dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

29.10.2020

ROUNDUP 2: Airbus stoppt Geldabfluss in Corona-Krise - Weniger Jobs in Gefahr

(neu: Interview-Aussagen von Finanzchef Asam zu Stellenabbau, Finanzlage und A321XLR, aktualisierte Aktienreaktion)

TOULOUSE (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie und der geplante Abbau tausender Jobs haben den Flugzeugbauer Airbus im Sommer tief in die roten Zahlen gerissen. Doch die Airbus-Spitze um Konzernchef Guillaume Faury sieht in der wohl bisher schwersten Krise der Luftfahrtbranche auch Grund zur Hoffnung. So lieferte Airbus zuletzt wieder mehr Flugzeuge aus. Und es gelang dem Management, den milliardenschweren Geldabfluss vom ersten Halbjahr zu stoppen. Außerdem sollen in Deutschland und Frankreich weniger Jobs wegfallen als zunächst geplant.

An der Börse wurden die Nachrichten eher positiv aufgenommen. Am Donnerstagnachmittag lag die Airbus-Aktie mit 0,54 Prozent im Plus bei 62,00 Euro und lag damit im Mittelfeld des MDax und im französischen Leitindex Cac 40 . Allerdings hatte das Papier im allgemeinen Kursrutsch an den Märkten am Tag zuvor spürbar verloren. Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie rund die Hälfte an Wert eingebüßt.

Im dritten Quartal zogen vor allem Rückstellungen für den Stellenabbau den Airbus-Konzern tief in die Verlustzone. Weil das Unternehmen für die erwartenden Abfindungen 1,2 Milliarden Euro zur Seite legte, stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 767 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Airbus hier noch einen Gewinn von 989 Millionen erzielt.

Im laufenden Geschäft brach der Umsatz wegen der gebremsten Auslieferung von Passagierjets im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro ein. Der um Sonderkosten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sackte um 49 Prozent auf 820 Millionen Euro nach unten, fiel aber höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet.

Zudem konnte das Management den Geldabfluss im laufenden Geschäft stoppen. Auf die ersten neun Monate gesehen belief sich das Minus aber immer noch auf 11,8 Milliarden Euro. Für das vierte Quartal peilt Faury hier mindestens eine ausgeglichene Entwicklung an.

Dass es bisher nicht schlimmer kam, lag auch an dem Kurzarbeitergeld in den Airbus-Heimatländern Deutschland und Frankreich. Laut Finanzchef Dominik Asam wird der Konzern deshalb weniger Jobs streichen als ursprünglich geplant. Weltweit dürften dadurch "ein paar Tausend Stellen" weniger wegfallen als die zunächst genannten 15 000, sagte der Manager im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Außerdem werde der Konzern Mitarbeiter etwa bei der Forschung an Wasserstoffantrieben einsetzen, die von den Regierungen finanziell gefördert wird.

Airbus hatte die Verlängerung des Kurzarbeitergelds selbst gefordert und in Aussicht gestellt, dass dadurch 1500 der gefährdeten Jobs in Deutschland erhalten bleiben. Durch Forschungsgelder könnten weitere 500 Stellen gesichert werden, hieß es damals. Asam wollte sich am Donnerstag noch nicht festlegen, wie es tatsächlich ausgeht. Von den gefährdeten 15 000 Stellen auf der Liste entfielen 6000 auf die Verkehrsflugzeugsparte in Deutschland, davon 900 auf die Augsburger Konzerntochter Premium Aerotec, die auch in Norddeutschland mehrere Werke betreibt.

Die Corona-Krise hat die Luftfahrt so schwer getroffen wie nur wenige andere Branchen. Wegen der Pandemie und der Reisebeschränkungen ist die Nachfrage nach Flugtickets zum größten Teil weggebrochen. Fluggesellschaften in aller Welt kämpfen ums Überleben. Neue Flugzeuge von Herstellern wie Airbus und Boeing können die meisten von ihnen im Moment kaum gebrauchen. Airbus hat seine Flugzeugproduktion daher um rund 40 Prozent heruntergefahren.

Weitere Vorhersagen zum laufenden Geschäftsjahr - etwa zur Zahl der auszuliefernden Flugzeuge, Umsatz oder operativem Ergebnis - wollte die Airbus-Führung nicht abgeben. Das ursprüngliche Ziel, in diesem Jahr 880 Verkehrsflugzeuge auszuliefern, hatte der Vorstand wegen der Krise bereits im Frühjahr gestrichen.

Finanzchef Asam sieht den Konzern aber gut aufgestellt, um auch eine lange Krise durchzuhalten. Airbus verfüge derzeit über Barmittel von 18 Milliarden und eine Nettoverschuldung von 0,2 Milliarden Euro, sagte er. Allerdings müsse das Unternehmen seine Kosten in den Griff bekommen für die Zeit, wenn das Kurzarbeitergeld ausläuft. Dies soll in Deutschland Ende 2021 der Fall sein.

Die Airbus-Führung rechnet zwar damit, dass sich die Nachfrage nach Kurz- und Mittelstreckenjets bis dahin etwas erholt. Doch das Geschäft mit Langstreckenflügen und neuen Großraumflugzeugen wie den Airbus-Typen A350 und A330neo dürfte erst später wieder anspringen. Derzeit wollen viele Airlines ihre bestellten Maschinen lieber erst mehrere Monate oder Jahre später abnehmen.

Beim kleinsten Langstreckenjet A321XLR sei dies aber nicht der Fall, sagte Asam im Interview. "Die Kunden, die die A321XLR bestellt haben, wollen die Maschine so schnell wie möglich haben." Das erste Exemplar des Jets soll im Jahr 2023 ausgeliefert werden. "Wir glauben, dass auf der Langstrecke erst kleinere Flugzeugtypen eingesetzt werden, um Strecken wieder zu eröffnen", sagte Asam./stw/he

29.10.2020

GESAMT-ROUNDUP: Zwischen Bedauern und Entsetzen: Teil-Lockdown trifft Sport hart

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Corona-Teillockdown trifft auch den Sport wieder mit voller Wucht und sorgt bei vielen Vereinen von den Profiligen bis in den Amateursport teils für Existenzangst. Wettkämpfe müssen abgesagt, der Spielbetrieb eingestellt werden, Profis wie Amateure stehen vor verschlossenen Sportanlagen und Trainingszentren, Zuschauer müssen draußen bleiben. Zwar gibt es auch Verständnis für die von Montag an geltenden drastischen Corona-Einschränkungen, aber Empörung und Verzweiflung sind groß.

"Ich bin entsetzt über die Ignoranz und Geringschätzung gegenüber dem Sport und den Vereinen", klagte der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes, Hermann Winkler, über den von Bund und Ländern verfügten vierwöchigen Teil-Lockdown, der den gesamten Amateursport trifft, dem damit der Kollaps droht. Nach der bundesweiten Aussetzung des kompletten Spielbetriebs in den unteren Spielklassen im November steht die Existenz von Fußballvereinen auf dem Spiel.

Aber nicht nur im Fußball war der Aufschrei teils groß. "Es ist ein Rückschlag für den Sport allgemein", urteilte Sven Ressel, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Effekte - wie durch den Teil-Lockdown gewünscht

- eintreten und wir im Dezember wieder weitermachen können." Die

Ringer-Bundesliga denkt sogar über einen Saisonabbruch nach.

"Das trifft uns mit voller Wucht", sagte Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach vom Deutschen Skiverband am Donnerstag. "Da hätte ich mir eine etwas differenziertere Vorgabe gewünscht." Die Beschlüsse der Kanzlerrunde vom Mittwoch lassen wichtige Fragen offen. Wie wird zum Beispiel zwischen Profi- und Amateursport unterschieden? Für Olympia-Starter, die sich nicht durch ihren Sport finanzieren können, könnten die öffentlichen Stadien und Hallen verschlossen bleiben.

Wie existenziell Zuschauer sind unterstrich Geschäftsführerin Jennifer Kettemann vom Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen. "Sie sind für unseren Sport auch überlebenswichtig", sagte sie. Auch der zehnmalige deutsche Volleyball-Meister Berlin Recycling Volleys fürchtet schwere wirtschaftliche Folgen. "Die Verschärfung der Einschränkungen trifft uns hart und verschlechtert die ohnehin schon angespannte finanzielle Situation noch einmal deutlich", sagte Manager Kaweh Niroomand.

Die Auswirkungen können dramatisch sein und sind in ihrem ganzen Ausmaß derzeit noch gar nicht abzuschätzen. DFB-Vizepräsident Rainer Koch erwartet "weitreichende Folgen" und beklagte, dass "Vereine und Verbände jetzt wiederholt vor extremen Herausforderungen stehen, wenn wir daran denken, dass Mitglieder fernbleiben müssen, sich womöglich ganz abwenden oder Kinder erst gar keinen Zugang mehr zum Fußball im Verein finden." Gleichzeitig betonte Koch aber, dass der Verband die von der Politik beschlossenen Maßnahmen mittrage.

Nachdem bereits die Saison 2019/20 im Amateurbereich wegen der Corona-Krise abgebrochen werden musste, gerät nun auch die aktuelle Spielzeit zunehmend in Gefahr - denn der Amateurfußball ist bereits im ganzen Land fast zum Stillstand gekommen. Zudem ist der Terminplan in den wegen der in der Vorsaison zumeist ausgesetzten Abstiegsregelung aufgestockten Ligen ohnehin schon straff.

Die Profis dürfen derweil zumindest vor leeren Rängen weiterspielen. Dennoch tut sich die Milliardenbranche mit der Entscheidung schwer. "Der Profifußball ist nachweislich kein Treiber der Pandemie. Und ehrlich gesagt, sieht das auch niemand anders. Gerade vor diesem Hintergrund ist es schwierig zu akzeptieren, dass Fakten nicht zählen", schrieb Dortmund in einem Offenen Brief an seine Fans. Allerdings hatte die Politik darauf hingewiesen, dass viele Gesundheitsämter Kontakte von Infizierten nicht mehr ausreichend nachverfolgen können.

Für den Deutschen Schwimm-Verband ist es schwer nachvollziehbar, dass die Bäder trotz der gut funktionierenden Hygienekonzepte dicht gemacht werden. Dieser Beschluss "verschärfe noch einmal die Probleme auf sämtlichen Ebenen", sagte DSV-Vizepräsident Uwe Brinkmann.

Die Sportausschussvorsitzende des Bundestages unterstützt die beschlossenen Maßnahmen, aber "ich verstehe und teile die Enttäuschung und die teilweise herrschende Verzweiflung all derer, die in Kultur, Gastronomie und Sport viel Zeit, Ideen und auch Geld in nachweislich funktionierende Hygienekonzepte investiert haben, aber jetzt dennoch zu den Betroffenen gehören", betonte Dagmar Freitag (SPD). "Alle Vereinssportler dürfen sich dafür bei den verantwortungslosen Corona-Leugnern und Partygängern bedanken."

Die Landessportbünde haben noch andere Sorgen. Man sei "in größerer Sorge um das Vereinssystem und um seine wichtigen gesellschaftspolitischen Funktionen", sagte Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des Niedersächsischen Landessportbundes./edo/the/ac/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP: Staatshilfe für Presseverlage soll an Auflagen gekoppelt werden

BERLIN (dpa-AFX) - Die geplante staatliche Millionenförderung von Verlagen in Deutschland für die digitale Transformation soll an die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften gekoppelt werden. Als neutraler Verteilungsmaßstab biete sich "die aktuelle Reichweite oder Auflage" an, heißt es in einem Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Förderung sollen Abonnementzeitungen (rund 59 Prozent),

-zeitschriften (rund 11 Prozent) und Anzeigenblätter (rund 30

Prozent) mit einem redaktionellen Anteil von mindestens 30 Prozent bekommen, die Investitionen ins Digitale nachweisen können.

Im Juli hatte der Bundestag eine Förderung von bis zu 220 Millionen Euro auf mehrere Jahre verteilt für Presseverlage beschlossen. Die Hilfen zielen auf die digitale Transformation des Verlagswesens ab, um Absatz und Verbreitung von Abo-Zeitungen, -zeitschriften und Anzeigenblättern zu unterstützen.

Eine bereits im November davor vom Bundestag beschlossene Hilfe speziell für die Zustellung von Tageszeitungen und Anzeigenblättern wird es hingegen nicht geben. Verlage klagen darüber, dass die Zustellung von gedruckten Presseprodukten immer teurer werde. Die Auflagen sinken zugleich.

Zu Details des Konzeptes, über das die Fachzeitschrift "Horizont" zuerst berichtete, wollte sich das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag auf dpa-Anfrage nicht äußern. Zu den nächsten Schritten hieß es, dass das Förderkonzept nun auf eine mögliche Notifizierung bei der EU-Kommission erörtert werden solle. Danach will das Ministerium eine Förderrichtlinie erstellen, "um den Abfluss eines Großteils der Mittel in Höhe von 180 Mio. Euro im Jahr 2021 sicherzustellen". Aus dem Konzept geht hervor, dass man nicht mehr damit rechnet, dass noch in diesem Jahr Geld ausgezahlt wird. Ursprünglich waren 20 Millionen Euro der Hilfen bereits für 2020 vorgesehen.

In dem Konzept heißt es: Die Förderung der digitalen Transformation bezwecke nicht die Abkehr von Printmedien, sondern diene dazu, den Verlagen ein zweites, zukunftsträchtiges Standbein zu verschaffen. "Damit wird ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Medienvielfalt und -verbreitung in Deutschland sowie zur Stärkung des Journalismus und darin tätiger Medienschaffender geleistet." Gefördert werden könnten etwa Investitionen in Online-Shops, Rubrikenportale und Apps oder in den Aufbau eigener und verlagsübergreifender Plattformen.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) betonte, dass man nun beraten und bewerten werde, ob die Förderung auch nicht selektiert. Das sei notwendig, um den Lesern Wahlfreiheit aus dem Medienangebot zu gewährleisten. Auch der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) will das Ganze bewerten. Im Kern entspreche das Papier dem, was das Ministerium an eigenen Vorstellungen bisher zu erkennen gegeben habe.

