dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

14.12.2018

US-Anleihen finden wieder Weg nach oben

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen haben nach einer mehrtägigen Schwächephase am Freitag wieder den Weg nach oben gefunden. Besonders stark stiegen Anleihen mit einer sehr langen Laufzeit. Experten verwiesen auf enttäuschende chinesische und europäische Konjunkturdaten. Dagegen musste der Aktienmarkt an der Wall Street trotz besser als erwartet ausgefallener US-Wirtschaftskennziffern heftige Kursverluste hinnehmen.

Zweijährige Anleihen stiegen um 2/32 Punkte auf 100 1/32 Punkte und rentierten mit 2,73 Prozent. Fünfjährige Anleihen legten um 4/32 Punkte zu auf 100 21/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,73 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen gewannen 6/32 Punkte auf 102 Punkte und rentierten mit 2,89 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren gewannen 16/32 Punkte auf 104 15/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,14 Prozent./gl/men

14.12.2018

Devisen: Euro leidet unter schwachen Konjunkturdaten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Freitag unter schwachen Konjunkturdaten aus dem Währungsraum gelitten. Im New Yorker Handel kostete er zuletzt 1,1307 US-Dollar und zeigte sich damit immerhin etwas erholt von seinem Tagestief knapp über 1,1270 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1285 (Donnerstag: 1,1371) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8861 (0,8794) Euro.

Vor allem enttäuschende Daten zur Unternehmensstimmung lasteten auf der Gemeinschaftswährung. So fiel der vom Forschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für die Eurozone im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren. In den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich, trübten sich die Indikatoren durchweg ein. In Frankreich fielen sie sogar unter die Grenze von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt - als Grund führte Markit auch die Proteste der "Gelbwesten" an.

Die Feinunze Gold kostete zuletzt 1238 Dollar. Das waren knapp vier Dollar weniger als am Vortag./gl/men

14.12.2018

Triebswerksbauer MTU will frühestens ab 2020 Aktien zurückkaufen

FRANKFURT/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Triebwerksbauer MTU will frühestens im Jahr 2020 mit Aktienrückkäufen beginnen. Der wachsende finanzielle Spielraum ermögliche es, zunächst die Dividende und die Ausschüttungsquote "nach oben zu fahren", wie Finanzvorstand Peter Kameritsch im Interview der "Börsen-Zeitung" (Samstag) sagte. Im Februar hatte der MDax -Konzern Aktienrückkaufe ins Spiel gebracht, weil in den kommenden Jahren nach den Investitionen in neue Triebwerkstypen nicht direkt teure Entwicklungen anstehen.

Kameritsch hatte bereits im September angekündigt, dass die Ausschüttungsquote in den kommenden drei Jahren von 30 Prozent des bereinigten Nettogewinns schrittweise in Richtung 40 Prozent steigen soll. Der Manager rechnet damit, dass sinkende Finanzschulden und ein steigender Barmittelzufluss die Chancen auf bessere Bonitätsnoten von Ratingagenturen erhöhen./men/gl

14.12.2018

KORREKTUR/ROUNDUP: USA fordern Freilassung von inhaftierten Kanadiern in China

(Berichtigung: Land im ersten Satz berichtigt, es muss "China" rpt. "China" heißen.)

MONTREAL (dpa-AFX) - Die US-Regierung hat die Festnahme von zwei Kanadiern in China als unrechtmäßig bezeichnet und deren Freilassung gefordert. "Die rechtswidrige Inhaftierung von zwei kanadischen Staatsbürgern ist inakzeptabel", sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Freitag nach einem Treffen mit seiner kanadischen Amtskollegin Chrystia Freeland in Washington. "Die Inhaftierung dieser beiden Kanadier in China sollte beendet werden." Freeland betonte, die Freilassung habe für ihre Regierung höchste Priorität.

Die beiden Kanadier Michael Kovrig - ein früherer Diplomat - und Michael Spavor waren am Montag festgenommen worden. Sie arbeiten für zwei verschiedene regierungsunabhängige Organisationen. Die chinesischen Behörden werfen ihnen vor, in Aktivitäten verwickelt zu sein, die "die nationale Sicherheit gefährden". Die Inhaftierungen werden von Beobachtern dagegen als mögliche chinesische Vergeltung für die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada angesehen.

Meng ist die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei. Sie war auf Antrag der USA festgenommen worden. Ihr wird Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. Ein Gericht in Vancouver hatte am Dienstag entschieden, Meng bis zu einer Entscheidung über ihre Auslieferung an die USA gegen Kaution freizulassen.

Freeland betonte, es gebe keine politische Einmischung in dem Fall. Chinesische Regierungsvertreter hätten im Gespräch mit kanadischen Stellen keine Verbindung zwischen der Festnahme der Managerin und der der beiden Kanadier gezogen.

Die chinesischen Behörden gewährten dem kanadischen Botschafter John McCallum unterdessen Zugang zu Kovrig. Man bemühe sich nun weiter um Zugang auch zu Spavor, teilte das kanadische Außenministerium mit.

Wegen der Spannungen sagte die kanadische Tourismusministerin Melanie Joly am Freitag eine Reise nach China ab. Jolys Büro teilte mit, die kanadische und die chinesische Seiten seien übereingekommen, die zum Abschluss des Kanada-China-Tourismusjahres geplante Reise auf unbestimmte Zeit zu verschieben./cy/lsv/lw/DP/men

14.12.2018

ROUNDUP: USA fordern Freilassung von inhaftierten Kanadiern in China

MONTREAL (dpa-AFX) - Die US-Regierung hat die Festnahme von zwei Kanadiern in Kanada als unrechtmäßig bezeichnet und deren Freilassung gefordert. "Die rechtswidrige Inhaftierung von zwei kanadischen Staatsbürgern ist inakzeptabel", sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Freitag nach einem Treffen mit seiner kanadischen Amtskollegin Chrystia Freeland in Washington. "Die Inhaftierung dieser beiden Kanadier in China sollte beendet werden." Freeland betonte, die Freilassung habe für ihre Regierung höchste Priorität.

Die beiden Kanadier Michael Kovrig - ein früherer Diplomat - und Michael Spavor waren am Montag festgenommen worden. Sie arbeiten für zwei verschiedene regierungsunabhängige Organisationen. Die chinesischen Behörden werfen ihnen vor, in Aktivitäten verwickelt zu sein, die "die nationale Sicherheit gefährden". Die Inhaftierungen werden von Beobachtern dagegen als mögliche chinesische Vergeltung für die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada angesehen.

Meng ist die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei. Sie war auf Antrag der USA festgenommen worden. Ihr wird Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. Ein Gericht in Vancouver hatte am Dienstag entschieden, Meng bis zu einer Entscheidung über ihre Auslieferung an die USA gegen Kaution freizulassen.

Freeland betonte, es gebe keine politische Einmischung in dem Fall. Chinesische Regierungsvertreter hätten im Gespräch mit kanadischen Stellen keine Verbindung zwischen der Festnahme der Managerin und der der beiden Kanadier gezogen.

Die chinesischen Behörden gewährten dem kanadischen Botschafter John McCallum unterdessen Zugang zu Kovrig. Man bemühe sich nun weiter um Zugang auch zu Spavor, teilte das kanadische Außenministerium mit.

Wegen der Spannungen sagte die kanadische Tourismusministerin Melanie Joly am Freitag eine Reise nach China ab. Jolys Büro teilte mit, die kanadische und die chinesische Seiten seien übereingekommen, die zum Abschluss des Kanada-China-Tourismusjahres geplante Reise auf unbestimmte Zeit zu verschieben./cy/lsv/lw/DP/men

14.12.2018

Litauen erhält erste modernisierte Panzerhaubitzen aus Deutschland

VILNIUS (dpa-AFX) - Litauen hat im Zuge eines Rüstungsgeschäfts mit der Bundesrepublik die ersten zwei modernisierten deutschen Panzerhaubitzen erhalten. Die beiden Artilleriegeschütze seien auf dem Militärstützpunkt Rukla eingetroffen, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius am Freitag mit.

Litauen und Deutschland hatten im September 2015 einen Vertrag über die Lieferung von 21 Haubitzen aus den Beständen der Bundeswehr unterzeichnet. Die Regierung in Vilnius lässt davon noch 18 Geschütze vom Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) auf den neuesten Stand bringen. Sie sollen bis Ende 2019 ausgeliefert werden.

"Diese vollständig modernisierten, selbstfahrenden Panzerhaubitzen mit Kettenantrieb werden zweifellos die Verteidigungsfähigkeit der litauischen Streitkräfte stärken", erklärte Vizeverteidigungsminister Giedrimas Jeglinskas. Oberstleutnant Marijus Jonelis, Kommandant des die Haubitzen übernehmenden Artillerie-Bataillons, sprach vom "besten Weihnachtsgeschenk" für seine Einheit.

Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und sorgt sich angesichts der Ukraine-Krise auch um seine Sicherheit. Der Baltenstaat rüstet seine Streitkräfte daher massiv auf. Nato-Partner Deutschland gilt dabei als ein Schlüsselpartner./awe/DP/men

14.12.2018

Andreas Marggraf wird neuer Geschäftsführer der 'taz'

BERLIN (dpa-AFX) - Der 49-jährige Andreas Marggraf wird neuer Geschäftsführer der "taz". Der Vorstand und der Aufsichtsrat der "taz"-Genossenschaft beriefen den Diplom-Ökonom einer Mitteilung zufolge am Freitag auf den Posten. Ab Februar soll er ihn gemeinsam mit den beiden langjährigen Geschäftsführern Karl-Heinz Ruch und Andreas Bull ausüben. Ruch, vor 40 Jahren "taz"-Mitgründer, hatte den Angaben zufolge angekündigt, Ende 2019 in den Ruhestand zu gehen. "Mit dieser Entscheidung leiten wir den Generationswechsel im Geschäftsführungsteam der "taz" ein", erklärte Vorstandsmitglied Isabel Lott.

Marggraf arbeitete der Mitteilung zufolge von 1998 bis 2007 als Geschäftsführer der "taz" Nord Verlags-GmbH und als Controller der "taz" Entwicklungs GmbH. Bislang war er bei der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" tätig, zunächst als Finanzchef der deutschen Sektion in Berlin, dann in gleicher Funktion in der Zentrale in den Niederlanden./seb/DP/men

14.12.2018

ROUNDUP 2: Air-Berlin-Verwalter verklagt Etihad auf Milliarden-Schadenersatz

(neu: Reaktion Etihad.)

BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin wird nun vor Gericht um Milliarden-Summen gestritten. Der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Lucas Flöther, hat den Großaktionär Etihad auf Schadenersatz verklagt, wie das Landgericht Berlin am Freitag bestätigte. Etihad kündigte Widerstand an. Zuvor hatte die Zeitung "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

Der Insolvenzverwalter verlange konkret die Zahlung von 500 Millionen Euro sowie die Feststellung, dass Etihad zu weiterem Schadenersatz verpflichtet sei. Das Gericht legte den Streitwert "vorläufig auf bis zu zwei Milliarden Euro" fest. Die 500 Millionen ergeben sich aus drei von Flöther bereits überprüften und als berechtigt eingeschätzten Forderungen ungenannter Gläubiger. Hinsichtlich der weiteren Forderungen könne er noch keine konkreten Summen nennen.

Der Insolvenzverwalter ist laut Gericht der Auffassung, dass Etihad mit Sitz in Abu Dhabi sich im April 2017 in einer sogenannten harten Patronatserklärung rechtsverbindlich verpflichtet habe, Air Berlin in den folgenden 18 Monaten finanziell zu unterstützen. Weil Etihad diese Zusage im August 2017 zurückgenommen habe, habe Air Berlin Insolvenz anmelden müssen. Ein Sprecher Flöthers lehnte eine Stellungnahme zum laufenden Insolvenzverfahren ab.

