dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

27.06.2017

IPO: Noratis setzt Preis mit 18,75 Euro am unteren Ende fest

ESCHBORN (dpa-AFX) - Der Wohnimmobilienentwickler Noratis hat den Preis für die Aktien beim Börsengang am unteren Rand der ursprünglich anvisierten Spanne festgelegt. Die Anteilsscheine sollen zu 18,75 Euro auf den Markt kommen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Eschborn mit. Bei der Bekanntgabe der Details des Börsengangs Mitte Juni hatte Noratis noch eine Spanne von 18,75 bis 22,75 Euro angegeben. Die Erstnotierung im Scale Segment für kleine und mittelgroße Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse ist für diesen Freitag (30. Juni) geplant.

Auch beim Volumen gab es Abstriche: 920 000 der angebotenen zwei Millionen neuen Aktien seien bei Investoren platziert worden, hieß es. Altaktionäre brachten über den sogenannten Greenshoe weitere 80 000 Aktien unter Investoren. Nach dem Börsengang befinden sich damit exklusive Greenshoe-Option rund 31,5 Prozent der Anteile in Streubesitz.

Der Emissionserlös von brutto 17,25 Millionen Euro für die Gesellschaft solle für Wachstumschancen bei Wohnimmobilien mit Entwicklungspotential in Randlagen von Ballungsräumen eingesetzt werden. Als Bestandsentwickler kauft der Konzern Wohnimmobilien auf, modernisiert sie und verkauft sie nach zwei bis drei Jahren an institutionelle Investoren und Privatpersonen weiter./jha/

27.06.2017

dpa-AFX Überblick: Ausgewählte ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN vom 27.06.2017

Kepler Cheuvreux senkt Ziel für Stada auf 58 Euro - 'Reduce'

FRANKFURT - Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für Stada nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch Bain und Cinven von 62,50 auf 58,00 Euro gesenkt. Analyst Oliver Reinberg hatte dies bereits befürchtet und die Papiere des Generikaherstellers daher in der Vorwoche auf "Reduce" abgestuft. Angesichts des äußerst knappen Scheiterns sei ein Deal aber weiter möglich, schrieb er in einer Studie vom Dienstag. Sein neues Kursziel berücksichtige eine Übernahmewahrscheinlichkeit von 50 Prozent.

Independent Research senkt Stada auf 'Verkaufen' - Ziel 50 Euro

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat Stada nach dem gescheiterten Übernahmeangebot von Bain und Cinven von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel von 66 auf 50 Euro gesenkt. Analyst Bernhard Weininger rechnet in einer Studie vom Dienstag nun mit einer deutlichen Kurskorrektur, da die wesentliche Triebfeder der Generikapapiere nun weggefallen sei. Er bewertet die Aktie nun wieder fundamental im Branchenkontext (Peer Group Modell).

Bernstein startet Lufthansa mit 'Underperform' - Ziel 15,40 Euro

NEW YORK - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat Lufthansa mit "Underperform" und einem Kursziel von 15,40 Euro in die Bewertung aufgenommen. Innerhalb des europäischen Transportsektors sei er für die Fluggesellschaften vorsichtig, schrieb Analyst Daniel Roeska in einer am Montagabend vorgelegten Branchenstudie. Die operativen Margen (Ebitda-Margen) hätten zwar ihren Höhepunkt erreicht und sollten sich dank der wachsenden Wirtschaft und niedriger Treibstoffpreise auf diesem Niveau halten, doch die Kapazitäten wüchsen schneller als die Passagierzahlen. Die Lufthansa-Gesellschaften hätten die höchsten Kosten, weshalb es ihr schwer falle, die heimischen Märkte gegen die Billig-Airlines zu verteidigen und gleichzeitig profitabel zu bleiben.

RBC Capital hebt Lufthansa auf 'Outperform' - Ziel 30 Euro

NEW YORK - Das Analysehaus RBC Capital hat Lufthansa von "Sector Perform" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 12,50 auf 30,00 Euro angehoben. Analyst Damian Brewer geht in einer Studie vom Dienstag von höheren Durchschnittsumsätzen und geringeren Treibstoffkosten aus und hob seine Prognose für das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) 2017 um die Hälfte an. Die Wahrnehmung als eine Art "Mercedes Benz" der Lüfte stärke das mittelfristige Potenzial.

JPMorgan senkt Ziel für AB Inbev auf 108 Euro - 'Neutral'

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für AB Inbev von 110 auf 108 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Das diesjährige operative Ergebnis (Ebit) des Brauereikonzerns dürfte nur begrenzt von Umsatzsynergien durch eine Expansion seiner globalen Marken in Kolumbien, Südafrika und Australien profitieren, schrieb Analyst Komal Dhillon in einer Studie vom Dienstag. Operativ sollte das zweite Quartal ähnlich wie das Jahresauftaktquartal verlaufen sein. Eine Erholung in Brasilien und Kostensynergien preise die Aktie schon ein.

JPMorgan hebt Ziel für Uniper auf 18,50 Euro - 'Overweight'

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Uniper von 13,10 auf 18,50 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Unter den europäischen Stromversorgern außerhalb Frankreichs biete Uniper derzeit für Anleger die attraktivsten Chancen, schrieb Analyst Javier Garrido in einer Studie vom Dienstag. Der finnische Energiekonzern Fortum könnte einen Kauf des deutschen Kraftwerkbetreibers finanziell stemmen, sofern einige Bereiche verkauft würden. Zudem senke der von Uniper veräußerte Anteil am Gasfeld Yuzhno Russkoye die Verschuldung nachhaltig und es würden dadurch weitere Verkäufe von Unternehmensbereichen vermieden, die stärker gewinnverwässernd gewesen wären. Die Dividende je Uniper-Aktie dürfte bis 2019 auf deutlich über einen Euro steigen.

JPMorgan erhöht Ziel für Intesa Sanpaolo - 'Overweight'

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für die Aktie der italienischen Bank Intesa Sanpaolo von 3,20 auf 3,40 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Analystin Delphine Lee erhöhte in einer Studie vom Dienstag ihre Gewinnschätzungen infolge der von Intesa geplanten Übernahme der "guten Bereiche" der italienischen Kriseninstitute Banca Popolare di Vicenza und Banca Veneto.

JPMorgan hebt Ziel für Kering auf 340 Euro - 'Overweight'

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Kering vor Halbjahreszahlen von 305 auf 340 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Die Marke Gucci sei der wichtigste Treiber für den operativen Gewinn (Ebit), schrieb Analystin Melanie Flouquet in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Sie erhöhte ihre Schätzungen für den Luxusgüterkonzern.

KUNDENHINWEIS: Sie lesen eine Auswahl der Analysten-Umstufungen von dpa-AFX

/jha

27.06.2017

US-Anleihen: Klare Verluste nach Signalen für schärfere EZB-Geldpolitik

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen sind am Dienstag von Hinweisen auf eine weniger lockere Geldpolitik im Euroraum unter Druck geraten. EZB-Präsident Mario Draghi hatte sich im portugiesischen Sintra optimistisch zur Konjunktur und Inflation geäußert und damit den Anfang vom Ende der billionenschweren Geldschwemme der Europäischen Zentralbank in Aussicht gestellt.

Zweijährige Anleihen fielen um 1/32 Punkte auf 99 24/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,37 Prozent. Fünfjährige Anleihen gingen um 8/32 Punkte auf 99 22/32 Punkte zurück. Sie rentierten mit 1,81 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Papiere verloren 17/32 Punkte auf 101 18/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,20 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren sackten um 31/32 Punkte auf 105 5/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,744 Prozent./edh/jha/

27.06.2017

Devisen: Euro weiter im Aufwind - Klar über 1,13 US-Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat am Dienstag seine steile Aufwärtsbewegung aus dem europäischen Handel im US-Geschäft fortgesetzt. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung auf Tageshoch bei 1,1346 US-Dollar gehandelt und notierte damit auf dem höchsten Stand seit August 2016. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1278 (Montag: 1,1187) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8867 (0,8939) Euro gekostet.

Auslöser der Euro-Rally waren Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi. Diese wurden von den Marktakteuren als beginnende Abkehr von der jahrelangen, ultralockeren Geldpolitik interpretiert. Draghi zeigte sich zuversichtlich für das Wachstum im Euroraum und optimistischer als früher, dass die Notenbank ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent wieder erreichen könne. Die lange Zeit sehr schwache Inflation war ein Hauptgrund für die extrem lockere Geldpolitik der EZB./edh/jha/

27.06.2017

Republikaner vertagen erneut Votum über Ersatz für Obamacare

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Republikaner im US-Senat tun sich weiterhin schwer, eine einheitliche Linie in der Gesundheitspolitik zu finden. Eine für diese Woche geplante Abstimmung im Senat über einen in der vergangenen Woche vorgelegten Gesetzesentwurf für eine Neuordnung der Krankenversicherung wurde abgesagt.

Der Fraktionschef der Republikaner im Senat will über einen Vorschlag erst nach der am 4. Juli einsetzenden Sommerpause abstimmen lassen. Dies bestätigte der republikanische Senator Roger Wicker aus Mississippi am Dienstag. Eine Abstimmung ist damit nicht vor dem 10. Juli möglich.

US-Präsident Donald Trump hatte die Abschaffung der bisherigen Obamacare-Versicherung seines Vorgängers Barack Obama zu einem seiner wichtigsten Wahlkampfversprechen gemacht. Er hatte sich vehement für die schnelle Verabschiedung eines Entwurfs eingesetzt. Trump bestellte umgehend alle republikanischen Senatoren ins Weiße Haus ein.

Das Congressional Budget Office (CBO) hatte den neuen Entwurf der Republikaner zuvor scharf kritisiert und erklärt, 22 Millionen Amerikaner mehr als bisher würden damit bis 2026 ohne Krankenversicherung dastehen. Es ist mindestens der dritte Versuch seit Amtsantritt Trumps, Obamacare abzuschaffen. Einzige zählbare Ausbeute war bisher ein vom Abgeordnetenhaus verabschiedeter Entwurf, der aber im Senat als chancenlos gilt./dm/DP/jha

27.06.2017

Kalifornien will Glyphosat auf schwarze Liste setzen

SACRAMENTO (dpa-AFX) - Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat soll im US-Staat Kalifornien auf eine schwarze Liste gesetzt werden. Wie die zuständige Aufsichtsbehörde (Office of Environmental Health Hazard Assessment, OEHHA) auf seiner Webseite mitteilte, werde Glyphosat ab dem 7. Juli als Chemikalie aufgelistet, die nach Erkenntnissen des Staates Krebs verursachen kann.

