dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

24.10.2014

GESAMT-ROUNDUP: Bewegung im Piloten-Tarifstreit - Längere Streikpause bei Bahn

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Lufthansa -Passagiere können hoffen: Nach acht Streikwellen der Piloten wollen sich die Tarifparteien wieder an einen Tisch setzen. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wurden bereits Termine vereinbart. Wann und wo sich Vertreter von Lufthansa und der Gewerkschaft treffen wollen, sagte der VC-Sprecher am Freitag nicht. Auch im Tarifkonflikt der Bahn herrscht vorerst Ruhe an der Streikfront.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will bis 2. November nicht streiken. Dennoch ist der Graben zwischen GDL und Deutscher Bahn tief. Ein neuer Verhandlungstermin stand zunächst nicht fest. Die GDL besteht darauf, auch für jene Berufsgruppen eigene Tarifverträge aushandeln zu dürfen, bei denen sie nicht die Mehrheit der Mitglieder hat.

Die Lufthansa hatte nach Angaben eines Unternehmenssprechers die Pilotengewerkschaft während der achten Streikwelle Anfang der Woche eingeladen, über offene Themen zu diskutieren. VC habe Gespräche über den Vergütungstarifvertrag der Piloten vorgeschlagen. "Wir begrüßen das", sagte der Lufthansa-Sprecher.

Der aktuelle Konflikt dreht sich um den Vorruhestand der Flugkapitäne. "Entscheidend ist aber, dass wir überhaupt wieder ins Gespräch kommen, egal über welches Thema", sagte der VC-Sprecher. Man bleibe streikbereit, hoffe aber auf konstruktive Gespräche. Insgesamt gebe es derzeit 15 Baustellen.

Im Konflikt um die Übergangsversorgung der Piloten mussten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April insgesamt rund 5900 Flüge wegen Streiks der Flugkapitäne streichen. Davon waren nach Angaben der Fluggesellschaft etwa 660 000 Passagiere betroffen.

Die Lokführer-Gewerkschaft hatte nach dem jüngsten zweitägigen Ausstand am vorigen Wochenende zunächst eine siebentägige Streikpause angekündigt. Diese wurde nun bis Ende kommender Woche verlängert. GDL-Chef Claus Weselsky sagte, für die GDL gelte das Prinzip der Tarifpluralität: "Jede Gewerkschaft kann für ihre Mitglieder Forderungen aufstellen und sie, sofern sie mitgliederstark, tarifmächtig und solidarisch untereinander ist, auch durchsetzen."

Deshalb sei die GDL auch nicht bereit, auf die Vorschläge der Bahn und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einzugehen, wonach jeweils die Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern die Federführung bei Tarifverhandlungen für die einzelnen Berufsgruppen haben soll.

Die Bahn nannte die Darstellung der GDL, der Konzern wolle Grundrechte von Arbeitnehmern infrage stellen, "absurd und nicht nachzuvollziehen". Eine Bahnsprecherin sagte: "Wir wollen endlich inhaltliche Verhandlungen über die Ansprüche der Arbeitnehmer führen, aber die GDL kommt nicht, weil sie unter konstruierten Vorwänden Organisationspolitik betreibt, selbst wenn dafür die Verfassung herhalten soll." Das Unternehmen wolle unfaire und widersprüchliche Löhne und Arbeitszeitregelungen für dieselbe Berufsgruppe vermeiden.

Der DGB-Vorsitzende Rainer Hoffmann nannte das Verhalten der GDL unsolidarisch. Er appellierte im Bayerischen Rundfunk an Weselsky, sich wieder mit der EVG an den Verhandlungstisch zu setzen. Eine Aufspaltung nutze nur den Arbeitgebern, sagte Hoffmann.

Die Mehrheit der Bundesbürger hat laut ZDF-Politbarometer kein Verständnis für die Streiks. Demnach sind 57 Prozent mit den Streiks der Lokführer und 72 Prozent mit den Arbeitsniederlegungen der Piloten nicht einverstanden./mar/brd/DP/jha

24.10.2014

Devisen: Eurokurs legt zu und kratzt an der Marke von 1,27 US-Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Freitag Gewinne verbuchen können. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2667 US-Dollar. Zuvor hatte sie mit einem Tageshoch von 1,2696 Dollar zum ersten Mal seit zwei Tagen einen Anlauf auf die Marke von 1,27 US-Dollar genommen. Der Dollar notierte bei 0,7894 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2659 (Donnerstag: 1,2669) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7900 (0,7893) Euro.

Der Euro zeigte sich bei seinem Anstieg unbeeindruckt von einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, laut dem unter Berufung auf die vorläufige Fassung der Ergebnisse des europäischen Banken-Stresstests 25 Institute durchzufallen drohten. Allerdings könnte sich diese Zahl bis zur Vorlage der endgültigen Ergebnisse am Sonntag noch ändern. In den USA am Nachmittag vorgelegte Daten zum Immobilienmarkt fielen durchwachsen aus. So waren die Verkäufe neuer Häuser im September leicht gestiegen. Allerdings war der Wert aus dem Vormonat auch stark nach unten revidiert worden.

Am Wochenende stehen wichtige Impulse für den Devisenmarkt an. In der Ukraine sowie in Brasilien sind Wahlen angesetzt. Am Montagmorgen wird in Deutschland der Ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Die Märkte blicken zudem auf die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch. Anleger gehen davon aus, dass die Notenbanker ihre Anleihenkäufe am Ende des Monats wie geplant auslaufen lassen. Die Märkte erhoffen sich allerdings Hinweise darauf, wann der erste Zinsschritt zu erwarten ist. Hierüber war während der Marktturbulenzen der vergangenen Wochen einige Unsicherheit entstanden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78870 (0,79040) britische Pfund , 136,64 (136,42) japanische Yen und 1,2060 (1,2067) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1232,75 (1232,75) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 810,00 (30 970,00) Euro./fr/bgf/he

24.10.2014

ROUNDUP: Suhrkamp Verlag kann Sanierungsplan endgültig umsetzen

BERLIN (dpa-AFX) - Nach einem beispiellosen gerichtlichen Hickhack kann der angeschlagene Suhrkamp Verlag sein Sanierungskonzept umsetzen. Das Landgericht Berlin gab dem Traditionshaus endgültig grünes Licht für die geplante Umwandlung von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft.

Das geht aus einem Beschluss vom 20. Oktober hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Der Mitgesellschafter Hans Barlach, der 39 Prozent am Verlag hält, verliert damit weitreichende Mitspracherechte.

Der Hamburger Medienunternehmer, Enkel des Bildhauers Ernst Barlach, ist seit Jahren mit der Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz zutiefst zerstritten. Die Witwe des einstigen Firmenpatriarchen Siegfried Unseld hält 61 Prozent der Anteile.

Der Verlag geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass die wesentlichen Maßnahmen des Sanierungsplans nun im ersten Quartal des kommenden Jahres umgesetzt werden können. Man treffe derzeit entsprechende Vorbereitungen, hieß es.

Für Barlachs Schweizer Medienholding sagte Verwaltungsratspräsident Carl Ulrich Mayer auf Anfrage, man werde die Entscheidung prüfen. "Wir halten jede Lösung für sinnvoll, die das Fortkommen des Verlages sichert."

Das Landgericht hatte mit seinem Beschluss eine Beschwerde Barlachs gegen den Sanierungsplan von Unseld-Berkéwicz zurückgewiesen. Die Nachteile einer Planverzögerung überwögen die Nachteile für Barlach, befand die Kammer. Eine weitere Beschwerde wurde nicht zugelassen.

Nach Angaben des vom Verlag bestellten Sachwalters Frank Kebekus kann damit die Änderung der Rechtsform des Verlags vollzogen werden. Zudem muss das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg das im August 2013 eröffnete Insolvenzverfahren noch aufheben. Dies sei jedoch ein rein formaler Akt, weil das Gericht dem Plan ja schon im Januar zugestimmt habe, so Kebekus./wei/DP/jha/

24.10.2014

ROUNDUP: Management ausgebremst: Bananenriese Chiquita bläst Megafusion ab

CHARLOTTE (dpa-AFX) - Chiquita muss seinen Zusammenschluss mit dem irischen Konkurrenten Fyffes zum weltgrößten Bananenkonzern abblasen. Unter dem Druck der Aktionäre gab die Geschäftsführung am Freitag bekannt, nun doch Gespräche über eine Fusion mit dem brasilianischen Safthersteller Cutrale führen zu wollen.

Das Management hatte eigentlich die steueroptimierende Fusion mit Fyffes durchziehen wollen und die bisherigen Cutrale-Kaufofferten stets abgelehnt. Nun bremsten die Investoren den Plan aus - bei einem Aktionärstreffen stimmte die Mehrheit dafür, Verhandlungen mit Cutrale zu starten.

"Wir haben beschlossen, das Abkommen mit Fyffes zu beenden und uns mit dem verbesserten Angebot von Cutrale zu befassen", sagte Chiquita-Chef Edward F. Lonergan. Damit vollzieht er eine radikale Kehrtwende - zuvor war die angehobene Kaufofferte vom Verwaltungsrat kategorisch abgelehnt worden.

Das brasilianische Konsortium Cutrale-Safra bot zuletzt 14,50 US-Dollar je Chiquita-Aktie. Das entspricht einem Gesamtwert von 681 Millionen Dollar (537 Mio. Euro). Eigentlich hatte sich der US-Bananenhändler schon im März auf eine Hochzeit mit dem Wettbewerber Fyffes mittels Aktientausch verständigt. Dadurch hätte Chiquita den Firmensitz nach Irland verlegen und Steuern sparen können.

