dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

23.09.2020

Zoff bei Anhörung von Tesla-Kritikern - Sitzung unterbrochen

ERKNER (dpa-AFX) - Nur etwa eine Stunde nach Beginn der Anhörung von rund 110 Kritikern der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Brandenburg ist die Sitzung wegen eines Befangenheitsantrags unterbrochen worden. Der Vizechef der Naturfreunde Berlin, Uwe Hiksch, forderte die Ablösung von Versammlungsleiter Ulrich Stock. Hiksch sagte am Mittwoch in Erkner, Stock habe im Rundunk Berlin-Brandenburg (RBB) bereits gesagt, wie das Ergebnis der Erörterung sein werde.

Stock, der Abteilungsleiter Technischer Umweltschutz im Landesumweltamt ist, hatte nach RBB-Angaben vom 4. September in einem Beitrag gesagt: "Nach jetzigem Stand können wir keine grundsätzlichen Genehmigungshindernisse erkennen, auch nicht aufgrund der eingereichten Einwendungen." Bei der Anhörung sollen Kritiker die Gelegenheit bekommen, ihre beim Landesumweltamt eingereichten Einwände vorzutragen. Eine Entscheidung fällt dort nicht.

Die Stimmung war hitzig. Streit gab es auch, weil Tesla laut Stock das Unternehmen beauftragt hatte, das Protokoll der Sitzung zu erstellen. Ein Anwalt sagte bei der Anhörung, er halte dies für bedenklich und drohte, den Termin unterbrechen zu lassen.

Tesla will von Sommer 2021 an in Grünheide bei Berlin zunächst bis zu 500 000 Elektroautos pro Jahr mit rund 12 000 Mitarbeitern bauen. Weil die komplette umweltrechtliche Genehmigung aussteht, baut Tesla über vorläufige Erlaubnisse. Insgesamt waren nach Angaben des Umweltministeriums 414 Einwände gegen die Fabrik eingegangen - dabei geht es zum Beispiel um das benötigte Wasser./vr/DP/stk

23.09.2020

ROUNDUP 4: Razzia gegen illegale Leiharbeit in Fleischindustrie

WEISSENFELS/HANNOVER (dpa-AFX) - Die Bundespolizei hat am Mittwoch in fünf Bundesländern mehr als 60 Wohn- und Geschäftsräume wegen des Verdachts der illegalen Einschleusung von Arbeitskräften für die Fleischindustrie durchsucht. Bei der Razzia waren rund 800 Beamte im Einsatz - vor allem in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, wie ein Sprecher der Bundespolizei Mitteldeutschland sagte. Weitere Durchsuchungen gab es in Berlin, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

Im Fokus der Ermittler steht ein Konstrukt aus verschiedenen Zeitarbeitsfirmen, über die in den vergangenen sechs Monaten mindestens 82 Menschen geschleust worden sein sollen. Laut der Bundespolizei gibt es zehn Hauptbeschuldigte im Alter von 41 bis 56 Jahren. Darunter sind acht Männer und zwei Frauen.

Es gehe um den Vorwurf der banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung und der Urkundenfälschung. Beschuldigt sind zwei Firmen, die unabhängig voneinander, aber nach demselben Muster vorgehen sollen. Sie sollen hauptsächlich rumänische Staatsbürger mit falschen Dokumenten nach Deutschland geholt haben. Zudem sollen mit gefälschten Immatrikulationsbescheinigungen sogenannte Scheinstudenten als "Student in Ferienarbeit" gebracht worden sein. Die Beschuldigten sollen Unterkünfte zur Verfügung gestellt, Fahrdienste organisiert und die Arbeiter bei Kontoeröffnungen und Behördengängen unterstützt haben.

Am frühen Mittwochmorgen durchsuchte die Bundespolizei die Firmensitze der Zeitarbeitsfirmen, die Wohnräume der Firmeninhaber, aber auch Arbeiterunterkünfte. In Weißenfels im Süden Sachen-Anhalts seien es 49 Unterkünfte gewesen, in Bernburg drei. Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies betonte, man sei von der Razzia nicht betroffen. "An unserem Standort in Weißenfels gibt es bisher keine Durchsuchung", sagte ein Unternehmenssprecher. Das gelte auch für weitere Tönnies-Standorte in Deutschland. Ein Sprecher der Bundespolizei in Halle sagte, die Vernehmungen und Befragungen sollten ergeben, für welche Unternehmen die Arbeiter tätig waren.

Die Beamten trafen bei den Durchsuchungen mehr als 20 Personen an, bei denen der Verdacht besteht, dass sie mit gefälschten Dokumenten oder als "Scheinstudenten" illegal beschäftigt wurden, hieß es weiter. In den durchsuchten Objekten wurden zahlreiche Beweismittel wie Datenträger, Geschäftsunterlagen und Dokumente sichergestellt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bekräftigte, Leiharbeit und Werkverträge müssten ohne Aufweichungen und Verzögerungen verboten werden. Sie seien Grund und Ursache für das Entstehen und Gedeihen von möglicherweise mafiösen Strukturen, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. "Die aktuellen Razzien machen klar: Das Gesetz für Arbeitsschutz muss kommen, schnell und ohne Abstriche."

In Niedersachsen durchsuchte die Bundespolizei acht Wohnungen und Firmen. Die Durchsuchungen sollten mindestens bis zum Mittag dauern, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei in Garbsen bei Hannover. Neben Garbsen habe es Durchsuchungen in Papenburg, Twist und Bassum gegeben. Im Land waren knapp über 100 Beamte im Einsatz.

Nach gehäuften Corona-Infektionen in Fleischbetrieben waren die Arbeitsbedingungen in der Branche und die Unterbringung ausländischer Beschäftigter erneut in den Fokus gerückt. Das hat eine bundesweite Debatte über die Arbeitsbedingungen in der Branche ausgelöst.

Am 10. September hat der Bundestag das sogenannte Arbeitsschutzkontrollgesetz in erster Lesung behandelt. Es sieht vor, dass Kerntätigkeiten in der Fleischwirtschaft wie Schlachten, Zerlegen und Verarbeiten künftig nicht mehr von betriebsfremden Beschäftigten ausgeführt werden dürfen. Werkverträge und Leiharbeit sollen in der Branche von 2021 an verboten sein./chh/hff/DP/stk

23.09.2020

ROUNDUP: Labor statt Wildtier? Forscher kritisieren These zu Corona-Ursprung

BERLIN (dpa-AFX) - In sozialen Netzwerken kursiert derzeit die Behauptung einer chinesischen Virologin, das Coronavirus sei von China in einem Labor hergestellt und absichtlich freigesetzt worden. Die globale Wissenschaftsgemeinde widerspricht vehement. "Es wurden Daten einseitig interpretiert. Alles, was gegen ihre Hypothese spricht, wurde einfach nicht berücksichtigt", sagte Friedemann Weber, Virologe an der Uni Gießen.

Li-Meng Yan hatte ihre These Mitte September auf einen Server für sogenannte Preprints hochgeladen - für Arbeiten also, die noch nicht von anderen Forschern begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht sind. "Was da drin steht, hält einem wissenschaftlichen Gutachtertum nicht stand", monierte Weber. Beim US-Sender Fox News erweiterte Yan ihre Behauptung noch: Sars-CoV-2 sei nicht nur künstlich hergestellt, sondern auch absichtlich freigelassen worden.

Webers Urteil deckt sich mit dem von Fachkollegen. Der Virologe Stephan Ludwig aus Münster sieht in Yans Aufsatz eine "Vermischung aus Daten und Vermutungen". Er verweist auf eine Studie in der Fachzeitschrift "Nature". Deren Autoren kamen schon im März zum Schluss, dass eine Herstellung des Virus im Labor unwahrscheinlich sei. Laut Weber liegt das etwa am Aufbau der Bindestelle zwischen Virus und Zelle: "Wenn man so ein Virus absichtlich konstruieren wollte, würde es anders aussehen."

Zu Diskussionen um eine bestimmte Spaltstelle in einem Oberflächenprotein des Virus hatte der Berliner Virologe Christian Drosten schon im Mai gesagt: "Wir wiederholen hier eine Diskussion, die wir um die Influenza auch schon geführt haben." Schon seit vielen Jahren sei klar, dass so etwas in der Natur entstehe - unter Selektionsdruck, weil es dem Virus etwas nütze, sagte er im NDR-Podcast.

Frank Hufert, Virologe an der Medizinischen Hochschule Brandenburg, gibt bei Yans Aussage, China habe das Virus absichtlich freigesetzt, noch einen weiteren Aspekt zu bedenken: "Es gibt für diese Krankheit auch in China keinen Impfstoff und keine Therapie", sagte er. "Ich sehe keinen Grund, warum man einen Ausbruch im eigenen Land starten und damit Menschen und Wirtschaft gefährden sollte."

Auch zahlreiche andere Forscher etwa aus Großbritannien, Frankreich und den USA kritisierten den Beitrag als unwissenschaftlich. Bemängelt wird zudem nicht nur der Inhalt von Li-Meng Yans hochgeladenem Preprint. Dort, wo Wissenschaftler sonst ihre Forschungseinrichtung angeben, steht bei Yan und ihren drei Co-Autoren: Rule of Law Society & Rule of Law Foundation. Dahinter verbergen sich keine Institute, sondern zwei Organisationen.

Auf der Webseite der Rule of Law Society wurde zumindest 2019 Steve Bannon als Vorsitzender genannt, der Ex-Chefstratege von US-Präsident Donald Trump. Erst im Juli standen Yan und Bannon in Virginia gemeinsam auf der Bühne, mit der Aufschrift "War Room Pandemic" ("Kriegsraum Pandemie") in großen Lettern auf dem Bühnenbild, wie in einem Youtube-Video zu sehen ist.

