dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

21.12.2014

ROUNDUP 2/Presse: Telekom spricht mit Springer über T-Online-Verkauf

(Neu: Bericht zu angeblichen Verhandlungen über Kauf von Online-Vermarkter Interactive Media im 6. Absatz)

BONN/BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom will Medienberichten zufolge ihr Internet-Nachrichtenportal T-Online verkaufen und spricht darüber mit dem Axel-Springer-Verlag. Die Verhandlungen zwischen den Bonnern und den Berlinern seien aber noch in einem sehr frühen Stadium, schrieb die "Wirtschaftswoche". Sprecher des Verlages und der Telekom wollten dies am Wochenende auf Anfrage zunächst nicht kommentieren.

Auch der "Spiegel" berichtete über einen möglichen Deal zwischen den beiden Unternehmen. Dort hieß es unter Verweis auf Telekom-Kreise, dass der ehemalige Staatskonzern allerdings keinerlei Druck habe, das Geschäft zu verkaufen. T-Online erwirtschafte rund 100 Millionen Euro Umsatz und einen ein- bis zweistelligen Millionengewinn.

Der erfolgreiche Verkauf der Scout24-Gruppe werde innerhalb des Telekom-Konzerns als Maßstab gesehen - zum Billigstpreis abgeben werde man T-Online sicher nicht. Zu den Interessenten an Scout24 hatte zwischenzeitlich ebenfalls Axel Springer gehört.

T-Online ist laut den Berichten mit derzeit rund 374 Millionen Besuchern pro Monat Deutschlands mit Abstand meistbesuchtes Nachrichten- und Unterhaltungsportal im Internet. Es folgen Ebay auf Rang zwei sowie bild.de von Springer auf Platz drei.

Eine Übernahme von T-Online würde nach Einschätzung von Branchenbeobachtern in das Konzept von Springer passen, sich auf den Online-Bereich zu konzentrieren. Eine Verbindung der besonders reichweitenstarken Portale T-Online und bild.de unter einem unternehmerischen Dach würde aber wahrscheinlich sehr gründlich vom Bundeskartellamt geprüft, schrieb die "Wirtschaftswoche".

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" soll Axel Springer außerdem am Kauf des Online-Vermarkters Interactive Media von der Telekom interessiert sein. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise.

Die Tochter vermarkte Portale wie AutoScout24, Bunte.de, Kicker online oder Wetter.info. Im Falle einer Übernahme könne Interactive Media dem Bericht nach in Springers Vermarkter Axel Springer Media Impact (ASMI) aufgehen./rs/iy/jap/zb/mmb

21.12.2014

ROUNDUP 3/Daimler-Vorstand Weber: Kooperationen bei Batterietechnik sinnvoll

(Neu: Finanzvorstand zu Dividende)

STUTTGART (dpa-AFX) - Mit Blick auf die angekündigte Batteriefabrik des Elektroauto-Pioniers Tesla in Deutschland zeigt sich Daimler offen für Kooperationen. "Vielleicht muss man darüber nachdenken, ob es wirklich sinnvoll ist, wenn jeder für sich eine Fabrik aufmacht", sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Hier könnte es schon Sinn machen, speziell auf dem Feld der Batteriezellen-Produktion die Kräfte zu bündeln." Tesla-Chef Elon Musk hatte jüngst angekündigt, in fünf oder sechs Jahren eine eigene Fabrik in Deutschland errichten zu wollen.

Daimler hatte im November das Aus der einzigen deutschen Batteriezellenfabrik für Elektroautos bekanntgegeben. Bei der Daimler-Tochter Li-Tec im sächsischen Kamenz soll die Produktion von Batteriezellen im Dezember 2015 eingestellt werden.

Auch das Thema der Kartellvorwürfe der EU-Kommission im Lkw-Geschäft beschäftigt den Autobauer weiter. Nach Einschätzung von Finanzchef Bodo Uebber reichen die am Donnerstag um 600 Millionen Euro erhöhten Rückstellungen aus, um eine drohende Strafe wegen möglicher Kartellverstöße begleichen zu können. "Wir gehen davon aus, dass mit der Erhöhung der Rückstellungen eine angemessene Risikovorsorge getroffen wurde", sagte Uebber der "Börsen-Zeitung" (Samstag).

Die EU-Kommission verdächtigt eine Reihe großer Lkw-Hersteller wie Volvo , Daimler oder die Volkswagen -Tochter MAN , sich bei Preisen untereinander abgesprochen und Informationen ausgetauscht zu haben.

Angesichts der hohen Bargeldreserven und des zuletzt steigenden Gewinns können Daimler-Aktionäre auf eine weitere Anhebung der Dividende hoffen. Das bessere Ergebnis aus dem laufenden Geschäft sei "eine gute Grundlage, um eine höhere Dividende vorzuschlagen", sagte Uebber. Daimler schüttet rund 40 Prozent des anteiligen Konzerngewinns aus dem laufenden Geschäft an seine Aktionäre aus. Zu Jahresbeginn hatten die Stuttgarter die Dividende auf 2,25 von 2,20 Euro angehoben.

In den Bau von Batteriesystemen will Daimler kräftig investieren. Batteriesysteme beinhalten unter anderem die Steuerungselektronik und die Hülle für die Batterie. Die nötigen Zellen wollen die Schwaben zukaufen, sobald die eigene Produktion ausläuft.

Ein Dauerzustand muss das aber nicht bleiben: "Es könnte Sinn machen, bereits jetzt den Fokus auf die nächste Generation der Batteriezelltechnologie zu legen", sagte Weber. "Wenn dann die Stückzahlen für Elektroautos entsprechend hoch sind, müssen die Zellen ja nicht zwingend aus Asien kommen."

Tatsächlich haben die Asiaten auf dem Feld derzeit international die Nase vorn. Hersteller wie der südkoreanische Elektronikkonzern LG, der japanische Panasonic-Konzern oder Toshiba haben inzwischen die Führung in der Akku-Technologie übernommen.

Batterietechnik ist für Autobauer ein wichtiger Schlüssel bei der Einführung von Elektroautos. Die Batterien sollen leistungsfähiger werden und somit die Reichweite steigern. Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen sehen, derzeit sind erst rund 25 000 zugelassen.

"Die Rahmenbedingungen sind aktuell nicht unbedingt förderlich für die Technologie", kritisierte Weber. Er hält daher auch politische Unterstützung für nötig. "Wir müssen das auch über Anreizsysteme unterstützen - wie etwa freie Parkplätze, Benutzung der Busspur und steuerliche Anreize. Wichtig ist, dass die Kommunen diese Ideen jetzt auch aufgreifen und umsetzen."

E-Autos sind vor allem für Oberklasse-Hersteller wie Daimler, Audi und BMW wichtig, um die strengeren CO2-Vorgaben der EU einhalten zu können. Von 2021 an gilt ein Durchschnittswert von höchstens 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro gefahrenem Kilometer für Neuwagen in Europa.

Weil größere Autos etwas mehr verbrauchen dürfen, liegt Daimlers spezifisches Ziel bei etwa 100 Gramm CO2 pro Kilometer. In diesem Jahr wird der schwäbische Autobauer den Wert seiner Flotte in Europa um vier Gramm auf 130 Gramm senken, wie Weber ankündigte.

Künftig setzt Daimler dazu ebenso wie die Konkurrenz stärker auf Plug-in-Hybride, die Verbrennungsmotor und Elektroantrieb kombinieren. "Bis 2020 wird in jeder Baureihe ein Plug-in-Hybrid verfügbar sein", sagte Weber. "Auch bei den Kompakten, die bei den CO2-Werten schon weit sind, werden wir Plug-in-Hybride brauchen."/lan/hal/DP/mmb

21.12.2014

ROUNUP: Weihnachtsstreik bei Amazon geht weiter - Verdi kritisiert Behörden

BAD HERSFELD/LEIPZIG (dpa-AFX) - Der Weihnachtsstreik beim Online-Versandhändler Amazon soll nach einer kurzen Sonntagspause von Montag an weitergehen. Die Gewerkschaft Verdi will die Versandzentren in Bad Hersfeld, Rheinberg (NRW), Leipzig und Graben (Bayern) lahmlegen. Vergangene Woche hatten sich nach ihren Angaben 2400 Beschäftigte am Streik beteiligt. Amazon sprach von 2000 Teilnehmern.

In den insgesamt neun deutschen Amazon-Verteilzentren arbeiten nach Unternehmensangaben in der Vorweihnachtszeit rund 20 000 Menschen. Das Ende des Ausstands ist für den Nachmittag am Heiligabend geplant. Die Streikwelle hatte am vorigen Montag (15. Dezember) begonnen.

In dem seit 2013 laufenden Konflikt will Verdi erzwingen, dass Amazon künftig den Einzelhandelstarif statt des niedrigeren Logistiktarifs zahlt. Amazon lehnt das strikt ab. Der US-Konzern sieht sich selbst als Logistiker. Die Bezahlung der Mitarbeiter in den deutschen Versandlagern liege bereits am oberen Ende dessen, was in der Logistikbranche üblich sei. Eine Einigung ist weiter nicht in Sicht.

Verdi hatte zuletzt immer wieder zu Ausständen aufgerufen. Amazon führt keine Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft. "Wir bevorzugen die direkte Kommunikation mit den Mitarbeitern und den gewählten Betriebsräten an den Standorten", sagte eine Firmensprecherin.

Die Streikpause für Sonntag hatte Verdi ausgerufen, nachdem die Gewerkschaft selbst mit Klagen bei Verwaltungsgerichten keinen Betriebsstopp für diesen Tag in den Verteilzentren Bad Hersfeld und Leipzig hatte durchsetzen können. Nach Auffassung von Verdi wären die zuständigen Behörden eigentlich verpflichtet gewesen, ein Beschäftigungsverbot für die beiden Amazon-Standorte am Sonntag auszusprechen. Verwaltungsklagen hätten nämlich aufschiebende Wirkung, erklärte Verdi-Handelsexperte Bernhard Schiederig.

Die Gewerkschaft beruft sich auf den Schutz der Sonntagsruhe. Erst Ende November hatte das Bundesverwaltungsgericht der Ausweitung der Sonntagsarbeit mit einer Entscheidung Grenzen gesetzt.

Die Leipziger Richter sahen zum Beispiel keine Notwendigkeit für sonntags geöffnete Videotheken, Bibliotheken, Callcenter oder Lotto-Annahmestellen. Damit erklärten sie wesentliche Teile einer Verordnung des Landes Hessen für unwirksam, die 2011 weitreichende Ausnahmen für den arbeitsfreien Sonntag festgelegt hatte.

Schiederig sprach von einer "Arbeitsverweigerung" der Behörden in Hessen und Sachsen, weil diese die Sonntagsarbeit bei Amazon nicht gestoppt hätten. Damit werde die Pflicht staatlicher Stellen verletzt, sich bei Tarifkonflikten neutral zu verhalten.

In Bad Hersfeld und Leipzig arbeiten jeweils mehrere hundert Mitarbeiter mit Sondergenehmigungen auf freiwilliger Basis auch am Sonntag. Sie leisteten am Sonntag regulär ihre Schicht ab, wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte. Die Sonntagsarbeit in der Vorweihnachtszeit an mehreren Standorten werde seit Jahren langfristig beantragt und genehmigt, erklärte sie. An den übrigen Amazon-Standorten in Deutschland ruhe die Arbeit sonntags.

Die Sprecherin betonte erneut, dass es trotz des Streiks keine Lieferverzögerungen gebe. Die rund 2000 Streikteilnehmer würden durch die "engagiert arbeitende überwiegende Mehrheit" der übrigen Beschäftigten ausgeglichen. Außerdem könne Amazon auf sein Netzwerk von 28 Zentren in ganz Europa zurückgreifen.

Auf Aussagen von Verdi-Mitgliedern, wonach Streikteilnehmer und deren Autos fotografiert worden seien, entgegnete die Amazon-Sprecherin, dass es selbstverständlich keine disziplinarischen Maßnahmen gegen Streikteilnehmer gebe: "Wir respektieren, dass Menschen streiken, aber auch, dass Menschen nicht streiken." Zu Mehrkosten des Konzerns durch den langen Ausstand wollte Amazon keine Angaben machen./rs/DP/mmb

21.12.2014

GESAMT-ROUNUP: Deutsche Großbanken setzen verstärkt auf Privatkundengeschäft

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Die deutschen Großbanken setzen wieder verstärkt auf das Geschäft mit privaten Kunden. Während die Commerzbank als Nummer zwei der Branche von einem erheblichen Kundenzustrom berichtet, prüft die Deutsche Bank aktuell, wie sie ihr Privatkundengeschäft möglichst europaweit neu aufstellen kann. Notwendig sei vor allem eine gewisse Größe der Einheit, sagten die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain der "Welt am Sonntag".

"In unserer Branche gibt es noch keinen wirklichen europäischen Markt. Gerade das Privatkundengeschäft ist immer noch weitgehend eine nationale Angelegenheit", sagte Fitschen. Gegenüber den Banken in den USA bedeute diese Zersplitterung einen Nachteil: "Diese Einheiten sind zu klein, um langfristig alleine überleben zu können."

DEUTSCHE BANK WILL STRATEGIE 2015 ÜBERPRÜFEN

Fitschen ließ aber offen, ob die Deutsche Bank bei einer künftigen europäischen Konsolidierung eine aktive Rolle spielen und Wettbewerber übernehmen werde. "Das ist eine der Fragen, mit denen wir uns beschäftigen müssen. Wir sind im Privatkundengeschäft bisher nur in wenigen europäischen Ländern vertreten."

