dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

14.02.2016

Russischer Oligarch steigt bei Uber ein

MOSKAU/SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Der russische Milliardär Michail Fridman ist mit 200 Millionen Dollar beim Fahrdienst-Vermittler Uber eingestiegen. Welchen Anteil Fridmans Investmentfirma LetterOne dabei bekam, ging aus der Mitteilung von Freitag nicht hervor. Uber war zuletzt laut Medienberichten in Finanzierungsrunden mit 50 bis 60 Milliarden Dollar bewertet worden.

LetterOne gehören unter anderem Anteile an den Mobilfunk-Betreibern VimpelCom und Turkcell. Ein großer Teil ihres Vermögens stammt aus dem Verkauf der Ölgesellschaft TNK-BP an den russischen Staat. Einem russischen Medienbericht zufolge investierte im vergangenen Jahr bereits ein anderer russischer Milliardär, Alischer Usmanow, in Uber./so/DP/zb

14.02.2016

Umweltbundesamt: Voraussichtliche Lebensdauer eines Geräts angeben

BERLIN (dpa-AFX) - Elektrogeräte sollten nach Ansicht des Umweltbundesamts mit ihrer erwartbaren Funktionsdauer gekennzeichnet werden. "Konzerne sollten, soweit möglich, die voraussichtliche Lebensdauer eines Geräts angeben", sagte Behördenchefin Maria Krautzberger "Spiegel-Online". "Und zwar am besten in Nutzungsstunden, nicht in Jahren."

Das Portal berichtete zudem über eine Studie des Ökoinstituts und der Universität Bonn im Auftrag des Umweltbundesamts zu dem Thema: Die Forscher empfehlen darin politische Vorgaben, wie lange Produkte mindestens fehlerfrei funktionieren müssen. Nötig seien zudem Mindestanforderungen, um Qualität und Haltbarkeit von kritischen Bauteilen und Komponenten zu messen.

Auch müssten die Hersteller für eine leichtere Reparierbarkeit sorgen. Akkus von Smartphones oder Notebooks sollten leicht durch den Nutzer selbst oder kostengünstig über einen Fachbetrieb ausgewechselt oder repariert werden können. "Nichts spricht für fest verbaute Akkus", wird Siddharth Prakash, einer der Studienautoren zitiert.

Nach Angaben des Ökoinstituts wurden in Deutschland 2014 mehr als 24 Millionen Smartphones, sieben Millionen Tablets und acht Millionen Fernseher verkauft.

Im Dezember hatte eine Untersuchung des Umweltbundesamtes ergeben, dass Haushaltsgeräte schneller kaputtgehen. Zum anderen tendieren demnach aber auch immer mehr Menschen dazu, ein noch funktionstüchtiges Gerät wegzuwerfen, um sich ein moderneres Modell zuzulegen./toz/DP/zb

14.02.2016

Hendricks bringt Strafabgabe für Kauf von Spritfressern ins Gespräch

BERLIN (dpa-AFX) - In der Debatte um Kaufanreize für Elektroautos bringt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine Strafabgabe für den Kauf spritfressender Fahrzeuge ins Gespräch. Bei einem CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer wäre demnach ein einmaliger "Umweltbeitrag" von 50 Euro zu zahlen, bei über 200 Gramm "könnten 1000 Euro fällig werden", sagte Hendricks dem Nachrichten-Magazin "Spiegel". Die Einnahmen sollen zur Finanzierung von Kaufprämien für Elektroautos dienen. Als Alternative schlug sie eine Anhebung der Dieselsteuer vor. "Derzeit zahlen Dieselfahrer insgesamt deutlich weniger Steuern als Benzinfahrer, auch wenn man die höhere Kfz-Steuer einrechnet", sagte Hendricks. Da sei noch "genügend Spielraum" für eine Gegenfinanzierung der Elektroauto-Kaufprämie./kf/DP/zb

14.02.2016

Verzögerung bei Regierungsflughafen beschäftigt Aufsichtsrat

BERLIN (dpa-AFX) - Der Bau des neuen Regierungsterminals am künftigen Hauptstadtflughafen beschäftigt an diesem Montag (15.2.) den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft. Hintergrund sind Beschlüsse, mit denen der Bund den Druck auf das Unternehmen erhöht, damit spätestens fünf Jahre nach Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens Staatsgäste im neuen Protokollbereich einchecken können. Der Bund zweifelt daran, dass der Flughafen die vertraglich vereinbarte Frist einhalten kann. Die Betreiber hoffen, den Airport im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb nehmen zu können.

Thema im Aufsichtsrat sind auch der kritische Bericht des brandenburgischen Landesrechnungshofs zu Terminverschiebungen und Kostensteigerungen beim Bau des Hauptstadtflughafens sowie mögliche neue Verzögerungen bei dem Projekt.

Für das Regierungsterminal ist der Platz vor dem bestehenden Terminal D auf dem Flughafengelände in Schönefeld bei Berlin vorgesehen. Dieser wird jedoch vorübergehend weiter für den Flugverkehr benötigt, weil der neue Hauptstadtflughafen für die erwarteten Passagierzahlen nicht ausreicht. Deshalb soll für den Protokollbereich zunächst etwas abseits ein Interimsterminal für 48 Millionen Euro gebaut werden. Erst fünf Jahre nach Flughafeneröffnung soll der eigentliche Regierungsflughafen eröffnen.

Doch so schnell wird es möglicherweise nicht gehen. Die Flughafengesellschaft hat dem Bund vorgeschlagen, das Interimsterminal länger als fünf Jahre zu betreiben und vor dem Terminal D zunächst nur die Hangars für die Flugbereitschaft zu bauen, wie aus einem Beschluss mehrerer Ministerien und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hervorgeht.

"Der Bund hält an seinem planfestgestellten Regierungsflughafen fest", heißt es darin. Ein unbestimmter Verbleib im Interimsterminal werde "nicht akzeptiert", Miete nur für fünf Jahre bezahlt. Eigentlich sollte das Regierungsterminal 2011 in Betrieb gehen.

Unterdessen schmelzen die Zeitpuffer bis zur geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens im zweiten Halbjahr 2017. Drei von sechs Monaten Spielraum sind schon verbraucht, nun hängt es von zwei Nachträgen zur Baugenehmigung ab, ob 2017 noch zu schaffen ist. Den ersten Nachtrag wollte der Flughafen Ende Januar beim Bauordnungsamt einreichen. Dies steht aber noch aus. Damit dürfte es auch schwierig werden, einen weiteren Nachtrag wie geplant Ende Februar einzureichen. "Wir werden die Nachträge baldmöglichst einreichen", sagte ein Flughafensprecher.

Beraten wird auch über mögliche Konsequenzen aus dem Bericht des brandenburgischen Landesrechnungshofs. Er bemängelt die Kontrolle des Projekts durch die Politiker im Aufsichtsrat, darunter die früheren Regierungschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD), und empfahl, weniger Politiker in das Gremium zu entsenden. Inzwischen prüft die Staatsanwaltschaft Cottbus, ob sich in dem Bericht Anhaltspunkte für Straftaten der Verantwortlichen finden./bf/DP/zb

14.02.2016

Scheidender BER-Aufsichtsrat Zehden: 'Wir wurden falsch informiert'

BERLIN (dpa-AFX) - Der Hotel-Unternehmer und scheidende BER-Aufsichtsrat Michael Zehden hat eine Verantwortung des Kontrollgremiums für Pannen beim Hauptstadtflughafen zurückgewiesen. Vor der kurzfristigen Verschiebung der Eröffnung im Mai 2012 sei weder von der Flughafen-Geschäftsführung noch von externen Experten oder Wirtschaftsprüfern "eine Ampel auf Rot gestellt" worden, sagte Zehden dem "Tagesspiegel" (Samstag). "Der Aufsichtsrat konnte nicht davon ausgehen, dass so viel noch nicht fertiggestellt ist." Er wisse nicht, ob man das Betrug nenne. "Auf jeden Fall wurden wir falsch informiert", erklärte der Unternehmer.

Zehden will den Aufsichtsrat nach 14 Jahren verlassen. Sein Schritt habe nichts damit zu tun, dass der brandenburgische Rechnungshof die Kontrolle des Bauprojekts jüngst bemängelte, betonte er. Er habe keine Sorgen, sollte die Haftung des Gremiums erneut geprüft werden. "Denn ich habe mir nichts vorzuwerfen, weil ich nach bestem Wissen und Gewissen meine Aufgabe wahrgenommen habe." Nach heutigen Erkenntnissen sei eine Eröffnung des Flughafens bis Ende 2017 zu schaffen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus prüft, ob sich in dem Bericht Anhaltspunkte für Straftaten der Verantwortlichen finden./alr/DP/zb

14.02.2016

Media-Saturn-Chef: Online-Geschäft hat seine Grenzen

INGOLSTADT (dpa-AFX) - Media-Saturn-Manager Pieter Haas setzt wieder verstärkt auf den Handel im Laden. Zwar liege das Ziel beim Internetgeschäft langfristig bei 15 bis 20 Prozent, sagte Haas dem "Donaukurier" (Samstagausgabe) in Ingolstadt. Allerdings sei "die Wiederauferstehung des Ladens" dazwischengekommen. "Vor vier Jahren hätte man noch gesagt, dass der Online-Handel schon bald 40 Prozent des Umsatzes ausmacht. Aber Sie sehen, dass auch Online seine Grenzen hat." Stattdessen eröffneten Internethändler wie Amazon eigene Läden.

