dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

17.02.2019

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Impressum

FRANKFURT (dpa-AFX) - Guten Morgen! Wir begrüßen Sie beim Nachrichtendienst von dpa-AFX. Den verantwortlichen Dienstleiter erreichen Sie unter folgender Telefonnummer: 069/92022-425. Alle angegebenen Zeiten beziehen sich auf MESZ oder MEZ. Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Martin Kalverkamp. Die Redaktion erreichen Sie unter: dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH Gutleutstraße 110 60327 Frankfurt/Main Telefon: 069/92022-425 Fax: 069/92022-449 E-Mail: redaktion@dpa-AFX.de Weitere Informationen unter: www.dpa-AFX.de ©Copyright dpa-AFX. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. Unseren Verkauf und Kundenservice erreichen Sie unter: Telefon: 069/92022-480 Fax: 069/92022-420 E-Mail: vertrieb@dpa-AFX.de dpa-AFX zählt zu den führenden deutschsprachigen Nachrichtenagenturen für real time Finanz- und Wirtschaftsnachrichten. Die dpa-AFX Redakteure produzieren unabhängig, zuverlässig und schnell Nachrichten für institutionelle und private Anleger. Neben den engen Kontakten zu Händlern, Analysten und anderen Quellen nutzt die Redaktion das internationale Netzwerk der Gesellschafter Deutsche Presse-Agentur (dpa), Hamburg, und APA - Austria Presse Agentur, Wien.

17.02.2019

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Finanzanalysen in den dpa-AFX Diensten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Alle Meldungen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX werden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Bei der Erstellung der Meldungen wird regelmäßig das Sechs-Augen-Prinzip (Erstellung, Prüfung, zusätzliche Freigabe) angewendet. Jede/r Redakteur/in der dpa-AFX unterzeichnet einen internen Code of Conduct, der spezifische dpa-AFX Regelungen zur Wahrung der publizistischen Unabhängigkeit vorgibt und deren Einhaltung dpa-AFX individuell mit einem externen Audit überprüfen lassen kann.

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16.02.2019

Scholz will steuerliche Förderung von E-Dienstwagen verlängern

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Olaf Scholz will Elektroautos als Dienstwagen deutlich länger steuerlich fördern als bisher geplant. "Die Hälfte aller Autos wird in Deutschland als Dienstwagen verkauft", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Ich habe mich deshalb entschlossen, dass wir die steuerliche Förderung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden als Dienstwagen nicht 2021 enden lassen, sondern vielleicht über das ganze nächste Jahrzehnt ausdehnen."

Seit Jahresbeginn muss ein Arbeitnehmer, der sein E-Auto auch als Dienstwagen nutzt, nur einen reduzierten Satz von 0,5 Prozent des inländischen Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind es 1,0 Prozent. Die Regelung ist bisher auf drei Jahre befristet.

Plug-in-Hybride sollten künftig aber nur noch gefördert werden, wenn sie "elektrisch eine längere Strecke fahren können als heute, zum Beispiel 80 Kilometer", sagte Scholz. Er erwäge auch eine Ausweitung auf Lieferwagen mit Elektroantrieb, die innerstädtisch unterwegs sind. "Damit verbessern wir die Luftqualität und erreichen unsere Klimaziele schneller."

Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ist immer noch gering. Hauptgrund sind der vergleichsweise hohe Preis der Fahrzeuge sowie eine unzureichende Lade-Infrastruktur. Auch aus Klimaschutzgründen soll die Elektromobilität aber ausgebaut werden./bvi/DP/zb

16.02.2019

Personallage beim BVB angespannt - Zorc weist Funkel-Kritik zurück

DORTMUND (dpa-AFX) - Die Personallage ist beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund vor dem Spiel beim Tabellenletzten 1. FC Nürnberg am Montag weiter angespannt. "Ein Teil der Spieler trainiert wieder. Für Piszczek reicht es aber auf keinen Fall", sagte BVB-Trainer Lucien Favre am Samstag. Verteidiger Lukas Piszczek (Ferse) sowie Kapitän Marco Reus (Oberschenkel), Manuel Akanji (Hüfte), Paco Alcácer (Schulter) und Julian Weigl (Infekt) hatten schon beim 0:3 in der Champions League am Mittwoch bei Tottenham Hotspur gefehlt. Alcácer habe trainiert, bestätigte Favre.

Das Hinspiel gegen Nürnberg, das sich unter der Woche von Trainer Michael Köllner getrennt hatte, hatte der BVB mit 7:0 gewonnen. Dass der Tabellenführer die Partie auf die leichte Schulter nehme, glaubt Sportdirektor Michael Zorc nicht. "Die Gefahr sehe ich nicht, weil wir im Moment auch nicht gerade eine Erfolgssträhne haben. Ich denke, die Sinne sind geschärft", sagte Zorc. Der BVB war vor der Tottenham-Pleite gegen Bremen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden und hatte nach 3:0-Führung nur 3:3 gegen Hoffenheim gespielt.

Der Sportdirektor ließ es sich auch nicht nehmen, auf die Kritik von Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel am Friseurbesuch einiger BVB-Profis vor dem Tottenham-Spiel zu reagieren. "Ich kenne Friedhelm sehr lange, er macht auch einen guten Job in Düsseldorf und ich schätze ihn sehr. Ich würde ihm empfehlen sich über eigene Spieler Gedanken zu machen", sagte Zorc. Funkel hatte unter anderem gesagt: "Wo sind die mit ihren Gedanken, wenn die zu einem Champions League-Spiel nach Tottenham fliegen? Wahrscheinlich schon beim Friseur, der um 20 Uhr dann zu denen aufs Zimmer kommt?"/uzi/DP/zb

16.02.2019

ROUNDUP/Wirkung statt Rendite: Impact Investing breitet sich allmählich aus

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Eine Alge gegen Mangelernährung in der Wüste Kenias oder Produkte und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen - viele Start-ups widmen sich nicht nur dem eigenen Wachstum, sondern vor allem der Lösung von sozialen und ökologischen Problemen in der Welt. Das Geld dafür kommt von Investoren, denen die Rendite häufig weniger wichtig ist als die nachhaltige Wirkung, die sie fördern.

Impact Investing - wirkungsorientiertes Investieren (WI) - heißt diese Form der Anlage daher. Vor allem in Deutschland ist sie bislang eine Nische. Doch die Investitionssummen sind nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Jahren global gestiegen.

Aktuellste Zahlen basieren auf einer Umfrage, die das Global Impact Investing Network (GIIN), ein weltweiter Zusammenschluss entsprechender Anleger, 2018 mit mehr als 220 Investoren durchgeführt hat. Sie gaben an, im Jahr 2017 insgesamt rund 35,5 Milliarden US-Dollar (31,43 Mrd Euro) in solche wirkungsorientierten Start-ups investiert zu haben. Für das vergangene Jahr hatten sie mit einer Erhöhung der Investments von rund 8 Prozent geplant.

Für Deutschland errechnete die Bertelsmann Stiftung eine Investitionssumme von rund 70 Millionen Euro für Ende 2015 nach jüngsten vorliegenden Zahlen. "Obwohl die Anfänge des WI-Marktes in Deutschland bereits über zehn Jahre zurückliegen, zeigt unsere Recherche, dass sich der deutsche WI-Markt noch immer in einer frühen Entwicklungsphase befindet", heißt es in der Studie.

"Das sind die aktuell verfügbaren Zahlen, die sich aber seither deutlich gesteigert haben", meint dagegen Stephanie Petrick, die den Bereich Impact Investing beim Beratungsunternehmen Phineo leitet.

In Deutschland unterstützen vor allem zwei Fonds entsprechende Projekte in Deutschland: Ananda Impact Ventures sowie Bonventure, beide mit Sitz in München. Im kommenden Jahr läuft bei Bonventure ein Fonds mit einem Volumen von 22,3 Millionen Euro aus, weitere sollen dann aufgelegt werden - in Höhe von insgesamt bis zu 50 Millionen Euro, sagt Bonventure-Sprecher Jochen Herdrich. "Bei den Themen bleiben wir offen: Bildung, Inklusion, aber auch Pflege oder Projekte im Gesundheitsbereich kommen in Frage", sagt er.

Die Motivation eines solchen Investments haben Anleger und die Unternehmer häufig gemeinsam: "Vielen Gründern ist es immer wichtiger, nicht das nächste Facebook zu sein, sondern auch die Welt zu verbessern und eine Wirkung zu hinterlassen", sagt Petrick. Nachhaltige Investitionen gibt es schon lange. Sie zielen aber häufig darauf, bestimmte Anlagen auszuschließen, die solchen Kriterien nicht entsprechen. Also etwa Firmen, die die Umwelt verschmutzen, mit Waffen handeln oder Tabak verkaufen.

Beim Impact Investing liegt der Fokus auf einer messbaren Wirkung. "Wirkungsorientiertes Investieren bedeutet, Geld mit der Aussicht auf finanzielle und soziale Rendite anzulegen", heißt es bei Phineo.

Das Finanzierungsumfeld habe sich für solche Unternehmen in den vergangenen Jahren verbessert. Doch vor allem in Deutschland gebe es einige Hürden. "Es stimmt, dass in einigen Ländern außerhalb Deutschlands sehr viel mehr Gelder für Impact Investing zur Verfügung stehen", sagt sie. "Das hat auch den Grund, dass das dort stärker staatlich gefördert wird."

"Gerade im globalen Süden gibt es sehr viele Fonds, die entsprechende Projekte dort unterstützen", sagt Bonventure-Sprecher Herdrich. "Weil die Anleger den Eindruck haben, dass dort ein Euro mehr bewirken kann als in Deutschland", meint er. Allerdings seien auch die Risiken von Direktinvestments im Ausland höher. Bonventure investiert daher ausschließlich in soziale Start-ups, die auf das Inland zielen./maa/DP/zb

16.02.2019

ROUNDUP: Osram-Betriebsrat fordert von Investoren Sicherheit für Mitarbeiter

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Angesichts einer möglichen Übernahme des Lichtkonzerns Osram durch Finanzinvestoren haben der Gesamtbetriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall auf eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze gepocht. "Jeden Investor werden wir daran messen, wie er das Unternehmen mit seinen Beschäftigten nachhaltig weiterentwickeln will", heißt es in einem Flugblatt. Man werde "jeder Strategie, die auf kurzfristige Gewinnmaximierung setzt, eine klare Absage erteilen." Der Vorstand müsse die Interessen der Beschäftigten bei allen strategischen Belangen mit in den Vordergrund stellen.

Kurz vor seiner Hauptversammlung am kommenden Dienstag in München hatte Osram diese Woche mitgeteilt, "vertiefte Gespräche" mit zwei Finanzinvestoren über ein Übernahmeangebot zu führen. Bei den Interessenten handele es sich um die Beteiligungsfirmen Bain Capital und Carlyle Group, die "einen gemeinsamen Erwerb von bis zu 100 Prozent" der Osram-Aktien erwägten. Es sei aber noch nicht abzusehen, ob es zu einer Investition der beiden Unternehmen komme, hieß es.

Eine Übernahme des kriselnden Konzerns war zuvor lange Gegenstand von Spekulationen gewesen. Konzernchef Olaf Berlien hatte in der Vergangenheit immer wieder angedeutet, dass der Einstieg eines Großaktionärs durchaus willkommen sei. Vor allem Gegenwind für die Automobilindustrie macht dem Konzern zu schaffen. Und seit Siemens als ehemalige Konzernmutter seine verbleibenden Anteile verkauft hat, fehlt Osram ein echter Großaktionär als Stabilitätsanker.

Zum Auftakt seines Geschäftsjahres war der Münchner Konzern unter dem Strich mit 81 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Alle drei Geschäftsbereiche verzeichneten im ersten Quartal des Geschäftsjahres heftige Einbußen. Das Ergebnis bei optischen Halbleitern brach um rund 43 Prozent auf zuletzt 58 Millionen ein. Ähnlich hoch lagen die Ergebnisverluste in der Sparte Automotive. Der Umsatz des Gesamtkonzerns fiel um 14,6 Prozent auf 350 Millionen Euro.

