dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

29.04.2017

BMW will selbstfahrendes Auto in Dingolfing bauen

DINGOLFING (dpa-AFX) - Die Revolution des Straßenverkehrs soll auch von Niederbayern ausgehen: BMW will sein komplett selbstfahrendes Auto "iNext" in Dingolfing bauen. "In der Produktion hat Niederbayern in dem Fall die Nase vorn vor dem Silicon Valley", sagte Konzernchef Harald Krüger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Dies sei auch als Bekenntnis zum Technologie-Standort Deutschland zu verstehen. "Ausschlaggebend für die Entscheidung ist die Nähe zur technologischen Kompetenz im Konzern und zur Entwicklung des elektrischen Antriebstrangs", sagte Krüger.

Der Konzern will das selbstfahrende Auto im zweiten Halbjahr 2021 auf den Markt bringen. "Der Termin steht", sagte Krüger nun der FAS. An der Technologie arbeitet das Unternehmen derzeit zusammen mit dem Chiphersteller Intel und dem israelischen Kameratechnik-Spezialisten Mobileye. Die Partner wollen ein Fahrzeug entwickeln, bei dem der Fahrer nicht nur die Hände vom Lenkrad nehmen, sondern während des Fahrens sogar fernsehen oder schlafen kann - ob auf der Autobahn oder in der Großstadt./fha/DP/zb

29.04.2017

Air Berlin kämpft weiter mit operativen Problemen

BERLIN (dpa-AFX) - Einen Tag nach der Bekanntgabe eines Rekordverlusts für 2016 kämpft die Fluggesellschaft Air Berlin weiter mit operativen Problemen. Am Flughafen Berlin-Tegel mussten am Samstag mehrere Verbindungen gestrichen werden. "Das hat aber nichts mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens zu tun", betonte eine Sprecherin der Fluglinie.

Vor allem kürzere Verbindungen innerhalb Deutschlands oder nach Österreich wurden gestrichen, bis zum Nachmittag waren es insgesamt neun Flüge. Gerade auf Kurzstrecken gebe es keine Chance, während des Flugs Verspätungen aufzuholen, erklärte die Sprecherin. Daher sei es manchmal geboten, eine Verbindung ganz abzusagen.

Air Berlin kämpft seit Wochen mit Problemen bei der Abfertigung in Tegel. Einzelne Streichungen seien daher leider nichts Unübliches, hieß es. Diese könnten auch technische Gründe oder Krankheiten als Ursache haben.

Die Fluggesellschaft hatte am Freitag ihre Bilanz für 2016 vorgelegt. Unterm Strich stand ein Verlust von 781,9 Millionen Euro, 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz sank von 4,08 Milliarden Euro auf 3,79 Milliarden Euro. Vorstandschef Thomas Winkelmann will sich nach neuen Partnern umsehen, auch der Einstieg eines Investors sei denkbar./alr/DP/zb

29.04.2017

ROUNDUP 2: Dieseldebatte lässt Autoindustrie bangen

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die wachsende Kritik am Dieselmotor lässt die Autoindustrie um Milliardeninvestitionen und Arbeitsplätze fürchten. VW , Daimler und BMW betonen den geringen Kraftstoffverbrauch und den geringen CO2-Ausstoß von Dieselmotoren. "Nichts deutet auf einen Tod des Diesel hin", sagte BMW-Chef Harald Krüger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Der saubere Diesel hat noch eine lange Zukunft vor sich." VW-Sprecher Nicolai Laude sagte der Deutschen Presse-Agentur, mit der neuen Abgastechnik sei auch "die Stickoxidfrage bei Neufahrzeugen gelöst".

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger dürfte der Diesel-Anteil bei Mittel- und Oberklasseautos in Europa bis 2030 auf ein Drittel, bei Kleinwagen sogar gegen Null sinken.

Heute ist jeder zweite Neuwagen in Europa ein Diesel. Einen leichten Rückgang erklärte der VW-Sprecher mit der steigenden Nachfrage nach kleinen SUVs, die eher mit Benzinmotoren fahren, und mit der Verunsicherung der Kunden. Laut Umweltbundesamt überschreiten heutige Diesel-Autos den EU-Grenzwert auf der Straße um ein Vielfaches. Die Verkehrsminister der Bundesländer fordern rasch wirksame Gegenmaßnahmen. In Stuttgart und München drohen von 2018 an Fahrverbote für ältere Diesel.

Daimler hat gerade drei Milliarden Euro in die Entwicklung und Produktion neuer Dieselmotoren investiert. "Aus unserer Sicht hat der Diesel definitiv eine Zukunft", sagte Sprecher Matthias Brock. Der Rückgang der CO2-Belastung sei vor allem dem Diesel zu verdanken, sagte sein BMW-Kollege Michael Rebstock. Die EU-Klimaziele zu erreichen, sei ohne Diesel undenkbar. VW-Sprecher Laude sagte: "Beim Diesel sind in den nächsten Jahren auch noch Verbrauchssenkungen von 10 bis 15 Prozent möglich. Der Volkswagen-Konzern investiert dafür bis 2022 rund zehn Milliarden Euro."

Die Deutsche Umwelthilfe fordert, die Autokonzerne müssten alle Euro-5- und Euro-6-Diesel auf eigene Kosten nachbessern. Das koste sie etwa 1000 bis 1500 Euro pro Auto, sagte Geschäftsführer Jürgen Resch dem "Spiegel" und forderte eine entsprechende Anordnung der Bundesregierung.

Bei den Autokonzernen und Zulieferbetrieben hängen viele Arbeitsplätze am Diesel - allein bei Bosch rund 50 000. "Die Zulieferindustrien sehen die Debatte sehr kritisch", sagte der Sprecher ihrer Arbeitsgemeinschaft, Christian Vietmeyer. "Das Anprangern der Dieseltechnologie ist für den Umweltschutz nicht hilfreich." Privatkunden entschieden oft auch emotional.

"Ungefähr 500 bis 750 Zulieferern droht die Pleite durch neue Techniken - also E-Mobilität, Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte", schätzt Stefan Randak, Autoexperte der Unternehmensberatung Atreus. "Viele Mittelständler mit einigen 100 Millionen Euro Umsatz kriegen massive Probleme mit ihrem heutigen Produkt-Angebot, wenn sie nicht schnell den Hebel umstellen." Der Dieselmotor sei "noch nicht tot", sein Anteil bei den Neuzulassungen in Europa dürfte aber in den nächsten Jahren auf 25 Prozent sinken. "Der VW-Dieselskandal, die Stickoxid-Belastung - da verlangt die Bevölkerung, dass sich was ändert."

Bei BMW ist der Diesel-Absatz im ersten Quartal auf 36,3 Prozent weltweit gesunken - ein Prozentpunkt unter dem Marktanteil im Jahr 2016. Es gebe aber auch Länder mit starkem Wachstum des Dieselanteils, zum Beispiel Japan mit einem Plus von 7 Prozent auf 36 Prozent. BMW-Chef Krüger betonte aber in der "F.A.S.": "Die Bestellungen im März sind wieder gestiegen, die Restwerte für gebrauchte Diesel bleiben stabil, aller gezielten Skandalisierung zum Trotz." VW sieht einen leicht rückläufigen Trend in Westeuropa, Mercedes spürt beim Absatz "keine Auswirkungen der aktuellen Dieselthematik"./rol/DP/zb

29.04.2017

Umweltminister will zehn Kohlekraftwerke in NRW abschalten

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) will in den kommenden drei Jahren zehn Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen vom Netz nehmen. Das sieht eine "Düsseldorfer Erklärung" vor, die am Samstag von den vier grünen Umweltministern von Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW veröffentlicht wurde. Darin wird ein Ausstieg aus der Kohleverstromung gefordert.

Zu den Forderungen zählen ein Verbot für neue Kohlekraftwerke, Tagebaue, Enteignungen und Umsiedlungen. Noch im laufenden Jahr solle auf Bundesebene eine Kohleausstiegskommission eingesetzt werden.

Der Kohlendioxid-Ausstoß müsse begrenzt werden und sich an den Emissionen eines modernen Gaskraftwerks orientieren. Dies führe dazu, dass noch vor 2020 in Deutschland rund 20 besonders klimaschädliche Stein- und Braunkohlekraftwerksblöcke stillgelegt werden, zehn davon in NRW, erläuterte Remmel.

"Zehn schmutzige und klimaschädliche Kraftwerke in NRW müssen über die bisherigen Planungen hinaus möglichst schnell und sozialverträglich abgeschaltet werden." Zur Diskussion stehen Blöcke der Braunkohlekraftwerke Weisweiler, Niederaußem und Neurath sowie Steinkohlekraftwerkeblöcke im Ruhrgebiet, zum Beispiel in Gelsenkirchen.

Deutschland sei drauf und dran, sein eigenes Klimaziel für 2020 zu verpassen, warnte Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al Wazir. "Wenn jetzt kein schrittweiser und planvoller Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet wird, sind die Klimaziele nicht mehr zu erreichen."

"Erst gestern hat die Bundesregierung auf Druck der Kohlewirtschaft in Brüssel gegen die Verschärfung der Grenzwerte von Stickoxiden und Quecksilber gestimmt", kritisierte Ulrike Höfken, Umweltministerin in Rheinland-Pfalz. Die Kohle bedrohe nicht nur das Klima, sondern auch die Gesundheit der Menschen./fc/DP/zb

29.04.2017

Kreise: Chinesischer Fahrdienst Didi holt sich 5,5 Milliarden Dollar

PEKING/NEW YORK (dpa-AFX) - Der chinesische Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing hat sich Kreisen zufolge weitere 5,5 Milliarden US-Dollar (5,05 Mrd Euro) bei Investoren besorgt. Mit dem Geld sollen eine internationale Expansion und die Entwicklung von Roboterwagen-Technologie finanziert werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitagabend. Mit der aktuellen Finanzierungsrunde habe die Gesamtbewertung der Firma 50 Milliarden Dollar erreicht.

Der bekannteste Fahrdienst-Vermittler, Uber aus San Francisco, wurde bei seinen jüngsten Geldspritzen mit mehr als 60 Milliarden Dollar bewertet. Uber und Didi hatten sich bis Mitte vergangenen Jahres eine verlustreiche Schlacht um den chinesischen Markt geliefert. Nachdem beide Unternehmen Milliarden mit Rabatten und Fahrer-Subventionen verbrannt hatten, gab Uber auf und brachte sein China-Geschäft bei Didi im Gegenzug für eine Beteiligung von gut 17 Prozent am bisherigen Konkurrenten ein.

Unter den Didi-Geldgebern in der aktuellen Runde sind den Berichten zufolge der Finanzinvestor Silver Lake Partners, der japanische Technologiekonzern Softbank und die chinesische Bank of Communications. Auch Apple hatte im vergangenen Jahr in einer ungewöhnlichen Investition für den iPhone-Konzern eine Milliarde Dollar in Didi gesteckt. Der chinesische Service kam nach Angaben vom vergangenen Herbst auf mehr als 20 Millionen vermittelte Fahrten pro Tag./so/DP/zb

29.04.2017

Le Pen präsentiert EU-Skeptiker als möglichen Premierminister

PARIS (dpa-AFX) - Im Fall eines Wahlsiegs will die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen den EU-Skeptiker Nicolas Dupont-Aignan zum Premierminister machen. "Das ist kein Gelegenheitsbündnis", sagte die Rechtspopulistin am Samstag in Paris. Dort stellte sie gemeinsam mit Dupont-Aignan ein "patriotisches" Programm für die Stichwahl am kommenden Sonntag (7. Mai) vor, das einzig auf dem "besten Interesse der Nation" basiere.

Dupont-Aignan von der politischen Rechten hatte im ersten Wahlgang 4,7 Prozent der Stimmen bekommen. Bereits am Freitagabend hatte er seine Unterstützung für Le Pen in der Stichwahl angekündigt. Die gemäßigten Kräfte der französischen Politik stellten sich dagegen gegen die Rechtspopulistin. Allerdings riefen nicht alle klar zur Wahl ihres Gegners Emmanuel Macron auf./cko/DP/fbr

29.04.2017

Taumelnde Reederei Rickmers hinterlässt 2016 tiefrote Zahlen

HAMBURG (dpa-AFX) - Die taumelnde Hamburger Reederei Rickmers hat ihren Verlust im Geschäftsjahr 2016 mehr als verdoppelt. Das Ergebnis nach Steuern fiel auf minus 341 Millionen Euro - nach 135,5 Millionen Euro 2015, wie aus den vorläufigen, untestierten Geschäftszahlen des aktuell veröffentlichten Jahresberichts hervorgeht. Rickmers war durch die langandauernde Schifffahrtskrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bis zum 10. Mai sollen die Gläubiger der Unternehmensgruppe einem Sanierungskonzept zustimmen.