Gegründet wurde die Rule of Law Society von Guo Wengui alias Miles Kwok, einem Milliardär aus China, der vor einigen Jahren in die USA ins Exil ging. Bereits im Januar wurde auf Guos Nachrichtenportal "GNews" behauptet, China werde bald den "Unfall" in einem Viruslabor in Wuhan zugeben, aus dem das künstliche Virus stamme. Faktenchecker fanden keinen Beleg dafür, dass die Geschichte wahr sein könnte. Die US-Geheimdienste teilten im April ihre Ansicht mit, dass das Virus nicht im Labor hergestellt worden sei.

Yan forschte zu Beginn des Sars-CoV-2-Ausbruchs in einem Labor der Universität Hongkong am Coronavirus, im April setzte sie sich in die USA ab. Im Juli distanzierte sich ihr früheres Labor in Hongkong in einer Mitteilung von ihr: Es gebe keine wissenschaftliche Grundlage für Yans Aussagen. Nach ihren neuen Behauptungen im September hat Twitter nun ihren Account gesperrt. Facebook und Instagram versahen Videos ihres "Fox News"-Auftrittes mit Warnhinweisen von US-Faktencheckern.

Doch auf welchem Weg fand Sars-CoV-2 nun tatsächlich zum Menschen? Dass es von Tieren übersprang, gilt als wissenschaftlicher Konsens - doch wo, wann und von welcher Tierart genau, ist nach wie vor unklar. Chinas Vorgehen bei der Aufklärung des Ursprungs ziehen Forscher durchaus in Zweifel. "Dass es keine ordentliche Untersuchung gegeben hat, muss man schon kritisieren", sagt der Gießener Virologe Weber. "Da ist noch vieles im Unklaren."

Es komme in China nicht nur Wuhan als erster Verbreitungsort infrage, hatte Michael Ryan von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang August erklärt. "Es gibt Lücken in der epidemiologischen Landschaft." Von der WHO geführte internationale Teams sollen in China diesen und anderen ungeklärten Aspekten nachgehen. Ergebnisse liegen bisher noch nicht vor./jal/DP/stk

23.09.2020

Labor statt Wildtier? Forscher kritisieren These zu Corona-Ursprung

BERLIN (dpa-AFX) - In sozialen Netzwerken kursiert derzeit die Behauptung einer chinesischen Virologin, das Coronavirus sei von China in einem Labor hergestellt und absichtlich freigesetzt worden. Die globale Wissenschaftsgemeinde widerspricht vehement. "Es wurden Daten einseitig interpretiert. Alles, was gegen ihre Hypothese spricht, wurde einfach nicht berücksichtigt", sagte Friedemann Weber, Virologe an der Uni Gießen.

Li-Meng Yan hatte ihre These Mitte September auf einen Server für sogenannte Preprints hochgeladen - für Arbeiten also, die noch nicht von anderen Forschern begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht sind. "Was da drin steht, hält einem wissenschaftlichen Gutachtertum nicht stand", monierte Weber. Beim US-Sender Fox News erweiterte Yan ihre Behauptung noch: Sars-CoV-2 sei nicht nur künstlich hergestellt, sondern auch absichtlich freigelassen worden.

Webers Urteil deckt sich mit dem von Fachkollegen. Der Virologe Stephan Ludwig aus Münster sieht in Yans Aufsatz eine "Vermischung aus Daten und Vermutungen". Er verweist auf eine Studie in der Fachzeitschrift "Nature". Deren Autoren kamen schon im März zu dem Schluss, dass eine Herstellung des Virus im Labor unwahrscheinlich sei. Laut Weber liegt das etwa am Aufbau der Bindestelle zwischen Virus und Zelle: "Wenn man so ein Virus absichtlich konstruieren wollte, würde es anders aussehen."

Frank Hufert, Virologe an der Medizinischen Hochschule Brandenburg, gibt bei Yans Aussage, China habe das Virus absichtlich freigesetzt, noch einen weiteren Aspekt zu bedenken: "Es gibt für diese Krankheit auch in China keinen Impfstoff und keine Therapie", sagte er. "Ich sehe keinen Grund, warum man einen Ausbruch im eigenen Land starten und damit Menschen und Wirtschaft gefährden sollte."

Auch zahlreiche andere Forscher etwa aus Großbritannien, Frankreich und den USA kritisierten den Beitrag als unwissenschaftlich./jal/DP/stk

23.09.2020

Corona-Flaute ermöglicht umweltschonenderen Flugzeug-Anflug

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Corona-Flaute im Luftverkehr hat an den Flughäfen München und Frankfurt umweltschonendere Anflüge ermöglicht. Man habe innerhalb von fünf Wochen ein neues Verfahren entwickelt, das mehr als 2000 Tonnen CO2-Emissionen im Monat vermeide, berichteten Lufthansa und Deutsche Flugsicherung am Mittwoch. Die Jets können seit Mai ihren kontinuierlichen Sinkflug schon mehr als 370 Kilometer vor dem Startpunkt des eigentlichen Landeanflugs beginnen und ihren Kurs weitgehend ohne nachträgliche Korrekturen verfolgen.

In einem vollbesetzten Luftraum sind hingegen eine deutliche engere Führung der Flugzeuge durch die Lotsen und Anflugverfahren mit mehreren Richtungswechseln üblich. Der für das Drehkreuz Frankfurt verantwortliche Lufthansa-Manager Klaus Froese erklärte: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das neue Anflugverfahren auch bei steigender Verkehrslast seinen Platz im täglichen Flugbetrieb haben wird."/ceb/DP/stk

23.09.2020

Kreise/Betriebsrat: Daimler will in Untertürkheim Tausende Stellen abbauen

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Autobauer Daimler will im Rahmen seines Sparkurses am Konzernstammsitz in Stuttgart-Untertürkheim nach Betriebsratsangaben bis zum Jahr 2025 rund 4000 Stellen abbauen. Ein Papier mit diesem Inhalt wurde von den örtlichen Arbeitnehmervertretern unter den Beschäftigten verteilt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch erfuhr. Zuvor hatten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" darüber berichtet. Eine Daimler-Sprecherin ging auf Anfrage nicht auf diese Zahl ein. Sie sprach generell davon, dass die Kosten "optimiert" werden müssten, um die Rentabilität des Unternehmens zu sichern.

Die Corona-Krise sorgt für tiefrote Zahlen bei Daimler und zwingt den Autobauer zur Verschärfung seines sowieso geplanten Sparkurses. Im zweiten Quartal fuhr der Konzern rund zwei Milliarden Euro Verlust ein. Weil weltweit Fabriken stillstanden, Autohäuser schließen mussten und auch viele andere Unternehmen nicht arbeiten und somit auch keine Lastwagen kaufen konnten, knickten die Absatzzahlen ein.

Vorstandschef Ola Källenius hatte zuletzt betont, dass sein im Vorjahr vorgelegter Sparplan angesichts der Corona-Krise verschärft werden müsse. Dazu gehört auch ein signifikanter Stellenabbau. Eine konkrete Zahl hat Daimler bisher nicht genannt. Kolportiert worden waren zunächst Größenordnungen von 10 000 bis 15 000 der weltweit rund 300 000 Stellen, die abgebaut werden sollten. Zuletzt hatten Berichte über 20 000 bis hin zu 30 000 Stellen die Runde gemacht. Im Werk in Stuttgart-Untertürkheim arbeiten nach Betriebsratsangaben rund 19 000 Mitarbeiter./mbr/DP/men

23.09.2020

ROUNDUP: Continental und Osram lösen Gemeinschaftsfirma für Autolicht auf

HANNOVER/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Autozulieferer Continental und Osram müssen wegen der Corona- und Branchenkrise ihre Zusammenarbeit in der Lichttechnik beenden. Die 2018 gegründete und unter anderem auf LED-Scheinwerfer spezialisierte Gemeinschaftsfirma mit Hauptsitz in München solle aufgelöst werden, kündigten beide Unternehmen am Mittwoch an. Die Trennung hatte sich im Sommer schon abgezeichnet. Nun würden konkrete Gespräche zur Auflösung der Gemeinschaftsfirma geführt, erklärte Conti. Sie sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Continental und Osram sind bisher je zur Hälfte beteiligt.

Die eingebrachten Bereiche mit 1500 Mitarbeitern an 14 Standorten sollen in die Unternehmen zurückkehren. Wo genau die Jobs in beiden Mutterkonzernen angesiedelt werden, lasse sich derzeit noch nicht sagen, erklärte eine Conti-Sprecherin: "Wir steigen jetzt in die Verhandlungen ein." Insgesamt fährt das Dax -Unternehmen aus Hannover vor dem Hintergrund des Nachfrageeinbruchs in der Pandemie sowie der Umstellung auf neue Antriebstechnologien und Software einen harten Sparkurs. Zur Lichttechnik in dem Joint Venture erklärte es, mit den Kunden vereinbarte Projekte würden weiterlaufen.

Osram betonte, es sei im Zusammenhang mit der Auflösung kein Personalabbau geplant: "Die erklärte Absicht ist, die Leute in die Unternehmen zurückzuführen." Die Verhandlungen sollen bis Weihnachten beendet sein. Die Aufsichtsräte müssen noch abschließend zustimmen.

Mit dem Schritt reagierten Continental und Osram auf die schwierige Marktsituation, die durch die schwache weltweite Autoproduktion und Viruskrise entstanden sei, so die Begründung. Die einstigen Erwartungen an die Zusammenarbeit ließen sich so nicht mehr aufrechthalten. Bereits Anfang Juli hatte Conti mitgeteilt, dass beide Unternehmen über die Zukunft der gemeinsamen Aktivitäten reden. Auch über einen Verkauf war spekuliert worden. Osram gehört inzwischen mehrheitlich dem österreichischen Sensorspezialisten AMS .

Conti-Aktien lagen am Mittag mit der starken Branche 3,6 Prozent im Plus, hatten zu Wochenbeginn mit dem Absturz an den Börsen aber auch deutlich Federn lassen müssen. Osram-Papiere legten nach dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit dem Mehrheitseigner AMS mehr als 14 Prozent.

