dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

01.10.2016

ROUNDUP: Air Berlin bereitet mit weiteren Schritten Weg für Konzernumbau

BERLIN (dpa-AFX) - Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin bereitet mit weiteren Schritten den Weg für ihren tiefgreifenden Konzernumbau. Die Airline hat einen Dauerkonflikt mit der Gewerkschaft Verdi beigelegt. Beide Seiten hätten sich auf einen einheitlichen Manteltarifvertrag für die 2600 Kabinen-Beschäftigten verständigt, teilte Air Berlin am Samstag mit. "Dies hilft uns dabei, die weitreichenden strategischen Veränderungen, die erforderlich sind, damit die neue Air Berlin zu einer profitablen und wachsenden Netzwerk-Airline mit klarem Profil werden kann, mit Zuversicht anzugehen und umzusetzen", sagte Unternehmenschef Stefan Pichler.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte am Donnerstag den tiefgreifendsten Umbau ihrer Geschichte und den Abbau von 1200 Arbeitsplätzen angekündigt. Air Berlin will sich mit 75 Maschinen künftig auf das Geschäft von den beiden Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf aus konzentrieren. 40 der derzeit 144 Air-Berlin-Maschinen gehen an die Lufthansa , die diese samt Besatzung für sechs Jahre vor allem für ihre Billigtochter Eurowings mietet. Das Touristikgeschäft mit 35 Flugzeugen erhält einen eigenen Geschäftsbereich.

"Wir haben alle Mitarbeiter ausführlich über die Details der Restrukturierung informiert und setzen jetzt ein umfangreiches Programm für die persönliche Betreuung aller betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf", teilte Pichler am Samstag mit. "Natürlich läuft das parallel zu den Konsultationen mit den Betriebsräten und Gewerkschaften, um zu ausgewogenen Lösungen zu kommen."

Der neue Manteltarifvertrag soll ab 1. November für alle Beschäftigten in der Air-Berlin-Kabine gelten. Damit werden alle Tarifverträge, die aus der Vergangenheit der verschiedenen eingegliederten Unternehmen stammen, in einen neuen Manteltarifvertrag zusammengefasst. Im Streben nach Wachstum hatte Air Berlin die dba und LTU übernommen, auch die österreichische Niki und die Schweizer Fluglinie Belair kamen dazu.

Für viele Beschäftigte bringe die Vereinbarung bessere Arbeitsbedingungen mit kürzeren Arbeitszeiten und längeren Pausen, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle der Deutschen Presse-Agentur. Schon seit Jahren werde versucht, die beiden unterschiedlichen Manteltarifverträge von Air Berlin und LTU anzugleichen.

Die am Samstag verkündete Vereinbarung sei aber erst der erste Schritt, sagte Behle. Am Dienstag sollen die Gespräche fortgesetzt werden. Dann werde es um Themen wie Vergütung und Leiharbeit gehen, sagte Behle. Ziel von Verdi sei es, künftig "Leiharbeit komplett auszuschließen".

Mit den Piloten gibt es noch keine Tarifeinigung. "Mit der Vereinigung Cockpit befinden wir uns in konstruktiven Gesprächen und sind zuversichtlich, gemeinsam zu einem für beide Seiten akzeptablen Abschluss zu gelangen", teilte Pichler mit./sba/DP/zb

01.10.2016

Neuer Manteltarifvertrag für Kabinen-Beschäftigte bei Air Berlin

BERLIN (dpa-AFX) - Die in einem tiefgreifenden Umbau steckende Fluggesellschaft Air Berlin hat einen Dauerkonflikt mit der Gewerkschaft Verdi gelöst. Beide Seiten hätten sich auf einen einheitlichen Manteltarifvertrag für die 2600 Beschäftigten in der Kabine verständigt, teilte Air Berlin am Samstag mit. "Dies hilft uns dabei, die weitreichenden strategischen Veränderungen, die erforderlich sind, damit die neue Air Berlin zu einer profitablen und wachsenden Netzwerk-Airline mit klarem Profil werden kann, mit Zuversicht anzugehen und umzusetzen", sagte Unternehmenschef Stefan Pichler.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte am Donnerstag den tiefgreifendsten Umbau ihrer Geschichte und den Abbau von 1200 Arbeitsplätzen angekündigt. Air Berlin will sich mit 75 Maschinen künftig auf das Geschäft von den beiden Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf aus konzentrieren.

Der neue Manteltarifvertrag soll ab 1. November für alle Beschäftigten in der Air-Berlin-Kabine gelten. Damit werden alle Tarifverträge, die aus der Vergangenheit der verschiedenen eingegliederten Unternehmen wie etwa LTU stammen, in einen neuen Manteltarifvertrag zusammengefasst. Für viele Beschäftigte bringe dieser bessere Arbeitsbedingungen mit kürzeren Arbeitszeiten und längeren Pausen mit sich, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle der Deutschen Presse-Agentur./sba/DP/zb

01.10.2016

ROUNDUP: VW schließt im Abgas-Skandal 1,2-Milliarden-Vergleich mit US-Händlern

HERNDON/SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Volkswagen kann seinen Streit mit geschädigten US-Vertragshändlern im Abgas-Skandal beilegen - das kommt den Konzern allerdings teuer zu stehen. Der bereits im August im Grundsatz ausgehandelte Vergleich über bis zu 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro) sei beim US-Gericht in San Francisco eingereicht worden, teilte VW am Freitag über seine US-Tochter Volkswagen Group of America mit.

Der Kompromiss muss noch vom zuständigen Richter Charles Breyer genehmigt werden. Dessen nächste Anhörung steht am 18. Oktober an.

Der Autokonzern hatte im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamts EPA eingeräumt, Hunderttausende Dieselwagen in den USA mit Betrugs-Software zum Austricksen von Abgastests ausgerüstet zu haben.

Weil der Konzern im Zuge der Abgasaffäre den Verkauf seiner Dieselmodelle in den USA gestoppt hatte, konnten viele der insgesamt rund 650 Vertragshändler zum Teil die Wagen nicht verkaufen. Auch sonst hatte der Skandal den Absatz in den USA weiter belastet und am Image der Marke gekratzt.

Bei zahlreichen weiteren US-Zivilklagen, die Hunderte geschädigte Dieselbesitzer sowie US-Behörden und Staatsanwälte eingereicht hatten, hatte VW bereits einen Vergleich über bis zu 15,3 Milliarden Dollar ausgehandelt. Auch diese Einigung muss noch von Richter Breyer abgesegnet werden. Der vorläufige Vergleich gilt für rund 480 000 betroffene Diesel mit 2-Liter-Motoren. Eine Lösung für größere 3-Liter-Diesel steht aber noch immer aus. Bislang konnte der Konzern den Behörden keine akzeptable Lösung zur Umrüstung der Fahrzeuge wie VW Touareg, Porsche Cayenne oder Audi A8 präsentieren.

VW muss sich wegen des Diesel-Skandals weltweit vor Gericht verantworten. Der Schwerpunkt liegt in den USA, wo der Betrug aufflog. Im August hatte das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet, der Konzern befinde sich in Gesprächen mit dem Justizministerium, um auch die strafrechtlichen Ermittlungen bis Ende des Jahres mit einem Vergleich beizulegen. Aber auch in vielen anderen Ländern drohen Konsequenzen./hbr/sba/DP/zb

01.10.2016

Für Drohnen sollen strengere Sicherheitsregeln kommen

BERLIN (dpa-AFX) - Für die immer größere Zahl von Drohnen am Himmel über Deutschland sollen strengere Sicherheitsvorschriften kommen. Ein nun in der Bundesregierung abgestimmter Entwurf von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht Flugverbote für sensible Bereiche, Kennzeichnungspflichten und zusätzliche Anforderungen für die Nutzer vor. Damit sollen Abstürze, Unfälle und Eingriffe in die Privatsphäre von Bürgern vermieden werden. Auch die Luftfahrtbranche hatte für strengere Vorgaben geworben, nachdem es schon vereinzelt zu bedenklichen Annäherungen von Drohnen an Flugzeuge gekommen war.

Die Neuregelung solle Drohnen als Zukunftstechnologie fördern und zugleich die Sicherheit im Luftraum deutlich erhöhen, sagte Dobrindt. Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Ulrich Lange (CSU), sagte am Samstag: "Filmaufnahmen über Wohngrundstücken oder Gefährdungen im Bereich von Flughäfen sind tabu." Ein gefahrloser Betrieb von Kleinstgeräten bleibe aber möglich. Schließlich könnten Drohnen als Freizeitspaß im Garten eingesetzt werden, aber etwa auch zur Überwachung von Infrastruktur. Nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung gibt es derzeit rund 400 000 Drohnen in Deutschland.

Der Entwurf der "Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten" schreibt für alle Drohnen mit mehr als 250 Gramm Gewicht eine Kennzeichnung mit einer Plakette vor, wie zuerst das Magazin "Der Spiegel" berichtete. Damit bei Schäden schnell der Besitzer festgestellt werden kann, müssen darauf Name und Adresse stehen.

Für alle größeren Drohnen ab fünf Kilogramm Gewicht soll es weitere Anforderungen geben. So soll für den Betrieb eine Erlaubnis nötig sein, die bei den zuständigen Landesbehörden zu haben ist. Verlangt wird außerdem eine Art Führerschein. Um diesen "Kenntnisnachweis" zu bekommen, sollen Nutzer eine Prüfung bei einer anerkannten Stelle machen - dies soll auch online möglich sein. Vorgesehen ist ein Mindestalter von 16 Jahren. Die Bescheinigung soll zehn Jahre gelten.