Die Nettofinanzverschuldung lag den vorläufigen Angaben zufolge 2016 bei 1,46 Milliarden Euro (2015: 1,85 Mrd.). Die Kredit-Verbindlichkeiten entfallen nach früheren Angaben zu einem Großteil auf die HSH Nordbank und die Unicredit Bank AG. Die Eigenkapitalquote betrug nur noch 5,4 Prozent (2015: 19,3 Prozent). Der Umsatz gab 2016 um 18 Prozent auf 483 Millionen Euro nach.

Sollten die Gläubiger dem Rettungspaket nicht zustimmen, sei die Insolvenz der Reederei die Folge, hieß es in einer Aufforderung zur Stimmabgabe. Derzeit gehen der Vorstand der Rickmers Holding AG sowie der Sanierungsgutachter davon aus, dass die finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit umgesetzt werden können, wie es im Geschäftsbericht heißt. Folglich wären die Voraussetzungen für eine Unternehmensfortführung gegeben.

Geben die Gläubiger ein positives Votum ab, erhalten sie im Juni noch eine Zinszahlung von knapp neun Prozent. Eine eventuelle Insolvenzquote dürfte dagegen nach früheren Angaben niedriger ausfallen. Bertram Rickmers, der Alleinaktionär der Rickmers Holding AG, soll 75,1 Prozent seiner Anteile abgeben und bis zu 30 Millionen Euro aus seinem Vermögen nachschießen. Die Anteile der Rickmers Gruppe landen nach einer Kapitalerhöhung vorübergehend bei einer Luxemburgischen Gesellschaft (LuxCo), die sie später wieder verkaufen soll.

Die Sanierung sieht Verkäufe von Unternehmensbeteiligungen und Schiffen, Laufzeitverlängerungen, Zinskürzungen, Stundungen und Tilgungsverschiebungen vor, um die Rickmers Gruppe über Wasser zu halten. 2016 war die Zahl der gemanagten Schiffe auf 114 (2015: 130) zurückgegangen. Das Unternehmen beschäftigte weltweit 2137 (2015: 2193) Mitarbeiter./akp/DP/fbr

29.04.2017

ROUNDUP: Forscher: Bei Stahl-Neuordnung auch deutsche Jobs in Gefahr

ESSEN (dpa-AFX) - Bei einer Neuordnung der internationalen Stahlindustrie könnten nach Einschätzung von Experten auch deutsche Arbeitsplätze in Gefahr geraten. Vor dem Hintergrund erheblicher weltweiter Überkapazitäten sei es derzeit jedoch schwierig vorherzusagen, wo es zu Anpassungen kommen werde, sagte der Stahlexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn, der Deutschen Presse-Agentur.

Mit einer Kapazitätsauslastung zwischen 85 und 90 Prozent stehe die Branche in Deutschland im internationalen Umfeld noch vergleichsweise gut da. Die internationale Stahlorganisation Worldsteel hatte die weltweite Kapazitätsauslastung der Branche für März 2017 auf durchschnittlich 72,7 Prozent beziffert. Es sei jedoch auch ein denkbares Szenario, dass Kapazitäten nicht dort geschlossen würden, wo es wirtschaftlich sinnvoll sei, meinte Döhrn.

Da bei der Stahlindustrie in der Regel große Standorte mit vielen Tausenden von Arbeitsplätzen betroffen seien, spielten auch politische Faktoren eine erhebliche Rolle. So könnten bei einer möglichen Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem Konkurrenten Tata durchaus auch deutsche Standorte in Gefahr geraten, obwohl Tata in Großbritannien deutlich unrentablere Anlagen habe.

Aber auch ohne das Problem der Überkapazitäten kämen auf die Branche schwierige Zeiten zu, so Döhrn. Protektionistische Tendenzen könnten etwa zu einer Verlagerung von Produktionsstandorten großer Abnehmerbranchen wie etwa der Automobilindustrie führen. Hinzu kämen Rückgänge bei den Investitionen in klassische Anlagen und technische Neuerungen wie etwa der Trend zur Elektromobilität.

Vor dem Hintergrund anhaltender Probleme hatte der deutsche Branchenprimus Thyssenkrupp zuletzt ein massives Sparprogramm angekündigt, das Kürzungen von rund 500 Millionen Euro vorsieht. Derzeit ist noch unklar, wie viele Arbeitsplätze betroffen sein könnten. Daneben verhandelt das Unternehmen bereits sei Monaten mit dem Konkurrenten Tata über eine mögliche Fusion im Stahlbereich. Mit einer für Mittwoch (3.5.) geplanten Großkundgebung wollen die Beschäftigten der europäischen Stahlsparte gegen die befürchteten Einschnitte protestieren./uta/DP/zb

29.04.2017

ROUNDUP: Dieseldebatte lässt Autoindustrie bangen

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die wachsende Kritik am Dieselmotor lässt die Autoindustrie um Milliardeninvestitionen und Arbeitsplätze fürchten. VW , Daimler und BMW betonen den geringen Kraftstoffverbrauch und den geringen CO2-Ausstoß von Dieselmotoren. Und mit der neuen Abgastechnik sei auch "die Stickoxidfrage bei Neufahrzeugen gelöst", sagte VW-Sprecher Nicolai Laude der Deutschen Presse-Agentur. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger dürfte der Diesel-Anteil bei Mittel- und Oberklasseautos in Europa bis 2030 auf ein Drittel, bei Kleinwagen sogar gegen Null sinken.

Heute ist jeder zweite Neuwagen in Europa ein Diesel. Einen leichten Rückgang erklärte der VW-Sprecher mit der steigenden Nachfrage nach kleinen SUVs, die eher mit Benzinmotoren fahren, und mit der Verunsicherung der Kunden. Laut Umweltbundesamt überschreiten heutige Diesel-Autos den EU-Grenzwert auf der Straße um ein Vielfaches. Die Verkehrsminister der Bundesländer fordern rasch wirksame Gegenmaßnahmen. In Stuttgart und München drohen von 2018 an Fahrverbote für ältere Diesel.

Daimler hat gerade drei Milliarden Euro in die Entwicklung und Produktion neuer Dieselmotoren investiert. "Aus unserer Sicht hat der Diesel definitiv eine Zukunft", sagte Sprecher Matthias Brock. Der Rückgang der CO2-Belastung sei vor allem dem Diesel zu verdanken, sagte sein BMW-Kollege Michael Rebstock. Die EU-Klimaziele zu erreichen, sei ohne Diesel undenkbar. VW-Sprecher Laude sagte: "Beim Diesel sind in den nächsten Jahren auch noch Verbrauchssenkungen von 10 bis 15 Prozent möglich. Der Volkswagen -Konzern investiert dafür bis 2022 rund zehn Milliarden Euro."

Die Deutsche Umwelthilfe fordert, die Autokonzerne müssten alle Euro-5- und Euro-6-Diesel auf eigene Kosten nachbessern. Das koste sie etwa 1000 bis 1500 Euro pro Auto, sagte Geschäftsführer Jürgen Resch dem "Spiegel" und forderte eine entsprechende Anordnung der Bundesregierung.

Bei den Autokonzernen und Zulieferbetrieben hängen viele Arbeitsplätze am Diesel - allein bei Bosch rund 50 000. "Die Zulieferindustrien sehen die Debatte sehr kritisch", sagte der Sprecher ihrer Arbeitsgemeinschaft, Christian Vietmeyer. "Das Anprangern der Dieseltechnologie ist für den Umweltschutz nicht hilfreich." Privatkunden entschieden oft auch emotional.

"Ungefähr 500 bis 750 Zulieferern droht die Pleite durch neue Techniken - also E-Mobilität, Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte", schätzt Stefan Randak, Autoexperte der Unternehmensberatung Atreus. "Viele Mittelständler mit einigen 100 Millionen Euro Umsatz kriegen massive Probleme mit ihrem heutigen Produkt-Angebot, wenn sie nicht schnell den Hebel umstellen." Der Dieselmotor sei "noch nicht tot", sein Anteil bei den Neuzulassungen in Europa dürfte aber in den nächsten Jahren auf 25 Prozent sinken. "Der VW-Dieselskandal, die Stickoxid-Belastung - da verlangt die Bevölkerung, dass sich was ändert."

Bei BMW ist der Diesel-Absatz im ersten Quartal auf 36,3 Prozent weltweit gesunken - ein Prozentpunkt unter dem Marktanteil im Jahr 2016. Es gebe aber auch Länder mit starkem Wachstum des Dieselanteils, zum Beispiel Japan mit einem Plus von 7 Prozent auf 36 Prozent. VW sieht einen leicht rückläufigen Trend in Westeuropa, Mercedes spürt beim Absatz "keine Auswirkungen der aktuellen Dieselthematik"./rol/DP/zb

29.04.2017

Sportbranche freut sich über beste Wintersaison seit Jahren

BONN/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Aufatmen in der Wintersportbranche: Nach mehreren schneearmen Wintern haben die Hersteller von Skiern, Schlittschuhen, Schlitten und Zubehör wieder eine gute Saison erlebt, wie die Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI), Nicole Espey, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Da zeitweise Schnee bis ins Flachland lag, seien beispielsweise Langlaufskier mancherorts ausverkauft gewesen.

Auch auf der Sportartikelmesse ispo im Februar war die gute Stimmung in diesem Jahr zu spüren: Die Veranstalter zählten mehr als 85 000 Fachbesucher und damit so viele wie noch nie. Das habe sich auch auf das Orderverhalten niedergeschlagen, sagte Espey. Gerade die Nachfrage nach Wintersportartikeln wie Alpin- und Langlaufskiern bleibe aber auch künftig extrem witterungsabhängig. "Wenn die Flachlandbewohner kein Wintergefühl bekommen, fahren sie auch nicht unbedingt in die Berge", sagte die BSI-Geschäftsführerin./csc/DP/zb

28.04.2017

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Tech-Werte mit weiteren Rekorden - Dow verliert

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Technologie-Indizes am US-Aktienmarkt haben am Freitag weitere Rekorde erreicht. Der Nasdaq 100 rückte bis auf fast 5600 Punkte vor, der Nasdaq Composite bis auf 6074 Punkte. Vor allem die am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegten Geschäftszahlen der Google-Mutter Alphabet lösten Begeisterung aus.

Zum Handelsschluss stand der Nasdaq 100 0,22 Prozent höher bei 5583,53 Punkten. Der Nasdaq Composite gab seine Gewinne aus dem frühen Geschäft allerdings vollständig ab. Er schloss kaum verändert mit minus 0,02 Prozent auf 6047,61 Zählern.

DOW MIT POSITIVER WOCHEN- UND MONATSBILANZ

Der Dow Jones Industrial präsentierte sich weiter träge. Mit einem Abschlag von 0,19 Prozent auf 20 940,51 Punkten ging der Leitindex ins Wochenende. Die Wochenbilanz ist mit plus 1,9 Prozent aber ebenso positiv wie der Monatsgewinn von 1,3 Prozent. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es am Freitag ebenfalls um 0,19 Prozent nach unten auf 2384,20 Punkte.

Die Bekanntgabe neuer US-Konjunkturdaten hatte kaum Einfluss auf die Kurse. Die US-Wirtschaft hatte einen schwachen Start ins Jahr 2017 erwischt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im ersten Quartal auf das Jahr hoch gerechnet um 0,7 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Das ist deutlich niedriger als das Wachstum im Schlussquartal von 2,1 Prozent. Analysten hatten zwar eine Abschwächung erwartet, allerdings nur auf 1,0 Prozent. Veröffentlicht wurden zudem der Chicago-Einkaufsmanagerindex und das von der Universität Michigan ermittelte US-Verbrauchervertrauen. Auch diese Daten hinterließen am Aktienmarkt kaum Spuren.

