRANKFURT/HAMBURG (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank muss laut einem Urteil nicht für Steuerschulden aus Cum-Ex-Geschäften der Hamburger Privatbank M.M.Warburg mithaften. Das hat das Landgericht Frankfurt am Mittwoch in einem noch nicht rechtkräftigen Urteil (Az.: 2-18 O 386/18) entschieden. "Die Privatbank Warburg ist originäre Steuerschuldnerin und hat die Steuern daher auch im Verhältnis zur Deutschen Bank primär zu tragen", entschied die 18. Zivilkammer in dem Streit um 167 Millionen Euro Steuerschulden aus Geschäften in den Jahren 2007 bis 2011.

Bei den umstrittenen Aktiengeschäften nutzten Investoren eine Lücke im Gesetz, um den Staat über Jahre um Milliardensummen an Steuern zu prellen: Rund um den Dividendenstichtag wurden Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Am Ende war dem Fiskus nicht mehr klar, wem die Papiere überhaupt gehörten. Die Folge: Finanzämter erstatteten Kapitalertragsteuern, die gar nicht gezahlt worden waren. Europaweit soll sich der Schaden auf mehr als 55 Milliarden Euro belaufen. In Deutschland schloss der Staat das Steuerschlupfloch im Jahr 2012.

Erneut hatte die Hamburger Bank in dem Verfahren argumentiert, dass es keine Absprachen zu Cum-Ex-Geschäften gegeben habe. Die Deutsche Bank sei als Depotbank des Verkäufers in mehr als 400 Aktientransaktionen verpflichtet gewesen, Kapitalertragssteuer an den Fiskus abzuführen. Das Gericht hielt aber daran fest, dass allein M.M.Warburg die Steuern schulde. Dies sei auch in einem Vorverfahren beim Landgericht Bonn festgestellt worden. Gegen das Frankfurter Urteil kann noch Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt eingelegt werden./ceb/ben/DP/jha

23.09.2020

ROUNDUP: AMS und Osram schließen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag

MÜNCHEN/PREMSTÄTTEN (dpa-AFX) - Nach der bereits im Juli abgeschlossenen Mehrheitsübernahme des angeschlagenen Lichtkonzerns Osram treibt der österreichische Sensorspezialist AMS die Integration weiter voran. Mit dem Traditionsunternehmen aus München sei nun ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) abgeschlossen worden, teilte AMS am Dienstagabend in Premstätten in der Steiermark mit.

Mit dem erwarteten Schritt will AMS-Chef Alexander Everke seinen Plan umsetzen, gemeinsam mit Osram einen europäischen Weltmarktführer für Sensoriklösungen und Photonik zu schmieden. Osram selbst stellte unterdessen die Anleger für das bald anbrechende neue Geschäftsjahr auf eine deutliche Verbesserung seiner Kennziffern ein.

AMS hält derzeit rund 71 Prozent der Anteile an Osram. Dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag muss von mindestens 75 Prozent der anwesenden Osram-Aktionäre auf einer außerordentlichen Online-Hauptversammlung zugestimmt werden, die am 3. November einberufen wird. Zudem muss ein zuständiges Gericht den BGAV noch eintragen. AMS zeigte sich zuversichtlich, die notwendige Zustimmung der Anteilseigner zu erhalten und bietet ihnen eine Barabfindung in Höhe von 44,65 Euro je Aktie an.

Der BGAV beinhaltet zudem eine jährliche Ausgleichszahlung an die verbliebenen Anteilseigner von 2,24 Euro pro Aktie. Dieser Nettobetrag werde unter Vorbehalt von persönlichen Steuern an die Osram-Aktionäre ausbezahlt.

Kurz nach Handelsbeginn am Mittwochmorgen beflügelten die Nachrichten die Osram-Aktie, die um fast 13 Prozent kletterte. Die an der Schweizer Börse notierten AMS-Papiere legten rund 1,4 Prozent zu. Auf Basis der Brutto-Kompensationszahlung ergebe sich im Vergleich zu den Renditen lang laufender Anleihen anderer Autozulieferer für die Osram-Aktionäre eine sehr attraktive Aktienrendite, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion.

Aus Sicht von Everke wird der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag "die schnelle und erfolgreiche Integration von AMS und Osram in ein zusammengeführtes Unternehmen ermöglichen, das profitables Wachstum auf langfristiger Basis bietet". Everke sprach mit Blick auf den Vertrag von einem "wichtigen Schritt".

Von der Abführung künftiger Osram-Gewinne erhofft sich die deutlich kleinere AMS eine Menge. Während die Geschäfte bei den Österreichern derzeit gut laufen, steckt Osram dagegen nicht erst seit der Corona-Krise in Schwierigkeiten. Schon vor der Pandemie bekam der Leuchtenhersteller unter anderem die anhaltend maue Autokonjunktur zu spüren und schrieb zuletzt tiefrote Zahlen.

Allerdings überraschten die Münchner vergangene Woche kurz vor Ablauf ihres Geschäftsjahrs 2019/2020 (Ende September) mit einer neuen und optimistischeren Prognose. So soll Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nun etwas weniger stark zurückgehen als bisher angenommen und die bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ebenfalls besser ausfallen als zunächst gedacht. Osram begründete dies mit zuletzt wieder besser laufenden Geschäften in China und den USA. Vor allem die Geschäftsbereiche Automotive und Opto Semiconductors hätten von einer verbesserten Lage in den Kernmärkten profitiert, hieß es.

Am Dienstagabend wagte Osram zudem bereits eine Prognose für das am 1. Oktober beginnende neue Geschäftsjahr 2020/2021. Demnach rechnet der Lichtkonzern mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum zwischen 6 und 10 Prozent sowie einer bereinigten Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 9 bis 11 Prozent. Damit würde sich Osram bei beiden wichtigen Kennziffern klar verbessern.

Der freie Barmittelzufluss (Free Cashflow) wird zudem im ausgeglichenen bis niedrig zweistellig positiven Millionen-Euro-Bereich erwartet. Der Free Cashflow ist vor allem für Investoren und Analysten wichtig, da er Aufschluss über die Finanzkraft eines Unternehmens gibt. Ist er negativ, wird quasi Geld verbrannt. Osram betonte im Hinblick auf den Ausblick allerdings, dass mögliche wirtschaftliche Folgen einer erneut verschärften Pandemielage darin nicht berücksichtigt seien.

AMS-Chef Everke hatte die Osram-Übernahme gegen Widerstände der IG Metall und des Osram-Betriebsrats durchgesetzt, die unter anderem eine Zerschlagung des Konzerns und einen Stellenabbau befürchten. Dem milliardenschweren Deal waren Monate der Ungewissheit vorausgegangen. Nachdem AMS Ende vergangenen Jahres im zweiten Anlauf die Mindestannahmeschwelle übersprungen hatte und einen Bieterkampf mit US-Finanzinvestoren für sich entscheiden konnte, sorgte die Corona-Krise bei Marktbeobachtern bis in den Sommer für Zweifel, ob die Übernahme überhaupt gelingen würde.

Zwischenzeitlich waren die Aktienkurse von Osram und AMS abgestürzt. Anfang Juli konnte AMS aber doch Vollzug melden, nachdem die EU-Wettbewerbshüter den Deal ohne Auflagen gebilligt hatten./eas/tav/stk

23.09.2020

Presse: BVB holt weiteres englisches Top-Talent

DORTMUND (dpa-AFX) - Borussia Dortmund setzt seine bislang erfolgreiche Taktik mit sehr jungen englischen Top-Talenten fort. Nach übereinstimmenden Berichten der "Ruhr Nachrichten" und des Portals "sport1.de" (Mittwoch) ist sich der Fußball-Bundesligist mit dem erst 16 Jahre alten Jamie Bynoe-Gittens von Manchester City über einen Wechsel ins Ruhrgebiet einig.

Demnach soll der Offensiv-Spieler in Kürze einen Vertrag beim BVB unterschreiben. Eingeplant sei Bynoe-Gittens allerdings zunächst für A-Junioren-Bundesligateam der Westfalen. Daher sollen die Dortmunder auch nur eine Ausbildungs-Entschädigung bezahlen müssen. In Jadon Sancho und Jude Bellingham hat das Team von Trainer Lucien Favre bereits zwei junge Engländer im Profi-Kader./lap/DP/jha

23.09.2020

ROUNDUP: Leopoldina empfiehlt einheitliche Regeln für Corona-Herbst

BERLIN (dpa-AFX) - Knapp eine Woche vor den nächsten Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Blick auf den Corona-Herbst einheitlichere Regeln in Deutschland angemahnt. "Um der Gefahr einer auch in Deutschland wieder schwerer zu kontrollierenden Entwicklung der Pandemie rechtzeitig zu begegnen, ist es dringend notwendig, dass sich die Verantwortlichen in Bund und Ländern rasch auf bundesweit verbindliche, wirksame und einheitliche Regeln für das Inkrafttreten von Vorsorgemaßnahmen einigen und diese konsequenter als bisher um- und durchsetzen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Akademie.

Die Wissenschaftler haben seit Beginn der Pandemie mehrfach in Stellungnahmen Politikempfehlungen abgegeben, die dann auch in die aktuellen Beratungen eingeflossen sind. Merkel und die Länderchefs wollen am kommenden Dienstag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen sprechen. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland und Befürchtungen über eine Verschärfung der Lage im Herbst und Winter.

"Mit Blick auf eine mögliche angespannte Situation im Herbst und Winter sollten bundesweit einheitliche Regeln und Eskalationsstufen für Schutzmaßnahmen definiert werden, die je nach regionalem Infektionsgeschehen greifen", empfehlen die Leopoldina-Experten. Ziel müsse es auch bei steigenden Neuinfektionszahlen bleiben, das öffentliche und wirtschaftliche Leben aufrecht zu erhalten und die Schließung von Bildungseinrichtungen zu vermeiden. Entsprechend hatten sich auch Vertreter von Bund und Ländern zuletzt immer wieder geäußert.

Die Wissenschaftler appellieren an die Politik, bei allen Schutzmaßnahmen "differenzierter als bislang" die Rechte Betroffener, etwa in Pflegeeinrichtungen, zu wahren und ihre sozialen Bedürfnisse angemessen zu berücksichtigen". Bei Test- und Quarantänevorgaben werden außerdem Anpassungen im Herbst und Winter empfohlen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits angekündigt, dass es bis Mitte Oktober eine neue Corona-Teststrategie, Testverordnung und neue Quarantäneregeln geben solle.