Die medienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Margit Stumpp, kritisierte: "Das Konzept der Bundesregierung ist alles andere als zukunftsgerichtet und hat auch wenig mit der Förderung tatsächlicher digitaler Transformation zu tun." Wirtschaftsminister Altmaier halte de facto an der Zustellförderung nach dem "Gießkannenprinzip" fest. "Davon profitieren die Verlage, die die meisten gedruckten Exemplare im Abo verkaufen."

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall, sagte: Medienkonzerne würden dann über die Maßen bezuschusst, "während für kleine und mittelständische Verlage kaum etwas übrig bliebe". Er warb dafür, dass stattdessen Tariftreue oder faire Honorare für freie Mitarbeiter als Förderkriterien herangezogen werden sollten./rin/DP/fba

29.10.2020

INTERVIEW/Airbus-Finanzchef: Weniger Stellenabbau dank längerer Kurzarbeit

TOULOUSE (dpa-AFX) - Beim Flugzeugbauer Airbus sollen auch dank der verlängerten Kurzarbeitsregeln deutlich weniger als die zunächst geplanten weltweit 15 000 Jobs wegfallen. "Wir sprechen schon von ein paar Tausend Stellen", sagte Airbus-Finanzchef Dominik Asam am Donnerstag im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Außerdem werde der Konzern Mitarbeiter bei der Forschung an Wasserstoffantrieben und anderen Technologien einsetzen, die von den Regierungen gefördert werden.

Von den 15 000 Stellen auf der ursprünglichen Streichliste sollten rund 6000 in der Verkehrsflugzeugsparte in Deutschland wegfallen, davon 900 bei der Konzerntochter Premium Aerotec.

Mithilfe der Kurzarbeit will Asam vor allem Mitarbeiter für die Fertigung der Mittelstreckenjets der A320-Familie an Bord halten, um die Produktion möglicherweise im nächsten Jahr wieder ein Stück hochzufahren. Bei den großen Langstreckenjets wie der A350 und der A330neo werde dieses Instrument aber nicht ausreichen. Denn wie andere Branchenvertreter erwartet auch Asam, dass sich die Nachfrage nach Langstreckenflügen und damit auch der Bedarf an Großraumjets erst in einigen Jahren von der Krise erholt.

Der 51-jährige Manager, der vor anderthalb Jahren vom Chipkonzern Infineon zu Airbus gewechselt war, sieht den Luftfahrtkonzern allerdings auch für eine lange Krise gerüstet. "Wir haben über 18 Milliarden Cash auf der Bilanz." Solange der Konzern wie im dritten Quartal kein Geld mehr verbrenne, könne er die Krise praktisch unbeschränkt durchstehen. Zumal bei Airbus derzeit noch 135 Flugzeuge herumstünden, deren Kunden sie noch nicht abgeholt hätten. Sobald die Flieger ausgeliefert seien, fließe entsprechend Geld in die Airbus-Kasse.

Die Kernfrage ist für Asam jedoch: "Wie viele Schulden nehmen wir aus der Krise mit?" Derzeit habe der Konzern eine Nettoverschuldung von 0,2 Milliarden Euro. Allerdings sei Airbus mit Barmitteln von netto 12,5 Milliarden Euro in die Krise hineingegangen. Nach der Krise müsse es daher darum gehen, "diese starke Position wieder aufzubauen". Dies könne nur gelingen, wenn der Konzern auch nach dem Auslaufen der Kurzarbeit seine Kosten im Griff behalte.

Dass Airbus-Kunden trotz der Notlage der Branche bisher kaum Flugzeuge abbestellt haben, führt Asam nicht nur auf staatliche Finanzhilfen für kriselnde Airlines zurück. Denn Fluggesellschaften könnten sogar ihre Konten bei der Entgegennahme des Flugzeugs sogar vorübergehend aufbessern, indem sie die Maschinen direkt an eine Leasinggesellschaft verkauftairbusen und zurückmieteten. Bei einem solchen Geschäft fließe einer Fluggesellschaft sogar etwas Liquidität zu.

Laut Asam geht es den Airlines selbst nicht um Stornierungen, sondern nur darum, die Maschinen ein paar Monate oder Quartale später abzunehmen. Schließlich habe Airbus Bestellungen über mehr als 7000 Flugzeuge in den Büchern und sei damit über Jahre hinweg ausgebucht. Wenn ein Kunde seine Position in der Warteschlange aufgebe, komme er erst viele Jahre später an die Reihe. "Und dann würde er natürlich Marktanteile verlieren, wenn sich der Markt wieder erholt", sagte er.

Bei einer neuen Variante des Airbus A321 kann es den Fluggesellschaften laut Asam hingegen kaum schnell genug gehen - nämlich bei der Langstreckenversion A321XLR. "Wir glauben, dass auf der Langstrecke erst kleinere Flugzeugtypen eingesetzt werden, um Strecken wieder zu eröffnen", sagte Asam.

Airbus hat die A321XLR mit Platz für bis zu 244 Passagiere und einer Reichweite von rund 8700 Kilometern erst im vergangenen Jahr vorgestellt und will sie im Jahr 2023 erstmals ausliefern. "Die Kunden, die die A321XLR bestellt haben, wollen die Maschine so schnell wie möglich haben", sagte Asam. Bisher habe Airbus Bestellungen über 450 Maschinen der Reihe in den Büchern. Bei diesen Aufträgen gebe es keine Verschiebungen.

Von einem Verkauf der deutschen Konzerntochter Premium Aerotec will Asam unterdessen erst einmal nichts wissen. "Es ist klar, dass aufgrund der Vorgeschichte immer mal wieder bei uns angeklopft wird", sagte er. Schließlich wollte Airbus die in der Gesellschaft gebündelten Werke lange Zeit verkaufen, war damit aber gescheitert. "Wir sind aber erst einmal darauf fokussiert, die Restrukturierung bei Premium Aerotec durchzuführen", sagte Asam. Dabei gelte es, mit den Sozialpartnern Lösungen zu finden./stw/mne/

--- Gespräch: Steffen Weyer, dpa-AFX ---

29.10.2020

Devisen: Euro verliert nach EZB-Signalen für neue Lockerung der Geldpolitik

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag nach deutlichen Signalen der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine zusätzliche Lockerung der bereits extrem expansiven Geldpolitik kräftig gefallen. Am Nachmittag rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1661 US-Dollar. Sie wurde damit einen Cent tiefer gehandelt als am Morgen. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1704 (Mittwoch: 1,1727) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8544 (0,8527) Euro.

Die jüngste Zuspitzung der Corona-Krise mit harten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie setzt auch die europäische Notenbank unter Zugzwang. EZB-Präsidentin Christine Lagarde lenkte auf der Pressekonferenz nach der Zinssitzung in Frankfurt bereits den Blick auf die nächste geldpolitische Sitzung im Dezember, wenn der Notenbank neue Prognosen zu Wachstum und Inflation vorliegen. Dann werde man die geldpolitischen Instrumente neu ausrichten, soweit dies erforderlich sei, sagte die Französin.

Lagarde wurde noch deutlicher: Schon jetzt beschäftigten sich Mitarbeiter der EZB mit der Neuausrichtung der Geldpolitik im Dezember. Der Blick richte sich dabei nicht auf ein spezifisches Instrument, sondern auf das komplette Instrumentarium der Notenbank. Der geldpolitische Rat sei sich in seinen Beratungen einig gewesen, dass weitere Maßnahmen notwendig seien. Eine Lockerung der Geldpolitik setzt eine Währung in der Regel unter Druck.

Auf der Zinssitzung am Donnerstag hatte die EZB ihre Geldpolitik aber noch unverändert belassen. Der Leitzins liegt in der Eurozone weiter bei null Prozent. Außerdem wurde das Volumen des Corona-Kaufprogramms PEPP unverändert bei 1,35 Billionen Euro belassen. Mit dem Programm versuchen die Notenbanker gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise anzukämpfen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90430 (0,90662) britische Pfund, 122,09 (122,36) japanische Yen und 1,0684 (1,0693) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1872 Dollar gehandelt. Das sind rund 5 Dollar weniger als am Vortag./jkr/jsl/he

29.10.2020

Lufthansa: Kommen als Marktführer an den neuen Haupstadtflughafen

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Der Lufthansa -Konzern sieht sich zur Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER als Marktführer in Berlin. Der Marktanteil der sechs Konzerngesellschaften liege bei 30 Prozent, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mit. Man biete doppelt so viele Flüge an wie die Nummer zwei. Neben der Lufthansa-Muttergesellschaft sind die Airlines Eurowings, Swiss, Austrian, Brussels sowie ab dem Sommerflugplan auch Air Dolomiti für Berlin eingeplant. Zudem betreibt der Konzern eine 650 Quadratmeter große Lounge in dem neuen Terminal.

"Damit sind wir Marktführer und starten mit der Eröffnung als Home Carrier des neuen Flughafens 'Willy Brandt'", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der Deutschen Presse-Agentur. "Ich freue mich für Berlin, für Brandenburg und für unser Land, dass in der Hauptstadtregion nun ein moderner und leistungsfähiger Flughafen zur Verfügung steht."

Zur Eröffnung am 31. Oktober will Spohr mit einer Sondermaschine aus München einfliegen. Der Sonderflug mit der Flugnummer LH2020 werde klimatechnisch vollständig durch die Nutzung nachhaltig produzierten Kraftstoffs kompensiert. Der erste Linienflug der Lufthansa-Gruppe von BER ist für den 4. November mit einer Eurowings-Maschine geplant./ceb/DP/fba

29.10.2020

Gipskonzern Knauf übernimmt USG Boral

IPHOFEN (dpa-AFX) - Zwei Jahre nach dem Mammutkauf eines Konkurrenten hat der unterfränkische Gipskonzern Knauf erneut zugeschlagen: Das Unternehmen USG Boral mit Hauptsitz in Singapur wurde für 1,015 Milliarden US-Dollar (867 Mio Euro) übernommen, wie Jörg Schanow von der Knauf-Geschäftsleitung am Donnerstag bestätigte. Zuvor hatte die "Main-Post" darüber berichtet.

Die Gebr. Knauf KG war zuvor bereits zur Hälfte an USB Boral beteiligt. Das Unternehmen gelte als Branchenprimus in Südostasien. "Der Mitgesellschafter Boral hat Knauf seine Anteile kürzlich zum Kauf angeboten", sagte Schanow. Der Kaufvertrag wurde bereits am Montag abgeschlossen. Der Gipskonzern aus Iphofen (Landkreis Kitzingen) erweitert sich damit um 19 Fabriken und 3200 Beschäftigte.

Dem Kauf müssten Kartellbehörden in Ländern wie Australien, Neuseeland und Thailand zunächst zustimmen. Voraussichtlich stünden fünf Kartellverfahren an, sagte Schanow. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.

Bereits im Jahr 2018 blätterte Knauf rund 6 Milliarden Euro für den US-Konkurrenten USG hin und übernahm damit rund 7000 Beschäftigte.

Mittlerweile zählt Knauf mit über 35 000 Beschäftigten zu den 50 größten Familienunternehmen in Deutschland und ist laut eigenen Angaben in rund 250 Standorten in 86 Ländern vertreten. Der Jahresumsatz liegt bei rund 10 Milliarden Euro./cgi/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP: FBI warnt vor Cyberattacken auf Krankenhäuser

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Zahl der Corona-Infizierten in den USA steigt erneut an - nun sind amerikanische Krankenhäuser auch noch einer Welle von Cyberangriffen ausgesetzt. Die Bundespolizei FBI warnte in der Nacht zum Donnerstag vor fortlaufenden Attacken mit dem Erpressungstrojaner Ryuk. Solche Software verschlüsselt typischerweise den Inhalt von Computern und verlangt Lösegeld mit Versprechen, die Daten wieder freizugeben. Bei einer weltweiten Attacke dieser Art mit dem Trojaner WannaCry war im Mai 2017 auch die Arbeit britischer Krankenhäuser beeinträchtigt.

IT-Sicherheitsexperten vermuten eine russische oder zumindest osteuropäische Gruppe Cyberkrimineller hinter Ryuk. Das genaue Ausmaß der aktuellen Attacken auf amerikanische Krankenhäuser blieb zunächst unklar. "Mehrere Krankenhäuser sind bereits erheblich von der Ryuk-Ransomware betroffen, ihre Netzwerke wurden abgeschaltet", sagte der Technikchef der IT-Sicherheitsfirma Mandiant, Charles Carmakal. Die Kliniken müssten dadurch zum Teil Patienten umleiten, was längere Wartezeiten für dringend notwendige Behandlungen bedeuten könne.

Laut Medienberichten waren Krankenhäuser in den Bundesstaaten New York, Oregon und Minnesota betroffen. Der Gründer der IT-Sicherheitsfirma Hold Security, Alex Holden, sagte dem Fachblog "Krebs On Security", laut Online-Chats wollten die Angreifer Ryuk in 400 medizinischen Einrichtungen platzieren.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA erreichte am Mittwoch wieder fast 79 000. Erst vergangene Woche war mit mehr als 83 000 Ansteckungen an einem Tag ein Rekord erreicht worden. In den meisten Bundesstaaten wird ein Anstieg verzeichnet./so/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP 2/Kabinett in Bayern: Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume

(durchgehend aktualisiert)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Im Kampf gegen das Coronavirus gelten in Bayern vom 2. November an strenge Kontaktbeschränkungen. "Der Aufenthalt im öffentlichen wie im privaten Raum ist begrenzt auf die Angehörigen des eigenen Hausstands und eines weiteren Hausstands, jedoch in jedem Fall auf maximal zehn Personen", beschloss das bayerische Kabinett am Donnerstag. Damit regelt Bayern noch etwas klarer als im jüngsten Bund-Länder-Beschluss, dass die Kontaktbeschränkungen auch im privaten Raum gelten - landesweit und unabhängig von der Zahl der Neuinfektionen. Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen. Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen.