ÖL-AKTIEN LEGEN ZU

Die Berichtssaison beschäftigte die Anleger am US-Aktienmarkt auch zum Wochenausklang. Aus dem Dow-Index gab es Quartalszahlen der beiden Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron . Beide hatten im ersten Jahresviertel mehr verdient als am Markt erwartet worden war. Die Chevron-Aktien gewannen an der Spitze im Dow 1,17 Prozent. Die ExxonMobil-Titel waren am Ende des Tages 0,48 Prozent mehr Wert.

Die Papiere des Chipkonzerns Intel sackten dagegen nach den am Vorabend nach Börsenschluss präsentierten Geschäftszahlen um 3,42 Prozent ab. Damit waren sie das Schlusslicht im Dow. Analysten bemängelten vor allem die Entwicklung im Geschäft mit Datenzentren.

GOOGLE BEGEISTERT ANALYSTEN WIE ANLEGER

Das boomende Werbegeschäft von Google hatte die Milliardengewinne der Konzernmutter Alphabet in die Höhe getrieben. Im vergangenen Quartal hatten die Kalifornier knapp fünfeinhalb Milliarden Dollar verdient - 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch der Umsatz war deutlich gewachsen. Analysten waren begeistert. Reihenweise wurden die Kursziele angehoben. Die A-Aktien von Alphabet sprangen um 3,71 Prozent hoch, die C-Aktien um 3,63 Prozent.

Auch der Online-Händler Amazon überzeugte den Markt mit einem kräftigen Gewinnsprung ins neue Geschäftsjahr. Und auch für die Amazon-Papiere hoben zahlreiche Analysten die Kursziele an. Die Papiere standen zum Handelsschluss aber nur noch 0,72 Prozent höher, nachdem sie in der Spitze um bis zu 3,4 Prozent zugelegt hatten.

STARBUCKS UND COLGATE SCHWÄCHER

Die Titel von Starbucks mussten Kursverluste von 2,02 Prozent verkraften. Das Wachstum der Kaffeerestaurant-Kette war weiter abgeflaut. Und auch der US-Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive hatte zum Jahresstart Schwäche gezeigt, und zwar im Heimatmarkt. Konzernchef Ian Cook glaubt nun, dass das Wachstum im Gesamtjahr weniger stark ausfallen wird als zunächst gedacht. Die Aktien verloren 1,72 Prozent.

Im New Yorker Handel kostete der Euro zuletzt 1,0894 US-Dollar. Zuvor hatten überraschend hohe Inflationszahlen aus der Eurozone die Gemeinschaftswährung zeitweise auf deutlich über 1,09 Dollar klettern lassen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0930 (Donnerstag: 1,0881) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9149 (0,9190) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 2/32 Punkte auf 99 21/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,29 Prozent./ajx/he

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

28.04.2017

Aktien New York Schluss: Technologie-Werte mit weiteren Rekorden - Dow verliert

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Technologie-Indizes am US-Aktienmarkt haben am Freitag weitere Rekorde erreicht. Der Nasdaq 100 rückte bis auf fast 5600 Punkte vor, der Nasdaq Composite bis auf 6074 Punkte. Vor allem die am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegten Geschäftszahlen der Google-Mutter Alphabet lösten Begeisterung aus.

Zum Handelsschluss stand der Nasdaq 100 0,22 Prozent höher bei 5583,53 Punkten. Der Nasdaq Composite gab seine Gewinne aus dem frühen Geschäft allerdings vollständig ab. Er schloss kaum verändert mit minus 0,02 Prozent auf 6047,61 Zählern.

DOW MIT POSITIVER WOCHEN- UND MONATSBILANZ

Der Dow Jones Industrial präsentierte sich weiter träge. Mit einem Abschlag von 0,19 Prozent auf 20 940,51 Punkten ging der Leitindex ins Wochenende. Die Wochenbilanz ist mit plus 1,9 Prozent aber ebenso positiv wie der Monatsgewinn von 1,3 Prozent. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es am Freitag ebenfalls um 0,19 Prozent nach unten auf 2384,20 Punkte./ajx/he

28.04.2017

Aktien New York: Technologiewerte mit weiterem Zulauf - Dow und S&P lustlos

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Technologie-Indizes am US-Aktienmarkt haben am Freitag weitere Rekorde erreicht. Der Nasdaq 100 rückte bis auf fast 5600 Punkte vor, der Nasdaq Composite bis auf 6074 Punkte. Vor allem die am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegten Geschäftszahlen der Google-Mutter Alphabet lösten Begeisterung aus.

Zuletzt stand der Nasdaq 100 0,19 Prozent höher bei 5582,03 Punkten. Der Nasdaq Composite gab seine Gewinne aus dem frühen Handel allerdings vollständig ab und notierte zuletzt prozentual unverändert bei 6048,87 Zählern. Schon seit Tagen eilen diese beiden Indizes von Rekord zu Rekord.

Der Dow Jones Industrial präsentierte sich weiter lustlos. Zuletzt verlor der US-Leitindex 0,17 Prozent auf 20 944,67 Punkte. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es um 0,18 Prozent nach unten auf 2384,52 Punkten.

Die Bekanntgabe neuer US-Konjunkturdaten hatte kaum Einfluss auf die Kurse. Die US-Wirtschaft hatte einen schwachen Start ins Jahr 2017 erwischt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im ersten Quartal auf das Jahr hoch gerechnet um 0,7 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Das ist deutlich niedriger als das Wachstum im Schlussquartal von 2,1 Prozent. Analysten hatten zwar eine Abschwächung erwartet, allerdings nur auf 1,0 Prozent. Veröffentlicht wurden zudem der Chicago-Einkaufsmanagerindex und das von der Universität Michigan ermittelte US-Verbrauchervertrauen.

Die Berichtssaison beschäftigt die Anleger am US-Aktienmarkt auch zum Wochenausklang. Aus dem Dow-Index gab es Quartalszahlen der beiden Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron . Beide hatten im ersten Jahresviertel mehr verdient als am Markt erwartet worden war. Ihre Aktien gewannen etwas mehr als ein halbes beziehungsweise knapp 1 Prozent.

Das boomende Werbegeschäft von Google hatte die Milliardengewinne der Konzernmutter Alphabet in die Höhe getrieben. Im vergangenen Quartal hatten die Kalifornier knapp fünfeinhalb Milliarden Dollar verdient - 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch der Umsatz war deutlich gewachsen. Analysten waren begeistert. Reihenweise wurden nun die Kursziele angehoben. Die Alphabet-Aktien sprangen um mehr als 4 Prozent hoch.

Auch der Online-Händler Amazon überzeugte den Markt mit einem kräftigen Gewinnsprung ins neue Geschäftsjahr. Und auch für die Amazon-Papiere hoben zahlreiche Analysten die Kursziele an. Zuletzt gewannen die Aktien knapp eineinhalb Prozent.

Die im Dow notierten Papiere des Chipkonzerns Intel gaben dagegen nach den am Vorabend nach Börsenschluss präsentierten Geschäftszahlen um mehr als dreieinhalb Prozent nach. Für die Papiere des Software-Konzerns Microsoft ging es im Dow nach Zahlenvorlage am Vorabend um ein gutes halbes Prozent nach unten.

Zudem mussten die Titel von Starbucks Kursverluste von fast zweieinhalb Prozent verkraften. Das Wachstum der Kaffeerestaurant-Kette war weiter abgeflaut. Und auch der US-Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive hatte zum Jahresstart Schwäche gezeigt, und zwar im Heimatmarkt. Konzernchef Ian Cook glaubt nun, dass das Wachstum im Gesamtjahr weniger stark ausfallen wird als zunächst gedacht. Die Aktien verloren mehr als eineinhalb Prozent./ajx/he

28.04.2017

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax verteidigt hohes Wochenplus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den zuletzt erreichten Rekorden beim Dax sind die Anleger am Freitag vor dem verlängerten Wochenende vorsichtig zu Werke gegangen. Wie schon an den vergangenen drei Tagen hielt sich der Leitindex mit einem kleinen Abschlag von 0,05 Prozent mehr oder weniger stabil. Die am Ende erreichten 12 438,01 Punkte bedeuten aber ein deutliches Wochenplus von mehr als 3 Prozent. Ein starker Montag nach der ersten Wahlrunde in Frankreich hatte den Dax auch auf Monatssicht noch mit über 1 Prozent ins Plus gehievt.

Auch der MDax verlor am Freitag 0,22 Prozent auf 24 615,79 Zähler. Der Technologie-Index TecDax dagegen stieg um 0,42 Prozent auf 2093,23 Punkte.

GEWINNMITNAHMEN WEGEN VERBLEIBENDER RISIKEN

Experten zufolge wurde der Aktienmarkt vor dem langen Wochenende davon ausgebremst, dass einige Anleger ihre Gewinne mitnahmen. Laut Daniel Saurenz von Feingold Research steht die Aktienampel zwar weiter auf grün. Im Wonnemonat Mai sieht er die Märkte nun aber vor einer saisonal schwierigen Phase - auch wegen der Stichwahl in Frankreich. Er warnt grundsätzlich vor einer gewissen Sorglosigkeit vieler Investoren.

Auf Unternehmensseite gehörte das Hauptaugenmerk der Anleger am Freitag weiter den Quartalsberichten: Besser laufende Geschäfte in Europa und Asien hatten bei Linde im ersten Jahresviertel für eine positive Umsatzüberraschung gesorgt. Anfangs noch zögernd, bauten die Aktien ihren Kursgewinn bis zum Ende auf mehr als 2 Prozent aus. Erhoffte Neuigkeiten zur geplanten Fusion mit dem Konkurrenten Praxair blieben allerdings aus.

CONTINENTAL NACH ZAHLEN GEFRAGT

Zu den Gewinnern zählten im Dax außerdem die Anteilscheine des Reifenherstellers Continental mit plus 0,42 Prozent. Der Autozulieferer hatte zum Jahresauftakt weiter vom Boom der Autobranche profitiert, was Umsatz und operatives Ergebnis stärker als erwartet antrieb. Trotz höherer Rohstoffkosten sieht Konzernchef Elmar Degenhart das Unternehmen auf Kurs zu den Jahreszielen.

Auch in der zweiten Börsenreihe beschäftigen Unternehmensberichte die Anleger. Die MTU-Aktien wurden vom starken Abschneiden des Triebwerksproduzenten im Wartungsgeschäft auf ein Rekordhoch von 133,60 Euro getrieben. Sie gehörten bis zum Schluss mit rund 2 Prozent Plus zu den Favoriten im MDax.

EUROSHOP UND SÜDZUCKER AM MDAX-ENDE

Die Aktien von Fuchs Petrolub und Deutsche Euroshop hingegen zählten nach ihrem Quartalsausweis und Aussagen zu den Jahreszielen zu den größeren Verlierern. Während die Papiere des Schmiermittel-Produzenten um 1,21 Prozent fielen, rutschten jene des Einkaufszentren-Investors sogar um 4,7 Prozent ab.

Bei Südzucker ging die jüngste Talfahrt der Papiere mit einem Minus von 4,5 Prozent weiter. Weiterhin machten sich angesichts des bevorstehenden Wegfalls einer EU-Marktverordnung Sorgen um den Zuckerpreis bemerkbar. Deutlich weniger als 20 Euro hatten die Titel des Zuckerherstellers letztmals im Juni 2016 gekostet.

BAUSOFTWARE IM TECDAX IM MITTELPUNKT

Unter den Technologiewerten zogen die Quartalszahlen der beiden Bausoftware-Spezialisten Nemetschek und RIB Software die Aufmerksamkeit auf sich. Während Nemetschek ihren Rekordlauf mit einem Aufschlag von mehr als 5 Prozent fortsetzten, ging es für RIB um 0,66 Prozent abwärts.

Nach dem starken Anstieg am Montag war zu Wochenschluss auch in der gesamten Eurozone die Luft raus. Deren Leitindex EuroStoxx 50 knüpfte mit einem dünnen Abschlag von 0,10 Prozent an seine Abgaben vom Vortag an. In New York stand zu Handelsschluss in Europa auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial knapp im Minus.