Im Januar hatte Osram deshalb angekündigt, am Standort Regensburg Hunderte Stellen streichen zu wollen. Damit macht der Konzern einen Großteil der Ausbaumaßnahmen der vergangenen Jahre wieder rückgängig. Allein in Regensburg waren innerhalb von drei Jahren 800 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden. Nun sollen 300 Stammbeschäftigte und rund 200 Zeitarbeiter den Standort wieder verlassen./jki/DP/zb

16.02.2019

ROUNDUP: Kurzarbeit bei Globalfoundries beendet - Fokus auf Automobilmarkt

DRESDEN (dpa-AFX) - Nach rund sechs Monaten hat der Chip-Hersteller Globalfoundries (GF) die Kurzarbeit im Dresdner Werk beendet. Im Juni 2018 hatte sich das Unternehmen nach dem Verlust eines Großkunden und der damit verbunden Unterauslastung für diesen Schritt entschieden. Von Mitte August an wurde die Kurzarbeit umgesetzt. "Wir wollten damit auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten", sagte Geschäftsführer Thomas Morgenstern der Deutschen Presse-Agentur. Betroffen gewesen sei der gesamte Standort, vor allem die Fertigung - im Schnitt wurde die Arbeitszeit um 20 bis 30 Prozent reduziert.

Vor Beginn der Kurzarbeit hatte Morgenstern seinen Mitarbeitern zudem angeboten, das Unternehmen im Rahmen eines "Freiwilligenprogramms" zu verlassen. Sieben Prozent der Mitarbeiter quittierten 2018 ihren Dienst bei Globalfoundries - eingerechnet aber auch die Beschäftigten, die ohnehin jedes Jahr die Firma wechseln. Das sind im Schnitt zwischen vier und fünf Prozent. Heute arbeiten rund 3000 Mitarbeiter im Dresdner Halbleiterwerk, 2018 waren es rund 3400. Für die Zukunft gibt sich Morgenstern optimistisch. "Wir wissen, wir haben die richtige Strategie und wenn wir die konsequent umsetzen, haben wir gute Perspektiven."

Morgenstern übernahm zum 1. Januar 2018 den Chefposten und kündigte kurz darauf eine Erweiterung der Produktpalette an. "Wir haben uns breiter aufgestellt", so der 50-Jährige, der zuvor etwa bei Bosch und Infineon arbeitete. Neben Chips für Smartphones und Computer setzt der Halbleiterhersteller verstärkt auf Chips für Smart Home oder die Automobilindustrie. "Das ist für mich der Markt schlechthin." Er hofft mit Blick auf das autonome Fahren oder Künstliche Intelligenz auf neue Absatzmöglichkeiten, nachdem der Markt für Smartphones und Handys nicht mehr so stark wächst wie bisher.

Morgenstern verwies darauf, dass das Dresdner Werk im Vergleich zu früher, als es noch vor allem Prozessoren für den ehemaligen Mutterkonzern AMD herstellte, nun auch andere Märkte beliefere - und andere Kunden. "Wir haben es geschafft, im letzten Jahr die Anzahl der Kunden zu verdoppeln und sind jetzt bei 50." Das Ziel: Mehrere hundert. "Das ist auch realistisch", so Morgenstern mit Blick auf die GF-Fabrik in Singapur mit ähnlichen Kapazitäten. Diese beliefere mehr als 200 Kunden. In der Dresdner Fabrik gibt es noch Luft nach oben. Nach dpa-Informationen ist sie derzeit zur Hälfte ausgelastet.

"Meine Vision ist klar: Ich möchte mehrere Kunden, uns breiter aufstellen, mehrere Märkte adressieren", fasste der Globalfoundries-Chef zusammen. Das Ziel: Die "Fab1" auszulasten. 2017 verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. 2018 habe man wegen des Einbruchs den Umsatz nicht halten können. "Trotzdem schreiben wir keine roten Zahlen", betonte Morgenstern.

Derzeit stellt das Unternehmen wieder ein, etwa Wartungstechniker. Zudem hat Globalfoundries nach eigenen Angaben die Anzahl der Auszubildenden verdoppelt - auf 20 pro Jahr. Darunter sind vor allem Mechatroniker und Chemielaboranten. 2018 wurden alle Absolventen übernommen. "Der Kampf um Talente ist extrem ausgeprägt", so Morgenstern. Chip-Hersteller Infineon braucht ebenfalls Fachkräfte, Bosch baut ganz in der Nähe für rund eine Milliarde Euro eine Chipfabrik, um dort Halbleiter für die Automobiltechnik zu fertigen - rund 700 Arbeitsplätze entstehen. Nicht umsonst spreche man von "Silicon Saxony" so Morgenstern und lobte den Clustereffekt. Man konkurriere zwar um Fachkräfte, ergänze sich aber bei den Produkten.

Laut Branchenverband Silicon Saxony arbeiten nach den aktuellsten Zahlen von 2016 rund 13 000 Beschäftigte in der sächsischen Mikroelektronik-Industrie. In der gesamten Informations-und Kommunikationstechnologie (ITK)-Branche sind es rund 60 000.

Das Unternehmen hat als ein Standbein eine spezielle Chiptechnologie, die sich 22FDX nennt. Diese ist vor allem für das "Internet der Dinge" gedacht, in dem Elektronik mit geringem Stromverbrauch gefragt ist. Morgenstern fährt allerdings lieber zweigleisig: "Ich bin kein Freund, alles auf eine Karte zu setzen." In den vergangenen Jahren hatte der Chiphersteller vor allem auf immer kleinere Chips mit möglichst geringen Strukturbreiten gesetzt. Allerdings seien die Kosten immens, die Investitionen riesig. Das "Spielfeld" wolle er gern anderen überlassen. "Es geht nicht immer nur darum, kleiner zu werden, sondern um kostengünstige und effiziente Chips." Die sollen dann etwa im Intelligenten Zuhause zum Einsatz kommen, wenn das Handy mit dem Kühlschrank kommuniziert - oder im Autoradar./raz/DP/zb

16.02.2019

Merkel: Zu viele Lebensmittel werden weggeworfen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dazu aufgerufen, sorgsamer mit Lebensmitteln umzugehen. "Statistisch gesehen wirft jeder Bundesbürger pro Jahr 55 Kilogramm Lebensmittel weg, ein Drittel davon Obst und Gemüse", sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft, die am Samstag veröffentlicht wurde. Bis 2030 solle die Abfallmenge halbiert werden.

"Das ehrgeizige Ziel können wir nur erreichen, wenn alle mitmachen: die Verbraucher, die Landwirtschaft, der Handel, die Lebensmittelindustrie und die Gastronomie", sagte Merkel. Jeder Einzelne könne also einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Überschüssige Lebensmittel könne man etwa an Organisationen wie die Tafeln spenden. "Lebensmittel sind wertvoll, und leider werden aber noch viel zu viele Lebensmittel weggeworfen."

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will am Mittwoch im Kabinett eine Strategie vorlegen, mit der die Verschwendung von Nahrungsmitteln reduziert werden soll./jal/DP/zb

16.02.2019

Wirkungsorientiertes Investieren breitet sich langsam aus

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Eine Alge gegen Mangelernährung in der Wüste Kenias oder Produkte für Menschen mit Behinderungen - viele Start-ups widmen sich nicht nur dem eigenen Wachstum, sondern vor allem der Lösung von sozialen und ökologischen Problemen in der Welt. Das Geld dafür kommt von Investoren, denen die Rendite häufig weniger wichtig ist als die nachhaltige Wirkung, die sie damit fördern.

Impact Investing oder wirkungsorientiertes Investieren (WI) ist gerade in Deutschland eine Nische, doch die Investitionssummen sind nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Jahren gestiegen.

Laut einer Umfrage der Global Impact Investing Network, ein weltweiter Zusammenschluss entsprechender Anleger, haben Investoren 2017 rund 35,5 Milliarden US-Dollar (31,43 Mrd Euro) in solche wirkungsorientierten Start-ups investiert. Für das vergangene Jahr hatten sie mit einer Erhöhung der Investments von rund 8 Prozent geplant. Teil nahmen mehr als 220 Geldgeber.

Für Deutschland errechnete die Bertelsmann Stiftung für Ende 2015 ein Investitionsvolumen von rund 70 Millionen Euro. "Obwohl die Anfänge des WI-Marktes in Deutschland bereits über zehn Jahre zurückliegen, zeigt unsere Recherche, dass sich der deutsche WI-Markt noch immer in einer frühen Entwicklungsphase befindet", heißt es in der Studie von 2016. Die Zahlen seien aber seither deutlich gestiegen, sagt Stephanie Petrick, die den Bereich Impact Investing beim Beratungsunternehmen Phineo leitet./maa/DP/zb

16.02.2019

Küche und Büro sichern Möbelherstellern leichtes Umsatzplus

BAD HONNEF (dpa-AFX) - Dank guter Geschäfte mit Küchen und Büromöbeln haben die deutschen Möbelhersteller ihre Umsätze 2018 leicht steigern können. Der Gesamterlös stieg nach Angaben des Branchenverbands VDM um 0,7 Prozent auf knapp 18 Milliarden Euro. "Ausland lief besser als Inland, Küche und Büro besser als Wohnmöbel", kommentierte VDM-Geschäftsführer Jan Kurth die unterschiedliche Entwicklung.

Die Hersteller von Büro-, Laden-, und Küchenmöbeln erzielten demnach ein Umsatzplus von 6 Prozent auf zusammen rund 9,3 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach klassischen Wohnmöbeln sei dagegen um 3,5 Prozent auf etwa 8 Milliarden Euro gesunken. Die 480 Unternehmen der deutschen Möbelindustrie beschäftigen im Durchschnitt des vergangenen Jahres rund 84 600 Mitarbeiter. Damit seien knapp 700 neue Arbeitsplätzen geschaffen worden.

Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem Umsatzplus von bis zu zwei Prozent. Die Geschäftsentwicklung hänge aber von den Auswirkungen des Brexits und möglicher internationaler Handelskonflikte auf die Branche ab, sagte Kurth./hff/DP/zb

15.02.2019

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Rally - Dow steigt gen 26000 Punkte

NEW YORK (dpa-AFX) - Versöhnliche Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben am Freitag den US-Börsen Auftrieb verliehen. Die Bereitschaft beider Seiten, über die selbst gesetzte Frist hinaus weiter zu verhandeln und die Erwartung, dass auch der "Waffenstillstand" so lange fortgesetzt wird, gebe Auftrieb, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Hinzu kamen einige starke Wirtschaftsdaten.

Der Dow Jones Industrial ging mit einem Aufschlag von 1,74 Prozent auf 25 883,25 Punkte aus dem Tag. Damit konnte der Wall-Street-Index erneut schwungvoll an seinen Ende des vergangenen Jahres gestarteten Aufwärtstrend anknüpfen und nimmt wieder Kurs auf die 26 000-Punkte-Marke. Diese hatte er zuletzt im November geknackt.

Im Wochenverlauf stand für den Dow ein Plus von 3,1 Prozent zu Buche. Seit seinem Tief bei 21 713 Punkten am 26. Dezember hat er nun etwas mehr als 19 Prozent gut gemacht.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 1,09 Prozent auf 2775,60 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte zugleich um 0,47 Prozent auf 7055,18 Punkte vor.

Positiv kam am Markt die Verhandlungsbereitschaft der USA und China im Zollstreit an. Beide Seiten sprachen von "produktiven" Unterredungen oder auch "wichtigen Fortschritten", über die jedoch über die selbstgesetzte Frist zum 1. März hinaus nun weiter gesprochen werden soll. Dabei wurde auch angedeutet, dass die Frist für neue Strafzölle aufgeschoben werden könne.

Konjunkturseitig hellte sich zudem im Februar die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York überraschend stark auf. Das wichtige, von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen entwickelte sich zugleich ebenfalls stärker als erwartet. Ein robustes Konsumwachstum stehe damit mittelfristig nicht in Frage, kommentierte Analyst Patrick Boldt von der Helaba.

Unter den Einzelwerten im Dow legten die Aktien der Banken JPMorgan und Goldman Sachs an der Index-Spitze ohne besondere Nachrichten um jeweils 3,1 Prozent zu und setzten damit ihre Erholung fort. Apple indes büßten als zweitschwächster Dow-Wert 0,2 Prozent ein. Sie litten darunter, dass sich die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von Börsenguru Warren Buffett ihren Anteil am iPhone-Konzern im vergangenen Quartal verringert hat. Schlusslicht war Coca-Cola mit minus 0,8 Prozent, die weiter unter dem am Vortag gegebenen schwachen Ausblick litten.