Für den eigentlichen Flugbetrieb soll eine Reihe von Vorgaben gelten. So dürfen Drohnen unter fünf Kilo nicht außer Sichtweite geraten. Tabu sind Flüge über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, über Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten, bestimmten Verkehrswegen und Gebäuden wie Gefängnissen und Industrieanlagen. Auch Kanzleramt, Bundespräsidialamt und weitere Behörden des Bundes und der Länder gelten als solche sensiblen Bereiche.

Generell soll für Drohnen eine maximale Flughöhe von 100 Metern über dem Boden gelten. Nur wer einen "Kenntnisnachweis" hat, darf eine Drohne höher steigen lassen. Verboten sind An- und Abflugbereiche von Flughäfen. Über Wohngrundstücke dürfen Drohnen nicht fliegen, wenn sie mehr als 250 Gramm wiegen - oder wenn sie optische oder akustische Signale empfangen, übertragen oder aufzeichnen können. Es sei denn, der Betroffene auf dem Grundstück stimmt einem Überflug ausdrücklich zu. Verboten sind Drohnen mit mehr als 25 Kilo Gewicht.

Ausnahmen von Verboten sollen möglich sein. So können die Behörden Flüge zulassen, wenn sie keine Gefahr für Luftverkehr und öffentliche Sicherheit darstellen. "Angemessen berücksichtigt" sein müssten dafür auch Datenschutz, Naturschutz und der Schutz vor Fluglärm.

In der Verordnung vorgesehen ist auch eine Regelung für Videobrillen, mit denen Nutzer live Bilder einer Drohnen-Kamera empfangen können. Damit soll es noch als erlaubter Flug in Sichtweite gelten, wenn die Drohne nicht schwerer als 250 Gramm ist und nicht höher als 30 Meter steigt. Zulässig sein soll dies laut Ministerium außerdem auch, wenn jemand anders die Drohne "ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen"./sam/DP/zb

01.10.2016

CDU und CSU: Deutschland muss bei neuesten Technologien führend sein

MÜNCHEN (dpa-AFX) - CDU und CSU wollen gemeinsam dafür eintreten, dass Deutschland bei der zunehmenden Digitalisierung vieler Lebensbereiche nicht den Anschluss verliert. "Wir stehen an einer Weggabelung, ob wir Innovationsgesellschaft bleiben oder Stagnationsgesellschaft werden", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Samstag beim dritten sogenannten Deutschlandkongress der beiden Unionsparteien in München. Deutschland solle bei neuesten Technologien federführend sein - und nicht nur Zuschauer im Wettbewerb zwischen den USA und asiatischen Ländern. Der Minister forderte deshalb "mehr digitales Selbstbewusstsein in Deutschland".

Zugleich kündigte Dobrindt an, beim Ausbau des superschnellen Internets noch einen Zahn zuzulegen. Dabei gab er angesichts des immensen Vorsprungs vieler anderer Länder ein ehrgeiziges Ziel aus: "Wir wollen das Land sein mit dem schnellsten Internet, das es gibt."

CDU-Vize Thomas Strobl mahnte insbesondere, die deutschen Autohersteller müssten bei der digitalen Revolution vorne mit dabei sein. Sollte Google überlegen, im Fahrzeugbau etwas zu unternehmen, müssten hierzulande "alle roten Lichter angehen". Zudem rief er zu einer schnelleren Digitalisierung in der Bildung ("Wir müssen die Kreidezeit in den Schulen beenden") und bei Behörden auf. 80 Prozent aller Dinge, die ein Bürger auf dem Amt mache, müsse er künftig auch digital machen können, sagte Strobl - "außer vielleicht heiraten".

Sinn und Zweck der sechs Kongresse der Union ist es, gemeinsame politische Zielsetzungen für die Zukunft abzustecken. Zur Beseitigung der inhaltlichen Differenzen zwischen beiden Schwesterparteien taugen die Veranstaltung angesichts ihres Charakters - Vorträge und Podiumsdiskussionen - allerdings kaum. CSU-Chef Horst Seehofer hatte zuletzt auch betont, dass zentrale interne Streitpunkte - also insbesondere über die Flüchtlingspolitik - nur unter vier Augen zwischen ihm und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gelöst werden könnten./ctt/DP/zb

01.10.2016

Patientenschützer: Alte Menschen bekommen zu viele Medikamente

BERLIN (dpa-AFX) - Jeder vierte über 65-Jährige in Deutschland schluckt nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz zu viele Medikamente. "Und das Risiko verdoppelt sich mit der Pflegebedürftigkeit. Bei den 764 000 Pflegeheimbewohnern gehört der schädliche Medikamentencocktail zum Alltag", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Vom diesem Samstag an (1. Oktober) hat jeder gesetzlich versicherte Patient, der drei oder mehr Arzneimittel einnehmen muss, Anspruch auf einen Medikationsplan durch einen Arzt oder Apotheker hat. Darin werden alle seine Arzneimittel mit Dosierungs- und Einnahmehinweisen übersichtlich und verständlich dokumentiert.

Brysch sagte weiter: "Fünf Medikamente gleichzeitig eingenommen, hilft oft nicht, sondern macht krank." Ein Cocktail mit mehreren Medikamenten könne sogar giftig wirken und zum Tode führen. Laut Gesundheitsministerium sind schätzungsweise rund 250 000 Klinikeinweisungen jährlich auf vermeidbare Medikationsfehler zurückzuführen.

Minister Hermann Gröhe (CDU) müsse kontrollieren, ob der Medikationsplan in der Praxis auch tatsächlich Wirkung zeige, sagte Brysch. Bleibt die Übermedikation der über 65-Jährigen unverändert hoch, dann müssen die 170 Millionen Euro jährlich den Ärzten wieder gestrichen werden.

Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans sollen durch den Arzt erfolgen, der den Patienten schwerpunktmäßig betreut. Das sind in der Regel Hausärzte. Bei Patienten, die keinen Hausarzt haben, muss diese Planung der Facharzt übernehmen. Apotheker sind den Angaben zufolge von Anfang an miteinbezogen und verpflichtet, den Plan auf Wunsch des Patienten zu aktualisieren, wenn sich die Medikation ändert.

Zunächst wird der Medikationsplan auf Papier ausgestellt. Von 2018 an soll er zusätzlich auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Nach Angaben des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bekommen Ärzte für das Erstellen der Medikationspläne nächstes Jahr gut 160 Millionen Euro zusätzliches Honorar./rm/DP/zb

01.10.2016

Bundestags-Entscheidung zu Arznei-Tests an Demenzkranken zieht sich

BERLIN (dpa-AFX) - Die seit längerem geplante Bundestags-Entscheidung über umstrittene Arzneimittel-Tests an Demenzkranken zieht sich hin. Die ursprünglich für Juli und dann für September geplante Abstimmung werde nunmehr voraussichtlich erst im November stattfinden, meldet der "Spiegel". Zuvor solle am 19. Oktober eine öffentliche Anhörung stattfinden.

Dem Bericht zufolge reagierte der Gesundheitsausschuss des Parlaments mit diesem Beschluss auf ein parteiübergreifendes Beschwerdeschreiben. Mehrere Abgeordnete von CDU, SPD, Grünen und Linke beklagten darin "erheblichen Diskussionsbedarf und offene Fragestellungen".

Umstritten ist Frage, ob künftig Arzneimittel an schwerkranken Demenzpatienten getestet werden dürfen, die davon selbst nichts mehr haben. Bisher dürfen Menschen, die ihren Willen nicht mehr zweifelsfrei bekunden können, nur dann als Testperson an klinischen Studien teilnehmen, wenn sie selbst dadurch auf Besserung hoffen dürfen.

Abgeordnete wie die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) fordern, an der geltenden Rechtslage festzuhalten. Bei der Abstimmung über die ethisch heikle Frage werden die Abgeordneten wohl nicht dem sonst üblichen Fraktionszwang unterliegen./kr/DP/zb

01.10.2016

Samsung verkauft nach Rückrufaktion wieder Note-7-Smartphones

SEOUL (dpa-AFX) - Knapp einen Monat nach dem weltweiten Rückruf seines neuen Vorzeige-Smartphones Galaxy Note 7 wegen Brandgefahr hat Samsung in Südkorea das Modell wieder auf den Markt gebracht. Die neuen Geräte sind auch mit neuen Akkus ausgestattet. In Europa solle der Verkauf am 28. Oktober starten, sagte ein Sprecher des Smartphone-Marktführers am Samstag.

Samsung hatte Anfang September die Brandgefahr infolge von Akku-Problemen bei dem Phablet - eine Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - eingeräumt und eine weltweite Austausch-Aktion angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens waren 2,5 Millionen Geräte betroffen, allein in Südkorea und den USA sollen etwa 1,4 Millionen Geräte verkauft worden sein.

Die US-Verbraucherschutzbehörde hatte von 92 gemeldeten Zwischenfällen gesprochen, bei denen sich ein Note 7 überhitzte oder Feuer fing. Das Modell war nach der Markteinführung am 19. August wochenlang in mehreren Ländern verkauft worden./dg/DP/zb

01.10.2016

Fahrpreise im Nahverkehr steigen stärker als im ICE

BERLIN (dpa-AFX) - Ob 10 Cent mehr für den Einzelfahrschein oder mehrere Euro für die Monatskarte: Bus- und Bahnfahren im Nahverkehr wird zum Jahreswechsel wieder spürbar teurer. Im Bundesdurchschnitt verlangen die Unternehmen zwischen 2 und 2,5 Prozent mehr von ihren Fahrgästen, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die tägliche Fahrt zu Schule, Arbeit oder Einkauf verteuert sich damit abermals stärker als das Reisen im Fernverkehr. Hier verlangt die Deutsche Bahn im Dezember durchschnittlich 1,3 Prozent mehr, wie sie am Freitag angekündigt hatte.