Continental - nach Bosch der weltweit zweitgrößte Autozulieferer - baut seine Strukturen in Richtung Elektronik, Sensorik, Elektromobilität und Software um. Licht- und LED-Technik gelten zwar ebenfalls als Zukunftstechnologien in der Branche, doch der Schwerpunkt der Hannoveraner soll künftig vor allem auf IT-Systemen und Vernetzung liegen. Die klassische Antriebssparte wird zudem bald in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert.

Im Fall Osrams gab es zuletzt immer wieder Gerüchte über eine mögliche Zerschlagung, weil AMS nur ein Interesse an Teilen des Unternehmens nachgesagt wird. Der früher auch für seine Glühlampen bekannte Lichttechnik-Hersteller hatte im zweiten Quartal hohe Verluste geschrieben, bei AMS sah es deutlich besser aus.

Die Österreicher verdanken ihre guten Zahlen vor allem dem Geschäft als Zulieferer für die Smartphone-Industrie. Bei Osram spielt die Autosparte eine größere Rolle und wurde von Corona besonders hart getroffen. In der Gemeinschaftsfirma mit Continental hatte AMS-Chef Alexander Everke zuletzt keine "strategische Logik" mehr gesehen./jap/ruc/men

23.09.2020

WDH/Urteil: Deutsche Bank haftet nicht für Cum-Ex der M.M.Warburg

(Im 2. Satz wurde ein Tippfehler beseitigt.)

FRANKFURT/HAMBURG (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank muss laut einem Urteil nicht für Steuerschulden aus Cum-Ex-Geschäften der Hamburger Privatbank M.M.Warburg mithaften. Das hat das Landgericht Frankfurt am Mittwoch in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil (Az.: 2-18 O 386/18) entschieden. "Die Privatbank Warburg ist originäre Steuerschuldnerin und hat die Steuern daher auch im Verhältnis zur Deutschen Bank primär zu tragen", entschied die 18. Zivilkammer in dem Streit um 167 Millionen Euro Steuerschulden aus Geschäften in den Jahren 2007 bis 2011.

Bei den umstrittenen Aktiengeschäften nutzten Investoren eine Lücke im Gesetz, um den Staat über Jahre um Milliardensummen an Steuern zu prellen: Rund um den Dividendenstichtag wurden Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Am Ende war dem Fiskus nicht mehr klar, wem die Papiere überhaupt gehörten. Die Folge: Finanzämter erstatteten Kapitalertragsteuern, die gar nicht gezahlt worden waren. Europaweit soll sich der Schaden auf mehr als 55 Milliarden Euro belaufen. In Deutschland schloss der Staat das Steuerschlupfloch im Jahr 2012.

Erneut hatte die Hamburger Bank in dem Verfahren argumentiert, dass es keine Absprachen zu Cum-Ex-Geschäften gegeben habe. Die Deutsche Bank sei als Depotbank des Verkäufers in mehr als 400 Aktientransaktionen verpflichtet gewesen, Kapitalertragssteuer an den Fiskus abzuführen. Das Gericht hielt aber daran fest, dass allein M.M.Warburg die Steuern schulde. Dies sei auch in einem Vorverfahren beim Landgericht Bonn festgestellt worden. Gegen das Frankfurter Urteil kann noch Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt eingelegt werden./ceb/ben/DP/stk

23.09.2020

Tarifeinigung bei der Post - Verdi-Kommission berät über Ergebnisse

BONN (dpa-AFX) - Bei den Tarifverhandlungen für die Deutsche Post gibt es eine Einigung. Die Gespräche seien am Mittwochvormittag erfolgreich abgeschlossen worden, teilten Sprecher der Gewerkschaft Verdi und der Post mit. Einzelheiten nannten beide Seiten zunächst nicht. Sie sollen nach den Beratungen der großen Tarifkommission von Verdi im Laufe des Nachmittags veröffentlicht werden.

Verdi hatte für die 140 000 Beschäftigten der Post in Deutschland Einkommenserhöhungen von 5,5 Prozent gefordert. Mit Warnstreiks hatte die Gewerkschaft in den vergangenen zwei Wochen Druck für ihre Forderungen gemacht./hff/DP/stk

23.09.2020

Devisen: Euro bleibt unter Druck - Tiefster Stand seit Juli

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Eurokurs ist am Mittwoch zum US-Dollar auf den tiefsten Stand sei Ende Juli gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Vormittag mit 1,1696 US-Dollar gehandelt. Zweitweise fiel der Euro bis auf 1,1672 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag noch auf 1,1740 Dollar festgesetzt.

Schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone belasteten den Euro nicht zusätzlich. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist im September überraschend gefallen und signalisiert kaum noch Wachstum für die Eurozone. Experten hatten hingegen eine leichte Erholung erwartet. Die Stimmung in der Industrie verbesserte sich zwar, unter Dienstleistern trübte sie sich aber deutlich ein.

Mit den Kursverlusten in den vergangenen Tagen setzte der Euro seinen jüngsten Abwärtstrend fort. Anfang September hatte er noch kurzzeitig über 1,20 Dollar notiert. Die aktuelle Schwäche begründen Experten unter anderem mit den wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa. Wichtige Länder aus der Eurozone wie Spanien und Frankreich sorgen für Beunruhigung. Neue Beschränkungen könnten die Erholung der Wirtschaft in der Eurozone belasten. Aus diesem Grund ziehen sich viele Investoren derzeit aus dem Euro eher zurück und setzen auf die Weltleitwährung Dollar./jsl/bgf/jha/

23.09.2020

Aktien Europa: Erneuter Stabilisierungsversuch

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Mittwoch einen neuen Stabilisierungsversuch nach dem schwachen Wochenauftakt gewagt. Als Kursstütze sah Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK die Vortagsgewinne an den US-Märkten und insbesondere an der Technologiebörse Nasdaq.

Der EuroStoxx 50 gewann gegen Mittag 1,80 Prozent auf 3221,16 Punkte. Der französische Cac 40 stieg zuletzt um 1,95 Prozent auf 4865,81 Punkte und der britische FTSE 100 rückte um 2,46 Prozent auf 5972,94 Punkte vor.

Im europäischen Branchenvergleich gab es diesmal nur Gewinner. Die Nase vorn hatten die zuletzt gebeutelten Titel der Reise- und Freizeitindustrie, deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 mehr als drei Prozent gewann. Am Ende des Branchentableaus reichte es beim Index der Immobilienunternehmen nur für ein Plus von 0,18 Prozent.

Die Aktien von AMS verteuerten sich um gut dreieinhalb Prozent, nachdem der österreichische Sensorspezialist mit dem übernommenen Lichtkonzern Osram einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen hatte. Da die Österreicher den noch verbliebenen Osram-Aktionären überraschend hohe Ausgleichszahlungen angeboten hatten, schnellten die Osram-Aktien um knapp 15 Prozent in die Höhe.

Dass der Weg für einen Einstieg des Staates bei Tui bald frei sein dürfte, ließ die in London gelisteten Anteilsscheine des Reiseveranstalters um über dreieinhalb Prozent steigen. Ob die Hilfen ausreichen, Tui über die Corona-Durststrecke im Winter zu retten, ist aber noch nicht ausgemacht. Besitzer einer Anleihe haben zugestimmt, dass sich das Unternehmen stärker verschulden darf. In Kürze erwarten Beobachter nun eine öffentliche Beteiligung an dem Touristikanbieter, ähnlich wie dies wegen des Nachfrageeinbruchs schon bei der Lufthansa umgesetzt wurde. Der finanzielle Druck auf Tui bliebe aber auch so wohl beträchtlich. Zudem wird weiter eine Kapitalerhöhung diskutiert.

Derweil schafften Novartis -Aktien nur ein knappes Plus. Hier bremste, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA von dem Pharmakonzern weitere Daten zum Einsatz der Gentherapie Zolgensma (AVXS-101) bei älteren Patienten mit Spinaler Muskelatrophie (SMA) fordert./gl/jha/

23.09.2020

Aktien Frankfurt: Robuste Industriedaten stützen Erholungsrally des Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Überraschend robuste Konjunkturdaten aus der Industrie haben am Mittwoch die Erholung des deutschen Aktienmarktes befeuert. Der Dax baute seine Vortagesgewinne am Mittwoch deutlich aus und stieg bis zum Mittag um 1,66 Prozent auf 12 803,15 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel lag mit 1,38 Prozent im Plus bei 26 967,44 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zog um 1,7 Prozent an.

Am Montag hatte die Furcht vor der ansteigenden Corona-Infektionswelle die Aktienmärkte schwer in Mitleidenschaft gezogen. So hatte der Dax mehr als vier Prozent eingebüßt.

"Nach dem fulminanten Kursrutsch vom Montag befinden sich nach wie vor Schnäppchenjäger auf der Pirsch", schrieb Marktexperte Timo Emden vom Emden Research. Der dramatische Kurssturz vom Wochenauftakt stecke den Anlegern zwar noch spürbar in den Knochen. Allmählich aber sickere die Erkenntnis durch, dass die jüngste Panikattacke zu Wochenbeginn ein Stück weit übertrieben war.

Als Antrieb hinzu kamen im Laufe des Vormittages gute Nachrichten von der deutschen Industrie. Hier hatte sich die Unternehmensstimmung überraschend aufgehellt. "Das verarbeitende Gewerbe bleibt der Lichtblick", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. In Deutschland sei die Stimmung in der Industrie so gut wie zuletzt vor zwei Jahren. Nachholeffekte und die Reaktivierung internationaler Lieferketten schöben die Industrie derzeit an.

Bei aller Freude darüber sollte Gitzel zufolge aber nicht in Vergessenheit geraten, dass die Umstellung auf das Elektroauto eine tiefgreifende Zäsur für den europäischen Industriestandort sei. Der Experte fand deshalb auch mahnenden Worte: "Es ist davon auszugehen, dass beim Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe vorerst das Ende der Fahnenstange erreicht ist."

Starke Geschäftszahlen des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike ließen die Aktionäre der hiesigen Branchenkollegen Adidas und Puma jubeln. Der Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie hatte Nike im jüngsten Geschäftsquartal zu deutlich mehr Gewinn verholfen. Zudem wurden die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Die Aktien von Adidas schnellten an der Dax-Spitze um 5,6 Prozent nach oben und die Papiere vom Puma gehörten mit einem Plus von ebenfalls 5,6 Prozent zu den Favoriten im MDax.