Parallel dazu müsse man die Kosten senken. Zu Gerüchten, die Postbank stehe zum Verkauf, äußerte sich Fitschen nicht näher: "Wir haben stets klargemacht, dass die Bank ihre Strategie im Lauf des kommenden Jahres überprüfen und gegebenenfalls auch weiterentwickeln wird."

COMMERZBANK GEWINNT MARKTANTEILE BEI PRIVATKUNDEN

Die Commerzbank fasst trotz der historisch niedrigen Zinsen im lange enttäuschenden Privatkundengeschäft zunehmend Tritt. "Wir wachsen, und wir wachsen zulasten unserer Wettbewerber", sagte Vorstand Martin Zielke der Deutschen Presse-Agentur. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres habe das Institut etwa 240 000 zusätzliche Kunden gewonnen. "Wir nehmen tatsächlich allen Wettbewerbern im Markt Kunden ab." Die Sparte steigere ihren Gewinn schneller als erwartet.

"Wir sind aber alles andere als euphorisch, weil das Marktumfeld das nicht zulässt", betonte Zielke. "Auch nach vorne sehe ich keinen gigantischen Rückenwind für unser Geschäft."

COMMERZBANK: PLANEN KEINE NEGATIVZINSEN FÜR PRIVATKUNDEN

Niedrige Zinsen drücken üblicherweise auf die Erträge und Gewinne von Banken. Die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank lockt zum Missfallen von Sparkassen und Volksbanken mit kostenlosem Girokonto und Startguthaben. Das zahle sich aber aus, sagte Zielke: "Wir gewinnen überproportional ertragsstarke Kunden."

Mit Strafzinsen will Deutschlands zweitgrößtes Geldinstitut private Kunden nicht verschrecken. "Wir planen im Privatkundenbereich keine Negativzinsen. Ich kann mir das auch nicht vorstellen", sagte Zielke.

KUNDENZAHL UM 485 000 GESTIEGEN

Im Privatkundengeschäft hatte die Bank ihre Offensive vor zwei Jahren gestartet. Bis Ende Oktober 2014 erhöhte sich seitdem die Kundenzahl um etwa 485 000. Die Ziele von mehr als 500 Millionen Euro an operativem Gewinn und eines Kundenwachstums um eine Million bis Ende 2016 rückten näher, sagte Zielke. In den ersten neun Monaten dieses Jahres verdiente Zielkes Sparte operativ 350 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 164 Millionen Euro. Besonders gut liefen zuletzt Baufinanzierungen. Künftig sollen auch neue Angebote der Vermögensverwaltung etwas weniger betuchten Kunden angeboten werden./fko/ceb/enl/ben/DP/mmb

21.12.2014

POLITIK: Prüfer schmuggeln Waffen durch Kontrolle des Frankfurter Flughafens

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei verdeckten Kontrollen an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt hat die EU-Kommission nach einem Medienbericht erhebliche Sicherheitsrisiken aufgedeckt. Den Prüfern sei es bei jedem zweiten Versuch gelungen, Waffen oder gefährliche Gegenstände durch die Passagierkontrolle zu schmuggeln, schreibt "Bild am Sonntag" (BamS). Als Hauptgrund für die Probleme nenne der als geheim eingestufte Prüfbericht schlecht geschultes Personal der beauftragten Dienstleister. So hätten die Mitarbeiter etwa die Röntgenbilder bei den Handgepäck-Kontrollen nicht richtig deuten können.

Die EU-Kommission bestätigte, dass es regelmäßig Sicherheitstests an Europas Flughäfen gebe. Der Sprecher in Brüssel wollte die Ergebnisse einzelner Flughäfen aber nicht kommentieren.

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte der Zeitung: "Wir haben Sofortmaßnahmen eingeleitet, um die Sicherheit der Passagiere wieder zu gewährleisten." Das erkläre auch die gegenwärtig längeren Wartezeiten. Der Sprecher der EU-Kommission erläuterte, sollten Tests Sicherheitsmängel aufzeigen, müssten die Staaten dafür sorgen, dass nachgebessert werde und Mängel schnell beseitigt würden.

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte die Flughafengesellschaft Fraport, dass Frankfurt wie auch einige andere europäische Airports zu Nachbesserungen bei der Sicherheit aufgefordert worden seien.

Fraport-Sprecher Christopher Holschier sagte der dpa, zwei Firmen kontrollierten die Passagiere am Frankfurter Airport: I-SEC und die Flughafengesellschaft selbst. Allein bei Fraport sei eine Nachschulung von 2500 Mitarbeitern eingeleitet worden. Die Trainer seien auch verstärkt bei den Kontrollen selbst dabei. Arbeitsrechtliche Konsequenzen seien derzeit nicht vorgesehen.

Die Bundespolizei mache mehrmals im Monat unangekündigt und verdeckt sogenannte Realtests, damit Fehler erkannt und abgestellt werden könnten. "Die Ergebnisse werden nicht öffentlich gemacht", sagte Fraport-Sprecher Holschier. In deutlich größeren Abständen gebe es auch auf nationaler und EU-Ebene solche Kontrollen der Kontrollen.

Für die eigentliche Schulung des Personals der Passagierkontrollen sind nach Holschiers Worten 196 Stunden vorgeschrieben. Die Bundespolizei formuliere die Anforderungen und nehme den Abschlusstest ab. Die neuen Nachschulungen dauerten acht bis zehn Stunden.

Der "BamS" zufolge droht die EU-Kommission damit, den Flughafen als "Non-Schengen-Airport" einzustufen, sollten die Maßnahmen nicht greifen. Dann müssten sich Flugreisende in Frankfurt bei der Einreise in andere EU-Länder einer erneuten Sicherheitskontrolle unterziehen. Branchenkenner halten dies nur im Extremfall für wahrscheinlich.

Im Februar hatte der Frankfurter Flughafenchef Stefan Schulte der dpa gesagt, neue Technik könnte die Kontrollen beschleunigen und angenehmer machen. Dabei bezog er sich etwa auf neuartige Körperscanner, die auch nicht-metallische, potenziell gefährliche Gegenstände erkennen könnten und das Abtasten von Passagieren unnötig machen würden./sem/DP/mmb

21.12.2014

ROUNDUP/Presse: Telekom spricht mit Springer über T-Online-Verkauf

BONN/BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom will Medienberichten zufolge ihr Internet-Nachrichtenportal T-Online verkaufen und spricht darüber mit dem Axel-Springer-Verlag. Die Verhandlungen zwischen den Bonnern und den Berlinern seien aber noch in einem sehr frühen Stadium, schrieb die "Wirtschaftswoche". Sprecher des Verlages und der Telekom wollten dies am Wochenende auf Anfrage zunächst nicht kommentieren.

Auch der "Spiegel" berichtete über einen möglichen Deal zwischen den beiden Unternehmen. Dort hieß es unter Verweis auf Telekom-Kreise, dass der ehemalige Staatskonzern allerdings keinerlei Druck habe, das Geschäft zu verkaufen. T-Online erwirtschafte rund 100 Millionen Euro Umsatz und einen ein- bis zweistelligen Millionengewinn.

Der erfolgreiche Verkauf der Scout24-Gruppe werde innerhalb des Telekom-Konzerns als Maßstab gesehen - zum Billigstpreis abgeben werde man T-Online sicher nicht. Zu den Interessenten an Scout24 hatte zwischenzeitlich ebenfalls Axel Springer gehört.

T-Online ist laut den Berichten mit derzeit rund 374 Millionen Besuchern pro Monat Deutschlands mit Abstand meistbesuchtes Nachrichten- und Unterhaltungsportal im Internet. Es folgen Ebay auf Rang zwei sowie bild.de von Springer auf Platz drei.

Eine Übernahme von T-Online würde nach Einschätzung von Branchenbeobachtern in das Konzept von Springer passen, sich auf den Online-Bereich zu konzentrieren. Eine Verbindung der besonders reichweitenstarken Portale T-Online und bild.de unter einem unternehmerischen Dach würde aber wahrscheinlich sehr gründlich vom Bundeskartellamt geprüft, schrieb die "Wirtschaftswoche"./rs/iy/jap/zb/DP/mmb

21.12.2014

ROUNDUP 2/Daimler-Vorstand Weber: Kooperationen bei Batterietechnik sinnvoll

(Neu: Finanzvorstand zu Rückstellungen für Kartellverfahren)

STUTTGART (dpa-AFX) - Mit Blick auf die angekündigte Batteriefabrik des Elektroauto-Pioniers Tesla in Deutschland zeigt sich Daimler offen für Kooperationen. "Vielleicht muss man darüber nachdenken, ob es wirklich sinnvoll ist, wenn jeder für sich eine Fabrik aufmacht", sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Hier könnte es schon Sinn machen, speziell auf dem Feld der Batteriezellen-Produktion die Kräfte zu bündeln." Tesla-Chef Elon Musk hatte jüngst angekündigt, in fünf oder sechs Jahren eine eigene Fabrik in Deutschland errichten zu wollen.

Daimler hatte im November das Aus der einzigen deutschen Batteriezellenfabrik für Elektroautos bekanntgegeben. Bei der Daimler-Tochter Li-Tec im sächsischen Kamenz soll die Produktion von Batteriezellen im Dezember 2015 eingestellt werden.

Auch das Thema der Kartellvorwürfe der EU-Kommission im Lkw-Geschäft beschäftigt den Autobauer weiter. Nach Einschätzung von Finanzchef Bodo Uebber reichen die am Donnerstag um 600 Millionen Euro erhöhten Rückstellungen aus, um eine drohende Strafe wegen möglicher Kartellverstöße begleichen zu können. "Wir gehen davon aus, dass mit der Erhöhung der Rückstellungen eine angemessene Risikovorsorge getroffen wurde", sagte Uebber der "Börsen-Zeitung" (Samstag).

Die EU-Kommission verdächtigt eine Reihe großer Lkw-Hersteller wie Volvo , Daimler oder die Volkswagen -Tochter MAN , sich bei Preisen untereinander abgesprochen und Informationen ausgetauscht zu haben.

In den Bau von Batteriesystemen will Daimler kräftig investieren. Batteriesysteme beinhalten unter anderem die Steuerungselektronik und die Hülle für die Batterie. Die nötigen Zellen wollen die Schwaben zukaufen, sobald die eigene Produktion ausläuft.

Ein Dauerzustand muss das aber nicht bleiben: "Es könnte Sinn machen, bereits jetzt den Fokus auf die nächste Generation der Batteriezelltechnologie zu legen", sagte Weber. "Wenn dann die Stückzahlen für Elektroautos entsprechend hoch sind, müssen die Zellen ja nicht zwingend aus Asien kommen."

Tatsächlich haben die Asiaten auf dem Feld derzeit international die Nase vorn. Hersteller wie der südkoreanische Elektronikkonzern LG, der japanische Panasonic-Konzern oder Toshiba haben inzwischen die Führung in der Akku-Technologie übernommen.

Batterietechnik ist für Autobauer ein wichtiger Schlüssel bei der Einführung von Elektroautos. Die Batterien sollen leistungsfähiger werden und somit die Reichweite steigern. Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen sehen, derzeit sind erst rund 25 000 zugelassen.

"Die Rahmenbedingungen sind aktuell nicht unbedingt förderlich für die Technologie", kritisierte Weber. Er hält daher auch politische Unterstützung für nötig. "Wir müssen das auch über Anreizsysteme unterstützen - wie etwa freie Parkplätze, Benutzung der Busspur und steuerliche Anreize. Wichtig ist, dass die Kommunen diese Ideen jetzt auch aufgreifen und umsetzen."

E-Autos sind vor allem für Oberklasse-Hersteller wie Daimler, Audi und BMW wichtig, um die strengeren CO2-Vorgaben der EU einhalten zu können. Von 2021 an gilt ein Durchschnittswert von höchstens 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro gefahrenem Kilometer für Neuwagen in Europa.

Weil größere Autos etwas mehr verbrauchen dürfen, liegt Daimlers spezifisches Ziel bei etwa 100 Gramm CO2 pro Kilometer. In diesem Jahr wird der schwäbische Autobauer den Wert seiner Flotte in Europa um vier Gramm auf 130 Gramm senken, wie Weber ankündigte.

Künftig setzt Daimler dazu ebenso wie die Konkurrenz stärker auf Plug-in-Hybride, die Verbrennungsmotor und Elektroantrieb kombinieren. "Bis 2020 wird in jeder Baureihe ein Plug-in-Hybrid verfügbar sein", sagte Weber. "Auch bei den Kompakten, die bei den CO2-Werten schon weit sind, werden wir Plug-in-Hybride brauchen."/lan/hal/DP/mmb

21.12.2014

Abzockvorwürfe: Millionenstrafe für US-Tochter der Telekom

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die amerikanischen Wettbewerbshüter ziehen die Telekom-Tochter T-Mobile US wegen Vorwürfen der Kundenabzocke zur Rechenschaft. Die Aufsichtsbehörde FTC meldete am Freitag eine Einigung auf eine Strafe, die T-Mobile mindestens 90 Millionen Dollar (74 Mio Euro) kosten wird. Im Juli hatte die FTC geklagt.