"In den vergangenen zwei Jahren hat sich da einiges in den Köpfen der Kunden und Manager getan", sagte der Geschäftsführer. "Ich musste mir anhören: Ihr werdet doch vom Online-Handel überrollt, müsst bald alle Märkte schließen." Die Leute hätten eine düstere Zukunft prophezeit. "Und jetzt? Alles spricht nur noch von Omnichannel und Multichannel. Die Kunden gehen wieder gerne in die Märkte."

Daher will die Metro-Tochter in diesem Jahr rund 50 neue Filialen öffnen, wie Haas sagte. Die Zahl steige damit auf etwa 1050. Und der Ausbau erfolgt international. So sagte Haas: "Auch wenn es im Moment aufgrund der politischen Lage merkwürdig klingen mag: Russland ist für uns ein Expansionsland. Dort haben wir nur vier Prozent Marktanteil." Die Türkei und Polen seien ebenfalls Schwerpunkte./kre/DP/zb

14.02.2016

Bundesverkehrsministerium will unangemeldete Abgaskontrollen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will als Konsequenz aus dem Abgas-Skandal bei Volkswagen den Druck auf Automobilhersteller erhöhen. Dobrindt sagte der "Bild am Sonntag": "Es wird Kontrollen für Kraftfahrzeuge im Stile von Dopingtests geben. Unangemeldet, jedes Jahr. Nach dem Zufallsprinzip werden Fahrzeuge beispielsweise über Autovermietungen ausgewählt und deren Schadstoffausstoß getestet." Sein Ministerium wolle sicherstellen, dass solche Manipulationen nicht wieder passieren.

Im Januar hatte das Bundesverkehrsministerium bereits mehrere Neuregelungen in den Blick genommen. Technische Prüfdienste, die für einen Autohersteller tätig sind, sollten sich künftig in einer Rotation abwechseln, hatte ein Sprecher in Berlin mitgeteilt. Die VW -Untersuchungskommission des Ministeriums habe zudem vorgeschlagen, staatliche Prüfstände für Emissions-Nachmessungen aufzubauen. Damit könnten nach Ansicht von Experten wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen Prüfinstituten und Herstellern vermieden werden.

Außerdem sollen Hersteller dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) künftig ihre Motorsoftware offenlegen. Dadurch wäre es leichter, etwaige Abschaltvorrichtungen, mit denen ein Fahrzeug "merkt", ob gerade ein Abgastest läuft, zu erkennen./cn/DP/zb

14.02.2016

Dobrindt will 15 000 neue Ladestationen für Elektroautos

BERLIN (dpa-AFX) - Als Anreiz für den Einsatz von E-Autos will Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) 15 000 zusätzliche Elektro-Ladesäulen in ganz Deutschland aufstellen lassen. Dobrindt sagte der "Bild am Sonntag": "Dafür werden 300 Millionen Euro in die Hand genommen. Betrieben werden sollen diese Ladesäulen unter anderem von privaten Investoren. Für Supermarktketten, Shopping-Center oder Baumärkte kann das ein Geschäftsmodell sein."

Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ist weiter schwach. Im vergangenen Jahr wurden 12 363 E-Autos neu zugelassen - verglichen mit 3,2 Millionen Pkw. Die Bundesregierung hält dennoch am Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 auf deutschen Straßen fest. Als Hauptprobleme gelten neben vergleichsweise hohen Preisen für E-Autos die geringere Reichweite und das noch löchrige Netz an Ladestationen. Bisher gibt es nach VDA-Angaben 5600 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland./cn/DP/zb

14.02.2016

Post beschäftigt 9000 Zusteller in neuen Paketgesellschaften

BONN (dpa-AFX) - Die neuen regionalen Paketgesellschaften der Post haben ein Jahr nach ihrem Start einen festen Platz auf dem hart umkämpften deutschen Paketmarkt erobert. In den 49 Firmen der DHL Delivery GmbH arbeiteten inzwischen rund 9000 Menschen, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Dazu gehörten etwa 3800 ehemals befristet Beschäftigte der Deutschen Post, die übrigen auf dem Arbeitsmarkt rekrutiert und neu eingestellt worden seien.

Anders als die Beschäftigten des Post-Konzerns werden die Mitarbeiter der Paketgesellschaften nach den jeweils gültigen regionalen und zum Teil deutlich niedrigeren Tarifen des Speditions- und Logistikgewerbes bezahlt. Für die Gewerkschaft Verdi war die schlechtere Bezahlung im vergangenen Jahr der Hauptgrund für wochenlange Streiks./ls/DP/zb

14.02.2016

Drei weitere Jahre für Daimler-Chef Zetsche

STUTTGART (dpa-AFX) - Noch einmal drei Jahre dürften auf Daimler-Boss Dieter Zetsche zukommen. Kommenden Dienstag (16. Februar) entscheidet der Aufsichtsrat über die Vertragsverlängerung, die Oberaufseher Manfred Bischoff schon bei der Hauptversammlung im vergangenen April angekündigt hatte. Es sei "die absolute Absicht des Aufsichtsrats", Zetsches Vertrag bis 2019 zu verlängern, kündigte er damals an. Letzterer ließ wenige Wochen später durchblicken, dass er das Angebot auch annehmen würde. Die guten Zahlen für das Jahr 2015 jedenfalls dürften dem Aufsichtsrat kaum Anlass gegeben haben, von seiner Richtung abzuweichen.

Neben Zetsches Vertrag dürfte auch ein Wechsel im Vorstand auf dem Programm stehen. Der bisherige Vertriebsvorstand Ola Källenius solle Vorstand die Leitung der Entwicklung vom 61 Jahre alten Thomas Weber übernehmen, der zum Jahresende aus Altersgründen ausscheidet, wie das "Handelsblatt" jüngst berichtete. Ein Daimler-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Weber wird in diesem Jahr 62, das gilt bei Daimler "als Orientierung" für den Abschied aus dem Vorstand. Im Falle Zetsches scheint diese Regel offenbar außer Kraft gesetzt zu sein. Er wird am 5. Mai 63 Jahre alt.

Der 46 Jahre alte Källenius jedenfalls senkt den Altersdurchschnitt im Vorstand deutlich. Er gilt spätestens seit seiner Berufung in den Vorstand als ein möglicher Nachfolger von Dieter Zetsche. Der gebürtige Schwede ist deutlich jünger als seine Vorstandskollegen Wolfgang Bernhard (55), Hubertus Troska (55) und Bodo Uebber (56), die ebenfalls schon als potenzielle Nachfolger für Zetsche gehandelt wurden.

Källenius verantwortete vor seinem Vertriebsposten für Daimlers Autogeschäft die Tuning-Sparte AMG. Ein Karriereschritt, den er mit Bernhard und Troska gemein hat. Källenius Nachfolge ist dem "Handelsblatt" zufolge aber noch offen./ang/DP/zb

13.02.2016

Sentix-Chef: Anleger haben sich von Notenbanken einlullen lassen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kursrutsch an den Aktienmärkten hat den Anlegern nach Meinung des Analysehauses Sentix gezeigt, dass sie sich nicht mehr auf die Notenbanken verlassen können. Sie müssten wieder neu lernen, mit Risiken umzugehen, sagte Sentix-Geschäftsführer und Marktstratege Manfred Hübner im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Frage: Der Dax hat seit Jahresbeginn ungefähr 18 Prozent verloren. Warum ist die Stimmung an den Finanzmärkten so schlecht?

Antwort: Das hängt damit zusammen, dass die Abwärtsbewegung von den Anlegern so nicht erwartet wurde. Wir haben in den letzten drei Jahren zwar mehrere ernsthafte Korrekturen am Markt gehabt, die jedoch von den Notenbanken durch immer wieder neue "Maßnahmen" gelöst werden konnten. Die große Überraschung für die Investoren ist nun, dass die Notenbanken zwar durchaus noch präsent sind, aber die gewohnte stabilisierende Wirkung ausbleibt. Im Gegenteil, Anleger gewinnen mehr und mehr den Eindruck, dass die Notenbanken inzwischen zunehmend zu einem die Märkte destabilisierenden Faktor werden.

Frage: Die Anleger stecken ja derzeit offensichtlich in einer Art Angstspirale.

