dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

04.12.2020

WDH: Boeing drosselt 787-'Dreamliner'-Produktion weiter

(Anführungszeichen in Überschrift ausgetauscht)

CHICAGO (dpa-AFX) - Der krisengeschüttelte US-Luftfahrtriese Boeing will die Fertigungsrate seines Langstreckenjets 787 "Dreamliner" angesichts von schwacher Nachfrage und Produktionsmängeln weiter verringern. Ab Mitte 2021 sollen nur noch fünf Exemplare pro Monat hergestellt werden, sagte Finanzchef Greg Smith am Freitag bei einer Konferenz. Damit würde monatlich eine Maschine weniger als bislang geplant gefertigt. Boeing hatte die Produktion des Modells in den letzten anderthalb Jahren bereits mehrfach zurückgefahren.

Die 787 war für den Airbus -Rivalen während des Debakels um den nach zwei Abstürzen für 20 Monate mit einem Startverbot belegten Krisenjet 737 Max zeitweise eine wichtige Ertragsstütze. Doch die Corona-Pandemie hat den internationalen Luftverkehr soweit zum Erliegen gebracht, dass derzeit kaum noch Bedarf an dem Modell besteht. Im vergangenen Monat wurde kein einziges Exemplar ausgeliefert. Zusätzlich erschwert wird die Situation durch Inspektionen wegen wiederholter Berichte über Produktionsmängel./hbr/DP/he

04.12.2020

US-Anleihen: Deutliche Verluste nach durchwachsenen Arbeitsmarktdaten

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Kurse von US-Staatsanleihen sind am Freitag wieder gesunken. Nach einer kurzen Stabilisierung am Vortag litten sie zu Wochenschluss wieder unter einer höheren Risikobereitschaft der Anleger, die Anleger zum Beispiel in den Aktienmarkt trieb. Der Kurs des Terminkontrakts für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,39 Prozent auf 137,38 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe stieg im Gegenzug auf 0,97 Prozent.

Mit der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts zeigten sich im frühen Handel kurzzeitige Kursausschläge. Nachdem die Kurse in einer ersten Reaktion kräftig gestiegen waren, gerieten sie im weiteren Handelsverlauf schnell unter Druck. Im November war die Zahl der Beschäftigten zwar deutlich schwächer als erwartet gestiegen. Auf der anderen Seite legten die Stundenlöhne stärker als erwartet zu und es wurde später auch ein überraschend starker Auftragsanstieg in der US-Industrie vermeldet.

Einige Marktteilnehmer begründeten die Verluste am Rentenmarkt mit dem Argument, eine ungünstigere Arbeitsmarktlage erhöhe den Druck auf die Politik, sich im Kampf gegen die Coronavirus-Folgen auf ein neues Konjunkturpaket zu einigen. Seit Wochen laufen Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten, bisher aber ohne durchschlagenden Erfolg. Zuletzt hieß es jedoch, führende Demokraten zeigten sich im US-Kongress wieder kompromissbereiter./tih/he

04.12.2020

Boeing drosselt 787-«Dreamliner»-Produktion weiter

CHICAGO (dpa-AFX) - Der krisengeschüttelte US-Luftfahrtriese Boeing will die Fertigungsrate seines Langstreckenjets 787 "Dreamliner" angesichts von schwacher Nachfrage und Produktionsmängeln weiter verringern. Ab Mitte 2021 sollen nur noch fünf Exemplare pro Monat hergestellt werden, sagte Finanzchef Greg Smith am Freitag bei einer Konferenz. Damit würde monatlich eine Maschine weniger als bislang geplant gefertigt. Boeing hatte die Produktion des Modells in den letzten anderthalb Jahren bereits mehrfach zurückgefahren.

Die 787 war für den Airbus -Rivalen während des Debakels um den nach zwei Abstürzen für 20 Monate mit einem Startverbot belegten Krisenjet 737 Max zeitweise eine wichtige Ertragsstütze. Doch die Corona-Pandemie hat den internationalen Luftverkehr soweit zum Erliegen gebracht, dass derzeit kaum noch Bedarf an dem Modell besteht. Im vergangenen Monat wurde kein einziges Exemplar ausgeliefert. Zusätzlich erschwert wird die Situation durch Inspektionen wegen wiederholter Berichte über Produktionsmängel./hbr/DP/he

04.12.2020

Devisen: Eurokurs kommt nach Rally etwas zurück

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat am Freitag seinen Höhenflug nur noch zeitweise fortgesetzt. Nach einem Anstieg bis auf 1,2178 US-Dollar, dem höchsten Stand seit April 2018, notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt noch bei 1,2136 Dollar. Seit Anfang November war sie stetig und deutlich gestiegen, damals war der Euro noch nahe der Marke von 1,16 Dollar gehandelt worden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2159 (Donnerstag: 1,2151) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8224 (0,8230) Euro.

Zunächst wurde der Euro durch Konjunkturdaten aus Deutschland gestützt. Die Auftragseingänge der Industrie überraschten im Oktober klar positiv. Zudem wurde das Niveau vor der Corona-Pandemie im Februar wieder leicht überschritten. "In der Industrie läuft es wieder", sagte Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Die Industrie wurde durch die Beschränkungen in der Corona-Krise deutlich weniger getroffen als der Dienstleistungssektor.

Am Nachmittag kamen dann noch durchwachsene Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt. Dieser hat sich im November zwar weiter von dem schweren Einbruch in der ersten Corona-Welle im Frühjahr erholt, allerdings mit deutlich geringerem Tempo. Der Arbeitsplatzaufbau verlangsamte sich merklich. "Die dritte Corona-Welle in den USA bremst die Schaffung neuer Jobs derzeit kräftig", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank die Daten./tih/he

04.12.2020

US-Repräsentantenhaus stimmt für Legalisierung von Marihuana

WASHINGTON (dpa-AFX) - Das US-Repräsentantenhaus hat für die Legalisierung von Marihuana auf Bundesebene gestimmt. 228 Abgeordnete in der von den US-Demokraten dominierten Parlamentskammer sprachen sich am Freitag dafür aus, Marihuana aus dem Betäubungsmittelgesetz der Vereinigten Staaten zu streichen. 164 Abgeordnete votierten dagegen. Die Gegenstimmen kamen vor allem aus den Reihen der Republikaner. Der Gesetzesentwurf dürfte im Senat scheitern. In dieser Parlamentskammer haben die Republikaner die Mehrheit.

Von der Abstimmung im Repräsentantenhaus geht dennoch Signalwirkung aus. Ein Sprecher des damaligen Kandidaten und inzwischen gewählten Präsidenten Joe Biden hatte im September gesagt, der Demokrat befürworte die Entkriminalisierung von Marihuana und die automatische Löschung von Einträgen im Strafregister wegen Besitzes der Droge. Die gewählte Vizepräsidenten Kamala Harris - die noch bis nächsten Monat dem Senat angehört - unterstützt ebenfalls die Legalisierung. Sie hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf in den Senat eingebracht.

Biden und Harris sollen am 20. Januar in Washington vereidigt werden. Eine ganze Reihe von US-Bundesstaaten hat Marihuana bereits legalisiert, weitere Bundesstaaten planen die Entkriminalisierung. Als Präsident könnte Biden das Thema auf Bundesebene auch per Verfügung angehen, ohne dass der Kongress ein Gesetz verabschiedet.

Der Vorsitzende des Justizausschusses im Repräsentantenhaus, Jerry Nadler, hatte den Entwurf in die Kammer eingebracht. Der Demokrat erklärte nach der Abstimmung: "Viel zu lange haben wir Marihuana als ein Problem der Strafgerichtsbarkeit behandelt und nicht als eine Frage der persönlichen Entscheidung und der öffentlichen Gesundheit." Mit dem Gesetzesentwurf würden auch überfällige Schritte eingeleitet, das Problem der vielen Opfer im "Krieg gegen Drogen" anzugehen, die dieser besonders unter Minderheiten gefordert habe./cy/shg/DP/he

04.12.2020

Biontech-Gründer zeigen sich vor UN-Generalversammlung optimistisch

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Biontech -Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci haben sich vor der UN-Generalversammlung optimistisch in Hinblick auf eine Eindämmung der Corona-Pandemie bis Ende 2021 gezeigt. "Es gibt keine andere Möglichkeit", sagte der wie seine Mitgründerin und Ehefrau Türeci per Video zugeschaltete Sahin am Freitag in New York bei einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung. "Wir müssen das schaffen und wir werden das schaffen." Auch Türeci sagte, wenn weiterhin weltweit alle für die Impfstoffentwicklung und Impfstoffdistribution Zuständigen mobilisiert werden könnten, dann sei auch sie "sehr optimistisch und auch zuversichtlich".

Zuvor hatte Sahin erzählt, wie er im Januar einen wissenschaftlichen Artikel zum Coronavirus gelesen habe und ihm dabei klar geworden sei, dass daraus eine Pandemie werden würde. "Ich bin dann zu Özlem gerannt und habe ihr gesagt, dass dieser Ausbruch wahrscheinlich eine Pandemie werden wird. Wir sind in unsere Firma gegangen und haben gesagt, dass wir unsere Pläne für das Jahr ändern müssen, dass wir nicht mehr nur noch mit der Krebs-Forschung weitermachen können. Wir konnten alle überzeugen und haben noch am selben Tag angefangen."

Seitdem hätten die beiden und ihr Team viele Wochenenden und Nächte durchgearbeitet. Dass der Impfstoff nun bereits in der Zulassungsphase sei, bedeute nicht, dass sie fertig seien. "Wir haben noch viele Herausforderungen vor uns. Wir müssen verstehen, wie man einen Impfstoff am besten verteilt. Wir müssen verstehen, wie man einen Impfstoff so schnell wie möglich zugänglich macht." Das alles könne nur als "globale Anstrengung" funktionieren, sagte Türeci.

Sahin, der in der Türkei geboren wurde und später mit seinen Eltern nach Deutschland kam, promovierte in Köln. Die in Deutschland geborene Türeci machte ihren Doktor im saarländischen Homburg. Beide sind Humanmediziner und haben gemeinsam das Unternehmen Biontech in Mainz gegründet, das zusammen mit dem Pharmakonzern Pfizer einen Corona-Impfstoff entwickelt hat, auf dem neben anderen im Kampf gegen die Corona-Pandemie große Hoffnungen ruhen.

Bei der zweitägigen Sondersitzung der UN-Generalversammlung hatten zuvor unter anderem UN-Generalsekretär António Guterres und rund 100 Staats- und Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ansprachen gehalten./cah/DP/he

04.12.2020

Macron sieht 'kollektives' Versagen bei Verbot von Glyphosat

PARIS (dpa-AFX) - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eingestanden, sein Versprechen beim Verbot des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat nicht eingehalten zu haben. "Ich habe meine Meinung nicht geändert", sagte er am Donnerstag dem Online-Magazin "Brut". Er sei dafür, Glyphosat zu verbieten - bisher sei es ihm aber noch nicht gelungen. Der Präsident hatte 2017 angekündigt, das Unkrautvernichtungsmittel spätestens in drei Jahren zu verbieten. Er sprach nun von einem "kollektiven" Scheitern.