Ein Etihad-Sprecher erklärte, "wir sind der Auffassung, dass die Klage unbegründet ist und werden uns energisch dagegen verteidigen." Weitere Angaben machte er nicht.

Es wird mit einem langen und kostspieligen Prozess um die größte Airline-Pleite in der deutschen Luftfahrtgeschichte gerechnet. So hatte sich die Klageerhebung verzögert, weil zunächst ein Prozessfinanzierer gefunden werden musste. Das erstrittene Geld soll den Gläubigern zufließen.

Etihad als nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate hielt seit dem Jahr 2012 Anteile von 29,2 Prozent an der Air Berlin. Sie versorgte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft über verschiedene Instrumente immer wieder mit frischem Geld und sicherte sich über die Beteiligung Zugang zum deutschen Markt./ceb/brd/DP/men

14.12.2018

Land will VW auf Schadenersatz verklagen

STUTTGART/ULM (dpa-AFX) - Baden-Württembergs grün-schwarze Landesregierung will bis Jahresende gegen VW eine Klage auf Schadenersatz einreichen. Das berichtet die "Südwest Presse" (Samstag) unter Berufung auf Koalitionskreise. Das Finanzministerium bestätigte dies im Grundsatz. Dazu verpflichte die Landeshaushaltsordnung.

Dem Bericht zufolge hält Grün-Schwarz dem Konzern im Zusammenhang mit manipulierter Motorsteuerungssoftware eine "vorsätzlich sittenwidrige Schädigung" vor. Die geplante Klage beziehe sich auf alle vom Land - etwa für die Polizei - gekauften und geleasten Dieselfahrzeuge von VW, Audi , Skoda und Seat mit dem Motortyp EA 189. Alle Ressorts seien gebeten worden, die Zahl der betroffenen Fahrzeuge in den ihnen unterstellen Behörden zu ermitteln. Die Auswertung laufe noch, erst danach lasse sich die Höhe einer möglichen Schadenersatzsumme konkret berechnen.

Die Erfolgsaussichten vor Gericht werden in der Regierung laut dem Blatt als hoch eingeschätzt. VW hat bisher stets die Rechtsauffassung vertreten, dass die Autos genehmigt, technisch sicher und fahrbereit seien. Das Land hatte VW nach Informationen der "Südwest Presse" zunächst einen außergerichtlichen Vergleich angeboten. Der Konzern habe die Frist aber verstreichen lassen./jug/DP/fba

14.12.2018

Botschafter erhält Zugang zu in China inhaftiertem Kanadier

MONTREAL (dpa-AFX) - Die chinesischen Behörden haben dem kanadischen Botschafter in Peking, John McCallum, Zugang zu einem inhaftierten kanadischen Ex-Diplomaten gewährt. McCallum habe Michael Kovrig besuchen dürfen, teilte das kanadische Außenministerium am Freitag mit. Man bemühe sich weiterhin darum, Zugang zu Michael Spavor, einem weiteren in China inhaftierten Kanadier, zu erhalten. Kovrig und Spavor arbeiten für zwei verschiedene regierungsunabhängige Organisationen und waren beide am Montag festgenommen worden.

Die chinesischen Behörden werfen den beiden Kanadiern vor, in Aktivitäten verwickelt zu sein, die "die nationale Sicherheit gefährden". Die Inhaftierungen werden von Beobachtern dagegen als mögliche chinesische Vergeltung für die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada angesehen. Die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei war auf Antrag der USA festgenommen worden.

Meng wird Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. Ein Gericht in Vancouver hatte am Dienstag entschieden, Meng bis zu einer Entscheidung über ihre Auslieferung an die USA gegen Kaution freizulassen.

Wegen der Spannungen sagte die kanadische Tourismusministerin Melanie Joly am Freitag eine Reise nach China ab. Jolys Büro teilte mit, die kanadische und die chinesische Seiten seien übereingekommen, die zum Abschluss des Kanada-China-Tourismusjahres geplante Reise auf unbestimmte Zeit zu verschieben./cy/lsv/lw/DP/fba

14.12.2018

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Woche endet mit heftigen Verlusten

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street schwer zugesetzt. Ebenfalls für Druck auf die Kurse sorgten einige negative Unternehmensnachrichten. Der Dow Jones Industrial weitete seine Verluste im Handelsverlauf zusehends aus und schloss 2,02 Prozent im Minus bei 24 100,51 Punkten. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa.

Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer einen Rückgang von 1,18 Prozent, nachdem ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch fehlgeschlagen war. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Dow mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes standen am Freitag unter Feuer: Der marktbreite S&P 500 verlor letztlich 1,91 Prozent auf 2599,95 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 2,56 Prozent auf 6594,96 Zähler ein.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.

Die Regierung in Peking kündigte am Freitag an, die hohen Sonderabgaben auf Importe von in den USA gefertigten Autos und Autoteilen für drei Monate auszusetzen. Die Zurückhaltung chinesischer Autokäufer wegen des Zollstreits war ein Grund für die schwachen China-Wirtschaftsdaten. Die jetzige Entscheidung erfolgt angesichts des 90-tägigen "Waffenstillstands" im Handelskrieg, auf den sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 1. Dezember in Buenos Aires geeinigt hatten.

Die Aktien der amerikanischen Autobauer General Motors und Ford wurden davon etwas gestützt: Mit einem geringen Minus von 0,03 Prozent (GM) beziehungsweise plus 0,24 Prozent (Ford) schlugen sie sich im sehr schwachen Markt noch recht wacker. Die Experten der Deutschen Bank bescheinigen beiden Wertpapieren in einer aktuellen Studie hohes Kurspotenzial. Während die Autoindustrie vor einem Richtungswechsel und womöglich einer Konsolidierung stehe, traut Analyst Emmanuel Rosner beiden US-Herstellern kräftig anziehende Ergebnisse zu. Auslöser hierfür sieht er in der Restrukturierung der Hersteller mit Änderungen im Portfolio und neuen Partnerschaften.

Nachrichten aus der Pharmabranche stießen dagegen auf ein negatives Echo am Markt. Für Titel von Merck & Co ging es um über drei Prozent bergab, nachdem der Konzern einen Ausbau seines Geschäfts mit Tiergesundheit bekannt gegeben hatte. Dazu kaufen die Amerikaner die französische Antelliq für bis zu 2,1 Milliarden Euro in bar. Außerdem übernehmen sie die Verschuldung von 1,15 Milliarden Euro, welche kurz nach der Transaktion zurückgezahlt werden soll. Der Anbieter von digitalen Lösungen für Tierärzte und Bauern zur Identifikation und Überwachung von Tierbeständen gehörte bislang dem Finanzinvestor BC Partners.

Papiere des Merck-Konkurrenten Johnson & Johnson sackten nach einem kritischen Medienbericht zu Inhaltsstoffen in Babypuder um rund zehn Prozent ab - damit lagen sie abgeschlagen am Dow-Ende. Dass der Konzern in Reaktion auf den Bericht beteuerte, sein Babypuder sei sicher und asbestfrei, half dem Kurs der Aktie nicht, die zuletzt noch nahe ihrer Rekordhochs notiert hatte.

Analyst Chris Schott von der US-Bank JPMorgan hielt die negative Kursentwicklung indes für übertrieben. Der Inhalt des Berichts sei bereits bekannt und die finanziellen Risiken in dieser Angelegenheit dürften kaum in die Nähe der rund 40 Milliarden US-Dollar rücken, welche das Unternehmen dadurch an Börsenwert verloren habe, so der Experte.

Bei der Handelskette Costco Wholesale sorgten negativ aufgenommene Quartalsresultate für einen Kursrutsch von rund achteinhalb Prozent und den letzten Platz im Nasdaq 100. Wegen des harten Wettbewerbs in der Branche gingen die Margen leicht zurück. Technisch orientierten Analysten zufolge erscheint die Aktie nun auch charttechnisch angeschlagen.

Für die Titel von Adobe Systems ging es um mehr als sieben Prozent nach unten, was einen der hinteren Plätze im technologielastigen Auswahlindex bedeutete. Der Softwarehersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss sowohl mit dem bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) im abgelaufenen Quartal als auch mit dem Umsatzausblick auf das neue Geschäftsjahr positiv überrascht. Analysten sorgen sich indes wegen möglicher negativer Auswirkungen des im September übernommenen Marketingspezialisten Marketo auf die Gewinne und Margen von Adobe.

Der Euro litt unter den schwachen Konjunkturdaten aus dem Währungsraum. Bei zuletzt 1,1301 Dollar zeigte er sich aber etwas erholt von seinem Tagestief knapp über 1,1270 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1285 (Donnerstag: 1,1371) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8861 (0,8794) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 5/32 Punkte auf 101 31/32 Punkte und rentierten mit 2,89 Prozent./gl/men

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

14.12.2018

Aktien New York Schluss: Woche endet mit heftigen Verlusten

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street schwer zugesetzt. Ebenfalls für Druck auf die Kurse sorgten einige negative Unternehmensnachrichten. Der Dow Jones Industrial weitete seine Verluste im Handelsverlauf zusehends aus und schloss 2,02 Prozent im Minus bei 24 100,51 Punkten. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa.

Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer einen Rückgang von 1,18 Prozent, nachdem ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch fehlgeschlagen war. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Dow mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes standen am Freitag unter Feuer: Der marktbreite S&P 500 verlor letztlich 1,91 Prozent auf 2599,95 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 2,56 Prozent auf 6594,96 Zähler ein./gl/men

14.12.2018

Aktien New York: Heftige Verluste - Konjunktursorgen und negative Firmennews

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street zugesetzt. Für Druck auf die Kurse sorgten auch einige negative Unternehmensnachrichten. Der Dow Jones Industrial weitete seine Verluste im Handelsverlauf aus und büßte zuletzt 1,97 Prozent auf 24 111,93 Punkte ein. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa.

Auf Wochensicht steuert der Dow auf ein Minus von mehr als ein Prozent zu, nachdem ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch fehlgeschlagen war. Bereits in der vergangenen Woche hatte er mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes standen am Freitag unter Feuer: Der marktbreite S&P 500 gab um 1,74 Prozent auf 2604,53 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 2,03 Prozent auf 6630,89 Zähler.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.

Die Regierung in Peking kündigte am Freitag an, die hohen Sonderabgaben auf Importe von in den USA gefertigten Autos und Autoteilen für drei Monate auszusetzen. Die Zurückhaltung chinesischer Autokäufer wegen des Zollstreits war ein Grund für die schwachen China-Wirtschaftsdaten. Die jetzige Entscheidung erfolgt angesichts des 90-tägigen "Waffenstillstands" im Handelskrieg, auf den sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 1. Dezember in Buenos Aires geeinigt hatten.

Den Aktien der amerikanischen Autobauer General Motors und Ford half das ein wenig auf die Sprünge - sie legten gegen den Markttrend um 0,14 beziehungsweise knapp ein Prozent zu. Die Experten der Deutschen Bank bescheinigen beiden Wertpapieren in einer aktuellen Studie hohes Kurspotenzial. Während die Autoindustrie vor einem Richtungswechsel und womöglich einer Konsolidierung stehe, traut Analyst Emmanuel Rosner beiden US-Herstellern kräftig anziehende Ergebnisse zu. Auslöser hierfür sieht er in der Restrukturierung der Hersteller mit Änderungen im Portfolio und neuen Partnerschaften.

