dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

05.04.2020

dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

Großes Interesse an Diesel-Vergleich: 231 000 Kunden registriert

WOLFSBURG/HANNOVER - Das Interesse an einem schnellen Vergleich mit Volkswagen im Dieselskandal ist für viele Teilnehmer der Musterklage weiter groß. Bisher hätten sich 231 000 der 262 000 berechtigten Kunden bei Volkswagen registriert, knapp jeder fünfte Fall sei bereits überprüft, sagte ein VW -Sprecher am Sonntag. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet.

Mutmaßliche Daimler-Erpressung: Haftbefehl gegen Hauptverdächtigen

STUTTGART/BERLIN - Nach der Festnahme von zwei mutmaßlichen Erpressern des Daimler -Konzerns ist gegen den 30-jährigen Hauptverdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Der Mann wurde dazu am Samstag einem Richter in Berlin vorgestellt, teilte die Polizei mit.

VIRUS: Walmart führt Einbahnstraßen-Verkehr im Supermarkt ein

WASHINGTON - Der größte US-Einzelhandelskonzern will mit neuen Maßnahmen die Verbreitung des Coronavirus verringern: Ab kommender Woche wird Walmart die Flure zwischen den Regalen als Einbahnstraßen markieren, damit es für Einkäufer leichter wird, engen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Zudem wird der Einlass für die meist riesigen Walmarkt-Läden künftig auf etwa ein Fünftel der maximalen Kapazität begrenzt. Demnach sollen ab Samstag etwa pro 90 Quadratmeter Ladenfläche nur noch fünf Kunden erlaubt sein, wie das Unternehmen am Freitag (Ortszeit) erklärte. Mitarbeiter würden dafür am Eingang die Kunden abzählen und begrenzen, hieß es.

ROUNDUP: Lufthansa-Finanzvorstand tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

FRANKFURT - Die Deutsche Lufthansa muss sich mitten in den Turbulenzen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie einen neuen Finanzvorstand suchen. Ulrik Svensson lege mit Wirkung zum 6. April - also an diesem Montag - sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen nieder, teilte der Dax -Konzern am Samstag in Frankfurt mit. Der Aufsichtsrat werde zeitnah über eine Nachfolgelösung beraten und entscheiden. Nähere Angaben macht das Unternehm nicht. Der 59-jährige Schwede war seit 1. Januar 2017 Vorstandsmitglied.

Versicherer kommen Kunden in Corona-Krise entgegen

MÜNCHEN - Große Versicherer kommen ihren Kunden in der Corona-Krise entgegen. Der Marktführer Allianz erweitert in mehreren Bereichen den Umfang seiner Policen und will sich bei Zahlungsschwierigkeiten seiner Kunden kulant zeigen. "Die Botschaft ist: Wir sind da", sagte Bernd Heinemann, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur in München.

Metro zieht Geschäftsjahresziele wegen Virus-Krise zurück

DÜSSELDORF - Der Handelskonzern Metro zieht wegen des Coronavirus seinen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr zurück. Wie der Konzern in Düsseldorf mitteilte, stehe dies mit einer seit Mitte März eindeutig negativen Gesamtentwicklung in Bezug auf Umsatz und Ergebnis in Zusammenhang. Diese sei zurückzuführen auf die regulatorischen Maßnahmen im Zuge des Coronavirus-Ausbruchs, die das öffentliche Leben in vielen Ländern, in denen der Konzern tätig ist, erheblich einschränkten.

Brüssel erlaubt Verkauf von Lufthansa-Tochter LSG unter Auflagen

BRÜSSEL - Die EU-Kommission hat den Verkauf der Lufthansa -Catering-Tochter LSG an den Konkurrenten Gategroup unter Auflagen genehmigt. Dies teilte die Brüsseler Behörde am Freitagabend mit. Um grünes Licht zu bekommen, musste sich die Gategroup verpflichten, Geschäftsteile zu verkaufen, wo sich Tätigkeiten überschneiden. Damit soll eine Konkurrenz der Bordverpfleger an einigen Flughäfen gesichert werden.

ROUNDUP: Uniper-Oberaufseher Reutersberg tritt nach Fortum-Übernahme zurück

DÜSSELDORF - Im Aufsichtsrat des Kraftwerkbetreibers Uniper kommt es nach der Mehrheitsübernahme durch den finnischen Energiekonzern Fortum zu einem großen Stühlerücken. So tritt Oberaufseher Bernhard Reutersberg mit sofortiger Wirkung zurück, wie Uniper am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Zudem verlassen die restlichen vier unabhängigen Mitglieder das Gremium: Marion Helmes, Rebecca Ranich, Jean Francois Cirelli und David Davies. Kurzfristig werde ein gerichtliches Verfahren zur Bestellung der neuen Aufsichtsrats­mitglieder eingeleitet, hieß es. Diese sollen dann auf der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2020 neu in den Aufsichtsrat gewählt werden.

CTS Eventim zieht Prognose wegen Coronavirus zurück

MÜNCHEN - Der Veranstalter und Tickethändler CTS Eventim zieht wegen der Corona-Krise seinen gut zwei Wochen alten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr zurück. Wegen der Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Pandemie hält der Vorstand es für unmöglich, aktuell eine konkrete neue Prognose abzugeben, wie das MDax -Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Aktuell finden in Europa in vielen Ländern keine Veranstaltungen statt, was CTS Eventim sowohl als Ausrichter als auch als Tickethändler belastet.

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose - Dividende bleibt

FRANKFURT - Die Immobiliengesellschaft Dic Asset rechnet im laufenden Jahr wegen der Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr mit einer Gewinnsteigerung im Vergleich zu 2019. Die branchenübliche Kennziffer FFO (Funds from Operations) werde 2020 zwischen 94 und 96 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend in Frankfurt mit. Bisher hatte DIC Asset mit 104 bis 106 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr waren hier 95,0 Millionen Euro erzielt worden.

Polizei nimmt mutmaßliche Daimler-Erpresser fest

STUTTGART/BERLIN - Eine Berliner Spezialeinheit hat zwei mutmaßliche Erpresser des Daimler -Konzerns festgenommen. Die beiden Männer im Alter von 30 und 59 Jahren seien am Freitag im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg auf der Straße gefasst worden, teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart, die Polizei Stuttgart und die Polizei Berlin in einer gemeinsamen Mitteilung mit.

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Weitere Meldungen

-Chaos vor Banken in Argentinien am ersten Öffnungstag nach Wochen

-Serie A findet keine Grundlage für einheitliche Lohnkürzungen°

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Unternehmens-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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05.04.2020

VIRUS: Auch Norwegen schickt Medizinerteam nach Italien

OSLO (dpa-AFX) - Auch Norwegen beteiligt sich an der inzwischen massiv angelaufenen Hilfewelle für das vom Coronavirus gezeichnete Italien. Gesundheitsminister Bent Hoie kündigte am Sonntag an, dass sein Land ein medizinisches Team nach Italien in Marsch setzen werde. "Wir haben die Infektion in Norwegen unter Kontrolle, während Italien auf dem Höhepunkt der Krise steht", sagte Hoie. "Dies ist der richtige Moment, einem Land zu helfen, das vor riesigen Herausforderungen steht." Das etwa 25-köpfige Team aus Ärzten und Helfern, alles Freiwillige, soll in der Lombardei zum Einsatz kommen. Einige von ihnen haben bereits Erfahrungen beim Kampf gegen Ebola in Afrika gesammelt.

"Solidarität in Europa ist nicht nur eine theoretische Übung", sagte Außenministerin Ine Eriksen Soreide. "Jetzt können wir zeigen, wie sie in der Praxis funktioniert."

Norwegen hat bis Sonntag rund 5600 Corona-Infizierte registriert. Bisher starben 71 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus./lsm/DP/nas

05.04.2020

VIRUS: Mehr als 27 000 Coronavirus-Fälle in der Türkei - 574 Todesopfer

ISTANBUL (dpa-AFX) - Die Zahl der Coronavirus-Fälle in der Türkei ist auf mehr als 27 000 gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien 3135 Menschen positiv getestet worden, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Sonntag via Twitter mit. Die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle stieg damit auf 27 069. An einem Tag verstarben demnach 73 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, die Gesamtzahl der Todesopfer stieg damit auf 574.

Zugleich stieg die Zahl der offiziell von der Lungenkrankheit Covid-19 Genesenen nach Angaben von Koca von 786 auf 1042.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag eine weitreichende Ausgangssperre für Menschen unter 20 Jahren verkündet. Am Sonntag gab das Innenministerium bekannt, dass davon unter anderem junge Arbeitnehmer unter Vertrag und Saisonarbeiter in der Landwirtschaft ausgenommen seien. Seit Freitagnacht sind zudem 31 Städte, darunter Ankara und Istanbul weitgehend abgeschottet. Die Ein- und Ausfahrt ist nur für wichtige Versorgungsgüter erlaubt. Die Maßnahme gilt vorerst für 15 Tage.

Bereits zuvor war eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren erlassen und der internationale Flugverkehr ausgesetzt worden. Schulen und Cafés sind geschlossen, an belebten Orten wie Supermärkten gilt eine Maskenpflicht.

Die Türkei hatte am 11. März ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Bisher wurden in dem Land mit rund 83 Millionen Einwohnern rund 181 000 Tests durchgeführt./jam/DP/nas

05.04.2020

VIRUS: Corona-Fälle auf Jet-Set-Insel Mykonos - Ausgangsverbot in der Nacht

ATHEN (dpa-AFX) - Nachdem bei zwei Menschen auf Mykonos das Coronavirus festgestellt worden ist, hat Athen ein zwölfstündiges Ausgangsverbot für die Jet-Set-Insel verhängt. Zwischen 20.00 Uhr und 08.00 Uhr darf niemand außer den Sicherheitsbehörden oder Sanitätern auf die Straßen gehen. Dies teilte am Sonntagabend der griechische Zivilschutz in Athen mit. Die Maßnahme gelte ab Montag und werde vorerst 14 Tage dauern, hieß es.

Zudem wurde die Möglichkeit, seine Haustiere auszuführen und selbst Sport zu betreiben erheblich eingeschränkt. Dies ist nur noch für wenige Minuten und nur rund um das Haus der Bürger erlaubt. An Beerdigungen dürfen nur noch Verwandte ersten Grades teilnehmen.

Griechenland trifft seit Anfang der Coronakrise scharfe Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung des Coronavirus. Mykonos ist eines der beliebtesten Ziele für Touristen im Sommer. Bislang sind nach offiziellen Angaben 73 Menschen an den Folgen von Coronavirus- Erkrankungen in Griechenland gestorben./tt/DP/nas

05.04.2020

VIRUS: Libyens Ex-Regierungschef an Folgen von Covid-19 gestorben

KAIRO (dpa-AFX) - Libyens ehemaliger Regierungschef Mahmud Dschibril ist nach Medienberichten an den Folgen einer Erkrankung mit Covid-19 gestorben. Er sei am Sonntag im Alter von 67 Jahren nach einer Infektion mit dem Coronavirus in Kairo gestorben, berichtete die arabische Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" unter Berufung auf Dschibrils Berater. Einige Medien gaben Dschibrils Alter mit 68 Jahren an. Sein Parteienbündnis, die Allianz nationaler Kräfte (NFA), bestätigte den Tod Dschibrils.

Libyens Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi war 2011 mit Unterstützung des Westens gestürzt worden. Dschibril diente daraufhin für acht Monate als Ministerpräsident. Er wurde von Nachfolger Ali Sidan abgelöst, nachdem die Libyer 2012 erstmals seit vier Jahrzehnten freie Wahlen abhielten. Dschibril hatte in den vergangenen Jahren vorwiegend in Kairo gelebt.

In dem Bürgerkriegsland haben sich nach offiziellen Angaben bisher 17 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Sowohl die Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch mit Sitz in Tripolis als auch die Gegenregierung im Osten, die General Chalifa Haftar unterstützt, verhängten Ausgangssperren. Die Kämpfe um Tripolis gingen in vergangenen Tagen trotz eines Aufrufs der Vereinten Nationen weiter./jot/DP/nas

05.04.2020

VIRUS: Videokonferenzen der EU-Justiz- und Verteidigungsminister zu Corona

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Verteidigungsminister und die Justizminister der EU-Staaten wollen sich am Montag in getrennten Videokonferenzen über die Auswirkungen der Corona-Krise austauschen. Im Justizressort geht es vor allem um rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Pandemie sowie um die Lage in den Haftanstalten Europas.

Die EU-Verteidigungsminister erörtern,was die Streitkräfte ihrer jeweiligen Länder tun können, um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Zudem wollen die Minister eine Reihe von gemeinsamen Einsätzen im Ausland, wie etwa die Kontrolle des Waffenembargos gegen Libyen, besprechen./ejo/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/Italien: Zahl der täglichen Todesopfer erneut gesunken

ROM (dpa-AFX) - In Italien ist am Sonntag bereits den zweiten Tag in Folge die Zahl der an den Folgen des Coronavirus gestorbenen Menschen gesunken. Der Zivilschutz zählte 525 Todesopfer am Sonntag, nach 681 am Samstag. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten in Italien auf nunmehr 15 887, die aktuell höchste Zahl weltweit.

Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Sonntag um rund 3,5 Prozent auf 128 948. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet./arm/DP/nas

05.04.2020

ROUNDUP: Polizei löst Seebrücke-Versammlung am Brandenburger Tor in Berlin auf

BERLIN (dpa-AFX) - Die Berliner Polizei hat eine nicht genehmigte Versammlung am Brandenburger Tor aufgelöst. Das teilte sie am Sonntagnachmittag auf Twitter mit. An dem Wahrzeichen seien rund 100 Menschen zu einer Versammlung unter dem Motto "LeaveNoOneBehind" zusammengekommen, die dafür nicht die derzeit erforderliche Ausnahmegenehmigung der Gesundheitsverwaltung gehabt hätten, sagte eine Sprecherin. Dabei handelte es sich um eine Veranstaltung der Initiative Seebrücke, die sich im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages für die Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland eingesetzt hat.

Die Polizeibeamten hätten die Teilnehmer per Lautsprecherdurchsagen und durch persönliches Ansprechen zum Gehen aufgefordert. "Gegen Personen, die sich weigerten zu gehen, wurden Anzeigen geschrieben", teilte die Polizei auf Twitter mit.