Der Telekom-Tochter wird vorgeworfen, ihre Kunden mit kostenpflichtigen SMS-Diensten betrogen zu haben. Sie soll nicht bestellte SMS-Abos von Drittanbietern in Rechnung gestellt haben, obwohl es schon früh Anzeichen für Betrug gegeben habe. Es geht um Flirt-Tipps, Horoskope oder Promi-Nachrichten. T-Mobile habe an den Gebühren mitverdient und "Hunderte Millionen Dollar" gemacht, so die FTC.

T-Mobile-Chef John Legere hatte die Vorwürfe damals abgestritten und der Behörde Lobbyarbeit im Sinne der großen US-Wettbewerber vorgeworfen. Die Telekom-Tochter ist die Nummer vier der Branche in den USA und setzt die Marktführer AT&T und Verizon durch günstigere Tarife unter Druck./hbr/DP/mmb

21.12.2014

Staples: Mehr als eine Million Daten von Hackerangriff betroffen

FRAMINGTON (dpa-AFX) - Die US-Büroartikel-Kette Staples hat einen großen Diebstahl von Kundendaten eingeräumt. Bei einer Hackerattacke könnten zwischen Juli und September die Daten von etwa 1,16 Millionen Kreditkarten erbeutet worden sein, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Angreifer hätten bislang nicht festgestellt werden können.

115 der insgesamt 1400 Filialen in Amerika dürften den Ermittlungen zufolge von dem Cyberangriff betroffen gewesen sein. Kunden, die im entsprechenden Zeitraum in einem der Geschäfte eingekauft haben, forderte Staples auf, ihre Kontoauszüge zu überprüfen und ihre Kreditkartenanbieter zu informieren.

Der Staples-Vorfall ist nur der jüngste in einer Serie von großen Hackerattacken auf US-Unternehmen. Die Heimwerker-Kette Home Depot und der Warenhauskonzern Target waren in diesem Jahr noch in deutlich stärkerem Ausmaße als Staples angegriffen worden. Auch die Großbank JPMorgan wurde im Sommer Opfer von Cyber-Kriminalität./hbr/DP/mmb

21.12.2014

Autobauer treiben Forschung voran - E-Mobilität und vernetztes Fahren

BERLIN (dpa-AFX) - Im Wettstreit mit der globalen Konkurrenz stecken die deutschen Autobauer immer höhere Milliardensummen in Forschung und Entwicklung. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Sonntag in Berlin berichtete, stiegen die weltweit eingesetzten Mittel 2013 im Vergleich zu 2012 insgesamt um rund 7 Prozent auf 29,6 Milliarden Euro. Zahlen für das nun auslaufende Jahr nannte der VDA noch nicht.

Etwa 93 000 Beschäftigte bei Autoherstellern und Zulieferern arbeiteten in der Forschung und Entwicklung (FuE). "Das ist jeder vierte FuE-Beschäftigte der gesamten deutschen Wirtschaft", sagte Verbandschef Matthias Wissmann laut einer Mitteilung.

Zu den wichtigsten Aktivitäten gehörten dabei das vernetzte und automatisierte Fahren, aber auch alternative Antriebsmethoden wie die Elektromobilität sowie die Optimierung normaler Verbrennungsmotoren. Die Forschungsausgaben dürften weiterhin steigen, schätzte Wissmann.

Die heimischen Standorte sind für die Branche nach VDA-Angaben bei der Erforschung und Erprobung von Zukunftstechnologien entscheidend: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) aller Investitionen entfallen auf Deutschland, wohingegen nur etwa ein Drittel der weltweiten Pkw-Produktion deutscher Konzernmarken im Inland angesiedelt ist. Die Autobauer stemmen in Deutschland laut VDA auch rund ein Drittel der Forschungs- und Entwicklungsausgaben der gesamten Wirtschaft./jap/DP/mmb

19.12.2014

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Billiggeld sorgt weiter für gute Stimmung

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der US-Notenbank hat die Wall Street auch am Freitag angeschoben. Nach zwei sehr starken Tagen ließ der Schwung allerdings nach. Der Dow Jones Industrial näherte sich mit einem Plus von 0,15 Prozent auf 17 804,80 Punkte weiter seinem Rekordhoch bei 17 991 Punkten vom 5. Dezember. Zwischenzeitlich war der US-Leitindex um mehr als 900 Punkte von seiner Bestmarke zurückgefallen. Auf Wochensicht legte das Börsenbarometer um gut drei Prozent zu.

Für den breit gefassten S&P-500-Index ging es am Freitag um 0,46 Prozent auf 2070,65 Punkte nach oben, und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,33 Prozent auf 4281,78 Punkte.

NEUES LEBEN DURCH US-NOTENBANK

Nachdem die Sorgen um eine schneller als gedachte Leitzinserhöhung in den USA und die jüngsten Finanzmarktturbulenzen in Russland den Aktienmarkt in der ersten Dezemberhälfte stark belastet hatten, hauchte ihm die US-Notenbank Fed zur Wochenmitte neues Leben ein. Man könne bei der Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" sein, bekräftigten die Währungshüter ihr Niedrigzins-Versprechen. Die Investoren atmeten auf. Die Risikoscheu der Anleger habe spürbar abgenommen, beschrieb ein Händler die Stimmung der vergangenen Tage.

Die Papiere des Ölkonzerns Chevron Corp. schoben sich mit einem Plus von 3,58 Prozent an die Spitze des Dow Jones. Sie profitierten ebenso wie die Titel des Konkurrenten ExxonMobil von der deutlichen Erholung der Ölpreise. Die Aktien von ExxonMobil verteuerten sich um 2,72 Prozent.

NIKE-AKTIEN UNTER DRUCK

Für die Papiere von General Electric ging es um fast zwei Prozent nach oben. Zuvor hatten die Aktionäre des französischen Alstom-Konzerns den Weg für die Teilübernahme durch den Siemens-Rivalen frei gemacht.

Nike-Aktien waren nach Quartalszahlen mit einem Minus von 2,31 Prozent Schlusslicht im US-Leitindex. Der Sportartikelhersteller hatte zwar Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, jedoch stellte die Auftragslage die Analysten nicht zufrieden.

Die Papiere des Smartphone-Konzerns Blackberry schlossen nach Geschäftszahlen 0,79 Prozent tiefer. Enttäuscht hatte vor allem der Umsatzrückgang des Unternehmens./mis/jha/

19.12.2014

Aktien New York Schluss: Lockere US-Geldpolitik sorgt weiter für gute Stimmung

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der US-Notenbank hat die Wall Street auch am Freitag angeschoben. Nach zwei sehr starken Tagen ließ der Schwung allerdings nach. Der Dow Jones Industrial näherte sich mit einem Plus von 0,15 Prozent auf 17 804,80 Punkte weiter seinem Rekordhoch bei 17 991 Punkten vom 5. Dezember. Zwischenzeitlich war der US-Leitindex um mehr als 900 Punkte von seiner Bestmarke zurückgefallen. Auf Wochensicht legte das Börsenbarometer um gut drei Prozent zu.

Für den breit gefassten S&P-500-Index ging es am Freitag um 0,46 Prozent auf 2070,65 Punkte nach oben, und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,33 Prozent auf 4281,78 Punkte./mis/jha/

19.12.2014

ROUNDUP/Aktien New York: Wall Street schnauft durch nach Rally

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat nach ihrem rasanten Anstieg seit der Wochenmitte am Freitag ruhigere Töne angeschlagen. Die Aussicht auf fortgesetzte Minizinsen der US-Notenbank Fed stützte allerdings nach wie vor. Der Dow Jones Industrial stand zuletzt prozentual unverändert bei 17 778,92 Punkten. Auf Wochensicht liegt der US-Leitindex bisher fast drei Prozent im Plus.

Für den breit gefassten S&P 500 ging es am Freitag um 0,16 Prozent auf 2064,50 Punkte nach oben, und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,23 Prozent auf 4277,52 Punkte.

Die Risikoscheu der Anleger habe spürbar abgenommen, beschrieb ein Händler die Stimmung. Die Angst vor einer überraschend frühen Zinswende in den USA hatte die vergangenen 14 Tage zu einer turbulenten Achterbahnfahrt werden lassen. Zur Wochenmitte hatte die US-Notenbank Fed dann ihr Niedrigzins-Versprechen bekräftigt. Man könne bei der Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" sein. Die Investoren atmeten auf. Zudem haben dem Händler zufolge die Sorgen mit Blick auf die jüngsten Finanzmarktturbulenzen in Russland nachgelassen. Dort entspannte sich die Lage zuletzt etwas.

Für die Papiere von General Electric ging es um 1,09 Prozent nach oben. Zuvor hatten die Aktionäre des französischen Alstom-Konzerns den Weg für die Teilübernahme durch den Siemens-Rivalen frei gemacht.

Die Aktien von Nike waren nach Quartalszahlen mit einem Minus von 2,63 Prozent Schlusslicht im Dow Jones Industrial. Der Sportartikelhersteller hatte zwar Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, jedoch stellte die Auftragslage die Analysten nicht zufrieden.

Die Papiere des Smartphone-Konzerns Blackberry notierten nach Geschäftszahlen 1,14 Prozent tiefer. Enttäuscht hatte vor allem der Umsatzrückgang des Unternehmens./mis

19.12.2014

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax gibt am 'Hexensabbat' leicht nach

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am "Hexensabbat" leicht im Minus geschlossen. An diesem Freitag liefen Optionen und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes aus und sorgten damit für stärkere Kursschwankungen. Der Dax war nach einer festen Eröffnung am Mittag zunächst deutlich ins Minus gedreht, hatte sich dann jedoch zwischenzeitlich klar erholt. Am Ende stand der deutsche Leitindex 0,25 Prozent tiefer bei 9786,96 Punkten. Die Wochenbilanz jedoch weist ein Plus von 2,00 Prozent aus. Der MDax mittelgroßer Werte gewann am Freitag 0,20 Prozent auf 16 769,45 Punkte, wohingegen der TecDax 0,45 Prozent auf 1360,34 Punkte einbüßte.

Gute Nachrichten von der Konjunkturseite hielten die Verluste im Dax in Grenzen: In Deutschland hatte sich die Verbraucherstimmung weiter aufgehellt.

MÄRKTE BLEIBEN SCHWANKUNGSANFÄLLIG

Generell bleibe die Lage an den Märkten aber schwankungsanfällig, wie Experte Daniel Saurenz von Feingold Research meinte. So lasse das Billiggeld der Notenbanken vielen Anlegern mangels Alternativen keine andere Wahl, als ihr Geld am Aktienmarkt anzulegen.

Wie nachhaltig dies sei, dürften Anleger ab Januar sehen. "Dann werden die Karten neu gemischt, und mancher Konzern muss zeigen, ob er das schwache Wachstum in Europa und Asien sowie den Einbruch in Russland so locker wegsteckt, wie es Dax und Dow gerade vermuten lassen", sagte Saurenz.

BASF UND RWE UNTER DRUCK

BASF-Aktien gerieten wegen des geplatzten Tauschs von milliardenschweren Unternehmensteilen mit dem russischen Energieriesen Gazprom unter Verkaufsdruck und notierten 1,57 Prozent tiefer bei 69,52 Euro.

RWE-Titel sackten um 2,63 Prozent ab. Nach dem gescheiterten BASF/Gazprom-Deal gehe nun die Furcht um, dass RWE Vergleichbares drohe, sagte ein Händler. Womöglich wanke nun der Verkauf der RWE-Tochter Dea an einen russischen Großinvestor sowie eine Übernahme von Gasspeichern durch Gazprom.

LUFTHANSA AM DAX-ENDE

Auch die Papiere der Lufthansa hinkten dem Dax deutlich hinterher und fielen am Index-Ende um rund dreieinhalb Prozent. Händler verwiesen auf eine erneute Gewinnwarnung des Wettbewerbers Air France-KLM . Die französisch-niederländische Fluggesellschaft musste wegen eines Pilotenstreiks und einer schwachen Entwicklung bei Langstreckenflügen die Gewinnziele für das laufende Jahr zum dritten Mal senken. Die Probleme mit den Kosten und Streiks gebe es auch bei der Lufthansa, sagte ein Börsianer.

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,53 Prozent auf 3141,28 Punkte. Der Pariser Leitindex gab etwas weniger deutlich nach, wohingegen der Londoner FTSE 100 um mehr als ein Prozent anzog. An der Wall Street in New York bewegte sich der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss kaum vom Fleck.

EURO FÄLLT

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,52 (Vortag: 0,50) Prozent. Der Rentenindex Rex verlor 0,11 Prozent auf 139,25 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,21 Prozent auf 155,15 Punkte. Der Kurs des Euro fiel und notierte zuletzt bei 1,2229 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2279 (Donnerstag: 1,2285) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8144 (0,8140) Euro./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

19.12.2014

WOCHENAUSBLICK: Gute Aussichten für fröhliches Weihnachtsfest am Aktienmarkt

FRANKFURT (dpa-AFX) - In der stark verkürzten Handelswoche vor Weihnachten könnte der Dax in Trippelschritten weiter nach oben klettern. Das Billiggeld der Notenbanken sorgt derzeit für gute Stimmung am Aktienmarkt. Erst am vergangenen Mittwoch hatte die US-Notenbank Fed ihr Niedrigzins-Versprechen bekräftigt und damit die zuletzt nervösen Märkte beruhigt.

Allerdings gibt es auch Unruheherde, die das Zeug haben, erneut für Turbulenzen zu sorgen. Während die Probleme Russlands wieder etwas in den Hintergrund gerückt sind, droht Griechenland ein Rückfall in Krisenzeiten - mit entsprechenden Konsequenzen auch für den deutschen Aktienmarkt.

