dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

24.07.2016

Medien: Verizon vor Kauf von Yahoo

NEW YORK/SUNNYVALE (dpa-AFX) - Der Telekom-Konzern Verizon steht laut Medienberichten kurz davor, den Bieterwettstreit um den Internet-Pionier Yahoo für sich zu entscheiden. Der Kaufpreis liege bei rund fünf Milliarden Dollar, hieß es unter Berufung auf informierte Personen am Wochenende. Der Deal könne in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden, berichteten die Nachirchtenagentur Bloomberg, das "Wall Street Journal", die "Financial Times" und das Technologieblog "Recode". Zugleich sei es auch nicht ausgeschlossen, dass einer der anderen Interessenten noch mit einem angehobenen Gebot dazwischenschlage.

Verizon galt in dem monatelangen Verkaufsprozess schon lange als der aussichtsreichste Bewerber. Nach bisherigen Informationen will der Telekom-Riese Yahoo mit seiner Internet-Sparte AOL zusammenlegen. Die Hoffnung dabei sei, dass man so einen schlagkräftigeren Konkurrenten für Google und Facebook bei Online-Werbung aufbauen könne.

Yahoo hatte sich zum Verkauf gestellt, nachdem es nicht gelungen war, die Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba steuerfrei für die Aktionäre abzuspalten. Nun soll stattdessen das Kerngeschäft abgestoßen werden./so/DP/he

24.07.2016

Thüringen sieht Lang-Lkw skeptisch

ERFURT (dpa-AFX) - Thüringens Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke) hält überlange Lastwagen auf den Straßen für verzichtbar. "Grundsätzlich bin ich skeptisch, was den Einsatz dieser Riesen-Laster betrifft", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die sogenannten Gigaliner trügen nicht zu einer Entlastung des Verkehrs bei. "Das Ziel der Landesregierung ist aber genau das Gegenteil", stellte Keller klar und verwies auf den Koalitionsvertrag. "Wir wollen den Straßenverkehr beruhigen und sicherer machen." Zudem wolle das Land den Güterverkehr auf der Schiene stärken.

Thüringen beteiligt sich an einem bundesweiten Modellversuch, mit dem herausgefunden werden soll, ob die Riesen-Laster zu weniger Verkehr auf den Straßen führen und so die Umwelt entlastet wird. Seit 2012 rollen die bis zu 25,25 Meter langen Lastwagen auf deutschen Straßen. Dieser Feldversuch endet zum Jahreswechsel.

Thüringen will nach Angaben von Keller nun den Abschlussbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen abwarten, "um uns ein endgültiges Bild machen zu können". Vor einigen Jahren ergab ein Thüringer Test unter anderem, dass Gigaliner auf festgelegten Routen und mit leichter Ladung durchaus Geld, Zeit, Benzin und Fahrer sparen könnten./cht/DP/he

24.07.2016

Baden-Württemberg will noch nicht über Lang-Lkw entscheiden

STUTTGART (dpa-AFX) - Auch wenige Monate vor Ende des Feldversuchs will der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) noch kein grünes Licht für einen möglichen Regelbetrieb von Lang-Lkw geben. Für das Land sei es wichtig, zunächst die abschließenden Ergebnisse zum Feldversuch zu kennen und zu bewerten, sagte Hermann der Deutschen Presse-Agentur. In diese Bewertung würden dann auch die Erkenntnisse der Untersuchung des Landes mit dem Autobauer Daimler einbezogen. Der grün-schwarze Koalitionsvertrag sieht für eine generelle Zulassung vor, dass die Vorteile überwiegen.

Damit liegt Hermann in einer Linie mit seinen Amtskollegen in Brandenburg, Bayern, Hamburg und Hessen, die dem Test zwar teilweise positiv gegenüberstehen, aber die Ergebnisse abwarten wollen. Unter den Verkehrsministern in Deutschland herrscht große Uneinigkeit über einen Regelbetrieb, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ist man aufgeschlossen, in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bremen gegen die Lang-Lkw.

Baden-Württemberg hatte sich erst 2015 auf Druck der Autoindustrie dem seit 2012 laufenden Feldversuch mit 25 Meter langen Lkw angeschlossen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat seine Zustimmung für einen Regelbetrieb nach 2016 signalisiert. Allerdings könne er nur über Autobahnen entscheiden, nicht über die Strecken die benutzt werden, damit die Lastwagen auf die Autobahn kommen, sagte eine Sprecherin im Verkehrsministerium in Stuttgart./ang/DP/he

24.07.2016

NRW-Minister will längere Lkw fahren lassen - aber keine Gigaliner

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - XL-Lastwagen ja, XXL-Gigaliner vorerst nein - so lautet die Zwischenbilanz von Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) zum Feldversuch mit überlangen Lastwagen. 13 von 16 Bundesländern testen die Super-Trucks noch bis Jahresende. Die Erfahrungen in NRW seien gut, teilte Groschek auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Verlängerte Sattelzüge sollten aus seiner Sicht auch über 2016 hinaus für den normalen Betrieb zugelassen werden.

NRW beteiligt sich mit dem "Euro-Trailer" an dem bundesweiten Test. Der Sattelzug misst 17,80 Meter, ist damit 1,30 Meter länger als bislang üblich, und nimmt neun Prozent mehr Ladung auf. Er ist auf allen Straßen in NRW zugelassen.

Nach wie vor untersagt sind in NRW aber die bis zu 25 Meter langen Giga-Liner, die andere Länder testen. Das solle zunächst so bleiben, denn die Gefahren seien nicht ausgeräumt, bekräftigte Groschek. "Die längeren Überholwege und Räumzeiten auf Kreuzungen, fehlende Parkplätze und Nothaltebuchten in dieser Größe, gefährlichere Brandlasten - das alles spricht in unserem Land mit seinen vielen Autobahnkreuzen, Anschlussstellen und Baustellen und der großen Verkehrsdichte gegen Gigaliner."

Die Untersuchungen würden aber weiterhin ergebnisoffen bewertet. "Die steigenden Anforderungen an die Umweltbilanz könnten zu einer Neubewertung von Lang-Lkw führen. Beim Gütertransport auf langen Strecken ist und bleibt aber die Schiene unschlagbar", betonte Groschek./beg/DP/he

24.07.2016

Fraport fordert flexiblere Regelung von Nachtflugverbot

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport fordert nach der unwetterbedingten Streichung etlicher Flüge mehr Flexibilität beim Nachtflugverbot am größten deutschen Airport. Wegen heftiger Gewitter am Freitagabend konnten 25 Maschinen nicht abheben, weil keine weiteren Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 24.00 Uhr erteilt worden seien, teilte Fraport am Sonntag mit. Etwa 7000 Passagiere mussten den Angaben zufolge daher die Nacht auf Feldbetten oder den Sitzbänken im Terminal verbringen.

"Eine modifizierte Nachtflughandhabung mit nur 30 Minuten verlängerten Startgenehmigungen hätte in so einem Ausnahmefall schon geholfen, da alle Maschinen bereits startbereit vor den Bahnen warteten", kritisierte Fraport-Vorstand Anke Giesen in der Mitteilung. "Die Passagiere reagierten eindeutig und zu Recht mit Kritik auf dieses unverhältnismäßige Vorgehen."

Von 23.00 bis 05.00 Uhr gilt am Frankfurter Flughafen ein sechsstündiges Nachtflugverbot. Das soll den Lärm für die Anwohner in unmittelbarer Umgebung des Flughafens vermindern. 76 Maschinen hatten nach Fraport-Angaben die Ausnahmeerlaubnis für einen Start bis Mitternacht. 25 schafften es dennoch nicht in diesem Zeitraum, weil die Abfertigung aus Sicherheitsgründen mehrmals eingestellt werden musste. Die Gefahr durch Blitzeinschläge für die Arbeiter auf dem Vorfeld sei zu groß gewesen, erklärte Fraport. Daher sei es zu massiven Verzögerungen gekommen./gal/ben/DP/he

24.07.2016

ROUNDUP: Für Schadenersatzklagen nach Lkw-Kartell könnten neue Regeln gelten

BERLIN (dpa-AFX) - Für die Mitglieder des europaweiten Lkw-Kartells könnte neben den Rekordgeldbußen auch eine geplante Gesetzesänderung unangenehm werden. Bis Ende Dezember muss der deutsche Gesetzgeber eine EU-Richtlinie umsetzen, nach der Kartell-Geschädigte einfacher Schadenersatz bekommen könnten. Betroffenen Unternehmen soll etwa ein Recht auf Akteneinsicht gewährt werden. "Häufig können Unternehmen nur schwer beweisen, dass gerade sie Opfer eines Kartells sind und in welcher Höhe sie einen Schaden erlitten haben", sagt der Würzburger Kartellrechtler Florian Bien. Da helfe die Neuregelung.

Daneben soll die Vermutung aufgestellt werden, dass Preisabsprachen einen Schaden verursacht haben. Die Mitglieder des Kartells müssen das Gegenteil beweisen, bisher war es andersherum. Zudem werde eine Verlängerung der Verjährungsfrist Geschädigten helfen, heißt es von der Monopolkommission, die den Gesetzgeber im Wettbewerbsrecht berät. Wichtig wäre aus Sicht der Monopolkommission zudem, dass auch Muttergesellschaften der Kartell-Mitglieder haften, damit Unternehmen sich nicht durch eine Umstrukturierung der Verantwortung entziehen können. Bisher sei noch offen, ob dies so geregelt werde.

Ein erster Umsetzungs-Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums liegt seit Anfang Juli vor. Die neuen Regeln wären nach Inkrafttreten auch auf laufende Schadenersatzklagen wegen des Lkw-Kartells um Daimler , Iveco, DAF und Volvo /Renault anwendbar. Die EU-Kommission hatte am Dienstag wegen Preisabsprachen Geldbußen von knapp 2,93 Milliarden Euro gegen die Hersteller verhängt.

Die höchste Einzelstrafe entfällt mit rund einer Milliarde Euro auf Daimler. Der Fall müsse im Konzern Konsequenzen haben, sagte Betriebsratschef Michael Brecht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "In den Fabriken und Büros wird permanent geprüft, wo noch ein Cent mehr gespart werden könnte. Und hier verpuffen durch illegales Handeln über eine Milliarde Euro, die weit sinnvoller hätten eingesetzt werden können", kritisierte Brecht, der auch stellevertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates ist. "Die Beschäftigten sehen solche Vorgänge zu Recht kritisch und fragen laut nach, wer die Verantwortung dafür übernimmt."

