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21.09.2019

ROUNDUP: Überlebenskampf von Thomas Cook spitzt sich zu - Hoffen auf Staatshilfe

LONDON (dpa-AFX) - Der Überlebenskampf des Reiseveranstalters Thomas Cook spitzt sich Medienberichten zufolge weiter zu. Das britische Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor habe inzwischen die Regierung in London um Finanzhilfe gebeten, berichteten die Fernsehsender BBC und Sky News am Freitagabend und am Samstag. Die Thomas-Cook-Führung um Konzernchef Peter Fankhauser feilt mit Banken und Investoren seit Monaten an einem Rettungspaket von inzwischen 1,1 Milliarden britischen Pfund (1,25 Mrd Euro). Dem Konzern droht sonst bald das Geld auszugehen.

"Es wird weiter hart verhandelt", sagte ein Konzernsprecher am Samstag, äußerte sich aber nicht zu Details. Geplant sei weiterhin, die Rekapitalisierung bis Mitte Oktober umzusetzen. Unterdessen versucht Thomas Cook, verunsicherte Urlauber zu beruhigen. "Alle Flüge der Thomas Cook Airlines sind davon nicht betroffen und finden normal statt", schrieb das Unternehmen auf Twitter. Die Rekapitalisierung solle finanzielle Stabilität für die Zukunft bringen. Die konzerneigenen Fluggesellschaften gelten als Gewinnbringer von Thomas Cook. Sorgenkind ist vor allem das britische Veranstaltergeschäft.

Sky News zufolge schließt die britische Regierung einen Staatskredit für Thomas Cook zwar nicht aus, sieht diese Option aber in weiter Ferne. Der Konzern hatte am Freitag bestätigt, dass er zusätzlich zu dem ausgehandelten Rettungspaket von 900 Millionen Pfund versucht, weitere 200 Millionen Pfund für die reise- und damit finanzschwache Wintersaison zu bekommen.

Insidern zufolge haben beteiligte Banken - darunter die in der Finanzkrise verstaatlichte Royal Bank of Scotland - diesen Puffer gefordert. Das Geld soll sich Thomas Cook aber woanders besorgen. Ein Hedgefonds, der als Geldgeber im Spiel war, habe jedoch inzwischen abgewinkt, meldete Sky News. Auch über einen schnellen Verkauf des Nordeuropa-Geschäfts werde wieder nachgedacht, um dem Konzern frisches Geld zu beschaffen.

Zum Ende der Sommersaison befinden sich noch immer hunderttausende Kunden mit Thomas Cook in Urlaub. Laut Medienberichten sollen es 600 000 sein, davon etwa 150 000 aus Großbritannien. Bei einer Insolvenz müssten sie mit großem Aufwand zurückgeholt werden.

Während bei Pauschalreisenden aus Deutschland im Fall einer Insolvenz des Veranstalters ein Versicherer einspringt, bezahlt in Großbritannien der Staat für die Rückholung gestrandeter Urlauber aus dem Ausland. Daher müsste die britische Regierung im Fall einer Insolvenz des Konzerns Medienberichten zufolge mit Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Pfund rechnen.

Unterdessen muss Thomas Cook in diesen Tagen wie jedes Jahr genügend Liquidität nachweisen, um in dem britischen Insolvenzausfall-System für Reiseveranstalter zu bleiben. Ohne dieses Siegel dürfte der Konzern in Großbritannien schon ab 1. Oktober keine Reisen mehr verkaufen. Die Luftfahrtbehörde CAA könnte jedoch eine Ausnahme machen.

Thomas Cook war in den vergangenen Jahren immer wieder in Schieflage geraten. Bereits Jahr 2012 retteten mehrere Banken den Konzern nach immensen Abschreibungen auf das britische Geschäft und IT-Systeme mit frischem Geld vor dem Untergang. Auch dadurch sitzt Thomas Cook auf einem Schuldenberg in Milliardenhöhe und ächzt unter der hohen Zinslast. Der jüngste Preiskampf im Reise- und Fluggeschäft droht ihm nun erneut den Garaus zu machen. Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit rund um den Brexit, die die Urlaubsfreude der britischen Kundschaft dämpft.

Um dringend benötigtes Geld zu bekommen, stellte der Konzern im Februar sogar seine Fluggesellschaften samt dem deutschen Ferienflieger Condor zum Verkauf. Im Juli blies er das Vorhaben wieder ab und präsentierte stattdessen einen umfangreichen Rettungsplan: So sollen der chinesische Großaktionär Fosun, Banken und Anleihegläubiger die Mehrheit an dem Unternehmen erhalten. Der Deal hätte ein Volumen von 900 Millionen Pfund. Die Kreditlinie von 200 Millionen käme nun noch hinzu.

Das Sommerhalbjahr bis Ende September werde deutlich schwächer als 2018, hatte Konzernchef Peter Fankhauser Mitte Juli erklärt - und die Vorlage der Quartalszahlen abgeblasen. Dass es noch immer keine Klarheit über den Brexit gibt, dürfte die Lage noch verschärfen. Großbritannien ist neben Deutschland der wichtigste Absatzmarkt für Thomas Cook.

Unterdessen hofft man bei Thomas Cook weiterhin auf das Gelingen des Rettungsdeals. Durch die Umwandlung von Krediten in Eigenkapital soll der Veranstalter nahezu schuldenfrei werden. Die Anteile bisherigen Aktionäre würden dabei allerdings so stark verwässert, dass sie nur nur noch rund fünf Prozent am Unternehmen besäßen.

Die Fosun-Gruppe hält bisher 18 Prozent an Thomas Cook und würde im Gegenzug zu Kapitalspritze und Schuldenabbau die Mehrheit an der Reisesparte der Briten erlangen. Die Airline-Gruppe einschließlich der deutschen Tochter Condor würde abgespalten. Fosun bekäme nur einen signifikanten Minderheitsanteil an den Fluggesellschaften, damit diese nicht ihre europäischen Flugrechte verlieren.

Die Minderheitsanteile am Reisegeschäft und die Mehrheit an der Airline-Sparte sollen weitgehend an die Banken und die Anleihegläubiger gehen. Für die restlichen Aktionäre von Thomas Cook bliebe nur noch ein Bruchteil an dem Konzern. Nach bisherigen Berechnungen würde ihre Beteiligung von 100 Prozent auf etwa 5 Prozent verwässert.

Die Thomas-Cook-Aktie hat unter den Nachrichten schwer gelitten. Nachdem der Konzern im Mai 2018 an der Börse noch mit insgesamt rund 2,2 Milliarden Pfund bewertet worden war, waren es zuletzt gerade noch 53 Millionen Pfund. Allein nach dem Bekanntwerden des zusätzlichen Finanzbedarfs am Freitag rauschte der Kurs um 23 Prozent nach unten. Zum Vergleich: Der wichtigste Konkurrent Tui kam trotz herber Kursverluste in den vergangenen Monaten zuletzt auf eine Börsenbewertung von rund 5 Milliarden Pfund.

Manche Anleger betrachteten den Kursverfall bei Thomas Cook als Gelegenheit zum Einstieg. So kaufte der türkische Tourismus-Unternehmer Neset Kockar, Gründer der Anex Tourism Group, rund acht Prozent der Anteile. Er erhoffte sich davon, bei der Rettung des Reisekonzerns mitreden zu können. Er sprach sich auch dagegen aus, die Airlines vom Veranstaltergeschäft zu trennen.

Thomas Cook gilt als Erfinder der Pauschalreise. Der Baptistenprediger Thomas Cook brachte im Juli 1841 rund 500 Reisende per Bahn vom britischen Leicester zu einem Treffen nach Loughborough. Im Jahr 2001 übernahm die deutsche C&N Touristic aus Neckermann Reisen und Condor den britischen Veranstalter Thomas Cook und nahm selbst dessen Namen an. Neckermann Reisen ist seither nur noch eine Marke des Thomas-Cook-Konzerns./stw/zb

21.09.2019

US-Kernkraftwerk bei Harrisburg stellt Betrieb ein

HARRISBURG (dpa-AFX) - Rund 40 Jahre nach dem schweren Unglück in dem US-Atomkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg im Bundesstaat Pennsylvania hat die Anlage ihren Betrieb eingestellt. Wie der Betreiber Exelon am Freitag (Ortszeit) mitteilte, beginnt nun die Stilllegung des Reaktorblocks 1, der 1974 ans Netz gegangen war. Medienberichten zufolge wird der Rückbau des zuletzt defizitären Werks noch mehrere Jahrzehnte dauern und mehr als eine Milliarde Dollar kosten.

Das Unglück hatte sich am 28. März 1979 im Block 2 ereignet. Damals kam es zu einer teilweisen Kernschmelze, und es traten größere Mengen radioaktive Strahlung aus. Zu einer verheerenden Katastrophe kam es nicht. Etwa 140 000 Menschen flohen aber zeitweise aus der näheren Umgebung der Anlage. Three Mile Island war der erste Atomunfall, der weltweit Aufmerksamkeit erregte. Als Ursache wurden damals unter anderem menschliches und technisches Versagen genannt. Block 2 wurde stillgelegt und versiegelt. Er soll von 2041 an abgebaut werden./jv/DP/zb

21.09.2019

Trotz fünf sieglosen Spielen am Main: BVB will Höhenflug fortsetzen

DORTMUND (dpa-AFX) - Nach den Gala-Auftritten gegen Bayer Leverkusen und den FC Barcelona will Borussia Dortmund seine Festspiel-Tage fortsetzen. Nächster Gegner am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) ist allerdings Eintracht Frankfurt, bei dem der letzte BVB-Erfolg in der Fußball-Bundesliga zuletzt vor sechs Jahren gelang. Drei Niederlagen und zwei Remis - mehr gab es seitdem in der Commerzbank-Arena nicht zu holen. Darum warnte BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Frankfurt ist ein richtiger Härtetest für uns."

Zumal die Borussia bislang nur im eigenen Stadion glänzt. Auf den Plätzen der Gegner es noch nicht rund, drei Punkte nach den Gastspielen bei den Aufsteigern 1. FC Köln (3:1) und Union Berlin (1:3) sind für einen Meisterschaftskandidaten zu wenig. "Wir müssen Lösungen finden, um auswärts konstant unser Potenzial abzurufen. Ich sehe es als den nächsten Entwicklungsschritt an", sagte Zorc. Selbstvertrauen könne die Nullnummer in der Champions League gegen Messi & Co. geben. "Wir müssen die positiven Dinge mitnehmen. Sechs, sieben Chancen gegen Barça sind gut", sagte BVB-Trainer Lucien Favre.

Für Frankfurt ging dagegen unter der Woche der Europapokal-Auftakt gründlich schief - 0:3 gegen Arsenal London. Aber Eintracht-Coach Adi Hütte betonte: "Eines muss ich klarstellen: Dass wir trotz allem ein sehr ordentliches Spiel gemacht haben. Ich bin trotz allem noch beruhigt. Ich habe das Vertrauen und die Vernunft zu sagen, wir haben viele neue Spieler und man darf eins nicht vergessen: Wir haben Spieler zu ersetzen, die letztes Jahr viele Tore gemacht haben."

Damit erinnerte Hütter an das Sturmtrio Luka Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic, das den Verein verlassen hat. Ihre Nachfolger Bas Dost, André Silva und Goncalo Paciencia haben nicht nur mit dem Maßstab von 57 Pflichtspiel-Toren zu kämpfen, sondern am Sonntag auch mit einem ganz starken Mats Hummels.

Der vom FC Bayern München zurückgekehrte Innenverteidiger ist schnell wieder zum Fixpunkt in der Dortmunder Hintermannschaft geworden. "Mats ist der beste deutsche Innenverteidiger. Das habe ich vor seiner Verpflichtung gesagt, das sage ich jetzt und ich bin mir sicher, dass ich das auch noch 2020 sagen werde", lobte BVB-Sportdirektor Zorc und fordert ebenso wie Trainer Favre eine Rückkehr Hummels in die Nationalelf.