GELDPOLITIK ALS KURSTREIBER

Optimistisch bleibt Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research: Die enorm hohe Liquidität drücke die Zinsen in den Keller und lasse vielen Investoren mangels Alternativen keine andere Wahl, als ihr Geld in Aktien anzulegen. Nur deshalb schwinge sich der Dax zu Weihnachten Richtung 10 000 Punkte auf. Bereits den Kurssturz auf gut 9200 Punkte in der alten Woche hätten die Anleger mit einer massiven Weihnachtsrally beantwortet. Damit könnte das Anfang Dezember bei 10 093 Punkten erklommene Rekordhoch wieder langsam in Sichtweite rücken.

Auch Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba sieht die Geldpolitik als Treiber: "Wie gut, dass es die Notenbanken gibt, die zumindest zeitweise den Anlegern einen Teil ihrer Sorgen nehmen können." Die Europäische Zentralbank versuche schon seit längerem, die Anleger mit Maßnahmen a la Fed bei Laune zu halten. Da zum Jahreswechsel die zweite und womöglich auch eine dritte Runde der griechischen Präsidentschaftswahlen anstehen, schade die Aussicht auf baldige Staatsanleihekäufe sicher nicht.

US-KONJUNKTURDATEN AM DIENSTAG

Anleger blicken in der neuen Woche deshalb gespannt nach Athen, waren doch die Sorgen um Griechenland jüngst wieder aufgeflammt. Die Wahl eines neuen griechischen Staatspräsidenten war im ersten Anlauf gescheitert. Sollte auch der zweite Wahlgang am Dienstag ohne Ergebnis bleiben, wird am 29. Dezember nochmals abgestimmt. Sollte auch dann niemand gewählt werden, müssen vorgezogene Wahlen stattfinden. Das Land könnte ausgerechnet in der letzten Phase seines Konsolidierungsprogramms in eine lange Periode lähmender politischer Komplikationen fallen.

Darüber hinaus stehen in der neuen Woche einige interessante Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda. Dabei dürften vor allem am Dienstag die Aufträge für langlebige Güter die Aktienkurse bewegen, schrieben die Analysten der Commerzbank. Die Experten sind positiv gestimmt: Die US-Industrie profitiere derzeit von einer starken Nachfrage sowohl seitens der Konsumenten als auch der Unternehmen. Den Verbrauchern bleibe wegen des Ölpreisverfalls mehr Geld im Portemonnaie, und die Unternehmen investierten mehr, da immer mehr an ihre Kapazitätsgrenzen stießen.

ZALANDO AB MONTAG IM SDAX

Ansonsten dürfte die neue Woche hierzulande ruhig verlaufen. Die Börse in Frankfurt bleibt ab Mittwoch geschlossen und öffnet erst wieder am 29. Dezember.

Am Montag richten sich die Blicke noch auf die Hornbach Holding . Die Gruppe mit ihren Baumarkt-Aktivitäten sowie der Immobiliensparte und der Baustoff Union präsentiert ihre Neunmonatszahlen. Ebenfalls zu Wochenbeginn kommt es zu einem Stühlerücken im SDax der kleineren Werte: Der erst seit kurzem an der Börse notierte Online-Modehändler Zalando nimmt den Platz des Spezialisten für energieeffiziente Gebäudetechnik Centrotec Sustainable ein./la/mis/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

19.12.2014

ROUNDUP/Aktien New York: Lockere US-Geldpolitik sorgt weiter für gute Stimmung

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat nach ihrem rasanten Anstieg seit der Wochenmitte am Freitag ruhigere Töne angeschlagen. Die Aussicht auf fortgesetzte Minizinsen der US-Notenbank Fed stützte allerdings nach wie vor. Der Dow Jones Industrial stand im frühen Handel 0,17 Prozent höher bei 17 808,39 Punkten. Für den breit gefassten S&P 500 ging es um 0,31 Prozent auf 2067,66 Punkte nach oben, und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,24 Prozent auf 4278,24 Punkte.

Die Risikoscheu der Anleger habe spürbar abgenommen, beschrieb ein Händler die Stimmung. Die Angst vor einer überraschend frühen Zinswende in den USA hatte die vergangenen 14 Tage zu einer turbulenten Achterbahnfahrt werden lassen. Zur Wochenmitte hatte die US-Notenbank Fed dann ihr Niedrigzins-Versprechen bekräftigt. Man könne bei der Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" sein. Die Investoren atmeten auf.

Zudem haben dem Händler zufolge die Sorgen mit Blick auf die jüngsten Finanzmarktturbulenzen in Russland nachgelassen, nachdem sich die Lage etwas entspannt habe. Für Schwankungen könnte an diesem Freitag noch der sogenannte "Hexensabbat" sorgen, an dem vierteljährlich Optionen und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes auslaufen.

Für die Papiere von General Electric ging es um 0,40 Prozent nach oben. Zuvor hatten die Aktionäre des französischen Alstom-Konzerns den Weg für die Teilübernahme durch den Siemens-Rivalen frei gemacht.

Die Aktien von Nike waren nach Quartalszahlen mit einem Minus von rund vier Prozent abgeschlagenes Schlusslicht im Dow Jones Industrial. Der Sportartikelhersteller hatte zwar Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, jedoch stellten die Aufträge zur späteren Auslieferung die Analysten nicht zufrieden.

Der Smartphone-Konzern Blackberry enttäuschte die Anleger mit der Umsatzentwicklung im angelaufenen Geschäftsquartal. Der Kurs knickte um gut fünf Prozent ein./mis/jha/

19.12.2014

Aktien New York: Lockere Geldpolitik sorgt weiter für gute Stimmung

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat nach ihrem rasanten Anstieg seit der Wochenmitte am Freitag ruhigere Töne angeschlagen. Die Aussicht auf fortgesetzte Minizinsen der US-Notenbank Fed stützt allerdings weiterhin. Der Dow Jones Industrial stand im frühen Handel 0,20 Prozent höher bei 17 813,40 Punkten. Für den breit gefassten S&P 500 ging es um 0,38 Prozent auf 2069,12 Punkte nach oben, und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,28 Prozent auf 4278,94 Punkte.

Die Risikoscheu der Anleger habe spürbar abgenommen, beschrieb ein Händler die Stimmung am Aktienmarkt. Die Angst vor einer überraschend frühen Zinswende in den USA hatte die vergangenen 14 Tage zu einer turbulenten Achterbahnfahrt werden lassen. Zur Wochenmitte hatte die US-Notenbank Fed dann ihr Niedrigzins-Versprechen bekräftigt. Man könne bei der Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" sein. Die Investoren atmeten auf.

Zudem haben dem Händler zufolge die Sorgen mit Blick auf die jüngsten Finanzmarktturbulenzen in Russland nachgelassen, nachdem sich die Lage etwas entspannt habe. Für Schwankungen könnte an diesem Freitag noch der sogenannte "Hexensabbat" sorgen, an dem vierteljährlich Optionen und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes auslaufen./mis/jha/

19.12.2014

Aktien New York Ausblick: Lockere Geldpolitik stützt weiter

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aussicht auf fortgesetzte Minizinsen der US-Notenbank Fed sorgt an der Wall Street weiter für gute Stimmung. Der US-Aktienmarkt dürfte am Freitag mit moderaten Aufschlägen an die Gewinne seit der Wochenmitte anknüpfen. Der Future auf den Dow Jones Industrial stand gut eine halbe Stunde vor dem Börsenstart 0,11 Prozent höher. Der US-Leitindex nimmt also sein am 5. Dezember im Verlauf bei 17 991 Punkten erreichtes Rekordhoch ins Visier. Der Terminkontrakt auf den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 stieg am Freitag um 0,19 Prozent.

Die Anleger hätten ihre Risiko-Scheu wieder beiseite gelegt, sagte ein Marktbeobachter. Die Angst vor einer überraschend frühen Zinswende in den USA hatte die vergangenen 14 Tage zu einer turbulenten Achterbahnfahrt werden lassen. Erst nachdem die US-Notenbank ihren weiterhin sehr lockeren Geldpolitik-Stil am Mittwoch bekräftigt hatte, konnten die Märkte wieder aufatmen.

Nach dem scheinbar ungebremsten Absturz seit Anfang Dezember, ging es in den vergangenen zwei Tagen an der Wall Street wieder steil aufwärts. Allein am Donnerstag hatte der Leitindex knapp zweieinhalb Prozent zugelegt. Aktuell beträgt das Wochenplus im Dow Jones nahezu drei Prozent, nachdem das Börsenbarometer in der vergangenen Woche fast vier Prozent verloren hatte.

Noch immer spielten zwar auch die Probleme in Russland am US-Markt eine Rolle, sagte Analyst Jasper Lawler vom Broker CMC Markets. Doch die zuletzt erfolgreichen Eingriffe der russischen Zentralbank hätten die Sorgen etwas legen können. Für etwas Schwankungen könnte an diesem Freitag noch der sogenannte "Hexensabbat" sorgen, an dem vierteljährlich Optionen und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes auslaufen. Von Konjunkturseite dürfte es dagegen ruhig bleiben.

Bei den Einzelwerten richten sich die Blicke auf den Smartphone-Konzern Blackberry . Dessen Papiere sackten im vorbörslichen US-Handel um rund sechs Prozent ab, nachdem das Unternehmen die Umsatzerwartungen verfehlt hatte.

Nike hatte seine Bilanz für sein zweites Geschäftsquartal bereits am Vorabend präsentiert. Der Sportartikelhersteller hatte zwar Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, jedoch stellten die Aufträge zur späteren Auslieferung die Analysten nicht zufrieden. Sie waren durch die schleppende Nachfrage in Europa und Schwellenländern belastet. Nike-Titel verloren vorbörslich rund zwei Prozent.

Zudem einen Blick wert sind auch die Papiere von General Electric . Die Aktionäre des französischen Alstom-Konzerns haben ihr Einverständnis für die Teilübernahme durch den Siemens-Rivalen gegeben./tav/la/mis

19.12.2014

Aktien Frankfurt: Dax schwächer am Hexensabbat

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am "Hexensabbat" schwächer tendiert. Der Dax drehte nach einer festen Eröffnung am Freitagmittag ins Minus. Am Nachmittag stand der Leitindex zuletzt 0,94 Prozent tiefer bei 9718,74 Punkten und damit fast auf seinem Tagestief. Am Donnerstag war der Dax noch um nahezu 3 Prozent nach oben geschossen.

Händler verwiesen auf den heutigen Hexensabbat, an dem vierteljährlich Optionen und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes auslaufen und immer wieder für stärkere Kursschwankungen sorgen. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 0,06 Prozent auf 16 724,85 Punkte. Der TecDax büßte 0,67 Prozent auf 1357,34 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um 1,24 Prozent.

Gute Nachrichten kamen von Konjunkturseite: In Deutschland hat sich die Verbraucherstimmung weiter aufgehellt. Das vom Forschungsunternehmen GfK für Januar erhobene Konsumklima stieg um 0,3 Punkte auf 9,0 Zähler. Das ist der höchste Stand seit Dezember 2006. Bankvolkswirte hatten mit 8,8 Punkten gerechnet. "Die fallenden Ölpreise und die damit rückläufige Inflation sowie die stabile Lage am Arbeitsmarkt stärken die Kaufkraft der Konsumenten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

EXPERTE: AKTIENMARKT BLEIBT SCHWANKUNGSANFÄLLIG

Generell bleibt die Lage an den Märkten aber schwankungsanfällig, wie Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research meint. So lasse das Billiggeld der Notenbanken vielen Anlegern mangels Alternativen keine andere Wahl, als ihr Geld am Aktienmarkt anzulegen. Doch wie nachhaltig dies sei, dürften Anleger ab Januar sehen. "Dann werden die Karten neu gemischt und mancher Konzern muss zeigen, ob er das schwache Wachstum in Europa und Asien sowie den Einbruch in Russland so locker wegsteckt, wie es DAX und Dow gerade vermuten lassen", sagte Saurenz.

BASF-Aktien gerieten wegen des geplatzten Tauschs von Unternehmensteilen mit dem russischen Energieriesen Gazprom unter Verkaufsdruck und notierten 2,38 Prozent tiefer. Das Aus für den geplanten Deal des deutschen Chemiekonzerns hätte man angesichts der jüngsten Entwicklung erwarten können, hilfreich für die Aktie sei die Entwicklung dennoch nicht, kommentierte ein Händler.

GEWINNWARNUNG VON AIR FRANCE BELASTET LUFTHANSA

RWE-Titel sackten um 3,17 Prozent ab. Nach dem gescheiterten BASF/Gazprom-Deal gehe nun die Furcht um, dass RWE vergleichbares drohe, sagte ein Händler. Womöglich wanke nun der Verkauf der RWE-Tochter Dea an einen russischen Großinvestor sowie eine Übernahme von Gasspeichern durch Gazprom.

Auch die Papiere der Lufthansa hinkten mit einem Minus von 3,21 Prozent dem Dax deutlich hinterher. Händler verwiesen auf eine erneute Gewinnwarnung des Wettbewerbers Air France-KLM . Die französisch-niederländische Fluggesellschaft musste wegen eines Pilotenstreiks und einer schwachen Entwicklung bei Langstreckenflügen die Gewinnziele für das laufende Jahr zum dritten Mal senken. Die Probleme mit den Kosten und Streiks gebe es auch bei der Lufthansa, sagte ein Börsianer.