Nachrichten aus der Pharmabranche stießen dagegen auf ein negatives Echo am Markt. Für Titel von Merck & Co ging es um drei Prozent bergab, nachdem der Konzern einen Ausbau seines Geschäfts mit Tiergesundheit bekannt gegeben hatte. Dazu kaufen die Amerikaner die französische Antelliq für bis zu 2,1 Milliarden Euro in bar. Außerdem übernehmen sie die Verschuldung von 1,15 Milliarden Euro, welche kurz nach der Transaktion zurückgezahlt werden soll. Der Anbieter von digitalen Lösungen für Tierärzte und Bauern zur Identifikation und Überwachung von Tierbeständen gehörte bislang dem Finanzinvestor BC Partners.

Papiere des Merck-Konkurrenten Johnson & Johnson sackten nach einem kritischen Medienbericht zu Inhaltsstoffen in Babypuder um über neun Prozent ab - damit lagen sie abgeschlagen am Dow-Ende. Dass der Konzern in Reaktion auf den Bericht beteuerte, sein Babypuder sei sicher und asbestfrei, half dem Kurs der Aktie, die zuletzt noch nahe ihrer Rekordhochs notiert hatte, zunächst wenig.

Analyst Chris Schott von der US-Bank JPMorgan hielt die negative Kursentwicklung indes für übertrieben. Der Inhalt des Berichts sei bereits bekannt und die finanziellen Risiken in dieser Angelegenheit dürften kaum in die Nähe der rund 40 Milliarden US-Dollar rücken dürften, welche das Unternehmen dadurch zeitweise an Börsenwert verloren habe, so der Experte.

Bei der Handelskette Costco Wholesale sorgten negativ aufgenommene Quartalsresultate für einen Kursrutsch von rund achteinhalb Prozent und den letzten Platz im Nasdaq 100. Wegen des harten Wettbewerbs in der Branche gingen die Margen leicht zurück. Technisch orientierten Analysten zufolge erscheint die Aktie nun auch charttechnisch angeschlagen.

Für die Titel von Adobe Systems ging es um rund sechs Prozent nach unten, was einen der hinteren Plätze im technologielastigen Auswahlindex bedeutete. Der Softwarehersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss sowohl mit dem bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) im abgelaufenen Quartal als auch mit dem Umsatzausblick auf das neue Geschäftsjahr positiv überrascht. Analysten sorgen sich indes wegen möglicher negativer Auswirkungen des im September übernommenen Marketingspezialisten Marketo auf die Gewinne und Margen von Adobe./gl/men

14.12.2018

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax beendet wechselhafte Woche im Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Zunehmende Befürchtungen eines Chaos-Brexit und einer möglichen Abkühlung der Weltwirtschaft haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss ins Minus befördert. In Grenzen gehalten wurden die Verluste von der Nachricht, dass China seine Strafzölle auf Importe von US-Autos für drei Monate aussetzen werde.

Der Dax beendete den Handel am Freitag mit einem Kursabschlag von 0,54 Prozent bei 10 865,77 Punkten. Die Bilanz für die abgelaufene Woche, die von überdurchschnittlichen Tagesverlusten aber auch kräftigen Gewinnen geprägt war, liest sich jedoch positiv: Der Leitindex legte um 0,7 Prozent zu, nachdem er in der Vorwoche noch um mehr als 4 Prozent abgesackt war. Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag letztlich um 0,89 Prozent auf 22 281,45 Punkte.

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,63 Prozent auf 3092,60 Punkte. Für den Pariser Leitindex Cac 40 ging es um rund 0,9 Prozent nach unten. Der Londoner FTSE 100 endete rund 0,5 Prozent niedriger. Der Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss mit etwa 1,6 Prozent im Minus.

Beim Thema Brexit stoßen die Briten auf immer mehr Unverständnis bei den anderen EU-Staaten. Damit steigen die Risiken eines EU-Austritts Großbritanniens ohne Vertrag. Heftiger Gegenwind weht Premierministerin Theresa May aber auch im britischen Parlament entgegen. Um die dortige Blockade zu durchbrechen, wollte May beim EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel weitere Zugeständnisse erreichen. Doch die 27 übrigen EU-Staaten machten deutlich, dass sie keine Nachverhandlungen an dem Deal zulassen wollen.

Unerwartet schwache Daten zum chinesischen Einzelhandel und zur Industrieproduktion weckten Sorgen über eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums. Am Vortag hatte sich bereits EZB-Chef Mario Draghi weniger zuversichtlich zur Konjunktur im Euroraum geäußert. Die aktuellen Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone untermauerten dies: So fiel der Einkaufsmanagerindex im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren.

Im Dax stand der Autosektor nach enttäuschenden Daten des Branchenverbandes Acea zur Pkw-Nachfrage in der EU und den aktuellen Zoll-Aussagen der Chinesen im Fokus. Die anfangs kräftigen Verluste der Aktien von Volkswagen , BMW und Daimler verringerten sich im Tagesverlauf spürbar. Die BMW-Titel schafften zum Handelsende sogar ein mageres Plus von 0,1 Prozent.

Im MDax sprangen die Papiere von Scout24 um mehr als 13 Prozent nach oben. Der Onlinemarktplatz-Betreiber prüft laut "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und damit den Abschied von der Börse. In dem Bericht wurde eine Übernahmeprämie im üblichen Bereich von 20 bis 30 Prozent auf das zuvor erreichte Bewertungsniveau spekuliert.

Die Zuversicht des Bioethanol-Produzenten CropEnergies für das Geschäftsjahr 2018/19 trieb die Aktien von Südzucker um 1,6 Prozent hoch. CropEnergies gewannen knapp 5 Prozent hinzu.

Der Spezialmaschinenbauer Isra Vision enttäuschte mit seinem Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2017/18 sowie mit einem vorsichtigen Ausblick. Die Aktien brachen um fast 18 Prozent ein. Seit dem Rekordhoch im September summiert sich damit der Kursverlust auf rund 60 Prozent. Auch der UV-Spezialist Dr. Hönle enttäuschte mit seinen neuen Jahreszielen, was die Aktien um fast 13 Prozent nach unten drückte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 141,64 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,27 Prozent auf 163,19 Punkte zu. Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1300 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1285 Dollar festgesetzt./edh/men

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

14.12.2018

Aktien Frankfurt Schluss: Dax beendet wechselhafte Woche im Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Zunehmende Befürchtungen eines Chaos-Brexit und einer möglichen Abkühlung der Weltwirtschaft haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss ins Minus befördert. In Grenzen gehalten wurden die Verluste von der Nachricht, dass China seine Strafzölle auf Importe von US-Autos für drei Monate aussetzen werde.

Der Dax beendete den Handel am Freitag mit einem Kursabschlag von 0,54 Prozent bei 10 865,77 Punkten. Die Bilanz für die abgelaufene Woche, die von überdurchschnittlichen Tagesverlusten aber auch -gewinnen geprägt war, liest sich jedoch positiv: Der Leitindex legte um 0,7 Prozent zu, nachdem er in der Vorwoche noch um mehr als 4 Prozent abgesackt war. Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag letztlich um 0,89 Prozent auf 22 281,45 Punkte./edh/men

14.12.2018

ROUNDUP/Aktien New York: Sorgen um Weltkonjunktur belasten auch Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street zugesetzt. Der Dow Jones Industrial sank zuletzt um 1,13 Prozent auf 24 319,87 Punkte. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa und steuert auf eine leicht negative Wochenbilanz zu, nachdem ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch fehlgeschlagen war. In der vergangenen Woche hatte er mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes kamen am Freitag unter Druck: Der marktbreite S&P 500 gab um 0,86 Prozent auf 2627,66 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 1,02 Prozent auf 6699,04 Zähler.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.

Die Regierung in Peking kündigte am Freitag an, die hohen Sonderabgaben auf Importe von in den USA gefertigten Autos und Autoteilen für drei Monate auszusetzen. Die Zurückhaltung chinesischer Autokäufer wegen des Zollstreits war ein Grund für die schwachen China-Wirtschaftsdaten. Die jetzige Entscheidung erfolgt angesichts des 90-tägigen "Waffenstillstands" im Handelskrieg, auf den sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 1. Dezember in Buenos Aires geeinigt hatten.

Den Aktien der amerikanischen Autobauer General Motors und Ford half das etwas auf die Sprünge - sie legten um rund ein beziehungsweise anderthalb Prozent zu. Die Experten der Deutschen Bank bescheinigen beiden Wertpapieren in einer aktuellen Studie hohes Kurspotenzial. Während die Autoindustrie vor einem Richtungswechsel und womöglich einer Konsolidierung stehe, traut Analyst Emmanuel Rosner beiden US-Herstellern kräftig anziehende Ergebnisse zu. Auslöser hierfür sieht er in der Restrukturierung der Hersteller mit Änderungen im Portfolio und neuen Partnerschaften.

Nachrichten aus der Pharmabranche stießen dagegen auf ein negatives Echo am Markt. Für Titel von Merck & Co ging es um zwei Prozent bergab, nachdem der Konzern einen Ausbau seines Geschäfts mit Tiergesundheit bekannt gegeben hatte. Dazu kaufen die Amerikaner die französische Antelliq für bis zu 2,1 Milliarden Euro in bar. Außerdem übernehmen sie die Verschuldung von 1,15 Milliarden Euro, welche kurz nach der Transaktion zurückgezahlt werden soll. Der Anbieter von digitalen Lösungen für Tierärzte und Bauern zur Identifikation und Überwachung von Tierbeständen gehörte bislang dem Finanzinvestor BC Partners.

Aktien des Merck-Konkurrenten Johnson & Johnson sackten nach einem kritischen Medienbericht zu Inhaltsstoffen in Babypuder um mehr als 9 Prozent ab - damit lagen sie am Dow-Ende. Zuletzt hatten die Papiere noch nahe ihrer Rekordhochs notiert.

Für die Aktien von Adobe Systems ging es um fast fünf Prozent nach unten, was einen der hinteren Plätze im Nasdaq 100 bedeutete. Der Softwarehersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss sowohl mit dem bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) im abgelaufenen Quartal als auch mit dem Umsatzausblick auf das neue Geschäftsjahr positiv überrascht. Analysten sorgen sich indes wegen möglicher negativer Auswirkungen des im September übernommenen Marketingspezialisten Marketo auf die Gewinne und Margen von Adobe./gl/men

14.12.2018

Aktien New York: Sorgen um Weltkonjunktur belasten auch Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street zugesetzt. Der Dow Jones Industrial sank rund eine halbe Stunde nach dem Handelsstart um 0,85 Prozent auf 24 388,22 Punkte. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa und steuert auf eine ausgeglichene Wochenbilanz zu. In der vergangenen Woche hatte er mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes kamen am Freitag wieder unter Druck: Der marktbreite S&P 500 gab um 0,76 Prozent auf 2630,28 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 1,16 Prozent auf 6689,72 Zähler.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit./gl/men

14.12.2018

Aktien Frankfurt: Moderates Minus - Chinas Zugehen auf die USA verringert Sorgen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine mögliche Abkühlung der Weltwirtschaft hat am Freitag den Dax belastet. Auslöser dieser Sorge waren schwache Konjunkturdaten aus China. Nachdem im Tagesverlauf dann China im Wirtschaftsstreit mit den Vereinigten Staaten einen Schritt auf den Verhandlungspartner zuging, verringerten sich die Verluste an den Börsen europaweit.

Das chinesische Handelsministerium hatte mitgeteilt, ab Januar für drei Monate seine Strafzölle auf Importe von Autos und Autoteilen aus den USA auszusetzen. Die USA ihrerseits hatten bereits nach dem G20-Gipfel einen vorläufigen Verzicht auf ihre Strafzölle gegen China bekannt gegeben.

