dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

27.06.2016

ROUNDUP/'FT': Intel erwägt Verkauf von IT-Sicherheitssparte

LONDON/SANTA CLARA (dpa-AFX) - Intel stellt laut einem Zeitungsbericht seine IT-Sicherheitssparte auf den Prüfstand. Eine Option sei der Verkauf, schrieb die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf informierte Personen. Eine Bestätigung von Intel lag zunächst nicht vor. 2010 hatte der Chip-Hersteller den einstigen Branchenpionier McAfee für 7,7 Milliarden Dollar übernommen. Die Sparte nannte das Unternehmen in Intel Security um, der Name McAfee wurde allerdings noch für einige Produkte verwendet.

Das Geschäft mit IT-Sicherheit gilt angesichts der wachsenden Bedrohungen durch Cyberangriffe unter Finanzinvestoren als lukrativ. Dem Bericht zufolge ist eine Gruppe von privaten Beteiligungsgesellschaften daran interessiert, gemeinsam Intels Sicherheits-Sparte zu übernehmen - unter der Voraussetzung, dass sich der Preis auf den damaligen Kaufpreis oder etwas höher einpendelt.

Der Markt gilt als sehr fragmentiert. Etablierten Anbietern von Antiviren-Software wie Symantec machen derzeit neue Rivalen wie FireEye oder Palo Alto Networks Konkurrenz. Zuletzt verkaufte vor zwei Wochen Bain Capital die erst im vergangenen Jahr übernommene Firma Blue Coat mit 4,65 Milliarden Dollar für rund das Doppelte des Einkaufspreises an Symantec.

Mit dem Kauf von McAfee hatte Intel ursprünglich Sicherheitsfunktionalitäten direkt in seine Chips integrieren wollen. Damit sollte Cyberangriffen begegnet werden, noch bevor sie sich über Software-Anwendungen verbreiten können. Bis heute sind die Pläne jedoch nicht vollständig realisiert. Stattdessen verließen mit David DeWalt und Mike DeCesare zwei Topmanager der Sicherheits-Sparte das Unternehmen.

Intel macht derzeit der PC-Markt zu schaffen, der zuletzt Jahr für Jahr um rund zehn Prozent schrumpfte. Prozessoren für Personal Computer machen immer noch mehr als die Hälfte des Geschäfts beim Chip-Marktführer aus. Intel will stärker auf Chips für Rechenzentren und das Internet der Dinge setzen und kündigte unter anderem den Abbau von 12 000 Jobs an./so/DP/stb

27.06.2016

Gewerkschaft warnt vor Arbeitsplatz-Verlust bei der Bahn

BERLIN (dpa-AFX) - Ein geplantes Gesetz für mehr Wettbewerb bei der Eisenbahn könnte aus Gewerkschaftssicht Arbeitsplätze bei der Deutschen Bahn gefährden. Dem Fernverkehr mit ICE und Intercity drohten zusätzliche Belastungen durch höhere Nutzungsgebühren für die Trassen und Bahnhöfe, kritisierte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Montag.

"Die im vergangenen Jahr beschlossene Zukunftsperspektive, mit einem Ausbau des Schienenfernverkehrs in den nächsten 15 Jahren für ganz Deutschland, taugt dann nur noch für den Papierkorb", sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner, der auch im Bahn-Aufsichtsrat sitzt.

Hintergrund ist das geplante Eisenbahnregulierungsgesetz, das der Bundestag am Donnerstag in einer Woche beschließen soll. Ziele sind mehr Transparenz bei den Entgelten und uneingeschränkte Zugangsrechte für Bahn-Konkurrenten. Der bundeseigene Konzern betreibt das gut 33 000 Kilometer lange Schienennetz und stellt dafür allen Anbietern Gebühren in Rechnung - auch den eigenen Nahverkehrs- und Fernzügen.

"Der Fernbus zahlt gar keine Maut, beim Lastwagen wurde sie im vergangenen Jahr reduziert, im Fernverkehr auf der Schiene aber soll die Schienenmaut ungebührlich erhöht werden", kritisierte Kirchner. Dagegen werde sich die EVG mit ganzer Kraft wehren, kündigte der Gewerkschafter in der Zeitung "Die Welt" (Montag) an./bf/DP/stb

27.06.2016

ROUNDUP 2/'BamS': China-Interesse an Wirecard - Alipay-Betreiber dementiert

(neu: Reaktion von Alipays Betreiberfirma Ant Financial.)

FRANKFURT/ASCHHEIM (dpa-AFX) - Der Online-Zahlungsabwickler Wirecard steht laut Medienberichten mit chinesischen Investoren in Gesprächen um eine Beteiligung. Derzeit verhandle der TecDax-Konzern mit der chinesischen Alibaba-Tochter Alipay um eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, berichtete die "Bild am Sonntag" ("BamS"). Später sei auch eine noch höhere Beteiligung denkbar. Wirecard wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern. Eine Sprecherin verwies jedoch auf Aussagen von Vorstandschef Markus Braun auf der Hauptversammlung vor zwei Wochen, wonach sich das Unternehmen in strategischen Gesprächen mit verschiedenen Partnern befinde. Die Betreiberfirma von Alipay, Ant Financial, bezeichnete den Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg jedoch als "unwahr".

Die Wirecard-Aktie hatte am Montagmorgen vorbörslich deutlich zugelegt, am Vormittag lag das Papier im regulären Handel rund 4 Prozent im Plus. Kurz nach Mittag stand die Aktie noch knapp ein Prozent über dem Schluss vom Freitag.

Alipay betreibt ein chinesisches Online-Bezahlsystem ähnlich dem des US-Unternehmens Paypal. Der Alipay-Mutterkonzern Alibaba von Gründer Jack Ma ist der führende Onlinehändler in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Bereits jetzt kooperieren Wirecard und Alipay bei einzelnen kleineren Projekten in Europa. Zugang zum immer wichtigeren chinesischen Markt hat Wirecard bislang aber nicht - das Unternehmen ist vor allem in Indien, Südostasien und Afrika vertreten, wo mobile Zahlungsdienstleistungen wegen des weniger stark ausgeprägten Finanzsektors gefragt sind.

Bereits vor einigen Wochen war am Markt darüber spekuliert worden, dass ein chinesischer Investor über einen Einstieg nachdenke. Aus Sicht von Analysten wäre das für beide Seiten sinnvoll. Analysten der Investmentbank Oddo Seydler verwiesen am Morgen darauf, dass eine größere Beteiligung auch über eine Kapitalerhöhung erfolgen könnte. Aktuell hat Wirecard einen Marktwert von rund 5,1 Milliarden Euro.

Zuletzt hatten auf Technologie ausgerichtete deutsche Firmen mehrfach das Interesse chinesischer Investoren geweckt: Der Chipausrüster Aixtron etwa, aber auch der Roboterbauer Kuka . Allzu große politische Hürden wie im Fall von Kuka seien bei Wirecard nicht zu erwarten, schrieben die Experten von Oddo Seydler. Spekuliert werde schließlich über einen Minderheitsanteil - und bei Wirecard würde man einen Ankeraktionär wohl ebenfalls begrüßen. Ein Händler sah das etwas skeptischer: Zahlungsabwickler hätten Zugang zu sensiblen Informationen des Finanzsystems, Regulierer könnten Einsichten chinesischer Unternehmen daher durchaus für wenig wünschenswert halten.

Im Frühjahr sah sich das Wirecard-Management durch Vorwürfe in dubiosen Analystenstudien aus anonymen Quellen unter Druck gesetzt, der Kurs stürzte deutlich ab. Wirecard und Händler machten eine sogenannte "Shortseller"-Attacke dafür verantwortlich. Shortseller versuchten demnach, den Aktienkurs mit Beschuldigungen zu drücken, um mit fallenden Kursen Gewinne zu machen. Auch in der Folge blieb die Aktie anfällig für stärkere Schwankungen - wie jüngst auch durch die Beteiligungsgerüchte./men/tos/mne/fbr

27.06.2016

Preis für Opec-Rohöl gefallen

WIEN (dpa-AFX) - Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist gefallen. Das Opec-Sekretariat meldete am Montag, dass der Korbpreis am Freitag 44,88 US-Dollar je Barrel (159 Liter) betragen habe. Das waren 1,28 Dollar weniger als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells./jsl/tos/fbr

27.06.2016

EURO 2016/ROUNDUP: Mahner Löw hält Spannung hoch

LILLE (dpa-AFX) - Nur keine verfrühte Euphorie. Joachim Löw schaltete nach dem souveränen Viertelfinal-Einzug in Lille schnell auf Alltag um und ließ sein Personal 16 Stunden nach dem Abpfiff schon wieder am Genfer See trainieren. Champions-League-Sieger Toni Kroos wollte von einer titelreifen Leistung der deutschen Fußball-Nationalelf beim lockeren 3:0 gegen einen überforderten Gegner nichts wissen. "Das ist nach einem Achtelfinale gegen die Slowakei noch nicht seriös einzuschätzen", sagte der Star von Real Madrid. "Wir haben es so gemacht, wie wir es machen mussten."

Der EM-Masterplan von Supervisor Löw geht in Frankreich bisher mit einer erstaunlichen Präzision auf. Alle personellen und taktischen Entscheidungen des Chefs sitzen. Und auch Löws Crew um eine erstklassige medizinische Abteilung bekommt alles genau so hin, dass immer mehr Parallelen zur triumphalen WM vor zwei Jahren in Brasilien gezogen werden. Der weiter gegentorfreie Weltmeister sieht sich bereit für die erste wahre EM-Bewährungsprobe am Samstag in Bordeau gegen einen ganz Großen - Italien oder Spanien.

"Ja, nach diesem Spiel müssen wir selbstbewusst sein. Wir sind gut drauf, müssen das aber im nächsten Spiel umsetzen und durchziehen", betonte Jérôme Boateng. Gerade genesen von einer Wadenblessur darf sich der 27-Jährige jetzt auch im DFB-Trikot Torschütze nennen.