Die Leopoldina sieht viel Potenzial in einer möglichen Zulassung sogenannter Antigen-Schnelltests. "Ziel muss es sein, die Zeit zwischen Test und Ergebnis weiter zu verkürzen und insbesondere die Infektiosität zu erfassen, da sich hierauf die Notwendigkeit von Isolationsmaßnahmen begründet." Spahn hatte angekündigt, dass diese Schnelltests Bestandteil der neuen Teststrategie werden sollen, weil sie mittlerweile auch qualitativ besser seien. Beispielsweise könnten damit Besucher von Pflegeheimen schnell getestet werden, um direkt ein Ergebnis zu erfahren.

In ihrer Stellungnahme plädieren die Wissenschaftler außerdem dafür, die Isolationszeit nach Symptombeginn bei nachgewiesener Erkrankung auf eine Woche zu verkürzen, "um negative Auswirkungen für Einzelne, Familienangehörige sowie Wirtschaft und Gesellschaft zu reduzieren". "Auch die Quarantänezeit von Personen, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt waren (...), ließe sich nach neueren Schätzungen von 14 auf 10 Tage reduzieren", heißt es weiter.

Beim Thema Maske wird eine harte Gangart empfohlen: "Die Missachtung verbindlicher Anordnungen zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist überall mit einem Bußgeld zu belegen, um solchen Anordnungen den gebotenen Nachdruck zu sichern."/jr/DP/jha

23.09.2020

IPO/ROUNDUP 2: Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert nimmt weniger ein als erhofft

(neu: Kurse aktualisiert im 3. Absatz, Stabilisierungsmitteilung von Jefferies im 3. Absatz.)

JANDELSBRUNN (dpa-AFX) - Der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert hat den Sprung an die Börse gerade so geschafft. Der Ausgabepreis wurde auf 58 Euro und damit am unteren Ende der Spanne festgelegt, wie das Unternehmen am Mittwochmorgen in Jandelsbrunn mitteilte.

Die Eigentümer, vor allem die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP, hatten zudem erst am Dienstag angekündigt, deutlich weniger Aktien zu verkaufen als geplant. Inklusive Mehrzuteilung gaben die Altaktionäre nun 3,65 Millionen Aktien ab. Dazu kamen noch 350 000 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Damit beträgt der Erlös des Börsengangs 232 Millionen Euro. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 602 Millionen Euro.

Der erste Kurs des Wohnmobilherstellers lag mit 58 Euro exakt auf dem festgelegten Preis, zu dem die Aktien ausgegeben wurden. In der Folge kletterten sie dann kurz über 59 Euro, zuletzt standen sie mit 58,20 Euro dann aber wieder nur noch knapp im Plus. Die begleitende US-Investmentbank Jefferies hatte zuvor angekündigt, wie bei Börsengängen üblich stabilisierend eingreifen zu wollen, falls der Verkaufsdruck zu stark werde.

HTP wird nach dem Börsengang zusammen mit Vorstandschef Wolfgang Speck 61,5 Prozent der Knaus-Tabbert-Anteile halten, der Streubesitz liegt dann bei 38,5 Prozent. Ursprünglich hatten die Niederländer bis zu rund 48 Prozent der Anteile abgeben und mit der Platzierung insgesamt bis zu 366 Millionen Euro erlösen wollen.

Aus der Kapitalerhöhung fließen dem Unternehmen nun 20,3 Millionen Euro zu, die in den Ausbau der Produktion gesteckt werden sollen. Vor allem soll in Ungarn die Produktion von Kastenwagen ab Herbst 2021 ausgeweitet werden.

Knaus Tabbert verspricht sich viel von einer steigenden Nachfrage nach Freizeitmobilen. Gerade in der Corona-Krise mit vielen Reisebeschränkungen erlebte die Branche einen Boom. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im niederbayerischen Jandelsbrunn. Mit den Marken Knaus Tabbert, T@B, Weinsberg, Morelo und der Vermietplattform Rent and Travel erzielte das Unternehmen vergangenes Jahr einen Umsatz von über 780 Millionen Euro. Mit rund 3000 Mitarbeitern wurden über 26 000 Freizeitmobile produziert./zb/men/tav/jha/

23.09.2020

Unternehmensumfrage: Wenige IT-Unternehmen profitieren von Corona

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Viele Unternehmen der IT-Branche haben laut einer Umfrage nicht von der Corona-Krise profitiert. Demnach hat über die Hälfte der IT-Dienstleister (52 Prozent) in diesem Jahr Aufträge verloren, nur fünf Prozent der Firmen sehen sich selbst als Gewinner der Krise, wie die Befragung von über 300 IT-Managern in Unternehmen im Auftrag des Spezialversicherers Hiscox ergeben hat. Die Manager wurden von Bitkom Research befragt, dem Marktforschungsunternehmen des gleichnamigen Branchenverbands. Die Umfrage ist laut Hiscox repräsentativ.

"Einerseits ging täglich durch die Medien, dass die Corona-Krise einen großen Schub für die Digitalisierung bedeute", sagte Hiscox-Manager Marc Thamm. "Aber Home Office oder Home Schooling sind nur eine Facette der großen IT-Landschaft. IT-Dienstleistern für die Reise- und Veranstaltungsbranche geht es beispielsweise nicht so gut, die sind genauso betroffen wie andere Unternehmen auch."

Laut der Umfrage berichtete nur ein gutes Drittel (34 Prozent) der IT-Fachleute, dass ihre Kunden seit Beginn der Corona-Krise die Digitalisierung faktisch vorangetrieben hätten. Thamm verwies auf den Digitalindex von Bitkom und Ifo-Institut aus dem Frühjahr, in dem die Prognosen für die Digitalwirtschaft so schlecht ausgefallen waren wie seit 2009 nicht mehr.

"Allgemein beobachten wir aber, dass die Bänder wieder anrollen", sagte Thamm. "Vieles von dem, was Anfang und Mitte 2020 auf Eis gelegt wurde, kommt jetzt wieder auf die Tagesordnung."

Dass die Krise und die steigende Arbeitslosigkeit die Digitalisierung bremsen, glaubt Thamm nicht: "Wir haben mehrere Faktoren, die dazu beitragen, dass Arbeitsprozesse zum Teil wieder nach Europa zurückverlagert werden", sagte der Hiscox-Manager mit Blick auf die Corona-Pandemie, auf Handelskonflikte mit China oder auf den Brexit. "Viele Unternehmen stehen vor der Frage: Wie halte ich mein Business auf einem vergleichsweise teuren Platz wie Europa marktkonform? Dabei hilft die Digitalisierung und wird auch neue Arbeitsplätze schaffen."

Hiscox ist ein in der Versicherungsbranche bekanntes britisches Traditionsunternehmen, das sich auf Nischen wie IT-Versicherung und Kunstversicherung spezialisiert hat. Die deutsche Niederlassung sitzt in München./cho/DP/stk

23.09.2020

Deutsche Anleihen starten mit leichten Gewinnen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Mittwoch mit leichten Kursgewinnen in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg am Vormittag um 0,05 Prozent auf 174,48 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug minus 0,53 Prozent. An anderen Anleihemärkten in Europa legten die Kurse ebenfalls zu.

Das Dienstleistungsgewerbe scheint von den steigenden Corona-Infektionen hart getroffen zu sein. Das legen Umfragewerte des Forschungsunternehmens Markit nahe. In Deutschland und Frankreich fielen die Einkaufsmanagerindizes für die Branche im September deutlich zurück. Dagegen stiegen sie in der Industrie an. Schon in der ersten Infektionswelle waren die Dienstleister besonders von der Pandemie betroffen.

Unterdessen hat sich Yves Mersch, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), gegen eine Ausdehnung von Corona-Krisenbestimmungen auf andere Instrumente ausgesprochen. Die EZB riskiere ansonsten rechtliche Probleme, sagte Mersch in Frankfurt. Es geht um Überlegungen, vergleichsweise lockere Bestimmungen des Anleihekaufprogramms PEPP auf die herkömmlichen Wertpapierkäufe zu übertragen. Darüber hatte unlängst die britische Wirtschaftszeitung "Financial Times" berichtet./bfg/stk

23.09.2020

Continental und Osram ziehen Schlussstrich unter Autolicht-Joint-Venture

HANNOVER/MÜNCHEN/ESCHBORN (dpa-AFX) - Die Autozulieferer Continental und Osram beenden nach der Übernahme des Osram-Konzerns durch AMS ihre Zusammenarbeit bei Lichttechnik. Das 2018 gegründete und auf Scheinwerfer und andere Autolichtsysteme spezialisierte Joint Venture solle aufgelöst werden, teilte Continental am Mittwoch in Eschborn mit. Dazu würden Gespräche geführt, die bis Ende des Jahres abgeschlossen werden sollen. Conti und Osram sind je zur Hälfte an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Die eingebrachten Bereiche mit insgesamt 1500 Mitarbeitern an 14 Standorten sollen in die Unternehmen zurückgeführt werden.

Mit dem Schritt reagierten Conti und Osram auf die schwierige Marktsituation, die durch die schwache weltweite Autoproduktion und die Corona-Krise entstanden sei, hieß es zur Begründung. Die einstigen gemeinsamen Erwartungen an die Zusammenarbeit ließen sich so nicht mehr realisieren. Bereits Anfang Juli hatte Conti mitgeteilt, dass die Unternehmen über die Zukunft des gemeinsamen Unternehmens reden./men/jha/

23.09.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax beschleunigt Erholung nach Ausverkauf

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat die Erholung nach dem Ausverkauf zu Wochenbeginn Fahrt aufgenommen. Der Dax baute seine Vortagesgewinne am Mittwoch deutlich aus und stieg um 1,47 Prozent auf 12 779,67 Punkte. Der Leitindex folgte so der zuletzt positiven Tendenz an der tonangebenden Wall Street.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel lag mit 1,11 Prozent im Plus bei 26 895,93 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zog um 1,4 Prozent an.

Am Montag hatte die Furcht vor der ansteigenden Corona-Infektionswelle die Aktienmärkte schwer in Mitleidenschaft gezogen. So hatte der Dax mehr als vier Prozent eingebüßt.

"Nach dem fulminanten Kursrutsch vom Montag befinden sich nach wie vor Schnäppchenjäger auf der Pirsch", schrieb Marktexperte Timo Emden vom Emden Research. Der dramatische Kurssturz vom Wochenauftakt stecke den Anlegern zwar noch spürbar in den Knochen. Allmählich aber sickere die Erkenntnis durch, dass die jüngste Panikattacke zu Wochenbeginn ein Stück weit übertrieben war.