Die EU-Kommission hatte im Dezember 2017 entschieden, die europäische Genehmigung für Glyphosat um fünf Jahre zu verlängern. Macron betonte nun, dass andere Länder damals sogar für einen Ausstieg erst in 10 oder 15 Jahren plädiert hätten. Die Chemikalie ist wegen möglicher Krebsrisiken umstritten. Glyphosat ist ein sehr wirksames Unkrautgift und wird weltweit in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Wenn andere nicht im gleichen Tempo voranschritten wie Frankreich, verzerre das den Wettbewerb, sagte Macron.

Der Staatschef betonte außerdem, dass Frankreich die Kernkraft weiterhin brauche. "Ich kann sie nicht von heute auf morgen durch erneuerbare Energie ersetzen", sagte Macron. Frankreich gilt als "Atomland" - der größte Teil der französischen Stromproduktion kommen aus der Kernkraft. Er wolle "ein Verbündeter im Kampf gegen Ungleichheit sein" und sich stärker für das Klima einsetzen, sagte Macron.

Das Interview von "Brut", das sich speziell an jüngere Menschen richtete, sollte bereits am Donnerstag stattfinden, wurde aber wegen des Todes des Altpräsidenten Valéry Giscard d'Estaing um einen Tag verschoben. Macron stellte sich mehr als zwei Stunden den Fragen, die auch im Netz eingereicht werden konnten./nau/DP/he

04.12.2020

WDH/Wirecard: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen EY

(Im 1. Satz wurde präzisiert, dass gegen verantwortliche Personen und nicht das gesamte Unternehmen ermittelt wird.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen Verantwortliche bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY wegen deren Rolle im Wirecard -Skandal. Dem war eine Anzeige durch die Wirtschaftsprüferaufsicht Apas vorausgegangen. Diese habe man "inzwischen ausführlich geprüft", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag. "Da sie konkrete Beschuldigte und Strafvorschriften bezeichnet, haben wir, wie es die Aktenordnung vorgibt, ein Ermittlungsverfahren gegen die namentlich Genannten eingetragen." Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet, es werde gegen frühere EY-Prüfer ermittelt.

Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens sei die normale Vorgehensweise. Die Staatsanwaltschaft fügte hinzu: "Unsere Ermittlungen im Gesamtkomplex Wirecard führen wir weiterhin ergebnisoffen gegen zahlreiche Beschuldigte, die wir aus ermittlungstaktischen Gründen nicht offenlegen möchten."

Die Apas hatte die Staatsanwaltschaft bereits im November eingeschaltet. Damals erklärte ein EY-Sprecher, man sehe "keinerlei Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten von Abschlussprüfern von EY im Fall Wirecard."

Der FDP-Obman im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags, Florian Toncar, sagte: "Schon bisher sprach alles dafür, dass bei der Abschlussprüfung gravierende Fehler gemacht wurden. Dass diese sogar strafrechtliche Relevanz haben könnten, gibt dem Fall eine ganz neue Dimension."/ruc/DP/jha

04.12.2020

Auch Golf-Staat Bahrain lässt Impfstoff von Biontech und Pfizer zu

MANAMA (dpa-AFX) - Nach Großbritannien hat auch der arabische Golfstaat Bahrain den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen. Die zuständige nationale Genehmigungsbehörde habe die Entscheidung gefällt, nachdem alle verfügbaren Daten ausgewertet worden seien, meldete die staatliche bahrainische Nachrichtenagentur BNA am Freitag. Es handele sich dabei um eine Notfallgenehmigung (Emergency Use Authorisation).

Das Königreich hatte Anfang November bereits für Mitarbeiter des Gesundheitswesens den eingeschränkten Einsatz eines chinesischen Impfstoffs zugelassen. Wie gut diese Impfungen schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen.

Für den Biontech/Pfizer-Impfstoff ergaben umfangreiche Testreihen nach Angaben der Unternehmen eine Wirksamkeit, die einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet. Für die EU will die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff entscheiden.

Der Golfstaat Bahrain mit rund 1,7 Millionen Einwohner hat bisher mehr als 87 000 Corona-Fälle und rund 340 Tote gemeldet. Nach Angaben des bahrainischen Gesundheitsministeriums sind im Land bislang mehr als zwei Millionen Tests auf das Virus gemacht worden./jku/DP/jha

04.12.2020

WHO: Impfungen allein reichen nicht zur Corona-Bekämpfung

GENF (dpa-AFX) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, die wohl bald verfügbaren Impfungen als alleiniges Mittel gegen die Corona-Pandemie zu sehen. "Die Impfungen alleine werden den Job nicht machen", sagte WHO-Experte Mike Ryan am Freitag in Genf. Sie seien zweifelsfrei ein mächtiges und wirkungsvolles Werkzeug. Aber viele bisherige Hygieneregeln wie soziale Distanz, das Tragen von Masken und häufiges Händewaschen müssten zunächst weiterhin beachtet werden.

Gesundheitssysteme in vielen Ländern seien trotz aller Anstrengungen kurz vor dem Kollaps, so Ryan. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte vor einer wachsenden Einstellung, dass die Corona-Krise vorbei sei. "Die Pandemie wird uns noch lange beschäftigen", machte Tedros klar./mrd/DP/jha

04.12.2020

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow und S&P schaffen erneut Rekorde

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat am Freitag nach einigen Tagen Pause wieder eine Bestmarke aufgestellt. Der Leitindex stieg erstmals über die Marke von 30 200 Punkten und überbot sein bisheriges Hoch aus der Vorwoche um etwa 100 Zähler. Er schloss mit 30 218,26 Punkten auf seinem Tagesmaximum. Mit einem Anstieg um 0,83 Prozent steigerte er sein Wochenplus auf gut ein Prozent.

Die Standardwerte waren zu Wochenschluss gefragter als die Technologiewerte, was neben dem Dow auch dem marktbreiten S&P 500 ein Rekordhoch bescherte. Er stieg um 0,88 Prozent auf 3699,12 Zähler. Der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 legte zwar um 0,49 Prozent auf 12 528,48 Punkte zu, konnte aber keinen weiteren Rekord aufstellen. Dies gelang allerdings seinem breiter gefassten Indexbruder Nasdaq Composite .

Die Anleger zeigten sich in New York wenig beeindruckt davon, dass der Anstieg der US-Beschäftigung im November weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Am Markt hieß es, dies sei kompensiert worden von der Hoffnung auf ein neues Konjunkturpaket. Mit den durchwachsenen Jobdaten sei der Druck auf die Parteien in Washington, endlich eine Einigung zu erzielen, eher noch gestiegen.

Börsianer verwiesen darauf, dass an den Aktienmärkten die Zukunft gehandelt werde - und Anleger bauten hier auf die Hoffnung, dass es in den USA noch mehr Staatshilfen geben werde und mehrere Impfstoffe, die kurz vor der Zulassung stehen, einen Weg aus der Krise weisen würden. Historisch hohe Zuwächse im November mit immer neuen Kursrekorden seien Ausdruck dessen.

Gute Laune kam bei den Anlegern im Ölsektor auf, nachdem sich der Ölverbund Opec+ auf eine geringere Steigerung der Ölförderung einigte als in einem früheren Plan vorgesehen. Mit dem Ölpreis beflügelte dies auch die Aktienkurse von Konzernen wie Chevron oder ExxonMobil , deren Aktien um bis zu 3,9 Prozent anzogen. Unter den anderen Branchenwerten legten Occidental Petroleum sogar um mehr als 13 Prozent zu.

"Die Fördermengen werden nur sehr langsam hochgefahren. Damit passt die Opec+ ihre Fördermenge an die aktuellen Abnahme-Möglichkeiten der noch immer fragilen Wirtschaft an", schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Das ist ein positives Signal für den Ölpreis." Dies wirkt sich für gewöhnlich auch positiv auf die Aktienkurse der Ölmultis aus.

Im Dow zollten Boeing ihrer jüngsten Rally mit einem Abschlag von 1,9 Prozent Tribut. Nachdem die Aktien seit Anfang November wegen der Impfstoff-Hoffnung und dem aufgehobenen Flugverbot für den Krisenjet 737 Max um etwa 70 Prozent gestiegen waren, machten einige Anleger nun Kasse. Wie am Freitag bekannt wurde, will der Flugzeugbauer die Produktion des Langstreckenjets 787 "Dreamliner" weiter drosseln.

Ansonsten blieben die Blicke vor allem auf die Impfstoff-Entwickler gerichtet. Wie Moderna bekannt gab, deuten Studiendaten darauf hin, dass der eigene Impfstoff über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bieten könnte. Die stark gelaufenen Aktien fielen am Freitag wegen Gewinnmitnahmen um drei Prozent.

Auch beim Biontech -Kurs wird die Luft allmählich dünner. Am Vortag leicht belastet von einem Bericht über Hindernisse in der Lieferkette und zunächst nochmals schwächer in den US-Handel gestartet, schafften es Papiere des Mainzer Unternehmens noch mit 1,1 Prozent ins Plus. Die Titel des US-Partners Pfizer legten um 0,6 Prozent zu.

Stärke zeigten ansonsten die Aktien der Fahrdienstleister Uber und Lyft, denen die Corona-Krise in den vergangenen Monaten auch zugesetzt hatte. Lyft sprangen um sieben Prozent nach oben und erreichten wieder das Niveau vor dem Viruscrash im Februar. Bei Uber reichte ein Plus von 4,5 Prozent für ein weiteres Rekordhoch. Den Crash hatten sie Anfang November schon ausgeglichen.

Der Euro setzte seinen Höhenflug nur noch zeitweise fortgesetzt. Nach einem Anstieg bis auf 1,2178 US-Dollar, dem höchsten Stand seit April 2018, notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt noch bei 1,2127 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2159 (Donnerstag: 1,2151) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8224 (0,8230) Euro.

Die Kurse von US-Staatsanleihen sanken wieder. Der Kurs des Terminkontrakts für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,28 Prozent auf 137,37 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe stieg im Gegenzug auf 0,97 Prozent./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

04.12.2020

Aktien New York Schluss: Dow und S&P schaffen nach Jobdaten erneut Rekorde

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat am Freitag nach einigen Tagen Pause wieder eine Bestmarke aufgestellt. Der Leitindex stieg erstmals über die Marke von 30 200 Punkten, was etwa 100 Zähler mehr waren als im bisherigen Hoch aus der Vorwoche. Er schloss mit 30 218,26 Punkten auf seinem Tageshoch. Mit einem Anstieg um 0,83 Prozent steigerte er sein Wochenplus auf gut 1 Prozent.

Die Standardwerte waren zu Wochenschluss gefragter als die Technologiewerte, was neben dem Dow auch dem marktbreiten S&P 500 ein Rekordhoch bescherte. Er stieg um 0,88 Prozent auf 3699,12 Zähler. Der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 legte zwar um 0,49 Prozent auf 12 528,48 Punkte zu, konnte aber keinen weiteren Rekord aufstellen. Dies gelang allerdings seinem breiter gefassten Indexbruder Nasdaq Composite .

Die Anleger zeigten sich in New York wenig beeindruckt davon, dass der Anstieg der US-Beschäftigung im November weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Am Markt hieß es, dies sei kompensiert worden von der Hoffnung auf ein neues Konjunkturpaket. Mit den durchwachsenen Jobdaten sei der Druck auf die Parteien in Washington, endlich eine Einigung zu erzielen, eher noch gestiegen./tih/he

04.12.2020

Aktien New York: Dow und S&P schaffen nach Jobdaten erneut Rekorde

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat am Freitag erneut eine Bestmarke aufgestellt. Der Leitindex eröffnete nach dem US-Arbeitsmarktbericht wieder über den zuletzt umkämpften 30 000 Punkten und stieg in der Spitze bis auf 30 178 Punkte, etwa 60 Zähler mehr als im bisherigen Hoch aus der Vorwoche. Zuletzt gewann er dann noch 0,54 Prozent auf 30 131,62 Punkte. Er ist damit auf dem Weg zu einem Wochenplus von 0,7 Prozent.