Für die Kartell-Geschädigten hat die geplante Gesetzesänderung allerdings auch Haken, wie Juraprofessor Bien erklärt. So gilt das neue Recht auf Akteneinsicht nicht für Erklärungen von Kronzeugen sowie Einigungen zwischen einem Unternehmen und der Kartellbehörde. Im Fall des Lkw-Kartells war die Münchner VW -Tochter MAN Kronzeuge, gab also den entscheidenden Hinweis für die Ermittlungen. Alle anderen einigten sich mit der EU-Kommission. Das neue Recht dürfte Klägern also vor allem gegenüber der schwedischen VW-Tochter Scania weiterhelfen, die als einzige einen Vergleich ablehnte.

Kartellrechtler Bien erwartet insgesamt allerdings, dass eine Klage für kleinere Spediteure auch mit der Gesetzesänderung zu aufwendig bleibt./cko/DP/zb

24.07.2016

ROUNDUP/Nach Verkauf: Gin-Destillerie 'Monkey 47' will keine Absatzsprünge

LOSSBURG (dpa-AFX) - Trotz des Einstiegs des französischen Großkonzerns Pernod Ricard beim Ginhersteller Monkey 47 erwartet das Schwarzwälder Unternehmen keinen Absatzboom. Die Vetriebskanäle hätten sich dank der Zugehörigkeit zum zweitgrößten Spirituosen-Konzern der Welt zwar deutlich erhöht, "aber wenn wir überhaupt wachsen, dann nur organisch und vorsichtig", sagte Firmenchef Alexander Stein der Deutschen Presse-Agentur. Die 2009 gegründete Firma in Loßburg heißt Black Forest Distillers, Anfang des Jahres verkaufte Stein die Mehrheit seiner Firma an Pernod Ricard. Er bleibt aber Firmenchef und hält einen Minderheitsanteil.

Nach seiner Aussage ist ihm vertraglich zugesichert, dass die Gin-Produktion in seinen Händen bleibt und auch nicht verlagert werden kann. Die Firma hat ein rasantes Wachstum hinter sich, von 2010 bis 2012 schnellte der Absatz von 10 000 auf 150 000 verkaufte Flaschen hoch. Seither ging es weiter steil nach oben, Absatzzahlen publiziert die Destillerie aber nicht mehr. Aus dem Jahr 2014 ist bekannt, dass sich der Bilanzgewinn auf 2,9 Millionen Euro erhöht und damit etwa verdreifacht hat.

Stein begründet den Verkauf damit, dass seine 10-Mann-Firma bei der Organisation des Vertriebs in gut 60 Ländern an ihre personellen Grenzen gestoßen sei. "Das wurde zuviel, durch den Teilverkauf haben wir nun wieder Freiräume", sagte Stein. Der Vertrieb werde komplett von Pernod Ricard übernommen, dadurch könnte die Präsenz von Monkey 47 auf 85 Staaten wachsen - Länder wie Argentinien und Chile könnten hinzukommen. Zudem habe sich das Verkaufspotenzial des Gins durch die weitreichenden Vertriebsnetze der Franzosen deutlich erhöht.

Hatte man bisher in China nur einen Vertriebsmann als Partner, so seien es künftig 800. "Natürlich verkaufen die Mitarbeiter alle anderen Produkte von Pernod Ricard, aber dennoch dürften die Personalressourcen für uns deutlich steigen."

In den vergangenen Jahren hat der Wacholder-Schnaps Gin einen Boom erlebt in Deutschland. Zahlreiche Destillerien versuchen sich am Markt, zum Beispiel das Kölner Unternehmen Sünner, die Münchner The-Duke-Destillerie oder Applaus Stuttgart Dry Gin. Der Monkey-47-Chef Stein übt sich angesichts der wachsenden Konkurrenz aber in Gelassenheit: "Da versuchen viele neue Wettbewerber, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen - das wird nicht vielen gelingen."/wdw/DP/zb

24.07.2016

ROUNDUP: Daimler-Betriebsratschef will bei Werkverträgen mehr mitreden

STUTTGART (dpa-AFX) - Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht startet einen neuen Anlauf für mehr Mitspracherecht und Transparenz bei der Vergabe von Werkverträgen. "Ich verlasse mich in dieser Frage nicht mehr auf den Gesetzgeber", sagte Brecht der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen uns jetzt erneut mit der Frage beschäftigten, inwieweit wir Einfluss nehmen können."

Die Bundesregierung hatte im Juni einen Gesetzentwurf gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen vorgestellt. Er sieht vor, dass Betriebsräte künftig über sämtliche Werkverträge informiert werden, ihnen wurde allerdings nicht - wie von einigen Gewerkschaften gefordert - ein Mitspracherecht eingeräumt.

Beim Stuttgarter Autobauer Porsche hatte der Betriebsrat im November eine Vereinbarung mit der Firmenspitze getroffen, wonach der Betriebsrat bei der Fremdvergabe mitreden darf. In der Vereinbarung stecke eine weitgehende, wenn auch keine hundertprozentige Mitbestimmung, hatte Betriebsratschef Uwe Hück im November gesagt.

Bei Daimler war der Betriebsrat mit dem Versuch auf mehr Mitbestimmung gescheitert: Der Konzern hat 2013 zwar Mindestanforderungen für Werkverträge festgelegt. So gelten die Lohnuntergrenzen in dem jeweils für ihre Branche geltenden Tarifvertrag. Der Betriebsrat hatte gefordert, dass der gesamte Tarifvertrag inklusive Urlaubsregelung für die jeweilige Region und Branche angewendet wird.

"Was wir erreichen müssen ist Transparenz. Wir müssen wissen, wer unter welchen Bedingungen auf unserem Werksgelände arbeitet", sagte Brecht. Vor allem in Bereichen der Kontraktlogistik, die bei Daimler in der Vergangenheit an externe Auftragnehmer ausgelagert wurden, bemühe man sich, in einzelnen Betrieben Tarifverträge abzuschließen.

"Das ist Pionierarbeit", sagte Brecht. Denn letztlich seien hier vor allem die Beschäftigten in den Logistikunternehmen gefordert, sich zu organisieren und für ihre Interessen einzutreten. "Auf diese Weise können wir hoffentlich am Ende zu einem Flächentarifvertrag gelangen." Die Betriebsräte der Metall- und Elektrobranche könnten nur assistieren. "Wir müssen es hinkriegen, dass die Branchen sich selbst organisieren."/ang/DP/zb

24.07.2016

ROUNDUP: Kassenärzte: Krankenhausreform löst Strukturprobleme nicht

BERLIN (dpa-AFX) - Die Krankenhausreform der Bundesregierung verfehlt nach Einschätzung der Kassen-Ärzte die beabsichtigte Wirkung. Die Anfang des Jahres in Kraft getretene Reform werde kein Problem der Klinikstrukturen in Deutschland wirklich lösen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. Vielmehr sorge sie dafür, dass einige für die Patientenversorgung unnötigen Krankenhäuser weiter mit durchgeschleppt würden.

Ein wesentliches Ziel der Reform von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ist der Abbau von kostspieligen Überkapazitäten bei den rund 2000 Krankenhäusern in Deutschland, ohne die Versorgung in der Fläche gerade für Notfälle zu beeinträchtigen. Nicht nur niedergelassene Ärzte, sondern auch Krankenkassen kritisieren, dass das Reformgesetz hier nicht genügend Druck auf die für die Bedarfsplanung zuständigen Ländern aufbaue.

Gassen unterstrich, es sei unstrittig, dass Deutschland eine starke stationäre Struktur mit Hochleistungskliniken brauche. Und man brauche leistungsstarke Universitätskliniken. "Das kann aber nicht dadurch geschehen, dass ich jetzt Universitätskliniken vertragsärztliche Versorgung machen lasse und Honorarküchelchen verteile." Inzwischen hätten die Krankenhäuser ambulante Leistungen mit einem Finanzvolumen von drei bis fünf Milliarden Euro an sich gezogen.

Insbesondere über die Notfallversorgung von Patienten gelingt es den Krankenhäusern, ambulante Leistungen, die grundsätzlich in den Katalog niedergelassener Ärzte fallen, an sich zu ziehen. Doch Probleme wie Bauchschmerzen oder ein Bienenstich am Wochenende müssen nicht im Krankenhaus, sondern können in einer Arztpraxis mit Bereitschaftsdienst behandelt werden.

Das Gesetz schlägt nun vor, dass die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) für Notfälle vertragsärztliche Notdienstpraxen, sogenannte Portalpraxen in oder an Krankenhäusern als erste Anlaufstelle einrichten. Diese sollen dann entscheiden, ob ein Notfall von einem niedergelassenen Arzt behandelt werden kann oder stationär in die Klinik muss. Eine andere Möglichkeit wäre, Notfallambulanzen der Krankenhäuser unmittelbar in den Notdienst einzubinden.

Für den Patienten ist allerdings die bundesweite Rufnummer des ärztlichen Bereitschafts- oder Notdienstes 116 117 weitaus weniger geläufig, als die 112 des Rettungsdienstes. Und im Zweifel unterscheidet er auch nicht zwischen Rettungs- und Notdienst.

Gassen unterstrich, es gelte, nicht notwendige Krankenhausstrukturen, "und die sind identifizierbar", durch kostengünstigere ambulante Strukturen zu ersetzen. Im Zusammenhang mit der Krankenhausplanung sollten die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen mehr Kompetenz erhalten. "Wir machen da keine Front gegen die Kollegen im Krankenhaus auf, sondern streben eine bessere Kooperation an. So müsste ambulantes Operieren deutlich mehr gefördert werden", sagte Gassen./rm/DP/zb

24.07.2016

Online-Händler müssen Elektroschrott annehmen

BERLIN (dpa-AFX) - Für ausgediente Elektrogeräte gibt es von Montag an eine weitere Rückgabemöglichkeit. Ob Föhn oder Telefon - Geräte bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern können dann auch zu Online-Händlern geschickt werden, die sie unentgeltlich entsorgen müssen. Damit greift nach einer Übergangsfrist auch für Internetanbieter mit einer Lagerfläche von mehr als 400 Quadratmetern ein Gesetz, das für mehr Recycling sorgen soll. Für den stationären Handel gilt die Rücknahmepflicht schon seit vergangenem Herbst.

