dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

27.06.2016

Kreise: VW muss 5 Milliarden Dollar mehr für US-Diesel-Vergleich einkalkulieren

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aufarbeitung des Diesel-Skandals in den USA könnte für Volkswagen laut Kreisen deutlich teurer werden als bislang erwartet. Die Gesamtsumme eines anstehenden Vergleichs mit privaten Klägern und Behörden belaufe sich mittlerweile auf mehr als 15 Milliarden US-Dollar und damit 5 Milliarden Dollar mehr als zuletzt erwartet, schrieb die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Montagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Weder VW noch die zuständigen Behörden wollten sich gegenüber Bloomberg dazu äußern.

VW hatte im April eine Grundsatzeinigung mit Klägern in den USA erzielt. An diesem Dienstag müssen der Konzern und die Gegenseite dem zuständigen US-Richter Charles Breyer nun einen Vergleichsvorschlag vorlegen. Laut Bloomberg sollen alleine an Entschädigungen für Käufer mehr als 10 Milliarden Dollar fließen - bis zu 10 000 Dollar pro Autobesitzer. Hinzu kämen 2,7 Milliarden Dollar an Strafen der US-Umweltbehörden EPA und CARB sowie weitere 2 Milliarden Dollar, die VW in Technologien zur Abgasreduzierung stecken müsse. Ein weiterer Vergleich mit mehreren US-Bundesstaaten koste zusätzliche 400 Millionen Dollar.

Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamtes EPA zugegeben, in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben. Insgesamt hat VW gut 16 Milliarden Euro (aktuell 17,6 Milliarden US-Dollar) für die Folgekosten der Abgas-Manipulationen zurückgelegt - dabei geht es aber nicht nur um die Probleme in den USA, weltweit sind elf Millionen Wagen betroffen./das

27.06.2016

ROUNDUP 2/RATING: S&P und Fitch senken Daumen über Großbritannien wegen Brexit

NEW YORK (dpa-AFX) - Die großen US-Ratingagenturen haben Großbritannien wegen des Brexit-Votums abgestraft. Standard & Poor's (S&P) erkannte dem Land die Top-Kreditwürdigkeit ab; die Bonität des Landes sei von der besten Bewertung "AAA" um zwei Stufen nach unten auf "AA" herabgestuft worden, teilte die Agentur am Montag mit. Fitch nahm die Bonitätseinstufung von "AA+" auf "AA" zurück. Bei beiden Ratingagenturen ist der Ausblick negativ.

Die Abstufung sei darauf zurückzuführen, dass das Brexit-Votum "die Vorhersehbarkeit, die Stabilität und die Effektivität der politischen Prozesse in Großbritannien" schwächen werde, so S&P. Zudem seien Auswirkungen auf die britische Wirtschaft und die Staatsfinanzen zu erwarten.

Ähnlich äußerte sich Fitch: Die Entscheidung für einen Austritt aus der Europäischen Union habe einen negativen Effekt auf die britische Wirtschaft, die öffentlichen Finanzen sowie die politische Kontinuität, erkläre die Agentur am Montagabend. Fitch kürzte angesichts der erwarteten Unsicherheit die Wachstumsprognosen für dieses und die kommenden beiden Jahre.

Ein schlechteres Rating kann letzten Endes dazu führen, dass ein Land höhere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen muss oder allgemein schlechter an frisches Geld gelangt. Großbritannien gehörte zu den wenigen Ländern mit der Top-Note "AAA", dem sogenannten Triple-A. Deutschland wird weiterhin mit der Bestnote bewertet.

S&P WARNT VOR FOLGEN FÜR FINANZBRANCHE

Die S&P-Analysten nannten als Leidtragenden des Brexit explizit die Finanzbranche, die einen wesentlichen Teil zur Beschäftigung und zu den öffentlichen Einnahmen beitrage. Darüber hinaus warnte S&P vor einem Zerfall Großbritanniens. Das Ergebnis des Referendums "könnte eine konstitutionelle Krise auslösen, wenn es zu einem zweiten Referendum um die schottische Unabhängigkeit von Großbritannien führt".

Die anstehenden Verhandlungen um einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union seien "mit einem hohen Maß an Unsicherheit" darüber verbunden, wie der Brexit letztlich ausgestaltet werde, so die Ratingagentur weiter. Die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen könnten sich weit über die zwei Jahre hinaus hinziehen, die für den eigentlichen EU-Austritt veranschlagt würden.

Die dritte große Ratingagentur Moody's hatte den Ausblick für die Bonitätsbewertung schon am Freitag von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Das Rating ließ Moody's indes zunächst unverändert bei "AA1", was eine Stufe unter der Top-Note im Moody's-Schema liegt./tos/das

27.06.2016

Ratingagentur Fitch stuft Großbritannien nach Brexit-Votum ebenfalls ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Votum für einen Brexit hat eine weitere der großen Ratingagenturen Großbritanniens Kreditwürdigkeit herabgestuft. Fitch nahm die Bonitätseinstufung von "AA+" auf den drittbesten Wert "AA" zurück. Die Entscheidung für einen Austritt aus der Europäischen Union habe einen negativen Effekt auf die britische Wirtschaft, die öffentlichen Finanzen sowie die politische Kontinuität, erkläre Fitch am Montagabend. Fitch kürzte angesichts der erwarteten Unsicherheit die Wachstumsprognosen für dieses und die kommenden beiden Jahre.

Zuvor hatte bereits die Ratingagentur Standard & Poor's Großbritanniens Kreditwürdigkeit abgestuft und zwar um gleich zwei Stufen von der Topnote "AAA" auf "AA". Auch hier ist der Ausblick wie bei Fitch negativ. Ein schlechteres Rating kann letzten Endes dazu führen, dass ein Land höhere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen muss oder allgemein schlechter an frisches Geld gelangt./das/edh

27.06.2016

Ryanair will neue Flugzeuge außerhalb Großbritanniens stationieren

FRANKFURT (dpa-AFX) - Wegen des Brexit-Votums sucht Billigflieger-Primus Ryanair sein Glück in Kontinentaleuropa. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass im kommenden Jahr auch nur eines der 50 neuen Flugzeuge in Großbritannien stationiert werde, sagte Firmenchef Michael O?Leary dem "Wall Street Journal" (Online-Ausgabe vom Montag). "Wir werden all unser Wachstum in die Europäische Union umleiten." Bislang hat die irische Ryanair einen beträchtlichen Teil ihrer Flotte in Großbritannien stationiert.

Fluggesellschaften gelten mit als Hauptleidtragende eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU. Der Luftfahrtverband IATA schätzt, dass der erwartete wirtschaftliche Abschwung nach dem Brexit und der Wertverfall des britischen Pfund die Zahl der Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich bis zum Jahr 2020 um 3 bis 5 Prozent nach unten drückt. Zudem ist unklar, ob Großbritannien in Zukunft weiterhin dem Luftverkehrs-Binnenmarkt der EU angehört. Die British-Airways-Mutter IAG und Ryanair-Rivale Easyjet haben bereits ihre Prognosen gesenkt, was die Aktien von Fluggesellschaften europaweit einknicken ließ.

"Die Wirtschaft in Großbritannien und in Europa wird ganz sicherlich einen Dämpfer erhalten", sagte O'Leary. Kurzfristig erwarte er aber nur einen geringen Einfluss auf die Buchungen in Großbritannien, zitierte ihn die Zeitung weiter. Die Fluggäste würden mit Rabatten gelockt werden, um die Maschinen zu füllen./das/edh

27.06.2016

dpa-AFX Überblick: Ausgewählte ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN vom 27.06.2016

Goldman senkt Ziel für Volkswagen-Vorzüge auf 100 Euro - 'Sell'

NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Volkswagen nach dem britischen Votum für den Brexit von 120 auf 100 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen. In seinen Pkw- und Lkw-Absatzprognosen berücksichtige er nun die ungünstigeren Wachstumsaussichten für Europa, schrieb Analyst Stefan Burgstaller in einer am Montag veröffentlichten Branchenstudie. Die Absatzmengen in Großbritannien dürften ihren Zenit erreicht haben. Für VW passte er zudem seine Schätzungen zu den Währungseffekten an. Ferner reduzierte der Experte seine Schätzungen für die operativen Gewinne (Ebit) im europäischen Autosektor bis 2020.

Baader Bank hebt Thyssenkrupp auf 'Buy' - Ziel 25 Euro

MÜNCHEN - Die Baader Bank hat Thyssenkrupp von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 17,50 auf 25,00 Euro angehoben. Analyst Christian Obst verwies in einer Studie vom Montag auf operative Verbesserungen in einigen Bereichen des Industrie- und Stahlkonzerns. Dies gelte etwa für das Aufzuggeschäft sowie die Materials Services. Zudem nehme wohl der Druck für eine weitere Reorganisation des Konzerns zu. Das könnte die Bewertungsmultiplikatoren nach oben treiben.

Goldman senkt Ziel für Lufthansa auf 10,00 Euro - 'Sell'

NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Lufthansa nach dem Referendum Großbritanniens über die EU-Mitgliedschaft von 14,70 auf 10,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen. Durch den Brexit dürfte sich die Nachfrage nach Flugzeugreisen verringern, schrieb Analystin Alexia Dogani in einer Branchenstudie vom Montag. Ihre neuen Schätzungen reflektierten die jüngsten Bewegungen in den Wechselkursen und die hohe operative Verschuldung.

Exane BNP senkt Ziel für BMW auf 63 Euro - 'Underperform'

PARIS - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat das Kursziel für BMW nach dem Brexit-Votum der Briten von 66 auf 63 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Underperform" belassen. Wegen Währungseffekten und einem wahrscheinlichen Abschwung der britischen Wirtschaft habe er seine Schätzungen und Kursziel für die europäische Autobranche überarbeitet, schrieb Analyst Stuart Pearson in einer Studie vom Montag. Für das zweite Halbjahr rechnet er nun mit einem zehnprozentigen Nachfragerückgang in Großbritannien. Vor allem Peugeot sei betroffen, aber auch VW und BMW.

SocGen senkt Ziel für Barclays auf 185 Pence - 'Buy'

PARIS - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat das Kursziel für die britische Bank Barclays nach der Brexit-Entscheidung von 245 auf 185 Pence gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Angesichts der Umfrageergebnisse in Großbritannien zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union habe er seine Schätzungen für den Gewinn (EPS) gesenkt und damit den wirtschaftlichen Abschwung durch den Brexit berücksichtigt, schrieb Analyst James Invine in einer Studie vom Montag.

Equinet nimmt Fielmann mit 'Accumulate' wieder auf - Ziel 68 Euro

FRANKFURT - Die Investmentbank Equinet hat Fielmann mit "Accumulate" und einem Kursziel von 68 Euro in die Bewertung wieder aufgenommen. Die Optikerkette sei gut positioniert und das aktuelle Kursniveau biete eine attraktive Einstiegschance, schrieb Analyst Simon Heilmann in einer am Montag veröffentlichten Studie. Das alte Kursziel vor Aussetzung der Beobachtung hatte bei 55 Euro gelegen.