Glyphosat ist eins der am meisten verkauften Unkrautvernichtungsmittel. Bekannt ist es vor allem unter dem Markennamen "Roundup" der Firma Monsanto .

Die Umwelt-Behörde verweist auf ein 1986 in Kraft getretenes Gesetz (Proposition 65) zum Schutz des Trinkwassers. Der Staat sei durch diese Verordnung verpflichtet, krebserregende Substanzen und andere gesundheitsschädliche Stoffe kenntlich zu machen.

Das auch auf deutschen Feldern breit eingesetzte Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Allerdings kam die europäische Chemikalienagentur Echa im März zu dem Schluss, dass verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten. Experten streiten über die Risiken.

Gegner des umstrittenen Unkrautgifts hatten Mitte Juni einen Teilerfolg erzielt. Eine europäische Bürgerinitiative hat eine Million Stimmen für ein Verbot gesammelt, wie Unterstützer der Initiative mitteilten. Damit dürfen die Aktivisten ihr Anliegen auf Verbot im EU-Parlament vortragen und die Europäische Kommission zu einer Stellungnahme auffordern. Die EU-Kommission muss die Initiative innerhalb von drei Monaten prüfen./mub/DP/jha

27.06.2017

Bundeswehr ordert Ausrüstung und Kräne für über 500 Millionen Euro

KOBLENZ (dpa-AFX) - Die Bundeswehr hat für mehr als eine halbe Milliarde Euro neue Ausrüstung und Kranfahrzeuge bestellt. "Wir haben in dieser Legislaturperiode erhebliche Haushaltsmittel erhalten, um der Truppe schnell, effizient und effektiv das Material zu liefern, das sie für ihre Aufträge braucht", erklärte der Präsident des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Harald Stein, am Dienstag in Koblenz. Der Bundestag hatte die Projekte laut Bundeswehr gebilligt.

Bis Dezember 2020 werde der Rüstungskonzern Rheinmetall 68 Sätze des Systems "Infanterist der Zukunft" für 369 Millionen Euro liefern. Sie bestehen vor allem aus Schutzbekleidung, Waffen und Aufklärungsausstattung. Damit sollen Soldaten laut Bundeswehr verbesserte Erfolgsaussichten im Einsatz haben. Dazu kommen von der Firma Liebherr 33 Berge- und Kranfahrzeuge sowie 38 geschützte Mobilkranfahrzeuge für etwa 175 Millionen Euro.

Im Mai hatte das Bundesamt für Ausrüstung einen Vertrag zur Lieferung von 104 ausgemusterten Kampfpanzern und 32 gebrauchten Fahrgestellen für rund 760 Millionen Euro unterschrieben./vr/DP/jha

27.06.2017

Castor-Schiff unter Polizeischutz - Transport auf Neckar steht bevor

OBRIGHEIM (dpa-AFX) - Am stillgelegten EnBW -Atomkraftwerk Obrigheim in Baden-Württemberg sind am Dienstag letzte Vorbereitungen für den umstrittenen Transport von Atommüll auf dem Neckar getroffen worden. Arbeiter bereiteten die Verladung von drei Castor-Behältern auf ein bereitstehendes Schiff vor. Das Manöver gilt als technisch anspruchsvoll. Die Uferstelle ist weiträumig mit Zäunen abgesperrt. Auf dem Fluss patrouillierte am Dienstag die Wasserschutzpolizei.

Es galt zunächst als unklar, ob der Energieversorger EnBW die Castoren mit ausgedienten Brennelementen noch am Dienstagabend auf das Schiff bringen würde. Beobachter hielten dies weiter für möglich. Dagegen teilte das Aktionsbündnis "Neckar castorfrei" am Abend mit: "Wir gehen davon aus, dass die Castoren morgen früh an Bord gefahren werden und der Transport dann aufbricht."

Das Schiff war nach fast zehnstündiger Fahrt von Neckarwestheim am Montag in Obrigheim angekommen und liegt seitdem unter Polizeischutz an der Verladerampe am Atomkraftwerk.

Die Rückfahrt mit drei Castoren in ein Zwischenlager in Neckarwestheim ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für diesen Mittwoch geplant. Es wäre der erste Transport von Atommüll auf einem Fluss in Deutschland. Die Organisatoren nennen die genauen Termine nicht - unter Hinweis auf Sicherheitsstandards. In den Castoren befindet sich unter anderem hoch radioaktives Plutonium.

Für die Rückfahrt werden Proteste von Atomkraftgegnern erwartet. Aktivisten hatten am Montag in Gundelsheim (Kreis Heilbronn) mit Transparenten friedlich gegen den geplanten Transport protestiert. Sie fürchten, dass ein Unfall verheerende Folgen nicht nur für die Region am unteren Neckar haben könnte.

Auch das Zwischenlager in Neckarwestheim halten sie für unsicher. "Der dortige Steinbruch mit seinem unsicheren Untergrund und den durch Auswaschungen entstehenden Hohlräumen ist kein sicheres Lager - geschweige denn ein für Jahrzehnte geeigneter Langzeitlagerort", sagte Herberth Würth vom Aktionsbündnis. Die EnBW hält den Transport für eine sichere Lösung. Die Polizei sichert das Schiff mit Booten, Einsatzfahrzeugen und einem Hubschrauber./wo/swo/DP/jha

27.06.2017

ROUNDUP Von der Leyens Kampfdrohnen-Pläne vor dem Aus

BERLIN (dpa-AFX) - Eines der wichtigsten Rüstungsprojekte von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht vor dem Scheitern. Die SPD will die Anmietung israelischer Kampfdrohnen weiterhin nicht mittragen. Die Entscheidung benötige eine breit angelegte Debatte über völkerrechtliche und andere Voraussetzungen, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann am Dienstag in Berlin. "Diese Voraussetzungen sind nicht erfüllt, deshalb lehnen wir im Haushaltsausschuss die Anschaffung einer Kampfdrohne ab", sagte er. "Wir sind aber dafür, eine Aufklärungsdrohne zu beschaffen, weil uns die Sicherheit der Soldaten wichtig ist."

Die Drohnen des Typs Heron TP sollten Ende 2019 einsatzfähig sein. Sie waren für die Bundeswehr als eine Übergangslösung bis zum Jahr 2025 geplant. Dann sollen sie durch eine europäische Kampfdrohne ersetzt werden, die derzeit noch entwickelt wird.

Die Drohnen gelten als eines der wichtigsten Projekte von Verteidigungsministerin von der Leyen. Sie wollte fünf Heron TP vom israelischen Hersteller IAI für mehr als eine Milliarde Euro anmieten

- und den Vertrag im Sommer unter Dach und Fach bringen. Ein

Einigungsversuch an diesem Mittwoch in der letzten regulären Sitzung des Haushaltsausschusses vor der Sommerpause gilt als unwahrscheinlich.

Von der Leyen kritisierte die Blockadehaltung der SPD: "Herr Oppermann verschweigt, dass die SPD im Bundestag bereits im Sommer 2016 der Entwicklung einer bewaffnungsfähigen Eurodrohne zugestimmt hat - und zwar nach einer breiten zweijährigen Debatte mit reger Beteiligung auch der SPD." Die Eurodrohne könne aber frühestens in acht Jahren zum Einsatz kommen. "Dass Herr Oppermann nun für die Übergangszeit die Soldatinnen und Soldaten in den Einsätzen im Stich lässt, ist entlarvend."

Die Heron-TP-Drohnen sind 14 Meter lang, haben eine Spannweite von 26 Metern und können bei Bedarf mit Raketen bewaffnet werden. Sie sollen die derzeit von der Bundeswehr in Afghanistan und Mali genutzten Aufklärungsdrohnen desselben Produzenten ersetzen, die für eine Bewaffnung zu klein sind.

Die Luftwaffe fordert seit Jahren Kampfdrohnen zum Schutz der Soldaten in den Einsatzgebieten. Kritiker meinen, die ferngesteuerten Fluggeräte senkten die Hemmschwelle zum Waffeneinsatz, da es keine Piloten gibt, die gefährdet werden könnten. Die Heron-TP-Drohnen können bei Bedarf mit Raketen bewaffnet werden. Auch juristische Probleme verzögern den Drohnendeal./poi/DP/jha

27.06.2017

Nasa präsentiert Design für Überschalljet

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat das Design für ihren geplanten Überschalljet vorgestellt. Eine erste Überprüfung eines Modells unter anderem mit Test in einem Windkanal sei erfolgreich verlaufen, teilte die Nasa in der Nacht zum Dienstag mit. Der "X-plane" oder auch "Quiet Supersonic Transport" genannte Jet war vom US-Rüstungskonzern Lockheed Martin für die Nasa entwickelt worden. Nun würden weitere Daten gesammelt, bevor das endgültige Passagier-Flugzeug 2021 getestet werden könne. Erst vor rund einer Woche hatte das junge US-Unternehmen Boom angekündigt, dass es für seinen bis zu 55-sitzigen Überschalljet inzwischen bereits 76 Bestellungen von fünf Fluggesellschaften eingesammelt habe.

Mehr als 13 Jahre nach dem Aus der legendären Concorde rückt somit eine mögliche Rückkehr des Überschallflugs näher./cah/DP/mis

27.06.2017

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste

NEW YORK (dpa-AFX) - Eingetrübte Wachstumsperspektiven für die US-Wirtschaft haben die Anleger an der Wall Street am Dienstag in die Flucht getrieben. Für Verkäufe sorgte zudem die verschobene Senatsabstimmung über den von der Trump-Regierung forcierten Rückbau der US-Gesundheitsreform Obamacare. Die Republikaner im US-Senat haben wegen einer zweifelhaften Mehrheit die Entscheidung darüber auf die erste Juli-Hälfte vertagt. Unter Druck standen einige schwergewichtete Technologieaktien, die den gesamten Sektor erheblich nach unten zogen.

Der Dow Jones Industrial endete auf seinem Tagestief 0,46 Prozent niedriger bei 21 310,66 Punkten. Das war der tiefste Schlusskurs des US-Leitindex seit dem 12. Juni. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Dienstag 0,81 Prozent auf 2419,38 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,83 Prozent auf 5671,60 Punkte abwärts.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt sich weniger zuversichtlich für die weltgrößte Volkswirtschaft USA. Für 2017 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent erwartet, nach bislang 2,3 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum ebenfalls 2,1 betragen. Im April war der IWF noch von 2,5 Prozent ausgegangen. Zudem zweifelt der IWF am Wachstumsziel der Trump-Regierung von 3 Prozent im Jahr 2020.