Diese als "Steuer-Inversion" bezeichnete Praxis gerät in den USA allerdings immer heftiger in die Kritik. Washington will künftig härter durchgreifen bei Unternehmen, die ihren Firmensitz durch Übernahmen und Fusionen in steuergünstigere Länder verlegen und so dem amerikanischen Fiskus entgehen. Finanzminister Jacob Lew kündigte vor einem Monat an, die Schlupflöcher im Steuersystem zu schließen./hbr/DP/jha

24.10.2014

ROUNDUP: Lokführer in Deutschland wollen bis 2. November nicht streiken

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Im Tarifstreit mit der Bahn werden die Lokführer bis 2. November nicht streiken. Das teilte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Freitag in Frankfurt mit. Zugleich drohte GDL-Chef Claus Weselsky für die Zeit danach mit neuen Arbeitsniederlegungen - sollte es die Bahn weiterhin ablehnen, mit der GDL auch Tarifverträge für Eisenbahner abzuschließen, die keine Lokführer sind.

Vor dieser Erklärung hatte die GDL einen neuerlichen Ausstand bis kommenden Montag ausgeschlossen. Die Bahn nannte es zunächst wichtig, "dass Kunden und Mitarbeiter bis aufs Weitere Ruhe haben".

Weselsky betonte, für die GDL gelte das Prinzip der Tarifpluralität: "Jede Gewerkschaft kann für ihre Mitglieder Forderungen aufstellen und sie, sofern sie mitgliederstark, tarifmächtig und solidarisch untereinander ist, auch durchsetzen." Deshalb sei die GDL auch nicht bereit, auf die Vorschläge der Bahn und der konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einzugehen, wonach jeweils die Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern die Federführung bei Tarifverhandlungen für die einzelnen Berufsgruppen haben soll.

Weselsky warf der Bahn vor, mit den bisher nur an die Lokführer gerichteten Tarifangeboten "die Grundrechte unserer Mitglieder zu beschneiden". Dabei bezog er sich auf Artikel 9 des Grundgesetzes, in dem "für jedermann und alle Berufe" das Recht zur Bildung von Vereinigungen gewährleistet wird.

In einem Brief an den EVG-Vorsitzenden Alexander Kirchner schrieb Weselsky, nicht nur Lokführer, sondern auch Lokrangierführer, Bordgastronomen, Disponenten und Instruktoren seien Mitglied bei der GDL. "Die Frage, ob man ein, zehn, hundert oder mehrere tausend Mitglieder haben muss, steht weder zur Disposition der EVG noch zur Disposition der Arbeitgeberseite", fügte der GDL-Vorsitzende hinzu.

Die Bahn nannte die Darstellung der GDL, die Bahn wolle Grundrechte von Arbeitnehmern infrage stellen, "absurd und nicht nachzuvollziehen". Eine Bahnsprecherin sagte: "Wir wollen endlich inhaltliche Verhandlungen über die Ansprüche der Arbeitnehmer führen, aber die GDL kommt nicht, weil sie unter konstruierten Vorwänden Organisationspolitik betreibt, selbst wenn dafür die Verfassung herhalten soll." Das Unternehmen wolle unfaire und widersprüchliche Löhne und Arbeitszeitregelungen vermeiden.

Ob es zwischen Bahn und GDL zuletzt wieder Gesprächskontakte gab, war unklar. Der Konzern sei zu Gesprächen grundsätzlich bereit, hieß es lediglich bei der Bahn. Ein GDL-Sprecher sagte, einen Verhandlungstermin gebe es noch nicht.

Die EVG hatte es zuvor als unverständlich bezeichnet, dass sich die GDL weigere, ihre Mitgliederzahl in jenen Berufsgruppen offenzulegen, bei denen die Mehrheit zwischen den Gewerkschaften strittig ist. "Wer behauptet, Mehrheiten zu haben, sich aber der Transparenz verweigert, ist unglaubwürdig", sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner.

Die EVG hatte vorgeschlagen, die Mehrheiten von einem Notar klären zu lassen. Dann könne die Gewerkschaft, die in der jeweiligen Berufsgruppe die Mehrheit stellt, federführend über die spezifischen Themen in dieser Gruppe verhandeln. Weselsky entgegnete in seinem Brief: "Mit der GDL wird es keine Erbsenzählerei vor Notaren geben."/brd/DP/jha

24.10.2014

ROUNDUP 2: Amazon schockiert Börse mit hohem Verlust

(neu: mehr Details und Hintergrund)

SEATTLE (dpa-AFX) - Der rasante Expansionskurs von Amazon -Chef Jeff Bezos hat dem weltgrößten Online-Händler einen überraschend hohen Verlust beschert. Im dritten Quartal lief ein Minus von 437 Millionen US-Dollar (345 Mio Euro) auf.

Zu dem Verlust trug auch eine Abschreibung von 170 Millionen Dollar auf das erst im Sommer herausgekommene erste Amazon-Handy Fire Phone bei. Das als sehr innovativ angekündigte Smartphone ist bisher kein Verkaufsschlager und bekam auch schlechte Kritiken in der Fachpresse. Amazon senkte nach wenigen Wochen auf dem Markt den Preis, was zu der Abschreibung führte. Im Vorjahresquartal war der Konzernverlust mit 41 Millionen Dollar noch viel niedriger.

AKTIENKURS BRICHT EIN

Mehr noch, für das laufende Vierteljahr mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte Amazon überhaupt keine klare Prognose geben. Die Vorhersage beim operativen Ergebnis liegt zwischen einem Minus von 570 Millionen Dollar und einem Gewinn von 430 Millionen Dollar.

Die Anleger ließen die Aktie im frühen US-Handel am Freitag um mehr als sieben Prozent fallen. Sie sind von Amazon zwar rote Zahlen oder nur dünne Gewinn gewöhnt - der Online-Händler investiert aggressiv, um seine Marktposition zu verteidigen und auszubauen. Damit tanzt Amazon jedoch auf immer mehr Hochzeiten, und die Kosten schießen entsprechend in die Höhe. Im vergangenen Quartal stiegen die Ausgaben unter anderem für Lager-Standorte sowie Technologie und Inhalte wie Serien und Kinofilme in Amazons Videostreaming-Dienst deutlich.

GEDULD VERLOREN

In den vergangenen Jahren kaufte die Börse Bezos die Wachstums-Story ab und belohnte dessen Investitionsbereitschaft mit kräftigen Kurssteigerungen. Doch inzwischen scheinen die Investoren die Geduld verloren haben.

Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich immerhin um ein Fünftel auf 20,6 Milliarden Dollar, wie Amazon nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Amazon brachte zuletzt neben dem Fire Phone auch die TV-Box Fire TV in Deutschland auf den Markt und erneuerte die Produktfamilien seiner Tablet-Computer sowie E-Book-Lesegeräte. Im Geschäft mit Cloud-Diensten wird der Wettbewerb mit Rivalen wie Google und Microsoft schärfer. Im vergangenen Quartal kaufte Amazon zudem für knapp eine Milliarde Dollar die Video-Website Twitch, auf der Gamer Live-Mitschnitte vom Spielverlauf veröffentlichen können.

WEITER HOHE INVESTITIONEN

Finanzchef Tom Szkutak kündigte in der Telefonkonferenz nach Vorstellung der Zahlen aber an, dass Amazon grundsätzlich an den hohen Investitionen festhalten werde. Der Konzern wisse aber, dass er mit Vorsicht überlegen müsse, in welche Geschäfte man das Geld stecke./so/DP/jha

24.10.2014

Verlagerung von Sprinter-Produktion: IG Metall kritisiert 'Tabubruch'

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die IG Metall und Arbeitnehmervertreter des Autobauers Daimler protestieren mit scharfen Worten gegen die geplante Verlagerung eines Teils der Sprinter-Produktion von Düsseldorf nach Nordamerika. Ein massiver Arbeitsplatzabbau mit dem Ziel einer Verlagerung in einen anderen Wirtschaftsraum sei ein Tabubruch und absolutes Novum bei Daimler, sagte der NRW-Chef der IG Metall, Knut Giesler, am Freitag in Düsseldorf. Gewerkschaft und Betriebsrat befürchten den Wegfall von 1800 Jobs in Düsseldorf. Insgesamt sind dort bei Daimler 6500 Menschen beschäftigt.

Der Autokonzern hatte am Dienstag angekündigt, in Nordamerika ein zusätzliches Werk für die nächste Generation des Transporters zu bauen. Der Generationswechsel steht etwa 2016 an. Zugleich beschloss das Unternehmen Investitionen von 300 Millionen Euro für den bestehenden Standort in Düsseldorf - das weltweit größte Transporterwerk von Daimler. Neue Investitionsversprechen reichten aber bei weitem nicht, sagte Giesler. "Für uns zählt jeder Arbeitsplatz."

Der Düsseldorfer Betriebsrat und die Firmenleitung verhandeln derzeit über die Zukunft des Werkes. Eine Lösung solle "in den nächsten Wochen, auf jeden Fall in diesem Jahr" gefunden werden, sagte ein Daimler-Sprecher. Bisher gebe es noch keine Entscheidung zu den Auswirkungen beim Personal. Bei Daimler sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 ausgeschlossen./rs/DP/jha

24.10.2014

ROUNDUP/Hochwasserschutz: 102 Projekte sollen Flüssen Raum geben

HEIDELBERG (dpa-AFX) - Mit 102 Hochwasserschutzprojekten wollen Bund und Länder den Flüssen Rhein, Donau, Elbe, Oder und Weser mehr Raum geben. "Den präventiven Hochwasserschutz haben wir uns jetzt als gemeinsame nationale Aufgabe vorgenommen", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Freitag zum Abschluss der Umweltministerkonferenz (UMK) in Heidelberg. Mit dem nun beschlossenen Nationalen Hochwasserschutzprogramm sollten etwa Deiche zurückverlegt werden und Polder entstehen.

