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Ölpreise geben nach - fester Dollar belastet

NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Belastet durch einen festen Dollar haben
die Ölpreise am Freitag nachgegeben. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West
Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Mai kostete gegen Mittag 84,55
US-Dollar. Das waren 96 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der
Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni sank um 79 Cent auf 86,80 Dollar.

Händler begründeten die Preisabschläge vor allem mit dem anhaltend festen
Dollar. Dieser verteuert Rohöl für Investoren außerhalb des Dollarraums,
insbesondere aus den nachfragestarken Schwellenländern Asiens. Dass der
Brent-Preis bereits seit Tagen deutlich über dem Niveau von US-Rohöl notiert,
führt die Commerzbank auf eine starke Nachfrage nach Nordseeöl bei
eingeschränktem Angebot zurück. "Anders als vor einem Jahr können die
Lagerkapazitäten in Cushing, dem Hauptumschlagsplatz für WTI, die aktuelle
Diskrepanz nicht erklären."

Aber nicht nur das Preisniveau, sondern auch die Preisentwicklung stellt
sich derzeit ungewöhnlich am Ölmarkt dar: Während der Brent-Preis am Donnerstag
auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren gestiegen war, musste WTI abermals
Kursabschläge hinnehmen. "Angesichts des unklaren technischen Bildes wird mit
Spannung erwartet, ob die spekulativen Finanzanleger ihr Engagement noch weiter
ausgebaut haben", heißt es bei der Commerzbank. In der vergangenen Woche waren
die Netto-Long-Positionen von Investoren, die auf steigende Preise setzen auf
ein Rekordhoch gestiegen. Die US-Aufsichtsbehörde CFTC legt am heutigen Freitag
neue Daten vor.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist
unterdessen weiter gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom
Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 83,28 Dollar. Das waren
65 Cent mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf
Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./bf/jha/