dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

19.09.2014

IG Metall will auch im Bezirk Mitte Bildungsteilzeit durchsetzen

FRANKFURT (dpa-AFX) - In den kommenden Tarifgesprächen für die Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall auch in ihrem Bezirk Mitte eine neuartige Bildungsteilzeit durchsetzen. Aus diesem Grund haben die Tarifkommissionen für die Bundesländer Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Saarland die bestehenden Vereinbarungen zur Qualifizierung gekündigt, wie die Gewerkschaft am Freitag in Frankfurt mitteilte. Nach dem Modell der Altersteilzeit sollen Fortbildungswillige bis zu zwei Jahre Freizeit mit Lohnausgleich für eigene Bildungsprojekte nehmen können, wenn sie zuvor bei voller Arbeit auf einen Teil ihres Entgeltes verzichtet haben.

Für die etwa 420 000 Beschäftigten der auch in Mitteldeutschland zentralen Schlüsselindustrie geht es zudem um höhere Löhne und den flexiblen Übergang in die Rente, der ebenfalls neu ausgehandelt werden muss. Die bestehenden Tarifverträge laufen zum Jahresende aus. Die konkrete Höhe der Lohnforderung solle im Laufe des Herbstes festgelegt werden, kündigte die Gewerkschaft an. "Es gibt keinen Grund zur Lohnzurückhaltung, aber viele gute Gründe für kräftige Lohnsteigerungen", sagte IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild./ceb/DP/jkr

19.09.2014

ROUNDUP: Microsoft schließt Forschungslabor im Silicon Valley

REDMOND (dpa-AFX) - Microsoft schließt im Zuge seines radikalen Umbaus auch ein Forschungslabor im Silicon Valley. In Mountain View arbeiteten zuletzt 75 Forscher unter anderem an Lösungen für das verteilte Rechnen, zum Schutz der Privatsphäre und der IT-Sicherheit sowie neuer Internet-Services. Die Niederlassung solle bereits an diesem Freitag geschlossen werden, teilte Microsoft-Mitarbeiter Derek Murray auf Twitter mit. Laut Medienberichten sind 50 der Forschungsstellen von den Streichungen betroffen.

Insgesamt arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter bei Microsoft Research in rund einem Dutzend Labors. Wie die "Seattle Times" berichtete, soll in Mountain View, wo auch Google seinen Firmensitz hat, die Forschungsgruppe für Cybersecurity und Datensicherheit aufgespalten werden und Mitarbeiter zum Teil in andere Unternehmensbereiche wechseln.

Die Schließung des Microsoft Research Centers im Silicon Valley bedeute aber nicht, dass sich Microsoft aus der Forschung zurückzieht, betonte ein Sprecher gegenüber "ZDnet". Es werde vielmehr eine "Konsolidierung der Labors an der Westküste" der USA angestrebt. Den meisten Betroffenen solle ein Job in einem anderen Bereich angeboten werden.

Demnach beschäftigt Microsoft im Silicon Valley auch weiterhin noch rund 2500 Mitarbeiter, die unter anderem an Skype, dem Business-Netzwerk Yammer, der Spielekonsole Xbox oder Microsofts Suchmaschine Bing arbeiteten.

Die geplanten Streichungen sind Teil eines unfangreichen Jobabbaus, den der neue Chef Satya Nadella im Juli eingeleitet hatte. Nach den Plänen sollen 18 000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Vor allem sind davon ehemalige Mitarbeiter des von Microsoft gekauften finnischen Handyherstellers Nokia betroffen. In der aktuellen zweiten Entlassungswelle sollen weltweit 2100 Mitarbeiter aus allen Bereichen des Unternehmens gehen. Nadella will den Softwarekonzern stärker auf das Cloud-Geschäft und mobile Lösungen ausrichten.

Noch nie in der Geschichte des Unternehmens hat es so große personelle Einschnitte gegeben wie nun bei der von Nadella eingeleiteten Neuorganisation. Nadella hatte im Februar den Chefposten von Steve Ballmer übernommen, der sich inzwischen komplett aus dem Unternehmen zurückgezogen hat. Erst Anfang der Woche machte Nadella die Übernahme des "Minecraft"-Erfinders Mojang perfekt. Für den Spieleentwickler legt das Unternehmen 2,5 Milliarden Dollar in./gri/DP/fbr

19.09.2014

Stühlerücken im Celesio-Vorstand

STUTTGART (dpa-AFX) - Der erst jüngst vom US-Konzern McKesson übernommene Pharmahändler Celesio baut seinen Vorstand um. Marketingvorstand Stephan Borchert scheide zum Ablauf des 22. September 2014 "in bestem beiderseitigem Einvernehmen" aus, teilte das Unternehmen am Freitag in Stuttgart mit. Neu in das Gremium rückt Tilo Köster auf, der für die Themen Recht und Compliance Verantwortung trage. Köster ist seit 1992 bei dem Unternehmen. Vorstandschef Marc Owen sagte, die Berufung des Managers spiegele die zunehmende Bedeutung des regulatorischen Umfelds sowie der Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Regelungen für das Geschäft in einem zunehmend globalen Umfeld wider./ols/DP/fbr

19.09.2014

US-Anleihen starten überwiegend mit leichten Kursgewinnen

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen sind am Freitag überwiegend fester in den Handel gestartet. Fundamentale Impulse werden kaum erwartet. Es steht lediglich der Sammelindex der Frühindikatoren auf dem Kalender. Der Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich spielte am US-Markt kaum eine Rolle.

Zweijährige Anleihen lagen unverändert bei 99 27/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,57 Prozent. Fünfjährige Anleihen kletterten um 1/32 Punkt auf 99 2/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,83 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Papiere kletterten 3/32 Punkte auf 98 Punkte. Die Rendite lag bei 2,61 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren stiegen um 11/32 Punkte auf 96 5/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,33 Prozent./jsl/jkr

19.09.2014

ZF will nach TRW-Übernahme keine Arbeitsplätze abbauen

FRIEDRICHSHAFEN (dpa-AFX) - Beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen soll es nach der Übernahme von TRW Automotive keine Entlassungen geben. "Wir brauchen alle Mitarbeiter. Beide Unternehmen bauen derzeit Personal auf, da sie aufgrund ihrer Technologieposition zur Zeit stark wachsen", sagte der ZF-Vorstandschef Stefan Sommer der "Automobilwoche". "Weil die TRW-Übernahme ein komplementärer Deal und kein synergieorientierter ist, müssen wir keine Werke in den Wettbewerb stellen. Vor allem in der Entwicklung haben beide Unternehmen in Nordamerika wie in Europa noch Personalbedarf."

Die Arbeitnehmervertretung der ZF hatte die Übernahme ebenfalls unterstützt - unter der Voraussetzung, dass der Zukauf nicht zulasten der ZF-Standorte gehe. Dies sei mit dem Vorstand vereinbart worden, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Achim Dietrich-Stephan Anfang der Woche. "Wir haben erreicht, dass die Arbeitsplätze in Deutschland abgesichert sind."

ZF Friedrichshafen übernimmt den US-Zulieferer TRW Automotive für umgerechnet rund 9,5 Milliarden Euro (12,4 Milliarden US-Dollar). Die US-Amerikaner sind vor allem für ihre Sicherheitsprodukte wie Airbags, Gurte, Brems- oder Fahrerassistenzsysteme bekannt. Die Deutschen waren in der Vergangenheit insbesondere auf Antriebe und Fahrwerke spezialisiert. Zusammen kommen ZF und TRW auf rund 30 Milliarden Euro Jahresumsatz. Sie beschäftigen insgesamt rund 138 000 Mitarbeiter weltweit./kst/DP/fbr

19.09.2014

Schwedischer Bezahldienst Klarna kündigt US-Start an

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Der schwedische Bezahldienst Klarna geht in die USA. Der Marktstart sei für Anfang 2015 geplant, kündigte der Spezialist für Rechnungskäufe am Freitag an. Klarnas Chef und Mitgründer Sebastian Siemiatkowski sieht eine Marktlücke: Online-Händler in den USA seien von den bisherigen Zahlungslösungen desillusioniert, erklärte er.