Exane BNP senkt Ziel für Allianz auf 150 Euro - 'Neutral'

PARIS - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat das Kursziel für das Papier der Allianz SE nach dem Brexit-Votum von 168 auf 150 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Analyst Niccolo Dalla Palma passte in einer am Montag veröffentlichten Branchenstudie seine Kursziele und Gewinnschätzungen für Versicherer unter Berücksichtigung von Währungsbewegungen und höheren Kapitalkosten an.

HSBC senkt Ziel für Deutsche Telekom auf 17,00 Euro - 'Buy'

LONDON - Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für Deutsche Telekom von 19,50 auf 17,00 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Regulierungen seien die kritischen Treiber in der Telekombranche und nun bestehe das Risiko, dass der Brexit von notwendigen Verbesserungen ablenke, schrieb Analyst Stephen Howard in einer Branchenstudie vom Montag. Bei einer Flucht in Qualitätsaktien innerhalb der Branche dürfte die Deutsche Telekom der Profiteur sein.

JPMorgan senkt Ziel für Braas Monier auf 26 Euro - 'Overweight'

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Braas Monier von 27 auf 26 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Dies schrieb Analystin Elodie Rall in einer Branchenstudie zu den Folgen des Brexit auf europäische Baustoffhersteller vom Montag. Die Expertin schätzt die Volumenentwicklung in Großbritannien nun konservativer ein und senkte ihre Gewinnschätzungen bis 2017 um bis zu 2,2 Prozent.

DZ senkt fairen Wert für Hornbach Holding auf 61 Euro - 'Halten'

FRANKFURT - Die DZ Bank hat den fairen Wert für Hornbach Holding nach Zahlen für das erste Quartal von 62 auf 61 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Halten" belassen. Die Holdinggesellschaft der Baumarktkette habt mit einem starken Auftaktquartal überzeugt, schrieb Analyst Thomas Maul in einer Studie vom Montag.

KUNDENHINWEIS: Sie lesen eine Auswahl der Analysten-Umstufungen von dpa-AFX

/das

27.06.2016

US-Anleihen weiter auf dem Vormarsch - Zustrom in sichere Häfen hält an

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen haben am Montag von dem anhaltenden Zustrom in sichere Anlagehäfen profitiert. Grund für die Entwicklung ist das Votum der Briten, die Europäische Union verlassen zu wollen. Die wirtschaftlichen Folgen des Brexit sind ebenso ungewiss wie die politischen Auswirkungen.

In den USA hat der Brexit und die von ihm ausgehende Unsicherheit vor allem Auswirkungen auf die Geldpolitik. Baldige Zinsanhebungen der Notenbank Fed werden an den Finanzmärkten nicht mehr erwartet. Am amerikanischen Terminmarkt liegt die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung der Ende 2015 begonnenen Zinswende noch in diesem Jahr bei weniger als 10 Prozent. Dagegen beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung knapp 20 Prozent.

Zweijährige Anleihen stiegen um 1/32 Punkte auf 100 1/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,60 Prozent. Fünfjährige Papiere gewannen 11/32 Punkte auf 100 19/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,00 Prozent. Zehnjährige Anleihen erhöhten sich um 30/32 Punkte auf 101 17/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,46 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren stiegen um 2 ganze und 26/32 Punkte auf 104 23/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,28 Prozent./edh/bgf/das

27.06.2016

Devisen: Britisches Pfund fällt in 'Chaostagen' weiter

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem Brexit-Schock haben der Euro und das britische Pfund am Montag auch im US-Handel an Wert verloren. Das Pfund war zwischenzeitlich zum Dollar sogar unter den langjährigen Tiefstand vom Freitag gefallen.

Zuletzt kostete die britische Währung 1,3182 US-Dollar. Im europäischen Nachmittagsgeschäft war sie bis auf 1,3121 Dollar gefallen und kostete damit so wenig wie seit 1985 nicht mehr. Am Freitag hatte die Währung nach dem Brexit-Votum mehr als 15 US-Cent an Wert verloren und war bis auf 1,3229 Dollar gesunken.

Der Euro blieb am Montag zum Dollar ebenfalls unter Druck und kostete 1,1002 Dollar. Das war über ein Cent weniger als am späten Freitagabend, aber immerhin etwas höher als im Europa-Handel. Zum Britischen Pfund legte der Eurokurs sogar deutlich zu und notierte zuletzt bei 0,8353 Pfund.

"Der Druck auf das britische Pfund bleibt hoch", sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. "Es ist noch nicht im Ansatz absehbar, welches Verhältnis Großbritannien künftig zur EU haben wird." Solange ein Ausschluss aus dem Binnenmarkt drohe, dürfte das Pfund unter Druck bleiben. Der Eurokurs dürfte sich nach Einschätzung Leuchtmanns zum Dollar wieder stabilisieren, solange sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der britischen Entscheidung in Grenzen halten. Das Pfund dürfte jedoch weiter das Marktgeschehen dominieren./edh/jsl/das

27.06.2016

Umsätze an Terminbörse Eurex gestiegen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Umsätze mit Aktienoptionen an der Terminbörse Eurex sind am Montag gestiegen. Insgesamt wurden bis 20.00 Uhr 999 422 (Freitag: 731 051) Kontrakte gehandelt. Die Zahl der Kaufoptionen (Calls) betrug 369 669 (320 763), die der Verkaufsoptionen (Puts) lag bei 629 753 (410 288). Das Verhältnis von Calls zu Puts betrug 0.58 zu eins. Die meist gehandelten Werte waren Deutsche Bank (41 451/82 449), Credit Suisse Group (37 528/59 152) und UBS (19 165/28 596)./ra/DP/das

27.06.2016

ROUNDUP/RATING: S&P entzieht Großbritannien wegen Brexit die Top-Bonität

NEW YORK (dpa-AFX) - In Reaktion auf das Brexit-Votum hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) Großbritannien die Top-Kreditwürdigkeit aberkannt. Die Bonität des Landes sei von der besten Bewertung "AAA" um zwei Stufen nach unten auf "AA" herabgestuft worden, teilte die Agentur am Montag mit. Zudem sei der Ausblick negativ.

Die Abstufung sei darauf zurückzuführen, dass das Brexit-Votum "die Vorhersehbarkeit, die Stabilität und die Effektivität der politischen Prozesse in Großbritannien" schwächen werde, so die Ratingagentur. Zudem seien Auswirkungen auf die britische Wirtschaft und die Staatsfinanzen zu erwarten.

Ein schlechteres Rating kann letzten Endes dazu führen, dass ein Land höhere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen muss oder allgemein schlechter an frisches Geld gelangt. Großbritannien gehörte zu den wenigen Ländern mit der Top-Note "AAA", dem sogenannten Triple-A. Deutschland wird weiterhin mit der Bestnote bewertet.

S&P WARNT VOR FOLGEN FÜR FINANZBRANCHE

Die S&P-Analysten warnten, dass das Brexit-Votum zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes führen könnte. Sie nannten dabei explizit die Finanzbranche, die einen wesentlichen Teil zur Beschäftigung und zu den öffentlichen Einnahmen beitrage.

Darüber hinaus warnte S&P vor einem Zerfall Großbritanniens. Das Ergebnis des Referendums "könnte eine konstitutionelle Krise auslösen, wenn es zu einem zweiten Referendum um die schottische Unabhängigkeit von Großbritannien führt".

WARNUNG VOR LANGEN VERHANDLUNGEN

Die anstehenden Verhandlungen um einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union seien "mit einem hohen Maß an Unsicherheit" darüber verbunden, wie der Brexit letztlich ausgestaltet werde, so die Ratingagentur weiter. Die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen könnten sich weit über die zwei Jahre hinaus hinziehen, die für den eigentlichen EU-Austritt veranschlagt würden.

Bislang ist S&P die einzige der führenden Ratingagenturen, die Großbritannien in Reaktion auf das Brexit-Votum herabgestuft hat. Moody's hatte den Ausblick für die Bonitätsbewertung allerdings schon am Freitag von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Das Rating ließ Moody's indes zunächst unverändert bei "AA1", also eine Stufe unter der Top-Note./tos/das

27.06.2016

Steuer-Vorwürfe: Pariser Ermittler beantragen Prozess gegen UBS

PARIS (dpa-AFX) - Französische Ermittler wollen die Schweizer Großbank UBS wegen mutmaßlicher Hilfe bei der Steuerhinterziehung vor Gericht bringen. Die nationale Finanz-Staatsanwaltschaft beantragte die Überweisung an ein Strafgericht, ein Sprecher bestätigte am Montag entsprechende französische Medienberichte. Die Ermittler werfen der Bank Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung und illegale Anwerbung von Kunden vor. Die Bank hatte die Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen.

Die UBS soll vermögende Franzosen bei der Hinterziehung von Steuern geholfen haben. Die Ermittler hatten deshalb 2014 ein schon länger laufendes Ermittlungsverfahren gegen das Institut ausgeweitet. Bis zur Klärung der Vorwürfe wurde der UBS damals eine Kaution von insgesamt 1,1 Milliarden Euro auferlegt, gegen die die Bank sich erfolglos zur Wehr setzte. Die Entscheidung über einen Prozess liegt nun in der Hände der Untersuchungsrichter./sku/DP/das

27.06.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Brexit-Nachbeben sorgt weiter für Verkaufsdruck

NEW YORK (dpa-AFX) - Die vom Brexit ausgehenden Schockwellen haben an der Wall Street auch in der neuen Woche ihre zerstörerische Wirkung entfaltet. Politische Verwerfungen in Großbritannien vom Wochenende, massive Verluste der europäischen Börsen sowie der festere US-Dollar wurden als Gründe für die anhaltend steile Talfahrt der US-Aktien genannt.

Der Dow Jones Industrial schloss am Montag 1,50 Prozent tiefer bei 17 140,24 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er mit 17 063 Zählern den tiefsten Stand seit Mitte März erreicht. Bereits am Freitag hatte der US-Leitindex 3,4 Prozent verloren. Damit verzeichnet der Dow für den bisherigen Jahresverlauf wieder eine negative Bilanz: Das Minus seit dem 31. Dezember 2015 beläuft sich nun auf gut anderthalb Prozent.

Der S&P 500 büßte am Montag 1,81 Prozent auf 2000,54 Zähler ein. Zwischenzeitlich hatte der marktbreite Index erstmals seit mehr als drei Monaten wieder die viel beachtete Marke von 2000 Punkten unterschritten. Für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 1,98 Prozent auf 4201,05 Punkte nach unten.

RATINGAGENTUREN S&P UND FITCH STUFEN GROSSBRITANNIEN AB

Zusätzliche, wenngleich nur moderate Belastung für den Dow, kam im späteren Handelsverlauf von der Nachricht, dass die US-Ratingagentur Standard & Poor's Großbritannien wegen des Brexit-Votums die Top-Kreditwürdigkeit aberkannt hat. Die Bonität des Landes wurde von der besten Stufe "AAA" um zwei Schritte auf "AA" reduziert. Auch die Ratingagentur Fitch nahm die Bonitätseinstufung Großbritanniens von "AA+" auf den drittbesten Wert "AA" zurück. Ein schlechteres Rating kann letztlich dazu führen, dass ein Land höhere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen muss oder allgemein schlechter an frisches Geld gelangt.