Im gemeinsamen Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch war festgehalten worden, dass "der Aufenthalt in der Öffentlichkeit" nur noch zwei Hausständen mit maximal zehn Personen gestattet ist. Dort hieß es dann aber weiter: "Darüber hinausgehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel."

Zudem werden in Bayern auch "ernstere" Veranstaltungen wie Vereinsversammlungen untersagt. Bund und Länder hatten sich lediglich auf ein Verbot von Unterhaltungs-Veranstaltungen verständigt.

Die Umsetzung des Bund-Länder-Beschlusses für einen einmonatigen begrenzten Lockdown bedeutet auch in Bayern: Hotels, Restaurants, Kinos und Theater müssen ab dem kommenden Montag für den gesamten Monat November schließen. Schulen, Kitas und Geschäfte sollen aber anders als beim Lockdown im Frühjahr offen bleiben. Auf diese einschneidenden Maßnahmen hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Mittwoch verständigt.

In Regionen mit mehr als 35 beziehungsweise mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen hatten in Bayern schon seit einiger Zeit Kontaktbeschränkungen gegriffen. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 beispielsweise war "der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum und der Teilnehmerkreis von Zusammenkünften in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken (...) auf die Angehörigen von zwei Hausständen oder auf höchstens fünf Personen beschränkt".

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung am Donnerstag. In Bayern habe sich binnen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

Im Freistaat seien am Donnerstag vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 3057 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, berichtete Söder. "Das ist eine neue Rekordzahl."/jjk/had/ctt/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP: Bundesverfassungsgericht weist Eilantrag gegen Mietendeckel ab

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Kurz vor Inkrafttreten der zweiten Stufe des umstrittenen Berliner Mietendeckels hat das Bundesverfassungsgericht einen vorläufigen Stopp abgelehnt. Die Karlsruher Richter wiesen den Eilantrag auf einstweilige Anordnung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ab. Diese vermietet in Berlin 24 Wohnungen.

Es sei nicht erkennbar, dass der Gesellschaft in Folge einer demnächst möglichen Mietsenkung durch Mieter schwerwiegende Nachteile entstünden, teilte das Gericht am Donnerstag mit (Az. 1 BvR 972/20). Die wirtschaftlichen Folgen einer Reduzierung von Mieteinnahmen seien nicht von besonderem Gewicht, wenn sie nicht existenzbedrohend seien. Eine Existenzbedrohung sei aber weder dargelegt worden noch ersichtlich.

In Berlin sind seit 23. Februar Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen auf dem Stand vom Juni 2019 eingefroren. Ab 2022 dürfen sie höchstens um 1,3 Prozent jährlich steigen. Wird eine Wohnung wieder vermietet, muss sich der Vermieter an neue, vom Staat festgelegte Obergrenzen und die zuletzt verlangte Miete halten.

Die zweite Stufe greift laut Gericht neun Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes am 22. November: Dann sind überhöhte Mieten verboten. Mieter, deren Bestandsmiete mehr als 20 Prozent über den Obergrenzen liegt, können diese dann senken. Gegen diese Regelung hatten Vermieter einen Eilantrag in Karlsruhe gestellt. Sie hatten einen erheblichen Mehraufwand bei der Umsetzung geltend gemacht.

Berlins Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) erklärte, die Regelung zur Mietabsenkung trete wie geplant in Kraft. "Die heutige Gerichtsentscheidung bestärkt uns in der Entscheidung, am eingeschlagenen wohnungspolitischen Kurs dieses Senats festzuhalten und weiterhin entschieden gegen die rasante Preisentwicklung auf dem Berliner Mietenmarkt vorzugehen." Fachleute gehen davon aus, dass Mietsenkungen bei rund 340 000 Wohnungen möglich sein werden.

Mit dem bundesweit einmaligen Mietendeckel will der rot-rot-grüne Senat den zuletzt starken Anstieg der Mieten in der Hauptstadt bremsen. Die politisch wie rechtlich hochumstrittene Regelung ist auf fünf Jahre befristet. Ausgenommen sind unter anderem Neubauwohnungen, die ab 1. Januar 2014 bezugsfertig wurden.

Eine Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Deckel wird im ersten Halbjahr 2021 erwartet. Bundestagsabgeordnete von CDU und FDP, aber auch Vermieter hatten Karlsruhe angerufen. Sie halten die Regelung für verfassungswidrig.

Der Berliner Senat blicke der höchstrichterlichen Entscheidung zuversichtlich entgegen, sagte Scheel. Der Berliner Mieterverein schloss aus der aktuellen Entscheidung der Verfassungsrichter, "dass ein zu weitgehender und verfassungswidriger Eingriff in die Eigentumsrechte nicht mehr vermutet wird". Hingegen betonte der Immobilienverband Deutschland (IVD), das Gericht habe "keineswegs" den Mietendeckel für verfassungsgemäß erklärt./sem/kr/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP/Aktien New York: US-Börsen starten Erholungsversuch

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem neuerlichen Kurseinbruch an den US-Börsen zur Wochenmitte ist am Donnerstag etwas Beruhigung eingekehrt. Rückenwind gab es von der Konjunktur. Zudem fiel ein Teil der Quartalsberichte besser als erwartet aus.

Zum Handelsauftakt zeigte sich der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zunächst nur nur moderat im Minus. Zuletzt fand er dann den Weg ins Plus und stieg um 0,38 Prozent auf 26 620,25 Punkte. Der Verlust seit Wochenbeginn beläuft sich damit aktuell auf rund 6 Prozent. Der marktbreite S&P 500 erholte sich am Donnerstag mit plus 0,84 Prozent auf 3298,42 Punkte etwas von seiner jüngsten Talfahrt. Der Nasdaq 100 legte sogar um 1,38 Prozent auf 11 296,48 Zähler zu.

Nach dem coronabedingten Konjunktureinbruch im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft im dritten Jahresviertel wieder stark. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent zu und übertraf damit die Markterwartung. Dass die Pandemie jedoch weiterhin tiefe Spuren hinterlässt, zeigten die Arbeitsmarktdaten aus der vergangenen Woche: Wegen der Corona-Krise stellten erneut mehr als 700 000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe. Volkswirte hatten allerdings sogar mit 770 000 Erstanträgen gerechnet.

Unternehmensseitig ging die Berichtssaison weiter. Im Dow erholten sich die Aktien des Kreditkartenanbieters Visa an der Index-Spitze leicht von ihren deutlichen Vortagesverlusten und stiegen um 0,8 Prozent. Der Kreditkarten-Riese litt zwar in seinem abgelaufenen vierten Geschäftsquartal weiter stark unter einem Einbruch von Auslandszahlungen, dennoch übertraf er ergebnisseitig die Markterwartungen.

Im S&P 100 waren die Anteilscheine des zweitgrößten US-Autobauers Ford Spitzenreiter mit plus 5,0 Prozent. Trotz der Corona-Krise meldete Ford für das dritte Quartal einen kräftigen Gewinnsprung. Um 1,7 Prozent stiegen zugleich die Aktien von Dupont . Der US-Spezialchemiekonzern übertraft mit seinem Gewinnziel für 2020 die Erwartungen der Experten.

Für die Papiere der Online-Handelsplattform Ebay indes ging es an der Nasdaq um 9,2 Prozent abwärts. Zwar liefen die Geschäfte in der Corona-Pandemie weiter rund, doch nahm das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen nicht so deutlich zu wie im vorangegangenen Quartal. Dies weckte Sorgen, dass der krisenbedingte Boom schon wieder vorbei sein könnte. Auch Spotify sorgte bei seinen Anlegern für lange Gesichter. Der schwedische Marktführer im Bereich Musikstreaming enttäuschte Händlern zufolge in erster Linie mit seinen durchschnittlichen Einnahmen durch Premium-Nutzer, die erneut sanken, denn diese sind sein wichtigster Umsatztreiber.

Auf dem Höhepunkt der US-Berichtssaison werden nach Börsenschluss unter anderem noch Apple , Amazon , die Google -Mutter Alphabet und Facebook über ihr abgelaufenes Jahresviertel berichten./ck/he

29.10.2020

Aktien New York: US-Börsen starten Erholungsversuch

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem neuerlichen Kurseinbruch an den US-Börsen zur Wochenmitte ist am Donnerstag etwas Beruhigung eingekehrt. Rückenwind gab es von der Konjunktur. Zudem fiel ein Teil der Quartalsberichte besser als erwartet aus.

Zum Handelsauftakt zeigte sich der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zunächst nur nur moderat im Minus. Zuletzt fand er dann den Weg ins Plus und stieg um 0,20 Prozent auf 26 571,74 Punkte. Der Verlust seit Wochenbeginn beläuft sich damit aktuell auf etwas mehr als 6 Prozent. Der marktbreite S&P 500 erholte sich am Freitag mit plus 0,60 Prozent auf 3290,55 Punkte etwas von seiner jüngsten Talfahrt. Der Nasdaq 100 legte sogar um kräftige 1,32 Prozent auf 11 289,50 Zähler zu.

Nach dem coronabedingten Konjunktureinbruch im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft im dritten Jahresviertel wieder stark. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent zu und übertraf damit die Markterwartung. Dass die Pandemie jedoch weiterhin tiefe Spuren hinterlässt, zeigten die Arbeitsmarktdaten aus der vergangenen Woche: Wegen der Corona-Krise stellten erneut mehr als 700 000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe. Volkswirte hatten allerdings sogar mit 770 000 Erstanträgen gerechnet./ck/fba

29.10.2020

Aktien Frankfurt: Dax bleibt im schwierigen Fahrwasser

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Donnerstagnachmittag bereits vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Minus gerutscht. Nach dem Entscheid dämmte der Leitindex den Verlust dann etwas ein auf zuletzt 0,15 Prozent mit 11 543,35 Punkten. Mit einer Stabilisierung nach seinen hohen Vortagesverlusten im Zuge der Verschärfung der Corona-Krise tut sich der Dax schwer.

Die EZB hält sich derweil in der Corona-Krise weitere Notfallmaßnahmen offen. Zunächst bleiben aber sowohl das milliardenschwere Anleihenkaufprogramm als auch die Zinsen unverändert. Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde hatte jedoch kürzlich betont: "Wenn mehr getan werden muss, werden wir mehr tun."

Am Mittwoch war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte und damit den tiefsten Kurs seit Ende Mai. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verbuchte am Donnerstagnachmittag einen Abschlag von 0,32 Prozent auf 25 801,58 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,7 Prozent.

Die Bilanzsaison ging am Donnerstag munter weiter. Aus dem Dax waren Volkswagen , der Triebwerksbauer MTU , der Gesundheitskonzern Fresenius und dessen Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) an der Reihe. Die Fresenius-Anteile waren zunächst mit deutlichem Plus weit vorne, drehten dann aber ins Minus und verloren zuletzt weit hinten im Dax mehr als zweieinhalb Prozent. Auch FMC drehten ins Minus, aktuell stehen sie 0,9 Prozent tiefer. Am Markt war gleichwohl die Rede von einem guten Quartal der beiden Konzerne.

Volkswagen reagierten auf ihr Zahlenwerk mit plus 2,7 Prozent und erholten sich von ihren jüngsten Verlusten. MTU steuert zwar weiter mit schwarzen Zahlen durch die Pandemie, der Erholungsversuch der Papiere am Morgen fand aber schnell ein Ende. Am Nachmittag waren sie mit minus 4,1 Prozent das Schlusslicht im Dax. MTU zählen zu den Corona-Krisenverlierern am deutschen Aktienmarkt. Anders Delivery Hero , die erneut bester Dax-Wert waren mit plus 4,5 Prozent. Die Krisengewinner-Aktie des Essenslieferanten hatte bereits am Vortag von einer Prognoseanhebung merklich profitiert.

Am MDax-Ende ragten Aixtron mit hohen Kursverlusten von fast 17 Prozent negativ heraus. Der LED- und Chipindustrieausrüster blickt nach dem dritten Quartal etwas vorsichtiger auf den Umsatz im Gesamtjahr. Auf der Gegenseite gewannen die Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek nach einer Anhebung der Jahresprognose mehr als zehn Prozent. Carl Zeiss Meditec rutschten am Nachmittag nach Quartalszahlen um 4,4 Prozent ab.

Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der US-Technologieriesen Apple , Amazon , Alphabet und Facebook . Ihre Kursgewinne in den vergangenen Monaten hatten einen Großteil zur Börsenrally beigetragen.

Der Euro kostete zuletzt 1,1708 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank EZB hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1727 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 146,59 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,10 Prozent auf 176,28 Punkte./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

29.10.2020

Aktien New York Ausblick: Stabilisierungsversuch nach Kurseinbruch

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street dürfte nach dem Kurseinbruch am Mittwoch zunächst wenig verändert in den Handel starten. Eine gute Dreiviertelstunde vor dem Start am Donnerstag taxierte das Handelshaus IG den Dow Jones Industrial kaum bewegt bei 26 523 Punkten.

Zur Wochenmitte hatte die sich zuspitzende Corona-Krise unter den Anlegern für wachsende Ängste gesorgt. Die wichtigsten Aktienindizes waren zwischen 3,4 und 3,9 Prozent abgesackt.

Etwas Rückenwind kam nun von der Konjunkturseite: Nach dem Konjunktureinbruch wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft im dritten Vierteljahr stark. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September aufs Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent zu und übertraf damit die Markterwartung.

Derweil geht die Berichtssaison der Unternehmen in eine weitere Runde. So steigerte der zweitgrößte US-Autobauer Ford den Gewinn im dritten Quartal kräftig. Im vorbörslichen US-Handel zogen die Aktien um gut vier Prozent an.

