dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

01.05.2016

Roaming-Kosten in der EU weiter gesunken

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Wer beim Reisen in der EU mit dem Handy telefoniert, zahlt seit Samstag teilweise deutlich weniger Geld. Die sogenannten Roaming-Gebühren für Anrufe, SMS und mobile Daten schlagen durch eine EU-Regelung nur noch wenige Cent auf den normalen Heimtarif drauf. Eine neue Vorschrift deckelt die Zusatzgebühren seit dem 30. April ein weiteres Mal. Die Regelung schließe auch Flatrate-Tarife ein, teilte die Bundesnetzagentur mit. Vom 15. Juni 2017 an sollen die Auslandsgebühren dann komplett der Vergangenheit angehören.

Telekommunikations-Anbieter dürfen seit Samstag nur noch maximal 6 Cent pro Minute für Anrufe, 2 Cent pro SMS oder 6 Cent pro Megabyte bei Datentarifen im EU-Ausland verlangen (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer). Nimmt man einen Anruf an, kostet das höchstens 1,2 Cent zusätzlich pro Minute. Maximal darf die Summe aus Inlandspreis und Aufschlägen nicht mehr betragen als die bisherigen Höchstpreise von 23 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 7 Cent pro SMS und 24 Cent je Megabyte Datenvolumen.

Bei Kunden mit Flatrates sieht das so aus: Wer im Ausland telefoniere, dem dürfe bei einem Telefonat pro Minute lediglich der Zuschlag in Rechnung gestellt werden, erläutert die Bundesnetzagentur. Damit ist die Frage geklärt, ob Nutzer mit Flatrate-Verträgen Schlupflöcher für versteckte Kosten befürchten müssen, wovor Verbraucherschützer zuvor gewarnt hatten.

Für Daten bieten Mobilfunk-Unternehmen allerdings schon seit einiger Zeit auch Tages- und Wochenpässe an, außerdem gibt es Tarife mit Auslands-Kontingenten. Ist das Auslands-Guthaben aufgebraucht, würden den Kunden die Anrufe, Downloads oder Kurznachrichten nach den neuen Roaming-Gebühren berechnet, erläutert die Bundesnetzagentur. Anbieter wie die Deutsche Telekom , Vodafone und Telefonica O2 wollten noch vor EU-Frist die Roaming-Gebühren generell streichen./daf/DP/zb

01.05.2016

CDU fordert Rentenangleichung zwischen Ost und West bis Ende 2019

POTSDAM (dpa-AFX) - Die Brandenburger CDU fordert eine Angleichung der Renten in Ost und West bis zum Auslaufen des Solidarpakts Ende 2019. "Dabei darf es aber keine Benachteiligung der ostdeutschen Arbeitnehmer geben", unterstrich CDU-Landeschef Ingo Senftleben am Samstag nach einer Sitzung des Vorstands. Hintergrund sei, dass die ostdeutschen Arbeitnehmer wegen des geringeren Durchschnittslohns bislang eine höhere Bewertung bei den Rentenpunkten erhalten. Dies berücksichtige die SPD in ihrem Vorschlag nicht ausreichend. Auch die ostdeutschen Ministerpräsidenten hatten vor zwei Wochen eine baldige Angleichung der Renten gefordert.

Die Löhne in Ostdeutschland lägen durchschnittlich bei 83 Prozent des Durchschnittslohns im Westen, erläuterte Senftleben. Daher gebe es für die Ostdeutschen weniger Rentenpunkte.

So habe ein Rentner-Ehepaar im Westen ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 2510 Euro, während es im Osten nur 2016 Euro seien. Hinzu komme, dass die ostdeutschen Rentner ihre Einkommen zu 91 Prozent aus der Rentenkasse bekämen, während das im Westen nur zu 58 Prozent der Fall sein. Dort spielten Pensionen, Zusatzrenten und Kapitalerträge eine wesentlich größere Rolle./kp/DP/zb

01.05.2016

Presse: Bahn und Hauptstadtflughafen einigen sich auf Vergleich

BERLIN (dpa-AFX) - Wegen der Verzögerungen beim Hauptstadtflughafen BER haben sich die Betreibergesellschaft und die Deutsche Bahn einem Medienbericht zufolge auf einen Vergleich geeinigt. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" zahlt die Flughafengesellschaft einmalig rund fünf Millionen Euro für das Betreiben des ungenutzten Bahnhofs am BER. Darauf hätten sich beide Unternehmen außergerichtlich geeinigt. Die Bahn wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Ein Flughafensprecher sagte lediglich, man habe einen Vergleichsvorschlag über die Kosten der Instandhaltung gemacht. Über dessen Höhe sei Stillschweigen vereinbart worden.

Einem früheren Bericht zufolge wollte die Bahn bis zu 70 Millionen Euro für Einnahmeausfälle und Instandhaltungskosten geltend machen. Der Bahn entgehen durch die immer wieder verschobene Eröffnung des BER Trassenentgelte. Zudem müssen regelmäßig leere Züge durch den unterirdischen Bahnhof fahren, damit sich kein Schimmel bildet.

Auch die Fluggesellschaft Air Berlin hatte in der Vergangenheit Schadenersatz gefordert. Eine Klage ließ das Unternehmen aber gegen eine Zahlung von weniger als zwei Millionen Euro fallen. Air Berlin hatte ursprünglich 48 Millionen Euro verlangt./alr/DP/zb

01.05.2016

Logistik-Riese Schenker bezieht neue Zentrale - Essen lockt Konzerne

ESSEN (dpa-AFX) - Die möglicherweise vor einem Börsengang stehende Logistik-Tochter der Bahn, DB Schenker, bezieht eine neue Firmenzentrale in Essen. Die Schlüsselübergabe ist an diesem Dienstag (3.5.) geplant. Zu dem Festakt wird auch Bahnchef Rüdiger Grube erwartet. Einen Tag später wird der Aufsichtsrat der Bahn nach Informationen der dpa in einer Sondersitzung über die Zukunft nicht nur von Schenker, sondern auch über die Rolle der Auslandstochter Arriva beraten. Im kommenden Herbst könnte dann eine Entscheidung über einen Börsengang von Arriva fallen, ein Jahr später könne dann ein Teilverkauf der Logistiktochter beschlossen werden.

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf sollen Schulden abgebaut und mehr Investitionen in den Schienenverkehr gesteckt werden. Nach früheren Medienberichten rechnet das Unternehmen mit Erlösen von rund 4,5 Milliarden Euro aus beiden Börsengängen zusammen. Beide Gesellschaften sollen aber integraler Bestandteil des Konzerns bleiben, die Mehrheit solle bei der Bahn bleiben.

In die neue Essener Zentrale sollen im Juni etwa 730 Mitarbeiter einziehen. Das neue Bürogebäude in der Nähe des Hauptbahnhofes sei mit mehr als 900 Arbeitsplätzen "auf Zuwachs geplant", sagte eine Sprecherin. Ab Anfang Juli werde im neuen Haus gearbeitet, das Schenker von einem Projektentwickler anmietet. "Das Umfeld ist auch wegen seiner vielen Universitäten hervorragend. Wir sind immer stark interessiert an sehr gut ausgebildetem Nachwuchs aus dem IT- oder Logistikbereich", sagte der Schenker AG-Chef Jochen Thewes.

Schenker beschäftigt bei mehr als 15 Milliarden Euro Jahresumsatz weltweit 66 000 Menschen, davon über 15 000 in Deutschland. Von der Essener Zentrale aus werden vor allem die Geschäfte mit den wichtigsten Geschäftskunden gesteuert. Das Unternehmen hat auch jetzt schon seinen Sitz in Essen, bisher waren die Mitarbeiter aber in der Ruhrgebietsstadt auf acht Standorte verteilt. Nicht einmal alle Vorstände saßen im selben Gebäude. Nun werde die Kommunikation deutlich erleichtert, erklärte das Unternehmen.

Mit der neuen Schenker-Zentrale sichert sich Essen einen weiteren Firmensitz eines Großunternehmens auf längere Sicht. Zu Jahresbeginn hatte der Energieriese Eon seinen Hauptsitz von Düsseldorf nach Essen verlegt. 2017 plant außerdem der Steinkohlebergbaukonzern RAG zusammen mit der mächtigen RAG-Stiftung den Bezug einer neu gebauten Firmenzentrale auf der stillgelegten Zeche Zollverein in Essen./rs/DP/zb

01.05.2016

Steilmann-Insolvenzverwalter sieht Fortschritte bei Investorensuche

BERGKAMEN (dpa-AFX) - Der Insolvenzverwalter des Bekleidungsunternehmens Steilmann sieht Fortschritte bei der Investorensuche. "Meine Zuversicht, dass wir Käufer finden werden, hat eher zugenommen", sagte Frank Kebekus der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Er verhandle mit einer Reihe von Interessenten. Es gebe keinen festen Zeitplan oder Fristen. "Eine Investorensuche bis in den Herbst hinein wäre aber weder wirtschaftlich sinnvoll noch möglich. Gerade die Modebranche verträgt sich nicht mit Unsicherheiten, die eine Insolvenz mit sich bringt", sagte Kebekus.

Steilmann hatte Ende Februar nur knapp fünf Monate nach dem Börsengang Insolvenz angemeldet. Kurz danach hatten auch mehrere Konzerntöchter in Deutschland Insolvenzantrag stellen müssen. Dem Modehersteller droht die Zerschlagung. Das bekräftigte der Insolvenzverwalter erneut: "Steilmann ist eine heterogene Unternehmensgruppe mit mehr als 70 Einzelgesellschaften. Es ist unwahrscheinlich, dass sich ein Investor findet, der genau diese Gruppe als Ganzes weiterführen möchte."/rea/DP/zb

01.05.2016

BMW-Vorstand Schwarzenbauer: Könnten Leihwagen an Wohnanlage andocken

MÜNCHEN (dpa-AFX) - BMW -Vorstandsmitglied Peter Schwarzenbauer denkt darüber nach, das Carsharing-Angebot des Konzerns an Miet- und Eigentumswohnungen anzudocken. "Sie kaufen oder mieten sich eine Wohnung und haben gleichzeitig Zugriff auf Mobilität", erklärte Schwarzenbauer der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Es steht eine Flotte im Keller und Sie als Bewohner haben dort freien Zugriff."