"Das ist die neue Normalität", sagte eine Händlerin und verwies darauf, wie sehr mittlerweile politische Ereignisse die Finanzmärkte zum Beben bringen können. Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit nach der Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union, hieß es aus dem Handel. Die Marktteilnehmer flüchteten in "sichere Häfen" wie Staatsanleihen und Edelmetalle.

FINANZWERTE ERNEUT BESONDERS UNTER DRUCK

Aus Branchensicht setzten die Finanzwerte ihre rasante Brexit-Talfahrt vom Freitag fort und gehörten mit einem Minus von 2,8 Prozent erneut zu den schwächsten Sektoren im S&P-500-Index. Ebenfalls sehr schwach präsentierten sich die Branchen Energie und Rohstoffe.

Unter den Einzelwerten im Dow verbilligten sich JPMorgan um 3,3 Prozent. Dow-Schlusslicht American Express sackten um knapp 4 Prozent ab. Die Aktien der Bank of America fielen um 6,3 Prozent, jene des Versicherers Metlife gar um 7,4 Prozent.

TESLA TOP-WERT IM NASDAQ

Tagesgewinner im Nasdaq-Index waren die Titel von Tesla mit einem Plus von 2,80 Prozent. Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin "Forbes" die Aktien des Elektroauto-Herstellers als "überverkauft" bezeichnet, ein Ausdruck, der gemeinhin dem Status eines Schnäppchens entspricht. Am unteren Ende des Technologieindex rangierten die Anteilsscheine des Festplattenherstellers Western Digital mit einem Verlust von fast 12 Prozent.

An den Devisenmärkten setzten der Euro und vor allem das britische Pfund ihre Brexit-bedingte Talfahrt fort. Das Pfund war zwischenzeitlich zum US-Dollar sogar unter den langjährigen Tiefstand vom Freitag gefallen. Der Euro kostete zuletzt 1,1021 Dollar. Das war über ein Cent weniger als am späten Freitagabend, aber immerhin etwas höher als im späten europäischen Handel. Zum Britischen Pfund legte der Eurokurs sogar deutlich zu und notierte zuletzt bei 0,8341 Pfund. Zehnjährige US-Staatsanleihen erhöhten sich um einen ganzen Punkt auf 101 19/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,45 Prozent./edh/das

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

27.06.2016

Aktien New York Schluss: Brexit-Nachbeben sorgt weiter für Verkaufsdruck

NEW YORK (dpa-AFX) - Die vom Brexit ausgehenden Schockwellen haben an der Wall Street auch in der neuen Woche ihre zerstörerische Wirkung entfaltet. Politische Verwerfungen in Großbritannien vom Wochenende, massive Verluste der europäischen Börsen sowie der festere US-Dollar wurden als Gründe für die anhaltend steile Talfahrt der US-Aktien genannt.

Der Dow Jones Industrial schloss am Montag 1,50 Prozent tiefer bei 17 140,24 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er mit 17 063 Zählern den tiefsten Stand seit Mitte März erreicht. Bereits am Freitag hatte der US-Leitindex 3,4 Prozent verloren. Damit verzeichnet der Dow für den bisherigen Jahresverlauf wieder eine negative Bilanz: Das Minus seit dem 31. Dezember 2015 beläuft sich nun auf gut anderthalb Prozent.

Der S&P 500 büßte am Montag 1,81 Prozent auf 2000,54 Zähler ein. Zwischenzeitlich hatte der marktbreite Index erstmals seit mehr als drei Monaten wieder die viel beachtete Marke von 2000 Punkten unterschritten. Für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 1,98 Prozent auf 4201,05 Punkte nach unten./edh/das

27.06.2016

Aktien New York: Brexit-Schockwellen sorgen weiter für Verkaufsdruck

NEW YORK (dpa-AFX) - Die vom Brexit ausgehenden Schockwellen haben an der Wall Street auch in der neuen Woche ihre zerstörerische Wirkung entfaltet. Politische Verwerfungen in Großbritannien vom Wochenende, massive Verluste der europäischen Börsen sowie der festere US-Dollar wurden als Gründe für die anhaltend steile Talfahrt der US-Aktien genannt.

Der Dow Jones Industrial fiel am Montag zuletzt um 1,65 Prozent auf 17 112,78 Punkte und erreichte zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit Mitte März. Bereits am Freitag hatte der US-Leitindex 3,4 Prozent verloren. Der marktbreite S&P 500 büßte am Montag 1,94 Prozent auf 1997,95 Zähler ein und lag damit erstmals seit mehr als drei Monaten wieder unter der viel beachteten Marke von 2000 Punkten. Für den technologiewertelastigen NASDAQ 100 ging es um 2,14 Prozent auf 4194,19 Punkte nach unten.

Zusätzliche, wenngleich nur moderate Belastung für den Dow, kam im späteren Handelsverlauf von der Nachricht, dass die US-Ratingagentur Standard & Poor's Großbritannien wegen des Brexit-Votums die Top-Kreditwürdigkeit aberkannt hat. Die Bonität des Landes wurde von der besten Stufe "AAA" um zwei Schritte auf "AA" reduziert. Ein schlechteres Rating kann letztlich dazu führen, dass ein Land höhere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen muss oder allgemein schlechter an frisches Geld gelangt.

"Das ist die neue Normalität", sagte eine Händlerin und verwies darauf, wie sehr mittlerweile politische Ereignisse die Finanzmärkte zum Beben bringen können. Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit nach der Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union, hieß es aus dem Handel. Die Marktteilnehmer flüchteten in "sichere Häfen" wie Staatsanleihen und Edelmetalle.

Aus Branchensicht setzten die Finanzwerte ihre rasante Brexit-Talfahrt vom Freitag fort und gehörten mit einem Minus von 2,7 Prozent erneut zu den schwächsten Sektoren im S&P-500-Index. Ebenfalls sehr schwach präsentierten sich die Branchen Energie und Rohstoffe.

Unter den Einzelwerten im Dow verbilligten sich JPMorgan um 3,4 Prozent. Dow-Schlusslicht American Express sackten um mehr als 4 Prozent ab. Die Aktien der Bank of America fielen um 6,2 Prozent, jene des Versicherers Metlife gar um 7,3 Prozent./edh/das

27.06.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Brexit-Schock sorgt für erneute Dax-Talfahrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock sitzt tief an der Börse. Verunsicherte Anleger schickten den deutschen Aktienmarkt am Montag weiter auf Talfahrt. Der Dax fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit dem 25. Februar. Mit einem Abschlag von 3,02 Prozent auf 9268,66 Punkten ging der deutsche Leitindex aus dem Tag.

Investoren schreckten vor den Risiken eines Austritts Großbritanniens aus der EU zurück, sagten Händlern und Marktanalysten. Am vergangenen Donnerstag hatten die Briten per Volksabstimmung den sogenannten Brexit beschlossen und damit die Finanzmärkte erschüttert. Dagegen rückte der überraschend klare Wahlerfolg der konservativen Volkspartei (PP) in Spanien in den Hintergrund, zumal er eine Regierungsbildung dennoch nicht einfacher machen wird. Die Spanier hatten am Sonntag zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten ein neues Parlament gewählt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen brach am Montag um weitere 4,58 Prozent auf 18 920,99 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 4,15 Prozent auf 1520,88 Punkte ab. Auch europaweit sah es kaum besser aus: Der EuroStoxx 50 büßte weitere 2,83 Prozent auf 2697,44 Punkte ein. Auch in Paris und London waren die Kurstafeln tiefrot.

Kaum besser sah es im laufenden Wall-Street-Handel aus: In den USA verlor der Leitindex Dow Jones Industrial zugleich 1,5 Prozent. Die Nasdaq-Indizes gaben um die 2 Prozent nach.

GOLD, YEN, FRANKEN UND ANLEIHEN WEITER STARK GEFRAGT

Gefragt blieben dagegen als "sichere Häfen" geltende Anlagen: Der Goldpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort, und auch der japanische Yen oder der Schweizer Franke waren als Fluchtwährung weiter beliebt.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Verzinsung der Bundesanleihen erneut auf ein Rekordtief: Die Umlaufrendite sank von minus 0,20 Prozent am Freitag auf minus 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 143,79 Punkte. Der Bund-Future sprang um 0,71 Prozent auf 166,79 Punkte hoch. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0998 (Freitag: 1,1066) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9093 (0,9037) Euro.

Chinas Premier Li Keqiang sieht den Brexit als Belastung für die Erholung der Weltwirtschaft. Der britische Finanzminister George Osborne befürchtet negative Folgen der Entscheidung für die einheimische Wirtschaft. Zugleich droht die US-Ratingagentur Moody's Großbritannien nun mit einer Herabstufung, während zahlreiche namhafte Investmentbanken ihre Anlageurteile und Kursziele für Aktien über fast alle Branchen und europäischen Länder hinweg kappten. "Wer jetzt Aktien kauft, muss auf die Zentralbanken hoffen", kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

BANKENBRANCHE ERNEUT STARK BELASTET

Stark belastet war erneut die Bankenbranche, die besonders unter dem bevorstehenden Brexit leiden dürfte. Die Aktien der Deutschen Bank rutschten auf ein neues Rekordtief bei 12,07 Euro und gingen schließlich mit minus 6,17 Prozent bei 12,54 Euro aus dem Tag. Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan strich seine Empfehlung für die Papiere des Finanzkonzerns. Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, sagte ein Börsianer.

Die Commerzbank-Titel verloren 5,24 Prozent, und im MDax sackten die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank um 8,02 Prozent ab. CMC-Marktanalyst Stanzl verwies darauf, dass der Sektor bereits vor dem Referendum immens unter Druck gestanden habe. Nun komme die Neuordnung eines Finanzplatzes hinzu, der zu den wichtigsten der Welt zähle.

Die Aktien der Lufthansa verloren am Dax-Ende 8,26 Prozent auf 10,05 Euro, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel auf 10 Euro gesenkt und ihre Verkaufsempfehlung bestätigt hatte. Der britische EU-Austritt dürfte die Nachfrage nach Flug-, Pauschal- und Bahnreisen verringern, schrieb Analystin Alexia Dogani in einer Branchenstudie.

HeidelbergCement sackten um 8,03 Prozent ab. Laut Händlern stufte die US-Bank Merrill Lynch die Aktien des Baustoffherstellers ab. Zudem senkten andere Banken ihre Kursziele.

IMMOBILIENTITEL PROFITIEREN VON BREXIT

Dagegen setzten sich die Papiere des Immobilienkonzerns Vonovia mit plus 2,37 Prozent an die Dax-Spitze. Kurstreiber war laut Börsianern eine neue Kaufempfehlung von Morgan Stanley. Die deutsche Immobilienbranche profitiere von der Hoffnung, dass einige Banken Personal von London nach Frankfurt verschieben. Für die Vonovia-Konkurrentin Deutsche Wohnen ging es im MDax um 1,25 Prozent hoch und im SDax profitierten Ado Properties .

Beim Dünger- und Salzproduzenten K+S ließen enttäuschende Geschäftszahlen für das zweite Quartal den Aktienkurs am MDax-Ende um 12,41 Prozent einbrechen.