Die Firma aus Stockholm setzt unter anderem auf ihren Service Klarna Checkout, bei dem es dem Kunden ausreicht, seine E-Mail-Adresse und die Postleitzahl einzutragen. Nur beim ersten Mal sind noch Geburtsdatum und Adresse erforderlich, eine Anmeldung mit einem Kundenpasswort direkt beim Händler entfällt. Um Missbrauch auszuschließen, gibt es im Hintergrund ein System von Sicherheitschecks. Im Heimatmarkt Schweden werden rund zehn Prozent des Online-Handels über Klarna abgewickelt./so/DP/stk

19.09.2014

Frankreichs Verfassungsgericht kippt 'Red-Bull-Steuer'

PARIS (dpa-AFX) - Das französische Verfassungsgericht hat die sogenannte "Red-Bull-Steuer" gekippt. Der Aufschlag für Energy Drinks sei derzeit nicht verfassungskonform, urteilte der Verfassungsrat in einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung. Die Richter bemängeln eine Ungleichbehandlung gegenüber koffeinhaltigen Getränken, die nicht als Energy Drinks ausgezeichnet und dann nicht extra besteuert werden. Der Gesetzgeber kann die Regelung bis Ende des Jahres anpassen. Per Red-Bull-Steuer wird eine 0,25-Liter-Dose etwa 25 Cent teurer. Paris will 60 Millionen Euro pro Jahr damit einnehmen. Begründet wurde das Projekt mit Gesundheitsrisiken, die von diesen Getränken ausgehen könnten./gro/DP/stk

19.09.2014

Wechsel an der Spitze der Douglas-Parfümerien

HAGEN (dpa-AFX) - Douglas-Vorstandschef Henning Kreke übernimmt kommissarisch die Leitung der gleichnamigen Parfümeriekette. Der zum Monatsende auslaufende Vertrag des bisherigen Parfümerie-Chefs Manfred Kroneder werde in beiderseitigem Einvernehmen nicht verlängert, teilte das Unternehmen am Freitag in Hagen mit. Kreke werde den Posten zunächst zusätzlich zu seinem bisherigen Amt übernehmen. Für die Parfümeriesparte kündigte Kreke eine Fortsetzung des Wachstumskurses an. Zu den Hintergründen des Wechsels wollte eine Sprecherin keine Stellung nehmen. Douglas gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Advent./uta/DP/stk

19.09.2014

IPO/ROUNDUP 2: Börse im Alibaba-Fieber - Höchstpreis für Aktien

NEW YORK/PEKING (dpa-AFX) - Der Countdown läuft: Beim mit Spannung erwarteten Börsengang will der chinesische Onlineriese Alibaba seine Aktien in New York zum Höchstpreis anbieten. Die Anteilsscheine sollen für 68 Dollar am Freitagnachmittag europäischer Zeit unter dem Kürzel BABA in den Handel gehen. Es könnte der größte Börsengänge aller Zeiten werden. Firmengründer Jack Ma hatte zuletzt auch kräftig die Werbetrommel gerührt und wird zum Start an der Wall Street erwartet.

Alibaba peilt mit dem Gang aufs Börsenparkett einen Emissionserlös von mindestens 21,8 Milliarden Dollar an. Das Volumen könnte sogar 25 Milliarden Dollar (19,3 Mrd Euro) erreichen, wenn das Interesse so gewaltig ist, dass die bei der Platzierung beteiligten Investmentbanken auch zugreifen und ihre Zeichnungsrechte ausüben. Da zunächst nur ein Teil des Unternehmens an der Börse gelistet wird, ist Alibaba auf dieser Grundlage insgesamt bis zu 168 Milliarden Dollar wert.

GRÖSSTER BÖRSENGANG

Noch nie hat ein Unternehmen bei seinem Aktiendebüt mehr Geld bei Investoren einsammeln können. Die bislang größten Börsengänge in den USA gelangen der Kreditkartenfirma Visa <3V64.FSE> 2008, dem Autobauer General Motors bei seinem Neustart 2010 und Facebook im Jahr 2012. Weltweit liegt die Agricultural Bank of China bislang an der Spitze.

Alibaba ist beim tatsächlichen Handelsvolumen nach eigenen Angaben größer als Amazon oder Ebay . Zu den großen Handelsplätzen des Konzerns gehören die Plattformen Taobao, Tmall und Juhuasuan. 231 Millionen Käufer und acht Millionen Verkäufer wickelten hier im vergangenen Jahr Geschäfte über 248 Milliarden Dollar ab.

Alibaba wird an der Wall Street trotz seiner Größe ein Exot sein. Außerhalb Chinas war der Konzern bislang vergleichsweise unbekannt. Die Konzernstruktur mit etlichen Beteiligungsverzweigungen und verstrickten Eigentumsverhältnissen ist für Außenstehende nur schwer zu durchblicken. Außerdem kritisieren Analysten die Machtballung im engen Führungszirkel um Gründer Jack Ma.

SONDERSENDUNGEN IM FERNSEHEN UND SONDERAUSGABEN

Trotzdem war die Nachfrage der Investoren nach den Aktien bereits im Vorfeld des Börsengangs so riesig, dass der Konzern das obere Ende der Preisspanne für seine Anteilsscheine am Dienstag von 66 auf 68 Dollar erhöht hatte. Auf einen Milliardenregen dürfen sich nun die größten Alibaba-Anteilseigner freuen. Die japanische Softbank hält 34,1 Prozent und das US-Internet-Urgestein Yahoo 22,4 Prozent.

Mit Sondersendungen im Fernsehen und Sonderausgaben von Zeitungen wurden Millionen Chinesen auf den Börsengang eingestimmt. Stunden vor dem erwarteten Aktiendebüt in New York verfolgten knapp 23 Millionen Nutzer Diskussionen um Chancen und Risiken von Alibaba auf Chinas größtem Mikroblog Sina Weibo. Gleichzeitig gab es jedoch auch Kritik. Wegen der strengen Kapitalverkehrskontrollen ist es den meisten Chinesen nicht möglich, Aktien im Ausland zu kaufen. Ein Nutzer kritisierte online: "Das ist doch paradox: Eine chinesische Firma geht an die Börse, und Chinesen können nicht mitbieten."

Auch Alibaba versuchte, seine Angestellten auf das Megaereignis einzustimmen. Im Internet verbreiteten Mitarbeiter der Firma Fotos von T-Shirts, die das Unternehmen an sie verteilt hatte. Auf der Vorderseite der T-Shirts steht "Man muss Träume haben." Auf der Rückseite prangert der Schriftzug: "Was ist wenn sie wahr werden?"/hbr/seu/DP/stk

19.09.2014

ROUNDUP: Daimler stellt noch mehr Autohäuser zum Verkauf - vor allem im Osten

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Autobauer Daimler stellt noch mehr Autohäuser zum Verkauf als bislang bekannt. Eine Daimler-Sprecherin bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Leipziger Volkszeitung". Inzwischen sei der Verkauf aller Niederlassungen in den neuen Bundesländern vorgesehen, sagte sie. Ursprünglich war nur von den Niederlassungen in Magdeburg, Schwerin und Rostock mit ihren Werkstätten und Autohäusern die Rede gewesen. Nun kommen Leipzig, Dresden und Teile von Berlin hinzu, weil sich "ertragsstarke" Interessenten gemeldet hätten. An den Standorten im Osten Deutschlands arbeiten rund 1100 Mitarbeiter.

Damit sollen nun 63 von insgesamt 158 Autohäusern und Werkstätten konzerneigener Niederlassungen veräußert werden. Ursprünglich war von 36 Standorten die Rede gewesen. Daimler stellt sein komplettes Niederlassungsnetz auf den Prüfstand, weil es an der Profitabilität hapert. Bestehende Niederlassungen sollen ab Januar 2015 zu regionalen Betriebsverbünden zusammengefasst werden.

Zuletzt arbeiten dort 15 000 Menschen. Betroffene Beschäftigte sollen bei eventuellen Nachteilen einen finanziellen Ausgleich bekommen. Zudem werden betriebsbedingte Kündigungen bis 2023 ausgeschlossen. Dass der Autobauer seine Autohäuser prüft, war 2013 bekanntgeworden.

Der zuständige Gewerkschaftsfunktionär von der IG Metall Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen, Joachim Fichtner, erklärte: "Beschäftigte und Betriebsräte akzeptieren nicht, eiskalt abserviert zu werden." Auch bei einem Verkauf würde man schlechtere Bedingungen oder den Abbau von Beschäftigten nicht hinnehmen. "Stattdessen fordern wir klare Zusagen für alle Standorte und Arbeitsplätze sowie die Festschreibung bisheriger Arbeitsstandards. Kritik kam zuletzt auch vom Betriebsrat./ang/ols/DP/mmb

19.09.2014

Aktien Frankfurt: Dax reduziert Gewinn nach Verfall von Terminkontrakten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist am Freitag die anfängliche Schottland-Euphorie einer gewissen Ernüchterung gewichen. Grund für die moderate Eintrübung war der als "Hexensabbat" bezeichnete große Verfallstag von Index-Derivaten am frühen Nachmittag. Der Dax notierte zuletzt 0,32 Prozent höher bei 9829,94 Punkten, nachdem er am Vormittag fast an der Marke von 9900 Punkten gekratzt hatte. Damit deutet sich für den Leitindex ein Wochenplus von mehr als zwei Prozent an. Für den MDax ging es am Freitag zuletzt um 0,34 Prozent auf 16 304,76 Punkte hoch. Der TecDax gewann 0,65 Prozent auf 1257,84 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich nahezu unverändert.

Nach Auszählung aller Stimmbezirke in Schottland steht das Endergebnis des mit Spannung erwarteten Referendums fest: 55,3 Prozent stimmten für den Verbleib des Landes im Vereinigten Königreich. 2,0 Millionen Wähler sagten am Donnerstag "Nein" auf die Frage, ob Schottland unabhängig werden soll, 1,6 Millionen stimmten mit "Ja". Die jüngsten Meinungsumfragen hätten dies zwar bereits signalisiert, dennoch sei die Unsicherheit nun vom Tisch, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black.