Das sogenannte Compound-Sharing sei eine Möglichkeit, Carsharing auch dort anzubieten, wo Parkplätze knapp sind. "In Peking wäre Carsharing schwieriger umzusetzen, weil es ein massives Parkplatzproblem gibt", sagt Schwarzenbauer. Da Carsharing in der Regel für kurze Strecken genutzt werde, müssten die Autos möglichst breit über die Stadt verstreut sein, damit Kunden an vielen Orten schnell ein Auto verfügbar haben. BMW betreibt gemeinsam mit dem Autovermieter Sixt das Carsharing-Angebot DriveNow, bislang vorwiegend in Europa./fri/DP/zb

01.05.2016

Deutsche Bank will Skandal-Aufklärung vorantreiben

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank will nach dem Rücktritt ihres umstrittenen Chefaufklärers Georg Thoma die Untersuchungen zu den Zinsfälschungen vorantreiben. "Gerade jetzt werden wir da keine Abstriche machen", sagte Finanzvorstand Marcus Schenck der "Welt am Sonntag" (1. Mai). Gleichzeitig müsse die Führung der Bank ihre Kraft darauf richten, dass das Institut an die europäische Spitze komme.

Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass Aufsichtsrat Georg Thoma das Kontrollgremium am 28. Mai verlässt. Zudem gab der Wirtschaftsanwalt die Leitung des Integritätsausschusses ab. In dieser Rolle sollte er die vielen Skandale der Bank aufarbeiten und den Kulturwandel vorantreiben. Zuletzt war ihm öffentlich vorgeworfen worden, er sei dabei über das Ziel hinausgeschossen und lähme damit die Bank./cru/DP/zb

01.05.2016

'Spiegel': Karriere von Thomas Middelhoff soll verfilmt werden

KÖLN (dpa-AFX) - Der Kölner TV-Produzent Michael Souvignier will nach "Spiegel"-Informationen die wechselvolle Karriere des ehemaligen Top-Managers Thomas Middelhoff (62) verfilmen. Die Vita des einstigen Arcandor-Lenkers biete nach Souvigniers Ansicht Stoff für eine Tragikkomödie, schreibt das Nachrichtenmagazin. Middelhoff war 2014 vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Nach einem Termin beim Gerichtsvollzieher kletterte er zudem aus einem Fenster und flüchtete über ein Garagendach, um wartenden Journalisten zu entgehen. Mit dieser Szene soll der Film laut "Spiegel" beginnen. "Klappt alles wie geplant, können wir noch 2016 mit den Dreharbeiten anfangen", zitiert das Blatt den TV-Produzenten ("Das Wunder von Lengede", "Das Tagebuch der Anne Frank")./idt/DP/zb

01.05.2016

VW-Betriebsratschef will über Aufsichtsratsvergütung reden

WOLFSBURG (dpa-AFX) - VW -Betriebsratschef Bernd Osterloh will nach dem Zwist um die Boni bei der Vorstandsvergütung künftig auch die Bezahlung der Aufsichtsräte verändern. "Langfristig müssen wir im Aufsichtsrat über dieses Thema unserer Auffassung nach sprechen", sagte Osterloh der "Welt am Sonntag". Ein Wechsel zu einer fixen Bezahlung - und so eine Streichung der variablen Teile der Bezahlung der Aufsichtsräte - sei derzeit das falsche Signal. "Wenn wir wieder einen normalen Geschäftsverlauf haben, sollten wir hier über eine Veränderung des Systems nachdenken", sagte Osterloh, der selbst Aufsichtsrat ist. "Bei der Aufsichtsratsvergütung von Volkswagen ist es ganz einfach: Die orientiert sich an der Dividende."

Da diese angesichts der milliardenschweren Kosten für den Abgas-Skandal auf nur noch 11 Cent je Stammaktie sinken soll, fällt auch die Bezahlung der Aufseher ohnehin deutlich schmaler aus, da die variablen Zulagen in guten Zeiten mit hoher Dividende einen großen Teil der Vergütung ausmachen./sbr/DP/zb

01.05.2016

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Impressum

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29.04.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Eingetrübte Wirtschaftstimmung steckt an

NEW YORK (dpa-AFX) -Die US-Börsen haben am Freitag mit Verlusten geschlossen. Die eingetrübte Stimmung unter US-Verbrauchern und -Geschäftsleuten hinterließ ihre Spuren. Die Ölpreise erholten sich im Handelsverlauf hingegen wieder weitgehend, wodurch sich letztlich auch das Minus an der Wall Street verringerte. Schwächelnde Ölpreise beunruhigen die Marktteilnehmer, da der wichtige Rohstoff als Indikator für die weltweite Wirtschaftsentwicklung angesehen wird.

Der US-Leitindex beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,32 Prozent auf 17 773,64 Zähler. Im Wochenverlauf ergibt sich damit ein Minus von 1,28 Prozent, im Monatsverlauf hingegen ein kleines Plus von 0,50 Prozent. Zudem hat der Dow die steile Talfahrt vom Jahresbeginn längst mehr als wett gemacht. Zu einem neuen Rekordhoch fehlen ihm inzwischen weniger als 600 Punkte.

Der marktbreite S&P-500-Index büßte vor dem Wochenende 0,51 Prozent auf 2065,30 Punkte ein, der Nasdaq-100-Index sank um 0,52 Prozent auf 4341,30 Punkte.

US-DATEN ERNEUT UNTER DEN ERWARTUNGEN

Die US-Konjunkturdaten an diesem Tag waren erneut fast alle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Überraschend war im April der Einkaufsmanagerindex für die Geschäftsregion Chicago gesunken und liegt nun nur noch knapp über der Expansionsschwelle, die einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zeigt. Wie die Universität von Michigan nach endgültigen Zahlen mitteilte, war zudem im selben Zeitraum das von ihr erhobene Konsumklima zum vierten Mal in Folge gefallen. Auch die Konsumausgaben enttäuschten.

Unter den erneut zahlreichen Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte offenlegten, war auch Amazon . Dank eines boomenden Geschäfts mit Cloud-Diensten hatte der weltgrößte Onlinehändler mit einem Rekordgewinn geglänzt, was den Aktien ein Kursplus von 9,57 Prozent auf 659,59 US-Dollar bescherte. Bis zu dem am Ende des vergangenen Jahres erreichten Rekordhoch fehlen damit nur etwas mehr als 35 Dollar. Zahlreiche Analysten hoben zudem ihre Kursziele an, JPMorgan sagt nun sogar 915 Dollar voraus.

Im Dow richteten sich die Augen auf den Ölkonzern ExxonMobil , dessen Aktien mit plus 0,42 Prozent zu den favorisierten Werten zählten. Die niedrigen Ölpreise hatten dem US-Branchenprimus zwar erneut die Bilanz verhagelt, doch der Schreck war weniger groß als erwartet.

LINKEDIN-ANLEGER ERLEICHTERT

Das Geschäft des Karriere-Netzwerks LinkedIn war besser als erwartet gelaufen und sorgte bei den Anlegern entsprechend für Erleichterung. Die LinkedIn-Aktien gewannen 1,87 Prozent auf 125,31 Dollar. Bis sie jedoch wieder in Reichweite ihres im Februar 2015 erreichten Rekordhochs bei rund 276 Dollar sein werden, dürfte es noch länger dauern. Der vor knapp drei Monaten gesenkte Jahresausblick hatte sich derart auf die Papiere durchgeschlagen, dass sich der Kurs halbierte.

Die Titel des weltgrößten Biotech-Konzerns Amgen büßten hingegen trotz starker Quartalszahlen und der erneuten Anhebung der Jahresziele für Umsatz und Gewinn 1,41 Prozent ein. Erst vor drei Monaten hatte Amgen seine Erwartungen hochgeschraubt. Die Aktie ist allerdings bereits stark gelaufen und das alte Rekordhoch vom Juli des Vorjahres nicht mehr allzu weit.

Branchenkollege Gilead Sciences enttäuschte dagegen die Anleger: Das Hepatitis-C-Mittel Harvoni hatte sich im ersten Quartal weniger gut verkauft als gedacht. Die Aktien sackten um 9,06 Prozent ab. Die ebenfalls an der Nasdaq notierten Aktien von Stericycle - das Unternehmen recycelt medizinische Abfälle - büßten nach überraschend schwachen Zahlen und einer kräftigen Prognosesenkung etwas mehr als ein Fünftel an Wert ein.

EUROKURS NACH ANSTIEG WENIG BEWEGT

Der Eurokurs kostete zur Schlussglocke an der Wall Street nach einem Anstieg im Tagesverlauf 1,1450 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1403 (Donnerstag: 1,1358) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8770 (0,8804) Euro. Am US-Rentenmarkt gewannen zehnjährige Staatsanleihen 2/32 Punkte auf 98 8/32 Punkte und rentierten mit 1,82 Prozent./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

29.04.2016

WDH/Aktien New York Schluss: Von eingetrübter Wirtschaftstimmung angesteckt

(Überschrift geändert um ein ausgefallenes Wort zu ergänzen)

NEW YORK (dpa-AFX) -Die US-Börsen haben am Freitag mit Verlusten geschlossen. Die eingetrübte Stimmung unter US-Verbrauchern und -Geschäftsleuten hinterließ ihre Spuren. Die Ölpreise erholten sich im Handelsverlauf hingegen wieder weitgehend, wodurch sich letztlich auch das Minus an der Wall Street verringerte. Schwächelnde Ölpreise beunruhigen die Marktteilnehmer, da der wichtige Rohstoff als Indikator für die weltweite Wirtschaftsentwicklung angesehen wird.

Der US-Leitindex beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,32 Prozent auf 17 773,64 Zähler. Im Wochenverlauf ergibt sich damit ein Minus von 1,28 Prozent, im Monatsverlauf hingegen ein kleines Plus von 0,50 Prozent. Zudem hat der Dow die steile Talfahrt vom Jahresbeginn längst mehr als wett gemacht. Zu einem neuen Rekordhoch fehlen ihm inzwischen weniger als 600 Punkte.