Bei der Online-Handelsplattform Ebay laufen die Geschäfte in der Corona-Pandemie zwar weiter rund. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen aber nahm weniger stark zu als noch im Vorquartal. Dies weckte Sorgen, dass der krisenbedingte Boom schon wieder vorbei sein könnte. Damit fielen die Papiere im vorbörslichen Geschäft um mehr als vier Prozent.

Die Corona-Krise führte derweil bei Visa zu einem weiteren Gewinneinbruch. Der Kreditkarten-Riese litt besonders unter einem Einbruch von Auslandszahlungen. Da die Pandemie den Reiseverkehr lahmlegt, fallen etwa lukrative Hotel- und Flugbuchungen weg, die häufig mit der Kreditkarte bezahlt werden. Vorbörslich ging es für die Anteilsscheine um 0,5 Prozent nach unten./la/stk

29.10.2020

Aktien Frankfurt: Dax stabil nach Vortagesrutsch - EZB nun im Fokus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Stabil hat sich der Dax am Donnerstag präsentiert nach seinem massiven Kursrutsch vom Vortag im Zuge der verschärften Corona-Krise. Der Leitindex verzeichnete gegen Mittag ein Plus von 0,55 Prozent auf 11 624,09 Punkte. Marktteilnehmer werteten dies aber zunächst nur als leichte Gegenbewegung und halten kurzfristig ein weiteres Abrutschen der Kurse für möglich.

Am Mittwoch war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte und damit den tiefsten Kurs seit Ende Mai. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19 Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verbuchte am Donnerstag bislang ein Plus von 0,63 Prozent auf 26 047,07 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte leicht höher.

Die Bilanzsaison ging am Donnerstag weiter mit Zahlen aus dem Dax von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC ) , Volkswagen und MTU . Die Anteile des Gesundheitskonzerns Fresenius waren zunächst mit deutlichem Plus weit vorne, drehten dann aber ins Minus und verloren zuletzt 0,9 Prozent. Die Anteile der Dialysetochter FMC verteuerten sich um 0,8 Prozent. Am Markt war die Rede von einem guten Quartal der beiden Konzerne. Volkswagen erholten sich mit plus 2,5 Prozent etwas von ihren jüngsten Verlusten.

Delivery Hero waren erneut bester Dax-Wert mit plus 3,6 Prozent. Die Krisengewinner-Aktie des Essenslieferanten hatte bereits am Vortag von einer Prognoseanhebung merklich profitiert.

Am MDax-Ende ragten Aixtron mit hohen Kursverlusten von fast 15 Prozent negativ heraus. Der LED- und Chipindustrieausrüster blickt nach dem dritten Quartal etwas vorsichtiger auf den Umsatz im Gesamtjahr. Auf der Gegenseite gewannen die Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek nach einer Anhebung der Jahresprognose fast elf Prozent.

Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der US-Technologieriesen Apple , Amazon , Alphabet und Facebook. Ihre Kursgewinne in den vergangenen Monaten hatten einen Großteil zur Börsenrally beigetragen./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

29.10.2020

Aktien Europa: Stabilisierungsversuch nach Talfahrt

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben sich nach dem Kursrutsch zur Wochenmitte stabilisiert. Die wichtigsten Aktienindizes lagen am Donnerstag leicht im Plus. Der EuroStoxx notierte zuletzt minimal höher bei 2964,81 Punkten. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der sich verschärfende Corona-Krise hatte den Leitindex der Eurozone am Mittwoch zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende Mai gedrückt.

In Paris rückte der Cac 40 am Donnerstag um 0,19 Prozent auf 4579,98 Punkte vor. Der Londoner FTSE 100 ("Footsie") stieg um 0,20 Prozent 5593,73 Punkte.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19-Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Im EuroStoxx sorgte Nokia für eine herbe Enttäuschung: Der Netzwerkausrüster strich trotz einer Gewinnsteigerung im dritten Quartal seine zwischenzeitlich angehobenen Ziele für 2020 wieder zusammen. Die Aktien knickten als klares Schlusslicht im EuroStoxx um mehr als 16 Prozent ein. Damit zählten auch insgesamt Anteilsscheine aus der Telekommbranche mit einem Abschlag von 0,5 Prozent zu den Schlusslichtern in der europäischen Branchenübersicht.

Orange hielt sich derweil im dritten Quartal wacker. Mit einem Wachstum auch auf dem Heimatmarkt machte der französische Telekomkonzern wegfallende Einnahmen aus dem internationalen Roaming und die Rückgänge im Geräteverkauf wett. Die Papiere setzten sich mit einem Plus von rund sechs Prozent an die Cac-40-Spitze.

Auch einige Banken präsentierten frische Quartalszahlen. So verdiente die Credit Suisse deutlich weniger als im Vorjahr, was den Aktien ein Minus von 5,7 Prozent und damit den mit weitem Abstand letzten Platz im Schweizer Leitindex SMI einbrockte.

Die britische Großbank Lloyds aber überraschte positiv und sieht etwas Entspannung bei möglichen Kreditausfällen. Damit stiegen die Anteilsscheine um rund vier Prozent. Um mehr als vier Prozent nach unten ging es für die Aktien von Standard Chartered . Diese Bank hatte vor allem mit den Folgen der niedrigen Zinsen gerungen.

Der britische Telekommunikationskonzern BT Group schließlich blickt wegen der erhöhten Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen in der Corona-Krise optimistischer in die Zukunft. Dies bescherte den Papieren mit einem Plus von fast sechs Prozent den ersten Platz im "Footsie"./la/mis

29.10.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Vorsichtige Stabilisierung nach Kurseinbruch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Donnerstag nach seinem massiven Kursrutsch vom Vortag im Zuge der verschärften Corona-Krise etwas stabilisiert. Am Vormittag gewann der Leitindex 0,18 Prozent auf 11 581,04 Punkte.

Am Mittwoch war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte und damit den tiefsten Kurs seit Ende Mai. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19 Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verbuchte am Donnerstag bislang ein Plus von 0,10 Prozent auf 25 909,30 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,3 Prozent nach.

Die Bilanzsaison ging am Donnerstag weiter mit Zahlen aus dem Dax von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC ) , Volkswagen und MTU . Die Anteile des Gesundheitskonzerns Fresenius waren im Leitindex auf Platz zwei mit plus 2,4 Prozent, jene der Dialysetochter FMC mit plus 1,5 Prozent ebenfalls weit vorne. Am Markt war die Rede von einem guten Quartal der beiden Konzerne.

Delivery Hero waren erneut bester Dax-Wert mit plus 2,6 Prozent. Die Krisengewinner-Aktie des Essenslieferanten hatte bereits am Vortag von einer Prognoseanhebung merklich profitiert.

Am MDax-Ende ragten Aixtron mit hohen Kursverlusten von fast 15 Prozent negativ heraus. Der LED- und Chipindustrieausrüster blickt nach dem dritten Quartal etwas vorsichtiger auf den Umsatz im Gesamtjahr. Auf der Gegenseite gewannen die Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek nach einer Anhebung der Jahresprognose mehr als neun Prozent.

Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der US-Technologieriesen Apple , Amazon , Alphabet und Facebook. Ihre Kursgewinne in den vergangenen Monaten hatten einen Großteil zur Börsenrally beigetragen./ajx/mis

29.10.2020

Aktien Frankfurt Eröffnung: Vorsichtige Stabilisierung nach Kurseinbruch

RANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Donnerstag nach seinem massiven Kursrutsch vom Vortag im Zuge der verschärften Corona-Krise vorerst stabilisiert. Im frühen Handel gewann der Leitindex 0,42 Prozent auf 11 608,58 Punkte.

Am Mittwoch war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19 Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in seinem Morgenkommentar.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel rückte um 0,32 Prozent auf 25 966,05 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte kaum verändert./ajx/jha/

29.10.2020

Aktien Frankfurt Ausblick: Stabilisierung - Quartalszahlen und EZB-Zinsentscheid

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem massiven Kursrutsch vom Mittwoch im Zuge der verschärften Corona-Krise zeichnet sich im Dax am Donnerstag zunächst eine Stabilisierung ab. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex lässt gut eine Stunde vor dem Xetra-Start einen Zuwachs von 0,46 Prozent auf 11 614 Punkte erwarten. Das Leitbarometer der Eurozone, der EuroStoxx 50 dürfte 0,4 Prozent höher eröffnen.

Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund. "Angesichts der neuen Dynamik der Covid-19 Pandemie erwarten die Börsianer weitere geldpolitische Lockerungen oder zumindest starke Signale in diese Richtung", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in seinem Morgenkommentar. Das Mittel der Wahl dürften weitere Aufstockungen der Anleihenkäufe sein, glaubt der Portfolio-Manager.

Der Dax war tags zuvor unter die runde Marke von 12 000 Punkten gesunken und anschließend weiter abgesackt bis auf zeitweise 11 457 Punkte. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns beziehungsweise Teil-Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben.

Die Bilanzsaison geht am Donnerstag weiter mit Zahlen der Dax-Konzerne Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) , Volkswagen und MTU . Auffällig waren auf Tradegate im vorbörslichen Handel Volkswagen und Fresenius mit jeweils plus 2,4 Prozent zum Xetra-Schluss.

Aus dem MDax berichten unter anderem Airbus , Symrise , Wacker Chemie und Grenke . Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der US-Technologieriesen Apple , Amazon , Alphabet und Facebook.

Im Fokus stehen zudem die im MDax notierten Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek , die nach einer Anhebung der Jahresprognose auf Tradegate um rund drei Prozent zum Xetra-Schluss anzogen.

Unter den kleineren Werten sorgten einmal mehr ElringKlinger mit einem vorbörslichen Kurssprung von neun Prozent für Aufmerksamkeit. Auslöser war eine Meldung über eine Kooperation im Bereich Brennstoffzellen-Technologie./ajx/jha/

29.10.2020

DAX-FLASH: Stabilisierung Richtung 11 600 Punkte erwartet

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem massiven Kursrutsch vom Mittwoch im Zuge der verschärften Corona-Krise zeichnet sich im Dax am Donnerstag eine leichte Stabilisierung ab: Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor dem Xetra-Start 0,3 Prozent höher auf etwa 11 600 Punkte. "Die moderate Reaktion der asiatischen Börsen auf die neue Corona-Panik stoppe den Rutsch der US-Futures", sagte ein Börsianer.

Tags zuvor war der Dax unter die runde Marke von 12 000 Punkten zeitweise bis auf 11 457 Punkte abgesackt. Damit gab er etwa 38 Prozent der Erholung vom Tief des Corona-Crashs im März bis zum Zwischenhoch Anfang September wieder ab - aus Sicht von technisch orientierten Experten ein viel beachtetes Fibonacci-Retracement-Niveau./ag/jha/

29.10.2020

Mutmaßlicher Angreifer von Nizza stammt aus Tunesien

PARIS (dpa-AFX) - Bei dem mutmaßlichen Angreifer von Nizza handelt es sich nach dpa-Informationen um einen Mann, der 1999 in Tunesien geboren ist. Der konservative französische Abgeordnete aus dem Département Alpes-Maritimes, in dem auch Nizza liegt, Éric Ciotti, machte am Donnerstag weitere Angaben: So sei der mutmaßliche Täter über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist, schrieb er bei Twitter.

Auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Mann auf Lampedusa mit anderen Migranten in die EU eingereist und auf der Insel registriert worden sei. Die Ermittler haben sich bisher noch nicht zum Täter und zum Ablauf der Tat geäußert.

Bei dem Angriff in einer Kirche in Nizza sind am Donnerstagmorgen mindestens drei Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Täter wurde von Sicherheitskräften verletzt und schließlich festgenommen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einer islamistischen Terrorattacke./nau/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP 2: Regierung will bei November-Hilfen nicht kleckern - aber Vieles offen

(durchgehend aktualisiert)

BERLIN (dpa-AFX) - Mit großzügigen Finanzhilfen will die Bundesregierung Firmen helfen, die im November wegen der Corona-Beschränkungen ihren Laden dicht machen müssen. Auch Solo-Selbstständige wie Künstler sollen unterstützt werden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte am Donnerstag, es werde nicht gekleckert, sondern geklotzt - damit Unternehmen mit der Situation fertig werden. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach von "massiven, in dieser Größenordnung bisher unbekannten Unterstützungsleistungen". Insgesamt geht es um Finanzhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro - für einen Monat. Vieles ist aber noch offen.

Im März zu Beginn der Pandemie hatte Scholz den Begriff der "Bazooka" geprägt, als er mit Altmaier ein Kreditprogramm mit quasi "unbegrenzter Feuerkraft" verkündete. Es folgten weitere milliardenschwere Hilfen. Im Sommer erholte sich die Wirtschaft wieder etwas. Weil aber nun die Infektionszahlen sprunghaft steigen, zogen Bund und Länder die Notbremse: Von Montag an und für den kompletten November müssen Gastronomiebetriebe sowie Theater, Kinos und Fitnessstudios weitgehend schließen, Hotels dürften keine Touristen mehr aufnehmen.

Scholz sagte, es sei klar, dass viele Betriebe im November auf gute Geschäfte gehofft hätten - wenn auch nicht so gute wie zu Vor-Corona-Zeiten. Die neuen Maßnahmen träfen sie hart. "Wir helfen Ihnen, dass Sie das auch durchstehen können", versprach er. Was nun geplant ist:

UMFANG DER HILFEN

Den von temporären Schließungen betroffenen Firmen, Selbstständigen, Vereinen und Einrichtungen will der Bund finanzielle Ausfälle entschädigen. Gemessen werden diese an den Umsätzen vom November 2019. Firmen mit maximal 50 Mitarbeiter bekommen 75 Prozent dieses Umsatzes erstattet. Größere Firmen sollen rund 70 Prozent bekommen - bei Großkonzernen kann es wegen EU-Beihilferichtlinien aber auch weniger sein. Die EU will mit diesen Vorgaben verhindern, dass es zu Wettbewerbsverzerrungen kommt. Von dem Erstattungsbetrag sollen staatliche Hilfen abgezogen werden, wenn Firmen zum Beispiel vom Kurzarbeitergeld profitieren.