NUR FINANZSEKTOR IM PLUS

Aus Branchensicht waren nur Finanzwerte gefragt. So präsentierten sich die Aktien von JPMorgan mit einem Plus von 1,8 Prozent an der Spitze des Dow-Jones-Index. Die Papiere der Bank of America gewannen als Spitzenreiter im S&P-500-Index 2,8 Prozent, jene des Versicherers Metlife 1,9 Prozent. Dagegen wurden Papiere aus dem IT-Sektor am stärksten verkauft.

So verloren die Titel der Google -Mutter Alphabet aufgrund einer Rekordstrafe der EU 2,5 Prozent an Wert. Der Internetkonzern habe seine dominierende Position bei Produktanzeigen in Suchergebnissen zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht, begründete die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager die Strafe von 2,42 Milliarden Euro.

Die Papiere von Amazon sackten um 1,7 Prozent ab, jene von Apple büßten 1,4 Prozent ein. Facebook-Anteilsscheine verbilligten sich um knapp 2 Prozent.

SPRINT DANK NEUER ÜBERNAHMESPEKULATIONEN GEFRAGT

Unter den Einzelwerten standen ansonsten die Aktien der Mobilfunker Sprint und T-Mobile US aufgrund neuer Übernahmespekulationen im Blickpunkt. Sprint verhandelt laut Presseberichten mit den US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit. Während der bis Ende Juli angesetzten Verhandlungen mit den Kabelanbietern lägen die Gespräche mit der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US auf Eis, hieß es. Sprint-Titel gewannen 2,1 Prozent. T-Mobile US-Aktien fielen hingegen um 3,4 Prozent.

Aktien von General Motors verloren 0,9 Prozent, nachdem der Autobauer sein Absatzziel für den Heimatmarkt gesenkt hatte. Man gehe nunmehr im laufenden Jahr von knapp über 17 Millionen verkauften Autos aus, sagte das Management in einer Telefonkonferenz. Davor rechnete der Konzern noch mit rund 17,5 Millionen Neuwagen.

EURO STARK ÜBER 1,13 US-DOLLAR

Der Euro setzte seine steile Aufwärtsbewegung aus dem europäischen Handel im US-Geschäft fort und stieg bis auf 1,1349 US-Dollar. Dies war der höchste Stand seit August 2016. Richtungweisende zehnjährige Papiere verloren 19/32 Punkte auf 101 16/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,20 Prozent./edh/jha/

27.06.2017

Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste

NEW YORK (dpa-AFX) - Eingetrübte Wachstumsperspektiven für die US-Wirtschaft haben die Anleger an der Wall Street am Dienstag in die Flucht getrieben. Für Verkäufe sorgte zudem die verschobene Senatsabstimmung über den von der Trump-Regierung forcierten Rückbau der US-Gesundheitsreform Obamacare. Die Republikaner im US-Senat haben wegen einer zweifelhaften Mehrheit die Entscheidung darüber auf die erste Juli-Hälfte vertagt. Unter Druck standen einige schwergewichtete Technologieaktien, die den gesamten Sektor erheblich nach unten zogen.

Der Dow Jones Industrial endete auf seinem Tagestief 0,46 Prozent niedriger bei 21 310,66 Punkten. Das war der tiefste Schlusskurs des US-Leitindex seit dem 12. Juni. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Dienstag 0,81 Prozent auf 2419,38 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,83 Prozent auf 5671,60 Punkte abwärts./edh/jha/

27.06.2017

Aktien New York: Dow im Minus - IWF senkt US-Wachstumsprognose

NEW YORK (dpa-AFX) - Eingetrübte Wachstumsperspektiven für die US-Wirtschaft haben die Anleger an der Wall Street am Dienstag in der Defensive gehalten. Der Dow Jones Industrial sank zuletzt um 0,24 Prozent auf 21 357,39 Punkte. Zum Wochenauftakt hatte der US-Leitindex nur ein Mini-Plus über die Ziellinie gerettet. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Dienstag 0,49 Prozent auf 2427,24 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,42 Prozent auf 5695,34 Punkte abwärts.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt sich weniger zuversichtlich für die weltgrößte Volkswirtschaft USA. Für 2017 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent erwartet, nach bislang 2,3 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum ebenfalls 2,1 betragen. Im April war der IWF noch von 2,5 Prozent ausgegangen. Zudem zweifelt der IWF am Wachstumsziel der Trump-Regierung von 3 Prozent im Jahr 2020.

Aus Branchensicht waren vor allem Finanzwerte gefragt. So standen die Aktien von JPMorgan mit einem Plus von 1,6 Prozent an der Spitze des Dow-Jones-Index. Die Papiere der Bank of America gewannen als Spitzenreiter im S&P-500-Index 2,7 Prozent, jene des Versicherers Metlife 1,8 Prozent. Dagegen wurden Versorger- und Telekomwerte am stärksten verkauft. Schlusslicht im Dow waren die Titel von Verizon mit einem Kursabschlag von 1,8 Prozent.

Unter den Einzelwerten standen die Papiere der Mobilfunker Sprint und T-Mobile US aufgrund neuer Übernahmespekulationen wieder einmal im Blickpunkt. T-Mobile-US-Aktien mussten angesichts gedämpfter Hoffnungen auf eine Fusion mit Sprint einen Kursrutsch von 3 Prozent hinnehmen.

Sprint verhandelt laut dem "Wall Street Journal" mit den US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit. Während der bis Ende Juli angesetzten Verhandlungen mit den Kabelanbietern lägen die Gespräche mit der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US auf Eis, hieß es. Sprint-Titel gewannen 3,5 Prozent. Comcast und Charter büßten jeweils rund 0,9 Prozent ein.

Für die Titel der Google-Mutter Alphabet ging es angesichts einer Rekordstrafe der EU um 2,1 Prozent bergab. Der Internetkonzern habe seine dominierende Position bei Produktanzeigen in Suchergebnissen zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht, begründete die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager die Strafe von 2,42 Milliarden Euro.

Aktien von General Motors verloren 0,5 Prozent, nachdem der Autobauer sein Absatzziel für den Heimatmarkt gesenkt hatte. Man gehe nunmehr im laufenden Jahr von knapp über 17 Millionen verkauften Autos aus, sagte das Management in einer Telefonkonferenz. Davor rechnete der Konzern noch mit rund 17,5 Millionen Neuwagen./edh/jha/

27.06.2017

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Sorgen vor strafferer Geldpolitik der EZB

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen über eine Verschärfung der Geldpolitik in Europa haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag zugesetzt. Zugleich stieg der Euro deutlich. Eine Prognosesenkung des Autozulieferers Schaeffler drückte darüber hinaus auf die Stimmung in der Automobilbranche. Der Dax büßte seine zu Wochenbeginn erzielten moderaten Gewinne wieder ein und fiel letztlich um 0,78 Prozent auf 12 671,02 Punkte.

Der MDax verlor 1,44 Prozent auf 24 898,29 Punkte, während es für den Technologiewerte-Index TecDax um 0,97 Prozent auf 2245,44 Zähler abwärts ging. Europaweit sah es ähnlich aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,66 Prozent auf 3538,32 Punkte ein, und auch in Paris und London wurden Verluste verzeichnet. In den USA kam der der Leitindex Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit plus 0,04 Prozent kaum vom Fleck. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen verzeichneten zugleich moderate Verluste.

AUSSAGEN VON DRAGHI TREIBEN EURO HOCH

Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint sich langsam, aber sicher in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik zu bewegen. So deuteten Fachleute die Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi zur Eröffnung der alljährlichen Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra. Der Euro reagierte zugleich mit starken Kursgewinnen, was Aktien stark exportorientierter Unternehmen belastete. Zuletzt stieg die Gemeinschaftswährung auf 1,1335 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit vergangenem August.

"Spätestens nach Draghis Rede am Vormittag haben auch die letzten auf noch mehr Liquidität hoffenden Anleger eingesehen, dass es bei weiter guter Datenlage Anpassungen in der Geldpolitik geben wird", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Zwar werde die EZB noch weiter auf dem geldpolitischen Gaspedal bleiben, aber der EZB-Präsident habe zugleich klar gemacht, dass die lockere Geldpolitik keine Einbahnstraße sei.

BANKENWERTE IM AUFWIND - SCHAEFFLER NACH GEWINNWARNUNG ABGESTRAFT

Während die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank davon im Dax profitierten und um 4,90 Prozent und 3,19 Prozent zulegten, und auch die Titel der Deutschen Pfandbriefbank im MDax 2,20 Prozent gewannen, sackten die Papiere von Schaeffler mit minus 12,83 Prozent an das Ende des Index für mittelgroße Werte.

Der Autozulieferer hatte seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt. Begründet wurde dies mit Preisdruck im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft sowie mit gestiegenen Kosten. Im Sog dessen verloren die Anteilscheine der Schaeffler-Beteiligung Continental als Dax-Schlusslicht 3,33 Prozent. Die Leoni -Papiere gaben um 3,70 Prozent nach.

STADA-ÜBERNAHME GESCHEITERT

Ebenfalls im Fokus stand die knapp gescheiterte Übernahme des Arzneiherstellers Stada . Die Finanzinvestoren Bain und Cinven verfehlten die für den Deal erforderliche Annahmequote knapp. "Die Frage ist, ob nun die vorherigen Interessenten Advent und Permira noch einmal auf den Plan treten", sagte ein Börsianer. Die geschürten neuen Kauffantasien begrenzten die Verluste der Aktie letztlich auf 3,03 Prozent. Bain und Cinven können theoretisch rein rechtlich erst 2018 ein weiteres Angebot für den Pharmakonzern vorlegen.

Um 2,29 Prozent gaben die Papiere der Deutschen Telekom nach. Beim Poker um die Zukunft des US-Mobilfunkanbieters Sprint hat der Bonner Telekomkonzern offenbar Konkurrenz bekommen. Sprint verhandelt einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge derzeit mit den beiden US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit.