Die Händler müssen die Kleingeräte unabhängig davon annehmen, ob der Kunde bei ihnen etwas kauft. Bei Geräten über 25 Zentimetern Kantenlänge gilt die Rücknahmepflicht nur, wenn gleichzeitig ein ähnliches Gerät gekauft wird. Der Handel hatte die Regelung kritisiert und vor Nachteilen gewarnt, die bei einigen Händlern die Existenz bedrohen könnten. Nach wie vor nehmen auch die kommunalen Recyclinghöfe Elektroschrott an./bf/DP/zb

24.07.2016

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Finanzanalysen in den dpa-AFX Diensten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Alle Meldungen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX werden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Bei der Erstellung der Meldungen wird regelmäßig das Sechs-Augen-Prinzip (Erstellung, Prüfung, zusätzliche Freigabe) angewendet. Jede/r Redakteur/in der dpa-AFX unterzeichnet einen internen Code of Conduct, der spezifische dpa-AFX Regelungen zur Wahrung der publizistischen Unabhängigkeit vorgibt und deren Einhaltung dpa-AFX individuell mit einem externen Audit überprüfen lassen kann.

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22.07.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: S&P 500 beendet Handel auf Rekordhoch

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat nach ihrer Rekordjagd und der jüngsten Atempause ihre Anfangsverluste am Freitag mühsam abgeschüttelt. Der marktbreite S&P-500-Index erreichte auf Schlusskursbasis dennoch ein Rekordhoch: Er ging 0,46 Prozent fester bei 2175,03 Punkten aus dem Handel. Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK sprach vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am kommenden Mittwoch von einem unspektakulären Wochenausklang.

Der Leitindex Dow Jones Industrial verabschiedete sich 0,29 Prozent im Plus bei 18 570,85 Zählern ins Wochenende. Am Donnerstag hatte er einer neuntägigen Gewinnserie Tribut gezollt und knapp ein halbes Prozent tiefer geschlossen. Auf Wochensicht schaffte der Dow nur ein knappes Plus von 0,29 Prozent, da er sich zuletzt lediglich in Tippelschritten von einem Hoch zum nächsten gehangelt hatte. Davor war das Börsenbarometer drei Wochen in Folge gestiegen.

Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es am Freitag um 0,41 Prozent auf 4666,07 Punkte bergauf, womit er sich weiter auf dem höchsten Niveau seit Ende 2015 hielt.

'BERICHTSSAISON BISHER DURCHWACHSEN'

Bisher ist die Berichtssaison der US-Unternehmen laut Hewson durchwachsen ausgefallen: Den überraschend guten Zahlen der Banken stehe eine insgesamt enttäuschende Entwicklung bei den Fluggesellschaften gegenüber, die unter Sorgen wegen Überkapazitäten und sinkenden Ticketpreisen sowie Terrorängsten litten.

Derweil rechnen Experten nicht damit, dass die Fed kommende Woche die Zinsen anheben wird. Die jüngsten amerikanischen Konjunkturdaten seien nicht gut genug ausgefallen, um eine Mehrheit der Mitglieder des geldpolitischen Rates von einem Zinsschritt zu überzeugen, hieß es etwa bei der BayernLB.

KURSSPRUNG BEI AMD NACH STARKEN ZAHLEN

Unter den Einzelwerten ragten am Freitag die Aktien von AMD mit einem Sprung von 11,88 Prozent heraus. Beim Chiphersteller läuft das Geschäft nach einer Durststrecke wieder deutlich besser: Im vergangenen Quartal hatte der Umsatz zugelegt und es gab wieder einen Gewinn. Den Ausschlag dafür hatte allerdings ein positiver Effekt aus der Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens in China gegeben.

Die Yahoo-Titel stiegen um 1,36 Prozent auf 39,38 US-Dollar und kosteten damit so viel wie zuletzt vor einem Jahr. Analyst Hewson verwies auf Berichte, wonach Verizon Communications kurz vor der Übernahme des Yahoo-Internetgeschäfts steht. Der Telekommunikationskonzern erwäge dafür einen Kaufpreis von knapp 5 Milliarden US-Dollar, womit er konkurrierende Bieter ausstechen könnte, hieß es.

Bei American Airlines konnten sich die Anleger über ein Kursplus von 4,00 Prozent freuen. Die Fluggesellschaft übertraf trotz eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal die Analystenerwartungen. Angesichts der zunehmend schwierigen Lage verschiebt sie aber die Abnahme von 22 neuen Airbus-Langstreckenjets um gut zwei Jahre.

ABSTUFUNG BELASTET PAYPAL - GE AM DOW-ENDE

Dagegen gerieten die zuletzt stark gelaufenen Titel des Online-Bezahldienstes Paypal mit minus 6,75 Prozent unter die Räder. Sie litten offensichtlich darunter, dass die Analysten des Finanzdienstleisters Wells Fargo ihre Kaufempfehlung gestrichen hatten. Die Quartalsresultate des Unternehmens und die Bekanntgabe einer Partnerschaft mit dem Finanzkonzern Visa halfen dem Aktienkurs nicht. Dessen Aktien <3V64.FSE> legten nach der eigenen Zahlenvorlage um 1,42 Prozent zu.

Am Dow-Ende büßten die Anteilsscheine des Industriekonzerns General Electric (GE) 1,63 Prozent ein, womit sie ihrer zuletzt guten Entwicklung Tribut zollten. Der Siemens-Konkurrent hatte dank guter Geschäfte in Energieerzeugung und Luftfahrt zuletzt der unruhigen Konjunktur getrotzt.

MILLIARDEN-ABSCHREIBUNG BEI BOEING

Boeing-Aktien machten ihreVerluste überwiegend wett und verlroen am Ende noch 0,04 Prozent. Der Flugzeughersteller hatte mitgeteilt, wegen Problemen bei drei Flugzeug-Modellen 2,1 Milliarden US-Dollar abzuschreiben. Die Wertberichtigung kommt allerdings nicht überraschend und soll sich auch nicht auf den Zahlungsmittelfluss auswirken. An der Umsatzprognose für 2016 hält der Konzern vor den am kommenden Mittwoch anstehenden Quartalszahlen fest.

Die Kaffeehaus-Kette Starbucks war im vergangenen Quartal langsamer gewachsen als in den Vorquartalen und vor einem Jahr. Das Umsatzwachstum blieb hinter den Erwartungen zurück - die Aktien stiegen dennoch um 0,52 Prozent.

Der Eurokurs rutschte im New Yorker Handel auf 1,0973 Dollar ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1014 (Donnerstag: 1,1015) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9079 (0,9078) Euro. Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen 3/32 Punkte auf 100 17/32 Punkte und rentierten mit 1,57 Prozent./gl/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

22.07.2016

Aktien New York Schluss: S&P 500 beendet Handel auf Rekordhoch

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat nach ihrer Rekordjagd und der jüngsten Atempause ihre Anfangsverluste am Freitag mühsam abgeschüttelt. Der marktbreite S&P-500-Index erreichte auf Schlusskursbasis dennoch ein Rekordhoch: Er ging 0,46 Prozent fester bei 2175,03 Punkten aus dem Handel. Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK sprach vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am kommenden Mittwoch von einem unspektakulären Wochenausklang.

Der Leitindex Dow Jones Industrial verabschiedete sich 0,29 Prozent im Plus bei 18 570,85 Zählern ins Wochenende. Am Donnerstag hatte er einer neuntägigen Gewinnserie Tribut gezollt und knapp ein halbes Prozent tiefer geschlossen. Auf Wochensicht schaffte der Dow nur ein knappes Plus von 0,29 Prozent, da er sich zuletzt lediglich in Tippelschritten von einem Hoch zum nächsten gehangelt hatte. Davor war das Börsenbarometer drei Wochen in Folge gestiegen.

Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es am Freitag um 0,41 Prozent auf 4666,07 Punkte bergauf, womit er sich weiter auf dem höchsten Niveau seit Ende 2015 hielt./gl/he

22.07.2016

Aktien New York: Dow Jones kämpft sich nach Rally und Atempause ins Plus

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street tut sich nach ihrer Rekordjagd und der jüngsten Atempause schwer mit weiteren Kursgewinnen. Durchwachsene Unternehmenszahlen gaben dem amerikanischen Aktienmarkt keine Richtung vor. Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK rechnet vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am kommenden Mittwoch mit einem unspektakulären Wochenausklang.

Nach einem verhaltenen Start kämpfte sich der Dow Jones Industrial am Freitag ins Plus und gewann zuletzt 0,14 Prozent auf 18 543,19 Punkte. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex seiner neuntägigen Gewinnserie Tribut gezollt und knapp ein halbes Prozent tiefer geschlossen. Auf Wochensicht dürfte der Dow weitgehend auf der Stelle treten, da er sich zuletzt nur in Tippelschritten von einem Hoch zum nächsten gehangelt hatte. Davor war das Börsenbarometer drei Wochen in Folge gestiegen.

Der marktbreite S&P-500-Index gewann am Freitag 0,35 Prozent auf 2172,71 Zähler. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,38 Prozent auf 4664,47 Punkte hoch, womit er sich weiter auf dem höchsten Niveau seit Jahresbeginn hielt.

Bisher ist die Berichtssaison der US-Unternehmen laut Hewson durchwachsen ausgefallen: Den überraschend guten Zahlen der Banken stehe eine insgesamt enttäuschende Entwicklung bei den Fluggesellschaften gegenüber, die unter Sorgen wegen Überkapazitäten und sinkenden Ticketpreisen sowie Terrorängsten litten.

Derweil rechnen Experten nicht damit, dass die Fed kommende Woche die Zinsen anheben wird. Die jüngsten amerikanischen Konjunkturdaten seien nicht gut genug ausgefallen, um eine Mehrheit der Mitglieder des geldpolitischen Rates von einem Zinsschritt zu überzeugen, hieß es etwa bei der BayernLB.

Unter den Einzelwerten ragten am Freitag die Aktien von AMD mit einem Sprung von 12,45 Prozent heraus. Beim Chiphersteller läuft das Geschäft nach einer Durststrecke wieder deutlich besser: Im vergangenen Quartal hatte der Umsatz zugelegt und es gab wieder einen Gewinn. Den Ausschlag dafür hatte allerdings ein positiver Effekt aus der Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens in China gegeben.

