dpa-AFX NEWSTICKER (Produktauszug)

24.06.2016

RATING: Moody's entzieht Österreich Topbonität

FRANKFURT (dpa-AFX) - Österreich hat sein Toprating bei der Ratingagentur Moody's verloren. Die US-Agentur kappte am Freitagabend die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe auf "Aa1". Bereits im Oktober 2015 hatte die Agentur dem Land mit einem Entzug der Spitzenbewertung von "Aaa" gedroht. Den Ausblick erhöhte die Agentur nun von "negativ" auf "stabil". Zur Begründung der Abstufung hieß es nun, dass die Wachstumsaussichten der österreichischen Wirtschaft im laufenden Jahrzehnt schwach bleiben dürften./jha/

24.06.2016

dpa-AFX Überblick: ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN der Woche vom 20. bis 24.06.2016

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ausgewählte Analysten-Einstufungen im dpa-AFX-Nachrichtendienst der Woche vom 20. bis 24.06.2016

MONTAG

JPMorgan hebt Volkswagen Vorzüge auf 'Overweight' - Ziel 185 Euro

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat Volkswagen von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Das bis Ende Dezember 2016 geltende Kursziel hob Analyst Jose Asumendi von 168 auf 185 Euro an. Er habe den Barmittelabfluss der nächsten drei Jahre infolge der Dieselkrise in sein Bewertungsmodell eingearbeitet, schrieb der Experte in einer Studie vom Montag. Im laufenden Jahr werde sich noch alles um die Behebung des Dieselproblems in Nordamerika und Europa drehen. 2017 werde ein Stabilisierungsjahr mit partieller Produktzyklus-Dynamik werden und 2018 dürften dann die Früchte der Kostensenkungsmaßnahmen geerntet werden.

Lampe hebt Ziel für Adidas auf 116 Euro - 'Halten'

DÜSSELDORF - Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat das Kursziel für Adidas von 88 auf 116 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Halten" belassen. Wegen der attraktiven Wachstumsdynamik des Sportartikelkonzerns habe er seine Gewinnprognosen (EPS) für 2016 und 2017 um 11 bis 12 Prozent erhöht, schrieb Analyst Peter Steiner in einer Studie vom Montag. Aufgrund der bereits hohen Bewertung halte er aber an seinem neutralen Anlagevotum fest.

DZ Bank senkt fairen Wert für Daimler auf 60 Euro - 'Halten'

FRANKFURT - Die DZ Bank hat den fairen Wert für Daimler-Aktien von 62 auf 60 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Halten" belassen. Die Margenhoffnungen für das zweite Halbjahr 2016 könnten enttäuscht werden, schrieb Analyst Michael Punzet in einer Sektorstudie vom Montag. Mit Blick auf die anhaltende Abgas-Diskussion in der Branche bestätigte er seine vorsichtige Einschätzung des Stuttgarter Autokonzerns.

NordLB hebt Ziel für BASF auf 70 Euro - 'Halten'

HANNOVER - Die NordLB hat das Kursziel für BASF nach der angekündigten Chemetall-Übernahme von 68 auf 70 Euro angehoben und die Einstufung auf "Halten" belassen. Zwar sei der angekündigte Kauf wesentlich bescheidener als die spektakulären Megadeals der jüngeren Vergangenheit, für BASF sei es jedoch der größte Zukauf seit sechs Jahren, schrieb Analyst Thorsten Strauß in einer Studie vom Montag. Zudem passt Chemetall sehr gut zum Beschichtungsgeschäft des Chemiekonzerns.

DIENSTAG

JPMorgan nimmt Eon mit 'Overweight' wieder auf - Ziel 10,30 Euro

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat Eon mit "Overweight" und einem Kursziel von 10,30 Euro in die Bewertung wieder aufgenommen. Der für das zweite Halbjahr geplante Börsengang der abgespaltenen Kraftwerkstochter Uniper dürfte die Umstrukturierung des Energiekonzerns erfolgreich abschließen, schrieb Analyst Javier Garrido in einer Studie vom Dienstag. Zudem sollte der Versorger vom 35-prozentigen Anstieg der Strompreise in den vergangenen vier Monaten profitieren.

Lampe hebt Bilfinger auf 'Halten' - Ziel bleibt 31 Euro

DÜSSELDORF - Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat Bilfinger von "Verkaufen" auf "Halten" hochgestuft, aber das Kursziel auf 31 Euro belassen. Die Aktie des Mannheimer Konzerns habe seit der Ankündigung des Verkaufs seiner Bau- und Immobiliensparte deutlich nachgegeben und sei unter den von ihm berechneten fairen Wert gefallen, schrieb Analyst Marc Gabriel in einer Studie vom Dienstag. Da es keinen Grund für eine Kurszieländerung gebe, habe er die Aktie hochgestuft.

NordLB hebt Deutsche-Börse-Ziel auf 78 Euro - 'Angebot annehmen'

HANNOVER - Die NordLB hat das Kursziel für Deutsche Börse im Zuge der geplanten Fusion mit der LSE von 75 auf 78 Euro angehoben und empfiehlt, das Aktientausch-Angebot anzunehmen. Mit dem Zusammenschluss der beiden Börsenbetreiber entstünde ein führender, globaler Marktinfrastruktur-Anbieter, schrieb Analyst Michael Seufert in einer Studie vom Dienstag. Auch wegen des nicht unerheblichen Synergiepotenzials wäre die Transaktion positiv. Einen möglichen Brexit sieht er unkritisch, da das Gemeinschaftsunternehmen mit Frankfurt weiterhin ein Standbein in der EU hätte.

SocGen hebt Intesa Sanpaolo auf 'Buy' - Ziel 3 Euro

PARIS - Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat Intesa Sanpaolo nach den jüngsten Kursverlusten von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 2,99 auf 3,00 Euro angehoben. Die Anleger schienen den Glauben an eine attraktive Dividende verloren zu haben, schrieb der von nun an zuständige Analyst Aldo Comi in einer Studie vom Montag. Intesa zähle aber auch wegen einer soliden Bilanz zu seinen bevorzugten europäischen Bankenwerte. Die Kapitalausstattung untermauere die Dividendenpolitik des Konzerns.

MITTWOCH

JPMorgan senkt ProSiebenSat.1 auf 'Underweight' - Ziel 38 Euro

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat ProSiebenSat.1 von "Neutral" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 49,70 auf 38,00 Euro gesenkt. Nach dem deutlichen Kurszuwachs in den zurückliegenden 18 Monaten sehe er nun Risiken für das weitere Gewinnwachstum im Digitalgeschäft und daher Abwertungspotenzial, schrieb Analyst Marcus Diebel in einer Studie vom Mittwoch. Mit seinen Schätzungen für 2016 und 2017 liegt er unter den vom Medienkonzern ermittelten Konsensprognosen. Interessenten am deutschen Mediensektor sollten lieber die Aktien von Axel Springer kaufen.

JPMorgan hebt Ziel für Deutsche Euroshop auf 46 Euro - 'Neutral'

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Deutsche Euroshop von 42 auf 46 Euro angehoben und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Analyst Tim Leckie erhöhte seine Gewinnschätzungen (EPS) für den deutschen Einkaufszentren-Investor der Jahre 2016 und 2017. Die Gesamterträge im europäischen Immobiliensektor ließen zwar etwas nach, das Aufwärtspotenzial sei aber insgesamt immer noch attraktiv, schrieb er in einer Branchenstudie vom Mittwoch.

Citigroup hebt Ziel für ArcelorMittal auf 5,60 Euro - 'Buy'

LONDON - Die US-Bank Citigroup hat das Kursziel für ArcelorMittal von 5,40 auf 5,60 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Sein Bewertungsmodell für die Aktie des Stahlkonzerns berücksichtige nun höhere Preisprognosen für Eisenerz, schrieb Analyst Heath Jansen in einer Studie vom Mittwoch.

Nomura senkt McDonalds auf 'Neutral' und Ziel auf 129 US-Dollar

LONDON - Das japanische Analysehaus Nomura hat McDonalds von "Buy" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 142 auf 129 US-Dollar gesenkt. Die Umsatzentwicklung in den US-Burgerfilialen trübe sich ein, schrieb Analyst Mark Kalinowski in einer Studie vom Mittwoch. Zudem seien die Vergleichswerte aus dem Vorjahr recht hoch. Er reduzierte seine Erlösprognosen für das US-Geschäft im zweiten Quartal.