Am Nachmittag gab der deutsche Leitindex um 0,43 Prozent auf 10 877,27 Punkte nach. Am Morgen hatte sein Minus zeitweise noch bei 1,7 Prozent gelegen. Aktuell zeichnet sich damit ein kleiner Erholungsgewinn von 0,8 Prozent für diese schwankungsreiche Woche ab. In der ersten Dezemberwoche war es für den Dax stark abwärts gegangen mit einem Minus von etwas mehr als 4 Prozent. Der MDax , der Index der mittelgroßen Börsentitel, sank am Freitag um 0,96 Prozent auf 22 264,86 Punkte.

Am Morgen wurden schwächer als erwartete Daten zum chinesischen Einzelhandel im November sowie zur Industrieproduktion veröffentlicht. Das weckte Sorgen über eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums. Am Vortag hatte sich bereits EZB-Chef Mario Draghi weniger zuversichtlich zur Konjunktur im Euroraum geäußert. Die aktuellen Daten zur Unternehmensstimmung untermauerten dies: Wie das Forschungsinstitut Markit in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex für die Euro-Region im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren.

Im Dax stand der Autosektor nach schwachen Daten des Branchenverbandes Acea zur Pkw-Nachfrage in der EU und den aktuellen Zoll-Aussagen der Chinesen im Fokus. Die anfangs kräftigen Verluste der Aktien von Volkswagen , BMW und Daimler verringerten sich spürbar. Die Daimler-Aktie zeigte sich sogar zuletzt nahezu unverändert.

Im MDax sprangen die Papiere von Scout24 um etwas mehr als 11 Prozent nach oben. Der Onlinemarktplatz-Betreiber prüft laut der "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und damit den Abschied von der Börse. Der Betreiber von Immobilienscout24 und Autoscout24 habe Banken und Berater damit beauftragt, ihn bei einem möglichen Verkauf zu unterstützen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Zuversicht des Bioethanol-Produzenten CropEnergies für das bis Ende Februar laufende Geschäftsjahr trieb die Aktien von Südzucker um 3,7 Prozent hoch. Damit waren die Papiere des Mutterunternehmens Spitzenwert im SDax. CropEnergies gewannen etwas mehr als 6 Prozent hinzu.

Der Spezialmaschinenbauer Isra Vision enttäuschte indes mit seinem Umsatzanstieg im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie mit vorsichtigen Zielen für das neue Jahr. Die Aktien brachen um 13 Prozent ein. Anfang September noch hatten sie ein Rekordhoch erreicht. Seither jedoch waren sie fast nur noch gefallen. Ihr Verlust in den vergangenen dreieinhalb Monaten beläuft sich nun auf 57 Prozent. Auch der UV-Spezialist Dr. Hönle enttäuschte, was die Aktien im SDax um ebenfalls rund 13 Prozent drückte: Die neuen Jahresziele lägen deutlich unter den Erwartungen, hieß es.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 141,64 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,22 Prozent auf 163,11 Punkte zu. Der Kurs des Euro gab bis zum frühen Nachmittag nach und fiel auf 1,1286 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1371 Dollar festgesetzt./ck/fba

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

14.12.2018

Aktien New York Ausblick: Konjunktursorgen setzen Wall Street wieder zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street steuert abermals auf einen Wochenverlust zu: Sorgen um die Weltwirtschaft, die bereits die Handelsplätze in Asien und Europa unter Druck gesetzt hatten, dürften am Freitag auch zu den US-Börsen überschwappen. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsstart um 0,99 Prozent tiefer bei 24 354 Punkten.

Damit wären die Gewinne der beiden vergangenen Handelstage komplett ausradiert und es stünde unterm Strich auf Wochensicht ein moderates Minus. In der vergangenen Handelswoche hatte der Exodus der Anleger aus Aktien im Dow Jones gar für den größten Verlust seit März gesorgt.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufmanagerindizes aus Europa untermauern an diesem Freitag die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Um so mehr dürften die Börsianer an der Wall Street auf die am Nachmittag reich gefüllte Datenagenda aus den USA schauen. Die bereits veröffentlichten Daten zu den Einzelhandelsumsätzen im November fielen etwas besser aus als erwartet.

Gleichzeitig gibt es erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit. Die Regierung in Peking kündigte am Freitag an, die hohen Sonderabgaben auf Importe von in den USA gefertigten Autos und Autoteilen für drei Monate auszusetzen. Die Zurückhaltung chinesischer Autokäufer wegen des Zollstreits war ein Grund für die schwachen China-Wirtschaftsdaten. Die jetzige Entscheidung erfolgt angesichts des 90-tägigen "Waffenstillstands" im Handelskrieg, auf den sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 1. Dezember in Buenos Aires geeinigt hatten.

Vorbörslich half dies den Aktien der amerikanischen Autobauer General Motors und Ford allerdings wenig - sie notierten moderat im Minus. Die Experten der Deutschen Bank bescheinigen beiden Wertpapieren unterdessen in einer aktuellen Studie hohes Kurspotenzial. Während die Autoindustrie vor einem Richtungswechsel und womöglich einer Konsolidierung stehe, traut Analyst Emmanuel Rosner beiden US-Herstellern kräftig anziehende Ergebnisse zu. Auslöser hierfür sieht er in der Restrukturierung der Hersteller mit Änderungen am Portfolio und neuen Partnerschaften.

Adobe-Aktien winkt unterdessen ein schwacher Auftakt. Anleger dürften nach mehreren starken Börsentagen für die Papiere nun Gewinne mitnehmen, da der Softwarehersteller am Vorabend mit unerwartet guten Zahlen geglänzt hatte. Experten zeigten sich auch von den Umsatzprognosen überrascht. Adobe rechnet weiterhin mit einer starken Entwicklung seiner wachsenden Produktpalette. Die Analysten der DZ Bank sprachen von einem "soliden Abschluss eines sehr guten Geschäftsjahres".

Ein milliardenschwerer Zukauf könnte zudem Bewegung in die Aktien des Pharmakonzerns Merck & Co bringen. Das Unternehmen baut mit der bis zu 2,1 Milliarden Euro teuren Übernahme der französischen Firma Antelliq sein Geschäft mit der Tiergesundheit aus./tav/fba

14.12.2018

Aktien Frankfurt: Dax verliert - Sorgen nach schwachen China-Daten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Freitag wieder auf Talfahrt gegangen. Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft belasteten. Bereits in Asien gaben die Börsen spürbar nach. Eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten aus China, der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, hatte enttäuscht.

Zur Mittagszeit büßte der deutsche Leitindex 1,22 Prozent auf 10 791,07 Punkte ein. Damit wäre der moderate Erholungsgewinn aus der ablaufenden, recht schwankungsreichen Woche nahezu ausradiert. In der ersten Dezemberwoche war es für den Dax stark abwärts gegangen mit einem Minus von etwas mehr als 4 Prozent. Für den MDax , den Index der mittelgroßen Börsentitel, ging es am Freitag um 1,26 Prozent auf 22 197,77 Punkte abwärts.

"Die Investoren haben durchaus recht, sich um das globale Wachstum zu sorgen", sagte Handelschef Stephen Innes vom Währungsbroker Oanda mit Blick auf China. Im November waren sowohl die Daten zum chinesischen Einzelhandel schwächer als erwartet ausgefallen als auch die zur Industrieproduktion. Am Vortag hatte sich bereits EZB-Chef Mario Draghi weniger zuversichtlich zur Konjunktur im Euroraum geäußert. Die aktuellen Daten zur Unternehmensstimmung untermauerten dies: Wie das Forschungsinstitut Markit in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex für die Euro-Region im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren.

Im Dax stand der Autosektor im Fokus. Nachdem zunächst belastende Daten vom Branchenverband Acea zur Pkw-Nachfrage in der EU die Papiere von Volkswagen , BMW und Daimler deutlich ins Minus drückten, kam es im Handelsverlauf zu einer Erholungsbewegung. China hatte mitgeteilt, dass die Strafzölle auf Autos aus den USA für drei Monate ausgesetzt werden. Die Aktien der drei deutschen Hersteller gaben zuletzt nur noch recht moderat nach.

Im MDax machten indes die Papiere von Scout24 einen Sprung um etwas mehr als 10 Prozent. Der Onlinemarktplatz-Betreiber prüft laut der "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und damit den Abschied von der Börse. Der Betreiber von Immobilienscout24 und Autoscout24 habe Banken und Berater damit beauftragt, ihn bei einem möglichen Verkauf zu unterstützen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Der Spezialmaschinenbauer Isra Vision enttäuschte indes mit seinem Umsatzanstieg im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie seinen vorsichtigen Zielen für das neue Jahr. Die Aktien, die noch Anfang September ein Rekordhoch erreicht hatten und seither fast nur noch gefallen waren, büßten nun weitere 12 Prozent ein. Ihr Verlust in den vergangenen dreieinhalb Monaten beläuft sich damit auf fast 57 Prozent.

Auch der UV-Spezialist Dr. Hönle enttäuschte: Die neuen Jahresziele lägen deutlich unter den Erwartungen, hieß es. Die Papiere gingen als SDax-Schlusslicht mit etwas mehr als 13 Prozent auf Talfahrt./ck/fba

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

14.12.2018

US-Autolobby macht sich für Handelspakt mit Europa stark

WASHINGTON (dpa-AFX) - Vertreter der US-Autoindustrie haben sich am Freitag bei einer Anhörung des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer vehement für ein Handelsabkommen mit der EU und für eine Umkehr in der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump stark gemacht. "Ein Handelsabkommen wäre eine einzigartige Möglichkeit, Schranken zu beseitigen", sagte Jennifer Thomas von der Alliance of Automobile Manufacturers, die zwölf große Hersteller vertritt, darunter auch die US-Ableger deutscher Marken wie BMW , Volkswagen oder Mercedes-Benz von Daimler .

Die Autovertreter erklärten, die bereits verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium schadeten der US-Autoindustrie. Die Einkaufspreise für Stahl im US-Inland seien teils um 30 Prozent nach oben gegangen. Weitere Zölle auf Autos müssten unbedingt vermieden werden. Eine Begründung für eine Gefährdung der Nationalen Sicherheit durch den transatlantischen Autohandel sei nicht zu erkennen.

Die Lobbyisten machten die Wichtigkeit einer Harmonisierung bei der technischen Regulierung der Autos deutlich. Die Anpassung verschlinge Millionen Dollar jährlich, sagte Charles Uthus vom American Automotive Policy Council./dm/DP/men

14.12.2018

Brexit: Firmen in Deutschland wird Wechsel der Rechtsform erleichtert

BERLIN (dpa-AFX) - Unternehmen mit Sitz in Deutschland aber mit englischer Rechtsform wird der Wechsel in deutsches Recht erleichtert. Der Bundesrat billigte am Freitag in Berlin ein entsprechendes Gesetz. Es soll Firmen auch nach dem britischen EU-Austritt die Niederlassungsfreiheit in Deutschland sichern. Großbritannien soll Ende März kommenden Jahres die Europäische Union verlassen.

Gesellschaften mit den britischen Rechtsformen "Limited" (laut Bundesjustizministerium etwa 8000 bis 10 000 Unternehmen) und "PLC" könnten mit dem Brexit in die Bredouille kommen. Gesellschafter müssten nach Angaben des Bundesjustizministeriums damit rechnen, mit ihrem Privatvermögen für Altschulden in Haftung genommen zu werden.

"Es ist nach wie vor unklar, wie sich die innenpolitische Lage in Großbritannien weiter entwickelt", erklärte Justizministerin Katarina Barley (SPD). "Ein harter Brexit ist nicht ausgeschlossen. Die Unternehmen in Deutschland und Europa müssen daher Vorsorge treffen. (...) Die betroffenen Unternehmen müssen eine Umwandlung allerdings noch vor dem Brexit notariell absichern lassen."/hrz/DP/men

14.12.2018

ROUNDUP 3/Brexit und kein Ende: May misslingt Befreiungsschlag beim EU-Gipfel

(2. und 3. Absatz aktualisiert.)