An der Nasdaq brachen die Anteile von Mattel um etwas mehr als 18 Prozent ein und büßten so heftig an Wert ein wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Nach dem positiv aufgenommenen Quartalsbericht in der vergangenen Woche verschreckte der Spielzeug-Gigant die Investoren nun mit seinem Ausblick auf das operative Ergebnis.

Die Papiere von Nvidia gewannen nach etwas besser als befürchteten Quartalszahlen des Grafikkarten-Spezialisten 1,8 Prozent. Die Aktien des Chipherstellers Applied Materials indes litten unter einem schwachen Geschäftsbericht und verloren knapp 4,0 Prozent.

Am US-Rentenmarkt sanken richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 2/32 Punkte auf 99 21/32 Punkte und rentierten mit 2,66 Prozent. Der Euro pendelte im späteren US-Handel wieder um die Marke von 1,13 US-Dollar und kostete zum Börsenschluss an der Wall Street 1,1298 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1260 (Donnerstag: 1,1268) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8881 (0,8875) Euro./ck/fba

---Von Claudia Müller, dpa-AFX---

15.02.2019

Aktien New York Schluss: Dow steigt gen 26000 Punkte - Zuversicht im Zollstreit

NEW YORK (dpa-AFX) - Versöhnliche Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben am Freitag den US-Börsen Auftrieb verliehen. Die Bereitschaft beider Seiten, über die selbst gesetzte Frist hinaus weiter zu verhandeln und die Erwartung, dass auch der "Waffenstillstand" so lange fortgesetzt wird, gebe Auftrieb, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Hinzu kamen einige starke Wirtschaftsdaten.

Der Dow Jones Industrial ging mit einem Aufschlag von 1,74 Prozent auf 25 883,25 Punkte aus dem Tag. Damit konnte der Wall-Street-Index erneut schwungvoll an seinen Ende des vergangenen Jahres gestarteten Aufwärtstrend anknüpfen und nimmt wieder Kurs auf die 26 000-Punkte-Marke. Diese hatte er zuletzt im November geknackt.

Im Wochenverlauf stand für den Dow ein Plus von 3,1 Prozent zu Buche. Seit seinem Tief bei 21 713 Punkten am 26. Dezember hat er nun etwas mehr als 19 Prozent gut gemacht.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 1,09 Prozent auf 2775,60 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte zugleich um 0,47 Prozent auf 7055,18 Punkte vor./ck/fba

15.02.2019

Aktien New York: Hoffnung im Zollstreit und Konjunkturdaten beflügeln

NEW YORK (dpa-AFX) - Versöhnliche Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben am Freitag den US-Börsen Auftrieb verliehen. Die Bereitschaft beider Seiten, über die selbst gesetzte Frist hinaus weiter zu verhandeln und die Erwartung, dass auch der "Waffenstillstand" so lange fortgesetzt wird, gebe Auftrieb, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Hinzu kamen einige starke Wirtschaftsdaten.

Der Dow Jones Industrial gewann rund zwei Stunden vor Handelsschluss 1,28 Prozent auf 25 764,19 Punkte und knüpfte damit wieder an seinen Ende des vergangenen Jahres gestarteten Aufwärtstrend an. Im Wochenverlauf zeichnet sich aktuell ein Plus von 2,7 Prozent ab. Seit seinem Tief bei 21 713 Punkten am 26. Dezember hat er damit knapp 19 Prozent gut gemacht.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,74 Prozent auf 2765,95 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte zugleich um 0,12 Prozent auf 7030,87 Punkte vor.

US-Finanzminister Steven Mnuchin, unter dessen Leitung die US-Delegation aktuell mit China verhandelt, sprach von "produktiven" Unterredungen. Chinas Präsident Xi Jinping betonte, es habe "wichtige Fortschritte" gegeben. Allerdings werden die Gespräche laut dem Weißen Haus über die selbstgesetzte Frist zum 1. März hinaus andauern.

Konjunkturseitig hellte sich im Februar die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York überraschend stark auf. Das wichtige, von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen entwickelte sich im Februar ebenfalls stärker als erwartet. Ein robustes Konsumwachstum stehe damit mittelfristig nicht in Frage, kommentierte Analyst Patrick Boldt von der Helaba.

Unter den Einzelwerten im Dow legten die Aktien der Banken JPMorgan und Goldman Sachs an der Index-Spitze ohne besondere Nachrichten um jeweils 2,8 Prozent zu und setzten damit ihre Erholung fort.

Apple indes büßten am Dow-Ende 0,5 Prozent ein. Sie litten darunter, dass sich die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von Börsenguru Warren Buffett ihren Anteil am iPhone-Konzern im vergangenen Quartal verringert hat.

Die Aktien von Pepsico , die tags zuvor noch unter dem schwachen Ausblick des Konkurrenten Coca-Cola gelitten hatten, legten nun um 3,0 Prozent zu. Der Getränkehersteller will mehr in das eigene Wachstum investieren, weshalb in diesem Jahr die Gewinne zunächst zurückgehen dürften, hieß es zur Vorlage der Jahreszahlen für 2018. Gleichzeitig kündigte Pepsico ein verschärftes Sparprogramm an.

Die Anteile des Landmaschinenherstellers Deere & Co büßten 2,8 Prozent ein. Das Unternehmen senkte die Prognose für den weltweiten Absatz auf den Märkten Bau und Forstwirtschaft und kündigte einen Umbau an, der erst einmal Geld kosten dürfte.

Die Papiere von Applied Materials verloren an der Nasdaq 3,7 Prozent. Im Geschäft mit Memory-Chips habe der Halbleiterhersteller schwach abgeschnitten, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Toshiya Hari mit Blick auf die am Vorabend vorgelegten Zahlen zum ersten Geschäftsquartal und den Ausblick auf das zweite Viertel. Kurzfristig mangelt es dem Unternehmen seines Erachtens an Aufwärtspotenzial für den Umsatz./ck/fba

15.02.2019

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schafft mit Endspurt hohes Wochenplus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Fortschritte in den US-chinesischen Handelsgesprächen haben den Dax am Freitag angetrieben. Der deutsche Leitindex schnellte um 1,89 Prozent auf 11 299,80 Punkte in die Höhe. Auf Wochensicht ergibt sich ein Gewinn von 3,60 Prozent - das größte Plus seit März 2018. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stieg am Freitag um 1,65 Prozent auf 24 324,40 Punkte.

Zunächst hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin getwittert, er sehe nach der jüngsten Verhandlungsrunde in Peking zumindest Fortschritte. Wenig später verwiesen Händler auf Medienberichte aus China, denen zufolge sich die USA und China offenbar in vielen Punkten des Zollstreits einig seien.

Hierzulande stand unter anderem die Allianz mit Geschäftszahlen im Blick. Europas größter Versicherer fasst nach einem Gewinnplus im abgelaufenen Jahr für 2019 keine nennenswerten Zuwächse ins Auge. Ein Händler sagte, die 2018er-Zahlen hätten die Erwartungen übertroffen, der Ausblick liege aber darunter. Die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms überrasche nicht. Nach einem zunächst etwas schwächeren Start arbeiteten sich die Allianz-Papiere kontinuierlich vor und waren am Ende gut 3 Prozent mehr wert als am Vortag.

In dem wieder deutlich aufgehellten Umfeld waren auch andere Finanzwerte gefragt. So zogen die Anteilscheine der Deutschen Bank um fast 5 Prozent an. Im MDax zählten die Papiere der Commerzbank mit einem Plus von 5,52 Prozent zu den größten Gewinnern. Börsianer verwiesen zudem auf Aussagen des EZB-Direktoriumsmitgliedes Benoit Coeure, wonach die Europäische Zentralbank Banken erneut mit längerfristigen Krediten versorgen könnte. Hintergrund ist die erwartete Abkühlung der europäischen Konjunktur.

Aktien aus dem Automobilsektor erholten sich im Zuge der positiven Entwicklung an der amerikanisch-chinesischen Handelsfront von ihren frühen Verlusten. Im Dax verbuchten Continental , BMW und Daimler klare Kursgewinne.

Den Werbekonzern Scout24 wollen die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone übernehmen und bieten dafür 46 Euro je Aktie. Der Scout24-Kurs schnellte an der MDax-Spitze um 10,90 Prozent auf genau 46 Euro hoch. Die Investoren wagen damit einen zweiten Anlauf: Scout24 hatte Mitte Januar den damals vorgeschlagenen Preis von 43,50 Euro als unangemessen zurückgewiesen. Nun trifft das neue Gebot auf die Unterstützung des Vorstands.

Für die Aktien von Tele Columbus hingegen ist ein Ende der Abwärtsspirale nicht in Sicht. Sie waren im Handelsverlauf auf ein weiteres Rekordtief gefallen und verbuchten am Ende als Schlusslicht im Kleinwerte-Index SDax einen Abschlag von mehr als 8 Prozent. Commerzbank-Analystin Heike Pauls hatte sich skeptisch zu den Papieren des Kabelbetreibers geäußert.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 1,84 Prozent höher bei 3241,25 Punkten. Für den Pariser Leitindex Cac 40 ging es ähnlich deutlich nach oben, während der Londoner FTSE 100 gut ein halbes Prozent gewann. Der Dow Jones Industrial wiederum lag zum Handelsschluss in Europa mehr als 1 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite wie am Vortag bei 0 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 142,45 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,02 Prozent auf 166,48 Punkte nach unten. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1260 (Donnerstag: 1,1268) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8881 (0,8875) Euro./la/fba

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

15.02.2019

Aktien Frankfurt Schluss: Dax schafft dank Freitagsrally hohes Wochenplus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Fortschritte in den US-chinesischen Handelsgesprächen haben den Dax am Freitag angetrieben. Der deutsche Leitindex schnellte um 1,89 Prozent auf 11 299,80 Punkte in die Höhe. Nach dem Rückschlag am Donnerstag näherte sich das Börsenbarometer damit wieder seinem Anfang Februar bei knapp 11 372 Punkten erreichten, bisherigen Jahreshoch. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 3,60 Prozent. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stieg am Freitag um 1,65 Prozent auf 24 324,40 Punkte.

Zunächst hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin getwittert, er sehe nach der jüngsten Verhandlungsrunde in Peking zumindest Fortschritte. Wenig später verwiesen Händler auf Medienberichte aus China, denen zufolge sich die USA und China offenbar in vielen Punkten des Zollstreits einig seien./la/fba

15.02.2019

ROUNDUP/Aktien New York: Anleger setzen auf Fortschritte in den Zollgesprächen

NEW YORK (dpa-AFX) - Versöhnliche Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben am Freitag den US-Börsen Auftrieb verliehen. Die Bereitschaft beider Seiten, über die selbst gesetzte Frist hinaus weiter zu verhandeln und die Erwartung, dass auch der "Waffenstillstand" so lange fortgesetzt wird, gebe Auftrieb, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. "Verrückterweise unterstützen dies die in dieser Woche veröffentlichten schwachen Konjunkturdaten."

Der Dow Jones Industrial gewann im frühen Handel 1,31 Prozent auf 25 771,71 Punkte und knüpfte damit wieder an seinen Ende des vergangenen Jahres gestarteten Aufwärtstrend an. Im Wochenverlauf zeichnet sich aktuell ein Plus von 2,7 Prozent ab. Seit seinem Tief bei 21 713 Punkten am 26. Dezember hat er damit nun wieder insgesamt knapp 19 Prozent gut gemacht.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,89 Prozent auf 2770,19 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte zugleich um 0,46 Prozent auf 7054,43 Punkte vor.

US-Finanzminister Steven Mnuchin, unter dessen Leitung die US-Delegation aktuell mit China verhandelt, sprach nach einer zweitägigen Gesprächsrunde von "produktiven" Unterredungen. Chinas Präsident Xi Jinping betonte, es habe "wichtige Fortschritte" gegeben. Der chinesische Staatschef wünschte sich, dass alle weiter hart arbeiten, damit eine für beide Seiten vorteilhafte Vereinbarung geschlossen werden könne. Allerdings werden die Gespräche laut dem Weißen Haus über die selbstgesetzte Frist zum 1. März hinaus andauern.