DONNERSTAG

Barclays hebt RWE auf 'Equal Weight' und Ziel auf 12,40 Euro

LONDON - Die britische Investmentbank Barclays hat RWE von "Underweight" auf "Equal Weight" hochgestuft und das Kursziel von 9,10 auf 12,40 Euro angehoben. Analyst Mark Lewis begründete die bessere Einschätzung der Aktie mit den zuletzt deutlich gestiegenen Strompreisen in Deutschland und der mittlerweile transparenteren Bilanz von RWE. Der Versorger sollte seinen Strategiewechsel nach dem Sommer abgeschlossen haben und vom positiveren Nachrichtenstrom in der zweiten Jahreshälfte profitieren, schrieb er in einer Studie vom Donnerstag.

Barclays hebt Eon auf 'Overweight' und Ziel auf 10,20 Euro

LONDON - Die britische Investmentbank Barclays hat Eon von "Equal Weight" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 8,80 auf 10,20 Euro angehoben. Analyst Mark Lewis begründete die bessere Einschätzung der Aktie mit den zuletzt deutlich gestiegenen Strompreisen in Deutschland und der mittlerweile transparenteren Bilanz von Eon. Der Versorger sollte seinen Strategiewechsel nach dem Sommer abgeschlossen haben und vom positiveren Nachrichtenstrom in der zweiten Jahreshälfte profitieren, schrieb er in einer Studie vom Donnerstag.

DZ Bank senkt Adidas auf 'Halten' - Fairer Wert 130 Euro

FRANKFURT - Die DZ Bank hat Adidas von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft, aber das Kursziel auf 130 Euro belassen. Nach der jüngsten Kursrally sei die Zeit nun reif für Gewinnmitnahmen, schrieb Analyst Herbert Sturm in einer Studie vom Donnerstag. Die Aktie des Sportartikelherstellers sei im Vergleich zur Branche und zum Weltmarktführer Nike mittlerweile hoch bewertet.

JPMorgan hebt Ziel für Thyssenkrupp auf 22,80 Euro - 'Overweight'

NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Thyssenkrupp von 21,60 auf 22,80 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Wegen der zuletzt unerwartet robusten Stahlpreise habe er seine Gewinnschätzungen für die europäische Stahlindustrie erhöht, schrieb Analyst Roger Bell in einer Branchenstudie vom Donnerstag. Nun geht der Experte aber von wieder fallenden Preisen aus und rechnet mit einer kurzfristigen Belastung des Sektors. ThyssenKrupp sei weiterhin sein bevorzugter Wert. Angesichts schwindender Kurstreiber habe er das Papier aber von der "Analyst Focus List" gestrichen.

FREITAG

Nomura senkt T-Mobile US auf 'Neutral' und Ziel auf 44 US-Dollar

LONDON - Das japanische Analysehaus Nomura hat T-Mobile US von "Buy" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 46 auf 44 US-Dollar gesenkt. Seine These, wonach die US-Telekomtochter in einem freundlichen Marktklima ihre Ziele beim Nettokundenzuwachs und operativen Ergebnis (Ebitda) übertreffen könnte, greife nicht mehr, schrieb Analyst Jeffrey Kvaal in einer Studie vom Freitag. Der Wettbewerb dürfte im vierten Quartal zunehmen. Kvaal reduzierte seine Ebitda-Schätzungen für 2017.

Independent Research senkt Deutsche Bank auf 'Verkaufen'

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat die Aktie der Deutschen Bank nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel von 15 auf 12 Euro gesenkt. Analyst Markus Rießelmann schätzt die negativen Folgen des Austritts für die Deutsche Bank als relativ hoch ein. Die verstärkte Unsicherheit an den Finanzmärkten dürfte kurz- bis mittelfristig die Handelsaktivitäten, das Emissions- sowie das Beratungsgeschäft der Deutschen Bank belasten und die Aktie weiter unter Druck setzen, schrieb der Experte am Freitag.

Baader Bank streicht Linde von 'Top Pick'-Liste - 'Buy'

MÜNCHEN - Die Baader Bank hat die Aktie von Linde wegen möglicher negativer Auswirkungen des Brexit-Votums von ihrer "Top Pick"-Liste gestrichen. Die Einstufung für das Papier des Industriegase-Herstellers beließ Analyst Markus Mayer in einer Studie vom Freitag aber auf "Buy" mit einem Kursziel von 172 Euro.

Goldman hebt Ziel für Südzucker auf 19,70 Euro - 'Buy'

NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Südzucker von 19,00 auf 19,70 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Analysten erhöhten ihre diesjährigen Gewinnschätzungen von 0,90 auf 0,94 Euro und für das kommende Jahr von 1,45 auf 1,52 Euro je Aktie, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie hervorgeht.

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24.06.2016

dpa-AFX Überblick: Ausgewählte ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN vom 24.06.2016

Nomura senkt T-Mobile US auf 'Neutral' und Ziel auf 44 US-Dollar

LONDON - Das japanische Analysehaus Nomura hat T-Mobile US von "Buy" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 46 auf 44 US-Dollar gesenkt. Seine These, wonach die US-Telekomtochter in einem freundlichen Marktklima ihre Ziele beim Nettokundenzuwachs und operativen Ergebnis (Ebitda) übertreffen könnte, greife nicht mehr, schrieb Analyst Jeffrey Kvaal in einer Studie vom Freitag. Der Wettbewerb dürfte im vierten Quartal zunehmen. Kvaal reduzierte seine Ebitda-Schätzungen für 2017.

Independent Research senkt Deutsche Bank auf 'Verkaufen'

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat die Aktie der Deutschen Bank nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel von 15 auf 12 Euro gesenkt. Analyst Markus Rießelmann schätzt die negativen Folgen des Austritts für die Deutsche Bank als relativ hoch ein. Die verstärkte Unsicherheit an den Finanzmärkten dürfte kurz- bis mittelfristig die Handelsaktivitäten, das Emissions- sowie das Beratungsgeschäft der Deutschen Bank belasten und die Aktie weiter unter Druck setzen, schrieb der Experte in einer Studie vom Freitag.

Independent Research senkt Ziel für Commerzbank - 'Halten'

FRANKFURT - Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für die Aktie der Commerzbank nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt von 7,00 auf 6,50 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Halten" belassen. Analyst Markus Rießelmann schätzt die negativen Folgen des Austritts für die Commerzbank geringer ein als für die Deutsche Bank. Aber auch die Commerzbank werde die langfristigen Folgen des Brexit spüren, etwa in Form verstärkter Investitionszurückhaltung der Kunden der Mittelstandsbank, schrieb der Experte in einer Studie vom Freitag.

Baader Bank streicht Linde von 'Top Pick'-Liste - 'Buy'

MÜNCHEN - Die Baader Bank hat die Aktie von Linde wegen möglicher negativer Auswirkungen des Brexit-Votums von ihrer "Top Pick"-Liste gestrichen. Die Einstufung für das Papier des Industriegase-Herstellers beließ Analyst Markus Mayer in einer Studie vom Freitag aber auf "Buy" mit einem Kursziel von 172 Euro.

Goldman hebt Ziel für Südzucker auf 19,70 Euro - 'Buy'

NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Südzucker von 19,00 auf 19,70 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Analysten erhöhten ihre diesjährigen Gewinnschätzungen von 0,90 auf 0,94 Euro und für das kommende Jahr von 1,45 auf 1,52 Euro je Aktie, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie hervorgeht.

KUNDENHINWEIS: Sie lesen eine Auswahl der Analysten-Umstufungen von dpa-AFX

/jha

24.06.2016

US-Anleihen: Gewinne - Anleger setzen nach Brexit-Zustimmung auf Sicherheit

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger haben am Freitag angesichts der Unsicherheit nach dem "Ja" der Briten zum Ausstieg auf der Europäischen Union bei den als sicherer Hafen geltenden US-Staatsanleihen zugegriffen. Hinzu kam, dass der Brexit auch Folgen für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed haben könnte. Zumindest sehen das die Finanzmärkte so. An den Terminmärkten für Zentralbankgeld fiel die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinsanhebung der Fed noch in diesem Jahr.