Nicht nachhaltig waren die spekulativen Kursgewinne der Wirecard-Aktie von zeitweise fast 6 Prozent. Der Betreiber der chinesischen Alibaba-Tochter Alipay dementierte Berichte über eine eventuell bevorstehende Beteiligung am deutschen Zahlungsabwickler, was dessen Aktien letztlich wieder um 3,76 Prozent abrutschen ließ./ck/das

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

27.06.2016

Aktien Frankfurt Schluss: Brexit-Schock sorgt für erneute Dax-Talfahrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Brexit verunsichert weiterhin die Anleger und hat am Montag den deutschen Aktienmarkt erneut auf Talfahrt geschickt. Der Dax fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit dem 25. Februar. Mit einem Abschlag von 3,02 Prozent auf 9268,66 Punkten ging der deutsche Leitindex schließlich aus dem Handel.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen brach um weitere 4,58 Prozent auf 18 920,99 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 4,15 Prozent auf 1520,88 Punkte ab. Als "sichere Häfen" geltende Anlagen wie Gold, japanischer Yen oder Schweizer Franke blieben dagegen weiter gefragt.

Am vergangenen Donnerstag hatten die Briten per Volksabstimmung den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union beschlossen und damit die Finanzmärkte erschüttert. Die Anleger hielten sich auch am Montag von Aktien fern, zumal zahlreiche namhafte Investmentbanken ihre Anlageurteile und Kursziele für Aktien über fast alle Branchen und europäischen Länder hinweg kappten./ck/das

27.06.2016

ROUNDUP/Aktien New York: Brexit-Schock hält an - S&P unter 2000 Punkte

NEW YORK (dpa-AFX) - Die vom Brexit ausgehenden Schockwellen sind an der Wall Street auch in der neuen Woche noch deutlich zu spüren. Händler verwiesen am Montag auf den anziehenden US-Dollar sowie auf negative Vorgaben der europäischen Börsen, wo die Indizes ihre enormen Kursverluste vom vergangenen "Black Friday" ausweiteten.

Der Dow Jones Industrial fiel am Montag zuletzt um 1,65 Prozent auf 17 113,91 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte März. Bereits am Freitag hatte der US-Leitindex 3,4 Prozent verloren. Der marktbreite S&P 500 büßte am Montag 1,96 Prozent auf 1997,54 Zähler ein und lag damit erstmals seit mehr als drei Monaten wieder unter der vielbeachteten Marke von 2000 Punkten. Für den technologiewertelastigen NASDAQ 100 ging es um 2,10 Prozent auf 4195,58 Punkte nach unten.

Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit nach der Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union, hieß es aus dem Handel. Die Marktteilnehmer flüchteten in "sichere Häfen" wie Staatsanleihen und Edelmetalle.

Aus Branchensicht setzten die Finanzwerte ihre rasante Brexit-Talfahrt vom Freitag fort und waren mit einem Minus von mehr als 3 Prozent erneut schwächster Sektor im S&P-500-Index.

Unter den Einzelwerten im Dow präsentierten sich JPMorgan und American Express mit Kursabschlägen von jeweils mehr als 4 Prozent entsprechend schwach. Die Aktien der Bank of America verbilligten sich um 5,48 Prozent, jene des Versicherers Metlife gar um fast 7 Prozent./edh/das

27.06.2016

DAX-FLASH: Brexit-Furcht sorgt für neue Tiefstände seit Februar

FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock sitzt tief und hat die Börsen weiter auf Talfahrt geschickt. Der Dax weitete nach dem sehr schwachen US-Börsenstart am Montagnachmittag seine Verluste aus. Rund eine halbe Stunde vor Handelsschluss büßte der deutsche Leitindex 3,45 Prozent auf 9227,71 Punkte ein. Kurzzeitig fiel er sogar bis auf 9222,93 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit dem 25. Februar.

Der EuroStoxx 50 gab um 3,48 Prozent auf 2679,52 Punkte nach und erreichte zeitweise den tiefsten Stand seit dem 11. Februar. In den USA gab der Dow Jones Industrial um 1,88 Prozent nach. Der Kurs des Euro fiel zuletzt auf 1,0979 US-Dollar und damit wieder in Richtung seines Tagestiefs bei 1,0971 Dollar.

"Die Verunsicherung infolge des Brexit-Votums ist zurzeit einfach zu groß", kommentierte Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG./ck/das

27.06.2016

Aktien New York: Brexit-Schock noch nicht verdaut - S&P fällt unter 2000 Punkte

NEW YORK (dpa-AFX) - Die vom Brexit ausgehenden Schockwellen sind an der Wall Street auch in der neuen Woche noch deutlich zu spüren. Der Dow Jones Industrial fiel im frühen Montagshandel um 1,64 Prozent auf 17 116,17 Punkte, nachdem er bereits am Freitag 3,4 Prozent verloren hatte. Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit nach der Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union, hieß es aus dem Handel.

Der marktbreite S&P 500 büßte am Montag um 1,89 Prozent auf 1998,89 Zähler ein. Zuletzt stand der Index im März unter 2000 Punkten. Für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 1,76 Prozent auf 4210,43 Punkte nach unten./edh/das

27.06.2016

Aktien Frankfurt: Brexit-Schock lässt Dax erneut abrutschen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock hat den deutschen Aktienmarkt weiter fest im Griff. Nach einem anfänglichen Stabilisierungsversuch rutschte der Dax bis zum Montagnachmittag wieder um 2,07 Prozent ab auf 9359,38 Punkte. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex mit Verlusten von bis zu 10 Prozent auf das überraschende britische Votum gegen die EU-Mitgliedschaft reagiert und letztlich knapp 7 Prozent tiefer geschlossen.

Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten entstehe, warnte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Das belastete am Montag auch die anderen Indizes: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 3,22 Prozent auf 19 190,35 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 3,44 Prozent auf 1532,04 Punkte.

Für den am Freitag ebenfalls gebeutelten Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 2,17 Prozent bergab. Gefragt blieben dagegen als "sichere Häfen" geltende Anlagen: Der Goldpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort, und auch der japanische Yen ist als Fluchtwährung weiter beliebt.

EXPERTE BEGRÜSST KONSERVATIVEN WAHLSIEG IN SPANIEN

Chinas Premier Li Keqiang sieht den Brexit als Belastung für die Erholung der Weltwirtschaft. Die US-Ratingagentur Moody's drohte Großbritannien nach dem Votum für einen Austritt aus der EU mit einer Herabstufung. Zudem fürchtet der britische Finanzminister George Osborne negative Folgen der Entscheidung für die einheimische Wirtschaft.

CMC-Experte Spooner machte aber auch positive Nachrichten aus - etwa mit Blick nach Spanien. Dort gewann die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy die vorgezogene Parlamentswahl. Die Spanier setzten damit in komplizierten Zeiten auf Stabilität. Auch hier bleibt jedoch Unsicherheit, denn Rajoy kann nicht alleine regieren und eine Regierungsbildung ist noch nicht in Sicht.

BREXIT-AUSWIRKUNGEN BELASTEN BANKEN UND LUFTHANSA

Bei Einzelwerten sorgten vor allem kritische Studien zu den Brexit-Auswirkungen für Bewegung. Die Aktien der Deutschen Bank rutschten auf ein neues Rekordtief ab und lagen zuletzt mit 6,40 Prozent im Minus. Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan strich seine Empfehlung für die Papiere des Finanzkonzerns. Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, sagte ein Börsianer.

In der Branche war der Brexit-Schock überhaupt weiter spürbar: Die Commerzbank-Titel verloren 5,32 Prozent und im MDax sackten Deutsche Pfandbriefbank um 9,66 Prozent ab. Mit minus 7 Prozent war der Subindex der europäischen Bankenwerte im marktbreiten Index Stoxx Europe 600 weit unten zu finden.

Die Aktien der Lufthansa verloren am Dax-Ende 7,49 Prozent auf 10,135 Euro, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel auf 10 Euro gesenkt und ihre Verkaufsempfehlung bestätigt hatte. Der britische EU-Austritt dürfte die Nachfrage nach Flug-, Pauschal- und Bahnreisen verringern, schrieb Analystin Alexia Dogani in einer Branchenstudie. HeidelbergCement sackten um 6,08 Prozent ab. Laut Händlern stufte die US-Bank Merrill Lynch die Aktien des Baustoffherstellers ab. Zudem senkten andere Banken ihre Kursziele.

IMMOBILIENTITEL PROFITIEREN VON BREXIT

Dagegen setzten sich die Papiere des Immobilienkonzerns Vonovia mit plus 3,71 Prozent an die Dax-Spitze. Kurstreiber war laut Börsianern eine neue Kaufempfehlung von Morgan Stanley. Zudem profitiere die deutsche Branche von mit dem Brexit verbundenen Hoffnungen, dass einige Banken Personal von London nach Frankfurt verschöben. Für die Vonovia-Konkurrenten Deutsche Wohnen und LEG Immobilien im MDax ging es deutlich bergauf.

Beim Dünger- und Salzproduzenten K+S ließen enttäuschende Eckdaten für das zweite Quartal den Aktienkurs um über 13 Prozent einbrechen.

FRESENIUS VERLIEREN NACH CHEFWECHSEL

Die Aktien des Medizinkonzern Fresenius verloren nach einem überraschenden Chefwechsel zuletzt mit dem Markt 2,18 Prozent. Commerzbank-Analyst Oliver Metzger betonte indes die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Ulf Schneider und seinem Nachfolger, dem bisherigen Finanzvorstand Stephan Sturm. Daher sollte sich am von den Investoren geschätzten Managementstil bei den Bad Homburgern nichts ändern. Schneider verlässt das Unternehmen bis Ende Juni auf eigenen Wunsch, um eine "neue berufliche Herausforderung" anzunehmen.

Bei den Technologiewerten profitierte Wirecard nicht nachhaltig von Übernahmespekulationen. Der Betreiber der chinesischen Alibaba-Tochter Alipay dementierte Berichte über eine eventuell bevorstehende Beteiligung am deutschen Zahlungsabwickler, was dessen Aktien um 2,65 Prozent abrutschen ließ - davor hatten sie um fast 6 Prozent angezogen./gl/ag

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

27.06.2016

Aktien New York Ausblick: Keine Entlastung nach dem Brexit

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock dürfte auch den Anlegern in den USA zum Wochenstart weiter zusetzen: Eine Dreiviertelstunde vor der Börseneröffnung taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,87 Prozent tiefer bei 17 249 Punkten. Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) für die gesamte Weltwirtschaft entstehe, hieß es aus dem Handel.

In Europa weiteten die Indizes am Montag ihre enormen Kursverluste vom vergangenen "Black Friday" aus, während die asiatischen Börsen überwiegend Kursgewinne verzeichneten. Das überraschende Votum der Briten für einen EU-Austritt hatte am Freitag auch die Anleger an der Wall Street geschockt und dem Dow einen Verlust von mehr als 3 Prozent eingebrockt, womit sich der Leitindex von der zuvor noch zurückeroberten Marke von 18 000 Punkten wieder deutlich distanziert hatte.

Kurz nach Handelsstart in New York gibt es mit dem von Markit ermittelten US-Einkaufsmanager-Index für die Dienstleistungen frische Konjunkturdaten. Derweil gehen die Volkswirte vom Broker Nomura davon aus, dass wegen des Brexit-Gegenwinds die US-Notenbank Fed wohl erst im Dezember und nicht schon im September an der Zinsschraube drehen wird.