Die Standardwerte waren zu Wochenschluss allgemein etwas gefragter als die Technologiewerte, was neben dem Dow auch dem marktbreiten S&P ein Rekordhoch bescherte. Dieser stieg zuletzt um 0,61 Prozent auf 3689,12 Zähler. Der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 0,30 Prozent auf 12 505,08 Punkte zu, konnte damit aber keinen weiteren Rekord aufstellen. Dies gelang allerdings seinem breiter gefassten Indexbruder Nasdaq Composite .

Die Anleger zeigten sich in New York wenig beeindruckt davon, dass der Anstieg der US-Beschäftigung im November weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Im Paket mit einer positiveren Arbeitslosenquote ergab sich ein durchwachsenes Bild. Am Markt hieß es, dies sei kompensiert worden von der Hoffnung auf ein neues Konjunkturpaket. Mit den Jobdaten sei der Druck auf die Parteien in Washington, endlich eine Einigung zu erzielen, eher noch gestiegen.

Börsianer verwiesen darauf, dass an den Aktienmärkten die Zukunft gehandelt werde - und Anleger bauten hier auf die Hoffnung, dass es in den USA noch mehr Staatshilfen geben werde und die vor der Zulassung stehenden Impfstoffe einen Weg aus der Krise weisen würden. Rekordzuwächse im November mit der nun wieder laufenden Rally der US-Indizes seien Ausdruck dessen.

Gute Laune kam bei den Anlegern im Ölsektor auf, nachdem sich der Ölverbund Opec+ auf eine geringere Steigerung der Ölförderung einigte als in einem früheren Plan vorgesehen. Mit dem Ölpreis beflügelte dies auch die Aktienkurse von Konzernen wie Chevron oder ExxonMobil , deren Aktien um bis zu 3,3 Prozent anzogen. Unter den anderen Branchenwerten legten Occidental Petroleum sogar um mehr als zehn Prozent zu.

"Die Fördermengen werden nur sehr langsam hochgefahren. Damit passt die Opec+ ihre Fördermenge an die aktuellen Abnahme-Möglichkeiten der noch immer fragilen Wirtschaft an", schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Das ist ein positives Signal für den Ölpreis." Dies wirkt sich für gewöhnlich auch positiv auf die Aktienkurse der Ölmultis aus.

Ansonsten blieben die Blicke vor allem auf die Impfstoff-Entwickler gerichtet. Wie Moderna bekannt gab, deuten Studiendaten darauf hin, dass der eigene Impfstoff über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bieten könnte. Den stark gelaufenen Aktien half dies aber nicht mehr, sie fielen am Freitag wegen Gewinnmitnahmen um zwei Prozent.

Auch beim Biontech -Kurs wird die Luft allmählich dünner. Am Vortag etwas belastet von einem Bericht über Hindernisse in der Lieferkette, fielen die in New York gelisteten Papiere des Mainzer Unternehmens zeitweise weiter. Zuletzt schafften sie es aber mit 0,9 Prozent ins Plus. Die Titel des US-Partners Pfizer zeigten sich mit einem Plus von 0,1 Prozent hingegen kaum verändert./tih/he

04.12.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax verringert durch Endspurt sein Wochenminus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat nach einem eher trägen Verlauf am Freitag zum Handelsschluss einen kleinen Spurt hingelegt. Am Ende stand ein Plus von 0,35 Prozent auf 13 298,96 Punkte. Das Wochenminus wurde damit auf 0,3 Prozent begrenzt. Der MDax legte am Freitag um 0,79 Prozent auf 29 517,75 Zähler zu.

Hoffnungen auf ein baldiges staatliches Corona-Hilfspaket in den USA gaben auch dem deutschen Aktienmarkt Auftrieb, nachdem die Arbeitsmarktdaten für November zum Teil sehr schwach ausgefallen waren. Die Beschäftigung außerhalb der US-Landwirtschaft war deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Zwar sei normalerweise der Monat Dezember historisch betrachtet der zweitbeste Monat für den Dax und werde nur vom Monat April übertroffen, sagte Aktienstratege Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg. Allerdings habe das deutsche Börsenbarometer in diesem Jahr einen "fulminanten November" hinter sich, in dem er um 15 Prozent nach oben geschossen sei. Damit dürfte das Pulver für eine Jahresendrally bereits verschossen sein. "Durchatmen" laute nun die Devise für den Rest des Jahres.

Zu den Spitzenwerten im Leitindex zählten die Aktien von Daimler . Sie kletterten mit plus 2,5 Prozent auf den höchsten Stand seit Mai 2019. Erstmals in diesem Jahr war es dem Autobauer gelungen, in einem Monat wieder mehr Autos seiner Kernmarke Mercedes-Benz zu verkaufen als im Vorjahr. Der Großhandelsabsatz im November lag um etwas mehr als ein Prozent über den entsprechenden Vorjahresmonat. Zudem profitierten die Papiere von einer bekräftigten Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs. Analyst George Galliers prognostiziert für 2021 ein günstiges Preisumfeld für Daimler sowie weiter sinkende Fixkosten.

Infineon nahmen mit plus 2,9 Prozent auf 29,57 Euro den obersten Platz ein. Eine positive Studie von Bernstein Research war der Auslöser. Die Aktie des Chipherstellers sei sein favorisierter Wert, schrieb Analyst Mark Li und hob das Kursziel von 27 auf 35 Euro an. Im neuen Jahr dürften sich längerfristige und zyklische Trends zeitgleich positiv auf die Geschäfte auswirken.

RWE indes litten unter Gewinnmitnahmen und büßten 1,6 Prozent ein. Am Mittwoch waren die Anteilscheine des Stromversorgers auf den höchsten Stand seit acht Jahren geklettert. Im laufenden Börsenjahr zählen sie zu den großen Gewinnern im Dax.

Im MDax stiegen die Aktien von Fraport um 3,7 Prozent und erreichten den höchsten Stand seit März. Hier gab eine Branchenstudie der Deutschen Bank Auftrieb. Darin wurde angesichts der Aussichten auf Impfstoffe gegen das Coronavirus auch wieder zum Kauf der Papiere des Frankfurter Flughafenbetreibers geraten. Aixtron als Spitzenwert legten um 6,6 Prozent zu. Die Papiere des Elektrotechnikunternehmens werden von der Commerzbank als einer der Gewinner im neuen Jahr gesehen.

Außerhalb der Dax-Familie stiegen zudem Siemens Energy um 1,6 Prozent. Die Siemens-Abspaltung wird vom 21. Dezember an den Leasingspezialisten Grenke im MDax ersetzen. Dies hatte die Börse als wichtigste Nachricht ihrer Index-Überprüfung am Vorabend bekannt gegeben.

Gewinne verbuchten die Indizes am Freitag nicht nur hierzulande, sondern europaweit und auch in den USA. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,63 Prozent auf 3539,27 Punkte und auch in Paris und London ging es aufwärts. In den USA gewann der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss 0,6 Prozent und markierte damit zugleich ein weiteres Rekordhoch.

Der Euro hielt sich auf hohem Niveau und wurde am frühen Abend mit 1,2144 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2159 (Donnerstag: 1,2151) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8224 (0,8230) Euro. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,54 Prozent am Vortag auf minus 0,56 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 146,02 Punkte. Der Bund-Future gab am frühen Abend um 0,14 Prozent auf 174,93 Punkte nach./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

04.12.2020

Aktien Frankfurt Schluss: Dax legt Endspurt hin und verringert Wochenminus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat nach einem insgesamt eher trägen Verlauf am Freitag zum Handelsschluss nochmals einen kleinen Spurt hingelegt. Am Ende stand ein Plus von 0,35 Prozent auf 13 298,96 Punkte zu Buche. Das Wochenminus wurde damit auf 0,3 Prozent begrenzt. Der MDax legte am Freitag um 0,79 Prozent auf 29 517,75 Zähler zu.

Hoffnungen auf ein baldiges staatliches Corona-Hilfspaket in den USA gaben auch dem deutschen Aktienmarkt Auftrieb, nachdem die Arbeitsmarktdaten für November zum Teil sehr schwach ausgefallen waren. Die Beschäftigung außerhalb der US-Landwirtschaft war deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben./ck/he

04.12.2020

WDH/WOCHENAUSBLICK: Ereignisreiche Tage dürften den Dax weiter in Schach halten

(ausgefallener Buchstabe in Überschrift ergänzt)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ungeachtet der nahenden Weihnachtszeit stehen in der neuen Woche für Anleger am deutschen Aktienmarkt eine ganze Reihe wichtiger Ereignisse auf dem Programm. In den USA dürfte von Besinnlichkeit und Ruhe auch noch nicht viel zu spüren sein. Zugleich bleiben trotz aller Impfhoffnungen die weltweiten Corona-Neuinfektionen samt den damit verbundenen Lockdowns im Fokus. Der zuletzt spürbar gestiegene Eurokurs bereitet ebenfalls Sorgen. Die Unternehmen hierzulande laden nach der Berichtssaison nun zu Investorentagen ein und halten dabei womöglich die eine oder andere Überraschung parat.

Angesichts all dessen dürfte es der Dax schwer haben, aus seiner zuletzt engen Handelsspanne auszubrechen und wieder in Rekordhöhen vorzudringen. Eine Weihnachtsrally ist mehr als fraglich.

Ludwig Donnert etwa, Chef von Alpha Sherpa Capital, rechnet zumindest in der neuen Woche nur mit einer Seitwärtsbewegung, denn der überschäumende Optimismus der letzten Wochen "muss verdaut werden". Marktbeobachter Timo Emden ist ebenfalls vorsichtig. Wer weiter auf eine mögliche Jahresendrally hoffe, müsse nach wie vor Geduld mitbringen, rät er. Und von charttechnischer Seite her sieht Christian Schmidt von der Helaba nach den jüngst steilen Anstiegen im deutschen Leitindex "das Potenzial auf der Oberseite ausgereizt".

Schwer machen es dem Dax in der neuen Woche zahlreiche Unsicherheiten. Eine "Woche der Entscheidungen" stehe in der Europäischen Union (EU) an, schreibt Marion Dezenter von Helaba. Henry Allan von der Deutschen Bank spricht von einem "voll gepackten Kalender". Ein besonderes Augenmerk dürfte beiden zufolge dem letzten regulären EU-Gipfeltreffen in diesem Jahr am Donnerstag und Freitag zukommen.

Einerseits stehen weiter die Verhandlungen über das künftige Verhältnis zu Großbritannien an, die eigentlich schon im Oktober hätten abgeschlossen sein sollen. Doch auch Anfang Dezember ging der Streit über mehr oder weniger dieselben Themen weiter. Da aber die Brexit-Übergangsphase Ende des Jahres ausläuft und nicht verlängert werden soll, "muss in den nächsten Tagen eine Einigung erfolgen", konstatiert Analystin Dezenter. Sie gibt sich dabei allerdings optimistisch, dass es dazu in letzter Minute auch kommen wird.