An der MDax-Spitze sprangen die Anteilsscheine von Osram um gut 14 Prozent in die Höhe. Grund dafür war das Angebot überraschend hoher Ausgleichszahlungen von AMS an die Aktionäre von Osram. Der Sensorenhersteller hatte nach der im Juli abgeschlossenen Übernahme des Lichtkonzerns mit diesem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen sowie im Rahmen dessen entsprechende Zahlungen vereinbart.

Eine Kaufempfehlung durch das Analysehaus Mainfirst stärkte das Vertrauen der Anleger in das Geschäftsmodell von Evotec . Die Papiere zogen um 5,8 Prozent an. Der Wirkstoffentwickler erspare seinen Pharmapartnern in der Entwicklung wertvolle Zeit und Kosten, schrieb der Experte Marcus Wieprecht.

Die Aktien des Börsenneulings Knaus Tabbert waren derweil mit dem Ausgabepreis in den Handel gestartet. Der erste Kurs des Wohnmobilherstellers lag mit 58 Euro exakt auf dem festgelegten Preis, zu dem die Papiere verkauft worden waren. Zuletzt standen sie bei 57,70 Euro. Knaus Tabbert hatte den Sprung an die Börse gerade so geschafft, der Ausgabepreis konnte nur am unteren Ende der Spanne festgelegt werden./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

23.09.2020

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax beschleunigt Erholung nach Ausverkauf

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat die Erholung nach dem Ausverkauf zu Wochenbeginn Fahrt aufgenommen. Der Dax baute seine Vortagesgewinne am Mittwoch deutlich aus und stieg um 1,47 Prozent auf 12 779,67 Punkte. Der Leitindex folgte so der zuletzt positiven Tendenz an der tonangebenden Wall Street.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel lag mit 1,11 Prozent im Plus bei 26 895,93 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zog um 1,4 Prozent an.

Am Montag hatte die Furcht vor der ansteigenden Corona-Infektionswelle die Aktienmärkte schwer in Mitleidenschaft gezogen. So hatte der Dax mehr als vier Prozent eingebüßt.

"Nach dem fulminanten Kursrutsch vom Montag befinden sich nach wie vor Schnäppchenjäger auf der Pirsch", schrieb Marktexperte Timo Emden vom Emden Research. Der dramatische Kurssturz vom Wochenauftakt stecke den Anlegern zwar noch spürbar in den Knochen. Allmählich aber sickere die Erkenntnis durch, dass die jüngste Panikattacke zu Wochenbeginn ein Stück weit übertrieben war.

Starke Geschäftszahlen des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike ließen die Aktionäre der hiesigen Branchenkollegen Adidas und Puma jubeln. Der Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie hatte Nike im jüngsten Geschäftsquartal zu deutlich mehr Gewinn verholfen. Zudem wurden die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Die Aktien von Adidas schnellten an der Dax-Spitze um 5,7 Prozent nach oben und die Papiere vom Puma waren mit einem Plus von rund 5 Prozent der zweitbeste Wert im MDax.

An der MDax-Spitze sprangen die Anteilsscheine von Osram um rund 14 Prozent in die Höhe. Grund dafür waren überraschend hohe Ausgleichszahlungen von AMS an die Aktionäre von Osram. Der Sensorenhersteller hatte nach der im Juli abgeschlossenen Übernahme des Lichtkonzerns mit diesem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen und im Rahmen dessen entsprechende Zahlungen vereinbart.

Eine Kaufempfehlung hievte die Papiere SMA Solar an der Spitze des Nebenwerteindex SDax um mehr als neun Prozent nach oben. Beim Hersteller von Wechselrichtern für Solarstrom sei die Trendwende in Sicht, schrieb der Experte Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies.

Die Aktien des Börsenneulings Knaus Tabbert waren derweil mit dem Ausgabepreis in den Handel gestartet. Der erste Kurs des Wohnmobilherstellers lag mit 58 Euro exakt auf dem festgelegten Preis, zu dem die Papiere ausgegeben worden waren. Zuletzt standen sie bei 57,50 Euro. Knaus Tabbert hatte den Sprung an die Börse gerade so geschafft, der Ausgabepreis konnte nur am unteren Ende der Spanne festgelegt werden./la/jha/

23.09.2020

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax beschleunigt Erholung nach Ausverkauf am Montag

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat die Erholung nach dem Ausverkauf zu Wochenbeginn Fahrt aufgenommen. Der Dax baute seine Vortagesgewinne am Mittwoch deutlich aus und stieg um 1,10 Prozent auf 12 732,34 Punkte. Der Leitindex folgte so der zuletzt positiven Tendenz an der tonangebenden Wall Street.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel lag mit 0,92 Prozent im Plus bei 26 844,85 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zog um 1,2 Prozent an./la/jha/

23.09.2020

Aktien Frankfurt Ausblick: Dax erholt sich weiter vom Kursrutsch zu Wochenanfang

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Mittwoch mit weiteren Gewinnen an die Erholung vom Ausverkauf zu Wochenbeginn anknüpfen. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex lag knapp eine Stunde vor Handelsbeginn bei 12 729 Punkten - ein Plus von 1,06 Prozent im Vergleich zum Dax-Schluss am Vortag. Der Dax könnte so der positiven Tendenz an den US-Börsen folgen, die am Dienstag ihre Gewinne nach dem europäischen Handelsschluss noch etwas ausbauten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird 1,1 Prozent höher erwartet.

Nach Einschätzung von Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners werden die Bäume aber so schnell nicht wieder in den Himmel wachsen: "Die Angst, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, bleibt bei den Anlegern groß." Bei stärkeren Kursverlusten wie am Montag kämen zwar immer noch Aktienkäufer in den Markt, die den Dax stützen. Gleichzeitig fehlten jene, die den Index nachhaltig nach oben tragen.

Experte Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets pflichtet ihm bei. Die Umkehr sei nicht deutlich genug, um zu denken, "dass die immer größer werdende Besorgnis über die wirtschaftlichen Aussichten annähernd abgewendet wurde." Die Corona-Infektionswelle, die am Montag als Grund für den Kursrutsch beim Dax um mehr als 4 Prozent galt, ebbt weiter nicht ab. Gerade wegen der wirtschaftlichen Sorgen rücken nun am Mittwoch frische Einkaufsmanagerdaten vor allem aus der Eurozone in den Blick.

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien von Nordex zur Wochenmitte zu den Favoriten zählen. Der Windanlagenhersteller erhielt im laufenden Quartal neue Aufträge über insgesamt 227 Megawatt aus Europa. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Papiere mehr als vier Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Dienstag.

Starke Geschäftszahlen des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike dürften ferner die Aktionäre der hiesigen Branchenkollegen Adidas und Puma erfreuen. Der Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie hatte Nike im jüngsten Geschäftsquartal zu deutlich mehr Gewinn verholfen. Zudem wurden die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Auf Tradegate zogen die Aktien von Adidas und Puma um jeweils rund drei Prozent an.

Die Papiere von Osram schnellten auf Tradegate gar um gut elf Prozent nach oben. Der Sensorenhersteller AMS hatte nach der im Juli abgeschlossenen Übernahme des deutschen Lichtkonzerns mit diesem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen.

Darüber hinaus können auch frische Analystenkommentare für Bewegung sorgen. So schrieb Analyst Hassan Al-Wakeel von der britischen Investmentbank Barclays, dass die Infusionstochter Kabi des Medizinkonzerns Fresenius SE das Schlimmste hinter sich haben dürfte. Bei der Krankenhaustochter Helios dürfte derweil der regulatorische Gegenwind nachlassen. Al-Wakeel lobte zudem deren mittelfristige Aussichten. Die Papiere von Fresenius stiegen auf Tradegate um 2,6 Prozent.

Der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert schaffte derweil den Sprung an die Börse gerade so. Der Ausgabepreis wurde auf 58 Euro und damit am unteren Ende der Spanne festgelegt. Der Eigentümer, die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP, hatte zudem erst am Dienstag angekündigt, nur noch bis zu 3,65 Millionen Aktien und damit deutlich weniger Anteile als geplant loswerden zu wollen - dies gelang dann auch. Dazu kommen noch 350 000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Damit beträgt der Erlös des Börsengangs 232 Millionen Euro. Die Aktien sollen an diesem Mittwoch zum ersten Mal an der Börse gehandelt werden./la/jha/

23.09.2020

DAX-FLASH: Leitindex weiter auf Stabilisierungskurs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Mittwoch mit weiteren Gewinnen an die Erholung vom Ausverkauf zu Wochenbeginn anknüpfen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor der Eröffnung 0,8 Prozent höher auf knapp 12 700 Punkte. Er könnte so der positiven Tendenz an den US-Börsen folgen, die am Vortag ihre Gewinne nach dem europäischen Handelsschluss noch etwas ausbauten.

Nach Einschätzung von Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners werden die Bäume aber so schnell nicht wieder in den Himmel wachsen. "Die Angst, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, bleibt bei den Anlegern groß", sagte er. Bei stärkeren Kursverlusten wie am Montag kämen zwar immer noch Aktienkäufer in den Markt, die den Index stützen. Gleichzeitig fehlten jene, die den Index nachhaltig nach oben tragen.

Experte Michael Hewson von CMC Markets pflichtet ihm bei. Die Umkehr sei nicht deutlich genug, um zu denken, "dass die immer größer werdende Besorgnis über die wirtschaftlichen Aussichten annähernd abgewendet wurde." Die Corona-Infektionswelle, die am Montag als Grund für den Kursrutsch beim Dax um mehr als 4 Prozent galt, ebbt weiter nicht ab. Gerade wegen der wirtschaftlichen Sorgen rücken nun am Mittwoch frische Einkaufsmanagerdaten vor allem aus der Eurozone ins Blickfeld./tih/jha/

22.09.2020

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Moderate Erholung nach Ausverkauf

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den deutlichen Vortagesverlusten hat sich die Wall Street am Dienstag etwas erholt präsentiert. Positive Impulse kamen von guten Daten zum US-Immobilienmarkt. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 0,52 Prozent bei 27 288,18 Punkten. Am Montag hatte der Dow wegen Sorgen über eine erneute Corona-Welle zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang August markiert.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag um 1,05 Prozent auf 3315,57 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 1,88 Prozent auf 11 186,37 Zähler.