Unter den Branchenindizes sollten Anleger weiterhin die Banken im Blick haben, die wegen des Brexit weltweit zuletzt besonders abgestraft worden waren. Aktien von Goldförderern könnten dagegen anziehen, weil Gold in unsicheren Zeiten für gewöhnlich als "sicherer Hafen" gefragt ist./ajx/stb

28.06.2016

Studie: Finnen, Norweger und Schweizer bestens auf Globalisierung vorbereitet

TIANJIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Beschäftigten in Finnland, Norwegen und der Schweiz sind einer Studie zufolge am besten auf die künftigen Herausforderungen in der globalen Wirtschaft vorbereitet. Deutschland landet im Vergleich von 130 Staaten auf Rang elf hinter Belgien, wie aus dem "Human Capital Report 2016" des World Economic Forum (WEF) hervorgeht. Die beiden anderen großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich und Großbritannien kommen auf Platz 17 beziehungsweise 19. Die USA belegen Rang 24.

Die Anpassung von Bildungssystemen, Arbeitsmarktpolitiken und Arbeitsplätzen an die Herausforderungen der "vierten industriellen Revolution" sei entscheidend für Wirtschaftswachstum, Gleichheit und soziale Stabilität, erklärte WEF-Chef Klaus Schwab.

Finnland, Norwegen und die Schweiz schöpfen der Studie zufolge etwa 85 Prozent ihres "Humankapitals" aus. In Deutschland sind es 81,55 Prozent. Weltweit liegen im Schnitt 35 Prozent brach. Gute Noten bekommt Deutschland unter anderem für die Qualität seines Bildungssystems insgesamt. Allerdings liege die größte europäische Volkswirtschaft hinten bei der Zahl der Jugendlichen, die die Schule mit einem Abschluss verlassen. Das drückt die Gesamtnote.

Für die Untersuchung wurden 46 verschiedene Indikatoren verwendet - darunter Altersstruktur der Bevölkerung, Bruttoinlandsprodukt, Bildungsausgaben und Arbeitslosenquote. Ausgewertet wurden Daten unter anderem der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der UNESCO und der Weltgesundheitsorganisation (WHO)./mar/DP/jha

27.06.2016

BREXIT/GESAMT-ROUNDUP: EU-Trio dringt auf Austrittsverhandlungen mit Briten

LONDON/BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland, Frankreich und Italien pochen nach dem Brexit-Votum der Briten auf rasche Verhandlungen über einen EU-Austritt Großbritanniens. Vorab-Vereinbarungen mit London erteilten Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande sowie der italienische Regierungschef Matteo Renzi am Montag in Berlin eine Absage. Einen Tag vor dem EU-Gipfel in Brüssel wies der britische Premierminister David Cameron dagegen Forderungen nach umgehenden Verhandlungen zurück. Offizielle Austrittsgespräche sollten erst aufgenommen werden, wenn Großbritannien eine Entscheidung über die Art seiner künftigen Beziehung zur EU getroffen habe, sagte er vor dem Parlament in London.

Als Reaktion auf das Brexit-Votum erkannte die US-Ratingagentur Standard & Poor's Großbritannien die Top-Kreditwürdigkeit ab. Die Bonität des Landes sei von der besten Stufe "AAA" auf "AA" herabgestuft worden, teilte die Agentur mit. Der Ausblick sei negativ. Die Abstufung sei darauf zurückzuführen, dass das Brexit-Votum "die Vorhersehbarkeit, die Stabilität und die Effektivität der politischen Prozesse in Großbritannien" schwächen werde.

'NEUER IMPULS FÜR EU'

Die Regierungen in Berlin, Paris und Rom wollen mit einer gemeinsamen Initiative zur Erneuerung der EU den Zusammenhalt der Europäer nach dem Brexit-Votum sichern. Auf dem EU-Gipfel an diesem Dienstag und Mittwoch sollten daher Vorschläge für einen "neuen Impuls" für die EU gemacht werden, sagte Merkel. In einer gemeinsamen Erklärung betonten Merkel, Hollande und Renzi: "Wir sind voller Zuversicht, dass die Europäische Union stark genug ist, um die richtigen Antworten zu geben. Wir haben keine Zeit zu verlieren." Die EU könne nur vorangebracht werden, wenn sie weiter von ihren Bürgern getragen wird.

Die Kanzlerin unterstrich, es werde keine formellen oder informellen Gespräche mit London über einen Austritt geben, bevor nicht der Antrag der britischen Regierung eingegangen sei. "Wir wünschen uns natürlich, dass es hier keine Hängepartie gibt." Hollande forderte, der Antrag sollte so schnell wie möglich kommen. "Wir haben keine Zeit zu verlieren, mit dem Austritt Großbritanniens umzugehen und einen neuen Impuls für Europa zu geben." Nichts sei schlimmer als Ungewissheit. Auch Renzi mahnte Geschlossenheit an. "Wir dürfen nicht einfach abwarten, was passiert", sagte der Ministerpräsident. "Wir wissen, dass wir keine Minute verlieren dürfen."

CAMERON HÄLT AN EU-AUSTRITT FEST

Wann offizielle Austrittsverhandlungen beginnen, liege allein in der Hand Großbritanniens, sagte Cameron bei der ersten Parlamentssitzung seit dem Referendum. Unmittelbar nach der Abstimmung hatte er angekündigt, bis Oktober zurückzutreten. Es obliege einem neuen Premierminister und dessen Kabinett, die Art der künftigen Beziehung zur EU festzulegen, sagte er. Ein Expertenrat solle für die Regierung entsprechende Vorschläge ausarbeiten.

Bestrebungen, ungeachtet des Referendums einen Austritt aus der EU doch noch abzuwenden, erteilte Cameron eine Absage. "Die Entscheidung muss akzeptiert werden und der Prozess, die Entscheidung bestmöglich umzusetzen, muss jetzt beginnen." Er habe das Ergebnis nicht gewollt, es könne aber nicht angezweifelt werden. 52 Prozent der Briten hatten beim historischen Referendum vergangene Woche für den Brexit gestimmt.

BORIS JOHNSON WILL EU-VORTEILE WEITER NUTZEN

Großbritannien sollte nach Meinung des Brexit-Wortführers Boris Johnson auch weiterhin die Vorteile der Gemeinschaft nutzen können. Johnson - ein Anwärter auf die Nachfolge von Cameron als Premierminister - geht davon aus, dass Großbritannien auch nach einem Brexit vom europäischen Binnenmarkt und der Arbeitnehmerfreizügigkeit profitieren wird.

SPD-Chef Sigmar Gabriel warnte Merkel und die anderen EU-Staaten davor, die Brexit-Verhandlungen mit London hinauszuzögern. "Das Signal der Staats- und Regierungschefs muss lauten: Klarheit statt Taktiererei, entschlossenes Handeln statt Zaudern", sagte der Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur.

In Brüssel gibt es unterdessen erhebliche Zweifel daran, dass Großbritannien turnusgemäß im nächsten Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird. Cameron werde beim EU-Gipfel am Dienstag das Reizthema ansprechen, berichteten Diplomaten vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs. London soll nach bisherigem Fahrplan vom 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017 wichtige EU-Amtsgeschäfte führen./cn/DP/das

27.06.2016

Treffen führender Notenbanker in Sintra abgesagt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein für diese Woche geplantes Treffen führender Notenbanker in der portugiesischen Kleinstadt Sintra wurde nach dem Brexit-Votum abgesagt. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, werde nicht an der üblicherweise stark beachteten EZB-Konferenz teilnehmen, erklärte die Notenbank am Montag in einer E-Mail. Demnach wird Draghi stattdessen an einem EU-Treffen teilnehmen. Zuvor hatten bereits die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, sowie der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, die Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt./tos/jha/

27.06.2016

BREXIT/GESAMT-ROUNDUP: Cameron will sich Zeit lassen - EU-Spitzen machen Druck

LONDON/BERLIN (dpa-AFX) - Der britische Premierminister David Cameron hat Forderungen nach umgehenden Verhandlungen über einen EU-Austritt seines Landes eine Absage erteilt. Offizielle Austrittsgespräche sollten erst aufgenommen werden, wenn Großbritannien eine Entscheidung über die Art seiner künftigen Beziehung zur EU getroffen habe, sagte Cameron am Montag vor dem Parlament in London. Dagegen forderten Politiker der EU und mehrerer Mitgliedstaaten die Briten vor dem am Dienstag beginnenden EU-Gipfel auf, beim Beginn des Scheidungsprozesses keine Zeit zu verlieren.

"Europa kann alles machen, außer jetzt eine einjährige Diskussion über die Prozeduren zu beginnen", sagte Italiens Regierungschef Matteo Renzi in Rom. Auch die vier großen Fraktionen im Europaparlament drängten zur Eile. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wies den Vorwurf zurück, sie reagiere zögerlich auf den Ausgang des Referendums. Sie betonte, bevor die Austrittsabsicht nicht förmlich erklärt sei, werde es auch keine Vorverhandlungen mit London geben.

Wann offizielle Austrittsverhandlungen beginnen, liege allein in der Hand Großbritanniens, sagte Cameron bei der ersten Parlamentssitzung seit dem Referendum. Unmittelbar nach der Abstimmung hatte er angekündigt, bis Oktober zurückzutreten. Es obliege einem neuen Premierminister und dessen Kabinett, die Art der künftigen Beziehung zur EU festzulegen, sagte er. Ein Expertenrat solle für die Regierung entsprechende Vorschläge ausarbeiten.

Bestrebungen, ungeachtet des Referendums einen Austritt aus der EU doch noch abzuwenden, erteilte Cameron eine Absage. "Die Entscheidung muss akzeptiert werden und der Prozess, die Entscheidung bestmöglich umzusetzen, muss jetzt beginnen." Er habe das Ergebnis nicht gewollt, es könne aber nicht angezweifelt werden. 52 Prozent der Briten hatten beim historischen Referendum vergangene Woche für den Brexit gestimmt. Allerdings fordern viele Briten eine zweite Abstimmung - rein formal gesehen ist das Votum nicht bindend.

Großbritannien sollte nach Meinung des Brexit-Wortführers Boris Johnson auch weiterhin die Vorteile der Gemeinschaft nutzen können. Johnson - ein Anwärter auf die Nachfolge von Cameron als Premierminister - geht davon aus, dass Großbritannien auch nach einem Brexit vom europäischen Binnenmarkt und der Arbeitnehmerfreizügigkeit profitieren wird.

"Ich glaube, dass wir die Reihenfolge sehen sollten", sagte Merkel am Montag in Berlin. Sie erwarte "zu einem bestimmten Zeitpunkt" die entsprechende Mitteilung der britischen Regierung an die EU nach Artikel 50 der europäischen Verträge. Sie betonte: "Die Mitteilung muss von der britischen Regierung geschickt werden und da habe ich weder eine Bremse noch habe ich da eine Beschleunigung."

SPD-Chef Sigmar Gabriel warnte Merkel und die anderen EU-Staaten davor, die Brexit-Verhandlungen mit London hinauszuzögern. "Das Signal der Staats- und Regierungschefs muss lauten: Klarheit statt Taktiererei, entschlossenes Handeln statt Zaudern", sagte der Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur. Gabriel sorgt sich, dass die Fliehkräfte in Europa zunehmen werden, wenn zuviel Zeit vergeht.