Antwort: Die Anleger sind zwar durchaus beunruhigt, sind aber in einer Art Schockstarre gefangen. Sie haben quasi verlernt, auf Risiken zu reagieren. Jetzt, wo sich die Risiken tatsächlich materialisieren, fehlt diesen Anlegern die Überzeugung sowie die Werkzeuge, mit diesen Risiken adäquat umzugehen. Alleine auf Herrn Draghi zu hoffen, reicht offensichtlich nicht mehr aus!

Frage: Nach Schockstarre sehen die aktuellen Kursverluste aber nicht gerade aus.

Antwort: Wird wirklich so viel verkauft? In den ersten zwei Wochen waren die Umsätze an der Börse noch vergleichsweise niedrig. Wir haben derzeit eher einen massiven Käuferstreik. Die hohen Kursverluste haben den Mut nach "alternativlosen Aktien" erlöschen lassen. De facto haben wir noch keinen breiten Ausverkauf gesehen. Man muss es wirklich im Kontext der letzten drei Jahre sehen. Wie oft hatten wir 10-Prozent-Korrekuren, wie oft hatten wir Situationen, wo der Markt Aufwärtstrends gebrochen hatte? Wer dort handelte, war am Ende schlechter gestellt als derjenige, der einfach die Augen zugemacht und durchgehalten hat. Wer sich von den Notenbanken "konditionieren" ließ, fuhr in den letzten Jahren besser - muss nun aber wieder umlernen!

Frage: Manch ein Experte spricht aber schon von einer Panik, die die Märkte gepackt hat und zieht Vergleiche zu den Anfangszeiten der Finanzkrise 2008. Was sagen Sie, ist das schon Panik?

Antwort: Wir können in unseren Daten noch keine Panik messen. In der letzten Umfrage am Wochenende haben wir zwar ein erhöhtes Maß an Pessimismus festgestellt, Angst ist also durchaus vorhanden. Panik jedoch noch nicht. Zu 2008: In der Tat gibt es unseres Erachtens Parallelen zwischen 2008 und 2016! Wenn wir dazu das Stimmungsbild, das Grundvertrauen und auch die Positionierung der Anleger betrachten, sind auf allen drei Ebenen frappierende Parallelen festzustellen. Die Art und Weise, wie diese Korrektur sozusagen in den Köpfen der Anleger entstanden ist und wie sie sich entfaltet, ist absolut vergleichbar.

Frage: Die wirtschaftlichen Faktoren, die als Erklärungen immer wieder angeführt werden, also zum Beispiel die schwächelnde chinesische Wirtschaft oder der Absturz des Ölpreises, sind ja nicht neu. Warum hat sich die Talfahrt zuletzt so stark beschleunigt?

Antwort: Zum einen wissen wir gar nicht so genau, wie die wirtschaftliche Situation in China tatsächlich ist. Die Meinungen gehen da deutlich auseinander. Die offiziellen Wachstumsraten werden vom Markt nicht geglaubt, aber man weiß nicht, wo die tatsächlichen Wachstumsraten liegen. Zum anderen, und das können wir zum Beispiel bei Sentix in unseren Konjunkturindikatoren ganz gut erkennen, ist festzuhalten, dass seit Dezember die Konjunkturerwartungen in allen Weltregionen zurückgehen. Das heißt: Unabhängig von der Frage, wie es in China aussieht, muss man konstatieren, dass sich die Wachstumsaussichten rund um den Globus verschlechtert haben./la/das

--- Interview: Lutz Alexander und Eva Scherer, dpa-AFX ---

12.02.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow Jones nach 5 Tagen Tristesse wieder im Plus

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Standardwerte haben am Freitag nach fünf Verlusttagen in Folge wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Steigende Ölpreise und kräftige Gewinne bei Bankaktien sorgten für eine aufgehellte Stimmung. Erfreulich ausgefallene Einzelhandelsumsätze dämpften zudem etwas die zuletzt immer größer werdende Sorge um die Konjunktur in den USA.

Der Dow Jones Industrial gewann 2,00 Prozent auf 15 973,84 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete das für den US-Leitindex aber immer noch ein Minus von 1,43 Prozent. Neben Konjunktursorgen hatten der fortgesetzte Rutsch der Ölpreise sowie Turbulenzen im Bankensektor belastet.

EXPERTE BLEIBT SKEPTISCH

Der marktbreite S&P 500 rückte am Freitag um 1,95 Prozent auf 1864,78 Zähler vor und für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 1,44 Prozent auf 4019,19 Punkte nach oben.

Die Ölpreiserholung liefere dem Aktienmarkt am Ende einer trüben Woche den benötigten Rückenwind, sagte Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Viel mehr als eine Gegenbewegung nach dem jüngsten Kursrutsch dürfte es zunächst allerdings nicht sein. Die Ölpreise hätten von Presseberichten profitiert, dass sich die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) mit wichtigen Förderländern außerhalb des Kartells auf eine Begrenzung der Fördermenge einigen könnte. Ähnliche Berichte habe es zuletzt aber mehrfach gegeben, ohne dass etwas passiert sei.

BANKEN AN DOW-SPITZE

Die Aktien der Ölkonzerne profitierten von der Erholung des "schwarzen Goldes". ExxonMobil gewannen 1,80 Prozent und Chevron Corp. stiegen sogar um 2,94 Prozent.

Noch erfolgreicher waren aber die Anteilsscheine von Banken. Die Papiere von JPMorgan schnellten an der Spitze des Dow Jones um 8,33 Prozent nach oben. Zuvor war bekannt geworden, dass der Chef der US-Bank, Jamie Dimon, Aktien im Wert von 26,6 Millionen US-Dollar gekauft hatte. Am Markt wurde das als Vertrauensbeweis gesehen.

AIG ÜBERZEUGT

Die Papiere des Wettbewerbers Goldman Sachs gewannen dahinter 3,87 Prozent. Außerhalb des Dow Jones sprangen Citigroup um 7,32 Prozent nach oben,

und Bank of America gewannen 7.08 Prozent,

Der Versicherer American International Group (AIG) überzeugte mit einer Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms sowie einer Erhöhung der Dividende. Die Papiere legten um 4,91 Prozent zu.

GROUPON LEGT UM FAST EIN DRITTEL ZU

Die Rabattcoupon-Internetseite Groupon hatte zum Jahresende bessere Geschäfte gemacht als erwartet und erfreute die Anleger mit einem guten Ausblick. Der Aktienkurs schoss um 29,02 Prozent nach oben.

Der Eurokurs hielt sich über der Marke von 1,12 US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1255 US-Dollar. Richtungweisende zehnjährige US-Anleihen verloren 24/32 Punkte auf 98 30/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,74 Prozent./he

--- Von Stefan Heider, dpa-AFX ---

12.02.2016

Aktien New York Schluss: Dow Jones nach 5 Tagen Tristesse wieder im Plus

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Standardwerte haben am Freitag nach fünf Verlusttagen in Folge wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Steigende Ölpreise und kräftige Gewinne bei Bankaktien sorgten für eine aufgehellte Stimmung. Erfreulich ausgefallene Einzelhandelsumsätze dämpften zudem etwas die zuletzt immer größer werdende Sorge um die Konjunktur in den USA.

Der Dow Jones Industrial gewann 2,00 Prozent auf 15 973,84 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete das für den US-Leitindex aber immer noch ein Minus von 1,43 Prozent. Neben Konjunktursorgen hatten der fortgesetzte Rutsch der Ölpreise sowie Turbulenzen im Bankensektor belastet.

Der marktbreite S&P 500 rückte am Freitag um 1,95 Prozent auf 1864,78 Zähler vor und für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 1,44 Prozent auf 4019,19 Punkte nach oben./he

12.02.2016

Aktien New York: Dow Jones nach 5 Tagen Tristesse wieder im Plus - Öl und Banken

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Standardwerte haben am Freitag nach fünf Verlusttagen in Folge wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Steigende Ölpreise und das stärkste Plus bei Bankaktien in fünf Monaten sorgten für eine aufgehellte Stimmung.

Der Dow Jones Industrial gewann zuletzt 1,43 Prozent auf 15 884,57 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete das für den US-Leitindex aber immer noch ein Minus von 2 Prozent. Neben Konjunktursorgen hatten der fortgesetzte Rutsch der Ölpreise sowie Turbulenzen im Bankensektor belastet.

Der marktbreite S&P 500 rückte am Freitag um 1,32 Prozent auf 1853,25 Zähler vor und für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,75 Prozent auf 3991,74 Punkte nach oben.

Die Ölpreiserholung liefere dem Aktienmarkt am Ende einer trüben Woche den benötigten Rückenwind, sagte Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Viel mehr als eine Gegenbewegung nach dem jüngsten Kursrutsch dürfte es zunächst allerdings nicht sein. Die Ölpreise hätten von Presseberichten profitiert, dass sich die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) mit wichtigen Förderländern außerhalb des Kartells auf eine Begrenzung der Fördermenge einigen könnte. Ähnliche Berichte habe es zuletzt aber mehrfach gegeben, ohne dass etwas passiert sei.