Die kommunalen Verkehrsunternehmen begründeten ihre Preiserhöhungen vor allem mit Tarifsteigerungen für die Beschäftigten und den klammen Kassen der Gemeinden. Im Vergleich der großen Verkehrsverbünde müssen dieses Mal besonders die Fahrgäste in und um München tiefer in die Tasche greifen: Mit 2,9 Prozent fällt der alljährliche Aufschlag zum Fahrplanwechsel im Dezember noch etwas höher aus als im Vorjahr. Ein Einzelfahrschein in der bayerischen Landeshauptstadt kostet dann 2,80 Euro, 10 Cent mehr als jetzt.

In Düsseldorf und dem Ruhrgebiet steigen die Preise am Neujahrstag um 2,3 Prozent, in den Großräumen Stuttgart und Frankfurt um 1,9 Prozent, in und um Hamburg und Köln um 1,4 Prozent. Am günstigsten kommen Fahrgäste in Berlin und Brandenburg weg: Mit durchschnittlich gut einem halben Prozent verteuern sich die Fahrscheine nur wenig. "Niemand wird übermäßig zur Kasse gebeten", betonte Susanne Henckel, die Chefin des gemeinsamen Verkehrsverbunds beider Länder.

Aber auch die Verkehrsverbünde, die stärker zulangen, sprechen häufig von nur "moderaten" Erhöhungen. Hintergrund sind laut Branchenverband VDV Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst von 2,4 Prozent in diesem und 2,35 Prozent im nächsten Jahr. Die Kassen der Gemeinden sind zudem stärker unter Druck geraten, weil die kommunalen Energieanbieter mit ihren konventionellen Kraftwerken nicht mehr so viel Geld einnehmen. Die Stadtwerke betreiben vielerorts auch Busse und Bahnen. So steigt der Druck auf die Ticketpreise.

"Für uns gilt weiterhin der politische Auftrag der Kreise und Städte, die Nutzerfinanzierung des öffentlichen Verkehrs zu stärken und so die öffentlichen Haushalte zu entlasten", hieß es beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Dennoch ist die Erhöhung von 2,3 Prozent die geringste in zehn Jahren. Stuttgart und Bremen sprechen von der schwächsten Preisrunde in 15 Jahren, Köln gar von einer "historisch niedrigen Tarifanpassung".

Dass der Aufschlag meist schwächer ausfällt als in den Vorjahren, liegt daran, dass er oft auf Indizes beruht, die die Preise für Strom und Diesel berücksichtigen. Je nach Index wirkt sich das zeitversetzt aus. Doch nahezu alle Verbünde liegen deutlich über dem Anstieg der Verbraucherpreise, der zuletzt bei 0,7 Prozent lag.

Trotz steigender Ticketpreise wächst seit Jahren auch die Fahrgastzahl: Im vergangenen Jahr zählte der VDV im kommunalen Nahverkehr 9,95 Milliarden Fahrten, ein Plus von 0,6 Prozent. Das hängt auch mit dem Zuzug in die Städte zusammen.

Eine Neuheit gibt es in Stuttgart und Umgebung. Dort gilt von Januar an der "Feinstaub-Tarif". An Tagen mit Feinstaub-Alarm kostet im Winterhalbjahr der Einzelfahrschein nur noch die Hälfte - ein Angebot an die Autofahrer aus der ganzen Region, wie Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) erklärte.

Wer über die Grenzen von Verkehrsverbünden hinaus in Regio-Zügen unterwegs ist, zahlt von Mitte Dezember an durchschnittlich 1,9 Prozent mehr. Das trifft etwa jeden fünften Kunden. Die Preise für diese Fahrten machen die Deutsche Bahn und ihre Konkurrenten. Sie haben in den letzten vier Jahren neue Züge für mehr als vier Milliarden Euro gekauft und müssen das Geld nun wieder reinholen. Während die Kunden für einige Länder-Tickets nun tiefer in die Tasche greifen müssen, werden das Schöne-Wochenende-Ticket und das Quer-durchs-Land-Ticket nicht teurer./bf/DP/zb

01.10.2016

Fahrgastverband hält Bahn-Preiserhöhung für moderat

BERLIN (dpa-AFX) - Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die für Dezember angekündigte Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn als "im Durchschnitt moderat" bewertet. Man sei natürlich von der Anhebung im Fernverkehr um 1,3 Prozent "nicht begeistert", aber nach zwei Nullrunden sei dies zu erwarten gewesen, sagte Pro-Bahn-Sprecher Stefan Barkleit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es sei auch anzuerkennen, dass Service und Qualität der Bahn besser geworden seien.

Sein Verband werde aber genau beobachten, wohin der im Jahr 2017 geplante Test mit unterschiedlichen Standardpreisen je nach Kundennachfrage an einzelnen Tagen führen werde. Die Bahn hatte am Freitag angekündigt, an Wochenenden mit besonders viel Andrang, etwa zu Pfingsten, tageweise auf allen Strecken etwas höhere oder niedrigere Preise zu verlangen. Sie will so ihre Züge gleichmäßiger besetzen. Unterm Strich verspricht sie sich einen höheren Umsatz.

Barkleit sagte, die Bahn verdiene im Fernverkehr derzeit kein Geld: "Da gibt es im Wettbewerb mit dem Fernbus nichts zu holen." Nach wie vor seien jedoch die Bedingungen ungleich. Die Bahn müsse Trassenentgelte zahlen, die Fernbus-Betreiber hingegen keine vergleichbare Maut, kritisierte er./brd/DP/zb

30.09.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Gewinne - Furcht vor Bankenkrise ebbt ab

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt hat am Freitag die Furcht vor einer Finanzkrise zunächst abgeschüttelt. Zusätzlich lieferten positive Signale aus der US-Wirtschaft Rückenwind. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt. Der Dow Jones Industrial schloss 0,91 Prozent höher bei 18 308,15 Punkten.

In der abgelaufenen Woche ging es für den US-Leitindex damit moderat nach oben; die Bilanz für den September fällt mit einem Minus von etwa einem halben Prozent etwas schwächer aus. Für das abgelaufene dritte Quartal bedeutet das einen Anstieg um rund 2 Prozent.

Der marktbreite S&P 500 gewann am Freitag 0,80 Prozent auf 2168,27 Zähler und für den technologiewertelastige Nasdaq 100 ging es um 0,77 Prozent auf 4875,70 Punkte nach oben.

HOFFNUNG AUF GLIMPFLICHE EINIGUNG DER DEUTSCHEN BANK IN USA

Am Donnerstag hatten sich die Befürchtungen um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank zugespitzt und die meisten US-Finanzwerte mit nach unten gezogen. Ein Medienbericht ließ die Anleger zum Wochenschluss aber aufatmen, demzufolge das deutsche Geldhaus kurz vor einer Einigung mit der US-Justiz auf eine Strafzahlung in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar für umstrittene Hypothekengeschäfte steht. Das wäre deutlich weniger als die 14 Milliarden Dollar, mit denen die US-Justiz bisher droht.

Bankaktien waren angesichts der Entspannung rund um die Deutsche Bank gefragt. Die Papiere der Bank of America , der Citigroup und von Morgan Stanley gewannen jeweils mehr als 3 Prozent. Goldman Sachs und JPMorgan stiegen um rund eineinhalb Prozent.

QUALCOMM-ÜBERNAHMEPLÄNE ERNEUT IM BLICK

Zudem sorgte eine sich womöglich in der Halbleiter-Industrie anbahnende große Übernahme abermals für Bewegung. Der Chiphersteller Qualcomm verhandelt laut einem Zeitungsbericht über einen Kauf seines europäischen Rivalen NXP. Beide Aktien hatten bereits am Donnerstag deutlich davon profitiert. Am Freitag ging es weiter nach oben: Die Qualcomm-Papiere stiegen um rund eineinhalb Prozent und die Aktien von NXP legten um mehr als 6 Prozent zu.

Die Anteilscheine der Großhandelskette Costco gewannen 3,40 Prozent, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen im abgelaufenen Geschäftsquartal übertroffen hatte.

NUTANIX SCHNELLT BEIM BÖRSENDEBÜT NACH OBEN

Das Softwareunternehmen Nutanix feierte derweil ein erfolgreiches Börsendebüt. Die Papiere stiegen bis auf 37 US-Dollar. Damit hatten sie ihren Wert im Vergleich zum Ausgabepreis von 16 Dollar mehr als verdoppelt.

Der Kurs des Euro stieg im Yorker Handel bis auf zuletzt 1,1242 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1161 (Donnerstag: 1,1221) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8960 (0,8912) Euro. Am Markt für US-Staatsanleihen fiel der Kurs richtungweisender zehnjährige Papiere um 10/32 Punkte auf 99 4/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,60 Prozent./mis/he

30.09.2016

Aktien New York Schluss: Gewinne - Furcht vor Bankenkrise ebbt ab

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt hat am Freitag die Furcht vor einer Finanzkrise zunächst abgeschüttelt. Zusätzlich lieferten positive Signale aus der US-Wirtschaft Rückenwind. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt. Der Dow Jones Industrial schloss 0,91 Prozent höher bei 18 308,15 Punkten.

In der abgelaufenen Woche ging es für den US-Leitindex damit moderat nach oben; die Bilanz für den September fällt mit einem Minus von etwa einem halben Prozent etwas schwächer aus. Für das abgelaufene dritte Quartal bedeutet das einen Anstieg um rund 2 Prozent.

Der marktbreite S&P 500 gewann am Freitag 0,80 Prozent auf 2168,27 Zähler und für den technologiewertelastige Nasdaq 100 ging es um 0,77 Prozent auf 4875,70 Punkte nach oben.