SAP SACKEN NACH ANGEKÜNDIGTER ÜBERNAHME DEUTLICH AB

"Mitunter wirkte es in den letzten Wochen so, als wolle der DAX nur widerwillig nach oben. Die Marke von 9.800 Zählern lag wie Blei im Markt, doch spätestens das Referendum der Schotten und der Verbleib im Königreich hat die Fesseln gelöst", kommentierte Marktexpertin Sarah Brylewski von Ayondo Markets in London. Zwar seien viele Anleger immer noch skeptisch, doch zunächst stehe die Börsenampel auf grün, womit der Spurt Richtung 10 000 Punkte beginnen könne. "Die Geopolitik haben die meisten mittlerweile schon vergessen oder zumindest eingepreist, die Notenbanken drücken in Europa, Japan und China voll aufs Gaspedal und in den USA bleibt Janet Yellen wie gewünscht zahm in ihren Bemühungen restriktiver Geldpolitik", sagte Brylewski.

Größter Verlierer im Dax waren Aktien von SAP , die um 3,72 Prozent fielen. Der Softwarekonzern will mit Concur einen US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement erwerben, um sein wachsendes Geschäft mit Mietsoftware (Cloud) auszubauen. Mit einem Kaufpreis von rund 6,5 Milliarden Euro wäre dies die teuerste Übernahme der Firmengeschichte. Bernstein-Analyst Mark Moerdler beschrieb den Zukauf als "wirklich große Wette". Damit setze SAP-Chef McDermott in der Cloud auf eine aggressivere Strategie als die Rivalen in der Softwarebranche.

DEUTSCHE BANK LEGEN NACH PRESSEBERICHT ZU

Spitzenreiter im Dax waren Papiere der Deutschen Telekom, die sich nach einer Kaufempfehlung und einer Kurszielerhöhung durch die Analysten der Citigroup um mehr als drei Prozent verteuerten. Anteilsscheine der Deutschen Bank profitierten mit plus 1,21 Prozent von Pressebericht, wonach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Trennbankengesetz entschärfen und Banken damit mehr Freiraum für Spekulationsgeschäfte im eigenen Haus geben will. Zudem steigt am Abend das Gewicht der Titel im Dax. Grund dafür ist die jüngste Kapitalerhöhung des deutschen Branchenprimus.

Im TecDax profitierten die Titel von Kontron von einem positiven Analystenkommentar und standen mit einem Plus von mehr als sieben Prozent ganz oben im Tableau. Aktien des ehemaligen TecDax-Mitglieds Singulus brachen hingegen um mehr als 14 Prozent ein. Das Maschinenbauunternehmen korrigierte am Vorabend seine Erwartungen für das Gesamtjahr./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

19.09.2014

Aktien New York Ausblick: Gewinne - Schottland-Referendum, Countdown für Alibaba

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einer äußerst turbulenten Woche mit dem US-Leitzinsentscheid und dem Schottland-Referendum steht den US-Börsen am Freitag noch ein weiteres Großereignis bevor: An der New Yorker Wall Street gibt der Internetriese Alibaba sein Börsendebüt.

Vor dem mit Spannung erwarteten Ereignis sind die Vorzeichen positiv - nicht zuletzt, weil das Votum der Schotten gegen eine Abspaltung von Großbritannien weltweit für Erleichterung gesorgt hat. So stand der Future auf den Leitindex Dow Jones Industrial rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsstart 0,39 Prozent im Plus. Der Terminkontrakt auf den technologielastigen Nasdaq 100 stieg zuletzt um 0,30 Prozent.

Erst am Vortag hatten der Dow und der marktbreite S&P-500-Index dank des von der US-Notenbank Fed bekräftigten Niedrigzins-Versprechens im Verlauf neue Rekordhochs markiert. Mit dem Ergebnis der Abstimmung in Schottland seien nun alle Risiken aus dem Weg, schrieb Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari, wenngleich ein Sieg der Befürworter offenbar zu keiner Zeit wirklich wahrscheinlich gewesen sei und daher die Reaktion der Börsen weniger stark als gedacht ausfalle. Nach offiziellen Angaben hatten sich 55,3 Prozent aller Stimmberechtigten für den Verbleib im Vereinigten Königreich ausgesprochen.

Auf der Agenda stehen im Handelsverlauf noch die US-Frühindikatoren. Da ansonsten aber von Konjunkturseite wenig los ist, rechnet Erlam mit einer eher ruhigen Sitzung. Etwas Bewegung auch ohne Nachrichten könnte allerdings in den Handel wegen des "Hexensabbats" kommen. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt.

Zum Handelsstart an der New Yorker Börse werden sich die Blicke gespannt auf vier Buchstaben richten: BABA. Unter diesem Kürzel werden an diesem Tag erstmals die Aktien des Online-Einzelhändlers Alibaba gelistet. Mit einem Einstandspreis von 68 Dollar je Aktie hat der Konzern die Weichen für den größten Börsengang aller Zeiten gestellt. Angepeilt ist damit ein Emissionserlös von mindestens 21,8 Milliarden Dollar. Bereits im Vorfeld des Börsengangs war die Nachfrage der Investoren so rege, dass der Konzern das obere Ende der Preisspanne für seine Anteilsscheine von 66 auf 68 Dollar erhöht hatte.

Ebenfalls für Gesprächsstoff dürfte eine Übernahme sorgen. So will der deutsche SAP-Konzern für 8,3 Milliarden Dollar die US-amerikanische Concur Technologies schlucken, einen Anbieter von Firmensoftware für das Reisemanagement. Während die SAP-Aktien in Deutschland unter anderem wegen des hohen Kaufpreises nachgaben, ging es bei Concur vor dem US-Handelsstart bereits um knapp 20 Prozent nach oben.

Ein Kursfeuerwerk sprühte vorbörslich auch bei den Papieren des Kompressoren-Herstellers Dresser-Rand, die zuletzt um knapp 13 Prozent vorrückten. Offenbar bahnt sich ein Bietergefecht zwischen Siemens und dem Schweizer Sulzer-Konzern um das US-Unternehmen an. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete, bereitet Siemens ein Angebot über mindestens 6,5 Milliarden Dollar vor.

Im Fokus dürften daneben Oracle stehen, nachdem der Konzern am Vortag mit der Präsentation von Zahlen für das erste Quartal den Rückzug von Larry Ellison von der Konzernführung angekündigt hat. Der Gründer des SAP-Wettbewerbers wird künftig dem Verwaltungsrat vorstehen und sich als CTO um die technische Entwicklung kümmern. Oracle wies zudem einen Umsatz unter den Markterwartungen und einen stagnierenden Quartalsgewinn aus./tav/gl

19.09.2014

GESAMT-ROUNDUP: Märkte und Ökonomen erleichtert nach Schottland-Referendum

FRANKFURT/EDINBURGH (dpa-AFX) - Kein Bruch mit London, kein Durcheinander in Wirtschafts- und Währungsfragen: Finanzmärkte und Volkswirte haben erleichtert auf das Votum der Schotten gegen eine Abspaltung von Großbritannien reagiert. Das Ergebnis habe das Vereinigte Königreich vor einer Phase starker Unsicherheit bewahrt und Zweifel beseitigt, hieß es am Freitag in Kommentaren und Analysen. Die Zustimmung zur Union von 55,3 Prozent sorgte auch im Aktienhandel für Zuwächse.

In Frankfurt stieg der Dax in den ersten Handelsminuten um 0,53 Prozent, nachdem das Resultat des Referendums bereits am frühen Morgen bekanntgeworden war. Am Mittag lag der Dax mit 0,67 Prozent im Plus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte zum Handelsauftakt um 0,66 Prozent vor, der britische FTSE 100 zog um 0,68 Prozent an. In Tokio war der Nikkei-Index zuvor auf dem höchsten Stand seit November 2007 aus dem Geschäft gegangen.

WORST-CASE-SZENARIO VERMIEDEN

"Das Worst-Case-Szenario konnte vermieden werden", schrieb ein Analyst der italienischen Großbank Unicredit. Er sah die britische Wirtschaft nach dem Ja der Schotten zum Verbleib im Königreich auf einem robusten Wachstumspfad. Allerdings dürfte eine Rückkehr zu "business as usual" nach Einschätzung der DZ Bank nur bedingt möglich sein: "Dies liegt vor allem an den Zugeständnissen, die der britische Regierungschef David Cameron den Schotten versprochen hat." Unter anderem soll Schottland in der Finanzpolitik bessergestellt werden.

Auch an der Börse in Madrid nahmen Anleger die Niederlage der Abspaltungsanhänger mit Erleichterung auf. Der Index Ibex-35 stieg am Morgen um 1,24 Prozent. In Spaniens nordöstlicher Region Katalonien gibt es seit längerem ebenfalls eine starke Unabhängigkeitsbewegung.