Starke Geschäftszahlen des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike ließen die Aktionäre der hiesigen Branchenkollegen Adidas und Puma jubeln. Der Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie hatte Nike im jüngsten Geschäftsquartal zu deutlich mehr Gewinn verholfen. Zudem wurden die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Die Aktien von Adidas schnellten an der Dax-Spitze um 5,7 Prozent nach oben und die Papiere vom Puma waren mit einem Plus von rund 5 Prozent der zweitbeste Wert im MDax.

An der MDax-Spitze sprangen die Anteilsscheine von Osram um rund 14 Prozent in die Höhe. Grund dafür waren überraschend hohe Ausgleichszahlungen von AMS an die Aktionäre von Osram. Der Sensorenhersteller hatte nach der im Juli abgeschlossenen Übernahme des Lichtkonzerns mit diesem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen und im Rahmen dessen entsprechende Zahlungen vereinbart.

Eine Kaufempfehlung hievte die Papiere SMA Solar an der Spitze des Nebenwerteindex SDax um mehr als neun Prozent nach oben. Beim Hersteller von Wechselrichtern für Solarstrom sei die Trendwende in Sicht, schrieb der Experte Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies.

Die Aktien des Börsenneulings Knaus Tabbert waren derweil mit dem Ausgabepreis in den Handel gestartet. Der erste Kurs des Wohnmobilherstellers lag mit 58 Euro exakt auf dem festgelegten Preis, zu dem die Papiere ausgegeben worden waren. Zuletzt standen sie bei 57,50 Euro. Knaus Tabbert hatte den Sprung an die Börse gerade so geschafft, der Ausgabepreis konnte nur am unteren Ende der Spanne festgelegt werden./la/jha/

23.09.2020

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax beschleunigt Erholung nach Ausverkauf am Montag

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat die Erholung nach dem Ausverkauf zu Wochenbeginn Fahrt aufgenommen. Der Dax baute seine Vortagesgewinne am Mittwoch deutlich aus und stieg um 1,10 Prozent auf 12 732,34 Punkte. Der Leitindex folgte so der zuletzt positiven Tendenz an der tonangebenden Wall Street.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel lag mit 0,92 Prozent im Plus bei 26 844,85 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zog um 1,2 Prozent an./la/jha/

23.09.2020

Aktien Frankfurt Ausblick: Dax erholt sich weiter vom Kursrutsch zu Wochenanfang

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Mittwoch mit weiteren Gewinnen an die Erholung vom Ausverkauf zu Wochenbeginn anknüpfen. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex lag knapp eine Stunde vor Handelsbeginn bei 12 729 Punkten - ein Plus von 1,06 Prozent im Vergleich zum Dax-Schluss am Vortag. Der Dax könnte so der positiven Tendenz an den US-Börsen folgen, die am Dienstag ihre Gewinne nach dem europäischen Handelsschluss noch etwas ausbauten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird 1,1 Prozent höher erwartet.

Nach Einschätzung von Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners werden die Bäume aber so schnell nicht wieder in den Himmel wachsen: "Die Angst, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, bleibt bei den Anlegern groß." Bei stärkeren Kursverlusten wie am Montag kämen zwar immer noch Aktienkäufer in den Markt, die den Dax stützen. Gleichzeitig fehlten jene, die den Index nachhaltig nach oben tragen.

Experte Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets pflichtet ihm bei. Die Umkehr sei nicht deutlich genug, um zu denken, "dass die immer größer werdende Besorgnis über die wirtschaftlichen Aussichten annähernd abgewendet wurde." Die Corona-Infektionswelle, die am Montag als Grund für den Kursrutsch beim Dax um mehr als 4 Prozent galt, ebbt weiter nicht ab. Gerade wegen der wirtschaftlichen Sorgen rücken nun am Mittwoch frische Einkaufsmanagerdaten vor allem aus der Eurozone in den Blick.

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien von Nordex zur Wochenmitte zu den Favoriten zählen. Der Windanlagenhersteller erhielt im laufenden Quartal neue Aufträge über insgesamt 227 Megawatt aus Europa. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Papiere mehr als vier Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Dienstag.

Starke Geschäftszahlen des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike dürften ferner die Aktionäre der hiesigen Branchenkollegen Adidas und Puma erfreuen. Der Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie hatte Nike im jüngsten Geschäftsquartal zu deutlich mehr Gewinn verholfen. Zudem wurden die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Auf Tradegate zogen die Aktien von Adidas und Puma um jeweils rund drei Prozent an.

Die Papiere von Osram schnellten auf Tradegate gar um gut elf Prozent nach oben. Der Sensorenhersteller AMS hatte nach der im Juli abgeschlossenen Übernahme des deutschen Lichtkonzerns mit diesem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen.

Darüber hinaus können auch frische Analystenkommentare für Bewegung sorgen. So schrieb Analyst Hassan Al-Wakeel von der britischen Investmentbank Barclays, dass die Infusionstochter Kabi des Medizinkonzerns Fresenius SE das Schlimmste hinter sich haben dürfte. Bei der Krankenhaustochter Helios dürfte derweil der regulatorische Gegenwind nachlassen. Al-Wakeel lobte zudem deren mittelfristige Aussichten. Die Papiere von Fresenius stiegen auf Tradegate um 2,6 Prozent.

Der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert schaffte derweil den Sprung an die Börse gerade so. Der Ausgabepreis wurde auf 58 Euro und damit am unteren Ende der Spanne festgelegt. Der Eigentümer, die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP, hatte zudem erst am Dienstag angekündigt, nur noch bis zu 3,65 Millionen Aktien und damit deutlich weniger Anteile als geplant loswerden zu wollen - dies gelang dann auch. Dazu kommen noch 350 000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Damit beträgt der Erlös des Börsengangs 232 Millionen Euro. Die Aktien sollen an diesem Mittwoch zum ersten Mal an der Börse gehandelt werden./la/jha/

23.09.2020

DAX-FLASH: Leitindex weiter auf Stabilisierungskurs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Mittwoch mit weiteren Gewinnen an die Erholung vom Ausverkauf zu Wochenbeginn anknüpfen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor der Eröffnung 0,8 Prozent höher auf knapp 12 700 Punkte. Er könnte so der positiven Tendenz an den US-Börsen folgen, die am Vortag ihre Gewinne nach dem europäischen Handelsschluss noch etwas ausbauten.

Nach Einschätzung von Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners werden die Bäume aber so schnell nicht wieder in den Himmel wachsen. "Die Angst, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, bleibt bei den Anlegern groß", sagte er. Bei stärkeren Kursverlusten wie am Montag kämen zwar immer noch Aktienkäufer in den Markt, die den Index stützen. Gleichzeitig fehlten jene, die den Index nachhaltig nach oben tragen.

Experte Michael Hewson von CMC Markets pflichtet ihm bei. Die Umkehr sei nicht deutlich genug, um zu denken, "dass die immer größer werdende Besorgnis über die wirtschaftlichen Aussichten annähernd abgewendet wurde." Die Corona-Infektionswelle, die am Montag als Grund für den Kursrutsch beim Dax um mehr als 4 Prozent galt, ebbt weiter nicht ab. Gerade wegen der wirtschaftlichen Sorgen rücken nun am Mittwoch frische Einkaufsmanagerdaten vor allem aus der Eurozone ins Blickfeld./tih/jha/

22.09.2020

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Moderate Erholung nach Ausverkauf

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den deutlichen Vortagesverlusten hat sich die Wall Street am Dienstag etwas erholt präsentiert. Positive Impulse kamen von guten Daten zum US-Immobilienmarkt. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 0,52 Prozent bei 27 288,18 Punkten. Am Montag hatte der Dow wegen Sorgen über eine erneute Corona-Welle zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang August markiert.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag um 1,05 Prozent auf 3315,57 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 1,88 Prozent auf 11 186,37 Zähler.

"Die ursprüngliche Panik hat nachgelassen, nicht aber das Risiko eines Lockdown", gab Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda Europe zu bedenken. Die täglichen Corona-Infektionszahlen stiegen, weshalb wieder zunehmend Restriktionen im öffentlichen Leben griffen.

Der US-Häusermarkt setzte im Nachgang zur Corona-Krise seine starke Erholung fort. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen im August zum Vormonat um 2,4 Prozent, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Dienstag in Washington mitteilte.

Die Nikola-Aktien erholten sich mit plus 3,4 Prozent etwas von ihrem 17-prozentigen Absturz tags zuvor. Der Hybrid-Truck-Entwickler geriet am Montag nach Vorwürfen der Irreführung von Investoren unter Druck. Der Chef und Gründer des Unternehmens, Trevor Milton, gab seinen Rücktritt bekannt. Laut Medienberichten ermitteln inzwischen die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium wegen angeblicher Falschangaben.

Die Tesla-Papiere waren mit einem Verlust von 5,6 Prozent das Schlusslicht im Nasdaq-100-Index. Der US-Elektroautobauer hält an diesem Dienstag seine Jahreshauptversammlung ab. Anschließend will Firmenchef Elon Musk beim sogenannten "Battery Day" technische Neuigkeiten vorstellen. Dagegen erholten sich die Amazon-Titel um 5,7 Prozent und waren damit Spitzenreiter im S&P-100-Index.

Nach der Schlussglocke an der Wall Street veröffentlichte der Adidas-Konkurrent Nike unerwartet starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal. Die Aktien des Sportartikelkonzerns schnellten im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als 11 Prozent nach oben und markierten ein weiteres Rekordhoch.

Der Euro stand auch im US-Handel unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1709 US-Dollar. Zwischenzeitlich war der Kurs der Gemeinschaftswährung sogar unter die Marke von 1,17 US-Dollar gefallen, den niedrigsten Kurs seit Ende Juli. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1740 (Montag: 1,1787) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8518 (0,8484) Euro gekostet. Zehnjährige US-Staatsanleihen tendierten kaum verändert./edh/fba

22.09.2020

Aktien New York Schluss: Moderate Erholung nach Ausverkauf

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den deutlichen Vortagesverlusten hat sich die Wall Street am Dienstag etwas erholt präsentiert. Positive Impulse kamen dabei von guten Daten zum US-Immobilienmarkt. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 0,52 Prozent bei 27 288,18 Punkten. Am Montag hatte der Dow wegen Sorgen über eine erneute Corona-Welle zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang August markiert.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag um 1,05 Prozent auf 3315,57 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 1,88 Prozent auf 11 186,37 Zähler./edh/fba

22.09.2020

Aktien New York: Leichte Erholung

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat sich am Dienstag von den deutlichen Vortagesverlusten etwas erholt. Positive Impulse kamen dabei von guten Daten zum US-Immobilienmarkt. Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,24 Prozent höher bei 27 212,21 Punkte. Am Montag hatte der Dow wegen Sorgen über eine erneute Corona-Welle zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang August markiert.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag im Verlauf um 0,63 Prozent auf 3301,74 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 1,23 Prozent auf 11 115,35 Zähler.