Abgesehen vom Brexit-Thema geht es während des EU-Gipfels andererseits dann noch um den Haushalt 2021 und das 750 Milliarden schwere Hilfspaket. Hier muss eine Einigung mit Polen und Ungarn her, damit kein Nothaushalt auf Basis der Vorjahreswerte droht, was angesichts der Corona-Situation keine gute Option wäre. Die beiden osteuropäischen Staaten wollen die Verknüpfung der Auszahlungen mit Kriterien der Rechtsstaatlichkeit nicht akzeptieren. Eine Einigung ohne die beiden allerdings würde die Spaltung der EU verstärken.

Nicht zuletzt stehen für die Anleger in Europa außerdem die Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag im Blick. Dass die Währungshüter auf die zweite Corona-Welle reagieren werden, wurde angekündigt. Nun geht es folglich um die konkreten Details, etwa Aufstockungen von Hilfen sowie Refinanzierungserleichterungen für Banken. Ob die EZB die hochgesteckten Erwartungen befriedigen wird, ist offen und eine Rückschlaggefahr für den Aktienmarkt daher nicht auszuschließen.

Darüber hinaus bereitet der seit Anfang November im Vergleich zum US-Dollar deutlich gestiegene Euro nicht nur dem EZB-Rat Sorgen. Inzwischen wird die Gemeinschaftswährung wieder über 1,21 Dollar gehandelt, was deutsche exportorientierte Unternehmen zunehmend belastet.

Zugelegt habe der Euro vor allem, weil die Inflationserwartungen in den USA deutlich stärker gestiegen seien als im Euroraum, sagt Devisen-Experte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Denn nach der neuen Strategie der US-Notenbank sei eine geringere Realverzinsung der US-Währung zu befürchten. "Der jetzige Euro-Schub zum US-Dollar wäre aber schon nächste Woche wieder zu Ende, falls die EZB überzeugend vor einem zu starken Euro warnt", erwartet er.

An interessanten Konjunktur- und Stimmungsdaten stehen am Montag außerdem die Industrieproduktion für Deutschland sowie die ZWE-Konjunkturerwartungen am Dienstag an. In den USA dürften vor allem die Verbraucherpreise des Monats November Beachtung finden, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Gerechnet wird am Markt mit einer Inflationsrate von 1,1 Prozent.

Seitens der Unternehmen legen am Mittwoch der Kupferkonzern Aurubis aus dem MDax und womöglich Tui Quartalszahlen vor. Ansonsten stehen Investorentage vom Reifenhersteller Continental , der Deutschen Telekom und Munich Re am Dienstag im Blick. Der Rückversicherer dürfte dann auch seine neuen mittelfristigen Ziele bekannt geben.

Die Blicke der Anleger werden sich außerdem auch auf die Deutsche Bank richten. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg dürfte Vorstandschef Christian Sewing den Investorentag des Finanzinstituts am Mittwoch nutzen, um zu signalisieren, dass die Wertpapier-Sparte auf gutem Wege sei, die Ertragserwartungen für 2022 zu übertreffen. Zugleich allerdings dürften zugleich wohl auch die Ziele anderer Geschäftsbereiche gestutzt werden./ck/jsl/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

04.12.2020

ROUNDUP/Aktien New York: Dow und S&P schaffen nach Jobdaten erneut Rekorde

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat am Freitag seinen bisherigen Rekord hauchdünn überboten. Der Leitindex eröffnete nach dem US-Arbeitsmarktbericht über den zuletzt umkämpften 30 000 Punkten und stieg in der Spitze bis auf 30 116,86 Punkte, was nach dem Komma einen Tick mehr war das das bisherige Hoch aus der Vorwoche. Zuletzt gewann er dann noch 0,45 Prozent auf 30 103,79 Punkte. Er ist damit auf dem Weg zu einem Wochenplus von 0,6 Prozent.

Die Anleger reagierten wenig beeindruckt darauf, dass der Anstieg der Beschäftigung in den USA im November weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Gemeinsam mit einer positiveren Arbeitslosenquote ergab sich ein insgesamt durchwachsenes Bild. In einem ersten Kommentar der LBBW hieß es, dies sei kompensiert worden von der Aussicht auf ein neues Konjunkturpaket. Mit den Jobdaten sei der Druck auf die Parteien eher noch gestiegen, hieß es am Markt.

Am Freitag waren die Standardwerte allgemein gefragter als die Technologiewerte. Während der Nasdaq 100 nur um 0,09 Prozent auf 12 478,39 Punkte stieg und vorerst keinen weiteren Rekord aufstellen konnte, gelang dies neben dem Dow auch dem marktbreiten S&P 500 mit einem Anstieg um 0,50 Prozent auf 3684,93 Zähler.

Gute Laune kam bei den Anlegern im Ölsektor auf, nachdem sich der Ölverbund Opec+ auf eine geringere Steigerung der Ölförderung einigte als in einem früheren Plan vorgesehen. Mit dem Ölpreis beflügelte dies auch die Aktienkurse von Konzernen wie Chevron oder ExxonMobil , deren Aktien um bis zu 3,5 Prozent anzogen. Unter den anderen Branchenwerten legten Occidental Petroleum sogar um 9,4 Prozent zu.

"Die Fördermengen werden nur sehr langsam hochgefahren. Damit passt die Opec+ ihre Fördermenge an die aktuellen Abnahme-Möglichkeiten der noch immer fragilen Wirtschaft an", schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Das ist ein positives Signal für den Ölpreis."

Ansonsten blieben die Blicke vor allem auf die Impfstoff-Entwickler gerichtet. Wie Moderna bekannt gab, deuten Studiendaten darauf hin, dass die Impfung über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bieten könnte. Den stark gelaufenen Aktien half dies aber nicht mehr, sie fielen am Freitag um 3,1 Prozent.

Auch bei Biontech scheint die Luft vorerst raus. Am Vortag schon etwas belastet von einem Bericht über Hindernisse in der Lieferkette, fielen die in New Yorker gelisteten Papiere des Mainzer Unternehmens nun nochmals um etwa zwei Prozent. Die Titel des US-Partners Pfizer allerdings bewegten sich zuletzt knapp mit 0,1 Prozent im Plus./tih/he

04.12.2020

WOCHENAUSBLICK: Ereignisreiche Tage dürfte den Dax weiter in Schach halten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ungeachtet der nahenden Weihnachtszeit stehen in der neuen Woche für Anleger am deutschen Aktienmarkt eine ganze Reihe wichtiger Ereignisse auf dem Programm. In den USA dürfte von Besinnlichkeit und Ruhe auch noch nicht viel zu spüren sein. Zugleich bleiben trotz aller Impfhoffnungen die weltweiten Corona-Neuinfektionen samt den damit verbundenen Lockdowns im Fokus. Der zuletzt spürbar gestiegene Eurokurs bereitet ebenfalls Sorgen. Die Unternehmen hierzulande laden nach der Berichtssaison nun zu Investorentagen ein und halten dabei womöglich die eine oder andere Überraschung parat.

Angesichts all dessen dürfte es der Dax schwer haben, aus seiner zuletzt engen Handelsspanne auszubrechen und wieder in Rekordhöhen vorzudringen. Eine Weihnachtsrally ist mehr als fraglich.

Ludwig Donnert etwa, Chef von Alpha Sherpa Capital, rechnet zumindest in der neuen Woche nur mit einer Seitwärtsbewegung, denn der überschäumende Optimismus der letzten Wochen "muss verdaut werden". Marktbeobachter Timo Emden ist ebenfalls vorsichtig. Wer weiter auf eine mögliche Jahresendrally hoffe, müsse nach wie vor Geduld mitbringen, rät er. Und von charttechnischer Seite her sieht Christian Schmidt von der Helaba nach den jüngst steilen Anstiegen im deutschen Leitindex "das Potenzial auf der Oberseite ausgereizt".

Schwer machen es dem Dax in der neuen Woche zahlreiche Unsicherheiten. Eine "Woche der Entscheidungen" stehe in der Europäischen Union (EU) an, schreibt Marion Dezenter von Helaba. Henry Allan von der Deutschen Bank spricht von einem "voll gepackten Kalender". Ein besonderes Augenmerk dürfte beiden zufolge dem letzten regulären EU-Gipfeltreffen in diesem Jahr am Donnerstag und Freitag zukommen.

Einerseits stehen weiter die Verhandlungen über das künftige Verhältnis zu Großbritannien an, die eigentlich schon im Oktober hätten abgeschlossen sein sollen. Doch auch Anfang Dezember ging der Streit über mehr oder weniger dieselben Themen weiter. Da aber die Brexit-Übergangsphase Ende des Jahres ausläuft und nicht verlängert werden soll, "muss in den nächsten Tagen eine Einigung erfolgen", konstatiert Analystin Dezenter. Sie gibt sich dabei allerdings optimistisch, dass es dazu in letzter Minute auch kommen wird.

Abgesehen vom Brexit-Thema geht es während des EU-Gipfels andererseits dann noch um den Haushalt 2021 und das 750 Milliarden schwere Hilfspaket. Hier muss eine Einigung mit Polen und Ungarn her, damit kein Nothaushalt auf Basis der Vorjahreswerte droht, was angesichts der Corona-Situation keine gute Option wäre. Die beiden osteuropäischen Staaten wollen die Verknüpfung der Auszahlungen mit Kriterien der Rechtsstaatlichkeit nicht akzeptieren. Eine Einigung ohne die beiden allerdings würde die Spaltung der EU verstärken.

Nicht zuletzt stehen für die Anleger in Europa außerdem die Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag im Blick. Dass die Währungshüter auf die zweite Corona-Welle reagieren werden, wurde angekündigt. Nun geht es folglich um die konkreten Details, etwa Aufstockungen von Hilfen sowie Refinanzierungserleichterungen für Banken. Ob die EZB die hochgesteckten Erwartungen befriedigen wird, ist offen und eine Rückschlaggefahr für den Aktienmarkt daher nicht auszuschließen.

Darüber hinaus bereitet der seit Anfang November im Vergleich zum US-Dollar deutlich gestiegene Euro nicht nur dem EZB-Rat Sorgen. Inzwischen wird die Gemeinschaftswährung wieder über 1,21 Dollar gehandelt, was deutsche exportorientierte Unternehmen zunehmend belastet.

Zugelegt habe der Euro vor allem, weil die Inflationserwartungen in den USA deutlich stärker gestiegen seien als im Euroraum, sagt Devisen-Experte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Denn nach der neuen Strategie der US-Notenbank sei eine geringere Realverzinsung der US-Währung zu befürchten. "Der jetzige Euro-Schub zum US-Dollar wäre aber schon nächste Woche wieder zu Ende, falls die EZB überzeugend vor einem zu starken Euro warnt", erwartet er.

An interessanten Konjunktur- und Stimmungsdaten stehen am Montag außerdem die Industrieproduktion für Deutschland sowie die ZWE-Konjunkturerwartungen am Dienstag an. In den USA dürften vor allem die Verbraucherpreise des Monats November Beachtung finden, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Gerechnet wird am Markt mit einer Inflationsrate von 1,1 Prozent.

Seitens der Unternehmen legen am Mittwoch der Kupferkonzern Aurubis aus dem MDax und womöglich Tui Quartalszahlen vor. Ansonsten stehen Investorentage vom Reifenhersteller Continental , der Deutschen Telekom und Munich Re am Dienstag im Blick. Der Rückversicherer dürfte dann auch seine neuen mittelfristigen Ziele bekannt geben.