Personell fehlt dem BVB im dritten Liga-Auswärtsspiel der Saison weiterhin Außenverteidiger Nico Schulz (Fußverletzung) und der erkrankte Ersatzkeeper Marwin Hitz. Bei der Eintracht kommt ein Einsatz von Sebastian Rode (Knieprellung) gegen seinen Ex-Club noch zu früh./kam/DP/zb

21.09.2019

Berichte: Thomas-Cook-Überlebenskampf spitzt sich zu - Hoffen auf Staatshilfe

LONDON (dpa-AFX) - Der Überlebenskampf des Reiseveranstalters Thomas Cook spitzt sich Medienberichten zufolge weiter zu. Das britische Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor habe inzwischen die Regierung in London um Finanzhilfe gebeten, berichteten die Fernsehsender BBC und Sky News am Freitagabend und am Samstag. Die Thomas-Cook-Führung um Konzernchef Peter Fankhauser feilt mit Banken und Investoren seit Monaten an einem Rettungspaket von inzwischen 1,1 Milliarden britischen Pfund (1,25 Mrd Euro). Dem Konzern droht sonst bald das Geld auszugehen.

"Es wird weiter hart verhandelt", sagte ein Konzernsprecher am Samstag, äußerte sich aber nicht zu Details. Geplant sei weiterhin, die Rekapitalisierung bis Mitte Oktober umzusetzen. Unterdessen versucht Thomas Cook, verunsicherte Urlauber zu beruhigen. "Alle Flüge der Thomas Cook Airlines sind davon nicht betroffen und finden normal statt", schrieb das Unternehmen auf Twitter. Die Rekapitalisierung solle finanzielle Stabilität für die Zukunft bringen. Die konzerneigenen Fluggesellschaften gelten als Gewinnbringer von Thomas Cook. Sorgenkind ist vor allem das britische Veranstaltergeschäft.

Sky News zufolge schließt die britische Regierung einen Staatskredit für Thomas Cook zwar nicht aus, sieht diese Option aber in weiter Ferne. Der Konzern hatte am Freitag bestätigt, dass er zusätzlich zu dem ausgehandelten Rettungspaket von 900 Millionen Pfund versucht, weitere 200 Millionen Pfund für die reise- und damit finanzschwache Wintersaison zu bekommen./stw/zb

21.09.2019

Versicherer rechnen mit erneutem Rückgang von Wohnungseinbrüchen

BERLIN (dpa-AFX) - Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland könnte nach Einschätzung der Versicherer das vierte Jahr in Folge zurückgehen. Davon sei nach dem Verlauf der versicherten Einbrüche im ersten Halbjahr 2019 auszugehen, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) der Deutschen Presse-Agentur mit.

"In Deutschland wird immer weniger eingebrochen", sagte Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. "Mit fünf Prozent fällt der Rückgang zwar geringer aus als in den ersten sechs Monaten der Vorjahre. Es zeigt aber: Vorsorge wirkt!"

Viele Hausbesitzer hätten in den vergangenen Jahren "aufgerüstet". Bessere Sicherheitstechnik erschwere das Vorgehen der Einbrecher. Nahezu jeder zweite Versuch scheitere, weil Täter nicht schnell genug ins Haus kämen, erläuterte Gause. "Deshalb fordern wir: Moderne Sicherheitstechnik muss als Standard in die Bauvorschriften für Neubauten aufgenommen werden."

Die Zahl der versuchten und vollendeten Wohnungseinbrüche war in den Jahren 2008 bis 2015 kontinuierlich nach oben gegangen und hatte ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Der Höhepunkt lag schließlich bei insgesamt 167 136 registrierten Fällen. Im Jahr 2016 gab es dann erstmals wieder einen Rückgang, der sich danach fortsetzte. Für 2018 erfasste die Kriminalstatistik bundesweit 97 504 solche Delikte./kie/DP/zb

21.09.2019

Bremen will E-Scooter-Verleih nur mit festen Regeln zulassen

BREMEN (dpa-AFX) - Die Stadt Bremen will den Verleih von E-Tretrollern nur mit festen Regeln zulassen. Um das Einhalten der Regeln seitens des Verleihers zu gewährleisten, wird Bremen einem Anbieter eine Sondergenehmigung für die Nutzung des öffentlichen Straßenraums erteilen, teilte die Senatorin für Stadtentwicklung am Samstag mit. Es wäre nach Angaben eines Senatssprechers die bundesweit erste E-Scooter-Genehmigung dieser Art. In Bremen können Bürger bislang noch nicht die seit Mitte Juni erlaubten E-Tretroller von Firmen mieten.

Bremen verpflichtet den Anbieter damit, sich an vorgeschriebene Regeln beim Abstellen der E-Scooter sowie in puncto Verkehrssicherheit zu halten: Unter anderem dürfen die E-Scooter in Bremen nicht in Grünanlagen abgestellt und genutzt werden. Zudem muss der Anbieter einen Ansprechpartner vor Ort bereitstellen, der bei Behinderungen kurzfristig einschreitet.

"Uns war es wichtig, dass wir nicht die chaotischen Zustände mit den Rollern bekommen, wie viele andere deutsche und europäische Städte", sagte Mobilitätssenatorin Maike Schaefer zu dem Bremer Modell. In anderen Städten gilt für die Anbieter demnach eine freiwillige Selbstverpflichtung. Die Erlaubnis für den Anbieter in Bremen ist dem Sprecher zufolge auf ein Jahr befristet. Falls es in Zukunft zu Problemen mit den E-Scootern kommt, könne das Ordnungsamt geeignete Maßnahmen ergreifen, hieß es. In schwerwiegenden Fällen oder bei Wiederholungen wäre möglich, dem Anbieter die Erlaubnis zu entziehen./wik/DP/zb

21.09.2019

ROUNDUP/Studie: Deutschland Entwicklungsland bei Frauen in Top-Positionen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutschlands Börsenschwergewichte hinken bei der Besetzung von Top-Posten mit Frauen im Vergleich zu anderen Industrieländern hinterher. Zwar stieg der Anteil von Managerinnen im Vorstand zuletzt, wie aus einer Untersuchung der gemeinnützigen Allbright Stiftung hervorgeht. Dennoch sei Deutschland "ein klares Entwicklungsland", sagte Wiebke Ankersen, Co-Geschäftsführerin der Stiftung, der Deutschen Presse-Agentur. Deutsche Konzerne hätten noch wenig Erfahrung mit Vielfalt und inklusiver Unternehmenskultur. "Da können sie viel von amerikanischen und skandinavischen Unternehmen lernen."

Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) sprach von ernüchternden Fakten. Es gehe trotz des Anstiegs des Frauenanteils in den Vorständen und Aufsichtsräten nur schleppend voran. Bleibe es bei dem Tempo, wäre erst im Jahr 2041 ein Frauenanteil von 40 Prozent in den Vorstandsetagen erreicht. "Es braucht schärfere gesetzliche Maßnahmen, um die Entwicklung zu beschleunigen. Dazu wird die Bundesregierung demnächst einen Gesetzentwurf vorlegen."

Den Angaben zufolge waren 27,8 Prozent der Vorstandsmitglieder der 30 Unternehmen aus dem US-Leitindex Dow Jones zum Stichtag 1. September 2019 weiblich. In Schweden lag der Frauenanteil in der Chefetage der Top 30 bei 22,7 Prozent, in Großbritannien waren es 22,3 und in Frankreich 19,8 Prozent. Die 30 deutschen Börsenschwergewichte im Leitindex Dax kamen auf 14,7 Prozent (Vorjahr: 13,4 Prozent).

Die Dax-Konzerne sind allerdings weiblicher und internationaler als die mittleren und kleinen börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Den Angaben zufolge haben 80 Prozent der Börsenschwergewichte inzwischen mindestens eine Frau im Vorstand, bei den mittelgroßen Firmen aus dem MDax sind es 32 Prozent und bei den Unternehmen im Kleinwerteindex SDax lediglich 20 Prozent. Ausgewertet wurden die 160 Unternehmen, die in den drei Börsenindizes notiert sind.

Insgesamt stieg die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder in den 160 Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr von 56 auf 66. Der Anteil der Managerinnen erhöhte sich von 8 auf 9,3 Prozent. Rekordverdächtig viele Wechsel hätten zu mehr neuen Frauen als sonst geführt.

Dass Managerinnen dennoch nicht schneller vorankommen, liegt nach Einschätzung der Studienautoren vor allem daran, dass sie "in den entscheidenden Machtpositionen der Unternehmen kaum vertreten sind".

Zwar saßen zum Stichtag 540 Frauen und 1172 Männer in den Aufsichtsräten der ausgewerteten Unternehmen. Das entspricht einem Frauenanteil von 31,5 Prozent (Vorjahr: 30,5 Prozent). Doch seien Managerinnen nur selten in den Ausschüssen vertreten, die die Beschlussvorlagen für das Kontrollgremium erarbeiten. Zudem sei die entscheidende Position, der Aufsichtsratsvorsitz, zu 93,8 Prozent mit einem Mann besetzt. Der Aufsichtsrat entscheidet über Vorstandspersonalien.

Die Börsenunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, feste Zielgrößen für die Steigerung des Frauenanteils in ihren Vorständen zu nennen. Es ist allerdings möglich, als Zielgröße "null" anzugeben. Der Studie zufolge formulieren derzeit 58 der 160 Unternehmen dieses Ziel.

Frauen seien nicht schlechter qualifiziert als in anderen Ländern, aber man traue ihnen hier die Führung nicht zu, kritisierte Ankersen. "Die Politik sollte das Ehegattensplitting abschaffen, mehr "Vätermonate" beim Elterngeld einführen und im Öffentlichen Dienst einen vorbildhaften Frauenanteil von 40 Prozent in Führungspositionen durchsetzen", forderten Ankersen und Co-Geschäftsführer Christian Berg.

Die deutsch-schwedische Allbright Stiftung setzt sich für mehr Frauen und Diversität in den Führungspositionen der Wirtschaft ein./mar/DP/zb

21.09.2019

ROUNDUP: Suche nach Pflegekräften führt Bundesminister Spahn nach Mexiko

MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Wegen des enormen Bedarfs an Pflegepersonal in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Mexiko um Fachkräfte geworben. Während seines Besuchs in der Hauptstadt des lateinamerikanischen Landes wurde am Freitag eine Absichtserklärung unterschrieben, nach der mexikanischen Pflegern etwa durch eine Beschleunigung der Annerkennungs- und Visaverfahren die Einreise nach Deutschland erleichtert werden soll. Der CDU-Politiker traf sich auch mit 15 Vertretern mexikanischer Ausbildungseinrichtungen für Pflegeberufe und lud sie zu einer Deutschlandreise ein.

Die Ausbilder sollen das deutsche System kennenlernen und nach ihrer Rückkehr in Mexiko für die Arbeit als Kranken- oder Altenpfleger in Deutschland werben. Hauptsächlich gehe es um Austausch und Kooperation, betonte Spahn. Es sei ihm wichtig, dass beide Länder davon profitieren.

Angesichts des Pflegenotstands will die Bundesregierung Fachkräfte aus mehreren Ländern - auch etwa aus dem Kosovo und den Philippinen - nach Deutschland holen. Ausgesucht wurden Spahn zufolge Länder, deren Bevölkerungen relativ jung sind und die über den eigenen Bedarf hinaus Pflegekräfte ausbilden.

Deutschland sei das zweitälteste Land der Welt, betonte er. Es gebe geschätzt 50 000 bis 80 000 Pflegestellen, die finanziert, aber unbesetzt seien. In Mexiko würden viele junge Menschen zu Pflegekräften ausgebildet, die aber im dortigen Gesundheitswesen keinen Job fänden. Diese könnten in Deutschland berufliche Erfahrung sammeln. "Deswegen kann das ein Gewinn für alle Seiten sein."

Vertreter der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer sowie der saarländischen Standortagentur Saaris unterschrieben die Absichtserklärung im Beisein Spahns. Saaris soll demnach als Dachorganisation der sogenannten Konzertierten Aktion Pflege (KAP) fungieren, um die Anwerbung von Pflegefachkräften aus dem Ausland durch Einrichtungen des Gesundheitswesens und private Personalagenturen zu bündeln. Qualität, Arbeitsbedingungen, Vergütungen, Sprachkurse und Willkommensprogramme sollen unterstützt werden.

Mexikanische Pflegekräfte sollen drei Monate nach Antragstellung in Deutschland sein und drei Monate danach eine Anerkennung als Fachkraft erhalten, hieß es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Eine Zielvorgabe bei der Anzahl der angeworbenen Pfleger gibt es laut Spahn nicht.