Die Yahoo-Titel stiegen um 1,18 Prozent auf 39,31 US-Dollar und kosteten damit so viel wie zuletzt vor einem Jahr. Analyst Hewson verwies auf Berichte, wonach Verizon Communications kurz vor der Übernahme des Yahoo-Internetgeschäfts steht. Der Telekommunikationskonzern erwäge dafür einen Kaufpreis von knapp 5 Milliarden US-Dollar, womit er konkurrierende Bieter ausstechen könnte, hieß es.

Bei American Airlines konnten sich die Anleger über ein Kursplus von 3,49 Prozent freuen. Die Fluggesellschaft übertraf trotz eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal die Analystenerwartungen. Angesichts der zunehmend schwierigen Lage verschiebt sie aber die Abnahme von 22 neuen Airbus-Langstreckenjets um gut zwei Jahre.

Dagegen gerieten die zuletzt stark gelaufenen Titel des Online-Bezahldienstes Paypal mit minus 7,24 Prozent unter die Räder. Sie litten offensichtlich darunter, dass die Analysten des Finanzdienstleisters Wells Fargo ihre Kaufempfehlung gestrichen hatten. Die Quartalsresultate des Unternehmens und die Bekanntgabe einer Partnerschaft mit dem Finanzkonzern Visa halfen dem Aktienkurs nicht. Dessen Aktien <3V64.FSE> entwickelten sich nach der eigenen Zahlenvorlage mit einem knappen Minus unspektakulär.

Am Dow-Ende büßten die Anteilsscheine des Industriekonzerns General Electric (GE) 1,96 Prozent ein, womit sie ihrer zuletzt guten Entwicklung Tribut zollten. Der Siemens-Konkurrent hatte dank guter Geschäfte in Energieerzeugung und Luftfahrt zuletzt der unruhigen Konjunktur getrotzt.

Boeing-Aktien verloren 0,92 Prozent, nachdem der Flugzeughersteller mitgeteilt hatte, wegen Problemen bei drei Flugzeug-Modellen 2,1 Milliarden US-Dollar abzuschreiben. Die Wertberichtigung kommt allerdings nicht überraschend und soll sich auch nicht auf den Zahlungsmittelfluss auswirken. An der Umsatzprognose für 2016 hält der Konzern vor den am kommenden Mittwoch anstehenden Quartalszahlen fest.

Die Kaffeehaus-Kette Starbucks war im vergangenen Quartal langsamer gewachsen als in den Vorquartalen und vor einem Jahr. Das Umsatzwachstum blieb hinter den Erwartungen zurück - die Aktien stiegen dennoch um 0,49 Prozent./gl/he

22.07.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax kommt kaum vom Fleck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach seinem jüngsten Aufschwung hat der Dax zum Wochenschluss seinen Elan eingebüßt. Auf ein minimales Plus am Vortag folgte am Freitag ein minimales Minus von 0,09 Prozent auf 10 147,46 Punkte. Damit hat der deutsche Leitindex im Wochenverlauf aber immer noch um 0,8 Prozent zugelegt.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax gewann zum Wochenschluss 0,13 Prozent auf 20 809,93 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,44 Prozent auf 1674,98 Punkte nach oben.

Etwas mehr Schwung hatte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 , der mit einem Plus von 0,13 Prozent auf 2972,23 Zählern aus dem Handel ging. Ähnlich legte der Pariser Cac 40 zu, während der Londoner FTSE 100 etwas deutlicher zulegte. In den USA hielt sich der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende dicht an seinem Vortagesschluss, während die Nasdaq-Börsen leicht stiegen.

WARTEN AUF FRISCHE IMPULSE

Marktbeobachter Christian Henke vom Broker IG Markets sprach von einem "eher lustlosen Handel nach einer recht erfolgreichen Börsenwoche". Potenzielle Käufer warteten nach der Erholungsrally vom Brexit-Schock auf kleinere Rückschlage, vermutete Konstantin Oldenburger von CMC Markets. Da sich zugleich auch die Gewinnmitnahmen in Grenzen gehalten hätten, habe es kaum Bewegung im Dax gegeben.

Positive Nachrichten kamen zum Wochenschluss von der Konjunkturseite. Die Unternehmensstimmung im Euroraum hatte sich im Juli ungeachtet der britischen Entscheidung zum EU-Austritt weniger eingetrübt als befürchtet. Zudem signalisiert der Indikator trotz des Rückgangs weiterhin Wirtschaftswachstum.

TELEKOM PROFITIERT VON VODAFONE-ZAHLEN

Die Aktien der Deutschen Telekom zählten mit einem Plus von 0,82 Prozent zu den Dax-Favoriten und profitierten von einer guten Branchenstimmung. Auslöser war, dass der britische Konkurrent Vodafone dank einer leichten Erholung in Europa zu Beginn seines Geschäftsjahres besser abgeschnitten hatte als gedacht.

Im MDax knüpften die Anteilsscheine von Leoni mit plus 2,73 Prozent an ihre Vortagesgewinne an. Der Autozulieferer hatte am Donnerstag mit seinen Eckzahlen zum zweiten Quartal überzeugt. Nun äußerten sich Analysten positiv.

ELRINGKLINGER MIT GEWINNWARNUNG

Derweil schockte der im März in den SDax abgestiegene Autozulieferer ElringKlinger die Anleger mit einer weiteren Gewinnwarnung. Die Auftragsflut macht dem Unternehmen immer noch zu schaffen und sorgt für hohe Extra-Kosten. Die Aktien rauschten zeitweise auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren und beendeten den Handel mit minus 13,23 Prozent. Mit der abermaligen Warnung, der dritten seit 2015, habe das Unternehmen weiteres Vertrauen verspielt, sagte ein Händler.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,15 Prozent am Vortag auf minus 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 143,83 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,05 Prozent auf 166,51 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1014 (Donnerstag: 1,1015) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9079 (0,9078) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

22.07.2016

Aktien Frankfurt Schluss: Dax kommt kaum vom Fleck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach seinem jüngsten Aufschwung hat der Dax zum Wochenschluss seinen Elan eingebüßt. Auf ein minimales Plus am Vortag folgte am Freitag ein minimales Minus von 0,09 Prozent auf 10 147,46 Punkte. Damit hat der deutsche Leitindex im Wochenverlauf aber immer noch um 0,8 Prozent zugelegt.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax gewann zum Wochenschluss 0,13 Prozent auf 20 809,93 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,44 Prozent auf 1674,98 Punkte nach oben./ck/he

22.07.2016

WOCHENAUSBLICK: Dax könnte weiter zulegen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Von den Sorgen über den beschlossenen EU-Austritt Großbritanniens ist weder am deutschen noch an anderen Aktienmärkten mehr etwas zu spüren. Vielmehr hat die ungebrochene Hoffnung auf die Notenbanken weltweit die Börsenindizes wie etwa Dax und EuroStoxx 50 wieder auf die alten Niveaus vor dem Brexit-Referendum getrieben. Hinzu kamen erste erfreuliche Geschäftsberichte großer deutscher Konzerne, die Hoffnungen auf ein allgemein gut gelaufenes zweites Quartal schüren.

Mit Blick auf die anstehende Zahlenflut in der neuen Woche könnte der deutsche Leitindex, der sich wieder im Bereich von 10 000 Punkten stabilisiert hat, davon profitieren. Wegen wichtiger Konjunkturdaten sowie spannender Notenbankentscheidungen in den USA und Japan rechnet Analyst Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank zwar mit einer schwankungsreichen Börsenwoche, "die Chancen stehen aber gut, dass es mit positiven Unternehmenszahlen noch ein bisschen höher gehen wird", glaubt er.

HOFFNUNG AUF EIN ERFREULICHES ZWEITES QUARTAL

Nach starken Berichten der Autobauer VW und Daimler oder des Softwarekonzerns SAP seien Hoffnungen geschürt worden, dass auf das schwache erste Quartal nun ein besseres zweites und ein insgesamt solider Jahresverlauf folge, so Sonnenschein. Daher richten sich die Blicke in der neuen Woche in erster Linie auf die Dax-Konzerne BASF , Bayer , Deutsche Bank , Deutsche Börse und auf den Industriegase-Hersteller Linde .

Beim Chemieriesen BASF etwa sollte sich laut der Commerzbank der positive Absatztrend fortgesetzt haben, während bei der Deutschen Bank die starken Quartalsberichten der US-Konkurrenz auf positive Geschäftstrends hoffen lassen. Allerdings sorgen sich Analysten um die Gewinnentwicklung des größten deutschen Finanzinstituts und schließen auch die Ankündigung einer Kapitalerhöhung nicht länger aus.

ÜBERNAHMETHEMEN STATT ZAHLEN BEI BAYER UND BÖRSE

Beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer und bei der Deutschen Börse dürften dagegen weniger die Quartalsbilanzen beachtet werden als Neuigkeiten rund um deren Übernahmevorhaben. Bayer hatte erst kürzlich eine weitere Abfuhr vom umworbenen US-Wettbewerber Monsanto erhalten, während die Deutsche Börse aktuell um das Ok ihrer Aktionäre zum Zusammenschluss mit der Londoner Börse LSE ringt. Dafür hatte sie sogar die erforderliche Zustimmungsquote auf 60 Prozent des Grundkapitals gesenkt und will das Ergebnis des Aktien-Tauschangebots nun am Dienstag bekannt geben. Die Quartalszahlen werden dann wie auch bei BASF, Bayer und Deutscher Bank am Mittwoch veröffentlicht.

In die VW-Aktie könnte am Dienstag zudem wegen einer anstehenden Entscheidung eines US-Gerichts über einen milliardenschweren Vergleich Bewegung kommen. Ende Juni war im Rechtsstreit um manipulierte Abgaswerte bei Fahrzeugen mit 2,0-Liter-Motoren ein Kompromiss gefunden worden, dem zufolge VW bis zu 14,7 Milliarden Dollar (13,3 Mrd Euro) an Entschädigungen, Rückkauf- und Reparaturkosten, Strafen sowie Umweltinvestitionen zahlen will.

ZINSENTSCHEIDUNGEN IN DEN USA UND JAPAN

Neben Unternehmensberichten stehen am Mittwoch auch die US-Notenbank (Fed) und am Freitag die Bank of Japan mit Leitzinsentscheidungen auf der Agenda. Zwar glaubt nach dem Brexit-Votum kaum einer mehr daran, dass im Juli die Zinsen in den USA angehoben werden, aber mit Spannung dürfte auf Signale der Fed geachtet werden, ob es dazu wenigstens am Jahresende etwa kommen könnte. "Angesichts des aus Sicht der Mehrheit der Notenbanker geringen Handlungsdrucks, ist kein Anlass erkennbar, auf dieser Sitzung an der Zinsschraube zu drehen", schrieb Analyst Patrick Franke von der Helaba. Er rechnet mit einem Zinsschritt im Dezember.