Bei einer Aktion am Frankfurter Mainufer griff die Polizei ein. Rund 250 bis 300 Teilnehmer hätten am nördlichen Ufer nahe des Eisernen Stegs eine Menschenkette gebildet, berichtete ein Polizeisprecher. Es sei darauf hingewiesen worden, dass die Einhaltung des in der Corona-Krise vorgeschriebenen Mindestabstands bei solchen Veranstaltungen nicht kontrollierbar sei. Nachdem Platzverweise ignoriert worden seien, seien Personalien festgestellt und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Eine Seebrücke-Sprecherin sagte, bei der Menschenkette sei der gebotene Abstand eingehalten worden. Auf dem Boden seien extra Markierungen angebracht gewesen. Viele Teilnehmer hätten zudem Mundschutz getragen./ah/DP/nas

05.04.2020

VIRUS: Schottische Regierungsexpertin missachtet Ausgangsbeschränkungen

EDINBURGH (dpa-AFX) - Die oberste Gesundheitsexpertin der schottischen Regierung hat mit Verstößen gegen die eigenen Ausgangsbeschränkungen für Empörung in Großbritannien gesorgt. Catherine Calderwood gab am Sonntag zu, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zu einem Landhaus ihrer Familie gefahren zu sein. Zuvor hatte die Zeitung "Scottish Sun" Fotos der Expertin von einem beliebten Ausflugsziel an der Küste veröffentlicht. "Ich habe den Ratschlag nicht befolgt, den ich anderen gegeben habe", sagte Calderwood bei einer Pressekonferenz. "Es tut mir sehr leid."

Die Medizinerin hatte die wegen der Coronavirus-Pandemie angeordneten Auflagen immer wieder auch vor laufender Kamera verteidigt und zu deren Einhaltung aufgerufen. Die schottische Polizei teilte mit, Calderwood sei von Beamten ermahnt worden, die Auflagen einzuhalten.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach sich trotzdem gegen einen Rücktritt Calderwoods als Chief Medical Adviser aus. Calderwood habe angeboten, zu tun, was auch immer im Interesse des Landes sei, sagte Sturgeon. "Das wäre aus meiner Sicht nicht ihr Rücktritt", sagte die Politikern./cmy/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/Gouverneur: In Corona-Krise vorsichtig positive Signale aus New York

NEW YORK (dpa-AFX) - In der Corona-Krise gibt es nach Einschätzung von Gouverneur Andrew Cuomo möglicherweise erste positive Signale aus dem schwer betroffenen Bundesstaat New York. Die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden sei am Sonntag erstmals gesunken, von 630 auf 594, sagte Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. Zudem sei die Zahl der neu ins Krankenhaus eingelieferten Patienten gesunken und die Zahl der genesen wieder entlassenen Patienten stark gestiegen. "Es könnte ein interessanter Zacken in der Statistik sein oder der hoffnungsfrohe Anfang einer Veränderung", sagte Cuomo.

In dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern hätten sich bislang knapp 122 000 Menschen mit dem Erreger infiziert, sagte Cuomo weiter. Rund 16 500 infizierte Patienten liegen derzeit im Krankenhaus. 4159 Menschen starben bereits nach einer Ansteckung. Die US-Regierung habe zugesagt, weitere 1000 Krankenpfleger und Ärzte nach New York zu schicken, sagte Cuomo. Der Ostküstenstaat ist derzeit mit seinen Infizierten-Zahlen das Zentrum der Coronavirus-Krise in den USA - auch weil dort deutlich mehr getestet wird als in anderen Bundesstaaten./cah/DP/nas

03.04.2020

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow wieder auf Talfahrt nach düsteren Jobdaten

NEW YORK (dpa-AFX) - Düstere Perspektiven am US-Arbeitsmarkt haben die Anleger am Freitag an der Wall Street wieder in die Flucht getrieben. Anfangs sah es so aus, als ob sie einen Beschäftigungsrückgang um über 700 000 Personen nach den zuvor schon bekannten Hiobsbotschaften wegstecken würden. Dann aber rutschte der Dow Jones Industrial wegen der mit dem Coronavirus verbundenen Rezessionssorgen deutlicher ins Minus ab.

Zur Schlussglocke verlor der Leitindex am Freitag 1,69 Prozent auf 21 052,53 Punkte. Auf Wochensicht hat er sein Minus damit auf 2,7 Prozent ausgeweitet. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es zu Wochenschluss um 1,51 Prozent auf 2488,65 Punkte bergab. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,41 Prozent auf 7528,11 Punkte. Alle Indizes schlossen jedoch etwas erholt von ihrem Tagestief.

Am Jobmarkt der USA sprach die BayernLB von einem "sich aufbauenden Tsunami" wegen des drastischer als befürchteten Stellenabbaus im März. Bernd Krampen von der NordLB sieht darin aber nur "die erste Welle eine Kahlschlags". Das wahre Ausmaß werde wohl erst im nächsten Jobbericht zu sehen sein. Am Vortag hatten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die in den nun vorgelegten Zahlen noch nicht enthalten sind, bereits ein verheerendes Bild gezeichnet.

Ein weiteres zentrales Thema an den US-Börsen blieb am Freitag der seit dem Vortag auf Erholungskurs befindliche Ölpreis. Ein laut Medienberichten für Montag geplantes Krisentreffen führender Förderstaaten wurde hier zum neuen Antreiber. Die Wirkung bei Ölaktien verblasste aber, wie die klar ins Minus gedrehten Dow-Werte ExxonMobil und Chevron mit Abgaben von bis zu 3 Prozent zeigten.

Bei den von der Viruskrise besonders stark belasteten Papieren von Boeing stand am Ende des Tages eine kleine Erholungsbewegung um rund 1 Prozent auf der Kurstafel. Medienberichten zufolge hofft der Flugzeugbauer, seine Personalkosten in den Krisenzeiten mit Abfindungen und vorzeitigen Ruhestandslösungen drücken zu können. Derweil verlor Boeing einen weiteren Großauftrag für seinen Problemflieger 737 Max.

Ein Gewinner wurden im Dow auch die Aktien von Walmart mit 0,7 Prozent Plus. Am Markt hieß es, es gebe Anzeichen dafür, dass der Handelskonzern in den vergangenen Wochen wegen der Viruskrise seine Umsätze deutlich gesteigert hat - angetrieben von "Hamsterkäufen" der US-Verbraucher.

Für Fluggesellschaften dagegen ging es nach wechselhaftem Start weiter nach unten. American Airlines wurden erstmals in ihrer Geschichte unter der Zehn-Dollar-Marke gehandelt, am Ende büßten sie 6,7 Prozent ein. Bei den Wettbewerbern Delta und United fielen die Abschläge mit maximal 2,3 Prozent aber deutlich geringer aus.

An der Nasdaq zogen die Papiere des Elektroautobauers Tesla wegen besser als erwartet ausgefallenen Auslieferungszahlen die Blicke auf sich. Nach einem prozentual zweistelligen Anstieg flachte auch hier der Schwung mit einem letztlichen Anstieg um 5,6 Prozent etwas ab. Das zweite Quartal dürfte wegen der Corona-Krise für das Unternehmen hart werden, argumentierte Analyst Ryan Brinkman von JPMorgan.

Am breiteren Markt konnte eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs die Aktien von Twitter immerhin mit 0,3 Prozent im Plus halten. Nach dem jüngsten Kursrutsch biete sich trotz der Folgen der Corona-Krise auf den Werbemarkt für Anleger eine Einstiegschance, schrieb Analyst Heath Terry. Die Nutzerzahlen stiegen stark, da die Bevölkerung während des nahezu globalen Shutdowns informiert und vernetzt bleiben wolle.

Der Euro knüpfte mit dem Fall unter die Marke von 1,08 US-Dollar an seine jüngsten Verluste an. Im Tief kostete er nur noch 1,0773 Dollar, zeigte sich zuletzt mit 1,0811 Dollar aber wieder etwas erholt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,0785 (Donnerstag: 1,0906) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9272 (0,9169) Euro.

Während es am Aktienmarkt die erwähnten Verluste gab, bewegten sich die Kurse von US-Staatsanleihen im späten Geschäft kaum. Richtungweisende zehnjährige Papiere verloren 1/32 Punkt auf 108 19/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,60 Prozent./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

03.04.2020

Aktien New York Schluss: Dow wieder auf Talfahrt nach düsteren Jobdaten

NEW YORK (dpa-AFX) - Düstere Perspektiven am US-Arbeitsmarkt haben die Anleger am Freitag an der Wall Street wieder in die Flucht getrieben. Anfangs sah es so aus, als ob sie einen Beschäftigungsrückgang um über 700 000 Personen nach den zuvor schon bekannten Hiobsbotschaften wegstecken würden. Dann aber rutschte der Dow Jones Industrial wegen der mit dem Coronavirus verbundenen Rezessionssorgen deutlicher ins Minus ab.

Zur Schlussglocke verlor der Leitindex am Freitag 1,69 Prozent auf 21 052,53 Punkte. Auf Wochensicht hat er sein Minus damit auf 2,7 Prozent ausgeweitet. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es zu Wochenschluss um 1,51 Prozent auf 2488,65 Punkte bergab. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,41 Prozent auf 7528,11 Punkte. Alle Indizes schlossen jedoch etwas erholt von ihrem Tagestief.

Am Jobmarkt der USA sprach die BayernLB von einem "sich aufbauenden Tsunami" wegen des drastischer als befürchteten Stellenabbaus im März. Bernd Krampen von der NordLB sieht darin aber nur "die erste Welle eine Kahlschlags". Das wahre Ausmaß werde wohl erst im nächsten Jobbericht zu sehen sein. Am Vortag hatten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die in den nun vorgelegten Zahlen noch nicht enthalten sind, bereits ein verheerendes Bild gezeichnet./tih/he

03.04.2020

Aktien New York: Dow wieder auf Talfahrt nach düsteren Jobdaten

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger an den US-Börsen haben schockierende Nachrichten vom Arbeitsmarkt am Freitag nur zu Beginn gut weggesteckt. Wie schon am Vortag wurden weiter steigende Ölaktien erst als Gegengewicht für den Dow Jones Industrial angesehen, der es sogar kurz ins Plus schaffte. Dann aber rutschte der Leitindex mit den Ölwerten wieder zusehends ab. Zuletzt verlor er 2,37 Prozent auf 20 905,38 Punkte. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein 3,4-prozentiger Verlust ab.

Am Jobmarkt der USA sprach die BayernLB von einem "sich aufbauenden Tsunami", nachdem der für März vermeldete Beschäftigungsrückgang mit über 700 000 Personen drastischer als befürchtet ausfiel. Bernd Krampen von der NordLB sieht darin in der Viruskrise nur "die erste Welle eine Kahlschlags". Das wahre Ausmaß werde wohl erst im nächsten Jobbericht zu sehen sein. Am Vortag hatten schon Antragszahlen auf Arbeitslosenhilfe ein verheerendes Bild gezeichnet.

Zum Treiber am Ölmarkt wurde ein laut Medienberichten für Montag geplantes Krisentreffen führender Förderstaaten. Die Wirkung bei Ölaktien verblasste aber, wie die beiden klar ins Minus gedrehten Dow-Werte ExxonMobil und Chevron zeigten. Zuletzt fielen sie um bis zu 3,7 Prozent und büßten damit fast all ihre Vortagsgewinne wieder ein. Auch im breiter gefassten S&P 500 waren Branchenwerte wie Occidental Petroleum ins Minus gedreht. Das umfassendere Marktbarometer verlor 2,42 Prozent auf 2465,64 Zähler.

Der technologielastige Nasdaq 100 gab ferner um 2,37 Prozent auf 7454,67 Punkte nach. Die Papiere des Elektroautobauers Tesla zogen dort wegen besser als erwartet ausgefallenen Auslieferungszahlen merklich an, nach einem prozentual zweistelligen Anstieg flachte auch hier der Schwung jedoch ab. Zuletzt legten die Titel noch um auf 4,7 Prozent ab. Das zweite Quartal dürfte wegen der Corona-Krise für das Unternehmen hart werden, argumentierte Analyst Ryan Brinkman von JPMorgan.

Während der Gesamtmarkt ins Minus drehte, kam es bei den von der Viruskrise besonders stark belasteten Papieren von Boeing , die zuletzt auf dem tiefsten Stand seit 2013 angekommen waren, im Dow zu einer fünfprozentigen Erholung. Für Fluggesellschaften dagegen ging es nach wechselhaftem Start wieder kräftig nach unten, American Airlines wurden fast neun Prozent tiefer erstmals unter der Zehn-Dollar-Marke gehandelt.

Am breiteren Markt konnte eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs die Aktien von Twitter nicht im Plus halten, mit einem halben Prozent standen sie aber besser da als das Marktumfeld. Nach dem jüngsten Kursrutsch biete sich trotz der Folgen der Corona-Krise auf den Werbemarkt für Anleger eine Einstiegschance, schrieb Analyst Heath Terry. Die Nutzerzahlen stiegen stark, da die Bevölkerung während des nahezu globalen Shutdowns informiert und vernetzt bleiben wolle./tih/he

03.04.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schwächelt nach US-Jobdaten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Erneut haben die US-Börsen am Freitag dem Dax die Richtung vorgegeben. Verheerende Arbeitsmarktdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft für den Monat März beunruhigten. Nach einem zunächst unsteten Auf und Ab ging der deutsche Leitindex letztlich mit einem Abschlag von 0,47 Prozent auf 9525,77 Punkte aus dem Handel. Im Wochenverlauf hat er damit um etwas mehr als 1 Prozent nachgegeben. Seit seinem Absturz im Februar beläuft sich der Verlust auf 30 Prozent.

Der MDax für mittelgroße Unternehmen fiel am Freitag um 0,70 Prozent auf 20 345,74 Punkte. Der EuroStoxx 50 verbuchte ein Minus von 0,95 Prozent auf 2662,99 Punkte und auch in Paris und London ging es abwärts. In den USA sank der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um knapp 2 Prozent.

"Der US-Arbeitsmarkt stand im März bereits unter dem Eindruck der Corona-Pandemie und dem Lockdown der Volkswirtschaft", schrieb Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. "Es ist der erste und sehr deutliche monatliche Stellenverlust seit 2010." Und die Lage wird sich weiter verschärfen, da der Stichtag für den aktuellen Bericht der 12. März ist. Daten nach diesem Tag sind somit noch nicht erfasst.

Vier Monate nachdem sich das neuartige Coronavirus von China ausgehend weltweit verbreitete, sind mittlerweile mehr als eine Million Menschen infiziert und mehr als 55 000 gestorben. Zum Schutz von Menschenleben wurden drastische Maßnahmen ergriffen, die die Volkswirtschaften zahlreicher Länder nahezu zum Erliegen gebracht haben. Damit wachsen Rezessionssorgen. Die in den USA etwa von 3,5 auf nun 4,4 Prozent gestiegene Arbeitslosenquote im März gilt noch als gering. Der "Hammer" dürfte mit dem April-Bericht kommen, so die allgemeine Erwartung.

Da weiter unklar ist, wann sich das öffentliche Leben wieder normalisieren wird, verabschieden sich zunehmend mehr Unternehmen von ihren Jahreszielen. Dazu gehören nun auch der Konsumgüterkonzern Beiersdorf , der Einkaufszentren-Investor Deutsche Euroshop und der Medienkonzern RTL .