EURO WIEDER BEI 1,09 US-DOLLAR

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf 141,87 Punkte. Der Bund Future verlor 0,14 Prozent auf 161,82 Zähler. Der Euro lag nach überraschend hohen Inflationszahlen aus der Eurozone zuletzt bei 1,0897 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die EZB zuvor auf 1,0930 (Donnerstag: 1,0881) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9149 (0,9190) Euro./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

28.04.2017

Aktien Frankfurt Schluss: Dax verteidigt hohes Wochenplus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den zuletzt erreichten Rekorden beim Dax sind die Anleger am Freitag vor dem verlängerten Wochenende vorsichtig zu Werke gegangen. Wie schon an den vergangenen drei Tagen hielt sich der Leitindex mit einem kleinen Abschlag von 0,05 Prozent mehr oder weniger stabil. Die am Ende erreichten 12 438,01 Punkte bedeuten aber ein deutliches Wochenplus von mehr als 3 Prozent. Ein starker Montag nach der ersten Wahlrunde in Frankreich hatte den Dax auch auf Monatssicht noch mit über 1 Prozent ins Plus gehievt.

Experten zufolge wurde der Aktienmarkt vor dem langen Wochenende davon ausgebremst, dass einige Anleger ihre Gewinne mitnahmen. Laut Daniel Saurenz von Feingold Research steht die Aktienampel zwar weiter auf grün. Im Wonnemonat Mai sieht er die Märkte nun aber vor einer schwierigen Phase - auch wegen der Stichwahl in Frankreich. Er warnt dabei vor einer gewissen Sorglosigkeit vieler Investoren.

Auch der MDax verlor am Freitag 0,22 Prozent auf 24 615,79 Punkte. Der Technologie-Index TecDax dagegen stieg um 0,42 Prozent auf 2093,23 Punkte./tih/he

28.04.2017

ROUNDUP/Aktien New York: Technologiewerte weiter beliebt - Dow lustlos

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Technologie-Indizes am US-Aktienmarkt haben am Freitag mit der Eröffnung weitere Rekorde erreicht. Der Nasdaq 100 rückte bis auf fast 5600 Punkte vor, der Nasdaq Composite bis auf 6074 Punkte. Am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegte Geschäftszahlen der Tech-Riesen Alphabet und Amazon lösten Begeisterung aus. Zuletzt stand der Nasdaq 100 0,22 Prozent höher bei 5583,38 Punkten. Der Nasdaq Composite gab die Gewinne allerdings nahezu vollständig auf und notierte zuletzt nur noch 0,02 Prozent höher bei 6050,15 Zählern. Schon seit Tagen eilen diese beiden Indizes von Rekord zu Rekord.

Der Dow Jones Industrial präsentierte sich weiter lustlos. Zuletzt verlor der US-Leitindex 0,09 Prozent auf 20 962,36 Punkte. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es ebenfalls um 0,09 Prozent nach unten auf 2386,65 Punkten.

Die Bekanntgabe neuer US-Konjunkturdaten hatte kaum Einfluss auf die Kurse. Die US-Wirtschaft hatte einen schwachen Start ins Jahr 2017 erwischt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im ersten Quartal auf das Jahr hoch gerechnet um 0,7 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Das ist deutlich niedriger als das Wachstum im Schlussquartal von 2,1 Prozent. Analysten hatten zwar eine Abschwächung erwartet, allerdings nur auf 1,0 Prozent. Veröffentlicht wurden zudem der Chicago-Einkaufsmanagerindex und das von der Universität Michigan ermittelte US-Verbrauchervertrauen.

Die Berichtssaison hatte die Anleger am US-Aktienmarkt auch zum Wochenausklang im Griff. Aus dem Dow-Index gab es Quartalszahlen der beiden Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron . Beide hatten im ersten Jahresviertel mehr verdient als am Markt erwartet worden war. Ihre Aktien gewannen zuletzt jeweils gut 1 Prozent.

Das boomende Werbegeschäft von Google hatte die Milliardengewinne der Konzernmutter Alphabet in die Höhe getrieben. Im vergangenen Quartal hatten die Kalifornier knapp fünfeinhalb Milliarden Dollar verdient - 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch der Umsatz war deutlich gewachsen. Analysten waren begeistert. Reihenweise wurden nun die Kursziele angehoben. Die Alphabet-Aktien sprangen um rund 5 Prozent hoch.

Auch der Online-Händler Amazon überzeugte den Markt mit einem kräftigen Gewinnsprung ins neue Geschäftsjahr. Und auch für die Amazon-Papiere hoben zahlreiche Analysten die Kursziele an. Zuletzt gewannen die Aktien mehr als 2 Prozent.

Die im Dow notierten Papiere des Chipkonzerns Intel gaben dagegen nach den am Vorabend nach Börsenschluss präsentierten Geschäftszahlen um mehr als 3 Prozent nach. Für die Papiere des Software-Konzerns Microsoft ging es, ebenfalls nach Quartalszahlen, um 0,1 Prozent nach unten.

Zudem mussten die Titel von Starbucks deutliche Kursverluste von mehr als 3 Prozent verkraften. Das Wachstum der Kaffeerestaurant-Kette war weiter abgeflaut. Und auch der US-Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive hatte zum Jahresstart Schwäche gezeigt, und zwar im Heimatmarkt. Konzernchef Ian Cook glaubt nun, dass das Wachstum im Gesamtjahr weniger stark ausfallen wird als zunächst gedacht. Die Aktien verloren mehr als eineinhalb Prozent./ajx/he

28.04.2017

Aktien New York: Ungebrochene Kauflaune bei Technologiewerten - Dow lustlos

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Technologie-Indizes am US-Aktienmarkt haben am Freitag mit der Eröffnung weitere Rekorde markiert. Der Nasdaq 100 rückte bis auf fast 5600 Punkte vor, der Nasdaq Composite bis auf 6074 Punkte. Am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegte Geschäftszahlen der Tech-Riesen Alphabet und Amazon lösten Begeisterung aus. Im frühen Handel stand der Nasdaq 100 zuletzt 0,17 Prozent höher auf 5580,80 Punkten. Der Nasdaq Composite rückte um 0,06 Prozent auf 6052,73 Zähler vor. Schon seit Tagen eilen diese beiden Indizes von Rekord zu Rekord.

Der Dow Jones Industrial präsentierte sich in der ersten Handelsstunde am Freitag hingegen weiter lustlos. Zuletzt verlor der US-Leitindex 0,11 Prozent auf 20 959,14 Punkte. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es um 0,05 Prozent auf 2387,51 Punkte leicht bergab.

Die Bekanntgabe neuer US-Konjunkturdaten hatte kaum Einfluss auf die Kurse. Die US-Wirtschaft hatte einen schwachen Start ins Jahr 2017 erwischt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im ersten Quartal auf das Jahr hoch gerechnet um 0,7 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Das ist deutlich niedriger als das Wachstum im Schlussquartal von 2,1 Prozent. Analysten hatten zwar eine Abschwächung erwartet, allerdings nur auf 1,0 Prozent. Veröffentlicht wurden zudem der Chicago-Einkaufsmanagerindex und das von der Universität Michigan ermittelte US-Verbrauchervertrauen./ajx/he

28.04.2017

WOCHENAUSBLICK: Vorerst kein negatives Mai-Szenario - Störfaktor Frankreich-Wahl

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Erreichen neuer Rekordstände blicken Anleger mit gemischten Gefühlen auf die neue Börsenwoche. Angesichts des Monatswechsels stellen sie sich die Frage nach der alten Börsenweisheit "Sell in may and go away" und blicken dabei vor allem skeptisch auf den zweiten Wahlgang in Frankreich. Andererseits wird die am Markt oft zitierte Alternativlosigkeit noch immer als positiver Kurstreiber genannt. In zahlreichen europäischen Märkten, aber auch in China, startet der Mai derweil wegen Feiertagen mit einer verkürzten Handelswoche.

SELL IN MAY EHER UNWAHRSCHEINLICH

Für die Experten von Merck Finck sprechen weder die gute Konjunkturentwicklung noch positive Unternehmenszahlen dafür, dass der Mai seinem Ruf als gefährlicher Börsenmonat gerecht wird. "Treten im Mai keine politischen Horrorszenarien wie ein Wahlsieg Le Pens in Frankreich ein, scheint 'Sell in May and go away' dieses Mal eher nicht angebracht", sagt der Chefstratege der Privatbank, Robert Greil. Aus der ersten Wahlrunde war der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron als großer Favorit hervorgegangen. Die Erleichterung darüber hatte den deutschen Leitindex Dax auf ein Rekordhoch von 12 486 Punkten gehievt, bevor die Rally zuletzt wieder abflachte.

Die Stichwahl am 7. Mai dürfte in der kommenden Tagen bereits die Märkte bewegen. Sollte die Rechtspopulistin Marine Le Pen entgegen den Erwartungen gewählt werden, warnt Investmentstratege Lars Edler von der Bank Sal. Oppenheim vor deutlichen Ausschlägen, weil der Markt in diesem Zusammenhang keine ernsthaften politischen Risiken einpreise. Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba verweist denn auch auf eine gewisse Sorglosigkeit der Anleger, die sie an den Marktschwankungen festmacht. Der Vix-Index, der unter Investoren als "Angstbarometer" gilt, liege derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit ungefähr drei Jahren.

FAZIT VON 100 TAGEN TRUMP

Neben den Frankreich-Risiken ziehen die Märkte nun auch eine erste Bilanz der ersten 100 Tage von US-Präsident Donald Trump. "Gemessen an der Entwicklung des S&P 500 hat Trump den erfolgreichsten Start eines republikanischen US-Präsidenten der Nachkriegszeit hingelegt", betont Jördis Hengelbrock, Portfoliomanagerin bei Sal. Oppenheim. Investoren spekulierten dabei auf niedrige Steuern, hohe Investitionen und Deregulierung. Geliefert hat Trump aber nicht allzu viel: Kernpunkte des Wahlkampfes konnte er angesichts massiver Gegenwehr seitens seiner eigenen Partei nicht umsetzen. Trotz erster Eckpunkte fehlt es dem Markt auch in puncto Steuerfragen noch immer an wichtigen Details.

"Auf der Habenseite von Trump steht eindeutig ein Stimmungsaufschwung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten", sagt aber NordLB-Analyst Bernd Krampen. "Die Finanzmärkte werden in der Berichtswoche die Einkaufsmanagerindizes ebenso wie die Arbeitsmarktdaten daraufhin untersuchen, ob das auch für die Konjunktur gilt", blickt Helaba-Expertin Windt voraus. Der ISM-Index für die US-Industrie steht schon am Montag auf der Agenda. Beim großen Arbeitsmarktbericht aus den USA für April rechnet die Deka-Bank zu Wochenschluss mit einem positiven Bild. Konkret prognostiziert sie einen Beschäftigungszuwachs von über 200 000 Stellen.

Auch das Thema Notenbanken wird die Märkte vorerst weiter beschäftigen. Die US-Notenbank entscheidet am Mittwoch das nächste Mal über ihren Leitzins. Das Bankhaus Metzler rechnet damit, dass die Währungshüter zwar noch keinen weiteren Zinsschritt nach oben beschließen. Chefvolkswirt Edgar Walk hält es aber für wahrscheinlich, dass sie die Akteure am Finanzmarkt auf einen solchen Schritt im Juni vorbereiten werden.

BERICHTSSAISON SCHREITET VORAN

Auf Unternehmensseite beschäftigt die auf Hochtouren laufende Berichtssaison weiterhin die Anleger. Am Dienstag dürften die Märkte einen großen Augenmerk auf den aktuellen Zwischenbericht von Apple legen. In Deutschland füllt sich die Agenda am Mittwoch mit dem Medizinkonzern Fresenius und einigen Nebenwerten aus dem Index der mittelgroßen Unternehmen MDax wie dem Modekonzern Hugo Boss und dem Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich .

Der Donnerstag stellt mit Zahlen von Siemens , Adidas , Infineon und BMW einen weiteren Höhepunkt dar. Bei Siemens rechnet Kepler-Analyst William Mackie mit einem anhaltend starken Abschneiden. Auch Adidas dürfte laut Fred Speirs von der UBS ein sehr gutes erstes Quartal gehabt haben. Bei BMW und Infineon hatte es vorab schon Andeutungen gegeben./tih/la/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

28.04.2017

Aktien Frankfurt: Dax auf Rekordniveau stabil - Hohes Wochen- und Monatsplus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die in den vergangenen Tagen erreichten Rekorde von Dax und MDax haben die Anleger vor dem verlängerten Wochenende vorsichtig gestimmt. Die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar warnen bereits vor "ersten schwachen Anzeichen einer Überhitzung". Wegen des anstehenden 1.Mai-Feiertags seien außerdem Gewinnmitnahmen wahrscheinlich.

Der deutsche Leitindex hielt sich am Freitag bis zum Nachmittag allerdings mit plus 0,02 Prozent stabil bei 12 446,36 Punkten. Am Montag war dem Dax dank des europafreundlichen Ausgangs im ersten Präsidentschaftswahlgang der Franzosen der Befreiungsschlag aus seiner wochenlangen Lethargie gelungen. Bis zur Wochenmitte war das deutsche Börsenbarometer dann mit kleinen Schritten bis auf 12 486 Punkte gestiegen, bevor er zu schwächeln begann. Sein Plus im Wochenverlauf beträgt aktuell aber noch rund 3,4 Prozent und sein Monatsgewinn etwas mehr als 1 Prozent.

Der MDax verlor am Freitag 0,25 Prozent auf 24 606,66 Punkte. Der Technologie-Index TecDax stieg um 0,30 Prozent auf 2090,77 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,12 Prozent.

INFLATIONSDATEN MIT SONDEREFFEKT OSTERN

Die Inflationsdaten aus der Eurozone hatten wie bereits die aus Deutschland am Vortag kaum Einfluss auf den Gesamtmarkt. Im April stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich zwar überraschend stark um 1,9 Prozent, doch Experten verwiesen auf Sondereffekte. Die von anziehenden Preisen für Pauschalreisen und Hotelübernachtungen gekennzeichneten Osterfeiertage fielen in diesem Jahr auf den April, 2016 auf den Monat März.

Weiterhin gehörte das Hauptaugenmerk der Anleger den Quartalsberichten: Besser laufende Geschäfte in Europa und Asien sorgten bei Linde im ersten Jahresviertel für eine positive Umsatzüberraschung. Da vor allem jedoch die Fusionspläne des deutschen Industriegase-Herstellers interessieren, zeigten sich die Papiere fast unverändert, denn zum Zusammenschluss mit Praxair wurde nichts Neues gesagt.

CONTINENTAL NACH ZAHLEN DAX-FAVORIT

Zu den Spitzenwerten im Dax zählten dagegen die Anteilsscheine des Reifenherstellers Continental mit plus 0,95 Prozent. Der weltweit drittgrößte Autozulieferer profitierte zum Jahresauftakt weiter vom Boom der Autobranche, was Umsatz und operatives Ergebnis stärker als erwartet antrieb. Konzernchef Elmar Degenhart sieht Conti daher trotz höherer Rohstoffkosten auf Kurs zu den Jahreszielen.

Die MTU-Aktien wurden von den Quartalszahlen des Triebwerksproduzenten auf ein Rekordhoch bei 133,60 Euro getrieben und zählten auch mit zuletzt plus 2,36 Prozent auf 132,05 Euro zu den Favoriten im MDax. Die Stärke des Wartungsgeschäfts kam gut an.

EUROSHOP AM MDAX-ENDE

Die Aktien von Deutsche Euroshop und Fuchs Petrolub hingegen zählten nach ihrem Quartalsausweis und Aussagen zu den Jahreszielen zu den Schlusslichtern. Während die Papiere des auf Einkaufszentren spezialisierten Immobilienunternehmens mit minus 5,03 Prozent die schwächsten im MDax waren, sanken die des Schmiermittel-Produzenten um 1,86 Prozent.

Aus der zweiten Reihe zogen die Anteilsscheine der Bausoftware-Hersteller Nemetschek und RIB Software nach Quartalszahlen die Aufmerksamkeit auf sich. Nemetschek setzten ihren Rekordlauf fort und stiegen zeitweise um mehr als 2 Prozent auf erstmals 62,29 Euro. RIB sanken hingegen um 0,37 Prozent.

EURO STEIGT WIEDER

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf 141,87 Punkte. Der Bund Future verlor 0,36 Prozent auf 161,45 Zähler. Der Euro legte nach den Inflationsdaten zu und wurde zuletzt mit 1,0913 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnersag auf 1,0881 (Mittwoch: 1,0893) Dollar festgesetzt./ck/ag

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

28.04.2017

Aktien New York Ausblick: Träger Handelsstart erwartet

NEW YORK (dpa-AFX) - Obwohl die US-Berichtssaison teils spektakuläre Ergebnisse liefert, dürften die US-Aktienmärkte am Freitag ohne klaren Trend eröffnen. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn 0,04 Prozent höher bei 20 988 Punkten. Damit kristallisiert sich für den Leitindex ein Wochengewinn von rund 2 Prozent heraus. Auf Monatssicht deutet sich ein Plus von rund 1,5 Prozent an.

Die Bekanntgabe neuer US-Konjunkturdaten hatte kaum Einfluss auf die Dow-Indikation. Die US-Wirtschaft hat einen schwachen Start ins Jahr 2017 erwischt. Nach Zahlen des Handelsministeriums vom Freitag erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um annualisiert 0,7 Prozent zum Vorquartal. Das ist deutlich niedriger als das Wachstum im Schlussquartal von 2,1 Prozent. Analysten hatten zwar eine Abschwächung erwartet, allerdings nur auf 1,0 Prozent.

Unter den Einzelwerten verteuerten sich die Aktien von ExxonMobil vorbörslich um 1,8 Prozent. Der Ölkonzern verdiente im ersten Quartal deutlich mehr als im Vorjahr und übertraf die Erwartungen der Analysten. Auch der Wettbewerber Chevron steigerte seinen Gewinn stärker als der Markt erwartet hatte. Die Chevron-Titel rückten um 2,3 Prozent vor.

Boomende SUV- und Pick-up-Verkäufe haben dem größten US-Autobauer General Motors (GM) einen Gewinnsprung im ersten Quartal beschert. Insgesamt übertrafen die Quartalszahlen die Markterwartungen deutlich. Die GM-Papiere stiegen im vorbörslichen Handel zuletzt um 0,7 Prozent.

Der US-Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive schwächelte zum Jahresstart auf seinem Heimatmarkt. Dadurch stagnierten die Erlöse konzernweit im ersten Quartal bei 3,76 Milliarden US-Dollar. Konzernchef Ian Cook glaubt nun, dass Colgate-Palmolive im Gesamtjahr weniger stark wachsen wird, als die angepeilten 4 bis 7 Prozent. Die Aktie geriet vorbörslich unter Druck und verlor 3 Prozent.

Das boomende Werbegeschäft von Google treibt die Milliardengewinne der Konzernmutter Alphabet in die Höhe. Im vergangenen Quartal verdiente Alphabet knapp 5,43 Milliarden Dollar (4,97 Mrd Euro) - 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs um 22 Prozent auf 24,75 Milliarden Dollar. Die Alphabet-Anteilsscheine legten im vorbörslichen Handel um 3,7 Prozent zu.

Amazon hat seinen Gewinn zu Jahresbeginn trotz hoher Ausgaben überraschend kräftig gesteigert. Angetrieben vom florierenden Cloud-Geschäft kletterte der Überschuss im ersten Quartal im Jahresvergleich um 41 Prozent auf 724 Millionen Dollar (666 Mio. Euro), wie der Online-Handelsriese am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der lange Zeit defizitäre Konzern übertraf die Prognosen der Analysten damit deutlich und schaffte bereits das achte Vierteljahr mit schwarzen Zahlen in Folge. Amazon-Papiere gewannen vorbörslich 3,1 Prozent./edh/ag

29.04.2017

ROUNDUP 2: EU vor Brexit-Verhandlungen ungewöhnlich einig

(Neu: Weitere Details)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Europäische Union geht in seltener Eintracht in die Brexit-Verhandlungen und drängt Großbritannien zu raschen Kompromissen. Einstimmig billigten die 27 bleibenden Länder am Samstag ihre Position für die Gespräche mit London, die im Juni beginnen sollen. Man wolle mit einer Stimme sprechen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. EU-Ratspräsident Donald Tusk nannte das Topthema für den Verhandlungsstart: Die Rechte der Millionen EU-Bürger in Großbritannien und der Briten in der EU.

Nach der Festlegung der Verhandlungsleitlinien bei dem Treffen in Brüssel sagte Tusk: "Wir brauchen eine ernsthafte britische Reaktion. Sobald Großbritannien echte Garantien für unsere Bürger abgibt, werden wir rasch eine Lösung finden." Merkel nannte den zweiten für die EU kritischen Punkt: die Schlussrechnung für Großbritannien nach mehr als 40 Jahren EU-Mitgliedschaft. Eine Summe wollte die Kanzlerin aber noch nicht nennen. "Ich finde, darüber muss man auch erst einmal mit Großbritannien sprechen", sagte die CDU-Politikerin. Eine Schätzung von 60 Milliarden Euro steht im Raum.

Die britische Regierung hatte Ende März offiziell den Austritt aus der EU beantragt. Darüber soll bis März 2019 ein Abkommen geschlossen werden. In den nun verabschiedeten Verhandlungsleitlinien wird gefordert, dass zunächst die Bedingungen der Trennung - dazu zählen sowohl die Rechte der Bürger, als auch die Finanzfragen - besprochen werden und erst danach die neuen Beziehungen. Die EU hofft auf ein Zwischenergebnis bis zum Herbst. Die zweite Gesprächsphase soll erst starten, wenn alle 27 EU-Länder dies einstimmig beschließen.

Merkel sagte, finanzielle Dinge "gehören für uns zu den Trennungsfragen sehr eindeutig dazu". Gemeint sind Haushaltsverpflichtungen, Zusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamte und etliches mehr. Doch dürfte es darüber in den Brexit-Verhandlungen Streit geben. Die britische Regierung lehnt es ab, nach dem Brexit weiter große Summen an die EU zu überweisen.

Die EU versucht, Geschlossenheit zu demonstrieren, aus Furcht, London könnte Keile in die Gemeinschaft treiben. Gleichzeitig sendet sie auch versöhnliche Signale. Merkel wies den Vorwurf zurück, man wolle ein Bündnis gegen die Briten schmieden. Es sei nunmal so, dass ein Staat den Austritt beantragt habe und es sei "das Natürlichste von der Welt", dass die anderen 27 EU-Staaten mit einer Stimme sprechen wollten.

EU-Ratspräsident Tusk versicherte: "Wir alle wollen für die Zukunft eine enge und starke Beziehung mit dem Vereinigten Königreich, daran gibt es nicht den geringsten Zweifel." Der französische Präsident François Hollande sagte, es gehe nicht darum, Großbritannien für den Austritt zu bestrafen, aber: "Das Vereinigte Königreich wird künftig schlechtere Bedingungen haben als heute als EU-Mitglied." An die 27 bleibenden EU-Mitglieder appellierte er: "Es geht um die Einheit Europas."

Die britische Premierministerin Theresa May reagierte zunächst nicht direkt auf die Brüsseler Beschlüsse, sagte aber im Wahlkampf: "Jede Stimme für mich und mein Team stärkt meine Hand in diesen Verhandlungen." Zuvor hatte sie gewarnt, die übrigen 27 EU-Länder bezögen "Stellung" gegen Großbritannien./vsr/DP/zb

29.04.2017

Zypries lehnt Steuerwettlauf mit USA ab

BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland sollte sich nach Worten von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) nicht auf einen Wettlauf mit den USA um die niedrigsten Steuersätze einlassen. "Es bleibt erst einmal abzuwarten, ob die (von US-Präsident Donald Trump) angekündigten Steuersenkungen mit geschätzten Kosten von über zwei Billionen Dollar wirklich kommen", sagte Zypries der "Welt am Sonntag".