Trotz einer großen Nachfrage an einer Ausbildung in der Pflege seien in Mexiko viel weniger Menschen in dem Bereich beschäftigt als gebraucht würden, erklärte der Chef des Think-Tanks Funsalud, Héctor Valle, dem Minister. Als Grund nannte er sehr geringe öffentliche Ausgaben im Gesundheitswesen. "Es ist traurig", ergänzte Silvia Salas, die Leiterin der Autonomen Universität des Bundesstaates Yucatán - eine der 15 nach Deutschland Eingeladenen./nk/DP/zb

21.09.2019

Mehr Frauen in Topetagen - Firmen im Ausland sind weiter

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Chefetagen deutscher Konzerne sind weiblicher geworden. Börsenschwergewichte in anderen Industrieländern sind nach einer Studie der Allbright Stiftung allerdings deutlich weiter. Deutsche Unternehmen hätten noch wenig Erfahrung mit Vielfalt und inklusiver Unternehmenskultur, sagte Wiebke Ankersen, Co-Geschäftsführerin der gemeinnützigen Stiftung, der Deutschen Presse-Agentur. "Da können sie viel von amerikanischen und skandinavischen Unternehmen lernen."

Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) sprach von ernüchternden Fakten. Es gehe trotz des Anstiegs nur schleppend voran. "Es braucht schärfere gesetzliche Maßnahmen, um die Entwicklung zu beschleunigen. Dazu wird die Bundesregierung demnächst einen Gesetzentwurf vorlegen."

Der Studie zufolge waren 27,8 Prozent der Vorstandsmitglieder der 30 Unternehmen aus dem US-Leitindex Dow Jones zum Stichtag 1. September 2019 weiblich. In Schweden lag der Frauenanteil in der Chefetage der 30 Topunternehmen bei 22,7 Prozent, in Großbritannien waren es 22,3 und in Frankreich 19,8 Prozent. Die 30 deutschen Börsenschwergewichte im Leitindex Dax kamen lediglich auf 14,7 Prozent (Vorjahr: 13,4 Prozent).

Den Angaben zufolge haben 80 Prozent der Dax-Konzerne inzwischen aber mindestens eine Frau im Vorstand, bei den mittelgroßen Firmen aus dem MDax sind es 32 Prozent und bei den Unternehmen im Kleinwerteindex SDax 20 Prozent. Ausgewertet wurden die 160 Unternehmen, die in den drei Börsenindizes notiert sind. Insgesamt stieg die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder seit dem Vorjahr von 56 auf 66. Der Anteil der Managerinnen erhöhte sich von 8 auf 9,3 Prozent./mar/DP/zb

21.09.2019

YouTube macht Rückzieher nach Kontroverse um Account-Bestätigung

MOUNTAIN VIEW (dpa-AFX) - Viele YouTuber werden nach Protesten den Status eines verifizierten Kanals nun doch behalten. Googles Videoplattform machte nach nur einem Tag einen Rückzieher bei neuen Regeln zur Bestätigung von Video-Anbietern. Nach der Änderung hatten viele Anbieter ihr Verifikations-Häkchen verloren - und protestierten lautstark dagegen. Jetzt sollen alle, deren Kanal zuvor bestätigt worden war, diesen Status behalten, kündigte YouTube-Chefin Susan Wojcicki am Freitag an.

Zugleich hält YouTube grundsätzlich an den Neuerungen für die Zukunft fest. So werden sich YouTuber, die neu die Marke von 100 000 Abonnenten erreichen, um den Status bewerben müssen und dabei beweisen, dass sie sich nicht für jemanden anderen ausgeben. Bisher konnte man auch ohne das verifiziert werden. Die Änderung des entsprechenden Symbols von einem Häkchen zu einem Balken mit den Worten "YouTube Creators" bzw. "YouTube Artists" wurde auf kommendes Jahr verschoben./so/DP/zb

20.09.2019

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Handelsstreit sorgt wieder für Verluste

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Freitag nach anfangs moderaten Gewinnen klar ins Minus gedreht. Sie litten darunter, dass sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China offenbar wieder zugespitzt hat. Zudem sorgte der große Verfall an den Terminmärkten für einige Kursturbulenzen.

Der Dow Jones Industrial büßte letztlich 0,59 Prozent auf 26 935,07 Punkte ein. Auf Wochensicht verlor der US-Leitindex damit gut ein Prozent. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 0,49 Prozent auf 2992,07 Zähler nach unten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 fiel gar um 0,99 Prozent auf 7823,55 Punkte zurück.

Laut Marktbeobachtern soll eine chinesische Handelsdelegation in den USA vorzeitig wieder abgereist sein. Zuvor hatte die Zeitung "Politico" noch berichtet, die US-Regierung wolle für eine Reihe chinesischer Produkte von Strafzöllen absehen. Allerdings gehe es hier eher um die Lösung von Zulieferproblemen von US-Unternehmen als um einen Schritt auf Peking zu, hieß es.

Derweil blieben die Ölpreise auf einem hohen Niveau - bestimmendes Thema am Markt waren weiter die Spannungen zwischen den USA und Saudi-Arabien einerseits und dem Iran andererseits. Zu Wochenbeginn hatte ein massiver Angriff auf saudische Ölanlagen die Preise für den wichtigen Rohstoff nach oben getrieben und die Anleger verschreckt. Saudi-Arabien beschuldigte den Iran, hinter dem Angriff zu stecken.

Vom "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Börsenindizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt. Wegen der mitunter teils wilden Zuckungen an den Märkten wurde der Begriff "Hexensabbat" geprägt. Hinter diesen Schwankungen stehen Spekulanten, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren am Freitag dünn gesät. Die Aktien von Facebook konnten ihre Gewinne nicht halten und sanken am Ende um gut 0,1 Prozent. Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump den Gründer und Chef des Online-Netzwerks, Mark Zuckerberg, empfangen. Das Treffen beschrieb Trump als "nett". Facebook erklärte, das Gespräch sei "gut und konstruktiv" verlaufen. Zuvor war Zuckerberg in Washington mit mehreren US-Senatoren zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um Sicherheit und Inhalte von Online-Netzwerken.

Die Papiere von Walgreens gewannen indes als einer der Favoriten im Dow fast 0,8 Prozent. Die US-Drogeriekette startet gemeinsam mit dem Paketdienstleister Fedex und der Alphabet-Tochter Wing Aviation ein Pilotprojekt für Lieferungen per Drohne. Die Nachricht war bereits am Donnerstag zur Handelszeit bekannt geworden, wurde offenbar aber erst verspätet von den Anlegern honoriert. Die Aktien von Fedex und Alphabet zeigten sich dagegen unbeeindruckt und notierten in der Verlustzone.

Die Aktien des Bergbaukonzerns Freeport-McMoRan verteuerten sich dank eines positiven Analystenkommentars um 0,2 Prozent. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hatte die Beobachtung der Titel mit einer Kaufempfehlung aufgenommen.

Dass Netflix laut einem Bericht der "Financial Times" wegen des zunehmenden Wettbewerbs die Investitionen in Großbritannien erhöhen will, kam indes nicht gut am Markt an: Für die Aktien des Streamingdienstes ging es um über fünfeinhalb Prozent auf 270,75 US-Dollar bergab, was den tiefsten Stand seit Jahresbeginn bedeutete.

Auch die Aktien von Walt Disney präsentierten sich mit einem Kursverlust von knapp 0,8 Prozent recht schwach. Der traditionsreiche Unterhaltungsriese setzt angesichts der wachsenden Konkurrenz im Internet zunehmend auf eigene Online-Inhalte.

Für Anteilsscheine des Medienkonzerns Liberty Global ging es um fast vier Prozent nach unten. Hier belastete die Nachricht, dass die Citigroup ihre Kaufempfehlung gestrichen hat und nun zum Verkauf der Papiere rät.

Der Euro blieb im New Yorker Handel unter Druck: Zuletzt wurden für die Gemeinschaftswährung 1,1021 US-Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1030 (Donnerstag: 1,1067) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9066 (0,9036) Euro gekostet.

Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 18/32 Punkte auf 99 4/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,72 Prozent./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

20.09.2019

Aktien New York Schluss: Handelsstreit sorgt wieder für Verluste

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Freitag nach anfangs moderaten Gewinnen klar ins Minus gedreht. Sie litten darunter, dass sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China offenbar wieder zugespitzt hat. Zudem sorgte der große Verfall an den Terminmärkten für einige Kursturbulenzen.

Der Dow Jones Industrial büßte letztlich 0,59 Prozent auf 26 935,07 Punkte ein. Auf Wochensicht verlor der US-Leitindex damit gut ein Prozent. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 0,49 Prozent auf 2992,07 Zähler nach unten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 fiel gar um 0,99 Prozent auf 7823,55 Punkte zurück./gl/jha/

20.09.2019

Aktien New York: Indizes drehen ins Minus - Handelsstreit spitzt sich wieder zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Die anfangs freundlichen US-Börsen haben am Freitag ins Minus gedreht. Sie litten darunter, dass sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China offenbar wieder zugespitzt hat. Zudem warf der große Verfall an den Terminmärkten noch vor Börsenschluss seine Schatten voraus.

Der Dow Jones Industrial sank zuletzt um 0,27 Prozent auf 27 022,24 Punkte, womit er sich immerhin wieder etwas von seinem Tagestief nach oben absetzte. Auf Wochensicht zeichnet sich für den US-Leitindex ein Minus von rund 0,7 Prozent ab. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 0,29 Prozent auf 2998,00 Zähler nach unten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte gar 0,85 Prozent auf 7834,83 Punkte ein.

Laut Marktbeobachtern soll eine chinesische Handelsdelegation in den USA vorzeitig wieder abgereist sein. Zuvor hatte die Zeitung "Politico" noch berichtet, die US-Regierung wolle für eine Reihe chinesischer Produkte von Strafzöllen absehen. Allerdings gehe es hier eher um die Lösung von Zulieferproblemen von US-Unternehmen als um einen Schritt auf Peking zu, hieß es.

Derweil blieben die Ölpreise auf einem hohen Niveau - bestimmendes Thema am Markt bleiben die Spannungen zwischen den USA und Saudi-Arabien einerseits und dem Iran andererseits. Bereits zu Wochenbeginn hatte ein massiver Angriff auf saudische Ölanlagen die Preise für den wichtigen Rohstoff nach oben getrieben und die Anleger verschreckt. Saudi-Arabien beschuldigte den Iran, hinter dem Angriff zu stecken.

Vom "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Börsenindizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt. Wegen der mitunter teils wilden Zuckungen an den Märkten wurde der Begriff "Hexensabbat" geprägt. Hinter diesen Schwankungen stehen Spekulanten, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren am Freitag dünn gesät. Die Aktien von Facebook konnten ihre Gewinne nicht halten und sanken zuletzt um knapp 0,4 Prozent. Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump den Gründer und Chef des Online-Netzwerks, Mark Zuckerberg, empfangen. Das Treffen beschrieb Trump als "nett". Facebook wiederum teilte mit, das Gespräch sei "gut und konstruktiv" verlaufen. Zuvor war Zuckerberg in Washington mit mehreren US-Senatoren zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um Sicherheit und Inhalte von Online-Netzwerken.

Die Papiere von Walgreens gewannen indes als einer der Favoriten im Dow über ein Prozent. Die US-Drogeriekette startet gemeinsam mit dem Paketdienstleister Fedex und der Alphabet-Tochter Wing Aviation ein Pilotprojekt für Lieferungen per Drohne. Die Nachricht war bereits am Donnerstag zur Handelszeit bekannt geworden, wurde offenbar aber erst verspätet von den Anlegern honoriert. Die Aktien von Fedex und Alphabet zeigten sich dagegen unbeeindruckt und notierten in der Verlustzone.

Die Aktien des Bergbaukonzerns Freeport-McMoRan verteuerten sich dank eines positiven Analystenkommentars um 0,3 Prozent. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hatte die Beobachtung der Titel mit einer Kaufempfehlung aufgenommen.

Dass Netflix laut einem Bericht der "Financial Times" wegen des zunehmenden Wettbewerbs die Investitionen in Großbritannien erhöhen will, kam indes nicht gut am Markt an: Für die Aktien des Streamingdienstes ging es um über sechseinhalb Prozent auf 267,53 US-Dollar bergab, was den tiefsten Stand seit Jahresbeginn bedeutete.