Beim Nivea-Hersteller Beiersdorf sanken die Erlöse im ersten Quartal bereits, was Anleger allerdings kaum verschreckte. Konsumgüterhersteller gelten als weniger krisenanfällig. Die Aktie schloss mit plus 0,1 Prozent kaum verändert, während es etwa für den Triebwerksbauer MTU weiter deutlich abwärts ging. Dessen Aktie büßte am Index-Ende nach dem jüngsten Stabilisierungsversuch weitere 5,7 Prozent ein. Seit Ausbruch der Virus-Panik und der Talfahrt an den Börsen hat die Aktie knapp 60 Prozent verloren

Nach dem Abschied des TV-Konzerns RTL von seinem Ausblick und der gestrichenen Dividende ging es für dessen Papiere im MDax um 5,6 Prozent abwärts. RTL erwartet in den kommenden Monaten Stornierungen für Werbebuchungen und Verschiebungen von Produktionen. Das belastete auch die Aktien der Konkurrentin ProSiebenSat.1 , die um 2,8 Prozent nachgaben. Deutsche Euroshop büßten im SDax 1,9 Prozent ein. Die Anteile der Deutschen Pfandbriefbank verloren nach gestrichener Dividende 3,4 Prozent.

Abwärts ging es auch für die Papiere der beiden Sportartikelhersteller Adidas und Puma mit 4,7 Prozent beziehungsweise 7,2 Prozent. Adidas benötigt wegen der Corona-Krise frische Liquidität. Puma kündigte derweil eine Aussetzung der Dividende an. Zudem wird der Vorstand zunächst im April auf seine Gehälter verzichten. Dagegen will der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall die volle Dividende zahlen. Die Anleger freute es: Der Aktienkurs stieg um 2,7 Prozent.

Im SDax war erneut das Papier des Online-Arzneimittelhändlers Shop Apotheke Spitzenreiter mit plus 8,2 Prozent. Das Unternehmen profitiert in der Krise von hohen Bestellungen und wird für das Jahr etwas zuversichtlicher.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,41 Prozent am Vortag auf minus 0,45 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 144,80 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,20 Prozent auf 172,14 Zähler zu. Der Euro wurde am frühen Abend mit 1,0787 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0785 (Donnerstag: 1,0906) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9272 (0,9169) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

03.04.2020

Aktien Frankfurt Schluss: Dax schwächelt nach US-Jobdaten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Erneut haben die US-Börsen am Freitag dem Dax die Richtung vorgegeben. Verheerende Arbeitsmarktdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft für den Monat März beunruhigen. Nach einem zunächst unsteten Auf und Ab ging der deutsche Leitindex letztlich mit einem Abschlag von 0,47 Prozent auf 9525,77 Punkte aus dem Handel. Im Wochenverlauf hat er damit um etwas mehr als 1 Prozent nachgegeben.

Der MDax für mittelgroße Unternehmen fiel am Freitag um 0,70 Prozent auf 20 345,74 Punkte. Europaweit und in den USA wurden ebenfalls Verluste verbucht.

"Der US-Arbeitsmarkt stand im März bereits unter dem Eindruck der Corona-Pandemie und dem Lockdown der Volkswirtschaft", hob Analyst Ralf Umlauf von der Helaba hervor. "Es ist der erste und sehr deutliche monatliche Stellenverlust seit 2010." Und die Lage dürfte sich weiter verschärfen, da der Stichtag für den aktuellen Bericht der 12. März ist. Daten nach diesem Tag sind somit noch nicht erfasst./ck/he

03.04.2020

WOCHENAUSBLICK: Dax bleibt auch vor Ostern fest im Griff der Corona-Krise

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Coronavirus-Krise wird auch in der verkürzten Vorosterwoche den deutschen Aktienmarkt fest im Griff haben. Während in China allmählich wieder Normalität einkehrt und auch in Europa die Zahl der Neuinfektionen abzunehmen scheint, verschärft sich zugleich die Lage in der weltgrößten Volkswirtschaft, den USA. Das verunsichert und lässt weitere stärkere Schwankungen an den Börsen allgemein und damit auch am deutschen Aktienmarkt erwarten.

Auch ein weiterer Ausverkauf gilt als möglich, denn bislang kann keiner das genaue Ausmaß abschätzen, das die virusbedingten Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben auf die Wirtschaft haben. Zudem ist ungewiss, wie lange sie aufrecht erhalten werden müssen. Daher rücken Konjunkturdaten - vor allem jene ab März - verstärkt in den Fokus. Unternehmensseitig dürften außerdem noch mehr Jahresziele zurückgenommen, Dividenden gestrichen und Aktienrückkaufprogramme ausgesetzt werden.

"Die Lage an den Aktienmärkten hat sich zuletzt zwar etwas beruhigt, dabei handelt es sich vermutlich aber lediglich um eine Zwischenerholung", schreibt Analyst Markus Reinwand von der Helaba. Er sieht typische Merkmale einer "Bärenmarkt-Rally", in der auf einen starken Absturz zwischenzeitlich deutliche Erholungsbewegungen folgen, bevor es zu weiteren Kurseinbrüche kommt.

Aktienstratege Uwe Streich von der LBBW geht ebenfalls davon aus, "dass die Märkte ihren Boden noch nicht ganz gefunden haben". Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets hält sogar "panikartige Zustände" wie in den ersten beiden März-Wochen "zeitnah für denkbar", während Robert Halver von der Baader Bank optimistischer ist. Der von der Finanznachrichten-Website CNN Business ermittelte Angst & Gier-Index signalisiere nachlassende extreme Angst. "Emotional scheint das Schlimmste hinter uns zu liegen", folgert Halver daher und hofft, dass den Börsen die zweite Verkaufswelle erspart bleibt.

Während der Dax noch Mitte Februar bei knapp unter 13 800 Punkten auf ein Rekordhoch gestiegen war, hatte - ausgelöst durch die Corona-Pandemie - bald darauf eine rasante Talfahrt eingesetzt. In einer jähen Abwärtsbewegung war der deutsche Leitindex bis Mitte März um 40 Prozent in Richtung 8200 Punkte abgestützt . Seither versucht er sich an einer Erholung und hat - ausgehend von seinem Tief bei 8255 Punkten - bislang wieder rund 15 Prozent gut gemacht.

Mit Hochspannung wird in der neuen Woche nun auf die Wirtschaftsdaten geschaut, auch wenn die Agenda recht dünn ist. "Die Auftragseingänge für die deutsche Industrie im Februar dürften die ersten Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Wirtschaft zeigen", erwartet Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank und verweist auf die schwächere Nachfrage aus China. Diese Daten werden am Montag veröffentlicht.

Die am Dienstag anstehenden Daten zur Produktion in Deutschland dürften dagegen weniger interessieren. Hier sollte die geringere Nachfrage im Februar noch nicht durchgeschlagen haben. Dagegen dürfte die ebenfalls für Dienstag geplante Telefonkonferenz der EU-Finanzminister Aufmerksamkeit binden, denn da wird es um gemeinsame europäische Anstrengungen zur finanziellen Bewältigung der Corona-Krise gehen. Die Gespräche dürften sich vor allem um Alternativen zu den von Frankreich, Italien und Spanien ins Spiel gebrachten Corona-Bonds drehen. "Die Sorge, dass die Pandemie eine zweite Euro-Krise auslösen könnte, ist keineswegs mehr nur noch eine Außenseiter-Meinung", warnt LBBW-Experte Streich.

Abgesehen vom Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der US-Notenbank am Mittwochabend, das nach neuen Hinweisen zur US-Wirtschaftslage durchforstet werden dürfte, stehen am Donnerstag neue Daten zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda. Im Zuge der Viruskrise verlieren inzwischen jede Woche Millionen Menschen in den USA ihren Job. Allein in den letzten beiden März-Wochen wurden insgesamt fast 10 Millionen Unterstützungsanträge gestellt. Da zugleich die Virus-Krise in der weltgrößten Volkswirtschaft ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, dürfte die Lage im April noch deutlich gravierender werden.

Und so stellen sich zunehmend mehr Marktexperten inzwischen auch darauf ein, dass die Wirtschaftserholung weltweit, nicht wie zunächst erhofft V-förmig verlaufen dürfte, sondern eher langsamer, wie ein U. "Dies liegt vor allem daran, dass die globalen Absatzmärkte zeitversetzt betroffen sind", argumentiert Finanzchef Daniel Schär von der Weberbank. Während sich in China die Lage stabilisiert und die Industrie wieder produziert, sind die Märkte in Europa nahezu geschlossen und nun auch in den USA.

Immer mehr Unternehmen sehen sich angesichts dieses allgemeinen "Shut Downs" daher gezwungen, ihre Ausblicke ad acta zu legen und etwaige Aktienrückkäufe zu stoppen, so wie zuletzt etwa Munich Re . Zunehmend wird auch die Dividende gestrichen. Nach den Dax-Konzernen stehen hier auch verstärkt mittlere und kleinere Unternehmen aus MDax und SDax im Blick.

Mindestens 14 Unternehmen aus diesen beiden Indizes hätten bereits den Rotstift bei den Ausschüttungen angesetzt, hat Analyst Markus Wallner ermittelt. Weitere dürften folgen, so wahrscheinlich Grenke , Ado Properties , Jenoptik oder Salzgitter , erwartet er. "Je länger wegen des Virus die Produktion stillstehen und die Nachfrage schwach sein wird, umso mehr Unternehmen des mittleren Segments wie Dürr , K+S oder Bilfinger sollten folgen, um benötigte Liquidität im Unternehmen zu halten", schreibt er.

Welche Überraschungen der Verpackungsspezialist Gerresheimer am Gründonnerstag bereit hält, wird sich zeigen. Das erste Quartal, über das das Unternehmen berichten wird, sollte indes noch keine Auswirkungen der Corona-Krise zeigen, erwarten Analysten./ck/jsl/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

03.04.2020

ROUNDUP/Aktien New York: Dow startet schwächer mit düsteren Jobdaten

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger an den US-Börsen haben schockierende Nachrichten vom Arbeitsmarkt am Freitag nur zu Beginn gut weggesteckt. Wie schon am Vortag wurden weiter steigende Ölaktien erst als Gegengewicht für den Dow Jones Industrial angesehen, der es sogar kurz ins Plus schaffte. Als dieses Gegengewicht jedoch nachließ, rutschte der Leitindex zusehends ins Minus ab. Zuletzt verlor er 1,02 Prozent auf 21 194,53 Punkte. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Verlust von etwa 2 Prozent ab.

Am Jobmarkt der USA sprach die BayernLB von einem "sich aufbauenden Tsunami", nachdem der für März vermeldete Beschäftigungsrückgang mit über 700 000 Personen drastischer als befürchtet ausfiel. Bernd Krampen von der NordLB sieht darin in der Viruskrise nur "die erste Welle eine Kahlschlags". Das wahre Ausmaß werde wohl erst im nächsten Jobbericht zu sehen sein. Am Vortag hatten schon Antragszahlen auf Arbeitslosenhilfe ein verheerendes Bild gezeichnet.

Zum Treiber am Ölmarkt wurde ein laut Medienberichten für Montag geplantes Krisentreffen führender Förderstaaten. Die Wirkung verblasste zwar, ExxonMobil verblieben aber im Dow mit 0,1 Prozent unter den wenigen Gewinnern. Gleiches galt zum Beispiel für Occidental Petroleum im S&P 500 mit einem Anstieg um 1,3 Prozent. Das breiter aufgestellte Marktbarometer verlor 0,76 Prozent auf 2507,63 Zähler.

Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 0,75 Prozent auf 7578,11 Punkte nach. Die Papiere des Elektroautobauers Tesla schnellten dort allerdings wegen besser als erwarteter Auslieferungszahlen um 7,7 Prozent nach oben. Das zweite Quartal dürfte wegen der Corona-Krise für das Unternehmen aber hart werden, argumentierte Analyst Ryan Brinkman von JPMorgan.

Während der Gesamtmarkt ins Minus drehte, kam es bei den von der Viruskrise besonders stark belasteten Papieren von Boeing , die zuletzt auf dem tiefsten Stand seit 2013 angekommen waren, im Dow zu einer fast zweiprozentigen Erholung. Für Fluggesellschaften ging es nach wechselhaftem Start nochmals ein Stück weit nach unten, American Airlines wurden mehr als zwei Prozent tiefer erstmals unter der Zehn-Dollar-Marke gehandelt.

Am breiteren Markt hievte eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs die Aktien von Twitter mit fast 2 Prozent in die Gewinnzone. Nach dem jüngsten Kursrutsch biete sich trotz der Folgen der Corona-Krise auf den Werbemarkt für Anleger eine Einstiegschance, schrieb Analyst Heath Terry. Die Nutzerzahlen stiegen stark, da die Bevölkerung während des nahezu globalen Shutdowns informiert und vernetzt bleiben wolle./tih/he

03.04.2020

Aktien New York: Dow startet nur wenig leichter trotz düsterer Jobdaten

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger an den US-Börsen haben schockierende Nachrichten vom Arbeitsmarkt auch am Freitag recht gut weggesteckt. Weiter steigende Ölaktien wurden wie schon am Vortag als Gegengewicht für den Dow Jones Industrial angesehen, der im frühen Handel um die Gewinnschwelle pendelte. Zuletzt lag er aber mit 0,24 Prozent im Minus bei 21 361,72 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Verlust von 1,3 Prozent ab.

Zum Treiber am Ölmarkt wurde ein Laut Medienberichten für Montag geplantes Krisentreffen führender Förderstaaten. Daraufhin steigende Ölwerte machten sich auch im S&P 500 entlastend bemerkbar, das breiter aufgestellte Marktbarometer stand am Freitag prozentual unverändert bei 2527,32 Zählern. Den technologielastigen Nasdaq 100 stützten anspringende Tesla -Aktien, er lag knapp mit 0,02 Prozent im Plus bei 7637,43 Punkten.

Am Jobmarkt der USA spricht die BayernLB von einem "sich aufbauenden Tsunami", nachdem der für März vermeldete Beschäftigungsrückgang mit über 700 000 Personen drastischer als befürchtet ausfiel. Bernd Krampen von der NordLB sieht darin in der Viruskrise nur "die erste Welle eine Kahlschlags". Das wahre Ausmaß werde wohl erst im nächsten Jobbericht zu sehen sein. Am Vortag hatten schon Antragszahlen auf Arbeitslosenhilfe ein verheerendes Bild gezeichnet./tih/he

03.04.2020

Aktien Frankfurt: Dax tritt auf der Stelle

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt haben die Kurse zum Wochenausklang erneut keine klare Richtung gefunden. Nachdem der Leitzindex zuletzt mehrmals das Vorzeichen gewechselt hatte, stagnierte der Dax am Nachmittag bei 9568,23 Punkten. Der MDax für mittelgroße Unternehmen fiel leicht um 0,07 Prozent auf 20 474,32 Punkte. Der EuroStoxx 50 verbuchte ein Minus von 0,35 Prozent.