"Die ursprüngliche Panik hat nachgelassen, nicht aber das Risiko eines Lockdown", gab Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda Europe zu bedenken. Die täglichen Corona-Infektionszahlen stiegen, weshalb wieder zunehmend Restriktionen im öffentlichen Leben griffen.

Der US-Häusermarkt setzt im Nachgang zur Corona-Krise seine starke Erholung fort. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen im August zum Vormonat um 2,4 Prozent, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Dienstag in Washington mitteilte.

Die Nikola-Aktien erholten sich mit plus 3,7 Prozent etwas von ihrem 17-prozentigen Absturz tags zuvor. Der Hybrid-Truck-Entwickler geriet am Montag nach Vorwürfen der Irreführung von Investoren unter Druck. Der Chef und Gründer des Unternehmens, Trevor Milton, gab seinen Rücktritt bekannt. Laut Medienberichten ermitteln inzwischen die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium wegen angeblicher Falschangaben.

Die Tesla-Papiere waren mit einem Verlust von 4,1 Prozent das Schlusslicht im Nasdaq-100-Index. Der US-Elektroautobauer hält an diesem Dienstag seine Jahreshauptversammlung ab. Anschließend will Firmenchef Elon Musk beim sogenannten "Battery Day" technische Neuigkeiten vorstellen. Dagegen erholten sich die Amazon-Titel um 4,4 Prozent und waren damit Spitzenreiter im Nasdaq 100.

Nach der Schlussglocke an der Wall Street legt der Adidas-Konkurrent Nike Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal vor. Vor einer Woche hatte die Aktie des Sportartikelherstellers bei 120,48 US-Dollar einen Rekordwert erreicht, von dem sie inzwischen etwas zurückgefallen ist. Zuletzt notierten Nike als Top-Wert im Dow 2,7 Prozent höher bei 116,38 Dollar./edh/fba

22.09.2020

ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Kaum Erholung nach Kursverfall

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben sich nach der Verkaufswelle zum Wochenstart am Dienstag überwiegend stabilisiert. Angesichts der weiter bestehenden Sorgen wegen der Corona-Pandemie konnten sie jedoch kaum Boden gutmachen. Der EuroStoxx 50 schloss 0,10 Prozent höher bei 3164,13 Punkten. Am Montag hatte der Leitindex der Eurozone fast vier Prozent verloren und auf dem tiefsten Stand seit Ende Juni geschlossen.

Der französische Cac 40 fiel um weitere 0,40 Prozent auf 4772,84 Punkte, nachdem er am Vortag rund 3,7 Prozent eingebüßt hatte. Beim britischen FTSE 100 stand ein Plus von 0,43 Prozent auf 5829,46 Punkte zu Buche.

Ökonom Kallum Pickering von der Privatbank Berenberg verwies neben Corona auch auf die schwierigen Handelsgespräche zwischen Großbritannien und der Europäischen Union sowie die Gefahr eines Ausscheidens ohne Handelsabkommen als Risikofaktoren. Ein landesweiter neuer Lockdown und ein ungeregelter Brexit könnten die britische Wirtschaft wieder in eine Rezession stürzen.

Europaweit am meisten gefragt waren Aktien aus dem Öl- und Gassektor sowie Automobilwerte mit Gewinnen von 1,3 beziehungsweise 1,1 Prozent. Dagegen verlor das Kursbarometer der Reise- und Freizeitunternehmen, die besonders stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind, mehr als 1 Prozent.

Die Aktien von Kone zogen um 2,6 Prozent an, nachdem der finnische Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen seinen Jahresausblick angehoben hatte. Das Unternehmen verwies auf eine höhere Nachfrage aus China.

Bei der Baumarktkette Kingfisher konnten sich die Aktionäre nach den Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr über einen Kursgewinn von 8,4 Prozent freuen./edh/fba

22.09.2020

Aktien Europa Schluss: Kaum Erholung nach Kursverfall

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben sich nach der Verkaufswelle zum Wochenstart am Dienstag überwiegend stabilisiert. Angesichts der weiter bestehenden Sorgen wegen der Corona-Pandemie konnten sie jedoch kaum Boden gutmachen. Der EuroStoxx 50 schloss 0,10 Prozent höher bei 3164,13 Punkten. Am Montag hatte der Leitindex der Eurozone fast vier Prozent verloren und auf dem tiefsten Stand seit Ende Juni geschlossen.

Der französische Cac 40 fiel um weitere 0,40 Prozent auf 4772,84 Punkte, nachdem er am Vortag rund 3,7 Prozent eingebüßt hatte. Beim britischen FTSE 100 stand ein Plus von 0,43 Prozent auf 5829,46 Punkte zu Buche./edh/fba

22.09.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax stabilisiert nach Ausverkauf

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Lage nach dem Kursrutsch zu Wochenbeginn stabilisiert. So erholte sich der Leitindex Dax am Dienstag um 0,41 Prozent auf 12 594,39 Punkte. Am Montag hatte er wegen der hohen Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus mehr als vier Prozent eingebüßt und war auf den niedrigsten Stand seit Anfang August abgerutscht. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte befestigte sich am Dienstag um 0,38 Prozent auf 26 599,84 Punkte.

Chefstratege Mark Haefele von der Investmentbank UBS zeigte sich trotz der hohen Verluste am Montag optimistisch. Zwar sei der Weg in sicherere Marktgefilde steinig angesichts der Coronakrise, der Präsidentschaftswahl in den USA und der Spannungen zwischen den USA und China. Anleger sollten aber kurzfristige Kursturbulenzen für den Aufbau mittel- und längerfristiger Aktienpositionen nutzen. Rückenwind verspricht sich Haefele vor allem von einem großen Konjunkturpaket in den USA.

Angesichts der wieder erhöhten Corona-Sorgen griffen die Anleger nun wieder bei den vermeintlichen Gewinnern der Coronakrise zu. So stiegen die Aktien des Essenslieferdienstes Delivery Hero als bester Dax-Wert um 4,5 Prozent und die des Kochboxenversenders Hellofresh im MDax um 2,9 Prozent.

Bei den Aktien von United Internet und 1&1 Drillisch war ein Erholungsversuch angesagt. Für die United-Papiere ging es im MDax um 6,7 Prozent aufwärts und für jene der Mobilfunktochter 1&1 im Nebenwerteindex SDax um 4,2 Prozent. Am Montag waren beide Papiere wegen eines Streits mit Telefonica Deutschland um den Zugang zu deren O2-Netz um bis zu 28 Prozent eingebrochen.

Inmitten des Konflikts legt der Mobilfunkanbieter 1&1 Drillisch nun Hoffnung in die Bundesnetzagentur. Die United-Tochter will die anderen deutschen Netzbetreiber Deutsche Telekom und Vodafone offenbar mithilfe der Regulierungsbehörden zu neuen Verhandlungen rund um die Mitnutzung von deren Netzen bewegen. Am Tag nach dem Kursrutsch blickten ferner einige Analysten auf dem deutlich niedrigeren Kursniveau optimistischer auf United Internet.

Auch bei Grenke bekamen die Optimisten wieder etwas Oberwasser: Die zuletzt wegen Vorwürfen eines Leerverkäufers schwer unter Druck geratenen Aktien des Leasinganbieters stiegen um 7,3 Prozent an die Spitze des MDax. Damit setzten sich die starken Schwankungen vom Montag und der vergangenen Woche fort.

Der EuroStoxx als Leitindex für die Eurozone schloss 0,10 Prozent höher bei 3164,13 Zählern. Der französische Cac 40 gab leicht nach, während der britische FTSE 100 um 0,8 Prozent zulegen konnte. Der Dow Jones Industrial zeigte sich zum europäischen Handelsschluss leicht im Minus.

Am Devisenmarkt geriet der Euro wegen der steigenden Coronavirus-Infektionen in Europa unter Druck und fiel auf 1,1709 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1740 Dollar festgesetzt, der Dollar hatte damit 0,8518 Euro gekostet. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,52 Prozent am Vortag auf minus 0,53 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 145,82 Punkte. Der Bund-Future gab am Abend um 0,13 Prozent auf 174,30 Zähler nach./bek/fba

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

23.09.2020

Kabinett beschließt Entwurf zur Bürger-Identifikationsnummer

BERLIN (dpa-AFX) - Die Steueridentifikationsnummer soll zu einer Art Bürgernummer werden, die einer Behörde den einfachen Zugriff auf bereits vorhandene Daten zu einer Person bei einer anderen Behörden ermöglicht. Erlaubt sein soll diese Abfrage allerdings nur, wenn die betroffene Person zustimmt. Der Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat, sieht außerdem vor, dass jeder Bürger die Möglichkeit erhält, über einen sicheren Zugang selbst einzusehen, welche Behörden welche Daten zu ihm ausgetauscht haben.

Zu den 56 Registern, in denen künftig zur Nutzung des neuen Verfahrens zusätzlich die Steuer-ID gespeichert werden soll, gehören neben dem Melderegister unter anderem auch das Ausländerzentralregister, bestimmte Dateien der Rentenversicherung, das nationale Waffenregister, das Insolvenzregister und das Versichertenverzeichnis der Krankenkassen.

Bedenken gegen das geplante Gesetz hat der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Ulrich Kelber, angemeldet. Er hatte bereits im Juli davor gewarnt, dass dadurch künftig "personenbezogene Daten in großem Maße leicht verknüpft und zu einem umfassenden Persönlichkeitsprofil vervollständigt werden können".

Das Bundesinnenministerium, das den Entwurf erarbeitet hat, sieht dieses Risiko nicht, da auch in Zukunft auf eine zentrale Speicherung der Daten verzichtet wird und das Einholen von Auskünften für einen bestimmten Zweck nicht ohne das Einverständnis der Betroffenen erfolgen darf.

Die Regierung verspricht sich von dem Gesetzesvorhaben, über das der Bundestag noch beraten muss, mittelfristig einen reduzierten Verwaltungsaufwand. Bürger, die sich für dieses Verfahren entscheiden, müssen nicht mehr so viele Nachweise und Dokumente von anderen Behörden selbst beschaffen und vorlegen, wenn sie etwa einen Ausweis, eine Bescheinigung oder die Auszahlung staatlicher Leistungen beantragen./abc/DP/stk

23.09.2020

Großbritannien: Unternehmensstimmung trübt sich spürbar ein

LONDON (dpa-AFX) - Die Unternehmensstimmung in Großbritannien hat sich im September spürbar eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 3,4 Punkte auf 55,7 Zähler, wie das Forschungsunternehmen IHS Markit am Mittwoch in London mitteilte. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, diesen im Schnitt allerdings weniger stark veranschlagt. Mit mehr als 50 Punkten zeigt der Indikator aber immer noch klar Wachstum an.