Die Konjunkturdaten an diesem Tag fielen nach den enttäuschenden Einzelhandelsdaten am Vortag gemischt aus: Währen sich die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York im Februar stärker als erwartet aufhellte, fiel die Industrieproduktion im Januar überraschend.

Im Dow legten die Aktien der Bank JPMorgan an der Index-Spitze ohne besondere Nachrichten um 2,3 Prozent zu. Auf ihrem Erholungskurs gelang ihnen dabei wieder der Sprung über die 90-Tage-Linie bei knapp unter 104,60 US-Dollar, die unter Charttechnikern als wichtige Indikation für den mittelfristigen Trend gilt.

Apple büßten am Dow-Ende 0,4 Prozent ein. Sie litten darunter, dass sich die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von Börsenguru Warren Buffett ihren Anteil am iPhone-Konzern im vergangenen Quartal verringert hat.

Die Aktien von Pepsico , die tags zuvor noch unter dem schwachen Ausblick des Konkurrenten Coca0-Cola gelitten hatten, legten nun um 2,4 Prozent zu. Der Getränkehersteller will mehr in das eigene Wachstum investieren, weshalb in diesem Jahr die Gewinne zunächst zurückgehen dürften, hieß es zur Vorlage der Jahreszahlen für 2018. Gleichzeitig kündigte PepsiCo ein verschärftes Sparprogramm an.

Die Anteile des Landmaschinenherstellers Deere & Co büßten 0,6 Prozent ein. Das Unternehmen senkte die Prognose für den weltweiten Absatz auf den Märkten Bau und Forstwirtschaft und kündigte einen Umbau an, der erst einmal Geld kosten dürfte.

Die Papiere von Applied Materials verloren an der Nasdaq 3,7 Prozent. Im Geschäft mit Memory-Chips habe der Halbleiterhersteller schwach abgeschnitten, schrieb Analyst Toshiya Hari von Goldman Sachs mit Blick auf die am Vorabend vorgelegten Zahlen zum ersten Geschäftsquartal und den Ausblick auf das zweite Viertel. Kurzfristig mangelt es dem Unternehmen seines Erachtens an Aufwärtspotenzial für den Umsatz./ck/fba

15.02.2019

Aktien New York: Anleger setzen auf Fortschritte in den Handelsgesprächen

NEW YORK (dpa-AFX) - Versöhnliche Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben am Freitag den US-Börsen Auftrieb verliehen. Die Bereitschaft beider Seiten, über die selbst gesetzte Frist hinaus weiter zu verhandeln und die Erwartung, dass auch der "Waffenstillstand" so lange fortgesetzt wird, gebe Auftrieb, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. "Verrückterweise unterstützen dies die in dieser Woche veröffentlichten schwachen Konjunkturdaten."

Der Dow Jones Industrial gewann im frühen Handel 1,06 Prozent auf 25 708,86 Punkte und knüpfte damit wieder an seinen Ende des vergangenen Jahres gestarteten Aufwärtstrend an. Im Wochenverlauf zeichnet sich aktuell ein Plus von 2,4 Prozent ab. Seit seinem Tief bei 21 713 Punkten am 26. Dezember hat er damit nun wieder insgesamt 18 Prozent gut gemacht.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,72 Prozent auf 2765,45 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte zugleich um 0,20 Prozent auf 7036,90 Punkte vor.

US-Finanzminister Steven Mnuchin, unter dessen Leitung die US-Delegation aktuell mit China verhandelt, sprach nach einer zweitägigen Gesprächsrunde von "produktiven" Unterredungen. Chinas Präsident Xi Jinping betonte, es habe "wichtige Fortschritte" gegeben. Der chinesische Staatschef wünschte sich, dass alle weiter hart arbeiten, damit eine für beide Seiten vorteilhafte Vereinbarung geschlossen werden könne. Allerdings werden die Gespräche laut dem Weißen Haus über die selbstgesetzte Frist zum 1. März hinaus andauern.

Die Konjunkturdaten an diesem Tag fielen nach den enttäuschenden Einzelhandelsdaten am Vortag gemischt aus: Währen sich die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York im Februar stärker als erwartet aufhellte, fiel die Industrieproduktion im Januar überraschend./ck/fba

15.02.2019

WOCHENAUSBLICK: Konjunktur stellt Erholung des Dax auf die Probe

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt könnten die Anleger in der neuen Woche weiter zuversichtlich bleiben. Nachdem in den USA ein erneuter Stillstand von Teilen der US-Regierung in letzter Minute abgewendet wurde, setzen die Anleger nun auch auf Fortschritte im Wirtschaftskonflikt zwischen Washington und Peking: "Hoffnungsvolle Kommentare hinsichtlich einer baldigen Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sind ein Stimmungstreiber", sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers.

Nun müssen Greil zufolge aber auch Fakten folgen, sonst könnte es mit dem Aufwärtstrend an den Aktienmärkten schnell vorbei sein. Zuletzt hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin "produktive" Gesprächen mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He erwähnt.

Die USA fordern mehr Marktzugang in China, eine Verringerung des US-Handelsdefizits sowie einen besseren Schutz gegen Produktpiraterie und einen zwangsweisen Technologietransfer für in China tätige US-Unternehmen. Falls die beiden größten Volkswirtschaften der Welt tatsächlich eine Einigung erzielen sollten, dürften auch in Europa die Geschäfte der Unternehmen wieder anziehen.

Diesseits des Atlantik habe sich zuletzt Konjunkturpessimismus breitgemacht, schrieb Analyst Christian Apelt von der Landesbank Helaba. Die Frage sei allerdings, ob Mutlosigkeit gerechtfertigt sei. In der neue Woche könnten "Stimmungsindikatoren wie der Ifo-Index am Freitag andeuten, dass sich die Eurozone nicht in einer Abwärtsspirale befindet, sondern sich das Wachstum wieder fängt".

Allerdings hatte zuletzt der überraschend deutliche Rückgang der US-Einzelhandelsumsätze Befürchtungen geweckt, dass ausgerechnet die bislang recht robuste Wirtschaft in den USA schwächeln könnte. Dies zeige, dass die "Aktienmärkte trotz der Omnipräsenz der Polit-Themen durchaus sensibel auf Konjunkturdaten reagieren", schrieb Investmentanalyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Klumpp richtet den Blick daher auf das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank (Fed), das am Mittwochabend deutscher Zeit veröffentlicht wird. Das Dokument könnte Aufschluss darüber geben, ob die Fed weiter abwartet oder die Zinsschraube wieder fester dreht. Höhere Zinsen können Aktien gegenüber Anleihen aus Renditesicht in einem schlechteren Licht erscheinen lassen.

Der LBBW-Experte bleibt daher vorsichtig: "Die Stimmung hierzulande ist schlechter als etwa in den USA." Dass sich der deutsche Leitindex Dax noch über der Marke von 11 000 Punkten halte, sei vor allem im Vergleich zu den weitaus stabileren US-Märkten nur ein schwacher Trost.

Der Blick auf den Kursverlauf des Dax bereitet auch den Charttechnik-Analysten von Index Radar Sorgen. Nach dem steilen Anstieg im Januar sei das Börsenbarometer mit dem Monatswechsel in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt. Der Verlust an Dynamik könne sich als Vorbote einer weiteren Abwärtswelle erweisen.

Zuletzt hatten einige enttäuschende Geschäftszahlen der Unternehmen den Aufschwung am deutschen Aktienmarkt etwas gebremst. Insofern dürften die Anleger auch in der neuen Woche die Bilanzen mit besonderer Aufmerksamkeit durchforsten.

Bereits am Dienstag öffnen der Baustoffkonzern HeidelbergCement und die Optikerkette Fielmann die Bücher. Zur Wochenmitte folgen unter anderem der Medizinkonzern Fresenius und seine Dialyse-Tochter FMC .

Noch etwas dichter gedrängt ist die Agenda am Donnerstag. Dann berichten zum Beispiel die Deutsche Telekom , der Baukonzern Hochtief und der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub über ihre Geschäfte im abgelaufenen Quartal. Am Freitag schließlich richten sich die Augen auf den Klinikbetreiber Rhön-Klinikum und den auf die Baubranche spezialisierten Anbieter RIB Software ./la/bek/edh

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

15.02.2019

Aktien New York Ausblick: Anleger setzen auf Fortschritte in Handelsgesprächen

NEW YORK (dpa-AFX) - Das Auf und Ab an der Wall Street dürfte sich auch am letzten Handelstag der Woche fortsetzen. Nachdem der Dow Jones Industrial am Vortag leicht nachgegeben hatte, indizierte der Broker IG den Leitindex gut eine Stunde vor der Startglocke 0,35 Prozent höher bei 25 530 Punkten. Beobachter begründen die erwarteten Kursgewinne mit Fortschritten in den US-chinesischen Handelsgesprächen. Auf Wochensicht zeichnet sich für den Dow ein Gewinn von 1,7 Prozent ab.

Zum Wochenschluss hofften die Anleger weiter auf eine Einigung im Handelsstreit. US-Finanzminister Steven Mnuchin sieht nach der jüngsten Verhandlungsrunde in Peking zumindest Fortschritte. Er und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hätten in Peking "produktive" Gespräche mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He geführt, schrieb Mnuchin auf Twitter. Allerdings dürften die Gespräche laut dem Weißen Haus über die selbstgesetzte Frist zum 1. März hinaus andauern.

Positives gab es auch von der Konjunktur: Nachdem am Vortag Zahlen aus dem Einzelhandel die Anleger noch enttäuscht hatten, übertrafen nun die Ergebnisse einer monatlichen Umfrage der regionalen Notenbank von New York zur wirtschaftlichen Aktivität in der Region die Erwartungen etwas. Im weiteren Verlauf des Tages folgen Zahlen zur Industrieproduktion im Januar und zur Stimmung der Konsumenten im Februar.

Unter den Einzelwerten fielen die Aktien von PepsiCo auf mit einem Kursplus von 2,3 Prozent. Der Getränkekonzern will Produktionsanlagen schließen. Wegen der damit verbundenen Kosten rechnet das Unternehmen nun mit weniger Gewinn. Die Investmentbank Goldman Sachs argumentierte jedoch, dass die Gewinnprognose von PepsiCo aus Börsensicht "gut genug" sein sollte.

Die Anteile des Maschinenherstellers Deere & Co büßten vor der Startglocke 4,6 Prozent ein. Das Unternehmen senkte die Prognose für den weltweiten Absatz auf den Märkten Bau und Forstwirtschaft und kündigte einen Umbau an, der erst einmal Geld kosten dürfte.

Papiere des Halbleiterherstellers Applied Materials verloren vorbörslich 1,5 Prozent. Im Geschäft mit Memory-Chips habe der Halbleiterhersteller schwach abgeschnitten, schrieb Analyst Toshiya Hari von Goldman Sachs. Kurzfristig mangele es beim Umsatz an Aufwärtspotenzial./bek/jha/

15.02.2019

Aktien Frankfurt: Dax profitiert von Fortschritten in den Handelsgesprächen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Fortschritte in den US-chinesischen Handelsgesprächen haben den Dax am Freitagnachmittag vorangebracht. Zunächst hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin getwittert, er sehe nach der jüngsten Verhandlungsrunde in Peking zumindest Fortschritte. Wenig später verwiesen Händler auf Medienberichte aus China, denen zufolge sich die USA und China offenbar in vielen Punkten des Zollstreits einig seien.

Die Reaktion im deutschen Leitindex Dax folgte prompt: Er stieg über sein Vortageshoch, was ein positives Signal ist. Zuletzt notierte er mit 11 282,90 Punkte rund 1,7 Prozent im Plus und stand damit auf Wochensicht mehr als 3 Prozent höher. Noch an diesem Vormittag hatte es zeitweise danach ausgesehen, als könnte der Dax erneut unter die runde Marke von 11 000 Punkten rutschen.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen legte um 1,58 Prozent auf 24 307,37 Punkte zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es ähnlich deutlich hinauf.