Viele Marktteilnehmer seien sich nach wie vor unsicher über das Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen, schrieb Andreas Lipkow von der Comdirect-Bank in einem Kommentar. Die Beobachter von Index-Radar halten zudem die Rückkehr zum normalem Schwankungsverhalten im Dax nicht für nachhaltig und fürchten die "Ruhe vor dem nächsten Sturm". "Die Analyse langfristiger Crashs zeigt, dass der Markt eine Abwärtsbewegung selten nach dem ersten scharfen Ausverkauf beendet hat", erklärte Chartexperte Andreas Büchler. Erneute Verluste zurück in Richtung 9100 und 8200/8150 Punkte blieben daher zu befürchten.

Vier Monate nach Ausbruch der Covid-Pandemie sind mittlerweile weltweit mehr als eine Million Menschen mit dem Virus infiziert. Damit wachsen auch die damit verbundenen Rezessionssorgen. Nach neuen Daten zum US-Arbeitsmarkt ist die Arbeitslosenquote im März unerwartet stark auf 4,4 Prozent gestiegen - im Februar lag sie noch bei 3,5 Prozent. Trotz des Anstiegs sei das Niveau noch niedrig, hieß es in einer Schnelleinschätzung der Helaba. Im April dürfte die Quote aber auf ein zweistelliges Niveau emporschnellen, schätzen die Experten. Auch die Commerzbank geht davon aus, dass der "Hammer" erst mit dem April-Bericht kommt, wo die dramatischen Zahlen der vergangenen zwei Wochen einfließen.

Bei all dem ist auch weiter unklar, wann sich das öffentliche Leben wieder normalisieren wird. Die Ungewissheit zwingt mehr und mehr Unternehmen dazu, sich offiziell von ihren Jahreszielen zu verabschieden. Dazu gehören nun auch der Konsumgüterkonzern Beiersdorf , der Handelsimmobilieninvestor Deutsche Euroshop und der Medienkonzern RTL . Bei Beiersdorf sanken die Erlöse im ersten Quartal bereits. Eigentlich wollte der Nivea-Hersteller in diesem Jahr bei den Erlösen aus eigener Kraft um 3 bis 5 Prozent wachsen. Dem Aktienkurs tat das über den Tag hinweg nur einen mäßigen Abbruch. Zuletzt gab er um 0,3 Prozent nach.

Deutlich schlechter wurde die Absage an die Jahresziele und die Dividende dagegen bei RTL aufgenommen. Die Aktie sackte zum Handelsauftakt um mehr als 8 Prozent ab, und verringerte ihre Verluste später auf etwa 5 Prozent. Das erste Quartal habe noch weitgehend den Erwartungen entsprochen, hieß es am Vorabend. In den kommenden Monaten werden aber Stornierungen für Werbebuchungen und Verschiebungen von Produktionen die Ergebnisse belasten. Konkurrent ProSiebenSat.1 konnte sich der Talfahrt nicht ganz entziehen und verlor zuletzt ebenfalls rund 2 Prozent.

Abwärts ging es auch für die beiden Sportartikelhersteller Adidas und Puma . Adidas benötigt wegen der Corona-Krise frische Liquidität. Man werde Kredite brauchen, aber keine direkte Staatshilfe, sagte eine Sprecherin am Donnerstagabend. Die Aktie verlor fast 4 Prozent. Puma kündigte derweil eine Aussetzung der Dividende an. Zudem wird der Vorstand zunächst im April auf seine Gehälter verzichten. Die Aktie gab ebenfalls um rund 5 Prozent nach.

Einer der größten Gewinner im Dax waren die Titel von Fresenius mit einem Aufschlag von rund 4 Prozent. Abgesehen davon, dass Pharmawerte am Freitag generell einen guten Lauf hatten, sprach sich Berenberg-Experte Tom Jones in einer jüngsten Studie erneut für den Kauf der Papiere aus. Grund sei unter anderem das neue Krankenhausentlastungsgesetz, das den Betreibern einen finanziellen Ausgleich für verschobene planbare Operationen und Behandlungen zukommen lässt.

Im MDax ging es daneben für die Aktien des Chemiekonzerns Evonik aufwärts. Nach einem positiven Signal des Bankhauses Metzler legten sie in der Spitze um 5 Prozent und zuletzt dann um 1,3 Prozent zu. Die Experten nahmen die Aktie des Unternehmens in ihre "Top Ten Liste" auf und trauen ihnen ein Kursziel von 44 Euro zu.

Unter den Nebenwerten war der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke erneut besonders gefragt. Das Unternehmen profitiert in der Krise von hohen Bestellungen und wird für das Jahr etwas zuversichtlicher. Schon die Monate Januar und Februar seien sehr stark gewesen, hieß es am Freitag. Der Corona-Ausbruch habe dann im März einen weiteren Wachstumsschub verursacht. Den Jahresumsatz erwartet das Unternehmen nun mindestens 20 Prozent über dem Vorjahr, vorher war ein Anstieg um rund 20 Prozent angepeilt. Die Aktie gewann zuletzt knapp 6 Prozent dazu.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,41 Prozent am Vortag auf minus 0,45 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 144,80 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,21 Prozent auf 172,16 Zähler zu.

Der Euro kostete am Nachmittag 1,0795 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0906 Dollar festgesetzt./kro/jha/

--- Von Karolin Rothbart, dpa-AFX ---

03.04.2020

Aktien New York Ausblick: Leichte Abgaben - Düstere Lage am Arbeitsmarkt

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach sehr schwachen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt dürften die Kurse an der New Yorker Börse am Freitag etwas nachgeben. Der Broker IG taxierte den Leitindex Dow Jones Industrial rund eine Dreiviertelstunde vor dem Auftakt auf 21 325 Punkte, ein Minus von 0,4 Prozent. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Verlust von etwa 1,5 Prozent ab.

Im März ging die Beschäftigung in den USA um rund 700 000 Stellen zurück. Analysten und Volkswirte hatten im Schnitt mit einem deutlich geringeren Rückgang gerechnet. Allerdings hatten die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zuletzt bereits überdeutliche Hinweise auf einen einbrechenden Arbeitsmarkt gegeben in Folge des in den USA grassierenden Coronavirus.

Die Ölpreise legten zu und profitierten von der Hoffnung auf Entspannung im Ölpreiskrieg. Die in der Opec+ organisierten Länder des Ölkartells und anderer führender Ölstaaten wie Russland planen ein Treffen an diesem Montag. Dies haben zwei namentlich nicht genannte Delegierte am Freitag der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigt. Eine globale Förderkürzung um 10 Millionen Barrel am Tag ist den Quellen zufolge ein realistisches Ziel.

Das verhalf den Aktien der Ölproduzenten zu vorbörslichen Kursgewinnen. Exxon Mobil und Chevron rückten jeweils um 3 Prozent vor. ConocoPhillips stiegen um 1,6 Prozent und Occidental Petroleum sogar um 8 Prozent.

Papiere von Tesla schnellten um 15 Prozent nach oben. Der Hersteller lieferte zuletzt mehr Elektrofahrzeuge aus als Analysten erwartet hatten. Das zweite Quartal dürfte für das Unternehmen allerdings hart werden wegen der Corona-Krise, argumentierte Analyst Ryan Brinkman von JPMorgan.

Nach zuletzt wieder sehr schwachen Kursen der US-Fluggesellschaften konnten sich diese vorbörslich stabilisieren. Aktien von United Airlines gewannen 1,8 Prozent und die von Delta Air Lines 3,8 Prozent.

Eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs ließ die Aktien von Twitter um 4 Prozent zulegen. Nach dem jüngsten Kursrutsch biete sich trotz der Folgen der Corona-Krise auf den Werbemarkt für Anleger eine Einstiegschance, schrieb Analyst Heath Terry. Die Nutzerzahlen stiegen stark, da die Bevölkerung während des nahezu globalen Shutdowns informiert und vernetzt bleiben wolle./bek/jha/

05.04.2020

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

VIRUS/ROUNDUP/Ansturm auf Corona-Kredite: Druck auf Bundesregierung wächst

BERLIN - Wegen langsamer Bearbeitung von Anträgen auf Corona-Kredithilfen der staatlichen Förderbank KfW für Unternehmen wächst der Druck auf die Bundesregierung, Kredite zu 100 Prozent abzusichern. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe, Peter Klotzki, sagte mit Blick auf eine Abfrage bei den Landesverbänden, Hausbanken würden durch ihr "defensives Verhalten" oft zum Nadelöhr. "An dieser Stelle könnte optimiert werden, indem der Staat die Banken zu 100 Prozent von der Haftung freistellt."

VIRUS/ROUNDUP 2/Söder: Nach Corona-Krise Steuern senken - Widerspruch aus SPD

BERLIN - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will nach der Corona-Krise mit Steuersenkungen und Innovationsanreizen in der Automobilindustrie die Konjunktur ankurbeln. Der CSU-Vorsitzende sagte der "Bild am Sonntag", der Solidaritätszuschlag solle ganz abgeschafft und früher umgesetzt werden.

VIRUS/ROUNDUP: Von der Leyen fordert Marshall-Plan für Europa wegen Corona-Krise

BRÜSSEL/MADRID/BERLIN - Einen Marshall-Plan für die Zeit nach der Corona-Krise hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gefordert. Trotz aller Hilfsmaßnahmen müsse Europa mehr Geld in die Hand nehmen, verlangte sie in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Aus diesem Grund sprach sie sich für massive Investitionen in den EU-Haushalt aus. Der EU-Haushalt sei in allen Mitgliedstaaten als Instrument des solidarischen Ausgleichs akzeptiert und müsse der Krise entsprechend angepasst werden.

VIRUS: DIHK fordert Bundesregierung zu zweitem Corona-Paket auf

BERLIN - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Bundesregierung zu einem weiteren Corona-Kreditpaket für die deutsche Wirtschaft aufgefordert. Die Wirtschaft sei mittlerweile sehr viel stärker betroffen von der Pandemie als Mitte März, als der Bund sein Corona-Paket beschlossen hatte. "Zudem nehmen mittlerweile die Kettenreaktionen in die Breite der Wirtschaft zu. Daher können wir jeden Tag neu messen, wie sich die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe verschlechtert", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

Finanzaufsicht Bafin: Kredite nicht möglichst schnell durchwinken

BONN - Die Finanzaufsicht Bafin hat die Banken gegen Kritik in Schutz genommen, sie würden Corona-Kredite an Unternehmen zu langsam auszahlen. "Niemand, auch nicht die Politik, erwartet, dass die Banken nun überhaupt nicht mehr hingucken", sagte Bafin-Chef Felix Hufeld der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Es sei keineswegs so, dass die Banken Kredite nun möglichst schnell durchwinken sollten. In dem Maße, wie eine Bank Kreditrisiken eingehe, müsse sie auch ein Mindestmaß an Prüfung vornehmen.

VIRUS/ROUNDUP/Neuer Labour-Chef: Regierung hat schwere Fehler gemacht

LONDON - Der frisch gewählte Chef der britischen Labour-Partei, Keir Starmer, hat den Druck auf Premierminister Boris Johnson in der Coronavirus-Pandemie erhöht. "Es sind schwere Fehler gemacht worden", schrieb Starmer in einem Gastbeitrag in der "Sunday Times". Der 57 Jahre alte ehemalige Menschenrechtsanwalt und frühere Leiter der Ermittlungsbehörde Crown Prosecution Service war am Samstag zum Chef der britischen Sozialdemokraten gekürt worden.

VIRUS/"Riesiger Schwall": Entscheidende Woche für New Yorks Krankenhäuser

NEW YORK - Wo sonst Kreuzfahrtschiffe aus der Karibik Zwischenstopps einlegen, ankert jetzt ein schwimmendes Krankenhaus. Wo sonst Kinder spielen und Familien und Freunde picknicken, steht jetzt ein Krankenhaus. Wo sonst große Konferenzen abgehalten werden, ist jetzt ein Krankenhaus. Ob im Hafen von New York, im Central Park, im Javits Center oder an anderen Orten - die Corona-Pandemie hat die Millionenmetropole verändert.

VIRUS/ROUNDUP: 'Viele Tote' wegen Corona - Trump schwört auf harte Zeiten ein

WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen "viele Tote geben, leider", sagte Trump im Weißen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein, sagte Trump. Der oberste Gesunheitsbeamte, Vizeadmiral Jerome Adams, fügte am Sonntag im Gespräch mit Fox News hinzu: "Das wird ein Test unserer Widerstandskraft. Das wird die Prüfung unseres Lebens." Nun müssten sich alle Amerikaner einen Monat lang an die Schutzmaßnahmen halten und auch in der Öffentlichkeit Masken tragen, forderte er.

VIRUS: Merz lobt Merkel und Ministerpräsidenten für Strategie gegen Corona

BERLIN - Der Kandidat um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihren Einsatz in der Corona-Krise gelobt. "Ich finde, dass die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten ihre Sache gut machen", sagte Merz der "Westfalenpost" (online und Montagausgabe) in einem der ersten Interviews nach überstandener Coronavirus-Erkrankung. "Frau Merkel gehört zu den Politikern, die erst nachdenken und dann reden, und das ist mir gerade in einer solchen Situation sympathischer als umgekehrt", sagte der 64-jährige Politiker auf die Frage, ob die Kanzlerin zu spät reagiert habe.

VIRUS/ROUNDUP 2: Queen beschwört Durchhaltevermögen der Briten

WINDSOR - Königin Elizabeth II. ruft die Briten zum Durchhalten und zu eiserner Disziplin in der Coronavirus-Pandemie auf. Das geht aus vorab verbreiteten Auszügen einer Rede der 93 Jahre alten Monarchin hervor, die am Sonntagabend (21.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt werden sollte. Abgesehen von den traditionellen Weihnachtsansprachen ist es erst die vierte solche Rede des seit 1952 amtierenden britischen Staatsoberhaupts. Zuvor hatte sich Elizabeth II. 2002 beim Tod ihrer Mutter, Queen Mum, sowie vor der Beisetzung Prinzessin Dianas 1997 und während des Golfkriegs 1991 an die Briten gewandt.

VIRUS/Hilfsorganisation: Corona-Maßnahmen für Arme in Afrika problematisch

JOHANNESBURG/NAIROBI - In den Armenvierteln Afrikas könnten die Maßnahmen gegen das Coronavirus nach Einschätzung von Helfern zur tödlichen Falle werden. Nach Angaben der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer vom Sonntag müssen Arme rausgehen, um Geld zu verdienen. Denn die meisten lebten von der Hand in den Mund. Doch würden die Ausgangssperren, die eine Verbreitung des Coronavirus eindämmen sollen, teils mit massiver Gewalt durchgesetzt. Dies sei lebensbedrohlich für den ärmsten Teil der Bevölkerung. "Ihnen bleibt nur die Wahl: am Coronavirus oder am Hunger zu sterben", sagt Salimane Issifou, Leiter der SOS-Kinderdörfer im westafrikanischen Staat Benin.