Das Programm betreffe allerdings bei weitem nicht alle deutschen Flüsse: Der Hochwasserschutz an sich bleibe auch in Zukunft Hauptaufgabe der Länder. Die Maßnahmen sollen Schritt für Schritt über mindestens 20 Jahre umgesetzt werden. Bund und Länder veranschlagen dafür rund 5,4 Milliarden Euro.

Die Frage der Finanzierung blieb bis zuletzt strittig. Hendricks plant, in den kommenden zehn Jahren 1,2 Milliarden Euro dafür bereitzustellen. "Ich kann aus meiner Sicht, aus heutiger Sicht, nicht mehr zusagen." Sie machte den Ländern aber Hoffnung für die Zeit danach: "Ich glaube nicht, dass wenn das Nationale Hochwasserprogramm in zehn Jahren noch nicht abgearbeitet ist, der Bund dann sagt: "Jetzt macht das mal alleine, Länder"."

Die Länder fordern vom Bund, den Geldbetrag deutlich anzuheben. Der diesjährige UMK-Vorsitzende, Baden-Württembergs Ressortchef Franz Untersteller (Grüne), sprach zwar von einem guten Anfang. "Es ist aber schon so, dass insgesamt mehr Mittel erforderlich sind, um die von allen als notwendig erkannten Maßnahmen umzusetzen. Darüber werden wir weiter reden." Das große Hochwasser vom Sommer 2013 hatte das Thema Hochwasserschutz verstärkt in den Fokus gerückt.

Neben dem Hochwasserschutz stand die Energieeffizienz auf der Agenda der Umweltminister. Die Länder seien sich einig, dass effiziente Energienutzung einen Beitrag leiste, Deutschlands Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern, sagte Untersteller. Die UMK fordere zudem den Bund auf, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz zügig zu novellieren. Um die Sanierungsquote von Gebäuden spürbar zu erhöhen, bräuchten außerdem Hausbesitzer Informationen, unabhängige Beratung und wirksame Förderinstrumente. Nicht einigen konnten sich die Ressortchefs auf einen Beschluss, Sanierungen über die Steuer zu begünstigen./cco/DP/jha

24.10.2014

Chiquita lässt Fyffes-Fusion platzen - Neue Gespräche mit Cutrale

CHARLOTTE (dpa-AFX) - Spektakuläre Kehrtwende beim umworbenen Bananenkonzern Chiquita: Nachdem das Management den brasilianischen Safthersteller Cutrale mit seinem erhöhten Angebot eigentlich erneut hatte abblitzen lassen, lehnten die Aktionäre nun die seit längerem angedachte Fusion mit dem irischen Rivalen Fyffes ab, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Diese Entscheidung sei bei einem Sondertreffen der Aktionäre gefallen. Das Unternehmen will nun wieder Gespräche mit Cutrale über deren erhöhtes Angebot aufnehmen.

Der seit März geplante Zusammenschluss mit Fyffes hätte den weltgrößten Bananenkonzern geschaffen. Diesen wollte der Verwaltungsrat bis zuletzt durchdrücken. Der brasilianische Saftkonzern Cutrale hatte zusammen mit dem Safra-Konsortium erst am Vortag sein Angebot auf 14,50 US-Dollar je Aktie erhöht, was einem Gesamtwert von 681 Millionen US-Dollar (538 Mio Euro) entspräche./men/jha/

24.10.2014

ROUNDUP/Dobrindt: Maut vor allem für große Transitstrecken

LEIPZIG (dpa-AFX) - Die geplante Pkw-Maut soll den Grenzverkehr nach Worten von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nicht stören. Es gehe ihm vor allem um die großen Transitstrecken, sagte Dobrindt am Freitag in Leipzig kurz vor der angekündigten Vorlage seines Gesetzentwurfs. Die detaillierte Konzeption der umstrittenen Vignette für deutsche Straßen wird mit Spannung erwartet. Der Entwurf soll im Oktober vorgestellt werden, wie ein Ministeriumssprecher in Berlin bekräftigte - also spätestens bis zum kommenden Freitag.

Dobrindts im Juli vorgestellten Eckpunkte für eine Vignettenpflicht auf allen Straßen waren vor allem in den großen CDU-Landesverbänden Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auf Kritik gestoßen. Auch aus bayerischen Kommunen waren Bedenken laut geworden. Befürchtet werden bei einer Maut auch auf kleinen Straßen negative Folgen für Wirtschaft und Tourismus in grenznahen Regionen. Dobrindt hatte signalisiert, Bedenken zu berücksichtigen. Eine Beschränkung auf Autobahnen und Bundesstraßen brächte aber neue Schwierigkeiten - etwa weniger Einnahmen und Ausweichverkehr auf mautfreie Straßen.

Dobrindt verteidigte erneut die Zielsetzung, mit der Maut auch Pkw-Fahrer aus dem Ausland zur Kasse zu bitten. Er sehe nicht ein, dass eine große Gruppe, die in Deutschland die Straßen nutze, nicht auch zu deren Finanzierung herangezogen werden solle, sagte der Minister bei einer Veranstaltung des Bundesverbandes Güterverkehr Logistik und Entsorgung in Leipzig. "Jeder, der heute auf unseren Straßen unterwegs ist, soll auch einen angemessenen Beitrag leisten."

Union und SPD haben die Einführung einer Pkw-Maut auf Drängen der CSU im Koalitionsvertrag vereinbart. Bedingungen sind, dass dadurch kein inländischer Autobesitzer zusätzlich belastet wird. Die Regelung darf Ausländer zudem gemäß EU-Recht nicht benachteiligen. Deswegen müssen alle Autobesitzer Maut zahlen. Inländer sollen aber wohl über geringere Kfz-Steuerzahlungen dafür voll wieder entlastet werden./gik/sam/DP/jha

24.10.2014

WOCHENAUSBLICK: Nach der Achterbahnfahrt des Dax herrscht Vorsicht und Skepsis

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vorsicht und Skepsis dürften nach der jüngsten Achterbahnfahrt an der Börse die Oberhand in der neuen Woche behalten. Die vor allem am Aktienmarkt unbeliebte Unsicherheit wächst: In Deutschland setzt sich die Berichtssaison in erhöhtem Tempo fort. Der Konjunkturkalender ist wieder gut gefüllt. Zudem dürfte sich die US-Notenbank wohl endlich konkret zum Ende ihres Anleihe-Ankaufprogramms äußern und womöglich auch etwas zu ihrer künftigen Leitzinspolitik sagen. Das ist genug Stoff, um Anleger weiter in Atem zu halten und die Kurse im Dax wieder heftig zum Schwanken zu bringen.

"Die aktuelle Marktsituation bewerten wir weiterhin als labil. Erneute Rückschläge sind möglich, auch wenn sich auf dem ermäßigten Kursniveau institutionelle Anleger bereits vorsichtig für das neue Jahr positionieren könnten", hieß es seitens der Landesbank Baden-Württemberg. Als beruhigend sieht es Daniel Saurenz, Analyst von Feingold Research, dabei an, dass die jüngst spürbare Angst wieder aus dem Markt gewichen sei und die Investoren zwar vorsichtig, aber nicht hysterisch agierten.

'DAX VERTRÄGT EINE RUHEPAUSE'

Nach dem Ausverkauf zwischen Mitte September und Mitte Oktober und dem dann erneut raschen Dax-Anstieg auf 9000 Punkte "verträgt es der Markt" laut Saurenz, "sich erst einmal einige Tage zu setzen und um diese Marke zu pendeln". Das könnte seines Erachtens helfen, damit Investoren wieder neuen Mut fassen und das Aktienjahr doch noch versöhnlich zu Ende geht. Zum Jahresausklang 2013 hatte der Dax bei immerhin 9550 Punkten gestanden.

Vergessen dürften Anleger trotz der jüngst eingesetzten Erholung dabei aber nicht, dass sich die Wirtschaftssituation in Deutschland und der ganzen Eurozone über die Sommermonate hinweg merklich eingetrübt habe, geben die DZ-Bank-Experten zu bedenken. Daher seien die neuen Konjunkturdaten umso wichtiger.

HOFFNUNG AUF POSITIVEN IFO-INDEX

Bereits am Montag wird neben den Ergebnissen des Bankenstresstests der Europäischen Zentralbank der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex im Mittelpunkt stehen. Nach fünf Rückgängen in Folge wird erwartet, dass das Stimmungsbarometer im Oktober nun diesen negativen Trend hinter sich lässt. "Darauf deutet der bereits vorliegende Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe hin, der einen überraschend deutlichen Anstieg im Oktober zeigte", geben sich die Postbank-Analysten zuversichtlich.

Von der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch dürften weitere wesentliche Marktimpulse ausgehen. Nach Vorschlägen von Fed-Mitgliedern wie James Bullard, das Ankaufprogramm für Staatsanleihen nochmals zu verlängern, wird mit erhöhter Spannung auf Aussagen der Präsidentin Janet Yellen gewartet. "Wir rechnen allerdings damit, dass das Programm wie angekündigt Ende Oktober ausläuft", heiß es seitens der Postbank. Für spannender halten die Experten daher mögliche neue Formulierungen zur ersten Leitzinsanhebung. Bislang hieß es, dass zwischen dem Ende des Ankaufprogramms und dem ersten Zinsschritt eine "beträchtliche Zeitspanne" liegen wird.

DEUTSCHE BÖRSE ALS PROFITEURIN DER UNSICHERHEIT

Mit Blick auf die Berichtssaison in Deutschland stehen aus der ersten Reihe am Montag die Zahlen der Deutschen Börse an. Der Marktbetreiber aus Eschborn dürfte eine der wenigen Profiteure der gestiegenen wirtschaftlichen Unsicherheiten gewesen sein. Nach langen Zeiten mit sinkenden Umsätzen sollte sich laut Analysten der Handel im dritten Jahresviertel wieder belebt haben.