AUFTRIEB BEIM BRITISCHEN PFUND

Das schottische Ergebnis gab dem britischen Pfund Auftrieb. Am Morgen wurde die Währung des Vereinigten Königreichs bei 1,6473 US-Dollar und 1,2753 Euro gehandelt - je etwa ein halbes Prozent höher als am Vortag. "Die Aufregung ist vorbei", sagte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Der Markt könne sich wieder ökonomischen Themen widmen.

Der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner, bewertete den Ausgang des Schottland-Referendums positiv: "Genauso wie es eine dumme Idee war, dass Schottland aus Großbritannien austritt, ist es eine dumme Idee, dass Großbritannien aus Europa austritt." Nach Auffassung der Berenberg Bank hat die Volksabstimmung auch die Chancen für einen Verbleib der Briten in der EU erhöht: Wenn es 2017 wie beabsichtigt zu einem Referendum in Großbritannien kommen sollte, "erwarten wir keinen Austritt des Vereinigten Königreichs".

Ähnlich beurteilte dies die Landesbank Baden-Württemberg: "Große Umwälzungen, wie sie im Falle einer schottischen Unabhängigkeit zu erwarten gewesen wären, wird es nun nicht geben." Die BayernLB rechnet damit, dass innerhalb des Vereinigten Königreichs nun allerdings auch England, Wales und Nordirland mehr Eigenständigkeit bekommen. Der britische Honorarkonsul und Vorstandschef der NordLB, Gunter Dunkel, sagte der Nachrichtenagentur dpa in Hannover: "Dies ist ein guter Tag für Europa und für den europäischen Gedanken."/jap/loh/DP/jkr

19.09.2014

Aktien Frankfurt: Dax legt weiter zu - Schottland bleibt Teil Großbritanniens

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Verbleib Schottlands als Teil Großbritanniens hat am Freitag den deutschen Aktienmarkt angetrieben. Der Dax stieg am Mittag um 0,82 Prozent auf 9878,78 Punkte. Am Donnerstag hatte bereits die Hoffnung auf eine Fortsetzung der aktienfreundlichen US-Geldpolitik das Börsenbarometer angetrieben, so dass der Leitindex auf ein Wochenplus von mehr als zwei Prozent hinsteuert. Für den MDax ging es zuletzt um 0,72 Prozent auf 16 366,18 Punkte hoch und der TecDax gewann 0,79 Prozent auf 1259,61 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog um 0,77 Prozent an und der britische Leitindex FTSE 100 rückte um 0,76 Prozent vor.

Nach Auszählung aller Stimmbezirke in Schottland steht das Endergebnis des mit Spannung erwarteten Referendums fest: 55,3 Prozent stimmten für den Verbleib des Landes im Vereinigten Königreich. 2,0 Millionen Wähler sagten am Donnerstag "Nein" auf die Frage, ob Schottland unabhängig werden soll, 1,6 Millionen stimmten mit "Ja".

Zwar hätten die jüngsten Meinungsumfragen bereits auf einen Sieg der Abspaltungsgegner hingedeutet, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black. Dennoch sei die Unsicherheit nun vom Tisch und das sei positiv für die Aktienmärkte. Zudem könnte der klare Sieg der "Nein"-Kampagne andere Unabhängigkeitsbewegungen innerhalb Europas davon abhalten, in naher Zukunft ebenfalls Referenden anzustreben.

'HEXENSABBAT' IM FOKUS

Darüber hinaus ist an diesem Freitag wieder "Hexensabbat": An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Von diesem "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt. Infolgedessen können die Aktienkurse auch ohne aktuelle Nachrichten stark schwanken.

Größter Verlierer im Dax waren Aktien von SAP , die um 2,79 Prozent auf 58,22 Euro fielen. Der Softwarekonzern plant einen weiteren Milliardenzukauf, um sein wachsendes Cloud-Geschäft auszubauen. SAP will Concur , einen US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung, für rund 6,5 Milliarden Euro (8,3 Milliarden US-Dollar) übernehmen. Es wäre die teuerste Übernahme in der Geschichte des Unternehmens. Bernstein-Analyst Mark Moerdler beschrieb den Zukauf als "wirklich große Wette". Damit setze SAP-Chef McDermott in der Cloud auf eine aggressivere Strategie als die Rivalen in der Softwarebranche.

DEUTSCHE BANK LEGEN NACH PRESSEBERICHT ZU

Anteilsscheine der Deutschen Bank hingegen profitierten mit plus 1,52 Prozent von einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), wonach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Trennbankengesetz entschärfen und Banken damit mehr Freiraum für Spekulationsgeschäfte im eigenen Haus geben will. Zudem steigt am Abend das Gewicht der Titel im Dax. Grund dafür ist die jüngste Kapitalerhöhung des deutschen Branchenprimus. Die Aktien der Deutschen Telekom waren mit einem Gewinn von 2,83 Prozent der Spitzenreiter im Dax. Die US-Bank Citigroup hatte die Papiere zum Kauf empfohlen.

Aktien des ehemaligen TecDax-Mitglieds Singulus jedoch brachen um mehr als 14 Prozent ein. Das Maschinenbauunternehmen korrigierte am Vorabend seine Erwartungen für das Gesamtjahr. Begründet wurde dies damit, dass keine größeren Investitionen für Blu-ray Disc Produktionsanlagen geplant seien und sich im Segment Solar die weiteren Auftragseingänge verzögern. Die im MDax notierten Papiere von Südzucker schließlich verloren am Indexende rund 1 Prozent. Die Tochter Cropenergies sieht wegen des Preisverfalls bei Bioethanol keine Chance mehr auf schwarze Zahlen in diesem Geschäftsjahr. Deren Titel verloren knapp 4 Prozent./la/fbr

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

19.09.2014

SCHOTTLAND/ROUNDUP: Finanzmärkte reagieren erleichtert auf Referendum

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Finanzmärkte haben am Freitag mit Erleichterung auf den Verbleib Schottlands als Teil Großbritanniens reagiert. "Vorerst können die Märkte zur Normalität zurückkehren", sagte Robert Wood, Chefvolkswirt für Großbritannien bei der Berenberg Bank. Wie am Freitagmorgen nach Auszählung aller Stimmen feststand, hat sich eine Mehrheit der Schotten gegen eine Loslösung vom Vereinigten Königreich ausgesprochen.

Am deutlichsten fiel die Reaktion am Devisenmarkt aus: Das britische Pfund legte zum amerikanischen Dollar um bis zu 0,4 Prozent auf 1,65 US-Dollar zu und stieg damit auf den höchsten Stand seit Anfang September. Das Plus konnten aber nicht gehalten werden, Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Verglichen mit anderen großen Währungen hielt sich das Pfund aber gut. Der Dollar neigt derzeit zur Stärke, weil Zinsanhebungen der Notenbank Fed näher rücken.

Seit Monatsbeginn war das Pfund indes zeitweise stark unter Druck geraten, weil einzelne Umfragen eine knappe Mehrheit für das Unabhängigkeitslager ergeben hatten. Erhebungen kurz vor der Abstimmung deuteten jedoch den Sieg der Abspaltungsgegner an, die britische Währung konnte deshalb schon in den vergangenen Tagen Boden gut machen.

BÖRSEN IM PLUS

An den Aktienmärkten standen die Ampeln auf grün: Der britische Börsenindex FTSE 100 stieg im Vormittagshandel um 0,7 Prozent. Ähnlich stark legte der europäische Index Euro Stoxx 50 und der deutsche Leitindex Dax zu .

Am britischen Anleihemarkt setzte sich der Zinsanstieg der vergangenen Tage fort. Händler begründeten dies mit der absehbaren Geldpolitik der Bank of England: Im Laufe der kommenden Monate dürfte sie als erste große Zentralbank mit Zinsanhebungen beginnen. Hätte sich Schottland von Großbritannien losgesagt, wäre dieser Kurs vermutlich nicht mehr zu halten gewesen. Nun aber sehe sich die Notenbank wesentlich geringerer Unsicherheit ausgesetzt, kommentierte Experte Daniel Vernazza von der Unicredit./bgf/jkr/fbr

19.09.2014

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Gewinne nach Schottland-Referendum

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Verbleib Schottlands als Teil Großbritanniens hat am Freitag für Erleichterung unter den Anlegern gesorgt. Im frühen Handel stieg der Dax um 0,65 Prozent auf 9862,13 Punkte. Am Donnerstag hatte bereits die Hoffnung auf eine Fortsetzung der aktienfreundlichen US-Geldpolitik das Börsenbarometer angetrieben, so dass der Leitindex auf ein Wochenplus von rund zwei Prozent hinsteuert. Für den MDax ging es zuletzt um 0,72 Prozent auf 16 366,38 Punkte hoch und der TecDax gewann 0,87 Prozent auf 1260,49 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,61 Prozent vor und der britische Leitindex FTSE 100 zog um 0,52 Prozent an.