Falls eine Firma im November 2019 noch gar nicht existiert hat, könne ein Monat aus dem laufenden Jahr als Vergleichswert genommen werden, sagte Altmaier. Er nannte den Oktober, weil der mit seinem nassen Wetter eher mit dem November vergleichbar sei als ein Sommermonat. Und was ist, wenn zum Beispiel Künstler im November 2019 gar keine Umsätze hatten? Auch dafür soll es eine Lösung geben, laut Altmaier könnten etwa Umsätze mehrerer Monate gemittelt werden. Auch Betriebe, die indirekt von Schließungen betroffen sind, sollen unterstützt werden, also etwa Lieferanten von Kneipen. Wie das genau aussehen soll, ist aber offen.

AB WANN UND WIE DIE HILFEN FLIEßEN:

Ab wann Firmen Geld beantragen können, ist unklar. Altmaier versprach, dies werde zeitnah und unbürokratisch passieren. Es würden aber noch Fragen mit den Ländern und der EU-Kommission erörtert. Schließlich sei die Entscheidung zu den neuen Hilfen erst am Mittwoch gefallen. Eigentlich aber drängt die Zeit, denn viele Betriebe müssen ab Montag schließen - und Künstler oder andere Solo-Selbstständige bekommen keine Aufträge mehr.

Technisch gesehen ist vorstellbar, dass die neuen Hilfen auf der vorhandenen digitalen Plattform der Überbrückungshilfen beantragt werden. Dies sind Zuschüsse an kleine und mittlere Firmen, die in den vergangenen Monaten hohe Umsatzausfälle hatten. Zuletzt hatte der Bund diese Hilfen, eine Erstattung von fixen Betriebskosten wie Mieten, bis Jahresende verlängert.

Ob es eine Doppelförderung geben kann, ist bisher unklar. Bei den November-Hilfen werden aber auf jeden Fall auch Solo-Selbstständige mit einbezogen. Und: Zusätzlich zu den Nothilfen soll noch der Schnellkredit der Staatsbank KfW für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet werden. Das hatte die Wirtschaft seit langem gefordert.

WOHER DAS GELD KOMMT

Neues Geld vom Bundestag muss Scholz nicht beantragen. "Wir haben genug über", sagte der Finanzminister. Zugleich machte er klar, dass Hilfen in dieser Größenordnung nur möglich seien, weil die Schließungen auf vier Wochen begrenzt seien. "Die zeitliche Begrenzung hilft uns, das zu stemmen." Das könnte aber auch heißen, dass man bei einer Verlängerung der Corona-Maßnahmen möglicherweise neu überlegen muss.

Das Geld für die Nothilfe soll aus dem Topf für Überbrückungshilfen stammen. Von den dafür vorgesehen 25 Milliarden Euro wurden bislang erst rund 1,5 Milliarden Euro abgerufen. Verbände kritisieren ein zu bürokratisches Verfahren.

Scholz machte auch klar, der Bund habe noch einige "Schüsse" frei, sollte sich die Corona-Krise weiter verschärfen. Schon jetzt steht fest, dass die Überbrückungshilfen bis Mitte 2021 verlängert werden sollen. Weitere Vorschläge sind in der Koalition umstritten. Dazu gehört etwa ein pauschaler "Unternehmerlohn" für Freiberufler und Selbstständige und steuerlicher Entlastungen durch eine bessere Verrechnung von Verlusten mit den Gewinnen der Vorjahre./tam/DP/fba

29.10.2020

Bayerns drittgrößte Stadt schon ab Freitag im Teil-Lockdown

AUGSBURG (dpa-AFX) - Augsburg wird den für kommende Woche in Deutschland geplanten Teil-Lockdown vorzeitig umsetzen. In Bayerns drittgrößter Stadt werden die in dem Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch festgelegten Schutzmaßnahmen bereits ab diesem Freitagabend gelten. Der 2. November sei für Augsburg zu spät, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) am Donnerstagnachmittag.

Zuvor hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, dass die 300 000-Einwohner-Stadt in Schwaben die Verschärfung der Corona-Vorschriften vorziehen werde. Auch die ähnlich stark betroffene oberbayerische Stadt Rosenheim geht wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen ab Freitag, 21.00 Uhr, in den Teil-Lockdown.

Die beiden Städte sowie die Landkreise Berchtesgadener Land und Rottal-Inn sind derzeit die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffenen Kommunen im Freistaat. Nach dem Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsidenten werden private Kontakte ab Montag bundesweit stark beschränkt, Restaurants und Freizeiteinrichtungen werden geschlossen und Veranstaltungen untersagt./uvo/DP/fba

29.10.2020

FDP will trotz Corona-Pandemie noch am Dreikönigstreffen festhalten

STUTTGART (dpa-AFX) - Trotz der steigenden Infektionszahlen und drastischen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens hält die FDP an ihren Plänen für ihr traditionelles Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart fest. "Wir sind da unbeirrt", sagte der baden-württembergische FDP-Vorsitzende Michael Theurer am Donnerstag. "Wir wollen, dass das Treffen stattfindet." Zuvor hatte bereits das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet.

Natürlich gehe die Partei davon aus, mit deutlich weniger Teilnehmern im Stuttgarter Staatstheater zu planen als bislang. "Im Notfall müssen wir die Veranstaltung als Stream nach draußen übertragen", sagte Theurer. Doch das Treffen finde seit 1866 in jedem Jahr statt und sei nur durch die Weltkriege und die Nazizeit unterbrochen worden. "Eine so wichtige Institution der deutschen Demokratiegeschichte darf nicht der Pandemie zum Opfer fallen", sagte Theurer dem "Spiegel".

Die traditionelle Dreikönigskundgebung der Bundespartei findet alljährlich im Stuttgarter Opernhaus statt. Seit vielen Jahrzehnten starten die Liberalen am 6. Januar im Südwesten politisch in das neue Jahr. Bereits 1866 traf sich ein Vorläufer der FDP, die Württembergische Volkspartei, in Stuttgart zur ersten "Dreikönigsparade". Bei der Zusammenkunft will sich die FDP traditionell auf die Werte liberaler Geisteshaltung besinnen und zum Auftakt des neuen Jahres Selbstbewusstsein demonstrieren./mov/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP 4: Hurrikan 'Zeta' zieht durch Südosten der USA - mindestens drei Tote

(durchgehend aktualisiert)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Windgeschwindigkeiten von bis zu 175 Stundenkilometern, Hunderttausende ohne Strom und mindestens drei Tote: Hurrikan "Zeta" ist durch den Südosten der USA gezogen und hat dabei zahlreiche Schäden angerichtet. Der Wirbelsturm hatte am Mittwoch die US-Golfküste im Bundesstaat Louisiana erreicht und war dann bis zum Donnerstag über zahlreiche weitere Bundesstaaten hinweg Richtung Richtung Nordosten gezogen. Dabei schwächte sich "Zeta" zu einem tropischen Sturm ab, wie das US-Hurrikanzentrum in Miami mitteilte.

Den Meteorologen zufolge sollte der Sturm im weiteren Verlauf über Virginia auf den Atlantik hinausziehen. Für große Teile der US-Ostküste, darunter auch die Millionenmetropole New York, waren starker Regen und heftiger Wind angekündigt.

In der Metropole New Orleans im Süden des Landes starb ein Mensch an einem Stromschlag durch niedergerissene Stromleitungen, wie die Stadtbehörden mitteilten. Sie appellierten an die Einwohner, in ihren Häusern zu bleiben. Videos zeigten heftigen Regen in der Region nahe New Orleans. Meteorologen warnten zudem vor Tornados. Die sturmgeplagte Metropole New Orleans sei diesmal aber vor dem Schlimmsten bewahrt worden, sagte Bürgermeisterin LaToya Cantrell. "Wir haben es hinter uns gebracht. Es hätte schlimmer sein können."

In der Stadt Biloxi im Süden des Bundesstaates Mississippi gab es dem dortigen Polizeichef zufolge ein weiteres Todesopfer. "Ich weiß, dass wir im Moment mindestens einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Sturm haben", sagte er dem örtlichen Fernsehsender WLOX am Donnerstagmorgen. Es gebe aber derzeit keine weiteren Details. Im Bundesstaat Georgia starb am Donnerstag ein Mann, auf dessen Haus ein Baum gestürzt war, wie die "New York Times" berichtete. Zudem gab es erste Berichte über Verletzte.

Sie habe Schnittwunden an der Hand abbekommen, als der Sturm eine Tür aufblies, die sie zuhalten wollte, sagte Mackenzie Umanzor aus D'Iberville im Bundesstaat Mississippi dem TV-Sender CBS. Auch das Dach ihres Schuppens sei abgerissen worden. "Man konnte das Blechdach im Wind wackeln hören und als der Wind immer stärker wurde, ratterte es nur noch. Und dann gab es lautes Knacken, krachende Äste und Bäume. Es war ziemlich angsteinflößend."

"Zeta" könnte nach Einschätzung von Experten einer der schwersten Stürme in der Region seit zehn Jahren werden. Das Hurrikanzentrum warnte in einigen betroffenen Gebieten vor starkem Regen und heftigen Windböen, die weitere Schäden und Stromausfälle verursachen könnten.

Die Gouverneure der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi hatten zuvor den Notstand erklärt, um sich auf den Sturm vorbereiten zu können. Entlang der Golfküste zwischen dem Südosten Louisianas bis in den Westen Floridas wurde zeitweilig auch vor gefährlichen Sturmfluten gewarnt. "Sie sollten Ihre Vorbereitungen abschließen", hatte Louisianas Gouverneur John Bel Edwards am Mittwoch gemahnt. Der Webseite "Poweroutage.us" zufolge waren alleine in Louisiana in der Nacht zum Donnerstag mehr als 400 000 Menschen ohne Strom.

"Zeta" hatte in den vergangenen Tagen auf der Yucatán-Halbinsel im Südosten Mexikos Bäume und Strommasten umstürzen lassen und Überschwemmungen sowie Stromausfälle verursacht. Der Sturm war dort am späten Montagabend (Ortszeit) auf Land getroffen.

In der diesjährigen Hurrikan-Saison im Atlantik, die von Juni bis November dauert, haben sich bereits so viele starke Stürme gebildet, dass die 21 Namen, die in alphabetischer Reihenfolge dafür vorgesehen waren, aufgebraucht sind. Die Meteorologen griffen deshalb auf das griechische Alphabet zurück, was zuletzt 2005 nötig war. Zeta ist der sechste Buchstabe des griechischen Alphabets. Die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme, die für ihre Entstehung warmes Wasser brauchen, ist Experten zufolge eine Folge des Klimawandels./scb/DP/fba

29.10.2020

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 29.10.2020 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 2/ Lagarde: EZB legt im Dezember gegen Corona-Krise nach

FRANKFURT - Europas Währungshüter bereiten angesichts der Verschärfung der Corona-Krise weitere Notfallmaßnahmen vor. Die Europäische Zentralbank (EZB) sei dabei, alle ihre Instrumente und deren Wirkung unter die Lupe zu nehmen, sagte Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde, nach Beratungen des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt. Es gehe darum, den "bestmöglichen Mix" zu finden, um der Lage gerecht werde.

ROUNDUP 2: US-Wirtschaft erholt sich in Rekordtempo von Corona-Einbruch

WASHINGTON - Nach dem schwersten Konjunktureinbruch der jüngeren Geschichte im zweiten Quartal meldet sich die US-Wirtschaft mit einem Rekordwachstum zurück. Nach der in den USA üblichen Betrachtungsweise stieg das BIP im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent im Quartalsvergleich, so stark wie noch nie, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten für das dritte Quartal mit einem Zuwachs um 32,0 Prozent gerechnet. Das Wachstum, gestützt vor allem vom privaten Konsum, zeigt die Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt nach dem Pandemie-Lockdown im zweiten Quartal. Auch in Europa wird für das dritte Quartal mit starkem Wachstum gerechnet.

USA: Schwebende Hausverkäufe sinken überraschend

WASHINGTON - Die noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA sind im September überraschend und erstmals seit April wieder gefallen. Die Zahl ging um 2,2 Prozent zum Vormonat zurück, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten mit dem fünften Anstieg in Folge und im Mittel einem Zuwachs um 2,9 Prozent gerechnet.

US-Coronakrise: Erneut beantragen Hunderttausende Arbeitslosenhilfe

WASHINGTON - Wegen der anhaltenden Corona-Krise in den USA haben erneut mehr als 700 000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis 24. Oktober lag die Zahl der Erstanträge bei 751 000, rund 40 000 weniger als in der Vorwoche, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Volkswirte hatten mit 770 000 Erstanträgen gerechnet.

Brexit-Handelsvertrag: Zaghafte Fortschritte - Gespräche gehen weiter

BRÜSSEL/LONDON - In den Gesprächen über einen EU-Handelspakt mit Großbritannien gibt es nach Angaben aus Verhandlungskreisen zaghafte Fortschritte. Doch fehle weiter ein Durchbruch bei den wichtigsten Themen, hieß es am Donnerstag. Die Unterhändler reisten von London nach Brüssel, wo die Verhandlungen bis mindestens Sonntag fortgesetzt werden sollen.

ROUNDUP: Deutsche Inflation bleibt unter Null - Mehrwertsteuersenkung dämpft

WIESBADEN - Die Inflation in Deutschland hat sich im Oktober unter der Nullmarke gehalten. Gedämpft von der Mehrwertsteuersenkung und sinkenden Energiepreisen lagen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Eine Jahresinflationsrate von minus 0,2 Prozent hatten die Statistiker auch im September errechnet. Im Juli lag die Rate bei minus 0,1 Prozent.