VIRUS: Italien prüft Pläne für Rückkehr zur Normalität nach Corona-Krise

ROM - Italien bereitet nach Angaben von Gesundheitsminister Roberto Speranza einen Fünf-Punkte-Plan zum kontrollierten Abbau der Corona-bedingten Beschränkungen vor. Es sei aber unverantwortlich, ein Datum für die Rückkehr zur Normalität zu versprechen, sagte er der Zeitung "La Repubblica" (Sonntag).

VIRUS: EU-Innenkommissarin erwartet Normalisierung an Grenzen nach Ostern

BRÜSSEL/BERLIN - Die Lage an den Schengen-Binnengrenzen könnte sich nach Einschätzung der EU-Innenkommissarin Ylva Johansson schon bald normalisieren. "Ich hoffe, dass wir nach Ostern Schritt für Schritt an den Grenzen wieder zu vollständiger Normalität zurückkommen", sagte Johansson dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Immerhin gebe es das neuartige Coronavirus in allen Mitgliedstaaten, genauso wie Regeln zum Abstand halten. "Da machen Grenzkontrollen nicht viel Sinn", sagte die EU-Kommissarin.

VIRUS: Regierung will Gutscheine für abgesagte Reisen staatlich absichern

BERLIN - Nach Kritik an den geplanten Gutscheinen für abgesagte Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen hat die Bundesregierung angekündigt, für die Voucher finanziell einzustehen. "Wir nehmen die Bedenken der Verbraucher sehr ernst. Kein Kunde darf sein Geld verlieren", sagte der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß (CDU) am Sonntag. "Deshalb wollen wir den Wert der Gutscheine staatlich absichern." Zuvor hatten Verbraucherschützer das Vorhaben als "Zwangskredite der Verbraucher an die Unternehmen" abgelehnt und eine Rückzahlung der Reisekosten gefordert.

VIRUS/Brinkhaus: Brauchen europäisches Hilfspaket

BERLIN - Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat ein europäisches Hilfspaket für die Länder gefordert, die die Corona-Krise nicht allein bewältigen können. Brinkhaus sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Europa muss gerade in der Krise solidarisch sein." Die europäischen Verträge sähen für die Hilfe "ein ganzes Bündel von Instrumenten vor: Als allererstes den laufenden EU-Haushalt, dann die Europäische Investitionsbank, den ESM als Schutzschirm und die Nothilfen im Falle von Naturkatastrophen."

VIRUS/CDU-Finanzpolitikerin: Erwägen weitere Hilfen für Mittelständler

BERLIN - Die Unionsfraktion erwägt in der Corona-Krise nach den Worten ihrer finanzpolitischen Sprecherin Antje Tillmann weitere Liquiditätshilfen für mittelständische Unternehmen. Tillmann sagte der Deutschen Presse-Agentur, neben verbesserten Kriterien der staatlichen Förderbank KfW und Programmen habe die Unionsfraktion dem Bundesfinanzministerium "eine einmalige Sonderregelung für die Gewinnermittlung 2019 vorgeschlagen". Danach können Unternehmen, die 2020 Verluste machen, diese auch nach heutiger Rechtslage teilweise im Jahr 2019 steuerlich geltend machen.

ROUNDUP: Handel wirbt um Verständnis für Miet-Aussetzung

BERLIN - Angesichts der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Pandemie hat der Handelsverband (HDE) um Verständnis für Unternehmen geworben, die die Miete für ihre Läden aussetzen. "Es muss in dieser Krise um eine faire Lastenteilung zwischen Mietern und Vermietern gehen", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Stabile Mietverhältnisse liegen auch im Interesse der Vermieter. Ansonsten drohen nach der Coronakrise vielerorts Leerstände und verödende Innenstädte. Das würde auch die Immobilienbranche mit nach unten ziehen." Genth kritisierte, dass "noch zu viele Immobilieneigentümer (...) keine Konsequenzen aus der besonderen Krisenlage ziehen" würden.

ROUNDUP: Preiskrieg und Nachfrageeinbruch am Ölmarkt - Opec+ vor Treffen

FRANKFURT/MOSKAU/RIAD/WASHINGTON - Die Lage am globalen Ölmarkt spitzt sich immer weiter zu. Nicht nur herrscht mitten in der weltweiten Corona-Pandemie ein dramatischer Preiskrieg zwischen den beiden Ölriesen Russland und Saudi-Arabien. Jetzt mischt sich auch noch die aufstrebende Ölgroßmacht USA in das Ringen um die Vormacht am Markt ein. Hatte US-Präsident Donald Trump zuletzt noch angedeutet, wie eine Art Vermittler auftreten zu können, droht er nun mit Zöllen auf Rohölimporte.

VIRUS: Industrie fordert Lockerung von Bürokratie-Fristen wegen Corona

BERLIN - Die Industrie fordert wegen der Corona-Krise, Fristvorgaben und Informationspflichten für Unternehmen zu lockern. "Die Unternehmen kommen schon in normalen Zeiten mit den zahlreichen Melde-, Prüf- und Anzeigepflichten kaum zurecht", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Achim Dercks, der Zeitung "Welt am Sonntag". "In der jetzigen Krise sind sie kaum zu schaffen, wenn die Politik an den starren Abgabefristen festhält."

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05.04.2020

Tschentscher zu Covid-Exit-Debatte: Keine falschen Signale senden

HAMBURG (dpa-AFX) - Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat vor einer verfrühten Exit-Strategie in der Corona-Krise gewarnt. "Wir sind als Länder mit der Bundesregierung einig, dass wir die Kontaktbeschränkungen beibehalten müssen und deshalb keine falschen Signale senden dürfen", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Derzeit sei die Dynamik des Infektionsgeschehens insgesamt noch zu hoch. "Wir müssen erst einmal in eine Lage kommen, in der wir sicher sind, unser Gesundheitssystem nicht mehr zu überlasten." Er fügte an: "Bevor wir das nicht erreicht haben, dürfen wir keine Maßnahmen lockern und auch nicht die Disziplin verlieren."/gw/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/"Riesiger Schwall": Entscheidende Woche für New Yorks Krankenhäuser

NEW YORK (dpa-AFX) - Wo sonst Kreuzfahrtschiffe aus der Karibik Zwischenstopps einlegen, ankert jetzt ein schwimmendes Krankenhaus. Wo sonst Kinder spielen und Familien und Freunde picknicken, steht jetzt ein Krankenhaus. Wo sonst große Konferenzen abgehalten werden, ist jetzt ein Krankenhaus. Ob im Hafen von New York, im Central Park, im Javits Center oder an anderen Orten - die Corona-Pandemie hat die Millionenmetropole verändert.

Rund 68 000 Menschen in der Stadt mit rund neun Millionen Einwohnern haben sich bereits mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, wie Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag (Ortszeit) bekannt gab. Die statistisch gesehen meisten Fälle gibt es - ausgerechnet - im Bezirk Corona im Stadtteil Queens. Rund 2600 Patienten sind in New York bislang nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, zwei Drittel davon alleine in der vergangenen Woche. Berichte von überlasteten Leichenschauhäusern und Bilder von behelfsmäßigen Kühltransportern für Leichen an den Krankenhäusern sorgten bereits in den vergangenen Tagen weltweit für Sorge und Grauen.

Seit Anfang März gelten in der Millionenmetropole Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, die Schulen und alle "nicht überlebenswichtigen" Geschäfte sind geschlossen. Die Stadt ist ruhig geworden, ein Großteil der New Yorker verbringt die meiste Zeit zu Hause - in den Krankenhäusern der Stadt aber fängt der Großeinsatz jetzt gerade erst so richtig an.

Auf diese Woche, so haben Gouverneur Cuomo und Bürgermeister Bill de Blasio immer wieder deutlich gemacht, werde es ankommen, dann könnten die Krankenhäuser überlastet werden. "Wir werden einen riesigen Schwall erleben", sagte de Blasio. "Jetzt ist ein entscheidender Moment, an dem wir ausgestattet und vorbereitet sein müssen, für den sehr schwierigen Kampf, den wir vor uns haben."

Es geht - wie vielerorts derzeit - vor allem um drei Dinge: Krankenhausbetten, Ausstattung insbesondere Schutzausrüstung und Beatmungsgeräte, sowie Einsatzkräfte. Von allem gebe es in New York Projektionen zufolge zu wenig, sagt de Blasio. "Es ist ein dramatischer Kampf, ausreichend Schutzausrüstung zu bekommen. Aber ich will ehrlich sein: Sicherzustellen, dass wir ausreichend Beatmungsgeräte haben, ist noch schwieriger. Und sicherzustellen, dass wir ausreichend Betten haben, wird ein unglaubliches Rennen gegen die Zeit", sagte der Bürgermeister weiter. Es sei zwar fast unvorstellbar, "aber ich glaube, dass wir es schaffen können, wenn wir die Hilfe bekommen, die wir brauchen".

Zuletzt kamen unter anderem aus China 1000 Beatmungsgeräte als Spende und der Bundesstaat Oregon lieh 140 aus, wie Gouverneur Cuomo am Samstag mitteilte.

Zu spät sei die Metropole in den Kampf gegen die Verbreitung des Virus gestartet, sagen Beobachter - aber dafür nun mit umso mehr Anstrengungen. Zu den bereits zahlreichen Behelfskrankenhäusern sollen viele weitere hinzukommen, unter anderem in Hotels. Zahlreiche Firmen spenden Masken und Schutzausrüstung für Krankenhaus-Mitarbeiter, Restaurants kochen für sie Mahlzeiten.

Mehr als 20 000 Krankenschwestern und Ärzte aus dem Rest der USA haben sich nach einem Aufruf bereits freiwillig bereit erklärt, New York vor Ort zu unterstützen. "Das sind wundervolle, großzügige Menschen", schwärmte Gouverneur Cuomo. "Und die New Yorker werden sich revanchieren." Denn bislang sei zwar der Bundesstaat New York das Epizentrum der Krise in den USA - das sei aber nur ein Vorgeschmack auf den Rest des Landes. "Schaut uns heute an, seht euch morgen."/cah/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/GESAMT-ROUNDUP: Ausgangsbeschränkungen weitgehend eingehalten

BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland hat den ersten Zuhause-Bleiben-Härtetest in der Corona-Krise bestanden. Am ersten richtigen Frühlingswochenende mit Sonne und Wärme satt hielten sich die allermeisten Menschen zwischen Ostsee und Alpen an die Auflagen, die die Ausbreitung des Coronavirus bremsen sollen. Die Polizei zog trotz einzelner Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen insgesamt ein zufriedenes Fazit. Das Virus greift allerdings weiter um sich. Zum Wochenanfang dürfte die Marke von 100 000 registrierten Infektionen erreicht werden.

LEERE STRÄNDE AN NORD- UND OSTSEE - BESCHRÄNKUNGEN WERDEN EINGEHALTEN

Trotz strahlenden Frühlingswetters haben sich die Menschen in Deutschland am Wochenende weitgehend an die Ausgangsbeschränkungen gehalten. An Nord- und Ostsee blieben die Strände ziemlich leer, wie die Polizei in den Küstenländern berichtete. "Die Menschen halten sich größtenteils an die Ausgangsbeschränkungen", sagte ein Kieler Polizeisprecher. Lediglich an den Landesgrenzen zu Hamburg habe die Polizei viele Ausflügler wieder nach Hause geschickt. In Düsseldorf lösten Ordnungsdienst und Polizei am Sonntag am Rhein eine Menschenmenge von rund 200 Personen auf, um den verordneten Abstand zwischen Menschen einzuhalten. In Mecklenburg-Vorpommern wurden einige Grillpartys aufgelöst oder Menschen aus anderen Bundesländern nach Hause geschickt. In Bayern zog es zwar Spaziergänger und Freizeitsportler an die frische Luft, jedoch hielten sich die meisten Menschen an die Vorgaben. Die Polizei in München registrierte von Samstag- und Sonntagmorgen bei gut 9000 Kontrollen rund 370 Verstöße.

Außenminister Heiko Maas appellierte an die Bürger, auch über das bevorstehende Osterfest diszipliniert zu bleiben. "Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage - so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

ZAHL REGISTRIERTER INFEKTIONEN NÄHERT SICH MARKE VON 100 000

In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag mindestens 94 927 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag: über 89 300 Infektionen). Mindestens 1384 mit Sars-CoV-2 Infizierte starben bislang bundesweit (Vortag: 1103). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 24 350 nachgewiesenen Fällen und mindestens 411 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20 523 Fällen und mindestens 258 Toten. Experten rechnen auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Die Zeit mit den höchsten Infektionszahlen liegt noch vor uns."

GRUNDGESETZÄNDERUNG FÜR BUNDESTAG-NOTFALLLÖSUNG ABGELEHNT

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) stößt mit Überlegungen für eine Grundgesetzänderung, die das Parlament in der Corona-Krise handlungsfähig halten soll, auf Ablehnung bei den Fraktionen. "Krisen sind für Verfassungsänderungen kein guter Ratgeber", sagte der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Solche Vorschläge sollte man in ruhigeren Zeiten besprechen." Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kündigte in der "Süddeutschen Zeitung" ebenfalls ein "Nein" an: "In Krisenzeiten das Grundgesetz verändern zu wollen, verbietet sich." Schäuble hat alle Fraktionschefs angeschrieben, um über die Möglichkeit von virtuellen Bundestagssitzungen oder das Schaffen eines Notparlaments zu reden. Für beides müsste das Grundgesetz geändert werden.

SÖDER WILL KONJUNKTURPROGRAMM NACH CORONA-KRISE

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will nach der Corona-Krise mit Steuersenkungen und Innovationsanreizen in der Automobilindustrie die Konjunktur ankurbeln. Der CSU-Vorsitzende sagte der "Bild am Sonntag", der Solidaritätszuschlag solle ganz und früher abgeschafft werden. Der Staat sollte den Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge massiv unterstützen. "Damit sichern wir Arbeitsplätze, schützen das Klima und verbessern die Wettbewerbsfähigkeit unserer Automobilindustrie. Das kann uns nach Corona sogar nach vorn katapultieren." Söder kündigte zudem an, dass alle Pflegekräfte in Bayern für ihren oftmals aufreibenden Einsatz in der Corona-Krise vom Land eine steuerfreie Bonuszahlung von 500 Euro bekommen werden.

HOHE NACHFRAGE NACH CORONA-KREDITEN

Die Nachfrage von Unternehmen nach Corona-Krediten der staatlichen Förderbank KfW ist ungebrochen hoch. Bis Donnerstag wurden rund 3200 Anträge mit einem Volumen von rund 11 Milliarden Euro bei der KfW gestellt, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Sonntag auf Anfrage mitteilte. Bisher seien etwa 2700 Anträge mit einer Gesamthöhe von etwa 960 Millionen Euro zugesagt worden. Rund 750 Millionen Euro seien an den Mittelstand gegangen, betonte das Ministerium. "Das heißt, das Programm kommt im Mittelstand auch an." Seit dem 23. März können Firmen Mittel aus dem KfW-Sonderprogramm bei ihrer Hausbank beantragen. Die staatliche Förderbank - und damit die öffentliche Hand - übernimmt den Großteil des Risikos für den Fall, dass Unternehmer das Geld nicht zurückzahlen können.