BRÜSSEL/LONDON (dpa-AFX) - Es war nicht der erhoffte Befreiungsschlag für Theresa May: Die britische Premierministerin hat der Europäischen Union im erbitterten Streit über den Brexit zwar neue Zusicherungen zur irischen Frage abgerungen. Doch erhielt sie beim Brüsseler Gipfel weniger als erhofft. May will noch mehr und weiter verhandeln. Nur reagieren die EU-Partner inzwischen ziemlich ratlos. Man wolle ja hilfreich sein, sagte Kanzlerin Angela Merkel am Freitag zum Abschluss des Gipfels. Aber der Rahmen sei eben eng gesetzt.

Worüber wird hier gestritten? Es ist tatsächlich immer noch der sogenannte Backstop - die von der EU verlangte Garantie, dass nach dem Brexit zwischen dem EU-Staat Irland und dem britischen Nordirland keine feste Grenze mit Schlagbäumen und Kontrollen entsteht. Dafür steht im Abkommen über den für März geplanten EU-Austritt eine Sonderregel, die aber bei Brexit-Hardlinern auf Widerstand trifft. Unter anderem deshalb ist die Ratifikation des Vertrags in Gefahr, und May fordert Hilfe der EU, um ein Scheitern abzuwenden.

Die EU hatte deshalb beim Gipfel am Donnerstagabend eine Erklärung beschlossen, dass dieser Backstop nur eine Versicherungspolice sei, die möglichst nie genutzt werden soll und wenn doch, dann nur übergangsweise. Eine echte Befristung, wie von den Brexiteers gefordert, sagte die EU aber nicht zu - das lehnt sie seit jeher ab mit dem Argument, dann funktioniere der Backstop nicht mehr als Notfallgarantie.

May begrüßte die Zusagen der EU pflichtgemäß und meinte, sie seien weitreichend wie nie und hätten einen "rechtlichen Status". Doch aus Großbritannien kam ein verheerendes Echo. Britische Kommentatoren sprachen am Freitag von einer Demütigung für May und einem "vernichtenden Schlag" gegen Mays Hoffnungen, das Brexit-Abkommen durchs Unterhaus zu bringen.

May sagte daraufhin, sie sei zuversichtlich, noch mehr EU-Zugeständnisse zu erhalten. "Weitere Klarstellungen sind tatsächlich möglich", betonte sie am Freitagnachmittag. Sie werde in den nächsten Tagen mit ihren EU-Kollegen weitere Gespräche führen.

Merkel ging darauf aber auf Nachfrage nicht ein. Die EU habe bereits versucht, die Sorgen Großbritanniens aufzunehmen. Die Zusicherungen fänden sich in der verabschiedeten Erklärung, sagte die Kanzlerin. Jetzt werde man sehen, wie May darauf reagiere. Zu dem Zeitpunkt hatte May allerdings schon reagiert und zwar mit Nachforderungen. Ob sie damit Erfolg haben wird, ist fraglich. EU-Diplomaten machten deutlich, dass erstmal nichts weiter geplant sei.

Wie angespannt die Atmosphäre war, wurde durch eine von Kameras eingefangene Unterhaltung zwischen May und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker deutlich. Es ging um eine Aussage Junckers, er wünsche sich aus Großbritannien mehr Klarheit, manches sei nebulös. Journalisten interpretierten die Körpersprache als "verärgert". Juncker sah sich genötigt, selbst noch einmal darauf einzugehen. Er habe sich mit May ausgesprochen und am Ende habe sie ihn geküsst, sagte Juncker.

EU-Diplomaten berichteten, Mays Auftritt am Donnerstagabend habe die übrigen 27 Staaten nicht überzeugt, sondern eher befremdet. Zum einen habe die britische Regierungschefin von rechtsverbindlichen Zusicherungen gesprochen, was bei den übrigen Staats- und Regierungschefs als Wunsch nach Nachverhandlungen angekommen sei. Zum anderen habe sie nicht klar definieren können, welche Zusagen die Ratifizierung im britischen Unterhaus wirklich voranbrächte.

Belgiens Regierungschef Charles Michel sagte über Mays Auftritt: "Wir haben kein starkes Signal bekommen, dass das Parlament dies billigen wird." Die Ratifizierung in London sei sehr unsicher. "Es gibt gigantische Zweifel", sagte Michel. Auch der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel monierte: "In London ist noch ein bisschen so schwabbelig, wie es wirklich aussehen soll." Der irische Regierungschef Leo Varadkar zeigte sich zufrieden mit dem EU-Beschluss und lehnte Nachverhandlungen nochmals ab.

Es gibt auch in Großbritannien Zweifel, ob May noch eine Chance hat, das Abkommen zu ratifizieren. Der Premierministerin sei es offenbar nicht gelungen, entscheidende Änderungen am Brexit-Deal zu erreichen, twitterte der Brexit-Sprecher der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer. Labour forderte, die diese Woche aufgeschobene Abstimmung über den Brexit-Deal im Parlament solle noch vor Weihnachten stattfinden. Die Regierung will das Votum erst im Januar abhalten./cmy/DP/fba

14.12.2018

Italienische Zentralbank stutzt Wachstumsprognose für 2018

ROM (dpa-AFX) - Mitten im Defizit-Streit zwischen Italien und der Europäischen Kommission hat die Zentralbank des südeuropäischen Landes die Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt. Die Wirtschaftsleistung werde 2018 lediglich um 0,9 Prozent wachsen und damit um 0,3 Prozentpunkte weniger als bisher erwartet, teilte sie am Freitag mit. Für 2019 und 2020 hielt die Zentralbank aber an ihren Vorhersagen vom Juli mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent fest.

Italiens Premierminister Giuseppe Conte zeigte sich nach dem EU-Gipfel in Brüssel am Freitag aber optimistisch, dass das tatsächliche Wachstum höher ausfallen werde und sich pessimistischere Prognosen als falsch erweisen. Die Regierung in Rom geht von einem Plus für 2019 von 1,5 Prozent sowie von 1,6 Prozent für 2020 aus und stützt darauf auch ihren umstrittenen Plan, mehr auszugeben und ein höheres Defizit in Kauf zu nehmen.

In dem seit September währenden Defizit-Streit mit Brüssel hatte Italien zuletzt angeboten, das Defizit im kommenden Jahr von den zunächst angestrebten 2,4 auf 2,04 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Conte sagte, er hoffe, dass sich Italien und die EU-Kommission zum Ende des Wochenendes einigten. Die Finanzmärkte reagieren seit Monaten nervös auf die Schuldenpläne.

Im September hatte Italiens Regierung aus Populisten und Rechten angekündigt, 2019 ein Defizit von 2,4 Prozent einzuplanen - als Folge von Ausgaben unter anderem für eine Grundsicherung und eine Rentenreform. Die EU-Kommission sieht dies aber kritisch, da das Euro-Land eine der höchsten Staatsverschuldungen der Welt aufweist und nach europäischen Regeln verpflichtet ist, seine Schulden abzubauen./alv/DP/jsl

14.12.2018

ROUNDUP: Streit um Fachkräfteeinwanderungsgesetz - Grüne wollen Punktesystem

BERLIN (dpa-AFX) - Im Asylstreit verlief der Riss im Frühsommer quer durch die Union: Ähnliches droht jetzt auch bei dem Gesetz, mit dem die Bundesregierung mehr Fachkräfte ins Land locken will. Der Obmann der Union im Innenausschuss des Bundestages, Armin Schuster (CDU), sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, der Referentenentwurf für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz biete in seiner jetzigen Form "die Möglichkeit für Schleuser, Menschen eine illegale Einreise nach Deutschland zu ermöglichen, um sich hier einen Aufenthaltstitel zu erschleichen mit einer vorgeblichen Arbeits- oder Ausbildungsaufnahme".

Er warnte: "Eigentlich ermöglichen wir dem Schleuser ein völlig neues Geschäftsmodell." Anstatt wie bisher Menschen bei Nacht und Nebel über die Grenze zu schicken, müssten Schleuser jetzt nur noch "Papiere fingieren". Denn die Eignung der Arbeitssuchenden solle laut Entwurf erst in Deutschland abschließend überprüft werden.

Der Entwurf der Bundesregierung, den Innenminister Horst Seehofer (CSU) vorab mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) abgestimmt hatte, soll kommenden Mittwoch im Kabinett behandelt werden. Ob es bei dem Termin bleibt, ist aber angesichts der Kritik noch offen.

Nach Angaben von "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag) verständigten sich die drei Bundesminister nun mit Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) darauf, einige Punkte zu verschärfen. So sollen demnach etwa Zuwanderungssperren für Länder verhängt werden können, aus denen ein erheblicher Anstieg offensichtlich unbegründeter Asylanträge vorliegt.

Der Vorsitzende der Innen-Arbeitsgruppe der Unionsfraktion, Mathias Middelberg, und der Vorsitzende der AG Wirtschaft, Joachim Pfeiffer, hatten bereits zuvor vor "Missbrauchsmöglichkeiten und möglichen Fehlanreize" gewarnt. Sie befürchten, dass Ausländer nach einem Misserfolg bei der Suche nach einem Job oder Ausbildungsplatz Asylanträge stellen könnten.

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft warnten die Regierung, der bisherige Entwurf dürfe nicht verwässert werden. "Bestrebungen, die im Referentenentwurf vorgesehenen Regelungen wesentlich zu verändern, gefährden das Ziel einer gezielten und erforderlichen Fachkräftezuwanderung", heißt es in einem Schreiben an die zuständigen Minister, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Grünen legten unterdessen einen eigenen Gesetzentwurf für ein Einwanderungsgesetz vor, der ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild vorsieht. Menschen, die eine hohe Punktzahl erreichen, könnten demnach für ein Jahr nach Deutschland kommen, um auf Jobsuche zu gehen. Wie viele Menschen kommen dürfen, soll jedes Jahr aufs Neue eine Kommission festlegen, die dann eine Empfehlung an die Bundesregierung ausspricht.

Der Entwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Punkte gibt es demnach beispielsweise für Berufserfahrung, Deutschkenntnisse und frühere Aufenthalte in der EU oder in der Schweiz. In Baden-Württemberg gebe es aktuell 130 000 unbesetzte Stellen, sagte der Integrationsminister der grün-schwarzen Landesregierung in Stuttgart, Manne Lucha (Grüne). Das sei ein "elementares Problem", das die Wirtschaftskraft im Südwesten jetzt schon bremse.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner sagte, in Deutschland würden gut qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland dringend benötigt. "Wenn sich also Teile der Union gegen das Gesetz zur Fachkräfteeinwanderung stellen, dann schaden sie unserer Wirtschaft", zitierte ihn die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Die migrationspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Filiz Polat, sagte: "Den ohnehin schon zu kurz greifenden Referentenentwurf noch mehr einschränken zu wollen, ist völlig irrsinnig und realitätsfern."

Seehofers Entwurf begrenzt das Visum für die Suche nach einem Arbeitsplatz auf sechs Monate. In dieser Zeit darf der Jobsuchende nur zur Probe arbeiten. Die Grünen wollen ein Visum für ein Jahr mit der Möglichkeit, parallel zur Jobsuche zu arbeiten - auch in Bereichen, die nicht der Qualifikation des Zuwanderers entsprechen.