BÖRSENDEBÜT VON VAPIANO DURCHWACHSEN

Das Interesse am Markt richtete sich zudem auch auf den Börsengang der Restaurantkette Vapiano . Dieser fiel eher durchwachsen aus. Der erste Kurs hatte zwar bei 23,95 Euro und damit über dem Ausgabepreis von 23,00 Euro je Aktie gelegen. Zeitweise sackten die Papiere dann aber bis auf 22,50 Euro ab, bevor sie sich erholten und letztlich mit zuletzt 24,00 Euro auf Tageshoch schlossen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,10 Prozent am Montag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,17 Prozent auf 141,57 Punkte. Der Bund-Future verlor 1,07 Prozent auf 163,41 Punkte. Die EZB legte den Referenzkurs für den Euro am Nachmittag auf 1,1278 (Montag: 1,1187) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8867 (0,8939) Euro./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

27.06.2017

Aktien Frankfurt Schluss: Sorgen vor strafferer Geldpolitik der EZB belasten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen über eine Verschärfung der Geldpolitik in Europa haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag zugesetzt. Zugleich stieg der Euro deutlich. Eine Prognosesenkung des Autozulieferers Schaeffler drückte darüber hinaus auf die Stimmung in der Automobilbranche. Der Dax büßte seine zu Wochenbeginn erzielten moderaten Gewinne wieder ein und fiel letztlich um 0,78 Prozent auf 12 671,02 Punkte.

Der MDax verlor 1,44 Prozent auf 24 898,29 Punkte, während es für den Technologiewerte-Index TecDax um 0,97 Prozent auf 2245,44 Zähler abwärts ging. Europaweit sah es ähnlich aus./ck/jha/

27.06.2017

ROUNDUP/Aktien New York: Moderate Verluste - IWF senkt US-Wachstumsprognose

NEW YORK (dpa-AFX) - Trübere Wachstumsaussichten für die US-Wirtschaft haben die US-Aktienmärkte am Dienstag im frühen Handel etwas belastet. Zudem halten sich die Anleger vor einigen Reden wichtiger US-Notenbanker - darunter auch Fed-Chefin Janet Yellen - mit Engagements zurück. US-Konjunkturdaten hatten zunächst kaum Auswirkungen auf die Kurse.

Der Dow Jones Industrial sank zuletzt um 0,04 Prozent auf 21 400,42 Punkte. Zum Wochenauftakt hatte der US-Leitindex nur ein Mini-Plus über die Ziellinie gerettet. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Dienstag 0,14 Prozent auf 2435,66 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,48 Prozent auf 5749,60 Punkte abwärts.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt sich weniger zuversichtlich für die weltgrößte Volkswirtschaft USA. Für 2017 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent erwartet, nach bislang 2,3 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum ebenfalls 2,1 betragen. Im April war der IWF noch von 2,5 Prozent ausgegangen. Zudem zweifelt der IWF am Wachstumsziel der Trump-Regierung von 3 Prozent im Jahr 2020.

Unter den Einzelwerten stehen die Papiere der Mobilfunker Sprint und T-Mobile US aufgrund neuer Übernahmespekulationen wieder einmal im Blickpunkt. T-Mobile-US-Aktien mussten angesichts gedämpfter Hoffnungen auf eine Fusion mit Sprint einen Kursrutsch von 2 Prozent hinnehmen.

Sprint verhandelt laut dem "Wall Street Journal" mit den US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit. Während der bis Ende Juli angesetzten Verhandlungen mit den Kabelanbietern lägen die Gespräche mit der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US auf Eis, hieß es. Sprint-Titel gewannen 5,7 Prozent. Comcast und Charter büßten jeweils rund 0,7 Prozent ein.

Für die Titel der Google-Mutter Alphabet ging es angesichts einer Rekordstrafe der EU um 1,2 Prozent bergab. Der Internetkonzern habe seine dominierende Position bei Produktanzeigen in Suchergebnissen zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht, begründete die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager die Wettbewerbsstrafe von 2,42 Milliarden Euro. Google hat nun für Änderungen 90 Tage Zeit. Ansonsten drohen weitere Strafen von bis zu 5 Prozent vom Tagesumsatz des Mutterkonzerns.

Aktien von General Motors verloren 0,3 Prozent, nachdem der Autobauer sein Absatzziel für den Heimatmarkt gesenkt hatte. Man gehe nunmehr im laufenden Jahr von knapp über 17 Millionen verkauften Autos aus, sagte das Management in einer Telefonkonferenz. Davor rechnete der Konzern noch mit rund 17,5 Millionen Neuwagen./edh/jha/

27.06.2017

Aktien New York: Moderate Verluste - IWF senkt Wachstumsprognose für USA

NEW YORK (dpa-AFX) - Trübere Wachstumsaussichten für die US-Wirtschaft haben die US-Aktienmärkte am Dienstag zur Eröffnung etwas belastet. Zudem halten sich die Anleger vor einigen Reden wichtiger US-Notenbanker zurück. Der Dow Jones Industrial sank im frühen Handel um 0,08 Prozent auf 21 392,23 Punkte. Zum Wochenauftakt hatte der US-Leitindex nur ein Mini-Plus über die Ziellinie gerettet.

Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Dienstag 0,16 Prozent auf 2435,19 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,54 Prozent auf 5746,44 Punkte abwärts.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt sich weniger zuversichtlich für die weltgrößte Volkswirtschaft USA. Für 2017 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent erwartet, nach bislang 2,3 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum ebenfalls 2,1 betragen. Im April war der IWF noch von 2,5 Prozent ausgegangen. Zudem zweifelt der IWF am Wachstumsziel der Trump-Regierung von 3 Prozent im Jahr 2020./edh/jha/

27.06.2017

Aktien Frankfurt: Sorgen vor strafferer Geldpolitik der EZB belasten die Börse

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen um eine mögliche Verschärfung der Geldpolitik haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Zudem drückte eine Prognosesenkung des Autozulieferers Schaeffler auf die Stimmung in der Branche. Damit büßte der Dax seine zu Wochenbeginn erzielten Gewinne wieder ein und fiel um 0,64 Prozent auf 12 689,33 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 1,23 Prozent auf 24 953,26 Punkte. Beim Technologiewerte-Index TecDax stand ein Minus von 0,79 Prozent auf 2249,49 Zähler zu Buche. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,56 Prozent abwärts.

AUSSAGEN VON DRAGHI TREIBEN DEN EURO AN

Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint sich langsam, aber sicher auf eine weniger lockere Geldpolitik hin zu bewegen. So deuteten Fachleute jüngste Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die dieser zur Eröffnung der alljährlichen Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra tätigte. Der Euro reagierte auf die Äußerungen Draghis mit Kursgewinnen, was die Notierungen stark exportorientierter Unternehmen belastete.

Nach Auffassung des Marktbeobachters Jens Klatt hat Mario Draghi den Markt durch die Blume und vorsichtig auf einen Ausstieg der Politik des billigen Geldes vorbereitet - und das schmecke den liquiditätsverwöhnten Marktteilnehmern natürlich gar nicht. Zudem werden sich im weiteren Tagesverlauf mehrere US-Notenbanker zu Wort melden, darunter Fed-Chefin Janet Yellen.

SCHAEFFLER KNICKEN EIN

Hierzulande sackten die Papiere von Schaeffler mit einem Minus von fast 11 Prozent an das MDax-Ende. Der Autozulieferer hatte seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt mit der Begründung, der Preisdruck im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft sowie die Kosten für Neuanläufe hätten zugenommen. Im Sog dessen verloren die Anteilscheine der Schaeffler-Beteiligung Continental 3,41 Prozent. Für die Papiere von Leoni ging es ähnlich stark nach unten.

Ein weiteres Gesprächsthema war die gescheiterte Übernahme des Arzneiherstellers Stada . Die Finanzinvestoren Bain und Cinven verfehlten die für den Deal erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent knapp um rund 2 Prozentpunkte. "Die Frage ist, ob nun die vorherigen Interessenten Advent und Permira noch einmal auf den Plan treten", sagte ein Börsianer. Bain und Cinven aber könnten aus rechtlichen Gründen erst 2018 ein weiteres Angebot für den Pharmakonzern vorlegen. Stada selbst versuchte, die Aktionäre mit der Bestätigung seiner mittelfristigen Gewinn- und Umsatzziele zu beruhigen. Dennoch fielen die Anteilscheine um fast 4 Prozent.

VAPIANO MIT DURCHWACHSENEM BÖRSENDEBÜT

Derweil gaben die Papiere der Deutschen Telekom um knapp 3 Prozent nach. Beim Poker um die Zukunft des US-Mobilfunkanbieters Sprint hat der Telekomkonzern offenbar Konkurrenz bekommen. Sprint verhandelt einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge derzeit mit den beiden US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit.

Schließlich legte die Restaurantkette Vapiano einen eher durchwachsenen Börsengang hin. Der erste Kurs hatte zwar bei 23,95 Euro und damit über dem Ausgabepreis von 23 Euro das Stück gelegen. Dann aber sackten die Aktien bis auf 22,50 Euro ab, bevor sie sich erholten und zuletzt 23,56 Euro kosteten.

EURO ÜBER 1,12 US-DOLLAR

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,10 Prozent am Montag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,17 Prozent auf 141,57 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,59 Prozent auf 164,20 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1272 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8872 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1187 (Freitag: 1,1173) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8939 (0,8950) Euro gekostet./la/stb

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

27.06.2017

Aktien New York Ausblick: Kurse stagnieren auf hohem Niveau

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Wall Street steht am Dienstag weiter Stillstand auf hohem Niveau bevor. Vor den Reden einiger wichtiger US-Währungshüter dürften sich die Anleger erst einmal zurückhalten. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial praktisch unverändert bei 21 406 Punkten.

Zum Wochenauftakt hatte der New Yorker Leitindex letztlich nur ein minimales Plus über die Ziellinie gerettet, während es an der Technologiebörse Nasdaq moderat bergab gegangen war. Sämtliche wichtigen Indizes notieren derweil unweit ihrer jüngst noch markierten Rekordstände.

Im weiteren Tagesverlauf werden sich mehrere US-Währungshüter zu Wort melden, darunter die Chefin der Notenbank Fed, Janet Yellen. Zuletzt hatten sich einige Fed-Mitglieder für ein langsameres Tempo bei der weiteren Straffung der Geldpolitik ausgesprochen. Zudem stehen kurz nach dem Handelsstart Daten zum Verbrauchervertrauen auf der Agenda.