Von der Konjunkturseite kamen vor dem Wochenende gemischte Signale. So waren in den USA die Umsätze des Einzelhandels im Januar etwas stärker gestiegen als erwartet, während sich das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen im Februar überraschend eingetrübt hatte.

Die Aktien der Ölkonzerne profitierten von der Erholung des "schwarzen Goldes". ExxonMobil gewannen mehr als 1 Prozent und Chevron Corp. stiegen um gut 2 Prozent.

Noch gefragter waren die Anteilsscheine von Banken. Die Papiere von JPMorgan schnellten an der Spitze des Dow Jones um mehr als 7 Prozent nach oben. Zuvor war bekannt geworden, dass der Chef der US-Bank, Jamie Dimon, Aktien im Wert von 26,6 Millionen US-Dollar gekauft hatte. Am Markt wurde das als Vertrauensbeweis gesehen.

Die Papiere des Wettbewerbers Goldman Sachs gewannen 3 Prozent, Citigroup und Bank of America stiegen jeweils um fast 6 Prozent.

Der Versicherer American International Group (AIG) überzeugte mit einer Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms sowie einer Erhöhung der Dividende. Die Papiere gewannen fast 5 Prozent.

Die Rabattcoupon-Internetseite Groupon hatte zum Jahresende bessere Geschäfte gemacht als erwartet und erfreute die Anleger mit einem guten Ausblick. Der Aktienkurs schoss um ein fast 30 Prozent nach oben./mis/he/he

12.02.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax macht nach Talfahrt wieder etwas Boden gut

FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem Absturz am deutschen Aktiemarkt ist am Freitag ein erneuter Erholungsversuch gefolgt. Gestützt auf wieder steigende Ölpreise sowie Rückgänge bei Goldpreis und Eurokurs gewann der Dax 2,45 Prozent auf 8967,51 Punkte. Auf Wochensicht hat der Index dennoch 3,4 Prozent verloren. Das Minus im laufenden Jahr liegt bei 16,5 Prozent.

"Es ist doch noch ein versöhnlicher Wochenausklang geworden", kommentierten die Experten der Postbank, die zunächst wegen der insgesamt weiter hohen Unsicherheit und Nervosität vorsichtig gewesen waren.

KONJUNKTURDATEN KAUM BEACHTET

Kaum Einfluss auf die Gewinne an diesem Tag wurde den Konjunkturdaten aus Deutschland, der Eurozone und den USA zugebilligt. Sie spielten laut Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner eine eher untergeordnete Rolle. "Fundamentale Aspekte wie Konjunkturdaten sind aktuell fast vollkommen in den Hintergrund getreten. Was wir gesehen haben heute, ist eine technische Erholung." Technik wirke eher auf kurze Sicht, fundamentale Daten eher mittel- bis langfristig auf die Märkte, sagte er.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 1,87 Prozent auf 17 924,03 Zähler nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,83 Prozent auf 1512,23 Punkte vor.

Eine ähnlich positive Stimmung herrschte auch europaweit und in den USA: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Tag mit plus 2,83 Prozent auf 2756,16 Punkte und auch in London und Paris wurden deutliche Gewinne verbucht. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann bis zum europäischen Handesschluss 1,6 Prozent.

COMMERZBANK FEIERT COMEBACK

Mit einem beeindruckenden Plus von 18 Prozent waren die Commerzbank-Aktien nach der Vorlage des Jahresabschlusses für 2015 Spitzenreiter im Dax. Im Vergleich zum Vorjahr hatte das Institut seinen Gewinn fast vervierfacht. Es überwand damit zugleich erstmals wieder seit fünf Jahren die Milliardenschwelle. Die Aktionäre sollen daran nun mit der ersten Dividende seit der Finanzkrise beteiligt werden.

Die Commerzbank-Aktien waren zuletzt - wie auch der Rest der Branche - in eine Abwärtsspirale geraten, da wegen des Ölpreisverfalls massive Kreditausfälle befürchtet worden waren. Die Aktien der Deutschen Bank erholten sich nun um annähernd 12 Prozent. Dabei wurden sie von der Ankündigung befeuert, eigene Anleihen zurückzukaufen, da das von Analysten als Zeichen der Finanzstärke interpretiert wurde.

STRAFZÖLLE AUF STAHL STÜTZEN THYSSENKRUPP-AKTIE

Der Industriekonzern Thyssenkrupp war wegen des rasanten Stahlpreisverfalls im ersten Geschäftsquartal zurück in die roten Zahlen gerutscht. Das Kursplus von fast 9 Prozent verdankten die Titel der Nachricht über einstweilige Einfuhrzölle der EU auf bestimmte Stahlerzeugnisse aus China und Russland. Die Anteilsscheine des zweiten großen deutschen Stahlkonzerns Salzgitter sprangen an der MDax-Spitze sogar um 16 Prozent hoch.

Im TecDax gewannen die Anteilsscheine des Medizintechnik-Herstellers Carl Zeiss Meditec nach der Vorlage von Quartalszahlen 2,5 Prozent. Im SDax profitierten die Anteilsscheine des Finanzdienstleisters Hypoport von angekündigten Aktienrückkäufen und stiegen um knapp 8 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,06 Prozent am Vortag auf 0,09 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 142,27 Punkte. Der Bund-Future gab um moderate 0,13 Prozent auf 164,92 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1275 (Donnerstag: 1,1347) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8869 (0,8813) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

12.02.2016

Aktien Frankfurt Schluss: Dax arbeitet sich nach Talfahrt wieder etwas hoch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem Absturz am deutschen Aktiemarkt ist am Freitag ein erneuter Erholungsversuch gefolgt. Gestützt auf wieder steigende Ölpreise sowie Rückgänge bei Goldpreis und Eurokurs gewann der Dax 2,45 Prozent auf 8967,51 Punkte. Auf Wochensicht hat der Index dennoch 3,4 Prozent verloren. Das Minus im laufenden Jahr liegt bei 16,5 Prozent.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 1,87 Prozent auf 17 924,03 Zähler nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,83 Prozent auf 1512,23 Punkte vor./ck/he

12.02.2016

ROUNDUP/Aktien New York: Ölpreiserholung sorgt für Entspannung nach Kursrutsch

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat am Freitag im Sog gestiegener Ölpreise und einer aufgehellten Stimmung in der Bankenbranche einen erneuten Erholungsversuch gestartet. Der Dow Jones Industrial gewann im frühen Handel 1,12 Prozent auf 15 835,29 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete das für den US-Leitindex aber immer noch ein Minus von mehr als 2 Prozent. Neben Konjunktursorgen hatten der fortgesetzte Rutsch der Ölpreise sowie Turbulenzen im Bankensektor belastet.

Der marktbreite S&P 500 rückte am Freitag um 1,03 Prozent auf 1847,91 Zähler vor und für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,58 Prozent auf 3985,048 Punkte nach oben.

Die Ölpreiserholung liefere dem Aktienmarkt am Ende einer trüben Woche den benötigten Rückenwind, sagte Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Viel mehr als eine Gegenbewegung nach dem jüngsten Kursrutsch dürfte es zunächst allerdings nicht sein. Die Ölpreise hätten von Presseberichten profitiert, dass sich die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) mit wichtigen Förderländern außerhalb des Kartells auf eine Begrenzung der Fördermenge einigen könnte. Ähnliche Berichte habe es zuletzt aber mehrfach gegeben, ohne dass etwas passiert sei.

Von der Konjunkturseite kamen vor dem Wochenende gemischte Signale. So waren in den USA die Umsätze des Einzelhandels im Januar etwas stärker gestiegen als erwartet, während sich das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen im Februar überraschend eingetrübt hatte.

Die Aktien der Ölkonzerne profitierten von der Erholung des "schwarzen Goldes". ExxonMobil gewannen mehr als 1 Prozent und Chevron Corp. stiegen um fast 2 Prozent.

Noch gefragter waren die Anteilsscheine von Banken. Die Papiere von JPMorgan schnellten an der Spitze des Dow Jones um fünfeinhalb Prozent nach oben. Zuvor war bekannt geworden, dass der Chef der US-Bank, Jamie Dimon, Aktien im Wert von 26,6 Millionen US-Dollar gekauft hatte. Am Markt wurde das als Vertrauensbeweis gesehen.

Die Papiere des Wettbewerbers Goldman Sachs gewannen zweieinhalb Prozent, Citigroup rückten um 5 Prozent vor und Bank of America stiegen um 3 Prozent.

Der Versicherer American International Group (AIG) überzeugte mit einer Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms sowie einer Erhöhung der Dividende. Die Papiere gewannen viereinhalb Prozent.