In Japan gehen die Experten mehrheitlich davon aus, dass die dortige Notenbank weitere geldpolitische Lockerungen ankündigen wird, um den zuletzt stärkeren Yen zu drücken und die heimische Wirtschaft endlich in Schwung zu bringen.

IFO DÜRFTE SORGEN UM BREXIT UND TÜRKEI ZEIGEN

Für die Kursentwicklungen am deutschen Aktienmarkt wird gleich zu Wochenbeginn außerdem auch das Ifo-Geschäftsklima eine zentrale Rolle spielen. Es dürfte Hinweise darauf geben, inwieweit sich das Brexit-Votum, aber auch der gescheiterte Putsch in der Türkei, auf die Stimmung der Unternehmen und die Geschäftserwartungen ausgewirkt hat. Zudem stehen am Donnerstag noch Daten zum Wirtschafts- , Industrie- und Verbrauchervertrauen in der Eurozone an sowie am Freitag zu den Verbraucherpreisen. Für Deutschland dürften vor dem Wochenende außerdem noch die Einzelhandelsumsätze Beachtung finden./ck/jkr/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

22.07.2016

ROUNDUP/Aktien New York: Kaum Bewegung nach Rally und Atempause

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street ist nach ihrer Rekordjagd und der jüngsten Atempause am Freitag zunächst kaum von der Stelle gekommen. Durchwachsene Unternehmenszahlen gaben dem amerikanischen Aktienmarkt vor dem Wochenende keine Richtung vor.

Gut eine Stunde nach Handelsbeginn notierte der Dow Jones Industrial 0,04 Prozent tiefer bei 18 509,84 Punkten. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex seiner neuntägigen Gewinnserie Tribut gezollt und knapp ein halbes Prozent im Minus geschlossen. Auf Wochensicht dürfte der Dow auf der Stelle treten, da er sich zuletzt nur in Tippelschritten von einem Hoch zum nächsten gehangelt hatte. Davor war das Börsenbarometer drei Wochen in Folge gestiegen.

Der marktbreite S&P-500-Index stieg am Donnerstag um 0,07 Prozent auf 2166,68 Zähler. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,22 Prozent auf 4657,35 Punkte hoch.

Unter den Einzelwerten ragten die Aktien von AMD mit einem Sprung von 5,36 Prozent heraus. Beim Chiphersteller läuft das Geschäft nach einer Durststrecke wieder deutlich besser: Im vergangenen Quartal hatte der Umsatz zugelegt und es gab wieder einen Gewinn. Den Ausschlag dafür hatte allerdings ein positiver Effekt aus der Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens in China gegeben.

Bei American Airlines konnten sich die Anleger über ein Kursplus von 3,43 Prozent freuen. Die Fluggesellschaft übertraf trotz eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal die Analystenerwartungen. Angesichts der zunehmend schwierigen Lage verschiebt sie aber die Abnahme von 22 neuen Airbus-Langstreckenjets um gut zwei Jahre.

Dagegen gerieten die zuletzt stark gelaufenen Titel des Online-Bezahldienstes Paypal mit minus 7,70 Prozent unter die Räder. Sie litten offensichtlich darunter, dass die Analysten des Finanzdienstleisters Wells Fargo ihre Kaufempfehlung gestrichen hatten. Die Quartalsresultate des Unternehmens und die Bekanntgabe einer Partnerschaft mit dem Finanzkonzern Visa halfen dem Aktienkurs nicht. Dessen Aktien <3V64.FSE> entwickelten sich nach der eigenen Zahlenvorlage mit einem knappen Minus unspektakulär.

Am Dow-Ende büßten die Anteilsscheine des Industriekonzerns General Electric (GE) 2,26 Prozent ein, womit sie ihrer zuletzt guten Entwicklung Tribut zollten. Der Siemens-Konkurrent hatte dank guter Geschäfte in Energieerzeugung und Luftfahrt zuletzt der unruhigen Konjunktur getrotzt.

Boeing-Aktien verloren 1,51 Prozent, nachdem der Flugzeughersteller mitgeteilt hatte, wegen Problemen bei drei Flugzeug-Modellen 2,1 Milliarden US-Dollar abzuschreiben. Die Wertberichtigung kommt allerdings nicht überraschend und soll sich auch nicht auf den Zahlungsmittelfluss auswirken. An der Umsatzprognose für 2016 hält der Konzern vor den am kommenden Mittwoch anstehenden Quartalszahlen fest.

Die Kaffeehaus-Kette Starbucks war im vergangenen Quartal langsamer gewachsen als in den Vorquartalen und vor einem Jahr. Das Umsatzwachstum blieb entsprechend hinter den Erwartungen zurück - die Aktien sanken um 0,20 Prozent./gl/he

22.07.2016

Aktien New York: Kaum Bewegung nach Rally und Atempause

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street ist nach ihrer Rekordjagd und der jüngsten Atempause am Freitag zunächst kaum von der Stelle gekommen. Durchwachsene Unternehmenszahlen gaben dem amerikanischen Aktienmarkt vor dem Wochenende keine Richtung vor.

Im frühen Handel notierte der Dow Jones Industrial minimale 0,02 Prozent tiefer bei 18 513,74 Punkten. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex seiner neuntägigen Gewinnserie Tribut gezollt und knapp ein halbes Prozent im Minus geschlossen. Auf Wochensicht dürfte der Dow auf der Stelle treten, da er sich zuletzt nur in Tippelschritten von einem Hoch zum nächsten gehangelt hatte. Davor war das Börsenbarometer drei Wochen in Folge gestiegen.

Der marktbreite S&P-500-Index stieg am Donnerstag um 0,04 Prozent auf 2165,97 Zähler. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,11 Prozent auf 4652,23 Punkte hoch./gl/he

22.07.2016

Aktien New York Ausblick: Ruhiger Start erwartet

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street dürften die Anleger auch am Freitag zunächst keine größeren Wetten eingehen. Rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn taxierte das Handelshaus IG den Dow Jones Industrial 0,09 Prozent höher auf 18 533 Punkte.

Tags waren der US-Leitindex wie auch der marktbreite S&P-500-Index nach vorheriger Rally etwas von ihren Rekordständen zurückgekommen. Der Dow dürfte damit nach drei starken Wochen nun in der Fünftagesbilanz auf der Stelle treten.

Im vorbörslichen Handel der Einzelwerte ragten die Papiere von AMD mit einem Sprung um 10 Prozent heraus. Beim Chiphersteller läuft das Geschäft nach einer Durststrecke wieder deutlich besser. Im vergangenen Quartal legte der Umsatz zu und es gab wieder einen Gewinn. Den Ausschlag dafür gab allerdings ein positiver Effekt aus der Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens in China.

Andere Aktien gaben nach aktuellen Geschäftsergebnissen dagegen teils deutlich nach. Dies gilt vor allem für die Aktien von Paypal mit einem Abschlag von fast 6 Prozent. Die Experten von Wells Fargo nahmen ihre Empfehlung für den Bezahldienst zurück und stufen die Aktie nun neutral ein.

Neben der Quartalsbilanz gab Paypal eine Partnerschaft mit Visa bekannt, die ihnen auch Zugang ins Geschäft an den Ladenkassen bringen soll. Mit dem Deal sollen Paypal-Kunden grundsätzlich an allen Karten-Terminals bezahlen können, die kontaktlose Zahlungen mit Visa-Karten unterstützen. Dieser Service soll zunächst nur in den USA verfügbar sein, für den Rest der Welt müssen noch die Vereinbarungen ausgehandelt werden. Visa-Papiere legten etwas zu.

Abwärts ging es indes für Starbucks und General Electric . Das Geschäft der Kaffeehaus-Kette wuchs langsamer als in den Vorquartalen und vor einem Jahr. Der US-Industriekonzern GE kam derweil bislang dank guter Geschäfte in Energieerzeugung und Luftfahrt gut durch die unruhige Konjunktur./ag/jha/

24.07.2016

GESAMT-ROUNDUP: G20-Staaten geben Signal der Stabilität

CHENGDU (dpa-AFX) - Die Top-Volkswirtschaften (G20) sehen sich für negative Folgen eines möglichen Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union gut gewappnet. Nach zweitägigen Beratungen gaben sich die Finanzminister und Notenbankchefs der G20 am Sonntag demonstrativ zuversichtlich, auch wenn das Brexit-Votum zusätzliche Unsicherheiten für die Weltwirtschaft schaffe. "Die Länder der G20 sind gut aufgestellt, um proaktiv potenzielle wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen anzugehen, die sich aus dem Votum im Vereinigten Königreich ergeben", hieß es in der Abschlusserklärung im chinesischen Chengdu.

"Für die Zukunft hoffen wir, dass das Vereinigte Königreich ein enger Partner der EU ist", heißt es in dem Papier weiter. Mit ihren Beratungen bereiteten die Finanzminister und Notenbankchefs den G20-Gipfel am 4. und 5. September in der chinesischen Stadt Hangzhou vor. China hält in diesem Jahr erstmals die G20-Präsidentschaft, bevor sie im nächsten Jahr von Deutschland übernommen wird.

Noch zeichne sich aber keine rasche Linie für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ab, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Er zeigte sich gleichwohl zuversichtlich, dass es eine "gute Zusammenarbeit in schwierigen Verhandlungen" geben werde. "Aber das Problem ist noch nicht gelöst." Er hatte in Chengdu erstmals den neuen britischen Finanzminister Philip Hammond getroffen.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht zwar Unsicherheiten durch das Brexit-Votum, doch bestehe Einigkeit in der G20, dass die Weltwirtschaft ihre Erfolgsfahrt fortsetzen werde - mit insgesamt verhaltenem Tempo und einer leichten Verstärkung im Jahr 2017. Auch in Deutschland sei die Konjunktur weiter kräftig. 2018 sei aber "eine begrenzte Bremswirkung" zu erwarten.