Der marktbreite S&P-500-Index büßte vor dem Wochenende 0,51 Prozent auf 2065,30 Punkte ein, der Nasdaq-100-Index sank um 0,52 Prozent auf 4341,30 Punkte.

Die US-Konjunkturdaten an diesem Tag waren erneut fast alle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Überraschend war im April der Einkaufsmanagerindex für die Geschäftsregion Chicago gesunken und liegt nun nur noch knapp über der Expansionsschwelle, die einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zeigt. Wie die Universität von Michigan nach endgültigen Zahlen mitteilte, war zudem im selben Zeitraum das von ihr erhobene Konsumklima zum vierten Mal in Folge gefallen. Auch die Konsumausgaben enttäuschten./ck/he

29.04.2016

Aktien New York: Wall Street von eingetrübter Wirtschaftstimmung angesteckt

NEW YORK (dpa-AFX) -Die US-Börsen haben am Freitag mit Verlusten geschlossen. Die eingetrübte Stimmung unter US-Verbrauchern und -Geschäftsleuten hinterließ ihre Spuren. Die Ölpreise erholten sich im Handelsverlauf hingegen wieder weitgehend, wodurch sich letztlich auch das Minus an der Wall Street verringerte. Schwächelnde Ölpreise beunruhigen die Marktteilnehmer, da der wichtige Rohstoff als Indikator für die weltweite Wirtschaftsentwicklung angesehen wird.

Der US-Leitindex beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,32 Prozent auf 17 773,64 Zähler. Im Wochenverlauf ergibt sich damit ein Minus von 1,28 Prozent, im Monatsverlauf hingegen ein kleines Plus von 0,50 Prozent. Zudem hat der Dow die steile Talfahrt vom Jahresbeginn längst mehr als wett gemacht. Zu einem neuen Rekordhoch fehlen ihm inzwischen weniger als 600 Punkte.

Der marktbreite S&P-500-Index büßte vor dem Wochenende 0,51 Prozent auf 2065,30 Punkte ein, der Nasdaq-100-Index sank um 0,52 Prozent auf 4341,30 Punkte.

Die US-Konjunkturdaten an diesem Tag waren erneut fast alle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Überraschend war im April der Einkaufsmanagerindex für die Geschäftsregion Chicago gesunken und liegt nun nur noch knapp über der Expansionsschwelle, die einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zeigt. Wie die Universität von Michigan nach endgültigen Zahlen mitteilte, war zudem im selben Zeitraum das von ihr erhobene Konsumklima zum vierten Mal in Folge gefallen. Auch die Konsumausgaben enttäuschten./ck/he

29.04.2016

WDH/Aktien New York:Wall Street leidet unter trüber Stimmung und Ölpreisrückgang

(Im 5. Satz wurde der Name des Analysehauses korrigiert. Es handelt sich um JPMorgan rpt JPMorgan.)

NEW YORK (dpa-AFX) - Die eingetrübte Stimmung unter US-Verbrauchern und -Geschäftsleuten hat am Freitag an der Wall Street ihre Spuren hinterlassen. Zudem gaben auch die Ölpreise wieder nach, was die Marktteilnehmer mehrheitlich berunruhigt, da Öl als Indikator für die weltweite Wirtschaftsentwicklung angesehen wird.

Der US-Leitindex knüpfte an seine Vortagesschwäche an und büßte rund eineinhalb Stunden vor Handelsschluss 0,82 Prozent auf 17 685,23 Zähler ein. Seine steile Talfahrt vom Jahresbeginn hat er im Verlauf seiner jüngsten Rally dennoch vergessen gemacht. Zu einem Rekordhoch fehlen dem Dow aktuell inzwischen weniger als 700 Punkte.

Der marktbreite S&P-500-Index büßte vor dem Wochenende 1,06 Prozent auf 2053,83 Punkte ein, der Nasdaq-100-Index sank um 1,01 Prozent auf 4319,82 Punkte.

Die US-Konjunkturdaten an diesem Tag waren erneut fast alle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Überraschend war im April der Einkaufsmanagerindex für die Geschäftsregion Chicago gesunken und liegt nun nur noch knapp über der Expansionsschwelle, die einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zeigt. Wie die Universität von Michigan nach endgültigen Zahlen mitteilte, war zudem im selben Zeitraum das von ihr erhobene Konsumklima zum vierten Mal in Folge gefallen. Auch die Konsumausgaben enttäuschten.

Unter den erneut zahlreichen Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte offen legten, war auch Amazon . Dank eines boomenden Geschäfts mit Cloud-Diensten hatte der weltgrößte Onlinehändler mit einem Rekordgewinn geglänzt, was den Aktien ein Kursplus von 8,80 Prozent auf 654,95 US-Dollar bescherte. Bis zu dem am Ende des vergangenen Jahres erreichten Rekordhoch fehlen damit nur etwas mehr als 40 Dollar. Zahlreiche Analysten hoben zudem ihre Kursziele an, JPMorgan sagt nun sogar 915 Dollar voraus.

Im Dow richteten sich die Augen auf ExxonMobil , dessen Aktien mit plus 0,09 Prozent zu den favorisierten Werten zählten. Die niedrigen Ölpreise hatten dem US-Branchenprimus zwar erneut die Bilanz verhagelt, doch der Schreck war weniger groß als erwartet.

Das Geschäft des Karriere-Netzwerks LinkedIn war besser als erwartet gelaufen und sorgte bei den Anlegern entsprechend für Erleichterung. Die LinkedIn-Aktien gewannen 1,67 Prozent auf 125,07 Dollar. Bis sie jedoch wieder in Reichweite ihres im Februar 2015 erreichten Rekordhochs bei rund 276 Dollar sein werden, dürfte es noch länger dauern. Der vor knapp drei Monaten gesenkte Jahresausblick hatte sich derart auf die Papiere durchgeschlagen, dass sich der Kurs halbierte.

Die Titel des weltgrößten Biotech-Konzerns Amgen büßten hingegen trotz starker Quartalszahlen und der erneuten Anhebung der Jahresziele für Umsatz und Gewinn 2,12 Prozent ein. Erst vor drei Monaten hatte Amgen seine Erwartungen hochgeschraubt. Die Aktie ist allerdings bereits stark gelaufen und das alte Rekordhoch vom Juli des Vorjahres nicht mehr allzu weit.

Branchenkollege Gilead Sciences enttäuschte dagegen die Anleger: Das Hepatitis-C-Mittel Harvoni hatte sich im ersten Quartal weniger gut verkauft als gedacht. Die Aktien sackten um 8,75 Prozent ab. Die ebenfalls an der Nasdaq notierten Aktien von Stericycle , das Unternehmen recycelt medizinische Abfälle, büßten nach überraschend schwachen Zahlen und einer kräftigen Prognosesenkung etwas mehr als ein Fünftel an Wert ein./ck/he

29.04.2016

Aktien New York: Wall Street leidet unter trüber Stimmung und Ölpreisrückgang

NEW YORK (dpa-AFX) - Die eingetrübte Stimmung unter US-Verbrauchern und -Geschäftsleuten hat am Freitag an der Wall Street ihre Spuren hinterlassen. Zudem gaben auch die Ölpreise wieder nach, was die Marktteilnehmer mehrheitlich berunruhigt, da Öl als Indikator für die weltweite Wirtschaftsentwicklung angesehen wird.

Der US-Leitindex knüpfte an seine Vortagesschwäche an und büßte rund eineinhalb Stunden vor Handelsschluss 0,82 Prozent auf 17 685,23 Zähler ein. Seine steile Talfahrt vom Jahresbeginn hat er im Verlauf seiner jüngsten Rally dennoch vergessen gemacht. Zu einem Rekordhoch fehlen dem Dow aktuell inzwischen weniger als 700 Punkte.

Der marktbreite S&P-500-Index büßte vor dem Wochenende 1,06 Prozent auf 2053,83 Punkte ein, der Nasdaq-100-Index sank um 1,01 Prozent auf 4319,82 Punkte.

Die US-Konjunkturdaten an diesem Tag waren erneut fast alle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Überraschend war im April der Einkaufsmanagerindex für die Geschäftsregion Chicago gesunken und liegt nun nur noch knapp über der Expansionsschwelle, die einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zeigt. Wie die Universität von Michigan nach endgültigen Zahlen mitteilte, war zudem im selben Zeitraum das von ihr erhobene Konsumklima zum vierten Mal in Folge gefallen. Auch die Konsumausgaben enttäuschten.

Unter den erneut zahlreichen Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte offen legten, war auch Amazon . Dank eines boomenden Geschäfts mit Cloud-Diensten hatte der weltgrößte Onlinehändler mit einem Rekordgewinn geglänzt, was den Aktien ein Kursplus von 8,80 Prozent auf 654,95 US-Dollar bescherte. Bis zu dem am Ende des vergangenen Jahres erreichten Rekordhoch fehlen damit nur etwas mehr als 40 Dollar. Zahlreiche Analysten hoben zudem ihre Kursziele an, Goldman Sachs sagt nun sogar 915 Dollar voraus.

Im Dow richteten sich die Augen auf ExxonMobil , dessen Aktien mit plus 0,09 Prozent zu den favorisierten Werten zählten. Die niedrigen Ölpreise hatten dem US-Branchenprimus zwar erneut die Bilanz verhagelt, doch der Schreck war weniger groß als erwartet.

Das Geschäft des Karriere-Netzwerks LinkedIn war besser als erwartet gelaufen und sorgte bei den Anlegern entsprechend für Erleichterung. Die LinkedIn-Aktien gewannen 1,67 Prozent auf 125,07 Dollar. Bis sie jedoch wieder in Reichweite ihres im Februar 2015 erreichten Rekordhochs bei rund 276 Dollar sein werden, dürfte es noch länger dauern. Der vor knapp drei Monaten gesenkte Jahresausblick hatte sich derart auf die Papiere durchgeschlagen, dass sich der Kurs halbierte.