Am Donnerstag hatten sich die Befürchtungen um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank zugespitzt und die meisten US-Finanzwerte mit nach unten gezogen. Ein Medienbericht ließ die Anleger zum Wochenschluss aber aufatmen, demzufolge das deutsche Geldhaus kurz vor einer Einigung mit der US-Justiz auf eine Strafzahlung in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar für umstrittene Hypothekengeschäfte steht. Das wäre deutlich weniger als die 14 Milliarden Dollar, mit denen die US-Justiz bisher droht./mis/he

30.09.2016

Aktien New York: Nachlassende Furcht vor Finanzkrise liefert Rückenwind

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt ist am Freitag nach einem von Sorgen über die Finanzbranche geprägten Vortag auf Erholungskurs gegangen. Neben der verringerten Furcht vor einer Finanzkrise lieferten positive Signale aus der US-Wirtschaft Rückenwind. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt. Der Dow Jones Industrial stieg rund zwei Stunden vor dem Handelsende um 1,06 Prozent auf 18 336,16 Punkte.

Der marktbreite S&P 500 gewann 0,92 Prozent auf 2170,90 Zähler und für den technologiewertelastige Nasdaq 100 ging es um 0,93 Prozent auf 4883,37 Punkte nach oben.

Am Donnerstag hatten sich die Befürchtungen um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank zugespitzt und die meisten US-Finanzwerte mit nach unten gezogen. Am Freitag war der Deutsche-Bank-Kurs in Frankfurt dann zunächst eingebrochen, drehte letztlich aber deutlich ins Plus.

Ein Medienbericht ließ die Anleger aufatmen, demzufolge das Geldhaus kurz vor einer Einigung mit der US-Justiz auf eine Strafzahlung in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar für umstrittene Hypothekengeschäfte steht. Das wäre deutlich weniger als die 14 Milliarden US-Dollar, mit denen die US-Justiz bisher droht.

Bankaktien waren angesichts der Entspannung rund um die Deutsche Bank gefragt. Die Papiere der Bank of America , der Citigroup und von Morgan Stanley gewannen jeweils mehr als 3 Prozent. Goldman Sachs und JPMorgan stiegen jeweils um mehr als eineinhalb Prozent.

Zudem sorgte eine sich womöglich in der Halbleiter-Industrie anbahnende große Übernahme abermals für Bewegung. Der Chiphersteller Qualcomm verhandelt laut einem Zeitungsbericht über einen Kauf seines europäischen Rivalen NXP. Beide Aktien hatten bereits am Donnerstag deutlich davon profitiert. Am Freitag ging es weiter nach oben: Die Qualcomm-Papiere stiegen um 2 Prozent und die Aktien von NXP legten um mehr als 6 Prozent zu.

Die Anteilscheine der Großhandelskette Costco gewannen mehr als 4 Prozent, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen im abgelaufenen Geschäftsquartal übertroffen hatte.

Das Softwareunternehmen Nutanix feierte derweil ein erfolgreiches Börsendebüt. Die Papiere kosteten zuletzt 33,91 US-Dollar. Damit hatten sie ihren Wert im Vergleich zum Ausgabepreis von 16 Dollar mehr als verdoppelt./mis/he

30.09.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Gewinne - Zuversicht für Deutsche Bank

FRANKFURT (dpa-AFX) - Wieder erwachte Zuversicht in puncto Zukunft der Deutschen Bank hat die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitagnachmittag aufgehellt. Der Dax schloss nach einer Achterbahnfahrt vor dem verlängerten Wochenende mit einem Plus von 1,01 Prozent bei 10 511,02 Punkten. Am Vormittag hatten noch Sorgen über den Zustand der Deutschen Bank das Börsenbarometer um rund 2 Prozent ins Minus gedrückt.

Auf Wochensicht bedeutete das ein Minus von 1,09 Prozent; die Bilanz für den September fällt mit einem Verlust von 0,77 Prozent ähnlich aus. Für das abgelaufene dritte Quartal ergibt sich indes mit einem Anstieg um rund achteinhalb Prozent ein freundlicheres Bild.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax stieg am Freitag um 0,42 Prozent auf 21 583,98 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,95 Prozent auf 1802,30 Zähler vor.

DEUTSCHE BANK ERHOLT SICH VON REKORDTIEF

Hintergrund der guten Stimmung am Nachmittag war ein Medienbericht über eine womöglich günstiger als erwartet ausfallende Einigung der Deutschen Bank mit der US-Justiz für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise. Hinzu kamen positive Signale aus der US-Wirtschaft. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt.

Die Aktien der Deutschen Bank erholten sich nach dem Fall auf ein Rekordtief von 9,898 Euro deutlich und gingen letztendlich mit einem Kursgewinn von 6,39 Prozent bei 11,57 Euro aus dem Handel. Sie hatten anfangs unter einem Bericht von Bloomberg gelitten: Bestimmte Hedgefonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank reduziert, hatte die Nachrichtenagentur am Donnerstagabend unter Berufung auf ein vorliegendes internes Dokument berichtet. Das hatte die Anleger verunsichert.

Die Aktien des Branchenkollegen Commerzbank fielen um mehr als 1 Prozent. Der radikale Konzernumbau, dem unter dem Strich 7300 Stellen zum Opfer fallen sollen, schlägt sich auch im Vorstand nieder: Der langjährige Chef der Mittelstandsparte, Markus Beumer, verlasse das Institut auf eigenen Wunsch Ende Oktober, teilte die Commerzbank mit.

ÜBERNAHMEFANTASIEN STÜTZEN INFINEON UND OSRAM

Der Halbleiterkonzern Infineon war mit einem Kursplus von mehr als 4 Prozent unter den Favoriten im Dax. Börsianer verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge der europäische Konkurrent NXP Semiconductors durch den US-Rivalen Qualcomm geschluckt werden könnte. "Die Branchenkonsolidierung scheint Fahrt aufzunehmen", sagte ein Händler.

Auch bei Osram stützte Übernahmefantasie den Kurs: Die Aktien eroberten mit einem Plus von mehr als 3 Prozent die MDax-Spitze, nachdem das "Handelsblatt" über das Interesse chinesischer Firmen berichtet hatte.

KURS DES EURO ERHOLT SICH

Das Bild an anderen europäischen Börsen hellte sich am Nachmittag ebenfalls auf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann am Ende 0,36 Prozent. In Paris legte der Cac 40 ebenfalls moderat zu. Der britischen Leitindex FTSE 100 verpasste allerdings den Sprung in die Gewinnzone und gab etwas nach.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,25 Prozent am Vortag auf minus 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 144,47 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,09 Prozent auf 165,76 Punkte. Der Eurokurs stieg auf 1,1243 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1161 (Donnerstag: 1,1221) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8960 (0,8912) Euro./mis/he

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

30.09.2016

Aktien Frankfurt Schluss: Gewinne - Zuversicht für Deutsche Bank zurückgekehrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Wieder erwachte Zuversicht in puncto Zukunft der Deutschen Bank hat die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitagnachmittag aufgehellt. Dax schloss nach einer Achterbahnfahrt vor dem verlängerten Wochenende mit einem Plus von 1,01 Prozent bei 10 511,02 Punkten. Am Vormittag hatten noch Sorgen über den Zustand der Deutschen Bank das Börsenbarometer um rund 2 Prozent ins Minus gedrückt.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax stieg am Freitag um 0,42 Prozent auf 21 583,98 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,95 Prozent auf 1802,30 Zähler vor.

Hintergrund der guten Stimmung am Nachmittag war ein Medienbericht über eine womöglich günstiger als erwartet ausfallende Einigung der Deutschen Bank mit der US-Justiz für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise. Hinzu kamen positive Signale aus der US-Wirtschaft. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt./mis/he

30.09.2016

ROUNDUP/Aktien New York: Erholung - Furcht vor Bankenkrise ebbt ab

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt ist am Freitag nach einem von Sorgen über die Finanzbranche geprägten Vortag auf Erholungskurs gegangen. Neben der verringerten Furcht vor einer Finanzkrise lieferten positive Signale aus der US-Wirtschaft Rückenwind. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt. Der Dow Jones Industrial stieg um 0,72 Prozent auf 18 274,80 Punkte.

Der marktbreite S&P 500 gewann 0,63 Prozent auf 2164,59 Zähler und für den technologiewertelastige Nasdaq 100 ging es um 0,63 Prozent auf 4868,96 Punkte nach oben.

Am Donnerstag hatten sich die Befürchtungen um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank zugespitzt und die meisten US-Finanzwerte mit nach unten gezogen. Am Freitag war der Deutsche-Bank-Kurs in Frankfurt dann zeitweise um 9 Prozent abgesackt, drehte letztlich aber ins Plus. So nahmen viele Analysten die Bank in Schutz. Deutschlands Branchenprimus habe ausreichend finanzielle Mittel, um mit seinen Problemen fertig zu werden, hieß es. Zudem gab es Gerüchte über eine günstiger als erwartet ausfallende Einigung mit der US-Justiz für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise.

Bankaktien waren angesichts der Entspannung rund um die Deutsche Bank gefragt. Die Papiere von Goldman Sachs und JPMorgan etwa gewannen jeweils mehr als 1 Prozent.

Zudem sorgte eine sich womöglich in der Halbleiter-Industrie anbahnende große Übernahme abermals für Bewegung. Der Chiphersteller Qualcomm verhandelt laut einem Zeitungsbericht über einen Kauf seines europäischen Rivalen NXP. Beide Aktien hatten bereits am Donnerstag deutlich profitiert. Am Freitag ging es weiter nach oben: Die Qualcomm-Papiere stiegen um 3,56 Prozent und die Aktien von NXP legten um mehr als 8 Prozent zu.