Die Rabattcoupon-Internetseite Groupon hatte zum Jahresende bessere Geschäfte gemacht als erwartet und erfreute die Anleger mit einem guten Ausblick. Der Aktienkurs schoss um ein Viertel nach oben./mis/he

12.02.2016

Aktien New York: Ölpreiserholung sorgt für Entspannung nach Kursrutsch

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat am Freitag im Sog gestiegener Ölpreise und einer aufgehellten Stimmung in der Bankenbranche einen erneuten Erholungsversuch gestartet. Der Dow Jones Industrial gewann im frühen Handel 0,98 Prozent auf 15 814,41 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete das für den US-Leitindex aber immer noch ein Minus von fast zweieinhalb Prozent. Neben Konjunktursorgen hatten der fortgesetzte Rutsch der Ölpreise sowie Turbulenzen im Bankensektor belastet.

Der marktbreite S&P 500 rückte am Freitag um 0,96 Prozent auf 1846,66 Zähler vor und für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,56 Prozent auf 3984,301 Punkte nach oben.

Die Ölpreiserholung liefere dem Aktienmarkt am Ende einer trüben Woche den benötigten Rückenwind, sagte Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Viel mehr als eine Gegenbewegung nach dem jüngsten Kursrutsch dürfte es zunächst allerdings nicht sein. Die Ölpreise hätten von Presseberichten profitiert, dass sich die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) mit wichtigen Förderländern außerhalb des Kartells auf eine Begrenzung der Fördermenge einigen könnte. Ähnliche Berichte habe es zuletzt aber mehrfach gegeben, ohne dass etwas passiert sei.

Von der Konjunkturseite kamen vor dem Wochenende gemischte Signale. So waren in den USA die Umsätze des Einzelhandels im Januar etwas stärker gestiegen als erwartet, während sich das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen im Februar überraschend eingetrübt hatte./mis/he

12.02.2016

WOCHENAUSBLICK: Krisensignale könnten Dax weiter nach unten drücken

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte auch in der neuen Woche im Abwärtssog gefangen bleiben. Denn der historische Jahres-Fehlstart an den Börsen hallt noch nach und weckt böse Erinnerungen an das Krisenjahr 2008 - auch wenn der Leitindex Dax an einzelnen Tagen mal im Plus schließt. Die Experten der Postbank bleiben deshalb wegen der hohen Unsicherheit vorsichtig.

Analyst Andreas Hürkamp von der Commerzbank ergänzte, dass insgesamt Kursrückgänge im Dax kaum noch zum Aufstocken von Aktienpositionen genutzt würden. Vielmehr nutzten Anleger Kurserholungen, um ihre Aktienpositionen zu reduzieren. Kurzfristig dürfte der Handel nervös bleiben mit hohen Schwankungen.

VERGLEICH MIT DEM KRISENJAHR 2008

Damit bewege sich der Aktienmarkt womöglich auf dem sehr negativen Pfad des Krisenjahres 2008, meinte der Analyst. Seinerzeit war der Dax im Zuge der Finanzkrise peu a peu abgerutscht und hatte das erste Quartal schließlich mit einem Minus von rund 19 Prozent beendet. Am Jahresende war der deutsche Leitindex sogar um rund 40 Prozent abgesackt.

Doch unter Analysten ist umstritten, ob der Kursverlauf des Jahres 2008 wirklich Rückschlüsse auf die Dax-Entwicklung im laufenden Jahr zulässt. Auch Commerzbank-Experte Hürkamp hat seinen Optimismus noch nicht verloren: "Trotz des anhaltend niedrigen Ölpreises und der Krisensignale aus dem Bankensektor teilen wir nicht den Pessimismus der Aktienmärkte." So werde China dank der Maßnahmen des Staates und der Notenbank wohl einen konjunkturellen Absturz vermeiden. Zudem hält Hürkamp eine Rezession in den USA für unwahrscheinlich, weil dort die Hauspreise stiegen und der Arbeitsmarkt robust sei.

DATEN ZUR US-INDUSTRIEPRODUKTION ZUR WOCHENMITTE

Auch Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba richtete ihren Blick gen Westen: In der neuen Woche sollten am Mittwoch die Daten zur US-Industrieproduktion für Januar mit dazu beitragen, die Rezessionsängste der Marktteilnehmer zu zerstreuen. Gleichzeitig bleibe die Inflation energiepreisbedingt niedrig und befördere weiter den Konsum.

Anleger werden die Wirtschaftsnachrichten der neuen Woche aber auch darauf abklopfen, was sie für die Geldpolitik der Notenbank (Fed) bedeuten. Bereits seit Wochen geht die Sorge um, dass Janet Yellen mit einer zu harten Gangart die Konjunktur abwürgt. Zuletzt hatte die Fed-Vorsitzende zwar vor Wachstumsrisiken gewarnt, sich aber auch zuversichtlich zum Zustand der US-Wirtschaft geäußert. Neue Erkenntnisse über das Vorgehen der Fed erhoffen sich die Investoren auch von dem Protokoll der Notenbanksitzung von Ende Januar, das ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wird.

BEIERSDORF, DEUTSCHE BÖRSE UND ALLIANZ MIT ZAHLEN

Schließlich werden in der neuen Woche weitere Unternehmen ihre Zahlen vorlegen. Den Anfang macht am Montag der Automotive-Dienstleister Bertrandt , bevor am Dienstag der Baustoffkonzern HeidelbergCement seine Bücher öffnet.

Zur Wochenmitte stehen dann mit dem Konsumgüterhersteller Beiersdorf und der Deutschen Börse gleich zwei Dax-Unternehmen auf der Agenda, wobei der Börsenbetreiber erst am Abend seine Geschäftszahlen vorlegt. Hinzu kommen am Mittwoch noch der Roboterhersteller Kuka sowie die Automobilzulieferer Norma und Stabilus .

Am Donnerstag dann blicken die Anleger auf den Versandhändler für Büroausstattungen Takkt und den Sportartikelhersteller Puma . Zum Wochenschluss am Freitag schließlich rücken der Versicherer Allianz und der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub in den Fokus./la/fat/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

12.02.2016

Aktien Frankfurt: Dax arbeitet sich nach Talfahrt wieder etwas hoch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Dem Absturz am deutschen Aktiemarkt ist am Freitag ein erneuter Erholungsversuch gefolgt. Gestützt auf wieder steigende Ölpreise sowie Rückgänge beim Goldpreis und dem Euro gewann der Dax bis zum Nachmittag 2,30 Prozent auf 8954,44 Punkte. Im Wochenverlauf summieren sich die Verluste damit auf 3,6 Prozent und im Jahresverlauf auf insgesamt knapp 17 Prozent.

"Es sieht ganz nach einem versöhnlichen Wochenausklang aus", kommentierten die Experten der Postbank. Sie bleiben wegen der hohen Unsicherheit und Nervosität zugleich aber vorsichtig.

Kaum Einfluss auf die Gewinne an diesem Tag wurde den Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone zugebilligt. Sie spielen laut Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner eine eher untergeordnete Rolle. "Fundamentale Aspekte wie Konjunkturdaten sind aktuell fast vollkommen in den Hintergrund getreten. Was wir sehen, ist eine technische Erholung." Technik wirke eher auf kurze Sicht, fundamentale Daten eher mittel- bis langfristig auf die Märkte, erklärte er.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 1,82 Prozent auf 17 914,21 Zähler nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,83 Prozent auf 1512,20 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 2,32 Prozent.

COMMERZBANK FEIERT COMEBACK

Mit plus 15 Prozent waren die Commerzbank-Aktien absoluter Favorit nach der Vorlage des Jahresabschlusses für 2015. Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Institut seinen Gewinn fast vervierfachen. Er überwand damit zugleich erstmals wieder seit fünf Jahren die Milliardenschwelle. Die Aktionäre sollen daran nun mit der ersten Dividende seit der Finanzkrise beteiligt werden.

Die Commerzbank-Aktien waren zuletzt - wie auch der Rest der Branche - in eine Abwärtsspirale geraten, da wegen des Ölpreisverfalls massive Kreditausfälle befürchtet werden. Die Aktien der Deutschen Bank erholten sich um annähernd 10 Prozent, noch befeuert von der Ankündigung, eigene Anleihen zurückzukaufen. Das wurde von Analysten als Zeichen der Finanzstärke interpretiert.

STRAFZÖLLE AUF STAHL STÜTZEN THYSSENKRUPP-AKTIE

Der Industriekonzern Thyssenkrupp rutschte wegen des rasanten Stahlpreisverfalls im ersten Geschäftsquartal zurück in die roten Zahlen. Dass die Aktie dennoch um zweieinhalb Prozent zulegte, war der Nachricht über einstweilige Einfuhrzölle der EU auf bestimmte Stahlerzeugnisse aus China und Russland zu verdanken. Die Anteilsscheine des zweiten großen deutschen Stahlkonzerns Salzgitter sprangen an der MDax-Spitze sogar um knapp 12 Prozent hoch.