Die Aktionäre von T-Mobile US mussten angesichts gedämpfter Fusionshoffnungen einen vorbörslichen Kursrutsch von 5 Prozent verkraften. Beim Poker um die Zukunft des US-Mobilfunkanbieters Sprint bekommt die Deutsche Telekom offenbar Konkurrenz.

Sprint verhandelt laut dem "Wall Street Journal" mit den US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit. Während der bis Ende Juli angesetzten Verhandlungen mit den Kabelanbietern lägen die Gespräche mit der Telekom-Tochter auf Eis, hieß es. Sprint-Titel gewannen daraufhin schon vor dem Handelsstart fast 6 Prozent, wogegen Comcast 0,7 Prozent verloren und Charter nicht auffielen.

Für die Titel der Google-Mutter Alphabet ging es angesichts einer Rekordstrafe der EU vorbörslich um weitere 1 Prozent bergab. Der Internetkonzern habe seine dominierende Position bei Produktanzeigen in Suchergebnissen zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht, begründete die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager die Wettbewerbsstrafe von 2,42 Milliarden Euro. Google hat nun 90 Tage Zeit für Änderungen - ansonsten drohen weitere Strafen von bis zu 5 Prozent vom Tagesumsatz des Mutterkonzerns.

Aktien von General Motors verloren anderthalb Prozent, nachdem der Autobauer sein Absatzziel die branchenweiten Verkäufe in den USA gesenkt hatte. Man gehe nunmehr im laufenden Jahr von knapp über 17 Millionen verkauften Autos aus, sagte das Management in einer Telefonkonferenz. Davor rechnete der Konzern noch mit rund 17,5 Millionen Neuwagen, die branchenweit abgesetzt werden./gl/das

27.06.2017

Aktien Frankfurt: Trübe Stimmung - Euroanstieg und Kursrutsch bei Zulieferern

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung am Dienstag wieder etwas eingetrübt. So drückte eine Prognosesenkung des Autozulieferers Schaeffler die Aktien der Branche ins Minus. Zudem sorgten Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi zur Inflation für ein zwiespältiges Echo an der Börse. Damit büßte der Dax seine zu Wochenbeginn erzielten Gewinne wieder ein und fiel um 0,42 Prozent auf 12 717,06 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 1,05 Prozent auf 24 997,00 Punkte. Beim Technologiewerte-Index TecDax stand ein Minus von 0,81 Prozent auf 2249,01 Zähler zu Buche. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,28 Prozent abwärts.

SCHAEFFLER KNICKEN EIN

Die schwache Inflation im Euroraum ist aus Sicht von Draghi vor allem auf zeitlich begrenzte Entwicklungen zurückzuführen, was Börsianern zufolge früher oder später für eine weniger lockere Geldpolitik spricht. Der Euro reagierte auf die Äußerungen Draghis mit Kursgewinnen, was die Notierungen stark exportorientierter Unternehmen belastete. Zudem äußerte sich Draghi aber zuversichtlich zur konjunkturellen Lage im Euroraum, was wiederum den Aktienmarkt stützte.

Im Tagesverlauf wird sich noch Fed-Chefin Janet Yellen zu Wort melden. Zuletzt hatten sich einige Mitglieder der US-Notenbank dafür ausgesprochen, den Leitzins eher später als früher erneut anzuheben.

Hierzulande sackten die Papiere von Schaeffler mit einem Minus von fast 11 Prozent an das MDax-Ende. Der Autozulieferer hatte seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt mit der Begründung, der Preisdruck im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft sowie die Kosten für Neuanläufe hätten zugenommen. Im Sog dessen verloren die Anteilscheine der Schaeffler-Beteiligung Continental mehr als 2 Prozent. Für die Papiere von Leoni ging es ähnlich stark nach unten.

ÜBERNAHME VON STADA GESCHEITERT

Ein weiteres Gesprächsthema war die gescheiterte Übernahme des Arzneiherstellers Stada . Die Finanzinvestoren Bain und Cinven verfehlten die für den Deal erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent knapp um rund 2 Prozentpunkte. "Die Frage ist, ob nun die vorherigen Interessenten Advent und Permira noch einmal auf den Plan treten", sagte ein Börsianer. Bain und Cinven könnten aus rechtlichen Gründen aber erst 2018 ein weiteres Angebot für den Pharmakonzern vorlegen. Stada selbst versuchte, die Aktionäre mit der Bestätigung seiner mittelfristigen Gewinn- und Umsatzziele zu beruhigen. Dennoch fielen die Anteilscheine um mehr als 3 Prozent.

Derweil gaben die Papiere der Deutschen Telekom um knapp 2 Prozent nach. Beim Poker um die Zukunft des US-Mobilfunkanbieters Sprint hat der Telekomkonzern offenbar Konkurrenz bekommen. Sprint verhandelt einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") zufolge derzeit mit den beiden US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit. Während der bis Ende Juli angesetzten Verhandlungen mit den Kabelanbietern lägen die Gespräche mit der Telekom-Tochter T-Mobile US über eine Fusion auf Eis, hieß es.

VAPIANO MIT DURCHWACHSENEM BÖRSENDEBÜT

Schließlich legte die Restaurantkette Vapiano einen durchwachsenen Börsengang hin. Der erste Kurs hatte zwar bei 23,95 Euro und damit über dem Ausgabepreis von 23 Euro das Stück gelegen. Zuletzt aber wurden nur noch 22,70 Euro gezahlt./la/fbr

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

27.06.2017

ROUNDUP/Merkel: EU soll mit USA erneut über Freihandelsabkommen sprechen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Handelsminister Wilbur Ross haben sich für einen neuen Anlauf in den Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU mit den USA ausgesprochen. Die Verhandlungen sollten wieder aufgenommen werden, sagte die CDU-Chefin am Dienstag in Berlin auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU.

Ohne strukturierte Verhandlungen könne die Vielzahl der Handelsprobleme nicht bewältigt werden. "Und deshalb spreche ich mich dafür aus, dass wir die Verhandlungen wirklich für ein solches Freihandelsabkommen wieder in Gang bringen und dabei auch die Vielzahl der Probleme miteinander klären", sagte Merkel.

Ross verwies in einer aus Washington zugeschalteten Videobotschaft, dass die EU mit Mexiko und Kanada Verträge geschlossen habe, nicht aber mit den USA. Er kündigte zugleich an, hart gegen "Dumping-Importe" vorgehen zu wollen, die unter Produktionskosten angeboten würden. Die USA seien der weltgrößte Importeur von Stahl und auch größtes "Opfer illegaler Praktiken", sagte Ross, der zuvor seinen Berlin-Besuch abgesagt hatte.

Er kündigte erneut einen umfangreichen Bericht für US-Präsident Donald Trump an, mit Empfehlungen zum Schutz der US-Stahl- und Aluminiumindustrie. Ross betonte zugleich, dass alle Seiten gehört würden. Es müssten zudem Lücken geschlossen werden, die es in den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gebe.

Mit Blick auf den Handel zwischen der EU und den USA sprach Ross von einem Missverhältnis zu Lasten der Vereinigten Staaten. Unter anderem Energieexporte aus den USA nach Europa sollten erleichtert werden - beispielsweise bei Flüssig-Erdgas./sl/DP/jha

27.06.2017

Merkel für Schutz vor Firmenübernahmen in EU nach Forschungsförderung

BERLIN (dpa-AFX) - Bei der Förderung von Forschungsinvestitionen in strategischen Industrien in Europa sollten aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch Schutzmaßnahmen gegen spätere Firmenübernahmen ausgelotet werden. Es werde sich die Frage stellen, "inwieweit brauchen wir hier vielleicht Schutzeinrichtungen", sagte Merkel am Dienstagabend in Berlin auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU.

Es gehe darum, dass nicht alles sofort von sehr starken, marktkapitalisierten Unternehmen "weggekauft werden kann, was wir ... aufgepäppelt haben", sagte Merkel. Darüber müsse in aller Ruhe geredet werden. Die EU-Kommission habe solche Überlegungen bereits angestellt.

Für strategische Forschungs- und Entwicklungsbereiche ist die EU-Kommission bereit, die klassischen Beihilfereglungen außer Kraft zu setzen. Dies wird Merkel zufolge im Bereich der Mikrochips bereits erprobt. Die Frage sei, ob dies auch im Bereich der Batterien oder künstlichen Intelligenz gemacht werden müsse./sl/DP/jha

27.06.2017

Merkel will mit Paris rasch Klarheit über EU-Datenschutz schaffen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will zusammen mit Frankreich Druck machen beim Ausbau des digitalen Binnenmarktes in Europa und rasch für klare Regeln sorgen. Mit Blick auf die neue Grundverordnung für einheitlichen Datenschutz der EU ab Frühjahr 2018 sagte Merkel am Dienstagabend in Berlin, diese stelle viele Unternehmen angesichts zahlreicher unbestimmter Rechtsbegriffe vor Herausforderungen.

Es wäre "ein gutes deutsch-französisches Projekt", sehr schnell für bestimmte Branchen Empfehlungen zu geben, wie diese Verordnung ausgelegt werde und "nicht in einen Wust von Rechtsverfahren hineinzugelangen", sagte Merkel auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU. Beim deutsch-französischen Ministerrat wolle sie darüber reden, sagte Merkel.

Mit der Verordnung soll eine neue Ära in Europa beginnen. Ab Ende Mai 2018 kommen dann auf Internetnutzer und Seitenbetreiber zahlreiche Neuerungen zu. Auch Unternehmen werden in die Verantwortung genommen. Ziel ist ein einheitlicher Datenschutz in ganz Europa auf einem möglichst hohen Niveau, damit Unternehmen ihren Firmensitz nicht dorthin verlegen, wo es schwächere Regeln oder laxere Aufsichtsbehörden gibt. Die neue Datenschutz-Grundverordnung ersetzt die nationale Gesetzgebung und setzt auch neue Standards für den Umgang mit Kundendaten./sl/DP/jha

27.06.2017

Merkel: Raum für 'begrenzte Steuersenkung'

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Spielraum für "begrenzte Steuerentlastungen" nach der Wahl - lehnt höhere Abgaben für Top-Einkommen aber ab. Auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU sprach sich die CDU-Chefin am Dienstagabend in Berlin dafür aus, dass der sogenannte Spitzensteuersatz von 42 Prozent später greifen sollte.

Der Spitzensteuersatzes werde heute viel zu schnell erreicht. "Das ist überstundenfeindlich und leistungsfeindlich", sagte Merkel. Es gebe daher gute Gründe, diesen Satz "etwas" in Richtung höhere Einkommen zu verschieben.