Die Titel des weltgrößten Biotech-Konzerns Amgen büßten hingegen trotz starker Quartalszahlen und der erneuten Anhebung der Jahresziele für Umsatz und Gewinn 2,12 Prozent ein. Erst vor drei Monaten hatte Amgen seine Erwartungen hochgeschraubt. Die Aktie ist allerdings bereits stark gelaufen und das alte Rekordhoch vom Juli des Vorjahres nicht mehr allzu weit.

Branchenkollege Gilead Sciences enttäuschte dagegen die Anleger: Das Hepatitis-C-Mittel Harvoni hatte sich im ersten Quartal weniger gut verkauft als gedacht. Die Aktien sackten um 8,75 Prozent ab. Die ebenfalls an der Nasdaq notierten Aktien von Stericycle , das Unternehmen recycelt medizinische Abfälle, büßten nach überraschend schwachen Zahlen und einer kräftigen Prognosesenkung etwas mehr als ein Fünftel an Wert ein./ck/he

29.04.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Deutliche Kursverluste am Monatsende

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag mit klaren Kursverlusten ins Wochenende gegangen. Aus Europa seien nur durchwachsene Konjunkturdaten gekommen und am Nachmittag hätten frische Wirtschaftsdaten aus den USA den Druck noch einmal verstärkt, hieß es am Markt. Der steigende Eurokurs drückte vor allem auf die exportorientierten Branchen. Er lässt deutsche Waren für ausländische Käufer teurer werden. Auch die fallenden Rohölpreise, die als Konjunkturindikator dienen, belasteten.

Der Dax verlor 2,73 Prozent auf 10 038,97 Punkte. Auf Wochensicht verlor der Leitindex 3,22 Prozent. Im Monat April bleibt damit nur ein mageres Plus von 0,74 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am Freitag 1,56 Prozent auf 20 100,71 Punkte. Er rutschte auf Monatssicht ins Minus. Der Technologiewerte-Index TecDax schloss am Freitag 1,47 Prozent tiefer bei 1624,94 Punkten.

Nach den jüngsten Kursgewinnen korrigiere der Aktienmarkt erst einmal, sagte Uwe Eilers von der Geneon Vermögensmanagement. Nach einem schwachen Monatsstart war der Leitindex zwischenzeitlich um mehr als 10 Prozent auf 10 474 Punkte gestiegen.

SCHWACHE BANKEN UND AUTOWERTE ZIEHEN DAX RUNTER

Die Aktien der Deutschen Bank rutschten als großer Verlierer im Dax um 5,13 Prozent ab. Anleger machten nach dem zuletzt guten Lauf Kasse, sagte ein Händler. Tags zuvor hatten die Papiere noch an ihre jüngste Erholung angeknüpft und kräftig zugelegt, nachdem das Geldinstitut überraschend einen Gewinn im ersten Quartal vermeldet hatte. Seit Jahresbeginn bleibt die Deutsche Bank aber mit ihrer Kursentwicklung das Schlusslicht im Dax. Auch europaweit zählten Banktitel vor dem Wochenende zu den schwächsten Aktienwerten.

Autotitel und Zulieferer schwächelten ebenfalls in ganz Europa. Sie litten Börsianern zufolge besonders unter dem steigenden Eurokurs. Er lasse deutsche Produkte für ausländische Käufer teurer erscheinen und belastet daher die Papiere der exportorientierten Autobauer, sagte ein Händler. Die Vorzüge von Volkswagen verloren 4,39 Prozent. Die Aktien von BMW und Daimler fielen ähnlich klar zurück.

LINDE NACH ZAHLEN SPITZE - BASF UND CONTI RECHT STABIL

Linde-Aktien behaupteten ein Plus von 1,06 Prozent und hielten sich an der Spitze im Dax. Der Gasehersteller hatte bei seiner Zahlenvorlage vor allem mit einem hohen Gewinn überrascht. Die Befürchtungen der Anleger nach den schwachen Geschäftszahlen des Wettbewerbers Air Liquide wurden zerstreut. Von den 30 Dax-Werten konnten ansonsten nur RWE-Titel ein Plus verteidigen, Sie gewannen 0,31 Prozent.

Die Papiere des Chemiekonzerns BASF verbuchten ein moderates Minus von 0,81 Prozent. Der Gewinn des Chemiekonzerns hatte zum Jahresauftakt die Erwartungen übertroffen. Die Anteile am Reifenhersteller Continental stemmten sich mit minus 2,12 Prozent nur mühsam gegen den Negativtrend im Autosektor. Conti hatte zu seiner Hauptversammlung erste Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt. "Ein guter Jahresstart", diagnostizierte Analyst Klaus Breitenbach von der Baader Bank.

Lufthansa-Aktien fielen am Dax-Ende um 5,60 Prozent. Die Titel wurden aber mit dem Abschlag von Bezugsrechten gehandelt. Die Fluggesellschaft hatte 0,50 Euro je Aktie ausgeschüttet. Wahlweise konnten sich die Aktionäre ihre Dividende erstmals in Form von Aktien auszahlen lassen.

SCHWACHER HANDEL AUCH AN BÖRSEN IN EUROPA

Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 , schloss 3,11 Prozent tiefer bei 3028,21 Punkten. Auch er behauptete damit nur eine knapp positive Monatsbilanz und musste auf Wochensicht ein klares Minus von 3,59 Prozent hinnehmen. Der Pariser Cac-40-Index und der Londoner Leitindex FTSE 100 verloren deutlich. Der Dow-Jones-Leitindex in New York lag zum Handelsschluss in Europa fast 1 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,13 (Vortag: 0,11) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 141,89 Punkte. Der Bund-Future verlor am frühen Abend 0,26 Prozent auf 162,02 Punkte. Der Eurokurs legte zuletzt auf 1,1455 US-Dollar zu Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs zuvor auf 1,1403 (1,1358) US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8770 (0,8804) Euro./fat/he

--- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---

29.04.2016

Aktien Frankfurt Schluss: Deutliche Kursverluste am Monatsende

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag mit klaren Kursverlusten ins Wochenende gegangen. Aus Europa seien nur durchwachsene Konjunkturdaten gekommen und am Nachmittag hätten frische Wirtschaftsdaten aus den USA den Druck noch einmal verstärkt, hieß es am Markt. Der steigende Eurokurs drückte vor allem auf die exportorientierten Branchen. Er lässt deutsche Waren für ausländische Käufer teurer werden. Auch die fallenden Rohölpreise, die als Konjunkturindikator dienen, belasteten.

Der Dax verlor 2,73 Prozent auf 10 038,97 Punkte. Auf Wochensicht verlor der Leitindex 3,2 Prozent. Im Monat April bleibt damit nur ein mageres Plus von 0,7 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am Freitag 1,56 Prozent auf 20 100,71 Punkte. Er rutschte auf Monatssicht ins Minus. Der Technologiewerte-Index TecDax schloss am Freitag 1,47 Prozent tiefer bei 1624,94 Punkten.

Nach den jüngsten Kursgewinnen korrigiere der Aktienmarkt erst einmal, sagte Uwe Eilers von der Geneon Vermögensmanagement. Nach einem schwachen Monatsstart hatte sich der Leitindex zwischenzeitlich um mehr als 10 Prozent erholt./fat/he

29.04.2016

ROUNDUP/Aktien New York: Trübe Stimmung und Ölpreisrückgang belastet Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - Die eingetrübte Stimmung unter US-Verbrauchern und -Geschäftsleuten hat am Freitag an der Wall Street ihre Spuren hinterlassen. Zudem gaben zuletzt auch die Ölpreise wieder nach, was die Marktteilnehmer mehrheitlich berunruhigt, da Öl als Indikator für die weltweite Wirtschaftsentwicklung angesehen wird.

Der US-Leitindex knüpfte an seine Vortagesschwäche an und büßte zuletzt 0,79 Prozent auf 17 690,06 Zähler ein. Seine steile Talfahrt vom Jahresbeginn hat er im Verlauf seiner jüngsten Rally dennoch vergessen gemacht. Zu einem Rekordhoch fehlen dem Dow aktuell inzwischen nur noch rund 600 Punkte.

Der marktbreite S&P-500-Index büßte vor dem Wochenende 1,01 Prozent auf 2054,78 Punkte ein, der Nasdaq-100-Index sank um 1,12 Prozent auf 4315,18 Punkte.

Die Konjunkturdaten an diesem Tag waren erneut fast alle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Überraschend hatte sich im April der Einkaufsmanagerindex für die Geschäftsregion Chicago eingetrübt und liegt nun nur noch knapp über der Expansionsschwelle, die einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zeigt. Wie die Universität von Michigan nach endgültigen Zahlen mitteilte, war zudem im selben Zeitraum das von ihr erhobene Konsumklima zum vierten Mal in Folge gefallen. Auch die Konsumausgaben enttäuschten.

Unter den erneut zahlreichen Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte offen legten, war auch Amazon . Dank eines boomenden Geschäfts mit Cloud-Diensten hatte der weltgrößte Onlinehändler mit einem Rekordgewinn geglänzt, was den Aktien ein Kursplus von 10,01 Prozent auf 662,27 US-Dollar bescherte. Bis zum alten, am Ende des vergangenen Jahres erreichten Rekordhoch fehlen damit keine 35 Dollar mehr. Zahlreiche Analysten hoben zudem ihre Kursziele an, Goldman Sachs sagt nun sogar 915 Dollar voraus.

Im Dow richteten sich die Augen auf ExxonMobil , dessen Aktien mit plus 0,44 Prozent die Index-Spitze einnahmen. Die niedrigen Ölpreise hatten dem US-Branchenprimus zwar erneut die Bilanz verhagelt, doch der Schreck war weniger groß als erwartet.

Das Geschäft des Karriere-Netzwerks LinkedIn war besser als erwartet gelaufen und sorgte bei den Anlegern entsprechend für Erleichterung. Die LinkedIn-Aktien gewannen 2,02 Prozent auf 125,49 Dollar. Bis sie jedoch wieder in Reichweite ihres im Februar 2015 erreichten Rekordhochs bei rund 276 Dollar sein werden, dürfte es noch länger dauern. Der vor knapp drei Monaten gesenkte Jahresausblick schlug derart auf die Papiere durch, dass sich der Kurs halbiert hatte.