Bester Dax-Wert waren die Aktien der Lufthansa mit plus 4 Prozent. Die Papiere der Fluggesellschaft pendeln bereits seit gut drei Wochen um die 22-Euro-Marke und behaupten sich über der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie, die als Indikator für den langfristigen Trend gilt.

Im Blick stand außerdem die Allianz mit Geschäftszahlen. Europas größter Versicherer fasst nach einem Gewinnplus im abgelaufenen Jahr für 2019 keine nennenswerten Zuwächse ins Auge. Ein Händler sagte, die 2018er-Zahlen hätten die Erwartungen übertroffen, der Ausblick liege aber darunter. Die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms überrasche nicht. Nach einem zunächst etwas schwächeren Start arbeiteten sich die Allianz-Papiere kontinuierlich vor und waren am Nachmittag 2,1

Prozent mehr wert als am Vortag.

Aktien aus dem Automobilsektor erholten im Zuge der positiven Entwicklung an der amerikanisch-chinesischen Handelsfront von ihren frühen Verlusten. Im Dax verbuchten Continental , BMW und Daimler klare Kursgewinne.

Den Werbekonzern Scout24 wollen die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone übernehmen und bieten dafür 46 Euro je Aktie. Der Scout24-Kurs schnellte an der MDax-Spitze um 12 Prozent hoch. Die Investoren wagen damit einen zweiten Anlauf: Scout24 hatte Mitte Januar den damals vorgeschlagenen Preis von 43,50 Euro als unangemessen zurückgewiesen. Nun trifft das neue Gebot auf die Unterstützung des Vorstands.

Für die Aktien von Tele Columbus ist hingegen ein Ende der Abwärtsspirale nicht in Sicht. Sie sackten auf ein weiteres Rekordtief und verbuchten als SDax-Schlusslicht zuletzt einen Abschlag von 13,6 Prozent. Commerzbank-Analystin Heike Pauls hatte die Papiere des Kabelbetreibers von "Hold" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 3,00 auf 1,60 Euro nahezu halbiert.

Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite wie am Vortag bei 0 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 142,45 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,04 Prozent auf 166,46 Punkte nach unten.

Der Euro sank und wurde mit 1,1240 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstag auf 1,1268 Dollar festgesetzt./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

16.02.2019

GESAMT-ROUNDUP 3/Verhärtete Fronten in München: Merkel rechnet mit Trump ab

(Neu: Iran-Reaktion im 7. Absatz, Pence/Syrien 11. Absatz, Demo im letzten Absatz)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Bei der Münchner Sicherheitskonferenz sind die großen Spannungen zwischen Deutschland und den USA offen zutage getreten. Bundeskanzlerin Angela Merkel rügte am Samstag die Alleingänge von US-Präsident Donald Trump in der Außen- und Handelspolitik scharf. Trumps Vize Mike Pence forderte die Europäer auf, dem harten Kurs der USA gegen Iran und Russland zu folgen. Doch Merkel denkt nicht daran. Sie setzt auf Strukturen internationaler Zusammenarbeit: "Wir dürfen sie nicht einfach zerschlagen", sagte sie bei der Tagung vor zahlreichen Staat- und Regierungschefs in Anspielung auf Trump.

Die Kanzlerin kritisierte, dass die USA offensichtlich planen, Sonderzölle auf deutsche Autos zu erheben. Wenn deutsche Autos "plötzlich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika sind, dann erschreckt uns das", sagte sie. Die Kanzlerin widersprach Trump in einer Reihe von außenpolitischen Fragen energisch. Sie halte es für einen Fehler des Westens, die Kontakte zu Russland und dem Iran zu kappen.

Dagegen forderte Pence die Verbündeten erneut zum Rückzug aus dem Atomabkommen mit dem Iran auf. "Die Zeit für unsere europäischen Partner ist gekommen, an unserer Seite zu stehen", sagte Pence, der in München nach Merkel sprach. "Das iranische Regime befürwortet einen Holocaust und versucht ihn auch zu erreichen", sagte Trumps Stellvertreter. "Antisemitismus ist nicht nur falsch, er ist böse."

Pence warnte die Europäer zudem davor, sich von russischem Gas abhängig zu machen. "Wir können die Verteidigung des Westens nicht garantieren, wenn unsere Bündnispartner sich vom Osten abhängig machen." Er dankte allen europäischen Partnern, die sich ganz klar gegen die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 gestellt hätten. "Wir möchten auch, dass andere Länder sich so positionieren."

Merkel sieht in Russland aber weiter einen Partner. Wenn man die Kontakte zu Russland kappe, überlasse man die Zusammenarbeit mit Moskau ganz China. "Wir wollen auch ein bisschen an den Handelsbeziehungen teilnehmen." Die Abhängigkeit Europas von russischem Gas hänge nicht davon ab, ob die Pipeline gebaut werde oder nicht. "Ein russisches Gasmolekül bleibt ein russisches Gasmolekül, egal, ob es über die Ukraine kommt oder ob es über die Ostsee kommt."

Die CDU-Chefin sprach sich auch dafür aus, das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe beizubehalten. Diesen "kleinen Anker" müsse man nutzen, um auf anderen Gebieten Druck zu machen. Die USA und die Europäer sind sich zwar einig, dass die Einmischung des Irans in regionale Konflikte unterbunden werden muss. Sie setzen dabei aber auf unterschiedliche Mittel. Deutschland will das Abkommen, das im Gegenzug wirtschaftliche Anreize setzt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien retten. Die USA sind ausgestiegen und wollen den Iran mit immer härteren Sanktionen unter Druck setzen.

Der Iran kritisierte die Behauptung von Pence, Iran bereite einen zweiten Holocaust vor. "Der Holocaust war ein Desaster. Doch niemand, auch der US-Vizepräsident nicht, darf mit dem Holocaust Stimmung machen", sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif dem "Spiegel".

Merkel erklärte in München, das US-Handelsministerium schätze europäische Autos als Gefahr für die nationale Sicherheit ein. Auf Grundlage könnte Trump neue Sonderzölle einführen. Der Wert europäischer Auto- und Autoteilexporte in die USA wurde zuletzt von der EU-Kommission auf mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.

Merkel sagte, sie verstehe nicht, wie die Amerikaner deutsche Autos als Gefahr für die nationale Sicherheit einstufen könnten. "Wir sind stolz auf unsere Autos. Das dürfen wir ja auch." Noch dazu würden viele der Wagen in den USA gefertigt. "Ich glaube, es wäre gut, wir kommen in gute Gespräche miteinander."

Merkel warnte die USA davor, sich vorschnell aus dem Bürgerkriegsland Syrien zurückzuziehen. "Ist es denn nun gut, jetzt aus Syrien sofort und schnell abzuziehen vonseiten der Amerikaner? Oder ist es nicht auch wieder eine Stärkung der Möglichkeiten des Iran und Russlands, dort Einfluss zu nehmen? Auch darüber müssen wir sprechen."

Die USA wollen von ihren Nato-Verbündeten Truppen für eine Ablösung amerikanischer Soldaten in Syrien. Dazu habe es am Samstag Konsultationen gegeben, die weitergeführt werden sollen, sagte Pence Journalisten. "Wir wollen unsere Soldaten nach Hause bringen." Dass Länder wie Deutschland Soldaten zur Verfügung stellen, ist unwahrscheinlich. Als Voraussetzung gilt ein UN-Mandat.

Merkel rief China dazu auf, sich an Versuchen zur Rettung des INF-Abrüstungsvertrages zu beteiligen. Der oberste Außenpolitiker Chinas, Yang Jiechi, sagte laut offizieller Übersetzung in München, Peking sei gegen die "Multilateralisierung" des INF-Vertrags. Die USA hatten den INF-Vertrag Anfang des Monats mit Rückendeckung der Nato-Partner zum 2. August gekündigt. Offizielle Begründung sind Vorwürfe gegen Russland, das Abkommen seit Jahren zu verletzen.

Pence pochte erneut auf höhere Wehretats der Nato-Verbündeten. Inzwischen habe sich die Zahl der Nato-Staaten verdoppelt, die zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung ausgeben. Dies sei das Ergebnis der Forderung von Trump, der auf wirtschaftliche und militärische Stärke setze. "Amerika ist heute stärker als je zuvor und Amerika führt die Welt einmal mehr."

Die Kanzlerin stellte eine weitere Steigerung der deutschen Verteidigungsausgaben in Aussicht, wies aber auch auf die Bedeutung einer umfassenden Entwicklungspolitik hin. Trump drängt seinen Nato-Partner Deutschland, den Verteidigungsetat in fünf Jahren auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes aufzustocken. Das würde Mehrausgaben in zweistelliger Milliardenhöhe bedeuten. Merkel stellte in Aussicht, bis 2025 1,5 Prozent zu schaffen.

Gegen eine weitere Aufrüstung gingen mehrere Tausend Menschen auf die Straße. Auf dem Marienplatz versammelten sich nach Schätzungen der Polizei am Samstagnachmittag rund 3500 Menschen. Die Veranstalter nannten mindestens 6500 Teilnehmer. Es blieb friedlich./hot/cn/mfi/aha/ctt/DP/zb

16.02.2019

ROUNDUP 4/Merkel: Einstufung von europäischen Autos als US-Gefahr erschreckend

(Neu: Leadabsatz neu gefasst, Hintergrund zu Handelsgesprächen EU/USA im 11. Absatz)

MÜNCHEN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Gefahr von US-Strafzöllen auf europäische Autos wächst. Kanzlerin Angela Merkel kritisierte am Samstag scharf, dass die US-Regierung offensichtlich europäische Fahrzeuge als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA einstufen will. Das gäbe Präsident Donald Trump die Möglichkeit, neue Sonderzölle einführen. Besonders betroffen wären davon laut einer Studie des Münchner ifo Instituts die deutschen Hersteller.

Die bevorstehende Entscheidung des US-Handelsministeriums sei für Deutschland erschreckend, sagte Merkel am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. "Wir sind stolz auf unsere Autos. Das dürfen wir ja auch." Sie verstehe nicht, wie die Amerikaner deutsche Autos als Gefahr für die nationale Sicherheit einstufen könnten.

"Diese Autos werden gebaut in den Vereinigten Staaten von Amerika." Im US-Bundesstaat South Carolina befinde sich das größte BMW -Werk. "Nicht in Bayern, in South Carolina", betonte sie. "Ich glaube, es wäre gut, wir kommen in gute Gespräche miteinander." Der Wert europäischer Auto- und Autoteilexporte in die USA wurde zuletzt von der EU-Kommission auf mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Offiziell endet an diesem Sonntag die Frist für eine Entscheidung des US-Handelsministeriums darüber, ob der Import von Autos und Zulieferteilen die nationale Sicherheit des Landes beeinträchtigt. In dem Fall könnte Trump binnen 90 Tagen darüber befinden, ob er Sonderzölle erheben will. Zuletzt wurden Sonderzölle in Höhe von 25 Prozent ins Gespräch gebracht. Dadurch will Trump das amerikanische Handelsdefizit abbauen und Jobs in den USA schaffen.

Doch ein solcher Schritt ist auch in den USA umstritten - und nicht ohne Risiko. Experten warnen, höhere Zölle könnten die Verkaufszahlen in den USA bremsen und damit letztlich auch Jobs gefährden. Die US-Autoteile-Industrie mahnt, Sonderzölle seien eine zusätzliche Belastung für amerikanische Firmen und auch für die Verbraucher.

Auch aus dem US-Kongress kommt Kritik. Der einflussreiche Senator Chuck Grassley etwa - Vorsitzender des Finanzausschusses im Senat - klagte zuletzt, Sonderzölle auf Autos und Autoteile würden Verbraucher enorm belasten, die sich ein Auto kauften - egal, ob es in den USA produziert oder importiert sei. "Zölle sind keine langfristige Lösung", mahnte der Republikaner. Sie könnten kurzfristig Schutz für die inländische Wirtschaft liefern - aber auf Kosten von Verbrauchern und Industrien, die zunehmend von komplexen globalen Lieferketten abhingen.