TRUMP SCHWÖRT USA AUF HARTE ZEITEN EIN

US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Corona-Opferzahlen auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen "viele Tote geben, leider", sagte er im Weißen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein. Der oberste Gesundheitsbeamte, Vizeadmiral Jerome Adams, fügte am Sonntag im Gespräch mit Fox News hinzu: "Das wird ein Test unserer Widerstandskraft. Das wird die Prüfung unseres Lebens." Nun müssten sich alle Amerikaner einen Monat lang an die Schutzmaßnahmen halten und auch in der Öffentlichkeit Masken tragen, forderte er.

QUEEN APPELLIERT AN DURCHHALTEWILLEN DER BRITEN

Königin Elizabeth II. ruft die Briten zum Durchhalten und zu eiserner Disziplin in der Coronavirus-Pandemie auf. Das geht aus vorab verbreitetenden Auszügen einer Rede der 93 Jahre alten Monarchin hervor, die am Sonntagabend (21.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt werden soll. Abgesehen von den traditionellen Weihnachtsansprachen ist es erst die vierte solche Rede des seit 1952 amtierenden britischen Staatsoberhaupts. "Ich richte mich an Sie in einer Zeit, die, wie ich weiß, zunehmend herausfordernd ist", sagt die Queen demnach. "Eine Zeit der Unterbrechung des Lebens in unserem Land; eine Störung, die manche in Trauer gestürzt hat, für viele finanzielle Schwierigkeiten und für uns alle enorme Veränderungen in unserem täglichen Leben bedeutet", so die Königin.

FORDERUNG NACH MARSHALL-PLAN FÜR EUROPA

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat hohe Investitionen in den EU-Haushalt verlangt, um die Folgen der Corona-Pandemie bewältigen zu können. "Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa", schrieb sie in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Der EU-Haushalt sei in allen Mitgliedsstaaten als Instrument des solidarischen Ausgleichs akzeptiert und müsse der Krise entsprechend angepasst werden. Der Marshall-Plan war ein milliardenschweres Hilfsprogramm der USA, mit dem das vom Zweiten Weltkrieg gezeichnete Westeuropa wieder auf die Beine kam.

OTTO VERMISST UMARMUNGEN

Komiker Otto Waalkes, 71, vermisst in der Corona-Krise Berührungen besonders. "Ich würde so gern mal wieder umarmt werden!", sagte er dem Magazin "Der Spiegel". Um sich die Zeit ein wenig zu vertreiben, singe er manchmal mit seinem Nachbarn, dem Liedermacher Rolf Zuckowski, ein paar Lieder auf dem Balkon. "Dann gehen wir beide raus, jeder auf seinen Balkon, Rolf stimmt "De Hamborger Veermaster" an, wir singen gemeinsam und schauen auf die Elbe. Bis einer kommt - einer, der "Ruhe" brüllt", meinte der Komiker, der im Hamburger Stadtteil Blankenese wohnt./sk/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/ROUNDUP/Ansturm auf Corona-Kredite: Druck auf Bundesregierung wächst

BERLIN (dpa-AFX) - Wegen langsamer Bearbeitung von Anträgen auf Corona-Kredithilfen der staatlichen Förderbank KfW für Unternehmen wächst der Druck auf die Bundesregierung, Kredite zu 100 Prozent abzusichern. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe, Peter Klotzki, sagte mit Blick auf eine Abfrage bei den Landesverbänden, Hausbanken würden durch ihr "defensives Verhalten" oft zum Nadelöhr. "An dieser Stelle könnte optimiert werden, indem der Staat die Banken zu 100 Prozent von der Haftung freistellt."

Entsprechende Pläne gibt es in der Bundesregierung. Die KfW trägt bei einem Corona-Sonderkreditpogramm bisher bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos. Aus der Wirtschaft waren wiederholt Klagen laut geworden, Kreditprüfungen der Hausbanken seien zu aufwendig und Kredite würden nicht vergeben, weil Firmen in der derzeitigen Krise nicht kreditwürdig seien.

Die Finanzaufsicht Bafin nahm die Banken gegen Kritik in Schutz. "Niemand, auch nicht die Politik, erwartet, dass die Banken nun überhaupt nicht mehr hingucken", sagte der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Banken sollten Kredite nicht möglichst schnell durchwinken. In dem Maße, wie eine Bank Kreditrisiken eingehe, müsse sie auch ein Mindestmaß an Prüfung vornehmen. Banken und Sparkassen werden überrannt von Anfragen.

Angesichts Hunderttausender geschlossener Geschäfte und weitreichender Produktionsaussetzungen forderte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Bundesregierung zu einem weiteren Corona-Kreditpaket auf. Die Wirtschaft sei mittlerweile sehr viel stärker betroffen von der Pandemie als Mitte März, als der Bund sein Corona-Paket beschlossen hatte. "Zudem nehmen mittlerweile die Kettenreaktionen in die Breite der Wirtschaft zu", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Sonntag.

Nach dpa-Informationen plant die Bundesregierung bereits ein zusätzliches riesiges Programm, das vor allem auf den Mittelstand zielt. Dabei geht es um Verbesserungen bei Laufzeiten und Haftungsfreistellungen für Kredite. Kredite für mittelständische Firmen könnten für eine begrenzte Zeit mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden. Der Staat könnte dafür Garantien in einem Gesamtvolumen von bis zu 300 Milliarden Euro übernehmen.

Die Unionsfraktion erwägt zudem weitere Liquiditätshilfen für mittelständische Unternehmen. Die finanzpolitische Sprecherin Antje Tillmann (CDU) sagte der dpa, die Fraktion habe dem Finanzministerium "eine einmalige Sonderregelung für die Gewinnermittlung 2019 vorgeschlagen". Danach können Unternehmen, die 2020 Verluste machen, diese auch nach heutiger Rechtslage teilweise im Jahr 2019 steuerlich geltend machen. Hierzu müsse bisher der Verlust mit der Steuererklärung 2020 aber erst festgestellt werden.

Die Nachfrage von Unternehmen nach Corona-Krediten ist ungebrochen hoch. Bis Donnerstag hätte Firmen rund 3200 Anträge mit einem Volumen von rund 11 Milliarden Euro bei der KfW gestellt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin auf Anfrage mit. Bisher seien etwa 2700 Anträge mit insgesamt 960 Millionen Euro zugesagt worden.

Seit dem 23. März können Firmen Mittel aus dem KfW-Sonderprogramm bei ihrer Hausbank beantragen. Die staatliche Förderbank - und damit die öffentliche Hand - übernimmt den Großteil des Risikos für den Fall, dass Unternehmer das Geld nicht zurückzahlen können.

"Der Schutzschirm der Bundesregierung enthält bereits gute Instrumente, die krisenmildernde Wirkung entfalten", betonte DIHK-Präsident Schweitzer. "Es ist aber dringend notwendig, das jetzt weiter zu entwickeln. Für weite Teile der deutschen Wirtschaft ist der aktuelle Stillstand dramatisch." Laut einer DIHK-Blitzumfrage sieht sich fast jeder fünf Betrieb bundesweit von einer Pleite bedroht. "Darunter sind Zehntausende bislang kerngesunde mittelständische Unternehmen", sagte Schweitzer.

Auch für Verbraucher kündigte die Bundesregierung Hilfen an, hier geht es um Ersatz für abgesagte Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen. Geplant ist eine Gutscheinlösung. "Wir nehmen die Bedenken der Verbraucher sehr ernst. Kein Kunde darf sein Geld verlieren", sagte der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß (CDU). "Deshalb wollen wir den Wert der Gutscheine staatlich absichern." Zuvor hatten Verbraucherschützer das Vorhaben als "Zwangskredite der Verbraucher an die Unternehmen" abgelehnt und eine Rückzahlung der Reisekosten gefordert./hoe/rm/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/ROUNDUP/Neuer Labour-Chef: Regierung hat schwere Fehler gemacht

LONDON (dpa-AFX) - Der frisch gewählte Chef der britischen Labour-Partei, Keir Starmer, hat den Druck auf Premierminister Boris Johnson in der Coronavirus-Pandemie erhöht. "Es sind schwere Fehler gemacht worden", schrieb Starmer in einem Gastbeitrag in der "Sunday Times". Der 57 Jahre alte ehemalige Menschenrechtsanwalt und frühere Leiter der Ermittlungsbehörde Crown Prosecution Service war am Samstag zum Chef der britischen Sozialdemokraten gekürt worden.

Starmer tritt die Nachfolge von Jeremy Corbyn an. Unter dessen Führung hatte Labour bei der Parlamentswahl im vergangenen Dezember die schwerste Niederlage seit 1935 eingefahren. Zur Vizechefin wurde die bisherige bildungspolitische Sprecherin Angela Rayner gewählt.

Der neue Oppositionschef sagte, die konservative Regierung habe zu spät eingestanden, dass Großbritannien bei der Zahl der Tests hinter anderen Ländern hinterherhinke. Nun müsse das Versprechen, täglich 100 000 Tests durchzuführen, rasch eingelöst werden. Vor allem Krankenhausmitarbeiter müssten getestet und mit der notwendigen Schutzkleidung ausgerüstet werden, forderte Starmer.

Eine Umfrage des Royal College of Physicians, die am Sonntag veröffentlicht wurde, ergab, dass derzeit rund 20 Prozent des medizinischen Personals in Großbritannien der Arbeit fernbleibt. Als Grund dafür nannten die meisten eine vermutete, aber nicht bestätigte Covid-19-Erkrankung bei sich selbst oder bei Angehörigen. Knapp ein Viertel der Befragten gab zudem an, keinen ausreichenden Zugang zu Schutzkleidung zu haben.

Trotz seiner Kritik an der Regierung machte Starmer deutlich, dass er die Corona-Krise nicht dafür nutzen will, um politisch zu punkten. "Ich will, dass die Regierung erfolgreich ist, um Leben zu retten und den Lebensunterhalt (der Bürger) zu sichern. Das ist eine nationale Anstrengung und wir sollten uns alle fragen, was wir zusätzlich beitragen können", schrieb Starmer.

Starmer forderte auch Klarheit über die Pläne der Regierung für eine schrittweise Aufhebung der Einschränkungen in dem Land. Bereits jetzt müsse zudem an der Infrastruktur gearbeitet werden, um die Bevölkerung mit einem Impfstoff zu immunisieren, sobald dieser verfügbar sei.

Starmers Wahl zum Parteichef gilt als Abkehr von dem stramm linksgerichteten Kurs der britischen Sozialdemokraten in den vergangenen Jahren, der für die Partei zur Zerreißprobe wurde. Doch Starmer ist kein zweiter Tony Blair. Er kündigte an, den linken und den pragmatischen Flügel der Partei miteinander versöhnen zu wollen. Ob ihm das gelingt, dürfte maßgeblich über seine Chancen entscheiden, den Tories von Premierminister Boris Johnson gefährlich zu werden.

Der 70 Jahre alte Altlinke Corbyn und seine Mitstreiter standen auch immer wieder in der Kritik, antisemitische Tendenzen in ihrer Partei zu dulden. Hier versprach Starmer einen Neustart: "Ich übernehme die persönliche Verantwortung, dieses giftigen Gewächs mitsamt der Wurzel auszureißen - und ich meine es ernst", so der Abgeordnete für den Londoner Wahlkreis Holborn and St. Pancras.

Die konservative Regierung von Johnson steht angesichts der rapide wachsenden Zahl von Corona-Todesfällen unter großem Druck. Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 in Großbritannien stieg am Sonntag um 621 auf 4934. Noch am Sonntagabend wollte sich Königin Elizabeth II. in einer außergewöhnlichen Ansprache an ihre Landsleute wenden.

Zum Thema EU-Austritt verlor Starmer in seiner per Internet verbreiteten Siegesrede am Samstag kein einziges Wort. Er fungierte im Schattenkabinett Corbyns als Brexit-Experte und gilt als Gegner des EU-Austritts. Noch im vergangenen Jahr setzte er sich vehement dafür ein, ein zweites Referendum auf die Agenda der Labour-Partei zu bringen. Corbyn hingegen hatte das nur sehr zögerlich akzeptiert.

Die widersprüchliche Haltung Labours zum Brexit gilt als einer der Gründe, warum die Partei einen Großteil ihrer Stammwähler in den ehemaligen Industrie- und Bergbauregionen im Norden Englands und den Midlands verloren hat. Starmer wird sich daher wohl hüten, allzu laut nach einer Verlängerung der Brexit-Übergangsphase zu rufen. "Der Streit um Verbleib oder Austritt ist vorbei", sagte er bei einer Podiumsdebatte mit seinen Konkurrentinnen im Februar.

Ob es Starmer gelingen wird, die Arbeiterschaft wieder zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Der gebürtige Londoner stammt als Sohn eines Werkzeugmachers und einer Krankenschwester zwar selbst aus einfachen Verhältnissen, kann aber auf eine beeindruckende Karriere als Jurist zurückblicken. Als Menschenrechtsanwalt war er ein Mitbegründer der Kanzlei Doughty Street Chambers, für die auch Staranwältin Amal Clooney, die Frau des Hollywood-Schauspielers George Clooney, tätig ist. Später leitete er die Ermittlungsbehörde Crown Prosecution Service und wurde dafür zum Ritter geschlagen./cmy/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/ROUNDUP: 'Viele Tote' wegen Corona - Trump schwört auf harte Zeiten ein

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen "viele Tote geben, leider", sagte Trump im Weißen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein, sagte Trump. Der oberste Gesunheitsbeamte, Vizeadmiral Jerome Adams, fügte am Sonntag im Gespräch mit Fox News hinzu: "Das wird ein Test unserer Widerstandskraft. Das wird die Prüfung unseres Lebens." Nun müssten sich alle Amerikaner einen Monat lang an die Schutzmaßnahmen halten und auch in der Öffentlichkeit Masken tragen, forderte er.

Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in den USA überschritt am Wochenende die Marke von 300 000 - das waren deutlich mehr als in jedem anderen Land der Welt. Der Universität Johns Hopkins zufolge kamen infolge der Lungenerkrankung Covid-19 bis Sonntagmorgen (Ortszeit) bereits mehr als 8500 Menschen ums Leben.

WIE SCHLIMM SOLL ES DENN NOCH WERDEN?

Experten rechnen für die kommenden zehn Tagen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies erneut auf eine Modellrechnung, wonach diese bis Mitte April auf rund 2600 Tote pro Tag ansteigen könnten. Vizeadmiral Adams warnte: "Das wird die härteste und traurigste Woche im Leben der meisten Amerikaner." Dem Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle zufolge würde die Opferzahl von derzeit 8300 bis Ende April noch auf rund 70 000 ansteigen und sich ab Juni in den USA bei etwa 90 000 Toten stabilisieren. Bislang gibt es weltweit - inklusive stark betroffener Länder wie Italien und Spanien - rund 66 000 Tote.