Im TecDax gewannen die Anteilsscheine von Carl Zeiss Meditec knapp 4 Prozent. Der Medizintechnik-Hersteller legte im seinem ersten Geschäftsquartal 2015/16 dank des schwachen Euro operativ zu. Produkte zur Diagnose und Therapie von Augenkrankheiten sowie Mikroskope in China liefen trotz flauen Wirtschaftswachstums weiter gut. In Japan und in den USA dagegen gab es Rückgänge./ck/das

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

14.02.2016

Umfrage: Zweifel am Nutzen von Selbstzahler-Leistungen beim Arzt

HAMBURG/BERLIN (dpa-AFX) - Gut jeder zweite gesetzlich Versicherte zweifelt einer Umfrage zufolge am Nutzen von privat zu zahlenden Leistungen beim Arzt. Die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) hätten eher keinen Nutzen, meinen 38 Prozent der Befragten. Sie seien auf keinen Fall nutzbringend, sagen weitere 15 Prozent. Dies geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zweifel am Nutzen medizinischer Angebote bestehen demnach aber nicht nur bei Selbstzahler-Leistungen. Jeder vierte Befragte (27 Prozent) habe auch den Eindruck, dass ein Arzt manchmal oder auch häufig unnötige Untersuchungen oder Behandlungen empfehle. Trotzdem lasse sich ein Drittel dieser zweifelnden Patienten vom Arzt überzeugen und unterzieht sich der vorgeschlagenen Diagnostik oder Therapie. Dies lasse sich vor allem auf das Vertrauen in die ärztliche Kompetenz zurückführen, auf die Meinung, eine Diagnostik oder Therapie mehr könne nicht schaden, sowie auf die Angst, sich falsch zu entscheiden./rm/DP/zb

14.02.2016

Schmutziger Handel mit Emissionsrechten: Deutsch-Banker vor Gericht

FRANKFURT (dpa-AFX) - Seit Jahren ermittelt die Frankfurter Justiz zum betrügerischen Handel mit Luftverschmutzungsrechten - an diesem Montag (15.2.) beginnt vor der 2. Großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt ein erster Prozess gegen Mitarbeiter der Deutschen Bank. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft den acht Angeklagten "schwere bandenmäßige Steuerhinterziehung" vor.

Die Anklagebehörde beschuldigt die Banker, sich an einem kriminellen Umsatzsteuer-Karussell beteiligt zu haben. Beim betrügerischen Handel mit Rechten zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) wurden nach Erkenntnissen der Ermittler über deutsche Gesellschaften Emissionsrechte aus dem Ausland gekauft und im Inland über Zwischenfirmen weiterverkauft, ohne Umsatzsteuer zu bezahlen. Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette veräußerte die Papiere wieder ins Ausland. Dafür ließen sich die Betrüger dann vom Finanzamt Umsatzsteuer zurückerstatten, die nie gezahlt worden war.

Die 33 bis 64 Jahre alten Angeklagten - sieben inzwischen suspendierte Beschäftigte des größten deutschen Geldhauses und ein Ex-Manager der Bank - sollen dabei geholfen haben, das Umsatzsteuer-Karussell am Laufen zu halten: als Rohstoffhändlerin, Geschäftskundenbetreuer, Mitarbeiter der Handelsabteilung beziehungsweise der Steuerabteilung der Deutschen Bank.

Ihnen wird vorgeworfen, aus den Betrugsketten stammende CO2-Zertifikate unterhalb des Marktpreises angekauft und interne Kontrollgremien der Bank unvollständig über Verdachtsmomente gegen Handelspartner informiert zu haben. Der ranghöchste der angeklagten Banker, der inzwischen im Ruhestand ist, soll als Teamleiter die für seine Abteilung lukrativen Geschäfte gefördert haben.

Im konkreten Fall geht es um den Vorwurf der Hinterziehung von 220 Millionen Euro Umsatzsteuer. Den Gesamtschaden in dem Ermittlungskomplex für den Zeitraum August 2009 bis April 2010 beziffern die Ermittler auf rund 850 Millionen Euro.

Die Ermittlungen laufen seit Jahren. Öffentlich geworden waren sie durch eine Razzia bei der Deutschen Bank im April 2010. In einem ersten Prozess 2011 wurden sechs Bankkunden wegen schwerer Steuerhinterziehung rechtskräftig zu Haftstrafen zwischen drei Jahren sowie sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt. Der Vorsitzende Richter am Landgericht Frankfurt äußerte seinerzeit deutliche Kritik an der Rolle der Deutschen Bank: Das Institut habe ohne genaue Prüfung der Personen die Täter als Geschäftspartner akzeptiert.

Ein Sprecher der Deutschen Bank, die auch bei dem nun beginnenden Prozess formal nicht auf der Anklagebank sitzt, betonte: "Die Deutsche Bank hat den Handel mit CO2-Zertifikaten bereits im Jahr 2010 eingestellt und die Steuern an das Finanzamt zurückerstattet." Die betroffenen Mitarbeiter seien bei Bekanntwerden der Vorwürfe "sofort freigestellt" worden. "Die Deutsche Bank kooperiert mit den Behörden." In dem aktuellen Fall sind bis Ende Mai jeweils montags und donnerstags Verhandlungstermine angesetzt./ben/DP/zb

14.02.2016

Britische Handelskammer: 'Brexit' schadet deutscher Exportwirtschaft

BERLIN (dpa-AFX) - Ein "Brexit" würde nach Einschätzung eines Handelsexperten vor allem der deutsche Exportwirtschaft schaden. "Das trifft die deutsche Automobilindustrie an allererster Stelle, dann die weiße Ware, sehr viele Finanzdienstleistungen, die Bankenwelt", sagte der Geschäftsführer der Britischen Handelskammer in Deutschland, Andreas Meyer-Schwickerath, der Deutschen Presse-Agentur. "Sprich: Die ganze deutsche Wirtschaft, die Export beziehungsweise mit London Geschäfte betreibt." Mit "Brexit" wird ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU bezeichnet.

Für den Finanzplatz London schließt der Experte zwar Vorteile nicht aus - weil die Metropole "einen unabhängigeren Status erhält". Und auch der britische Binnenmarkt könne durchaus von einem "Brexit" profitieren. Insgesamt würden allerdings auch für die britische Wirtschaft die Nachteile überwiegen: "Vorteile sehe ich allenfalls darin, dass die politische Abstimmung nicht mehr über die EU läuft, sondern Großbritannien alleine handeln kann in vielen Dingen", sagte Meyer-Schwickerath.

Die deutsch-britische Handelsbilanz bei Waren und Dienstleistungen betrug 2014 nach Angaben der Bundesbank 177 Milliarden Euro./bvi/DP/zb

14.02.2016

Ökonom zweifelt an Indiens Wachstum: 5 statt 7,4 Prozent

NEU DELHI (dpa-AFX) - Auch ein Jahr nach der Umstellung auf eine neue Berechnungsmethode für das Wirtschaftswachstum in Indien halten Ökonomen die Zahlen weiter für fraglich. "Momentan glaubt den Daten leider niemand", sagte der in Oxford promovierte Wirtschaftswissenschaftler Rajiv Kumar der Deutschen Presse-Agentur. Bis vor wenigen Jahren war Kumar erst Chefökonom von CII und später Generalsekretär von FICCI, den größten Wirtschaftsverbänden Indiens. Statt wie offiziell erklärt bei 7,4 Prozent dürfte das Wachstum in diesem Finanzjahr etwa bei 5 Prozent liegen, glaubt Kumar. Auch damit stehe Indien unter den Schwellenländern aber glänzend da./fdo/DP/zb

14.02.2016

Briten schauen skeptisch auf Camerons EU-Deal

LONDON (dpa-AFX) - Die Briten erwarten nach einer Umfrage wenig von den laufenden Verhandlungen über EU-Reformen. Nur 21 Prozent glauben, dass Premierminister David Cameron einen "guten Deal" mit Brüssel über Reformen aushandelt, wie eine ComRes-Umfrage für den "Independent on Sunday" und den "Sunday Mirror" ergab. Die Verhandlungen zu den von London gewünschten Reformen laufen seit Monaten. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel könnte der Deal festgezurrt werden. Themen sind etwa Sozialleistungen für Zuwanderer aus EU-Staaten und Souveränität der Nationalstaaten.

Die Briten stimmen bis spätestens Ende 2017 darüber ab, ob sie Mitglied der Europäischen Union bleiben. Sollte es in den kommenden Tagen eine Einigung zwischen den anderen Mitgliedsstaaten und London geben, könnte das Referendum schon in diesem Sommer angesetzt werden. Der konservative Premier Cameron will nach eigenen Worten, dass Großbritannien Teil einer reformierten EU bleibt.