Am Mittwoch dagegen werden schwache Zahlen von der Deutschen Bank erwartet. Hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten dürften das abgelaufende Quartal belastet haben. Am Donnerstag stehen Bayer , Linde , Lufthansa und Volkswagen (VW) mit ihren Bilanzen im Fokus. Zudem berichten zahlreiche Unternehmen aus der zweiten Reihe, etwa Aixtron , Gea , Deutsche Annington oder auch Evonik .

Von der bisher überwiegend gut gelaufenen Berichtssaison in den USA auf Deutschland zu schließen, davor warnen allerdings die Analysten der DZ Bank. Ihrer Einschätzung nach dürften von den Zahlen zum dritten Quartal keine nachhaltig positiven Impulse ausgehen. Die Lage an der Börse bleibt somit vorerst weiter fragil./ck/la

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

24.10.2014

Aktien New York: Dow atmet nach Erholung durch - kräftiges Plus auf Wochensicht

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt hat nach seiner jüngsten Erholung am Freitag keine feste Richtung gefunden. Der Dow Jones Industrial stand zuletzt 0,04 Prozent höher bei 16 684,45 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich ein Plus von mehr als eineinhalb Prozent ab. Damit dürfte das weltweit bekannte Börsenbarometer eine Serie von vier Wochenverlusten in Folge beenden.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 0,02 Prozent auf 1950,39 Zähler nach unten, während der technologielastige Nasdaq 100 um 0,16 Prozent auf 4018,75 Punkte stieg.

Von Konjunktur- und Unternehmensseite kamen zum Wochenschluss durchwachsene Nachrichten. So waren in den USA die Verkäufe neuer Häuser im September zwar leicht gestiegen, allerdings wurde der Augustwert stark nach unten revidiert. Zudem drücke der Ebola-Fall in der US-Metropole New York auf die Stimmung, sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari UK.

Dem standen positiv aufgenommene Geschäftszahlen etwa vom Software-Konzern Microsoft und dem Paketdienst UPS gegenüber./mis/he

24.10.2014

Aktien Frankfurt: Dax legt Pause ein - Warten auf Stresstest und Fed-Sitzung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben nach dem zuletzt guten Lauf am Freitag erst einmal Kasse gemacht. Damit setzen sie auf Sicherheit: Mit dem Ergebnis des europäischen Bankenstresstests und der Zinssitzung der US-Notenbank Fed werfen zwei wichtige Ereignisse ihre Schatten voraus. Der besser als erwartete GfK-Konsumklimaindex half den Notierungen nicht.

Der Dax notierte am Nachmittag 0,54 Prozent im Minus bei 8998,84 Punkten. Auf Wochensicht schaffte der deutsche Leitindex indes einen Anstieg um über anderthalb Prozent, nachdem er am Donnerstag den dritten Tag in Folge mit einem Plus sowie erstmals seit zwei Wochen wieder über 9000 Punkten geschlossen hatte. Wegen Sorgen um die Weltwirtschaft war der Dax unter die Marke gerutscht.

MIT BANKENSTRESSTEST DROHEN WEITERE VERLUSTE

Auch den anderen deutschen Indizes fehlte vor dem Wochenende die Kraft für einen weiteren Anstieg: Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen sank um 0,28 Prozent auf 15 650,46 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,45 Prozent auf 1204,23 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,47 Prozent nach unten.

"Nach Gewinnen von 700 Punkten seit dem jüngsten Zwischentief vor acht Handelstagen ist der Markt anfällig für eine kurze Pause", schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar.

Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Brokerhaus GKFX erinnerte an die am Sonntag anstehende Veröffentlichung der Bankenstresstest-Ergebnisse durch die Europäische Zentralbank (EZB). "Sollten sich die Gerüchte über eine Kapitallücke bei zwei italienischen Banken bestätigen, könnten die Märkte am Montag deutlich abgeben", prognostizierte der Experte. Zuletzt hieß es in einem Medienbericht sogar, laut EZB-Unterlagen könnten 25 Institute durchfallen.

BASF DAX-SCHLUSSLICHT NACH ZAHLEN UND PROGNOSESENKUNG

Im Fokus stand auch die BASF mit ihrem Quartalsbericht und einer Prognosesenkung. Die Aktien des Chemiekonzerns rutschten mit minus 3,65 Prozent ans Dax-Ende. Die Ludwigshafener halten angesichts einer nachlassenden Nachfrage ihre Ziele für 2015 nicht mehr für erreichbar. Zudem störten sich Analysten am Abschneiden in manchen Segmenten im vergangenen Quartal.

Beim Pharmaunternehmen Biotest sorgten indes weitere überzeugende Studienergebnisse eines Antikörpers für einen Kurssprung von 8,64 Prozent. Damit besetzten die Aktien den ersten Platz im SDax der geringer kapitalisierten Börsenunternehmen.

Die Puma-Aktien gewannen 0,24 Prozent. Der Sportartikel-Hersteller konnte den Umsatz im dritten Quartal steigern. Die vom Mutterkonzern Kering herausgegebenen Zahlen klängen gut, sagte ein Händler. Sie könnten die Frage aufwerfen, ob die Rückehr von Puma in die Wachstumsspur bei den Franzosen Interesse an einer Übernahme der restlichen Anteile wecke.

LUSTLOSES BÖRSENDEBÜT VON TLG IMMOBILIEN

Neben Unternehmenszahlen sorgte der Börsengang von TLG Immobilien für Aufmerksamkeit: Einem anfänglichen Sprung der Aktien bis auf 11,05 Euro folgte schnell die Ernüchterung. Zuletzt stagnierten die Titel des Immobilienkonzerns bei 10,75 Euro exakt auf dem Ausgabepreis. Dieser hatte bereits der aktuell unsicheren Lage an den Aktienmärkten Rechnung getragen und lag am unteren Ende der Preisspanne, die bis 13,75 Euro reichte./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

24.10.2014

Aktien New York Ausblick: Verluste - Dow steuert dennoch auf Wochengewinn zu

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial dürfte am Freitag auch wegen der Sorge um eine Ausbreitung von Ebola schwächer starten und sein jüngsten Gewinne zunächst verdauen. So gab der Future auf den Dow rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsstart um 0,18 Prozent nach. Der Terminkontrakt auf den Nasdaq 100 fiel zuletzt um 0,27 Prozent.

Dennoch dürfte der US-Leitindex Dow eine Serie von vier Wochenverlusten in Folge beenden. Angesichts des wieder gestiegenen Optimismus in puncto Wirtschaftswachstum deutet sich bei dem bekanntesten Börsenbarometer der Welt ein Wochenplus von mehr als einem Prozent an.

Ebola hat inzwischen die US-Metropole New York und das afrikanische Land Mali erreicht. Bei einem Arzt in New York habe sich der Verdacht auf die lebensgefährliche Krankheit bestätigt, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Damit rücke die Seuche merklich näher an die Wall Street heran, sagte Marktanalyst Jasper Lawler vom Broker CMC Marktes.

Zudem könnten sich die Anleger vor der am Sonntag anstehenden Veröffentlichung der Bankenstresstest-Ergebnisse durch die Europäische Zentralbank zurückhalten, meinte Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari UK. Ein Arbeitspapiere der Europäischen Zentralbank zeigt laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass 25 Banken bei dem Test durchgefallen sein sollen.

Der rasante Expansionskurs von Amazon-Chef Jeff Bezos bescherte dem weltgrößten Online-Händler überraschend einen hohen Verlust. Für das laufende Vierteljahr mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte Amazon überhaupt keine klare Prognose geben. Diese Entwicklung stößt bei den Anlegern zunehmend auf Skepsis: Die Investoren straften die Aktie im vorbörslichen Handel mit einem Kurseinbruch von mehr als zehn Prozent ab.

Positive Nachrichten kamen von Microsoft: Der Software-Riese kommt bei seiner Erneuerung voran. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um ein Viertel in die Höhe. Die Grundlage dafür lieferte die Geschäfte mit Cloud-Diensten, der Spielekonsole Xbox und Mobiltelefonen. Microsoft will unabhängiger von seinen Geldmaschinen Windows und Office werden. Im vorbörslichen Handel zogen die Aktien um rund drei Prozent an.

Für die ebenfalls im Dow notierten Aktien von Procter & Gamble ging es vorbörslich um rund zwei Prozent nach oben. Der weltgrößte Konsumgüterkonzern will aus dem Batteriegeschäft aussteigen. Die unter der Marke Duracell betriebene Sparte soll in ein alleinstehendes Unternehmen abgespalten und an die Börse gebracht werden. Die Ankündigung weiterer Aktienrückkäufe verhalf den Titeln von Pfizer zu einem Plus von mehr als einem Prozent.

Die nicht im Dow gelisteten Papiere des Autobauers Ford legten im vorbörslichen Handel um rund ein halbes Prozent zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie hatte die Erwartungen übertroffen.

Der boomende Internethandel bescherte dem Paketdienst UPS einen glänzenden Sommer. Sowohl auf dem Heimatmarkt als auch in Europa und Asien nahm die Zahl der Päckchen und Pakete deutlich zu, so dass die Titel vorbörslich um rund anderthalb Prozent ansprangen. Der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb (BMS) schließlich profitierte im abgelaufenen Quartal von guten Verkäufen seiner Medikamente und der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen. Die Anteilsscheine traten gleichwohl vorbörslich auf der Stelle./la/mis

24.10.2014

Aktien Frankfurt: Dax legt nach gutem Lauf Verschnaufpause ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben nach dem zuletzt guten Lauf erst mal Vorsicht walten lassen. Der besser als erwartete GfK-Konsumklimaindex half den Notierungen am Freitag ebenso wenig wie die durchwachsenen Vorgaben der Übersee-Börsen.