Die Papiere des weltgrößten Biotech-Konzerns Amgen büßten hingegen trotz starker Quartalszahlen und der erneuten Anhebung der Jahresziele für Umsatz und Gewinn 1,70 Prozent ein. Erst vor drei Monaten hatte Amgen seine Erwartungen hochgeschraubt. Die Aktie ist allerdings bereits stark gelaufen und das alte Rekordhoch vom Juli des Vorjahres nicht mehr allzu weit.

Branchenkollege Gilead Sciences enttäuschte dagegen die Anleger: Das Hepatitis-C-Mittel Harvoni hatte sich im ersten Quartal weniger gut verkauft als gedacht. Die Aktien sackten um 7,85 Prozent ab. Die ebenfalls an der Nasdaq notierten Aktien von Stericycle , das Unternehmen recycelt medizinische Abfälle, büßten nach überraschend schwachen Zahlen und einer kräftigen Prognosesenkung etwas mehr als ein Fünftel an Wert ein./ck/he

29.04.2016

WOCHENAUSBLICK: Dax bewegt sich Richtung 10 000 - Berichtssaison in voller Fahrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte Experten zufolge seine Korrekturbewegung in der neuen Woche fortsetzen und sich der Marke von 10 000 Punkten nähern. Anleger sollten aber nicht vergessen, dass die Dividendensaison in Deutschland gerade begonnen habe und die Konzerne neue Rekordsummen ausschütteten, sagte Uwe Eilers von der Geneon Vermögensmanagement. Hinzu kämen insgesamt positiven Fundamentaldaten in Europa und ein Anlagenotstand aufgrund der niedrigen Zinsen. Das sollte Aktien letztendlich wieder antreiben, so Eilers.

Ansonsten hält die Berichtssaison die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch in der neuen Woche in Atem. Vor dem Feiertag "Christi Himmelfahrt" am Donnerstag ist der Unternehmenskalender in Deutschland prall gefüllt. Für viele Marktteilnehmer rücken andere Ereignisse in den Hintergrund. "Es wird darauf ankommen, was die großen Titel in der ausklingenden Quartalssaison liefern", sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Zuvor stark gefallene Aktien könnten sich nach der Zahlenveröffentlichung erholen, wie es die Papiere der Deutschen Bank zuletzt vorgemacht hätten. Andere Aktien sind aus seiner Sicht schon hoch bewertet. Günstige Kennzahlen sieht Saurenz derzeit im Autosektor.

ZAHLENFLUT

Am Dienstag wartet aus der Branche die Münchener BMW mit ihren Zahlen zum ersten Quartal auf. Auch die Commerzbank sowie Fresenius und FMC berichten über ihren Jahresstart. Dies ist aber lediglich ein kleiner Ausschnitt der Berichtsunternehmen aus dem Dax. Hinzu kommen noch zahlreiche Bilanzvorlagen von Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe.

Vor dem verlängerten Wochenende berichten dann zur Wochenmitte nochmal mehr Unternehmen über ihre Entwicklung in den ersten drei Monaten des Jahres. Unter anderem legen Siemens und die Deutsche Telekom ihre Geschäftsergebnisse vom Jahresstart vor. Die Experten der UBS rechnen bei dem Telekomriesen mit einem weiteren soliden Quartal.

GELDPOLITIK BLEIBT IM FOKUS

Auf der Konjunkturseite dürfte die Geldpolitik in all ihren Facetten für Börsianer weiter im Fokus stehen. Im Wochenverlauf äußern sich einige hochrangige Vertreter der US-Notenbank Fed und auch von der Europäischen Zentralbank. Die Erwartungen bleiben hoch. Wer weniger liefere als erhofft, der stärke seine Währung und schicke seinen Aktienmarkt in den Keller - das habe die Bank von Japan mit ihrem Vorsitzenden Haruhiko Kuroda gezeigt, sagte Saurenz. Das könnten sich viele Länder gar nicht leisten.

Derweil schwenkt der Blick der Volkswirte in den USA wieder auf die zukünftige Konjunkturentwicklung, wie Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus & Burkhardt sagte. Werden die Einkaufsmanagerindizes wieder auf eine Beschleunigung der Wirtschaftsaktivität hindeuten? Zuletzt hätten in den USA eher rückwärtsgerichtete Daten wie das Bruttoinlandsprodukt dominiert. Die in der Eurozone anstehenden Einkaufsmanagerdaten sollten vorläufige Angaben bestätigen. Der Optimismus kehre in Deutschland zurück, so HSBC./fat/jsl/he

--- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---

29.04.2016

Aktien New York: Trübe Stimmung erfasst auch die Wall Street

NEW YORK (dpa-AFX) - Die eingetrübte Stimmung unter US-Verbrauchern und -Geschäftsleuten hat am Freitag an der Wall Street ihre Spuren hinterlassen. Da die Daten zugleich aber auch Sorgen über rasche, weitere Leitzinsanhebungen in den Hintergrund treten ließen, fiel das Minus im Dow Jones Industrial moderat aus.

Im frühen Handel sank der US-Leitindex um 0,41 Prozent auf 17757,86 Zähler, womit er seine Vortagesverluste etwas ausweitete. Seine steile Talfahrt vom Jahresbeginn hat er im Verlauf seiner jüngsten Rally dennoch vergessen gemacht. Zu einem Rekordhoch fehlen dem Dow aktuell inzwischen nur noch rund 600 Punkte.

Der marktbreite S&P-500-Index büßte vor dem Wochenende 0,47 Prozent auf 2066,02 Punkte ein, der Nasdaq-100-Index sank um 0,57 Prozent auf 4339,10 Punkte.

Die Konjunkturdaten an diesem Tag waren erneut fast alle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Überraschend hatte sich im April der Einkaufsmanagerindex für die Geschäftsregion Chicago eingetrübt und liegt nun nur noch knapp über der Expansionsschwelle, die einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zeigt. Wie die Universität von Michigan nach endgültigen Zahlen mitteilte, war zudem im selben Zeitraum das von ihr erhobene Konsumklima zum vierten Mal in Folge gefallen. Auch die Konsumausgaben enttäuschten./ck/he

01.05.2016

Gabriel sagt Iran-Reise aus Krankheitsgründen kurzfristig ab

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat eine für Montag geplante Reise in den Iran abgesagt. Grund sei eine kurzfristige Erkrankung, teilte sein Ministerium am Sonntag mit. Gabriel habe seinen iranischen Amtskollegen über die Absage informiert. Die Reise des Ministers soll nachgeholt werden. Am Freitag hatte Gabriel bereits seinen Auftritt bei einer DGB-Kundgebung am 1. Mai in Zwickau aus Krankheitsgründen abgesagt.

Gabriel wollte mit einer großen Wirtschaftsdelegation in den Iran aufbrechen. Auch ein Treffen mit Präsident Hassan Ruhani war geplant. Gabriel war bereits im Juli 2015 nach dem Atomabkommen in Teheran gewesen./seb/DP/zb

01.05.2016

Vor Gabriel-Besuch: Wirtschaft glaubt trotz Kreditklemme an Iran-Boom

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft rechnet trotz massiver Probleme bei der Exportfinanzierung mittelfristig mit Milliardengeschäften im Iran. "Ich halte es nach wie vor für realistisch, dass wir in fünf bis sieben Jahren bei den deutschen Ausfuhren zehn Milliarden Euro erreichen können", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, vor dem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Teheran. Im Vorjahr lagen die deutschen Exporte bei etwa zwei Milliarden Euro.

Gabriel bricht am Montag mit einer großen Wirtschaftsdelegation in den Iran auf. Am Dienstag wird er in Teheran die Sitzung der deutsch-iranischen Wirtschaftskommission eröffnen, die zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder tagt. Dazu werden mehr als 150 deutsche Manager erwartet. Auch ein Treffen mit Präsident Hassan Ruhani ist geplant. Gabriel war bereits im Juli 2015 nach dem Atomabkommen als erster westlicher Politiker in Teheran./tb/DP/zb

01.05.2016

Streiks auch am orthodoxen Ostersonntag in Griechenland

ATHEN (dpa-AFX) - Aus Protest gegen bevorstehende neue harte Einschnitte bei Renten und neuen Steuern haben am orthodoxen Osterwochenende in Griechenland die Lokführer bei Eisenbahnen und U-Bahnen gestreikt.

Am Ostersonntag standen in Athen die U-Bahnen und S-Bahnen still. Den Anfang hatten am Vortag bereits die Eisenbahner gemacht. Diese Streiks sollen am Montagmorgen enden.

Die Ausstände sind Vorboten größerer Streiks, die die Gewerkschaften angekündigt haben. Sie wenden sich gegen ein Gesetzesbündel von Sparmaßnahmen - Voraussetzungen für weitere ausländische Finanzhilfen. Es geht dabei um Sparmaßnahmen in Höhe von insgesamt 5,4 Milliarden Euro. Darüber soll vermutlich kommende Woche im griechischen Parlament abgestimmt werden. Dann wollen die zwei größten Gewerkschaftsverbände für 48 Stunden lang das Land lahmlegen. Das genaue Datum steht noch nicht fest.

Mit Spannung wird eine für den 9. Mai angesetzte Sondertagung der Eurogruppe zu Griechenland erwartet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert weitere Sparmaßnahmen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro./tt/DP/zb

01.05.2016

Hilfe und Härte - Bundesregierung treibt Integrationsgesetz voran

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung drückt bei den gesetzlichen Regelungen zur Eingliederung Hunderttausender Flüchtlinge aufs Tempo. Nur zwei Wochen nach der Einigung der schwarz-roten Koalitionsspitze haben die Bundesministerien für Arbeit und Inneres den Referentenentwurf für ein Integrationsgesetz in die Ressortabstimmung gegeben. Der Gesetzentwurf soll bereits am 24./25. Mai bei der Kabinettsklausur in Meseberg beschlossen werden und anschließend in das parlamentarische Verfahren gehen.