Die Blicke der Anleger werden sich außerdem auch auf die Deutsche Bank richten. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg dürfte Vorstandschef Christian Sewing den Investorentag des Finanzinstituts am Mittwoch nutzen, um zu signalisieren, dass die Wertpapier-Sparte auf gutem Wege sei, die Ertragserwartungen für 2022 zu übertreffen. Zugleich allerdings dürften zugleich wohl auch die Ziele anderer Geschäftsbereiche gestutzt werden./ck/jsl/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

04.12.2020

Aktien New York: Dow greift nach Jobdaten erneut Rekordhoch an

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial startet am Freitag über 30 000 Punkten einen neuen Angriff auf seine bisherige Bestmarke. Der Leitindex eröffnete nach dem US-Arbeitsmarktbericht freundlich, zuletzt gewann er 0,35 Prozent auf 30 075,63 Punkte. Er ist damit auf Kurs zu einem halben Prozent Wochenplus. Allerdings scheute er einen Angriff auf seine bisherige Bestmarke, wie schon am Vortag drehte er knapp vor den 30 116 Punkten zunächst wieder ab.

Die Anleger reagierten wenig beeindruckt darauf, dass der Anstieg der Beschäftigung in den USA im November weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Gemeinsam mit einer positiveren Arbeitslosenquote ergab sich ein insgesamt durchwachsenes Bild. In einem ersten Kommentar der LBBW hieß es, dies sei kompensiert worden von der Aussicht auf ein neues Konjunkturpaket. Mit den Jobdaten sei der Druck auf die Parteien eher noch gestiegen, hieß es am Markt.

Am Freitag waren die Standardwerte einen Tick gefragter als die Technologiewerte. Während der Nasdaq 100 um 0,26 Prozent auf 12 499,69 Punkte stieg und vorerst keinen weiteren Rekord aufstellen konnte, gelang dies dem marktbreiten S&P 500 mit einem Anstieg um 0,44 Prozent auf 3682,89 Zähler./tih/he

04.12.2020

Aktien New York Ausblick: Dow über 30 000 Punkte nach Jobdaten - Ölwerte gefragt

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem US-Arbeitsmarktbericht wird die Wall Street am Freitag etwas höher erwartet. Mit plus 0,26 Prozent und 30 048 Punkten taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor der Startglocke über der runden Marke, an der der Leitindex noch am Vortag gescheitert war.

Die Zunahme der Beschäftigung in den USA außerhalb der Landwirtschaft blieb im November deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dies dürfte nun den Druck auf die Parteien verstärken, sich auf ein Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft zu einigen, kommentierte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda.

Im Ölsektor ist die Laune gut. Schub gab in erster Linie die Einigung des Ölverbunds Opec+ auf eine etwas höhere Fördermenge. In der Folge zogen auch die Ölpreise an, was sich für gewöhnlich positiv auswirkt auf die Aktienkurse der Ölmultis. Chevron und ExxonMobil zogen im vorbörslichen Handel jeweils um die zwei Prozent an.

"Die Fördermengen werden nur sehr langsam hochgefahren. Damit passt die Opec+ ihre Fördermenge an die aktuellen Abnahme-Möglichkeiten der noch immer fragilen Wirtschaft an", schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Das ist ein positives Signal für den Ölpreis."

Hindernisse in der Lieferkette für den zur Zulassung eingereichten Corona-Impfstoff hatten im späten Donnerstagshandel bereits die Papiere von Pfizer und Biontech belastet. Am Freitag sanken Pfizer vorbörslich um 0,4 Prozent und Biontech um 0,8 Prozent.

Studiendaten zum Moderna-Impfstoff deuteten darauf hin, dass die Impfung womöglich über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bietet. Für die Moderna-Anteile ging es um 0,6 Prozent nach unten, sie waren allerdings am Vortag um rund zehn Prozent in die Höhe gesprungen./ajx/jha/

04.12.2020

ROUNDUP: Brexit-Gespräche pausieren - Johnson und von der Leyen wollen reden

LONDON/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Gespräche über einen Brexit-Handelspakt sind am Freitagabend unterbrochen worden. Nach einer Woche intensiver Verhandlungen in London sei gemeinsam mit dem britischen Unterhändler David Frost entschieden worden, "dass die Bedingungen für eine Einigung nicht erfüllt sind", schrieb EU-Chefunterhändler Michel Barnier auf Twitter. Grund dafür seien Differenzen über einheitliche Wettbewerbsbedingungen, Fischerei und Regeln zur Einhaltung des Abkommens.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premierminister Boris Johnson sollten nun am Samstagnachmittag über den Stand der Dinge sprechen. Der britische Unterhändler Frost veröffentlichte eine gleichlautende Mitteilung auf Twitter.

Die Gespräche hatten sich oft bis spät in die Nacht hingezogen, was die Hoffnung auf einen baldigen Abschluss genährt hatte. Doch auch ein Scheitern schien nicht ausgeschlossen. Zuletzt sah es so aus, als verschlechtere sich die Stimmung wieder. Ob es nun auf höchster Ebene einen Durchbruch geben kann, scheint ungewiss.

Sollte eine Einigung nicht rechtzeitig gelingen, drohen vom Jahreswechsel an Zölle und hohe Handelshürden zwischen Großbritannien und dem Kontinent. Am 31. Dezember endet die Übergangsphase nach dem britischen EU-Austritt.

Beide Seiten hatten den Druck zuletzt erhöht. Medien in Großbritannien zufolge beklagten sich britische Unterhändler über angebliche neue Forderungen der EU. Damit seien die Gespräche gebremst worden. Ein Regierungssprecher in London sagte am Freitag, die Gespräche befänden sich an "einem sehr schwierigen Punkt".

Zuvor hatte London angekündigt, die umstrittenen Klauseln ihres Binnenmarktgesetzes wiederherzustellen, das am Montag ins Unterhaus zurückkehren soll. Der Gesetzentwurf stieß auf heftige Empörung in Brüssel, weil er Teile des bereits abgeschlossenen Austrittsabkommens infrage stellte.

EU-Ratspräsident Charles Michel warnte unterdessen vor einem Veto aus den Mitgliedsstaaten. "Die Mitgliedstaaten werden entscheiden müssen, ebenso wie die britische Seite", sagte Michel in Brüssel. "Die Mitgliedstaaten müssen ja oder nein sagen, und wenn eine Seite des Tischs nein sagt, dann haben wir einen No Deal."

Zuletzt hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, er werde einem Vertrag nur zustimmen, wenn die langfristigen Interessen seines Landes gewahrt blieben. Das war als Veto-Drohung gewertet worden.

Die EU wolle eine Einigung, aber nicht um jeden Preis, sagte Michel. Zu einer Einigung gehörten zwei, fügte er hinzu. Auch Großbritannien stehe in der Verantwortung. Die EU sei eine starke Macht, wenn es um Regeln und Standards gehe. Großbritannien müsse sich entscheiden, welche Standards es künftig haben wolle./cmy/rbo/vsr/DP/he

04.12.2020

Brexit-Gespräche pausieren - Johnson und von der Leyen wollen reden

LONDON/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Gespräche über einen Brexit-Handelspakt in London sind am Freitagabend unterbrochen worden. Nach einer Woche intensiver Verhandlungen in London sei gemeinsam mit dem britischen Unterhändler David Frost entschieden worden, "dass die Bedingungen für eine Einigung nicht erfüllt sind", schrieb EU-Chefunterhändler Michel Barnier auf Twitter. Grund dafür seien Differenzen über einheitliche Wettbewerbsbedingungen, Fischerei und Regeln zur Einhaltung des Abkommens. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premierminister Boris Johnson sollten nun am Samstagnachmittag über den Stand der Dinge sprechen.

Zuletzt hatten beide Seiten bis tief in die Nacht miteinander verhandelt. Sollte trotz der intensiven Bemühungen nicht rechtzeitig eine Einigung gelingen, drohen vom Jahreswechsel an Zölle und hohe Handelshürden zwischen Großbritannien und dem Kontinent. Dann endet die Übergangsphase nach dem britischen EU-Austritt./cmy/DP/he

04.12.2020

Portugal verlängert Corona-Notstand bis 23. Dezember

LISSABON (dpa-AFX) - Portugal hat seinen Corona-Notstand um zwei Wochen bis zum 23. Dezember verlängert. Das Parlament billigte am Freitag in Lissabon einen entsprechenden Antrag von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Im Notstandsdekret wird hervorgehoben, dass angesichts der komplizierten Situation eine weitere Verlängerung um erneut zwei Wochen wohl nötig sein werde. Rebelo de Sousa hatte sein Vorgehen mit der sozialistischen Regierung abgestimmt.

Im Rahmen des Ausnahmezustands, der zweithöchsten Notstandsstufe, herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen des Landes unter anderem strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal im Frühjahr und im Sommer relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Im Herbst wurde die Lage aber plötzlich immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 628 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Ende Oktober waren es noch knapp 350 gewesen. Nur wenige Länder in Europa haben zur Zeit schlechtere Werte als Portugal. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz bei 301,9.

In dem Land mit rund 10,3 Millionen Einwohnern wurden seit Ausbruch der Pandemie mehr als 312 000 Ansteckungen mit dem Virus Sars-Cov-2 erfasst. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Lissabon stieg die Zahl der Todesfälle am Freitag um 79 auf 4803./er/DP/he

04.12.2020

Corona-Krise: Italien soll ab Sonntag nur noch eine Rote Zone haben

ROM (dpa-AFX) - In vielen Teilen Italiens verbessert sich die Corona-Situation allmählich und der Druck auf die Krankenhäuser sinkt. Deshalb kündigte die Regierung in Rom am Freitag an, die Zahl der Roten Zonen mit strikten Ausgangsbeschränkungen stark zu reduzieren. Ab Sonntag soll dann nur noch die Region Abruzzen in Mittelitalien eine Rote Zone sein, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos berichtete. Die Anordnungen dafür wolle Gesundheitsminister Roberto Speranza in Kürze erlassen.

Die bisher als rot eingestuften Regionen Toskana, Kampanien sowie das Aostatal und die Provinz Bozen-Südtirol würden in eine weniger strenge Risikozone (orange) wechseln, hieß es. Insgesamt gibt es drei Corona-Risikozonen. In Gelben Zonen gelten die geringsten Sperren.

Um Fortschritte im Kampf gegen die zweite Virus-Welle nicht wieder zu gefährden, hatte die Mitte-Links-Regierung für die direkte Weihnachtszeit bis ins neue Jahr verschärfte Reisebeschränkungen für alle Bürger erlassen. Diese gelten weiter, genau wie die nächtlichen Ausgangsverbote. Aber vorher haben viele der 60 Millionen Italiener und Italienerinnen erstmal etwas mehr Freiheit - auch um Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Dazu hatte Premier Giuseppe Conte die Bürger am Donnerstagabend bei einer Ansprache ausdrücklich ermuntert.