Der Grünen-Entwurf sieht außerdem vor, dass jedes Kind, das in Deutschland geboren wird, automatisch einen deutschen Pass erhält, wenn ein Elternteil rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat. Bereits in Deutschland lebende Asylsuchende und Menschen mit Duldung sollen durch die Aufnahme einer Arbeit, durch eine Ausbildung oder die Aufnahme eines Studiums einen aufenthaltsrechtlichen "Spurwechsel" vollziehen können.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, erklärte, es sei gut, dass die Grünen sich jetzt auch für das von seiner Partei schon lange favorisierte Punktesystem stark machten. Noch besser wäre es, wenn dies auch die SPD tun würde. Er sagte: "Wir müssen hier als Land endlich vorankommen und von der Migrationspolitik erfolgreicher Einwanderungsländer lernen."/abc/seb/DP/fba

14.12.2018

ROUNDUP 3: Entspannungssginale im Handelskrieg - China lockert Strafzölle

(durchgehend aktualisiert)

PEKING (dpa-AFX) - Bewegung im Handelskrieg zwischen China und den USA: China hat am Freitag Entgegenkommen gezeigt und die Vergeltungszölle auf US-Autoimporte von 40 auf 15 Prozent reduziert. US-Präsident Donald Trump hatte zwar bereits am Donnerstag erklärt, eine Reduzierung auf 15 Prozent sei nicht genug. Dennoch verkündete er nun am Freitag auf Twitter: "Sie haben gerade Zollanhebungen für die USA ausgesetzt."

China wolle eine großes und sehr umfassendes Handelsabkommen. "Es kann passieren, und (zwar) ziemlich bald!", schrieb Trump. Die chinesische Volkswirtschaft wachse nach Darstellung Pekings deutlich langsamer als erwartet. Trump führte dies auf den Handelskrieg mit den USA zurück. Den USA gehe es dagegen weiter gut. Allerdings sehen Volkswirte auch über der von Trump mit Hilfe hoher Schuldenaufnahme stimulierten US-Wirtschaft Wolken aufziehen.

Das chinesische Handelsministerium setzt seine Strafzölle auf Importe von Autos und Autoteilen aus den USA von 1. Januar an für drei Monate aus. Mit dem Schritt soll der am 1. Dezember beim G20-Gipfel in Buenos Airs erzielte Konsens zwischen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Trump "konkret" umgesetzt werden, teilte das Ministerium am Freitag in Peking mit. Beide Präsidenten hatten sich in Argentinien nach Abschluss des Gipfels der großen Wirtschaftsmächte auf einen 90-tägigen "Waffenstillstand" in ihrem Handelskrieg geeinigt.

Der Einfuhrzoll von gegenwärtig 40 Prozent wird damit wieder auf 15 Prozent reduziert. Die Senkung kommt besonders deutschen Autoherstellern wie BMW und Mercedes zugute, die viele Autos aus ihren Werken in den USA nach China exportieren. Das Handelsministerium äußerte die Hoffnung, dass beide Seiten "auf der Grundlage gegenseitigen Respekts" jetzt ihre Gespräche intensivierten, um alle Zollerhöhungen zu beseitigen und "ausgewogene" Handelsbeziehungen zwischen China und den USA schaffen.

Bei der Vereinbarung in Buenos Aires hatte US-Präsident Trump zugesagt, zusätzliche Zölle der USA auf chinesische Einfuhren vorerst nicht wie geplant vom 1. Januar zu erhöhen oder auszuweiten. Im Gegenzug sicherte China zu, seine Importe aus den USA zu erhöhen, um das Handelsungleichgewicht zu verringern. Trump hatte zuletzt auf Twitter von "sehr produktiven Gesprächen mit China" gesprochen und "wichtige Ankündigungen" in Aussicht gestellt. Bereits Anfang Dezember hatte Trump Erwartungen auf sinkende Zölle geweckt.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Erde liefern sich seit Monaten einen Handelskrieg, indem sie gegenseitig zusätzliche Zölle auf Importe erhoben. Die US-Regierung hatte im September entschieden, Zölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar (170,2 Mrd Euro) zu verhängen - zusätzlich zu den bereits eingeführten Abgaben auf Waren aus der Volksrepublik im Wert von 50 Milliarden Dollar. Zusammen ist damit etwa die Hälfte aller US-Importe aus China betroffen.

Die US-Zölle auf Einfuhren in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar betragen bislang 10 Prozent, aber sollten vom 1. Januar 2019 an auf 25 Prozent erhöht werden. China reagierte mit Gegenmaßnahmen - unter anderem mit der Erhöhung der Zölle auf Autos und Autoteile um 25 auf 40 Prozent. In dem Streit geht es um Forderung der USA nach besserem Marktzugang in China und wirksameren Maßnahmen gegen erzwungenen Technologietransfer oder Produktpiraterie.

Nach dem Burgfrieden von Buenos Aires gab es zwar wieder erste Gespräche, aber bisher noch keine Hinweise, wann und wo beide Seiten zu neuen Verhandlungen zusammenkommen wollen. Dafür zeigten sich erste Entspannungssignale. So nahm China die Einfuhr von Soja aus den USA wieder auf. Chinesische Importeure hätten innerhalb eines Tages zwischen 1,5 und 2 Millionen Tonnen Soja bestellt, teilte die Vereinigung der US-Sojaexporteure mit. Die Auslieferung werde im Laufe des ersten Quartals 2019 erwartet.

US-Präsident Trump seinerseits hatte sogar angeboten, sich für die in Kanada auf Ersuchen der USA festgehaltene Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, einzusetzen - wenn dies positive Auswirkungen auf den Handelskonflikt hätte. Ihr wird Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. Die USA fordern ihre Auslieferung. Offenbar als Vergeltung hat China wiederum zwei Kanadier festgenommen und wirft ihnen "Gefährdung der nationalen Sicherheit" vor.

Bisher hatte China den Handelskrieg noch besser als erwartet weggesteckt. Doch mehren sich Anzeichen, dass die Zölle und die Unsicherheiten die zweitgrößte Volkswirtschaft bremsen. Mit 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel das Wachstum des Einzelhandels im November auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Die Industrieproduktion wuchs nur mit 5,4 Prozent - so langsam wie seit zehn Jahren nicht mehr. Damit könnte das Wirtschaftswachstum zum Jahresende unter die 6,5 Prozent im dritten Quartal fallen.

"Chinas Wirtschaft schwächelt und bereitet vielen Anlegern Sorgen", hieß es in einer Analyse der Commerzbank . "Eine ausgewachsene Krise ist allerdings unwahrscheinlich." So steuerten Regierung und Notenbank bereits dagegen, indem Steuern gesenkt und die Kreditversorgung verbessert worden seien. Das Ziel des Schuldenabbaus sei zurückgestellt worden, hieß es weiter. Als Reaktion auf die schlechten Konjunkturdaten fielen die chinesischen und andere asiatische Aktienmärkte am Freitag deutlich ins Minus./lw/DP/fba

14.12.2018

ROUNDUP 2/Brexit und kein Ende: May misslingt Befreiungsschlag beim EU-Gipfel

BRÜSSEL/LONDON (dpa-AFX) - Es war nicht der erhoffte Befreiungsschlag für Theresa May: Die britische Premierministerin hat der Europäischen Union im erbitterten Streit über den Brexit zwar neue Zusicherungen zur irischen Frage abgerungen. Doch erhielt sie beim Brüsseler Gipfel weniger als erhofft. May will noch mehr und weiter verhandeln. Nur reagieren die EU-Partner inzwischen ziemlich ratlos. Man wolle ja hilfreich sein, sagte Kanzlerin Angela Merkel am Freitag zum Abschluss des Gipfels. Aber der Rahmen sei eben eng gesetzt.

Worüber wird hier gestritten? Es ist tatsächlich immer noch der sogenannte Backstop - die von der EU verlangte Garantie, dass zwischen dem EU-Staat Irland und dem britischen Nordirland keine neue feste Grenze mit Schlagbäumen und Kontrollen entsteht. Dafür steht im bereits fertigen Austrittsabkommen eine Sonderregel, die aber bei britischen Brexit-Hardlinern auf Widerstand trifft. Unter anderem deshalb ist die Ratifikation des Vertrags in Gefahr, und May fordert Hilfe der EU, um ein Scheitern abzuwenden.

Die EU hatte deshalb beim Gipfel am Donnerstagabend eine Erklärung beschlossen, dass dieser Backstop nur eine Versicherungspolice sei, die möglichst nie genutzt werden soll und wenn doch, dann nur übergangsweise. Eine echte Befristung, wie von den Brexiteers gefordert, sagte die EU aber nicht zu - das lehnt sie seit jeher ab mit dem Argument, dann sei de Backstop ja keine Notfallgarantie mehr.

May begrüßte die Zusagen der EU pflichtgemäß und meinte, sie seien weitreichend wie nie und hätten einen "rechtlichen Status". Doch aus Großbritannien kam ein verheerendes Echo. Britische Kommentatoren sprachen am Freitag von einer Demütigung für May und einem "vernichtenden Schlag" gegen Mays Hoffnungen, das Brexit-Abkommen durchs Unterhaus zu bringen.

May sagte daraufhin, sie sei zuversichtlich, noch mehr EU-Zugeständnisse zu erhalten. "Weitere Klarstellungen sind tatsächlich möglich", betonte sie am Freitagnachmittag. Sie werde in den nächsten Tagen mit ihren EU-Kollegen weitere Gespräche führen.

Merkel ging darauf aber auf Nachfrage nicht ein. Die EU habe bereits versucht, die Sorgen Großbritanniens aufzunehmen, sagte die Kanzlerin. Die Zusicherungen fänden sich in der verabschiedeten Erklärung. Jetzt werde man sehen, wie May darauf reagiere, sagte Merkel. Zu dem Zeitpunkt hatte May allerdings schon reagiert und zwar mit Nachforderungen. Ob sie damit Erfolg haben wird, ist fraglich. EU-Diplomaten machten deutlich, dass erstmal nichts weiter geplant sei.

Wie angespannt die Atmosphäre war, wurde durch eine von Kameras eingefangene Unterhaltung zwischen May und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker deutlich. Es ging um eine Aussage Junckers, er wünsche sich aus Großbritannien mehr Klarheit, manches sei nebulös. Journalisten interpretierten die Körpersprache als "verärgert". Juncker sah sich genötigt, selbst noch einmal darauf einzugehen. Er habe sich mit May ausgesprochen und am Ende habe sie ihn geküsst, sagte Juncker.

EU-Diplomaten berichteten, Mays Auftritt am Donnerstagabend habe die übrigen 27 Staaten nicht überzeugt, sondern eher befremdet. Zum einen habe die britische Regierungschefin von rechtsverbindlichen Zusicherungen gesprochen, was bei den übrigen Staats- und Regierungschefs als Wunsch nach Nachverhandlungen angekommen sei. Zum anderen habe sie nicht klar definieren können, welche Zusagen die Ratifizierung im britischen Unterhaus wirklich voranbrächte.

Belgiens Regierungschef Charles Michel sagte über Mays Auftritt: "Wir haben kein starkes Signal bekommen, dass das Parlament dies billigen wird." Die Ratifizierung in London sei sehr unsicher. "Es gibt gigantische Zweifel", sagte Michel. Auch der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel monierte: "In London ist noch ein bisschen so schwabbelig, wie es wirklich aussehen soll." Der irische Regierungschef Leo Varadkar zeigte sich zufrieden mit dem EU-Beschluss und lehnte Nachverhandlungen nochmals ab.