Nach Auszählung aller Stimmbezirke in Schottland steht das Endergebnis des Referendums fest. 55,3 Prozent stimmten für den Verbleib des Landes im Vereinigten Königreich. 2,0 Millionen Wähler sagten am Donnerstag "Nein" auf die Frage, ob Schottland unabhängig werden soll, 1,6 Millionen stimmten mit "Ja". An den Finanzmärkten sei nun "der Unsicherheitsfaktor, der in den vergangenen Wochen vieles überlagert hat, vom Tisch", schrieben die Analysten der DZ Bank.

'HEXENSABBAT' IM FOKUS

Darüber hinaus ist an diesem Freitag wieder "Hexensabbat": An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Von diesem "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt. Infolgedessen können die Kurse auch ohne aktuelle Nachrichten stark schwanken.

Größter Verlierer im Dax waren Aktien von SAP , die um 2,52 Prozent auf 58,38 Euro fielen. Der Softwarekonzern wagt sich an seine bisher teuerste Übernahme. SAP will Concur, einen US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung, für rund 6,5 Milliarden Euro übernehmen. Händler äußerten sich skeptisch: Der Deal sei teuer und werde die Gewinnspanne verwässern. Bernstein-Analyst Mark Moerdler beschrieb den Zukauf als "wirklich große Wette". Damit setze SAP-Chef McDermott in der Cloud auf eine aggressivere Strategie als die Rivalen in der Softwarebranche.

DEUTSCHE BANK LEGEN NACH PRESSEBERICHT ZU

Anteilsscheine der Deutschen Bank hingegen profitierten mit plus 0,94 Prozent unter anderem von einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), wonach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Trennbankengesetz entschärfen und Banken damit mehr Freiraum für Spekulationsgeschäfte im eigenen Haus geben will. Zudem steigt am Abend das Gewicht der Titel im Dax. Grund dafür ist die jüngste Kapitalerhöhung des deutschen Branchenprimus.

Noch deutlichere Gewinne von rund zwei Prozent verzeichneten die Aktien der Deutschen Telekom . Die US-Bank Citigroup hatte die Papiere zum Kauf empfohlen. Positive Analystenkommentare hievten zudem die Papiere des Minicomputer-Herstellers Kontron und des Spezialmaschinenbauers Aixtron an die TecDax-Spitze.

SINGULUS BRECHEN EIN

Aktien des ehemaligen TecDax-Mitglieds Singulus jedoch brachen um mehr als zehn Prozent ein. Das Maschinenbauunternehmen korrigierte am Vorabend seine Erwartungen für das Gesamtjahr. Der Vorstand geht nun davon aus, dass sich die Verluste des ersten Halbjahres 2014 ausweiten werden. Begründet wurde dies damit, dass keine größeren Investitionen für Blu-ray Disc Produktionsanlagen geplant seien und sich im Segment Solar die weiteren Auftragseingänge verzögern.

Die im MDax notierten Papiere von Südzucker schließlich gaben leicht nach. Die Tochter Cropenergies sieht wegen des Preisverfalls bei Bioethanol keine Chance mehr auf schwarze Zahlen in diesem Geschäftsjahr. Deren Titel verloren rund vier Prozent./la/zb

19.09.2014

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax legt zu - Schottland bleibt Teil Großbritanniens

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Verbleib Schottlands als Teil Großbritanniens hat am Freitag für Erleichterung unter den Anlegern gesorgt. In den ersten Minuten stieg der Dax um 0,53 Prozent auf 9850,04 Punkte. Am Donnerstag hatte bereits die Hoffnung auf eine Fortsetzung der aktienfreundlichen US-Geldpolitik das Börsenbarometer angetrieben, so dass der Leitindex auf ein Wochenplus von zwei Prozent hinsteuert. Für den MDax ging es zuletzt um 0,54 Prozent auf 16 337,90 Punkte hoch und der TecDax gewann 0,81 Prozent auf 1259,82 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,66 Prozent vor und der britische Leitindex FTSE 100 zog um 0,68 Prozent an.

Die Bevölkerung Schottlands sprach sich in einem Referendum mehrheitlich gegen die Unabhängigkeit von Großbritannien aus. Nach Auszählung von 30 der 32 Wahlbezirke lag das "No"-Lager am Freitagmorgen uneinholbar vorn, wie die lokalen Wahlleitungen mitteilten. Erwartet wurde ein Ergebnis von 55 Prozent gegen die Unabhängigkeit. An den Finanzmärkten sei nun "der Unsicherheitsfaktor, der in den vergangenen Wochen vieles überlagert hat, vom Tisch", schrieben die Analysten der DZ Bank./la/zb

19.09.2014

Aktien Frankfurt Ausblick: Gewinne - Schottland bleibt Teil Großbritanniens

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutschen Aktienmarkt dürfte am Freitag erleichtert auf den weiteren Verbleib Schottlands als Teil Großbritanniens reagieren. Auch die anhaltende Rekordrally in den USA könnte für gute Stimmung sorgen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand zuletzt bei 9862 Punkten und damit 0,65 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag. Zur Wochenmitte hatte bereits die Hoffnung auf eine Fortsetzung der aktienfreundlichen US-Geldpolitik das Börsenbarometer angetrieben. Der Future auf den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann zuletzt 0,80 Prozent. Der britische Leitindex FTSE 100 dürfte sogar noch deutlicher anziehen.

Die Bevölkerung Schottlands sprach sich in einem Referendum mehrheitlich gegen die Unabhängigkeit von Großbritannien aus. Nach Auszählung von 30 der 32 Wahlbezirke lag das "No"-Lager am Freitagmorgen uneinholbar vorn, wie die lokalen Wahlleitungen mitteilten. Erwartet wurde ein Ergebnis von 55 Prozent gegen die Unabhängigkeit. Im Falle einer Abspaltung hatten Börsianer Turbulenzen an den Finanzmärkten befürchtet. Zudem hatten die wichtigsten US-Indizes tags zuvor ihre Rekordrally fortgesetzt und so zusammen mit der Erholung in Asien einen freundlichen Trend vorgegeben.

SAP MIT ÜBERNAHME IM BLICK

Darüber hinaus ist an diesem Freitag wieder "Hexensabbat": An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Von diesem "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt. Infolgedessen können die Kurse auch ohne aktuelle Nachrichten stark schwanken.

Unternehmensseitig stehen die Aktien von SAP im Fokus. Der Softwarekonzern wagt sich an seine bisher teuerste Übernahme. SAP will Concur, einen US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung, für rund 6,5 Milliarden Euro übernehmen. Ein Händler sprach von einem teuren Deal, der die Margen verwässern dürfte. Als Belastung hinzu kämen enttäuschende Quartalszahlen des US-Rivalen Oracle . Die Papiere gaben im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz (L&S) um ein Prozent nach.

Anteilsscheine der Deutschen Bank profitierten mit plus 1,52 Prozent von einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), wonach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Trennbankengesetz entschärfen und Banken damit mehr Freiraum für Spekulationsgeschäfte im eigenen Haus geben will. Die Aktien der Deutschen Telekom legten vorbörslich 1,33 Prozent zu. Händler-Angaben zufolge stufte die Citigroup die Papiere von "Hold" auf "Buy" hoch.

SINGULUS BRECHEN EIN

Titel des ehemals im TecDax notierten Unternehmens Singulus Technologies brachen bei L&S um mehr als 16 Prozent ein. Der Maschinenbauer hatte mitgeteilt, dass das laufende Jahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Ansonsten dürften positive Analystenkommentare die Kurse von zwei Technologieunternehmen antreiben. So zogen die Papiere des Minicomputer-Herstellers Kontron und des Spezialmaschinenbauers Aixtron vorbörslich um jeweils mehr als drei Prozent an. Für die im Dax notierten Anteilsscheine des Versorgers RWE ging es nach einer Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg um mehr als ein Prozent hoch.

Indes wirft bereits eine Indexumstellung seine Schatten voraus: Der MDax bekommt am Montag einen weiteren Immobilientitel. Ab dem 22. September werden die Papiere der Deutschen Annington SE in den nach dem Dax zweitwichtigsten deutschen Aktienindex aufgenommen. Neben dem seit Juli 2013 an der Börse notierten größten deutschen Wohungsunternehmens steigt der Gabelstaplerhersteller Kion in den MDax auf. Professionelle Investoren stellen sich bereits an diesem Freitag auf die Umstellungen ein./la/zb

18.09.2014

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Rekordhochs - Lockere US-Geldpolitik und Daten

NEW YORK (dpa-AFX) - Die weiterhin lockere US-Geldpolitik hat den wichtigsten Standardindizes am Donnerstag Rekordhochs beschert. Die Notenbank (Fed) hatte am Vorabend erklärt, der Leitzins dürfte für einen "beträchtlichen Zeitraum" nach dem Ende des konjunkturstützenden Anleihekaufprogramms sehr niedrig bleiben. Börsianer erklärten die gute Stimmung an der Wall Street zudem mit positiven Konjunkturdaten: Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war stärker zurückgegangen als gedacht.