Wie die Befragten sich bei einem Referendum entscheiden würden, fragte ComRes nicht ab. Den Daten zufolge glauben 27 Prozent, im Fall eines Austritts ginge es ihnen persönlich besser, 29 Prozent glauben das Gegenteil. Umfragen der jüngeren Zeit sagten ein enges Rennen mit leichten Vorteilen für die Austritts-Befürworter voraus./ted/DP/zb

14.02.2016

EZB-Direktoriumsmitglied Coeure rechnet mit Aus für 500er

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Das EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure rechnet mit dem Aus für den 500-Euro-Schein. "Ich persönlich sage: Wir haben heute weniger Gründe als bei Einführung des Euros, den 500-Euro-Schein beizubehalten, weil der elektronische Zahlungsverkehr heute viel wichtiger ist", sagte Coeure der Zeitung "Rheinische Post" (Samstagausgabe). "Uns wird gesagt, dass der Schein zunehmend kriminellen Geschäften dient. Deshalb glaube ich, dass der 500-Euro-Schein letztendlich abgeschafft wird, aber das muss auf bedachte Weise geschehen", sagte der Franzose. Über die Zukunft der größten der insgesamt sieben Euro-Banknoten müsse allerdings im EZB-Rat entschieden werden. In diesem obersten Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank sitzen die sechs Mitglieder des EZB-Direktoriums sowie die Chefs der 19 nationalen Notenbanken der Eurozone./kf/DP/zb

14.02.2016

Bis Altschulden-Lösung keine Exportkredit-Garantien für Iran

BERLIN (dpa-AFX) - Exportgeschäfte deutscher Firmen mit Iran können vorerst nicht mit staatlichen Hermes-Deckungen abgesichert werden. Grund dafür sind Altschulden iranischer Firmen, bestätigte das Bundeswirtschaftsministerium am Samstag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Derzeit verhandelten Berlin und Teheran darüber, wie die Rückzahlung dieser Verbindlichkeiten geregelt werden kann. "Wir sind zuversichtlich, dass die Gespräche in Kürze abgeschlossen werden können", sagte eine Sprecherin.

"Sobald der Iran seine Altschulden beglichen hat, können Geschäfte, für die zuverlässige Zahlungswege zur Verfügung stehen, grundsätzlich wieder mit Hermesdeckungen abgesichert werden", hieß es. Exporteure könnten bereits jetzt Anträge auf Kreditgarantien stellen: "Wir sind zuversichtlich, dass die noch ungeklärten Fragen innerhalb des regulären Prüfzeitraums geklärt werden können, so dass für Unternehmen keine Verzögerung entstehen dürfte."

Nach Informationen des "Spiegel" stehen iranische Firmen mit rund einer halben Milliarde Euro beim deutschen Staat in der Kreide. Nach der weitgehenden Aufhebung der Sanktionen hoffen deutsche Firmen auf Großaufträge aus Iran. Nachdem die Internationale Atomenergiebehörde Mitte Januar festgestellt hatte, dass der Iran die Auflagen des Atomabkommens erfüllt hat, setzte die EU die verhängten Wirtschafts- und Finanzsanktionen außer Kraft.

Damit ist auch das EU-Verbot staatlicher Exportkreditdeckungen entfallen. Ob Deckungen für Iran-Geschäfte übernommen werden können, hängt laut Wirtschaftsministerium aber auch von anderen Faktoren wie einer Verständigung über die iranischen Altschulden ab./sl/DP/zb

14.02.2016

Bauern beenden Proteste in Athen - Fortsetzung in den Provinzen

ATHEN (dpa-AFX) - Griechische Bauern haben am späten Samstagabend ihre Proteste in Athen gegen die geplante Reform- und Steuerreformen beendet. Wie ihre Verbände am Sonntagmorgen mitteilten, wollen sie ihren "Kampf" mit Straßenblockaden in den Provinzen fortsetzen. Am Montag und Dienstag wollten sie entscheiden, ob sie an dem Dialog teilnehmen, den ihnen Regierungschef Alexis Tsipras angeboten hat, hieß es weiter. Am Freitag und Samstag hatten nach Schätzungen der Polizei rund 15 000 Bauern in Athen demonstriert.

Landwirte blockieren seit über zwei Wochen mit ihren Traktoren wichtige Straßenverbindungen in Griechenland. Mit den umstrittenen Reformen ist für die Bauern unter anderem eine Anhebung der Abgaben für die Pensionskasse von 7 auf 20 Prozent vorgesehen. Zudem soll ihre Einkommenssteuer von 13 auf 26 Prozent erhöht werden. Die Reformen sind Voraussetzung für weitere Hilfen der Geldgeber Griechenlands./tt/DP/zb

12.02.2016

Merkel gegen EU-Austritt Großbritanniens

HAMBURG (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat beim traditionsreichen Matthiae-Mahl in Hamburg für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union geworben. "Ich wünsche mir, dass das Vereinigte Königreich auch in Zukunft ein aktives Mitglied in einer erfolgreichen Europäischen Union ist und bleibt", sagte sie am Freitagabend im Rathaus der Hansestadt im Beisein des britischen Premiers David Cameron. Dies sei in deutschem und auch im britischen Interesse.

Cameron will seine Landsleute möglicherweise noch in diesem Jahr über einen "Brexit", also einen Austritt aus der EU, abstimmen lassen. Um dies zu verhindern, wollen die Staats- und Regierungschefs der EU London entgegenkommen und sich am 18. und 19. Februar in Brüssel auf Reformen einigen./mb/DP/he

12.02.2016

Hamburg richtet G20-Gipfel im Jahr 2017 aus

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Hansestadt Hamburg wird Gastgeberin des G20-Gipfels im Jahr 2017. Sie erlaube sich anzukündigen, "dass Hamburg Gastgeberstadt sein wird für das 2017 in Deutschland stattfindende G20-Treffen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitagabend beim traditionellen Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus - und fügte an: "Ich glaube, das trifft sich gut mit der Weltoffenheit Hamburgs." G20-Treffen zählen zu den größten Zusammenkünften von Staats- und Regierungschefs überhaupt. Vertreten sind 19 Industrie- und Schwellenländer sowie die EU. Das Gründungstreffen fand 1999 in Berlin unter deutschem Vorsitz statt./klm/DP/he

12.02.2016

ANALYSE-FLASH: Credit Suisse senkt Ziel für Nokia auf 8,20 Euro - 'Outperform'

ZÜRICH (dpa-AFX Broker) - Die Schweizer Bank Credit Suisse hat das Kursziel für Nokia von 9,00 auf 8,20 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Outperform" belassen. In Reaktion auf die Übernahme des Konkurrenten Alcatel-Lucent reduzierte Analyst Kulbinder Garcha seine Umsatzschätzungen für den Netzwerkausrüster. Das vierte Quartal der Finnen sei aber stark ausgefallen, schrieb er in einer Studie vom Freitag./gl/edh

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

12.02.2016

ANALYSE-FLASH: Warburg Research senkt Ziel für Thyssenkrupp auf 18 Euro - 'Buy'

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel für Thyssenkrupp nach Zahlen von 25 auf 18 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Das erste Geschäftsquartal habe den Erwartungen entsprochen, die Ziele des Industrie- und Stahlkonzerns aber verfehlt, schrieb Analyst Björn Voss in einer Studie vom Freitag. Das Jahr dürfte härter als erwartet werden. Der Kursrutsch der Aktie erscheine im Vergleich zu anderen Stahltiteln aber übertrieben./gl/edh

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

12.02.2016

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank senkt Ziel für Metro auf 26 Euro - 'Hold'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Metro nach Zahlen von 28 auf 26 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Die Entwicklung der Elektronikhandelstochter Media Saturn in Russland sei ein Bremsklotz für den Konzerngewinn, schrieb Analystin Niamh McSherry in einer Studie vom Freitag. Er senkte seine Ergebnisschätzungen, sieht die Aktie auf dem aktuellen Niveau aber vernünftig bewertet./gl/edh

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

12.02.2016

ANALYSE-FLASH: UBS senkt BT Group auf 'Sell' - Ziel 430 Pence

ZÜRICH (dpa-AFX Broker) - Die Schweizer Großbank UBS hat die Aktie der britischen Telefongesellschaft BT Group von "Neutral" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel auf 430 Pence belassen. Der Markt unterschätze die Wettbewerbsrisiken des Telekomkonzerns, schrieb Analyst Polo Tang in einer Studie vom Freitag. Das Chance/Risiko-Profil sei unattraktiv./ajx/edh

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

12.02.2016

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt Ziel für Adidas auf 108 Euro - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Adidas nach vorläufigen Jahreszahlen von 105 auf 108 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Eckdaten des Sportartikelherstellers hätten positiv überrascht, schrieb Analyst Adrian Rott in einer Studie vom Freitag. Er hob seine Schätzungen an und geht davon aus, dass auch die Markterwartungen steigen werden./gl/edh