Der Dax konnte seine Tagesverluste aber immerhin eindämmen: Gegen Mittag notierte er noch 0,23 Prozent im Minus bei 9026,39 Punkten. Auf Wochensicht schaffte der deutsche Leitindex indes einen Anstieg um fast 2 Prozent, nachdem er am Donnerstag den dritten Tag in Folge mit einem Plus sowie erstmals seit zwei Wochen wieder über 9000 Punkten geschlossen hatte. Der Dax war wegen Sorgen um die Weltwirtschaft unter diese markante Marke gerutscht.

WARTEN AUF BANKENSTRESSTEST-ERGEBNISSE

"Nach Gewinnen von 700 Punkten seit dem jüngsten Zwischentief vor acht Handelstagen ist der Markt anfällig für eine kurze Pause", schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Brokerhaus GKFX erinnerte zudem an die am Sonntag anstehende Veröffentlichung der Bankenstresstest-Ergebnisse durch die Europäische Zentralbank (EZB). "Sollten sich die Gerüchte über eine Kapitallücke bei zwei italienischen Banken bestätigen, könnten die Märkte am Montag deutlich abgeben", prognostizierte der Experte.

Auch den anderen deutschen Indizes fehlte vor dem Wochenende die Kraft für einen weiteren Anstieg: Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen sank um 0,06 Prozent auf 15 684,60 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,11 Prozent auf 1208,33 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,26 Prozent nach unten.

BASF DAX-SCHLUSSLICHT NACH ZAHLEN UND PROGNOPSESENKUNG

Im Fokus stand die BASF mit ihrem Quartalsbericht und einer Prognosesenkung. Die Aktien des Chemiekonzerns rutschten mit Abschlägen von 2,89 Prozent ans Dax-Ende. Die Ludwigshafener halten angesichts einer nachlassenden Nachfrage ihre Ziele für 2015 nicht mehr für erreichbar, bestätigten aber den Ausblick auf das laufende Jahr.

Positiv aufgenommene Volvo-Zahlen halfen den Autowerten. Bei Daimler stützten zudem positive Analystenkommentare zu den jüngsten Zahlen. Entsprechend gehörten die Aktien mit plus 0,76 Prozent zu den besten Dax-Werten. Die Aktien des Konkurrenten Volkswagen (VW) stemmten sich mit Gewinnen von 0,19 Prozent ebenfalls gegen den Trend. BMW entwickelten sich mit minus 0,23 Prozent ähnlich wie der Markt.

Neben Unternehmenszahlen sorgte der Börsengang von TLG Immobilien für Aufmerksamkeit: Einem anfänglichen Sprung der Aktien bis auf 11,05 Euro folgte schnell die Ernüchterung. Zuletzt notierten die Titel des Immobilienkonzerns bei 10,78 Euro nur 0,28 Prozent über dem Ausgabepreis von 10,75 Euro. Dieser hatte bereits der aktuell unsicheren Lage an den Aktienmärkten Rechnung getragen und lag am unteren Ende der Preisspanne, die bis 13,75 Euro reichte./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

24.10.2014

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax legt Verschnaufpause ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist nach dem zuletzt guten Lauf am Freitag von moderaten Gewinnmitnahmen belastet worden. Von den durchwachsenen Vorgaben der Übersee-Börsen kam keine Unterstützung für den Dax , der in der ersten Handelsstunde 0,52 Prozent auf 9000,42 Punkte abgab. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex den dritten Tag in Folge mit einem Plus sowie erstmals seit zwei Wochen wieder über 9000 Punkten geschlossen.

"Nach Gewinnen von 700 Punkten seit dem jüngsten Zwischentief vor acht Handelstagen ist der Markt anfällig für eine kurze Pause", schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG verwies zudem darauf, dass "der besser als erwartete GfK-Konsumklimaindex die Marktteilnehmer nicht zum Aktienkauf animieren konnte".

VORGABEN GEBEN KEINE UNTERSRÜTZUNG

Auch den anderen Indizes fehlte vor dem Wochenende die Kraft für einen weiteren Anstieg: Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen sank um 0,36 Prozent auf 15 636,97 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,25 Prozent auf 1206,67 Punkte zurück. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,51 Prozent nach unten.

Die Übersee-Börsen entwickelten sich uneinheitlich: An der Wall Street gaben die Indizes im späten Handel einen Teil ihrer Gewinne ab, und der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,34 Prozent. Der Handel in Asien präsentierte sich derweil überwiegend freundlich.

BASF SENKT PROGNOSE

Im Fokus stand am deutschen Aktienmarkt zunächst die BASF mit ihrem Quartalsbericht und einer Prognosesenkung. Die Aktien des Chemiekonzerns rutschten mit Abschlägen von 2,67 Prozent ans Dax-Ende. Die Ludwigshafener halten angesichts einer nachlassenden Nachfrage ihre Ziele für 2015 nicht mehr für erreichbar, bestätigten aber den Ausblick auf das laufende Jahr.

Das von 14 Milliarden Euro auf 10 bis 12 Milliarden Euro gesenkte Ergebnisziel vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) für 2015 dürfte die guten aktuellen Quartalszahlen überlagern, schrieb ein Händler. Andere Börsianer wiesen indes darauf hin, dass die Markterwartungen für die Kennziffer bereits bei nur etwas mehr als 11 Milliarden Euro gelegen hätten.

BAUWERTE UNEINHEITLICH - BÖRSENGANG VON TLG IMMOBILIEN

Bauwerte gerieten nach enttäuschenden Resultaten eines Konkurrenten ins Rampenlicht. Der französische Baukonzern Vinci nahm in den ersten neun Monaten des Jahres weniger ein als vom Markt erwartet. Ein Händler sah darin eine Belastung für die Branche . Bei den deutschen Wettbewerbern driftete die Kursentwicklung indes auseinander: Während Bilfinger um 0,85 Prozent nachgaben, legten Hochtief um 0,65 Prozent zu.

Neben Unternehmenszahlen sorgte der Börsengang von TLG Immobilien für Aufmerksamkeit. Die Aktien des Berliner Immobilienkonzern starteten mit 10,88 Euro in ihren ersten Handelstag und kosteten zuletzt 10,91 Euro - damit notierte der Kurs 1,49 Prozent über dem Ausgabepreis von 10,75 Euro. Zuvor hatten die Anteilseigner allerdings schon der aktuell unsicheren Lage an den Aktienmärkten Tribut zollen müssen: Der Ausgabepreis lag am unteren Ende der Preisspanne, die bis 13,75 Euro reichte./gl/das

24.10.2014

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax legt Verschnaufpause ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Freitag zunächst von Gewinnmitnahmen belastet worden. Von den durchwachsenen Vorgaben der Übersee-Börsen kam keine Unterstützung für den deutschen Leitindex, der im frühen Handel 0,64 Prozent auf 8989,48 Punkte abgab. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex den dritten Tag in Folge mit einem Plus sowie erstmals seit zwei Wochen wieder über 9000 Punkten geschlossen.

"Nach Gewinnen von 700 Punkten seit dem jüngsten Zwischentief vor acht Handelstagen ist der Markt anfällig für eine kurze Pause", schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar.

Auch den anderen Indizes fehlte vor dem Wochenende die Kraft für einen weiteren Anstieg: Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen sank um 0,45 Prozent auf 15 622,49 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,41 Prozent auf 1204,74 Punkte zurück. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,77 Prozent nach unten./gl/das

24.10.2014

Aktien Frankfurt Ausblick: Dax dürfte Teil jüngster Gewinne wieder abgeben

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Freitag zunächst einen Teil seiner jüngsten Kursgewinne wieder abgeben. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator notierte eine dreiviertel Stunde vor dem Börsenstart bei 9009 Punkten und damit 0,42 Prozent unter dem Dax-Schlusskurs.

Am Donnerstag hatte sich der deutsche Leitindex den dritten Tag in Folge mit einem Plus aus dem Handel verabschiedet und erstmals seit zwei Wochen über 9000 Punkten geschlossen. Der Future auf den EuroStoxx 50 lässt vor dem Wochenende eine 0,49 Prozent tiefere Eröffnung des Eurozonen-Leitindex erwarten.

Die durchwachsenen Vorgaben der Übersee-Börsen zeigten derweil keine Richtung auf: An der Wall Street gaben die Indizes im späten Handel einen Teil ihrer Gewinne ab, und der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,27 Prozent. Der Handel in Asien präsentierte sich derweil insgesamt freundlich.

BASF SENKT PROGNOSE - BAUSEKTOR NACH VINCI-ZAHLEN IM BLICK

Im Fokus stand am deutschen Aktienmarkt zunächst die BASF mit ihrem Quartalsbericht und einer Prognosesenkung. Beim Broker Lang & Schwarz (L&S) büßten die Aktien des Chemiekonzerns über zwei Prozent ein. Die Ludwigshafener halten angesichts einer nachlassenden Nachfrage ihre Ziele für 2015 nicht mehr für erreichbar, bestätigten aber den Ausblick auf das laufende Jahr. Das gesenkte Ergebnisziel vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) für 2015 dürfte die insgesamt besser als erwartete Entwicklung im abgelaufenen dritten Quartal überlagern, schrieb ein Händler.