Mit einem Kursabschlag von 11 Prozent zeigten sich die Aktien von Morphosys sehr schwach. Der Partner Roche hat das Ende seines Entwicklungsprogramms mit Gantenerumab bekanntgegeben. Bei dem Alzheimer-Mittel haben MorphoSys und der Schweizer Pharmakonzern seit dem Jahr 2000 zusammengearbeitet./edh/stb

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

19.12.2014

Aktien Frankfurt: Dax dreht am Hexensabbat ins Minus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer festen Eröffnung hat der Dax am Freitagmittag ins Minus gedreht. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,22 Prozent tiefer bei auf 9789,84 Punkten, nachdem er am Vortag um nahezu 3 Prozent nach oben geschossen war. Händler verwiesen auf den heutigen "Hexensabbat", an dem vierteljährlich Optionen und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes auslaufen und immer wieder für stärkere Kursschwankungen sorgen. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 0,33 Prozent auf 16 790,28 Punkte, während der TecDax 0,37 Prozent auf 1361,52 Punkte verlor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um 0,78 Prozent.

Gute Nachrichten kamen von Konjunkturseite: In Deutschland hat sich die Stimmung der Verbraucher weiter aufgehellt. Das vom Forschungsunternehmen GfK für Januar erhobene Konsumklima stieg um 0,3 Punkte auf 9,0 Zähler. Das ist der höchste Stand seit Dezember 2006. Bankvolkswirte hatten mit 8,8 Punkten gerechnet. "Die fallenden Ölpreise und die damit rückläufige Inflation sowie die stabile Lage am Arbeitsmarkt stärken die Kaufkraft der Konsumenten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

EXPERTE: AKTIENMARKT BLEIBT SCHWANKUNGSANFÄLLIG

Generell bleibt die Lage an den Märkten aber schwankungsanfällig, wie Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research meint. So lasse das Billiggeld der Notenbanken vielen Anlegern mangels Alternativen keine andere Wahl, als ihr Geld im Aktienmarkt anzulegen. Doch wie nachhaltig dies sei, dürften Anleger ab Januar sehen. "Dann werden die Karten neu gemischt und mancher Konzern muss zeigen, ob er das schwache Wachstum in Europa und Asien sowie den Einbruch in Russland so locker wegsteckt, wie es DAX und Dow gerade vermuten lassen", so Saurenz.

BASF-Aktien gerieten wegen des geplatzten Tauschs von Unternehmensteilen mit dem russischen Energieriesen Gazprom unter Verkaufsdruck und notierten am Dax-Ende 2,52 Prozent tiefer. Das Aus für den geplanten Deal des deutschen Chemiekonzerns hätte man angesichts der jüngsten Entwicklung erwarten können, hilfreich für die Aktie sei die Entwicklung dennoch nicht, kommentierte ein Händler am Morgen.

GEWINNWARNUNG VON AIR FRANCE BELASTET LUFTHANSA

RWE-Titel sackten um 2,21 Prozent ab. Nach dem gescheiterten BASF/Gazprom-Deal gehe nun die Furcht um, dass RWE vergleichbares drohe, sagte ein Händler. Womöglich wanke nun der Verkauf der RWE-Tochter Dea an einen russischen Großinvestor sowie eine Übernahme von Gasspeichern durch Gazprom.

Auch die Papiere der Lufthansa hinkten mit einem Minus von 2,43 Prozent dem Dax deutlich hinterher. Händler verwiesen auf eine erneute Gewinnwarnung des Wettbewerbers Air France-KLM . Die französisch-niederländische Fluggesellschaft musste wegen eines Pilotenstreiks und einer schwachen Entwicklung bei Langstreckenflügen die Gewinnziele für das laufende Jahr zum dritten Mal senken. Die Probleme mit den Kosten und Streiks gebe es auch bei der Lufthansa, sagte ein Börsianer.

Mit einem Kursabschlag von 8,33 Prozent zeigten sich die Aktien von Morphosys sehr schwach. Der Partner Roche hat das Ende seines Entwicklungsprogramms mit Gantenerumab bekanntgegeben. Bei dem Alzheimer-Mittel haben MorphoSys und der Schweizer Pharmakonzern seit dem Jahr 2000 zusammengearbeitet./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

21.12.2014

GESAMT-ROUNDUP/Firmen fürchten um Russland-Geschäft - Fondsmanager optimistisch

BERLIN/MOSKAU (dpa-AFX) - Rubel-Schwäche, Kapitalflucht, Ölpreissturz: Deutsche Unternehmen befürchten drastische Folgen der Wirtschaftsprobleme in Russland - auch für das eigene Geschäft. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor wachsenden Gefahren im Fall einer Rezession in dem Riesenland. "Die Krise der russischen Wirtschaft hinterlässt immer tiefere Bremsspuren im Russland-Geschäft deutscher Unternehmen", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der "Bild am Sonntag".

Nach einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer in Russland unter knapp 300 Firmen müsse fast jeder dritte deutsche Betrieb dort Mitarbeiter entlassen, sollte sich die Lage nicht bessern. "36 Prozent gehen davon aus, Projekte stornieren zu müssen", so Treier.

JEDES ACHTE UNTERNEHMEN DENKT ÜBER RÜCKZUG AUS RUSSLAND NACH

Zehn Prozent der deutschen Unternehmen hätten berichtet, dass sich ihr langjähriger russischer Geschäftspartner gen Asien orientiere. "Immerhin jedes achte Unternehmen erwägt einen Rückzug aus Russland. Der Bruch so mancher Geschäftsbeziehung steht also bevor."

Eine Ursache der Probleme ist neben den Sanktionen des Westens wegen Moskaus Ukraine-Politik der anhaltend schwache Rubel. So muss etwa der Konsumgüterriese Henkel wegen des Währungsverfalls empfindliche Einbußen hinnehmen. "Von den 600 Millionen Euro, die wir in den ersten neun Monaten durch die negativen Wechselkurseffekte an Umsatz verloren haben, kommt ein maßgeblicher Anteil aus der Abwertung des Rubels", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted der "Rheinischen Post".

RUSSLAND-EXPORTE DÜRFTEN BIS JAHRESENDE UM 20 PROZENT SINKEN

Die jüngsten Turbulenzen beim Wechselkurs machen auch deutschen Exporteuren zu schaffen. Weil für in Euro abgerechnete Güter bei schwächerer Auslandswährung weniger in der Kasse bleibt, haben erste Autobauer bereits ihre Verkäufe in Russland gestoppt. Der Chef des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, erwartet bis zum Jahresende einen Rückgang der Russland-Exporte um 20 Prozent.

Auch Handelskonzerne wie die Hamburger Otto-Gruppe sind betroffen. "Wir fahren auf Sicht und müssen unsere Preise flexibel anpassen", sagte Martin Schierer, Chef der Otto Group in Russland, der Deutschen Presse-Agentur. Geplant sei nun eine Preiserhöhung von 10 bis 15 Prozent. Zudem werden geplante Investitionen gestrichen oder gekürzt.

ERINNERUNGEN AN RUBEL-KRISE VON 1998

Robert Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank , fühlt sich an die schwere Rubel-Krise von 1998 erinnert. "Die Sanktionen des Westens entfalten zunehmend verheerende Wirkung. Der verfallene Rubel - drastische russische Leitzinserhöhungen und Währungsinterventionen haben bislang keine Trendwende eingeleitet -, die galoppierende Inflation und der Einbruch der Energiepreise haben das Risiko einer erneuten Staatspleite erhöht", schrieb er in einer Analyse.

Dagegen hält der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, die Schwierigkeiten noch für beherrschbar: "Die russische Volkswirtschaft ist heute besser in der Lage, der steilen Abwertung des Rubels zu widerstehen", sagte er der "Welt am Sonntag". Moskaus Devisenreserven seien hoch, die öffentlichen Schulden verhältnismäßig gering.

FONDSMANAGER SETZEN WEITER AUF RUSSLAND

Auch Fondsmanager legen weiter Geld in Russland an. "Ausgewählte russische Anleihen bleiben unserer Ansicht nach langfristig werthaltig", sagte Daniel Ivascyn, Chefanleger des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Aus einer hohen Volatilität ergäben sich für Invsetoren neue Chancen. Ohnehin halte er die Auswirkungen der aktuellen Währungsturbulenzen "auf das Finanzsystem als Ganzes für begrenzt", sagte Ivascyn.

Weitere Investoren setzen laut "Financial Times" (Samstag) ebenfalls auf die Krise als Chance: Fondsmanager Justin Leverenz von Oppenheimer Funds etwa gehe mit seinem auf Schwellenländer ausgerichteten Fonds weiter in Russland auf Einkaufstour. "Das ganze Jahr über habe ich mehr und mehr gekauft, denn die Preise sind außergewöhnlich", zitiert ihn das Blatt. Ähnlich sieht es sein Lazard-Kollege James Donald. Er habe vergleichbare Entwicklungen bereits erlebt, sagte der Fondsmanager der "FT". "Das sind Situationen, in denen man mutig sein muss."

Relativ optimistisch zeigte sich in der vergangenen Woche auch Commerzbank -Chefvolkswirt Jörg Krämer: "Offenbar hat die russische Wirtschaft schon bisher nicht das Gewicht, die deutsche Wirtschaft nach unten zu ziehen." Ähnlich äußerte sich der Präsident des Maschinenbau-Branchenverbands VDMA, Reinhold Festge: "Russland hat nicht die Kraft, den deutschen Maschinenbau umzuwerfen."/jap/wn/DP/mmb

21.12.2014

Fondsmanager setzen trotz Krise auf Russland

FRANKFURT/LONDON (dpa-AFX) - Trotz des Rubel-Absturzes und der Wirtschaftskrise legen viele Fondsmanager weiter Geld in Russland an. "Ausgewählte russische Anleihen bleiben unserer Ansicht nach langfristig werthaltig", sagte Daniel Ivascyn, Chefanleger des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Aus einer hohen Volatilität ergäben sich für Invsetoren neue Chancen. Ohnehin halte er die Auswirkungen der aktuellen Währungsturbulenzen "auf das Finanzsystem als Ganzes für begrenzt", sagte Ivascyn.

Auch andere Investoren setzen laut "Financial Times" (Samstag) auf die Krise als Chance: Fondsmanager Justin Leverenz von Oppenheimer Funds etwa gehe mit seinem auf Schwellenländer ausgerichteten Fonds weiter in Russland auf Einkaufstour. "Das ganze Jahr über habe ich mehr und mehr gekauft, denn die Preise sind außergewöhnlich", zitiert ihn das Blatt. Ähnlich sieht es sein Lazard-Kollege James Donald. Er habe vergleichbare Entwicklungen bereits erlebt, sagte der Fondsmanager der "FT". "Das sind Situationen, in denen man mutig sein muss."

Zuversichtlich gibt sich auch der Co-Chef der Deutschen Bank , Jürgen Fitschen. Er hält Russlands Schwierigkeiten noch für beherrschbar: "Die russische Volkswirtschaft ist heute besser in der Lage, der steilen Abwertung des Rubels zu widerstehen", sagte er der "Welt am Sonntag". Moskaus Devisenreserven seien hoch, die öffentlichen Schulden verhältnismäßig gering./mmb

21.12.2014

Weihnachtsgeschäft: Winterkleidung als Ladenhüter, Möbel gefragt

BERLIN (dpa-AFX) - Drei Tage vor Heiligabend ziehen die Einzelhändler in Deutschland eine gemischte Bilanz des bisherigen Weihnachtsgeschäfts. Während die milden Temperaturen der Textil- und Sportartikelbranche zusetzen, weil warme Kleidung und Wintersportartikel liegen bleiben, sind die Anbieter von Möbeln, Unterhaltungselektronik und Spielwaren zufrieden. "Die Innenstädte sind weiterhin die Einzelhandelsstandorte Nummer eins, stehen jedoch wie im Vorjahr erheblich unter Druck", resümierte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), am Sonntag in Berlin.

Nach Erkenntnissen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK ) werden in diesem Jahr zu Weihnachten so viele Gutscheine verschenkt wie nie zuvor. "Der Durchschnittswert beträgt inzwischen glatte 100 Euro", sagte Wolfgang Adlwarth von der GfK dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag). "Er hat sich damit seit 2010 verdoppelt."

Der HDE prognostiziert für das gesamte Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von 85,5 Milliarden Euro - das wären 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Stärker legten die Verkäufe im Internet zu: Der Online-Handel könne im November und Dezember voraussichtlich ein Umsatzplus von 18 Prozent auf rund zehn Milliarden Euro verbuchen.

Laut Genth rüsten sich die Händler nun für den letzten großen Ansturm vor dem Fest: "Wir gehen in diesem Jahr von besonders vielen Last-Minute-Shoppern aus." Der Kalender beschere den Kunden zwischen dem vierten Advent und Heiligabend zwei zusätzliche Einkaufstage./tfk/sck/DP/mmb

21.12.2014

Ölpreis-Verfall alarmiert EZB - Autofahrer profitieren

BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Während die Tankrechnung vieler Autofahrer sinkt und sinkt, alarmiert der Verfall der Ölpreise die Europäische Zentralbank (EZB). Der Vizechef der Notenbank, Vítor Constâncio, warnt vor einem möglichen Abrutschen der Preise auf breiter Front. "Wir rechnen nun mit einer negativen Inflationsrate in den kommenden Monaten", sagte der Ökonom in einem Interview der "Wirtschaftswoche".