Andere Protagonisten wie der wiedererstarkte Torjäger Mario Gomez wiesen als Warnung lieber auf die EURO 2012 als auf die WM 2014 hin. "Wenn du im Viertelfinale oder Halbfinale ausscheidest, bringt dir es alles nichts, gut drauf zu sein. Dann kriegst du es um die Ohren", erklärte jener Angreifer, der nun mit fünf Toren gemeinsam mit Jürgen Klinsmann die deutsche EM-Torjägerliste anführt.

Gomez und auch Löw haben natürlich noch den Halbfinal-Schock von Warschau gegen Italien im Kopf, als Löw schon als Trainergott und das Team als programmierter Europameister gefeiert worden war. Auch deshalb hält der Bundestrainer nach der durchaus beeindruckenden Vorstellung von Lille die Spannung hoch. In strengem Ton forderte er: "Wir müssen auf jeden Fall noch stärker werden, wenn wir ein entscheidendes Wort mitreden wollen. Die ersten Mannschaften, gegen die wir gespielt haben bei der EM, zählen nicht zu den Top Ten."

Das wird sich nun in den Duellen gegen Titelverteidiger Spanien oder Turnierangstgegner Italien ändern. "Nein", sagte Löw zwar, "schlaflose Nächte habe ich nicht." Aber als Bundestrainer hat der 56 Jahre alte Tüftler eben in einem Turnier auch noch nicht gegen diese beiden Topnationen ein Spiel gewonnen. "Wir dürfen uns keine Unaufmerksamkeiten leisten. In den nächsten Spielen wird das eher ausgenutzt. Man muss auch besser mit den kostbaren Chancen umgehen."

Gegen die Slowakei musste das DFB-Team eigentlich weit mehr Tore schießen als die von Boateng, Gomez und vom plötzlich zum "Mann des Spiels" aufgestiegenen Julian Draxler. Der mit 22 Jahren noch immer recht junge Wolfsburger war von Löw überraschend vom Ersatzspieler zurück in die erste Elf befördert worden und drehte kräftig auf. "Julian Draxler hatte das letzte Mal eine Pause bekommen, jetzt war er frisch. Das hat dem Spiel gutgetan", unterstrich Löw. WM-Finalheld Mario Götze saß erstmals in Frankreich 90 Minuten auf der Bank.

"Ich habe gut trainiert, ich habe Gas gegeben. Aber der Bundestrainer lässt sich nicht gerne in die Karten schauen, ob man spielt oder nicht spielt", beschrieb Draxler die Löw'sche Führungsmethode. Draxler hat sich mit seinen "Zauberfüßen" (Gomez) im Duell mit Götze einen Vorteil erspielt. "Er hatte den Mut, in die Eins-zu-eins-Situationen zu gehen mit seinem Tempo. Das zweite Tor hat er klasse vorbereitet. Das dritte selbst gemacht", lobte Löw.

Auf eine nun gefundene Turnier-Elf will sich der Weltmeistercoach nicht festlegen. "Ich weiß nicht, ob ich die Mannschaft habe. Es kann sein, dass ich gegen Spanien oder Italien vielleicht den einen oder anderen Wechsel vornehmen", verkündete Löw. Götze glaubt noch an seine Chance. "Vielleicht kitzelt das noch die letzten Prozente aus mir raus. Das kann so oder so ausgehen", sagte der 24-Jährige.

Turnierkapitän Manuel Neuer, als erster deutscher Torwart in den ersten vier Spielen einer EM unbezwungen, sieht in der defensiven Stabilität und in Löws Umgang mit dem kompletten Personal die Voraussetzung für den Weg ins Finale am 10. Juli in Paris. "Es ist wichtig bei so einem Turnier, dass jeder Spieler auch weiß, dass er gebraucht wird", sagte der Münchner Ausnahme-Torwart.

Im Achtelfinale bekam auch Oldie Lukas Podolski bei seinem siebten Turnier die ersten Einsatzminuten. Er genoss diese bis weit nach dem Schlusspfiff mit seinen Fans in vollen Zügen. Kapitän Bastian Schweinsteiger durfte noch eine knappe Viertelstunde auf dem Platz mitwirken und bleibt Ersatzkraft. Es sei schwierig für ihn, bemerkte der Kapitän: "Es ist nicht so, dass ich mal eine Halbzeit gespielt habe. Vom Rhythmus her ist es vielleicht nicht ganz ideal."

Gut möglich, dass für den 31-jährigen Podolski sein 129. Länderspiel schon das letzte Turnierspiel gewesen ist. Als Außenminister teilte er der in EM-Laune kommenden Fangemeinde in der Heimat aber noch eine Botschaft mit: "Wir haben noch nichts erreicht. Wir wollen Europameister werden. Wir sind im Viertelfinale und nicht mehr."/jme/DP/fbr

27.06.2016

K+S schockt mit Gewinneinbruch - Preisdruck und Produktionsprobleme belasten

KASSEL (dpa-AFX) - Der Düngemittel- und Salzkonzern hat wegen Produktionsausfällen und anhaltendem Preisdruck im Kaligeschäft im zweiten Quartal einen überraschend starken operativen Gewinneinbruch verzeichnet. Wie der MDax -Konzern am Montag in Kassel mitteilte, wird der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit I) auf rund 10 Millionen Euro absacken. Ein Jahr zuvor hatte K+S operativ noch 179,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Bei dieser Kennzahl bleiben Bewertungseffekte im Zuge von Wechselkursabsicherungen außen vor. Analysten hatten im Schnitt das Zehnfache auf dem Zettel. Der Kurs der K+S-Aktien brach um 10 Prozent ein.

K+S begründete den überraschend starken Gewinnschwund neben einem deutlichen Rückgang des Durchschnittspreises im Kaligeschäft und mit unvorhergesehen hohen Produktionsausfällen im Werk Werra. Diese seien im Zuge der begrenzten Versenkerlaubnis für flüssige Rückstände angefallen. Deshalb ruht die Kali-Produktion immer wieder. Im Salzgeschäft sorgte darüber hinaus eine geringere Voreinlagerung von Auftausalz wegen hoher Bestände nach dem milden Winter zu einem deutlichen Mengenrückgang insbesondere in Nordamerika. Den vollständigen Halbjahresbericht will K+S am 11. August vorlegen./jha/fbr

27.06.2016

Schwierige Schlusssitzung der Endlagerkommission: Atommüll wohin?

BERLIN (dpa-AFX) - Die letzte geplante Sitzung der Atomendlager-Kommission des Bundestags hat am Montag mit einigen ungeklärten Fragen begonnen. Eine Einigung sei möglich, aber nicht sicher, hieß es aus dem Gremium. Die Kommission soll sich bis Ende des Monats auf Kriterien für die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll einigen.

Die Entscheidung bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder. Unterschiedliche rechtliche Auffassungen gab es zuletzt in Bezug auf die Klagemöglichkeiten von Anwohnern eines möglichen Endlagerstandorts. Meinungsverschiedenheiten hatte es in der vergangenen Sitzung auch bei der Frage gegeben, wie die Anforderung an die "Temperaturverträglichkeit des Gesteins" festgelegt werden sollen.

Auf Grundlage der Empfehlungen der Kommission sollen Bundestag und Bundesrat die Kriterien gesetzlich festlegen. Erst danach kann die wissenschaftliche Untersuchung möglicher Standorte für die abgebrannten Brennelemente aus den Kernkraftwerken beginnen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erwartet, dass das Endlager 2050 in Betrieb genommen wird. Einige Mitglieder der Kommission halten das für unrealistisch./abc/DP/zb

27.06.2016

BREXIT/Devisen: Britisches Pfund fällt unter Tiefstand vom Freitag

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Britische Pfund ist am Montag weiter unter Druck geraten und unter den Tiefstand vom Freitag nach dem Brexit-Votum gefallen. Am Montagmittag kostete die britische Währung nur noch 1,3222 US-Dollar und damit so wenig wie seit 1985 nicht mehr.

Am Freitag hatte das Pfund nach dem Votum für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) mehr als 15 US-Cent an Wert verloren und war bis auf 1,3229 Dollar gefallen. Ausschlaggebend war, dass die Märkte eher von einem Verbleib des Landes in der EU ausgegangen waren und vom Brexit komplett auf dem falschen Fuß erwischt wurden./tos/jsl/fbr

27.06.2016

IPO: Messenger Line verzögert Börsengang nach Markt-Turbulenzen

TOKIO (dpa-AFX) - Die Folgen der Brexit-Entscheidung bringen den bisher größten Tech-Börsengang des Jahres aus dem Tritt. Der Kurzmitteilungsdienst Line verschob die Bekanntgabe der Preisspanne für seine Aktienplatzierung um einen Tag auf Dienstag. Grund seien die aktuellen Börsen-Turbulenzen, teilte das aus Japan stammende Unternehmen am Montag mit. Als Termin für den Börsengang werde allerdings zunächst weiterhin Mitte Juli angepeilt. Die Firma, die dem südkoreanischen Internet-Konzern Naver gehört, will dabei rund 113 Milliarden Yen einnehmen (aktuell knapp eine Milliarde Euro).

Line hat nach jüngsten Zahlen von Ende März rund 218 Millionen aktive Nutzer im Monat. Mehr als die Hälfte von ihnen lebt in Japan, Thailand, Taiwan und Indonesien. Weltweit wird der Messenger-Markt vor allem von Facebook beherrscht: WhatsApp kommt auf eine Milliarde Nutzer und der Facebook Messenger auf 900 Millionen. Line setzte früh auf Spiele, Musik und andere Multimedia-Inhalte wie bunte animierte Sticker, die man verschicken kann. Facebook sprang auf den Trend in seinem Messenger auf, während sich WhatsApp eher schnörkellos auf Kern-Funktionen beschränkt. Auch Apple will künftig bei seiner SMS-Alternative iMessage stärker auf Emoji und Sticker setzen./so/DP/stb

27.06.2016

Stahl-Unternehmen wollen Hüttenabgase wirtschaftlich nutzen

DUISBURG (dpa-AFX) - Die wirtschaftliche Nutzung von Hüttenabgasen aus der Stahlindustrie ist das Ziel einer neuen Initiative, die am Montag in Duisburg vorgestellt wurde. Mit dem Projekt Carbon2Chem könnten die Abgase der Hochöfen künftig zur Herstellung von Vorprodukten für Kraftstoffe, Kunststoffe oder Dünger mitverwendet werden, erklärten die Organisatoren. Geplant sei, 20 Millionen Tonnen des jährlichen CO2-Ausstoßes der Stahlbranche wirtschaftlich nutzbar zu machen.