Bauwerte dürften nach enttäuschenden Resultaten eines Konkurrenten unter Druck geraten. Der französischer Baukonzern Vinci nahm in den ersten neun Monaten des Jahres weniger ein als vom Markt erwartet. Der Umsatz habe die Markterwartungen verfehlt, sagte ein Händler. Er sieht darin eine Belastung für den Sektor . Die Aktien der deutschen Branchenvertreter drifteten mit Abschlägen bei Hochtief und leichten Gewinnen bei Bilfinger aber zunächst auseinander./gl/das

23.10.2014

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Konjunkturoptimismus treibt Kurse an

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein wieder gestiegener Optimismus in puncto Wirtschaftswachstum hat dem US-Aktienmarkt am Donnerstag Rückenwind verliehen. Der Dow Jones Industrial gewann am Ende 1,32 Prozent auf 16 677,90 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,23 Prozent auf 1950,82 Zähler nach oben und der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 1,59 Prozent auf 4012,27 Punkte vor.

Vor allem der stärker als gedacht ausgefallene Anstieg des wichtigen Sammelindex der konjunkturellen Frühindikatoren sorgte für gute Laune bei den Investoren. Der Zuwachs signalisiere eine robuste Konjunkturentwicklung, so dass Wachstumssorgen übertrieben erschienen, sagte Analyst Johannes Jander von der Landesbank Helaba. Zudem waren die Hauspreise in den USA spürbar angezogen und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren im aussagekräftigen Vierwochenschnitt auf den tiefsten Stand seit Mai 2000 gefallen.

CATERPILLAR UND 3M ZIEHEN DANK QUARTALSZAHLEN AN

Auch von Unternehmensseite kamen im Zuge der Quartalsberichtssaison positive Impulse. Der Baumaschinenhersteller Caterpillar und der Mischkonzern 3M hatten sich besser entwickelt als gedacht. Caterpillar-Aktien kletterten an der Spitze des US-Leitindex Dow Jones um fast fünf Prozent nach oben, dahinter folgten die Anteilsscheine von 3M mit einem Plus von 4,39 Prozent.

Titel des Kreditkarten-Anbieters Visa <3V64.FSE> verteuerten sich um 1,59 Prozent. Das Unternehmen überzeugte die Anleger mit einer kräftigen Erhöhung der Quartalsdividende.

AT&T KÄMPFT MIT KONKURRENZ - AKTIE FÄLLT

Für die Aktien von AT&T ging es als Dow-Schlusslicht um 2,43 Prozent nach unten. Der heftige Kampf um US-Mobilfunkkunden hatte dem Telekomriesen im dritten Quartal überraschend stark zugesetzt. Das Unternehmen kappte daraufhin die Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Der größte Autobauer der USA, General Motors (GM) , entwickelte sich dank guter Geschäfte in China und Nordamerika zwar besser als gedacht. Die Aktien gaben nach anfänglichen Gewinnen aber um 1,21 Prozent nach. Am Vortag hatten die Titel allerdings in einem ansonsten schwächeren Markt um 1,52 Prozent zugelegt. Die Papiere des Pharmakonzerns Eli Lilly fielen am Donnerstag nach einem Gewinneinbruch um 0,51 Prozent. Auslaufende Patente für wichtige Medikamente machen dem Unternehmen zu schaffen.

EURO GIBT WEITER NACH

Der Kurs des Euro sank auf 1,2649 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2669 (Mittwoch: 1,2693) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7893 (0,7878) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen büßten 15/32 Punkte auf 100 29/32 Punkte ein. Ihre Rendite betrug 2,27 Prozent./mis/he

23.10.2014

Aktien New York Schluss: Konjunkturoptimismus treibt Kurse an

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein wieder gestiegener Optimismus in puncto Wirtschaftswachstum hat dem US-Aktienmarkt am Donnerstag Rückenwind verliehen. Der Dow Jones Industrial gewann am Ende 1,32 Prozent auf 16 677,90 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,23 Prozent auf 1950,82 Zähler nach oben und der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 1,59 Prozent auf 4012,27 Punkte vor.

Vor allem der stärker als gedacht ausgefallene Anstieg des wichtigen Sammelindex der konjunkturellen Frühindikatoren sorgte für gute Laune bei den Investoren. Der Zuwachs signalisiere eine robuste Konjunkturentwicklung, so dass Wachstumssorgen übertrieben erschienen, sagte Analyst Johannes Jander von der Landesbank Helaba. Zudem waren die Hauspreise in den USA spürbar angezogen und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren im aussagekräftigen Vierwochenschnitt auf den tiefsten Stand seit Mai 2000 gefallen./mis

24.10.2014

USA: Neubauverkäufe steigen leicht an

WASHINGTON (dpa-AFX) - In den USA sind die Verkäufe neuer Häuser im September leicht gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat seien sie um 0,2 Prozent auf annualisiert 467 000 Häuser geklettert, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 6,8 Prozent auf 470 000 gerechnet.

Allerdings wurde der Augustwert stark nach unten revidiert. Der annualisierte Wert hatte bei 466 000 gelegen - nachdem zunächst noch ein Wert von 504 000 ermittelt worden war./jsl/fr

24.10.2014

EU verlängert Handelserleichterungen für ukrainische Exporteure

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Unternehmen aus der Ukraine dürfen mindestens bis Ende 2015 zollfrei Waren in die Europäische Union exportieren. Die 28 EU-Mitgliedstaaten verabschiedeten am Freitag die Verlängerung einer entsprechenden Regelung für das Krisenland. Kurz zuvor hatte bereits das Europaparlament zugestimmt. Die Handelserleichterung soll der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Ukraine helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Schätzungen zufolge sparen ukrainische Exporteure durch die Regelung rund 500 Millionen Euro pro Jahr.

In die Gegenrichtung ist die zollfreie Ausfuhr von Waren erst für 2016 vorgesehen. Ursprünglich sollte ein im September geschlossene Partnerschaftsabkommen bereits am 1. November dieses Jahres in Kraft treten. Der Termin wurde jedoch aus Rücksicht auf Russland verschoben. Moskau befürchtet Nachteile für die heimische Wirtschaft, weil zollfreie EU-Importe in die Ukraine auch nach Russland gelangen könnten./aha/DP/bgf

24.10.2014

ROUNDUP: Kramp-Karrenbauer warnt vor Länderfusionen wegen alter Schulden

SAARBRÜCKEN (dpa-AFX) - Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine Neuordnung Deutschlands mit nur noch sechs oder acht Bundesländern ins Spiel gebracht - allerdings als Warnung. Im geplanten neuen Länderfinanzausgleich müssten ärmere Länder von alten Schulden entlastet werden, sonst seien Zusammenschlüsse unumgänglich, sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag). "Wir brauchen eine Altlastenregelung im Länderfinanzausgleich", betonte die 52-Jährige. "Ein Scheitern würde in letzter Konsequenz die jetzige föderale Ordnung infrage stellen."

Ohne Übernahme der Altschulden könnten das Saarland und andere Länder die Schuldenbremse nicht dauerhaft einhalten. "Es geht nicht nur um das Saarland und Bremen", sagte Kramp-Karrenbauer. Bremen ist ebenfalls hoch verschuldet. "Wir würden dann darüber reden müssen, wie wir uns in Deutschland insgesamt zukunftsfähig aufstellen, konkret, ob es künftig nur sechs oder acht Bundesländer gibt statt der bisherigen 16 Länder." Allerdings verschwänden bei einer Fusion weder die Schulden noch deren Ursachen. Kramp-Karrenbauer betonte zugleich, dass sie für Länderzusammenschlüsse "keine große Begeisterung" sehe.

Die Diskussion ist nicht neu. Immer wieder gab es Vorstöße für Länderfusionen, vor allem geht es dabei neben dem Saarland um die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Ein Zusammenschluss von Berlin und Brandenburg scheiterte 1996 an der Ablehnung der Brandenburger. Auch ein "Nordstaat" war und ist immer wieder mal im Gespräch. Das Saarland lehnte eine Fusion stets vehement ab und verweist - wie die Stadtstaaten auch - auf eine enge Zusammenarbeit, in diesem Fall mit dem Nachbarn Rheinland-Pfalz. Die 2012 gestartete schwarz-rote Koalition an der Saar hat als Ziel ausgegeben, die Eigenständigkeit zu wahren und deshalb eifrig zu sparen.

Die Bundesregierung sieht derzeit keinen konkreten Anlass, über eine Neugliederung nachzudenken. Eine solche Initiative müsste auch aus den Reihen der Länder kommen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin. Grundsätzlich ist eine solche Neugliederung laut Grundgesetz möglich: "Das Bundesgebiet kann neu gegliedert werden, um zu gewährleisten, dass die Länder nach Größe und Leistungsfähigkeit die ihnen obliegenden Aufgaben wirksam erfüllen können", heißt es darin. Die landsmannschaftliche Verbundenheit, geschichtliche und kulturelle Zusammenhänge, aber auch wirtschaftliche Zweckmäßigkeit müssten dabei berücksichtigt werden.

Bund und Länder wollen sich bis Jahresende auf erste Eckpunkte für eine Neuordnung ihrer Finanzbeziehungen nach 2019 verständigen. Dann endet auch der Solidarpakt II. Der Finanzausgleich versucht, die unterschiedliche Finanzkraft in Deutschland auszugleichen. Erst werden die Steuereinnahmen verteilt, dann gleichen starke Länder die Unterschiede aus (Länderfinanzausgleich), schließlich beteiligt sich der Bund. Hessen und Bayern haben gegen den aktuellen Länderfinanzausgleich geklagt.