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

12.02.2016

ANALYSE-FLASH: Baader Bank hebt Ziel für Gea Group auf 46 Euro - 'Buy'

MÜNCHEN (dpa-AFX Broker) - Die Baader Bank hat das Kursziel für Gea Group nach Zahlen für das vierte Quartal von 42 auf 46 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Der auf die Lebensmittelbranche fokussierte Maschinen- und Anlagenbauer habe über starke Auftragseingänge berichtet und auch in Sachen Profitabilität überzeugt, schrieb Analyst Peter Rothenaicher in einer Studie vom Freitag. Positiv habe ihn auch der zuversichtlich Ausblick überrascht./mzs/ck

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

12.02.2016

ANALYSE-FLASH: Berenberg hebt Fresenius SE auf 'Buy' - Senkt Ziel auf 65,10 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat Fresenius SE von "Hold" auf "Buy" hochgestuft, das Kursziel aber von 65,80 auf 65,10 Euro gesenkt. Fresenius habe ein gutes Geschäftsmodell, weshalb die Einstiegsgelegenheit in die Aktie aktuell attraktiv sei, schrieb Analyst Tom Jones in einer Studie vom Freitag. Die längerfristigen Wachstumsaussichten überwögen die kurzfristigen Risiken./gl/ck

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

12.02.2016

ANALYSE-FLASH: Warburg Research hebt Grenkeleasing auf 'Buy' - Ziel 203 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Warburg Research hat Grenkeleasing von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 174 auf 203 Euro angehoben. Die starken Quartalszahlen, der positive Ausblick für 2016 sowie die Management-Aussagen auf der Analystenkonferenz stützten seine positive Einschätzung des Unternehmens, schrieb Analyst Malte Räther in einer Studie vom Freitag. Der Leasingspezialist biete hohe Qualität und habe hervorragende Wachstumsperspektiven./ajx/edh

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

12.02.2016

AKTIE IM FOKUS 2: Anleger reagieren euphorisch auf Comeback der Commerzbank

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die beste Geschäftsentwicklung seit Jahren hat den Aktienkurs der Commerzbank förmlich explodieren lassen. Die Papiere waren am Freitag mit Abstand größter Favorit im ohnehin freundlichen Dax und gingen mit einem kräftigen Gewinn von 18,02 Prozent auf 7,537 Euro aus dem Handel. Sie konnten damit ihre bisherigen Wochenverluste nicht nur ausgleichen, sondern die Woche sogar mit einem Plus von 2,93 Prozent beenden.

Ein Milliardengewinn, die gute Entwicklung des Eigenkapitals und die erste Dividendenzahlung seit den Zeiten der Finanzkrise sorgten für einen Stimmungswandel bei den Anlegern. Zudem kann die interne Bad Bank der Commerzbank früher als erwartet aufgelöst werden.

Damit erholten sich die Commerzbank-Aktien zumindest ein wenig von ihrer im Vergleich zu den anderen 30 Dax-Werten besonders steilen Talfahrt seit Jahresbeginn. Im Zuge der jüngsten Finanzmarktturbulenzen hatten die Aktien bis zum Vortag 33 Prozent an Wert eingebüßt. Noch schlimmer hatte es nur die Deutsche Bank mit einem Verlust von 39 Prozent erwischt. Dank des Kurssprungs am Freitag liegt die Commerzbank nun noch 21,54 Prozent im Minus und entwickelte sich damit lediglich etwas schlechter als der Gesamtmarkt.

LOB FÜR STARKE KERNKAPITALQUOTE

Unisono lobten Analysten vor allem die starke Entwicklung des Kernkapitals, das als wichtige Stütze für Banken gegen neue Schieflagen gilt. Der Commerzbank war es gelungen, im vergangenen Jahr die harte Kernkapitalquote deutlich auf 12 Prozent zu verbessern, das ist auch international gesehen ein guter Wert.

Nach Ansicht von Analyst Philipp Häßler von der Equinet Bank ist die Kapitalentwicklung neben der Auflösung der internen Bad Bank die positivste Überraschung. Die Belastungen durch Geschäfte im Ölbereich wirkten handhabbar, merkte er an. Diese Geschäfte bereiten vielen Anlegern zurzeit Kopfzerbrechen. Denn wegen der enorm gefallenen Ölpreise und der vielfältig dahinter vermuteten Wirtschaftsschwäche wird eine Welle an Kreditausfällen befürchtet.

INTERNE BAD BANK FAST AUFGELÖST

Analyst Neil Smith vom Bankhaus Lampe lobte ebenfalls die starke Eigenkapitalquote, die sogar "über den Anforderungen für das Jahr 2019 liegt". Zugleich verwies auch er auf die gewaltigen Fortschritte der Commerzbank bei der Auflösung ihrer Abwicklungssparte, in der problematische Finanzanlagen wie Schiffsfinanzierungen sowie Geschäfte der früheren Eurohypo mit Staatsanleihen und Gewerbeimmobilienkrediten ausgelagert worden waren. Nun soll diese Sparte rund vier Jahr nach ihrer Gründung weitgehend aufgelöst werden, "und damit ein Jahr früher als im Zeitplan vorgesehen war", hob Smith hervor.

Dass die Frankfurter erstmals seit 2009 wieder eine Dividende zahlen wollen, wurde ebenfalls mit Freude aufgenommen. Allerdings sei dies erwartet worden, hieß es von Analysten und Händlern. Der Vorstand der Bank hatte eine Ausschüttung von 20 Cent je Aktie in Aussicht gestellt.

Beim Ausbruch der Finanzkrise war auch das Frankfurter Finanzinstitut unter die Räder geraten. Der Bund rettete die Bank mit rund 18 Milliarden Euro, von denen inzwischen gut 13 Milliarden Euro zurückgezahlt wurden./ck/das/mzs/he

12.02.2016

AKTIE IM FOKUS: EU-Stahlstrafzölle stützen Thyysenkrupp

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf bessere Zeiten am Stahlmarkt hat am Freitag die Aktie des Industrie- und Stahlriesen Thyssenkrupp gestützt. Die Papiere profitierten von der Nachricht, dass die EU bestimmte Stahlerzeugnisse aus China und Russland vorläufig mit Einfuhrzöllen belegt. Die am selben Tag präsentierten roten Zahlen des Essener Dax-Konzerns konnten die Anleger indes kaum noch schocken. Bereits auf der Hauptversammlung im Januar hatte die Führungsspitze wegen des Stahlpreisverfalls vorsichtige Töne angeschlagen.

Die Thyssenkrupp-Aktie stand zuletzt rund eineinhalb Prozent höher und entwickelte sich damit parallel zum Gesamtmarkt. Allerdings hat das Papier seit Jahresbeginn bereits rund 30 Prozent an Wert verloren und ist damit einer der schlechtesten Werte im Dax.

SINKENDE STAHLPREISE MACHEN DER BRANCHE ZU SCHAFFEN

Die europäische Stahlbranche leidet unter einem Verfall der Stahl- und Rohstoffpreise, besonders Branchengrößen wie ArcelorMittal und Thyssenkrupp haben zu kämpfen. Wegen eines neuerlichen Verlusts im Stahlgeschäft war der deutsche Konzern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2015/16 unter dem Strich wieder zurück in die roten Zahlen gefallen. An der ohnehin schon vorsichtigen Prognose hielt der Vorstand zwar fest, allerdings steht diese angesichts der immer größeren Sorgen um die Weltwirtschaft und der schwierigen Lage der Stahlbranche unter Vorbehalt.

Die Strafzölle der EU kamen bei den Analysten daher besonders gut an. Allesandro Abate von der Privatbank Berenberg schätzt, dass die Preise für kaltgewalzte Stahlerzeugnisse aus der Eurozone nun um mindestens 20 bis 30 Euro pro Tonne steigen könnten.

'PROGNOSEN KLAR VERFEHLT'

Die Resultate von Thyssenkrupp aus dem ersten Quartal wurden indes am Markt mit wenig Überraschung aufgenommen. "Die Bilanz für das erste Geschäftsquartal ist sehr schlecht ausgefallen und hat die Prognosen klar verfehlt", sagte ein Händler. Der Markt habe sich aber bereits schon auf sehr schlechte Zahlen des Industrieriesen eingestellt.

Die Resultate seien schwächer als erwartet ausgefallen, schrieb auch Analyst Marc Gabriel vom Düsseldorfer Bankhaus Lampe in einer Studie vom Freitag. Um das bestätigte operative Gewinnziel zu erreichen, müssten sich die Margen im zweiten Halbjahr nun stabilisieren.

Analyst Björn Voss vom Hamburger Analysehaus Warburg Research rechnete zuletzt damit, dass das Jahr für Thyssenkrupp härter werden könnte als zunächst erwartet. Den Kursrutsch der Aktie hält er im Vergleich zu anderen Stahltiteln aber für übertrieben./tav/das