Das Ergebnis des Berichts aus dem US-Handelsministerium entscheidet noch nichts. Trump ist trotz der Einschätzung des Ministeriums völlig frei darin, welchen Weg er einschlagen will. Der Präsident hat sich zuletzt, etwa im Handelskonflikt mit China, als "Mann der Zölle" inszeniert. Aber sieht er die Drohung mit Autozöllen nur als Druckmittel, um die Europäer zu Verhandlungen zu zwingen? Oder würde er wirklich ernst machen? Bei der Entscheidung - über ein Thema, das viele Bürger trifft - dürfte auch der nahende Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl 2020 eine Rolle spielen.

Wann genau die Entscheidung des Ministeriums öffentlich wird, ist bislang unklar. An diesem Montag ist in den USA ein Feiertag. Das Ministerium wollte sich vorab nicht zu der Entscheidung äußern.

Besondere Gefahr durch Sonderzölle droht den deutschen Autobauern. Sollten die USA die Importzölle dauerhaft um 25 Prozent erhöhen, könnten sich deutsche Autoexporte in die USA langfristig fast halbieren, geht aus den Berechnungen des ifo Instituts hervor. Das würde sich auch spürbar auf die Ausfuhren insgesamt auswirken: "Diese Zölle würden die gesamten Auto-Exporte aus Deutschland um 7,7 Prozent verringern, was einem Wert von 18,4 Milliarden Euro entspräche", sagte ifo-Experte Gabriel Felbermayr.

Die EU hatte bereits angekündigt, dass sie auf neue US-Zölle mit Vergeltungszöllen reagieren würden. Denkbar ist demnach, dass im ersten Schritt Ausgleichszölle auf US-Waren im Wert von rund 20 Milliarden Euro verhängt würden.

Um den Streit um die bereits eingeführten US-Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte zu entschärfen, hatten sich die USA und die EU eigentlich auf den Start von neuen Freihandelsgesprächen verständigt. Das Projekt kommt allerdings bislang nur äußerst schleppend voran. Die im Juli zwischen Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker getroffene Vereinbarung sieht zur Schlichtung konkret vor, dass beide Seiten Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter sowie eine engere Zusammenarbeit bei Regulierungen zum Beispiel für die Arzneimittelindustrie beginnen. Zugleich sollen eigentlich vorerst keine neuen Sonderzölle verhängt werden.

Sollte Trump nun tatsächlich ernst machen, dürfte dies laut ifo die Wertschöpfung der deutschen Autoindustrie um rund fünf Prozent beziehungsweise um sieben Milliarden Euro senken. Noch im Dezember hatte eine Delegation deutscher Automanager von VW , Daimler und BMW Trump getroffen, um ihn von Sonderzöllen abzubringen.

Die deutsche Autoindustrie warnt vor Abschottung und verweist auf die Bedeutung der deutschen Autobauer und Zulieferer für den US-Arbeitsmarkt. "2018 waren rund 118 000 Mitarbeiter in ihren Werken direkt beschäftigt, rund 8000 mehr als ein Jahr zuvor", heißt es vom Verband der Automobilindustrie (VDA). "Während wir 2018 rund 750 000 Fahrzeuge in den deutschen US-Werken produziert haben, wurden nur 470 000 Neuwagen aus Deutschland in die USA exportiert."

Würde es keine Gegenreaktion anderer Länder geben, könnten die USA laut ifo-Experte Felbermayr langfristig von Sonderzöllen erheblich profitieren. "Porsche, Audi , BMW, Mercedes & Co. würden verstärkt in den USA produzieren und so die Zölle umgehen." Wer weiter in die USA exportiere, müsse die Preise senken. Außerdem würden die USA Milliarden an Zolleinnahmen kassieren. Das Problem ist nur: "Gegenzölle machen das alles kaputt." Und das könnte der Haken an Trumps Rechnung sein./aha/tos/jac/DP/zb

16.02.2019

ROUNDUP 3: Viel Widerstand gegen Trumps Notstandserklärung

(Neu: Weitere Details)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Mit seiner Erklärung eines Nationalen Notstandes an der Grenze zu Mexiko stößt US-Präsident Donald Trump auf großen Widerstand. Die Demokraten werfen ihm einen Angriff auf die Verfassung vor. Sie erwägen, im Kongress gegen Trumps Plan vorzugehen, der sich per Notstandserklärung auf andere Weise Milliarden für den Bau einer Grenzmauer beschaffen will. Auch mehrere Generalstaatsanwälte kündigten Gegenwehr an. Bereits wenige Stunden nach Trumps Ankündigung wurde eine erste Klage gegen die Notstandserklärung eingereicht. Weitere dürften folgen. Aber auch in den Reihen von Trumps Republikanern herrscht Unruhe. Mehrere prominente Parteikollegen Trumps hatten sich schon vorab kritisch zu so einem Schritt geäußert.

Trump hatte am Freitag einen Nationalen Notstand an der Südgrenze der USA ausgerufen, um seine Pläne zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko voranzutreiben. Er begründete dies mit einer "Invasion" von Drogen, Menschenschmugglern und kriminellen Banden. Durch die Notstandserklärung will er nun Geld aus anderen Töpfen - vor allem aus dem Budget des Verteidigungsressorts - umwidmen und so insgesamt acht Milliarden Dollar für den Bau von Grenzbarrieren zusammentragen.

Der Präsident hatte ursprünglich 5,7 Milliarden Dollar vom US-Kongress verlangt, um eine Grenzmauer errichten zu lassen. Die Demokraten sperrten sich aber gegen die Forderung. Am Ende bewilligte der Kongress 1,375 Milliarden Dollar - also etwa ein Viertel der von ihm geforderten Summe. Per Notstandserklärung will sich Trump nun die zusätzlichen Milliarden organisieren.

Die Ausrufung des Notstandes erlaubt dem Präsidenten, ohne parlamentarische Zustimmung Geld für das Vorhaben zu sammeln. Nach Angaben des Weißen Hauses soll das Gros von mehr als sechs Milliarden Dollar aus dem Verteidigungsressort kommen - aus Mitteln, die eigentlich für Baumaßnahmen und zur Drogenbekämpfung gedacht waren. Diese Mittel will Trump nun für seine Baupläne an der Grenze umwidmen. Außerdem will er in geringerem Umfang (600 Millionen Dollar) Einnahmen aus Beschlagnahmungen des Finanzministeriums dafür nutzen.

Trump räumte ein: "Ich musste das nicht tun." Aber er wolle die Mauer schneller bauen als auf anderem Weg möglich.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, schrieb auf Twitter, diese Aussage sei das deutlichste Zeichen dafür, dass Trumps Notstandserklärung unrechtmäßig sei. Es gebe keine Krise an der Grenze, Trumps Schritt sei ein Verstoß gegen die Verfassung. Pelosi und der Fraktionschef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, warfen Trump vor, er bewege sich außerhalb der Grenzen des Gesetzes. Sie riefen die Republikaner im Kongress auf, sich gemeinsam gegen Trumps Vorgehen zu stellen.

Tatsächlich gibt es auch in Trumps eigener Partei Unmut darüber, dass er zum Mittel einer Notstandserklärung greift. So sprach die Senatorin Susan Collins vorab von einem Fehler: "Solch eine Erklärung würde die Rolle des Kongresses untergraben." Der Senator Marco Rubio hatte gemahnt: "Wir haben eine Krise an der Grenze, aber keine Krise rechtfertigt einen Verstoß gegen die Verfassung." Auch wenn sich viele Republikaner nicht öffentlich äußern, rumort es nach einem Bericht der "Washington Post" hinter dn Kulissen heftig in der Partei.

US-Medien zufolge hatte auch der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, Trump intern davon abgeraten, einen Notstand auszurufen, und gewarnt, dies könne die eigene Partei spalten. Öffentlich hatte sich McConnell aber am Donnerstag überraschend hinter Trumps Plan einer Notstandserklärung gestellt.

Der Kongress hätte theoretisch die Möglichkeit, eine solche Erklärung mit einer Resolution anzufechten. Diese müsste von beiden Kammern verabschiedet werden. Legt Trump sein Veto dagegen ein, könnte der Kongress dieses noch überstimmen. Dazu bräuchte es aber sowohl im Repräsentantenhaus, in dem die Demokraten die Mehrheit haben, als auch im republikanisch dominierten Senat eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Ein Nationaler Notstand in den USA unterscheidet sich zwar von einem landesweiten Ausnahmezustand, bei dem Grundrechte außer Kraft gesetzt werden. Der Schritt gibt Trump aber weitreichende Befugnisse - in diesem Fall eben die Möglichkeit, andere Geldtöpfe anzuzapfen. Dies ist rechtlich allerdings hoch umstritten. Die nächste Etappe des erbitterten Mauerstreits wird damit vor Gericht ausgetragen. Trump sagte offen, er rechne fest damit.

Schon wenige Stunden nach seiner Ankündigung wurde vor einem Bundesgericht in Washington von drei texanischen Grundbesitzern und einem Naturpark eine erste Klage gegen die Notstands-Verordnung eingereicht, wie die "Washington Post" berichtete. Weitere Klagen sind bereits in Aussicht gestellt.

Auch Generalstaatsanwälte aus mehreren Bundesstaaten kündigten Widerstand an. Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, rügte, Trump habe den Notstand ohne rechtmäßigen Grund ausgerufen. Sie sprach von Machtmissbrauch und kündigte Gegenwehr an - "mit jedem rechtlichen Mittel, das uns zur Verfügung steht".

Der Generalstaatsanwalt von Maryland, Brian Frosh, nannte Trumps Notstandserklärung "illegal, unnötig und gefährlich". Auf diese Weise würden Mittel für echte Notstände zweckentfremdet. Man werde die Auswirkungen auf den eigenen Bundesstaat ansehen und alle rechtlichen Optionen prüfen, dagegen vorzugehen./jac/cy/DP/zb

16.02.2019

ROUNDUP: 'Gelbwesten' protestieren wieder in Frankreich

PARIS (dpa-AFX) - Fast auf den Tag genau drei Monate nach Beginn der "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich haben erneut Tausende Menschen gegen die Politik der Pariser Mitte-Regierung demonstriert. Bis zum Samstagnachmittag gingen in ganz Frankreich rund 10 200 Menschen auf die Straße, davon 3000 in der Hauptstadt, wie eine Sprecherin des Innenministeriums sagte. In Paris verlief der Protest nach Angaben der Polizei zunächst überwiegend friedlich. Vereinzelt setzten die Sicherheitskräfte demnach Tränengas ein.

Auch in vielen anderen Städten fanden wieder "Gelbwesten"-Demonstrationen statt, darunter Marseille, Bordeaux und Straßburg. Auch hier blieb es Berichten zufolge weitgehend friedlich. In Toulouse blockierten einige Dutzend "Gelbwesten" einen Standort des Online-Versandhändlers Amazon, wie der Sender BFMTV berichtete. Die Demonstranten versperrten demnach mit Lastwagen zeitweilig die Zufahrt zu dem Warenlager.

Die Protestbewegung demonstriert seit dem 17. November 2018 jedes Wochenende unter anderem gegen die Politik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und hat damit die größte Krise in dessen Amtszeit ausgelöst. Ursprünglich hatte sich die Wut an geplanten Steuererhöhungen auf Treibstoffe entzündet. Mittlerweile richtet sie sich auch gegen Macron selbst, gegen das Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten und die als zu niedrig empfundene Kaufkraft.

Immer wieder kam es bei den Protesten in den vergangenen Monaten zu Ausschreitungen und Gewalt. Offiziellen Angaben zufolge sanken die Teilnehmerzahlen jedoch zuletzt. Nach Umfragen schwindet auch die Unterstützung in der Bevölkerung für die Bewegung./vio/DP/zb

16.02.2019

Britischer Minister warnt vor No Deal - Politikerinnen werden bedroht

LONDON (dpa-AFX) - Ein ungeregelter Brexit wird nach Ansicht des britischen Justizministers David Gauke "sehr schädliche Effekte" für die Wirtschaft des Landes und die Sicherheit in Nordirland haben. Er hoffe, dass in den nächsten zehn Tagen - bis zur Abstimmungsrunde am 27. Februar im Parlament - klar werde, dass Großbritannien mit einem Abkommen die EU verlasse, sagte Gauke am Samstag in einem BBC-Interview. Andernfalls muss seiner Ansicht nach die für den 29. März geplante Trennung von der Europäischen Union verschoben werden.