Die Anteilsscheine der Großhandelskette Costco gewannen mehr als 4 Prozent, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen im abgelaufenen Geschäftsquartal übertroffen hatte./mis/he

30.09.2016

EUROSTOXX-FLASH: Verlust eingedämmt - Sorgen um Deutsche Bank ebben ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 hat seine Verluste bis zum Freitagnachmittag auf 0,42 Prozent eingedämmt. Zuletzt notierte der Leitindex der Eurozone bei 2979,06 Punkten. Am Vormittag hatte die Furcht vor einer Krise der Finanzbranche ihn noch um mehr als 2 Prozent abrutschen lassen. Auslöser war ein Bloomberg-Bericht, wonach bestimmte Hedgefonds teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen von der Deutschen Bank abgezogen hätten. Das verunsicherte die Anleger. Auch andere Bankenwerte gerieten daraufhin unter Druck.

Die Papiere der Deutschen Bank machten ihr anfängliches Minus von rund 9 Prozent bis zum Nachmittag aber wett und legten zuletzt sogar um 0,83 Prozent. Händler verwiesen auf vage Spekulationen, dass eine in den USA drohenden Strafe von 14 Milliarden US-Dollar für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise deutlich niedriger ausfallen könnte.

Unterstützung lieferten zudem gute Konjunkturdaten aus den USA: Dort hatte sich die Stimmung der Verbraucher im September überraschend deutlich aufgehellt./mis/he

30.09.2016

WOCHENAUSBLICK: Starke Nerven gefragt - Deutsche Bank liefert Vorgeschmack

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt dürften die Anleger Experten zufolge in der kommenden Woche starke Nerven benötigen. Einen Vorgeschmack auf die hohe Nervosität am Markt lieferte am Freitag die Deutsche Bank . Sorgen um die Zukunft des Instituts hatten den Kurs zunächst auf ein Rekordtief gedrückt und die allgemeine Stimmung verhagelt. Gerüchte über eine günstiger als erwartet ausfallende Einigung mit der US-Justiz für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise trieben den Kurs anschließend deutlich ins Plus und sorgten auch beim Dax für eine Trendumkehr.

"Lange hat die Geldpolitik die Risiken an den Börsen in den Hintergrund gedrängt", sagte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Aber ihr Zauber verfliegt mehr und mehr. Das letzte Quartal dürfte sehr viel Bewegung in die Aktienmärkte bringen. Da sind starke Nerven gefragt." "Es könnte gut sein, dass der unruhige letzte September-Handelstag ein Vorbote für mehr Nervosität im Oktober ist", sagt Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. "Vorsicht bleibt das Gebot der Stunde."

CHARTTECHNIKER WARNEN VOR VERKAUFSWELLE

So könnten die Sorgen um die Deutsche Bank auch in der kommenden Woche für Bewegung sorgen. "Das Gespenst einer neuen Bankenkrise geht an den Finanzmärkten um", sagte Stanzl von CMC Markets. Analysten wie Jacques-Henri Gaulard vom Analysehaus Kepler Cheuvreux mahnten die Anleger jedoch eindringlich zur Ruhe: Die Sorgen seien übertrieben. Zuletzt hatten sich die Kurse dann auch wieder deutlich erholt.

Nach Einschätzung von Charttechnikern sollten sich Anleger auf eine kleine bis mittelgroße Verkaufswelle einrichten. Nur wenn der Dax den Bereich um 10 600 Punkte zurückerobere, könnte Entwarnung gegeben werden, hieß es in einem Kommentar von Index-Radar.

AM MONTAG BLEIBT DIE KÜCHE KALT

Am Montag können zumindest die Anleger am deutschen Markt verschnaufen: Wegen des Tages der Deutschen Einheit findet kein Handel am Aktienmarkt statt. In Festland-China bleibt die Börse sogar eine komplette Woche wegen Feierlichkeiten geschlossen.

Konjunkturseitig schauen die Anleger zunächst auf Stimmungsdaten aus der europäischen und der US-Industrie. Am Mittwoch beziehungsweise Donnerstag werden die Auftragseingänge veröffentlicht. Am Donnerstag und Freitag folgen schließlich Arbeitslosendaten aus den USA, die eine Grundlage für die US-Notenbank Fed in Sachen möglicher Zinserhöhung bilden.

Vereinzelt legen auch Unternehmen ihre Geschäftszahlen vor - unter Deutschlands Konzernen gibt der Verpackungsspezialist Gerresheimer am Donnerstag sein Abschneiden im dritten Quartal bekannt./das/ag/he/mis

--- Von Daniel Schnettler und Stefan Heider, dpa-AFX ---

30.09.2016

DAX-FLASH: Dax dreht ins Plus - Sorgen um Deutsche Bank ebben ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Abebbende Sorgen um den Zustand der Deutschen Bank haben dem Dax bis zum Freitagnachmittag auf die Beine geholfen. Hinzu kamen gute Konjunkturdaten aus den USA: Dort hatte sich die Stimmung der Verbraucher im September überraschend deutlich aufgehellt. Der deutsche Leitindex stieg rund eine Stunde vor dem Schluss des Hauptgeschäfts um 0,12 Prozent auf 10 417,92 Punkte. Am Vormittag war er noch vor dem Hintergrund eine Kurseinbruchs bei der Deutschen Bank um mehr als 2 Prozent eingeknickt.

Die Papiere des Finanzkonzerns machten ihr anfängliches Minus von rund 9 Prozent bis zum Nachmittag aber wett und legten zuletzt sogar um 0,46 Prozent auf 10,925 Euro zu. Händler verwiesen auf vage Spekulationen, dass eine in den USA drohenden Strafe von 14 Milliarden US-Dollar für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise deutlich niedriger ausfallen könnte./mis/he

30.09.2016

Aktien New York: Erholung - Furcht vor Bankenkrise ebbt ab

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt ist am Freitag nach einem von Sorgen über die Finanzbranche geprägten Vortag auf Erholungskurs gegangen. Der Dow Jones Industrial stieg im frühen Handel um 0,56 Prozent auf 18 245,42 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,42 Prozent auf 2160,22 Zähler und für den technologiewertelastige Nasdaq 100 ging es um 0,34 Prozent auf 4854,72 Punkte nach oben.

Am Donnerstag hatten sich die Befürchtungen um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank zugespitzt und die meisten US-Finanzwerte mit nach unten gezogen. Am Freitag war der Deutsche-Bank-Kurs in Frankfurt dann zeitweise um 9 Prozent abgesackt, machte die Verluste bis zum Nachmittag aber wett. So nahmen viele Analysten die Bank in Schutz. Deutschlands Branchenprimus habe ausreichend finanzielle Mittel, um mit seinen Problemen fertig zu werden, hieß es./mis/he

01.10.2016

Dax-Manager stärken Deutscher Bank den Rücken

BERLIN (dpa-AFX) - Führende Manager von Dax-Konzernen stärken der angeschlagenen Deutschen Bank den Rücken. Sie betonten in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Bedeutung des Geldhauses für die Wirtschaft. "Die deutsche Industrie braucht eine Deutsche Bank , die uns in die Welt hinaus begleitet", sagte der BASF-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Hambrecht der Zeitung. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte: "Starke deutsche Banken sind wichtig für eine starke deutsche Wirtschaft (...). Die Deutsche Bank hat eine große Tradition, ein solides Fundament - und darauf aufbauend auch eine gute Zukunft."

Für eine Exportnation wie Deutschland wäre es schlecht, "wenn wir den Zugang zu den weltweiten Kapitalmärkten nur noch über Banken in anderen Ländern sicherstellen könnten", sagte Eon -Chef Johannes Teyssen. Siemens -Chef Joe Kaeser lobte: "Das Management verfolgt die richtigen Ziele und hat unser vollstes Vertrauen."

Die Folgen der Niedrigzinsen und die immer strengeren Regeln der Aufsichtsbehörden lasten auf den Geschäften der Deutschen Bank. Auslöser für die große Nervosität der vergangenen Tage ist die Drohung der US-Justiz, der Bank für Vergehen mit Hypothekenpapieren eine Strafe von 14 Milliarden US-Dollar aufzubrummen. Am Freitag war der Aktienkurs erstmals unter die Marke von 10 Euro gesunken, hatte sich bis Börsenschluss aber wieder deutlich erholt.

Der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, wollte die schwierige Lage der Deutschen Bank nicht kommentieren. Er sagte der Zeitung aber: "Ich warne davor, sich in eine Art Abwärtsspirale der negativen Wahrnehmung hineintreiben zu lassen. Nicht jede nervöse Marktreaktion ist durch objektive Fakten gedeckt." Richtig sei, dass es für jede große Bank Sanierungs- und Abwicklungspläne gebe./sba/DP/zb

01.10.2016

ROUNDUP/BA-Chef Weise: Kein Anstieg der Arbeitslosigkeit durch Flüchtlinge

PASSAU (dpa-AFX) - Die Bundesagentur für Arbeit rechnet trotz des Flüchtlingszuzugs nicht mit einer höheren Erwerbslosigkeit in Deutschland. "Es wird im kommenden Jahr trotz der vielen Flüchtlinge keinen nennenswerten Anstieg der Arbeitslosigkeit geben", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Im September hatte seine Behörde nach Angaben der "Bild"-Zeitung (Samstag) in Deutschland 171 958 Arbeitslose aus Asyl-Ländern registriert, 89 514 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 108,6 Prozent.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, forderte die Bundesregierung auf, Arbeitgebern zu erlauben, Flüchtlinge mit Zeitarbeitsverträgen zu beschäftigen. Zur Begründung sagte er dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag), drei Viertel der arbeitsuchenden Flüchtlinge hätten keine formale Berufsausbildung. "Das macht es schwer, ihnen einen sofortigen Einstieg in Arbeit zu ermöglichen. Sinnvoll wäre es, das Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit vollständig abzuschaffen."