ROUNDUP 3: Bevorstehender Lockdown trübt gute Oktober-Stimmung am Arbeitsmarkt

NÜRNBERG - Es hätte eine Erfolgsstory werden können: Deutschlands Arbeitsmarkt hat sich im Oktober auffallend gut erholt. 2,760 Millionen Menschen sind arbeitslos, 87 000 weniger als im September. Das ist im Corona-Jahr im Vergleich zu früheren Jahren eine ausgesprochen deutliche Herbsterholung, im Durchschnitt sinkt die Zahl der Arbeitslosen von September auf Oktober nur um 48 000, wie der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, am Donnerstag in Nürnberg erläuterte.

Deutschland: Zahl der Kurzarbeiter geht weiter zurück

NÜRNBERG - Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist im Sommer weiter zurückgegangen. Nach Angaben der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit vom Donnerstag hatten Betriebe im August für 2,58 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im April hatte die Zahl noch bei knapp sechs Millionen Menschen gelegen. Die Inanspruchnahme habe seitdem sukzessive abgenommen, teilte die Bundesagentur weiter mit. Von 1. bis 25. Oktober sei noch einmal für 96 000 Personen Kurzarbeit angezeigt worden. Erfahrungsgemäß erweist sich die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter aber meist als kleiner als die Zahl der Anzeigen.

ROUNDUP/Spannungen mit USA: Fünf-Jahres-Plan soll China unabhängiger machen

PEKING - Mit einem neuen Fünf-Jahres-Plan will sich China aus den Abhängigkeiten von den USA und dem Rest der Welt befreien. Angesichts des Handels- und Technologiekrieges mit Washington und des globalen Konjunkturabschwungs durch die Corona-Pandemie soll der neue Wirtschaftsplan das Land selbstständiger machen. Die seit langem bedeutendste Neuausrichtung der zweitgrößten Volkswirtschaft beschloss die Führungselite der Kommunistischen Partei zum Abschluss viertägiger Beratungen am Donnerstag in Peking.

Eurozone: Wirtschaftsstimmung stagniert

BRÜSSEL - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat ihre Erholung vom Corona-Einbruch im Oktober nicht fortgesetzt. Der von der EU-Kommission erhobene Economic Sentiment Indicator (ESI) betrug wie im Vormonat 90,9 Zähler, wie die Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem Rückgang auf 89,6 Punkte gerechnet. In der Europäischen Union (EU) stagnierte die Stimmung ebenfalls.

Italien: Unternehmen zuversichtlicher - Verbraucher pessimistischer

ROM - Die Stimmung in italienischen Unternehmen hat sich im Oktober stärker als erwartet aufgehellt. Nach Angaben des Statistkamts Istat vom Donnerstag stieg das Geschäftsklima in der Industrie um 3,0 Punkte auf 95,6 Punkte. Experten hatten hingegen im Schnitt mit einem Rückgang auf 91,8 Punkte gerechnet. Der Indikator setzt so seine Erholung fort. Im Frühjahr war er noch belastet durch die Corona-Krise eingebrochen.

Spanien: Inflationsrate sinkt stärker als erwartet

MADRID - In Spanien sind die Verbraucherpreise im Oktober im Vergleich zum Vorjahr stärker gesunken als erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat sei der nach europäischen Standards erhobene Verbrauchpreisindex (HVPI) um 1,0 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt INE am Donnerstag in Madrid mit. Analysten hatten einen Rückgang von 0,7 Prozent erwartet. Im September war das Preisniveau noch um 0,6 Prozent gefallen. Seit April und der Verschärfung der Corona-Krise ist die Jahresinflationsrate in Spanien negativ.

Corona-Notstand in Spanien bis Mai 2021 verlängert

MADRID - In Spanien ist der Corona-Notstand bis zum 9. Mai 2021 verlängert worden. Das Parlament in Madrid nahm am Donnerstag den Antrag der linken Regierung mit deutlicher Mehrheit an. 194 von insgesamt 350 Abgeordneten stimmten mit Ja. 53 stimmten dagegen, 99 enthielten sich der Stimme. Vier Abgeordnete waren nicht anwesend.

Japans Zentralbank hält an lockerer Geldpolitik unverändert fest

TOKIO - Japans Wirtschaft wird nach Einschätzung der Zentralbank in diesem Fiskaljahr wegen der Corona-Pandemie etwas stärker schrumpfen als zunächst erwartet. Wie die Bank von Japan (BoJ) am Donnerstag nach zweitägigen Beratungen bekanntgab, dürfte die wirtschaftliche Leistung im noch bis zum 31. März 2021 laufenden Fiskaljahr um 5,5 Prozent rückläufig sein. Zuvor war die BoJ noch von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 4,7 Prozent ausgegangen.

Britische Autoproduktion bricht ein - Angst vor No-Deal-Brexit

LONDON - Die britische Autoindustrie ist infolge der Corona-Pandemie eingebrochen. In den ersten neun Monaten des Jahres lag die Produktion mit gut 632 000 Fahrzeugen mehr als ein Drittel (knapp 36 Prozent) unter dem Niveau des Vorjahres, wie aus einer Auswertung des Industrieverbandes Society of Motor Manufacturers and Traders von Donnerstag hervorgeht.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

/jkr

29.10.2020

ROUNDUP: Regierung will bei November-Hilfen nicht kleckern - aber Vieles offen

BERLIN (dpa-AFX) - Mit großzügigen Finanzhilfen will die Bundesregierung Firmen helfen, die im November wegen der Corona-Beschränkungen ihren Laden dicht machen müssen. Auch Solo-Selbstständige wie Künstler sollen unterstützt werden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte am Donnerstag, es werde nicht gekleckert, sondern geklotzt - damit Unternehmen mit der Situation fertig werden. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach von "massiven, in dieser Größenordnung bisher unbekannten Unterstützungsleistungen". Insgesamt geht es um Finanzhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro - für einen Monat. Vieles ist aber noch offen.

Im März zu Beginn der Pandemie hatte Scholz den Begriff der "Bazooka" geprägt, als er mit Altmaier ein Kreditprogramm mit quasi "unbegrenzter Feuerkraft" verkündete. Es folgten weitere milliardenschwere Hilfen. Im Sommer erholte sich die Wirtschaft wieder etwas. Weil aber nun die Infektionszahlen sprunghaft steigen, zogen Bund und Länder die Notbremse: Von Montag an und für den kompletten November müssen Gastronomiebetriebe sowie Theater, Kinos und Fitnessstudios weitgehend schließen, Hotels dürften keine Touristen mehr aufnehmen.

Scholz sagte, es sei klar, dass viele Betriebe im November auf gute Geschäfte gehofft hätten - wenn auch nicht so gute wie zu Vor-Corona-Zeiten. Die neuen Maßnahmen träfen sie hart. "Wir helfen Ihnen, dass Sie das auch durchstehen können", versprach er. Was nun geplant ist:

UMFANG DER HILFEN

Den von temporären Schließungen betroffenen Firmen, Selbstständigen, Vereinen und Einrichtungen will der Bund finanzielle Ausfälle entschädigen. Gemessen werden diese an den Umsätzen vom November 2019. Firmen mit maximal 50 Mitarbeiter bekommen 75 Prozent dieses Umsatzes erstattet. Größere Firmen sollen rund 70 Prozent bekommen - bei Großkonzernen kann es wegen EU-Beihilferichtlinien aber auch weniger sein. Die EU will mit diesen Vorgaben verhindern, dass es zu Wettbewerbsverzerrungen kommt. Von dem Erstattungsbetrag sollen staatliche Hilfen abgezogen werden, wenn Firmen zum Beispiel vom Kurzarbeitergeld profitieren.

Falls eine Firma im November 2019 noch gar nicht existiert hat, könne ein Monat aus dem laufenden Jahr als Vergleichswert genommen werden, sagte Altmaier. Er nannte den Oktober, weil der mit seinem nassen Wetter eher mit dem November vergleichbar sei als ein Sommermonat. Und was ist, wenn zum Beispiel Künstler im November 2019 gar keine Umsätze hatten? Auch dafür soll es eine Lösung geben, laut Altmaier könnten etwa Umsätze mehrerer Monate gemittelt werden.

AB WANN UND WIE DIE HILFEN FLIEßEN:

Ab wann Firmen Geld beantragen können, ist unklar. Altmaier versprach, dies werde zeitnah und unbürokratisch passieren. Es würden aber noch Fragen mit den Ländern und der EU-Kommission erörtert. Schließlich sei die Entscheidung zu den neuen Hilfen erst am Mittwoch gefallen. Eigentlich aber drängt die Zeit, denn viele Betriebe müssen ab Montag schließen - und Künstler oder andere Solo-Selbstständige bekommen keine Aufträge mehr.

Technisch gesehen ist vorstellbar, dass die neuen Hilfen auf der vorhandenen digitalen Plattform der Überbrückungshilfen beantragt werden. Dies sind Zuschüsse an kleine und mittlere Firmen, die in den vergangenen Monaten hohe Umsatzausfälle hatten. Zuletzt hatte der Bund diese Hilfen, eine Erstattung von fixen Betriebskosten wie Mieten, bis Jahresende verlängert.

Ob es eine Doppelförderung geben kann, ist bisher unklar. Bei den November-Hilfen werden aber auf jeden Fall auch Solo-Selbstständige mit einbezogen. Und: Zusätzlich zu den Nothilfen soll noch der Schnellkredit der Staatsbank KfW für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet werden. Das hatte die Wirtschaft seit langem gefordert.

WOHER DAS GELD KOMMT

Neues Geld vom Bundestag muss Scholz nicht beantragen. "Wir haben genug über", sagte der Finanzminister. Zugleich machte er klar, dass Hilfen in dieser Größenordnung nur möglich seien, weil die Schließungen auf vier Wochen begrenzt seien. "Die zeitliche Begrenzung hilft uns, das zu stemmen." Das könnte aber auch heißen, dass man bei einer Verlängerung der Corona-Maßnahmen möglicherweise neu überlegen muss.

Das Geld für die Nothilfe soll aus dem Topf für Überbrückungshilfen stammen. Von den dafür vorgesehen 25 Milliarden Euro wurden bislang erst rund 1,5 Milliarden Euro abgerufen. Verbände kritisieren ein zu bürokratisches Verfahren.

Scholz machte auch klar, der Bund habe noch einige "Schüsse" frei, sollte sich die Corona-Krise weiter verschärfen. Schon jetzt steht fest, dass die Überbrückungshilfen bis Mitte 2021 verlängert werden sollen. Weitere Vorschläge sind in der Koalition umstritten. Dazu gehört etwa ein pauschaler "Unternehmerlohn" für Freiberufler und Selbstständige und steuerlicher Entlastungen durch eine bessere Verrechnung von Verlusten mit den Gewinnen der Vorjahre./tam/DP/fba

29.10.2020

Polens Regierungschef: Protest gegen Abtreibungsverbot absagen

WARSCHAU (dpa-AFX) - Angesichts der Corona-Pandemie hat Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki die Frauenbewegung dazu aufgerufen, den für Freitag geplanten Protest gegen ein verschärftes Abtreibungsrecht abzusagen. "Ich bitte ganz inständig darum, mit Blick auf die Epidemie und Covid-19, da es eine Bedrohung für das Leben unserer Senioren ist, aber auch Jüngere können daran sterben", sagte Morawiecki am Donnerstag. Er appellierte an die Demonstranten, ihre Wut lieber auf ihn zu konzentrieren, aber jene Mitbürger zu verschonen, die als Folge der Proteste möglicherweise in zwei Wochen von dem Virus betroffen wären. "Als Demonstranten seid ihr im Kontakt mit älteren Menschen, und das könnte dramatische Folgen haben."

Seit Tagen protestieren in ganz Polen Menschen gegen eine Entscheidung des Verfassungsgerichts. Die Richter hatten befunden, dass Frauen auch dann nicht abtreiben dürfen, wenn ihr Kind schwere Fehlbildungen hat. Dies kommt de facto einem Abtreibungsverbot gleich. Am Mittwoch hat sich laut Polizei landesweit mehr als 430 000 Menschen an insgesamt 410 Protestaktionen beteiligt. Für Freitag hat die Organisation Allpolnischer Frauenstreik zu einem zentralen Protestmarsch in Warschau aufgerufen.

Am Donnerstag hatten die Behörden mehr als 20 000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Es gibt die Sorge, dass das Gesundheitssystem bei einer weiteren Ausbreitung der Pandemie bald an seine Grenzen gelangen könnte./dhe/DP/fba

29.10.2020

Dänemark beschränkt auch die Einreise aus Schleswig-Holstein

KOPENHAGEN (dpa-AFX) - Dänemark weitet seine Reisebeschränkungen nun auch auf Schleswig-Holstein aus. Das ging am Donnerstagnachmittag aus dem wöchentlich aktualisierten Reisemaßgaben des dänischen Außenministeriums hervor. Die Maßnahme bedeutet, dass den Dänen ab Samstag auch von nicht notwendigen Reisen nach Schleswig-Holstein abgeraten wird. Einwohner Schleswig-Holsteins können weiter nach Dänemark einreisen, müssen dafür aber einen triftigen Einreisegrund oder einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Da die Arbeit als Einreisegrund gilt, werden Grenzpendler weiter ins Land gelassen.

Grund für den Schritt ist, dass Schleswig-Holsteins Zahl der Corona-Neuinfektionen den dänischen Grenzwert von 30 wöchentlichen Infektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen überschritten hat. Dieser Wert liegt laut dänischen Angaben bei 31,1. Damit gilt nun ganz Deutschland als sogenanntes Quarantäneland.