Zur Produktion des dafür benötigten Wasserstoffs soll überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden. Erforscht werden soll die neue Technik in einem Zentrum am größten deutschen Stahlstandort in Duisburg. Noch in diesem Jahr werde mit dem Bau auf dem Gelände des Thyssenkrupp -Stahlwerks begonnen, kündigte das Unternehmen an.

"Mit Carbon2Chem zeigen wir, wie Klimaschutz und wettbewerbsfähige Stahlproduktion dank Forschung und Innovation erfolgreich verbunden werden können", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) laut einer vorab verbreiteten Mitteilung. "Damit sichern wir Arbeitsplätze in der Stahlbranche in unserem Land." Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger wies auf die Bedeutung der neuen Technologie auch als Beitrag zur Energiewende hin.

Das Projekt wird durch das Bundesforschungsministerium mit über 60 Millionen Euro gefördert. Mindestens zehn Jahre Entwicklungszeit sollen bis zur Marktreife des neuen Verfahrens vergehen. Bis zu einer kommerziellen Umsetzung wird mit Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro gerechnet./uta/DP/stb

27.06.2016

Aktien Frankfurt: Dax steht weiter unter Brexit-Schock

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock hat den deutschen Aktienmarkt weiter im Griff. Nach einem anfänglichen Stabilisierungsversuch rutschte der Dax bis Montagmittag wieder um 1,39 Prozent ab auf 9424,13 Punkte. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex mit Verlusten von bis zu 10 Prozent auf das überraschende britische Votum gegen die EU-Mitgliedschaft reagiert und letztlich knapp 7 Prozent tiefer geschlossen.

Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten entstehe, warnte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Das belastete am Montag auch die anderen Indizes: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 1,77 Prozent auf 19 476,87 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 1,49 Prozent auf 1563,03 Punkte.

Für den am Freitag ebenfalls gebeutelten Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um fast 1,5 Prozent bergab. Gefragt blieben dagegen als "sichere Häfen" geltende Anlagen: Der Goldpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort, und auch der japanische Yen ist als Fluchtwährung weiter beliebt.

EXPERTE BEGRÜSST KONSERVATIVEN WAHLSIEG IN SPANIEN

Chinas Premier Li Keqiang sieht den Brexit als Belastung für die Erholung der Weltwirtschaft. Die US-Ratingagentur Moody's drohte Großbritannien nach dem Votum für einen Austritt aus der EU mit einer Herabstufung. Zudem fürchtet der britische Finanzminister George Osborne negative Folgen der Entscheidung für die einheimische Wirtschaft.

CMC-Experte Spooner machte aber auch positive Nachrichten aus - etwa mit Blick nach Spanien. Dort gewann die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy die vorgezogene Parlamentswahl. Die Spanier setzten damit in komplizierten Zeiten auf Stabilität. Auch hier bleibt jedoch Unsicherheit, denn Rajoy kann nicht alleine regieren und eine Regierungsbildung ist noch nicht in Sicht.

STUDIEN BELASTEN LUFTHANSA, DEUTSCHE BANK UND HEIDELCEMENT

Bei den deutschen Einzelwerten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Die Aktien der Lufthansa büßten 5,16 Prozent auf 10,39 Euro ein, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel auf 10 Euro gesenkt und ihre Verkaufsempfehlung bestätigt hatte.

Dax-Schlusslicht waren aber die Titel der Deutschen Bank , die mit einem Minus von 6,47 Prozent auf ein neues Rekordtief rutschten. Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan strich seine Empfehlung für die Papiere des Finanzkonzerns. Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, sagte ein Börsianer. In der Branche war der Brexit-Schock überhaupt weiter spürbar: Mit minus 5,66 Prozent war der Subindex der europäischen Bankenwerte Schlusslicht im marktbreiten Index Stoxx Europe 600.

HeidelbergCement sackten um 6,25 Prozent ab. Laut Händlern stufte die US-Bank Merrill Lynch die Aktien des Baustoffherstellers ab. Zudem soll Konkurrent JPMorgan das Kursziel gesenkt haben.

Dagegen setzten sich die Papiere des Immobilienkonzerns Vonovia mit plus 3,24 Prozent an die Dax-Spitze. Sie profitierten laut Börsianern von einer neuen Kaufempfehlung von Morgan Stanley. Für die Konkurrenten Deutsche Wohnen und LEG Immobilien im MDax ging es jeweils über 1 Prozent. Die Branche profitiere vom Brexit und damit verbundenen Hoffnungen, dass einige Banken Personal von London nach Frankfurt verschöben, erklärte ein Händler.

CHEFWECHSEL LÄSST FRESENIUS-AKTIONÄRE KALT

Die Aktien des Medizinkonzern Fresenius verloren mit 1,02 Prozent weniger als der Dax und trotzten damit dem überraschenden Chefwechsel. Commerzbank-Analyst Oliver Metzger betonte die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Ulf Schneider und seinem Nachfolger, dem bisherigen Finanzvorstand Stephan Sturm. Daher sollte sich am von den Investoren geschätzten Managementstil bei den Bad Homburgern nichts ändern. Schneider verlässt das Unternehmen bis Ende Juni auf eigenen Wunsch, um eine "neue berufliche Herausforderung" anzunehmen.

Bei den Technologiewerten sprangen Wirecard um 3,39 Prozent an. Der deutsche Zahlungsabwickler steht laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" mit chinesischen Investoren in Gesprächen um eine Beteiligung. Die Alibaba-Tochter Alipay erwäge eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, hieß es. Später sei auch eine noch höhere Beteiligung denkbar./gl/ag

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

27.06.2016

WDH/ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax kämpft weiter mit dem Brexit-Schock

(Überflüssige Worte im ersten und achten Absatz entfernt.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach dem Brexit-Schock am Montag nur anfangs etwas stabilisieren können. Zuletzt ging es für den Dax wieder um 0,78 Prozent auf 9483,01 Punkte abwärts. Vor dem Wochenende war der deutsche Leitindex nach dem überraschenden britischen Votum gegen die EU-Mitgliedschaft anfangs um 10 Prozent abgesackt - zum Börsenschluss stand er noch knapp 7 Prozent im Minus.

Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg auf der Europäischen Union (EU) entstehe, warnte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Das belastete auch die anderen Indizes: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Montagvormittag 1,07 Prozent auf 19 616,04 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,65 Prozent auf 1576,34 Punkte.

Für den am Freitag ebenfalls gebeutelten Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,69 Prozent bergab. Gefragt blieben dagegen als "sichere Häfen" geltende Anlagen: Der Goldpreis legte weiter zu, und auch der Yen ist als Fluchtwährung weiter beliebt.

Chinas Premier Li Keqiang sieht den Brexit als Belastung für die Erholung der Weltwirtschaft. Die US-Ratingagentur Moody's drohte Großbritannien nach dem Votum für einen Austritt aus der EU mit einer Herabstufung.

CMC-Experte Spooner machte aber auch positive Nachrichten aus - etwa mit Blick nach Spanien. Dort gewann die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy die vorgezogene Parlamentswahl. Die Spanier setzten damit in komplizierten Zeiten auf Stabilität.

STUDIEN BELASTEN LUFTHANSA, DEUTSCHE BANK UND HEIDELCEMENT

Bei den deutschen Einzelwerten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Die Aktien der Lufthansa büßten 5,43 Prozent auf 10,36 Euro ein, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel auf 10 Euro gesenkt und ihre Verkaufsempfehlung bestätigt hatte.

Dax-Schlusslicht waren aber die Titel der Deutschen Bank , die mit einem Minus von rund 6 Prozent auf ein neues Rekordtief rutschten. Einem Börsianer zufolge strich Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan seine Übergewichtungs-Empfehlung für die Papiere des Finanzkonzerns. Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, kommentierte der Börsianer die Abstufung. In der Branche war der Brexit-Schock überhaupt weiter spürbar. Mit minus 5 Prozent war der Index der Bankenwerte mit Abstand schwächstes Branchenbarometer.

HeidelbergCement sackten zum Wochenauftakt um 3,89 Prozent ab. Die US-Bank Merrill Lynch stufte die Aktien des Baustoffherstellers ab. Zudem soll Konkurrent JPMorgan das Kursziel gesenkt haben. Dagegen setzten sich die Titel des Immobilienkonzerns Vonovia mit plus 3 Prozent an die Dax-Spitze. Sie profitierten laut Börsianern von einer neuen Kaufempfehlung von Morgan Stanley.

FRESENIUS UNBELASTET VON CHEFWECHSEL

Beim Medizinkonzern Fresenius zeigte sich die Aktie mit plus 0,02 Prozent unbeeindruckt vom überraschenden Chefwechsel. Commerzbank-Analyst Oliver Metzger betonte die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Ulf Schneider und seinem Nachfolger, dem bisherigen Finanzvorstand Stephan Sturm. Daher sollte sich am von den Investoren geschätzten Managementstil bei den Bad Homburgern nichts ändern. Schneider verlässt das Unternehmen bis Ende Juni auf eigenen Wunsch, um eine "neue berufliche Herausforderung" anzunehmen.