"Die ursprüngliche Panik hat nachgelassen, nicht aber das Risiko eines Lockdown", gab Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda Europe zu bedenken. Die täglichen Corona-Infektionszahlen stiegen, weshalb wieder zunehmend Restriktionen im öffentlichen Leben griffen.

Der US-Häusermarkt setzte im Nachgang zur Corona-Krise seine starke Erholung fort. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen im August zum Vormonat um 2,4 Prozent, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Dienstag in Washington mitteilte.

Die Nikola-Aktien erholten sich mit plus 3,4 Prozent etwas von ihrem 17-prozentigen Absturz tags zuvor. Der Hybrid-Truck-Entwickler geriet am Montag nach Vorwürfen der Irreführung von Investoren unter Druck. Der Chef und Gründer des Unternehmens, Trevor Milton, gab seinen Rücktritt bekannt. Laut Medienberichten ermitteln inzwischen die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium wegen angeblicher Falschangaben.

Die Tesla-Papiere waren mit einem Verlust von 5,6 Prozent das Schlusslicht im Nasdaq-100-Index. Der US-Elektroautobauer hält an diesem Dienstag seine Jahreshauptversammlung ab. Anschließend will Firmenchef Elon Musk beim sogenannten "Battery Day" technische Neuigkeiten vorstellen. Dagegen erholten sich die Amazon-Titel um 5,7 Prozent und waren damit Spitzenreiter im S&P-100-Index.

Nach der Schlussglocke an der Wall Street veröffentlichte der Adidas-Konkurrent Nike unerwartet starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal. Die Aktien des Sportartikelkonzerns schnellten im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als 11 Prozent nach oben und markierten ein weiteres Rekordhoch.

Der Euro stand auch im US-Handel unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1709 US-Dollar. Zwischenzeitlich war der Kurs der Gemeinschaftswährung sogar unter die Marke von 1,17 US-Dollar gefallen, den niedrigsten Kurs seit Ende Juli. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1740 (Montag: 1,1787) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8518 (0,8484) Euro gekostet. Zehnjährige US-Staatsanleihen tendierten kaum verändert./edh/fba

22.09.2020

Aktien New York Schluss: Moderate Erholung nach Ausverkauf

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den deutlichen Vortagesverlusten hat sich die Wall Street am Dienstag etwas erholt präsentiert. Positive Impulse kamen dabei von guten Daten zum US-Immobilienmarkt. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 0,52 Prozent bei 27 288,18 Punkten. Am Montag hatte der Dow wegen Sorgen über eine erneute Corona-Welle zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang August markiert.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag um 1,05 Prozent auf 3315,57 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 1,88 Prozent auf 11 186,37 Zähler./edh/fba

22.09.2020

Aktien New York: Leichte Erholung

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat sich am Dienstag von den deutlichen Vortagesverlusten etwas erholt. Positive Impulse kamen dabei von guten Daten zum US-Immobilienmarkt. Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,24 Prozent höher bei 27 212,21 Punkte. Am Montag hatte der Dow wegen Sorgen über eine erneute Corona-Welle zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang August markiert.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag im Verlauf um 0,63 Prozent auf 3301,74 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 1,23 Prozent auf 11 115,35 Zähler.

"Die ursprüngliche Panik hat nachgelassen, nicht aber das Risiko eines Lockdown", gab Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda Europe zu bedenken. Die täglichen Corona-Infektionszahlen stiegen, weshalb wieder zunehmend Restriktionen im öffentlichen Leben griffen.

Der US-Häusermarkt setzt im Nachgang zur Corona-Krise seine starke Erholung fort. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen im August zum Vormonat um 2,4 Prozent, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Dienstag in Washington mitteilte.

Die Nikola-Aktien erholten sich mit plus 3,7 Prozent etwas von ihrem 17-prozentigen Absturz tags zuvor. Der Hybrid-Truck-Entwickler geriet am Montag nach Vorwürfen der Irreführung von Investoren unter Druck. Der Chef und Gründer des Unternehmens, Trevor Milton, gab seinen Rücktritt bekannt. Laut Medienberichten ermitteln inzwischen die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium wegen angeblicher Falschangaben.

Die Tesla-Papiere waren mit einem Verlust von 4,1 Prozent das Schlusslicht im Nasdaq-100-Index. Der US-Elektroautobauer hält an diesem Dienstag seine Jahreshauptversammlung ab. Anschließend will Firmenchef Elon Musk beim sogenannten "Battery Day" technische Neuigkeiten vorstellen. Dagegen erholten sich die Amazon-Titel um 4,4 Prozent und waren damit Spitzenreiter im Nasdaq 100.

Nach der Schlussglocke an der Wall Street legt der Adidas-Konkurrent Nike Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal vor. Vor einer Woche hatte die Aktie des Sportartikelherstellers bei 120,48 US-Dollar einen Rekordwert erreicht, von dem sie inzwischen etwas zurückgefallen ist. Zuletzt notierten Nike als Top-Wert im Dow 2,7 Prozent höher bei 116,38 Dollar./edh/fba

22.09.2020

ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Kaum Erholung nach Kursverfall

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben sich nach der Verkaufswelle zum Wochenstart am Dienstag überwiegend stabilisiert. Angesichts der weiter bestehenden Sorgen wegen der Corona-Pandemie konnten sie jedoch kaum Boden gutmachen. Der EuroStoxx 50 schloss 0,10 Prozent höher bei 3164,13 Punkten. Am Montag hatte der Leitindex der Eurozone fast vier Prozent verloren und auf dem tiefsten Stand seit Ende Juni geschlossen.

Der französische Cac 40 fiel um weitere 0,40 Prozent auf 4772,84 Punkte, nachdem er am Vortag rund 3,7 Prozent eingebüßt hatte. Beim britischen FTSE 100 stand ein Plus von 0,43 Prozent auf 5829,46 Punkte zu Buche.

Ökonom Kallum Pickering von der Privatbank Berenberg verwies neben Corona auch auf die schwierigen Handelsgespräche zwischen Großbritannien und der Europäischen Union sowie die Gefahr eines Ausscheidens ohne Handelsabkommen als Risikofaktoren. Ein landesweiter neuer Lockdown und ein ungeregelter Brexit könnten die britische Wirtschaft wieder in eine Rezession stürzen.

Europaweit am meisten gefragt waren Aktien aus dem Öl- und Gassektor sowie Automobilwerte mit Gewinnen von 1,3 beziehungsweise 1,1 Prozent. Dagegen verlor das Kursbarometer der Reise- und Freizeitunternehmen, die besonders stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind, mehr als 1 Prozent.

Die Aktien von Kone zogen um 2,6 Prozent an, nachdem der finnische Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen seinen Jahresausblick angehoben hatte. Das Unternehmen verwies auf eine höhere Nachfrage aus China.

Bei der Baumarktkette Kingfisher konnten sich die Aktionäre nach den Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr über einen Kursgewinn von 8,4 Prozent freuen./edh/fba

23.09.2020

Staatsminister Gove warnt vor Post-Brexit-Staus - mit oder ohne Pakt

LONDON/KENT (dpa-AFX) - Der britische Staatsminister Michael Gove hat in einem Schreiben an Handelsverbände vor langen LKW-Staus an der britischen Grenze nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase gewarnt. Schon im Januar könne es Staus mit 7000 Lastwagen an der Grenze nach Frankreich geben, schrieb Gove in dem Brief, über den britische Medien am Mittwoch berichteten. Im Londoner Unterhaus sollte das Thema am selben Tag debattiert werden. Die Regierung beschreibt die Berechnung als "Worst-Case-Szenario", nicht als Prognose.

Großbritannien ist zwar schon Ende Januar aus der EU ausgetreten, bis zum Ende des Jahres läuft allerdings noch eine Übergangsphase mit den gleichen Regeln wie früher. Zum Jahreswechsel droht jedoch ohne einen Handelspakt mit der EU der harte Bruch mit Zöllen, Staus und anderen Handelshürden. Die Verhandlungen mit der EU stocken.

Ob mit oder ohne Pakt: Die Staus seien in jedem Fall zu befürchten, heißt es in dem Papier von Gove. Denn selbst mit einem Abkommen seien Kontrollen an der Grenze notwendig. Der konservative Politiker geht davon aus, dass 30 bis 50 Prozent der Verkehrsteilnehmer nicht rechtzeitig mit entsprechenden Anträgen auf die neuen Regeln vorbereitet sein können, was den Grenzverkehr extrem verlangsamen würde. Schlimmstenfalls könne es bis zu zwei Tage dauern, bis Lkw-Fahrer im Stau bis zur Grenze vordringen.

"Es ist notwendig, dass Handelsunternehmen nun handeln und sich auf die neuen Formalitäten einstellen", forderte Gove. Britische Logistikverbände kritisieren, die Grenzkontrollsysteme der Regierung seien nicht ausreichend vorbereitet. So soll etwa ein wichtiges, intelligentes Ampelsystem erst gegen Ende des Jahres getestet werden.