Bisher greift der Satz von 42 Prozent ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von rund 54 000 Euro. Merkel stellte zugleich mit Blick auf die SPD klar, dass die Union keine Steuerpolitik machen werde, die zwischen kleinen und großen Einkommen unterscheide. Auch der Abbau des "Soli" für alle sei ein Thema der Gerechtigkeit.

Sie halte - auch wegen der Personengesellschaften - höhere Einkommensteuersätze für falsch. Die "Reichensteuer" von derzeit 45 Prozent könne man machen. "Aber jetzt noch einmal den Steuersatz anzuheben, halte ich für komplett falsch, was die Investitionstätigkeit anbelangt", sagte Merkel. Es müsse Investitionsanreize geben. Sie sehe nicht den geringsten Grund, warum man Personengesellschaften als Dank für die wirklich sehr gute Beschäftigungs- und Wachstumspolitik höhere Steuersätze auferlegen sollte, sagte Merkel: "Das erschließt sich mir nicht."

Merkel bekräftigte zugleich, dass die Union in der kommenden Legislaturperiode die steuerliche Förderung für mittelständische Unternehmen angehen wolle./sl/DP/jha

27.06.2017

Merkel für neuen Anlauf bei TTIP-Verhandlungen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für einen neuen Anlauf in den Verhandlungen für das Freihandelsabkommen TTIP der EU mit den USA ausgesprochen. Die Verhandlungen sollten wieder aufgenommen werden, sagte Merkel am Dienstag in Berlin auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU. Ohne strukturierte Verhandlungen könne die Vielzahl der Handelsprobleme und Fragen nicht bewältigt werden. "Und deshalb spreche ich mich dafür aus, dass wir die Verhandlungen wirklich für ein solches Freihandelsabkommen wieder in Gang bringen und dabei auch die Vielzahl der Probleme miteinander klären", sagte Merkel./sl/DP/jha

27.06.2017

US-Notenbankchefin: Trump-Regierung respektiert Unabhängigkeit der Fed

LONDON (dpa-AFX) - Die US-Regierung achtet laut US-Notenbankchefin, Janet Yellen, die Unabhängigkeit der Zentralbank. "Ich habe in der Regierung einen soliden Respekt für die Unabhängigkeit der Fed gefunden", sagte Yellen am Dienstag in London. Sie habe eine "gute und enge" Arbeitsbeziehung mit dem Weißen Haus. Zu ihrem Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump wollte sie sich jedoch nicht äußern. Trump hatte Yellen im Wahlkampf immer wieder heftig kritisiert./jsl/jha/

27.06.2017

Fed-Vorsitzende Yellen gegen Lockerung von Finanzmarktregulierungen

LONDON (dpa-AFX) - Die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, hat sich gegen eine Lockerung von Finanzmarktregulierungen ausgesprochen. In Folge der Finanzkrise sei ein angemesseneres System von Überwachung und Regulierung eingeführt worden, sagte Yellen am Dienstag in London. Dieses bleibe hoffentlich in Kraft. Eine Abwicklung der Regulierungen wäre "keine gute Sache", sagte sie.

US-Präsident Donald Trump hat sich immer wieder für eine Lockerung der Regulierung ausgesprochen, um die Kreditvergabe zu erleichtern. Yellen zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Finanzmarktregulierungen bleiben. Sie glaube zudem nicht, dass es zu ihren Lebzeiten nochmal zu einer Finanzmarktkrise komme./jsl/jha/

27.06.2017

Französische Gewerkschaft kündigt Protest gegen Arbeitsmarktreform an

PARIS (dpa-AFX) - Eine wichtige französische Gewerkschaft hat zu landesweiten Proteste gegen eine brisante Arbeitsmarktreform aufgerufen, die Frankreichs Regierung an diesem Mittwoch auf den Weg bringen will. Die CGT schlug in einer Mitteilung einen Streik- und Aktionstag in allen Unternehmen am 12. September vor. Die Regierung will die Schutzrechte für Arbeitnehmer lockern, dies ist ein zentrales Versprechen von Präsident Emmanuel Macron.

Im vergangenen Jahr hatte eine Arbeitsmarktreform unter Macrons Vorgänger François Hollande über Monate zu heftigen Protesten und Ausschreitungen geführt. Vor der ersten Sitzung der neugewählten Nationalversammlung protestierten am Dienstag nach Polizeiangaben rund 1100 Menschen in Paris gegen die Pläne Macrons, dazu hatten mehrere Gewerkschaften aufgerufen./sku/DP/jha

27.06.2017

Merkel schließt Vermögensteuer und höhere Erbschaftsteuer aus

BERLIN (dpa-AFX) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat SPD-Gedankenspiele über die Einführung einer Vermögensteuer oder eine weitere Erhöhung der Erbschaftsteuer kategorisch zurückgewiesen. Mit der Union werde es auch keine Kommission geben, mit der man nach der Bundestagswahl beides prüfen werde, sagte Merkel am Dienstag bei einer Veranstaltung der Mittelstandspolitiker in der Unionsfraktion in Berlin. "Substanzsteuern sind kritisch und müssen deshalb außerordentlich vorsichtig gehandhabt werden. Vermögensteuer kommt nicht infrage."

Die SPD-Spitze hatte ein parteiinternes Ringen über die Vermögensteuer auf ihrem Parteitag am Sonntag mit einem Kompromiss vermieden. Nun soll eine "Kommission zur Vermögensbesteuerung" weiter an dem Projekt arbeiten. Die Sonderabgabe für Superreiche ist seit Jahren Teil des SPD-Grundsatzprogramms. Die Sozialdemokraten wollen bei einem Wahlsieg den Weg über die Erbschaftsteuer gehen, um mehr Geld von vermögenden Firmenerben zu kassieren.

Merkel sagte, die Union habe sich mit der Reform der Erbschaftsteuer "unglaublich gequält". Man müsse schon viel erleiden können, wenn man nun für die nächste Legislaturperiode anfange, eine solche Debatte erneut auf die Tagesordnung zu setzen. "Mit uns wird es keinen Veränderung geben", es sei denn, das Verfassungsgericht schreite ein. Sie sei entschlossen, "einen Wahlkampf aufzuführen, in dem wir nicht nur übers Verteilen reden, sondern genauso übers Erwirtschaften. Das ist soziale Marktwirtschaft, wie wir sie brauchen."

Die CDU-Chefin kündigte an, ins Unions-Wahlprogramm werde zur Unterstützung des Mittelstands die Forschungsförderung über Steuern aufgenommen. Dies sei für den Mittelstand angesichts der abnehmenden Forschungstätigkeit in kleinen und mittleren Unternehmen einfacher. "Da müssen wir wieder alles tun, damit das wieder vorangeht und wir da nicht abgehängt werden", sagte Merkel./bk/DP/mis

27.06.2017

Steuersenkungen: Schäuble warnt vor übertriebenen Erwartungen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat erneut vor übertriebenen Hoffnungen auf Steuerentlastungen gewarnt. Auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU verwies Schäuble am Dienstag in Berlin auf den bisher von der CDU in Aussicht gestellten Entlastungsspielraum "irgendwo" von 15 Milliarden Euro pro Jahr.

"Mit 15 Milliarden können Sie im Einkommenssteuerbereich keine sensationellen Bewegungen machen." Ob man das dann "wuchtig" nenne, sei eine Geschmacksfrage, sagte Schäuble in Anspielung auf CSU-Forderungen. "Ich rate dazu, in den Erwartungen realistisch zu sein." Schon wenn der Spitzensteuersatz nur um 10 000 Euro später greife als bisher bei rund 54 000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen, ergebe allein das ein Entlastungsvolumen nahe 15 Milliarden.

Auch beim Abbau des Solidaritätszuschlags ab 2020 gebe es nur einen begrenzten Handlungsspielraum. Die Mindereinnahmen für den Bund kämen zu den Ausfällen aus Steuersenkungen hinzu. Es müsse daher eine "verlässliche, berechenbare" Politik geben. Man müsse auch mehr für Familien mit Kindern tun, betonte Schäuble.

Die Union wolle in der Forschungsförderung Zusätzliches erreichen, bekräftigte Schäuble. Er deutete an, dass das bisherige Ziel von drei Prozent der Wirtschaftsleistung für Forschungsausgaben in Deutschland auf 3,5 Prozent angehoben werden solle. Das sei ambitioniert, aber richtig. Möglichkeiten der steuerlichen Forschungsförderung würden in der nächsten Legislaturperiode angegangen, sollte die Union weiter regieren./sl/DP/mis

27.06.2017

AKTIE IM FOKUS 3: Stada-Anleger nur kurz geschockt - Neue Deal-Fantasie köchelt

(Neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Unter den Anteilseignern von Stada schlummert trotz der vorerst gescheiterten Offerte durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven weiter die Hoffnung auf eine lukrative Übernahme. Nach einem anfänglichen Kurseinbruch am Dienstag bis auf 56,51 Euro erholten sich die Aktien des Arzneimittelherstellers bis zum Handelsschluss auf 59,92 Euro. Das war noch ein Minus von 3,03 Prozent.

Aktuell suchen Hedgefonds Gespräche mit Bain und Cinven über einen neuen Stada-Deal, wie eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur dpa-AFX sagte. Analyst Thomas Maul von der DZ Bank hatte bereits gemutmaßt, dass investierte Hedgefonds eventuell auf ein höheres Gegenangebot gesetzt und so ebenfalls zum Nichterreichen der Mindestannahmeschwelle beigetragen hätten. Mit Blick auf eine neue Offerte der beiden Finanzinvestoren gebe es zwar eigentlich eine einjährige Sperrfrist, allerdings bestehe die Möglichkeit, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) diese bei einer Zustimmung von Stada aufhebe.

Äußerst knapp war der Deal gescheitert, wie am Montagabend mitgeteilt worden war. Die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent wurde nur um rund 2 Prozentpunkte verfehlt. Bain und Cinven hatten 66 Euro je Stada-Aktie geboten. Vor dem Hochkochen erster Übernahmespekulationen Anfang Dezember hatten die Anteilscheine noch rund 44 Euro gekostet. Dem Vernehmen nach aber waren die Hedgefonds erst zu hohen Kursen bei Stada eingestiegen.