Es gibt auch in Großbritannien Zweifel, ob May noch eine Chance hat, das Abkommen zu ratifizieren. Der Premierministerin sei es offenbar nicht gelungen, entscheidende Änderungen am Brexit-Deal zu erreichen, twitterte der Brexit-Sprecher der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer. Labour forderte, die diese Woche aufgeschobene Abstimmung über den Brexit-Deal im Parlament solle noch vor Weihnachten stattfinden. Die Regierung will das Votum erst im Januar abhalten./cmy/DP/fba

14.12.2018

Umfrage: Große Mehrheit sieht bisher nur wenig Integrationserfolge

BERLIN (dpa-AFX) - Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält die Integration von Zuwanderern zwar für eine gute Sache. Allerdings haben nur wenige den Eindruck, dass dieser Prozess hierzulande auch gut läuft.

Zwar ist nach Angaben des "Integrationsmonitors" der Insa-Stiftung das Thema Integration für 57 Prozent der Befragten positiv besetzt. Den aktuellen Stand der Integration halten laut der Umfrage zum zehnjährigen Jubiläum der Deutschlandstiftung jedoch nur zwei Prozent der Befragen für "sehr gut". 16 Prozent schätzen ihn als "eher gut" ein. 45 Prozent gaben dagegen an, die Integration gelinge eher schlecht. 30 Prozent der Befragten meinten, dass es in diesem Bereich "sehr schlecht" läuft.

Eine andere Bewertung hatte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer abgegeben. "Von mehr als einer Million Menschen, die vor allem seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, haben heute bald 400 000 einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der "Augsburger Allgemeinen". "Ich bin selbst überrascht, dass das so schnell geht", sagte Kramer.

Bei der Insa-Umfrage wurde auch eine Frage im Zusammenhang mit dem geplanten Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Demnach glaubt etwa ein Drittel der Menschen, Zuwanderung wirke sich positiv auf das Wirtschaftswachstum aus. 28 Prozent vermuten negative Folgen. 31 Prozent sehen weder einen positiven noch einen negativen Effekt.

Die Deutschlandstiftung Integration unterstützt junge Menschen mit Migrationshintergrund bei Bildung und Ausbildung sowie beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Laut Insa-Umfrage halten 44 Prozent der Bürger im Integrationsprozess das Erlernen der deutschen Sprache für notwendig. An zweiter Stelle steht die Vermittlung und Akzeptanz deutscher Kultur, Werte und Gesetze (20 Prozent), gefolgt von Arbeit und Beruf (11 Prozent) und Offenheit der Mehrheitsgesellschaft (10 Prozent)./abc/DP/fba

14.12.2018

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 14.12.2018

ROUNDUP: Unternehmensstimmung in der Eurozone trübt sich weiter ein

LONDON - Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat sich weiter verschlechtert. Wie das Forschungsinstitut Markit am Freitag in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren. Der Indikator, der auf einer Unternehmensumfrage basiert, ging im Monatsvergleich um 1,4 Punkte auf 51,3 Zähler zurück. Analysten hatten im Mittel hingegen einen leichten Anstieg auf 52,8 Punkte erwartet.

ROUNDUP: EU-Gipfel beschließt Reformpaket zum Schutz vor Finanzkrisen

BRÜSSEL - Die EU-Staaten haben ein Reformpaket zum Schutz der Eurozone vor künftigen Finanzkrisen verabschiedet. Das verlautete am Freitag aus Diplomatenkreisen in Brüssel. Im Zentrum steht die Stärkung des Euro-Rettungsschirms ESM, der Hilfskredite an pleitebedrohte Staaten vergibt.

USA: Industrie weitet Produktion stärker als erwartet aus

WASHINGTON - Die US-Industrie hat ihre Produktion im November stärker als erwartet ausgeweitet. Die Gesamtproduktion sei um 0,6 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte die US-Notenbank am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten im Mittel mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet. Allerdings war die Produktion im Vormonat laut revidierten Daten um 0,2 Prozent gefallen. Zunächst war noch ein Anstieg von 0,1 Prozent festgestellt worden.

May: Brauchen noch mehr Zusicherungen von der EU

BRÜSSEL - Die britische Premierministerin Theresa May erwartet nach dem EU-Gipfel in Brüssel weitere Zusicherungen der Europäischen Union zum Brexit. "Weitere Klarstellungen sind tatsächlich möglich", sagte May am Freitagnachmittag in Brüssel. Sie widersprach Berichten, wonach die EU dies ausgeschlossen habe. Sie werde in den nächsten Tagen mit ihren EU-Kollegen weitere Gespräche darüber führen.

Wirtschaftsverbände warnen vor Änderungen bei Fachkräfte-Zuwanderung

BERLIN - Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben die Regierung angesichts von Kritik in der Unionsfraktion vor Änderungen bei den Plänen zur Fachkräfte-Zuwanderung gewarnt. Der bisherige Gesetzentwurf dürfe nicht verwässert werden. "Bestrebungen, die im Referentenentwurf vorgesehenen Regelungen wesentlich zu verändern, gefährden das Ziel einer gezielten und erforderlichen Fachkräftezuwanderung", heißt es in einem Schreiben an Innenminister Horst Seehofer (CSU), Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) vom Freitag. Es lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

May: Hatte eine heftige Diskussion mit Jean-Claude Juncker

BRÜSSEL - Die britische Premierministerin Theresa May hatte eigenen Angaben zufolge eine heftige Diskussion mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Das sagte May bei einer Pressekonferenz nach dem EU-Gipfel am Freitag in Brüssel. Zuvor hatten Aufnahmen einer Konversation der beiden im Sitzungssaal des Europäischen Rats für Gesprächsstoff gesorgt. Journalisten hatten den Austausch wegen der Körpersprache der beiden als Streit interpretiert. Juncker habe ihr versichert, dass er mit seiner Kritik an "nebulösen" Äußerungen aus Großbritannien nicht sie persönlich gemeint habe, sagte May. Er habe sich auf das allgemeine Niveau der Debatte bezogen.

USA: Einzelhandel setzt etwas mehr um als erwartet

WASHINGTON - Die Umsätze des US-Einzelhandels sind im November etwas stärker gestiegen als erwartet. Die Erlöse erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Mittel einen Zuwachs um 0,1 Prozent erwartet. Das bereits solide Vormonatsergebnis fiel besser aus als bislang bekannt: Anstatt eines Anstiegs um 0,8 Prozent ergibt sich nach neuen Daten ein Zuwachs um 1,1 Prozent.

ROUNDUP 2/China geht auf USA zu: 25-prozentige Strafzölle auf Autos ausgesetzt

PEKING - China zeigt Entgegenkommen im Handelskrieg mit den USA. Das Handelsministerium setzt seine Strafzölle auf Importe von Autos und Autoteilen aus den USA von 1. Januar an für drei Monate aus. Mit dem Schritt soll der Konsens zwischen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump am 1. Dezember in Buenos Aires "konkret" umgesetzt werden, teilte das Ministerium am Freitag in Peking mit. Beide Präsidenten hatten sich in Argentinien nach Abschluss des G20-Gipfels der großen Wirtschaftsmächte auf einen 90-tägigen "Waffenstillstand" in ihrem Handelskrieg geeinigt.

ROUNDUP/Migration: Experten empfehlen mehr legale Wege nach Deutschland

BERLIN - Nicht aus der EU stammende Ausländer mit geringer oder mittlerer Qualifikation sollten nach Ansicht von Fachleuten leichter legal nach Deutschland kommen können. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Aktuell gebe es "kaum Zuwanderungsmöglichkeiten" für diese Gruppe, schreiben die Autoren. Auch das geplante Fachkräftezuwanderungsgesetz richte sich eher an hoch qualifizierte Migranten.

Tony Blair: May soll zweites Brexit-Referendum zulassen

LONDON - Der ehemalige britische Regierungschef Tony Blair hat Premierministerin Theresa May aufgerufen, ein zweites Brexit-Referendum abzuhalten. "Mein Ratschlag an sie ist, dass es keinen Sinn macht, sprichwörtlich mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen", sagte Blair bei einer Rede in London am Freitag.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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14.12.2018

ROUNDUP: EU-Gipfel beschließt Reformpaket zum Schutz vor Finanzkrisen

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Staaten haben ein Reformpaket zum Schutz der Eurozone vor künftigen Finanzkrisen verabschiedet. Das verlautete am Freitag aus Diplomatenkreisen in Brüssel. Im Zentrum steht die Stärkung des Euro-Rettungsschirms ESM, der Hilfskredite an pleitebedrohte Staaten vergibt.

Die Finanzkrise ab 2008 hatte Europa unvorbereitet getroffen. In der Folge gerieten Unternehmen, Banken und ganze Staaten in eine Abwärtsspirale. Nur in höchster Not - und mit Milliardenkrediten der Europartner und des Internationalen Währungsfonds IWF - wurde etwa Griechenland vor der Staatspleite bewahrt, die weitreichende Folgen für die gesamte Eurozone nach sich gezogen hätte.

Die EU-Staats- und Regierungschefs beauftragten nun die Finanzminister, die konkreten Änderungen im ESM-Vertrag im kommenden Jahr auszuarbeiten. Dieser muss dann in den einzelnen Staaten noch ratifiziert werden.

Im Detail soll der ESM nun künftig nicht erst in äußerster Not, sondern schon früher einschreiten können. Damit soll verhindert werden, dass sich kleinere Probleme zu großen Krisen entwickeln.

Außerdem soll er Hilfsprogramme stärker selbst managen. In der Griechenlandkrise spielte die "Troika" aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und IWF die zentrale Rolle. Zwischen dem IWF und den Europäern gab es jedoch oft Streit. Die Stärkung des ESM dürfte dazu führen, dass sich der IWF über kurz oder lang aus Europa zurückzieht.

Außerdem soll der ESM auch bei Bankenpleiten zum Einsatz kommen und - frühestens ab 2020 - den Bankenabwicklungsfonds SRF verstärken. In diesen Fonds zahlen die Banken im Moment schrittweise selbst ein. Er soll verhindern, dass in Zukunft Steuergelder für Bankenrettungen gebraucht werden./asa/DP/fba

14.12.2018

AKTIE IM FOKUS: Coca-Cola mit Markt schwach - Auf Jahressicht deutlich besser

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein schwacher Gesamtmarkt hat am Freitag auch den Aktien des Getränkeriesen Coca-Cola zugesetzt. Mit einem Minus von 0,75 Prozent auf 49,10 US-Dollar entwickelten sie sich im frühen Handel aber in etwa konform mit dem US-Leitindex Dow Jones Industrial .

Analysten der Schweizer Großbank UBS hatten am Donnerstag ihre Kaufempfehlung für die Titel gestrichen, weil sie Risiken für die langfristigen Wachstumsziele des Herstellers sehen. Davon unbeeindruckt hatten die Papiere aber Kurs nach oben genommen. Ihre bisherige Jahresbilanz ist mit einem Plus von gut sieben Prozent ansehnlich - der Dow hat seit Jahresbeginn um knapp anderthalb Prozent nachgegeben.

Zu Wochenbeginn hatte sich Unternehmenschef James Quincey in einem Interview mit dem Finanzsender CNBC für die eigenen Wachstumsaussichten zuversichtlich gezeigt. Der US-Getränkeriese stelle sich zwar auf weniger Wachstum der US-Wirtschaft im kommenden Jahr ein. Die Aussichten 2019 seien unsicher und die Wirtschaft könnte im kommenden Jahr weniger stark wachsen als 2018, sagte Quincey dem TV-Sender. Coca-Cola selbst sei aber für die eigenen Ziele unverändert optimistisch./tav/gl/men

14.12.2018

AKTIEN IM FOKUS 3: Autowerte holen Verluste auf - China verzichtet auf Zölle

(neu: Aktienkurse und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien deutscher Autohersteller haben am Freitag ihre anfänglichen Kursverluste nach positiven Nachrichten im Handelsstreit zwischen den USA und China im Großen und Ganzen aufgeholt. Die Papiere von BMW und Daimler notierten zuletzt mehr oder weniger auf ihrem Vortagsniveau, nachdem sie anfangs noch um bis zu 3 Prozent gefallen waren. Volkswagen konnten ihr Minus immerhin auf nur noch 0,3 Prozent reduzieren.