Sollte Rohöl länger so billig bleiben wie zuletzt, drohe "ein gefährlicher Teufelskreis aus sinkenden Preisen, steigenden realen Lohnkosten, sinkenden Gewinnen, schrumpfender Nachfrage und weiter sinkenden Preisen". Die bisherige Inflationsschätzung der EZB für das nächste Jahr von 0,7 Prozent sei inzwischen nicht mehr zu halten.

Seit dem Sommer sind die Rohölpreise um bis zu 50 Prozent abgesackt. Experten der Deutschen Bank erwarten, dass der Preis der Sorte Brent 2015 im Schnitt um 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen wird.

Vor allem Autofahrer profitieren von dieser Entwicklung. Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (MVV ) sparten sie in Deutschland im ablaufenden Jahr gegenüber 2013 insgesamt rund fünf Milliarden Euro beim Tanken ein, berichtete die "Bild am Sonntag".

Was auch Heizöl-Kunden freut, kann aus gesamtwirtschaftlicher Sicht bedrohlich werden. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte ein durchweg sinkendes Preisniveau Anfang der Woche nicht ausgeschlossen. Dies kann Konsum und Investitionen im schlimmsten Fall abwürgen.

Eine tatsächliche Deflation gebe es bei einigen Monaten negativer Teuerung noch nicht, sagte Weidmann. Diese liege erst vor, wenn es zu einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale aus Negativ-Inflation, Rückgängen der Wirtschaftsleistung und Lohnsenkungen komme. "Dieses Risiko ist weiterhin gering", meinte der Bundesbank-Chef.

Constâncio sieht ebenfalls keine unmittelbare Gefahr: "Deflationäre Tendenzen beginnen, wenn Unternehmen und Menschen Investitionen und Ausgaben verschieben." Zumindest in Deutschland sind die äußerst konsumfreudigen Verbraucher derzeit eine wichtige Konjunkturstütze.

Andere Eurostaaten kämen zudem zusehends aus der Krise, ergänzte der EZB-Vizechef. "In Ländern wie Spanien oder Irland, deren Wirtschaft sich langsam erholt, steigt die Produktivität. Das schafft Spielraum für Lohnerhöhungen, die der Deflationsgefahr entgegenwirken."

Uneinigkeit gibt es aber über zusätzliche Maßnahmen der Geldpolitik. EZB-Präsident Mario Draghi hatte im Kampf gegen die Mini-Inflation in der Eurozone weitere Aktionen in Aussicht gestellt - erwartet wird ein breit angelegtes Kaufprogramm für Firmen- oder Staatsanleihen.

Während Weidmann dabei vor einer "Umverteilung von Risiken zwischen den Steuerzahlern der Mitgliedsländer" warnt, bekräftigte Constâncio: "Wir müssen alle geldpolitischen Instrumente nutzen." Aktuell versucht die EZB, Banken über den Kauf von Pfandbriefen und Kreditpaketen zu entlasten und so die Kreditvergabe anzukurbeln.

Die Spitze der Deutschen Bank blickt mit gemischten Gefühlen auf die erwarteten Anleihenkäufe. "Ich sehe ein solches Programm für Europa eher skeptisch", sagte Co-Chef Anshu Jain der "Welt am Sonntag". Auch sein Vorstandskollege Jürgen Fitschen zweifelt: "Die Zentralbank kann nicht allein für Wachstum und Arbeitsplätze in Europa sorgen."

Etliche Ökonomen kritisieren, dass sich die EZB durch Anleihenkäufe de facto an der Staatsfinanzierung beteiligt. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht die Notenbank dabei auch auf Konfrontationskurs zum EU-Recht: Eine "Monetisierung" staatlicher Schulden sei vertraglich verboten, sagte er der "Wirtschaftswoche".

Sein Frankfurter Kollege Volker Wieland meinte, die EZB müsse trotz niedriger Teuerung nicht noch mehr Geld in die Märkte pumpen: "Es ist nicht notwendig, auch noch mit breit angelegten Staatsanleihekäufen auf den Ölpreisverfall zu reagieren." Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, sieht dies anders: Die Preisentwicklung komme auch ohne den Öl-Trend "gefährlich nah an die Deflation heran"./jap/DP/mmb

21.12.2014

Griechischer Ministerpräsident Samaras deutet vorgezogene Wahlen an

ATHEN (dpa-AFX) - Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hat in einer Fernsehansprache am Sonntag eine Regierungsumbildung und Neuwahlen noch 2015 in Aussicht gestellt. Voraussetzung sei ein Konsens bei der laufenden Wahl eines neuen Staatspräsidenten. Sollte es dazu kommen, könnte die Regierung im Anschluss "um Personen, die an die europäische Perspektive des Landes glauben" erweitert werden, sagte Samaras. Anschließend sollten die Verhandlungen mit den Kreditgebern Griechenlands abgeschlossen und die Verfassung reformiert werden. Dann könne über Wahlen noch im Jahr 2015 gesprochen werden. Regulär ist die Regierung Samaras bis Juni 2016 im Amt.

Hintergrund der Ansprache ist die Präsidentenwahl. Laut Verfassung müssen im dritten Wahlgang mindestens 180 der 300 Abgeordneten für den Kandidaten der Regierung stimmen, sonst gibt es im Januar Neuwahlen. Am kommenden Dienstag ist der zweite Wahlgang, der dritte und letzte soll am 29. Dezember stattfinden. Im ersten Wahlgang am Mittwoch kam der Kandidat der Regierung, der frühere EU-Kommissar Stavros Dimas, auf 160 Stimmen. Das Regierungslager hat 155 Abgeordnete.

Bisher waren weder die Regierung noch die Opposition zu einem Kompromiss bereit. Die Opposition fordert schon seit Monaten Wahlen, Samaras und sein Team wollen hingegen die Legislaturperiode bis Juni 2016 ausschöpfen und warnen vor drohender Instabilität, sollte es jetzt zu Neuwahlen und einem Regierungswechsel kommen. Momentan hat das oppositionelle "Bündnis der radikalen Linken" (Syriza) in allen Umfragen die Nase vorn.

Darüber hinaus hat in Griechenland ein angeblicher Bestechungsversuch eines Abgeordneten für politischen Zündstoff gesorgt. Der Parlamentarier der rechtspopulistischen "Unabhängigen Griechen" hatte am Freitag behauptet, man habe ihm eine Millionensumme geboten, damit er für Dimas stimmt. Die Staatsanwaltschaft in Athen hat diesbezüglich Ermittlungen aufgenommen./ak/DP/mmb

21.12.2014

UKRAINE: Merkel und Poroschenko hoffen auf baldige Friedensgespräche

KIEW (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hoffen auf baldige Friedensgespräche für den Donbass. Der Schlüssel für weitere Schritte zur Lösung des Konflikts in der Ostukraine sei ein rasches Treffen der Kontaktgruppe, wie die Präsidialverwaltung in Kiew am Samstagabend nach einem Telefonat der beiden Politiker mitteilte.

Poroschenko hatte sich zuletzt für neue Verhandlungen der Konfliktparteien an diesem Sonntag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ausgesprochen. Eine Einigung auf ein Treffen war aber am Freitag gescheitert. Auch Versuche davor blieben erfolglos.

Die prorussischen Aufständischen im Konfliktgebiet Donbass hatten der prowestlichen ukrainischen Führung am Samstag eine Blockade der Gespräche vorgeworfen. Zugleich hielt Separatistenanführer Alexander Sachartschenko Kiew Medien zufolge vor, die derzeitige Feuerpause zu nutzen, um neue Waffen aus den USA zu erhalten und sich auf einen Krieg vorzubereiten.

Die ukrainische Regierung kündigte am Samstag in ihrem Kampf gegen die Separatisten weitere "drei Wellen für Mobilmachungen" im Januar, April und Juni an. Den Streitkräften fehle es an Soldaten, sagte der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Alexander Turtschinow, Medien zufolge in Kiew.

Waffen und anderes Militärgerät will das vom Staatsbankrott bedrohte Land mit Krediten im Ausland einkaufen. "Es besteht Unterstützung und Verständnis bei unseren ausländischen Partnern", sagte Poroschenko laut Medienberichten bei einer Sitzung des Sicherheitsrates am Samstag. Auch die eigenen Rüstungskonzerne seien angewiesen, trotz Staatsschulden in 24-Stunden-Schichten Waffen zu produzieren. Das Fehlen von Geld dürfe nicht das Ende der Produktion bedeuten, sagte der Präsident. "Wir tun alles, um die Schulden rasch zu begleichen." Die Ex-Sowjetrepublik hofft auch auf neue Milliardenhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF).

In dem Telefonat mit Merkel versicherte Poroschenko der ukrainischen Mitteilung zufolge, dass sein Land den Haushalt noch bis Jahresende im Parlament verabschieden werde und mit Reformen beginne. Beide Politiker erörterten demnach auch Fragen der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit. Dabei mahnte Poroschenko weitere Hilfen an. Die proeuropäische Regierung in Kiew sieht den Westen in der Pflicht, nach dem Machtwechsel im Februar die neue Führung auch finanziell zu unterstützen./mau/DP/zb

21.12.2014

ROUNDUP: Rettungsfonds stützt Banken weiterhin mit Milliarden Steuergeldern

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sechs Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise rund um die Lehman-Pleite stützt der deutsche Staat heimische Banken weiterhin mit Milliardensummen. Auf rund 16,8 Milliarden Euro summieren sich die aus Steuergeldern finanzierten Hilfen des Bankenrettungsfonds Soffin nach jüngsten Angaben der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) in Frankfurt.

Nachdem der Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank im Herbst seine noch ausstehenden 300 Millionen Euro Stille Einlage des Soffin zurückzahlte, stehen nun noch drei Institute auf der Liste der Kapitalempfänger.

Den Löwenanteil der Hilfsgelder hat der Soffin noch beim inzwischen verstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) im Feuer: rund 9,8 Milliarden Euro. Auf der Liste stehen zudem nach wie vor die teilverstaatlichte Commerzbank mit rund 5,1 Milliarden Euro und die WestLB-Nachfolgerin Portigon mit 2,0 Milliarden Euro.

In der Spitze hatte der Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) 29,4 Milliarden Euro Kapitalhilfen ausgereicht. Zusätzlich gewährte der Fonds, der kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers aufgelegt worden war, 168 Milliarden Euro an Garantien.

Der zum Jahresende aus Altersgründen ausscheidende Soffin-Chef Christopher Pleister (66) hatte stets betont, eine Endabrechnung sei erst nach Jahren möglich, wenn alle Geschäfte abgeschlossen seien. Pleisters Nachfolge übernimmt Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter. Er tritt das Amt als Soffin-Chef am 15. Januar 2015 an.

Nach den bisher veröffentlichten Zahlen ist die - durchaus riskante - Bankenrettung für den deutschen Staat kein Verlustgeschäft: 2013 kam der Soffin auf 23 Millionen Euro Gewinn, ein Jahr zuvor waren es 580 Millionen Euro. Die Garantien für angeschlagene Banken spülten dem Fonds Milliarden in die Kassen: Seit seiner Gründung auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende Oktober 2008 nahm der Soffin dadurch nach letzten Angaben insgesamt 2,15 Milliarden Euro ein.

Die Aareal Bank rechnete Ende Oktober vor: Für ihre mit neun Prozent verzinste Stille Einlage von ursprünglich 525 Millionen Euro habe das Institut bisher rund 237 Millionen Euro an Zinsen und Garantiegebühren an den Soffin gezahlt.

Als Notnagel wird der Soffin noch länger gebraucht als geplant: Der Bundestag billigte Anfang November ein Gesetz, das die Möglichkeit für Hilfsanträge "letztmalig um ein Jahr bis Ende 2015 verlängert". Damit bekommt der Fonds, der bereits Ende 2010 stillgelegt werden sollte, zum dritten Mal Aufschub. Deutschland will so die Zeit bis zum Start des europäischen Abwicklungsfonds Anfang 2016 überbrücken./ben/DP/zb

21.12.2014

ROUNDUP/Weise: Nach zehn Jahren größte Hartz-IV-Schwächen überwunden

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hält zehn Jahre nach dem Start von Hartz IV die größten Schwächen für überwunden. Die Anfangsprobleme der umfassendsten Sozialreform der Nachkriegszeit seien gelöst und die Jobcenter heute deutlich besser aufgestellt. Bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen hätten Bundesagentur und Kommunen seit 2005 viel dazugelernt und etliche Verbesserungen umgesetzt, sagte Weise der Deutschen Presse-Agentur. Die Reform trat am 1. Januar 2005 in Kraft.

"Wir sind jetzt wesentlich besser als vor zehn Jahren. Und die Idee für die nächsten zehn Jahre ist, aus erkannten Mängeln zu lernen und uns weiter zu verbessern", unterstrich der BA-Chef. Er gehe davon aus, dass viele der angestoßenen Veränderungen ihre Wirkung erst in den kommenden Jahren richtig entfalten. Ziel müsse sein, die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den kommenden Jahren deutlich unter die Marke von einer Million zu drücken.

Trotz aller Probleme sei die Hartz-IV-Reform in der Summe richtig gewesen. "Diese Reform hat dazu geführt, dass Hunderttausende Menschen, die früher in der Sozialhilfe der Kommunen waren, in Arbeit gekommen sind. Das halte ich für den größten Erfolg", sagte Weise. In anderen europäischen Ländern bekämen die Betroffenen zwar Geld, würden aber nicht an den Arbeitsmarkt herangeführt.