Weise, der bis Ende des Jahres auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) leitet, beklagte erhebliche Probleme bei der Rückführung sogenannter Dublin-Flüchtlinge, die bereits in einem anderen EU-Land registriert wurden. "Wir haben in diesem Jahr bereits in rund 34 400 Fällen andere Mitgliedstaaten gebeten, die bei ihnen erstregistrierten Asylsuchenden zurückzunehmen. 18 000 Mal haben die zuständigen Staaten zugestimmt - aber in nur rund 2400 Fällen ist die Rückführung bereits gelungen", berichtete Weise. "Das scheitert aber häufig daran, dass diese Länder die Menschen nicht aufnehmen wollen oder können. Zum Teil erhalten wir noch nicht einmal eine Antwort von den zuständigen Behörden."/and/wn/DP/zb

01.10.2016

Presse: Grünen-Parteitag mit Kampfabstimmung über Steuerpolitik

BERLIN (dpa-AFX) - Den Grünen steht laut einem Zeitungsbericht auf ihrem Parteitag im November eine Kampfabstimmung über die Steuerpolitik bevor. Der Bundesvorstand konnte sich für den Leitantrag zum Thema Gerechtigkeit nicht auf eine gemeinsame Position dazu einigen, wie der Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag) unter Berufung auf das ihm vorliegende Papier berichtet. Stattdessen werden demnach zwei Varianten zur Abstimmung gestellt: die vom linken Flügel geforderte Wiederbelebung der Vermögensteuer und eine Besteuerung von Erbschaften, wie sie der Realoflügel bevorzugt.

Beim Ehegattensplitting fordern die Grünen, zu einer individuellen Besteuerung überzugehen. Doch es gibt noch keinen Konsens, wie der Übergang gestaltet werden soll. Eine Variante sieht vor, dass es einen Bestandsschutz für bereits geschlossene Ehen geben soll. Die zweite Variante sieht vor, dass für diese das Splitting über zehn bis 20 Jahre abgeschmolzen werden soll./and/DP/zb

01.10.2016

ROUNDUP: Legt Donald Trump in den USA zu, stürzt der Peso in Mexiko ab

MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Die USA und Mexiko sind auf vielfältige Weise verbunden. Wie symbiotisch die Beziehung ist, lässt sich derzeit auf den Finanzmärkten beobachten. Der Wert des mexikanischen Peso spiegelt die Siegchancen von Donald Trump im US-Wahlkampf. Steigen die Umfragewerte des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers, gerät die Währung unter Druck. Macht seine Konkurrentin Hillary Clinton Boden gut, erholt sich der Peso.

Zuletzt kostete der US-Dollar 19,39 Peso. Experten erklärten nach der ersten TV-Debatte der Kandidaten die Demokratin zur Siegerin, prompt stieg die Peso-Notierung. In der vergangenen Woche war der Wechselkurs bis auf historische 19,91 Peso im Interbanken-Geschäft gestiegen, in den Wechselstuben wurden mehr als 20,20 Peso für den Dollar fällig. Vor einem Jahr wurde der Dollar noch für etwa 16,50 Peso gehandelt.

Trump will im Falle eines Wahlsiegs das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu verhandeln und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten. Die mexikanische Wirtschaft hängt stark vom US-Markt ab, der Großteil der in Mexiko produzierten Güter wird in den Norden importiert.

"Da gibt es definitiv einen Zusammenhang", sagte der Vizepräsident der Vermögensberatung Federated Investment, Ihab Salib, zuletzt im Fernsehsender CNN. "Donald Trumps Idee von einer Mauer und alles andere haben Einfluss auf den mexikanischen Peso."

Investoren befürchten, dass im Falle eines Wahlsiegs von Trump die Handelbeziehungen zwischen den USA und Mexiko und damit die Wirtschaft südlich des Rio Bravo Schaden nehmen könnten. "Der Peso ist derzeit ein guter Indikator für die Wahlchancen von Trump", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank.

Grundsätzlich profitiert Mexiko von seiner Nähe zu den USA. So haben sich zahlreiche Autobauer in dem lateinamerikanischen Land angesiedelt, um ihre Produkte zollfrei in die Vereinigten Staaten importieren zu können. Allerdings löst jede Unbill im Norden auch Reaktionen im Süden aus. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts sagte der mexikanische Diktator Porfirio Díaz: "Armes Mexiko, so fern von Gott und den Vereinigten Staaten so nah."

Vor einigen Jahren noch wurde der US-Dollar mit etwa 13 Peso gehandelt. "Der Peso ist ohne Zweifel unterbewertet", sagte Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo kürzlich. Absehen vom Wahlkampf in den USA stehe er wegen der schleppenden Weltwirtschaft unter Druck. Auch der niedrige Ölpreis macht Mexiko zu schaffen.

Der mexikanische Finanzminister José Antonio Meade legte zuletzt ein Sparpaket auf. Mittelfristig will er einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften und die Staatsverschuldung senken. "Das sollten die Märkte im Hinterkopf behalten, wenn einmal die vielen Unbekannten verschwinden, die derzeit für soviel Unsicherheit sorgen", sagte er.

Der niedrige Peso-Wert hat aber auch Positives: Er macht für ausländische Besucher den Urlaub in Mexiko attraktiv. Die Tourismusbranche ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Im vergangenen Jahr spülten Urlauber 17 Milliarden US-Dollar ins Land./dde/DP/zb

01.10.2016

Merkel: Seit Wiedervereinigung 'viel geschafft' - Lob für Sachsen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum 26. Jahrestag der deutschen Einheit vor Geschichtsvergessenheit gewarnt. Man müsse dagegen auftreten, wenn Menschen mit rechtem Hintergrund "Wir sind das Volk" riefen, sagte Merkel am Samstag in einer Videobotschaft. Dieser Ruf sei während der friedlichen Revolution in der DDR "ein sehr emanzipatorischer" gewesen. Heute seien es aber auch Menschen, die glaubten, zu kurz gekommen zu sein, die mit diesem Ruf auf die Straße gingen.

Merkel lobte ausdrücklich den Umgang von Regierung und Gesellschaft in Sachsen mit solchen Strömungen. Sie hätten sehr gut reagiert, indem sie gesagt hätten: "Wer glaubt, dass er Probleme hat, die durch die Gesellschaft oder durch die Politik nicht wahrgenommen werden, der soll sich äußern, konstruktive Lösungsvorschläge machen", sagte die Kanzlerin. "Das ist gelebte Demokratie."

In Dresden haben am Samstag die zentralen Feiern zum Tag der deutschen Einheit begonnen. Nirgendwo in Deutschland gibt es gemessen an der Bevölkerungszahl mehr fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalttaten als in Sachsen. Mit der Pegida-Bewegung ist vor allem die Landeshauptstadt Dresden zum Symbol einer neuen rechtspopulistischen und nationalistischen Bewegung geworden.

Merkel betonte, Sachsen sei "in vielen Teilen eine wirkliche Erfolgsgeschichte der deutschen Einigung". 26 Jahre nach der Wiedervereinigung lasse sich sagen, "dass wir viel geschafft haben, dass Vieles entstanden ist". Der Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche werde dafür ein Symbol sein.

Bei dem Gottesdienst und einem Festakt in der Semperoper wird am Montag neben Merkel auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Die Feierlichkeiten finden unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Am vergangenen Montag waren zwei Sprengsätze vor der Tür einer Moschee und auf der Terrasse des Kongresszentrums explodiert, wo an diesem Montag der Empfang des Bundespräsidenten ausgerichtet wird.

Merkel betonte, der 3. Oktober 1990 sei ein Tag mit Hoffnung und der Freude gewesen, aber auch ein Tag der Gewissheit, "dass viel Arbeit auf uns wartet". Ihr sei schon seit der Währungsunion klar gewesen, dass es auch eine ganze Reihe von Schwierigkeiten gebe werde und viele Menschen arbeitslos würden. "Und trotzdem würde ich im Rückblick sagen, ist viel entstanden."

Es sei sehr schön, dass junge Menschen Mauer und Stacheldraht nicht mehr erlebt hätten, sagte Merkel. Die Kanzlerin betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Geschichtsbildung. "Wer nicht weiß, woher er kommt, wer nicht weiß, welche Geschichte ein Land durchlebt hat, der hat auch Schwierigkeiten, die Zukunft zu gestalten." Sie plädierte ausdrücklich für mehr und besseren Geschichtsunterricht. Notwendig sei eine "vertiefte Befassung" mit der jüngeren Geschichte ebenso wie mit der Zeit des Nationalsozialismus./wn/DP/zb

01.10.2016

Merkel betont Nachteile einer Rentenangleichung für Ost-Arbeitnehmer

DRESDEN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung ist sich über die geplante Angleichung der Ost-Renten an das West-Niveau immer noch uneinig. Bundeskanzlerin Angela Merkel wies in der "Sächsischen Zeitung" (Samstag) auf die damit verbundenen Nachteile für die heutigen Arbeitnehmer im Osten hin. Bisher werden die im Schnitt niedrigeren Ost-Löhne bei der Rentenberechnung höher gewertet als West-Löhne. "Eine Anhebung der Ost-Renten ohne einen Verzicht auf die Höherwertung der Ost-Einkommen wird es nicht geben", stellte Merkel klar. Der Wegfall der Höherwertung könne aber dazu führen, "dass künftige Rentenansprüche niedriger als nach geltendem Recht ausfallen". Diese beiden Aspekte müsse man "sorgsam gegeneinander abwägen", sagte sie.

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) strebt eine Angleichung bis 2020 an und zwar in zwei Schritten. Die dafür nötigen Mehrausgaben von insgesamt 5,7 Milliarden Euro sollen nach ihren Vorstellungen nicht aus den Rentenbeiträgen finanziert werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will dafür aber keine Steuereinnahmen aufwenden.