Zwar wurde in Chengdu die Lage nach dem Putschversuch in der Türkei diskutiert, aber anders als zunächst angedacht gab es keinen Passus dazu in der Abschlusserklärung. Die Türkei hatte auf Unterstützung gehofft, doch pochten andere G20-Staaten auf rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien. Am Ende gab es keine Einigung auf eine Formulierung. Schäuble teilte dem türkischen Vize-Premier Mehmet Simsek die Sorge in Deutschland und Europa über die Entwicklung mit.

Wie Wachstum geschaffen werden kann, stand im Mittelpunkt des Treffens. Die G20 setzen nach den Worten von Schäuble verstärkt auf grundlegende Reformen zur Ankurbelung von Wirtschaft und Beschäftigung. "Wir brauchen nachhaltige Investitionen, wir brauchen Strukturreformen", sagte Schäuble. Die Debatte verlagere sich zunehmend in diese Richtung. Die Finanz- und Geldpolitik spiele natürlich eine Rolle. Sie sei aber kein Ersatz.

Die Diskussionen über sozial gerechtere Steuersysteme nutzte Schäuble für eine überraschende deutsche Initiative zur Einführung einer Steuer auf Finanzgeschäfte auf globaler Ebene. Eine europäische Lösung allein bringe wenig. Alle seien sich einig, dass es richtig wäre, eine Besteuerung von Finanztransaktionen weltweit einzuführen. Sein Aufschlag sei gelungen, sagte Schäuble. Wenn die größten Ökonomien und Finanzplätze mitzögen, erhöhe dies den Druck auf andere Finanzzentren und Steueroasen.

Die G20-Minister betonen in ihrer Abschlusserklärung, dass sich die Erholung der Weltwirtschaft zwar fortsetze, aber "schwächer als angestrebt" ausfalle. Risiken für die globale Konjunktur bestünden weiter durch schwankende Rohstoffpreise und niedrige Preissteigerung. Die Schwankungen an den Finanzmärkten blieben hoch. Hinzu kämen geopolitische Konflikte, Terrorismus sowie die Flüchtlingsströme.

Die G20 sprechen sich erneut dafür aus, sowohl Strukturreformen als auch geld- und finanzpolitische Maßnahmen zu ergreifen - individuell und gemeinsam, um das "Ziel eines starken, nachhaltigen, ausgewogenen und inklusiven Wachstums" zu erreichen. Geldpolitik allein könne aber nicht zu ausgewogenem Wachstum führen./sl/lw/DP/zb

24.07.2016

ROUNDUP/Volkswirte: Verunsicherung nach Brexit-Votum bremst Investitionen

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Das britische Brexit-Votum sorgt nach Einschätzung von Ökonomen in vielen deutschen Unternehmen zunehmend für Verunsicherung. Viele Firmenchefs vermissten Klarheit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien. Mittelfristig sei daher mit gebremsten Investitionen und einem schwächeren Wachstum der deutschen Wirtschaft zu rechnen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

"Das könnte dann auch Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben - wenn auch nicht allzu gravierend", betonte etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider. Viel stärker werde in den nächsten Monaten, auf jeden Fall aber 2017, die wachsende Zahl jobsuchender Flüchtlinge für steigende Arbeitslosenzahlen sorgen, glauben die Fachleute.

Schneider rechnet wegen der Brexit-Folgen bereits in diesem Jahr mit einer konjunkturdämpfenden Wirkung, Heiko Peters von der Deutschen Bank dagegen erst 2017. "Wir waren bisher für 2017 von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 1,6 Prozent ausgegangen. Jetzt rechnen wir nur noch mit einem BIP-Wachstum von 1,3 Prozent", berichtete er. Auch andere Geldinstitute haben inzwischen ihre Wachstumserwartungen für 2017 nach unten korrigiert.

"Viele Unternehmen sind wegen des britischen Votums verunsichert und verhalten sich bei Investitionen und der Einstellung von Personal zurückhaltend", berichtet Deutsche-Bank-Ökonom Peters. "Die Verunsicherung über geopolitische Risiken war eh schon groß - und dann kam noch das Brexit-Votum dazu." Commerzbank-Volkswirte Eckart Tuchtfeld rechnet dagegen kurz- und mittelfristig nur mit begrenzten Brexit-Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Weitgehend folgenlos für die deutsche Wirtschaft dürfte dagegen nach Meinung der Volkswirte der gescheiterte Putschversuch in der Türkei bleiben. Zwar hätten die Finanzmärkte kurzfristig auf den Vorfall reagiert. "Was die ökonomischen Faktoren des Putschversuchs angeht, hat sich inzwischen aber wieder alles stabilisiert", bilanzierte Peters.

Anders würde sich die Lage darstellen, sollte die Türkei das Flüchtlingsabkommen mit der EU außer Kraft setzen. Dann müsste wohl wieder mit einem verstärkten Flüchtlingszustrom nach Deutschland gerechnet werden, befürchten die Ökonomen. Bislang habe der Arbeitsmarkt den Zustrom aber gut verkraftet. Und Tuchtfeld rechnet auch für die kommenden drei bis vier Monate nur mit einer "moderaten Aufwärtsentwicklung" bei der Flüchtlingsarbeitslosigkeit.

Dabei dürfe allerdings nicht übersehen werden, dass manche arbeitslosen Flüchtlinge derzeit gar nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchten, weil sie Sprach- und berufliche Förderkurse absolvierten. "Das sieht bei man der Unterbeschäftigung, die zuletzt stark angestiegen ist", gibt Peters zu bedenken. Die Unterbeschäftigung umfasst neben Arbeitslosen auch Jobsucher, die Fortbildungs- und Trainingskurse absolvieren.

Im Juli zeigte sich der Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Volkswirte weiter robust. Nach ihren Berechnungen waren 2,664 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit; dies wären rund 50 000 mehr als im Juni, aber rund 110 000 weniger als vor einem Jahr. Mit Beginn der Sommerpause zögern manche Unternehmen mit Einstellungen. Dies führt regelmäßig im Sommer zu steigenden Jobsucherzahlen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag (28.7.) veröffentlichen./kts/DP/zb

24.07.2016

ROUNDUP: Bundesbank und Bafin bereiten neue Zinstief-Umfrage unter Banken vor

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundesbank und Bafin nehmen das anhaltende Zinstief zum Anlass für eine erneute Umfrage über Belastungen bei Deutschlands Banken. "Wir werden eine Neuauflage der Niedrigzinsumfrage aus dem Jahr 2015 durchführen", sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Wir wollen damit die Widerstandskraft der Banken und Sparkassen im Niedrigzinsumfeld überprüfen."

Die Aufseher wollen wissen, welche Folgen die Minizinsen für die Geschäftsergebnisse von etwa 1500 kleineren und mittleren Kreditinstituten haben. Die Ergebnisse der neuen Umfrage auf Basis der Geschäftszahlen des Jahres 2016 sollen voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 veröffentlicht werden.

"Das deutsche Bankenwesen ist besonders vom Zinsergebnis abhängig, denn die Niedrigzinsphase trifft eine bankbasierte Volkswirtschaft überdurchschnittlich", erklärte Dombret. "Aus bankaufsichtlicher Sicht ist die Tatsache, dass das Bankgeschäft aktuell und auch mit Blick in die Zukunft wenig profitabel ist, ein beträchtliches Risiko". Die Institute müssten jetzt bei konjunkturellem Rückenwind Erträge für die Zukunft generieren, aber das passiere zu wenig. Der Bundesbank-Vorstand mahnte, die Finanzinstitute müssten unabhängiger vom reinen Zinsergebnis werden. "Es ist wichtig, Geschäftsmodelle anzupassen. Das ist aber kurzfristig nicht möglich und geht nicht von heute auf morgen."

Im vergangenen Jahr hatten die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) etwa 1500 kleinere und mittelgroße Institute, die sie direkt beaufsichtigen, zu den Folgen der Niedrigzinsen befragt. In verschiedenen Stressszenarien wurde untersucht, wie sich sowohl weiterhin niedrige Zinsen als auch weiter sinkende Zinsen sowie ein abrupter Zinsanstieg auswirken würden.

Das Ergebnis: Die meisten Institute hätten genügend Polster, um die Herausforderungen der Minizinsen meistern zu können. Bei einigen könnte aber im schlimmsten Fall die Kapitaldecke zu dünn sein, um weitere Schocks abzufedern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Zinstief zementiert: Der Leitzins liegt inzwischen bei null Prozent, parken Banken Geld bei der Notenbank müssen sie 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Ein Ende der extrem lockeren Geldpolitik ist nicht in Sicht./mar/ben/DP/zb

24.07.2016

ROUNDUP/Ökonom: Staat muss bei Infrastruktur nachlegen

BERLIN (dpa-AFX) - Bund und Länder müssen nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bei den Investitionen in die Infrastruktur noch deutlich nachlegen. Lastwagen, die im Stau stehen oder Umwege fahren müssen, verursachten zusätzliche Kosten, sagte der IW-Experte für öffentliche Finanzen, Tobias Hentze, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das schade der Wettbewerbsfähigkeit. Die Qualität der Infrastruktur sei auch ein Kriterium für die Ansiedlung von Unternehmen. "Es ist klar, dass man mittelfristig auch Arbeitsplätze gefährdet, wenn man zu wenig tut."

Hentze berechnete auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamts die Investitionsquoten der einzelnen Bundesländer im Jahr 2015. Demnach flossen bei Ländern und Gemeinden 11,9 Prozent aller Ausgaben in Investitionen, 2014 waren es noch 12,6 Prozent. Der Bund blieb mit einer Quote von 6,5 Prozent (2014: 7,6 Prozent) weit darunter.

Gemeinden und Land Sachsen kamen auf 16,5 Prozent Investitionsanteil, Bayern auf 15,7, Baden-Württemberg auf 14,6 Prozent. Am Ende der Liste rangieren Hessen mit 8,9 Prozent, das Saarland mit 7,9 Prozent und Berlin mit 7,4 Prozent.

Hentze räumte ein, die Haushalte seien durch gesetzlich vorgeschriebene Sozialausgaben "teilweise festgezurrt". Es gebe aber Handlungsspielraum, fügte der Ökonom des arbeitgebernahen Instituts hinzu: "Länder wie Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg nutzen diesen Handlungsspielraum Richtung Investitionen mehr als andere Bundesländer."

Das meiste Geld gebe der Staat für Personalkosten, Sozialleistungen und Zinsen aus. Es sei anzuerkennen, dass er angesichts sprudelnder Steuereinnahmen mehr Geld in die Verkehrswege stecke. Insgesamt hätten Bund, Länder und Gemeinden 2015 gut 80 Milliarden Euro in die Infrastruktur gesteckt, etwa jeder vierte Euro sei vom Bund gekommen.