"Aber selbst wenn, werden wir uns nicht in einen Wettlauf um die niedrigsten Steuersätze begeben." Wichtig sei es, für Unternehmen insgesamt attraktive Standortbedingungen zu schaffen. Dazu gehören aus Sicht der SPD-Politikerin gut ausgebildete Fachkräfte, eine gute Infrastruktur und attraktive Bildungsangebote.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) betonte, er halte es nicht für notwendig, auf die amerikanischen Steuerpläne zu reagieren. "Deutschland hat noch immer wettbewerbsfähige Steuersätze für Unternehmen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Vor allem die von Trump geplanten Unternehmensteuersenkungen könnten den Druck auf Deutschland erhöhen, solche Abgaben ebenfalls zu senken./ro/DP/zb

29.04.2017

Hollande: Deutsch-französische Zusammenarbeit übersteht Wahl

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die deutsch-französische Zusammenarbeit wird nach Überzeugung von Frankreichs Staatsoberhaupt François Hollande über die anstehende Präsidentenwahl hinaus Bestand haben. "Es gibt eine Zusammenarbeit jenseits der Wahlen in Frankreich", sagte Hollande nach dem EU-Sondergipfel zum Brexit am Samstag in Brüssel vor Journalisten. Das deutsch-französische Verhältnis sei von grundlegender Bedeutung für die Einheit Europas.

"Ich bin überzeugt, das Emmanuel Macron ein guter Partner für Deutschland sein wird", sagte der scheidende Präsident über den sozialliberalen Kandidaten, dem er den Sieg über die eurokritische Front-National-Bewerberin Marine Le Pen am kommenden Sonntag wünscht. Macron - ehemals Wirtschaftsminister unter Hollande - wisse nur zu gut, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Deutschland sei.

Deutschland und Frankreich hätten Europa in den vergangenen Jahren gemeinsam vorangebracht, obwohl er und Bundeskanzlerin Angela Merkel sehr unterschiedliche Persönlichkeiten seien. "Frau Merkel und ich haben nicht die gleiche Empfindsamkeit, aber wir haben immer zusammengearbeitet", sagte Hollande. Europa könne nur Selbstvertrauen haben, wenn Frankreich und Deutschland vertrauensvoll zusammenwirkten

- unabhängig von den führenden Politikern: "Dieses Verhältnis muss

über Personen hinausreichen."

"Wir haben ihm für die Zusammenarbeit gedankt", sagte Merkel ihrerseits über die letzte EU-Gipfelrunde mit Hollande. "Ich habe immer sehr gut mit François Hollande zusammengearbeitet." Wie Hollande, der im Saal direkt neben dem Raum von Merkels Pressekonferenz sprach, hob auch die Bundeskanzlerin das gemeinsame Vorgehen in der Ukraine-Krise hervor./ff/DP/zb

29.04.2017

ROUNDUP: Merkel legt sich nicht auf finanzielle Forderungen an London fest

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Beim Brexit-Sondergipfel der EU ist noch nicht über die Höhe der Rechnung für Großbritannien gesprochen worden. Das machte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Abschluss der Beratungen am Samstag in Brüssel klar. "Ich finde, darüber muss man auch erst einmal mit Großbritannien sprechen", sagte die CDU-Politikerin nach dem Gipfel der 27 verbleibenden EU-Länder.

Die EU-Staaten wollen, dass Großbritannien für alle mit dem Austritt verbundenen Kosten aufkommt und seine finanziellen Verpflichtungen einhält. Schätzungen sprechen von bis zu 60 Milliarden Euro. Merkel machte deutlich, dass dies bereits in der ersten Phase der Verhandlungen angegangen werden müsse, ebenso wie die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien und der Briten in Europa.

Merkel hob zugleich die gemeinsamen Sicherheitsinteressen mit Großbritannien hervor, die angesichts geopolitischer Herausforderungen die Verhandlungen über den Brexit mitbestimmen würden.

Die Kanzlerin wies den Vorwurf zurück, man wolle nun ein Bündnis gegen die Briten schmieden. Aber es sei "das Natürlichste von der Welt", dass die anderen 27 EU-Staaten mit einer Stimme sprechen wollten. Schließlich habe auch die britische Premierministerin Theresa May betont, eine starke Union der 27 sei in Londons Interesse.

Die britische Regierung hatte Ende März offiziell den Austritt aus der EU beantragt. Darüber soll nach den britischen Parlamentswahlen ab Juni verhandelt und bis März 2019 ein Abkommen geschlossen werden./tl/aha/DP/zb

29.04.2017

Tusk hofft auf rasche Einigung über EU-Bürger in Großbritannien

BRÜSSEL (dpa-AFX) - EU-Ratspräsident Donald Tusk hofft bei den Brexit-Verhandlungen auf eine schnelle Einigung über die Zukunft der EU-Bürger in Großbritannien und die Briten in der EU. Nach der Festlegung der EU-Position für die Gespräche mit London sagte Tusk am Samstag: "Wir brauchen eine ernsthafte britische Reaktion. Sobald Großbritannien Garantien abgibt, werden wir rasch eine Lösung finden."

Es geht um Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse sowie Sozialleistungen für rund 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und 1,2 Millionen Briten auf dem Kontinent nach dem für 2019 geplanten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. Sowohl die EU als auch die britische Regierung haben die Klärung der Rechte dieser Bürger zur Priorität erklärt.

Die Europäische Union will zudem rasch über die Schlussrechnung für Großbritannien nach mehr als 40 Jahren EU-Mitgliedschaft reden. Auch bei den Finanzfragen würden schnelle Zusagen Großbritanniens den Start der Verhandlungen sehr vereinfachen, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Erst wenn es Fortschritte in den wichtigen Trennungsfragen gebe, sollen die Gespräche über die künftigen Beziehungen beginnen. Die Entscheidung, wann der Zeitpunkt erreicht sei, werde einstimmig von allen 27 bleibenden EU-Ländern getroffen, sagte Juncker.

Die britische Regierung hatte Ende März offiziell den Austritt aus der EU beantragt. Darüber soll nach den britischen Parlamentswahlen ab Juni verhandelt und bis März 2019 ein Abkommen geschlossen werden. Die 27 bleibenden EU-Länder verabschiedeten bei einem Sondergipfel in Brüssel ihre Verhandlungs-Leitlinien./vsr/DP/zb

29.04.2017

Merkel: Rechnung für Großbritannien ist noch offen

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Beim Brexit-Sondergipfel der EU ist laut Bundeskanzlerin Angela Merkel noch nicht über die Höhe der Rechnung für Großbritannien gesprochen worden. "Daran wird gearbeitet werden", sagte die CDU-Politikerin am Samstag nach dem Gipfel der 27 verbleibenden EU-Länder in Brüssel. "Ich finde, darüber muss man auch erst einmal mit Großbritannien sprechen." Die EU-Staaten wollen, das Großbritannien für alle mit dem Austritt verbundenen Kosten aufkommt.

Die britische Regierung hatte Ende März offiziell den Austritt aus der EU beantragt. Darüber soll nach den britischen Parlamentswahlen ab Juni verhandelt und bis März 2019 ein Abkommen geschlossen werden./aha/DP/zb

29.04.2017

ROUNDUP: EU verabschiedet Brexit-Position - Kein Nachgeben im Streit ums Geld

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Linie der Europäischen Union für die Brexit-Verhandlungen mit London steht. Ohne Debatte billigten die 27 bleibenden EU-Staaten am Samstag bei einem Sondergipfel einstimmig die Verhandlungsleitlinien, wie EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker über Twitter mitteilten. Bundeskanzlerin Angela Merkel machte deutlich, dass die EU vor allem im Streit über die Schlussrechnung für Großbritannien hart bleiben will.

Die finanziellen Dinge müssten geklärt sein, bevor über die Beziehungen nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs gesprochen werde, sagte Merkel kurz vor Beginn des Gipfels. Gleichzeitig betonten Merkel und etliche ihrer Kollegen, dass sie auch künftig gute und enge Beziehungen zu London wollten.

Die britische Regierung hatte Ende März offiziell den Austritt aus der EU beantragt. Darüber soll nach den britischen Parlamentswahlen ab Juni verhandelt und bis März 2019 ein Abkommen geschlossen werden. In den nun verabschiedeten Verhandlungs-Leitlinien wird gefordert, dass zunächst die Bedingungen der Trennung und erst danach die neuen Beziehungen besprochen werden. Die EU hofft auf ein Zwischenergebnis bis zum Herbst.

Merkel sagte, vordringliche Themen seien die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und der Briten in der EU, aber auch finanzielle Dinge. "Die gehören für uns zu den Trennungsfragen sehr eindeutig dazu", sagte die Bundeskanzlerin. Kommissionspräsident Juncker bestätigte "vorsichtige Einschätzungen", dass es um bis zu 60 Milliarden Euro geht. Er legte aber Wert darauf, dass diese Summe noch keine "Forderung" an Großbritannien sei.

Über die Schlussrechnung nach über 40 Jahren EU-Mitgliedschaft dürfte es in den Brexit-Verhandlungen Streit geben. Dazu zählen Haushaltsverpflichtungen, Zusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamte und etliches mehr. Die britische Regierung lehnt es ab, nach dem Brexit weiter große Summen an die EU zu überweisen.

Die EU versucht, vor den Brexit-Verhandlungen gegenüber London geschlossen aufzutreten und eine einheitliche Position zu wahren. Gleichzeitig sendet sie auch versöhnliche Signale. So sagte EU-Ratspräsident Tusk: "Wir alle wollen für die Zukunft eine enge und starke Beziehung mit dem Vereinigten Königreich, daran gibt es nicht den geringsten Zweifel." Merkel sagte: "Wir wollen auch in Zukunft gute Beziehungen zu Großbritannien, aber wir wollen auch als 27 unsere Interessen gemeinschaftlich vertreten. Das ist bislang extrem gut gelungen."

Der französische Präsident François Hollande sagte, es gehe nicht darum, Großbritannien für den Austritt zu bestrafen, aber: "Das Vereinigte Königreich wird künftig schlechtere Bedingungen haben als heute als EU-Mitglied." An die 27 bleibenden EU-Mitglieder appellierte er: "Es geht um die Einheit Europas." Auch die Franzosen "können nur gewinnen, wenn sie in Europa bleiben", sagte er mit Blick auf die französische Präsidentschaftswahl am 7. Mai. Hollande tritt nicht noch einmal an, es war sein letzter EU-Gipfel im Amt./vsr/DP/zb

29.04.2017

Unruhen in Brasilien - Protest gegen Arbeitsmarktreform

RIO DE JANEIRO (dpa-AFX) - Beim ersten Generalstreik gegen die Regierung von Präsident Michel Temer ist es in Brasilien zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Im Stadtzentrum von Rio de Janeiro setzten Demonstranten am Freitagabend (Ortszeit) Busse in Brand, Polizisten gingen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen sie vor. In der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo lieferten sich vermummte Demonstranten Schlachten mit den Sicherheitskräften sogar direkt vor dem privaten Wohnsitz von Temer.

Der Staatschef verurteilte die Exzesse. Bei den landesweiten Protesten sei das Recht auf freie Meinungsäußerung respektiert worden, versicherte Temer in einer Mitteilung. "Leider haben aber kleine Gruppen Straßen und Autobahnen blockiert", schrieb er. "Auch seien isolierte Gewalttaten registriert worden."

Einem Bericht der Zeitung "Folha de Sao Paulo" zufolge gab es Aufmärsche in 130 Städten. Vielerorts kam es zu Randale und brannten Barrikaden. Dutzende Menschen wurden nach Angaben der Behörden festgenommen.

Der Protest richtete sich vor allem gegen eine Arbeitsmarktreform der Temer-Regierung, die eine Ausweitung von Arbeitszeiten, eine Beschneidung der Mitsprache von Gewerkschaften und die Zahlung von Kosten bei Arbeitsprozessen durch die Angestellten vorsieht. Die Gewerkschaften sehen eine einseitige Stärkung von Unternehmen. Der Senat muss der Reform noch zustimmen.

Der Generalstreik war der erste seit 21 Jahren. Im ganzen Land gab es starke Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr bei Bussen und Bahnen, Straßen wurden blockiert, die Metro Sao Paulo konnte nur sehr eingeschränkt fahren. Dem Streik hatten sich alle großen Gewerkschaften angeschlossen.