Nahles' Gesetzentwurf ist nach Merkels Worten noch nicht in der Ressortabstimmung, weil "das Thema, wenn man sich ihm ernsthaft nähert, sehr kompliziert ist". Merkel vermied eine Bekräftigung ihrer bisherigen Aussage, die Renteneinheit solle 2020 erreicht sein./and/DP/zb

01.10.2016

BA-Chef Weise: Kein Anstieg der Arbeitslosigkeit durch Flüchtlinge

PASSAU (dpa-AFX) - Trotz des Flüchtlingszustroms wird nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit die Erwerbslosigkeit im kommenden Jahr nicht steigen. "Es wird im kommenden Jahr trotz der vielen Flüchtlinge keinen nennenswerten Anstieg der Arbeitslosigkeit geben", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Im September hatte seine Behörde nach Angaben der "Bild"-Zeitung (Samstag) 171 958 Arbeitslose aus Asyl-Ländern registriert, 89 514 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 108,6 Prozent.

Weise, der noch bis Ende des Jahres auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) leitet, beklagte erhebliche Probleme bei der Rückführung sogenannter Dublin-Flüchtlinge, die bereits in einem anderen EU-Land registriert worden waren. "Wir haben in diesem Jahr bereits in rund 34 400 Fällen andere Mitgliedstaaten gebeten, die bei ihnen erstregistrierten Asylsuchenden zurückzunehmen. 18 000 Mal haben die zuständigen Staaten zugestimmt - aber in nur rund 2400 Fällen ist die Rückführung bereits gelungen", berichtete Weise. "Das scheitert aber häufig daran, dass diese Länder die Menschen nicht aufnehmen wollen oder können. Zum Teil erhalten wir noch nicht einmal eine Antwort von den zuständigen Behörden."

Der Oldenburger "Nodwest-Zeitung" (Samstag) sagte Weise, der bestehende Rückstand bei den Asylanträgen könne "bis zum Frühjahr abgearbeitet werden" - abhängig vom künftigen Zuzug. "Wir rechnen für unsere Arbeitsplanung damit, dass es in diesem Jahr unterm Strich gut 300 000 sein werden."/and/DP/zb

01.10.2016

Mexikos Peso als Indikator für Trumps Wahlchancen

MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Der Wert des mexikanischen Peso spiegelt die Siegchancen von Donald Trump im US-Wahlkampf. Steigen die Umfragewerte des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers, gerät die Währung unter Druck. Macht seine Konkurrentin Hillary Clinton Boden gut, erholt sich der Peso.

Zuletzt kostete der US-Dollar 19,39 Peso. Experten erklärten nach der ersten TV-Debatte der Kandidaten die Demokratin zur Siegerin, prompt stieg die Peso-Notierung. In der vergangenen Woche war der Wechselkurs bis auf historische 19,91 Peso im Interbanken-Geschäft gestiegen, in den Wechselstuben wurden mehr als 20,20 Peso für den Dollar fällig.

Trump will im Falle eines Wahlsiegs das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu verhandeln und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten. Die mexikanische Wirtschaft hängt stark vom US-Markt ab, der Großteil der in Mexiko produzierten Güter wird in den Norden importiert. "Da gibt es definitiv einen Zusammenhang", sagte der Vizepräsident der Vermögensberatung Federated Investment, Ihab Salib, zuletzt im Fernsehsender CNN. "Donald Trump Idee von einer Mauer und alles andere haben Einfluss auf den mexikanischen Peso."/dde/DP/zb

30.09.2016

Chinesische Währung in Weltwährungskorb aufgenommen

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der chinesische Yuan ist von diesem Samstag an gemeinsam mit dem Euro, dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund Teil des Weltwährungskorbes. Das gab die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, am Freitag in Washington bekannt. Die Entscheidung zur Aufnahme der chinesischen Währung war bereits im Februar gefallen.

Von Oktober an ist die auch als Renminbi bekannte chinesische Währung mit 10,9 Prozent im Währungskorb vertreten. Dafür musste unter anderem der Euro Anteile abgeben. Das britische Pfund ist mit nur noch 8,1 Prozent Anteilen künftig schwächste der fünf Weltreservewährungen.

Lagarde bezeichnete die Aufnahme der chinesischen Währung als "historischen Meilenstein". "Dies bedeutet einen wichtigen Schritt hin zur Integration der chinesischen Volkswirtschaft in das weltweite wirtschaftliche System", sagte Lagarde. Sie wird in der nächsten Woche die Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington leiten.

Die Aufnahme des Yuan bedeutet die erste Ausweitung des Währungskorbes in seiner Geschichte seit 1969 und die erste Neuaufnahme seitdem der Euro die D-Mark und den französischen Franc abgelöst hatte. Der Währungskorb hält die sogenannten Sonderziehungsrechte vor, eine Art Reservewährung, über die Staaten Fremdwährungen eintauschen können. Den Kurs setzt der IWF fest, die Sonderziehungsrechte werden nicht an der Börse gehandelt./dm/DP/he

30.09.2016

Dijsselbloem: Hohe US-Strafe für Deutsche Bank wäre schädlich

DEN HAAG (dpa-AFX) - Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem warnt vor den möglichen Folgen einer hohen Strafe der amerikanischen Justiz gegen die Deutsche Bank . Die US-Justiz hatte gedroht, der Bank für Vergehen mit Hypothekenpapieren eine Strafe von 14 Milliarden US-Dollar aufzubrummen. Eine so hohe Strafe könne die finanzielle Situation der Bank schwächen, sagte Dijsselbloem. Das könne auch Folgen für andere europäische Banken haben. "Darüber mache ich mir Sorgen", sagte Dijsselbloem./ab/DP/tos

30.09.2016

AKTIE IM FOKUS 2: Hoffnung auf Einigung mit US-Justiz treibt Deutsche Bank an

(neue Fassung)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf eine gütliche Einigung der Deutschen Bank in Vergleichsverhandlungen mit der US-Justiz hat am Freitag die Sorgen über die Kapitalausstattung des Geldhauses gemildert. Einem Medienbericht zufolge steht das Institut vor einer Einigung auf eine Strafzahlung in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar für umstrittene Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor Finanzkrise. Der Aktienkurs schnellte nach oben: Bis zum Handelsschluss erklommen die Papiere mit einem Plus von 6,39 Prozent auf 11,57 Euro die Spitze des Dax

Grund der Erleichterung: Bisher stand eine Strafforderung von über 14 Milliarden Dollar im Raum. Das hatte die Anleger unlängst verunsichert. Für zusätzlichen Druck sorgte am Donnerstagabend ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach bestimmte Hedgefonds teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank reduziert hätten. Der Kurs war daraufhin am Freitagvormittag auf ein Rekordtief von 9,898 Euro abgerutscht.

ANALYST: ABWÄRTSSPIRALE DURCH EINIGUNG MIT USA DURCHBRECHEN

Nach dem Kurseinbruch hatten Analysten die Anleger aber zur Besonnenheit aufgerufen. Deutschlands Branchenprimus habe ausreichend finanzielle Mittel, um mit seinen Problemen fertig zu werden, lautete die einhellige Meinung am Freitagmorgen. "Wir glauben, dass die Liquiditätssituation der Bank stabil ist", schrieb Goldman-Sachs-Analyst Jernej Omahen in einer Reaktion.

Die Deutsche Bank steht seit Monaten unter Druck - alleine seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 50 Prozent verloren und ist damit der mit Abstand schlechteste Dax-Wert. Die Sorgen um die Kapitalausstattung hatten in diesem Monat nach der Milliardenforderung der US-Regierung einen Höhepunkt erreicht. JPMorgan-Experte Kian Abouhossein, der zu den einflussreichsten Analysten der Bankenbranche zählt, mahnte denn auch: "Es muss relativ schnell ein Vergleich erzielt werden, damit das Geschäft nicht belastet wird."

Christian Koch, Analyst bei der DZ Bank, hält es denn auch für realistisch, dass die Deutsche Bank die gegenwärtige Abwärtsspirale mit einer zeitnahen Einigung mit der US-Justiz in akzeptabler Höhe durchbricht. Hierdurch würde sich die Unsicherheit bezüglich der Kapitalausstattung deutlich verringern. Das würde auch dem Aktienkurs helfen.

DEUTSCHE-BANK-CHEF MACHT SPEKULANTEN VERANTWORTLICH

Deutsche-Bank-Chef John Cryan machte derweil Spekulanten für den Absturz an den Finanzmärkten verantwortlich. Am Markt seien gerade "einige Kräfte" unterwegs, die das Vertrauen in das Institut schwächen wollten, schrieb der Manager am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX vorliegt. "Unsere Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Außenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst."

Analyst Jacques-Henri Gaulard von Kepler Cheuvreux sprang dem Bankchef in einer Studie zur Seite: Die vor zwei Wochen durchgesickerten Forderungen des US-Justizministeriums sowie der Bloomberg-Bericht über das Abwandern von Kunden lenkten von einer fundamentalen Analyse der Bank ab. Und diese zeige, dass die Lage gerade beim Blick auf die Liquidität deutlich besser sei als noch 2007, also kurz bevor die Finanzkrise mit der US-Investmentbank Lehman Brothers ihr prominentestes Opfer forderte.

KURS TIEFER ALS IN DER FINANZKRISE

Wie angespannt die Lage für die deutsche Bank derzeit ist, zeigt ein Blick auf den historischen Kursverlauf: Selbst zu den schlimmsten Zeiten der Finanzkrise war die Aktie mehr als 15 Euro wert gewesen./mis/das/ag/he

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: DZ Bank hebt Deutsche Bank auf 'Kaufen' - Fairer Wert 13 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die DZ Bank hat die Aktien der Deutschen Bank von "Halten" auf "Kaufen" hoch gestuft und den fairen Wert von 11,70 auf 13,00 Euro angehoben. Die Deutsche Bank könnte die gegenwärtige Abwärtsspirale durch eine zeitnahen Einigung mit der US-Justiz durchbrechen, schrieb Analyst Christian Koch in einer Studie vom Freitag. Hierdurch würde sich die Unsicherheit bezüglich der Kapitalausstattung deutlich verringern. Das Risiko des neuen Anlageurteils liege aber insbesondere in einer Vergleichszahlung, die die Rückstellungen der Bank deutlich übersteige sowie in einer anhaltenden Nervosität des Marktes, was die Bank in eine Kapitalerhöhung treiben würde.