Auf der "Schattenseite" der Hartz-IV-Reform sieht der BA-Chef den hohen Verwaltungsaufwand - vor allem bei der Berechnung der Leistungen. So müssten bei sich verändernden Lebenssituationen immer neue Bescheide erstellt werden. "Sind die Kinder bei getrennt lebenden Eltern an den Wochenenden mal mehr beim Vater oder mal mehr bei der Mutter als sonst, führt das zu einer anderen Leistung."

"Fast die Hälfte der Beschäftigten in den Jobcentern berechnet Leistungen, die andere Hälfte berät und betreut die Menschen", sagte Weise. "Die gesetzlichen Regelungen sollen für Gerechtigkeit sorgen und sind aus dieser Logik heraus auch vertretbar. Aber der hohe Aufwand schränkt unsere Leistungsfähigkeit ein." Zudem gehe es bei Hartz IV um Steuermittel. Da sei es schon gerechtfertigt zu fragen, wofür die Jobcenter die Mittel ausgeben.

Ernst nehme er die von Arbeitsmarktforschern geäußerte Kritik, wonach in den Jobcentern oft die Betreuung der Langzeitarbeitslosen unzureichend sei. Dass die Betreuung eine Zeit lang nicht optimal funktioniert habe, liege auch an der zeitweise großen Zahl befristet beschäftigter Jobcenter-Mitarbeiter. "Wir waren am Anfang durch den Bundeshaushalt dazu gezwungen, 20 Prozent der Beschäftigten nur befristet einzustellen", sagte Weise. Dadurch habe es häufige Personalwechsel gegeben.

Zudem habe es Zeit gebraucht, ein funktionierendes Beratungssystem aufzubauen. Es gebe Lebenslagen von Menschen, "wo man nicht schematisch, technisch rangehen kann". Dazu brauche es Berater mit eigener Lebenserfahrung. Arbeitsmarktprogramme seien wichtig. Der Schlüssel zum Erfolg aber sei eine gute Beratung. Dabei wachse der Bedarf an individueller Betreuung in den Jobcentern. "Denn die, die in der derzeit guten Konjunkturlage immer noch keine Arbeit finden, die haben oft eine Vielzahl von Problemen", sagte Weise.

## Berichtigung

- Im Zitat wurde "von Anfang an" durch "am Anfang" ersetzt

(BA-Hinweis/kts/DP/zb

21.12.2014

ROUNDUP: DIHK: Jeder dritte deutsche Betrieb in Russland fürchtet Entlassungen

BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor wachsenden Gefahren für die deutsche Wirtschaft durch die Rezession in Russland. "Die Krise der russischen Wirtschaft hinterlässt immer tiefere Bremsspuren im Russlandgeschäft deutscher Unternehmen", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der "Bild am Sonntag".

Nach einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer in Russland unter knapp 300 deutschen Unternehmen müsse fast jeder dritte deutsche Betrieb dort Mitarbeiter entlassen, sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort nicht verbessern. "36 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, Projekte stornieren zu müssen", so Treier.

Es sei insbesondere die Rubel-Schwäche, die den Unternehmen zu schaffen mache. Zehn Prozent der deutschen Firmen hätten berichtet, dass sich ihr langjähriger russischer Geschäftspartner nun gen Asien orientiere. "Immerhin jedes achte Unternehmen erwägt einen Rückzug aus Russland", sagte der Außenwirtschaftschef. "Der Bruch so mancher Geschäftsbeziehung steht also bevor."

Nach Einschätzung des früheren Präsidenten der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, ist die Europäische Union auf einen möglichen Kollaps der russischen Wirtschaft vorbereitet. "Während der sogenannten Eurokrise hatten wir Notfallpläne für alle möglichen Szenarien in der Schublade. Ich bin sicher, dass es jetzt auch Notfallpläne gibt, um sich auf mögliche Auswirkungen einer Wirtschaftskrise in Russland vorzubereiten", sagte Barroso der "Welt am Sonntag".

Das Risiko, dass die wirtschaftlichen Probleme Russlands zu einer globalen Krise führen, sei aber nicht sehr hoch. "Russland ist nicht besonders eng eingebunden in die Weltwirtschaft und in die internationale Finanzordnung", sagte Barroso. "Von der aktuellen wirtschaftlichen Schwäche der Schwellenländer - mit Ausnahme Chinas - geht eine größere Gefahr für die Weltwirtschaft aus als von Russland."/wn/DP/zb

21.12.2014

Teure Bankenrettung: Hilfsfonds Soffin hat noch Milliarden im Feuer

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Staat hat bei der Bankenrettung noch Milliarden im Feuer. Auf rund 16,8 Milliarden Euro summieren sich die aus Steuergeldern finanzierten Hilfen des Bankenrettungsfonds Soffin nach jüngsten Angaben der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) in Frankfurt. Die Aareal Bank zahlte im Herbst ihre restlichen Hilfsgelder zurück. Nun stehen noch drei Institute auf der Liste: Hypo Real Estate (HRE), Commerzbank und die WestLB-Nachfolgerin Portigon. Neue Hilfsanträge sind noch bis Ende 2015 möglich. Diese Fristverlängerung beschloss Anfang November der Bundestag. So soll das nationale Sicherungsnetz die Zeit bis zum Start des europäischen Abwicklungsfonds Anfang 2016 überbrücken./ben/DP/zb

19.12.2014

AKTIE IM FOKUS 2: Morphosys unter Druck nach Aus für Alzheimer-Mittel von Roche

(Neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Aus für ein Alzheimer-Mittel des Entwicklungspartners Roche ist den Morphosys-Aktien am Freitag zum Verhängnis geworden. Analysten schlugen negative Töne an und ein Experte strich sogar seine Kaufempfehlung. Die Titel des Biotechnologie-Unternehmens sackten am TecDax-Ende um 11,19 Prozent auf 77,02 Euro ab. Zwischenzeitlich hatten die Aktien so tief wie zuletzt Anfang November notiert. Der Index der Technologiewerte gab um 0,45 Prozent nach.

Bei dem von Roche und Morphosys entwickelten Alzheimer-Mittel Gantenerumab konnten die Ergebnisse der Phase III-Studie (SCarlet RoAD) nicht überzeugen. Es war die erste Phase-III-Studie, in der ein möglicherweise den Krankheitsverlauf beeinflussendes Medikament im sehr frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit geprüft wurde. Der Schweizer Pharmakonzern muss die Entwicklung des Mittels nun beenden. Dies und die Einstellung einer Phase-III-Studie bei Brustkrebs drückten die Roche-Aktien zum Handelsschluss in Zürich um mehr als sechs Prozent ins Minus. Damit waren die Titel der schwächste Wert im Auswahlindex Stoxx Europe 50 .

HÖHERE RISIKEN

Analysten äußerten sich enttäuscht zu Morphosys: Dies sei die erste, relevanter Negativmeldung für das Biotechnologie-Unternehmen, schrieb Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank. Unter allen auf der Hucal-Technik basierenden Antikörpern von Morphosys sei Gantenerumab der am weitesten fortgeschrittene gewesen. Analyst Igor Kim von der Investmentbank Close Brothers Seydler kassierte seine Kaufempfehlung für die Morphosys-Aktien und reduzierte das Kursziel von 86 auf 80 Euro.

KEINE AUSWIRKUNGEN AUF FINANZPROGNOSE

Allerdings habe die Nachricht keine Auswirkungen auf die Finanzprognose, teilte Morphosys am Freitag mit. Zwei weitere klinische Studien mit Patienten mit milder Alzheimer-Erkrankung und bei Personen mit einer genetischen Veranlagung für Morbus Alzheimer schritten weiter voran. Morphosys sei angesichts der Breite seiner Pipeline nicht abhängig von einzelnen Programmen in der Entwicklungsphase oder dem Ausgang einzelner Studien./la/stk/jha/

19.12.2014

EUROSTOXX-FLASH: EuroStoxx 50 dreht am 'Hexensabbat' kurz wieder ins Plus

PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 ist am Freitagnachmittag in einem hektischen Handel am "Hexensabbat" kurz ins Plus gedreht. Zuletzt ging es für den Leitindex der Eurozone wieder um 0,11 Prozent auf 3150,34 Punkte nach unten. Positive Impulse waren von der Wall Street gekommen, wo der Dow Jones Industrial wieder etwas zulegte. In New York sorgt die lockere US-Geldpolitik weiter für gute Stimmung./la/jha/

19.12.2014

DAX-FLASH: Dax dreht leicht ins Plus - Positive Impulse von der Wall Street

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Freitag in einem hektischen Handel am "Hexensabbat" wieder moderat ins Plus gedreht. Zuletzt ging es für den deutschen Leitindex um 0,14 Prozent auf 9824,46 Punkte nach oben. Positive Impulse kamen von der Wall Street, wo der Dow Jones Industrial zuletzt wieder etwas zulegte. In New York sorgt die lockere US-Geldpolitik weiter für gute Stimmung./la/jha/

19.12.2014

AKTIE IM FOKUS: Morphosys unter Druck nach Aus für Alzheimer-Mittel von Roche

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Aus für ein Alzheimer-Mittel des Entwicklungspartners Roche ist den Morphosys-Aktien am Freitag zum Verhängnis geworden. Analysten schlugen negative Töne an und ein Experte strich sogar seine Kaufempfehlung. Die Titel des Biotechnologie-Unternehmens sackten am TecDax-Ende um 8,15 Prozent auf 79,65 Euro ab. Zwischenzeitlich hatten die Aktien so tief wie zuletzt Anfang November notiert. Der Index der Technologiewerte gab um 0,34 Prozent nach.

Bei dem von Roche und Morphosys entwickelten Alzheimer-Mittel Gantenerumab konnten die Ergebnisse der Phase III-Studie (SCarlet RoAD) nicht überzeugen. Es war die erste Phase-III-Studie, in der ein möglicherweise den Krankheitsverlauf beeinflussendes Medikament im sehr frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit geprüft wurde. Der Schweizer Pharmakonzern muss die Entwicklung des Mittels nun beenden. Dies und die Einstellung einer Phase-III-Studie bei Brustkrebs drückten die Roche-Aktien zuletzt um rund fünf Prozent ins Minus. Damit waren die Titel der schwächste Wert im Auswahlindex Stoxx Europe 50 .

HÖHERE RISIKEN

Analysten äußerten sich enttäuscht zu Morphosys: Dies sei die erste, relevanter Negativmeldung für das Biotechnologie-Unternehmen, schrieb Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank. Unter allen auf der Hucal-Technik basierenden Antikörpern von Morphosys sei Gantenerumab der am weitesten fortgeschrittene gewesen. Analyst Igor Kim von der Investmentbank Close Brothers Seydler kassierte seine Kaufempfehlung für die Morphosys-Aktien und reduzierte das Kursziel von 86 auf 80 Euro.

KEINE AUSWIRKUNGEN AUF FINANZPROGNOSE

Allerdings habe die heutige Nachricht keine Auswirkungen auf die Finanzprognose, teilte Morphosys mit. Zwei weitere klinische Studien in Patienten mit milder Alzheimer-Erkrankung und bei Personen mit einer genetischen Veranlagung für Morbus Alzheimer schritten weiter voran. Morphosys sei angesichts der Breite seiner Pipeline nicht abhängig von einzelnen Programmen in der Entwicklungsphase oder dem Ausgang einzelner Studien./la/stk

19.12.2014

AKTIE IM FOKUS: Aus für Milliardendeal mit Gazprom setzt BASF unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Stopp eines milliardenschweren Tauschgeschäftes mit dem russischen Gasriesen Gazprom hat die BASF -Aktionäre am Freitag verschreckt. Analysten werten den im Zuge politischer Spannungen geplatzten Deal als Rückschlag für den Chemiekonzern, konnten der Entwicklung aber auch positive Seiten abgewinnen. Dennoch büßten die Titel der Ludwigshafener am Vormittag als einer der schwächsten Werte im Dax 1,59 Prozent auf 69,51 Euro ein. Der deutsche Leitindex indes rückte um rund ein halbes Prozent vor.

Durch den eigentlich zum Jahresende geplanten Tausch hätte die BASF-Tochter Wintershall das bislang gemeinsam betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft vollständig an Gazprom übertragen. Dies hätte auch das Kasseler Gashandelsunternehmen Wingas betroffen. Gazprom hätte sich zudem mit 50 Prozent an der Wintershall Noordzee beteiligt. Im Gegenzug war die gemeinsame Erschließung von Gasfeldern in Westsibirien vorgesehen.

Das Aus für den geplanten Deal hängt mit den derzeit angespannten Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union (EU) zusammen. Die EU hatte Russland wegen des Ukraine-Konflikts mit scharfen Wirtschaftssanktionen belegt. Auch das bereits von Regierungen und Kartellbehörden abgesegnete Geschäft mit dem staatsnahen Gazprom-Konzern war wegen der russischen Rolle in der Krise in die Kritik geraten.

Angesichts dessen hätte man das Aus für den geplanten Deal zwar erwarten können, sagte ein Händler. Hilfreich für die Aktien sei dies dennoch nicht. Analysten zogen die entsprechenden Konsequenzen und überprüften ihre Bewertungsmodelle. Thomas Gilbert von der Schweizer Großbank UBS kassierte sogar seine Kaufempfehlung für die BASF-Papiere und strich sie zudem von einer Empfehlungsliste. Dies habe die Aktien zusätzlich unter Druck gesetzt, zumal der Experte zuvor als besonders optimistisch gegolten habe, sagte ein Händler.