Die dänische Regierung hatte die Einreisebeschränkungen im Laufe der vergangenen Monate für ein Land nach dem anderen erhoben, zuletzt auch für Deutschland mit der Ausnahme des an Dänemark grenzenden Schleswig-Holsteins. Insgesamt rät Kopenhagen damit von nicht notwendigen Reisen in alle Welt mit der Ausnahme von zwei schwedischen Regionen ab./trs/DP/fba

29.10.2020

ROUNDUP 2: Terrorverdacht nach brutaler Attacke in Kirche - Drei Tote in Nizza

(durchgehend aktualisiert)

PARIS (dpa-AFX) - Schon wieder Grauen und Entsetzen in Frankreich: Bei einer brutalen Messerattacke in einer Kirche in der südfranzösischen Metropole Nizza sind mindestens drei Menschen getötet worden. Mehrere weitere wurden bei dem Angriff am Donnerstag verletzt, der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Frankreich rief die höchste Terrorwarnstufe aus, Präsident Emmanuel Macron sprach von einem "islamistischen Terroranschlag". Frankreich sei angegriffen worden, sagte der Staatschef in Nizza. Es ist die dritte Attacke in Frankreich innerhalb weniger Wochen.

Der Angriff ereignete sich laut Medien gegen 9.00 Uhr morgens in der Kirche Notre-Dame mitten in der Einkaufsstraße von Nizza. Zwei Menschen seien innerhalb der Kirche "auf schreckliche Weise" getötet worden, sagte Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi. Die Art und Weise erinnere an den Tod des vor zwei Wochen ermordeten Lehrers Samuel Paty, erklärte Estrosi weiter, ohne Details zu nennen.

Paty war in der Nähe seiner Schule in einem Pariser Vorort enthauptet worden. Ein dritter Mensch habe sich in Nizza noch in eine nahe gelegene Bar flüchten können und sei dort schließlich gestorben. Medien zufolge soll es sich bei den Opfern um zwei Frauen und einen Mann handeln. Premierminister Jean Castex bestätigte, dass drei Menschen bei der Tat getötet wurden.

Estrosi zufolge rief der Attentäter "Allahu akbar" ("Gott ist groß"). Castex sprach von einer "niederträchtigen" und "barbarischen" Attacke und kündigte eine entschlossene Antwort der Regierung an. Es sei die Stufe "Urgence Attentat" des Anti-Terror-Alarmplans "Vigipirate" ausgerufen worden, sagte er in der Pariser Nationalversammlung. Diese Warnstufe ermöglicht die außergewöhnliche Mobilisierung von Ressourcen im Kampf gegen den Terror.

Macron kündigte einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der schon länger laufende inländische Anti-Terroreinsatz "Sentinelle" des Miltärs solle von bisher 3000 auf nun 7000 Soldaten aufgestockt werden. "Heute steht die ganze Nation hinter unseren katholischen Mitbürgern", sagte Macron in der Nähe des Tatorts. Man dürfe nicht dem Geist der Spaltung nachgeben. Der 42-Jährige war am Nachmittag in die südfranzösische Metropole gereist und tauschte sich dort unter anderem mit Sicherkräften aus. In zahlreichen Kirchen im Land läuteten nach der brutalen Attacke am Nachmittag um Punkt 15.00 Uhr die Glocken.

Die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft übernahm in dem Fall die Ermittlungen. Sie ermittelt unter anderem wegen Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben. Es wurde erwartet, dass sich Staatsanwalt Jean-François Ricard später zu den Details der mörderischen Attacke äußern werde.

Erst vor zwei Wochen hatte die brutale Ermordung des Lehrers Paty im ganzen Land riesiges Entsetzen ausgelöst. Das Motiv des 18-jährigen Angreifers war den Ermittlern zufolge, dass Paty in einer Unterrichtsstunde zum Thema Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte.

Ende September hatte ein junger Mann vor den ehemaligen Redaktionsräumen des Satireblatts "Charlie Hebdo" zwei Menschen mit einem Messer verletzt. Das Magazin hatte zu Beginn des Prozesses rund um die brutale Terrorserie 2015, bei der auch zahlreiche Zeichner des Blattes ermordet wurden, erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Auch hier gab der Angreifer die Karikaturen als Motiv an.

Macron hatte nach der Attacke gegen Paty die Meinungsfreiheit und und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach daraufhin von einer "Lynchkampagne" gegen Muslime in Europa und rief zum Boykott französischer Waren auf.

In Frankreich kam es noch zu weiteren Vorfällen, ein Zusammenhang zur Attacke in Nizza konnte aber zunächst nicht bestätigt werden. Die Polizei tötete im südfranzösischen Avignon einen mutmaßlichen Angreifer, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Es gab Polizeikreisen zufolge vorerst keine Hinweise auf einen Terrorhintergrund. In Lyon wurde ein mit einem Messer bewaffneter Mann festgenommen. Niemand wurde verletzt, der Mann sei Sicherheitskreisen bekannt gewesen.

Am französischen Konsulat in Dschidda in Saudi-Arabien wurde außerdem ein Sicherheitsbeamter angegriffen und leicht verletzt. Der Täter wurde festgenommen. Die genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Die französische Botschaft in Riad sprach in einer Mitteilung von einer "Messerattacke". Franzosen in Saudi-Arabien wurden zugleich zu "höchster Wachsamkeit" aufgerufen.

Weltweit war die Anteilnahme nach der mörderischen Attacke groß. Saudi-Arabien verurteilte den Angriff der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge mit klaren Worten. "Solche extremistischen Taten stehen im Widerspruch zu allen Religionen und allem menschlichen Glauben", teilte das Außenministerium demnach mit. Zugleich sei wichtig, solche "Verhaltensweisen" abzulehnen, die zu Hass, Gewalt und Extremismus führen, teilte das Ministerium mit, ohne konkreter zu werden.

Die Spitzen der EU-Institutionen sicherten Frankreich ihre Solidarität zu. Ganz Europa sei solidarisch mit dem Land, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter. "Ganz Europa ist bei euch", schrieb EU-Ratschef Charles Michel. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin brachte sein "tiefes Mitgefühl" zum Ausdruck. Italiens Regierung drückte Frankreich sein Beileid aus. "Wir sind vereint im Kampf gegen Terror und Hass", erklärte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez. Auch Papst Franziskus bekundete seine Nähe und sein Mitgefühl mit den Trauernden.

Nizza wurde bereits 2016 von einem Terroranschlag erschüttert, dabei starben 86 Menschen. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle heimgesucht./nau/cb/pog/DP/fba

29.10.2020

ANALYSE-FLASH: DZ Bank hebt Deutsche Börse auf 'Kaufen' - fairer Wert 155 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die DZ Bank hat die Aktie der Deutschen Börse nach Quartalszahlen von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft und den fairen Wert auf 155 Euro belassen. Der Börsenbetreiber habe ein erwartungsgemäß eher schwaches Quartalsergebnis vorgelegt, schrieb Analyst Thorsten Wenzel in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Die zuletzt schwache Kursentwicklung habe jedoch dazu geführt, dass die Bewertung der Aktie im Branchenvergleich wieder attraktiv sei./edh/ck

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 16:15 / MEZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / 16:27 / MEZ

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29.10.2020

ANALYSE-FLASH: DZ Bank hebt Nemetschek auf 'Kaufen' und fairen Wert auf 70 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die DZ Bank hat Nemetschek nach Quartalszahlen von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft und den fairen Wert von 63,80 auf 70,00 Euro angehoben. Der auf die Bauindustrie spezialisierte IT-Dienstleister komme deutlich besser durch die Corona-Krise als erwartet, schrieb Analyst Armin Kremser in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Vor allem die Ergebnisseite entwickle sich sehr erfreulich. Im Nachgang der Pandemie sollte 2021 auch wieder ein zweistelliges Umsatzplus drin sein./edh/ck

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 16:36 / MEZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / 16:43 / MEZ

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29.10.2020

VONOVIA IM FOKUS: Immobilienkonzern bleibt im Übernahmemodus

BOCHUM (dpa-AFX) - Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will auch in Zeiten von Corona in puncto Wohnungsbestand auf Expansionskurs bleiben. Dabei schaut sich Unternehmenschef Rolf Buch nach geeigneten Übernahmen sowohl im In- als auch Ausland um. Die Auswirkungen der Pandemie bekam Vonovia bislang kaum zu spüren. Allerdings weht dem Unternehmen schon seit längerem ein kräftiger Wind wegen steigender Mieten auf dem deutschen Heimatmarkt entgegen: Die Mietpreisbremse wurde verlängert und in Berlin wurde der Mietendeckel eingeführt. Was bei Vonovia los ist, was die Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt gelaufen ist.

LAGE DES UNTERNEHMENS:

Die Geschäfte für den Dax -Konzern Vonovia laufen auch während der Corona-Krise dank steigender Mieten in den Großstädten gut. Dabei profitiert der Vermieter wie andere aus der Branche vor allem von modernisierten Wohnungen. Die Kosten dafür legen die Konzerne nicht nur teilweise auf die Mieter um, sondern sie können die Mieten anschließend auch stärker erhöhen. Zudem setzt Vonovia auf Neubau und die Aufstockung von Gebäuden. Hier kam es zuletzt aber wegen der Sicherheitsvorkehrungen im Zuge der Corona-Pandemie zu Bauverzögerungen.

Seit längerem wächst der Wohnimmobilien-Konzern auch durch Übernahmen im In- und zuletzt auch im Ausland. Vonovia ist mit rund 356 000 Wohnungen der größte Vermieter in Deutschland. Weitere etwa 60 000 Wohnungen besitzt der Dax-Konzern in Schweden und Österreich. Zuletzt war der Konzern beim niederländischen Immobilieninvestor Vesteda eingestiegen. Unternehmenschef Buch peilt eine weitere Expansion an. "Im Ausland haben wir rein prozentual gesehen bessere Wachstumschancen, da wir dort noch kleiner sind", betonte er Ende September in einem Interview mit dpa-AFX und dpa. Aber auch in Deutschland sieht der Manager noch Möglichkeiten zu expandieren: Es seien noch viele Wohnungsbestände im Besitz von Finanzinvestoren, betonte er.

Im Gegensatz zu vielen Unternehmen aus anderen Branchen sieht Vonovia derzeit keine großen Folgen der Corona-Krise für seine Geschäfte. "Unser Geschäft ist stabil. Es gibt kein Drama", hatte der Vonovia-Chef bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August gesagt. Damals hatte sich nur ein Prozent der rund 350 000 Mieter in Deutschland mit der Bitte um Mietstundung bei Vonovia gemeldet.

Im Fokus steht seit einigen Monaten der Berliner Wohnungsmarkt wegen des Mietendeckels. Mit diesem wurden die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen in der Hauptstadt, die vor 2014 gebaut wurden, für fünf Jahre eingefroren. Für Neuvermietungen gelten Obergrenzen. Dies trifft besonders Immobilienkonzerne wie Deutsche Wohnen und Ado Properties, die Immobilien überwiegend in Berlin besitzen. Vonovia gehören in Berlin etwa 42 000 Wohnungen, das sind etwa zehn Prozent des eigenen Bestands.

Zuletzt stellte das Berliner Landgericht einen Teil des Mietendeckels in der Hauptstadt in Frage. Mit dem Mietendeckel will der Berliner Senat den zuletzt starken Anstieg der Mieten in der Hauptstadt bremsen. Gegen das Gesetz sind Klagen vor dem Landes- und dem Bundesverfassungsgericht anhängig.

Auch sonst weht den großen Wohnimmobilien-Konzernen in Deutschland ein stärkerer Gegenwind entgegen. Erst jüngst verlängerte der Bundestag angesichts der anhaltenden Knappheit an Wohnungen die Mietpreisbremse um fünf Jahre und verschärfte sie zudem. Künftig können Mieter zu viel gezahlte Miete auch für bis zu zweieinhalb Jahre rückwirkend zurückfordern. Vonovia legt am kommenden Mittwoch (4. November) Zahlen zum dritten Quartal vor.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Von den im dpa-AFX-Analyser seit August erfassten 14 Analysten empfiehlt mit acht Branchenkennern die Mehrheit die Aktie zum Kauf. Während sich sechs Experte für das Halten des Papiers aussprechen, gibt es kein Verkaufsvotum. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 63 Euro - aktuell (Stand 29. August) kostet das Papier rund 54,50 Euro.

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zeichnet sich laut Analyst Sander Bunck von der britischen Investmentbank Barclays weiterhin durch gesunde Fundamentaldaten aus. Diese dürften auch beim Platzhirschen Vonovia für anhaltendes Gewinnwachstum und Wertsteigerungen sorgen. Nach Ansicht von Analyst Neil Green von der US-Bank JPMorgan ist der Wohnimmobilienkonzern dabei gut positioniert. Vonovia mache Fortschritte in vielerlei Hinsicht. Dazu zählten das umfangreiche Modernisierungsprogramm und der Fokus auf die Kosten.

Analyst Kai Klose von der Privatbank Berenberg attestiert derweil dem Bochumer Unternehmen aufgrund seiner Entwicklungspipeline von rund 41 000 Wohnungen ein enormes internes Wachstumspotenzial, auch wenn sich der Bau von Wohnungen aufgrund der schleppenden Baugenehmigungen verzögere. Der Experte sieht Vonovia daher nicht unter Druck, sein Wachstum mit Hilfe von Übernahmen zu beschleunigen.