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) erklärte dazu am Samstag, ein solches Gesetz schaffe "die Voraussetzungen für konkrete neue Angebote, wie die geplanten 100 000 Beschäftigungsangebote für Asylbewerber und Unterstützung bei der Berufsausbildung". Ihr Innenressort-Kollege Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete das Gesetz als Grundlage für erfolgreiche Integration. "Wir machen denjenigen, die Schutz bei uns bedürfen, passgenaue Angebote", erklärte er am Samstag in Berlin. Das sei allerdings keine Einbahnstraße. "Daher gibt es auch eine Verpflichtung, diese Angebote auch anzunehmen."

Die Parteiführungen von CDU, CSU und SPD hatten sich nach monatelangem Streit über die Flüchtlingspolitik am 14. April im Kanzleramt auf Eckpunkte für ein Integrationsgesetz verständigt. Neben Maßnahmen für die Eingliederung von Flüchtlingen und Migranten listet das Papier auch Sanktionsmöglichkeiten auf, falls sich Betroffene der Integration verweigern.

Die Reformpläne sehen unter anderem verbesserte Regeln für die Ausbildungsförderung, Rechtssicherheit beim Aufenthaltsstatus während und nach einer Ausbildung, befristete Aussetzung der Vorrangprüfung je nach Arbeitsmarktlage und eine "niedrigschwellige Heranführung an den Arbeitsmarkt" vor. Andererseits soll es die Verpflichtung zur Mitwirkung bei der Integration und Wohnsitzzuweisungen geben. "Die neuen Regeln beseitigen unnötige bürokratische Hürden und verbessern die Voraussetzungen dafür, dass Zugezogene in unserem Land schnell auf eigenen Beinen stehen können", hieß es. Das Gesetz orientiere sich "an den Grundsätzen des Förderns und Forderns"./ll/DP/zb

01.05.2016

Gabriel wirft Union Verweigerungshaltung in Rentendebatte vor

BERLIN (dpa-AFX) - In der Debatte über einen Kurswechsel bei der Rentenpolitik hat SPD-Parteichef Sigmar Gabriel der Union eine Verweigerungshaltung vorgeworfen, die radikalen Parteien nütze. Es sei "gefährlich für den demokratischen Konsens, wenn man eine der wichtigsten sozialen Fragen aus dem Wahlkampf heraushalten will", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Damit öffne man radikalen Populisten Tür und Tor.

"Wenn die Union sagt, dass sie nicht mehr über die Rente reden will, dann soll sie mal über die Grenze nach Österreich schauen", warnte der Vizekanzler. Im Nachbarland könne man "sehen, was passiert, wenn eine große Koalition das Volk aus den Augen und für dessen Probleme das Gehör verloren hat". Bei der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl in Österreich hatte der Kandidat der rechten FPÖ, Norbert Hofer, mit großem Vorsprung gewonnen und tritt nun in die Stichwahl gegen einen Politiker der Grünen an.

Gabriel beharrte auf seiner Forderung nach einer massiven Kurskorrektur in der Rentenpolitik. "Wir müssen alles unternehmen, das weitere ungebremste Absinken des Rentenniveaus nach 2020 zu stoppen und das Rentenniveau zu stabilisieren", forderte der SPD-Chef. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte die SPD zuletzt davor gewarnt, im Zuge einer Rentenreform die Steuern anzuheben./sv/DP/zb

01.05.2016

Venezuela dreht an der Uhr

CARACAS (dpa-AFX) - Im Kampf gegen den Kollaps der Stromversorgung stellt das sozialistische Venezuela am Sonntag die Uhren um eine halbe Stunde vor. So soll nach Angaben von Staatspräsident Nicolás Maduro mehr natürliches Tageslicht genutzt werden können. Gemäß eines Regierungsdekrets werden die Uhren um 2.30 Uhr (9.00 MESZ) um 30 Minuten vorgestellt. Unter Präsident Hugo Chávez waren die Uhren 2007 noch um eine halbe Stunde zurückgestellt worden, begründet wurde das damit, dass die Schulkinder dann nicht so früh aufstehen müssten.

Energieexperten erwarten aber keinen großen Effekt zur Reduzierung des Strombedarfs. Als weitere Zwangsmaßnahmen müssen Einkaufszentren und Fabriken Strom sparen, in vielen Städten kommt es zu langen Abschaltungen, was bereits zu Protesten geführt hat. Hauptgrund für den Notstand ist der Wassermangel im Stausee El Guri im Süden, dessen Wasserkraftwerk bis zu 70 Prozent der Energie in Venezuela liefert.

Die Regierung macht das Klimaphänomen El Niño für einen starken Temperaturanstieg verantwortlich, der den Wasserpegel hat stark sinken lassen, die Opposition dagegen fehlende Investitionen in neue, moderne Kraftwerke./ir/DP/zb

29.04.2016

ROUNDUP 2: Durchbruch im öffentlichen Dienst - Neue Streiks abgewendet

(neu: mehr Details)

POTSDAM (dpa-AFX) - Mit einer Einigung auf deutlich mehr Gehalt für den öffentlichen Dienst sind neue Streiks abgewendet. Die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sollen in zwei Stufen ein Lohnplus von 4,75 Prozent bis 2017 bekommen, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Freitag in Potsdam mitteilte. Es sei "ein schwieriges, aber gutes Ergebnis".

Die geplante Lohnerhöhung liegt deutlich über dem ursprünglichen Angebot der Arbeitgeber von drei Prozent bis 2017. Die Gewerkschaften hatten sechs Prozent für zwölf Monate verlangt. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach von "deutlichen Reallohnverbesserungen". Die Verdi-Tarifkommission habe den Mitgliedern der Gewerkschaft die Annahme des Abschlusses empfohlen.

Bsirske zeigte sich erleichtert, dass von den Kommunen geforderte generelle Einschnitte bei der betrieblichen Zusatzversorgung fürs Alter abgewendet worden seien. Stattdessen ist vorgesehen, dass die Pensionskassen, die in Not sind, Zusatzbeiträge bekommen - und zwar zur Hälfte von Arbeitnehmern und -gebern mit jeweils 0,4 Prozent bezahlt. Erhoben wird der Zusatzbeitrag in Wiesbaden, Baden-Würrtemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Hier sind die Zusatzversorgungskassen in Finanznot.

De Maizière bezifferte die Kosten des Abschlusses für den Bund auf 700 Millionen Euro. Dazu kämen die Kosten für die per Gesetz geplante Übernahme auf die Beamten und Soldaten. Die Kosten für die Kommunen wurden vom Präsidenten des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, Thomas Böhle, auf rund sechs Milliarden Euro für 24 Monate beziffert.

Die kommunalen Beschäftigten sollen eine komplette neue Entgeltordnung bekommen für die Eingruppierung der Beschäftigten in die Lohngruppen. Dies koste die Kommunen 680 Millionen Euro. Ein gleichgroßer Teil sollen die Beschäftigten schultern, die von einer Höhergruppierung profitieren - hier soll es Einschnitte beim Weihnachtsgeld geben.

Die lineare Lohnerhöhung soll ab 1. März 2016 mit 2,4 Prozent und ab 1. Februar 2017 mit 2,35 Prozent greifen. Auszubildende sollen in zwei Stufen insgesamt 65 Euro mehr bekommen.

Geschnürt worden sei ein Gesamtpaket, sagte Bsirkse. Böhle sprach von einem guten, für viele Kommunen aber schmerzhaften Kompromiss. Nicht erfolgreich sei man gewesen bei der Eingrenzung sachgrundloser Befristungen. Der Verhandlungsführer des Beamtenbunds dbb, Willi Russ, sagte: "Wir haben erreicht, dass die Arbeitgeber einen deutlichen Schritt auf die Gewerkschaften zugegangen sind."/bw/DP/he

29.04.2016

ROUNDUP: Streiks im öffentlichen Dienst abgewendet - Verhandlungsergebnis

POTSDAM (dpa-AFX) - Mit einem Durchbruch im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes sind neue Streiks abgewendet. Die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sollen spürbar mehr Lohn bekommen. In zwei Stufen sei ein Lohnplus von 4,75 Prozent bis 2017 vorgesehen, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Freitag in Potsdam. Die Tarifkommissionen der Gewerkschaften stimmten dem Ergebnis der Spitzenrunde am späten Abend zu.

Die geplante Lohnerhöhung liegt deutlich über dem ursprünglichen Angebot der Arbeitgeber von einem Prozent mehr für 2016 und zwei Prozent für 2017. Die Gewerkschaften hatten sechs Prozent für zwölf Monate verlangt. Der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands, Thomas Böhle, hatte ein Prozent Lohnplus mit Kosten von 900 Millionen Euro beziffert.

Eine generelle Ansenkung der Betriebsrenten soll es nicht geben. Stattdessen sind Zusatzbeiträge für notleidende Pensionskassen vorgesehen, die Arbeitgeber und -nehmer gemeinsam tragen sollen./bw/DP/he

29.04.2016

Durchbruch im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst

POTSDAM (dpa-AFX) - Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen hat es einen Durchbruch gegeben. Die Gremien von Gewerkschaften und Arbeitgebern stimmten am Freitagabend einer insgesamt fast fünfprozentigen Lohnerhöhung zu, hieß es in Verhandlungskreisen. Neue Streiks sind damit abgewendet./bw/DP/he

29.04.2016

OFFIZIELLE KORREKTUR/Eurozone: Inflation fällt wieder in negativen Bereich

(Korrigiert wurden von der Statistikbehörde Eurostat die Zahlen zur Kernrate im 3. Absatz. Die Kernrate lag bei 0,7 Prozent. Die Berichtigung ist eine Folge der Korrektur des deutschen Statistischen Bundesamtes.)

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die Inflation in der Eurozone ist im April wieder in den negativen Bereich gefallen. Die Verbraucherpreise seien im Jahresvergleich um 0,2 Prozent gesunken, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten mit einer negativen Inflation gerechnet, waren aber nur von einem Rückgang der Verbraucherpreise um 0,1 Prozent ausgegangen. Im März hatte die Teuerung stagniert.