Für Analyst Andreas Heine von der britischen Großbank Barclays passte der BASF-Gazprom-Deal nicht mehr zur gegenwärtigen politischen Lage. Dies sei ein Rückschlag für die Strategie der Ludwigshafener. Der Einfluss auf die Bewertung des Dax-Konzerns aber sollte begrenzt sein, da die Aktien wegen der Geschäfte in Russland bereits deutlich gelitten hätten, hofft er.

Gleichwohl hat der Stopp des Geschäfts auch Auswirkungen auf die BASF-Zahlen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) dürfte im laufenden Jahr daher nur noch "leicht" statt "deutlich" steigen, für 2013 wird das Ebit auf 7,1 Milliarden Euro nach unten korrigiert.

Immerhin: Analyst Michael Rae von der US-Investmentbank Goldman Sachs sieht das Ende des Geschäfts leicht positiv für die Aktien. Rae schätzt, dass Kosten für Exploration und Produktion in Höhe von knapp 1 Milliarde Euro wegfallen dürften.

Doch mit Blick auf die derzeitige Lage auf den Ölmarkt blickt Analyst Thorsten Strauß von der NordLB wiederum skeptisch in die Zukunft: "Wir gehen jedoch davon aus, dass die aktuelle Schwäche des Ölpreises das Ergebnis des laufenden und voraussichtlich auch des kommenden Jahres belasten wird."/la/fbr

19.12.2014

AKTIE IM FOKUS: RWE sehr schwach wegen Sorge um russischen Investor

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen um Nachteile durch die Krise in Russland haben RWE-Aktien am Freitag ans Dax-Ende gedrückt. Nach dem gescheiterten Deal von BASF mit Gazprom geht Händlern zufolge an der Börse nun die Angst um, dass auch der von RWE geplante Verkauf Öl- und Gasfördertochter Dea an einen russischen Investor auch platzen könnte.

Die RWE-Aktie verlor am Vormittag 1,67 Prozent auf 26,51 Euro. Im frühen Handel war sie sogar wieder kurz unter 26 Euro gerutscht. Der deutsche Leitindex Dax legte dagegen zuletzt 0,48 Prozent zu.

"Die RWE-Aktie leidet mit unter dem gescheiterten Deal von BASF und Gazprom", sagte Analyst Sven Diermeier von Independent Research. RWE will Dea für 5,1 Milliarden Euro an den russischen Oligarchen Michail Fridman verkaufen. Doch die britische Regierung blockiert wegen der politischen Sanktionen gegen Russland dieses Geschäft.

Grundsätzlich hat sich aus Sicht von Diermeier aber nichts geändert, auch wenn der Analyst nun nicht mehr bis zum Jahresende mit dem Abschluss rechnet. Das für ihn wahrscheinlichste Szenario ist, dass die britischen Aktivitäten aus der Transaktion herausgenommen werden und der Verkauf dann abgewickelt wird. Würde die Transaktion so angepasst, sänke aber der Erlös für RWE entsprechend.

Ein Scheitern des Deals wäre ein schwerer Rückschlag für RWE. Mit den Einnahmen sollen Schulden von RWE abgebaut werden, die sich Ende September auf netto 30,7 Milliarden Euro beliefen. Angesichts wegbrechender Gewinne ist die Verschuldung damit zu einem großen Problem geworden./fat/stb

19.12.2014

AKTIE IM FOKUS: Roche unter Druck nach zwei erfolglosen Phase-III-Studien

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Aktien von Roche sind am Freitag im frühen Handel massiv unter Druck geraten. Zwei gefloppte Phase-III-Sudien haben den Pharmakonzern belastet: der Misserfolg mit dem Alzheimer-Produktkandidaten Gantenerumab sowie schlechte Nachrichten vom Krebsmedikament Kadcyla. Es hat sich in vergleichenden Tests als nicht wirksamer als in Kombination mit Perjeta oder das Vorgängermedikament Herceptin und Chemotherapie erwiesen. Experten reagierten enttäuscht:

Dies sei ein Rückschlag für das Geschäft mit Brustkrebsmedikamenten, sagten Marktbeobachter. Hier geht es um Milliarden-Umsätze.

Der Roche-Aktie gab zuletzt im frühen Handel um 4,75 Prozent auf 275,00 Franken nach, während der Gesamtmarkt leicht Minus notierte.

Angesichts der in der Kadcyla-Studie (Marianne) nicht erreichten Vorteile gegenüber herkömmlichen Brustkrebs-Therapien dürften die Spitzenumsatzschätzungen für das Produkt deutlich gesenkt werden. "Weil Kadcyla mit über 90.000 US-Dollar pro Patient veranschlagt wird, eine moderne Chemotherapie aber nur rund 5.000 bis 10.000 kostet, dürfte die Therapiewahl zugunsten des alten Regimes ausfallen", schrieben die Experten der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Somit werde auch das Umsatzpotenzial von 5 bis 7 Milliarden US-Dollar vom Markt deutlich um rund 2 bis 3 Milliarden reduziert werden müssen, so ihre Schlussfolgerung.

Die Investmentbank Baader Helvea bezeichnet das Studienversagen von Kadcyla als "große Enttäuschung" und rechnet mit einer Senkung der Spitzenumsatzschätzungen um rund vier Milliarden Franken. Kadcyla sei wichtig innerhalb der Brustkrebs-Franchise von Roche, schreibt auch J. Safra Sarasin. Hingegen habe der Studienabbruch mit dem Alzheimer-Produktkandidaten Gantenerumab keinen Einfluss, da für diesen Produktkandidaten noch keine Umsatzschätzungen in die Bewertungsmodelle eingeflossen seien./rt/uh/AWP/stk/fbr

18.12.2014

ANALYSE: Bernstein hebt Ziel für Oracle auf 52 US-Dollar - 'Outperform'

NEW YORK (dpa-AFX) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für Oracle nach überraschend guten Geschäftszahlen von 49 auf 52 (Kurs 44,96) US-Dollar angehoben. Die Einstufung beließ Analyst Mark Moerdler in der Studie vom Donnerstag auf "Outperform". Der Softwarekonzern habe die Markterwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen, schrieb der Experte.

Moerdler hob insbesondere das beschleunigte Wachstum des Cloud-Geschäfts hervor. Es unterstreiche wie erfolgreich Oracle in dieses Marktsegment vorstoße, obwohl der Konzern vergleichsweise spät auf den Zug aufgesprungen sei. Das rasante Cloud-Wachstum dürfte sich in den kommenden Quartalen fortsetzen, wodurch auch die Konzernerlöse mehr Fahrt aufnehmen dürften.

Mit Blick auf 2015 gibt sich Moerdler für die Oracle-Aktien auch im Vergleich zu anderen mit "Outperform" eingestuften Papieren besonders optimistisch. Die Anleger dürften den Cloud-Erfolg zunehmend erkennen, was die Bewertung antreiben sollte.

Entsprechend der Einstufung "Outperform" erwarten die Analysten von Bernstein Research, dass die Kursentwicklung der Aktie in den kommenden zwölf Monaten um mehr als 15 Prozentpunkte über der Entwicklung des S&P-500-Index liegen wird./mis/jha/

Analysierendes Institut Bernstein.

18.12.2014

AKTIE IM FOKUS 2: United Internet profitiert von Fantasie um Datennetz-Zukauf

(Neu: Schlusskurse, QSC bestätigt Gespräche und DZ Bank.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Übernahmefantasien haben die Aktien des TecDax-Schwergewichts United Internet am Donnerstag auf ein Rekordhoch getrieben. Das "Manager-Magazin" (MM) hatte berichtet, dass der Internetdienstleister (1&1, GMX, Web.de) an einem Kauf des QSC-Netzes interessiert sei.

United Internet wollte sich zu dem Bericht auf Anfrage nicht äußern. QSC teilte mit, schon seit längerem verschiedene Optionen für sein DSL-Netz zu prüfen, dazu gehöre auch ein Verkauf. Entsprechende Gespräche befänden sich "in einem sehr frühen Stadium". Mit wem konkret geredet wird, ließ das Unternehmen dabei offen.

Die Papiere von United Internet waren in der Spitze um bis zu 4,75 Prozent auf 37,50 Euro nach oben geklettert. Zum Handelsschluss blieb noch ein Plus von 4,13 Prozent. Die ebenfalls im TecDax notierten Aktien des IT-Dienstleisters QSC hatten zwischenzeitlich um bis zu 27 Prozent zugelegt und damit auf einen Schlag die bisher im Dezember aufgelaufenen Verluste wettgemacht. Hier blieb am Ende an der TecDax-Spitze ein Plus von rund 21 Prozent übrig. Der Index der Technologiewerte zog um 3,81 Prozent an.

BÖRSIANER SEHEN SCHRITT POSITIV

Börsianer bewerteten den möglichen Schritt in ersten Einschätzungen vor allem für United Internet überwiegend als sehr positiv. Es wäre eine gute Möglichkeit, für relativ wenig Geld an ein passables Netz zu kommen, sagte Sven Kleinhans von Momentum Institutional. Auch Analyst Karsten Oblinger von der DZ Bank zeigte sich zuversichtlich: Sollte das Geschäft tatsächlich stattfinden, erwartet er keine zusätzliche Kapitalerhöhung von United Internet.

Für Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner wäre ein Kauf des QSC-Netzes eine sinnvoller Schritt in der Strategie, das Geschäft mit Unternehmenskunden auszubauen. Erst im September hatte United Internet den Glasfaserspezialisten Versatel gekauft. Für die QSC-Aktionäre könnte der Verkauf umgekehrt eine Sonderausschüttung bedeuten.

QSC AUF JAHRESSICHT RUND 60 PROZENT IM MINUS

Mit dem Kursplus vom Donnerstag kann QSC einen Teil der bisherigen Jahresverluste aufholen. Mit einem Abschlag von immer noch rund 60 Prozent ist die Aktie seit Ende 2013 allerdings der größte Verlierer im Auswahlindex für Technologiewerte. Experten bemängeln vor allem, dass es keine klare Unternehmensstrategie gebe. QSC betreibt ein eigenes Telekommunikationsnetz, versucht aber schon seit Jahren in den Markt der IT-Dienstleistungen insbesondere für Mittelständler vorzustoßen, etwa Hosting- und Cloud-Lösungen.

Der Kurs von United Internet wird dagegen seit einiger Zeit an der Börse honoriert. Der Marktwert von United Internet stieg in den vergangenen sechs Jahren fast um 500 Prozent auf zuletzt mehr als 7,5 Milliarden Euro.

UNITED INTERNET MÖGLICHER DAX-KANDIDAT

Damit könnte bei dem TecDax-Wert längerfristig sogar Aufstiegsfantasie in den Dax aufkommen. Schon jetzt liegt der Börsenwert deutlich über dem der Lufthansa , K+S oder Lanxess - den drei am schwächsten kapitalisierten Werten im deutschen Leitindex. Kurzfristig ist aber der Dax-Aufstieg für United Internet kein Thema, da Konzernchef Ralph Dommermuth 40 Prozent der Anteile hält und der für die Indexmitgliedschaft notwendige Marktwert des Streubesitzes zu gering ist.

Einige Experten wie Goldman-Sachs-Analyst Tim Boddy trauen der Aktie jedoch weitere Sprünge zu. Er stufte das Papier vor kurzem auf "Buy" hoch und sieht das Kursziel bei 49 Euro./zb/men/das/la/jha/

18.12.2014

AKTIE IM FOKUS: Oracle-Aktionäre auf Wolke sieben dank starkem Cloud-Geschäft

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Softwarekonzern Oracle nimmt Fahrt auf und die Börse jubelt. Die Aktien des Spezialisten für Unternehmenssoftware und Datenbanken kletterten am Donnerstag auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Die Titel kosteten 44,32 US-Dollar, das waren 7,68 Prozent mehr als zur Wochenmitte. In der Spitze waren sie sogar fast bis auf 45 Dollar gestiegen.

Dank eines kräftigen Wachstums im Cloud-Geschäft übertraf der SAP-Konkurrent im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal die Erwartungen der Börse. Analysten lobten die Resultate. Oracle finde zurück in die Spur, schrieb Philip Winslow von der Schweizer Investmentbank Credit Suisse in einer Studie. Die Geschäfte seien mit Blick auf den Umsatz auf breiter Basis gut gelaufen.

BESCHLEUNIGTES WACHSTUM IM CLOUD-GESCHÄFT

Mark Moerdler vom Analysehaus Bernstein Research hob das beschleunigte Wachstum des Cloud-Geschäfts hervor. Es unterstreiche wie erfolgreich Oracle in dieses Marktsegment vorstoße, obwohl der Konzern vergleichsweise spät auf den Zug aufgesprungen sei.

Das Geschäft mit den verschiedenen Cloud-Diensten hatte um 45 Prozent auf rund 516 Millionen Dollar zugelegt. Damit macht es immer noch einen relativ überschaubaren Anteil der Oracle-Erlöse aus, die im Jahresvergleich um drei Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Dollar gestiegen waren.

Der Anteil dürfte allerdings zunehmen. So sollte das rasante Cloud-Wachstum laut Moerdler noch einige Quartale andauern. Dadurch dürfte auch das Wachstum des Konzernumsatzes nach und nach Fahrt aufnehmen./mis/jha/