Am Freitag registrierten die Behörden in dem Mittelmeerland gut 24 000 Neuinfektionen mit dem Sars-Cov-2-Virus in 24 Stunden. Das waren rund 4000 weniger als Freitag vor einer Woche. Allerdings blieb die Zahl der Toten hoch. Es starben innerhalb eines Tages in Italien 814 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19./pky/DP/he

04.12.2020

Orban kritisiert Deutschland und verschärft Streit mit EVP

BUDAPEST (dpa-AFX) - Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat Deutschland im Streit über die Kopplung der EU-Geldverteilung an intakte Rechtsstaatsverhältnisse heftig kritisiert und damit den Streit mit der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) verschärft. "Die Deutschen haben im Lauf der Geschichte schon viel von den Ungarn verlangt, aber Ihr seid die ersten, die uns für Dummköpfe halten", schrieb der rechtsnationale Politiker in einem Brief an den EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Freitag berichtete.

Weber (CSU) hatte am Vortag erklärt, dass die geplante Bindung der EU-Geldverteilung an Rechtsstaatsauflagen sich nicht speziell gegen Ungarn und Polen richte. "Die Wahrheit ist genau das Gegenteil", schrieb Orban.

Ungarn und Polen blockieren wegen des Streits über die geplante Bestrafung von Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit derzeit wichtige EU-Haushaltsentscheidungen, darunter milliardenschwere Corona-Konjunkturhilfen. Orbans Partei Fidesz gehört zur Europäischen Volkspartei (EVP), ebenso wie die deutschen Unionsparteien. Fidesz' EVP-Mitgliedschaft ist aber seit 2018 auf Eis gelegt. Ein "Rat der Weisen" der EVP untersucht, ob Fidesz' Politik noch mit den Werten des Parteienverbands vereinbar ist.

In dem Brief an Weber zitiert Orban mehrere EU-Politiker, die Ungarn und Polen kritisieren. "Die Situation ist klar, lieber Manfred. Ihr wollt die jetzige Rechtslage verändern und habt Instrumente geschaffen, die sich jederzeit gegen Ungarn und Polen richten können", heißt es in Orbans Schreiben weiter./kl/DP/he

04.12.2020

Spanien feiert rapiden Rückgang der Corona-Zahlen

MADRID (dpa-AFX) - Der einstige Corona-Hotspot Spanien feiert im Kampf gegen das Virus beachtliche Erfolge. Die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen blieb erstmals nach zwei Monaten unter der Marke von 100. Diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrage jetzt 98,56, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend mit. Zum Vergleich: Dieser Wert betrug in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Freitag knapp 135.

Spanien habe inzwischen eine der niedrigsten Inzidenzen Europas, schrieb die Zeitung "El País". Der Wert konnte innerhalb eines Monats mehr als halbiert werden. Am 4. November betrug er noch 236. Die Zahl der Aufnahmen von Covid-19-Kranken in Intensivstationen binnen sieben Tagen ging im selben Zeitraum von 382 auf 210 zurück. Am Freitag waren nur noch rund 24 Prozent der Intensivplätze mit Covid-Patienten besetzt, gegenüber gut 29 Prozent Anfang November.

Trotz aller Freude warnte Vize-Regierungschefin Carmen Calvo die 47 Millionen Bürger des Landes vor Nachlässigkeit. Man solle sich "so wenig wie möglich bewegen". Das gelte auch für die Feiertage am Montag und Dienstag sowie für Weihnachten und Silvester. Die sozialistische Politikerin geht mit gutem Beispiel voran: "Ich werde zum ersten Mal in meinem Leben Weihnachten nicht in meinem (andalusischen) Dorf Cabra sein. Das Opfer lohnt sich aber."

Gesundheitsminister Salvador Illa kündigte unterdessen an, die nationale Impfkampagne werde im Januar beginnen. Man erwarte, dass bis Mai oder Juni 15 bis 20 Millionen Einwohner geimpft sein würden. Die Impfung wird in Spanien freiwillig und kostenlos sein.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden in Spanien knapp 1,7 Millionen Ansteckungen mit dem Coronavirus gezählt. Mehr als 46 000 Menschen starben mit Covid-19. Am Freitag wurden 8745 Neuinfektion sowie 214 neue Todesfälle gemeldet, die niedrigste Zahl seit Ende Oktober. Zwischen dem 23. Dezember und dem 6. Januar dürfen die Bürger ihre jeweilige Wohnregion nur in Ausnahmefällen verlassen. Für Treffen im Familienkreis wird man die regionalen Grenzen überqueren dürfen./er/DP/he

04.12.2020

US-Regierung erlässt Visabeschränkungen gegen Vertreter der KP Chinas

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung verhängt neue Sanktionen gegen Vertreter der Zentralabteilung Vereinigte Arbeitsfront des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas. US-Außenminister Mike Pompeo kündigte am Freitag Visabeschränkungen gegen Vertreter der Organisation an, die Druck auf Kritiker der Politik Chinas in den USA ausübten. Der Minister machte keine Angaben zu den konkret betroffenen Personen. Er forderte die chinesische Regierung dazu auf, "die Anwendung von Zwang und Einschüchterungstaktiken zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit zu beenden".

Die USA werfen der Vereinigten Arbeitsfront vor, unter anderem Unternehmen, Universitäten, Wissenschaftler, Journalisten und Beamte in den USA ins Visier zu nehmen, "um so den Diskurs zu beeinflussen". Die Regierung in Peking versuche regelmäßig, chinesische und andere Staatsbürger zu Verhaltensweisen zu zwingen, "die die nationale und wirtschaftliche Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden"./cy/DP/he

04.12.2020

Corona-Impfplan mit fünf Phasen in Bulgarien

SOFIA (dpa-AFX) - Im Kampf gegen das Coronavirus will Bulgarien als erste Risiko-Gruppe Klinikpersonal, Zahnärzte und Apotheker impfen lassen. Diese Gruppe umfasst fast 250 000 Menschen, wie aus einem von der Regierung in Sofia am Freitag gebilligten Impfplan mit fünf Phasen hervorgeht. Die Impfungen sollten freiwillig und kostenlos sein, versicherte Gesundheitsminister Kostadin Angelow.

Die ersten Corona-Impfungen sollen in Bulgarien erst dann erfolgen, wenn der Impfstoff von Pfizer-Biontech von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen wird. Zielgruppen der vier weiteren Phasen sind Heiminsassen und -personal, Beschäftigte in lebenswichtigen Bereichen, Menschen über 65 sowie chronisch Kranke und Risiko-Gruppen aufgrund ihrer Lebensbedingungen.

In dem südöstlichen EU-Land gilt wegen stark steigender Corona-Neuansteckungen seit einer Woche ein Teil-Lockdown. Bei einer Bevölkerung von 6,9 Millionen sind in Bulgarien aktuell 93 549 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden lag am Freitag bei 3280 - zum Vergleich: Im fast zwölf Mal so großen Deutschland wurden 23 449 Neuinfektionen registriert.

Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Balkanland 155 193 Corona-Infektionen nachgewiesen, wobei es im Frühjahr noch relativ gering betroffen war. 4503 Menschen starben seit Beginn der Pandemie mit Covid-19 - zuletzt gab es binnen 24 Stunden 156 Corona-Tote. Gesundheitsminister Kostadin Angelow erklärte die hohe Covid-19-Sterblichkeit in Bulgarien damit, dass die Menschen versuchten, sich selbst zu heilen und einen Arzt erst dann aufsuchten, wenn es zu spät sei. Zudem gebe es in Bulgarien viele Herzkranke./el/DP/he

04.12.2020

ROUNDUP/100 Tage Maske tragen: Biden plant Appell an Amerikaner

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der gewählte US-Präsident Joe Biden will die Amerikaner bei seiner Amtseinführung dazu aufrufen, zur Eindämmung der Corona-Pandemie 100 Tage lang Masken in der Öffentlichkeit zu tragen. Außerdem werde er anordnen, dass der Mundschutz in Gebäuden von Bundesbehörden sowie in Verkehrsmitteln wie Flugzeugen getragen werden muss, sagte Biden dem TV-Sender CNN am Donnerstag. Ein US-Präsident kann das Tragen von Masken nur in bestimmten Situationen anordnen, solche Entscheidungen liegen größtenteils bei den einzelnen Bundesstaaten.

Er sei überzeugt, dass man mit Masken und Impfungen einen erheblichen Rückgang der Coronavirus-Infektionen erreichen könne, betonte Biden, der am 20. Januar ins Amt eingeführt wird. Die USA erleben gerade eine massive Corona-Welle mit einem starken Anstieg von Ansteckungen und auch Todesfällen. Der noch amtierende Präsident Donald Trump hatte das Tragen von Masken immer wieder ins Lächerliche gezogen.

Der renommierte Immunologe Anthony Fauci solle sein Chefberater für medizinische Fragen werden, sagte Biden außerdem. Er habe das Angebot angenommen, sagte Fauci am Freitag dem Sender NBC News. Der 79-Jährige ist in den USA der bekannteste - und auch populärste - Corona-Experte. Er tritt entschieden für Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus ein. In den vergangenen Monaten verlor er an Einfluss im Weißen Haus, weil seine Aufrufe, Masken zu tragen und vorsichtig zu sein, nicht zu Trumps Botschaft passten, dass Amerika die Pandemie bald hinter sich lassen werde./so/DP/he

04.12.2020

Biden bezeichnet US-Arbeitsmarktbericht als 'düster'

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der künftige US-Präsident Joe Biden hat sich nach der Veröffentlichung neuer Beschäftigungsdaten besorgt zur wirtschaftlichen Lage im Land geäußert. "Dies ist ein düsterer Arbeitsmarktbericht", teilte Biden am Freitag mit. Die Daten für November zeigten einen konjunkturellen Stillstand und bestätigten, dass "wir uns weiterhin mitten in einer der schlimmsten Wirtschafts- und Job-Krisen der neueren Geschichte befinden".

Laut Biden unterstreicht die Lage am Arbeitsmarkt die Notwendigkeit weiterer Staatshilfen in der Corona-Krise. "Die Situation erfordert sofortiges Handeln". Dem Bericht des Arbeitsministeriums zufolge wurden in den USA im November lediglich 245 000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen - das ist der geringste Wert seit dem historischen Einbruch des Arbeitsmarkts im April. Experten hatten mit einem deutlich stärkeren Zuwachs gerechnet./hbr/DP/he

04.12.2020

AKTIEN IM FOKUS: Opec-Einigung beflügelt auch die US-Ölwerte

NEW YORK (dpa-AFX) - Eine Rally bei europäischen Ölwerten hat sich am Freitag mit viel Schwung auch bei den New Yorker Branchenwerten gezeigt. Dort profitierten Größen wie Chevron oder ExxonMobil ebenfalls deutlich davon, dass sich der Ölverbund Opec+ auf eine geringere Steigerung der Ölförderung einigte als in einem früheren Plan vorgesehen.

Nach tagelangen Unstimmigkeiten hatten sich am Vorabend die 23 in der Opec+ verbündeten Länder auf eine Förderstrategie für das neue Jahr verständigt. Die Einigung sieht vor, dass ab Januar 500 000 Barrel Rohöl mehr je Tag fließen sollen. Damit weicht die Opec+ von einem früheren Plan ab, der eine Anhebung um knapp zwei Millionen Barrel je Tag vorsah.

Dies beflügelte den Ölpreis und damit auch die Aktienkurse, Chevron kletterten um 3,10 Prozent und gehörten so zu den zwei besten Dow-Werten. Die mittlerweile nicht mehr im Dow gelisteten Aktien von ExxonMobil stiegen um 3,5 Prozent. Am breiten Markt ging es für andere Branchentitel noch deutlicher nach oben. Occidental Petroleum setzten dem mit einer Rally um fast 10 Prozent die Krone auf. Die Papiere von ConocoPhillips gewannen 5,7 Prozent, jene des Branchenausrüsters Schlumberger etwa vier Prozent.