Zweijährige Anleihen stiegen um 8/32 Punkte auf 99 30/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,65 Prozent. Fünfjährige Papiere gewannen 25/32 Punkte auf 100 4/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,09 Prozent. Zehnjährige Anleihen legten um einen ganzen und 15/32 Punkte auf 100 12/32 Punkte zu. Ihre Rendite betrug 1,58 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren schnellten um zwei ganze und 18/32 Punkte auf 101 13/32 Punkte nach oben. Sie rentierten mit 2,43 Prozent./mis/bgf/jha/

24.06.2016

Umsätze an Terminbörse Eurex gefallen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Umsätze mit Aktienoptionen an der Terminbörse Eurex sind am Freitag gefallen. Insgesamt wurden bis 20.00 Uhr 731 051 (Donnerstag: 749 274) Kontrakte gehandelt. Die Zahl der Kaufoptionen (Calls) betrug 320 763 (356 776), die der Verkaufsoptionen (Puts) lag bei 410 288 (392 498). Das Verhältnis von Calls zu Puts betrug 0,78 zu eins. Die meist gehandelten Werte waren Deutsche Bank (34 857/24 953), Deutsche Telekom (25 916/17 108) und UBS (20 084/19 649)./DP/jha

24.06.2016

KORREKTUR 2: VW steht in USA erste dicke Rechnung für Abgas-Skandal ins Haus

(Im 4. Absatz. 3. Satz wurde die Währung berichtigt: 16 Milliarden Euro rpt Euro)

SAN FRANCISCO/WOLFSBURG (dpa-AFX) - Jetzt wird es zum ersten Mal richtig teuer für Volkswagen im Abgas-Skandal. In den USA steht der Konzern kurz vor einer Einigung mit Behörden und Anwälten über Strafen und Entschädigungen für amerikanische Kunden. Am Dienstag (28. Juni/21.00 Uhr MESZ) müssen VW und die Gegenseite dem zuständigen US-Richter Charles Breyer einen Vergleichsvorschlag vorlegen. Am Tag darauf (29. Juni) müssen sich VW-Vorstandschef Matthias Müller und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch bei der Hauptversammlung der Konzernmutter Porsche SE direkt den Aktionären stellen.

Zunächst richten sich die Blicke aber vor allem auf die USA. Wird der Termin zur Vorlage einer Lösung bei Breyer nicht eingehalten, könnte er einen Prozess eröffnen - das will VW unbedingt vermeiden. Anwälte, die Sammelklagen von Kunden vertreten, wollen möglichst viel Geld für ihre Mandanten herausholen. Nachdem der Konzern bereits im April eine Grundsatzeinigung mit den Klägern erzielt hatte und Breyer einen Fristaufschub gewährte, gehen Beobachter davon aus, dass die Dokumente für den Vergleich diesmal pünktlich eingereicht werden. Danach muss VW aber zunächst weiter bangen - erst am 26. Juli will Breyer verkünden, ob er der Einigung zustimmt.

Über die entscheidenden Details des Kompromisses kann vorerst nur spekuliert werden. Neue Gerüchte machten zuletzt die Runde: Die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, VW könnte etwa 480 000 betroffenen VW-Kunden jeweils bis zu 7000 Dollar (6300 Euro) Entschädigung für ihre Autos mit Zwei-Liter-Motoren zahlen. Das "Wall Street Journal" nannte sogar Zahlungen von bis zu 10 000 Dollar in Einzelfällen. Zusätzlich werde VW Milliarden überweisen müssen, die der Umwelt zugute kommen sollen. Volkswagen selbst äußert sich bislang nicht zum Inhalt einer möglichen Einigung.

Insgesamt wird erwartet, dass die Kosten für den Vergleich in einer Größenordnung von mindestens zehn Milliarden Dollar liegen. Das würde auch zumindest grob zu den Rückstellungen passen, die Volkswagen in der Bilanz für 2015 vorgenommen hat. Vorerst wurden gut 16 Milliarden Euro für die Folgekosten der Abgas-Manipulationen zurückgelegt - dabei geht es aber nicht nur um die Probleme in den USA, weltweit sind elf Millionen Wagen betroffen. Möglich also, dass VW bei einem teureren Vergleich noch mehr Geld aufwenden müsste.

Solange jedoch unklar ist, wie viele vom Abgas-Skandal betroffene Dieselwagen VW in den USA zurückkaufen muss, lassen sich die Kosten schwer abschätzen. Hier dürfte die Entscheidung letztlich auch maßgeblich bei den geschädigten Kunden liegen. Als sicher gilt, dass nicht alle Autos in einen gesetzeskonformen Zustand umgerüstet werden können. Aus dem Schneider wäre VW mit dem Vergleich ohnehin nicht - jeder Kläger kann danach einzeln entscheiden, ob er das Angebot akzeptiert oder weiter den Rechtsweg beschreiten will. Auch weitere Strafen und Bußgelder von US-Behörden sind nicht auszuschließen.

Darüber hinaus gilt der Vergleich zunächst sowieso nicht für alle betroffenen Fahrzeuge. Denn neben den 2,0-Liter-Dieseln sind da noch gut 110 000 Drei-Liter-Autos, bei denen die Tochter Audi ebenfalls eingeräumt hat, dass sie illegale Software an Bord haben. Das Problem ist hier etwas anders gelagert als bei den Wagen mit kleineren Motoren - aber Kosten dürfte es dennoch verursachen.

Fest steht, dass es für VW sehr teuer wird. Bis klar ist, wie hoch die "Dieselgate"-Rechnung genau ausfällt, dürfte es allerdings noch dauern. Breyer wird sich beim nächsten Gerichtstermin am Donnerstag (30. Juni) zwar äußern - aber zunächst wohl eher allgemein./fri/hbr/she/jha/

24.06.2016

Ölpreise fallen deutlich - Große Unsicherheit nach Brexit-Referendum

NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union hat die Ölpreise am Freitag auf Talfahrt geschickt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am späten Nachmittag 48,52 US-Dollar. Das waren 2,40 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August fiel um 2,36 Dollar auf 47,76 Dollar.

"Die Ölpreise reagierten mit heftigen Abschlägen auf die Nachricht, dass sich die Wähler in Großbritannien mehrheitlich für einen Austritt aus der EU entschieden haben", kommentierte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg die Entwicklung. Die deutlich gestiegene Risikoscheu dürfte demnach ein baldiges Erreichen der Marke von 50 Dollar schwierig machen. Dauerhaft niedrigere Preise seien fundamental allerdings kaum zu rechtfertigen, da sich der Ölmarkt deutlich angespannt hat.

Laut Händlern lastet auch der deutlich gestiegene US-Dollar auf den Ölpreisen. Rohöl wird in Dollar gehandelt und ein höherer Dollarkurs macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist gefallen. Das Opec-Sekretariat meldete am Freitag, dass der Korbpreis am Donnerstag 46,16 Dollar je Barrel betragen habe. Das waren 30 Cent weniger als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells./jsl/jha/

24.06.2016

Deutsche Anleihen: Bund-Future steigt nach Brexit-Votum auf Rekordhoch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union hat die Kurs deutscher Anleihen beflügelt. Der für den Markt richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Freitag um 1,13 Prozent auf 165,81 Punkte. In der Spitze war der Terminkontrakt bis auf 168,86 Punkte gestiegen und erreichte so ein Rekordhoch. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf minus 0,051 Prozent. Zwischenzeitlich hatte sie mit minus 0,17 Prozent ein neues Rekordtief erreicht.