Der Dow Jones Industrial erreichte im Handelsverlauf bei 17 275,37 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte. Am Ende stieg der bekannteste Aktienindex der Welt um 0,64 Prozent auf 17 265,99 Punkte und schloss damit so hoch wie noch nie zuvor. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,49 Prozent auf 2011,36 Punkte. Sein Rekordhoch liegt nun bei 2012,34 Punkten. Für den Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,72 Prozent auf 4103,08 Punkte nach oben.

GELDPOLITIK WEITER DAS BEHERRSCHENDES THEMA

Die Geldpolitik bleibe das beherrschende Thema an den Märkten, sagte ein Analyst. Die Anleger erwarteten mehrheitlich, dass die Notenbank erst im Juli nächsten Jahres den Leitzins wieder anheben könnte.

Während der Markt weiter die Fed-Aussagen feierte, wirft ein anderes Großereignis immer längere Schatten voraus: Schottland stimmt an diesem Donnerstag über seine Unabhängigkeit ab, und die aktuellen Meinungsumfragen sagen ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der Befürworter und Gegner voraus. Ein konkretes Ergebnis wird nicht vor Freitagmorgen mitteleuropäischer Zeit erwartet. Im Falle einer Abspaltung sind Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht auszuschließen.

ALIBABA-BÖRSENGANG STEHT KURZ BEVOR

Unternehmensseitig blieb der Mega-Börsengang des chinesischen Internetriesen Alibaba im Fokus, für den der Countdown jetzt läuft. Alibaba feiert voraussichtlich am Freitag sein Debüt in New York. Es dürfte der bisher größte Börsengang werden. Das Volumen könnte nach bisherigen Planungen 25 Milliarden US-Dollar erreichen, am Donnerstagabend sollten die Details feststehen.

Titel des bisherigen Alibaba-Anteilseigners Yahoo schwankten um ihren Schlusskurs vom Mittwoch und gaben zum Handelsschluss als einer der schwächsten Werte im Nasdaq 100 um mehr als ein Prozent nach. Die Papiere hatten allerdings schon in den vergangenen Wochen von der Aussicht auf ein erfolgreiches Börsendebüt von Alibaba profitiert. An der Indexspitze zogen die Aktien des bereits in den USA notierten Alibaba-Rivalen Baidu um mehr als vier Prozent an.

DUPONT ZIEHEN WEITER AN

An der Dow-Spitze knüpften die Titel von DuPont an ihren Kurssprung vom Vortag an und kletterten um 2,82 Prozent auf 71,20 US-Dollar. Am Mittwoch hatten sie bereits von einem Medienbericht profitiert, wonach der Investor Trian Fund Management eine Aufspaltung des Chemieriesens erzwingen wolle. Auch konjunktursensible Finanzwerte waren gefragt. So legten American Express , Goldman Sachs und JPMorgan um jeweils mehr als 1 Prozent zu.

Abseits der großen Indizes sackten die Papiere von Rite Aid um mehr als 18 Prozent ab. Die Apothekenkette hatte ihren Gewinnausblick gesenkt. Höhere Kosten für Medikamente drückten auf die Erträge, hieß es./la/stw

18.09.2014

Aktien New York Schluss: Rekordhochs dank lockerer US-Geldpolitik und Daten

NEW YORK (dpa-AFX) - Die weiterhin lockere US-Geldpolitik hat den wichtigsten Standardindizes am Donnerstag Rekordhochs beschert. Die Notenbank (Fed) hatte am Vorabend erklärt, der Leitzins dürfte für einen "beträchtlichen Zeitraum" nach dem Ende des konjunkturstützenden Anleihekaufprogramms sehr niedrig bleiben. Börsianer erklärten die gute Stimmung an der Wall Street zudem mit positiven Konjunkturdaten: Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war stärker zurückgegangen als gedacht.

Der Dow Jones Industrial erreichte im Handelsverlauf bei 17 275,37 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte. Am Ende stieg der bekannteste Aktienindex der Welt um 0,64 Prozent auf 17 265,99 Punkte und schloss damit so hoch wie noch nie zuvor. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,49 Prozent auf 2011,36 Punkte. Sein Rekordhoch liegt nun bei 2012,34 Punkten. Für den Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,72 Prozent auf 4103,08 Punkte nach oben./la7STW

19.09.2014

UKRAINE/Maschinenbauer: Russland-Sanktionen schaden deutscher Wirtschaft

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutschlands Maschinenbauer sehen die EU-Sanktionen gegen Russland mit großer Sorge. "Wir haben uns außenpolitisch in eine Sackgasse hineinmanövriert", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Reinhold Festge, den "VDI Nachrichten".

Hans Naumann, Vorstandsmitglied des VDMA-Landesverbandes Ost, sagte: "Mit den Sanktionen schneiden wir uns ins eigene Fleisch." Naumanns Unternehmen, der Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauer Niles-Simmons, spürt demnach die Folgen der im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts vom Westen verhängten Strafmaßnahmen direkt: Ein Großauftrag in Russland sei abgeschlossen, aber das Partnerunternehmen wolle die Maschinen aus Deutschland nicht bezahlen.

"Bisher haben wir in Russland gute Geschäfte gemacht - das fällt nun alles weg", sagte Naumann. "Wenn einmal eine andere Nation mit den russischen Firmen Verträge schließt, kommen wir da nie wieder rein." Nach Recherchen der "VDI Nachrichten" fürchtet mancher Anlagenbauer, dass Teile des Russland-Geschäfts von asiatischen Konkurrenten übernommen werden. Zudem lieferten viele Unternehmen offenbar nur noch gegen Vorkasse an Russland./ben/DP/stk

19.09.2014

Merkel will Meisterbrief verteidigen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will eine Abschaffung des Meisterbriefs im Handwerk nicht zulassen. "Wir werden uns nicht nur in Deutschland für den Erhalt des Meisterbriefs einsetzen, sondern auch in Europa", sagte Merkel am Freitag in einer Rede beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Das werde sie auch bei der neuen EU-Kommission deutlich machen.

Brüssel hatte im Frühjahr klargestellt, dass es keinen "Angriff" auf die deutsche Handwerksordnung geben soll. Unklar bleibt aber, wie weit dieses Zugeständnis reicht. Grundsätzlich wird geprüft, wie der Zugang zu reglementierten Berufen erleichtert werden kann, um Abhilfe gegen den Fachkräftemangel zu schaffen.

CDU-Chefin Merkel hob hervor, dass zehn Prozent aller Handwerksbetriebe mehr Personal einstellen wollten. Auch bildeten die Betriebe mehr als ein Viertel aller deutschen Lehrlinge aus.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei unverändert robust. Das Wachstum werde von der Binnenkonjunktur angetrieben. Die Arbeitslosigkeit könne 2014 im Jahresdurchschnitt unter drei Millionen liegen. Problematisch sei die "Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit", sagte Merkel. Der Bund müsse mit mehr als 30 Milliarden Euro zehn Prozent des Haushalts für Hartz-IV-Empfänger ausgeben: "Das stimmt mich nach wie vor nicht zufrieden."

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer forderte von der Bundesregierung mehr Investitionen in die Infrastruktur: "Das Handwerk kann nur mit leistungsfähigen Datenautobahnen und Verkehrswegen auch in den ländlichen Räumen seine Chancen nutzen."/tb/DP/bgf

19.09.2014

UKRAINE: Russland warnt EU und Ukraine vor vorzeitigem Freihandel

SOTSCHI (dpa-AFX) - Russland hat die EU und die Ukraine vor einer vorzeitigen Einführung ihres Freihandelsabkommens gewarnt und mit Gegenmaßnahmen gedroht. "Wir können nicht zulassen, dass einzelne Teile des Abkommens, die eine Gefahr für unsere Märkte darstellen, vorzeitig in Kraft treten", sagte der russische Regierungschef Dmitri Medwedew am Freitag auf einem Wirtschaftsforum in der Schwarzmeerstadt Sotschi. Er sehe die Gefahr, dass Billigprodukte aus der EU über die Ukraine nach Russland gelangen und so die kaum konkurrenzfähige Wirtschaft zerstören könnten.

Zum Schutz des eigenen Marktes werde eine Verordnung über Einfuhrzölle auf Waren aus der Ukraine in Kraft treten, sollte der Freihandelspakt vor 2016 gelten, sagte Medwedew. Die Ukraine hatte angekündigt, sich von den Drohungen nicht beeindrucken zu lassen.

Mit Blick auf die Sanktionen der EU und der USA gegen Russland sagte Medwedew, dass der wirtschaftliche Schaden auf beiden Seiten groß sei. Das Weltfinanz- und Handelssystem sei ins Wanken geraten. "Aber natürlich kann diese Demontage noch gestoppt werden", sagte Medwedew. Auch deshalb habe Russland eine "neue Asienstrategie". Diese sei nicht als "sinnlose Rache an Europa" zu verstehen, sondern als Weg der wirtschaftlichen Entwicklung Russlands unter neuen Bedingungen./mau/DP/stk

19.09.2014

Weltbankchef: Ebola ist Risiko für die Weltwirtschaft

CAIRNS (dpa-AFX) - Die Ebola-Epidemie könnte nach Angaben von Weltbankchef Jim Yong Kim die gesamte Weltwirtschaft bedrohen, wenn die Staatengemeinschaft das Problem nicht in den Griff bekommt. "Wir haben aber das Werkzeug, alles unter Kontrolle zu bekommen, deshalb bin ich optimistisch", sagte Kim am Freitag vor dem Treffen der Finanzminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) im australischen Cairns.