Eine Denkfabrik mit Forschern des renommierten Londoner King's College geht einer aktuellen Schätzung zufolge davon aus, dass ein Brexit ohne Abkommen die britische Wirtschaft etwa zwei drei mal so hart treffen könnte wie die Covid-19-Krise. Zwar seien die Auswirkungen der Pandemie kurzfristig deutlich heftiger - langfristig würde ein No-Deal-Brexit aber tiefere Spuren hinterlassen./swe/DP/stk

23.09.2020

Regierung ruft zu intensiverer Nutzung der Corona-App auf

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die neue Corona-Warn-App für Smartphones auch mit Blick auf den Herbst und Winter intensiver einzusetzen. "Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin bei einer Zwischenbilanz der Anwendung nach 100 Tagen. Dazu gehöre, bei einem eigenen positiven Testergebnis auch seine Kontakte darüber zu informieren. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle. Insgesamt hätten fast 5000 Nutzer eigene Kontakte auf diese Weise gewarnt, erläuterte Spahn. Bei je zehn bis 20 Kontakten hätten so einige Zigtausend Menschen informiert werden können.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) nannte die im Auftrag des Bundes entwickelte Anwendung eine "große Erfolgsgeschichte". Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie häufiger heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Sie sei inzwischen auch 400 000 Mal in ausländischen Stores heruntergeladen worden, um sie in Deutschland nutzen zu können. Spahn betonte, die App sei "kein Allheilmittel". Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

Die App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auf Kassenkosten testen lassen./sam/bk/jr/chd/DP/stk

23.09.2020

Umfrage: Mehrheit für Maskenpflicht auch auf öffentlichen Plätzen

BERLIN (dpa-AFX) - Die Mehrheit der Menschen in Deutschland könnte sich einer Umfrage zufolge eine Maskenpflicht auch außerhalb von Geschäften und Gebäuden vorstellen. 61 Prozent gaben in einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov an, das verpflichtende Tragen einer Maske auch etwa auf öffentlichen Plätzen und in Innenstädten als "angemessen" oder "eher angemessen" zu empfinden. 30 Prozent der Befragten fänden das unangemessen, 8 Prozent machten keine Angabe. Ältere Menschen sprachen sich häufiger für eine solche Beschränkung aus als jüngere.

Angesichts steigender Infektionszahlen hatte Bayern zuletzt die Maskenpflicht verschärft: In besonders betroffenen Kommunen muss dort künftig auch auf stark besuchten öffentlichen Plätzen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden./haw/DP/stk

23.09.2020

Kabinett beschließt Entwurf zur Bürger-Identifikationsnummer

BERLIN (dpa-AFX) - Die Steueridentifikationsnummer soll zu einer Art Bürgernummer werden, die einer Behörde den einfachen Zugriff auf bereits vorhandene Daten zu einer Person bei einer anderen Behörden ermöglicht. Erlaubt sein soll diese Abfrage allerdings nur, wenn die betroffene Person zustimmt. Der Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat, sieht außerdem vor, dass jeder Bürger die Möglichkeit erhält, über einen sicheren Zugang selbst einzusehen, welche Behörden welche Daten zu ihm ausgetauscht haben.

Zu den 56 Registern, in denen künftig zur Nutzung des neuen Verfahrens zusätzlich die Steuer-ID gespeichert werden soll, gehören neben dem Melderegister unter anderem auch das Ausländerzentralregister, bestimmte Dateien der Rentenversicherung, das nationale Waffenregister, das Insolvenzregister und das Versichertenverzeichnis der Krankenkassen.

Bedenken gegen das geplante Gesetz hat der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Ulrich Kelber, angemeldet. Er hatte bereits im Juli davor gewarnt, dass dadurch künftig "personenbezogene Daten in großem Maße leicht verknüpft und zu einem umfassenden Persönlichkeitsprofil vervollständigt werden können".

Das Bundesinnenministerium, das den Entwurf erarbeitet hat, sieht dieses Risiko nicht, da auch in Zukunft auf eine zentrale Speicherung der Daten verzichtet wird und das Einholen von Auskünften für einen bestimmten Zweck nicht ohne das Einverständnis der Betroffenen erfolgen darf.

Die Regierung verspricht sich von dem Gesetzesvorhaben, über das der Bundestag noch beraten muss, mittelfristig einen reduzierten Verwaltungsaufwand. Bürger, die sich für dieses Verfahren entscheiden, müssen nicht mehr so viele Nachweise und Dokumente von anderen Behörden selbst beschaffen und vorlegen, wenn sie etwa einen Ausweis, eine Bescheinigung oder die Auszahlung staatlicher Leistungen beantragen./abc/DP/stk

23.09.2020

Großbritannien: Unternehmensstimmung trübt sich spürbar ein

LONDON (dpa-AFX) - Die Unternehmensstimmung in Großbritannien hat sich im September spürbar eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 3,4 Punkte auf 55,7 Zähler, wie das Forschungsunternehmen IHS Markit am Mittwoch in London mitteilte. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, diesen im Schnitt allerdings weniger stark veranschlagt. Mit mehr als 50 Punkten zeigt der Indikator aber immer noch klar Wachstum an.

Der Rückschlag erfolgt von hohem Niveau aus. Im August hatte der Indikator ein Sechsjahreshoch erreicht. Allerdings scheint die Konjunkturerholung von der Corona-Pandemie an Fahrt zu verlieren. Markit-Ökonom Chris Williamson verwies zum einen auf das auslaufende Unterstützungsprogramm "Eat Out To Help Out", mit dem die Regierung den Besuch in Restaurants bezuschusst. Zum anderen nannte der Ökonom steigende Corona-Infektionen und neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens als Wachstumsbremse./bgf/jsl/jha/

23.09.2020

Kabinett beschließt Reform für schnelleren Ökostrom-Ausbau

BERLIN (dpa-AFX) - Höhere Ziele und neue Regeln für den Ausbau von Windparks und Solaranlagen in Deutschland sollen den Klimaschutz schneller voranbringen. Das Bundeskabinett stimmte am Mittwoch in Berlin einem Entwurf von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu. Dieser sieht unter anderem vor, die Ausbau-Ziele für die kommenden Jahre zu erhöhen. Kommunen und Bürger sollen stärker von Windrädern in ihrer Nachbarschaft profitieren, um die Akzeptanz für die Anlagen zu steigern. In einer Protokollerklärung machte Umweltministerin Svenja Schulze deutlich, dass sie weitere Schritte will.

2030 soll der Ökostrom-Anteil - Stand jetzt - bei 65 Prozent liegen. Dieses Jahr sind es bisher etwa 50 Prozent. Schulze erklärte unter anderem, mit der geplanten Anhebung des EU-Klimaziels für das Jahr 2030 seien auch die Ökostrom-Ziele Deutschlands "nochmals deutlich anzuheben". Sie habe aber nun zugestimmt, damit die Reform zum Jahreswechsel in Kraft treten könne und der Ausbau in Schwung komme.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass 2050 der Strom in Deutschland zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen soll. Ein jährliches Monitoring soll dafür sorgen, dass rasch nachgesteuert wird, wenn sich etwa der Stromverbrauch anders entwickelt als vorgesehen. Weil unter anderem Autos zunehmend elektrisch fahren sollen, halten Kritiker die Annahmen des Bundes zum Stromverbrauch für zu gering.

In den vergangenen Jahren ging der Ökostrom-Ausbau zu langsam voran, um die Ziele zu erreichen. Vor allem lange Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen sowie Proteste und Klagen von Anwohnern und Naturschützern erschweren den Bau neuer Wind- und Solarparks. Ende 2022 geht das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz. Für den Klimaschutz sollen außerdem bis spätestens 2038 nach und nach alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden./ted/DP/stk

23.09.2020

Staatschef Lukaschenko zum sechsten Mal ins Amt eingeführt

MINSK (dpa-AFX) - Der umstrittene Staatschef Alexander Lukaschenko hat sich in Belarus (Weißrussland) zum sechsten Mal ins Präsidentenamt einführen lassen. Der 66-Jährige legte den Eid am Mittwochmorgen überraschend ab. Lukaschenko legte die rechte Hand auf die Verfassung und schwor den Eid in belarussischer Sprache, wie Staatsmedien in Minsk meldeten. Danach überreichte ihm die Chefin der Wahlkommission, Lidija Jermoschine, die Amtsurkunde.

Dass die Amtseinführung als Geheimoperation angesetzt wurde, zeige einmal mehr, dass der Machtapparat Angst habe vor Protesten der Bevölkerung, die den Wahlsieg vom 9. August nicht anerkenne, sagte der Politologe Waleri Karbelewitsch in Minsk der Deutschen Presse-Agentur.

Vor der Amtseinführung hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell Lukaschenko das Recht auf das Präsidentenamt klar abgesprochen. Es handele sich um eine "Pseudo-Amtseinführung", schrieb Borrell in einem am Dienstag veröffentlichten Blogeintrag. "Herr Lukaschenko hat jede Legitimität verloren", meinte er.

Nach der Verfassung musste die Amtseinführung innerhalb von zwei Monaten nach der Präsidentenwahl - also spätestens bis zum 9. Oktober

- erfolgen. Einen Termin hatte die Präsidialverwaltung bis zuletzt

nicht genannt.

Die EU hatte die Wahl vom 9. August nicht anerkannt. Sie unterstützt die Demokratiebewegung mit der früheren Kandidatin Swetlana Tichanowskaja an der Spitze. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen - nach 26 Jahren an der Macht. Russland hatte ihm zum Sieg gratuliert.

Seit der Wahl kommt es zu historischen Massenprotesten in Belarus gegen Lukaschenko. Die Demokratiebewegung fordert seinen Rücktritt und eine Neuwahl ohne seine Teilnahme. Lukaschenko hatte einen Rücktritt abgelehnt und damit gedroht, die Armee einzusetzen, um sich die Macht zu sichern./mau/DP/stk

23.09.2020

Kabinett segnet Haushaltsentwurf für 2021 ab

BERLIN (dpa-AFX) - Das Bundeskabinett hat den Entwurf für den Bundeshaushalt 2021 beschlossen. Im Kampf gegen die Corona-Krise plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) darin erneut mit erheblichen Schulden - rund 96 Milliarden Euro sollen aufgenommen werden. Auch im kommenden Jahr soll deshalb die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden.