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren geldpolitischen Lockerung durch die EZB ist nach Einschätzung von Experten gestiegen. Noch deutlicher fiel die Rendite der zehnjährigen Anleihe in Großbritannien. Sie sank auf 1,082 Prozent. Deutlich gestiegen sind jedoch die Risikoaufschläge für die südeuropäischen Anleihen./jsl/jha/

24.06.2016

BREXIT: Netz spottet über Alter der Pro-Brexit-Wähler

BERLIN/LONDON (dpa-AFX) - Mit Sarkasmus haben junge Internetnutzer auf das Altersgefälle bei der Brexit-Entscheidung reagiert. "Statistisch sind schon 950 der Brexit-Befürworter gestorben", schrieb beispielsweise ein Nutzer am Freitag auf Twitter. Ein anderer meinte: "Juchuhhh. Wir sind alle bald tot und es ist die nächste Generation, die leiden wird. Habt einen tollen Tag :)". Damit spielten sie auf den Fakt an, dass mit zunehmenden Alter mehr Briten für den Austritt aus der EU stimmten als dagegen: In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen waren 27 Prozent für den Brexit, bei der ab 65-Jährigen 60 Prozent. Besonders weit verbreitet wurde eine Wähler-Grafik mit dem Satz: "Die ältere Generation stimmte für eine Zukunft, die die Jüngeren nicht wollen."/ane/DP/she

24.06.2016

KORREKTUR: VW steht in USA erste dicke Rechnung für Abgas-Skandal ins Haus

(Berichtigung: Zahl betroffener 2,0-Liter-Diesel korrigiert. Betroffen sind etwa 480 000 rpt 480 000 Fahrzeuge (nicht 580 000). Außerdem wurden Details zum Vergleichsprozedere ergänzt.)

SAN FRANCISCO/WOLFSBURG (dpa-AFX) - Jetzt wird es zum ersten Mal richtig teuer für Volkswagen im Abgas-Skandal. In den USA steht der Konzern kurz vor einer Einigung mit Behörden und Anwälten über Strafen und Entschädigungen für amerikanische Kunden. Am Dienstag (28. Juni/21.00 Uhr MESZ) müssen VW und die Gegenseite dem zuständigen US-Richter Charles Breyer einen Vergleichsvorschlag vorlegen. Am Tag darauf (29. Juni) müssen sich VW-Vorstandschef Matthias Müller und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch bei der Hauptversammlung der Konzernmutter Porsche SE direkt den Aktionären stellen.

Zunächst richten sich die Blicke aber vor allem auf die USA. Wird der Termin zur Vorlage einer Lösung bei Breyer nicht eingehalten, könnte er einen Prozess eröffnen - das will VW unbedingt vermeiden. Anwälte, die Sammelklagen von Kunden vertreten, wollen möglichst viel Geld für ihre Mandanten herausholen. Nachdem der Konzern bereits im April eine Grundsatzeinigung mit den Klägern erzielt hatte und Breyer einen Fristaufschub gewährte, gehen Beobachter davon aus, dass die Dokumente für den Vergleich diesmal pünktlich eingereicht werden. Danach muss VW aber zunächst weiter bangen - erst am 26. Juli will Breyer verkünden, ob er der Einigung zustimmt.

Über die entscheidenden Details des Kompromisses kann vorerst nur spekuliert werden. Neue Gerüchte machten zuletzt die Runde: Die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, VW könnte etwa 480 000 betroffenen VW-Kunden jeweils bis zu 7000 Dollar (6300 Euro) Entschädigung für ihre Autos mit Zwei-Liter-Motoren zahlen. Das "Wall Street Journal" nannte sogar Zahlungen von bis zu 10 000 Dollar in Einzelfällen. Zusätzlich werde VW Milliarden überweisen müssen, die der Umwelt zugute kommen sollen. Volkswagen selbst äußert sich bislang nicht zum Inhalt einer möglichen Einigung.

Insgesamt wird erwartet, dass die Kosten für den Vergleich in einer Größenordnung von mindestens zehn Milliarden Dollar liegen. Das würde auch zumindest grob zu den Rückstellungen passen, die Volkswagen in der Bilanz für 2015 vorgenommen hat. Vorerst wurden gut 16 Milliarden Dollar für die Folgekosten der Abgas-Manipulationen zurückgelegt - dabei geht es aber nicht nur um die Probleme in den USA, weltweit sind elf Millionen Wagen betroffen. Möglich also, dass VW bei einem teureren Vergleich noch mehr Geld aufwenden müsste.

Solange jedoch unklar ist, wie viele vom Abgas-Skandal betroffene Dieselwagen VW in den USA zurückkaufen muss, lassen sich die Kosten schwer abschätzen. Hier dürfte die Entscheidung letztlich auch maßgeblich bei den geschädigten Kunden liegen. Als sicher gilt, dass nicht alle Autos in einen gesetzeskonformen Zustand umgerüstet werden können. Aus dem Schneider wäre VW mit dem Vergleich ohnehin nicht - jeder Kläger kann danach einzeln entscheiden, ob er das Angebot akzeptiert oder weiter den Rechtsweg beschreiten will. Auch weitere Strafen und Bußgelder von US-Behörden sind nicht auszuschließen.

Darüber hinaus gilt der Vergleich zunächst sowieso nicht für alle betroffenen Fahrzeuge. Denn neben den 2,0-Liter-Dieseln sind da noch gut 110 000 Drei-Liter-Autos, bei denen die Tochter Audi ebenfalls eingeräumt hat, dass sie illegale Software an Bord haben. Das Problem ist hier etwas anders gelagert als bei den Wagen mit kleineren Motoren - aber Kosten dürfte es dennoch verursachen.

Fest steht, dass es für VW sehr teuer wird. Bis klar ist, wie hoch die "Dieselgate"-Rechnung genau ausfällt, dürfte es allerdings noch dauern. Breyer wird sich beim nächsten Gerichtstermin am Donnerstag (30. Juni) zwar äußern - aber zunächst wohl eher allgemein./fri/hbr/she

24.06.2016

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Herbe Verluste - Brexit-Schock sitzt tief

NEW YORK (dpa-AFX) - Die unerwartete Zustimmung der Briten zu einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street am Freitag ebenso geschockt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte bis zum Handelsende um 3,39 Prozent auf 17 399,86 Punkte ab. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist der Index damit wieder ins Minus gefallen.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht büßte das weltweit bekannteste Börsenbarometer rund eineinhalb Prozent ein.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 3,60 Prozent auf 2037,30 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 4,07 Prozent auf 4285,701 Punkte nach unten.

WALL STREET HÄLT SICH IM INTERNATIONALEN VERGLEICH NOCH GUT

Damit schnitt die Wall Street aber immer noch besser ab als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um rund achteinhalb Prozent ab und der deutsche Dax fiel um fast 7 Prozent. Der britische FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von rund 3 Prozent dank eines schwachen britischen Pfund ebenfalls relativ gut.

Für die britische Währung ging es auf 1,3684 US-Dollar nach unten. Auch der Kurs des Euro geriet unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,1105 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1066 (Donnerstag: 1,1389) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9037 (0,8780) Euro gekostet.

VERUNSICHERUNG DÜRFTE ANDAUERN

Börsianer sprachen von einer spürbaren Verunsicherung der Anleger, die noch einige Zeit andauern dürfte. Insbesondere die Sorge vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen belaste.

Der Sieg der Brexit-Befürworter habe die unvermeidliche, negative Reaktion der Finanzmärkte nach sich gezogen, schrieb US-Chefvolkswirt Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics in einer Studie. Einen größeren Einfluss auf die US-Wirtschaft dürfte die Entscheidung aber kaum haben.

STAATSANLEIHEN GEFRAGT - AKTIEN VON BANKEN KNICKEN EIN

Gefragt waren in diesem trüben Aktienmarktumfeld vor allem als "sicherer Hafen" geltende Anlagen. So zog der Goldpreis kräftig an und die Kurse von US-Staatsanleihen schnellten nach oben. Der Kurs richtungweisender zehnjähriger Papiere stieg um einen ganzen und 20/32 Punkte auf 100 17/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,56 Prozent.

Mit Blick auf die Einzelwerte setzte die Entscheidung über den Brexit vor allem Bankenaktien zu. Die größten Verlierer im Dow Jones waren die Anteilsscheine von Goldman Sachs und JPMorgan mit Verlusten von jeweils rund 7 Prozent. Zudem schaffte keiner der 30 Dow-Werte den Sprung in die Gewinnzone.