Auch die Aktien von Walt Disney präsentierten sich mit einem Kursverlust von gut 0,8 Prozent recht schwach. Der traditionsreiche Unterhaltungsriese setzt angesichts der wachsenden Konkurrenz im Internet zunehmend auf eigene Online-Inhalte.

Für Anteilsscheine des Medienkonzerns Liberty Global ging es um knapp dreieinhalb Prozent nach unten. Hier belastete die Nachricht, dass die Citigroup ihre Kaufempfehlung gestrichen hat und nun zum Verkauf der Papiere rät./gl/jha/

20.09.2019

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax tritt am Hexensabbat nahezu auf der Stelle

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Hexensabbat seine jüngsten Gewinne nur minimal ausgebaut. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag 0,08 Prozent höher bei 12 468,01 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit eine Nullnummer. Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte ging derweil am Freitag 0,75 Prozent tiefer bei 25 897,30 Punkten ins Wochenende.

Am Mittag waren an der Derivatebörse Eurex Terminkontrakte auf die großen Aktienindizes ausgelaufen, wie die auf den Dax und den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 . Vor diesem auch großer Verfall genannten Termin versuchen Anleger, die Kurse in die für sie vorteilhafte Richtung zu bewegen. Das führt in der Regel im Verlauf zu erratischen, fundamental nicht zu erklärenden Bewegungen. In der Spitze war der Dax bis auf 12 490 Punkte gestiegen.

Stützend wirkte laut Händlern ein Bericht über eine weitere Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit. Laut der Zeitung "Politico" will die US-Regierung für eine Reihe chinesischer Produkte von Strafzöllen absehen. Allerdings gehe es hier eher um die Lösung von Zulieferproblemen von US-Unternehmen und weniger darum, einen Schritt auf die Regierung in Peking zuzugehen.

Derweil wirkte hierzulande die aktuelle Klimadebatte auf Erneuerbare-Energien-Werte positiv. Das Paket der schwarz-roten Koalition für mehr Klimaschutz soll ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro haben.

Im Nebenwerte-Index SDax zogen die Aktien von Nordex um 7 Prozent an, nachdem sie bereits am Vortag ähnlich stark gewonnen hatten. "Kanzlerin Angela Merkel will einen starken Ausbau der Windkraft- und Solarenergie", sagte ein Händler. Unter dem Einfluss der Klimadebatte stiegen die Anteile des Wechselrichter-Herstellers SMA Solar um gut 5 Prozent. Nordex und SMA waren damit die besten Werte im SDax. Im Dax gewannen die Anteilsscheine von RWE - künftig ein Erneuerbarer-Energien-Konzern - rund 3 Prozent.

Die Commerzbank will sich mit dem Abbau tausender Stellen und Filialschließungen gegen die Ertragsschwäche stemmen. Das Finanzhaus will sich zudem seine Online-Tochter Comdirect komplett einverleiben. Damit schlossen die Papiere der Commerzbank moderat höher, während die Anteilsscheine der Comdirect um mehr als ein Viertel in die Höhe schnellten.

Am MDax-Ende büßten die Aktien des Salz- und Düngemittelproduzenten K+S mehr als 4 Prozent ein. Börsianer verwiesen darauf, dass die Hedgefonds-Manager von Millennium International Management LP ihre Leerverkaufspositionen deutlich ausgebaut und damit verstärkt auf fallende Kurse gesetzt hatten.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,53 Prozent auf 3571,39 Punkte. In Paris schloss der Leitindex Cac 40 ähnlich deutlich im Plus, während der Londoner FTSE 100 leicht nachgab. In New York wiederum legte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderat zu.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,49 Prozent am Vortag auf minus 0,51 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 145,70 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,16 Prozent auf 173,49 Zähler zu. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1030 (Donnerstag: 1,1067) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9066 (0,9036) Euro./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

20.09.2019

Aktien Frankfurt Schluss: Dax tritt am Hexensabbat nahezu auf der Stelle

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Hexensabbat seine jüngsten Gewinne nur minimal ausgebaut. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag 0,08 Prozent höher bei 12 468,01 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit eine Nullnummer. Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte ging derweil am Freitag 0,75 Prozent tiefer bei 25 897,30 Punkten ins Wochenende.

Am Mittag waren an der Derivatebörse Eurex Terminkontrakte auf die großen Aktienindizes ausgelaufen, wie die auf den Dax und den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 . Vor diesem auch großer Verfall genannten Termin versuchen Anleger, die Kurse in die für sie vorteilhafte Richtung zu bewegen. Das führt in der Regel im Verlauf zu erratischen, fundamental nicht zu erklärenden Bewegungen. In der Spitze war der Dax bis auf 12 490 Punkte gestiegen./la/jha/

20.09.2019

ROUNDUP/Aktien New York: Dow steuert auf knappes Wochenminus zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street ist mit bescheidenen Kursgewinnen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Eine Stunde nach dem Börsenstart stieg der Dow Jones Industrial am Freitag um 0,35 Prozent auf 27 189,31 Punkte. Dennoch zeichnet sich für den US-Leitindex damit ein Wochenminus von rund 0,1 Prozent ab: Am Montag hatte ein Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen für einen Kursrückschlag gesorgt, von dem sich der Dow trotz der Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed am Mittwoch noch nicht ganz erholt hat.

Der marktbreite S&P 500 gewann am Freitag 0,29 Prozent auf 3015,43 Zähler. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,10 Prozent auf 7909,36 Punkte bergauf. Bei allen drei Börsenbarometern lassen neue Rekorde nach den Hochs im Juli damit weiter auf sich warten.

Als kleine Kursstütze für den Markt erwies sich vor dem Wochenende ein Bericht der Zeitung "Politico", wonach die US-Regierung für eine Reihe chinesischer Produkte von Strafzöllen absehen will. Allerdings gehe es hier eher um die Lösung von Zulieferproblemen von US-Unternehmen als um einen Schritt auf Peking zu, hieß es. Ein Händler sprach dennoch von einem wichtigen Signal der Kompromissbereitschaft im Handelsstreit, bevor im kommenden Monat neue Schlichtungsverhandlungen auf höherer Ebene beginnen sollen.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren am Freitag dünn gesät. Die Aktien von Facebook setzten mit einem Plus von 0,7 Prozent ihren jüngsten Aufwärtstrend fort. Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump den Gründer und Chef des Online-Netzwerks, Mark Zuckerberg, zu einem Gespräch im Weißen Haus empfangen. Das Treffen beschrieb Trump anschließend auf Twitter als "nett". Facebook wiederum teilte mit, das Gespräch sei "gut und konstruktiv" verlaufen. Zuvor war Zuckerberg in Washington mit mehreren US-Senatoren zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Fragen rund um Sicherheit und Inhalte von Online-Netzwerken.

Die Papiere von Walgreens gewannen an der Dow-Spitze mehr als zwei Prozent. Die US-Drogeriekette startet gemeinsam mit dem Paketdienstleister Fedex und der Alphabet-Tochter Wing Aviation ein Pilotprojekt für Lieferungen per Drohne. Die Nachricht war bereits am Donnerstag zur Handelszeit bekannt geworden, wurde offenbar aber erst verspätet von den Anlegern honoriert. Die Aktien von Fedex und Alphabet zeigten sich dagegen unbeeindruckt und notierten in der Verlustzone.

Die Aktien des Bergbaukonzerns Freeport-McMoRan verteuerten sich dank eines positiven Analystenkommentars um über anderthalb Prozent. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hatte die Beobachtung der Titel mit einer Kaufempfehlung aufgenommen.

Dass Netflix laut einem Bericht der "Financial Times" wegen des zunehmenden Wettbewerbs die Investitionen in Großbritannien erhöhen will, kam indes nicht gut am Markt an: Für die Aktien des Streamingdienstes ging es um rund vier Prozent auf 275 US-Dollar bergab, was den tiefsten Stand seit Jahresbeginn bedeutete.

Auch die Aktien von Dow-Schlusslicht Walt Disney präsentierten sich mit einem Kursverlust von über 0,8 Prozent recht schwach. Der traditionsreiche Unterhaltungsriese setzt angesichts der wachsenden Konkurrenz im Internet zunehmend auf eigene Online-Inhalte.

Für Anteilsscheine des Medienkonzerns Liberty Global ging es um knapp zweieinhalb Prozent nach unten. Hier belastete die Nachricht, dass die Citigroup ihre Kaufempfehlung gestrichen hat und nun zum Verkauf der Papiere rät./gl/jha/

20.09.2019

Aktien New York: Dow steuert auf knappes Wochenminus zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street ist mit bescheidenen Kursgewinnen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Knapp eine Stunde nach dem Börsenstart stieg der Dow Jones Industrial am Freitag um 0,30 Prozent auf 27 174,76 Punkte. Dennoch zeichnet sich für den US-Leitindex damit ein Wochenminus von 0,17 Prozent ab: Am Montag hatte ein Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen für einen Kursrückschlag gesorgt, von dem sich der Dow trotz der Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed am Mittwoch nur teilweise erholt hat.

Der marktbreite S&P 500 gewann am Freitag 0,26 Prozent auf 3014,52 Zähler. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,07 Prozent auf 7907,22 Punkte bergauf. Bei allen drei Börsenbarometern lassen neue Rekorde nach den Hochs im Juli damit weiter auf sich warten./gl/jha/

20.09.2019

WOCHENAUSBLICK: Konjunkturdaten entscheiden über weiteren Verlauf der Dax-Rally

FRANKFURT (dpa-AFX) - Harte Wirtschaftsdaten dürften in der neuen Woche den Optimismus der Anleger auf die Probe stellen. Nachdem der deutsche Leitindex Dax zuletzt von der Entspannung im internationalen Handelskonflikt und der Hoffnung auf weiterhin billiges Geld der Notenbanken profitiert hatte, dürften nun Konjunkturnachrichten aus Europa und den USA den weiteren Kurs bestimmen. "Die gelassene Haltung der Anleger wird getestet", schrieb Investmentanalyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Der Aktienmarkt zeigt sich Klumpp zufolge zwar bislang noch in sehr robuster Verfassung, sowohl der Schock nach dem Luftschlag gegen saudi-arabische Ölanlagen als auch die Ergebnisse der jüngsten US-Notenbanksitzung seien gelassen zur Kenntnis genommen worden. Am Dienstag jedoch könnte sich der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex als Spielverderber erweisen. "Die Anleger dürften hier keine allzu große Hoffnung auf positive Nachrichten haben", fuhr der LBBW-Experte fort. Eine negative Überraschung - also keine Stabilisierung, wie der Markt erwarte, sondern ein kräftiger Rückgang - könnte am Dax nicht spurlos vorübergehen, und auch die derzeitige Sektor-Rotation in Richtung konjunktursensibler Aktien dürfte wieder auf den Prüfstand kommen.

Zu Wochenbeginn stehen mit deutschen und europäischen Einkaufsmanagerindizes für September wichtige Indikatoren auf der Agenda. Eine Stimmungsverbesserung in der Industrie "wäre ein wichtiges Signal für Konjunktur und Aktienmarkt", sagte Chefstratege Robert Greil von Merck Finck Privatbankiers. Greil erwartet bei den Einkaufsmanagerindizes und beim Ifo-Geschäftsklima eine leichte Aufhellung. Laut der Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba könnten beide Indikatoren signalisieren, dass das Stimmungstief im Euroraum allmählich überwunden wird.

Auch im weiteren Wochenverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf frische Konjunkturnachrichten. Am Donnerstag etwa rückt das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts in den Fokus, bevor zum Wochenschluss der Auftragseingang für langlebige Güter und der Stimmungsindikator der Universität Michigan an der Reihe sind.

Generell bleiben die Experten zuversichtlich gestimmt. Die durch die neuerliche Lockerung der EZB-Geldpolitik und Hoffnungen auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China angeschobenen Kursanstiege hätten zwar die Bewertung vieler deutscher Unternehmen steigen lassen, schrieb Analyst Markus Wallner von der Commerzbank. Von einer übertriebenen Bewertung aber könne bei den meisten deutschen Aktien keine Rede sein.

Helaba-Analyst Markus Reinwand bezeichnete derweil die Deeskalationstaktik des US-Präsidenten als Stütze für den Aktienmarkt: "Die Anleger setzen darauf, dass es sich Donald Trump angesichts der im kommenden Jahr anstehenden Wahlen nicht leisten kann, dass die Kurse einbrechen und die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittert."