Über einen Austritt Großbritanniens aus der EU solle "unverzüglich" verhandelt werden, um eine "schädliche Unsicherheit" für alle zu vermeiden, hieß es in einem Antrag von EVP, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen im EU-Parlament. Die Fraktionen wollen, dass das Parlament den britischen Premierminister Cameron auffordert, den anderen Staats- und Regierungschefs beim Gipfeltreffen das Ergebnis des Brexit-Referendums mitzuteilen. Dies ist notwendig, um das Verfahren für einen Austritt einleiten zu können.

Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei muss derweil um sein politisches Überleben kämpfen. Über die Hälfte seiner Schattenminister zogen sich von ihren Posten zurück, um den Druck auf Corbyn zu erhöhen. Zahlreiche Abgeordnete werfen ihm vor, sich im Brexit-Wahlkampf nicht genug für den Verbleib in der EU eingesetzt zu haben. Außerdem bezweifeln sie, dass der 67-Jährige das geeignete Zugpferd bei Neuwahlen wäre.

In Brüssel gibt es unterdessen erhebliche Zweifel daran, dass Großbritannien turnusgemäß im nächsten Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird. Cameron werde beim EU-Gipfel am Dienstag das Reizthema ansprechen, berichteten Diplomaten vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs. London soll nach bisherigem Fahrplan vom 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017 wichtige EU-Amtsgeschäfte führen./cn/DP/jha

27.06.2016

WDH/GESAMT-ROUNDUP: Nach Brexit-Votum wächst Druck - Warnung vor Hängepartie

(Es wurde berichtigt: Brüssel im 1. Satz und hinauszuzögern im 5. Absatz. Zudem wurde im drittletzten Absatz ein ausgefallenes Wort ergänzt)

LONDON/BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem EU-Gipfel in Brüssel wächst der Druck auf London zu schnellen Verhandlungen über einen britischen Austritt aus der Union. Politiker der EU und mehrerer Mitgliedstaaten forderten die Briten am Montag auf, nach dem Brexit-Votum keine Zeit für den Beginn des Scheidungsprozesses zu verlieren. "Europa kann alles machen, außer jetzt eine einjährige Diskussion über die Prozeduren zu beginnen", sagte Italiens Regierungschef Matteo Renzi in Rom. Auch die vier großen Fraktionen im Europaparlament drängten zur Eile. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wies den Vorwurf zurück, sie reagiere zögerlich auf den Ausgang des Referendums.

London will sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen und möchte bereits vor einem offiziellen Antrag auf Austritt aus der EU Vorgespräche mit Brüssel führen. Merkel betonte dagegen, bevor die Austrittsabsicht nicht förmlich erklärt sei, werde es auch keine Vorverhandlungen mit London geben.

VORTEILE DER GEMEINSCHAFT

Die Briten sollen nach Meinung des Brexit-Wortführers Boris Johnson auch weiterhin die Vorteile der Gemeinschaft nutzen können. Johnson - ein Anwärter auf die Nachfolge von David Cameron als Premierminister - geht davon aus, dass Großbritannien auch nach einem Brexit vom europäischen Binnenmarkt und der Arbeitnehmerfreizügigkeit profitieren wird.

"Ich glaube, dass wir die Reihenfolge sehen sollten", sagte Merkel am Montag in Berlin. Sie erwarte "zu einem bestimmten Zeitpunkt" die entsprechende Mitteilung der britischen Regierung an die EU nach Artikel 50 der europäischen Verträge. Sie betonte: "Die Mitteilung muss von der britischen Regierung geschickt werden und da habe ich weder eine Bremse noch habe ich da eine Beschleunigung."

WARNUNG VOR VERZÖGERUNGEN

SPD-Chef Sigmar Gabriel warnte Merkel und die anderen EU-Staaten davor, die Brexit-Verhandlungen mit London hinauszuzögern. "Das Signal der Staats- und Regierungschefs muss lauten: Klarheit statt Taktiererei, entschlossenes Handeln statt Zaudern", sagte der Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur. Gabriel sorgt sich, dass die Fliehkräfte in Europa zunehmen werden, wenn zuviel Zeit vergeht.

Über einen Austritt Großbritanniens aus der EU solle "unverzüglich" verhandelt werden, um eine "schädliche Unsicherheit" für alle zu vermeiden, hieß es in einem Antrag von EVP, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen im EU-Parlament. Die Fraktionen wollen, dass das Parlament den britischen Premierminister Cameron auffordert, den anderen Staats- und Regierungschefs beim Gipfeltreffen das Ergebnis des Brexit-Referendums mitzuteilen. Dies ist notwendig, um das Verfahren für einen Austritt einleiten zu können.

WER IST ZUGPFERD FÜR NEUWAHLEN?

Cameron will nach eigenen Worten bis Oktober zurücktreten. Ein einflussreiches Parteikomitee forderte die Neubesetzung der Posten von Regierungschef und konservativen Parteichef bis spätestens Anfang September. Cameron hatte bereits zuvor klargestellt, dass er in den verbleibenden Monaten seiner Amtszeit keine Austrittsverhandlungen mit der EU führen will.

Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei muss derweil um sein politisches Überleben kämpfen. Über die Hälfte seiner Schattenminister zog sich von ihren Posten zurück, um den Druck auf Corbyn zu erhöhen. Zahlreiche Abgeordnete werfen ihm vor, sich im Brexit-Wahlkampf nicht genug für den Verbleib in der EU eingesetzt zu haben. Außerdem bezweifeln sie, dass der 67-Jährige das geeignete Zugpferd bei Neuwahlen wäre.

NEUE SCHATTENMINISTER

Corbyn stellte jedoch klar, dass er nicht das Handtuch werfen wolle und kämpfen werde. Er habe bereits neue Schattenminister ernannt. Corbyn, der als ausgesprochen linker Politiker gilt, war erst im Spätsommer 2015 per Urwahl an die Parteispitze gekommen - er hat aber viele Kritiker in Partei und Fraktion.

Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski sieht nach dem britischen Brexit-Referendum die Zeit für einen neuen EU-Vertrag gekommen. Vor einem Treffen mit Außenministern aus neun Staaten in Warschau sagte er am Montag, die EU sei "zu einer Revision der Verträge verurteilt".

In Brüssel gibt es unterdessen erhebliche Zweifel daran, dass Großbritannien turnusgemäß im nächsten Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird. Cameron werde beim EU-Gipfel am Dienstag das Reizthema ansprechen, berichteten Diplomaten vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs. London soll nach bisherigem Fahrplan vom 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017 wichtige EU-Amtsgeschäfte führen./cn/DP/jha

27.06.2016

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 27.06.2016

BREXIT/Cameron: Vor Austrittsverhandlungen neue Beziehungen mit EU festlegen

LONDON - Großbritannien will erst dann offizielle Austrittsverhandlungen mit der EU aufnehmen, wenn eine Entscheidung über die Art der künftigen Beziehung zur EU getroffen ist. Das sagte der scheidende britische Premierminister David Cameron am Montag bei der ersten Parlamentssitzung seit dem Brexit-Referendum. Es obliege einem neuen Premierminister und dessen Kabinett, die Art dieser Beziehung festzulegen. Wann die offiziellen Austrittsverhandlungen beginnen, liege allein in der Hand Großbritanniens, sagte Cameron.

ROUNDUP 2: Spanischer Anleihemarkt reagiert mit Erleichterung auf Wahlergebnis

FRANKFURT/MADRID - Der spanischen Anleihemarkt hat am Montag mit Erleichterung auf das Wahlergebnis vom Wochenende reagiert. Die Gewinne für die bürgerliche Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy und das eher schlechte Abschneiden der linken Partei Podemos sorgten für Zuversicht. Die Risikoaufschläge für spanische Anleihen gingen zurück. Die Unsicherheit dürfte jedoch anhalten, da eine Regierungsbildung noch nicht in Sicht ist.

Fed-Chefin Yellen nimmt nicht an EZB-Konferenz teil

WASHINGTON - Die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, wird - anders als ursprünglich geplant - in dieser Woche nicht an einer stark beachteten Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) teilnehmen. Dies bestätigte die Federal Reserve am Montag in Washington, ohne einen Grund für die Planänderung zu nennen. Ob die Absage mit dem Brexit-Votum vom vergangenen Freitag in Zusammenhang steht, blieb damit zunächst unklar.

BREXIT/ROUNDUP/Merkel: Berlin weder Bremser noch Beschleuniger nach Brexit-Votum

BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Vorwurf zurückgewiesen, sie reagiere zögerlich auf das Votum der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union. "Ich glaube, dass wir die Reihenfolge sehen sollten", sagte Merkel nach einem Treffen mit dem neuen ukrainischen Ministerpräsidenten Wladimir Groisman am Montag im Kanzleramt. Sie erwarte "zu einem bestimmten Zeitpunkt" die entsprechende Mitteilung der britischen Regierung an die Europäische Union nach Artikel 50 der europäischen Verträge. Sie betonte: "Die Mitteilung muss von der britischen Regierung geschickt werden und da habe ich weder eine Bremse noch habe ich da eine Beschleunigung."

BREXIT/Merkel: Berlin weder Bremser noch Beschleuniger nach Brexit-Votum

BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Vorwurf zurückgewiesen, sie reagiere zögerlich auf das Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union. "Ich glaube, dass wir die Reihenfolge sehen sollten", sagte Merkel nach einem Treffen mit dem neuen ukrainischen Ministerpräsidenten Wladimir Groisman am Montag im Kanzleramt. Sie erwarte "zu einem bestimmten Zeitpunkt" die entsprechende Mitteilung der britischen Regierung an die Europäische Union nach Artikel 50 der europäischen Verträge. Sie betonte: "Die Mitteilung muss von der britischen Regierung geschickt werden und da habe ich weder eine Bremse noch habe ich da eine Beschleunigung."

ROUNDUP 2: Chinas Premier warnt vor 'neuen Unsicherheiten' durch Brexit

TIANJIN - Nach dem Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union fürchtet der chinesische Premier Li Keqiang "neue Unsicherheiten" für die globale Wirtschaft. Auf dem "Sommer-Davos" genannten Weltwirtschaftsforum in der chinesischen Stadt Tianjin versuchte der Premier am Montag zugleich, Sorgen über Chinas langsameres Wachstum und seine hohe Schuldenlast zu zerstreuen. "Die chinesische Wirtschaft wird nicht auf eine harte Landung zusteuern", versicherte der Premier. China werde sein Wachstumsziel von 6,5 bis 7 Prozent und alle anderen Vorgaben für dieses Jahr erreichen.

ROUNDUP 2: Rajoy will nach Wahlerfolg mit Unterstützung der Sozialisten regieren

MADRID - Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy will nach seinem überraschenden Erfolg bei der Neuwahl des Parlaments mit Unterstützung der Sozialisten (PSOE) eine Regierung bilden. "Bei grundsätzlichen Themen benötigen wir die Unterstützung der PSOE", sagte der konservative Regierungschef am Montag im Radiosender Cadena Cope. "Ich werde Gespräche mit allen politischen Kräften führen, aber zuerst mit den Sozialisten."