Weil einige Länder schwer unter alten Schulden ächzen, will die Saar-Landesmutter das Problem mit einem Fonds gelöst haben - solidarisch. Ihre Äußerungen stießen im Saarland auch auf Kritik: Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Landtag, Heinz Bierbaum, warnte Kramp-Karrenbauer, die Eigenständigkeit praktisch aufzugeben - eine Regelung für die Altschulden sei nicht in Sicht./sk/DP/bgf

24.10.2014

Cameron: Werden Milliarden-Rechnung aus Brüssel nicht bezahlen

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Großbritannien wehrt sich vehement gegen die milliardenschwere Budget-Nachzahlung an die EU. "Wir werden nicht plötzlich unser Scheckbuch herausholen und einen Scheck über zwei Milliarden Euro schreiben. Das wird nicht passieren", erklärte der sichtlich aufgebrachte Premier David Cameron am Freitag nach Beratungen auf dem EU-Gipfel in Brüssel.

In der Nacht zum Freitag war bekanntgeworden, dass Großbritannien im Rahmen einer Neuberechnung bereits Anfang Dezember rund 2,1 Milliarden Euro für das EU-Budget nach Brüssel überweisen soll. Man sei im diesem Verfahren noch nie mit so einer hohen Nachzahlung konfrontiert worden, beklagte sich Cameron. Die EU-Finanzminister sollen sich mit der Frage befassen, sagte der britische Premier.

Der Sprecher von EU-Haushaltskommissar Jacek Dominik erläuterte auf Nachfrage, wenn sich im Herbst eines jeden Jahres herausstelle, dass die Wirtschaft eines Mitgliedslandes stärker gewachsen sei als vom Land selbst zuvor angenommen, erhöhe sich jeweilige Beitrag für das EU-Budget. Falls das Wirtschaftswachstum niedriger ausfalle, gebe es Rückzahlungen. Erhöhungen für Wirtschaftsleistung ergeben sich auch aus einer Umstellung der Berechnungsmethode./amh/DP/jha

24.10.2014

Italien bleibt nach EU-Mahnschreiben gelassen

ROM (dpa-AFX) - Italien bleibt nach dem Mahnschreiben der EU-Kommission gelassen und hofft auf eine schnelle Lösung. Er sei zuversichtlich, am Freitag eine Einigung mit Brüssel zu finden, sagte Regierungschef Matteo Renzi der Zeitung "Il Messaggero". Finanzminister Pier Carlo Padoan sagte laut Nachrichtenagentur Ansa bei einem Treffen in Neapel, das Verhältnis Italiens zur EU-Kommission sei "herzlich und konstruktiv". Die Behörde hatte bei der Kontrolle der Budgets für 2015 Mahnbriefe an mehrere Euro-Staaten verschickt.

Sie warnt Italien darin, dass die Haushaltspläne ein "signifikatives Abweichen" von dem vereinbarten Reformkurs darstellten. "Die Regierung hat eine wirtschafts- und finanzpolitische Strategie. Wenn das jemand nicht sieht, versuchen wir, es zu erklären", sagte Padoan. "Man spricht nicht mehr von Austerität, sondern davon, wie man das Wachstum und Investitionen unterstützen kann." Die Überprüfung der Haushaltsentwürfe durch die EU-Behörde gilt als politisch delikat, da sich einige Staaten wie Italien nicht an die Sparvorgaben halten.

Das von Kommissionschef José Manuel Barroso heftig kritisierte Veröffentlichen des Schreibens verteidigte Padoan. "Ich bin erstaunt über die Verwunderung. Wir haben Transparenz geschaffen, um zu verhindern, dass es Spekulationen gibt", erklärte er./mms/DP/jha

24.10.2014

Commerzbank erwartet schleppendes Wachstum in Eurozone - aber keine Rezession

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Volkswirte der Commerzbank erwarten keine Rezession in der Eurozone. "Das Wachstum dürfte jedoch weiter sehr schleppend verlaufen", sagte Chefvolkswirt Jörg Krämer am Freitag in Frankfurt. Für das laufende Jahr erwartet er ein Wachstum von 0,7 und im kommenden Jahr von 0,8 Prozent.

Es gebe derzeit keine großen Fehlentwicklungen wie beispielsweise die Immobilienblase in Spanien vor dem Jahr 2008, die durch eine Rezession "korrigiert" werden müssten. "Länder wie Spanien, Irland und Portugal haben ihre Wirtschaft reformiert und arbeiten sich aus dem Tal heraus", sagte Krämer. In Frankreich seien die Lohnstückkosten zwar zu stark gestiegen und die privaten Haushalte hätten zu viele Schulden angehäuft. Aber die Übertreibungen seien deutlich weniger ausgeprägt als beispielsweise in Spanien vor der Krise.

Die jüngste Wachstumseintrübung seit dem Sommer erklärt Krämer vor allem mit der nachlassenden Nachfrage aus den Schwellenländern. Die Russlandkrise dürfte hingegen kaum eine Rolle gespielt haben, da das Handelsvolumen mit dem Land niedrig sei. Der russische Anteil am deutschen Außenhandel gehe schon seit vier Jahren zurück, ohne große Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.

Krämer ist sich sicher, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang des kommenden Jahres zu breit angelegten Staatsanleihekäufen greifen wird. "Die Konjunkturerwartungen der Notenbank sind zu optimistisch und die Inflationserwartungen sind zuletzt trotz der Maßnahmen der EZB weiter gefallen." Die bereits angelaufenen Kaufprogramme von Pfandbriefen (Covered Bonds) und Kreditpaketen (ABS) dürften die Erwartungen der EZB nicht erfüllen. So sind laut Krämer institutionelle Investoren wie Versicherungen kaum bereit, die als sicher geltenden Pfandbriefe zu verkaufen. Dies gelte auch für die jüngst ins Gespräch gebrachten Käufe von Unternehmensanleihen.

Der Konjunktur sollten breit angelegte Staatsanleihekäufe kaum helfen, sagte Krämer. Es sei normal, dass nach einer Finanzkrise das Wachstum länger schwach und die Inflation niedrig bleibe. "Die Anleihekäufe dürften daher am Wachstumsausblick kaum was ändern, sondern lediglich die Vermögenspreise nach oben treiben", sagte Krämer. "Freuen dürfen sich die Finanzminister der Peripherieländer und die Banken, die Staatsanleihen gekauft haben."

Die Warnung vor Deflationsgefahren hält Krämer für übertrieben: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine milde Deflation das Wirtschaftswachstum nicht belastet." Der Eurokurs werde jedoch angesichts der Liquiditätsflut der EZB weiter unter Druck geraten. Bis Ende 2015 dürfte der Euro, der am Freitag bei 1,2659 US-Dollar notierte, laut Krämer bis auf 1,15 US-Dollar fallen. Dies dürfte vor allem den Peripherieländern helfen, die dank einer höheren Inflation ihre Schulden leichter abbauen können und deren Wettbewerbsfähigkeit dann steige.

Krämer erwartet angesichts der weiteren Lockerung der Geldpolitik eine anhaltende Vermögenspreisinflation. Davon dürften die Aktienmärkte profitieren und der Dax bis zum Jahresende bis auf 10 200 Punkte steigen. Am Freitag notierte der Index bei knapp unter 9 000 Punkten. Auch die Renditeaufschläge für Anleihen der Krisenländer dürften nach dem jüngsten Anstieg wieder fallen. Viele Anleger suchten händeringend nach Rendite. "Die Anleger wissen, dass im Notfall die EZB bereit steht."/jsl/fr/stb

24.10.2014

ROUNDUP/Bundesregierung: Keine Überlegungen zu Länderneuordnung

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung sieht derzeit keinen konkreten Anlass, über eine Neugliederung der 16 Bundesländer nachzudenken. Eine solche Initiative müsste auch aus den Reihen der Länder kommen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Freitag in Berlin. Grundsätzlich sei eine solche Neugliederung laut Grundgesetz möglich.

Sie reagierte damit auf Äußerungen der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Aus deren Sicht müsste der angestrebte neue Länderfinanzausgleich eine Altschuldenregelung beinhalten - sonst seien Länderfusionen unumgänglich. "Ein Scheitern würde in letzter Konsequenz die jetzige föderale Ordnung infrage stellen", sagte die CDU-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag). Ohne eine Übernahme ihrer Altschulden könnten das Saarland und andere Bundesländer die Schuldenbremse nicht dauerhaft einhalten.

Es gehe nicht nur um das Saarland und das ebenfalls hoch verschuldete Bremen, betonte Kramp-Karrenbauer. Man müsse dann überlegen, ob es künftig nur sechs oder acht Bundesländer gibt. Bei einer Fusion verschwänden jedoch weder die Schulden noch deren Ursachen. Kramp-Karrenbauer räumte allerdings auch ein, dass sie für Länderzusammenschlüsse "keine große Begeisterung" sehe./rm/DP/bgf

24.10.2014

ROUNDUP: China plant Aufbau von Asien-Bank - Institut als Rivale zur Weltbank

PEKING (dpa-AFX) - Unter Chinas Führung nimmt eine neue Entwicklungsbank für Asien Gestalt an. In Peking unterzeichnete China am Freitag zusammen mit 20 Partnerländern eine Absichtserklärung für den Aufbau das Institut. Die Vertreter der Staaten einigten sich darauf, dass die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank (AIIB) künftig ihren Hauptsitz in Peking haben werde, wie Chinas Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Bank gilt als Konkurrent für die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB).

Für China ist die Bank ein wichtiger Schritt, seinen Einfluss in der Region auszubauen. Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte vor einem Jahr erstmals den Aufbau des Hauses vorgeschlagen. China hatte angekündigt, einen Großteil der 50 Milliarden US-Dollar Startkapital bereitzustellen. Zu den beteiligten Ländern zählen unter anderem Indien, Pakistan, die Philippinen und Vietnam.

Im Laufe des kommenden Jahres sollen die Gründungsländer die Verträge für den Aufbau absegnen. Bis zum Ende des kommenden Jahres soll die Bank in Peking ihre Arbeit aufnehmen.