Nach wie vor wird die Inflation durch günstige Energiepreise stark gebremst. Erst in der zweiten Jahreshälfte gehen Experten davon aus, dass der Druck durch die fallenden Ölpreise nachlässt. Dann sei mit einem spürbaren Anziehen der Teuerung zu rechnen.

Die Kernrate der Inflation, ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie, Nahrungs- und Genussmittel, ging im April ebenfalls zurück. Hier meldete Eurostat einen Rückgang der Rate von 1,0 Prozent im März auf 0,7 Prozent.

Die nach wie vor ungewöhnlich schwache Teuerung setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck, die für das Ziel der Preisstabilität eine Inflation von knapp zwei Prozent anstrebt. Zuletzt hatte die EZB im März die Geldschleusen im Kampf gegen die zu schwache Inflation weiter geöffnet./jkr/fbr/jsl/she

29.04.2016

AKTIE IM FOKUS 3: BASF gefangen zwischen Gewinnplus und Umsatzenttäuschung

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngsten Quartalszahlen von BASF haben die Anleger am Freitag etwas ratlos zurückgelassen. Weil einem überraschend hohen Gewinn im ersten Quartal ein unerwartet niedriger Umsatz gegenüberstand, fanden die Papiere des Chemiekonzerns keine klare Richtung. Sie hielten sich letztlich aber deutlich besser als der Markt.

Zu Handelsbeginn waren die Aktien zunächst noch um fast zweieinhalb Prozent nach oben angesprungen. Danach büßten die Papiere ihre Gewinne im Zuge des schwachen Dax aber wieder ein. Zum Handelsende verloren sie 0,81 Prozent. Der Leitindex rutschte um 2,73 Prozent ab. Seit Jahresbeginn haben BASF-Aktien um mehr als 3 Prozent zugelegt, während der deutsche Leitindex für diesen Zeitraum ein Minus von knapp 5 Prozent aufweist

Wenig Orientierung boten den Anlegern auch die sehr entgegengesetzten Ansichten der Analysten zu den Geschäftszahlen von BASF. Zu den Optimisten zählte zum Beispiel Andrew Benson von der US-Bank Citigroup. Benson hob hervor, dass der Gewinn je Aktie die Markterwartung um satte 19 Prozent übertroffen habe. Für die BASF-Papiere spreche damit unter anderem die starke Bilanz des Chemiekonzerns.

ANALYST: BASF VOR WENDEPUNKT NACH OBEN

Angesichts des eingetrübten Umfelds seien die Kennziffern des Chemiekonzerns auch insgesamt klar besser als befürchtet ausgefallen, schrieb Christian Faitz von Kepler Research. Damit dürfte BASF den Wendepunkt nach oben erreicht haben und künftig weiter zulegen. Faitz zufolge sollten die Ludwigshafener dabei auch von einer Aufhellung der Konjunktur profitieren.

Analyst Laurent Favre von der US-Bank Merrill Lynch aber gab zu bedenken, dass die Aktien des Chemiekonzerns ebenso wie der Industriechemie-Subsektor insgesamt recht anspruchsvoll bewertet seien. Zudem stehe dem starken operativen Ergebnis ein enttäuschender Zufluss liquider Mittel (Cashflow) gegenüber.

SCHWACHER CASHFLOW

Der schwache Cashflow bereitet auch dem Analysten Markus Mayer von der Baader Bank Sorgen. Mayer geht weiterhin davon aus, dass sich die Liquiditätszuflüsse auch in den kommenden Jahren erheblich verringern werden - der Hauptgrund für seine Verkaufsempfehlung.

Mayer befürchtet, dass die Preise für fossile Rohstoffe weiter nachgeben könnten. Geringere Verkaufspreise in der Öl- und Gassparte hatten bereits im ersten Quartal auf die Erlöse gedrückt./la/fbr/he

29.04.2016

AKTIE IM FOKUS 2: Linde vertreibt mit Gewinnüberraschung Sorgen der Anleger

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei den Anlegern von Linde hat sich am Freitag deutliche Erleichterung breit gemacht: Die schwachen Geschäftszahlen des französischen Wettbewerbers Air Liquide vom Dienstag waren wohl doch kein schlechtes Omen für den deutschen Industriegase-Spezialisten und Anlagenbauer.

Weil am Freitag vor allem der Gewinn von Linde positiv überraschte, schloss die Aktie mit einem Plus von 1,06 Prozent auf 133,40 Euro an die Spitze des schwachen Dax . Der Leitindex verlor 2,73 Prozent.

"Nach schwachen Signalen von Air Liquide hat Linde positiv überrascht", schrieb Analyst Martin Rödiger von Kepler Cheuvreux. Der weltweit zweitgrößten Gase-Hersteller Air Liquide hatte im Auftaktquartal eine geringere Nachfrage aus der Energieindustrie vor allem in Nordamerika zu spüren bekommen. Das hatte auch die Linde-Anleger aufgeschreckt.

SORGENKIND ANLAGENBAU

Analyst Laurent Favre von der US-Bank Merrill Lynch hob nun bei Linde positiv hervor, dass das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) die Markterwartung übertroffen habe. Auch insgesamt sehe die Bilanz des ersten Quartals recht gut aus. Dies sei für den Konzern der erste Schritt in Richtung Vertrauensaufbau und Neubewertung.

Etwas Sorgen bereitet den Experten derweil der Anlagenbau. Der kleinsten Linde-Sparte machen der niedrige Ölpreis, Überkapazitäten und die daraus resultierende Zurückhaltung von Kunden zu schaffen. Das Geschäftsfeld schwächele zwar immer noch, schrieb Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. Allerdings habe die Gewinnmarge die Erwartungen erreicht. Darüber hinaus sei das Wachstum aus eigener Kraft des Geschäfts mit Gasen für medizinische Zwecke gut gewesen.

AKTIE AUF JAHRESSICHT IM PLUS

Gleichwohl bleibt Konzernchef Wolfgang Büchele für das laufende Jahr vorsichtig und hält sich weiterhin alle Optionen offen. Gegenwind kommt für das Unternehmen eventuell aus den USA. So könnten sich die staatlichen Kürzungen im US Gesundheitssystem im weiteren Jahresverlauf negativ auf Linde auswirken, meinte DZ-Bank-Fachmann Spengler.

Unter dem Strich können die Anleger mit der bisherigen Entwicklung der Aktien allerdings zufrieden sein. So notieren die Papiere inzwischen seit Jahresbeginn gerechnet moderat im Plus, während sich der Dax in diesem Zeitraum immer noch in der Verlustzone befindet./la/das/fat/he

29.04.2016

EUROSTOXX-FLASH: EuroStoxx rutscht tiefer ins Minus - Schwache US-Daten

PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 hat am Freitag seine Verluste deutlich ausgeweitet und zuletzt 2,81 Prozent auf 3037,57 Punkte eingebüßt. Börsianer begründeten den Kursrutsch mit schwachen Konjunkturdaten aus den USA. So hatte sich das Geschäftsklima in der Region Chicago im laufenden Monat stärker als erwartet eingetrübt. Zudem hatte sich die Stimmung amerikanischer Verbrauche im April überraschend weiter verschlechtert.

Bereits zuvor hatte der steigende Eurokurs die Kurse weiter nach unten gedrückt. Eine stärkere Gemeinschaftswährung erschwert Exporte in Länder außerhalb der Eurozone./la/he

29.04.2016

ANALYSE/Hauck & Aufhäuser: Heidelberger Druck hat großes Gewinnpotenzial

HAMBURG (dpa-AFX) - Die operative Entwicklung des Druckmaschinenbauers Heidelberger Druck wird sich nach Einschätzung der Privatbank Hauck & Aufhäuser weiter verbessern. Das dürfte am Ende auch den Aktionären zugute kommen. Analyst Henning Breiter nahm die Bewertung der Papiere des Druckmaschinenbauers in einer aktuellen Studie mit "Kaufen" und einem Kursziel von 2,70 Euro auf. Er sieht damit noch etwa ein Drittel Luft nach oben.

Mit einem globalen Marktanteil von mehr als 40 Prozent könne das SDax-Unternehmen grundsätzlich Größenvorteile bei der Beschaffung, der Produktion und dem Dienstleistungsnetz ausspielen, schrieb Breiter. Gleichzeitig ermögliche die große Anzahl bereits aufgebauter Druckerpressen ein attraktives Geschäft mit Verbrauchsgütern, Ersatzteilen und Dienstleistungen.

Allerdings habe der Markt für Drucktechnik fast ein Jahrzehnt lang gelitten, was die Größenvorteile des Unternehmens beeinträchtigt habe. Die Überkapazitäten seien mittlerweile aber deutlich gesunken, was zu einer schrittweisen Verbesserung der Auslastung der Hersteller sowie einer höheren Preisdisziplin in der Branche geführt habe.

Heidelberger Druck habe zudem die eigene Kostenbasis durch eine Restrukturierung erheblich reduziert sowie den Fokus stärker auf den vielversprechenden Markt für Verpackungen und Etiketten sowie auf digitale Lösungen gerichtet.

Gleichwohl bleibe der Geschäftsanteil schwächelnder Endmärkte hoch. Daher rechne er mit einem eher geringen Umsatzwachstum aus eigener Kraft in den kommenden Jahren. Dank der Kostensenkungen und des sich verbessernden Preisumfeldes sollte der operative Gewinn aber deutlich zulegen.

Mit der Einstufung "Buy" sieht Hauck & Aufhäuser auf Sicht von zwölf Monaten ein nachhaltiges Aufwärtspotenzial von mehr als zehn Prozent./mis/das

Analysierendes Institut Hauck & Aufhäuser.

29.04.2016

AKTIE IM FOKUS 2: BASF gefangen zwischen Gewinnplus und Umsatzenttäuschung

(Neu: Kursentwicklung, Citigroup, Kepler, Merrill Lynch)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngsten Quartalszahlen von BASF haben die Anleger am Freitag etwas ratlos zurückgelassen. Weil einem überraschend hohen Gewinn im ersten Quartal ein unerwartet niedriger Umsatz gegenüberstand, fanden die Papiere des Chemiekonzerns keine klare Richtung.