COMMERZBANK: ADVENT WOHL WEITER AN STADA INTERESSIERT

Neben einer denkbaren weiteren Offerte von Bain und Cinven stellt sich Börsianern zufolge auch die Frage, ob die vorherigen Interessenten Advent und Permira noch einmal auf den Plan treten. Advent hatte im Februar vorübergehend 58 Euro pro Aktie zuzüglich der erwarteten Dividende geboten.

Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank zumindest meint, dass sich die Übernahmehoffnungen erst einmal halten dürften. Zumindest Advent sei wohl noch sehr stark an Stada interessiert. Wendorff bezweifelt aber, dass die Beteiligungsgesellschaft die zuletzt gebotenen 66 Euro je Aktie ebenfalls auf den Tisch legen würde.

KEPLER CHEUVREUX: ÜBERNAHME WEITER MÖGLICH

Experte Oliver Reinberg vom Analysehaus Kepler Cheuvreux sieht in der aktuellen Gemengelage eine Übernahmewahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Angesichts des äußerst knappen Scheiterns des Verkaufs von Stada an Bain und Cinven sei ein Deal weiter möglich.

Stada selbst setzt nun auf eigene Stärke. Der Konzern werde an seinen im vergangenen Jahr verabschiedeten Wachstumskonzepten festhalten, sagte Stada-Chef Matthias Wiedenfels während einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Gleichzeitig bestätigte der Manager die Wachstumsziele bis 2019./mis/la/tav/ck/stk/ck/jha/

27.06.2017

AKTIEN IM FOKUS 2: Schaefflers Gewinnwarnung bringt Margen-Thema auf den Tisch

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Gewinnwarnung von Schaeffler hat die Diskussion über Margen im Zuliefergeschäft wieder angefacht. Die Warnung - unter anderem wegen Preisdrucks im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft - werde alle Autozulieferer belasten, schrieb Jefferies-Analyst Ashik Kurian in einer Studie. Die Kurse fielen am Dienstag teils deutlich.

Dabei ist das Thema eigentlich nicht neu, hatte doch Schaeffler selbst im ersten Quartal bei der Rendite in seinem Autogeschäft enttäuscht. Schaeffler war am Vorabend bei seinen Jahreszielen für die operative Marge (Ebit-Marge) vor Sondereffekten sowie dem freien Mittelzufluss zurückgerudert. Die Branche war zuletzt lange Zeit von solchen schlechten Nachrichten verschont geblieben.

SCHAEFFLER AUF TIEFSTEM STAND SEIT ANFANG DEZEMBER

Die Aktien von Schaeffler stürzten bis Handelsschluss um 12,83 Prozent auf 12,505 Euro ab. Sämtliche Kursgewinne seit Jahresbeginn wurden damit vernichtet und der tiefste Stand seit Anfang Dezember 2016 erreicht. Ebenfalls unter die Räder kamen die Branchenkollegen Continental und Leoni , die um 3,33 Prozent beziehungsweise 3,70 Prozent nachgaben.

Europaweit wurden darüber hinaus auch die Aktie des französischen Unternehmens Faurecia und die der britischen GKN besonders deutlich nach unten gezogen mit minus 3,83 Prozent und minus 4,31 Prozent. Der Stoxx 600 Automobiles & Parts war zeitweise der schwächste Sektor in Europa. Er beendete den Tag mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. Die Autohersteller hielten sich hier noch vergleichsweise gut.

THEMA PREISDRUCK RÜCKT IN DEN FOKUS

Wie Jefferies-Analyst Kurian hervorhob, rechnet er mit einer sich neu entfachenden Diskussion über Wachstumsaussichten und Widerstandsfähigkeit der Margen von Autozulieferern. Dieses Thema komme wieder hoch in einer Zeit, in der sich die Branche dem Höhepunkt im aktuellen Zyklus annähre. Das Thema Preisdruck werde nun bei allen Autozulieferern bei den nächsten Kapitalmarkt-Veranstaltungen in den Fokus rücken.

UBS-Analyst Julian Radlinger hält allerdings den Einfluss auf andere Werte der Branche für begrenzt, da Schaeffler aufgrund seiner Produkte im Gegensatz zu den Kollegen stärker dem Preisdruck ausgesetzt sei. Radlinger hatte schon Ende Mai die Aktie auf "Sell" abgestuft und auch sein Kursziel zurückgenommen mit genau der nun vom Unternehmen genannten Begründung: Preisdruck und Entwicklungskosten würden die Ebit-Marge belasten.

Als klaren Rückschlag für die Investment-Story bezeichnete Analyst Michael Raab von Kepler Cheuvreux die Prognosesenkungen von Schaeffler. Der Zuliefersektor sei eine ganze Weile von Gewinnwarnungen verschont geblieben. Er sehe seine These bestätigt, dass das Umfeld für Zulieferer schwieriger werden könnte./stk/das/stb/ck/jha/

27.06.2017

ANALYSE/RBC: Lufthansa auf dem Weg zum 'Mercedes-Benz der Lüfte' - 'Outperform'

LONDON (dpa-AFX) - Nach Ansicht des Analysehauses RBC Capital steigt die Lufthansa zunehmend in der Wahrnehmung und ist auf dem Weg zu einer Art "Mercedes-Benz der Lüfte" zu werden. Analyst Damian Brewer erwartet laut einer Studie vom Dienstag künftig höhere Durchschnittsumsätze und geringere Treibstoffkosten. Seine Prognose für das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) im laufenden Jahr hob er um 50 Prozent an.

Brewer hob das Kursziel von 12,50 auf 30,00 Euro an und sieht damit aktuell noch ein Kurspotenzial von 55 Prozent. Entsprechend stufte er die Aktie der größten deutschen Fluggesellschaft von "Sector Perform" auf "Outperform" hoch.

Der RBC-Analyst rechnet mit einer weiter steigenden Nachfrage und lobte die Lufthansa als Qualitätsunternehmen, was mehr und mehr wahrgenommen werde. Das stärke das mittelfristige Potenzial und habe unter anderem günstige Auswirkungen auf die Preise.

Risiken gebe es allerdings nach wie vor. Die langfristigen Herausforderungen seien nicht vom Tisch, auch wenn sie im laufenden und kommenden Jahr an weniger stark wirkten.

Elementar sei, wie das Management der Lufthansa agiere, um profitabel zu wachsen, betont der Experte. Dabei hob er die Anstrengungen hervor, die die Lufthansa in Richtung Automatisierung gemacht habe sowie die Kürzungen der Verwaltungsausgaben. Zudem hob er den Umgang mit der Pensionslasten positiv hervor. Die Rückstellungen für die Altersversorgung der Piloten könnten 2017 auf 6,5 Milliarden Euro oder sogar noch deutlicher sinken.

Die Ausgabendisziplin verstärke den Trend zu höheren Gewinnen, die sich auch aus dem zunehmend positiveren gesamtwirtschaftlichen Ausblick ergäben. Laut Brewer sind dies die Gründe, weshalb die Aktie bis Mitte 2018 Spielraum nach oben habe bis auf sein Kursziel von 30 Euro.

Mit der Einstufung "Outperform" rechnen die Analysten von RBC Capital Markets auf Sicht von zwölf Monaten damit, dass sich die Aktien deutlich besser als der Branchendurchschnitt entwickeln./ck/jsl/mis

Analysierendes Institut RBC Capital.

27.06.2017

ANALYSE-FLASH: SocGen hebt Ziel für Kering auf 350 Euro - 'Buy'

PARIS (dpa-AFX Broker) - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat das Kursziel für Kering vor Halbjahreszahlen von 325 auf 350 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Ihre angepassten Gewinnschätzungen seien der Grund für das neue Kursziel, schrieben die Analysten in einer Studie vom Dienstag. Mit Enttäuschungen seitens des Luxusgüterherstellers rechnen sie bei der Zahlenvorlage nicht./ajx/la

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27.06.2017

ANALYSE-FLASH: JPMorgan senkt Ziel für AB Inbev auf 108 Euro - 'Neutral'

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für AB Inbev von 110 auf 108 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Das diesjährige operative Ergebnis (Ebit) des Brauereikonzerns dürfte nur begrenzt von Umsatzsynergien durch eine Expansion seiner globalen Marken in Kolumbien, Südafrika und Australien profitieren, schrieb Analyst Komal Dhillon in einer Studie vom Dienstag. Operativ sollte das zweite Quartal ähnlich wie das Jahresauftaktquartal verlaufen sein. Eine Erholung in Brasilien und Kostensynergien preise die Aktie schon ein./gl/ajx

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27.06.2017

AKTIE IM FOKUS 2/Stada-Anleger nur kurz geschockt - Deal-Fantasie köchelt weiter

(Neu: Hedgefonds suchen anscheinend Gespräche mit Bain und Cinven. Analystenkommentar der DZ Bank.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Unter den Anteilseignern von Stada schlummert trotz der vorerst gescheiterten Offerte durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven weiter die Hoffnung auf eine lukrative Übernahme. Nach einem anfänglichen Kurseinbruch bis auf 56,51 Euro erholten sich die Aktien des Arzneimittelherstellers bis zum Dienstagmittag auf 59,62 Euro. Das war aber noch ein Minus von rund dreieinhalb Prozent.

Aktuell suchen Hedgefonds Gespräche mit Bain und Cinven über einen neuen Stada-Deal, wie eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur dpa-AFX sagte. Analyst Thomas Maul von der DZ Bank hatte bereits gemutmaßt, dass investierte Hedgefonds eventuell auf ein höheres Gegenangebot gesetzt und so ebenfalls zum Nichterreichen der Mindestannahmeschwelle beigetragen hätten. Mit Blick auf eine neue Offerte der beiden Finanzinvestoren gebe es zwar eigentlich eine einjährige Sperrfrist, allerdings bestehe die Möglichkeit, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) diese bei einer Zustimmung von Stada aufhebe.

Äußerst knapp war der Deal gescheitert, wie am Montagabend mitgeteilt worden war. Die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent wurde nur um rund 2 Prozentpunkte verfehlt. Bain und Cinven hatten 66 Euro je Stada-Aktie geboten. Vor dem Hochkochen erster Übernahmespekulationen Anfang Dezember hatten die Anteilscheine noch rund 44 Euro gekostet. Dem Vernehmen nach aber waren die Hedgefonds erst zu hohen Kursen bei Stada eingestiegen.