Das Parlament in London ist in Sachen Brexit total zerstritten. Kritiker werfen Premierministerin Theresa May vor, auf Zeit zu spielen und die Gefahr eines No Deals als Druckmittel einzusetzen. Eine parteiübergreifende Gruppe von Abgeordneten will daher der Regierung bei der nächsten Abstimmungsrunde im Parlament die Kontrolle über den Austrittsprozess entreißen. Der Plan sieht vor, May zum Verschieben des Brexits zu zwingen, falls sie bis Mitte nächsten Monats keinen Erfolg mit ihrem Abkommen hat.

Die Polizei warnte nach einem Bericht der "Times" unterdessen Parlamentarierinnen vor Übergriffen im Zuge des Brexits. So sei einzelnen Frauen geraten worden, nicht in Parks in ihrer Nähe zu joggen, und auch nicht nachts allein zu reisen oder selbst Auto zu fahren. Einige Abgeordnete hatten in den vergangenen Wochen berichtet, dass sie Beleidigungen ausgesetzt seien.

Dazu gehört die EU-freundliche Anna Soubry von den regierenden Konservativen, die von Brexit-Anhängern als "Nazi" vor dem Parlament beschimpft worden ist. Die Labour-Abgeordnete Yvette Cooper, die einen No Deal verhindern will, soll noch stärker unter Druck gesetzt worden sein. Ein 59-Jähriger hat laut "Times" der Politikerin gesagt: "Hören Sie damit auf oder ich werde ihre Kinder und Enkel töten."/si/DP/zb

16.02.2019

Rund 2000 Teilnehmer an 'Bunte Westen'-Demos in Deutschland

BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Vorbild der französischen "Gelbwesten" haben in vielen deutschen Landeshauptstädten die "Bunten Westen" demonstriert. Addiert man die Angaben von Polizei und Beobachtern, versammelten sich am Samstag rund 2000 Menschen bei den Protestkundgebungen. Die "Aktion #Bunte Westen" fordert bundesweit bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bildung und Pflege. Zu den Demonstrationen in 14 Städten unter dem Motto "Wir sind Viele. Wir sind vielfältig. Wir haben die Schnauze voll!" hatte die Sammlungsbewegung "Aufstehen" der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht aufgerufen.

An einer Kundgebung in Berlin beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 500 Menschen. Mehrere Hundert Teilnehmer kamen in Hamburg, Kiel und Schwerin zusammen. In der Innenstadt von Magdeburg zählte die Polizei rund 100 Teilnehmer. Es habe sich um eine friedliche Kundgebung gehandelt, teilte die Polizei mit. Auch in Erfurt trafen sich nach Polizeiangaben rund 100 Menschen zu einer Kundgebung. Menschen mit farbigen Westen seien allerdings nur vereinzelt darunter gewesen, sagte ein Sprecher.

Eine Kundgebung in Mainz erwies sich als Flop. Nur drei Menschen folgten dort dem Aufruf, wie die Polizei mitteilte. "Wahrscheinlich liegen die Prioritäten der Mainzer in Zeiten der Fastnacht anders", sagte eine Sprecherin. Gleichzeitig mit der Kundgebung feierten zehntausend Menschen in Mainz den Start in die Straßenfastnacht.

Die im Sommer 2018 gegründete Bewegung "Aufstehen" hat bundesweit nach eigenen Angaben inzwischen rund 170 000 Mitglieder. Vorbild für die "Aktion #Bunte Westen" ist die "Gelbwesten"-Bewegung in Frankreich, die im November 2018 mit Protesten gegen geplante Benzinpreiserhöhungen begonnen hatte. Inzwischen richtet sie sich aber allgemein gegen die Reformpolitik der Mitte-Regierung von Präsident Emmanuel Macron./sbh/jal/akp/ptz/lif/rib/DP/zb

16.02.2019

Biden über Trumps Kurs: 'Ich verspreche Ihnen, auch das geht vorbei'

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden hat sich auf der Münchner Sicherheitskonferenz demonstrativ von der Politik Donald Trumps abgegrenzt. Er erlebe ein anderes Amerika, das den Klimawandel nicht leugne, Flüchtlinge nicht an der Grenze abweisen wolle, sich aber gegen Diktatoren stelle, sagte Biden, der als ein möglicher demokratischer Herausforderer des aktuellen US-Präsidenten im Jahr 2020 gilt. Das Verteidigungsbündnis Nato und ein gemeinsamer Kampf gegen Terrorismus lägen im ureigensten Interesse der USA und schon deswegen werde daran festgehalten. Angesichts der aktuellen US-Politik empfahl Biden den Verbündeten Geduld: "Ich verspreche Ihnen, auch das geht vorbei. Wir kommen zurück." Biden (76) war auch schon als Stellvertreter von US-Präsident Barack Obama in München./cn/DP/zb

16.02.2019

'Gelbwesten' protestieren wieder in Frankreich

PARIS (dpa-AFX) - Fast auf den Tag genau drei Monate nach Beginn der "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich haben erneut Tausende Menschen gegen die Politik der Pariser Mitte-Regierung demonstriert. In der Hauptstadt verlief der Protest zunächst überwiegend friedlich, wie die Polizei mitteilte. Vereinzelt setzten die Sicherheitskräfte demnach Tränengas ein. Teilnehmerzahlen gab es zunächst nicht.

Auch in vielen anderen Städten fanden wieder "Gelbwesten"-Demonstrationen statt, darunter Marseille, Bordeaux und Straßburg. Auch hier blieb es Berichten zufolge weitgehend friedlich. In Toulouse blockierten einige Dutzend "Gelbwesten" einen Standort des Online-Versandhändlers Amazon, wie der Sender BFMTV berichtete. Die Demonstranten versperrten demnach Lastwagen zeitweilig die Zufahrt zu dem Warenlager.

Die Protestbewegung demonstriert seit dem 17. November 2018 jedes Wochenende unter anderem gegen die Politik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und hat damit die größte Krise in dessen Amtszeit ausgelöst. Urspünglich hatte sich die Wut an geplanten Steuererhöhungen auf Treibstoffe entzündet. Mittlerweile richtet sie sich auch gegen Macron selbst, gegen das Vorgehen der Polizei gegenüber Demonstranten und die als zu niedrig empfundene Kaufkraft.

Immer wieder kam es bei den Protesten in den vergangenen Monaten zu Ausschreitungen und Gewalt. offiziellen Angaben zufolge sanken die Teilnehmerzahlen jedoch zuletzt. Nach Umfragen schwindet auch die Unterstützung in der Bevölkerung für die Bewegung./vio/DP/zb

16.02.2019

WDH: Merkel verteidigt Atomabkommen mit dem Iran gegen US-Kritik

(Im vierten Satz muss es CDU-Politikerin statt CDU-Chefin heißen.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Atomabkommen mit dem Iran gegen Kritik aus den USA verteidigt. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz betonte sie am Samstag zwar, dass man im Ziel mit den Amerikanern einig sei, den Iran unter Druck zu setzen. Der Unterschied bestehe aber in den Mitteln. Die CDU-Politikerin sprach sich dafür aus, das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe beizubehalten. Diesen "kleinen Anker" müsse man nutzen, um auf anderen Gebieten Druck zu machen.

Die USA sind aus dem Abkommen ausgestiegen, Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen es retten. US-Vizepräsident Mike Pence hatte die Europäer am Donnerstag dazu aufgerufen, die Vereinbarung fallen zu lassen. Die westlichen Staaten werfen dem Iran vor allem Einmischung in regionale Konflikte wie in Syrien und im Jemen vor.

Merkel warnte die USA davor, sich vorschnell aus dem Bürgerkriegsland Syrien zurückzuziehen. Sie fragte in München vor zahlreichen Staat- und Regierungschefs sowie Sicherheitsexperten: "Ist es denn nun gut, jetzt aus Syrien sofort und schnell abzuziehen vonseiten der Amerikaner? Oder ist es nicht auch wieder eine Stärkung der Möglichkeiten des Iran und Russlands, dort Einfluss zu nehmen? Auch darüber müssen wir sprechen."/mfi/aha/DP/zb

16.02.2019

GESAMT-ROUNDUP 2/Verhärtete Fronten in München: Merkel rechnet mit Trump ab

(Neu: Pence und chinesischer Außenpolitiker)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Bei der Münchner Sicherheitskonferenz sind die großen Spannungen zwischen Deutschland und den USA offen zutage getreten. Bundeskanzlerin Angela Merkel rügte am Samstag die Alleingänge von US-Präsident Donald Trump in der Außen- und Handelspolitik scharf. Trumps Vize Mike Pence forderte die Europäer auf, dem harten Kurs der USA gegen Iran und Russland zu folgen. Doch Merkel denkt nicht daran. Sie setzt auf Strukturen internationaler Zusammenarbeit: "Wir dürfen sie nicht einfach zerschlagen", sagte sie bei der Tagung vor zahlreichen Staat- und Regierungschefs in Anspielung auf Trump.

Die Kanzlerin kritisierte, dass die USA offensichtlich planen, Sonderzölle auf deutsche Autos zu erheben. Wenn deutsche Autos "plötzlich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika sind, dann erschreckt uns das", sagte sie. Die Kanzlerin widersprach Trump in einer Reihe von außenpolitischen Fragen energisch. Sie halte es für einen Fehler des Westens, die Kontakte zu Russland und dem Iran zu kappen.

Dagegen forderte Pence die Verbündeten erneut eindringlich zum Rückzug aus dem Atomabkommen mit dem Iran auf. "Die Zeit für unsere europäischen Partner ist gekommen, an unserer Seite zu stehen", sagte Pence, der in München nach Merkel sprach. "Das iranische Regime befürwortet einen Holocaust und versucht ihn auch zu erreichen", sagte Trumps Stellvertreter. "Antisemitismus ist nicht nur falsch, er ist böse."

Pence warnte die Europäer zudem davor, sich von russischem Gas abhängig zu machen. "Wir können die Verteidigung des Westens nicht garantieren, wenn unsere Bündnispartner sich vom Osten abhängig machen." Der US-Vizepräsident dankte allen europäischen Partnern, die sich ganz klar gegen die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee positioniert hätten. "Wir möchten auch, dass andere Länder sich so positionieren."

Merkel sieht in Russland aber weiter einen Partner. Wenn man die Kontakte zu Russland kappe, überlasse man die Zusammenarbeit mit Moskau ganz China. "Wir wollen auch ein bisschen an den Handelsbeziehungen teilnehmen." Die Abhängigkeit Europas von russischem Gas hänge nicht davon ab, ob die Pipeline gebaut werde oder nicht. "Ein russisches Gasmolekül bleibt ein russisches Gasmolekül, egal, ob es über die Ukraine kommt oder ob es über die Ostsee kommt."

Die CDU-Chefin sprach sich auch dafür aus, das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe beizubehalten. Diesen "kleinen Anker" müsse man nutzen, um auf anderen Gebieten Druck zu machen. Die USA und die Europäer sind sich zwar einig, dass die Einmischung des Irans in regionale Konflikte unterbunden werden muss. Sie setzen dabei aber auf unterschiedliche Mittel. Deutschland will das Abkommen, das im Gegenzug wirtschaftliche Anreize setzt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien retten. Die USA sind ausgestiegen und wollen den Iran mit immer härteren Sanktionen unter Druck setzen.

Das US-Handelsministerium schätzt europäische Autos als Gefahr für die nationale Sicherheit ein, wie Merkel in München erklärte. Auf Grundlage dieser Einschätzung des Ministeriums könnte Trump neue Sonderzölle einführen. Der Wert europäischer Auto- und Autoteilexporte in die USA wurde zuletzt von der EU-Kommission auf mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.

Merkel sagte, sie verstehe nicht, wie die Amerikaner deutsche Autos als Gefahr für die nationale Sicherheit einstufen könne. "Wir sind stolz auf unsere Autos. Das dürfen wir ja auch." Noch dazu würden viele der Wagen in den USA gefertigt. Im US-Bundesstaat South Carolina sei das größte BMW-Werk. "Nicht in Bayern, in South Carolina", betonte sie. "Ich glaube, es wäre gut, wir kommen in gute Gespräche miteinander", sagte die Kanzlerin.