Der Rückschlag erfolgt von hohem Niveau aus. Im August hatte der Indikator ein Sechsjahreshoch erreicht. Allerdings scheint die Konjunkturerholung von der Corona-Pandemie an Fahrt zu verlieren. Markit-Ökonom Chris Williamson verwies zum einen auf das auslaufende Unterstützungsprogramm "Eat Out To Help Out", mit dem die Regierung den Besuch in Restaurants bezuschusst. Zum anderen nannte der Ökonom steigende Corona-Infektionen und neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens als Wachstumsbremse./bgf/jsl/jha/

23.09.2020

Kabinett beschließt Reform für schnelleren Ökostrom-Ausbau

BERLIN (dpa-AFX) - Höhere Ziele und neue Regeln für den Ausbau von Windparks und Solaranlagen in Deutschland sollen den Klimaschutz schneller voranbringen. Das Bundeskabinett stimmte am Mittwoch in Berlin einem Entwurf von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu. Dieser sieht unter anderem vor, die Ausbau-Ziele für die kommenden Jahre zu erhöhen. Kommunen und Bürger sollen stärker von Windrädern in ihrer Nachbarschaft profitieren, um die Akzeptanz für die Anlagen zu steigern. In einer Protokollerklärung machte Umweltministerin Svenja Schulze deutlich, dass sie weitere Schritte will.

2030 soll der Ökostrom-Anteil - Stand jetzt - bei 65 Prozent liegen. Dieses Jahr sind es bisher etwa 50 Prozent. Schulze erklärte unter anderem, mit der geplanten Anhebung des EU-Klimaziels für das Jahr 2030 seien auch die Ökostrom-Ziele Deutschlands "nochmals deutlich anzuheben". Sie habe aber nun zugestimmt, damit die Reform zum Jahreswechsel in Kraft treten könne und der Ausbau in Schwung komme.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass 2050 der Strom in Deutschland zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen soll. Ein jährliches Monitoring soll dafür sorgen, dass rasch nachgesteuert wird, wenn sich etwa der Stromverbrauch anders entwickelt als vorgesehen. Weil unter anderem Autos zunehmend elektrisch fahren sollen, halten Kritiker die Annahmen des Bundes zum Stromverbrauch für zu gering.

In den vergangenen Jahren ging der Ökostrom-Ausbau zu langsam voran, um die Ziele zu erreichen. Vor allem lange Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen sowie Proteste und Klagen von Anwohnern und Naturschützern erschweren den Bau neuer Wind- und Solarparks. Ende 2022 geht das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz. Für den Klimaschutz sollen außerdem bis spätestens 2038 nach und nach alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden./ted/DP/stk

23.09.2020

Staatschef Lukaschenko zum sechsten Mal ins Amt eingeführt

MINSK (dpa-AFX) - Der umstrittene Staatschef Alexander Lukaschenko hat sich in Belarus (Weißrussland) zum sechsten Mal ins Präsidentenamt einführen lassen. Der 66-Jährige legte den Eid am Mittwochmorgen überraschend ab. Lukaschenko legte die rechte Hand auf die Verfassung und schwor den Eid in belarussischer Sprache, wie Staatsmedien in Minsk meldeten. Danach überreichte ihm die Chefin der Wahlkommission, Lidija Jermoschine, die Amtsurkunde.

Dass die Amtseinführung als Geheimoperation angesetzt wurde, zeige einmal mehr, dass der Machtapparat Angst habe vor Protesten der Bevölkerung, die den Wahlsieg vom 9. August nicht anerkenne, sagte der Politologe Waleri Karbelewitsch in Minsk der Deutschen Presse-Agentur.

Vor der Amtseinführung hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell Lukaschenko das Recht auf das Präsidentenamt klar abgesprochen. Es handele sich um eine "Pseudo-Amtseinführung", schrieb Borrell in einem am Dienstag veröffentlichten Blogeintrag. "Herr Lukaschenko hat jede Legitimität verloren", meinte er.

Nach der Verfassung musste die Amtseinführung innerhalb von zwei Monaten nach der Präsidentenwahl - also spätestens bis zum 9. Oktober

- erfolgen. Einen Termin hatte die Präsidialverwaltung bis zuletzt

nicht genannt.

Die EU hatte die Wahl vom 9. August nicht anerkannt. Sie unterstützt die Demokratiebewegung mit der früheren Kandidatin Swetlana Tichanowskaja an der Spitze. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen - nach 26 Jahren an der Macht. Russland hatte ihm zum Sieg gratuliert.

Seit der Wahl kommt es zu historischen Massenprotesten in Belarus gegen Lukaschenko. Die Demokratiebewegung fordert seinen Rücktritt und eine Neuwahl ohne seine Teilnahme. Lukaschenko hatte einen Rücktritt abgelehnt und damit gedroht, die Armee einzusetzen, um sich die Macht zu sichern./mau/DP/stk

23.09.2020

Kabinett segnet Haushaltsentwurf für 2021 ab

BERLIN (dpa-AFX) - Das Bundeskabinett hat den Entwurf für den Bundeshaushalt 2021 beschlossen. Im Kampf gegen die Corona-Krise plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) darin erneut mit erheblichen Schulden - rund 96 Milliarden Euro sollen aufgenommen werden. Auch im kommenden Jahr soll deshalb die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden.

Die Ausgaben sollen, auch angesichts sinkender Steuereinnahmen, fast ein Fünftel niedriger sein als 2020 - allerdings schlugen in diesem Jahr auch maßgebliche Ausgaben etwa für Hilfspakete zu Buche. Ab 2022 will Scholz die Schuldenbremse wieder einhalten. In gewissem Umfang sind aber auch damit Kredite erlaubt, so dass eine Rückkehr zur schwarzen Null vorerst nicht in Sicht ist.

Der Etat sieht Milliardeninvestitionen in Straßen und Schienenwege, in den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft und etwa in die Kinderbetreuung vor. Ziel sei es, so heißt es im Entwurf, "die Grundlage für ein nachhaltiges und kräftiges Wirtschaftswachstum in Deutschland zu legen, damit Deutschland schnell und kraftvoll aus der Krise herauskommt".

Nach dem Kabinettsbeschluss befassen sich nun Bundestag und Bundesrat mit den Haushaltsplänen. Zum Jahresende sollen sie endgültig verabschiedet werden./tam/DP/stk

23.09.2020

ROUNDUP: Unternehmensstimmung im Euroraum trübt sich spürbar ein

LONDON (dpa-AFX) - Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen hat sich die Unternehmensstimmung im Euroraum wieder spürbar eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex sei im September um 1,8 Punkte auf 50,1 Zähler gefallen, teilte das Forschungsunternehmen IHS Markit am Mittwoch in London mit. Analysten hatten dagegen mit einer leichten Verbesserung auf im Schnitt 52,0 Punkte gerechnet.

Die Entwicklung im September verlief gespalten: Während sich die Stimmung in der Industrie verbesserte, trübte sie sich unter Dienstleistern deutlich ein. In den beiden größten Euro-Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich fiel die Entwicklung entsprechend aus. Auffällig war jedoch die starke Stimmungsaufhellung in der deutschen Industrie. Mit 56,6 Punkten deutet der Indikator klar auf Wachstum hin.

Außerhalb Deutschlands und Frankreichs habe sich das Wachstumstempo in der Industrie verlangsamt, während der Dienstleistungssektor stärker geschrumpft sei, erklärte Markit.

Die Eurozone als Ganzes habe im September wirtschaftlich auf der Stelle getreten, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Er verwies auf steigende Corona-Infektionen, von denen die Dienstleister aufgrund persönlichen Kundenkontakts stärker betroffen seien als die Industrie. Williamson sprach von einer konjunkturellen Entwicklung im Euroraum in zwei Geschwindigkeiten.

^

Region/Index September Prognose Vormonat

EURORAUM

Gesamt 50,1 52,0 51,9

Verarb. Gew. 53,7 51,9 51,7

Dienste 47,6 50,6 50,5

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 56,6 52,5 52,2

Dienste 49,1 53,0 52,5

FRANKREICH

Verarb. Gew. 50,9 50,6 49,8

Dienste 47,5 51,5 51,5°

(Angaben in Punkten)

/bgf/jsl/stk

23.09.2020

Börsenboom treibt Geldvermögen: Stärkster Anstieg seit 2005

FRANKFURT (dpa-AFX) - Boomende Aktienmärkte haben 2019 das Vermögen der Menschen rund um den Globus nach Berechnungen der Allianz in Summe kräftig steigen lassen. Weltweit habe das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 192 Billionen Euro zugelegt, teilte der Versicherungskonzern am Mittwoch mit. Dies sei das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2005 gewesen. Allerdings: Die Kluft zwischen reichen und armen Ländern hat sich den Angaben zufolge wieder vergrößert, der Löwenanteil von rund 84 Prozent des Vermögens ist im Besitz der reichsten zehn Prozent weltweit.

Die Corona-Krise dürfte nach Einschätzung der Allianz-Volkswirte dem Vermögenswachstum keinen Abbruch tun: Die Hilfspakete von Staaten und Zentralbanken schirmten die Vermögen "vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab". Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das private Geldvermögen das Jahr der Pandemie mit einem Plus abschließen werde.

Für die elfte Ausgabe ihres "Global Wealth Report" hat die Allianz Daten zu Geldvermögen und Verschuldung privater Haushalte in 57 Staaten zusammengetragen. Berücksichtigt wurden Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien. Abzüglich von Schulden erhöhte sich das Geldvermögen der Haushalte in den untersuchten Staaten 2019 um 11,1 Prozent auf netto 146 Billionen Euro.