Analyst Jonathan Kownator von der US-Investmentbank Goldman Sachs wies hingegen darauf, dass Vonovia eine Konsolidierung des Sektors erwarte. Derzeit würden laut dem Unternehmen fünf bis sechs Immobilienkonzerne etwa eine Million bezahlbare Mietwohnungen anbieten. Mittelfristig erwarte Vonovia, dass zwei bis drei Millionen bezahlbarer Wohneinheiten von weniger Spielern bereitgestellt würden

Wenig Gefahr sieht trotz des Mietendeckels Analyst Thomas Rothäusler vom Analysehaus Jefferies. So zeichne der Gewerbeimmobilien-Dienstleister CBRE ein positives Bild vom Berliner Immobilienmarkt. Die Entwicklung von Angebot und Nachfrage sei demnach in Ordnung und die Zuwanderung in die Hauptstadt werde vor einer Erholung gesehen. Der Barmittelfluss durch Mieten sei in einer anhaltenden Krise ein "sicherer Hafen" auch wegen umfangreicher staatlicher Hilfsmaßnahmen.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Die Vonovia-Anteile gehören in diesem Jahr zu den wenigen Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. Ungeachtet der Corona-Krise, die das Papier nur kurzfristig belastet hatte, erreichten die 2013 an die Börse gebrachten Anteile Anfang September ein Rekordhoch. Von den damals knapp 63 Euro ging es zwar wieder etwas nach unten, aber mit einem Kurs von zuletzt etwas mehr als 54 Euro ist die Aktie immer noch rund 14 Prozent teurer als Ende 2019.

Damit liegt das Vonovia-Papier in diesem Jahr bisher auf Rang sechs unter den Dax-Titeln. Seit dem Index-Aufstieg der Aktie im September 2015 zog der Kurs um fast 90 Prozent an - und auch in diesem Zeitraum gab es kaum Dax-Titel, die mehr zugelegt haben. Mit einem Börsenwert von inzwischen 30 Milliarden Euro liegt Vonovia in dieser Wertung inzwischen im Index-Mittelfeld.

Vonovia ist aus der Deutsche Annington hervorgegangen, die 2000 einen Großteil der vom Bund verkauften Eisenbahnerwohnungen gekauft hatte. Bis zum Börsengang hatte Deutsche Annington Finanzinvestoren gehört. Der Start am Kapitalmarkt war holprig - der Börsengang gelang erst im zweiten Anlauf. Die Investoren, allen voran die britische Gesellschaft Terra Firma, mussten sich mit deutlich weniger zufrieden geben als erhofft.

Doch die geschickte Übernahmestrategie des Unternehmenslenkers Buch sowie der Immobilienboom in Deutschland bescherten den Anteilseignern bald kräftige Gewinne. Vom Ausgabepreis in Höhe von 16,50 Euro ging es Stück für Stück nach oben. Inzwischen haben sich die Alteigentümer ganz von Vonovia verabschiedet./mne/zb/tav/he

29.10.2020

AKTIE IM FOKUS: Vestas springen nach MHI-Deal an - Goldman: strategisch positiv

KOPENHAGEN (dpa-AFX) - Die Aktien von Vestas haben am Donnerstag nach der angekündigten Übernahme des Anteils von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) am Gemeinschaftsunternehmen MHI Vestas Offshore Wind einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Zugleich wird die Zusammenarbeit mit dem japanischen Konzern ausgebaut. Im späten Handel legten sie in Kopenhagen zuletzt um knapp 8 Prozent auf 1098 Kronen zu.

Analyst Ajay Patel von Goldman Sachs nannte den Schritt strategisch positiv für Vestas. So werde die Präsenz der Dänen in einem starken und wachsenden Offshore-Windmarkt verdoppelt, schrieb er. Patel erwartet, dass sich dieser Markt in den kommenden zehn Jahren mehr als vervierfachen wird./ck/he

29.10.2020

ANALYSE-FLASH: DZ Bank belässt Aixtron auf 'Kaufen'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat die Einstufung für Aixtron nach Zahlen auf "Kaufen" mit einem fairen Wert je Aktie von 13 Euro belassen. "Der Kurssturz nach der Veröffentlichung der guten Quartalszahlen und dem weitgehend konstant gehaltenen Ausblick ist für uns nicht nachvollziehbar", schrieb Analyst Harald Schnitzer in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Das Wachstum könnte sich ab 2021 beschleunigen, die Zielmärkte des LED- und Chipindustrieausrüsters - Ausbau des 5G-Netzes, Elektromobilität, optische Datenübertragung - stünden vor einem langfristigen Wachstumsschub./ajx/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 14:34 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / 14:53 / MEZ

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29.10.2020

ANALYSE-FLASH: NordLB senkt Ziel für Symrise auf 106 Euro - 'Halten'

HANNOVER (dpa-AFX) - Die NordLB hat das Kursziel für Symrise von 108 auf 106 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Halten" belassen. Der Aromen- und Duftstoffkonzern habe mit den Ergebnissen des dritten Quartals nicht wirklich überzeugt, schrieb Analyst Thorsten Strauß in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Die Corona-Krise belaste zwar insgesamt kaum, es geben aber weiter Verschiebungen bei der Kundennachfrage./ag/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 29.10.2020 / 12:42 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 29.10.2020 / 13:13 / MEZ

29.10.2020

AKTIEN IM FOKUS: Wenig Geduld mit Corona-Verlierern - MTU und Airbus schwach

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Der Erholungsversuch der Papiere von MTU und Airbus hat am Donnerstag schnell ein Ende gefunden. Nach anfänglichen Kursgewinnen verloren beide Verlierer der Corona-Krise zuletzt wieder mehr als 3 Prozent. Die Papiere von Fraport und der Lufthansa wurden von den Anlegern weiter verkauft.

Der Triebwerksbauer MTU steuert zwar weiter mit schwarzen Zahlen durch die Pandemie, wie der aktuelle Zwischenbericht zeigte. Im Krisenjahr 2020 verloren die Papiere bis dato dennoch rund 43 Prozent. Die Anteilsscheine der tief in die roten Zahlen gerutschten Airbus haben sich derweil sogar mehr als halbiert. Bei der Lufthansa steht im laufenden Jahr ein Kursverlust von rund 56 Prozent und bei Fraport von 59 Prozent zu Buche. Erholungsversuche werden immer wieder schnell zum Ausstieg genutzt.

JPMorgan-Analyst David Perry warnte davor, dass sich die zweite Corona-Welle im kommenden Jahr bei MTU niederschlagen werde./ag/jha/

29.10.2020

AKTIE IM FOKUS: Aixtron fallen tief nach eingetrübtem Umsatzausblick

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zuletzt noch so stabilen Aktien von Aixtron haben ihre Erholungstendenz der vergangenen sechs Wochen am Donnerstag auf einen Schlag zunichte gemacht. Das Unternehmen schätzte nach der Geschäftsentwicklung im dritten Quartal die Erlöse für das Gesamtjahr 2020 etwas vorsichtiger ein.

Mit einem Kursabschlag von 14 Prozent auf 9,37 Euro wurden die Papiere des Halbleiterindustrie-Ausrüsters als MDax-Schlusslicht auf das Niveau von Mitte Juni durchgereicht. Für 2020 steht allerdings immer noch ein Kursplus von knapp 10 Prozent zu Buche.

Das Management geht nun von einem zumindest stabilen Jahresumsatz zwischen 260 und 280 Millionen Euro aus. Bislang hatte Aixtron, dessen Anlagen bei der Herstellung von LED-Lampen, 3D-Sensoren und Energiemanagementchips helfen, bis zu 300 Millionen Euro angepeilt. Die meisten Analysten hatten das aber ohnehin nicht mehr für möglich gehalten und im Mittel zuletzt rund 268 Millionen Euro auf dem Zettel. Beim Auftragseingang hingegen hob das Unternehmen das untere Ende der Zielspanne für 2020 etwas an.

Ein Börsianer sprach von sehr durchwachsenen Signalen des aktuellen Zwischenberichts. Er lobte zwar den avisierten Auftragseingang, zeigte sich aber enttäuschend über den Umsatzausblick. Analystin Olivia Honychurch vom Broker Liberum sah die Ergebnisse des dritten Quartals etwas unter den Erwartungen. Auch sie lobte aber die Auftragslage und bekräftigte ihre Kaufempfehlung für die Aktien.

Sowohl die Zahlen als auch die nach unten eingeengte Zielspanne für den Jahresumsatz 2020 deckten sich mit den Erwartungen, schrieb Malte Schaumann vom Analysehaus Warburg Research./edh/ag/fba

29.10.2020

AKTIEN IM FOKUS: FMC profitieren von Quartalszahlen - Fresenius im Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von FMC haben am Donnerstag mit überdurchschnittlichen Kursgewinnen auf aktuelle Geschäftszahlen reagiert. Die Papiere des Dialyse-Anbieters bauten ihre jüngste Erholung um 1,06 Prozent auf 68,80 Euro aus. Die Titel des Mutterkonzerns Fresenius hingegen drehten nach einem anfänglich klaren Kursplus ins Minus und notierten zuletzt 1,05 Prozent tiefer bei 32,02 Euro.

Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 1 Prozent. Bereinigt um Währungseffekte wuchs der Erlös um 5 Prozent. Der bereinigte Konzerngewinn lag zwar um 4 Prozent unter dem Vorjahr, Analysten hatten jedoch einen stärkeren Rückgang befürchtet. Fresenius-Chef Stephan Sturm geht davon aus, dass die Corona-Krise auch das Schlussquartal belasten dürfte, bestätigte aber die Jahresziele.

Bei FMC bremsten negative Effekte auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie das Wachstum aus. Dennoch konnte die Fresenius-Tochter bei nahezu stabilen Umsätzen ihr Ergebnis überraschend stark steigern.

Analyst Sven Kürten von der DZ Bank sprach mit Blick auf FMC von sehr starken Ergebnissen über den Erwartungen und attestierte Fresenius gleichzeitig ein gutes Quartal. Der bestätigte Ausblick sei positiv, auch wenn noch nicht klar sei, inwieweit die jüngsten Lockdown-Maßnahmen bereits einbezogen sind. FMC zeige sich in der Corona-Krise derweil weiter robust.

Jefferies-Analyst James Vane-Tempest sprach bei Fresenius von gemischten Zahlen. Die Erholung im Krankenhausgeschäft Helios habe die Segmente Kabi und Vamed ausgeglichen. Bei FMC hätten die Umsätze die Erwartungen zwar insgesamt erfüllt, das Wachstum aus eigener Kraft sei aber schwächer gewesen als erwartet. Der operative Ergebnis (Ebit) sei hingegen etwas besser gewesen.

Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan bemerkte, dass der Nettogewinn von Fresenius gut 2 Prozent über der Konsensprognose liegt. Die Pessimisten am Markt dürften aber vor allem auf das schwache Abschneiden der Nahrungsmittelsparte Kabi abheben. Bei FMC habe der operative Gewinn (Ebit) knapp 2 Prozent höher als vom Markt erwartet gelegen. Der Ausblick impliziere jedoch eine deutliche Abschwächung des Wachstums des Nettogewinns im Schlussquartal.

Die Sorgen der Investoren insbesondere um das Kabi-Geschäft spiegelten sich bereits in der jüngsten Aktienkursentwicklung von Fresenius wider. Vom Corona-Tief Mitte März bei etwas mehr als 24 Euro hatten sich die Papiere zwar bis Ende Juni im Wert fast verdoppelt, doch nur einen Monat später begann der bis heute anhaltende Sinkflug der Aktie. In den vergangenen drei Wochen hat sich das Tempo des Kursrückschlags noch beschleunigt. So rutschten die Titel am Vortag auf das niedrigste Kursniveau seit sieben Monaten. Die bisherige Jahresbilanz lautet minus 36 Prozent. Damit schlägt sich die Fresenius-Aktie an der Börse deutlich schlechter als die Branche und der Dax .

Die Papiere der Dialysetochter FMC verbuchten seit Jahresbeginn einen Gewinn von rund 4 Prozent - die Anleger honorierten in den vergangenen Monaten die vergleichsweise robuste Geschäftsentwicklung. Im Dax gehört FMC damit zu den besten zehn Werten. Allerdings kamen auch die FMC-Aktien zuletzt wegen Sorgen um den Geschäftsverlauf im restlichen Jahr zurück und rutschten zeitweise gar auf das tiefste Niveau seit April./edh/fba

29.10.2020

AKTIE IM FOKUS: Höhere Prognose beflügelt Nemetschek - Chartbild aufgehellt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit hohem Kurszuwachs haben die Anteile von Nemetschek am Donnerstag auf die Anhebung der Jahresprognose reagiert. Zuletzt gewannen sie als Top-Wert im MDax fast zwölf Prozent auf 64,20 Euro und glichen so ihre seit mehr als einer Woche angefallenen Kursverluste wieder aus.

Mit dem aktuellen Kursplus ließen die Aktien zudem charttechnische Widerstände hinter sich. Sie bewegen sich nun sowohl über der 21-Tage-Durchschnittslinie als Indikator für den kurzfristigen Trend, als auch über der 50er- und der 200er-Linie, die auf die mittel- und langfristige Richtung verweisen.

Insgesamt laufen die Nemetschek-Papiere seit Mitte Juni überwiegend seitwärts. Das Zwischenhoch von Anfang September war mit 70,55 Euro vom Corona-Hoch, das sie Anfang Juni mit 74,35 Euro erreicht hatten, immer noch ein gutes Stück entfernt. Seit dem Corona-Crash-Tief im März hat sich der Kurs allerdings mit dem aktuellen Plus immer noch nahezu verdoppelt.

Das dritte Quartal lief für Nemetschek unerwartet gut, weshalb der Konzern nun für die Geschäftslage optimistischer wird. Ursprünglich hatte Nemetschek Belastungen durch die Corona-Pandemie angekündigt, vor allem der US-Markt sollte im zweiten Halbjahr schwächeln. Nemetschek bietet Software für Architekten, Bauingenieure und -unternehmen an, darüber hinaus auch für den Betrieb und die Verwaltung von Immobilien.

"Die Anhebung des Unternehmensausblicks in einem unsicheren Umfeld zeigt, dass das Unternehmen die Covid-19-Krise bisher gut meistert", erklärte DZ-Bank-Analyst Armin Kremser. Seine Schätzungen und den fairen Wert je Aktie will der Experte überarbeiten. Der erhöhte Ausblick für das laufende Jahr unterstreiche seinen positiven Eindruck von Nemetschek, schrieb Analyst Mohammed Moawalla von Goldman Sachs./ajx/ag/fba

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