Eurozone: Geldmenge M3 wächst stärker - Kreditvergabe zieht an

FRANKFURT - Das Wachstum der Geldmenge in der Eurozone hat sich im Mai stärker beschleunigt als erwartet. Die breit gefasste Geldmenge M3 sei zum Vorjahresmonat um 4,9 Prozent gewachsen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mit. Analysten hatten dagegen eine Rate von 4,8 Prozent erwartet, nachdem sie im Vormonat noch bei 4,6 Prozent gelegen hatte.

Ifo-Institut: Firmen stellen weiter ein

MÜNCHEN - Die deutschen Unternehmen planen weiterhin, mehr Mitarbeiter einzustellen. Das ifo-Beschäftigungsbarometer lag im Juni bei 108,0 Punkten, die Beschäftigungsdynamik bleibe "expansiv ausgerichtet", teilte das Ifo-Institut am Montag in München mit.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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27.06.2016

BREXIT/Cameron: Müssen Ergebnis des Referendums akzeptieren

LONDON (dpa-AFX) - Großbritanniens Premierminister David Cameron hat Bestrebungen, einen Austritt des Landes aus der EU doch noch abzuwenden, eine Absage erteilt. "Die Entscheidung muss akzeptiert werden und der Prozess, die Entscheidung bestmöglich umzusetzen, muss jetzt beginnen", sagte Cameron am Montag den Abgeordneten des britischen Unterhauses. Er habe das Ergebnis nicht gewollt, es könne aber nicht angezweifelt werden. 52 Prozent der Briten hatten beim historischen Referendum vergangene Woche für den Brexit gestimmt. Danach hatten viele Briten eine zweite Abstimmung gefordert. Rechtlich ist das Votum nicht zwingend bindend./ted/DP/jha

27.06.2016

ROUNDUP 2: Verdi-Chef will zehn Euro Mindestlohn - Spannung vor Entscheidung

(neu: mehr Details und Hintergrund)

BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem Beschluss über die künftige Höhe des Mindestlohns in Deutschland pocht Verdi-Chef Frank Bsirske auf eine spürbare Erhöhung. An diesem Dienstag entscheidet die Mindestlohnkommission von Arbeitgebern und Gewerkschaftern in Berlin darüber, wie stark der Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro zum 1. Januar 2017 angehoben wird.

"Der Mindestlohn muss im kommenden Jahr neun Euro erreichen und dann in schnellen Schritten in Richtung zehn Euro weiterentwickelt werden", sagte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er räumte aber ein, die Bedingungen dafür seien nicht günstig.

Meinungsverschiedenheiten gibt es über die genaue Basis der Erhöhungsentscheidung. Die Kommission orientiert sich am Tarifindex, der Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns seit Ende 2014. Sie beträgt 3,2 Prozent. Dann wäre man bei 8,77 Euro.

Die Gewerkschaften fordern, dass die abgeschlossenen, aber noch nicht wirksamen Tarifverträge für Metall und Elektro sowie den Öffentlichen Dienst mit zur Grundlage gemacht werden. Dann wäre man bei 8,87 Euro.

Gesetzlich sind weitere Kriterien vorgegeben, die bei einer Erhöhung berücksichtigt werden sollen: ein angemessener Mindestschutz der Arbeitnehmer, fairer Wettbewerb, keine Bedrohung der Beschäftigung. Laut Geschäftsordnung der Kommission kann das Gremium aber nur bei gravierenden Umständen und mit Zwei-Drittel-Mehrheit vom Tarifindex abweichen.

"Die Arbeitgeber versuchen, die nötige Anpassung zu blockieren", sagte Bsirske. Sie redeten von weltwirtschaftlichen Risiken und allen möglichen anderen Gründen, um eine deutliche Erhöhung zu torpedieren. "Diese Strategie darf nicht aufgehen."

Würden die abgeschlossenen, aber noch nicht wirksamen Tarifverträge jetzt nicht berücksichtigt, dann müsste die Erhöhung in zwei Jahren umso höher ausfallen, sagte Bsirske. "Es gehört wenig Fantasie dazu, sich die Haltung der Arbeitgeber bei einer vorgeschlagenen Erhöhung von acht, neun oder zehn Prozent vorzustellen", sagte Bsirske. "Dann droht eine Dauerblockade."

Die Arbeitgeber haben laut "Tagesspiegel" (online) durchblicken lassen, sich einer Aufrundung auf 8,85 Euro nicht verschließen zu wollen. Sie wollten in der Geschäftsordnung der Mindestlohnkommission dafür festschreiben, dass das Ergebnis für den öffentlichen Dienst nur ausnahmsweise mitgerechnet werde.

Linken-Chef Bernd Riexinger nannte eine Nichtbeachtung der fraglichen Tarifverträge einen "Skandal". "Das halte ich auch unter den bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für unerhört", sagte er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstag)./bw/DP/jha

27.06.2016

BREXIT/Cameron: Vor Austrittsverhandlungen neue Beziehungen mit EU festlegen

LONDON (dpa-AFX) - Großbritannien will erst dann offizielle Austrittsverhandlungen mit der EU aufnehmen, wenn eine Entscheidung über die Art der künftigen Beziehung zur EU getroffen ist. Das sagte der scheidende britische Premierminister David Cameron am Montag bei der ersten Parlamentssitzung seit dem Brexit-Referendum. Es obliege einem neuen Premierminister und dessen Kabinett, die Art dieser Beziehung festzulegen. Wann die offiziellen Austrittsverhandlungen beginnen, liege allein in der Hand Großbritanniens, sagte Cameron./cmy/DP/jha

27.06.2016

ROUNDUP 2: Spanischer Anleihemarkt reagiert mit Erleichterung auf Wahlergebnis

FRANKFURT/MADRID (dpa-AFX) - Der spanischen Anleihemarkt hat am Montag mit Erleichterung auf das Wahlergebnis vom Wochenende reagiert. Die Gewinne für die bürgerliche Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy und das eher schlechte Abschneiden der linken Partei Podemos sorgten für Zuversicht. Die Risikoaufschläge für spanische Anleihen gingen zurück. Die Unsicherheit dürfte jedoch anhalten, da eine Regierungsbildung noch nicht in Sicht ist.

Die Rendite für zehnjährige spanische Staatsanleihen fiel um 19 Basispunkte auf 1,42 Prozent. Sie liegt damit wieder unter dem Niveau vor dem Brexit-Referendum. Nach der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU war die Rendite am Freitagmorgen noch bis auf 1,830 Prozent gestiegen. Der Rückgang der Rendite am Montag war der stärkste in der gesamten Eurozone.

Der spanische Aktienmarkt drehte am Nachmittag ins Minus. Der Leitindex IBEX-35 fiel um 1,62 Prozent auf etwa 7654 Punkte. Allerdings fielen die Verluste geringer aus als an den anderen Finanzplätzen der Eurozone.

SCHWIERIGE AUSGANGSPOSITION BLEIBT

Die Spanier haben am Sonntag zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten ein neues Parlament gewählt. An der schwierigen Ausgangsposition für eine Regierungsbildung hat sich nichts geändert. Die bisher schon stärkste Volkspartei PP hat einige Stimmen hinzugewonnen. Eine Koalition mit den schwächelnden liberalen Ciudadanos ist aber weiter nicht möglich. Andererseits wäre eine linke Regierung aus den Sozialisten (PSOE) und Podemos nur durch die Unterstützung von Regionalparteien möglich.

Die Experten der Commerzbank sehen in einer Koalition von PP und PSOE das wahrscheinlichste Szenario. "Ein wirtschaftspolitischer Kurswechsel wie in Portugal bliebe bei dieser Kombination mit großer Wahrscheinlichkeit aus", kommentierte Volkswirt Ralph Solveen von der Commerzbank. Die PSOE dürfte dann versuchen, einige soziale Härten zu entschärfen. Angesichts der von der PP versprochenen Steuersenkungen sei ein merklicher Rückgang des Budgetdefizits unwahrscheinlich. "Trotzdem wäre eine solche Kooperation von Volkspartei und Sozialisten aus Sicht der Investoren wohl die bessere Lösung."

Regierungschef Mariano Rajoy von der PP versprach am Montag, dass er innerhalb eines Monats eine neue Regierung auf die Beine stellen werde. Er habe die Möglichkeit dafür. Allerdings fand diese Aussage keinen Widerhall bei den anderen Parteien.

'VORMARSCH DER POPULISTEN GESTOPPT'

"Die politische Unsicherheit in Spanien setzt sich fort", kommentierte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Die Tatsache, dass die linksgerichtete Podemos noch weiter von einer Regierungsbildung entfernt sei als zuvor, sei jedoch ein positiver Effekt aus den Wahlen. "Die Hauptbotschaft der Wahl für Europa ist jedoch, dass der Vormarsch der Populisten sich nicht fortgesetzt hat", sagte Schmieding. Insgesamt habe Spanien eine positive Haltung zur EU und wolle eine Konfrontation mit Brüssel vermeiden./jsl/tos/das

27.06.2016

AKTIE IM FOKUS 2: Anleger wenden K+S nach Gewinneinbruch den Rücken zu

(Neu: Schlusskurse und NordLB)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dünger- und Salzproduzent K+S hat seine Aktionäre am Montag mit einem Gewinneinbruch geschockt. Die Papiere knickten zeitweise um fast 14 Prozent ein und gingen als Schlusslicht im MDax mit einem Verlust von 12,41 Prozent auf 18,525 Euro aus dem Handel. Weniger hatten sie zuletzt vor vier Monaten gekostet.

Preisdruck im Kaligeschäft und Produktionsausfälle ließen den operativen Gewinn (Ebit I) im zweiten Quartal laut vorläufigen Zahlen auf rund 10 Millionen Euro einbrechen. Bei dieser Kennzahl bleiben Bewertungseffekte im Zuge von Wechselkursabsicherungen außen vor. Im Vorjahreszeitraum hatte K+S noch 179,2 Millionen erwirtschaftet. Analysten waren zwar auf einen deutlichen Rückgang eingestellt, das Ausmaß überraschte aber. Sie hatten im Schnitt das Zehnfache des erreichten Wertes auf dem Zettel.

MARKTERWARTUNG FÜR 2016 DÜRFTE DEUTLICH SINKEN

Die durchschnittlichen Markterwartungen für 2016 dürften nun deutlich sinken, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank in einem ersten Kommentar. K+S könnte eventuell lediglich ein Ebit I zwischen 350 und 400 Millionen Euro erreiche. Er sowie der Markt hätten bisher um die 500 Millionen Euro erwartet.

Der deutliche Kursverlust infolge der Gewinnmitteilung müsse aber auch im Zusammenhang mit der aktuellen Risikoscheu der Investoren allgemein gesehen werden, fuhr der Experte fort. Ein langfristiges Modell lege zudem für das Salzgeschäft einen Wert von 18 Euro je Aktie nahe. Daher erschienen die weiteren Kursrisiken vorerst begrenzt.