Die Aktien der Bank of America , der Citigroup sowie von Morgan Stanley knickten um mehr als 7 bis rund 10 Prozent ein.

ABSTUFUNG BELASTET T-MOBILE US ZUSÄTZLICH

Bei den Papieren der Telekom-Tochter T-Mobile US sorgte ein Analystenkommentar für Bewegung. Ihr Kurs fiel um fast 6 Prozent, nachdem das Investmenthaus Nomura die Kaufempfehlung gestrichen hatte./mis/jha/

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

24.06.2016

Aktien New York Schluss: Verluste - Brexit-Schock sitzt tief

NEW YORK (dpa-AFX) - Die unerwartete Zustimmung der Briten zu einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street am Freitag ebenso geschockt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte bis zum Handelsende um 3,39 Prozent auf 17 399,86 Punkte ab. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist der Index damit wieder ins Minus gefallen.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht büßte das weltweit bekannteste Börsenbarometer rund eineinhalb Prozent ein.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 3,60 Prozent auf 2037,30 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 4,07 Prozent auf 4285,701 Punkte nach unten./mis/jha/

24.06.2016

Aktien New York: Britisches 'Ja' zum Brexit verschreckt die Investoren

NEW YORK (dpa-AFX) - Das britische Votum für einen Abschied aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street ebenso auf dem falschen Fuß erwischt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte am Freitag um 2,80 Prozent auf 17 506,76 Punkte ab.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren offenbar fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht liegt das weltweit bekannteste Börsenbarometer denn auch weniger als 1 Prozent im Minus.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 3,00 Prozent auf 2049,96 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 3,58 Prozent auf 4307,706 Punkte nach unten.

Damit hielt sich die Wall Street besser als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um rund achteinhalb Prozent ab und der deutsche Dax fiel um fast 7 Prozent. Der britische FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von rund 3 Prozent dank des schwachen britischen Pfund ebenfalls relativ gut.

Börsianer sprachen von einer spürbaren Verunsicherung der Anleger, die noch einige Zeit andauern dürfte. Insbesondere die Sorge vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen belaste.

Der Sieg der Brexit-Befürworter habe die unvermeidliche, negative Reaktion der Finanzmärkte nach sich gezogen, schrieb US-Chefvolkswirt Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics in einer Studie. Einen größeren Einfluss auf die US-Wirtschaft dürfte die Entscheidung der Briten aber kaum haben.

Gefragt waren in diesem trüben Aktienmarktumfeld vor allem als "sicherer Hafen" geltende Anlagen. So zog der Goldpreis kräftig an und die Kurse von US-Staatsanleihen schnellten nach oben.

Mit Blick auf die Einzelwerte setzte der Brexit vor allem Bankenaktien zu. Die Anteilsscheine von Goldman Sachs waren mit einem Minus von 6,27 Prozent das Schlusslicht im Dow Jones. JPMorgan , Bank of America , Citigroup sowie Morgan Stanley knickten um etwa fünfeinhalb bis neuneinhalb Prozent ein.

Bei den Aktien der Telekom-Tochter T-Mobile US sorgte ein Analystenkommentar für Bewegung. Ihr Kurs fiel um mehr 5 Prozent, nachdem das Investmenthaus Nomura die Kaufempfehlung gestrichen hatte./mis/jha/

24.06.2016

BREXIT/GESAMT-ROUNDUP: Brexit lässt Aktienmärkte weltweit einbrechen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Weltweit sind die Aktienmärkte nach dem Votum der Briten für einen EU-Ausstieg eingebrochen. Der erste Schock wich zwar nach einem Kursbeben im Handelsverlauf - für den deutschen Leitindex Dax zum Beispiel stand am Freitagabend aber immer noch ein Abschlag von 6,82 Prozent auf 9557,16 Punkten auf der Anzeigetafel. Auch andere Börsen reagierten mit Verlusten.

Kurz nach Handelsstart war der Dax noch um rund 10 Prozent oder gut 1000 Punkte eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Februar gefallen. Solch massive Verluste hatte es das letzte Mal während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegeben. Ursprünglich hatten Anleger auf einen Verbleib der Briten in der EU spekuliert, was den Aktienmarkt zuvor kräftig angetrieben hatte. So blieb unter dem Strich auf Wochensicht ein Minus von 0,77 Prozent im Dax übrig.

STÄRKSTEN KURSABSCHLÄGE IN TOKIO

Auch die Finanzmärkte in Ostasien und Australien reagierten am Freitag mit heftigen Verlusten auf die Brexit-Entscheidung der Briten. Die stärksten Kursabschläge verzeichnete der Nikkei-Index in Tokio, der mit einem Minus von 7,9 Prozent bei 14 952 Punkten aus dem Handel ging. Auch die Aktienkurse an der Börse in Seoul brachen angesichts der Sorge um die globalen Folgen des Brexit ein. Der Kospi-Index fiel um rund drei Prozent auf 1925,24 Zähler.

Auch in den USA trieb das britische Votum Anleger zu Verkäufen. Allerdings hielt sich die Wall Street zum Börsenstart deutlich besser als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der Dow Jones Industrial rutschte am Freitag um 2,09 Prozent auf 17 635,34 Punkte ab. Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren offenbar fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte.

Die Mehrheit der Briten stimmte bei einem Referendum für den Austritt aus der EU. Die unerwartete Entscheidung habe für große Unsicherheit gesorgt und entsprechend heftige Marktreaktionen ausgelöst, hieß es am Markt. Im Laufe des Tages hätten dann aber bereits erste Schnäppchenjäger zugeschlagen.

Auch die übrigen europäischen Börsen erlebten am Freitag einen Kursrutsch: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rauschte um 8,62 Prozent in die Tiefe auf 2776,09 Zähler. Ähnlich steil ging es für den Pariser CAC-40-Index nach unten, während sich die Verluste im Londoner FTSE 100 in Grenzen hielten.

GOLD ALS SICHERER HAFEN

Gleichzeitig flüchteten viele Investoren in als sichere Häfen geltende Anlagen wie Gold und Anleihen. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1313,85 (1262,15) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 370,00 (35 180,00) Euro. Aber auch der Schweizer Franken und der japanische Yen hoben ab. Im Gegenzug fiel das britische Pfund zeitweise auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren. Auch der Euro kam stark unter Druck: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1066 Dollar fest, nachdem es am Donnerstag noch 1,1389 Dollar waren. Der Dollar kostete damit 0,9037 nach 0,8780 Euro.

Führende Notenbanken kündigten bereits vor dem Wochenende an, gemeinsam die Finanzmärkte beruhigen zu wollen. Die britische Notenbank stellte 250 Milliarden Pfund zur Stützung der Märkte in Aussicht. Auch die EZB und die japanische Notenbank betonten ihre Handlungsbereitschaft. Die Schweizerische Nationalbank schritt umgehend zur Tat und griff am Devisenmarkt ein.

BANKEN ALS GRÖSSTE LEIDTRAGENDE

Als größte Leitragende eines Brexit gelten die Banken, deren Kurse europaweit einbrachen. Anteilsscheine von Deutsche Bank und Commerzbank standen am Dax-Ende mit einem Verlust von 14,13 Prozent beziehungsweise 12,99 Prozent.

Die Papiere der Deutschen Börse büßten 9,26 Prozent ein, und auch in London sackten die Aktien des britischen Börsenbetreibers LSE deutlich ab. Trotz des Brexits wollen die beiden Konzerne an ihrem Fusionsplan festhalten. Da allerdings der rechtliche Sitz des Gemeinschaftsunternehmens London sein soll, wird das Vorhaben am Finanzmarkt zunehmend kritisch gesehen.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Verzinsung deutscher Bundesanleihen auf ein neues Rekordtief: Die Umlaufrendite fiel von minus 0,07 Prozent am Donnerstag auf minus 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,59 Prozent auf 143,68 Punkte. Der Bund Future schoss mit plus 1,33 Prozent auf 165,82 Punkte in die Höhe./tav/kil/she

24.06.2016

ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Kurse sacken ab - Brexit-Schock sitzt tief

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Das britische Votum für einen Ausstieg aus der Europäischen Union hat die Anleger am Freitag geschockt. Der EuroStoxx 50 sackte um 8,62 Prozent auf 2776,09 Punkte nach unten. Die gute Stimmung der vergangenen Tage - da hatten die Investoren noch überwiegend mit einem Sieg der EU-Befürworter gerechnet - war auf einen Schlag dahin. Auf Wochensicht gab der Leitindex der Eurozone um rund zweieinhalb Prozent nach.