"Ebola überträgt sich in seiner jetzigen Form relativ schwer. Die Sorge ist, dass die Möglichkeit einer Mutation steigen, je länger und je mehr Menschen infiziert sind", sagte Kim. Die Weltbank hatte am Mittwoch vor katastrophalen wirtschaftlichen Folgen für die besonders betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone gewarnt./oe/DP/stk

19.09.2014

UKRAINE: Obst- und Gemüsebranche klagt über russisches Importverbot

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die deutsche Obst- und Gemüsebranche klagt über das Anfang August von Russland verhängte Lebensmittel-Importverbot. "2013 wurden EU-weit 2,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse nach Russland exportiert - das ist Ware für zwei Milliarden Euro", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbandes, Andreas Brügger, am Freitag am Rande des Deutschen Obst- und Gemüsekongresses in Düsseldorf. Die Ware belaste jetzt den europäischen Markt und lasse die Preise abstürzen. Das von der EU aufgelegte Stützungsprogramm mit einem europaweiten Volumen von 125 Millionen Euro sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Ich gehe davon aus, dass der eine oder andere daran pleitegehen wird", sagte Brügger./rs/DP/stk

19.09.2014

UKRAINE: Neue Gespräche im russisch-ukrainischen Gaskonflikt in Berlin

SOTSCHI/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Im russisch-ukrainischen Gasstreit wollen die Konfliktseiten unter Vermittlung der EU-Kommission am 26. September in Berlin weiter über eine Lösung verhandeln. Die EU-Kommission bestätigte am Freitag in Brüssel diesen Termin. Das Treffen war mehrfach verschoben worden. Der russische Energieminister Alexander Nowak hatte das neue Datum der Agentur Interfax zufolge zuvor bei einem Wirtschaftsforum in der Schwarzmeerstadt Sotschi genannt.

Russland liefert seit Mitte Juni kein Gas mehr an die Ukraine, weil die Ex-Sowjetrepublik beim Moskauer Energieriesen Gazprom Milliardenschulden hat. Die Ukraine will mit Russland einen neuen Energievertrag mit deutlich günstigeren Gastarifen als bisher aushandeln. Die Verhandlungen gestalten sich seit Monaten zäh. Bei den Gesprächen soll es unter anderem auch um Erdgaslieferungen an den Westen gehen, die zuletzt unregelmäßig waren./mau/mt/DP/stk

19.09.2014

US-Finanzminister: Überschussländer müssen Inlandsnachfrage ankurbeln

CAIRNS (dpa-AFX) - US-Finanzminister Jack Lew appelliert an Länder mit Exportüberschüssen, die Inlandsnachfrage anzukurbeln. Vor dem Treffen der Finanzminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im australischen Cairns forderte Lew am Freitag Länder mit Überschüssen in der Leistungsbilanz auf, so mehr für die weltweite Konjunktur zu tun.

"Die Weltwirtschaft bleibt hinter den Erwartungen zurück, vor allem in der Euro-Zone und in Japan, und einige Schwellenländer schwächeln auch", sagte Lew bei einem Gespräch mit seinem australischen Kollegen Joe Hockey. "Es muss mehr getan werden, um schnelleres und ausgeglicheneres Wachstum zu erreichen, vor allem in den Ländern mit Überschüssen, und es muss etwas für die Beschäftigung getan werden." Sowohl öffentliche als auch private Investitionen seien nötig.

Auch Deutschland steht als Überschussland oft am Pranger mit dem Argument, es tue nicht genug als Lokomotive für die EU-Wirtschaft. Berlin lehnt Konjunkturspritzen auf Pump aber ab und wirbt stärker für Privatinvestitionen. "Vorwürfe an Deutschland, wir würden zu wenig investieren, gehen ins Leere", sagte Martin Jäger, Sprecher des Bundesfinanzministeriums, vor der Abreise mit Finanzminister Wolfgang Schäuble nach Cairns. Deutschland investiere in erheblichem Umfang. Die G20-Minister und -Notenbankchefs tagen am Samstag und am Sonntag./oe/DP/jkr

19.09.2014

Eurozone: Leistungsbilanz mit etwas höherem Überschuss

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Überschuss in der Leistungsbilanz des Euroraums ist im Juli leicht gestiegen. Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Freitag lag der Saldo bei 18,7 Milliarden Euro, nach revidiert 18,6 Milliarden Euro im Vormonat (zunächst 13,1 Milliarden Euro). Der Überschuss in der Handelsbilanz ging zurück, während er in der Dienstleistungsbilanz zulegte.

Die Daten im Überblick:

^ Juli Vormonat

Leistungsbilanz +18,7 +18,6r

Handelsbilanz +10,7 +16,0r

Dienstleistungsbilanz +12,8 +8,6r

Einkommensbilanz +3,6 +4,8

Übertragungsbilanz -8,5 -10,8r°

/jkr/jsl

19.09.2014

Bundesrat vertagt Atom-Entscheidung

BERLIN (dpa-AFX) - Nach Bedenken vor allem Nordrhein-Westfalens hat der Bundesrat am Freitag eine Entscheidung über den Umgang mit den Milliarden-Rückstellungen der Atomkonzerne vertagt. Der von Schleswig-Holstein, Hessen und Rheinland-Pfalz eingebrachte Antrag sieht vor, die Rückstellungen in Höhe von 38,5 Milliarden Euro so zu sichern, dass sie auch bei der Insolvenz eines Energiekonzerns zur Verfügung stehen. Eine Idee ist ein öffentlicher Fonds. Zudem soll geprüft werden, ob die Rücklagen für den Rückbau der Atomkraftwerke und die Entsorgung des Atommülls insgesamt ausreichend sind. NRW sorgt sich besonders um neue Belastungen für die Versorger RWE und Eon und verweist auf deutlich gesunkene Steuerzahlungen der Konzerne.

Zunächst galt im Plenum eine Zustimmung als wahrscheinlich. Denn die federführenden Ausschüsse Wirtschaft und Umwelt hatten eine Zustimmung empfohlen zu dem Antrag, mit dem die Bundesregierung aufgefordert werden soll, sich des Problems anzunehmen und eine Gesamtkostenabschätzung vorzunehmen. Gerade die Grünen bezweifeln, dass die Rückstellungen reichen. Nordrhein-Westfalens Ministerin für Bundesangelegenheiten, Angelica Schwall-Düren (SPD), hatte im Vorfeld der Sitzung aber betont: NRW wird nicht zustimmen, wir sind am stärksten betroffen." Nun soll der Antrag noch einmal geprüft werden./ir/DP/stk

19.09.2014

SCHOTTLAND/Ökonomen: Schotten-Votum vermeidet 'Worst-Case-Szenario'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Volkswirte haben mit Erleichterung auf das Votum der Schotten gegen eine Abspaltung von Großbritannien reagiert. Das Abstimmungsergebnis habe das Vereinigte Königreich vor einer Phase starker Unsicherheit bewahrt. "Das Worst-Case Szenario konnte vermieden werden", schrieb beispielsweise Experte Daniel Vernazza von der Unicredit am Freitag in einer Analyse. Er sieht die britische Wirtschaft nach dem Ja der Schotten für den Verbleib im Königreich unverändert auf einem "robusten" Wachstumspfad.

Allerdings dürfte eine Rückkehr der Briten zum "business as usual" nach Einschätzung der DZ Bank nur bedingt möglich sein. "Dies liegt vor allem an den Zugeständnissen, die der britische Regierungschef David Cameron den Schotten in den letzten Tagen vor dem Referendum versprochen hat", so die DZ Bank-Experten. Unter anderem sollen die Schotten fiskalpolitisch in Zukunft besser gestellt werden.

Dagegen zeigte sich mit Blick auf die künftige Geldpolitik der Bank of England Erleichterung bei Experten. Die Abstimmung in Schottland habe auch hier Unsicherheit beseitigt, so Unicredit-Experte Vernazza. Allgemein wird erwartet, dass die britische Notenbank als erste der führenden Notenbanken der Welt ihre Zinsen wegen der robusten Konjunktur erhöhen wird. "Der Unsicherheitsfaktor, der in den vergangenen Wochen vieles überlagert hat, ist vom Tisch, und auch die Bank of England kann sich erleichtert zurücklehnen", kommentierte die DZ Bank.