Merkel warnte die USA davor, sich vorschnell aus dem Bürgerkriegsland Syrien zurückzuziehen. Sie fragte in München: "Ist es denn nun gut, jetzt aus Syrien sofort und schnell abzuziehen vonseiten der Amerikaner? Oder ist es nicht auch wieder eine Stärkung der Möglichkeiten des Iran und Russlands, dort Einfluss zu nehmen? Auch darüber müssen wir sprechen."

Sie rief China dazu auf, sich an Versuchen zur Rettung des INF-Abrüstungsvertrages zu beteiligen. Sie wisse, dass es bei dem Thema auf chinesischer Seite viele Vorbehalte gebe. Abrüstung sei aber ein Thema, dass alle umtreibe. Der oberste Außenpolitiker Chinas, Yang Jiechi, sagte laut offizieller Übersetzung in München, Peking sei gegen die "Multilateralisierung" des INF-Vertrags. Die USA hatten den INF-Vertrag Anfang des Monats mit Rückendeckung der Nato-Partner zum 2. August gekündigt. Offizielle Begründung sind Vorwürfe gegen Russland, das Abkommen seit Jahren zu verletzen.

Als weiterer Grund gilt aber auch die Tatsache, dass der aus der Zeit des Kalten Krieges stammende Deal nur Amerikaner und Russen bindet, nicht aber aufstrebende Militärmächte wie China. China soll mittlerweile über knapp 2000 ballistische Raketen und Marschflugkörper verfügen, die unter dieses Abkommen fallen würden.

Pence pochte erneut auf höhere Wehretats der Nato-Verbündeten. Inzwischen habe sich die Zahl der Nato-Staaten verdoppelt, die zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung ausgeben, sagte Pence. Dies sei das Ergebnis der Forderung von Trump, der auf wirtschaftliche und militärische Stärke setze. "Amerika ist heute stärker als je zuvor und Amerika führt die Welt einmal mehr."

Die Kanzlerin stellte eine weitere Steigerung der deutschen Verteidigungsausgaben in Aussicht, wies aber auch auf die Bedeutung einer umfassenden Entwicklungspolitik hin. Trump drängt seinen Nato-Partner Deutschland, den Verteidigungsetat in fünf Jahren auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes aufzustocken. Das würde Mehrausgaben in zweistelliger Milliardenhöhe bedeuten. Merkel stellte in Aussicht, bis 2025 1,5 Prozent zu schaffen./hot/cn/mfi/aha/ctt/DP/zb

15.02.2019

EUROSTOXX-FLASH: Positive Impulse aus den USA treiben zur Rally an

FRANKFURT/PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Freitagnachmittag ihre Gewinne ausgebaut. Der sehr freundliche Handelsstart an der Wall Street sorgte für positive Impulse. Der EuroStoxx 50 gewann zuletzt 2,03 Prozent auf 3247,34 Punkte. Damit erreichte der Leitindex der Eurozone wieder den höchsten Stand seit Mitte November. Der währungsgemischte Stoxx 50 überwand erstmals wieder seit Oktober die Marke von 3000 Punkten und rückte zuletzt um 1,73 Prozent auf 3006,72 Zähler vor.

In den USA profitierten die wichtigsten Indizes vor allem von versöhnlichen Signalen im Handelsstreit zwischen den USA und China, denn beide Seiten, sind bereit, über die am 1. März endende, selbst gesetzte Frist hinaus weiter zu verhandeln. Zudem fielen die Konjunkturdaten an diesem Tag überwiegend besser als erwartet aus und machen Mut, dass der Wirtschaftsaufschwung weitergeht.

So hellte sich nicht nur die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York im Februar überraschend stark auf. Das wichtige, von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen entwickelte sich im Februar ebenfalls stärker als erwartet. Dass der Indikator für das Kaufverhalten der US-Konsumenten auf 95,5 Punkte stieg sorgte nach dem Rückgang im Januar wieder für Zuversicht. Ein robustes Konsumwachstum stehe damit mittelfristig nicht in Frage, kommentierte Analyst Patrick Boldt von der Helaba./ck/fba

15.02.2019

AKTIEN IM FOKUS: Autowerte drehen mit neuer Zollstreit-Hoffnung ins Plus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Autoaktien sind am Freitagmittag von neuer Hoffnung im US-chinesischen Handelsstreit beflügelt worden. Am Morgen noch allesamt schwach gestartet, sorgten Aussagen der Verhandlungspartner plötzlich für positive Bewegung. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts schaffte es ab dem Mittag in die Gewinnzone und baute seine Gewinne auf zuletzt 1,5 Prozent aus. Im Dax verbuchten Daimler ein Plus von 1,8 Prozent und VW sowie BMW von jeweils 1,3 Prozent.

Nach einer zweitägigen Verhandlungsrunde in Peking war am Freitag von Fortschritten die Rede. Autowerte profitierten von der neuen Hoffnung auf eine Lösung des Handelsstreits besonders ausgeprägt, da der chinesische Markt für die Fahrzeughersteller als wichtiger Absatztreiber gilt.

Am Markt hieß es, beide Seiten hätten in vielen grundlegenden Punkten Einigkeit erzielt. Man habe in Peking "produktive" Gespräche mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He geführt, schrieb US-Finanzminister Steven Mnuchin auf Twitter. In der kommenden Woche soll nun eine chinesische Delegation nach Washington reisen./tih/mis

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15.02.2019

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt Ziel für Nestle auf 105 Franken - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Nestle nach Zahlen von 95 auf 105 Franken angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Das vierte Quartal des Nahrungsmittelkonzerns habe den Erwartungen weitgehend entsprochen, schrieb Analyst Gerry Gallagher in einer am Freitag vorliegenden Studie. Für die Aktie spreche unter anderem, dass sich die Qualität des Wachstums verbessere./mf/jha/

Veröffentlichung der Original-Studie: / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 14.02.2019 / 18:48 / GMT

15.02.2019

ANALYSE-FLASH: Morgan Stanley hebt Ziel für LVMH auf 340 Euro - 'Overweight'

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das Kursziel für LVMH von 315 auf 340 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Trotz der Rally der vergangenen Wochen bestehe weiteres Potenzial für den Luxusgüterkonzern, schrieb Analyst Edouard Aubin in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Bewertungsabschlag im Vergleich zu Adidas sei nicht gerechtfertigt./mf/jha/

Veröffentlichung der Original-Studie: 15.02.2019 / 12:01 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

15.02.2019

ANALYSE-FLASH: Goldman hebt Ziel für Airbus auf 148 Euro - 'Conviction Buy List'

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Airbus nach Zahlen von 142 auf 148 Euro angehoben und die Aktie auf der "Conviction Buy List" belassen. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern habe ein starkes viertes Quartal verzeichnet, schrieb Analyst Chris Hallam in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Free Cashflow sei nun bereits das siebte Jahr in Folge besser als erwartet ausgefallen. Der Experte erhöhte seine Gewinnprognosen (Ebit) für die Jahre 2019 bis 2021./edh/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.02.2019 / 22:32 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

15.02.2019

ANALYSE-FLASH: Goldman hebt Ziel für Ceconomy auf 5,10 Euro - 'Neutral'

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Ceconomy nach Zahlen zum ersten Geschäftsquartal von 3,50 auf 5,10 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Neutral" belassen. Der Elektronikhändler kämpfe weiterhin mit herausfordernden Marktbedingungen, schrieb Analyst Tushar Jain in einer am Freitag vorliegenden Studie. Ceconomy wolle die Kosten senken, habe aber keine konkreten Angaben dazu gemacht. Jain reduzierte seine Gewinnprognosen (EPS) für das Geschäftsjahr 2018/19. Die längerfristigen Gewinnaussichten ließen jedoch das Kursziel steigen./edh/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.02.2019 / 22:00 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

15.02.2019

ANALYSE-FLASH: Goldman hebt Uniper auf 'Neutral' und Ziel auf 25,90 Euro

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Uniper von "Sell" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 23,10 auf 25,90 Euro angehoben. Analyst Alberto Gandolfi begründete seine bessere Einschätzung der Aktie mit dem Ausscheiden von Vorstandschef Klaus Schäfer und Finanzvorstand Christopher Delbrück. Denn damit sei nun wieder der Weg offen für eine mögliche Komplettübernahme des deutschen Kraftwerksbetreibers durch seinen finnischen Großaktionär Fortum , schrieb der Experte in einer am Freitag vorliegenden Studie./edh/men

Veröffentlichung der Original-Studie: 15.02.2019 / 06:39 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

15.02.2019

AKTIE IM FOKUS: Fortschritte mit Prostatakrebs-Mittel lassen Bayer steigen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Bayer haben am Freitag von Studiendaten zu einem Krebsmedikament profitiert. Der Chemie- und Pharmakonzern kann sich für den Krebsmittel-Kandidaten Darolutamid nun mehr Hoffnung auf eine Zulassung machen. Zur Mittagszeit ging es für die Aktie um 1,5 Prozent hoch auf 66,54 Euro, womit sie den Dax hinter sich ließ, der um 0,7 Prozent stieg. Laut Analyst Analyst Wimal Kapadia von Bernstein Research gibt es endlich eine gute Nachricht aus der Pharma-Pipeline der Leverkusener.

Studiendaten zufolge führt eine kombinierte Behandlung von Prostatakarzinomen in Kombination mit einer Hormontherapie (ADT) zu einem deutlich längeren metastasenfreien Überleben als mit der Hormonbehandlung alleine. Wie Kapadia schrieb, sei Bayer mit dem Mittel zwar spät dran im Vergleich zur Konkurrenz. Ein überlegenes Sicherheitsprofil könne aber zum entscheidenden Vorteil werden, fügte er hinzu. In der Summe sprach er von einer guten, aber nicht bahnbrechenden Nachricht./tih/mis

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15.02.2019

AKTIE IM FOKUS 2: Allianz rücken vor - Im Dax unter den besten Werten

(neu: Aktienkurs, Analysten)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien der Allianz SE haben sich am Freitag nach zunächst etwas schwächerem Start kontinuierlich ins Plus vorgearbeitet. Mit einem Aufschlag von 0,81 Prozent waren sie am Vormittag unter den besten Werten im zuletzt nur noch wenig veränderten Leitindex Dax .

Europas größter Versicherer fasst nach einem Gewinnplus im abgelaufenen Jahr für 2019 keine nennenswerten Zuwächse ins Auge. Ein Händler sagte, die 2018er-Zahlen hätten die Erwartungen übertroffen, der Ausblick auf 2019 liege aber darunter. Die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms überrasche nicht. Nach Ansicht von JPMorgan-Analyst Michael Huttner werden durch den Rückkauf größere Übernahmen eliminiert.

Von UBS-Analyst Jonny Urwin hieß es, die Münchener hätten alles in allem solide, aber nicht herausragend abgeschnitten. Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader sprach insbesondere unter Berücksichtigung der starken Schwankungen am Markt ebenfalls von soliden Zahlen der Allianz./ajx/jha/

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15.02.2019

AKTIE IM FOKUS: Immer tiefer für Tele Columbus - Commerzbank senkt den Daumen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Für die Aktien von Tele Columbus ist ein Ende der Abwärtsspirale nicht in Sicht: Am Freitag sackten die Titel auf ein weiteres Rekordtief von 1,78 Euro ab. Zuletzt kosteten sie 1,80 Euro und verbuchten damit am SDax-Ende ein Minus von 11,33 Prozent.

Commerzbank-Analystin Heike Pauls hatte die Papiere des Kabelbetreibers von "Hold" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 3,00 auf 1,60 Euro nahezu halbiert. Ende November 2018 hatte sie die Anteile nach Vorlage von Quartalszahlen noch von "Reduce" auf "Hoch" hochgestuft.

Nachdem nun aber 1&1 Drillisch wohl eine eigene Infrastruktur für den Betrieb eines Mobilfunknetztes aufbauen werde, habe sie ihre Präferenzen unter den deutschen Telekomwerten neu geordnet, schrieb sie in einer aktuellen Studie. Drillisch-Hauptaktionär United Internet dürfte seine Aufmerksamkeit vor allem auf die Tochter konzentrieren. Für eine Übernahme der "pflegeintensiven" Tele Columbus sieht Pauls daher aktuell keine Chance./ajx/mis

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