In Deutschland stieg das Brutto-Geldvermögen nach Allianz-Angaben um 7,2 Prozent auf gut 6,66 Billionen Euro. Dies sei der stärkste Anstieg seit der Jahrhundertwende. Beim Netto-Geldvermögen pro Kopf - also abzüglich Schulden - blieb Deutschland demnach mit knapp 57 100 Euro in der Rangliste der 20 reichsten Länder weltweit auf Platz 18./ben/DP/jha

23.09.2020

Eurozone: Unternehmensstimmung trübt sich spürbar ein

LONDON (dpa-AFX) - Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen hat sich die Unternehmensstimmung im Euroraum wieder spürbar eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex sei im September um 1,8 Punkte auf 50,1 Zähler gefallen, teilte das Forschungsunternehmen IHS Markit am Mittwoch in London mit. Analysten hatten dagegen mit einer leichten Verbesserung auf im Schnitt 52,0 Punkte gerechnet. Die Stimmung in der Industrie besserte sich zwar, unter Dienstleistern trübte sie sich aber deutlich ein./bgf/jsl/jha/

23.09.2020

Leopoldina empfiehlt einheitliche Regeln für Corona-Herbst

BERLIN (dpa-AFX) - Knapp eine Woche vor den nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Blick auf den Corona-Herbst einheitlichere Regeln in Deutschland angemahnt. "Um der Gefahr einer auch in Deutschland wieder schwerer zu kontrollierenden Entwicklung der Pandemie rechtzeitig zu begegnen, ist es dringend notwendig, dass sich die Verantwortlichen in Bund und Ländern rasch auf bundesweit verbindliche, wirksame und einheitliche Regeln für das Inkrafttreten von Vorsorgemaßnahmen einigen und diese konsequenter als bisher um- und durchsetzen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Akademie.

Die Wissenschaftler haben seit Beginn der Pandemie mehrfach in Stellungnahmen Politikempfehlungen abgegeben, die dann auch in die aktuellen Beratungen eingeflossen sind. Merkel und die Länderchefs wollen am kommenden Dienstag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen sprechen. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland und Befürchtungen über eine Verschärfung der Lage im Herbst und Winter.

"Mit Blick auf eine mögliche angespannte Situation im Herbst und Winter sollten bundesweit einheitliche Regeln und Eskalationsstufen für Schutzmaßnahmen definiert werden, die je nach regionalem Infektionsgeschehen greifen", empfehlen die Leopoldina-Experten./jr/DP/stk

23.09.2020

Corona-Disziplin mit Militär? - Johnson muss sich rechtfertigen

LONDON (dpa-AFX) - Die Opposition im britischen Parlament hat Premier Boris Johnson aufgefordert, seinen Vorschlag für einen Einsatz des Militärs im Kampf gegen die Corona-Pandemie genauer zu erklären. Ein Abgeordneter der Labour-Partei fragte in einem Schreiben am Mittwoch, was genau die Soldaten in einem solchen Fall tun und wie die Kosten dafür gestemmt werden sollten. Außenminister Dominic Raab warf der Opposition daraufhin "Panikmache" vor.

In einer Fernsehansprache an die Nation hatte Johnson die Nation am Dienstag darauf eingeschworen, sich an die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie zu halten. "Wir werden mehr Polizei auf der Straße einsetzen und sie mit dem Militär unterstützen, wenn nötig", sagte er und kündigte hohe Bußgelder bei Verstößen an.

Ein Regierungssprecher stellte klar, dass Soldaten gegebenenfalls Büroaufgaben übernehmen oder Plätze bewachen sollten, für die sonst die Polizei zuständig ist. Das Militär solle keine neuen Befugnisse bekommen oder Bußgelder verhängen. Es gehe vielmehr darum, weitere Kapazitäten für Kontrollen bei der Polizei zu schaffen.

In Großbritannien gelten angesichts stark steigender Corona-Zahlen wieder schärfere Schutzmaßnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England von Donnerstag an um 22 Uhr schließen. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Zudem wird die Maskenpflicht weiter ausgeweitet: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein. Außerdem forderte Johnson Arbeitnehmer wieder auf, wenn möglich von zuhause zu arbeiten. In Schottland und Nordirland gelten bereits schärfere Regeln.

Das Land befinde sich an einem "gefährlichen Wendepunkt", sagte der Premier. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich in Großbritannien ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Am Dienstag lag die Zahl der Neuerkrankten mit fast 5000 Fällen so hoch wie zuletzt Anfang Mai. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50 000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten./swe/DP/stk

23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Lufthansa mit dem Reisesektor von jüngstem Kursrutsch erholt

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien der Lufthansa haben sich am Mittwoch gemeinsam mit dem Reisesektor von ihren jüngsten heftigen Kursverlusten erholt. Am Vormittag rückten die Papiere der Fluggesellschaft im MDax um 5,5 Prozent auf 7,85 Euro vor. Der europäische Sektorindex Stoxx Europe 600 Travel & Leisure war mit einem Anstieg um 2,8 Prozent führend in der europäischen Branchenwertung.

Durch die Erholung wendeten die Papiere der Lufthansa den drohenden Fall auf ein Tief seit 2003 vorerst wieder ab. Am Vortag waren sie bis auf 7,358 Euro gesackt und damit nur noch etwas mehr als 30 Cent über dem Langzeittief von 7,02 Euro im April, nachdem die Fluggesellschaft zu Wochenbeginn von noch ausgiebigeren Sparzwängen berichtet hatte. Neue Sorgen vor der steigenden Infektionswelle hatten dem Sektor in den vergangenen Tagen mächtig zugesetzt. Signale einer Entspannung gab es in der Coronavirus-Krise allerdings nicht./tih/jha/

23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Wacker Chemie ziehen an - Zwei Kaufempfehlungen

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die jüngst erst in den MDax zurückgekehrten Aktien von Wacker Chemie haben am Mittwoch starken Rückenwind von gleich zwei optimistischer gewordenen Analystenstimmen bekommen. Im Vormittagshandel gehörten sie mit einem Anstieg um fünf Prozent auf 79,64 Euro zu den größten Gewinnern im Index mittelgroßer Werte, dem sie bis Juni 2019 schon einmal angehörten. Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich derweil auch erholt von einem tiefroten Wochenauftakt.

Sowohl von der britischen Bank HSBC als auch dem Analysehaus Warburg gab es am Mittwoch frische Kaufempfehlungen für den Spezialchemiekonzern. Dabei zeigt sich vor allem HSBC großzügig mit einem Kursziel von 105 Euro. Im dpa-AFX Analyser stammte das bislang höchste Kursziel mit 94 Euro von der Schweizer UBS. Warburg reichen schon 89 Euro als Ziel für eine Kaufempfehlung. Analyst Oliver Schwarz argumentierte als Treiber der operativen Gewinnentwicklung mit einer Trendwende im Polysilicium-Geschäft./tih/jha/

23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Evotec gefragt nach positiver Erstbewertung durch Mainfirst

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine Kaufempfehlung durch das Analysehaus Mainfirst hat am Mittwoch das Vertrauen der Anleger in das Geschäftsmodell von Evotec gestärkt. Die Papiere rückten am Ende der ersten Handelsstunde um vier Prozent vor, in der Spitze hatten sie mit 23,41 Euro ein Hoch seit Mitte August markiert. Analyst Marcus Wieprecht nahm die Bewertung der Aktien mit "Buy" auf und lobte dabei die Rolle, die das Unternehmen in der Pharmabranche einnimmt.

Der Wirkstoffentwickler erspare seinen Pharmapartnern in der Entwicklung wertvolle Zeit und Kosten, schrieb der Mainfirst-Experte in seiner Studie. Die Hamburger seien damit Profiteur des Branchentrends, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auszulagern. Er äußerte sich optimistisch, dass Evotec den Marktanteil steigern kann. Mit einem Kursziel von 36 Euro sieht er mehr als die Hälfte an Kurspotenzial./tih/jha/

23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Kaufempfehlung von Jefferies treibt SMA auf neues Zweijahreshoch

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von SMA Solar haben am Mittwoch dank einer Kaufempfehlung von Jefferies Research ihr Hoch seit Juni 2018 nach oben geschraubt. Vor wenigen Tagen erst hatten sie es erstmals in dieser Zeit geschafft, sich kurz wieder über der 40-Euro-Marke abzusetzen. Nach einer kurzen Korrektur schafften sie es nun mit einem Kurssprung um neun Prozent wieder deutlich über diese Schwelle. In der Spitze kosteten sie erstmals in den zwei Jahren wieder mehr als 42 Euro.

Jefferies-Analyst Constantin Hesse wähnt bei dem Hersteller von Wechselrichtern für Solarstrom eine Trendwende in Sicht. Er rechnet nun in den kommenden Jahren mit einer besseren Margenentwicklung und positiven Effekten durch neue Produktgenerationen. Dabei dürften auch Kostensenkungen und eine höhere Auslastung von Vorteil sein. Hesse stufte die Papiere von "Hold" auf "Buy" hoch. Mit einem deutlich auf 48 Euro erhöhten Kursziel sieht er auch nach dem Kurssprung am Mittwoch nun wieder Luft nach oben./tih/jha/

23.09.2020

IPO/AKTIE IM FOKUS: Knaus Tabbert starten mit dem Ausgabepreis in den Handel

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien des Börsenneulings Knaus Tabbert sind am Mittwoch mit dem Ausgabepreis in den Handel gestartet. Der erste Kurs des Wohnmobilherstellers lag mit 58 Euro exakt auf dem festgelegten Preis, zu dem die Aktien ausgegeben wurden. In der Folge kletterten sie dann kurz über 59 Euro, zuletzt standen sie mit 58,20 Euro dann aber wieder nur noch knapp im Plus.

Der Wohnmobilhersteller hat den Sprung an die Börse gerade so geschafft, der Ausgabepreis konnte nur am unteren Ende der Spanne festgelegt werden. Die Eigentümer, vor allem die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP, hatten erst am Dienstag angekündigt, deutlich weniger Aktien zu verkaufen als geplant. Damit betrug der Erlös des Börsengangs 232 Millionen Euro. Das entsprach einer Marktkapitalisierung von 602 Millionen Euro./tih/jha/

23.09.2020

WDH/UNITED INTERNET IM FOKUS: Probleme bei 1&1 - Preisschock für die Aktie

(Im 15. Absatz wurde ein Wort ergänzt.)

MONTABAUR (dpa-AFX Broker) - Der Internetdienstleister und Telekomanbieter United Internet hat große Pläne. Mit dem Kauf von Mobilfunklizenzen im vergangenen Jahr machte Konzernchef und Großaktionär Ralph Dommermuth den ersten Schritt zum vierten Mobilfunknetzbetreiber im Land. Doch nun gerät die Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch (1&1, Yourfone, Smartmobil) mehr und mehr in die Zwickmühle. Was beim MDax -Konzern los ist, was Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt lief.