Marktstrategen der französischen Großbank Societe Generale sahen in einer Studie zunächst Angst als primären Kurstreiber. Die Marktakteure dürften sich vermutlich erst in der kommenden Woche näher mit den Auswirkungen der Brexit-Entscheidung auf die Gewinne der Unternehmen befassen.

Der Cac 40 in Paris fiel zum Wochenschluss um 8,04 Prozent auf 4106,73 Punkte. Noch schlimmer erwischte es die Indizes in Mailand und Madrid, für die es prozentual zweistellig nach unten ging. In Spanien wird am Wochenende ein neues Parlament gewählt. Die politische Unsicherheit ist nach dem britischen Brexit-Referendum laut Beobachtern noch gestiegen.

Der Londoner FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von 3,15 Prozent auf 6138,69 Punkte vergleichsweise gut, obwohl der Brexit nach Einschätzung vieler Experten wie etwa KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner vor allem der britischen Wirtschaft schaden dürfte.

Unterstützung lieferte Börsianern zufolge vor allem das britische Pfund, das im Vergleich zum US-Dollar einknickte. Ein schwaches Pfund kann die Exportaussichten britischer Unternehmen verbessern, da es ihre Waren in anderen Ländern günstiger macht.

Hinzu kamen satte Kursgewinne bei den Aktien des auf das Goldschürfen spezialisierten Bergbauunternehmens Randgold Resources und des ebenfalls auf Edelmetalle spezialisierten Konkurrenten Fresnillo . Sie profitierten vom anziehenden Goldpreis, der von der Flucht der Investoren in das Edelmetall getrieben wurde.

Im europäischen Branchenvergleich kam der Finanzsektor am stärksten unter Druck: Im marktbreiten Stoxx Europe 600 sackte der Subindex der Banken um mehr als 14 Prozent ab und der Versicherer-Index verlor mehr als 11 Prozent. Der Index der Finanzdienstleister >SXFP.DJX>, zu dem auch die Börsenbetreiber gehören, sank um rund 10 Prozent.

Die Papiere der italienischen Banken Unicredit und Intesa SanPaolo sowie der französischen Societe Generale brachen jeweils um mehr als 20 Prozent ein. Die Aktien der spanischen Santander rauschten um fast ein Fünftel nach unten.

Gewinner gab es aus Branchensicht keine: Am besten hielt sich noch der Index der Pharma- und Gesundheitsunternehmen mit einem Minus von etwas mehr als 2 Prozent. Die Branche gilt als defensiv und spielt ihre Stärken vor allem in einem negativen Marktumfeld aus./mis/jha/

24.06.2016

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Brexit schockt die Anleger - Dax bricht ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das überraschende "Ja" der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitag kalt erwischt. Nach einem Kursbeben legte sich im Handelsverlauf europaweit und auch hierzulande zwar die erste Panik - am Abend stand für den deutschen Leitindex Dax aber immer noch ein Abschlag von 6,82 Prozent auf 9557,16 Punkten auf der Anzeigetafel. Die Notenbanken signalisierten angesichts des Brexit-Votums Handlungsbereitschaft.

Kurz nach dem Handelsstart war der Leitindex noch um rund 10 Prozent oder gut 1000 Punkte eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Februar gefallen. Solch massive Verluste hatte es das letzte Mal während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegeben. Ursprünglich hatten die Anleger auf einen Verbleib der Briten in der EU spekuliert, was den Aktienmarkt zuvor seit Wochenbeginn kräftig angetrieben hatte. So blieb unter dem Strich auf Wochensicht ein kleineres Minus von 0,77 Prozent im Dax übrig.

GROSSE UNSICHERHEIT

Der MDax der mittelgroßen Konzerne sank am Freitag bis Börsenschluss um 4,54 Prozent auf 19 828,60 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 3,35 Prozent auf 1586,67 Punkte ein. Aus der gesamten Dax-Familie von Dax, MDax, TecDax und SDax gab es nur fünf Aktien im Plus.

Die unerwartete Entscheidung für einen Brexit habe für große Unsicherheit gesorgt und entsprechend heftige Marktreaktionen bis hin zu einem "Schock" ausgelöst, hieß es am Markt. Im Laufe des Tages hätten aber bereits erste Schnäppchenjäger zugeschlagen.

FLUCHT IN SICHERE HÄFEN

Gleichzeitig flüchteten viele Investoren in als sichere Häfen geltende Anlagen wie Gold und Anleihen, aber auch der Schweizer Franken und der japanische Yen hoben ab. Im Gegenzug fiel das britische Pfund zeitweise auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren, konnte sich hiervon bis zum Abend aber etwas erholen. Auch der Euro kam stark unter Druck: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1066 Dollar fest, nachdem es am Donnerstag noch 1,1389 Dollar waren. Der Dollar kostete damit 0,9037 nach 0,8780 Euro.

Die Experten der Privatbank MM Warburg kommentierten, Europa befinde sich derzeit potenziell in einer ähnlich kritischen Situation wie zum Höhepunkt der Euro- oder der Griechenlandkrise. Die Wahrscheinlichkeit sei erhöht, dass die starken Schwankungen an den Märkten anhalten dürften, schätzten die Analysten.

NOTENBANKEN SIGNALISIEREN HANDLUNGSBEREITSCHAFT

Führende Notenbanken kündigten aber bereits vor dem Wochenende an, gemeinsam die Finanzmärkte beruhigen zu wollen. Die britische Notenbank stellte 250 Milliarden Pfund zur Stützung der Märkte in Aussicht. Auch die EZB und die japanische Notenbank betonten ihre Handlungsbereitschaft. Die Schweizerische Nationalbank schritt umgehend zur Tat und griff am Devisenmarkt ein.

Als größte Leitragende eines Brexit gelten die Banken, deren Kurse entsprechend am Freitag europaweit einbrachen. Anteilsscheine von Deutsche Bank und Commerzbank standen am Dax-Ende mit einem Verlust von 14,13 Prozent beziehungsweise 12,99 Prozent.

DEUTSCHE BÖRSE UND LSE WOLLEN AN FUSION FESTHALTEN

Die Papiere der Deutschen Börse büßten 9,26 Prozent ein, und auch in London sackten die Aktien des britischen Börsenbetreibers LSE deutlich ab. Trotz des Brexits wollen die beiden Konzerne an ihrem Fusionsplan festhalten. Da allerdings der rechtliche Sitz des Gemeinschaftsunternehmens London sein soll, wird das Vorhaben am Finanzmarkt zunehmend kritisch gesehen.

Auch die übrigen europäischen Börsen erlebten am Freitag einen Kurscrash: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rauschte um 8,62 Prozent in die Tiefe auf 2776,09 Zähler. Ähnlich steil ging es für den Pariser CAC-40-Index nach unten, während sich die Verluste im Londoner FTSE 100 in Grenzen hielten. Auch der Dow Jones Industrial in New York präsentierte sich zum Handelsschluss in Europa angeschlagen.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Verzinsung deutscher Bundesanleihen auf ein neues Rekordtief: Die Umlaufrendite fiel von minus 0,07 Prozent am Donnerstag auf minus 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,59 Prozent auf 143,68 Punkte. Der Bund Future schoss mit plus 1,33 Prozent auf 165,82 Punkte in die Höhe./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

24.06.2016

Aktien Frankfurt Schluss: Brexit schockt die Anleger - Dax bricht ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das überraschende "Ja" der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitag kalt erwischt. Nach einem Kursbeben legte sich im Handelsverlauf europaweit und auch hierzulande zwar die erste Panik - am Abend stand für den deutschen Leitindex Dax aber immer noch ein Abschlag von 6,82 Prozent auf 9557,16 Punkten auf der Anzeigetafel. Die Notenbanken signalisierten angesichts des Brexit-Votums Handlungsbereitschaft.