NORDLB SIEHT LICHTBLICKE

NordLB-Analyst Thorsten Strauß nannte den Gewinneinbruch drastisch, votiert aber weiter mit 'Kaufen'. Der Hauptgrund sei neben dem schwierigen Marktumfeld und den witterungsbedingten Mengenrückgängen bei Auftausalz auch die fehlende Genehmigung für das Einleiten von Salzabwässern in die Werra gewesen. Die Investition in die neue Produktionsstätte in Kanada sei mit Blick auf die Entsorgungsproblematik sinnvoll. Einen Lichtblick stelle auch die Wiederannäherung der großen weißrussischen und russischen Kali-Hersteller dar, sagte Strauß. Die zwischenzeitliche Beendigung der Kooperation hatte für heftige Turbulenzen am Kalimarkt gesorgt.

Schwache Kalipreise lasten seit geraumer Zeit auf den Papieren von K+S. Im Februar war der Kurs sogar unter die Marke von 18 Euro gerutscht. Im Herbst vergangenen Jahren hatten die Papiere noch mehr als 30 Euro gekostet, bevor der kanadische Konkurrent Potash seine Übernahmepläne für die Kasseler wegen einer stark eingetrübten Marktlage sowie des Widerstands der K+S-Führungsriege aufgab./mis/jha/mzs/das

27.06.2016

AKTIE IM FOKUS: Anleger wenden K+S nach Gewinneinbruch den Rücken zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dünger- und Salzproduzent K+S hat seine Aktionäre am Montag mit einem Gewinneinbruch geschockt. Die Papiere knickten als Schlusslicht im MDax um 13,03 Prozent auf 18,395 Euro ein. Weniger hatten sie zuletzt vor vier Monaten gekostet.

Preisdruck im Kaligeschäft und Produktionsausfälle ließen den operativen Gewinn (Ebit I) im zweiten Quartal laut vorläufigen Zahlen auf rund 10 Millionen Euro einbrechen. Bei dieser Kennzahl bleiben Bewertungseffekte im Zuge von Wechselkursabsicherungen außen vor. Im Vorjahreszeitraum hatte K+S noch 179,2 Millionen erwirtschaftet. Analysten waren zwar auf einen deutlichen Rückgang eingestellt, das Ausmaß überraschte aber. Sie hatten im Schnitt das Zehnfache des erreichten Wertes auf dem Zettel.

MARKTERWARTUNG FÜR 2016 DÜRFTE DEUTLICH SINKEN

Die durchschnittlichen Markterwartungen für 2016 dürften nun deutlich sinken, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank in einem ersten Kommentar. K+S könnte eventuell lediglich ein Ebit I zwischen 350 und 400 Millionen Euro erreiche. Er sowie der Markt hätten bisher um die 500 Millionen Euro erwartet.

Der deutliche Kursverlust infolge der Gewinnmitteilung müsse aber auch im Zusammenhang mit der aktuellen Risikoscheu der Investoren allgemein gesehen werden, fuhr der Experte fort. Ein langfristiges Modell lege zudem für das Salzgeschäft einen Wert von 18 Euro je Aktie nahe. Daher erschienen die weiteren Kursrisiken vorerst begrenzt.

SCHWACHE KALIPREISE BELASTEN SCHON LÄNGERE ZEIT

Schwache Kalipreise lasten seit geraumer Zeit auf den Papieren. Im Februar war der Kurs sogar unter die Marke von 18 Euro gerutscht. Im Herbst vergangenen Jahren hatten die Papiere noch mehr als 30 Euro gekostet, bevor der kanadische Konkurrent Potash seine Übernahmepläne für die Kasseler wegen einer stark eingetrübten Marktlage sowie des Widerstands der K+S-Führungsriege aufgab./mis/jha/

27.06.2016

ANALYSE-FLASH: Merrill Lynch hebt Hannover Rück auf 'Buy' und senkt Ziel

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat Hannover Rück nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft, das Kursziel aber von 109 auf 102 Euro gesenkt. Wegen der nun größeren Risikoaversion und dem Wechsel hin zu renditestarken defensiven Werten habe sie die Kursziele innerhalb der europäischen Versichererbranche um durchschnittlich 13 Prozent gekappt, schrieb Analystin Olivia Brindle in einer Studie vom Montag. Dabei zählten allerdings die Aktien der Hannover Rück zu den renditestarken defensiven Werten, begründete Brindle die Hochstufung./ck/zb/ag

27.06.2016

ANALYSE-FLASH: Warburg Research hebt Ziel für Fresenius auf 69 Euro - 'Hold'

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel für Fresenius von 64,50 auf 69,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Auch nach dem Wechsel an der Konzernspitze werde das Medizinunternehmen auf dem Wachstumspfad bleiben, schrieb Analyst Ulrich Huwald in einer Studie vom Montag. Er habe seine Gewinnerwartungen etwas angepasst. Zudem habe er den zeitlichen Bewertungshorizont angepasst./mis/zb/ag

27.06.2016

ANALYSE-FLASH: Exane BNP belässt Dialog Semi auf 'Outperform' - Ziel 37 Euro

PARIS (dpa-AFX Broker) - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat die Einstufung für Dialog Semiconductor nach dem Brexit-Votum auf "Outperform" mit einem Kursziel von 37 Euro belassen. Er habe seine Schätzungen vor allem an die schwächeren Wechselkurse zum US-Dollar angepasst, schrieb Analyst Jerome Ramel in einer Branchenstudie vom Montag. Auf Dialog habe das aber weniger Auswirkung als auf die Konkurrenz, weil der TecDax-Konzern sich auf die Sicht von 12 Monate gegen Schwankungen absichere./men/zb/ag

27.06.2016

ANALYSE: Brexit dürfte Deutsche Bank viel Geld kosten - JPMorgan

LONDON (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank wird nach Einschätzung der Analysten von JPMorgan besonders unter dem Brexit-Votum leiden. Die Experten erwarten laut einer am Montag vorgelegten Studie, dass die Entscheidung der Briten die Gewinnentwicklung des größten deutschen Geldhauses überdurchschnittlich belasten wird. Gleiches gelte für die Schweizer UBS und Credit Suisse . Der Experte kappte seine Gewinnerwartungen deutlich und stufte die Papiere der Schweizer Geldhäuser auf "Underweight" ab.

JPMorgan stufte die Empfehlung für die Aktien der Deutschen Bank von "Overweight" auf "Neutral" ab. Das Kursziel sank von 23 auf 15 Euro. Am Montag sackte die Aktie auf den ihren historisch tiefsten Stand von 12,22 Euro ab. Seit dem Amtsantritt des als Sanierer geholten Vorstandschef John Cryan vor knapp einem Jahr ist der Kurs um fast 60 Prozent eingebrochen.

Die in der Branche viel beachteten JPMorgan-Experten um Kian Abouhossein waren eines der letzten Analysehäuser, die den deutschen Branchenprimus noch zum Kauf empfahlen. Nun rechnen sie aber damit, dass wegen des Brexits die gesamte Investmentbanking-Branche unter Unsicherheit und damit sinkenden Erträgen leiden wird.

Für die Deutsche Bank kommt der Brexit zur Unzeit. Das Institut kämpft immer noch mit massiven Altlasten aus der Zeit der Finanzkrise. Milliardenschwere Rechtsrisiken sorgen für Misstrauen der Anleger. Vorstandschef Cryan versucht mit einem harten Umbau das Ruder herumzureißen. Unter anderem nahm er gewaltige Abschreibungen vor, was zu einem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr führte. Hinzu kommt der Abbau tausender Stellen, aus vielen Geschäften im Investmentbanking zieht sich die Bank zurück. Das warf bei Beobachtern die Frage auf, wie die Bank künftig überhaupt Geld verdienen will./enl/mis/ag

27.06.2016

ANALYSE/Goldman: Brexit belastet Airlines - Lufthansa-Ziel deutlich gesenkt

NEW YORK (dpa-AFX) - Das britische Votum gegen die EU-Mitgliedschaft dürfte laut der US-Investmentbank Goldman Sachs die Nachfrage nach Flug-, Pauschal- und Bahnreisen verringern. Daher senkte Analystin Alexia Dogani in einer Branchenstudie vom Montag ihr Kursziel für die Lufthansa-Aktie von 14,70 auf 10,00 Euro - dieses liegt nun mehr als anderthalb Prozent unter dem aktuellen Bewertungsniveau. Entsprechend bestätigte die Expertin ihre Verkaufsempfehlung für Deutschlands größte Fluggesellschaft.

Die Expertin verwies auf die gesenkten Wachstumserwartungen der Goldman-Ökonomen für die Europäische Union. Daher dürfte der europäische Luftverkehr bis 2018 jährlich nur um 3 Prozent zunehmen und nicht - wie ursprünglich angenommen - um 4,5 Prozent. Daraus ergebe sich ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, da die Fluggesellschaften Zeit brauchten, um ihre Kapazitätsplanungen anzupassen.

Ihre neuen, niedrigeren Umsatz- und Ergebnisprognosen für die Airlines spiegelten die jüngsten Bewegungen in den Wechselkursen und die hohe operative Verschuldung wider, so Dogani weiter. Bei der Lufthansa und Konkurrent Air France-KLM mache das Großbritannien-Geschäft indes jeweils weniger als 3 Prozent des Umsatzes aus.

Bei Aktien mit der Einstufung "Sell" rechnet Goldman Sachs auf dem aktuellen Kursniveau sowie im Vergleich zu den anderen von der Bank beobachteten Unternehmen aus der gleichen Branche mit einem unattraktiven Renditepotenzial./gl/ag

Analysierendes Institut Goldman Sachs.

27.06.2016

ANALYSE-FLASH: Equinet nimmt Fielmann mit 'Accumulate' wieder auf - Ziel 68 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Equinet hat Fielmann mit "Accumulate" und einem Kursziel von 68 Euro in die Bewertung wieder aufgenommen. Die Optikerkette sei gut positioniert und das aktuelle Kursniveau biete eine attraktive Einstiegschance, schrieb Analyst Simon Heilmann in einer am Montag veröffentlichten Studie. Das alte Kursziel vor Aussetzung der Beobachtung hatte bei 55 Euro gelegen./ag/zb

27.06.2016

ANALYSE-FLASH: Exane BNP senkt Ziel für Volkswagen auf 146 Euro - 'Outperform'

PARIS (dpa-AFX Broker) - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat das Kursziel für Volkswagen nach dem Brexit-Votum der Briten von 154 auf 146 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Wegen Währungseffekten und einem wahrscheinlichen Abschwung der britischen Wirtschaft habe er seine Schätzungen und Kursziel für die europäische Autobranche überarbeitet, schrieb Analyst Stuart Pearson in einer Studie vom Montag. Für das zweite Halbjahr rechnet er nun mit einem zehnprozentigen Nachfragerückgang in Großbritannien. Vor allem Peugeot sei betroffen, aber auch VW und BMW./ck/zb/ag

27.06.2016

ANALYSE-FLASH: SocGen belässt Fresenius SE auf 'Buy' - Ziel 74,20 Euro

PARIS (dpa-AFX Broker) - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat die Einstufung für Fresenius SE nach einem angekündigten Chefwechsel auf "Buy" mit einem Kursziel von 74,20 Euro belassen. Mit der Nachfolge des Finanzvorstands Stephan Sturm auf den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Ulf Schneider setze der Medizinkonzern vernünftigerweise auf Beständigkeit, schrieb Analyst Justin Smith in einer Studie vom Montag. Die beiden Manager hätten sehr gute Arbeit geleistet und das Unternehmen auf einen klaren strategischen Pfad gebracht./mis/ag