"Die Fördermengen werden nur sehr langsam hochgefahren. Damit passt die Opec+ ihre Fördermenge an die aktuellen Abnahme-Möglichkeiten der noch immer fragilen Wirtschaft an", schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Das sei ein positives Signal für den Ölpreis, der am Freitag anzog. Dies wirkt sich für gewöhnlich auch positiv auf die Aktienkurse der Ölmultis aus.

Die schweizerische Bank Credit Suisse kommentierte, die Einigung trage dazu bei, die kurzfristigen Nachfragesorgen im Zusammenhang mit COVID-19 auszuräumen. Zuletzt sei der Ölpreis schon gestiegen in Erwartung, dass die ursprünglich angedachte Förderausweitung aufgeschoben werde. Nun würden von Anlegern die Tatsachen begrüßt. Die Rohstoff-Experten Fabian Deriaz und Stefan Graber glauben, dass dies dem Markt helfen wird, wieder eine Balance zu finden./tih/he

04.12.2020

NIKOLA IM FOKUS: Hype und Attacke schütteln US-Elektro-Truckhersteller durch

PHOENIX (dpa-AFX) - Wie gewonnen, so zerronnen: So turbulent wie zuletzt beim US-Elektro-Truckkonzern Nikola geht es wohl bei den wenigsten Unternehmen zu. Auf einen Kurshype folgte schnell der Absturz nach einer Attacke von Leerverkäufern. Darüber hinaus sieht sich Nikola-Ex-Chef Trevor Milton Anschuldigungen ausgesetzt. Was bei Nikola los ist, wie Analysten die Lage einschätzen und was die Aktie macht.

DAS IST LOS BEI NIKOLA:

Es sah doch alles so toll aus: Das auf Batterie-Lastwagen spezialisierte Unternehmen Nikola konnte immer wieder Erfolge vermelden und wollte dem E-Auto-Konkurrenten Tesla Druck machen. Regelmäßig berichtete der Konzern über Fortschritte und neue Kooperationen. Besonderen Schub brachte Nikola dann die Ankündigung, mit VectoIQ zu einem neuen Unternehmen zu verschmelzen und zum Juni dieses Jahres unter dem neuen Kürzel NKLA an der Nasdaq aufzutreten. Und selbst eine Partnerschaft mit dem größten US-Autohersteller General Motors schien in greifbarer Nähe.

So geschmeidig, wie es sich Nikola gewünscht hatte, verlief es dann aber doch nicht. Nur zwei Tage nach der Ankündigung der Partnerschaft mit General Motors überraschte ein lancierter Bericht des Leerverkäufers Hindenburg Research und führte zu heftigen Turbulenzen.

Hindenburg beschuldigte Nikola-Gründer Milton etlicher Hochstapeleien und kam zu dem Schluss, dass es sich bei dessen Unternehmen letztlich um einen "komplexen Betrug" handele. Hindenburg wettet zwar als Finanzspekulant gegen Nikola und profitiert davon, wenn die Aktien der Firma fallen. Doch Milton konnte einige Vorwürfe nicht entkräften und musste zugeben, bei einer Produktpräsentation geblufft zu haben.

Der Konzern schaltete die US-Börsenaufsicht SEC ein, um den Bericht zu prüfen. Aber Nikola geriet auch selbst in das Visier der Behörde, sie will mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze prüfen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen berichtete. Die "Financial Times" berichtete derweil von Ermittlungen des US-Finanzministeriums.

Unterdessen trat Milton als Chef zurück. Er habe seinen Posten freiwillig geräumt, um die negative Aufmerksamkeit, die seine Person betreffe, nicht weiter auf Nikola zu lenken.

General Motors dreht sein geplantes Engagement bei dem Unternehmen nun ein ganzes Stück weit zurück: Anfang dieser Woche teilte Nikola mit, zwar eine Liefervereinbarung mit dem Autokonzern getroffen zu haben. Die Hoffnung auf einen milliardenschweren Einstieg von GM ist damit aber vom Tisch. Auch Pläne für einen gemeinsamen Elektro-Pick-up wurden demnach verworfen. Der weltgrößte deutsche Autozulieferer Bosch reduzierte zuletzt seinen Anteil an Nikola leicht auf unter 5 Prozent.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Von den sechs Analysten bei Bloomberg, die sich mit Nikola beschäftigen, raten drei zum Kauf, zwei empfehlen die Aktie zu halten, ein Analysehaus spricht eine Verkaufsempfehlung aus. Das Kursziel der Experten liegt im Schnitt bei 30 US-Dollar. Damit hat die Aktie derzeit noch ordentlich Luft nach oben.

Zu den optimistischeren Analysten gehört Paul Coster von der US-Bank JPMorgan. Er hat das Kursziel zwar nach den Quartalszahlen erneut gesenkt, aber nur geringfügig um einen Dollar. Sein Kursziel liegt nun bei 40 Dollar und er sieht die Aktie weiter als gute Investition. Die Resultate hätten insgesamt die Prognosen getroffen, schrieb er im November. Der Verlust sei niedriger als befürchtet und die Liquidität höher als erwartet ausgefallen.

Das Analysehaus RBC traut dem Tesla-Konkurrenten deutlich weniger zu, vor allem, nachdem die geplante Aktienbeteiligung von General Motors geplatzt ist. Analyst Joseph Spak senkte sein Kursziel daraufhin von 19 auf 17 US-Dollar, beließ seine Bewertung aber bei "Sector Perform". Nun gebe es keinen Verwässerungseffekt für die Aktien, schrieb er. Die Absage eines gemeinsam produzierten Elektro-Pick-Up sei mittelfristig kein Beinbruch.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Mit einem Kurs von knapp 19 Dollar ist eine Nikola-Aktie derzeit fast doppelt so viel wert wie zum Börsendebüt Mitte Juni 2018. Zu diesem Zeitpunkt war das Unternehmen als Spin-Off der VectoIQ Acquisition Corp an der US-Börse Nasdaq mit 9,57 Dollar notiert.

Insgesamt änderte sich am Kurs die Monate nach dem Börsenstart kaum etwas. Erst Anfang März 2020 kam etwas Bewegung rein, der Kurs sprang in drei Tagen um 57 Prozent nach oben. Grund war die Ankündigung, dass aus VectoIQ und Nikola ein neues Unternehmen wird. Doch der große Schub folgte erst kurze Zeit später: Von Anfang Mai bis Anfang Juni - dem Start der Notierung unter dem Kürzel NKLA - stieg der Kurs auf das Siebenfache.

Der Hype um Nikola ließ ihn fast die 100-Dollar-Marke knacken. Bei 93,99 Dollar war aber nur wenige Tage nach dem Nasdaq-Debüt von NKLA Schluss: Der Kurs pendelte sich wieder ein und lag mehrere Wochen lang bei 60 bis 70 Euro. Seither ging es mit wiederkehrenden Aufs und Abs weiter abwärts.

Der letzte bedeutsame Anstieg gelang Nikola mit der Ankündigung der Partnerschaft mit General Motors Anfang September. Die Kursgewinne musste der Konzern aber mit den Hindenburg-Vorwürfen komplett abgeben. Der Kurs brach auf einen neuen Tiefststand seit dem NKLA-Debüt im Juni ein.

Insgesamt bringt es Nikola zurzeit auf eine Marktkapitalisierung von 7,3 Milliarden Dollar - ein Fliegengewicht verglichen mit dem Rivalen Tesla, der es derzeit auf stolze rund 562 Milliarden Dollar schafft./ngu/knd/bek/men/jha/

04.12.2020

AKTIEN IM FOKUS: Einigung bei Opec+ und Konjunkturhoffnung beflügeln Ölsektor

LONDON/PARIS/NEW YORK (dpa-AFX) - Aktien von Ölkonzernen haben am Freitag kräftig zugelegt. Schub gab in erster Linie die Einigung des Ölverbunds Opec+ auf eine etwas höhere Fördermenge. In der Folge zogen auch die Ölpreise an, was sich für gewöhnlich positiv auswirkt auf die Aktienkurse der Ölmultis.

Nach tagelangen Unstimmigkeiten hatten sich am Vorabend die 23 in der Opec+ verbündeten Länder auf eine Förderstrategie für das neue Jahr verständigt. Die Einigung sieht vor, dass ab Januar 500 000 Barrel Rohöl mehr je Tag fließen sollen. Monatlich soll das weitere Vorgehen geprüft werden. Damit weicht die Opec+ von einem früheren Plan ab, der eine Anhebung um knapp zwei Millionen Barrel je Tag vorsah.

Dass die Zwei-Millionen-Barrel-Marke offenbar erst für April angepeilt werde, könnte einige Hoffnungen am Markt zwar enttäuschen, doch es sei dennoch ein bedeutender Kompromiss, kommentierte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Die zweite Lockdown-Phase wirke im Gegensatz zum ersten Lockdown auf die Nachfrage weniger schädlich.

"Die Fördermengen werden nur sehr langsam hochgefahren. Damit passt die Opec+ ihre Fördermenge an die aktuellen Abnahme-Möglichkeiten der noch immer fragilen Wirtschaft an", schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Das ist ein positives Signal für den Ölpreis."

Der europäische Ölsektor gewann vor diesem Hintergrund am Freitag als stärkster der Stoxx-600-Branchenübersicht bislang mehr als zweieinhalb Prozent. Damit nahm er Kurs auf das Zwischenhoch aus der vergangenen Woche, zu dem ihn die November-Rally mit einem Zuwachs von fast 40 Prozent geführt hatte. Es waren vor allem Erfolgsmeldungen zu Impfstoffen, die Hoffnungen auf eine rasche Konjunkturerholung und damit auch auf einen wieder steigenden Ölverbrauch genährt hatten.

Im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 waren vor dem Wochenende die Papiere des französischen Ölkonzerns Total SA und der italienischen Eni mit Kursgewinnen von jeweils um die drei Prozent vorne. Royal Dutch Shell in Amsterdam und BP in London legten in ähnlicher Größenordnung zu. In New York gewannen Chevron und ExxonMobil im vorbörslichen US-Handel sehr deutlich./ajx/ag/jha/

04.12.2020

AKTIEN IM FOKUS: Luftfahrtbranche im Aufwind - Analysten: Himmel klart sich auf

FRANKFURT (dpa-AFX) - Wachsende Zuversicht für ein absehbares Ende der Corona-Einschränkungen hat am Freitag Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche sowie von Flughafenbetreibern Auftrieb gegeben. Analysten äußern sich angesichts der jüngsten Meldungen über Impfstoffe gegen das Virus zuversichtlicher.

Nachdem sich Mitte November die Experten der US-Bank Goldman Sachs und von Kepler Cheuvreux positiver zur Branche geäußert hatten und von verringerten Abwärtsrisiken sprachen, äußerten sich nun auch die der Deutschen Bank optimistischer. Die Experten der UBS sind zwar noch zurückhaltender, sehen aber inmitten von Neuinfektionszahlen und Reisebeschränkungen für die weltweite Luftverkehrsbranche zumindest eine Stabilisierung der Trends im Dezember und Januar.