An Unternehmensmeldungen interessierte Anleger schauen am Donnerstag auf die Zahlen von Hella . Der Lichtspezialist dürfte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 im Automobilgeschäft beim Umsatzwachstum besser abgeschnitten haben als die weltweite Autoindustrie, schrieb der Fachmann Marc-Rene Tonn vom Analysehaus Warburg Research.

Zu Wochenbeginn treten einige Index-Änderungen in Kraft. So zählt Thyssenkrupp ab Montag nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern muss wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax verlassen und wird durch den Triebwerksbauer MTU ersetzt. Auch im MDax der mittelgroßen Werte und im Nebenwerte-Index SDax kommt es zu einem Stühlerücken./la/bek/fba

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

20.09.2019

Aktien Frankfurt: Dax tritt auf der Stelle - Klimadebatte beflügelt Erneuerbare

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Hexensabbat unterm Strich kaum vom Fleck gekommen. Der Leitindex notierte am Nachmittag mit plus 0,04 Prozent auf 12 463,03 Punkten. Auch auf Wochensicht zeichnet sich kaum Veränderung ab. Anders sah es beim MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte aus, der zuletzt um 0,90 Prozent auf 25 857,00 Punkte nachgab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,48 Prozent.

Am Mittag waren an der Derivatebörse Eurex Terminkontrakte auf die großen Aktienindizes ausgelaufen, wie die auf den Dax und den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50. Vor diesem auch großer Verfall genannten Termin versuchen Anleger, die Kurse in die für sie vorteilhafte Richtung zu bewegen. Das führt in der Regel im Verlauf zu erratischen, fundamental nicht zu erklärenden Bewegungen. In der Spitze war der Dax bis auf 12 490 Punkte herangelaufen.

Stützend wirkt laut Händlern ein Bericht über eine weitere Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit. Laut der Zeitung "Politico" will die US-Regierung für eine Reihe chinesischer Produkte von Strafzöllen absehen. Allerdings gehe es hier eher um die Lösung von Zulieferproblemen von US-Unternehmen und weniger darum, einen Schritt auf die Regierung in Peking zuzugehen.

Derweil wirkt hierzulande die aktuelle Klimadebatte auf Erneuerbare-Energien-Werte positiv. Das Paket der schwarz-roten Koalition für mehr Klimaschutz soll ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro haben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Koalitionskreisen erfuhr.

Im SDax rückten Nordex erneut um mehr als 7 Prozent vor, nachdem sie bereits am Vortag ähnlich stark gewonnen hatten. "Kanzlerin Merkel will einen starken Ausbau der Windkraft- und Solarenergie", sagte ein Händler. Unter dem Einfluss der Klimadebatte stiegen auch die Anteile von SMA Solar um fast 7 Prozent. Nordex und SMA waren damit die besten Werte im SDax. Im Dax verteuerten sich RWE - inzwischen ein Erneuerbarer-Energien-Konzern - als bester Wert um 2,3 Prozent.

Dax-Schlusslicht waren die Anteile des Chipproduzenten Infineon mit minus 2,3 Prozent. Sie rutschten unter die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie.

Nach dem Kapitalmarkttag von Rocket Internet am Vortag überwiegt am Aktienmarkt weiterhin die Enttäuschung der Investoren. Nachdem die Papiere der Beteiligungsfirma am Donnerstag bereits um 2 Prozent nachgegeben hatten, verloren sie nun weitere 3,5 Prozent und waren zweitschwächster Titel im MDax.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,49 Prozent am Vortag auf minus 0,51 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 145,70 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,08 Prozent zu auf 173,35 Zähler.

Der Euro kostete zuletzt 1,1027 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1067 Dollar festgesetzt./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

20.09.2019

Aktien New York Ausblick: Neuer Angriff auf Rekordhoch lässt auf sich warten

NEW YORK (dpa-AFX) - Zum Ende einer trendlosen Woche zeichnet sich an der Wall Street auch am Freitag kaum Bewegung ab. Rund eine Stunde vor dem Handelsauftakt taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,10 Prozent höher auf 27 123 Punkte. Dow, S&P 500 und Nasdaq 100 liegen in Sichtweite ihrer Rekordhochs vom Juli. Ein neuer Angriff gelang in dieser Woche jedoch bislang nicht.

Helfen könnte dem Markt dabei ein Bericht der Zeitung "Politico", wonach die US-Regierung für eine Reihe chinesischer Produkte von Strafzöllen absehen will. Allerdings gehe es hier eher um die Lösung von Zulieferproblemen von US-Unternehmen als einen Schritt auf Peking zu, hieß es. Ein Händler sprach dennoch von einem wichtigen Signal der Kompromissbereitschaft im Handelsstreit, bevor im kommenden Monat neue Schlichtungsverhandlungen auf höherer Ebene beginnen sollen.

Am Nachmittag äußern sich in den USA einige hochrangige Notenbanker. Angesichts der Uneinigkeit über den geldpolitischen Kurs der US-Zentralbank dürften die Redebeiträge auf Interesse stoßen.

Einen Blick wert sind vielleicht die Papiere von Walgreens und Fedex . Die US-Drogeriekette startet gemeinsam mit dem Paketdienstleister und der Alphabet-Tochter Wing Aviation ein Pilotprojekt für Lieferungen per Drohne. Der Testlauf soll im kommenden Monat im US-Bundesstaat Virginia beginnen. Wing habe in diesem Jahr als erster Drohnenbetreiber eine Zulassung als Luftfrachter von der US-Flugaufsicht FAA erhalten. Walgreens verspricht Kunden, dass Lieferungen dank der neuen Technologie innerhalb von Minuten nach Bestellung zugestellt werden. Im Juni hatte bereits der weltgrößte Online-Händler Amazon angekündigt, bald die ersten Pakete mit seiner "Prime Air"-Drohne zuzustellen./ag/fba

21.09.2019

ROUNDUP: Viel Kritik am Klimapaket - Städtetag: Verkehrswende beschleunigen

BERLIN (dpa-AFX) - Die Beschlüsse der großen Koalition für den Klimaschutz stoßen auf scharfe Kritik und Skepsis: Führende Umwelt- und Wirtschaftsforscher halten das Paket für zu kleinteilig und in der Wirkungskraft zu begrenzt. Nach Ansicht des Deutschen Städtetages wird sich der Erfolg maßgeblich in der Verkehrspolitik entscheiden. "Damit wir die Klimaziele für 2030 erreichen können, muss aus Sicht der Städte vor allem die Verkehrswende hin zu nachhaltiger Mobilität viel stärker auf Touren kommen", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig, der Deutschen Presse-Agentur.

Die beabsichtigte Anhebung der Mittel für die kommunale Verkehrsinfrastruktur durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz auf zwei Milliarden Euro jährlich sei gut, sagte er. Das dürfe aber nicht erst ab 2025, sondern müsse noch in dieser Legislaturperiode kommen. "Wir müssen es schaffen, dass der CO2-Ausstoß im Verkehr signifikant sinkt. Denn bisher sind im Verkehrsbereich noch keine entscheidenden Beiträge zum Klimaschutz erreicht worden."

Auch unter dem Druck erneuter Klima-Proteste hatten sich die Spitzen der großen Koalition am Freitag auf ein milliardenschweres Paket geeinigt. Damit soll Deutschland seine verbindlichen Klimaziele für 2030 verlässlich erreichen. Als zentrales Element bekommt klimaschädliches Kohlendioxid einen Preis. Förderungen klimaschonender Neuanschaffungen sollen anfangs besonders attraktiv sein und später abschmelzen.

In den nächsten Jahren sei "die große Gelegenheit" zum Umstieg in klimafreundliche Optionen beim Autokauf oder Heizungstausch, heißt es in einem 22-seitigen Eckpunktepapier. Die Koalition will zudem Bahnfahren billiger und Flüge teurer machen. Der Ausbau der Ökostrom-Erzeugung soll beschleunigt werden.

Der Wissenschaftler Volker Quaschning kritisierte das Vorgehen scharf. Die Regierung tue so, "als ob wir 200 Jahre Zeit hätten. Dann wären die Maßnahmen gut, aber nicht bei 15 Jahren", sagte Quaschning am Samstag der RTL /n-tv-Redaktion. In dem vorgelegten Eckpunktepapier erkennt Quaschning "keine Logik und keinen Sachverstand". Der Forscher ist Mitinitiator der Gruppe Scientists for Future, die an der Seite der Klimaschutzbewegung Fridays for Future steht.

"Das ist halt alles, was eine Drei-Parteien-Koalition hinbekommt", sagte der Wissenschaftliche Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig, Professor Georg Teutsch, der "Welt". "Viele Einzelmaßnahmen, von denen heute kein Mensch sagen kann, wie sie in der Summe wirken werden." Die zentrale Maßnahme - die Festlegung eines Preises für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) - sei viel zu zaghaft, um schnell Wirkung zu erzeugen.

Starten soll die Bepreisung von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas 2021 mit einem Festpreis für Verschmutzungsrechte von 10 Euro pro Tonne CO2. Bis 2025 soll der Preis schrittweise auf 35 Euro steigen - was zum Beispiel Diesel beim Tanken um gut 9 Cent verteuern würde.

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält das für unzureichend. "Von dem Einstiegspreis von zehn Euro sind keine Verhaltensänderungen zu erwarten, hier stand offenbar der Verzicht auf harte Belastungen im Vordergrund", sagte IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt dem "Handelsblatt". Umweltforscher Teutsch zeigte sich trotzdem "etwas optimistisch", weil die Maßnahmen von einem Monitoring begleitet werden sollen.

Für die Deutsche Energie-Agentur (dena) ist das Vereinbarte "sehr wahrscheinlich noch nicht genug, um die Klimaziele 2030 zu erreichen", wie Geschäftsführer Andreas Kuhlmann erklärte. Bundestag und Bundesrat müssten das Konzept nun weiterentwickeln. Er lobte aber den Prüfmechanismus.

Kanzleramtschef Helge Braun verteidigte das Klimaschutzpaket. "Wir wollen, dass alle Menschen ihr Verhalten ändern, dass sie sich klimafreundlicher verhalten. Aber wir wollen, dass sie es freiwillig tun und wir wollen auch, dass sie den Umstieg gut schaffen", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. "Alle sollen schrittweise umsteigen. Wir werden aber niemanden zwingen, heute seine Mobilität von jetzt auf gleich einzuschränken."

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) drohte Ministerien mit Sanktionen, sollten sie die im Klimaschutzpaket vereinbarten Ziele nicht erreichen. "Es gibt einen klaren Mechanismus: Wer nicht liefert, muss mit der Sanktion rechnen, dass er liefern muss", sagte Schulze am Rande des Parteitags der NRW-SPD in Bochum.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) forderte verpflichtende Maßnahmen für den Klimaschutz. Das Klima kippe viel schneller, als man erwartet habe, sagte er am Samstag beim Grünen-Landesparteitag in Sindelfingen. Alleine mit Subventionen und Anreizen werde man beim Klimaschutz nicht weiterkommen. "Die unsichtbare Hand des Marktes wird das Klima nicht für uns retten", sagte Kretschmann. "Es geht nicht ohne Verbote und Gebote."

Nach den Klimaschutz-Beschlüssen der großen Koalition sieht der Bundesverband Windenergie die gesamte Branche in Gefahr. Die Regierung habe es "vermurkst", sagte Verbandspräsident Hermann Albers der Deutschen Presse-Agentur. Dass auf Wunsch von Teilen der Union pauschale Regelungen für den Abstand von Windkraftanlagen und Wohnhäusern Teil des Kompromisses seien, sei "unverständlich und grob fahrlässig". "Damit wird die Regional- und Landesplanung ins Chaos gestürzt, was die gesamte Branche gefährdet", sagte Albers./cn/DP/zb

21.09.2019

ROUNDUP: 'Gelbwesten'-Protest in Paris - Viele Festnahmen

PARIS (dpa-AFX) - In Paris haben sich Hunderte Anhänger der Protestbewegung "Gelbwesten" versammelt. Wie die Polizei am Samstag berichtete, wurden bei Kontrollen mindestens 90 Menschen vorläufig festgenommen. Die Sicherheitskräfte setzten in der Nähe der Prachtstraße Champs-Élysées auch Tränengas ein, wie der TV-Nachrichtensender BFMTV berichtete. Auf dem kilometerlangen Boulevard gilt ein Demonstrationsverbot.