Im MDax hielten sich Kuka-Aktien mit minus 0,05 Prozent vergleichsweise gut. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FASZ) zufolge steht die Vereinbarung zur Übernahme durch den chinesischen Großaktionär Midea kurz vor dem Abschluss. Dies sollte Börsianern zufolge die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen und ist positiv für die Aktie. Kuka bekomme von den Chinesen langfristige Garantien, berichtete das Blatt unter Berufung auf Verhandlungskreise. Laut Investorenvereinbarung würden weltweit alle Standorte festgeschrieben und allen Beschäftigten ihre Stellen garantiert.

WIRECARD-KURSSPRUNG NACH PRESSEBERICHT

Bei den Technologiewerten sprangen Wirecard um 4,76 Prozent an. Der deutsche Zahlungsabwickler steht laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" mit chinesischen Investoren in Gesprächen um eine Beteiligung. Die Alibaba-Tochter Alipay erwäge eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, hieß es. Später sei auch eine noch höhere Beteiligung denkbar./gl/ag

27.06.2016

Aktien Asien: Erholt vom Brexit-Schock

TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI (dpa-AFX) - Asiens Börsen haben sich am Montag vom Brexit-Schock ein Stück weit erholt. Der japanische Leitindex Nikkei-225-Index , der am vergangenen "Black Friday" nach dem Votum der Briten für den EU-Austritt um 7,9 Prozent abgesackt war, schloss am Montag 2,39 Prozent höher bei 15 309,21 Punkten. Ein Marktteilnehmer sagte, der Ausverkauf sei übertrieben gewesen. Positiv sei auch, dass die japanische Regierung signalisiert habe, gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, um Schlimmeres abzuwenden.

Der als Fluchtwährung gefragte Yen legte zum US-Dollar jedoch weiter zu. Zusammen mit den negativen Auswirkungen durch den Brexit belastete dies weiterhin die Aktien von Export-Unternehmen wie etwa die Autohersteller. Mazda rauschten erneut deutlich um rund zehn Prozent in die Tiefe. Die Anteilsscheine von Papierherstellern, Eisenbahn-Gesellschaften und die als besonders defensiv geltenden Pharmawerte verzeichneten hingegen die größten Kursgewinne in Tokio. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific rückte zuletzt um 1,55 Prozent auf 154,93 Punkte zu.

In Festland-China legten Rohstoffwerte in Erwartung sinkender Überkapazitäten insbesondere im Kohlesektor zu. Der CSI-300-Index, der die Entwicklung der 300 größten Aktienwerte der Festlandbörsen in Shenzhen und Shanghai abbildet, gewann 1,41 Prozent auf 3120,54 Punkte. Der Index hatte am Freitag nur vergleichsweise wenig eingebüßt - im Gegensatz zur Börse in Hongkong, wo auch ausländische Anleger uneingeschränkt handeln können. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gab auch zum Handelsschluss am Montag weiter nach, und zwar um 0,16 Prozent auf 20,227,30 Punkte.

An der australischen Börse in Sydney ging es zum Wochenauftakt ebenfalls wieder bergauf. Der Leitindex ASX-200-Index gewann 0,47 Prozent auf 5137,23 Punkte. Der Sensex-Index im indischen Mumbai stand zuletzt mit 0,12 Prozent im Plus bei 26 429,61 Punkten./aj/stb

27.06.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax kämpft weiter mit dem Brexit-Schock

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach dem Brexit-Schock am Montag nur anfangs etwas stabilisieren können. Zuletzt ging es für den Dax wieder um 0,78 Prozent schwächer bei 9483,01 Punkte abwärts. Vor dem Wochenende war der deutsche Leitindex nach dem überraschenden britischen Votum gegen die EU-Mitgliedschaft anfangs um 10 Prozent abgesackt - zum Börsenschluss stand er noch knapp 7 Prozent im Minus.

Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg auf der Europäischen Union (EU) entstehe, warnte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Das belastete auch die anderen Indizes: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Montagvormittag 1,07 Prozent auf 19 616,04 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,65 Prozent auf 1576,34 Punkte.

Für den am Freitag ebenfalls gebeutelten Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,69 Prozent bergab. Gefragt blieben dagegen als "sichere Häfen" geltende Anlagen: Der Goldpreis legte weiter zu, und auch der Yen ist als Fluchtwährung weiter beliebt.

Chinas Premier Li Keqiang sieht den Brexit als Belastung für die Erholung der Weltwirtschaft. Die US-Ratingagentur Moody's drohte Großbritannien nach dem Votum für einen Austritt aus der EU mit einer Herabstufung.

CMC-Experte Spooner machte aber auch positive Nachrichten aus - etwa mit Blick nach Spanien. Dort gewann die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy die vorgezogene Parlamentswahl. Die Spanier setzten damit in komplizierten Zeiten auf Stabilität.

STUDIEN BELASTEN LUFTHANSA, DEUTSCHE BANK UND HEIDELCEMENT

Bei den deutschen Einzelwerten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Die Aktien der Lufthansa büßten 5,43 Prozent auf 10,36 Euro ein, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel auf 10 Euro gesenkt und ihre Verkaufsempfehlung bestätigt hatte.

Dax-Schlusslicht waren aber die Titel der Deutschen Bank , die mit einem Minus von rund 6 Prozent auf ein neues Rekordtief rutschten. Einem Börsianer zufolge strich Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan seine Übergewichtungs-Empfehlung für die Papiere des Finanzkonzerns. Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, kommentierte der Börsianer die Abstufung. In der Branche war der Brexit-Schock überhaupt weiter spürbar. Mit minus 5 Prozent war der Index der Bankenwerte mit Abstand schwächstes Branchenbarometer.

HeidelbergCement sackten zum Wochenauftakt um 3,89 Prozent ab. Die US-Bank Merrill Lynch stufte die Aktien des Baustoffherstellers ab. Zudem soll Konkurrent JPMorgan das Kursziel gesenkt haben. Dagegen setzten sich die Titel des Immobilienkonzerns Vonovia-Titel mit plus 3 Prozent an die Dax-Spitze. Sie profitierten laut Börsianern von einer neuen Kaufempfehlung von Morgan Stanley.

FRESENIUS UNBELASTET VON CHEFWECHSEL

Beim Medizinkonzern Fresenius zeigte sich die Aktie mit plus 0,02 Prozent unbeeindruckt vom überraschenden Chefwechsel. Commerzbank-Analyst Oliver Metzger betonte die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Ulf Schneider und seinem Nachfolger, dem bisherigen Finanzvorstand Stephan Sturm. Daher sollte sich am von den Investoren geschätzten Managementstil bei den Bad Homburgern nichts ändern. Schneider verlässt das Unternehmen bis Ende Juni auf eigenen Wunsch, um eine "neue berufliche Herausforderung" anzunehmen.

Im MDax hielten sich Kuka-Aktien mit minus 0,05 Prozent vergleichsweise gut. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FASZ) zufolge steht die Vereinbarung zur Übernahme durch den chinesischen Großaktionär Midea kurz vor dem Abschluss. Dies sollte Börsianern zufolge die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen und ist positiv für die Aktie. Kuka bekomme von den Chinesen langfristige Garantien, berichtete das Blatt unter Berufung auf Verhandlungskreise. Laut Investorenvereinbarung würden weltweit alle Standorte festgeschrieben und allen Beschäftigten ihre Stellen garantiert.

WIRECARD-KURSSPRUNG NACH PRESSEBERICHT

Bei den Technologiewerten sprangen Wirecard um 4,76 Prozent an. Der deutsche Zahlungsabwickler steht laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" mit chinesischen Investoren in Gesprächen um eine Beteiligung. Die Alibaba-Tochter Alipay erwäge eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, hieß es. Später sei auch eine noch höhere Beteiligung denkbar./gl/ag

27.06.2016

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax stabilisiert sich etwas nach Brexit-Schock

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach dem Brexit-Schock am Montag zunächst etwas stabilisiert. Eine klare Richtung fehlte allerdings im frühen Handel. Das Marktgeschehen sei weiter geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg auf der Europäischen Union (EU) entstehe, warnte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets.

Im frühen Handel kam der Dax mit einem Minus von 0,03 Prozent auf 9554,67 Punkte kaum vom Fleck. Vor dem Wochenende war der deutsche Leitindex nach dem überraschenden britischen Votum gegen die EU-Mitgliedschaft anfangs um 10 Prozent abgesackt - zum Börsenschluss stand er noch knapp 7 Prozent im Minus.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Montagmorgen 0,30 Prozent auf 19 769,72 Punkte, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax um 0,21 Prozent auf 1590,08 Punkte stieg. Für den am Freitag ebenfalls gebeutelten Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,19 Prozent bergauf. Gefragt blieben als "sichere Häfen" geltende Anlagen: Der Goldpreis legte weiter zu, und auch der Yen ist als Fluchtwährung weiter beliebt./gl/ag

27.06.2016

Aktien Frankfurt Ausblick: Brexit-Schock wirkt nach

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt steht auch zu Wochenbeginn noch ganz im Zeichen des Brexit-Schocks vom Freitag. Rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart signalisierte der X-Dax als Indikator für den Dax einen Kursverlust von 0,61 Prozent auf 9499 Punkte. Am Freitag war der Dax zum Auftakt um 10 Prozent abgesackt - am Ende stand er noch 7 Prozent im Minus.

Beim noch stärker gebeutelten EuroStoxx 50 deutete sich am Montagmorgen ein rund 1 Prozent schwächerer Start an. Dem britischen FTSE-100-Index droht ein Minus von anderthalb Prozent - er hatte sich vor dem Wochenende allerdings besser behauptet als Dax und EuroStoxx. Gefragt blieben als sichere Häfen geltende Anlagen: Der Goldpreis legte weiter zu, und auch der Yen ist als Fluchtwährung weiter gefragt.

Das Marktgeschehen sei geprägt von der Unsicherheit, die durch die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg auf der Europäischen Union (EU) entstehe, sagte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Chinas Premier Li Keqiang sieht den Brexit als Belastung für die Erholung der Weltwirtschaft. Die US-Ratingagentur Moody's drohte Großbritannien nach dem Votum für einen Austritt aus der EU mit einer Herabstufung.