COMMERZBANK: ADVENT WOHL WEITER AN STADA INTERESSIERT

Neben einer denkbaren weiteren Offerte von Bain und Cinven stellt sich Börsianern zufolge auch die Frage, ob die vorherigen Interessenten Advent und Permira noch einmal auf den Plan treten. Advent hatte im Februar vorübergehend 58 Euro pro Aktie zuzüglich der erwarteten Dividende geboten.

Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank zumindest meint, dass sich die Übernahmehoffnungen erst einmal halten dürften. Zumindest Advent sei wohl noch sehr stark an Stada interessiert. Wendorff bezweifelt aber, dass die Beteiligungsgesellschaft die zuletzt gebotenen 66 Euro je Aktie ebenfalls auf den Tisch legen würde.

ÜBERNAHME WEITER MÖGLICH

Experte Oliver Reinberg vom Analysehaus Kepler Cheuvreux sieht in der aktuellen Gemengelage eine Übernahmewahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Angesichts des äußerst knappen Scheiterns des Verkaufs von Stada an Bain und Cinven sei ein Deal weiter möglich.

Stada selbst setzt nun auf eigene Stärke. Der Konzern werde an seinen im vergangenen Jahr verabschiedeten Wachstumskonzepten festhalten, sagte Stada-Chef Matthias Wiedenfels während einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Gleichzeitig bestätigte der Manager die Wachstumsziele bis 2019./mis/la/tav/ck/stk

27.06.2017

IPO/AKTIE IM FOKUS 2: Vapiano rutschen unter Ausgabepreis

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der Restaurantkette Vapiano sind bis zum Dienstagmittag deutlich unter den Ausgabepreis von 23 Euro gerutscht. Zwischenzeitlich kosteten die Papiere 22,50 Euro - ein Minus von mehr als 2 Prozent.

Am Morgen hatte alles noch nach einem Erfolg ausgesehen: Der erste Kurs lag mit 23,95 Euro merklich über dem Ausgabepreis. Allerdings hatte Vapiano schon im Vorfeld Abstriche machen müssen: Die Preisspanne hatte bei 21 bis 27 Euro gelegen.

Ein knappes Drittel der Anteile liegt nach dem Börsengang bei neuen Besitzern, wenn die sogenannte Mehrzuteilungsoption im Markt verbleibt. Dieser Aktienpuffer erlaubt es den Banken, den Kurs zu stützen. Von den insgesamt knapp 8 Millionen Anteilen entfallen annähernd 760 000 auf die Mehrzuteilungsoption./das/mis

27.06.2017

AKTIEN IM FOKUS: Gewinnwarnung von Schaeffler bringt Margen-Thema auf den Tisch

HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Die Gewinnwarnung von Schaeffler hat die Diskussion über Margen im Zuliefergeschäft wieder angefacht. Die Warnung unter anderem wegen Preisdrucks im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft werde alle Autozulieferer belasten, schrieb Jefferies-Analyst Ashik Kurian in einer Studie vom Dienstag. Die Kurse fielen am Morgen teils deutlich.

Dabei ist das Thema eigentlich nicht neu, hatte doch Schaeffler selbst im ersten Quartal bei der Rendite in seinem Autogeschäft enttäuscht. Schaeffler war am Vorabend bei seinen Jahreszielen für die operative Marge (Ebit-Marge) vor Sondereffekten sowie dem freien Mittelzufluss zurückgerudert. Die Branche war zuletzt lange Zeit von solchen schlechten Nachrichten verschont geblieben.

Die Aktien von Schaeffler stürzten zuletzt um 10,67 Prozent auf 12,81 Euro ab. In der ersten Schockwelle zu Handelsbeginn fiel Schaeffler sogar um fast 14 Prozent. Ebenso unter die Räder kamen die Branchenkollegen Continental und Leoni , die am späten Vormittag um gut 2,5 Prozent beziehungsweise gut 2 Prozent nachgaben. Beide Werte haben sich damit zwischenzeitlich wieder etwas erholt.

Europaweit wurden am Morgen auch die Aktie des französischen Unternehmens Faurecia und die der britischen GKN besonders deutlich nach unten gezogen. Der Stoxx 600 Automobiles & Parts war zeitweise der schwächste Sektor in Europa. Die Autohersteller hielten sich dabei noch vergleichsweise gut.

Er rechne mit einer neu entfachten Diskussion über Wachstumsaussichten und Widerstandsfähigkeit der Margen von Autozulieferern, erklärte Jefferies-Analyst Kurian. Dieses Thema komme wieder hoch in einer Zeit, in der sich die Branche dem Höhepunkt im aktuellen Zyklus annähre. Das Thema Preisdruck werde nun bei allen Autozulieferern bei den nächsten Kapitalmarkt-Veranstaltungen in den Fokus rücken.

UBS-Analyst Julian Radlinger hält allerdings den Einfluss auf andere Werte der Branche für begrenzt, da Schaeffler aufgrund seiner Produkte im Gegensatz zu den Kollegen stärker dem Preisdruck ausgesetzt sei. Radlinger hatte schon Ende Mai die Aktie auf "Sell" abgestuft und auch sein Kursziel zurückgenommen mit genau der nun vom Unternehmen genannten Begründung: Preisdruck und Entwicklungskosten würden die Ebit-Marge belasten.

Dies sei ganz klar ein Rückschlag für die Investment-Story, schrieb Analyst Michael Raab von Kepler Cheuvreux. Der Zuliefersektor sei eine ganze Weile von Gewinnwarnungen verschont geblieben. Er sehe seine These bestätigt, dass das Umfeld für Zulieferer schwieriger werden könnte./stk/das/stb

27.06.2017

IPO/ROUNDUP: Vapiano schafft Sprung aufs Börsenparkett

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Restaurantkette Vapiano hat 15 Jahre nach der Gründung den Gang an die Börse gemeistert. Aktien im Wert von 184 Millionen Euro wechselten den Besitzer; das gesamte Unternehmen wurde zum Ausgabepreis mit 553 Millionen Euro bewertet. Mit dem eingenommenen Geld will Vapiano Dutzende weitere Filialen weltweit eröffnen.

"Ich bin sehr zufrieden", sagte Firmenchef Jochen Halfmann am Dienstag auf dem Parkett der Frankfurter Börse. "Das ist ein großartiger Auftakt." Vapianos erster Kurs lag bei 23,95 Euro und damit über dem Ausgabepreis von 23 Euro je Aktie. "Der erste Kurs signalisiert viel Vertrauen in unsere Wachstumsgeschichte", sagte Halfmann, der zu Handelsbeginn die Börsenglocke läutete.

KURS RUTSCHT UNTER AUSGABEPREIS

Allerdings hatte Vapiano bei seinen Preisvorstellungen im Vorfeld des Börsengangs Abstriche machen müssen: Der Pizza- und Pastaspezialist hatte ursprünglich bis zu 27 Euro je Aktie erlösen wollen. Während des morgendlichen Handels sackte die Aktie sogar leicht unter den Ausgabepreis. In solchen Fällen reagieren die beteiligten Banken mit Käufen, um den Kurs zu stützen. Zuletzt stand die Aktie bei 22,99 Euro.

Mit dem Geld - Vapiano fließen brutto 85 Millionen Euro zu - will die Kette vor allem im europäischen Ausland weitere Filialen eröffnen und hier insbesondere in Österreich, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Frankreich. Bis Ende 2020 soll sich die Zahl der Restaurants auf beinahe 330 verdoppeln.

Das 2002 in Hamburg gegründete Unternehmen betreibt aktuell fast 190 Restaurants in mehr als 30 Ländern rund um den Globus. Wichtigster Einzelmarkt ist Deutschland, wo Vapiano etwa die Hälfte seines Geschäfts macht. Das Filialnetz reicht aber bis nach China und in die USA.

SCHNELL WACHSENDE BRANCHE

Vapiano ist vor allem für seine italienischen Nudel- und Pizzagerichte bekannt. Bestellt wird meist direkt an der Theke; die Kunden können dem Koch dann bei der Zubereitung zusehen. "Fast Casual Dining" heißt das in der Branche - ein Mittelding zwischen Fast-Food-Tempeln wie McDonald's und klassischen Restaurants mit Bedienung am Platz. Branchenkenner sehen gerade dieses Segment stark wachsen.

Zum Start an der Börse sorgte ein Dutzend Vapiano-Mitarbeiter für Stimmung. Mit zu Trommeln umfunktionierten Woks zogen sie übers Parkett. "Wir freuen uns total", sagte Corinna und rang dabei noch ein wenig um Atem. Die 31-jährige kocht seit mehr als sieben Jahren bei Vapiano und hofft, dass der Börsengang dem Unternehmen Schub verleiht. "Wir wollen nicht auf einem Level stehenbleiben, sondern noch größer werden als wir ohnehin schon sind."

UMSATZ DEUTLICH GESTIEGEN

Von 2014 bis 2016 steigerte Vapiano seinen Umsatz von 152 Millionen auf knapp 249 Millionen Euro. Beliebt sind die Restaurants vor allem bei Berufstätigen für die Mittagspause und bei jungen Leuten. Einen Rückschlag musste das Unternehmen Ende 2015 hinnehmen nach Vorwürfen von Mitarbeitern, es sei gammelige Ware verkauft worden. Vapiano verschärfte daraufhin die Kontrollen in den Filialen, die teilweise von Franchise-Nehmern betrieben werden. Firmenchef Halfmann erklärte das Thema vor dem Börsengang für erledigt.

Alteigentümer von Vapiano sind der mit dem Kaffeeröster Tchibo reich gewordene Günter Herz, Firmengründer Gregor Gerlach, die Wella-Erben Hans-Joachim und Gisa Sander sowie das Management. Nach dem Börsengang wird ein knappes Drittel der Anteile bei neuen Besitzern liegen. Die Aktie wird im regulierten Markt der Frankfurter Börse gehandelt - damit hat sie die Möglichkeit, in einen Index der Dax-Familie aufzusteigen./das/kro/stb

27.06.2017

ANALYSE-FLASH: DZ Bank hebt Stada auf 'Halten' - Fairer Wert 55 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die DZ Bank hat Stada nach dem Scheitern der Übernahmeofferte von "Verkaufen" auf "Halten" hochgestuft und den fairen Wert auf 55 Euro belassen. Trotz der gescheiterten Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven dürfte die Spekulation über eine Übernahme des Arzneimittelherstellers anhalten und das Kursrisiko begrenzen, schrieb Analyst Thomas Maul in einer Studie vom Dienstag./mis/das

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