WIESO STEIGT DIE OPFERZAHL WEITER AN?

Schwerkranke Patienten sterben typischerweise zwei bis drei Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die jüngsten Opfer haben sich zumeist infiziert, bevor die USA zu weitgehenden Schutzmaßnahmen griffen. In besonders betroffenen Bundesstaaten wie New York, Michigan und Louisiana sei in der nächsten Woche mit deutlich mehr Toten zu rechnen, erklärte Birx am Samstag. Inzwischen haben fast alle Staaten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Entscheidend sei es daher, dass die Zahl der Neuansteckungen bald zurückgehe, sagte Birx. Sobald dies der Fall sei, gebe es Licht am Ende des Tunnels.

WIE IST DIE LAGE IM HOTSPOT NEW YORK?

Der Ostküstenstaat New York und die gleichnamige Metropole sind derzeit am schlimmsten von der Coronavirus-Epidemie betroffen. Dort gab es bislang rund 113 000 bekannte Infektionen und rund 3600 Tote. Gouverneur Andrew Cuomo erklärte, es werde händeringend daran gearbeitet, sich auf den bevorstehenden Höhepunkt der Epidemie vorzubereiten. "Je mehr Zeit wir haben, die Kapazität des Systems zu verbessern, desto besser", sagte er vor Journalisten. Er hoffe, dass New York die Epidemie dank der ergriffenen Schutzmaßnahmen bald überstehen könne. "Ich will, dass das alles vorbei ist", sagte er.

Das US-Militär hat in New York bereits Feldlazarette für rund 2500 Patienten errichtet und ein Krankenhaus-Schiff mit rund 1000 Betten in Einsatz genommen. Am Sonntag sagte Verteidigungsminister Mark Esper im Gespräch mit CNN, die Streitkräfte würden zudem rund 1100 weitere Ärzte, Krankenschwestern und weiteres medizinisches Personal als Verstärkung nach New York schicken.

WAS BEDEUTET DAS ALLES FÜR DIE WIRTSCHAFT?

Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Epidemie hat drastische wirtschaftliche Folgen. Allein in der zweiten Märzhälfte haben in den USA rund 10 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt, die Konjunktur ist im freien Fall. Trump macht daher Druck, die Schutzmaßnahmen so bald wie möglich wieder zu lockern. "Wir müssen das Land wieder geöffnet kriegen", sagte er.

WERDEN MASKEN IM KAMPF GEGEN DAS VIRUS HELFEN?

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit nicht dazu geraten, Masken zu tragen. Seit dem Wochenende heißt es nun aber, in der Öffentlichkeit sollten Stoffmasken getragen werden, die Mund und Nase abdeckten. Dies gelte vor allem in Supermärkten oder in Apotheken, wo es schwierig sei, stets genügend Distanz zu anderen Menschen zu halten. Die Empfehlung gilt demnach besonders für Gebiete, in denen es bereits viele Infektionen gibt. Die Schutzwirkung der nun empfohlenen improvisierten Stoffmasken ist indes umstritten. Im Internet und den US-Medien gab es umgehend viele Anleitungen zum Basteln von Masken.

WIRD TRUMP DEMNÄCHST MIT MASKE AUFTRETEN?

Experten befürchten, dass eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken eine verstärkte Nachfrage auslösen und damit den Mangel an Masken für Personal im Gesundheitswesen verschärfen könnte. Präsident Trump betonte daher, die Empfehlung beziehe sich auf Stoffmasken, die man etwa selbst zu Hause herstellen könne. Er selbst hat bereits klargestellt, dass er sich nicht an die Empfehlung seiner Regierung halten will. "Das ist freiwillig", sagte er am Freitagabend (Ortszeit). "Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun."/jbz/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/ROUNDUP 2/Söder: Nach Corona-Krise Steuern senken - Widerspruch aus SPD

(neu: Reaktionen)

BERLIN (dpa-AFX) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will nach der Corona-Krise mit Steuersenkungen und Innovationsanreizen in der Automobilindustrie die Konjunktur ankurbeln. Der CSU-Vorsitzende sagte der "Bild am Sonntag", der Solidaritätszuschlag solle ganz abgeschafft und früher umgesetzt werden.

Darüber hinaus will Söder die Automobilindustrie stärken. "Der Staat sollte den Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge massiv unterstützen. Damit sichern wir Arbeitsplätze, schützen das Klima und verbessern die Wettbewerbsfähigkeit unserer Automobilindustrie. Das kann uns nach Corona sogar nach vorn katapultieren." Söder, in dessen Bundesland große Autobauer angesiedelt sind, sprach von einem "vitalen Konjunkturprogramm".

Prompt erntete Söder Widerspruch aus der SPD. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sagte der "Augsburger Allgemeinen" (Montag): "Adam Riese war gebürtiger Bayer, von ihm könnte der bayerische Ministerpräsident lernen, dass man 156 Milliarden Euro zusätzlicher Kredite nicht abträgt, indem man die Staatseinnahmen senkt." Er fügte hinzu: "Es sei denn, er will nach Corona auf dringend nötige Investitionen verzichten oder sozialen Kahlschlag betreiben. Dann würde Corona zu einem Desaster für Generationen."

CDU und CSU fordern schon seit geraumer Zeit die komplette Abschaffung des Solis. Vereinbart hatten sie im Koalitionsvertrag mit der SPD aber nur, dass er für 90 Prozent der Solizahler wegfällt. SPD-Finanzminister Olaf Scholz hatte daraufhin vorgeschlagen, den Soli für diese 90 Prozent ganz und für weitere 6,5 Prozent teilweise abzuschaffen. Dem Vorschlag der SPD, den Abbau des Soli nicht erst zum Januar 2021 umzusetzen, sondern schon auf Mitte 2020 vorzuziehen, wollte die Union bislang nicht folgen. Und bereits schon jetzt versucht man mit der sogenannten Umweltprämie, den Absatz von E-Autos anzukurbeln - mit bisher mäßigem Erfolg.

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi erklärte zu Söders Vorschlägen, der Ministerpräsident sage "auch Richtiges". "Wir brauchen nach der schweren Zeit vor allem öffentliche Investitionen, um die Wirtschaft wieder aufzubauen." Es müssten aber die Leistungsträger mit kleinen und mittleren Einkommen dringend entlastet werden. "Statt der vollständigen Abschaffung des Soli für die oberen zehn Prozent brauchen wir eine Vermögensabgabe für Milliardäre und Multimillionäre nach dem Vorbild des deutschen Lastenausgleichs mit hohen Freigrenzen für Betriebsvermögen."/rm/cco/DP/nas

05.04.2020

VIRUS/ROUNDUP: Von der Leyen fordert Marshall-Plan für Europa wegen Corona-Krise

BRÜSSEL/MADRID/BERLIN (dpa-AFX) - Einen Marshall-Plan für die Zeit nach der Corona-Krise hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gefordert. Trotz aller Hilfsmaßnahmen müsse Europa mehr Geld in die Hand nehmen, verlangte sie in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Aus diesem Grund sprach sie sich für massive Investitionen in den EU-Haushalt aus. Der EU-Haushalt sei in allen Mitgliedstaaten als Instrument des solidarischen Ausgleichs akzeptiert und müsse der Krise entsprechend angepasst werden.

Der Marshall-Plan war ein milliardenschweres Hilfsprogramm der USA, mit dem das vom Zweiten Weltkrieg gezeichnete Westeuropa wieder auf die Beine kam.

Von der Leyen zeigte sich zuversichtlich, dass sich Europa bald wieder erholen werde: "Die vielen Milliarden, die heute investiert werden müssen, um eine größere Katastrophe abzuwenden, werden Generationen binden." So könne auch in der Krise das Gefühl der Gemeinschaft unter den Nationen Europas erneuert werden.

Für einen Marshall-Plan sprachen sich auch die früheren deutschen Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Sigmar Gabriel (SPD) aus, allerdings zur Unterstützung Spaniens und Italiens, um ein mögliches Auseinanderbrechen Europas zu verhindern. "Europa braucht jetzt zweierlei: gemeinsame Hilfen in der Krise und ein gemeinsames Wiederaufbauprogramm nach der Krise", schreiben Fischer und Gabriel in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" und den "Tagesspiegel" (Montag).

"Italien und Spanien werden es Europa und vor allem uns Deutschen hundert Jahre lang nicht vergessen, wenn wir sie (...) jetzt im Stich lassen. Und genau das tun wir gerade", kritisieren die beiden früheren Minister. Das Coronavirus habe aus ihrer Sicht das Potenzial, die ohnehin in Europa existierenden Risse so massiv zu vertiefen, "dass die Union daran auseinanderbrechen könnte". Vor allem in Italien war wiederholt Kritik an der mangelhaften Hilfe der EU laut geworden.

Die EU drohe bei dieser größten Bewährungsprobe seit ihrer Entstehung dramatisch zu versagen, meinten Gabriel und Fischer. "Stattdessen erleben wir, dass Mächte wie Russland und China öffentlichkeitswirksam Hilfe liefern, um genau dieses Defizit Europas zu betonen. Dass hier humanitäre und politische Ziele mindestens gleichzeitig verfolgt werden, liegt auf der Hand."

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez rief die EU-Partner "in einem kritischen Moment" zu "rigoroser Solidarität" auf. Um im Kampf gegen die Corona-Krise nicht als Union zu scheitern, müsse die EU "eine Kriegswirtschaft auf die Beine stellen", forderte der sozialistische Politiker in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenportal der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wie von der Leyen sprach auch Sánchez von einem neuen Marshall-Plan.

Dieser Plan müsse "Maßnahmen zur Stützung der Schulden" enthalten, die viele Staaten aufnehmen müssten, sagte Sánchez. In den vergangenen Wochen seien zwar wichtige Beschlüsse gefasst worden, wie das befristete Notfall-Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) oder das Kreditprogramm SURE der EU-Kommission zur Finanzierung von Kurzarbeit. Dies alles sei aber nicht genug. Man benötige mittelfristig einen "neuen Mechanismus zur Vergemeinschaftung von Schulden".

Die EU-Staaten sind uneins, ob sogenannte Corona-Bonds als Mittel gegen die wirtschaftlichen Probleme in der Krise nötig sind. Dabei handelt es sich um gemeinsame europäische Anleihen zur Finanzierung der EU-Staaten. Unter anderem Italien und Spanien sind dafür, sie fordern die Anleihen als Zeichen europäischer Solidarität. Zudem argumentieren Befürworter, alle Staaten hätten somit dieselben günstigen Finanzierungskonditionen. So könnten auch bereits hoch verschuldete Länder wie Italien Geld zu günstigeren Konditionen einsammeln, weil wirtschaftlich stärkere Staaten wie Deutschland ebenfalls für Zinsen und Rückzahlung haften.

Die Bundesregierung in Berlin lehnt - wie auch andere EU-Mitglieder wie Österreich - diese fest verzinsten Wertpapiere ab. Sie fürchten, dass sie die Haftung für Schulden finanziell angeschlagener Länder übernehmen müssen. Stattdessen tritt Finanzminister Olaf Scholz (SPD) für ein Drei-Stufen-Modell ein: vorsorgliche Kreditlinien des Euro-Rettungsschirms ESM, Bürgschaften der Europäischen Investitionsbank EIB und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Programm zur Unterstützung von Kurzarbeitergeld-Modellen.

In der Krise sieht Sánchez, dessen Beitrag am Sonntag unter anderem auch in der spanischen Zeitung "El País" erschien, aber auch "eine Chance für den Wiederaufbau einer weitaus stärkeren EU". Ähnlich äußerte sich von der Leyen auf Twitter. Europa habe bei der Bekämpfung der Epidemie zwar anfangs einen "Fehlstart" hingelegt - das tue heute noch weh. Aber jetzt stehe Europa zusammen. Ärzte und Krankenschwestern im Ruhestand seien in den Dienst zurückgekehrt, Millionen weiterer Freiwilliger unternähmen alles, um zu helfen, so von der Leyen.

"Wir haben gesehen, wie Restaurants Lebensmittel an erschöpftes medizinisches Personal liefern, Designerlabels Krankenhauskleidung anfertigen und Autohersteller zu Produzenten von Beatmungsgeräten werden", lobte von der Leyen. "Diese Akte der Freundlichkeit, des Mutes und des Einfallsreichtums erfüllen mich mit Stolz. Dies ist die Kraft der europäischen Solidarität."/cha/laj/DP/nas

05.04.2020

VIRUS: Merz lobt Merkel und Ministerpräsidenten für Strategie gegen Corona

BERLIN (dpa-AFX) - Der Kandidat um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihren Einsatz in der Corona-Krise gelobt. "Ich finde, dass die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten ihre Sache gut machen", sagte Merz der "Westfalenpost" (online und Montagausgabe) in einem der ersten Interviews nach überstandener Coronavirus-Erkrankung. "Frau Merkel gehört zu den Politikern, die erst nachdenken und dann reden, und das ist mir gerade in einer solchen Situation sympathischer als umgekehrt", sagte der 64-jährige Politiker auf die Frage, ob die Kanzlerin zu spät reagiert habe.

Merz wurde am 15. März positiv auf das Coronavirus getestet. Anschließend hat er sich laut Zeitung zusammen mit seiner Ehefrau und seiner jüngsten Tochter in seinem Haus in Arnsberg in 14-tägige Quarantäne begeben. Er selbst habe nur leichte bis mittlere Symptome verspürt, sagte Merz. Seine Familie sei gesund geblieben. Der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion meldete demnach etwa 80 Kontaktpersonen an das Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreises. Er gehe jedoch davon aus, dass er niemanden angesteckt habe, sagte Merz der "Westfalenpost".