Spooner machte aber auch positive Nachrichten aus - etwa mit Blick nach Spanien. Dort gewann die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy die vorgezogene Parlamentswahl. Die Spanier setzten damit in komplizierten Zeiten auf Stabilität.

CHEFWECHSEL BELASTET FRESENIUS

Unter den Einzelwerten verloren die Aktien des Medizinkonzern Fresenius nach dem angekündigten Chefwechsel beim Broker Lang & Schwarz (L&S) über 2 Prozent. Die Ablösung des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Ulf Schneider durch den bisherigen Finanzvorstand Stephan Sturm komme überraschend und sei auch eine Enttäuschung, schrieb ein Händler. Da der Nachfolger aber auch schon seit 2005 bei Fresenius sei, dürfte der Übergang zumindest reibungslos verlaufen. Schneider verlässt das Unternehmen bis Ende Juni auf eigenen Wunsch, um eine "neue berufliche Herausforderung" anzunehmen.

Auch die Deutsche Bank sollte im Blick behalten werden. Einem Börsianer zufolge strich der bekannte Analyst und Branchenexperte Kian Abouhossein von JPMorgan seine Übergewichtungs-Empfehlung für die Papiere des Finanzkonzerns. Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, kommentierte der Börsianer die Abstufung. Das auf 15 Euro gesenkte Kursziel beinhaltet allerdings noch etwas Luft nach oben - vorbörslich legte die Aktie moderat auf 13,38 Euro zu.

Der Brexit-Schock hatte am Freitag Bankenwerte in ganz Europa nach unten gerissen. Die Papiere der Deutschen Bank waren am Ende um 14 Prozent eingebrochen. Zuvor waren sie im Verlauf fast bis auf ein Rekordtief gefallen. Das liegt weiter bei 12,685 Euro.

KAUFEMPFEHLUNG HILFT THYSSENKRUPP

Die Titel von Thyssenkrupp schafften ebenfalls vorbörslich ein knappes Plus. Die Baader Bank habe die Papiere des Industrie- und Stahlkonzerns hochgestuft und empfehle sie nun zum Kauf, kommentierte ein Händler den Kursanstieg. Zudem dürfte es bei den Anlegern gut ankommen, dass die Investmentgesellschaft Cevian ihre Beteiligung aufgestockt habe.

Im MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stemmten sich Kuka-Aktien bei L&S mit plus 0,81 Prozent gegen den negativen Markttrend. Die Vereinbarung zur Übernahme des bayerischen Roboterherstellers durch den chinesischen Großaktionär Midea steht nach Medieninformationen kurz vor dem Abschluss. Kuka bekomme langfristige Garantien, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Dies sollte Börsianern zufolge die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme erhöhen und ist positiv für die Aktie.

WIRECARD-KURSSPRUNG NACH PRESSEBERICHT

Im TecDax sprangen Wirecard-Aktien um über 9 Prozent an. Der deutsche Zahlungsabwickler steht laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" mit chinesischen Investoren in Gesprächen um eine Beteiligung. Die Alibaba-Tochter Alipay erwäge eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, hieß es./gl/ag

27.06.2016

WOCHENAUSBLICK: Brexit bringt weitere Rückschlagsgefahr für den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die für Anleger völlig überraschende Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat am deutschen Aktienmarkt einen Schock ausgelöst - und dürfte auch in der neuen Woche für Wirbel sorgen. Der deutsche Leitindex Dax ging bereits vor dem Wochenende in die Knie und fiel am Freitag im Xetra-Handel knapp 7 Prozent, nachdem er zeitweise zweistellig im Minus war. Experten sind sich einig, dass es eine gewisse Zeit dauern wird, bis sich die Börsen vom Brexit-Schock erholen - bis dahin ist mit hohen Schwankungen zur rechnen.

Unsicherheit bringt auch die Regierungsbildung in Spanien. Dort haben die Bürger in komplizierten Zeiten zwar auf Stabilität gesetzt, indem sie dem geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zu einem überraschend klaren Wahlerfolg verholfen haben. Rajoys konservative Volkspartei (PP) behauptete sich bei der Neuwahl am Sonntag nicht nur als stärkste Kraft, sondern gewann entgegen den Prognosen noch Sitze hinzu. Allerdings blieb sie von einer absoluten Mehrheit erneut weit entfernt.

Im Mittelpunkt bleibt aber erst einmal der Brexit "Die Märkte werden über die kommenden Tage und Wochen hinweg die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten nach diesem Ergebnis verarbeiten", schrieb Ritu Vohora vom Vermögensverwalter M&G Investments in einem Kommentar. Aktienmarktexperte Paras Anand von der Fondsgesellschaft Fidelity sieht es ähnlich: "Dieses Ergebnis führt zu politischer Unsicherheit, die kurzfristig erhöhte Volatilität an den Märkten mit sich bringen dürfte." Erste Indikationen am Montagmorgen deuten auf weitere Verluste zum Wochenauftakt hin.

Nach Einschätzung der Experten der Landesbank Helaba ergibt sich nun für den Dax ein Rückschlagspotenzial bis in den Bereich zwischen 8500 und 8000 (aktueller Kurs 9577) Punkten. Hiernach bestehen allerdings wieder gute Chancen auf eine Erholung, geben sich die Experten optimistisch. Ihr Argument: Durch die fallenden Aktienkurse dürften sich attraktive Bewertungen der Unternehmen ergeben - zudem rechnen sie mit gleichzeitig steigenden Gewinnerwartungen - was Käufer in den Markt locken dürfte und die Kurse mittelfristig wieder anziehen lassen sollte.

Wie schnell sich die Börsianer angesichts der noch sehr schwer fassbaren politischen und realwirtschaftlichen Folgen des Brexit zurück in den Aktienmarkt trauen, wird sicherlich auch in großem Maße von der Reaktion der Notenbanken abhängen. Die Bank of England verkündete bereits vor dem Wochenende, alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um die Märkte zu stabilisieren und stellte milliardenschwere Maßnahmen in Aussicht.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) steht Gewehr bei Fuß, um weitere Liquidität in die Märkte zu pumpen. Ebenso sind die Augen auf der US-Notenbank Fed gerichtet, die zuletzt auch wegen des anstehenden Briten-Referendums auf eine weitere Leitzinserhöhung verzichtete. Auch sie signalisierte Handlungsbereitschaft. Die Experten der BayernLB rechnen nun damit, dass die US-Notenbank bei ihrer abwartenden Haltung bleiben wird.

Jenseits des Brexit-Schocks könnte schon an diesem Wochenende gleich das nächste politische Ereignis für Unsicherheit an den Börsen sorgen: In Spanien stehen am Sonntag abermals Parlamentswahlen an, nachdem auf die Wahl im Dezember keine Regierung zustande kam. Aktuell sieht es aber danach aus, dass auch der erneute Urnengang für keine Partei eine klare Mehrheiten ergeben wird.

Zu den wichtigsten Terminen der kommenden Woche zählt dann der am Dienstag beginnende EU-Gipfel, auf dem das Großbritannien-Referendum ein zentrale Rolle spielen wird. Zudem finden Konjunkturdaten Beachtung. In den USA richten sich die Blicke im Wochenverlauf auf Detaildaten zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal, Stimmungsdaten aus der Industrie und Zahlen zum privaten Verbrauch.

Diesseits des Atlantik stehen am Mittwoch das Industrie- und Verbrauchervertrauen in der Eurozone, ebenso wie in Deutschland das GfK-Konsumklima sowie die Verbraucherpreise auf der Agenda. Am Donnerstag richten sich die Blicke auf deutsche Arbeitslosenzahlen.

Auf Unternehmensseite wird spannend, wie die Anleger den Wechsel auf dem Chefsessel beim Dax-Konzern Fresenius bewerten werden. Der Gesundheitskonzern hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende Ulf Schneider das Unternehmen auf eigenen Wunsch bis Ende Juni verlassen werde. Seinen Posten werde künftig Finanzvorstand Stephan Sturm übernehmen.

Absehbare Termine sind dagegen rar: Mit der Porsche SE am Mittwoch und dem Medienkonzern ProSiebenSat.1 am Donnerstag setzt sich die Hauptversammlungs-Saison fort. Zudem laden unter anderem der Elektrokonzern Siemens am Dienstag bis Mittwoch und der Versorger RWE am Donnerstag zu Kapitalmarkttagen ein./tav/mis/jha/tos

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

27.06.2016

Japans Nikkei erholt sich von Brexit-Schock

TOKIO (dpa-AFX) - Der Nikkei-Index in Tokio hat sich vom Brexit-Schock leicht erholt. Nach der rasanten Talfahrt vom vergangenen Freitag notierte der Index für 225 führende Werte am Montagmorgen ein Plus 1,55 Prozent auf den Stand von 15 148,36 Punkten. Am Freitag war der Nikkei nach Bekanntwerden des Ergebnisses des Referendums, in dem sich die Briten für den Austritt aus der EU ausgesprochen hatten, um 7,9 Prozent abgesackt./tk/DP/zb

24.06.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Herbe Verluste - Brexit-Schock sitzt tief

NEW YORK (dpa-AFX) - Die unerwartete Zustimmung der Briten zu einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street am Freitag ebenso geschockt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte bis zum Handelsende um 3,39 Prozent auf 17 399,86 Punkte ab. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist der Index damit wieder ins Minus gefallen.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht büßte das weltweit bekannteste Börsenbarometer rund eineinhalb Prozent ein.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 3,60 Prozent auf 2037,30 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 4,07 Prozent auf 4285,701 Punkte nach unten.

WALL STREET HÄLT SICH IM INTERNATIONALEN VERGLEICH NOCH GUT

Damit schnitt die Wall Street aber immer noch besser ab als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um rund achteinhalb Prozent ab und der deutsche Dax fiel um fast 7 Prozent. Der britische FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von rund 3 Prozent dank eines schwachen britischen Pfund ebenfalls relativ gut.