Derzeit droht die US-Justiz der Deutschen Bank für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise eine Strafe von 14 Milliarden US-Dollar aufzubrummen./mis/he

30.09.2016

ANALYSE/HSBC: Neue Commerzbank-Strategie überzeugt nicht

LONDON (dpa-AFX) - Die neue Strategie der Commerzbank hat die Experten der britischen Bank HSBC nicht vom Hocker gehauen. Die Pläne des seit Mai amtierenden Bankchefs Martin Zielke seien nicht überzeugend, schrieb HSBC-Analyst Johannes Thormann in einer am Freitag in London veröffentlichten Studie. Er glaube auch nicht, dass Investoren davon begeistert sein werden.

Wegen der Umbaukosten und Abschreibungen kürzte Thormann seine Prognosen für den Gewinn im laufenden und in den beiden kommenden Jahren kräftig. Deswegen reduzierte er auch das Kursziel von 7,50 auf 6,60 Euro - damit traut er der Aktie nach den starken Verlusten in den vergangenen Wochen aber immerhin eine kleine Erholung zu.

Der Analyst senkte aber seine Einstufung von "Buy" auf "Hold". Die Bank habe einen schwierigen Weg vor sich, wobei er das von Zielke gesetzte Sparziel angesichts der hohen Einmalkosten für eher gering hält. Ambitioniert sei dagegen die Vorgabe, die Erträge bis 2020 auf 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro zu steigern./zb/ag

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: SocGen senkt Ziel für Eon auf 6,60 Euro - 'Hold'

PARIS (dpa-AFX Broker) - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat das Kursziel für Eon von 9,00 auf 6,60 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Zwar habe der Versorger nun seine ungeliebten Anteile an die Tochter Uniper ausgelagert, aber vor Kapitalmaßnahmen und mit Blick auf die armselige Dividendenrendite von 3,2 Prozent sei die Aktie nicht sonderlich attraktiv, schrieb Analyst Lüder Schumacher in einer Studie vom Freitag. Das neue Kursziel reflektiere die Bereinigung um Uniper./ck/zb

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: Kepler Cheuvreux belässt Adidas auf 'Buy' - Ziel 166 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat die Einstufung für Adidas vor dem Antritt von Kasper Rorsted als neuer Vorstandschef auf "Buy" mit einem Kursziel von 166 Euro belassen. Nach 29 Jahren werde Herbert Hainer nun den Sportartikelhersteller verlassen, schrieb Analyst Jürgen Kolb in einer Studie vom Freitag. Der Zeitpunkt für den Wechsel sei nicht schlecht. Rorsted habe eine beträchtliche Ausführungskompetenz und auch ein Verkauf der US-Marke Reebok sei nicht auszuschließen. Zwar sein ein Kosteneinsparprogramm nicht nötig, aber die Effizienz könnte verbessert, die Margen gesteigert werden./ck/zb

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: Lampe belässt Commerzbank auf 'Kaufen' - Ziel 9 Euro

DÜSSELDORF (dpa-AFX Broker) - Das Bankhaus Lampe hat die Commerzbank-Aktie nach der Bekanntgabe der neuen Strategie auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 9 Euro belassen. Strategie und Ziele für 2020 gingen mit Blick auf geplante Vereinfachungen und Kosteneinsparungen in die richtige Richtung, schrieb Analyst Neil Smith in einer Studie vom Freitag. Er habe aber einen beschleunigten Ausstieg aus der Schiffsfinanzierung erwartet, wobei die Ausstiegskosten durch den Verkauf der Online-Tochter Comdirect hätten gedeckt werden können. Er rechnet mit einem solchen Schritt nun in einem späteren Stadium. Wegen des geplanten 6-prozentigen Renditeziels auf das Eigenkapital bleibt Smith bei seinem Anlageurteil./ck/das

30.09.2016

ANALYSE: Berenberg sieht kaum Hoffnung für Renditeziele der Commerzbank

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Commerzbank wird nach Einschätzung der Privatbank Berenberg mit der neuen Strategie eines ihrer Kernprobleme nicht lösen. Die Erträge dürften wegen des Dauer-Zinstiefs, der schwachen Kreditnachfrage und der wirtschaftlichen Probleme in Europa in den kommenden Jahren schwach bleiben. Aus diesem Grund rechnet Berenberg-Analyst Adam Barrass in einer Studie vom Freitag nicht damit, dass Konzernchef Martin Zielke die im Rahmen der neuen Strategie gesetzten Ertragsvorgaben bis 2020 erreichen wird.

Neben den kurzfristigen Belastungen infolge des angekündigten Umbaus ist dies der Hauptgrund für seine weiter pessimistische Einschätzung für die Aktie. Barrass bekräftigte seine Verkaufsempfehlung für das Papier und senkte das Kursziel von 8,50 Euro auf 5 Euro. Er geht damit aus, dass der seit Wochen anhaltende Kursrutsch noch weitergeht und die Aktie unter das Rekordtief von Anfang August in Höhe von 5,19 Euro fällt.

Bei einem Kurs von 5 Euro wäre die Commerzbank an der Börse gerade einmal noch etwas mehr als sechs Milliarden Euro wert. Die Marktkapitalisierung der immer noch teilverstaatlichten Bank befindet sich seit Jahren im Sinkflug - daran änderten auch die zahlreichen Kapitalerhöhungen nichts. Im bisherigen Jahresverlauf verlor der Kurs der Aktie mehr als 40 Prozent auf rund 5,60 Euro und ist damit nach der Deutschen Bank der zweitschwächste Dax-Wert.

Neben den Problemen, den Ertrag so zu steigern wie erhofft, dürfte der Weg zur angepeilten Kostenersparnis nach Einschätzung von Barrass steinig und lang werden - immerhin hält sie der Analyst für erreichbar. Die Bank will die jährlichen Kosten bis 2020 auf 6,5 Milliarden Euro senken und die Erträge auf bis zu 10,3 Milliarden Euro oder, wenn es gut läuft, bis auf 11,3 Milliarden Euro steigern. Um das Kostenziel zu erreichen, sollen 9600 Stellen abgebaut werden und 2300 Arbeitsplätze in Wachstumsfeldern geschaffen werden.

Da der Stellenabbau und Umbau der Bank teuer wird, kürzte der Berenberg-Experte seine Schätzungen für den Gewinn je Aktie im laufenden und kommenden Jahr. 2016 dürfte die Bank wegen der Umbaukosten seiner Berechnung zufolge sogar etwas in den roten Zahlen landen, während die Spitze der Bank trotz der Belastungen noch mit einem kleinen Gewinn rechnet. Kommendes Jahr sollte dann wieder ein Überschuss stehen - der wird aber mit rund einer halben Milliarde Euro auch nur halb so hoch ausfallen wie 2015. Die Erträge dürften sowohl 2016 als auch 2017 sinken./zb/ag/stb

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: HSBC senkt Commerzbank auf 'Hold' und Ziel auf 6,60 Euro

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank HSBC hat die Commerzbank nach der Bekanntgabe der neuen Strategie von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 7,50 auf 6,60 Euro gesenkt. Die neue Strategie für 2020 mit dem Ziel einer Eigenkapitalrendite von 6 Prozent überzeuge ihn nicht, schrieb Analyst Johannes Thormann in einer Studie vom Freitag. Um ihr Ziel zu erreichen, müsse die Bank erhebliche Belastungen auf sich nehmen - vor allem beim geplanten Stellenabbau. Thormann senkte seine Gewinnschätzungen je Aktie bis 2018./ck/das

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: Kepler Cheuvreux belässt Deutsche Bank auf 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat die Einstufung für die Deutsche Bank ungeachtet der vielen negativen Berichte auf "Buy" mit einem Kursziel von 13,92 Euro belassen. Er könne den Anlegern nur dazu raten, Ruhe zu bewahren, schrieb Analyst Jacques-Henri Gaulard in einer Studie vom Freitag. Die vor zwei Wochen durchgesickerten Forderungen des US-Justizministeriums in einem Rechtsstreit sowie der Bloomberg-Bericht über das Abwandern von Kunden lenkten von einer fundamentalen Analyse der Bank ab. Und diese zeige, dass die Lage der Bank gerade beim Blick auf die Liquidität deutlich besser sei als noch 2007. Der Druck auf die Aktie sei daher fundamental nicht gerechtfertigt./zb/das

30.09.2016

ANALYSE-FLASH: JPMorgan belässt Deutsche Bank auf 'Neutral' - Ziel 14 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für die Deutsche Bank wegen der anhaltenden Risiken für das Geldhaus auf "Neutral" mit einem Kursziel von 14 Euro belassen. Damit setzt der JPMorgan-Experte Kian Abouhossein, der zu den einflussreichsten Analysten der Bankbranche zählt, das Kursziel aber weiter deutlich über dem aktuellen Niveau fest. Er bleibt gleichzeitig bei seiner Einschätzung der Bank sehr vorsichtig - gerade mit Blick auf die US-Konkurrenten Goldman Sachs und Morgan Stanley, die er beide als einzige weltweit tätige Investmenbanken mit "Overweight" einstuft. Die Deutsche Bank stehe bei den Verhandlungen mit den US-Justizbehörden über einen Vergleich im Hypothekenstreit unter Zeitdruck. Sollte sich dieser in die Länge ziehen, könnten Kunden abwandern und damit werde eine Kapitalerhöhung immer wahrscheinlicher./zb/das