Merz erneuerte seine Einschätzung, dass die Wirtschaft noch "sehr, sehr lange" unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden werde. "Ich gehöre zu denen, die die Prognosen für das Wirtschaftswachstum eher im zweistelligen Minusbereich sehen als im einstelligen", sagte er der Zeitung./rm/DP/nas

03.04.2020

ANALYSE-FLASH: SocGen hebt Infineon auf 'Hold' - Ziel 14,50 Euro

PARIS (dpa-AFX) - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat Infineon von "Sell" auf "Hold" hochgestuft, das Kursziel aber von 20 auf 14,50 Euro gesenkt. 2020 sei wegen der Corona-Krise und ihrer Folgen zum Beispiel im Autosektor für den Chipkonzern ein Jahr zum Vergessen, urteilte Analyst Aleksander Peterc in einer am Freitag vorliegenden Studie. Er rechnet nach diesem Jahr aber mit einer soliden Erholung und 2021 mit wieder hergestellter Profitabilität. Die Bewertung der Aktien sei in der Krise zu stark gesunken./tih/he

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.04.2020 / 17:37 / CET Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

03.04.2020

AKTIEN IM FOKUS: Gewinner und Verlierer der Krise - Biotech top, Luftfahrt flop

FRANKFURT/PARIS/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Coronavirus-Pandemie setzt den Börsen weltweit enorm zu. Allein der deutsche Leitindex Dax ist seit der Eskalation der Krise am Rosenmontag (24. Februar) um etwa ein Drittel eingebrochen. Einige Unternehmen treffen die Folgen dabei besonders hart, wird ihnen dadurch doch mehr oder weniger die komplette Geschäftsgrundlage entzogen. Anderen Firmen spielt die Ausbreitung der lebensgefährlichen Krankheit dagegen in die Karten. Rund sechs Wochen nach Beginn des Corona-Crashs stechen einige Gewinner und Verlierer mit ihren Kursveränderungen besonders deutlich hervor (Entwicklung jeweils gemessen am Schlusskurs vom 21. Februar):

BIONTECH (+70%): Das in den USA notierte Mainzer Biopharmaunternehmen betreibt mit einem chinesischen Partner die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die vom Coronavirus verursachte Krankheit Covid-19. Der Kandidat mit der Bezeichnung BNT 162 soll Körperzellen dazu anregen, Wirkstoffe zur Abwehr des Virus zu erzeugen. Pharmaunternehmen, die wie die Mainzer mit ihrem mRNA-Ansatz für den Kampf gegen die Lungenerkrankung in Frage kommen, dürften bei den Anlegern weiter en vogue bleiben, schrieb Analyst Patrick Trucchio von der Berenberg Bank in einer jüngsten Studie.

DRÄGERWERK (+50%): Der Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik fertigt unter anderem Atemschutzmasken an und wurde deshalb an der Börse zuletzt immer wieder als Profiteur der Pandemie gehandelt. Für regelrechte "Kaufpanik" sorgte Mitte März ein Auftrag der Bundesregierung über 10 000 Beatmungsgeräte. Ende März kam dann noch ein Großauftrag der US-Regierung über die Lieferung von Atemschutzmasken hinzu.

SHOP APOTHEKE (+35%): Die Onlineapotheke profitiert in der Corona-Krise von hohen Bestellungen und wurde vor dem Hintergrund zuletzt für das Gesamtjahr etwas zuversichtlicher. Schon Januar und Februar seien sehr stark gewesen, hieß es. Der Ausbruch des Coronavirus habe dann im März aber nochmal einen weiteren Wachstumsschub verursacht. Den Jahresumsatz erwartet das Unternehmen nun mindestens 20 Prozent über dem Vorjahr, vorher war ein Anstieg um rund 20 Prozent angepeilt.

TEAMVIEWER (+28%) und ZOOM (+20%) : Beide Unternehmen sind Software-Hersteller für Videokonferenzen. Dies nutzen in der aktuellen Coronavirus-Krise immer mehr Unternehmen, indem sie ihre Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten lassen, um eine Virus-Ansteckung zu vermeiden. Nach Einschätzung von DZ-Bank-Analyst Armin Kremser könne Teamviewer zurecht als einer der wenigen Gewinner der Corona-Krise bezeichnet werden. Aufgrund der mit der Pandemie verbundenen sozialen Distanzierung wachse weltweit die Erkenntnis, dass Fernkonnektivität ein Schlüssel zur Lösung vieler Probleme sein könne. Der Experte rechnet denn auch damit, dass das Unternehmen seinen Ausblick demnächst noch anheben könnte. Zumindest würde ihn das "nicht überraschen".

MTU (-58%), AIRBUS (-61%), LUFTHANSA (-45%), FRAPORT (-45%): Besonders hart trifft der coronabedingte Shutdown bislang die Luftfahrtbranche. Beim Flughafenbetreiber Fraport kam das Passagieraufkommen Ende März mit einem Rückgang um 91 Prozent noch stärker zum Erliegen. Der totale Zusammenbruch des weltweiten Flugverkehrs habe die Airlines in Liquiditätsprobleme gebracht, die existenzbedrohend seien und Staatshilfen nötig machten, schrieb Berenberg-Analyst Andrew Gollan in einer Studie. Besonders deutlich wurden die Risiken durch neueste Kursziele des Citigroup-Experten Mark Manduca, der mit 50 Cent für die Lufthansa und einem Euro für Air-France-KLM für einen regelrechten Schock sorgte. Jeder Monat Shutdown koste die Lufthansa eine Milliarde Euro.

TUI (-62%), CARNIVAL (-80%) : Auch Reisekonzerne wie den Reiseveranstalter Tui oder den Kreuzfahrtriesen Carnival trifft die Krise mit voller Wucht. Tui hat wegen der Corona-Pandemie sein Reisegeschäft sowie nahezu den gesamten Kreuzfahrt- und Hotelbetrieb eingestellt. In Deutschland soll der Konzern nun im Kampf gegen den Einbruch seines Geschäfts staatliche Hilfskredite über 1,8 Milliarden Euro bekommen. Kreuzfahrtschiffe hatten sich zuletzt mit an Bord aufgetretenen Infektionen mehrfach als großes Problem erwiesen, weil viele Passagiere dort auf engem Raum leben.

DEUTSCHE EUROSHOP (-55%), H&M (-44%): Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben in vielen internationalen Ländern zur Schließung von Einzelhandelsgeschäften geführt. Davon ist zum Beispiel die Modekette H&M schwer betroffen, zum 31. März waren weltweit 3778 der 5065 Läden des Konzerns vorübergehend geschlossen. Aber auch der Einkaufszentren-Investor Deutsche Euroshop bekommt die Auflagen deutlich zu spüren. Dieser teilte zuletzt mit, erste Mieter würden Insolvenz anmelden. Außerdem hätten Mieter die Möglichkeit, die Zahlungen wegen der Pandemie auszusetzen./kro/ag/tih/he

03.04.2020

ANALYSE-FLASH: DZ Bank senkt Puma auf 'Verkaufen' und fairen Wert auf 39 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die DZ Bank hat Puma angesichts einer vorgesehenen Dividendenstreichung von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und den fairen Wert von 45 auf 39 Euro gesenkt. Analyst Herbert Sturm revidierte in einer am Freitag vorliegenden Studie seine Schätzungen für den Sportartikelkonzern nochmals nach unten - und erhöhte außerdem seinen Risikoabschlag für die Aktie wegen der Coronavirus-Pandemie./tih/ck

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.04.2020 / 16:11 / MEZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.04.2020 / 16:20 / MEZ

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03.04.2020

AKTIE IM FOKUS: Amadeus IT nach Kapitalerhöhung unter Druck

MADRID/PARIS (dpa-AFX Broker) - Aktien von Amadeus IT sind am Freitag nach einer Kapitalerhöhung unter Druck geraten. Im Tief verloren die Papiere nahezu fünf Prozent, konnten die Verluste aber bis zuletzt auf knapp 1,5 Prozent eindämmen. Im EuroStoxx 50 fand sich der spanische IT-Dienstleister für die Touristik damit im schwächsten Drittel wieder.

Das Unternehmen hatte 20,6 Millionen eigene Aktien zu 39 Euro platziert und damit 750 Millionen Euro eingenommen. Nach Bloomberg-Informationen wurde der größte Teil davon bei den wichtigsten Investoren platziert. Zudem wurde eine Wandelanleihe ebenfalls in Höhe von rund 750 Millionen Euro begeben. Nach Unternehmensangaben steigt damit die eigene Liquidität auf mehr als 4 Milliarden Euro. Der Konzern hat ein extremes "Stress-Szenario" aufgelegt, laut dem der weltweite Flugverkehr für den Rest des Jahres um 80 Prozent einbricht.

Goldman-Analyst Matija Gergolet begrüßte in einer am Freitag vorliegenden Studie die angekündigten Maßnahmen als guten Schritt. Der Umsatzrückgang wegen der Corona-Krise falle aber noch stärker aus als von ihm befürchtet./tav/jha/

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03.04.2020

AKTIE IM FOKUS: Shop Apotheke als Krisenprofiteur wieder auf Rekordjagd

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der Shop Apotheke eilen inmitten der Corona-Krise wieder in Richtung alter Rekordhöhen. So auch an diesem Freitag. Kein Wunder: In einem in weiten Teilen zum Erliegen gekommenen Wirtschaftsumfeld mit mannigfach zurückgezogenen Jahreszielen stellt das Geschäft der Online-Apotheke eine Ausnahme dar. Ein außergewöhnlich hohes Bestellaufkommen prägt momentan die Situation, da viele Menschen aktuell zu Hause bleiben und per Internet einkaufen. Entsprechend wurde der vor dreieinhalb Jahren an die Börse gegangene Arzneimittel-Versandhändler zuversichtlicher.

Am späteren Vormittag gewannen die Anteilsscheine 8,2 Prozent auf 62,30 Euro, nachdem sie zeitweise bis auf 63 Euro geklettert waren. Ihren bisherigen Höchststand hatten sie im Jahr 2017 bei 64,81 Euro erreicht. Allein seit dem 24. Februar, an dem die Panik vor der Pandemie die Aktienmärkte erstmals mit Wucht erfasst hatte, sind die Aktien um 35 Prozent nach oben geschossen.

Analysten sprachen unisono von einem starken Geschäft im ersten Quartal, was allgemein aber kaum überraschen dürfte. Die Aktie sei eine der wenigen vom Virus-Ausbruch direkt begünstigten, äußerte sich etwa Christian Salis von der Privatbank Hauck & Aufhäuser in einer ersten Reaktion. Seine eigene Schätzung eines Umsatzwachstums von 22 Prozent im angelaufenen zweiten Quartal erscheine vor diesem Hintergrund vorsichtig. Interessanter jedoch sei - auch da sind sich Analysten einig - die E-Rezeptpflicht ab 2022. Das dürfte für weiteren Auftrieb sorgen.

Zu den wenigen Gewinnern der Corona-Krise gehören neben der Shop Apotheke zudem auch weitere Papiere aus der Gesundheitsbranche: etwa das Diagnostik-Unternehmen Qiagen , der Medizintechnikhersteller Drägerwerk oder der an der Nasdaq notierte Mainzer Biopharma-Spezialist Biontech . Auch Aktien wie etwa Teamviewer , die an diesem Tag erneut auf ein Rekordhoch kletterten, oder Hellofresh mit einem Höchststand am Mittwoch, gehören dazu. Hellofresh liefert online bestellte Kochboxen, was das Zuhause-Bleiben erleichtert. Teamviewer als Anbieter von Fernwartungssoftware profitiert enorm vom virusbedingt starken Trend zum Home Office./ck/ag/stk

03.04.2020

AKTIE IM FOKUS: Nordex gefragt nach Auftragseingang - Kursgewinn schmilzt aber

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Nach guten Auftragsdaten für das erste Quartal sind die Papiere von Nordex am Freitag um bis zu 6,5 Prozent auf 7,56 Euro geklettert. Zuletzt lagen sie nach 4,5 Prozent im Plus. Der Hersteller von Windkraftanlagen konnte zum Jahresauftakt mit 352 Turbinen und 1,64 Gigawatt das Volumen der fest vereinbarten Neuaufträge gegenüber dem Vorjahr um rund 59 Prozent steigern.

Nordex habe sich unter den Top 3 der Hersteller der 4-Megawatt-Plus-Klasse festgebissen, hob Commerzbank-Analyst Sebastian Growe hervor. Er erwartet, dass Nordex sein operatives Ergebnisziel für das Gesamtjahr bestätigt, sieht aber im Zuge der Corona-Krise auch eine Menge Unwägbarkeiten. Growe bleibt allerdings bei seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 13 Euro./ag/jha/

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03.04.2020

ANALYSE-FLASH: Jefferies belässt Tesla auf 'Hold' - Ziel 800 Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Tesla nach Auslieferungszahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 800 US-Dollar belassen. Mit 88 400 Fahrzeugen im ersten Quartal lägen diese um sieben Prozent über der vom Unternehmen erhobenen Konsensumfrage, schrieb Analyst Philippe Houchois in einer am Freitag vorliegenden Studie. Das sollte der Markt positiv aufnehmen./bek/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.04.2020 / 02:18 / ET Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.04.2020 / 02:18 / ET

03.04.2020

ANALYSE-FLASH: Goldman senkt Ziel für Volvo B auf 176 Kronen - 'Conviction Buy'

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Volvo B von 187 auf 176 schwedische Kronen gesenkt und die Einstufung auf "Conviction Buy List" belassen. Analystin Daniela Costa kürzte in einer am Freitag vorliegenden Studie wegen der Corona-Krise ihre Erwartungen an den Nutzfahrzeughersteller deutlich und geht davon aus, dass auch die Markterwartungen zurückkommen werden. Ein Kauf der Aktie lohne sich aber weiter, unter anderem weil der Konzern über eine der solidesten Bilanzen im Sektor verfüge und ein gutes Polster habe, um die Krise zu meistern./tav/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 02.04.2020 / 23:23 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

03.04.2020

ANALYSE-FLASH: Hauck & Aufhäuser belässt Shop Apotheke auf 'Buy' - Ziel 60 Euro

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat die Einstufung für Shop Apotheke nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 60 Euro belassen. Die Online-Apotheke habe ein starkes erstes Quartal hinter sich und begünstigt von der Virus-Pandemie die Jahresziele für den Umsatz angehoben, schrieb Analyst Christian Salis in einer am Freitag vorliegenden Studie./ajx/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.04.2020 / 08:37 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.04.2020 / 08:38 / MEZ

03.04.2020

AKTIEN-FLASH: Versicherer europaweit unter Druck - Sollen Dividenden aussetzen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Stoxx Europe 600 Insurance mit den Versicherungswerten ist am Freitag mit einem Abschlag von 3 Prozent mit weitem Abstand schwächster Sektor in Europa gewesen. Auch im Dax lagen Allianz und Munich Re mit minus 1,5 Prozent am Ende. Unter den großen europäischen Versicherungs-Werten verzeichneten unterdessen Axa mit 4,3 Prozent Abschlag die stärksten Verluste.

Die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hat die Unternehmen in der Branche am Vorabend zu einer Pause bei Dividenden und Aktienrückkäufen aufgefordert. Die Versicherer und Rückversicherer müssten ihrer Verantwortung gegenüber den Kunden auch in der Corona-Krise nachkommen, hieß es. Die Bundesaufsicht BaFin hielt derweil an ihrer Einschätzung vom 24.März fest und hält "ein pauschales Ausschüttungsverbot für Versicherungsunternehmen und Pensionskassen derzeit nicht für geboten".

Die Investmentbank JPMorgan hält den BaFin-Weg für den richtigen. Unter anderen sehen sie bei der Allianz und Munich Re keinen Grund für eine Aussetzung der Dividenden. Auch unter Berücksichtigung eines Anstiegs der Forderungsausfälle und Abstufungsrisiken seien sie finanziell stark genug, erklärte Analyst Ashik Musaddi./ag/stk

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