Der europäische Index für den Reise- und Freizeitsektor legte als einer der gefragtesten Indizes um 1,3 Prozent zu. Unter den Einzelwerten stiegen die Aktien von IAG um 4,3 Prozent und die von Ryanair und Air France-KLM um jeweils 3,3 Prozent. Easyjet gewannen 1,9 Prozent, während sich die der Lufthansa mit plus 0,1 Prozent kaum bewegten. Die Papiere der Kreuzfahrt-Reederei Carnival gewannen 2,9 Prozent. Die Aktien des Hotelbetreibers Accor stiegen um 3,5 Prozent.

Zudem rückten die Anteilsscheine des Flughafenbetreibers Fraport um 4,3 Prozent vor auf den höchsten Stand seit Anfang März und Flughafen Zurich gewannen 1,8 Prozent.

Analystin Siobhan Lynch von der Deutschen Bank sieht für die Flughafenbetreiber inzwischen mehr Chancen als Risiken: "Die jüngsten Impfstoffmeldungen und die möglichen Zeitachsen für eine Herdenimmunität decken sich mit unseren Erwartungen über eine Erholung des Luftverkehrs in der zweiten Jahreshälfte 2021." Die Flughafenbetreiber Fraport, Aena und Zurich Airport dürften im Jahr 2023 wieder das Verkehrsaufkommen des Jahres 2019 erreichen. Für die Aeroports de Paris (ADP) sollte das ein Jahr später der Fall sein.

Zugleich hob Lynch hervor, dass sie ihre Präferenzen neu ausgerichtet habe. Mit Blick auf den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport betonte sie vor allem das Einsparpotenzial und sprach daher nun ein Kaufurteil für die Papiere aus. Das Kursziel hob sie zugleich von 35 auf 60 Euro an. Für Aena und Zurich Airport bekräftigte sie ihre Kaufempfehlungen und hob die Kursziele an. Für Aena um 14 Euro auf nun 164 Euro und für die Schweizer von 157 auf 182 Franken.

Die Deutsche-Bank-Analysten Jaime Rowbotham und Andy Chu richteten das Portfolio der Aktien von Fluggesellschaften und Transportdienstleistern mit Blick auf 2021 komplett neu aus. In der Folge stuften sie die Aktie von Easyjet von "Hold" auf "Buy" hoch. Das Kursziel wurde mehr als verdoppelt und liegt nun bei 1150 Pence. Zudem hoben sie ihr Kursziel für IAG von 175 auf 220 Pence an. Sowohl für Easyjet als auch für IAG sei die Corona-Krise sehr hart. Beide Airlines gingen jedoch vor dem Hintergrund begrenzter staatlicher Stützungsmaßnahmen gut damit um. 2021 könnten sie aufholen, da die Nachfrage wieder steige und Liquiditätssorgen nachließen, schrieben die beiden Experten.

Die Kursziele für Wizz Air und Ryanair hoben die Experten ebenfalls an und bekräftigten ihre Kaufurteile. Mehr noch als vor der Pandemie dürften Ryanair und Wizz Air ihrer Einschätzung nach "langfristig gesehen strukturelle Gewinner" im europäischen Luftfahrtsektor sein. Beide könnten mit einem beschleunigten Ausbau ihrer Marktanteile und weiteren Kostensenkungen aus der Krise kommen.

Negativ blieben die Analysten dagegen für die Lufthansa und für Air France-KLM gestimmt. Zwar hoben die Deutsche-Bank-Experten ihre Kursziel auch für diese beiden Werte an, beließen die Aktien allerdings auf "Sell". Die stillen Regierungsbeteiligungen seien für die Lufthansa und für Air France-KLM alles andere als eine Idealsituation, bemängelten Rowbotham und Chu. Zudem mangele es an Klarheit, was die unvermeidliche Rekapitalisierung beider Unternehmen angehe./ck/bek/jha/

04.12.2020

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt Fraport auf 'Buy' - Ziel hoch auf 60 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Deutsche Bank hat Fraport von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 35 auf 60 Euro angehoben. Die jüngsten Impfstoffmeldungen und die möglichen Zeitachsen für eine Herdenimmunität deckten sich mit ihren Erwartungen an eine Erholung des Luftverkehrs in der zweiten Jahreshälfte 2021, schrieb Analystin Siobhan Lynch in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie. Die Flughafenbetreiber Fraport, Aena und Zurich Airport dürften im Jahr 2023 wieder das Verkehrsaufkommen des Jahres 2019 erreichen, ADP im Jahr 2024. Bei Fraport betonte sie vor allem das Kosteneinsparpotenzial./ajx/ag

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.12.2020 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.12.2020 / 16:31 / GMT

04.12.2020

ANALYSE-FLASH: Jefferies hebt Ziel für Munich Re auf 275 Euro - 'Buy'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für Munich Re von 250 auf 275 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Trotz der Belastungen durch die Corona-Krise sei die Schaden-Kostenquote des Rückversicherers erheblich besser als nach dem Hurrikanjahr 2017, schrieb Analyst Philip Kett in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Blick sei nun auf den Investorentag in der kommenden Woche und auf den mittelfristigen Ausblick gerichtet./mf/bek

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.12.2020 / 15:29 / ET

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.12.2020 / 15:29 / ET

04.12.2020

ANALYSE-FLASH: Goldman belässt Moderna auf 'Buy' - Ziel 139 Dollar

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Moderna auf "Buy" mit einem Kursziel von 139 US-Dollar belassen. Der Impfstoffentwickler habe die Produktionskapazität für den Covid-19-Impfstoff bestätigt, schrieb Analystin Salveen Richter in einer am Freitag vorliegenden Studie. Ihre Umsatzschätzungen passte die Expertin an den jüngsten Impfstoff-Liefervertrag mit Großbritannien an./ajx/ag

Veröffentlichung der Original-Studie: 03.12.2020 / 22:38 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

04.12.2020

AKTIE IM FOKUS: Biontech schwach - Hindernisse in Impf-Lieferkette

FRANKFURT (dpa-AFX) - Hindernisse in der Lieferkette für den zur Zulassung eingereichten Coronavirus-Impfstoff haben am Freitagmorgen den Kurs von Biontech belastet. Auf der Handelsplattform Tradegate fielen die Papiere um gut 5 Prozent auf 94,40 Euro im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag. Im Tief hatten sie am Morgen auf Tradegate sogar fast 8 Prozent eingebüßt.

In einem Bericht des "Wall Street Journal" bestätigte eine Sprecherin des US-Partners Pfizer, dass die Bereitstellung länger dauere als ursprünglich angenommen. Ursprünglich hatten die Unternehmen mit der Auslieferung von 100 Millionen Impfdosen noch in diesem Jahr geliebäugelt, gingen aber aktuell wegen Problemen beim Bezug von Rohstoffen nur von der Hälfte dieser Menge aus, hieß es. Für das kommende Jahr bleibe es bei der ursprünglichen Planung zur Auslieferung von mehr als einer Milliarde Impfstoff-Dosen, schrieb die Zeitung weiter.

Die Analysten der Commerzbank blieben in einer ersten Einschätzung gelassen. Die "Story" sei nicht neu, denn Biontech habe bereits in einer Mitteilung von Mitte November klar gestellt, dass in diesem Jahr lediglich mit 50 Millionen Impfdosen zu rechnen sei. Auch gebe es weder von Pfizer noch von Biontech Meldungen, die auf eine neue Sachlage schließen ließen./bek/men

03.12.2020

AKTIEN IM FOKUS: Pfizer und Biontech belastet - Bericht über Lieferkettenproblem

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein Medienbericht über Hindernisse in der Lieferkette für den zur Zulassung eingereichten Coronavirus-Impfstoff hat am Donnerstag spät die Aktien von Pfizer und Biontech und damit auch den US-Gesamtmarkt belastet. In einem Bericht des "Wall Street Journal" hieß es, Pfizer habe ursprünglich mit der Auslieferung von 100 Millionen Impfdosen noch in diesem Jahr geliebäugelt, gehe aber aktuell wegen Problemen bei der Bereitstellung von Rohstoffen nur von der Hälfte der Menge aus.

Allerdings kursierte die Zahl von 50 Millionen Dosen in diesem Jahr in diversen Medienberichten schon länger. So fiel denn auch die Reaktion bei Biontech mit einem Abschlag von zwei Prozent letztlich eher gering aus im Vergleich zum jüngsten Anstieg der Papiere. Pfizer schlossen 1,7 Prozent tiefer. Beide Aktien hatten sich zuvor nahe ihres Vortagsniveaus aufgehalten. Der Dow Jones Industrial wurde mit der Meldung zeitweise ins Minus gedrückt, erholte sich jedoch in den Schlussminuten wieder etwas und ging 0,3 Prozent höher aus dem Handel./tih/he

03.12.2020

AKTIEN IM FOKUS: Fluglinien und Boeing ziehen in New York mächtig an

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien aus der Flugbranche haben am Donnerstag an den US-Börsen mit viel neuem Schwung den Steigflug angetreten. Laut Händlern setzen die Anleger bei Fluglinien und Flugzeugherstellern wieder stärker auf eine baldige Wiederöffnung für den Reiseverkehr - unter anderem wegen der Zuversicht, die seit Wochen auf bald verfügbare Impfstoffe beruht.

Ein Börsianer vermutete, dass bei Anlegern derzeit eine Zukunftsperspektive gehandelt wird, die sich in einem Zeitraum von sechs Monaten bis ins Jahr 2025 erstreckt - in der Hoffnung, dass die Auswirkungen der Pandemie eingedämmt werden und irgendwann wieder eine Rückkehr zum Alltagsgeschäft möglich ist. Außerdem zeugte eine Großbestellung von Ryanair für den Boeing-Jet 737 Max von Zuversicht des Billigfliegers, was eine Zeit nach Corona betrifft.

Gemeinsam mit der Ryanair-Bestellung katapultierte die Branchenrally die Boeing-Aktie um 6,6 Prozent nach oben, womit sie im Dow zur Spitzengruppe gehörten und eine Stütze war. Für die US-Fluggesellschaften wie American Airlines oder United Airlines ging es derweil aber noch deutlicher um 9,8 respektive 7,7 Prozent nach oben.

Mit dem Kurssprung am Donnerstag knüpfte die Boeing-Aktie an ihre jüngste Erholungsrally an, die zuletzt auch von der Wiederzulassung des Krisenfliegers 737 Max getrieben worden war. Binnen etwa eines Monats haben die Papiere des Flugzeugbauers nun von 140 bis auf 240 Dollar zugelegt, was eine Steigerung um mehr als 70 Prozent bedeutet. Ryanair hat am Donnerstag eine Kaufoption für 75 weitere 737 Max gezogen. Die Maschinen waren im März 2019 nach zwei fatalen Abstürzen aus dem Verkehr gezogen worden.

Bei Delta Air Lines trübte es am Donnerstag nicht groß das Bild, dass die Fluggesellschaft davor warnte, dass der Barmittelverbrauch in diesem Quartal viel schwerwiegender als gedacht werden könnte. Obwohl das Unternehmen damit rechnet, in diesem Jahresviertel täglich 12 bis 14 Millionen Dollar zu verlieren, stiegen die Aktien um 5,4 Prozent./tih/he

Sie haben Fragen zu unseren News?
Gerne beraten wir Sie, kontaktieren Sie uns:

+49 (0)69/92022-480

vertrieb@dpa-AFX.de

dpa-AFX auf Twitter

Folgen Sie uns auf Twitter www.twitter.com/dpaAFX