Zunächst waren die Aktien am Freitag von einer schwachen Absatzentwicklung am europäischen Automarkt belastet worden. Für branchenweite Erleichterung sorgte dann die Meldung, dass China die Sonderabgaben auf Importe von Autos und Autoteile aus den USA für drei Monate aussetze. Der Einfuhrzoll werde von 1. Januar an wieder von 40 auf 15 Prozent gesenkt, teilte das Handelsministerium am Freitag in Peking mit.

Diese Nachricht ist für Daimler und BMW besonders von Bedeutung, weil die beiden deutschen Hersteller viele ihrer in den USA gefertigten Fahrzeuge nach China exportieren - darunter teure SUVs. Sie galten daher bislang als besonders große Leidtragende der erhöhten Abgaben.

Mit der Zusage Chinas soll der Konsens, auf den sich Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump am 1. Dezember in Buenos Aires einigten, umgesetzt werden. Beide hatten sich anlässlich des jüngsten G20-Gipfels auf einen 90-tägigen "Waffenstillstand" geeinigt. Trump hatte bereits zugesagt, die Gegenzölle auf chinesische Einfuhren nicht wie geplant ab dem 1. Januar zu erhöhen.

Im November war die Nachfrage nach Neuwagen in der EU den dritten Monat in Folge gesunken. Der Branchenverband Acea machte wie in den Monaten zuvor die neuen EU-Abgasregeln für den Rückgang verantwortlich. Händlern zufolge löste dies vorübergehend neue Bedenken um den heimischen Absatzmarkt aus - bevor die Nachrichten aus China kamen./tih/edh/jha/

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14.12.2018

ANALYSE-FLASH: NordLB senkt Ziel für FMC auf 72 Euro - 'Kaufen'

HANNOVER (dpa-AFX) - Die NordLB hat das Kursziel für Fresenius Medical Care (FMC) nach vorläufigem Ausblick für 2019 von 85 auf 72 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Kaufen" belassen. Das nächste Jahr stehe für den Dialyse-Konzern im Zeichen der Investitionen, um sich für nachhaltiges und profitables Wachstum vorzubereiten, schrieb Analyst Holger Fechner in einer am Freitag vorliegenden Studie. Fechner geht von einer Fortsetzung der guten Geschäftsentwicklung der letzten Jahre aus. Allerdings hätten die Unsicherheiten zugenommen, begründete er das reduzierte Kursziel./ajx/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.12.2018 / 14:02 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 14.12.2018 / 14:20 / MEZ

14.12.2018

AKTIE IM FOKUS: Optimistischere Ziele von CropEnergies treiben auch Südzucker an

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Zuversicht von CropEnergies für das bis Ende Februar laufende Geschäftsjahr hat am Freitag auch die Aktien des Mutterunternehmens Südzucker nach oben getrieben. Im schwachen Gesamtmarkt legten die Südzucker-Papiere am frühen Nachmittag um 3,56 Prozent auf 12,215 Euro zu und waren damit der Spitzenwert im SDax . CropEnergies gewannen zugleich 4,97 Prozent auf 4,54 Euro.

Nach der jüngsten Erholung der Ethanolpreise zeigt sich CropEnergies etwas zuversichtlicher für das laufende Geschäftsjahr 2017/18. Laut einem Händler lässt sich von den Aussagen von CropEnergies positiv auch auf Südzucker schließen.

"Außerdem haben die Papiere bislang nicht vom Auftrieb des Biotreibstoff-Sektors profitiert", ergänzte er. Dieser ist Nutznießer der von Verbio angehobenen Ergebnisprognose für das neue Geschäftsjahr 2018/19. Der Biokraftstoffe-Hersteller, dessen Aktien nun um 2,4 Prozent zulegten, hatte am späten Dienstagnachmittag seine Schätzung wegen unerwartet hoher Biodiesel-Margen höher geschraubt./ck/jha/

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14.12.2018

AKTIE IM FOKUS: Resultate von Isra Vision wecken bei Anlegern Wachstumssorgen

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein deutlich verfehltes Umsatzziel und ein vorsichtig klingender Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2018/19 haben am Freitag den Aktien von Isra Vision schwer zugesetzt. Die Anteilsscheine des Spezialmaschinenbauers brachen gegen Mittag um 13,41 Prozent auf 26,15 Euro ein auf den tiefsten Stand seit April 2017.

Damit setzten sie ihre Anfang September begonnene Talfahrt fort. Seither ging es um mehr als 50 Prozent nach unten. Vor dreieinhalb Monaten noch hatten die Papiere bei 61,30 Euro den höchsten Stand in ihrer etwas mehr als 18-jährigen Börsengeschichte erreicht.

"Die erstmals vom Unternehmen formulierten Ziele für das neue Geschäftsjahr klingen etwas vorsichtig", monierte ein Händler. Zudem sei - ungeachtet der starken Rentabilität Isras - auch die Umsatzdynamik hinter den unternehmenseigenen Erwartungen zurückgeblieben.

Isra Vision hatte den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr (bis Ende September) 2017/18 um 6,6 Prozent gesteigert. Damit wurde der zuvor in Aussicht gestellte Zuwachs von 10 Prozent deutlich verfehlt. "Das ist vor allem nach den Neunmonatszahlen besonders enttäuschend, denn da hatte es für Isra noch gut ausgesehen", sagte Analyst Robert-Jan van der Horst von Warburg Research und verwies auf das Umsatzplus von 10,2 Prozent.

"Die unglaubliche Erfolgsgeschichte, dieses permanent hohe Wachstum, hat nun anscheinend ein Ende", sagte er. Das sei allerdings eine Entwicklung, die sich auch bereits allgemein im Technologiesektor abzeichnet. Für Isra Vision im Speziellen verwies der Warburg-Experte dabei neben der Abkühlung der Konjunktur unter anderem auch auf Probleme der Autobranche.

Dass es so steil bergab ging für Isra dürfte auch mit dem Schritt der Fondsgesellschaft Fidelity zu tun haben. Der Warburg-Experte verwies darauf, dass ein Fonds von Fidelity seit August kontinuierlich seine Beteiligung an dem Maschinenbauer reduziert hatte - von rund 10 Prozent auf weniger als 3 Prozent. Van der Horst geht daher davon aus, dass inzwischen der gesamte Anteil verkauft wurde.

Über die Aussagen des Managements zu den Zielen für 2018/19 sagte er zudem: Zwar habe das Unternehmen "wie bisher in jedem Jahr" ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich im Aussicht gestellt, doch dieses Mal sei der Ton während der Telefonkonferenz tatsächlich etwas vorsichtiger gewesen./ck/mis/jha/

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14.12.2018

AKTIE IM FOKUS: Tom Tailor mit nächstem Kursrutsch - Baader stuft ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Abstufung durch die Baader Bank hat am Freitag die Aktien des Modeunternehmens Tom Tailor schwer belastet. Sie fielen um fast 13 Prozent auf 2,086 Euro und knüpften so an ihre düstere Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf an. Erstmals in ihrer Geschichte drohen sie nun unter die Marke von 2 Euro zu fallen. Baader-Analyst Volker Bosse hatte am Freitag seine bisherige Kaufempfehlung aufgegeben und das Votum auf "Hold" gesenkt - mit einem von 6 auf 2,50 Euro gekürzten Kursziel.

Bosse sieht in der Konzernmarke Bonita ein "niemals endendes Desaster". Er bezog sich damit auf die jüngste Gewinnwarnung und die schleppende Sanierung der Marke, die das Unternehmen schon länger belastet. Die Bewertung der Tom-Tailor-Aktie mache zwar auf den ersten Blick einen günstigen Eindruck, er verliere aber langsam das Vertrauen, dass Bonita überhaupt restrukturiert werden kann. Die Konsenserwartungen für Tom Tailor hält Bosse vor diesem Hintergrund für zu hoch angesetzt./tih/fba

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14.12.2018

AKTIE IM FOKUS 2: Autowerte drehen ins Plus - China hebt Strafzölle vorerst auf

(neu: Kurse, Zollsignal aus China)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien deutscher Autohersteller haben am Freitag ihre anfänglich deutlichen Kursverluste nach positiven Nachrichten im US-chinesischen Handelsstreit größtenteils in leichte Gewinne umgewandelt. So notierten die Papiere von BMW und Daimler

zuletzt jeweils 0,1 Prozent im Plus. Die Anteilsscheine von Volkswagen präsentierten sich mit einem Kursrückgang von 0,5 Prozent.

Auslöser der Kehrtwende war die Meldung, China setze die Sonderabgaben auf Importe von Autos und Autoteile aus den USA für drei Monate aus. Der Einfuhrzoll werde von 1. Januar an von 40 wieder auf 15 Prozent gesenkt, teilte das Handelsministerium am Freitag in Peking mit. Die höheren Zölle für Autos aus den USA trafen insbesondere auch die deutschen Hersteller Daimler und BMW, denn sie fertigen ihre teuren SUVs in den USA auch für den chinesischen Markt.

Am Morgen hatten die Aktien der Autobauer wegen eines weiterhin schwächelnden Fahrzeugabsatzes in Europa erheblich weiter an Wert verloren. Im November war die Nachfrage nach Neuwagen in der EU den dritten Monat in Folge gesunken./edh/jha/

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14.12.2018

ANALYSE-FLASH: Kepler Cheuvreux belässt Leoni auf 'Reduce' - Ziel 27 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat Leoni nach einem unbestätigten Pressebericht über ein mögliches Übernahmeangebot vom indischen Konzern Motherson Sumi auf "Reduce" mit einem Kursziel von 27 Euro belassen. Der deutsche Autozulieferer würde auf den ersten Blick gut zu den Indern passen, schrieb Analyst Michael Raab in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Leoni-Aktienkurs habe den kolportierten Angebotspreis bereits überschritten, was darauf schließen lasse, dass der Markt eine höhere Offerte erwarte./ajx/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.12.2018 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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14.12.2018

ANALYSE-FLASH: Warburg Research belässt Dr. Hönle auf 'Buy' - Ziel 82 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat die Einstufung für Dr. Hönle nach Zahlen für das vierte Geschäftsquartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 82 Euro belassen. Der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr sei eine Enttäuschung, schrieb Analyst Malte Schaumann in einer am Freitag vorliegenden Schnelleinschätzung. Das untere Ende der Zielspanne lasse auf Unsicherheiten im Bereich der Klebstoffverarbeitung und vor allem im Geschäft mit der Smartphone-Industrie schließen./tih/ajx

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.12.2018 / 08:15 / MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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14.12.2018

ANALYSE-FLASH: Morgan Stanley nimmt Merck KGaA mit 'Equal-weight' wieder auf

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat Merck KGaA mit "Equal-weight" und einem Kursziel von 88 Euro in die Bewertung wieder aufgenommen. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern durchlebe schwierige Zeiten, schrieb Analyst Mark Purcell in einer am Freitag vorliegenden Studie. Zwar trage die Pharmaforschung erste Früchte, doch werde die Profitabilität gleichzeitig durch steigende Forschungskosten, Ausgaben für Markteinführungen und Umsatzeinbußen bei älteren Blockbustern belastet. Die aktuelle Aktienbewertung spiegele hohe Erwartungen in puncto Partnerschaften und gewinnsteigernde Zukäufe wider - solange sich diese aber nicht wirklich abzeichneten, sollten Anleger besser an der Seitenlinie bleiben./tav/mis

Veröffentlichung der Original-Studie: 14.12.2018 / 04:10 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

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