Zu Handelsbeginn waren die Aktien zunächst noch um mehr als 2 Prozent angesprungen. Kurz darauf allerdings büßten die Papiere ihre Gewinne im Zuge des schwachen Gesamtmarktes wieder komplett ein, bevor sie wieder schnell ins Plus drehten. Den restlichen Vormittag verbrachten sie dann mehr oder weniger komfortabel im positiven Terrain.

SEIT JAHRESBEGINN IM PLUS

Am Mittag stand bei den Papieren ein Minus von 0,07 Prozent auf 72,69 Euro zu Buche, weil der Dax zuletzt noch einmal einen kleinen Satz nach unten gemacht hatte. Dabei haben die Anteilsscheine seit Jahresbeginn bereits um mehr als 3 Prozent zugelegt, während der deutsche Leitindex in diesem Zeitraum ein Minus von knapp 5 Prozent angehäuft hat.

Wenig Orientierung boten den Anlegern auch die sehr entgegengesetzten Ansichten der Analysten zu den Geschäftszahlen von BASF. Zu den Optimisten zählte zum Beispiel Andrew Benson von der US-Bank Citigroup. Benson hob hervor, dass der Gewinn je Aktie die Markterwartung um satte 19 Prozent übertroffen habe. Für die BASF-Papiere spreche damit unter anderem die starke Bilanz des Chemiekonzerns.

ANALYST: BASF VOR WENDEPUNKT NACH OBEN

Angesichts des eingetrübten Umfelds seien die Kennziffern des Chemiekonzerns auch insgesamt klar besser als befürchtet ausgefallen, schrieb Christian Faitz von Kepler Research. Damit dürfte BASF den Wendepunkt nach oben erreicht haben und künftig weiter zulegen. Faitz zufolge sollten die Ludwigshafener dabei auch von einer Aufhellung der Konjunktur profitieren.

Analyst Laurent Favre von der US-Bank Merrill Lynch aber gab zu bedenken, dass die Aktien des Chemiekonzerns ebenso wie der Industriechemie-Subsektor insgesamt recht anspruchsvoll bewertet seien. Zudem stehe dem starken operativen Ergebnis ein enttäuschender Zufluss liquider Mittel (Cashflow) gegenüber.

SCHWACHER CASHFLOW

Der schwache Cashflow bereitet auch dem Analysten Markus Mayer von der Baader Bank Sorgen. Mayer geht weiterhin davon aus, dass sich die Liquiditätszuflüsse auch in den kommenden Jahren erheblich verringern werden - der Hauptgrund für seine Verkaufsempfehlung.

Mayer befürchtet, dass die Preise für fossile Rohstoffe weiter nachgeben könnten. Geringere Verkaufspreise in der Öl- und Gassparte hatten bereits im ersten Quartal auf die Erlöse gedrückt./la/fbr

29.04.2016

ANALYSE-FLASH: Baader Bank belässt Alstria Office auf 'Buy' - Ziel 13,50 Euro

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Baader Bank hat die Einstufung für Alstria Office nach einer Investorenveranstaltung auf "Buy" mit einem Kursziel von 13,50 Euro belassen. Die Büroimmobilienfirma sei auf gutem Weg, das operative Ergebnis (FFO) im laufenden Jahr um 20 Prozent zu steigern, schrieb Analyst Andre Remke in einer Studie vom Freitag. Alstria zeichne sich zudem durch eine Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent aus./edh/zb

29.04.2016

ANALYSE-FLASH: Hauck & Aufhäuser belässt KSB AG auf 'Buy' - Ziel 450 Euro

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat die Einstufung für KSB auf "Buy" mit einem Kursziel von 450 Euro belassen. Der Pumpenhersteller sei schwach ins Jahr gestartet, schrieb Analyst Torben Teichler in einer Studie vom Freitag mit Blick auf Umsatz- und Auftragsdaten. Er hält die Aktien auf Basis der Schätzungen für das Geschäftsjahr 2017 aber für unterbewertet./ag/zb

29.04.2016

ANALYSE: Berenberg erwartet schwächere Auftragsdynamik und Kursrückgang bei Gea

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei den Aktien des auf die Lebensmittelindustrie ausgerichteten Anlagenbauers Gea Group mehren sich nach Einschätzung der Privatbank Berenberg die Risiken. Die Auftragsentwicklung könnte an Schwung verlieren und eine mögliche weitere Restrukturierung könnte die Margen belasten, schrieb Analyst Sebastian Kuenne in einer Studie vom Freitag. Zudem habe die Erholung der Gewinnmargen die Aktie getrieben, doch dieser Schub könnte nun nachlassen. Kuenne stufte die Papiere von "Kaufen" auf "Verkaufen" ab und senkte das Kursziel von 43 auf 38 (Kurs 40,59) Euro.

Das Umfeld für die für Gea so wichtige Molkereiindustrie bleibe angesichts des weltweiten Milchüberangebotes schwierig, schrieb der Experte. Eine Erholung der Milchpreise dürfte aus Sicht des Analysten weiter auf sich warten lassen. Aus diesem Grund dürften zunächst die Milcherzeuger und später auch die milchverarbeitende Industrie ihre Investitionen in ihre technische Ausstattung reduzieren. Das dürfte die Auftragsentwicklung bereits im zweiten Halbjahr belasten.

Risiken sieht Kuenne aber auch in den kleineren Geschäftsbereichen des Gea-Konzerns, in denen teilweise Kapazitätsanpassungen nötig erschienen. Daher seien weitere Restrukturierungsaufwendungen möglich.

Die im Mai erwarteten Geschäftszahlen für das erste Quartal dürften zwar solide ausfallen. Wichtiger sei aber, dass der Ton des Managements in puncto Gesamtjahresausblick vorsichtiger werden dürfte, glaubt Kuenne.

Mit der Empfehlung "Sell" sieht Berenberg auf Sicht von zwölf Monaten ein nachhaltiges Abwärtspotenzial von mehr als 15 Prozent für die Aktie./tav/mis/ag

Analysierendes Institut Berenberg.

29.04.2016

AKTIE IM FOKUS: Continental-Aktionäre lassen sich von Zuversicht anstecken

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein optimistischerer Geschäftsausblick von Continental hat die Anleger am Freitag überzeugt: Die Aktien des Autozulieferers und Reifenherstellers hielten sich klar im Plus und trotzten damit dem schwachen Dax-Trend. Die Papiere standen am Vormittag um 0,41 Prozent höher, während es für den Leitindex um fast 1 Prozent runter ging.

"Ein guter Jahresstart", diagnostizierte Analyst Klaus Breitenbach von der Baader Bank.

Der Dax-Konzern traut sich nach einem soliden Jahresauftakt beim operativen Ergebnis nun mehr zu als bisher prognostiziert. Bei der um Sondereffekte bereinigten Marge wird ein Wert von rund 11 Prozent statt zuvor von mehr als 10,5 Prozent erwartet.

Auf den ersten Blick lägen die Geschäftszahlen im Rahmen seiner Erwartungen und auch der Marktprognosen, sagte Analyst Michael Punzet von der DZ Bank. Der erhöhte Margenausblick für das Jahr 2016 treffe die aktuellen Markterwartungen. Er sieht die Aktien weiter positiv.

Auch UBS-Analyst David Lesne blieb bei seiner Kaufempfehlung. Die meisten Indikatoren blieben positiv wie die gute Entwicklung der Volumen, die verbesserten Verkaufspreise und auch der Rückenwind von den Rohstoffen./fat/das

29.04.2016

AKTIE IM FOKUS: Linde vertreibt mit Gewinnüberraschung die Sorgen der Aktionäre

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei den Anlegern von Linde hat sich am Freitag deutliche Erleichterung breit gemacht: Die schwachen Geschäftszahlen des französischen Wettbewerbers Air Liquide vom Dienstag waren wohl doch kein schlechtes Omen für den deutschen Industriegase-Spezialisten und Anlagenbauer. Weil am Freitag vor allem der Gewinn von Linde positiv überraschte, kletterte die Aktie mit einem Plus von 1,93 Prozent auf 134,55 Euro an die Spitze des schwachen Dax .

"Nach schwachen Signalen von Air Liquide hat Linde positiv überrascht", schrieb Analyst Martin Rödiger von Kepler Cheuvreux. Der weltweit zweitgrößtn Gase-Hersteller Air Liquide hatte im Auftaktquartal eine geringere Nachfrage aus der Energieindustrie vor allem in Nordamerika zu spüren bekommen. Das hatte auch die Linde-Anleger aufgeschreckt.

SORGENKIND ANLAGENBAU

Analyst Laurent Favre von der US-Bank Merrill Lynch hob nun bei Linde positiv hervor, dass das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) die Markterwartung übertroffen habe. Auch insgesamt sehe die Bilanz des ersten Quartals recht gut aus. Dies sei für den Konzern der erste Schritt in Richtung Vertrauensaufbau und Neubewertung.

Etwas Sorgen bereitet den Experten derweil der Anlagenbau. Der kleinsten Linde-Sparte machen der niedrige Ölpreis, Überkapazitäten und die daraus resultierende Zurückhaltung von Kunden zu schaffen. Das Geschäftsfeld schwächele zwar immer noch, schrieb Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. Allerdings habe die Gewinnmarge die Erwartungen erreicht. Darüber hinaus sei das Wachstum aus eigener Kraft des Geschäfts mit Gasen für medizinische Zwecke gut gewesen.

AKTIE AUF JAHRESSICHT IM PLUS

Gleichwohl bleibt Konzernchef Wolfgang Büchele für das laufende Jahr vorsichtig und hält sich weiterhin alle Optionen offen. Gegenwind kommt für das Unternehmen eventuell aus den USA. So könnten sich die staatlichen Kürzungen im US Gesundheitssystem im weiteren Jahresverlauf negativ auf Linde auswirken, meinte DZ-Bank-Fachmann Spengler.

Unter dem Strich können die Anleger mit der bisherigen Entwicklung der Aktien allerdings zufrieden sein. So notieren die Papiere inzwischen seit Jahresbeginn gerechnet moderat im Plus, während der Dax in diesem Zeitraum immer noch in der Verlustzone hängt./la/das