Das Land steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, über zwölf Millionen Menschen sind arbeitslos. Auch das Rentensystem soll reformiert werden, um das hohe Defizit zu bekämpfen. Der letzte Generalstreik richtete sich 1996 während der Präsidentschaft von Fernando Henrique Cardoso gegen hohe Arbeitslosigkeit und niedrige Löhne./ir/ris/DP/zb

29.04.2017

Hollande: 'Es geht um die Einheit Europas'

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Europa muss nach Ansicht des französischen Präsidenten François Hollande in den anstehenden Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien zeigen, dass die EU ein Glück für die Mitgliedstaaten darstellt. "Es geht um die Einheit Europas", sagte der Franzose bei der Ankunft zu seinem letzten EU-Gipfeltreffen am Samstag in Brüssel. Es geht nicht darum, die Briten für ihren Austritt zu bestrafen, aber: "Das Vereinigte Königreich wird künftig schlechtere Bedingungen haben als heute als EU-Mitglied." Die Franzosen "können nur gewinnen, wenn sie in Europa bleiben", sagte das scheidende Staatsoberhaupt mit Blick auf die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl am 7. Mai./ff/DP/fbr

29.04.2017

Juncker: Brexit-Rechnung von 60 Milliarden 'vorsichtige Einschätzung'

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Europäische Union hat sich nach Angaben von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker noch nicht auf eine finanzielle Forderung an Großbritannien beim Brexit festgelegt. Juncker bestätigte vor einem EU-Sondergipfel in Brüssel "vorsichtige Einschätzungen", dass es um bis zu 60 Milliarden Euro geht. "Aber es gibt keine Forderung, das ist schon präzise formuliert", sagte er.

Es geht um die Schlussrechnung für Großbritannien zu Verpflichtungen nach über 40 Jahren EU-Mitgliedschaft. Dazu zählen Haushaltsverpflichtungen, Zusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamten und etliches mehr. Die britische Regierung lehnt es ab, nach dem Brexit weiter große Summen an die EU zu überweisen.

Die Summe dürfte ein großer Streitpunkt in den Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens werden, die nach der britischen Parlamentswahl am 8. Juni beginnen sollen. London hatte Ende März die Trennung von der EU beantragt. Die EU legt auf dem Sondergipfel ihre Verhandlungsposition fest./vsr/DP/fbr

28.04.2017

AKTIE IM FOKUS: Schwaches Geschäft mit Datenzentren drückt Intel tief ins Minus

NEW YORK (dpa-AFX) - Der jüngste Quartalsbericht von Intel hat die Anleger am Freitag alles andere als inspiriert und Die Aktie des Chipkonzerns tief ins Minus gedrückt. Im New Yorker Dow Jones Industrial sackten die Papiere als schwächster Wert zuletzt um 4,09 Prozent auf 35,899 US-Dollar ab, während der US-Leitindex nur moderat nachgab und die Technologie-Indizes Nasdaq 100 und Nasdaq Composite über weite Strecken erneut Zulauf verzeichneten.

Analysten bemängelten vor allem die Entwicklung im Geschäft mit Datenzentren. Da nutzte es auch nichts, dass Intel im vergangenen Quartal vom Ende der rasanten Talfahrt am PC-Markt profitiert und den Umsatz im Jahresvergleich um acht und den Gewinn sogar um 45 Prozent gesteigert hatte.

Die Margen im Datenzentren-Bereich sähen ziemlich schockierend aus, schrieb Analyst Stacy Rasgon vom Analysehaus Bernstein Research in einer aktuellen Studie. Er rechnet angesichts dieser Schwäche mit strukturellem Gegenwind für den Konzern. Qualitatives Wachstum werde immer trügerischer und der Wettbewerb nehme zu. Der Experte sieht daher seine langfristig negative Einschätzung für die Aktie bestätigt. Sein Kursziel lautet 30 US-Dollar.

Analyst Romit Shah vom japanischen Analysehaus Nomura verwies ebenfalls auf die zum Vorquartal gesunkenen Gewinnmargen im Datenzentren-Geschäft. Der Ausblick des Chipherstellers für das zweite Quartal sowie das Gesamtjahr habe zwar die Markterwartungen übertroffen, aber der Geschäftsbericht zum ersten Jahresviertel sei in mehreren Bereich qualitativ eher schwach gewesen. So hätten etwa Umsatz und Gewinn je Aktie den Unternehmensausblick ohne den positiven Effekt eines höheren Zinseinkommens verfehlt. Auf Sicht von drei Monaten könnte dies die Aktien daher nur im mittleren 30-Dollar-Bereich halten.

Mit dem aktuellen Kursrutsch ist der jüngste Aufschwung seit Mitte April, der die Papiere wieder bis auf mehr als 37 Dollar gebracht hatte, wieder so gut wie dahin. Im Dow-Index zählen die Anteile mit einem Minus von knapp einem Prozent seit Jahresanfang zu den bislang schwächsten Werten. Das US-Leitbarometer steht mit einem Plus von fast 7 Prozent wesentlich besser da. Gegenüber den Technologie-Indizes Nasdaq Composite und Nasdaq 100, die seit Jahresbeginn um gut 12 beziehungsweise 15 Prozent dazugewonnen haben, hinken die Intel Aktien erst recht hinterher./ajx/he

28.04.2017

AKTIE IM FOKUS 2: Aktionäre von Continental setzen auf Branchenboom

(neu: Schlusskurse, S&P-Kommentar, Aussagen zu Mobilitätsdiensten)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Besser als erwartete Eckdaten für das erste Quartal haben zu Wochenschluss die Aktien von Continental beflügelt. Angesichts positiver Überraschungen beim Umsatz und dem bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) sprach Barclays-Expertin Kristina Church von einem "guten Start in das Jahr". Erstmals seit Januar 2016 näherten sich die Aktien am Freitag denn auch bis auf wenige Cent der Marke von 210 Euro. Am Ende lagen sie noch mit 0,42 Prozent im Plus bei 205,50 Euro.

Der Boom in der Autobranche hatte das operative Ergebnis (Ebit) nach vorläufigen Zahlen auf rund 1,2 Milliarden Euro steigen lassen, während der Umsatz auf etwa 11 Milliarden Euro angewachsen war. Analyst Ngo Siew Teng von S&P Global zog daraus positive Schlüsse für seine Margen- und Gewinnerwartungen. Das Kursziel für die Aktien erhöhte er von 194 auf 220 Euro, blieb aber bei seiner bisherigen Empfehlung, die Aktien nur zu halten. Er sieht weiterhin Risiken unter anderem wegen steigender Rohmaterialkosten.

JAHRESPROGNOSEN BESTÄTIGT

Im Zuge der Zahlenvorlage bestätigte Continental auch den Geschäftsausblick. Trotz gestiegener Rohstoffpreise sieht Konzernchef Elmar Degenhart seinen Arbeitgeber auf Kurs, um den Umsatz im Gesamtjahr um mehr als 6 Prozent zu steigern. Das operative Margenziel von mehr als 10,5 Prozent will er sicher erreichen. Im ersten Quartal lag die Gewinnspanne etwas darüber bei 10,7 Prozent.

Hans Bernecker lobte in seinem täglichen Marktkommentar die Ergebnisse, sieht allerdings noch viel Arbeit auf Degenhart zukommen. "Wir warten auf eine weitergehende Planung des Chefs", sagte der Börsenbrief-Autor mit Blick auf bisherige Ankündigungen, dass das Unternehmen 300 Millionen Euro investieren werde, um den Trend zu elektronischen Antrieben für sich zu nutzen. Laut Bernecker dürfte dieses Geld aber bei weitem nicht ausreichen.

WACHSTUM DURCH MEGATRENDS

Auf der Hauptversammlung wurde derweil an diesem Freitag angekündigt, dass das Unternehmen große Hoffnung in einen weiteren Megatrend der Branche legt. Degenhart sieht in Mobilitätsdiensten wie etwa intelligenten Anwendungen oder der Fahrzeugvernetzung einen neuen Milliardenmarkt. Die aktuellen Erlöse von über 500 Millionen Euro in diesem Segment sollen bis 2020 verdoppelt werden.

Wie bei der Zulieferbranche insgesamt dürften auch bei Continental bereits einige Vorschusslorbeeren für solche Megatrends eingepreist sein. Bei 205 Euro liegen die Papiere nur noch 30 Euro von ihrem Rekordwert aus dem März 2015 entfernt. Seit dem Zwischentief im November hat die Aktie nunmehr schon fast 30 Prozent gewonnen. Im bisherigen Jahresverlauf zählen sie mit rund 12 Prozent Plus zum oberen Drittel im Dax ./tih/mis/ag/he

28.04.2017

ANALYSE/Nomura: Alphabet auf Kurs zu nachhaltigem Wachstum

NEW YORK (dpa-AFX) - Das japanische Analysehaus Nomura sieht den US-Internetkonzern Alphabet weiter auf Kurs zu nachhaltigem Wachstum. Analyst Anthony DiClemente hob nach den jüngsten Geschäftszahlen der Kalifornier sein Kursziel für die A-Aktie von 925 auf 985 US-Dollar (aktueller Kurs: 933,58 Dollar) an und beließ die Einstufung auf "Buy". Die Google-Mutter habe die Erwartungen an das erste Quartal in allen Belangen übertroffen, schrieb er in einer Studie vom Freitag.

Das sich beschleunigende Umsatzwachstum biete keinen Anlass zu Beschwerden. Der Experte lobte vor allem den Zuwachs auf den eigenen Seiten von Google. Zudem habe der operative Gewinn um 23 Prozent zugelegt und damit noch etwas mehr als der Umsatz. Ein diszipliniertes Kostenmanagement zahle sich weiterhin aus und dies könnte den Gewinn je Aktie weiter antreiben, analysierte DiClemente. Er hob ferner den starken Kapitalzufluss (Free Cashflow) hervor.

Angesichts des starken ersten Quartals erhöhte der Experte nun seine Umsatz- und Gewinnschätzungen für die Geschäftsjahre 2017 und 2018. Das abgelaufene Jahresviertel habe einmal mehr die Dominanz von Google im Bereich Suchmaschinen-Werbung unter Beweis gestellt.

Gemäß der Einstufung "Buy" geht Nomura davon aus, dass sich die Aktie in den nächsten 12 Monaten besser als der Vergleichsindex entwickeln wird./ajx/tos/he

Analysierendes Institut Nomura.

28.04.2017

ANALYSE-FLASH: Nomura belässt Amazon auf 'Buy' - Ziel 975 US-Dollar

LONDON (dpa-AFX Broker) - Das japanische Analysehaus Nomura hat die Einstufung für Amazon nach Zahlen für das erste Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 975 US-Dollar belassen. Der Online-Händler habe die Erwartungen in allen Belangen übertroffen, schrieb Analyst Anthony DiClemente in einer Studie vom Freitag. Der Ausblick für das operative Ergebnis im zweiten Quartal sei aber schwächer - mal wieder. Der Experte beließ seine Jahresschätzungen weitgehend unverändert./mis/ag

28.04.2017

AKTIEN IM FOKUS: Nemetschek und RIB trotz guter Zahlen ohne gemeinsame Richtung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der Bausoftware-Hersteller Nemetschek und RIB Software haben sich nach vorgelegten Quartalszahlen am Freitag gegenläufig entwickelt. Während die Anteilsscheine von Nemetschek ihre Rekordrally im TecDax fortsetzten, sackten die des Branchenkollegen RIB an das Ende des Technologie-Index.

Am frühen Nachmittag stiegen Nemetschek um 2,74 Prozent auf 61,54 Euro, nachdem sie zeitweise bei 61,88 Euro so teuer waren wie noch nie zuvor. RIB Software verloren dagegen zuletzt 0,85 Prozent auf 13,43 Euro. Sie hatten im November 2016 ihr Rekordhoch bei 16,94 Euro erreicht und in den vergangenen 12 Monaten sogar um 48 Prozent zugelegt. Damit liefen sie in diesem Zeitraum den Nemetschek-Papieren den Rang ab, denn diese stiegen im selben Zeitraum nur um 27 Prozent.

Voll des Lobes waren die Analysten vor allem für den auf den Massenmarkt der selbstständigen Architekten spezialisierten Bausoftware-Hersteller Nemetschek. Das Wachstum habe im ersten Quartal noch weiter Fahrt aufgenommen, schrieb Analyst Lars Dannenberg von der Privatbank Hauck & Aufhäuser und ist für das Gesamtjahr etwas optimistischer als das Unternehmen selbst. Knut Woller von der Baader Bank schrieb, dass alle wesentlichen Kennzahlen mittlerweile über den Jahreszielen lägen, so dass Nemetschek seine Prognosen erhöhen könnte.