Im Etat von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) steigen die Investitionsmittel in diesem Jahr auf 13 Milliarden Euro und bis 2018 weiter auf 14 Milliarden. Für 2018 wird die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen vorbereitet. Dies soll zwei Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich einbringen. Bis 2030 peilt der Bund Investitionen von 269,6 Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege an. Das sieht der neue Bundesverkehrswegeplan vor, der voraussichtlich im August ins Kabinett kommen soll.

"Ob die Steuereinnahmen in drei, vier Jahren noch so stark fließen wie heute wissen wir alle nicht", sagte Hentze. "Und deshalb sollte man heute die Möglichkeiten, die man hat, umso mehr nutzen. Investitionen fallen erfahrungsgemäß als erstes weg, wenn es mit den Steuereinnahmen nicht mehr ganz so gut läuft."/brd/DP/zb

24.07.2016

ROUNDUP/Schäuble: Brexit-Probleme nicht gelöst - Aussichten aber unverändert

CHENGDU (dpa-AFX) - Nach dem Brexit-Votum zeichnet sich nach Darstellung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble keine rasche Linie für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ab. "Wir werden eine gute Zusammenarbeit in schwierigen Verhandlungen haben", sagte Schäuble am Sonntag im chinesischen Chengdu nach zweitägigen Beratungen der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20). Da sei er ganz zuversichtlich. Man sei auch etwas schlauer. "Aber das Problem ist noch nicht gelöst."

Am Rande des G20-Treffens hatte sich Schäuble erstmals mit dem neuen britischen Finanzminister Philip Hammond getroffen. Nach Darstellung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gibt es zwar Unsicherheiten durch das Brexit-Votum. Es bestehe gleichwohl Einigkeit in der G20, dass die Weltwirtschaft ihre Erfolgsfahrt fortsetzen werde - mit insgesamt verhaltenem Tempo und einer leichten Verstärkung im Jahr 2017. Auch in Deutschland sei die konjunkturelle Grundtendenz weiter kräftig. 2018 sei aber "eine begrenzte Bremswirkung" zu erwarten.

"Bisher gibt es keine Anzeichen, dass sich das Konjunkturbild durch das Brexit-Votum grundlegend geändert hat", sagte Weidmann. Die Reaktionen der Finanzmärkte insgesamt seien moderat und besonnen. Lediglich beim britischen Pfund und japanischen Yen sowie Bankaktien habe es ausgeprägte Bewegungen gegeben. Es sei sicher falsch, den Brexit als Vorwand zu nutzen, um eine aktive Wechselkurspolitik zu betreiben, warnte Weidmann. "Abwertungswettläufe werden nicht funktionieren."

Die G20 setzen nach Einschätzung Schäubles verstärkt auf grundlegende Reformen zur Ankurbelung von Wirtschaft und Beschäftigung. "Wir brauchen nachhaltige Investitionen, wir brauchen Strukturreformen", sagte er. Die Debatte verlagere sich zunehmend in diese Richtung. Die Finanz- und Geldpolitik spiele natürlich eine Rolle. Sie sei aber kein Ersatz, meinte der Finanzminister.

Europa habe - mit Ausnahme Großbritanniens nach dem Brexit-Votum - nicht im Fokus der G20-Beratungen gestanden. Das Gerede über finanziellen Spielraum in Deutschland für mehr Investitionen gehe "völlig an der Realität vorbei", sagte Schäuble. Die deutsche Finanzpolitik sei angemessen und leicht expansiv. Engpässe bei Investitionen ergäben sich vielmehr aus der schleppenden Umsetzung von Projekten. 2017 übernimmt Deutschland die G20-Präsidentschaft.

Dem türkischen Vize-Premier Mehmet Simsek habe er seine Besorgnis in Deutschland und Europa über die Entwicklung in der Türkei mitgeteilt. Dieser habe versichert, dass die rechtsstaatliche Demokratie in seinem Land erhalten bleibe. Der Ausnahmezustand sei nur übergangsweise. Es sei aber vernünftig, bei solchen Treffen intensiv und offen zu reden, betonte Schäuble.

Nach der Debatte in den G20 über eine faire Steuerpolitik, die breiten Teilen der Gesellschaft zugute kommen soll, sieht Schäuble wachsende Chancen für die Einführung einer globalen Finanztransaktionssteuer. Sein Aufschlag sei gelungen. Dies werde zwar noch lange dauern. Aber es wäre ein Versäumnis gewesen, die Chance für eine Initiative zur globalen Besteuerung von Finanzgeschäften nicht jetzt zu unternehmen, sagte Schäuble.

Eine globale Einführung sei natürlich relativ schwierig. Wenn aber die größten Ökonomien und Finanzplätze mitziehen, erhöhe dies den Druck auf andere Finanzzentren und Steueroasen, sagte Schäuble weiter. Eine globale Initiative werde die europäischen Bemühungen nicht behindern. Man werde weiter versuchen, in Europa eine "Minimallösung" zu erreichen, sagte Schäuble. Bisher wollen Deutschland und neun weitere EU-Staaten eine Finanzsteuer auf dem Wege der verstärkten Zusammenarbeit einführen. Die Verhandlungen verlaufen aber seit Jahren sehr schleppend./sl/lw/DP/zb

24.07.2016

ROUNDUP: G20 verbreiten trotz des Brexit-Votums Zuversicht

CHENGDU (dpa-AFX) - Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) sehen sich für mögliche negative Folgen des geplanten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union gut gewappnet. Angesichts der zusätzlichen Unsicherheiten für die Weltwirtschaft durch einen möglichen Brexit zeigten sich die Finanzminister und Notenbankchefs der Gruppe am Sonntag demonstrativ zuversichtlich: "Die Länder der G20 sind gut aufgestellt, um proaktiv potenzielle wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen anzugehen, die sich aus dem Votum im Vereinigten Königreich ergeben", hieß es in der Erklärung, die nach zweitägigen Beratungen im chinesischen Chengdu verabschiedet wurde.

"Für die Zukunft hoffen wir, dass das Vereinigte Königreich ein enger Partner der EU ist", heißt es in dem Papier weiter. Die G20-Staaten stellen darin aber auch fest, dass das Brexit-Votum der Briten die Ungewissheiten für die Weltwirtschaft noch verstärke. Mit ihren Beratungen bereiteten die Finanzminister und Notenbankchefs den G20-Gipfel am 4. und 5. September in der chinesischen Stadt Hangzhou vor. China hält in diesem Jahr erstmals die G20-Präsidentschaft.

Die G20-Minister betonen, dass sich die Erholung der Weltwirtschaft zwar fortsetze, aber "schwächer als angestrebt" ausfalle. Das Wachstum müsse unter den Ländern breiter aufgeteilt und in den Ländern größeren Teilen der Gesellschaft zugute kommen, um für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Risiken für die globale Konjunktur bestünden weiter aufgrund schwankender Rohstoffpreise und der niedrigen Preissteigerung in vielen Volkswirtschaften. Die Schwankungen an den Finanzmärkten blieben hoch. Hinzu kämen geopolitische Konflikte, Terrorismus sowie die Flüchtlingsströme.

Zwar wurde die Lage nach dem Putschversuch in der Türkei diskutiert, aber entgegen erster Überlegungen gab es keinen Passus dazu in der Abschlusserklärung. Die Türkei hatte auf ausdrückliche Unterstützung für ihren Kurs gehofft, während die anderen G20-Staaten die Regierung in Istanbul drängen wollten, sich an rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien zu halten. Am Ende gab es keine Einigung auf eine Formulierung, so dass die Türkei gar nicht eigens erwähnt wurde.

Zur Belebung der Weltwirtschaft sprachen sich die G20 in der Erklärung erneut dafür aus, sowohl Strukturreformen als auch geld- und finanzpolitische Maßnahmen zu ergreifen - individuell und gemeinsam, um das "Ziel eines starken, nachhaltigen, ausgewogenen und inklusiven Wachstums" zu erreichen. Mit Blick auf die anhaltende Politik des billigen Geldes durch die Notenbanken heißt es in dem Entwurf erneut, die Geldpolitik werde fortgesetzt, um die Wirtschaft zu stützen und Preisstabilität zu erreichen./sl/lw/DP/zb

24.07.2016

Volkswirte: Verunsicherung nach Brexit-Votum bremst Investitionen

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Das britische Brexit-Votum sorgt nach Einschätzung von Ökonomen in vielen deutschen Unternehmen zunehmend für Verunsicherung. Viele Firmenchefs vermissten Klarheit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien. Mittelfristig sei daher mit gebremsten Investitionen und einem schwächeren Wachstum der deutschen Wirtschaft zu rechnen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

"Das könnte dann auch Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben - wenn auch nicht allzu gravierend", betonte etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider. Viel stärker werde in den nächsten Monaten, auf jeden Fall aber 2017, die wachsende Zahl jobsuchender Flüchtlinge für steigende Arbeitslosenzahlen sorgen, glauben die Fachleute./kts/DP/zb

24.07.2016

China sieht keine systemischen Risiken durch hohe Verschuldung

CHENGDU (dpa-AFX) - Trotz der wachsenden Verschuldung von Unternehmen und Ausfällen am Anlagenmarkt in China sieht Finanzminister Lou Jiwei keine systemischen Risiken. Sollten solche Probleme allerdings größere Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben, müssten die Behörden einschreiten, sagte der Minister nach Abschluss des Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) am Sonntag im südwestchinesischen Chengdu.

"Wir können aber nicht einfach auf öffentliche Gelder zurückgreifen, um diese Fragen zu lösen", sagte Lou Jiwei. "Das bedeutet nicht, dass wir unsere Hände in den Schoß legen und nichts tun." Wenn größere Institutionen große Risiken zeigten und die Auswirkungen auf die Wirtschaft groß seien, "wird die Regierung zur Geisel genommen und muss einschreiten", sagte Lou Jiwei.