In der Hauptstadt herrschte Nervosität, denn es waren auch separate Proteste für den Klimaschutz und gegen die Rentenreform der Mitte-Regierung angekündigt. Die Polizei setzt nach früheren Angaben über 7000 Beamte ein.

Anhänger der "Gelbwesten" protestieren seit vergangenem November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron und soziale Ungerechtigkeit. Die Bewegung ist zersplittert und nicht zentral organisiert, die Themenpalette mittlerweile sehr breit. Häufig tragen die Demonstranten auch gar nicht mehr einheitlich die gelben Warnwesten, nach denen die Bewegung benannt ist./cb/DP/zb

21.09.2019

Kretschmann: Klimaschutz geht nicht ohne Verbote und Gebote

SINDELFINGEN (dpa-AFX) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat verpflichtende Maßnahmen für den Klimaschutz gefordert und das Paket der Bundesregierung als unzureichend kritisiert. Er bezog sich beim Grünen-Landesparteitag am Samstag in Sindelfingen insbesondere auf die vorgesehene Bepreisung von klimaschädlichem CO2. Die Bundesregierung plant, mit 10 Euro pro Tonne CO2 einzusteigen. Das seien 3 Cent mehr für jeden Liter Benzin. "Da schwankt der Preis an der Tankstelle ja schon im Laufe eines Tages mehr." Das Klima kippe viel schneller, als man erwartet habe.

Alleine mit Subventionen und Anreizen werde man beim Klimaschutz nicht weiterkommen. "Die unsichtbare Hand des Marktes wird das Klima nicht für uns retten", sagte Kretschmann. "Es geht nicht ohne Verbote und Gebote." Eine der wirksamsten Maßnahmen ökologischer Art sei das Verbot des Ozonkillers FCKW gewesen. Kretschmann sprach sich für eine Photovoltaikanlagen-Pflicht für Neubauten und für die Möglichkeit aus, dass die Kommunen über eine Nahverkehrsabgabe entscheiden könnten.

Kretschmann ist seit 2011 Ministerpräsident. Baden-Württemberg wird seine Klimaschutzziele für 2020 verfehlen. Eigentlich sollten die Treibhausgasemissionen bis dahin im Vergleich zu 1990 um 25 Prozent sinken. Bis heute wurde nur eine Minderung von 12 Prozent erreicht./bg/DP/zb

21.09.2019

ROUNDUP 2/Trump dämpft Hoffnungen: Keine Eile bei Handelsabkommen mit China

(Neu: Mehr Zitate und Ex-US-Botschafter, 8. Absatz)

WASHINGTON/PEKING (dpa-AFX) - Inmitten des Handelskriegs mit China hat US-Präsident Donald Trump die Bedeutung einer raschen Einigung heruntergespielt. Er brauche nicht zwangsläufig vor der Präsidentenwahl im November 2020 ein Handelsabkommen, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Wichtiger als ein kleiner Erfolg sei ihm, dass es zu einem umfassenden Abkommen komme. "Wir wollen ein vollständiges Abkommen", sagte er. Die Börse in New York gab nach Trumps Äußerungen nach, denn der Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften trübt die globalen Wachstumsaussichten.

Beide Seiten beendeten am Freitag in der US-Hauptstadt zweitägige vorbereitende Gespräche für die Wiederaufnahme der Verhandlungen Anfang Oktober. Die chinesische Seite sah "konstruktive Diskussionen". Bei den "ernsthaften" Gesprächen auf Vizeministerebene seien die Pläne für die geplanten Verhandlungen diskutiert worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag. Die Wortwahl ging allerdings über frühere Standardfloskeln nach solchen Gesprächen nicht hinaus. Auch wurde weiterhin kein genauer Termin genannt, wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden.

Für Irritationen sorgte die kurzfristige Absage eines Besuchs chinesischer Delegationsteilnehmer in den beiden landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten Montana und Nebraska, der im Anschluss an die Arbeitsgespräche in Washington geplant war. Nach Medienberichten wollte der chinesische Vizelandwirtschaftsminister Han Jun von Montag an die beiden Agrarregionen besuchen, kehrte aber vorzeitig nach Peking zurück. Er war Teil der chinesischen Delegation bei den Gesprächen, in denen es auch um eine Ausweitung der Exporte von landwirtschaftlichen Produkten aus den USA nach China geht.

Die Absage und Trumps Äußerungen trüben die Aussichten auf eine baldige Einigung in den Verhandlungen. Als Trump den Handelskrieg vor mehr als einem Jahr begonnen hatte, war er noch davon ausgegangen, ein solcher Konflikt sei "leicht zu gewinnen". Die US-Regierung hat seither Strafzölle auf fast alle Importe aus China - Waren im Wert von rund 500 Milliarden US-Dollar - angekündigt oder bereits verhängt. Damit will Trump Peking Zugeständnisse zur Verbesserung der Handelsbeziehungen abringen. Er fordert auch Strukturreformen und einen Kontrollmechanismus zur Einhaltung des Abkommens.

Ein früherer ranghoher chinesischer Wirtschaftsplaner enthüllte Details der US-Forderungen, die die Verhandlungen im Mai platzen ließen. Li Deshui, zuletzt Chef des Statistikamtes, sprach in einem Aufsatz, aus dem die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" zitierte, von nicht akzeptablen Bedingungen. Die USA hätten gefordert, dass China seine Gesetze ergänze. Auch hätten sie einen Mechanismus gefordert, mit dem sie jederzeit Sanktionen hätten verhängen können, ohne dass Peking hätte Vergeltung üben können.

Die USA hätten ferner versucht, Chinas High-Tech-Industrie und Staatsunternehmen zu beschränken, schilderte Li Deshui, früher ein prominenter Wirtschaftsplaner in Peking. China hätte seine Märkte und den Finanzsektor "bedingungslos" öffnen sollen. "Das ist ein völlig ungerechter Vertrag, der versucht, China zu kolonisieren", benutzte Li Deshui eine Sprache, die an die Zeit des Imperialismus westlicher Mächte im 19. Jahrhundert erinnert.

Wenn das akzeptiert werde, dann gebe China sein Recht auf Entwicklung und seinen Wirtschaftspfad auf, schrieb Li Deshui. Es mache China "zu einem Vasallen der USA". Die USA versuchten, China zu schikanieren und mit einem Verhandlungspapier etwas zu erreichen, "was sie im wirtschaftlichen Wettbewerb nicht schaffen", zitierte ihn die Zeitung. Der frühere US-Botschafter in Peking, Max Baucas, drängte beide Seiten, aufeinander zuzugehen. "Wir brauchen uns dringend auf so viele Weise", sagte Baucus in einem Xinhua-Interview. Er sah aber "Misstrauen auf beiden Seiten"./lw/DP/zb

21.09.2019

ROUNDUP: Aktivistin Thunberg nach Protesten auf UN-Jugendklimagipfel erwartet

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach ihrer Rede vor Zehntausenden Menschen bei den Klimaprotesten in New York wird Aktivistin Greta Thunberg am Samstag beim Jugendklimagipfel der Vereinten Nationen erwartet. Nach UN-Angaben werden bei dem Treffen, der dem Klimagipfel mit Staats- und Regierungschefs am Montag vorgeschaltet ist, etwa 700 Teilnehmer erwartet - die 16-jährige Thunberg wird voraussichtlich auch sprechen. Bei der Veranstaltung sollen die Jungdelegierten Vorschläge für den Kampf gegen den Klimawandel erarbeiten. Die entwickelten Maßnahmen sollen den Staats- und Regierungschefs danach unterbreitet werden.

Thunberg hatte am Freitag vor Zehntausenden Menschen in New York die weltweiten Klima-Demonstrationen als "Welle der Veränderung" gefeiert. "Wir sind nicht nur ein paar junge Leute, die die Schule schwänzen, oder ein paar Erwachsene, die nicht zur Arbeit gegangen sind - wir sind eine Welle der Veränderung. Zusammen sind wir nicht aufzuhalten", sagte die 16-Jährige am Freitagnachmittag (Ortszeit) unter Jubel und Applaus der Zuhörer im Battery Park an der Südspitze Manhattans.

"Wenn Sie zu der kleinen Gruppe von Menschen gehören, die sich von uns bedroht fühlen, dann habe ich sehr schlechte Nachrichten für Sie, denn das hier ist nur der Anfang. Es wird Veränderungen geben, ob Sie es mögen oder nicht." Den Organisatoren zufolge waren rund 250 000 Menschen zu der Demonstration in New York gekommen, das Bürgermeisteramt der Stadt sprach von rund 60 000.

Rund um den Globus waren Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Bei den Demonstrationen in Deutschland war der Zulauf groß: In Berlin gingen nach Angaben der Aktivisten etwa 270 0000 Menschen auf die Straße, die Polizei ging von 100 000 aus. In Köln waren es laut Veranstalter 70 000, in Hamburg laut Polizei ebenfalls 70 000. Aufgerufen hatte die Jugendbewegung Fridays for Future.

Thunberg sprach bei der Demonstration in New York von einem "historischen Tag". "Das ist der größte Klimastreik der Geschichte und wir sollten alle so stolz auf uns sein, denn wir haben das zusammen geschafft."/scb/cah/DP/zb

21.09.2019

Presse: Osten holt bei Wirtschaftskraft auf

BERLIN (dpa-AFX) - Die ostdeutschen Bundesländer haben nach Medienberichten in den vergangenen Jahren wirtschaftlich deutlich aufgeholt. "Die Wirtschaftskraft Ostdeutschlands ist von 43 Prozent im Jahr 1990 auf 75 Prozent des westdeutschen Niveaus im Jahr 2018 gestiegen und entspricht damit nahezu dem Durchschnitt der Europäischen Union", heißt es im neuen Jahresbericht der Bundesregierung zur Deutschen Einheit, aus dem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und das "Handelsblatt" (Samstag) zitieren.

Im Jahresbericht von vor einem Jahr hatte es mit Blick auf 2017 noch geheißen, die Wirtschaftskraft verharre mit 73,2 Prozent in etwa auf dem Vorjahresniveau. Über den neuen Bericht will das Bundeskabinett kommenden Mittwoch beraten.

Löhne, Gehälter und verfügbare private Einkommen erreichen den Berichten zufolge inzwischen etwa 85 Prozent des westdeutschen Niveaus. Der Abstand sei noch geringer, wenn man die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in Ost und West berücksichtige, hieß es.

Die Regierung zieht laut RND-Bericht eine positive Bilanz der Entwicklung nach 1989: "Das Zusammenwachsen Deutschlands und die Angleichung der Lebensverhältnisse sind seither weit vorangekommen." Belastet sei der Osten durch die zurückliegende Abwanderung vor allem junger Menschen sowie den Geburtenrückgang der 1990er Jahre.

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte den Bericht als "einzige Lobhudelei". "Natürlich ist viel geleistet worden, von Ost- und Westdeutschen", sagte Bartsch dem RND. "Aber dass nach 30 Jahren Ostdeutsche weiterhin länger arbeiten müssen und dafür weniger Geld bekommen, ist eine von vielen nicht akzeptablen Fakten. Es bleibt viel zu tun."/and/DP/zb

21.09.2019

SPD warnt vor Verzögerung bei neuer EU-Kommission

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Im Europaparlament gibt es Vorbehalte gegen neun der 26 Kandidaten für die neue EU-Kommission unter Ursula von der Leyen. Diese Information des "Spiegel" bestätigte der Chef der SPD-Europaabgeordneten, Jens Geier, der Deutschen Presse-Agentur. Er warnte vor "Verzögerungen und massiven Beeinträchtigungen" vor der Bestätigung der neuen Kommission und kritisierte den Auswahlprozess.

"Zu viele Kandidatinnen und Kandidaten sehen sich Kritik aufgrund von Ermittlungen hinsichtlich finanziellen Fehlverhaltens, Vorgehen oder möglicher Interessenkonflikten ausgesetzt", sagte Geier. "Der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments will zu neun der Kandidierenden weitere Informationen einholen und stellt Fragen."

Von der Leyen müsse sich die Frage gefallen lassen, ob ihr Stab die von den EU-Staaten Nominierten genau genug geprüft habe. "Hat die EU-Kommission nicht untersucht, ob die Kandidierenden vollständige Angaben zu Ihrem Erklärungen im Rahmen des Verhaltenskodex gemacht haben?"