Kurz nach dem Handelsstart war der Leitindex noch um rund 10 Prozent oder gut 1000 Punkte eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Februar gefallen. Solch massive Verluste hatte es das letzte Mal während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegeben. Ursprünglich hatten die Anleger ursprünglich auf einen Verbleib der Briten in der EU spekuliert, was den Aktienmarkt zuvor seit Wochenbeginn kräftig angetrieben hatte. So blieb unter dem Strich auf Wochensicht ein kleineres Minus von 0,77 Prozent im Dax übrig.

Der MDax der mittelgroßen Konzerne sank am Freitag bis Börsenschluss um 4,54 Prozent auf 19 828,60 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 3,35 Prozent auf 1586,67 Punkte ein. Aus der gesamten Dax-Familie von Dax, MDax, TecDax und SDax gab es nur fünf Aktien im Plus./tav/jha/

24.06.2016

ROUNDUP/Aktien New York: Verluste - Brexit zerrt an den Nerven der Anleger

NEW YORK (dpa-AFX) - Das britische Votum für einen Abschied aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an der Wall Street auf dem falschen Fuß erwischt. Der Dow Jones Industrial rutschte am Freitag um 2,16 Prozent auf 17 622,60 Punkte ab.

Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren offenbar fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte. Auf Wochensicht liegt das weltweit bekannteste Börsenbarometer denn auch weniger als ein halbes Prozent im Minus.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 2,34 Prozent auf 2063,85 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 2,67 Prozent auf 4348,183 Punkte nach unten.

Damit hielt sich die Wall Street deutlich besser als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um mehr als 7 Prozent ab und der deutsche Dax fiel um fast 6 Prozent. Der britische FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von rund 2 Prozent dank des schwachen britischen Pfunds relativ gut.

Börsianer sprachen von einer spürbaren Verunsicherung der Anleger, die noch einige Zeit andauern dürfte. Insbesondere die Sorge vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen belaste.

Der Sieg der Brexit-Befürworter habe die unvermeidliche, negative Reaktion der Finanzmärkte nach sich gezogen, schrieb US-Chefvolkswirt Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics in einer Studie. Einen größeren Einfluss auf die US-Wirtschaft dürfte die Entscheidung der Briten aber kaum haben.

Gefragt waren in diesem trüben Aktienmarktumfeld vor allem als "sicherer Hafen" geltende Anlagen. So zog der Goldpreis kräftig an und die Kurse von US-Staatsanleihen schnellten nach oben.

Mit Blick auf die Einzelwerte setzte der Brexit vor allem Bankenaktien zu. Die Anteilsscheine von Goldman Sachs waren mit einem Minus von rund 5 Prozent das Schlusslicht im Dow Jones. JPMorgan fielen um mehr als 4 Prozent, Bank of America sanken um gut 5 Prozent und für Citigroup ging es um mehr als 7 Prozent nach unten.

Bei den Aktien der Telekom-Tochter T-Mobile US sorgte ein Analystenkommentar für Bewegung. Ihr Kurs fiel um gut dreieinhalb Prozent, nachdem das Investmenthaus Nomura die Kaufempfehlung gestrichen hatte./mis/jha/

24.06.2016

Aktien New York: Verluste - Brexit zerrt an den Nerven der Anleger

NEW YORK (dpa-AFX) - Das britische Votum für einen Abschied aus der Europäischen Union hat die Anleger an der Wall Street auf dem falschen Fuß erwischt. Der Dow Jones Industrial rutschte am Freitag um 2,09 Prozent auf 17 635,34 Punkte ab. Tags zuvor hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren offenbar fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte.

Der marktbreite S&P 500 knickte am Freitag um 2,25 Prozent auf 2065,73 Zähler ein und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 2,60 Prozent auf 4351,396 Punkte nach unten.

Damit hielt sich die Wall Street allerdings deutlich besser als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um mehr als 7 Prozent ab und der deutsche Dax fiel um fast 6 Prozent. Der britische FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von rund 2 Prozent dank des schwachen britischen Pfunds relativ gut.

Börsianer sprachen von einer spürbaren Verunsicherung der Anleger, die noch einige Zeit andauern dürfte. Insbesondere die Sorge vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen belaste.

Der Sieg der Brexit-Befürworter habe die unvermeidliche, negative Reaktion der Finanzmärkte nach sich gezogen, schrieb US-Chefvolkswirt Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics in einer Studie. Einen größeren Einfluss auf die US-Wirtschaft dürfte die Entscheidung der Briten aber nicht haben./mis/jha/

24.06.2016

WOCHENAUSBLICK: Brexit bringt weitere Rückschlagsgefahr für den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die für Anleger völlig überraschende Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat am deutschen Aktienmarkt einen Schock ausgelöst - und dürfte auch in der neuen Woche für Wirbel sorgen. Der deutsche Leitindex Dax ging bereits vor dem Wochenende in die Knie und fiel zeitweise um 10 Prozent. Experten sind sich einig, dass es eine gewisse Zeit dauern wird, bis sich die Börsen vom Brexit-Schock erholen.

"Die Märkte werden über die kommenden Tage und Wochen hinweg die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten nach diesem Ergebnis verarbeiten", schrieb Ritu Vohora vom Vermögensverwalter M&G Investments in einem Kommentar. Aktienmarktexperte Paras Anand von der Fondsgesellschaft Fidelity sieht es ähnlich: "Dieses Ergebnis führt zu politischer Unsicherheit, die kurzfristig erhöhte Volatilität an den Märkten mit sich bringen dürfte."

HELABA: RÜCKSCHLAGSPOTENZIAL BIS 8000 PUNKTE IM DAX

Nach Einschätzung der Experten der Landesbank Helaba ergibt sich nun für den Dax ein Rückschlagspotenzial bis in den Bereich zwischen 8500 und 8000 (aktueller Kurs 9577) Punkten. Hiernach bestehen allerdings wieder gute Chancen auf eine Erholung, geben sich die Experten optimistisch. Ihr Argument: Durch die fallenden Aktienkurse dürften sich attraktive Bewertungen der Unternehmen ergeben - zudem rechnen sie mit gleichzeitig steigenden Gewinnerwartungen - was Käufer in den Markt locken dürfte und die Kurse mittelfristig wieder anziehen lassen sollte.

Wie schnell sich die Börsianer angesichts der noch sehr schwer fassbaren politischen und realwirtschaftlichen Folgen des Brexit zurück in den Aktienmarkt trauen, wird sicherlich auch in großem Maße von der Reaktion der Notenbanken abhängen. Die Bank of England verkündete bereits vor dem Wochenende, alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um die Märkte zu stabilisieren und stellte milliardenschwere Maßnahmen in Aussicht.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) steht Gewehr bei Fuß, um weitere Liquidität in die Märkte zu pumpen. Ebenso sind die Augen auf der US-Notenbank Fed gerichtet, die zuletzt auch wegen des anstehenden Briten-Referendums auf eine weitere Leitzinserhöhung verzichtete. Auch sie signalisierte Handlungsbereitschaft. Die Experten der BayernLB rechnen nun damit, dass die US-Notenbank bei ihrer abwartenden Haltung bleiben wird.

NÄCHSTE UNSICHERHEIT DURCH SPANIEN-WAHL

Jenseits des Brexit-Schocks könnte schon an diesem Wochenende gleich das nächste politische Ereignis für Unsicherheit an den Börsen sorgen: In Spanien stehen am Sonntag abermals Parlamentswahlen an, nachdem auf die Wahl im Dezember keine Regierung zustande kam. Aktuell sieht es aber danach aus, dass auch der erneute Urnengang für keine Partei eine klare Mehrheiten ergeben wird.

Zu den wichtigsten Terminen der kommenden Woche zählt dann der am Dienstag beginnende EU-Gipfel, auf dem das Großbritannien-Referendum ein zentrale Rolle spielen wird. Zudem finden Konjunkturdaten Beachtung. In den USA richten sich die Blicke im Wochenverlauf auf Detaildaten zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal, Stimmungsdaten aus der Industrie und Zahlen zum privaten Verbrauch.