Für die britische Währung ging es auf 1,3684 US-Dollar nach unten. Auch der Kurs des Euro geriet unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,1105 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1066 (Donnerstag: 1,1389) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9037 (0,8780) Euro gekostet.

VERUNSICHERUNG DÜRFTE ANDAUERN

Börsianer sprachen von einer spürbaren Verunsicherung der Anleger, die noch einige Zeit andauern dürfte. Insbesondere die Sorge vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen belaste.

Der Sieg der Brexit-Befürworter habe die unvermeidliche, negative Reaktion der Finanzmärkte nach sich gezogen, schrieb US-Chefvolkswirt Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics in einer Studie. Einen größeren Einfluss auf die US-Wirtschaft dürfte die Entscheidung aber kaum haben.

STAATSANLEIHEN GEFRAGT - AKTIEN VON BANKEN KNICKEN EIN

Gefragt waren in diesem trüben Aktienmarktumfeld vor allem als "sicherer Hafen" geltende Anlagen. So zog der Goldpreis kräftig an und die Kurse von US-Staatsanleihen schnellten nach oben. Der Kurs richtungweisender zehnjähriger Papiere stieg um einen ganzen und 20/32 Punkte auf 100 17/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,56 Prozent.

Mit Blick auf die Einzelwerte setzte die Entscheidung über den Brexit vor allem Bankenaktien zu. Die größten Verlierer im Dow Jones waren die Anteilsscheine von Goldman Sachs und JPMorgan mit Verlusten von jeweils rund 7 Prozent. Zudem schaffte keiner der 30 Dow-Werte den Sprung in die Gewinnzone.

Die Aktien der Bank of America , der Citigroup sowie von Morgan Stanley knickten um mehr als 7 bis rund 10 Prozent ein.

ABSTUFUNG BELASTET T-MOBILE US ZUSÄTZLICH

Bei den Papieren der Telekom-Tochter T-Mobile US sorgte ein Analystenkommentar für Bewegung. Ihr Kurs fiel um fast 6 Prozent, nachdem das Investmenthaus Nomura die Kaufempfehlung gestrichen hatte./mis/jha/

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

24.06.2016

Aktien New York Schluss: Verluste - Brexit-Schock sitzt tief

NEW YORK (dpa-AFX) - Die unerwartete Zustimmung der Briten zu einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street am Freitag ebenso geschockt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte bis zum Handelsende um 3,39 Prozent auf 17 399,86 Punkte ab. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist der Index damit wieder ins Minus gefallen.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht büßte das weltweit bekannteste Börsenbarometer rund eineinhalb Prozent ein.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 3,60 Prozent auf 2037,30 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 4,07 Prozent auf 4285,701 Punkte nach unten./mis/jha/

27.06.2016

Außenminister fordern Debatte der 27 Staaten über Zukunft der EU

PRAG (dpa-AFX) - Mit einem Krisentreffen in Tschechien haben Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault versucht, den mittelosteuropäischen EU-Staaten Sorgen vor den Brexit-Folgen zu nehmen. "Wir stimmen überein, dass die Debatte über die Zukunft der EU auf einer Plattform stattfinden muss, die alle 27 EU-Staaten umfasst", sagte der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek nach dem Treffen in Prag.

Am Samstag hatten sich die sechs Gründungsstaaten des EU-Vorläufers EWG in Berlin getroffen, um über den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu beraten. Länder wie Estland fühlten sich davon übergangen.

Zaoralek nannte die EU "lebensnotwendig" für sein Land. "Die falsche Antwort wäre eine übereilte Integration, die falsche Antwort wäre aber auch, so zu tun, als ob nichts passiert ist", sagte er. "Jetzt ist nicht die Zeit für business as usual", sagte Ayrault.

An dem Treffen in Prag nahmen auch die Außenminister Polens, Ungarns und der Slowakei teil. Die sechs Ressortchefs riefen die britische Regierung zu baldigen Austrittsverhandlungen auf. "Großbritannien muss die notwendigen Schritte unternehmen, damit die Verhandlungen anfangen können", sagte Zaoralek./hei/DP/zb

27.06.2016

KfW: Weiter keine Trendwende bei Kommunalinvestitionen

BERLIN (dpa-AFX) - Die Investitionslücke in Kommunen wird nach Darstellung der Staatsbank KfW größer und auch trotz der niedrigen Zinsen nicht abgebaut. "Obwohl die Finanzierungsbedingungen der meisten Kommunen 2015 unverändert gut waren und im kommunalen Durchschnitt ein Finanzierungsüberschuss erwirtschaftet wurde, blieb die Investitionstätigkeit deutlich hinter den Erwartungen zurück", heißt es in der am Montag in Berlin vorgelegten KfW-Übersicht zur Finanzlage der Kommunen.

Der Investitionsrückstand sei im Vergleich zum Vorjahr von 132 Milliarden auf 136 Milliarden Euro gestiegen. Der größte Bedarf bestehe weiter bei Straßen und der Verkehrsinfrastruktur mit 35 Milliarden sowie im Schul- und Bildungsbereich mit 34 Milliarden Euro. Die Unterschiede zwischen finanzstarken und finanzschwachen Kommunen würden größer. Mehr ostdeutsche (44 Prozent) als westdeutsche (25) Gemeinden schätzten, dass sie den Haushaltsausgleich 2015 nicht schaffen. Kommunen ohne Haushaltsausgleich investierten jedoch ein Drittel weniger.

Die Finanzierungsmöglichkeiten am Kredit- und Kapitalmarkt seien für die Kommunen derzeit gut. "Die Niedrigzinsphase führt kaum zu einer Ausweitung der Investitionen, so dass der Investitionsrückstand auf hohem Niveau verharrt", hieß es weiter. "Die Kommunen sollten diese Phase der positiven Finanzierungssituation deswegen dazu nutzen, die dringenden Investitionen stärker als bislang anzugehen."/sl/DP/fbr

27.06.2016

BREXIT: Berlin will von London baldige Klarheit über Austritts-Fahrplan

BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland will von Großbritannien nach dem Brexit-Referendum baldige Klarheit über den weiteren Fahrplan zum Austritt aus der Europäischen Union. "Die Bundesregierung will keine Hängepartie", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Das kann auch in niemandes Interesse in Europa sein. Wir haben ein klares Verhalten. Daran sollten wir uns halten."

Seibert verwies darauf, dass nach Artikel 50 der europäischen Verträge die Mitteilung über einen Austritt nur von Großbritannien selbst kommen könne. Zugleich machte er deutlich, dass die Bundesregierung nicht übermäßig lange darauf warten will. Wenn die britische Regierung dafür "noch eine überschaubare Zeit" brauche, werde das respektiert.

Der Regierungssprecher schloss konkrete Vorgespräche mit London über das Abschiedsverfahren aus. "Bevor Großbritannien diese Mitteilung geschickt hat, gibt es keine informellen Gespräche über die Austrittsmodalitäten. Die Reihenfolge muss eingehalten werden", stellte Seibert klar. Jetzt müsse alles dafür getan werden, "nicht die Fliehkräfte in Europa zu stärken, sondern die Kräfte des Zusammenhalts"./cs/DP/stb

27.06.2016

BREXIT: Druck auf britischen Labour-Chef Corbyn wächst

LONDON (dpa-AFX) - Der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn bekommt nach dem Brexit-Referendum immer mehr Druck aus seiner Labour-Fraktion. Bereits am Sonntag war ein Dutzend Mitglieder seines Schattenkabinetts zurückgetreten, am Montag folgten weitere. Der Parteilinke Corbyn, der unter den Labour-Abgeordneten im Unterhaus nie großen Rückhalt hatte, holte Unterstützer ins Schattenkabinett und machte klar, dass er sich dem Druck nicht beugen wolle. Sollte ein neuer Parteichef gewählt werden, werde er kandidieren. Corbyn war vergangenen Herbst überraschend in einer Urwahl von Parteimitgliedern und -unterstützern an die Labour-Spitze gewählt worden./ted/DP/fbr

27.06.2016

Eurozone: Geldmenge M3 wächst stärker - Kreditvergabe zieht an

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Wachstum der Geldmenge in der Eurozone hat sich im Mai stärker beschleunigt als erwartet. Die breit gefasste Geldmenge M3 sei zum Vorjahresmonat um 4,9 Prozent gewachsen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mit. Analysten hatten dagegen eine Rate von 4,8 Prozent erwartet, nachdem sie im Vormonat noch bei 4,6 Prozent gelegen hatte.

Das Wachstum der enger gefassten Geldmenge M1 schwächte sich hingegen merklich ab. Die Rate fiel von 9,7 Prozent im April auf 9,1 Prozent im Mai. M1 gilt aufgrund seines hohen Anteils an kurzfristig verfügbaren Einlagen als guter Konjunkturindikator.

Die Kreditvergabe erholte sich wie schon in den Vormonaten von niedrigem Niveau aus weiter. An private Haushalte wurden 1,6 Prozent mehr Kredite vergeben als im Vorjahr. In April hatte der Anstieg noch bei 1,5 Prozent gelegen. Die Wachstumsrate der Kredite an Unternehmen außerhalb des Finanzsektors stieg von 1,2 Prozent im Vormonat auf 1,4 Prozent im Mai.

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht derzeit mit einer sehr lockeren Geldpolitik auch die Kreditvergabe zu stützen. Sie erhofft sich dadurch eine höhere Binnennachfrage, die auch zu steigenden Preisen führt. So vergibt die EZB seit Freitag auch neue Langfristkredite an die Banken, deren Konditionen an die Kreditvergabe der Geldhäuser geknüpft ist./jsl/bgf/stb

27.06.2016

KORREKTUR/Analyse: Heizkosten sinken weiter - Öl deutlich billiger als Gas

(In der Analyse vom 26. Juni wurde im vorletzten Absatz der Vergleich der Tarife der Stadtwerke Rostock und der Mainova (Frankfurt) gestrichen. Der als Quelle verwendete EID hatte nicht die aktuellsten Tarife verglichen; dadurch entstand ein falsches Bild zu Lasten der Mainova.)