DAS TREIBT UNITED INTERNET UM:

Knapp 1,1 Milliarden Euro hat Dommermuth im vergangenen Jahr auf den Tisch gelegt, um für das geplante eigene Netz Frequenzblöcke im Umfang von 70 MHz zu erwerben. Mit dem Aufbau eines eigenen Netzes geht die Unsicherheit darüber einher, ob sich die teuren Investitionen in eigene Sendeanlagen und Lizenzen auch auszahlen. Bisher hat United Internet kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzt die von Telefonica Deutschland und Vodafone . Bei Telefonica darf 1&1 Drillisch deren deutsches Netz mittlerweile zu 30 Prozent mitnutzen - das hatte die EU-Kommission den Spaniern im Zuge der E-Plus-Übernahme aufgegeben.

Doch da fangen die Probleme schon an. Mit dem Sonderdeal über den sogenannten MBA-MVNO-Vertrag hatte sich die damals noch weitgehend eigenständige Drillisch zunächst günstig die Möglichkeit für starkes Wachstum verschafft - prompt schlug Dommermuth zu und übernahm die Maintaler Beteiligung mehrheitlich. Mittlerweile zieht Telefonica aber beim "Partner" die Zügel an. Im vergangenen Jahr bereits entschied ein Gutachter im Rahmen von Preisverhandlungen zur Netzmiete im Sinne der Münchener - da musste United Internet schon einmal die Prognose senken.

Nun kam eine laut United Internet unerwartete Preiserhöhung hinzu, die die Preise auf dem Niveau zwischen Juli 2019 und Juni 2020 zementieren würde - für mehrere Jahre. Die darauf folgende neue Prognosesenkung schockierte die Aktionäre. United Internet und 1&1 Drillisch werfen Telefonica vor, die Kosten für die Nutzung des Mobilfunknetzes vor Abschluss laufender Verhandlungen erheblich erhöht zu haben. Telefonica weist den Vorwurf zurück und sieht die Preise durch Verträge und Vereinbarungen gedeckt.

Problem Nummer Eins: Haben die erhöhten Preise Bestand, dann dürfte es auch in den kommenden Jahren deutliche Gewinnrückgänge bei United Internet hageln. Problem Nummer Zwei: Die erhöhten Preise würden auch die Pläne zum Aufbau eines eigenen 5G-Netzes deutlich beeinträchtigen.

Im Rahmen der Frequenzversteigerung 2019 war in den Vergabebedingungen nämlich festgelegt worden, dass die Netzbetreiber mit einem Neuling über ein sogenanntes "National Roaming" verhandeln müssen, über welches dieser deren Netz mitnutzen könnte. Ansonsten würden die Kunden des Newcomers während des eigenen Netzausbaus im Großteil der Republik ohne Empfang dastehen, sein Markteintritt wäre kaum möglich.

Doch die laufenden Preise des aktuellen Vertrags mit Telefonica wären auch die Grundlage für das "National Roaming". Da die Verhandlungen mit der Deutschen Telekom und Vodafone für eine solche Vereinbarung eher schlecht laufen und 1&1 deswegen die Bundesnetzagentur mit ins Boot holen will, droht der Netzaufbau ein noch teureres Unterfangen zu werden als ohnehin schon.

Die Frage unter Anlegern: Hat Dommermuth zu hoch gepokert und sich unnötigerweise in eine Zwangslage begeben, in der er von den Netzbetreibern aufgerieben zu werden droht? Grundidee der E-Plus-Übernahme durch Telefonica vor einigen Jahren war eben auch, die Zahl der Netzbetreiber von vier auf drei zu senken - Telekom und Vodafone begrüßten den neuen starken Konkurrenten folgerichtig sogar. Nun droht ein neuer Wettbewerber die Konkurrenz wieder anzustacheln.

Auf der anderen Seite wird in der Branche seit längerem spekuliert, Dommermuth könne die Pläne zum Aufbau eines 5G-Netzes kurzerhand auch wieder begraben - und die ersteigerten Frequenzen einfach an die anderen Konzerne weiterverkaufen. United Internet hielt bislang in der Öffentlichkeit jedoch immer an den Netzplänen fest.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Immerhin: Der Kurssturz infolge der jüngsten schlechten Nachrichten sei enorm übertrieben, schrieb Analyst Holger Schmidt vom Bankhaus Metzler in einer Studie. Allerdings brauche die Klärung über die künftigen Vorleistungspreise bei Telefonica wohl einige Zeit. Er glaubt jedoch fest daran, dass die künftigen Preise für Sprache und Daten weiter sinken anstatt für mehrere Jahre stabil zu bleiben. Bei einem beibehaltenen Kursziel von 37 Euro votiert Schmidt nun mit "Kaufen".

Commerzbank-Analystin Heike Pauls hob die Aktie nun wieder auf "Kaufen", wenn auch mit leicht reduziertem Kursziel von 45 Euro. Die Preisverhandlungen bräuchten noch Zeit und auch der seit mehreren Jahren ins Auge gefasste Börsengang der Sparte mit Geschäftsanwendungen 2021 sei aktuell kein direkter Kurstreiber. Angesichts des scharfen Kursabsturzes bestehe aber die Chance für eine starke Neubewertung.

Ulrich Rathe von Jefferies rechnete vor, die von Telefonica Deutschland präsentierten Vorleistungsrechnungen für Juli und August bedeuteten bei 1&1 Drillisch und United Internet jeweils einen Rückgang des operativen Ergebnisses von 25 beziehungsweise 13 Prozent. Das Geschäft von 1&1 Drillisch sei nicht bezifferbaren Risiken im juristischen Streit ausgesetzt - auch wenn der Schritt von Telefonica taktischer Natur sein könnte.

Die seit der Prognosesenkung im dpa-AFX-Analyser erfassten Einschätzungen von Analystinnen und Analysten lassen nun Kurschancen bei United Internet erkennen: Vier der acht Experten raten zum "Kaufen" und vier zum "Halten". Das durchschnittliche Kursziel liegt mit gut 41 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs von fast 33 Euro.

SO LIEFEN DIE AKTIEN:

Für Aktionäre von United Internet ist der jüngste Kursrutsch sehr schmerzhaft, waren die Titel doch auf dem Sprung, sich nach und nach vom angekündigten Schwenk im Geschäftsmodell und vom Covid-Schock zu erholen. Am ersten Handelstag nach der Prognosesenkung am Wochenende verloren die Aktien von United Internet fast 24 Prozent, diejenigen von 1&1 Drillisch fast 28 Prozent. Am Dienstag konnten sich beide Titel etwas erholen, liegen aber immer noch rund ein Fünftel beziehungsweise ein Viertel unter dem Niveau vom Freitag.

Mitgründer Dommermuth gehören 42,3 Prozent der United-Internet-Aktien - der Wert seines Anteils ist damit binnen zwei Tagen um etwas mehr als 600 Millionen Euro geschrumpft. Sein Konzern ist an der Börse insgesamt aktuell mit rund 6,3 Milliarden Euro bewertet. 1&1 Drillisch ist zu gut 75 Prozent im Besitz von United Internet und bringt rund 3,2 Milliarden Euro auf die Börsenwaage.

Im Zuge der Ankündigung, mit 1&1 Drillisch ein eigenes 5G-Netz aufbauen zu wollen, waren die Papiere von United Internet Mitte 2018 jäh vom Niveau bei fast 60 Euro abgestürzt, Mitte 2019 waren es im Anschluss an die Versteigerung der Lizenzen nur noch um die 25 Euro.

Erholen konnte sich die Aktie nur zwischenzeitlich, bis die gutachterliche Entscheidung im Herbst 2019 für den nächsten Dämpfer sorgte. Im Zuge des Corona-Crashs ging es dann bis auf fast 20 Euro herunter, bevor United Internet mit dem Boom an den Tech-Börsen zügig an Höhe gewann und bald wieder Kurs über 40 Euro erreichte.

Diesen Post-Corona-Aufschwung konnte die Telekom-Aktie von 1&1 Drillisch nicht in gleicher Stärke mitmachen. United Internet vereint unter dem Konzerndach neben dem Privatkundengeschäft von 1&1 Drillisch noch die Glasfasertochter 1&1 Versatel für Gewerbekunden, die Internetservices rund um die Marken Ionos und Strato sowie unter anderem auch die Privatkundenportale Web.de und GMX.

Gerade infolge der Corona-Pandemie hatten Investoren weltweit beherzt bei Technologie-Aktien zugegriffen. Auch wenn das Telekomgeschäft sich in der Krise nicht nur bei 1&1 Drillisch als robust erwies, hatten die defensiv ausgerichteten Branchentitel Nachteile gegenüber ihren Cousins mit mehr Wachstumsfantasie./men/ssc/zb

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dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

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23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Hohe Ausgleichszahlung von AMS beflügelt Osram vorbörslich

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine überraschend hohe Ausgleichszahlung von AMS an die Aktionäre von Osram hat die Papiere des deutschen Lichtkonzerns am Mittwoch im vorbörslichen Handel beflügelt. Die Anteilsscheine notierten auf der Handelsplattform Tradegate bei 49 Euro und damit rund 13 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Dienstag.

Der Sensorenhersteller AMS hatte nach der im Juli abgeschlossenen Übernahme des Lichtkonzerns mit diesem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) abgeschlossen. Im Rahmen dessen bietet AMS an, die noch ausstehenden Aktien der Osram-Aktionäre gegen eine Barabfindung in Höhe von 44,65 Euro je Aktie zu erwerben. Der BGAV beinhaltet zudem eine jährliche Ausgleichszahlung an diese Aktionäre von 2,24 Euro (netto nach derzeitigem Körperschaftssteuersatz und Solidaritätszuschlag) je Aktie. Dieser Nettobetrag von 2,24 Euro wird unter Vorbehalt von persönlichen Steuern an die Osram-Aktionäre ausbezahlt.

Auf Basis der Brutto-Kompensationszahlung ergebe sich im Vergleich zu den Renditen lang laufender Anleihen anderer Autozulieferer für die Osram-Aktionäre eine sehr attraktive Aktienrendite, sagte ein Händler./la/jha/

23.09.2020

UNITED INTERNET IM FOKUS: Probleme bei 1&1 Drillisch - Preisschock für die Aktie

MONTABAUR (dpa-AFX) - Der Internetdienstleister und Telekomanbieter United Internet hat große Pläne. Mit dem Kauf von Mobilfunklizenzen im vergangenen Jahr machte Konzernchef und Großaktionär Ralph Dommermuth den ersten Schritt zum vierten Mobilfunknetzbetreiber im Land. Doch nun gerät die Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch (1&1, Yourfone, Smartmobil) mehr und mehr in die Zwickmühle. Was beim MDax -Konzern los ist, was Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt lief.