Die Ausgaben sollen, auch angesichts sinkender Steuereinnahmen, fast ein Fünftel niedriger sein als 2020 - allerdings schlugen in diesem Jahr auch maßgebliche Ausgaben etwa für Hilfspakete zu Buche. Ab 2022 will Scholz die Schuldenbremse wieder einhalten. In gewissem Umfang sind aber auch damit Kredite erlaubt, so dass eine Rückkehr zur schwarzen Null vorerst nicht in Sicht ist.

Der Etat sieht Milliardeninvestitionen in Straßen und Schienenwege, in den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft und etwa in die Kinderbetreuung vor. Ziel sei es, so heißt es im Entwurf, "die Grundlage für ein nachhaltiges und kräftiges Wirtschaftswachstum in Deutschland zu legen, damit Deutschland schnell und kraftvoll aus der Krise herauskommt".

Nach dem Kabinettsbeschluss befassen sich nun Bundestag und Bundesrat mit den Haushaltsplänen. Zum Jahresende sollen sie endgültig verabschiedet werden./tam/DP/stk

23.09.2020

ROUNDUP: Unternehmensstimmung im Euroraum trübt sich spürbar ein

LONDON (dpa-AFX) - Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen hat sich die Unternehmensstimmung im Euroraum wieder spürbar eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex sei im September um 1,8 Punkte auf 50,1 Zähler gefallen, teilte das Forschungsunternehmen IHS Markit am Mittwoch in London mit. Analysten hatten dagegen mit einer leichten Verbesserung auf im Schnitt 52,0 Punkte gerechnet.

Die Entwicklung im September verlief gespalten: Während sich die Stimmung in der Industrie verbesserte, trübte sie sich unter Dienstleistern deutlich ein. In den beiden größten Euro-Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich fiel die Entwicklung entsprechend aus. Auffällig war jedoch die starke Stimmungsaufhellung in der deutschen Industrie. Mit 56,6 Punkten deutet der Indikator klar auf Wachstum hin.

Außerhalb Deutschlands und Frankreichs habe sich das Wachstumstempo in der Industrie verlangsamt, während der Dienstleistungssektor stärker geschrumpft sei, erklärte Markit.

Die Eurozone als Ganzes habe im September wirtschaftlich auf der Stelle getreten, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Er verwies auf steigende Corona-Infektionen, von denen die Dienstleister aufgrund persönlichen Kundenkontakts stärker betroffen seien als die Industrie. Williamson sprach von einer konjunkturellen Entwicklung im Euroraum in zwei Geschwindigkeiten.

^

Region/Index September Prognose Vormonat

EURORAUM

Gesamt 50,1 52,0 51,9

Verarb. Gew. 53,7 51,9 51,7

Dienste 47,6 50,6 50,5

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 56,6 52,5 52,2

Dienste 49,1 53,0 52,5

FRANKREICH

Verarb. Gew. 50,9 50,6 49,8

Dienste 47,5 51,5 51,5°

(Angaben in Punkten)

/bgf/jsl/stk

23.09.2020

Börsenboom treibt Geldvermögen: Stärkster Anstieg seit 2005

FRANKFURT (dpa-AFX) - Boomende Aktienmärkte haben 2019 das Vermögen der Menschen rund um den Globus nach Berechnungen der Allianz in Summe kräftig steigen lassen. Weltweit habe das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 192 Billionen Euro zugelegt, teilte der Versicherungskonzern am Mittwoch mit. Dies sei das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2005 gewesen. Allerdings: Die Kluft zwischen reichen und armen Ländern hat sich den Angaben zufolge wieder vergrößert, der Löwenanteil von rund 84 Prozent des Vermögens ist im Besitz der reichsten zehn Prozent weltweit.

Die Corona-Krise dürfte nach Einschätzung der Allianz-Volkswirte dem Vermögenswachstum keinen Abbruch tun: Die Hilfspakete von Staaten und Zentralbanken schirmten die Vermögen "vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab". Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das private Geldvermögen das Jahr der Pandemie mit einem Plus abschließen werde.

Für die elfte Ausgabe ihres "Global Wealth Report" hat die Allianz Daten zu Geldvermögen und Verschuldung privater Haushalte in 57 Staaten zusammengetragen. Berücksichtigt wurden Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien. Abzüglich von Schulden erhöhte sich das Geldvermögen der Haushalte in den untersuchten Staaten 2019 um 11,1 Prozent auf netto 146 Billionen Euro.

In Deutschland stieg das Brutto-Geldvermögen nach Allianz-Angaben um 7,2 Prozent auf gut 6,66 Billionen Euro. Dies sei der stärkste Anstieg seit der Jahrhundertwende. Beim Netto-Geldvermögen pro Kopf - also abzüglich Schulden - blieb Deutschland demnach mit knapp 57 100 Euro in der Rangliste der 20 reichsten Länder weltweit auf Platz 18./ben/DP/jha

23.09.2020

AKTIEN IM FOKUS: Hohe Ausgleichszahlung von AMS lässt Osram-Anleger jubeln

FRANKFURT/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die laufende Integration von Osram in den österreichischen AMS-Konzern scheint sich für die Anleger des deutschen Lichtkonzerns auszuzahlen. Nachdem die Österreicher den noch verbliebenen Aktionären von Osram überraschend hohe Ausgleichszahlungen angeboten hatten, schnellten die Osram-Aktien bis zum späten Mittwochvormittag um gut 14 Prozent auf 49,58 Euro in die Höhe.

Damit notieren die Osram-Anteilsscheine mit einem Schlag wieder auf dem Niveau von Juni 2018. Zugleich hatten sie damit auch die Nase im festen Mittelwerte-Index MDax klar vorn.

Nach der bereits im Juli abgeschlossenen Mehrheitsübernahme von Osram vereinbarte der Sensorspezialist AMS nun einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) mit dem Traditionsunternehmen aus München. Dem BGAV muss von mindestens 75 Prozent der anwesenden Osram-Aktionäre auf einer außerordentlichen Online-Hauptversammlung zugestimmt werden, die am 3. November einberufen wird.

AMS zeigte sich zuversichtlich, die notwendige Zustimmung der Anteilseigner zu erhalten und bietet ihnen eine Barabfindung in Höhe von 44,65 Euro je Aktie an. Der BGAV beinhaltet zudem eine jährliche Ausgleichszahlung an die verbliebenen Anteilseigner von 2,24 Euro je Aktie. Dieser Nettobetrag werde unter Vorbehalt von persönlichen Steuern an die Osram-Aktionäre ausbezahlt.

Händler zeigten sich entsprechend erfreut, da die Osram-Aktien am Dienstag im Xetra-Handel bei 43,40 Euro und damit unter der nun angebotenen Barabfindung geschlossen hatten. Ein Börsianer sagte, für die Osram-Anleger ergebe sich auf Basis der angebotenen Brutto-Kompensationszahlung eine sehr attraktive Aktienrendite - im Vergleich zu den Renditen von Anleihen anderer Autozulieferer mit Fälligkeiten in den Jahren 2026 und 2027.

Auch Analyst Mark Diethelm von der Bank Vontobel geht davon aus, dass AMS auf der außerordentlichen Osram-Hauptversammlung die nötige Zustimmung für den Vertrag erzielen kann. Zwar seien die Barabfindung und die jährliche Ausgleichszahlung etwas höher ausgefallen als ursprünglich gedacht, nach der jüngsten Prognose-Erhöhung von Osram allerdings hätten diese angebotenen Zahlungen auch nicht überrascht. Diethelm geht davon aus, dass AMS in nächster Zeit die Beteiligung weiter erhöhen wird, um mittelfristig die Minderheitsaktionäre aus Osram herausdrängen zu können.

Ähnlich äußert sich sein Kollege Andreas Müller von der Zürcher Kantonalbank. Der etwas höhere Abfindungspreis könne dazu führen, dass möglicherweise etwas mehr Aktien angedient werden, als er geschätzt habe. Die jährliche Abgeltung werde angesichts des Gewinnpotenzials der AMS-Gruppe über die Jahre eine kleine Belastung darstellen. Vor diesem Hintergrund verzeichneten auch die in Zürich gelisteten Aktien von AMS Gewinne von zuletzt immerhin 4,5 Prozent.

Die Osram-Papiere wiederum haben mit dem Sprung an diesem Mittwoch die Kursdelle vom März diesen Jahres endgültig ausgebügelt. Seinerzeit hatte eine Gewinnwarnung die Aktien auf ein Rekordtief von 20,50 Euro einbrechen lassen. Vom Anfang 2018 erreichten Rekordhoch bei 79,58 Euro aber sind die Papiere noch weit entfernt.

Auch aus charttechnischer Sicht haben sich die Perspektiven für den Osram-Kurs nun deutlich aufgehellt. Nach dem jüngsten Kurssprung notieren die Aktien wieder deutlich über den 21- und den 50-Tage-Linien, an denen sich die Papiere im September bis dato entlanggehangelt haben. Die beiden Kurven sind ein Indikator für den kurz- beziehungsweise mittelfristigen Trend./awp/la/eas/stk

23.09.2020

ANALYSE-FLASH: Independent Research senkt Lufthansa auf 'Verkaufen'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Independent Research hat Lufthansa von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel von 8,30 auf 6,00 Euro gesenkt. Die Airline bleibe im "Würgegriff der Covid-19-Pandemie", schrieb Analyst Sven Diermeier in einer am Mittwoch vorliegenden Studie angesichts der verschärften Restrukturierung./ag/la

Veröffentlichung der Original-Studie: 23.09.2020 / 08:40 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 23.09.2020 / 09:20 / MESZ

23.09.2020

AKTIEN IM FOKUS: Adidas und Puma spurten im Sog von Nike auf Vorkrisenniveau

FRANKFURT (dpa-AFX) - Dank glänzender Quartalszahlen von Nike haben am Mittwoch die Papiere der deutschen Sportartikelkonzerne Adidas und Puma SE wieder ihr Corona-Vorkrisenniveau erreicht. Adidas stiegen in der Spitze bis auf 290 Euro und bauten damit ihren Gewinn seit dem Corona-Tief im März auf rund 79 Prozent aus. Zuletzt waren sie mit einem Plus von fast sechs Prozent auf 288 Euro weiterhin der klare Favorit im ebenfalls deutlich anziehenden Leitindex Dax .