HAMBURG (dpa-AFX) - Mildes Wetter und fallende Preise für Öl und Gas entlasten die Verbraucher in Deutschland bei den Heizkosten. In der abgelaufenen Heizperiode von Anfang Oktober 2015 bis Ende Mai 2016 mussten die Haushalte nahezu gleich viel Heizenergie einsetzen wie 2014/15. Das ergab eine Analyse des Internet-Portals Verivox. War der Oktober noch deutlich kälter als ein Jahr zuvor, so fielen die übrigen Winter- und Frühjahrsmonate eher wärmer aus.

Das Wetter hat den größten Einfluss auf die Heizkosten und die Verbraucher profitieren von der anhaltend milden Witterung. Der zweite wichtige Faktor sind die Preise für den Brennstoff. Und da hat sich der Wind gründlich gedreht. Nach jahrelangen Preissteigerungen und hohen Nachzahlungsforderungen von Energieversorgern und Vermietern bei der Jahresabrechnung geht es nun in die andere Richtung.

Ein Musterhaushalt von drei bis vier Personen in einem Einfamilienhaus mit Gasheizung musste nach den Verivox-Berechnungen in der abgelaufenen Heizperiode durchschnittlich 1147 Euro bezahlen. Das war immerhin ein Rückgang um vier Prozent gegenüber der Vorperiode. Viel billiger aber war es mit Öl: Hier wurden nur 826 Euro fällig, ein Rückgang um 29 Prozent. "Unter dem Strich war das Heizen mit Gas in der Heizsaison 2015/16 um rund 40 Prozent teurer als mit Öl", sagte Verivox-Sprecher Florian Krüger.

Hintergrund ist der starke Fall der Ölpreise, die sich in den vergangenen beiden Jahren mehr als halbiert haben. Auch der Gaspreis ist in dieser Zeit gesunken, aber längst nicht so stark. Der Verivox-Verbraucherpreisindex für Gas steht bei 6,13 Cent je Kilowattstunde im Vergleich zu 6,69 Cent vor 24 Monaten. Das ist ein Rückgang um 8,4 Prozent. In den vergangenen 12 Monaten wurde Gas um gut sechs Prozent billiger. Heizöl dagegen kostet aktuell mit rund 51 Euro je 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern inkl. MwSt) rund 39 Prozent weniger als vor zwei Jahren und 19 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Erdgas hat Heizöl im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Marktanteile abgenommen, auch weil es bequemer über eine Leitung ins Haus kommt und als umweltfreundlicher gilt. Mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland heizt mit Gas, rund ein Viertel mit Öl.

"Die Gastarifpreise hängen fest", stellte auch der Energie-Informationsdienst EID fest. Zwar haben seit Jahresbeginn ungefähr die Hälfte aller Gasversorger Preissenkungen von durchschnittlich fünf Prozent angekündigt oder vorgenommen. Aber 25 Unternehmen setzten die Preise um durchschnittlich fünf Prozent herauf. Sie erklärten das vor allem mit steigenden Netzkosten, die fallende Einkaufspreise für Gas mehr als ausgleichen würden. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind groß. Dennoch wechselt ein großer Teil der Kundschaft nicht den Anbieter, wohl auch aus Bequemlichkeit.

Der starke Kostenvorteil für Öl ist jedoch nur eine Momentaufnahme. Noch vor zwei Jahren, in der Heizperiode 2013/14, war das Heizen mit Öl um rund ein Viertel teurer als mit Gas. Traditionell hatte das Öl einen Kostenvorteil, aber der war mit dem Beginn der Hochpreisperiode für Öl ab 2010 für mehrere Jahre vorbei. In einem Zehn-Jahres-Vergleich von 2006 bis 2015 hat das Heizöl relativ knapp die Nase vorn. In diesen zehn Jahren hätte der Musterverbraucher 21 415 Euro für Heizöl ausgegeben, aber 22 014 Euro für Erdgas./egi/DP/stb

27.06.2016

WDH/BREXIT/Britischer Finanzminister fürchtet um Investitionen

(Die Überschrift wurde neu gefasst.)

LONDON (dpa-AFX) - Der britische Finanzminister George Osborne fürchtet negative Folgen der Brexit-Entscheidung für die einheimische Wirtschaft. "Es ist bereits offensichtlich, dass einige Unternehmen damit weitermachen, Entscheidungen über Investitionen und neue Jobs zu pausieren", sagte Osborne in einer am Montagmorgen verbreiteten Stellungnahme. Man müsse handeln, um den Einfluss auf die Konjunktur und die Staatsfinanzen abzumildern. Die Regierung habe Notfallpläne durchdacht, aber es werde nicht einfach.

Das Pfund war kurz nach dem Bekanntwerden des Brexit-Votums am

Donnerstag auf ein historisches Tief gefallen. Der Abwärtstrend hielt

weiter an. Auch die Aktienmärkte hatten heftige Verluste hinnehmen

müssen. Befürchtet wird, dass Großbritannien nun in eine Rezession

schlittern könnte.

Osborne kündigte für die kommenden Tage eine Entscheidung über seine eigene Zukunft an. Der Schatzkanzler hatte sich vor der Abstimmung gemeinsam mit Premierminister David Cameron gegen einen Abschied der Briten aus der EU ausgesprochen. Cameron hat bereits seinen Rücktritt erklärt./fri/fbr

27.06.2016

Britischer Finanzminister sieht nach Brexit-Votum Investitionen in Gefahr

LONDON (dpa-AFX) - Der britische Finanzminister George Osborne fürchtet negative Folgen der Brexit-Entscheidung für die einheimische Wirtschaft. "Es ist bereits offensichtlich, dass einige Unternehmen damit weitermachen, Entscheidungen über Investitionen und neue Jobs zu pausieren", sagte Osborne in einer am Montagmorgen verbreiteten Stellungnahme. Man müsse handeln, um den Einfluss auf die Konjunktur und die Staatsfinanzen abzumildern. Die Regierung habe Notfallpläne durchdacht, aber es werde nicht einfach.

Das Pfund war kurz nach dem Bekanntwerden des Brexit-Votums am

Donnerstag auf ein historisches Tief gefallen. Der Abwärtstrend hielt

weiter an. Auch die Aktienmärkte hatten heftige Verluste hinnehmen

müssen. Befürchtet wird, dass Großbritannien nun in eine Rezession

schlittern könnte.

Osborne kündigte für die kommenden Tage eine Entscheidung über seine eigene Zukunft an. Der Schatzkanzler hatte sich vor der Abstimmung gemeinsam mit Premierminister David Cameron gegen einen Abschied der Briten aus der EU ausgesprochen. Cameron hat bereits seinen Rücktritt erklärt./fri/fbr

27.06.2016

ROUNDUP: Spanischer Finanzmarkt reagiert mit Erleichterung auf Wahlergebnis

FRANKFURT/MADRID (dpa-AFX) - Die spanischen Finanzmärkte haben am Montag mit Erleichterung auf das Wahlergebnis vom Wochenende reagiert. Die Gewinne für die bürgerliche Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy und das eher enttäuschende Abschneiden der linken Partei Podemos sorgten für Zuversicht. Die Risikoaufschläge für spanische Anleihen gingen zurück, die Aktienkurse legten zu. Die Unsicherheit dürfte jedoch anhalten, da eine Regierungsbildung noch nicht in Sicht ist.

Die Rendite für zehnjährige spanische Staatsanleihen fiel um 8,5 Basispunkte auf 1,53 Prozent. In Madrid legte der Leitindex IBEX-35 um 2,65 Prozent auf etwa 8000 Punkte zu. Allerdings handelte es sich dabei auch um eine Gegenbewegung nach den Kursverlusten am Freitag. Nach der Entscheidung der Briten für einen Brexit waren die Aktien um rund 12 Prozent eingestürzt. Allerdings sind sowohl die Aktien- als auch die Anleihekurse am Montag in Spanien stärker gestiegen als in allen anderen Ländern der Eurozone

SCHWIERIGE AUSGANGSPOSITION BLEIBT

Die Spanier haben am Sonntag zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten ein neues Parlament gewählt. An der schwierigen Ausgangsposition für eine Regierungsbildung hat sich nichts geändert. Die bisher schon stärkste Volkspartei PP hat einige Stimmen hinzugewonnen. Eine Koalition mit den schwächelnden liberalen Ciudadanos ist aber weiter nicht möglich. Andererseits wäre eine linke Regierung aus den Sozialisten (PSOE) und Podemos nur durch die Unterstützung von Regionalparteien möglich.

Die Experten der Commerzbank sehen in einer Koalition von PP und PSOE das wahrscheinlichste Szenario. "Ein wirtschaftspolitischer Kurswechsel wie in Portugal bliebe bei dieser Kombination mit großer Wahrscheinlichkeit aus", kommentierte Volkswirt Ralph Solveen von der Commerzbank. Die PSOE dürfte dann versuchen, einige soziale Härten zu entschärfen. Angesichts der von der PP versprochenen Steuersenkungen sei ein merklicher Rückgang des Budgetdefizits unwahrscheinlich. "Trotzdem wäre eine solche Kooperation von Volkspartei und Sozialisten aus Sicht der Investoren wohl die bessere Lösung."