DAS TREIBT UNITED INTERNET UM:

Knapp 1,1 Milliarden Euro hat Dommermuth im vergangenen Jahr auf den Tisch gelegt, um für das geplante eigene Netz Frequenzblöcke im Umfang von 70 MHz zu erwerben. Mit dem Aufbau eines eigenen Netzes geht die Unsicherheit darüber einher, ob sich die teuren Investitionen in eigene Sendeanlagen und Lizenzen auch auszahlen. Bisher hat United Internet kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzt die von Telefonica Deutschland und Vodafone . Bei Telefonica darf 1&1 Drillisch deren deutsches Netz mittlerweile zu 30 Prozent mitnutzen - das hatte die EU-Kommission den Spaniern im Zuge der E-Plus-Übernahme aufgegeben.

Doch da fangen die Probleme schon an. Mit dem Sonderdeal über den sogenannten MBA-MVNO-Vertrag hatte sich die damals noch weitgehend eigenständige Drillisch zunächst günstig die Möglichkeit für starkes Wachstum verschafft - prompt schlug Dommermuth zu und übernahm die Maintaler Beteiligung mehrheitlich. Mittlerweile zieht Telefonica aber beim "Partner" die Zügel an. Im vergangenen Jahr bereits entschied ein Gutachter im Rahmen von Preisverhandlungen zur Netzmiete im Sinne der Münchener - da musste United Internet schon einmal die Prognose senken.

Nun kam eine laut United Internet unerwartete Preiserhöhung hinzu, die die Preise auf dem Niveau zwischen Juli 2019 und Juni 2020 zementieren würde - für mehrere Jahre. Die darauf folgende neue Prognosesenkung schockierte die Aktionäre. United Internet und 1&1 Drillisch werfen Telefonica vor, die Kosten für die Nutzung des Mobilfunknetzes vor Abschluss laufender Verhandlungen erheblich erhöht zu haben. Telefonica weist den Vorwurf zurück und sieht die Preise durch Verträge und Vereinbarungen gedeckt.

Problem Nummer Eins: Haben die erhöhten Preise Bestand, dann dürfte es auch in den kommenden Jahren deutliche Gewinnrückgänge bei United Internet hageln. Problem Nummer Zwei: Die erhöhten Preise würden auch die Pläne zum Aufbau eines eigenen 5G-Netzes deutlich beeinträchtigen.

Im Rahmen der Frequenzversteigerung 2019 war in den Vergabebedingungen nämlich festgelegt worden, dass die Netzbetreiber mit einem Neuling über ein sogenanntes "National Roaming" verhandeln müssen, über welches dieser deren Netz mitnutzen könnte. Ansonsten würden die Kunden des Newcomers während des eigenen Netzausbaus im Großteil der Republik ohne Empfang dastehen, sein Markteintritt wäre kaum möglich.

Doch die laufenden Preise des aktuellen Vertrags mit Telefonica wären auch die Grundlage für das "National Roaming". Da die Verhandlungen mit der Deutschen Telekom und Vodafone für eine solche Vereinbarung eher schlecht laufen und 1&1 deswegen die Bundesnetzagentur mit ins Boot holen will, droht der Netzaufbau ein noch teureres Unterfangen zu werden als ohnehin schon.

Die Frage unter Anlegern: Hat Dommermuth zu hoch gepokert und sich unnötigerweise in eine Zwangslage begeben, in der er von den Netzbetreibern aufgerieben zu werden droht? Grundidee der E-Plus-Übernahme durch Telefonica vor einigen Jahren war eben auch, die Zahl der Netzbetreiber von vier auf drei zu senken - Telekom und Vodafone begrüßten den neuen starken Konkurrenten folgerichtig sogar. Nun droht ein neuer Wettbewerber die Konkurrenz wieder anzustacheln.

Auf der anderen Seite wird in der Branche seit längerem spekuliert, Dommermuth könne die Pläne zum Aufbau eines 5G-Netzes kurzerhand auch wieder begraben - und die ersteigerten Frequenzen einfach an die anderen Konzerne weiterverkaufen. United Internet hielt bislang in der Öffentlichkeit jedoch immer an den Netzplänen fest.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Immerhin: Der Kurssturz infolge der jüngsten schlechten Nachrichten sei enorm übertrieben, schrieb Analyst Holger Schmidt vom Bankhaus Metzler in einer Studie. Allerdings brauche die Klärung über die künftigen Vorleistungspreise bei Telefonica wohl einige Zeit. Er glaubt jedoch fest daran, dass die künftigen Preise für Sprache und Daten weiter sinken anstatt für mehrere Jahre stabil zu bleiben. Bei einem beibehaltenen Kursziel von 37 Euro votiert Schmidt nun mit "Kaufen".

Commerzbank-Analystin Heike Pauls hob die Aktie nun wieder auf "Kaufen", wenn auch mit leicht reduziertem Kursziel von 45 Euro. Die Preisverhandlungen bräuchten noch Zeit und auch der seit mehreren Jahren ins Auge gefasste Börsengang der Sparte mit Geschäftsanwendungen 2021 sei aktuell kein direkter Kurstreiber. Angesichts des scharfen Kursabsturzes bestehe aber die Chance für eine starke Neubewertung.

Ulrich Rathe von Jefferies rechnete vor, die von Telefonica Deutschland präsentierten Vorleistungsrechnungen für Juli und August bedeuteten bei 1&1 Drillisch und United Internet jeweils einen Rückgang des operativen Ergebnisses von 25 beziehungsweise 13 Prozent. Das Geschäft von 1&1 Drillisch sei nicht bezifferbaren Risiken im juristischen Streit ausgesetzt - auch wenn der Schritt von Telefonica taktischer Natur sein könnte.

Die seit der Prognosesenkung im dpa-AFX-Analyser erfassten Einschätzungen von Analystinnen und Analysten lassen nun Kurschancen bei United Internet erkennen: Vier der acht Experten raten zum "Kaufen" und vier zum "Halten". Das durchschnittliche Kursziel liegt mit gut 41 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs von fast 33 Euro.

SO LIEFEN DIE AKTIEN:

Für Aktionäre von United Internet ist der jüngste Kursrutsch sehr schmerzhaft, waren die Titel doch auf dem Sprung, sich nach und nach vom angekündigten Schwenk im Geschäftsmodell und vom Covid-Schock zu erholen. Am ersten Handelstag nach der Prognosesenkung am Wochenende verloren die Aktien von United Internet fast 24 Prozent, diejenigen von 1&1 Drillisch fast 28 Prozent. Am Dienstag konnten sich beide Titel etwas erholen, liegen aber immer noch rund ein Fünftel beziehungsweise ein Viertel unter dem Niveau vom Freitag.

Mitgründer Dommermuth gehören 42,3 Prozent der United-Internet-Aktien - der Wert seines Anteils ist damit binnen zwei Tagen um etwas mehr als 600 Millionen Euro. Sein Konzern ist an der Börse insgesamt aktuell mit rund 6,3 Milliarden Euro bewertet. 1&1 Drillisch ist zu gut 75 Prozent im Besitz von United Internet und bringt rund 3,2 Milliarden Euro auf die Börsenwaage.

Im Zuge der Ankündigung, mit 1&1 Drillisch ein eigenes 5G-Netz aufbauen zu wollen, waren die Papiere von United Internet Mitte 2018 jäh vom Niveau bei fast 60 Euro abgestürzt, Mitte 2019 waren es im Anschluss an die Versteigerung der Lizenzen nur noch um die 25 Euro.

Erholen konnte sich die Aktie nur zwischenzeitlich, bis die gutachterliche Entscheidung im Herbst 2019 für den nächsten Dämpfer sorgte. Im Zuge des Corona-Crashs ging es dann bis auf fast 20 Euro herunter, bevor United Internet mit dem Boom an den Tech-Börsen zügig an Höhe gewann und bald wieder Kurs über 40 Euro erreichte.

Diesen Post-Corona-Aufschwung konnte die Telekom-Aktie von 1&1 Drillisch nicht in gleicher Stärke mitmachen. United Internet vereint unter dem Konzerndach neben dem Privatkundengeschäft von 1&1 Drillisch noch die Glasfasertochter 1&1 Versatel für Gewerbekunden, die Internetservices rund um die Marken Ionos und Strato sowie unter anderem auch die Privatkundenportale Web.de und GMX.

Gerade infolge der Corona-Pandemie hatten Investoren weltweit beherzt bei Technologie-Aktien zugegriffen. Auch wenn das Telekomgeschäft sich in der Krise nicht nur bei 1&1 Drillisch als robust erwies, hatten die defensiv ausgerichteten Branchentitel Nachteile gegenüber ihren Cousins mit mehr Wachstumsfantasie./men/ssc/zb

23.09.2020

ANALYSE-FLASH: Barclays hebt Fresenius SE auf 'Overweight' - Ziel 55 Euro

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank Barclays hat Fresenius SE von "Equal Weight" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 53 auf 55 Euro angehoben. Die Infusionstochter Kabi dürfte das Schlimmste hinter sich haben, schrieb Analyst Hassan Al-Wakeel in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Das habe eine Analyse der Medikamente ergeben, die sich mit denen des US-Konzerns Pfizer überlappten. Bei der Krankenhaustochter Helios dürfte derweil der regulatorische Gegenwind nachlassen. Al-Wakeel lobte zudem deren mittelfristige Aussichten./ag/gl

Veröffentlichung der Original-Studie: 22.09.2020 / 21:51 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 23.09.2020 / 04:00 / GMT

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23.09.2020

AKTIEN IM FOKUS: Nike gibt Adidas und Puma vorbörslichen Rückenwind

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein starker Quartalsbericht der Konkurrenz ist am Mittwoch vorbörslich auch zur Freude der Aktionäre von Puma und Adidas . Verglichen mit ihrem Xetra-Schlusskurs zogen die Papiere der beiden deutschen Sportartikelkonzerne beim Broker Lang & Schwarz um mindestens zwei Prozent an, wenn auch teils nur bei dünnem Handel. Der Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie hatte dem US-Rivalen Nike im ersten Geschäftsquartal zu deutlich mehr Gewinn verholfen. Die Nike -Aktien waren außerbörslich im US-Handel um mehr als zehn Prozent angezogen.

Experten waren sich einig, dass Nike die Erwartungen deutlich übertroffen hat. Credit-Suisse-Analyst Michael Binetti empfand derweil klare Signale, dass die Profitabilität mittel- und langfristig zunehmen dürfte, als noch stärkeren Kurstreiber für Nike. Für Adidas und Puma wurden nun auf Anhieb positive Rückschlüsse gezogen. Trotz der schon erhöhten Bewertung der Aktien dürfte die Stimmung bei den Anlegern der deutschen Konzerne gut bleiben, glaubt Experte Piral Dadhania von RBC./tih/jha/

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