Die Anwärter für Posten in der neuen Kommission müssen sich Anhörungen im Parlament stellen. Zunächst aber prüft der Rechtsausschuss mögliche finanzielle Interessen. Bei einigen Kandidaten seien Ungereimtheiten und Lücken aufgefallen, hatte der grüne Vize-Ausschussvorsitzende Sergey Lagodinsky am Donnerstag erklärt. Es gehe unter anderem um Diskrepanzen zu früheren Erklärungen oder Interessen der Ehepartner. Deshalb habe der Ausschuss sie noch nicht für eine Anhörung akzeptiert, sondern mehr Informationen angefordert.

Die Kommission soll planmäßig am 1. November starten. Vorher muss aber das Parlament das gesamte Personalpaket billigen./vsr/DP/zb

21.09.2019

GESAMT-ROUNDUP/Krise mit dem Iran: USA verlegen weitere Truppen in die Region

WASHINGTON (dpa-AFX) - Im Konflikt mit dem Iran verlegen die USA nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen weitere Truppen in den Nahen Osten. "Der Präsident hat den Einsatz von US-Truppen genehmigt, die defensiver Natur sein werden", sagte Verteidigungsminister Mark Esper am Freitagabend (Ortszeit) im Pentagon. "Alles deutet darauf hin, dass der Iran für den Angriff verantwortlich war." Die Untersuchungen von amerikanischen, saudischen und internationalen Experten hätten ergeben, dass die eingesetzten Waffen aus iranischer Produktion stammten und nicht vom Jemen aus eingesetzt worden seien.

Esper sagte, die militärische Verstärkung in der Region solle auf die Verteidigung gegen Luft- und Raketenangriffe ausgerichtet sein. Sowohl Saudi-Arabien als auch die Vereinigten Arabischen Emirate hätten um Unterstützung gebeten. US-Armeechef Joseph Dunford machte am Freitag im Pentagon keine Angaben zur Truppenstärke, sagte auf Nachfrage aber, es werde sich nicht um "Tausende" Soldaten handeln. Dunford kündigte für kommende Woche weitere Details zur Verlegung an.

Der Iran dementiert jede Verantwortung für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien am vergangenen Samstag. Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen hatten sich zu der der Tat bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo hatte sie daraufhin der Lüge bezichtigt. In einer am Freitag ausgestrahlten Fernsehansprache kündigte der Präsident des Obersten Politischen Rates der Huthis an, Drohnen- und Raketenangriffe auf Saudi-Arabien einzustellen, wenn auch das Nachbarland seine Angriffe beende. Mahdi Al-Maschat sagte: "Wir hoffen, dass Riad positiv auf die Initiative reagiert."

Im vergangenen Juni hatte das Pentagon im Konflikt mit dem Iran angekündigt, weitere 1000 Soldaten in den Nahen Osten zu schicken, um US-Truppen und nationale Interessen der USA in der Region zu schützen. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt.

Esper sagte, Präsident Donald Trump habe deutlich gemacht, dass die USA keinen Krieg mit dem Iran wollten. Gleichzeitig sagte er: "Uns stehen andere militärische Optionen zur Verfügung, sollten sie nötig sein." Der Minister forderte den Iran auf, seine "zerstörerischen und destabilisierenden Aktivitäten" zu unterbinden und einen "friedlichen und diplomatischen Weg" einzuschlagen. "Tatsache ist, dass die Saudis sowohl mit Drohnen als auch mit Marschflugkörpern angegriffen wurden" und dass sie weiterhin gefährdet seien.

Trump hatte am Freitag neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt und gleichzeitig seinen Kurs der militärischen Zurückhaltung verteidigt. Er könne jederzeit "innerhalb von einer Minute" einen Militärschlag beispielsweise gegen 15 wichtige Ziele im Iran anordnen, sagte Trump im Weißen Haus. Er wolle das aber möglichst vermeiden. An die Adresse von Kritikern, die ihm Schwäche vorwerfen, sagte Trump: "Meiner Meinung nach zeigt das Stärke."

Die US-Regierung verhängte knapp eine Woche nach den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien neue Sanktionen gegen Irans Zentralbank und Staatsfonds wegen angeblicher Finanzierung terroristischer Aktivitäten. "Wir haben jetzt alle Einkommensquellen des Irans abgeschnitten", sagte Finanzminister Steven Mnuchin. Die USA warnten alle Regierungen, nicht mehr mit Irans Zentralbank zu kooperieren.

Die beiden Institutionen hätten den Iranischen Revolutionsgarden und schiitischen Milizen - die Washington als Terrororganisationen einstuft - Milliarden Dollar und Euros zukommen lassen, hieß es. Die US-Regierung hatte die Zentralbank bereits zuvor zum Ziel von Sanktionen gemacht. Nun dürfte Irans bereits stark eingeschränkter Zugang zum internationalen Finanzsystem noch weiter erschwert sein.

Aus dem Iran kamen unterdessen neue Drohungen. Ein ranghoher schiitischer Geistlicher drohte für den Fall eines US-Angriffs mit der Vernichtung Israels. Sollte es zu einem Angriff kommen, wäre "von Israel binnen zwölf Stunden nur noch Staub übrig", sagte Ajatollah Sejed-Ahmad Alamolhoda beim Freitagsgebet in der Pilgerstadt Mesched. Der Geistliche gilt als einer der Chefideologen der Hardliner im Iran. Alamolhoda sagte, der Iran sei in seinem Widerstand gegen die USA nicht mehr geografisch beschränkt. Er verwies auf Verbündete in Syrien, im Libanon und Palästina.

Experten zufolge könnte vor allem die im Libanon aktive schiitische Miliz Hisbollah Israel angreifen. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte im Fall eines Militärschlages der USA und Saudi-Arabiens bereits am Donnerstag in einem Interview mit einem "umfassenden Krieg" gedroht, der viele Opfer zur Folge haben würde.

Am Rande der UN-Generaldebatte in New York zeichnet sich unterdessen ein Treffen zwischen dem Iran und den Ländern des Atomabkommens von 2015 ab - allerdings ohne die USA. Mehrere Diplomaten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur die Vorbereitungen für den voraussichtlich am Mittwoch geplanten Termin der Außenminister von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China mit dem Iran. Auch Irans Außenminister Sarif kündigte ein solches Treffen vor iranischen Journalisten an. Zugleich bezeichnete er neue US-Sanktionen gegen den Iran als "einen Akt der Verzweiflung".

Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA vor gut einem Jahr haben die Spannungen zwischen Washington und Teheran immer weiter zugenommen. Die USA wollen den Iran mit harten Sanktionen und einer Politik des "maximalen Drucks" dazu bewegen, einem neuen Abkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen und die Unterstützung von Terrorgruppen in der Region einzustellen. Die US-Sanktionen haben die wichtige Öl- und Gasförderung des Irans hart getroffen und eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Der Iran will sein Atomprogramm nun allerdings wieder hochfahren.

Die US-Sanktionen haben zur Folge, dass das Vermögen sanktionierter Personen und Institutionen in den USA eingefroren wird und US-Firmen und Banken keine Geschäfte mehr mit ihnen machen dürfen. Auch ausländische Banken und Personen, die weiterhin mit ihnen Geschäfte machten, könnten nach US-Angaben mit Sanktionen belegt werden./cy/lkl/DP/zb

21.09.2019

ROUNDUP/Trump dämpft Hoffnungen: Keine Eile bei Handelsabkommen mit China

WASHINGTON/PEKING (dpa-AFX) - Inmitten des Handelskriegs mit China hat US-Präsident Donald Trump die Bedeutung einer raschen Einigung heruntergespielt. Er brauche nicht zwangsläufig vor der Präsidentenwahl im November 2020 ein Handelsabkommen, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Wichtiger als ein kleiner Erfolg sei es ihm, dass es zu einem umfassenden Abkommen komme. "Wir wollen ein vollständiges Abkommen", sagte er. Die Börse in New York gab nach Trumps Äußerungen nach, denn der Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften trübt die globalen Wachstumsaussichten.

Beide Seiten beendeten am Freitag in der US-Hauptstadt zweitägige vorbereitende Gespräche für die Wiederaufnahme der Verhandlungen Anfang Oktober. Die chinesische Seite sah "konstruktive Diskussionen". Bei den "ernsthaften" Gesprächen auf Vizeministerebene seien die Pläne für die geplanten Verhandlungen diskutiert worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag. Die Wortwahl ging allerdings über frühere Standardfloskeln nach solchen Gesprächen nicht hinaus. Auch wurde weiterhin kein genauer Termin genannt, wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden.

Für Irritationen sorgte die kurzfristige Absage eines Besuchs chinesischer Delegationsteilnehmer in den beiden landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten Montana und Nebraska, der im Anschluss an die Arbeitsgespräche in Washington geplant war. Nach Medienberichten wollte der chinesische Vizelandwirtschaftsminister Han Jun von Montag an die beiden Agrarregionen besuchen, kehrte aber vorzeitig nach Peking zurück. Er war Teil der chinesischen Delegation bei den Gesprächen, in denen es auch um eine Ausweitung der Exporte von landwirtschaftlichen Produkten aus den USA nach China geht.

Die Absage und Trumps Äußerungen trüben die Aussichten auf eine baldige Einigung in den Verhandlungen. Als Trump den Handelskrieg vor mehr als einem Jahr begonnen hatte, war er noch davon ausgegangen, ein solcher Konflikt sei "leicht zu gewinnen". Die US-Regierung hat seither Strafzölle auf fast alle Importe aus China - Waren im Wert von rund 500 Milliarden US-Dollar - angekündigt oder bereits verhängt. Damit will Trump Peking Zugeständnisse zur Verbesserung der Handelsbeziehungen abringen. Er fordert auch Strukturreformen und einem Kontrollmechanismus zur Einhaltung des Abkommens.

Ein früherer ranghoher chinesischer Wirtschaftsplaner enthüllte Details der US-Forderungen, die die Verhandlungen im Mai platzen ließen. Li Deshui, zuletzt Chef des Statistikamtes, sprach in einem Aufsatz, aus dem die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" zitierte, von nicht akzeptablen Bedingungen. Die USA hätten gefordert, dass China seine Gesetze ergänze. Auch hätten sie einen Mechanismus gefordert, mit dem sie jederzeit Sanktionen hätten verhängen können, ohne dass Peking hätte Vergeltung üben können.

Die USA hätten ferner versucht, Chinas High-Tech-Industrie und Staatsunternehmen zu beschränken, schilderte Li Deshui, früher ein prominenter Wirtschaftsplaner in Peking. China hätte seine Märkte und den Finanzsektor "bedingungslos" öffnen sollen. "Das ist ein völlig ungerechter Vertrag, der versucht, China zu kolonisieren", benutzte Li Deshui eine Sprache, die an die Zeit des Imperialismus westlicher Mächte im 19. Jahrhundert erinnert./lw/DP/zb

21.09.2019

ROUNDUP: Internationale Presse zum deutschen Klimapaket und den Klimaprotesten

BERLIN (dpa-AFX) - Für einen entschiedeneren Kampf gegen die Erderwärmung sind weltweit Hunderttausende auf die Straße gegangen. Gleichzeitig vereinbarte die Bundesregierung Maßnahmen, die den Klimaschutz in Deutschland vorantreiben sollen. Reaktionen der internationalen Presse darauf:

"Neue Zürcher Zeitung" (Schweiz): "Die deutsche Regierung will laut den am Freitag vorgelegten Eckpunkten für das Klimaschutzprogramm 2030 künftig auch die Sektoren Verkehr und Gebäude/Wärme schrittweise in einen nationalen Emissionshandel einbeziehen. Das wäre eigentlich eine gute Nachricht. (...) Doch die schwarz-rote Koalition geht das Vorhaben derart mutlos an, dass die Gefahr groß ist, dass die Gesamtkosten des Klimapakets unnötig hoch ausfallen und der angestrebte Abbau von Emissionen dennoch verfehlt wird."

"Independent" (Großbritannien): "Dies ist die perfekte Erinnerung für alle Teilnehmer des UN-Klimagipfels in New York an das, was auf dem Spiel steht. Die Angelegenheit könnte kaum wichtiger sein. Wie auf den Plakaten der Demonstranten steht: Es gibt keinen Planeten B. Und zur Generation der heutigen Spitzenpolitiker, die die künftige Existenz der Menschheit in ihren Händen hält, sagen die Jugendlichen: Ihr mögt an Altersschwäche sterben, aber eure Kinder und Enkelkinder werden an den Folgen des Klimawandels sterben. Wir wurden gewarnt."