Außerdem hat das Referendum nach Einschätzung der Berenberg Bank die Chancen für einen Verbleib der Briten in der Europäischen Union erhöht. Wenn es im Jahr 2017 wie beabsichtigt zu einem Referendum in Großbritannien kommen sollte, "erwarten wir keinen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU", schrieb Berenberg-Experte Robert Wood. Bei dieser Abstimmung dürften die vergleichsweise EU-freundlich eingestellten Schotten eine wichtige Rolle spielen. Allerdings werde die Unsicherheit über die Rolle Großbritannien in der EU weiter bestehen bleiben, schränkte Wood ein.

Nach Einschätzung des Bankhauses Metzler können schließlich auch die Politiker der Europäischen Union in Brüssel aufatmen. Mit dem Schotten-Referendum habe ein befürchteter Ansteckungseffekt auf andere Regionen Europas vorerst abgewendet werden können. Neben den Schotten gibt es vor allem in der spanischen Region Katalonien und in Belgien starke Unabhängigkeitsbewegungen./jkr/bgf

19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Berenberg hebt RWE auf 'Buy' und Ziel auf 36 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat RWE von "Sell" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 27 auf 36 Euro angehoben. Er erwarte in den Jahren 2014 bis 2017 einen Anstieg der Strompreise in Europa um 30 Prozent, schrieb Analyst Lawson Steele in einer Sektorstudie vom Freitag. Deswegen habe er die Gewinnprognosen für RWE angehoben. Steele stufte zudem den ganzen europäischen Versorgersektor von "Neutral" auf "Buy" hoch./stk/tav

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19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Independent Research belässt RWE auf 'Verkaufen' - Ziel 27 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Independent Research hat RWE nach dem verschärften Kostensenkungsprogramm auf "Verkaufen" mit einem Kursziel von 27 Euro belassen. Dieser Schritt überrasche nicht, da der Grundlast-Großhandelspreis für Strom bei der letzten Erhöhung im November 2013 noch höher gelegen habe, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Freitag. Er hält an seiner Verkaufsempfehlung fest, da in den Versorgertiteln bereits ein sehr optimistisches Szenario eingepreist sei./ag/edh

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19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Berenberg hebt Eon auf 'Hold' und auf Ziel 14,50

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat Eon von "Sell" auf "Hold" hochgestuft und das Kursziel von 12,40 auf 14,50 Euro angehoben. Analyst Lawson Steele stufte in einer Branchenstudie vom Freitag den den ganzen europäischen Versorgersektor von "Neutral" auf "Buy" hoch. Er erwarte in den Jahren 2014 bis 2017 einen Anstieg der Strompreise um 30 Prozent. Deswegen habe er die Gewinnprognosen für Eon angehoben. Der deutsche Versorger werde unter anderem auch von Kostensenkungen profitieren./stk/tav

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19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Citigroup hebt Deutsche Telekom auf 'Buy' - Ziel 13,50 Euro

LONDON (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank Citigroup hat Deutsche Telekom von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 12,00 auf 13,50 Euro angehoben. Der Telekomkonzern befinde sich auf dem Weg zu langfristigen Steigerungen des Free Cashflow, schrieb Analyst Simon Weeden in einer Studie vom Freitag. Investitionen in das Netzwerk dürften sich auszahlen, das regulatorische Umfeld vereinfachen und obendrein winke ein lukrativer Verkauf der US-Tochter T-Mobile US./ag/zb

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19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt Ziel für Bayer auf 122 Euro - 'Buy'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat das Kursziel für Bayer von 114 auf 122 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Mit der Abspaltung der Kunststoffsparte MaterialScience habe der Pharma- und Chemiekonzern über einen lange erwarteten Schritt entschieden, schrieb Analyst Daniel Wendorff in einer Studie vom Freitag. Der Experte kalkulierte erstmalig ein Ziel für die separierten Bereiche - dieses lasse das neue Kursziel nicht aggressiv erscheinen./fat/tav

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19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Berenberg hebt Aixtron auf 'Buy' und Ziel auf 13 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat Aixtron von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 11 auf 13 Euro angehoben. Aixtron werde wohl im dritten Quartal einen wichtigen Großauftrag vom chinesischen Chip-Hersteller Sanan erhalten, schrieb Analystin Tammy Qiu in einer Studie vom Freitag. Das dürfte der Aktie Auftrieb geben und die Stellung des Herstellers von LED-Produktionsmaschinen im chinesischen Markt zumindest für eine Weile verbessern. Bei Aixtron sei auch eine Übernahme weiter ein Thema. Qiu kann sich Samsung als möglichen Käufer gut vorstellen./stk/tav

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19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Berenberg senkt GDF Suez auf 'Hold' - Ziel 20,50 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat GDF Suez von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 21,50 auf 20,50 Euro gesenkt. Analyst Lawson Steele erwartet für die Jahre 2014 bis 2017 einen Anstieg der Strompreise um 30 Prozent. Der französische Versorger dürfte davon aber weniger profitieren als die Wettbewerber in Europa, schrieb er in einer Branchenstudie vom Freitag. Für den europäischen Versorgersektor sieht er eine Gesamtrendite von durchschnittlich neun Prozent und stufte ihn von "Neutral" auf "Buy" hoch./edh/tav

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19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Commerzbank senkt Ziel für SGL Group auf 18,50 Euro - 'Hold'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat das Kursziel für SGL Group von 20,00 auf 18,50 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Das Geschäft des Kohlenstoffspezialisten sei weiterhin im Umbau, schrieb Analystin Yasmin Moschitz in einer Studie vom Freitag. Im Laufe des zweiten Halbjahres sei mit einem Strategie-Update zu rechnen, das unter anderem Aussagen zu den angestrebten Free-Cashflow-Zielen enthalten dürfte./fat/tav

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19.09.2014

ANALYSE-FLASH: Commerzbank senkt SAP auf 'Add' - Ziel 72 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat SAP nach einer angekündigten Übernahme von "Buy" auf "Add" abgestuft und das Kursziel auf 72 Euro belassen. Der geplante Kauf des US-Reisesoftware-Anbieters Concur sei ein teures Ticket, um im Cloud-Geschäft dabei zu sein, schrieb Analyst Thomas Becker in einer Studie vom Freitag. Der Deal hebe weder die Cloud-Aktivitäten von SAP technologisch auf eine neue Stufe noch stärke er das Kerngeschäft der Walldorfer. Zudem sei der Spielraum für weitere größere Zukäufe nun begrenzt./edh/tav

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19.09.2014

AKTIE IM FOKUS: SAP wegen übernahmeplänen sehr schwach am Dax-Ende

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger sind vom geplanten größten Zukauf der SAP-Firmengeschichte bislang nicht sehr angetan. Die Aktien von Europas größtem Softwarehersteller reagierten am Freitag in einem freundlichen Börsenumfeld mit deutlichen Verlusten auf die Pläne. Die Papiere fielen am Vormittag zuletzt um 2,24 Prozent auf 58,55 Euro und waren damit klarer Verlierer im Dax , der zeitgleich 0,81 Prozent gewann.

Wie die Walldorfer am Donnerstagabend ankündigten, wollen sie den US-Anbieter von Firmensoftware für das Reisemanagement, Concur, für rund 6,5 Milliarden Euro übernehmen. Dies wäre die bisher teuerste Übernahme der Firmengeschichte. Mit Hilfe von Concur will SAP vor allem sein Angebot im Cloud-Geschäft ausbauen.

EXPERTEN REAGIEREN ÜBERWIEGEND POSITIV

Händler begrüßten überwiegend die angepeilte Transaktion. Concur bewege sich in einem interessanten Markt, wachse zweistellig und sei profitabel, lobte ein Marktteilnehmer. Die Chance für SAP bestehe in der geringen Kundenüberdeckung beider Unternehmen von nur 30 Prozent. Damit erschließe sich lukratives, zusätzliches Umsatzpotenzial. Der Kaufpreis erscheine auf den ersten Blick allerdings etwas hoch.

Ein anderer Experte sprach von einem großen Schritt für SAP beim Ausbau des Cloud-Geschäfts. Mit einem Aufschlag von 28 Prozent auf den Concur-Aktienkurs vor den Übernahmegerüchten sei der Kaufpreis hoch. Das Geschäft sei aber strategisch sinnvoll und werde spätestens 2016 positive Beiträge zur Konzernentwicklung liefern.

SKEPSIS BEIM PREIS - AGGRESSIVERE CLOUD-STRATEGIE

Ein anderer Börsianer sagte hingegen, der Deal sei teuer und werde den Gewinn verwässern. Auch Commerzbank-Analyst Thomas Becker äußerte sich skeptisch: Die Walldorfer zahlten einen sehr hohen Preis für einen Nischenanbieter. Damit sei der Spielraum für weitere große Zukäufe nun begrenzt. Becker behielt seine Kaufempfehlung für die Aktie bei und bestätigte sein Kursziel von 72 Euro.

Bernstein-Analyst Mark Moerdler beschrieb den Zukauf als "wirklich große Wette". Damit setze SAP-Chef Bill McDermott in der Cloud auf eine aggressivere Strategie im Wettrennen mit den Rivalen in der Softwarebranche./edh/men