Nach den Beratungen mit seinen Amtskollegen und Zentralbankchefs aus den anderen G20-Ländern sprach der Minister von einer "guten Vorbereitung" für den G20-Gipfel am 4. und 5. September in Hangzhou in Ostchina. Er hob besonders die Bemühungen für Strukturreformen hervor. China hält in diesem Jahr die Präsidentschaft in der G20-Gruppe und organisiert zum ersten Mal einen solchen Gipfel./lw/sl/DP/zb

24.07.2016

Schäuble: G20-Länder setzen zunehmend auf Strukturreformen

CHENGDU (dpa-AFX) - Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) setzen nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verstärkt auf grundlegende Reformen zur Ankurbelung von Wirtschaft und Beschäftigung. "Wir brauchen nachhaltige Investitionen, wir brauchen Strukturreformen", sagte Schäuble am Sonntag im chinesischen Chengdu nach zweitägigen Beratungen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs. Die Debatte verlagere sich zunehmend in diese Richtung. Die Finanz- und Geldpolitik spiele natürlich eine Rolle. Sie sei aber kein Ersatz, sagte Schäuble.

Europa habe - mit Ausnahme Großbritanniens nach dem Brexit-Votum - nicht im Fokus der G20-Beratungen gestanden. Das Gerede über finanziellen Spielraum in Deutschland für mehr Wachstum und Investitionen gehe "völlig an der Realität vorbei", sagte Schäuble. Die deutsche Finanzpolitik sei angemessen und leicht expansiv. Engpässe bei Investitionen in Deutschland ergäben sich vielmehr aus der schleppenden Umsetzung von Projekten. 2017 übernimmt Deutschland die G20-Präsidentschaft./sl/lw/DP/zb

24.07.2016

Ökonom: Mehr Geld in Infrastruktur vermeidet Zusatzkosten

BERLIN (dpa-AFX) - Bund und Länder müssen nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bei den Investitionen in die Infrastruktur noch deutlich nachlegen. Lastwagen, die im Stau stehen oder Umwege fahren müssen, verursachten zusätzliche Kosten, sagte der IW-Experte für öffentliche Finanzen, Tobias Hentze, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Deutschland dürfe sich "nicht vergleichen mit anderen Ländern, die vielleicht mehr Schlaglöcher oder noch marodere Brücken haben. Man muss den Anspruch haben, weit vorne zu sein, um die Stärken, die man im Wettbewerb hat, mindestens zu behaupten", stellte Hentze fest./brd/DP/zb

22.07.2016

AKTIE IM FOKUS 2: ElringKlinger laufen Aktionäre nach neuer Gewinnwarnung weg

(neu: Schlusskurse, DZ Bank )

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Serie an Gewinnwarnungen bei ElringKlinger reißt nicht ab und hat vor dem Wochenende die Anleger des Autozulieferers in Scharen aus der Aktie getrieben. Dem inzwischen in den SDax abgestiegenen Unternehmen gelang es wieder einmal nicht, das Ruder herumzureißen und seiner übervollen Auftragsbücher Herr zu werden. So entstanden auch im zweiten Quartal wieder zu hohe Kosten für Sonderfrachten und externe Qualitätskontrollen.

Die Aktien brachen am Freitag um 13,23 Prozent auf 15,965 Euro ein. Zeitweise waren sie im kaum veränderten Gesamtmarkt sogar bis auf 15,155 Euro abgestürzt und damit so günstig zu haben gewesen wie zuletzt vor fünf Jahren.

SERIE AN GEWINNWARNUNGEN FORTGESETZT

"Mit dieser Prognosesenkung hat der ElringKlinger-Konzern seinen Gewinnwarnungsrekordlauf fortgesetzt", sagte Analyst Christoph Laskawi von der Deutschen Bank.

Seit 2015 hat ElringKlinger nun zum dritten Mal die Ergebnisziele gekappt. Statt eines Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 160 bis 170 Millionen Euro rechnet der Zulieferer aus Dettingen/Erms - ohne zukaufsbedingte Anpassungen - nun nur noch mit 140 bis 150 Millionen Euro für 2016.

Laskawi nahm - wie mehrere weitere Analysten - diese Ankündigung daher zum Anlass, seine Kaufempfehlung für die Aktie zu streichen. Neben den Experten der DZ Bank entschied sich etwa auch Paul Kratz von der Berenberg Bank zu diesem Schritt und schrieb: "Die grundlegenden Probleme scheinen sich nicht geändert zu haben." Dabei verwies er auf "die Flaschenhals-Problematik, die es bereits 2015 gegeben hat".

PARADOX: DIE AUFTRAGSBÜCHER SIND ZU VOLL

Das mit Zylinderkopfdichtungen groß gewordene Unternehmen leidet immer noch unter seinen vollen Auftragsbüchern. Weil der Zulieferer die Aufträge nicht aus eigener Kraft erfüllen kann, entstanden einmal mehr hohe Kosten.

"Der Markt hatte auf eine strengere Finanzkontrolle gehofft und ist enttäuscht worden", sagte auch ein Händler. Die Erwartungen seien hoch gewesen, nachdem Ende des vergangenen Jahres eigens ein Finanzressort geschaffen und der Posten, den zuvor Vorstandschef Stefan Wolf inne hatte, Thomas Jessulat anvertraut worden war. "Das Vertrauen der Aktionäre ist nun einmal mehr verspielt worden."/ck/das/ck/he

22.07.2016

ANALYSE-FLASH: Warburg Research senkt Ziel für Hapag-Lloyd auf 30 Euro - 'Buy'

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel für Hapag-Lloyd nach einer Gewinnwarnung von 31,50 auf 30,00 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Die reduzierten Geschäftsziele und die niedrigen Frachtraten der Container-Reederei im zweiten Quartal hätten ihn negativ überrascht, schrieb Analyst Christian Cohrs in einer Studie vom Freitag. Positiv wertete er hingegen die langerwartete Unterzeichnung des Fusionsvertrags mit der United Arab Shipping Company (UASC)./edh/zb

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22.07.2016

ANALYSE-FLASH: HSBC senkt Ziel für Lufthansa auf 7,25 Euro - 'Reduce'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für Lufthansa nach einer Gewinnwarnung von 7,50 auf 7,25 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Reduce" belassen. In Reaktion auf das gesenkte Ergebnisziel der Fluggesellschaft reduzierte Analyst Andrew Lobbenberg seine Gewinnprognosen (EPS) für die Jahre 2016 bis 2018. Die kolportierte Übernahme von Air-Berlin-Teilen wäre strategisch logisch, berge aber auch Risiken, schrieb er in einer Studie vom Freitag./edh/zb

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22.07.2016

ANALYSE-FLASH: Barclays hebt Ziel für Inditex auf 26 Euro - 'Underweight'

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für Inditex von 25 auf 26 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Underweight" belassen. Nach dem britischen Brexit-Votum hätten es die europäischen Modehändler mit einem rückläufigen Markt in Großbritannien und einem schwachen Wachstumsumfeld auf dem Kontinent zu tun, schrieb Analyst Christodoulos Chaviaras in einer Studie vom Freitag. Dem spanischen Bekleidungskonzern dürften auch negative Währungseffekte zu schaffen machen. Das höhere Kursziel begründete er mit der Verlagerung des Bewertungshorizonts in die Zukunft./edh/la

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22.07.2016

ANALYSE-FLASH: JPMorgan hebt Leoni auf 'Neutral' und Ziel auf 28 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat Leoni nach vorläufigen Zahlen von "Underweight" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 22,50 auf 28,00 Euro angehoben. Das operative Ergebnis des zweiten Quartals übertreffe seine und die Markterwartungen deutlich, schrieb Analyst Nikhil Bhat in einer Studie vom Freitag. Dies zeige, dass der Autozulieferer seine Kosten nun unter Kontrolle habe./ag/la

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22.07.2016

ANALYSE-FLASH: Bernstein hebt Ziel für HeidelbergCement auf 92 Euro - Outperform

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für HeidelbergCement vor Zahlen von 89 auf 92 Euro angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Die Baustoffbranche bleibe im Aufwind mit erwartetem weiteren Gewinn- und Dividendenwachstum, schrieb Analyst Phil Roseberg in einer Branchenstudie vom Freitag. Die Berichtssaison zum zweiten Quartal dürfte diese These untermauern./mis/zb

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22.07.2016

ANALYSE-FLASH: Bernstein senkt Ziel für Roche auf 281 Franken - 'Outperform'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für Roche nach Halbjahreszahlen von 285 auf 281 Franken gesenkt, die Einstufung aber auf "Outperform" belassen. Der Pharmakonzern habe die Markterwartungen übertroffen, schrieb Analyst Tim Anderson in einer Studie vom Freitag. Dabei habe das Unternehmen aber von einem Einmaleffekt profitiert, ohne den der operative Kerngewinn knapp unter der durchschnittlichen Schätzung geblieben wäre./mis/zb

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22.07.2016

ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank senkt ElringKlinger auf 'Hold' - Ziel 19 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Deutsche Bank hat ElringKlinger nach einer Prognosesenkung von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 24 auf 19 Euro gesenkt. Der Autozulieferer setze seine Serie von Gewinnwarnungen zu ungünstigen Zeitpunkten fort, schrieb Analyst Christoph Laskawi in einer Studie vom Freitag. Denn drei Vorabberichte aus der Branche sprächen eigentlich für eine positive Gewinndynamik im zweiten Quartal in Europa. Für den neuen Finanzvorstand werde eine Trendwende nun noch schwieriger. Laskawi reduzierte seine Schätzungen deutlich./ag/edh

22.07.2016

ANALYSE-FLASH: Independent senkt ElringKlinger auf 'Verkaufen' - Ziel 15 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Independent Research hat ElringKlinger nach einer weiteren Gewinnwarnung von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel von 23 auf 15 Euro gesenkt. Die anhaltenden Probleme deuteten nicht darauf hin, dass der Autozulieferer eine schnelle Trendwende schaffen könne, schrieb Analyst Zafer Rüzgar in einer Studie vom Freitag. Der Experte reduzierte seine Gewinnschätzungen (EPS) für 2016 und 2017 deutlich und rechnet angesichts des Vertrauensverlustes der Anleger mit weiteren Belastungen für die Aktie./edh/zb

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22.07.2016

ANALYSE-FLASH: Goldman senkt Ziel für Daimler auf 69 Euro - 'Buy'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Daimler nach Zahlen für das zweite Quartal von 70 auf 69 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Der Autobauer habe starke Resultate vorgelegten und die Dividende erscheine sicher, schrieb Analyst Stefan Burgstaller in einer Studie vom Freitag. Daimler sei seine bevorzugte Wahl unter den Aktien deutscher Autobauer. Die Zielsenkung resultierte aus kleineren Anpassungen des Bewertungsmodells./mis/zb

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