Die USA hatten sich kritisch zum Aufbau der AIIB geäußert. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, sagte in einer Pressekonferenz: "Es gibt bereits andere Institutionen, die einen Teil der Arbeit übernehmen."

Hinter verschlossenen Türen sollen US-Diplomaten sogar gezielt gegen den Aufbau der AIIB gearbeitet haben, berichtete die "New York Times". Offensichtlich mit Erfolg: Südkorea, Australien und Indonesien waren nicht bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung vertreten. US-Außenminister John Kerry soll sich laut Medienberichten direkt an Australiens Regierungschef Tony Abbott gewandt haben, um ihn zum Ausstieg aus den AIIB-Plänen zu bewegen.

Auch Vertreter der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) äußerten sich kritisch über das entstehende Institut. "Ich heiße das nicht willkommen", wurde ADB-Chef Takehiko Nakao am Donnerstag von Medien zitiert.

Die ADB war im Jahr 1966 gegründet worden und vergibt Kredite zu Zinsen unterhalb des Marktniveaus an Staaten mit niedrigem Einkommensniveau. China hält 6,5 Prozent der Anteile an der ADB, während die Vereinigten Staaten und Japan jeweils 15,6 Prozent der Anteile besitzen.

Chinesische Regierungsvertreter hatten immer wieder kritisiert, dass viele der internationalen Finanzinstitutionen zu stark von entwickelten Staaten aus Nordamerika und den USA dominiert seien. Im Juli hatte China bei einem Gipfeltreffen zusammen mit den vier großen Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und Südafrika (BRICS-Staaten) eine eigene Entwicklungsbank und einen Währungsfonds gegründet.

Die New Development Bank (NDB) der BRICS-Länder soll Projekte finanzieren, der geplante Sitz ist Schanghai. Die Präsidentschaft rotiert. Jedes Mitglied sollte zunächst 10 Milliarden US-Dollar als Startkapital beisteuern./seu/DP/bgf

24.10.2014

Zweiter Tag des EU-Gipfels: Klima-Kompromiss und Wirtschaft

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am zweiten Tag ihres Treffens in Brüssel mit den Beratungen begonnen. Dabei geht es unter anderem um die wirtschaftliche Lage in Europa und das vom neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker vorgeschlagene Investitionsprogramm von 300 Milliarden Euro. Mit konkreten Entscheidungen wird nicht gerechnet, weil Juncker am 1. November sein Amt antritt und seine Pläne noch nicht konkret ausgestaltet hat.

In der Nacht hatten sich die Staats- und Regierungschefs auf ein umfassendes Klima- und Energiepaket mit Zielen bis 2030 geeinigt. Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann lobte das Ergebnis, als "ein gutes Zeichen, weil die Positionen waren so weit auseinander wie Nord und Süd"./mt/DP/she

24.10.2014

Großbritanniens Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

LONDON (dpa-AFX) - Die Wirtschaft Großbritanniens ist im dritten Quartal erneut robust gewachsen. Wie das Statistikamt ONS am Freitag in einer ersten Schätzung bekanntgab, lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum Juli bis September 0,7 Prozent höher als im zweiten Quartal. Bankvolkswirte hatten mit der Entwicklung gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs die drittgrößte Volkswirtschaft Europas um starke 3,0 Prozent.

Verglichen mit dem zweiten Quartal hat sich das Wachstumstempo allerdings etwas abgeschwächt. Von April bis Juni war das BIP im Quartalsvergleich um 0,9 Prozent und im Jahresvergleich um 3,2 Prozent gewachsen. Das britische Pfund reagierte dennoch mit Kursgewinnen auf die neuen Daten. Das immer noch hohe Wachstumstempo deutet darauf hin, dass die Bank of England in absehbarer Zeit mit Zinsanhebungen beginnen wird. Einige Analysten rechnen damit im ersten Quartal, andere wiederum im zweiten Quartal 2015.

Wie auch in den Vorquartalen ging das Wachstum zu einem Großteil vom großen Dienstleistungssektor aus. Die Industrie trug dagegen nur 0,1 Prozentpunkte zum Gesamtwachstum bei. Vom Bausektor ging unter dem Strich kein Impuls aus./bgf/fr

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: JPMorgan hebt Ziel für MTU auf 71 Euro - 'Neutral'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für MTU nach Zahlen von 69 auf 71 Euro angehoben und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Die Aussichten für den diesjährigen Free Cashflow des Triebwerkherstellers hätten sich deutlich verbessert, schrieb Analyst David Perry in einer Studie vom Freitag. Der Experte hob seine Gewinnschätzungen bis zum Jahr 2017 leicht an./ajx/tav

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: HSBC belässt BASF auf 'Overweight' - Ziel 90 Euro

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank HSBC hat die Einstufung für BASF nach dem Bericht zum dritten Quartal 2014 auf "Overweight" mit einem Kursziel von 90 Euro belassen. Insgesamt sei die Konsensprognose übertroffen worden, schrieb Analyst Geoff Haire in einer Studie vom Freitag. Zwar habe das Management das Ziel für 2015 gesenkt. Dies sei für die Investoren jedoch keine Neuigkeit gewesen. Zudem seien die Vorgaben für dieses Jahr bestätigt worden./kkx/das

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt Ziel für Daimler auf 82 Euro - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat das Kursziel für Daimler nach detaillierten Zahlen zum dritten Quartal von 80 auf 82 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Ergebnisse hätten die starke Gewinnqualität des Autobauers offengelegt, lobte Analyst Daniel Schwarz in einer Studie vom Freitag. Zudem sei der Free Cashflow stark gestiegen. Der Abstand zu BMW und Audi sei so gering, wie seit Jahren nicht mehr. Dabei stehe der Produktzyklus gerade erst am Anfang. Und im Lkw-Geschäft habe Daimler die Lücke zu den Wettbewerbern geschlossen./la/edh

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt Ziel für Aareal Bank auf 34 Euro - 'Hold'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Aareal Bank vor Zahlen zum dritten Quartal von 31 auf 34 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Der Immobilienkonzern dürfte bis in das kommende Jahr hinein von den günstigen Finanzierungsbedingungen profitieren, schrieb Analyst Benjamin Goy in einer Studie vom Freitag. Goy erwartet einen Gewinn je Aktie in Höhe von 0,61 Euro. Sein neues Ziel basiert auf Schätzungen für 2015. Gleichwohl sei das Aufwärtspotenzial für die Aktien begrenzt, begründete der Analyst sein unverändertes Votum./la/tav

24.10.2014

ANALYSE: Bernstein belässt Microsoft auf 'Outperform' - Ziel 56 US-Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat Microsoft nach Zahlen auf "Outperform" mit einem Kursziel von 56 US-Dollar belassen (Kurs: 46,02 Dollar). Der Softwarekonzern habe die Marktschätzungen für Umsatz und Gewinn problemlos übertroffen, schrieb Analyst Mark Moerdler in einer Studie vom Freitag. Das Unternehmen treibe den Strategiewandel hin zum Fokus auf das Cloud- und das Mobilgeschäft mit großen Erfolg voran.

Dieser Wandel dürfte letztendlich wieder zu einer Beschleunigung des Erlös- und Ergebniswachstums führen. Das neue Management verschlanke das Unternehmen, um die Effizienz zu steigern. Dadurch dürften die Margen über das in der Vergangenheit erreichte Niveau steigen. Zudem rechnet Moerdler mit steigenden Ausschüttungen an die Aktionäre.

Entsprechend der Einstufung "Outperform" erwarten die Analysten von Bernstein Research, dass die Kursentwicklung der Aktie in den kommenden zwölf Monaten um mehr als 15 Prozentpunkte über der Entwicklung des S&P-500-Index liegen wird./mis/la/he

Analysierendes Institut Bernstein.

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt Ziel für Hannover Rück auf 64 Euro - 'Hold'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat das Kursziel für Hannover Rück nach einem Investorentag von 60 auf 64 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Der Rückversicherer dürfte seine Ausschüttungsquote in den kommenden Jahren von 40 auf 45 Prozent erhöhen, schrieb Analyst Frank Kopfinger in einer Studie vom Freitag. Kopfinger sieht die Chance auf eine kleine Sonderdividende. Er wies allerdings darauf hin, dass die Konkurrenten weiterhin höhere Ausschüttungsquoten hätten./ajx/edh

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt Munich Re auf 'Market-Perform'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Munich Re auf "Market-Perform" belassen. Für den Fall einer weiterhin hohen Volatilität und Risikoscheu im Markt sei Munich Re das richtige Investment für defensiv orientierte Anleger, schrieb Analyst Ed Houghton in einer Branchenstudie vom Freitag. Gründe dafür seien unter anderem eine geringere Abhängigkeit von der Konjunktur und die attraktive Dividendenpolitik./ajx/edh

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: Equinet belässt Gea Group auf 'Buy' - Ziel 40 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für Gea Group vor Zahlen für das dritte Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 40 Euro belassen. Die Kennziffern dürften zeigen, dass der Anlagenbauer operativ erneut effizienter geworden sei, schrieb Analyst Holger Schmidt in einer Studie vom Freitag./ajx/edh

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: Equinet belässt Deutsche Börse auf 'Hold' - Ziel 50 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für Deutsche Börse vor Zahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 50 Euro belassen. Der Börsenbetreiber dürfte über ein solides drittes Quartal berichten, schrieb Analyst Philipp Häßler in einer Studie vom Freitag./ajx/edh

24.10.2014

ANALYSE-FLASH: Equinet belässt Deutsche Bank auf 'Hold' - Ziel 28 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für Deutsche Bank vor Zahlen zum dritten Quartal auf "Hold" mit einem Kursziel von 28 Euro belassen. Analyst Philipp Häßler erwartet schwache Kennziffern vom deutschen Branchenprimus, wie er in einer Studie vom Freitag schrieb./ajx/edh