"La Repubblica" (Italien): "Greta hat die Welt aufgerüttelt und sie auf die Straße gebracht. Sie hat einen einsamen und persönlichen Kampf in einen Krieg verwandelt, der von Millionen jungen Menschen von New York bis Sydney, über Delhi und Manila geführt wird. Ihr Schulstreik ist von einer symbolischen Geste zu einem kollektiven Ritual geworden. Aber vor allem ist ihre Besessenheit, die Menschheit vor der Klimakrise zu retten, heute eine Sorge der Massen, die endlich die Entscheidungen der Politik beeinflussen kann. Das zeigt die Entscheidung der deutschen Bundesregierung."

"El Mundo" (Spanien): "Diese Initiative wird Steuern auf fossile Brennstoffe beinhalten - was sich auf die Verbraucher auswirken wird

-, aber sie leistet auch Beihilfen für die Umstellung von Autos oder

Heizungen. In Zeiten der Rezession, die die deutsche Wirtschaft erlebt, muss die Regierung aber vermeiden, dass diese notwendige technologische Erneuerung eine inakzeptable Erhöhung der Ausgaben zur Folge hat."

"La Vanguardia" (Spanien): "Der gestern von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgelegte Plan wurde von Umweltschützern bereits als unzureichend kritisiert, obwohl es sich zweifelsohne um eine neuartige Initiative zum Schutz des Klimas handelt, deren Zielsetzung von anderen Ländern, einschließlich Spaniens, nachgeahmt werden sollte. Das Problem des Plans ist, dass seine Dimension und sein Volumen unter Berücksichtigung der Größe der deutschen Wirtschaft als enttäuschend einzustufen sind."/seb/DP/zb

20.09.2019

ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt RWE auf 'Buy' und Ziel auf 32 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Commerzbank hat RWE von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 25,50 auf 32,00 Euro angehoben. Die CO2-Emissionen des Energieversorgers dürften mit der schrittweisen Abschaltung seiner emissionsintensiven Braunkohlekraftwerke bis 2038 sinken, schrieb Analystin Tanja Markloff in einer am Freitag vorliegenden Studie. Gleichzeitig sollten die vergleichsweise sauberen Gaskraftwerke von einem sich verbessernden Preisumfeld profitieren./gl/jha/

Veröffentlichung der Original-Studie: 20.09.2019

20.09.2019

AKTIEN IM FOKUS 2: Klimapaket beflügelt Erneuerbare-Energien-Werte

(Neu: Einigung auf das Klimapaket, Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Klimapaket der Bundesregierung wirkt auf Erneuerbare-Energien-Werte positiv. Am Freitag legten am deutschen Aktienmarkt die Papiere von Nordex , SMA Solar und RWE merklich zu.

Die Spitzen der großen Koalition einigten sich auf ein Maßnahmenpaket, mit dem die Bundesrepublik ihre verbindlichen Klimaschutz-Ziele für 2030 schaffen soll. Als zentrales Element soll klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) einen Preis bekommen und Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas verteuern - es ist aber ein Einstieg auf einem moderaten Niveau geplant. Im Gegenzug soll eine Reihe von Entlastungen und Anreizen kommen.

Zudem soll der Ausbau des Ökostroms beschleunigt werden. Derzeit stockt vor allem der Ausbau der Windkraft an Land, weil es lange Genehmigungsverfahren und viele Klagen gibt. Um die Akzeptanz für neue Windräder zu erhöhen, sollen Kommunen künftig eine finanzielle Beteiligung am Betrieb von Anlagen erhalten. Beim Ausbau von Photovoltaik soll eine bisherige Förder-Begrenzung aufgehoben werden.

Von den Entscheidungen könnten hierzulande vor allem Nordex und SMA erheblich profitieren, schrieb Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler. Ein Ausbau der Windkraftaktivitäten könne den in Deutschland erzielten Umsatzanteil von Nordex von derzeit unter 5 auf rund 20 Prozent steigen lassen, so Hoymann. Der Experte empfiehlt die Aktien zum Kauf mit einem Kursziel von 15,50 Euro.

Die Anteile des Hamburger Windkraftanlagenbauers hatten bereits am Vortag im späten Handel angezogen und um mehr als 7 Prozent zugelegt. Börsianer hatten hierzu auf einen Vorschlag für einen Entwurf für das Klimakabinett verwiesen. Am Freitag setzten die Aktien ihren Aufwärtstrend fort mit einem Plus von 7 Prozent auf 11 Euro, das höchste Niveau seit Mitte August. Damit hatten sie zugleich im Nebenwerteindex SDax die Nase vorn.

Unter dem Einfluss der Maßnahmen stiegen die Anteile von SMA Solar um gut 5 Prozent. Zwischenzeitlich waren sie auf den höchsten Stand seit Ende September 2018 gestiegen. Das Unternehmen stellt Wechselrichter her, die Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln.

Im deutschen Leitindex Dax waren RWE mit einem Gewinn von rund 3 Prozent auf 28,19 Euro auf dem zweiten Platz. So viel hatten die Papiere zuletzt Ende 2014 gekostet. Mit dem Tausch von Geschäftsaktivitäten mit Eon wandeln sich die Essener vom Braunkohleverstromer zum Ökostrom-Anbieter. Im Dax sind RWE in diesem Jahr der bislang zweitstärkste Wert mit einem Zuwachs von knapp 49 Prozent.

Die Analysten von Bernstein Research verwiesen zudem in einer aktuellen Studie auf eine jüngste Erneuerbare-Energien-Auktion in Großbritannien, aus der RWE zusammen mit den Konzernen SSE und Equinor als Sieger hervorgegangen sei. Der Erfolg könnte die Windkapazitäten von RWE an Land auf bis zu 4,9 Gigawatt steigen lassen von derzeit installierten 2,3 Gigawatt, hieß es./ajx/bek/fba/la/jha/

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20.09.2019

AKTIE IM FOKUS: K+S fallen ans MDax-Ende - Hedgefonds setzt auf fallende Kurse

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von K+S sind am Freitagnachmittag an das Ende des Index der mittelgroßen Werte MDax gerutscht. Zuletzt stand ein Minus von mehr als 4 Prozent auf 13,83 Euro zu Buche. Dies ist das tiefste Niveau seit August.

Börsianer verwiesen darauf, dass die Hedgefonds-Manager von Millennium International Management LP ihre Leerverkaufspositionen deutlich ausgebaut und damit verstärkt auf fallende Kurse gesetzt hatten. Die Leerverkaufspositionen von Millennium International umfassen nun rund 1 Prozent aller Aktien des Salz- und Düngemittelproduzenten./la/jha/

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20.09.2019

AKTIEN IM FOKUS: Commerzbank profitieren von Strategieplan - Comdirect ziehen an

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Anleger der Commerzbank haben am Freitag positiv auf die Eckdaten des neuen Strategieprogramms reagiert. Die Papiere stiegen bis zum Nachmittag um gut 1 Prozent auf 5,763 Euro und zählten damit zu den besten Werten im Index der mittelgroßem Werte MDax . Das Institut will voraussichtlich unter dem Strich rund 2300 weitere Vollzeitstellen streichen. Außerdem plant der Vorstand die Schließung von etwa 200 der 1000 Filialen.

Auch aus charttechnischer Sicht stehen die Commerzbank-Aktien aktuell gut da: Seit Anfang September erweist sich die aufwärts gerichtete 21-Tage-Lnie als gute Unterstützung. Der Chart beschreibt den kurzfristigen Trend. Die 50-Tage-Lnie, die die mittelfristige Richtung vorgibt, hat der Kurs bereits am Vortag nach oben durchbrochen.

Zudem will die Commerzbank die Tochter Comdirect ganz übernehmen und bieten den Aktionären der Online-Bank eine Übernahme-Prämie von 25 Prozent. Die Anteilsscheine der Comdirect-Bank schnellten zuletzt um 24,8 Prozent in die Höhe und erreichten damit das Niveau von Anfang Oktober 2018./la/jha/

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20.09.2019

ANALYSE-FLASH: Barclays startet Siemens Healthineers mit 'Equal Weight'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank Barclays hat die Bewertung der Aktien von Siemens Healthineers bei einem Kursziel von 38,50 Euro mit "Equal Weight" aufgenommen. Analyst Hassan Al-Wakeel gibt in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie den mit "Overweight" eingestuften Papieren von Philips den Vorzug unter den Herstellern von Gesundheitstechnik. Siemens Healthineers dürfte seine Führungsrolle im Bereich Medizinische Bildgebung zwar behaupten und weiter robust wachsen, aber auch hoch investieren./ag/tih

Veröffentlichung der Original-Studie: 19.09.2019 / 13:32 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 19.09.2019 / 15:45 / GMT

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20.09.2019

ANALYSE-FLASH: Commerzbank senkt Ziel für Corestate Capital auf 53 Euro - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat das Kursziel für Corestate Capital von 55 auf 53 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Mit dem neuen Finanzierungskonzept rücke das Unternehmen immer mehr weg von einem klassischen Immobilien-Investmentmanager, schrieb Analyst Tom Carstairs in einer am Freitag vorliegenden Studie. Er habe die Schätzung für den bereinigten Nettogewinn in diesem Jahr und in der Folge auch das Kursziel reduziert./bek/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 19.09.2019 / 16:27 / CEST

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 19.09.2019 / 16:27 / CEST

20.09.2019

ANALYSE-FLASH: Mögliche Solarsubventionen besonders hoch - Metzler zu SMA Solar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Metzler hat die Einstufung für SMA Solar mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen des Klimakabinetts auf "Buy" mit einem Kursziel von 25,50 Euro belassen. Die in Aussicht gestellten Subventionen für die Erzeugung von Solarstrom seien besonders hoch, schrieb Analyst Guido Hoymann in einer am Freitag vorliegenden Studie, auch wenn der deutsche Markt nur rund 8 Prozent zum gesamten Umsatz beitrage. Ursprünglich hätten die Subventionen für die Solarbranche 2020/21 komplett eingestellt werden sollen./bek

Veröffentlichung der Original-Studie: 20.09.2019 / 09:40 / CET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 20.09.2019 / 09:40 / CET

20.09.2019

ANALYSE-FLASH: Warburg Research senkt Ziel für Bauer auf 19 Euro - 'Hold'

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel für Bauer AG nach einer Gewinnwarnung von 22,20 auf 19 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Trotz des Kurseinbruchs der Aktien warte er auf Hinweise darauf, dass die Schwäche in Fernost nur vorübergehend sein könnte, schrieb Analyst Jonas Blum in einer am Freitag vorliegenden Studie. Andernfalls könne die Unterauslastung der Kapazitäten des Bau- und Maschinenbaukonzerns über 2019 hinaus andauern./bek/tih

Veröffentlichung der Original-Studie: 20.09.2019 / 08:15 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

20.09.2019

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt RWE auf 'Outperform' - Ziel 29 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für RWE anlässlich der Ergebnisse der Auktion für Erneuerbare Energien in Großbritannien auf "Outperform" mit einem Kursziel von 29 Euro belassen. In Verbindung mit anderen bestätigten Projekten könnten die Essener ihre Kapazitäten aus Windkraftanlagen auf See nun mehr als verdoppeln, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran in einer am Freitag vorliegenden Studie./ag/tih

Veröffentlichung der Original-Studie: 20.09.2019 / 07:33 / UTC

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 20.09.2019 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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20.09.2019

ANALYSE-FLASH: Heimatmarkt könnte für Nordex deutlich wichtiger werden - Metzler

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Bankhaus Metzler hat die Einstufung für Nordex mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen des Klimakabinetts auf "Buy" mit einem Kursziel von 15,50 Euro belassen. Was bislang an Nachrichten durchgesickert sei, sei positiv für Nordex und andere Unternehmen der Branche Erneuerbare Energien, schrieb Analyst Guido Hoymann in einer am Freitag vorliegenden Studie. Ein Ausbau der Windkraftaktivitäten könne den in Deutschland erzielten Umsatzanteil von Nordex von derzeit unter 5 auf rund 20 Prozent steigen lassen./bek/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 20.09.2019 / 09:40 / CET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 20.09.2019 / 09:40 / CET

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