Bei Puma sah das Bild ähnlich aus: Die Titel etablierten sich mit einem Zuwachs von 5,6 Prozent auf gut 79 Euro Euro im vorderen Bereich des MDax der mittelgroßen Werte. Beide Aktien rücken damit allmählich wieder an ihre Rekordhochs heran. Im Fall von Adidas datiert dieses aus dem Januar 2020 mit 317,45 Euro, während Puma die Bestmarke von 84,30 Euro im Februar kurz vor Beginn des Corona-Crashs erreicht hatten.

Nike waren bereits Mitte September mit 120,48 US-Dollar so hoch gestiegen wie nie zuvor und dürften nun zur Wochenmitte im New Yorker Handel diesen Rekord problemlos hinter sich lassen. Sie hatten bereits am Vorabend nach der Zahlenvorlage mit einem Plus im zweistelligen Prozentbereich triumphiert. Vorbörslich ging es nun für sie in der Spitze um gut 14 Prozent bis auf 133 US-Dollar nach oben.

Nike, Adidas und Puma gelten als Gewinner der Corona-Krise, weil sie vom Online-Shopping-Boom während der Pandemie profitieren und vom Trend zu sportlicher Freizeitkleidung, die vor allem bei im Homeoffice arbeitenden Menschen beliebt ist.

Analysten waren von den starken Nike-Zahlen begeistert. Sie hätten die Erwartungen deutlich übertroffen, so der Tenor. Michael Binetti von der Credit Suisse empfand die klaren Signale einer mittel- und langfristig wohl steigenden Profitabilität als starken Kurstreiber für Nike. Für Adidas und Puma wurden ebenfalls positive Rückschlüsse gezogen. Trotz der schon erhöhten Bewertung der Aktien dürfte die Stimmung bei den Adidas- und Puma-Anlegern gut bleiben, glaubt Experte Piral Dadhania von RBC.

Jefferies-Analyst James Grzinic zufolge lassen die regionalen Trends bei Nike auf eine durch den Großhandel gestützte Erholung in den USA schließen. Beeindruckend sei auch die Entwicklung in Lateinamerika, vor allem in den wichtigen Volkswirtschaften Brasilien und Mexiko. In Europa komme Nike ebenfalls weiter voran und auch in China scheine es im September nicht so schlecht zu laufen.

Die Entwicklung von Nike stütze Adidas und Puma, so Grzinic weiter. Er sieht für seine Schätzungen zum dritten Quartal der beiden deutschen Konzerne Luft nach oben. Von den Nike-Zahlen zieht er sehr ermutigende Schlüsse auf die Umsatz- und Margenentwicklung bei Adidas und Puma./ajx/tih/stk

23.09.2020

ANALYSE-FLASH: Warburg Research hebt Wacker Chemie auf 'Buy' - Ziel 89 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat Wacker Chemie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 87 auf 89 Euro angehoben. Die Trendwende im Polysilicium-Geschäft treibe die operative Gewinnentwicklung des Spezialchemiekonzerns an, schrieb Analyst Oliver Schwarz in einer am Mittwoch vorliegenden Studie./ag/jha/

Veröffentlichung der Original-Studie: 23.09.2020 / 08:15 / MESZ

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Nike steigen nach starkem Quartal auf Rekordhoch

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Nach laut Analysten außerordentlich starken Geschäftszahlen von Nike ist der Aktienkurs am Mittwoch im vorbörslichen Handel auf ein Rekordhoch gestiegen. In der Spitze wurden an der Börse Nasdaq 132,38 US-Dollar für die Papiere bezahlt, das waren gut 13 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Vortag. Vom Tief Mitte März bei 60 Dollar hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Nike habe in den Monaten Juni bis August "die Erwartungen klar geschlagen", schrieb Analyst James Grzinic von der US-Bank Jefferies. Dazu beigetragen habe der Großhandel auf dem Heimatmarkt, eine beeindruckende Erholung in Lateinamerika sowie weitere Fortschritte auf den europäischen Märkten. Weltweit deuteten die Zeichen auf einen Abbau von Lagerbeständen hin. Das Zahlenwerk von Nike lasse auch für Adidas und Puma höhere Schätzungen erwarten./bek/stk

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dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

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23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Lufthansa mit dem Reisesektor von jüngstem Kursrutsch erholt

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien der Lufthansa haben sich am Mittwoch gemeinsam mit dem Reisesektor von ihren jüngsten heftigen Kursverlusten erholt. Am Vormittag rückten die Papiere der Fluggesellschaft im MDax um 5,5 Prozent auf 7,85 Euro vor. Der europäische Sektorindex Stoxx Europe 600 Travel & Leisure war mit einem Anstieg um 2,8 Prozent führend in der europäischen Branchenwertung.

Durch die Erholung wendeten die Papiere der Lufthansa den drohenden Fall auf ein Tief seit 2003 vorerst wieder ab. Am Vortag waren sie bis auf 7,358 Euro gesackt und damit nur noch etwas mehr als 30 Cent über dem Langzeittief von 7,02 Euro im April, nachdem die Fluggesellschaft zu Wochenbeginn von noch ausgiebigeren Sparzwängen berichtet hatte. Neue Sorgen vor der steigenden Infektionswelle hatten dem Sektor in den vergangenen Tagen mächtig zugesetzt. Signale einer Entspannung gab es in der Coronavirus-Krise allerdings nicht./tih/jha/

23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Wacker Chemie ziehen an - Zwei Kaufempfehlungen

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die jüngst erst in den MDax zurückgekehrten Aktien von Wacker Chemie haben am Mittwoch starken Rückenwind von gleich zwei optimistischer gewordenen Analystenstimmen bekommen. Im Vormittagshandel gehörten sie mit einem Anstieg um fünf Prozent auf 79,64 Euro zu den größten Gewinnern im Index mittelgroßer Werte, dem sie bis Juni 2019 schon einmal angehörten. Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich derweil auch erholt von einem tiefroten Wochenauftakt.

Sowohl von der britischen Bank HSBC als auch dem Analysehaus Warburg gab es am Mittwoch frische Kaufempfehlungen für den Spezialchemiekonzern. Dabei zeigt sich vor allem HSBC großzügig mit einem Kursziel von 105 Euro. Im dpa-AFX Analyser stammte das bislang höchste Kursziel mit 94 Euro von der Schweizer UBS. Warburg reichen schon 89 Euro als Ziel für eine Kaufempfehlung. Analyst Oliver Schwarz argumentierte als Treiber der operativen Gewinnentwicklung mit einer Trendwende im Polysilicium-Geschäft./tih/jha/

23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Evotec gefragt nach positiver Erstbewertung durch Mainfirst

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine Kaufempfehlung durch das Analysehaus Mainfirst hat am Mittwoch das Vertrauen der Anleger in das Geschäftsmodell von Evotec gestärkt. Die Papiere rückten am Ende der ersten Handelsstunde um vier Prozent vor, in der Spitze hatten sie mit 23,41 Euro ein Hoch seit Mitte August markiert. Analyst Marcus Wieprecht nahm die Bewertung der Aktien mit "Buy" auf und lobte dabei die Rolle, die das Unternehmen in der Pharmabranche einnimmt.

Der Wirkstoffentwickler erspare seinen Pharmapartnern in der Entwicklung wertvolle Zeit und Kosten, schrieb der Mainfirst-Experte in seiner Studie. Die Hamburger seien damit Profiteur des Branchentrends, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auszulagern. Er äußerte sich optimistisch, dass Evotec den Marktanteil steigern kann. Mit einem Kursziel von 36 Euro sieht er mehr als die Hälfte an Kurspotenzial./tih/jha/

23.09.2020

AKTIE IM FOKUS: Kaufempfehlung von Jefferies treibt SMA auf neues Zweijahreshoch

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von SMA Solar haben am Mittwoch dank einer Kaufempfehlung von Jefferies Research ihr Hoch seit Juni 2018 nach oben geschraubt. Vor wenigen Tagen erst hatten sie es erstmals in dieser Zeit geschafft, sich kurz wieder über der 40-Euro-Marke abzusetzen. Nach einer kurzen Korrektur schafften sie es nun mit einem Kurssprung um neun Prozent wieder deutlich über diese Schwelle. In der Spitze kosteten sie erstmals in den zwei Jahren wieder mehr als 42 Euro.

Jefferies-Analyst Constantin Hesse wähnt bei dem Hersteller von Wechselrichtern für Solarstrom eine Trendwende in Sicht. Er rechnet nun in den kommenden Jahren mit einer besseren Margenentwicklung und positiven Effekten durch neue Produktgenerationen. Dabei dürften auch Kostensenkungen und eine höhere Auslastung von Vorteil sein. Hesse stufte die Papiere von "Hold" auf "Buy" hoch. Mit einem deutlich auf 48 Euro erhöhten Kursziel sieht er auch nach dem Kurssprung am Mittwoch nun wieder Luft nach oben./tih/jha/

23.09.2020

IPO/AKTIE IM FOKUS: Knaus Tabbert starten mit dem Ausgabepreis in den Handel

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien des Börsenneulings Knaus Tabbert sind am Mittwoch mit dem Ausgabepreis in den Handel gestartet. Der erste Kurs des Wohnmobilherstellers lag mit 58 Euro exakt auf dem festgelegten Preis, zu dem die Aktien ausgegeben wurden. In der Folge kletterten sie dann kurz über 59 Euro, zuletzt standen sie mit 58,20 Euro dann aber wieder nur noch knapp im Plus.

Der Wohnmobilhersteller hat den Sprung an die Börse gerade so geschafft, der Ausgabepreis konnte nur am unteren Ende der Spanne festgelegt werden. Die Eigentümer, vor allem die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP, hatten erst am Dienstag angekündigt, deutlich weniger Aktien zu verkaufen als geplant. Damit betrug der Erlös des Börsengangs 232 Millionen Euro. Das entsprach einer Marktkapitalisierung von 602 Millionen Euro./tih/jha/

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