Equinet-Analyst Sebastian Droste sprach auch von guten Zahlen bei RIB und sieht den auf große Baukonzerne fokussierten Software-Hersteller bereits das obere Ende der angegebenen Unternehmensziele erreichen. Die Markteinführung der Plattform iTWO 4.0 in den USA und Asien im Jahresverlauf sei vielversprechend. "Wir rechnen mit einer beträchtlichen Nachfrage." Die Partnerschaft mit dem IT-Unternehmen Wipro aus den USA sollte sich ab 2018 auszahlen. Zudem geht er, wie auch Analyst Dannenberg von Hauck & Aufhäuser davon aus, dass das Gemeinschaftsunternehmen YTWO mit der US-Firma Flex für cloudbasierte Software-Lösungen in diesem Jahr erste wichtige Großkunden gewinnen wird.

Das Haar in der Suppe hingegen sieht UBS-Analyst Michael Briest in dem 16-prozentigen Rückgang verkaufter Software-Lizenzen für die neue Software-Generation iTWO im ersten Quartal. "Enttäuschend", konstatiert er, auch wenn der Liquiditätszufluss gut gewesen sei und von starken Vorauszahlungen für Wartungsaufgaben profitiert habe./ck/la/ag

28.04.2017

AKTIEN IM FOKUS: Zinshoffnung liefert Banken Rückenwind - Immobilienwerte fallen

FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Bei den Aktien von Banken hat am Freitag die Hoffnung auf ein höheres Zinsniveau für Auftrieb gesorgt. Immobilienwerte gerieten hingegen unter Druck. Grund war eine überraschend stark gestiegene Inflationsrate in der Eurozone. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks gewann gegen Mittag 0,34 Prozent, während der Stoxx 600 Europe Real Estate als einer der größten Verlierer im Branchentableau um mehr als 1 Prozent nachgab.

Bemerkenswert bei den jüngsten Inflationsdaten war vor allem die Kerninflationsrate von plus 1,2 Prozent im April. Sie schließt schwankungsanfällige Lebensmittel- und Energiepreise aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) aber begründet ihre Billiggeldpolitik auch mit einer niedrigen Kerninflationsrate. Erst am Donnerstag hatte sie beschlossen geldpolitisch zunächst auf Kurs zu bleiben.

Bei Aktionären von Banken kommt eine anziehende Inflation gut an, da sie bei einer anhaltenden Entwicklung den Druck auf die EZB erhöhen könnte, ihre expansive Geldpolitik eher zu drosseln. Banken macht das Niedrigzinsumfeld seit Jahren zu schaffen. Es belastet das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft.

Hierzulande verteuerten sich die Aktien der Commerzbank zum Wochenschluss um 2 Prozent und die Anteile der Deutschen Bank stiegen in einem kaum veränderten Dax um 0,30 Prozent. Aareal Bank zogen im MDax um mehr als 1 Prozent an.

Für die Papiere der Immobiliengesellschaft Vonovia ging es hingegen als Schlusslicht im Dax um 1,64 Prozent nach unten. Im Index der mittelgroßen Werte fielen Deutsche Euroshop um mehr als 3 Prozent, LEG Immobilien und TAG Immobilien büßten jeweils mehr als 1 Prozent ein.

Die Aussicht auf steigende Zinsen wurde bereits in den vergangenen Monaten immer mal wieder zum Hemmschuh für Immobilienaktien. So können höhere Refinanzierungskosten die Gewinne schmälern. Auch können die Substanz- oder Nettowerte von Objekten sinken, wenn die Zinsen steigen. Grund ist unter anderem ein höherer Zins mit dem künftige Zahlungsströme wie etwa Mieten dann diskontiert werden./mis/ag/zb

28.04.2017

AKTIE IM FOKUS: Hohe Bewertung von Fielmann stimmt Anleger weiter vorsichtig

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktionäre der Optiker-Kette Fielmann haben am Freitag nach verhaltenen Analystenkommentaren zur Bewertung der Papiere weiter Kasse gemacht. Bereits am Vortag hatten die Geschäftszahlen für das erste Quartal nicht mehr ausgereicht, um nach dem Rekordhoch bei 77,33 Euro weiteren Rückenwind zu verleihen. Der Kurs hatte am Ende um rund fünfeinhalb Prozent nachgegeben. Zum Wochenschluss ging es nun um 2,47 Prozent auf 70,57 Euro nach unten.

Analyst Adrian Rott von der Deutschen Bank hob zwar sein Kursziel infolge "eines guten Quartals" um 3 auf 64 Euro an, sieht damit aber immer noch Luft nach unten. Entsprechend stuft er die Aktien weiter mit "Hold" ein. Die guten Geschäftstrends würden bereits von den Markterwartungen sowie dem Kurs widergespiegelt, schrieb er in einer Studie.

Experte Thilo Kleibauer vom Analysehaus Warburg Research kommt mit Blick auf die Bewertung der Aktien zum gleichen Schluss, wobei er von einem "grundsoliden Geschäftsmodell mit defensiven Qualitäten, einer gut vorhersagbaren Gewinnentwicklung und einem beständigen Dividendenwachstum" spricht. Bei einem Kursziel von 69 Euro votiert auch er mit "Hold".

Fielmann hatte den Umsatz im ersten Quartal auch dank einer größeren Zahl von Verkaufstagen um 8 Prozent auf 341,9 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn vor Steuern war um 12 Prozent auf 60,6 Millionen Euro geklettert.

Der Ausblick des Unternehmens auf das Vorsteuerergebnis 2017 sei indes sehr vorsichtig, schrieb Analyst Thomas Maul von der DZ Bank in einer Studie. So hatte Fielmann zuletzt von einem Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau gesprochen. Angesichts der nach wie vor ambitionierten Bewertung der Aktien sieht Maul denn auch Kursrisiken. Er senkte den fairen Wert nach den Zahlen um 2 auf 61 Euro und stufte die Papiere weiterhin mit "Verkaufen" ein.

Allein seit dem Zwischentief Ende November summierte sich das Kursplus von Fielmann in der Spitze auf mehr als ein Drittel. Damals waren die Papiere unter die Marke von 58 Euro gerutscht, nachdem der MDax-Konzern die Anleger im Oktober mit einer Gewinnwarnung vergrault hatte. Vom Hoch vor der Warnung bis zum November-Tief waren die Papiere um rund 23 Prozent eingebrochen, bevor die Anleger wieder beherzt zugriffen.

Analysten blicken denn auch insgesamt eher verhalten auf die Papiere. Das durchschnittliche Ziel der 16 Experten im dpa-AFX-Analyser liegt bei 65,75 Euro. Am optimistischen ist dabei die Baader Bank mit einem Ziel von 80 Euro./mis/ag/stb

28.04.2017

ANALYSE-FLASH: DZ Bank senkt Grammer auf 'Halten'

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat Grammer von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft und den fairen Wert von 65 auf 57 Euro gesenkt. Analyst Michael Punzet begründete dies in einer Studie vom Freitag mit zunehmenden Unsicherheiten vor der Hauptversammlung des Autozulieferers. Die umstrittene Investorenfamilie Hastor hält 20 bis 30 Prozent der Grammer-Aktien, will den Vorstandschef ablösen und die Kontrolle im Aufsichtsrat übernehmen. Ohne eine Anteilsaufstockung dürfte dies den Hastors kaum gelingen, so Punzet. Sollten sie sich allerdings durchsetzen, sieht der Experte erhebliche negative Auswirkungen. Bislang entwickle sich Grammer sehr solide, sagte er mit Blick auf die Resultate des ersten Quartals./ag/gl

28.04.2017

AKTIE IM FOKUS: Aktionäre von Continental setzen auf Branchenboom

FRANKFURT (dpa-AFX) - Besser Eckdaten für das erste Quartal als erwartet haben zu Wochenschluss die Aktien von Continental beflügelt. Die Eckdaten für den Jahresauftakt lagen beim Umsatz und dem bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) über den Erwartungen. Angesichts der positiven Überraschungen sprach Barclays-Expertin Kristina Church in einer ersten Reaktion von einem "guten Start in das Jahr". Erstmals seit Januar 2016 näherten sich die Aktien denn auch bis auf wenige Cent der Marke von 210 Euro. Gegen Mittag lagen sie mit 1,20 Prozent im Plus bei 207,10 Euro.

JAHRESPROGNOSEN BESTÄTIGT

Continental bestätigte auch den Geschäftsausblick. "Trotz gestiegener Rohstoffpreise deutet alles darauf hin, dass wir unsere selbstgesteckten, anspruchsvollen Ziele 2017 sicher erreichen können", sagte Konzernchef Elmar Degenhart. Er sieht Conti auf Kurs, den Umsatz im Gesamtjahr um mehr als 6 Prozent zu steigern. Das operative Margenziel von mehr als 10,5 Prozent will Degenhart sicher erreichen. Im ersten Quartal lag die Gewinnspanne etwas darüber bei 10,7 Prozent.

Für Analyst Sascha Gommel von der Commerzbank dürfte der bestätigte Ausblick nicht überraschend gekommen sein. Kurz vor den Resultaten äußerte er bereits seine Erwartung, dass Continental zu diesem Zeitpunkt des Jahres keine größeren Änderungen am Wortlaut vornehmen werde.

MEGATRENDS SORGEN FÜR RÜCKENWIND

Hans Bernecker lobte in seinem täglichen Marktkommentar die Ergebnisse, sieht allerdings noch viel Arbeit auf Degenhart zukommen. "Wir warten auf eine weitergehende Planung des Chefs", sagte der Marktbeobachter mit Blick auf bisherige Ankündigungen, dass das Unternehmen 300 Millionen Euro investieren werde, um den Trend zu elektronischen Antrieben für sich zu nutzen. Laut Bernecker dürfte dieses Geld aber bei weitem nicht ausreichen.

Wie die Zulieferbranche insgesamt dürften auch bei Continental bereits einige Vorschusslorbeeren für solche Megatrends in der Automobilbranche eingepreist sein. Mit fast 210 Euro liegen die Papiere nur noch gut 25 Euro von ihrem Rekordwert aus dem März 2015 entfernt. Seit dem Zwischentief im November hat die Aktie bereits um 30 Prozent angezogen. Im bisherigen Jahresverlauf zählen sie mit 13 Prozent Plus zum oberen Drittel im Dax ./tih/mis/ag

28.04.2017

AKTIE IM FOKUS: Linde trotz solider Zahlen schwach - Fokus liegt auf Praxair

FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz eines von Analysten als solide bezeichneten Jahresstarts haben die Aktien von Linde am Freitag nachgegeben. Die Papiere des Industriegase-Herstellers und Anlagenbauers verloren am späteren Vormittag 1,43 Prozent auf 158,95 Euro und waren damit Schlusslicht im kaum veränderten Dax .

Zwar lobten mehrere Analysten und Händler den Quartalsbericht als besser als erwartet, doch sei dies zweitrangig, meinte etwa Michael Schäfer von der Commerzbank . Der Markt warte auf neue Aussagen zur Fusion mit dem US-Branchenkollegen Praxair , die bisher aber ausgeblieben seien.

Derzeit verhandeln Linde und Praxair über ein Zusammengehen. Beide hatten im Dezember im zweiten Anlauf eine Fusion unter Gleichen angekündigt, nachdem ein erster Versuch im September gescheitert war.

Analyst Knud Hinkel von der Equinet Bank verwies zudem darauf, dass die Linde-Zahlen zwar "ok" seien und insgesamt etwas besser als erwartet, Konkurrent Praxair aber "ein deutlich besseres Wachstum aufweist". Die Tochter Lincare habe erneut die Wachstumsentwicklung von Linde beeinträchtigt, monierte er, auch wenn dies erwartet worden sei. So litt das US-Unternehmen aufgrund staatliche Ausschreibungen unter Preissenkungen im vergangenen Jahr und zudem habe auch der Verkauf zweier Tochtergesellschaften von Lincare die Umsatzentwicklung beeinträchtigt, wie Linde informierte./ck/mne/stb