VORMARSCH DER POPULISTEN GESTOPPT

"Die politische Unsicherheit in Spanien setzt sich fort", kommentierte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Die Tatsache, dass die linksgerichtete Podemos noch weiter von einer Regierungsbildung entfernt sei als zuvor, sei jedoch ein positiver Effekt aus den Wahlen. "Die Hauptbotschaft der Wahl für Europa ist jedoch, dass der Vormarsch der Populisten sich nicht fortgesetzt hat", sagte Schmieding. Insgesamt habe Spanien eine positive Haltung zur EU und wolle eine Konfrontation mit Brüssel vermeiden./jsl/bgf/fbr

27.06.2016

BREXIT/Johnson: Großbritannien wird weiter Zugang zum Binnenmarkt haben

LONDON (dpa-AFX) - Der frühere Londoner Bürgermeister und Brexit-Wortführer Boris Johnson geht davon aus, dass Großbritannien weiter vom europäischen Binnenmarkt und der Arbeitnehmerfreizügigkeit profitieren wird. Briten würden weiterhin in der Lage sein, in der EU zu reisen, zu arbeiten, Häuser zu kaufen und sich niederzulassen, schrieb Johnson in einem Gastbeitrag im "Daily Telegraph" (Montag). Auch der freie Zugang zum europäischen Binnenmarkt für Waren und Dienstleistungen werde nicht eingeschränkt, prophezeite Johnson, der als Nachfolger des scheidenden Premierministers David Cameron gehandelt wird.

Gleichzeitig werde Großbritannien aber wieder "demokratische Kontrolle über die Einwanderungspolitik übernehmen". Demnach soll ein "humanes Punktesystem, das an den Interessen von Handel und Industrie ausgerichtet ist", die Zuwanderung zum Vereinigten Königreich beschränken.

Zudem werde eine substanzielle Geldsumme nicht mehr an Brüssel überwiesen, sondern komme etwa dem britischen Gesundheitssystem zu Gute. Großbritannien werde sich, wenn auch nur langsam, von der "unmäßigen und undurchsichtigen" Gesetzgebung der EU befreien, schrieb Johnson./cmy/DP/fbr

27.06.2016

AKTIEN IM FOKUS: Brexit lastet weiter auf Banken - Deutsche Bank auf Rekordtief

FRANKFURT/ZÜRICH (dpa-AFX Broker) - Die Ungewissheit nach dem 'Ja' der Briten zum Ausstieg aus der Europäischen Union hat die Aktien europäischer Banken auch am Montag schwer belastet. Ihr Index war gegen Mittag mit einem Minus von 5,71 Prozent der größte Verlierer im Branchentableau. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank fielen auf ein Rekordtief. Der JPMorgan-Bankenanalyst Kian Abouhossein, dessen Einschätzungen am Markt viel Beachtung finden, riet in einer Studie, die Papiere von Investmentbanken zu meiden.

Es sei derzeit kaum möglich, die kurzfristigen Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken abzuschätzen, schrieb der Experte. Hinzu komme strukturelle Unsicherheit mit Blick auf die Reisefreiheit zwischen der EU und Großbritannien. Hier könnte ein zusätzlicher Personalbedarf und damit Kosten drohen.

Abouhossein stufte die Papiere der Deutschen Bank von "Overweight" auf "Neutral" und senkte das Kursziel um 8 auf 15 Euro. Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, kommentierte ein Händler den Schritt. Die Aktien der schweizerischen Großbanken UBS und Credit Suisse senkte der Analyst sogar auf "Underweight". Deren Kurse fielen um rund 5 Prozent beziehungsweise gut 8 Prozent.

Die Papiere der Deutschen Bank sanken vor diesem Hintergrund auf ein Rekordtief bei 12,30 Euro. Gegen Mittag waren sie mit einem Minus von 7,22 Prozent auf 12,40 Euro das Schlusslicht im deutschen Leitindex Dax .

Commerzbank-Aktien hielten sich mit einem Verlust von 4,47 Prozent auf 5,924 Euro nur wenig besser. Hier sieht der JPMorgan-Experte indes reichlich Kurspotenzial. Zwar senkte er seine Gewinnprognosen deutlich. Das Ziel reduzierte er aber lediglich um 1 auf 10 Euro. Angesichts der niedrigen Bewertung der Papiere bleibe es beim "Overweight"-Votum, schrieb Abouhossein./mis/ag/fbr

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27.06.2016

AKTIE IM FOKUS: Bericht über mögliche Beteiligung von Alipay treibt Wirecard an

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein Medienbericht über den möglichen Einstieg eines chinesischen Investors hat bei den Aktien von Wirecard am Montag für Fantasie gesorgt. Sie verteuerten sich an der Spitze des TecDax um 3,86 Prozent auf 40,73 Euro. Derzeit verhandle der Zahlungsabwickler mit Vertretern der chinesischen Alibaba-Tochter Alipay um eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, berichtete die "Bild am Sonntag" ("BamS"). Später sei auch eine noch höhere Beteiligung denkbar.

Angesichts der Marktstellung in China von Alipay wäre das eine gute Wahl für Wirecard, kommentierte ein Händler den Bericht. Im Falle eines Einstiegs würden die Chinesen aber wohl kaum Aktien an der Börse kaufen. Daher sei denkbar, dass sie via einer Kapitalerhöhung bei Wirecard einsteigen.

Insgesamt könnten dem Börsianer zufolge nun aber die Spekulanten unter Druck geraten, die auf einen fallenden Wirecard-Kurs gesetzt hätten. Dabei kann es zu einem sogenannten "Short-Squeeze" kommen. Dabei decken sich diejenigen, die auf sinkende Kurse gesetzt haben und falsch lagen mit Aktien ein, um ihre Verluste zu begrenzen. Das wiederum treibt den Kurs weiter nach oben.

So waren die Wirecard-Aktien im Frühjahr nach Vorwürfen an das Management in dubiosen Analystenstudien aus anonymen Quellen eingebrochen. Der Kurs fiel im März kurzzeitig unter die Marke von 30 Euro. Die Papiere berappelten sich anschließend zwar, das Niveau vor der Verbreitung der Vorwürfe - gut 43 Euro - erreichten sie bisher aber nicht mehr ganz.

Händler sowie Wirecard sahen hinter den Vorwürfen und dem daraus erfolgten Kurseinbruch eine sogenannte "Shortseller"-Attacke. Dabei versuchen Spekulanten den Aktienkurs zu drücken, nachdem sie auf fallende Kurse gesetzt haben, um damit Gewinne zu erzielen./mis/ag/stb

24.06.2016

DOW-FLASH: Dow Jones für 2016 wieder im Minus - EU-Austritt der Briten belastet

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Unsicherheit infolge der Zustimmung der Briten zu einem Ausscheiden aus der Europäischen Union hat den Dow Jones Industrial am Freitag im Verlauf immer weiter abrutschen lassen. Der US-Leitindex sank gut eine halbe Stunde vor dem Handelsschluss um 3,45 Prozent auf 17 390,14 Punkte. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist das Börsenbarometer damit wieder ins Minus gefallen.

Am Donnerstag hatte der Dow Jones noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte./mis/jha/

24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt Eon auf 'Outperform' - Ziel 11,41 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Eon nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt auf "Outperform" mit einem Kursziel von 11,41 Euro belassen. Analystin Deepa Venkateswaran wertete in einer Studie vom Freitag das Wahlergebnis als nur leicht negativ für die beiden deutschen Versorger Eon und RWE./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Oddo Seydler belässt Daimler auf 'Buy' - Ziel 84 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Oddo Seydler hat die Einstufung für Daimler auf "Buy" mit einem Kursziel von 84 Euro belassen. Von den europäischen Autobauern sei BMW wohl am stärksten vom Brexit betroffen, Renault und Fiat Chrysler am wenigsten, schrieb Analyst François Maury in einer am Freitag vorgelegten Studie. Volkswagen, Daimler und Peugeot lägen wohl irgendwo dazwischen. Die Daimler-Aktie gehöre gemeinsam mit der von Renault zu den attraktivsten im Sektor./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt RWE auf 'Market-Perform' - Ziel 12,30 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für RWE nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 12,30 Euro belassen. Analystin Deepa Venkateswaran wertete in einer Studie vom Freitag das Wahlergebnis als nur leicht negativ für die beiden deutschen Versorger Eon und RWE./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Commerzbank belässt Volkswagen-Vorzüge auf 'Hold' - Ziel 137 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat die Einstufung für Volkswagen nach Spekulationen um Entschädigungszahlungen des Autobauers an US-Kunden auf "Hold" mit einem Kursziel von 137 Euro belassen. Die kolportierte Entschädigungssumme zwischen 0,5 und 3,4 Milliarden US-Dollar erscheine auf den ersten Blick glaubwürdig und liege im Rahmen der von den Wolfsburgern gebildeten Rückstellungen, schrieb Analyst Sascha Gommel in einer Studie vom Freitag./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Lampe belässt Norma Group auf 'Kaufen' - Ziel 53 Euro

DÜSSELDORF (dpa-AFX Broker) - Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat Norma Group nach dem angekündigten Kauf des Verbindungstechnik-Geschäfts von Parker auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 53 Euro belassen. Der Deal würde den Umsatz des Autozulieferers um rund 4 Prozent steigern, schrieb Analyst Christian Ludwig in einer Studie vom Freitag. Der Kaufpreis dürfte unter 40 Millionen Euro liegen./mzs/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Berenberg belässt Henkel auf 'Buy' - Ziel 117 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat die Einstufung für Henkel nach dem angekündigten Kauf des US-Waschmittelherstellers Sun Products auf "Buy" mit einem Kursziel von 117 Euro belassen. Die Sun-Übernahme sei ein ansehnlicher Deal, der allerdings nicht überraschend komme, schrieb Analyst James Targett in einer Studie vom Freitag. Henkel sei einer der attraktivsten Werte unter den von ihm beobachteten Konsumgüter-Aktien./mzs

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: NordLB belässt Henkel auf 'Halten' - Ziel 104 Euro

HANNOVER (dpa-AFX Broker) - Die NordLB hat die Einstufung für Henkel nach der angekündigten Übernahme des US-Waschmittelherstellers Sun Products auf "Halten" mit einem Kursziel von 104 Euro belassen. Strategisch sei die Transaktion für den deutschen Konsumgüterhersteller durchaus sinnvoll, schrieb Analyst Thorsten Strauß in einer Studie vom Freitag. Dies reiche für eine Hochstufung der bereits recht hoch bewerteten Aktie jedoch nicht aus./mzs/edh

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