Diesseits des Atlantik stehen am Mittwoch das Industrie- und Verbrauchervertrauen in der Eurozone, ebenso wie in Deutschland das GfK-Konsumklima sowie die Verbraucherpreise auf der Agenda. Am Donnerstag richten sich die Blicke auf deutsche Arbeitslosenzahlen.

DÜRFTIGE UNTERNEHMENS-AGENDA

Auf Unternehmensseite sind absehbare Termine dagegen rar: Mit der Porsche SE am Mittwoch und dem Medienkonzern ProSiebenSat.1 am Donnerstag setzt sich die Hauptversammlungs-Saison fort. Zudem laden unter anderem der Elektrokonzern Siemens am Dienstag bis Mittwoch und der Versorger RWE am Donnerstag zu Kapitalmarkttagen ein./tav/mis/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

25.06.2016

ROUNDUP/RATING: Moody's entzieht Österreich Topbonität

WIEN (dpa-AFX) - Die Ratingagentur Moody's hat Österreich die Top-Bonitätsnote entzogen. Die US-Agentur kappte am Freitagabend die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe auf "Aa1". Bereits im Oktober 2015 hatte die Agentur dem Land mit einem Entzug der Spitzenbewertung von "Aaa" gedroht. Der Ausblick wurde nun von "negativ" auf "stabil" gesetzt, weil die weiteren Abwärtsrisiken von der Agentur als begrenzt eingeschätzt werden.

Entscheidend für die Herabstufung seien die schwachen mittelfristigen Wachstumserwartungen gewesen, heißt es zur Begründung. Angesichts des geringen Wirtschaftswachstums sei es schwierig, die hohen Staatsschulden in einem mittelfristigen Zeitraum deutlich und nachhaltig zu reduzieren.

Österreichs Wirtschaft sei in den Jahren 2012 bis 2015 kaum gewachsen. Als Wachstumshemmnisse werden eine hohe steuerliche Belastung von Arbeit, eine relativ geringe Beschäftigungsquote bei Frauen und älteren Arbeitnehmern und ein geringer Produktivitätszuwachs angesehen.

Moody's schätzt Österreichs jährliches Wirtschaftswachstum bis 2020 auf durchschnittlich 1,3 Prozent. Kurzfristig werde das Wachstum durch temporäre Effekte zwar stärker ausfallen, ab 2019 aber ohne weitere strukturelle Wirtschaftsreformen nur 1,1 Prozent pro Jahr betragen. Die von der Regierung bisher gesetzte Schritte seien zwar positiv, würden sich aber mittelfristig nicht nennenswert auswirken./ivn/mp/ivn/mp/APA/jha

24.06.2016

BREXIT/ROUNDUP/RATING: Moody's droht Großbritannien mit Herabstufung

LONDON (dpa-AFX) - Die US-Ratingagentur Moody's droht Großbritannien nach dem Votum für einen EU-Austritt mit einer Herabstufung. Der Ausblick für die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Landes sei von "stabil" auf "negativ" gekappt worden, teilte die Agentur am Freitagabend mit. Das Rating blieb mit "AA1" aber zunächst unverändert. Es liegt eine Stufe unter der Topnote. Die Briten hatten am Donnerstag mehrheitlich für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) gestimmt. Die Agentur bestätigte am Freitag das Top-Rating der EU mit "AAA" und einem stabilen Ausblick.

Moody's rechnet mit negativen Effekten des Brexit-Votums auf das Wirtschaftswachstum von Großbritannien. Die erhöhte Unsicherheit dürfte zu geringeren Ausgaben und Investitionen und damit zu einem geringeren Wachstum führen. Entsprechend kappten die Experten ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum des Landes im laufenden und kommenden Jahr.

Die zweite große US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte zuletzt bereits signalisiert, dass Großbritannien im Falle eines EU-Austritts die Bestnote für seine Kreditwürdigkeit entzogen werden dürfte.

"Wenn Großbritannien sich im EU-Referendum am Donnerstag für einen Brexit entscheiden sollte, dann wäre das "AAA"-Kreditrating fällig und würde innerhalb kurzer Zeit danach zurückgestuft werden", sagte Moritz Kraemer, Managing Director und Global Chief Rating Officer Sovereign Ratings bei S&P, der "Bild"-Zeitung (Donnerstag). Dem Bericht zufolge führte Kraemer als Grund an, dass die politische Situation im Land bei einem Brexit weniger vorhersehbar und rational wäre, auch weil es keinen wirklichen Plan für die Zeit nach einem Brexit gebe./jha/

24.06.2016

BREXIT/RATING: Moody's senkt Ausblick von Großbritannien auf 'negativ'

LONDON (dpa-AFX) - Die US-Ratingagentur Moody's droht Großbritannien nach dem Votum für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) mit einer Herabstufung. Der Ausblick für die Einstufung sei von "stabil" auf "negativ" gekappt worden, teilte die Agentur am Freitagabend mit. Das Rating blieb mit "AA1" aber zunächst unverändert. Die Agentur bestätigte zugleich das Top-Rating der EU mit "AAA".

Moody's rechnet mit negativen Effekten des Brexit-Votums auf das Wirtschaftswachstum von Großbritannien. Die erhöhte Unsicherheit dürfte zu geringeren Ausgaben und Investitionen und damit zu einem geringeren Wachstum führen. Entsprechend kappten die Experten ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum des Landes./jha/

24.06.2016

BREXIT/GESAMT-ROUNDUP 2: Briten stimmen für EU-Austritt - Schock für Europa

(neu: Steinmeier zu Cameron, Ayrault, Obama)

LONDON (dpa-AFX) - Das Brexit-Votum hat die Europäische Union (EU) in eine historische Krise gestürzt. Nach einem erbitterten Wahlkampf entschieden sich 51,9 Prozent der Briten in einem Referendum für den Austritt. Die Angst vor weiterer Zuwanderung und die Sorge um die nationale Souveränität hatten dem Anti-EU-Lager starken Zulauf beschert. Premierminister David Cameron, der für einen Verbleib geworben hatte, kündigte seinen Rücktritt bis spätestens Oktober an. Er versicherte zugleich, dass Regierung und Parlament den Volkswillen respektieren und mit der EU den Austritt aushandeln werden.

Die internationalen Finanzmärkte reagierten mit Kursstürzen. Das Pfund Sterling fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren. Experten befürchten eine Wirtschaftskrise, Jobverluste und einen Währungsverfall. Die britische Zentralbank kündigte notfalls massive Stützungsmaßnahmen an.

EU-SPITZENVERTRETER DRÄNGEN ZUR EILE

Während die britische Führung bei den Verhandlungen über den Ausstieg offensichtlich auf Zeit spielen will, drängen die Spitzenvertreter der EU zur Eile. "Jede Verzögerung würde die Unsicherheit unnötig verlängern", erklärten EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, Ratspräsident Donald Tusk, Parlamentspräsident Martin Schulz und der niederländische Regierungschef Mark Rutte. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn forderte eine schnelle und zivilisierte "Scheidung".

Bereits an diesem Samstag kommen die Außenminister der sechs EU-"Gründerstaaten" in Berlin zusammen, um über die Folgen des Referendums zu beraten. Die führenden Nationen Deutschland und Frankreich wollen dabei gemeinsame Vorschläge vorlegen.

'INFORMELLES TREFFEN' GEPLANT

Nach Angaben von Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault soll die EU effizienter gemacht werden. Bei den Vorschlägen gehe es aber nicht um "eine institutionelle Flucht nach vorne", sagte Ayrault der Nachrichtenagentur AFP. Es solle auch nicht noch mehr Souveränität nach Brüssel übertragen werden. "Wenn man sich auf dieses Terrain begibt, riskiert man, alle zu blockieren", warnte der Franzose.

Am Rande des EU-Gipfels am Dienstag und Mittwoch in Brüssel soll es bereits ein "informelles Treffen" der 27 verbleibenden EU-Staaten geben - erstmals ohne Großbritannien. Für diesen Montag lädt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gesprächen nach Berlin ein.

MERKEL: EU STARK GENUG

Merkel sagte, die EU sei stark genug, um die richtigen Antworten zu geben. Die Bürger müssten konkret spüren können, "wie sehr die Europäische Union dazu beiträgt, ihr persönliches Leben zu verbessern". In den Verhandlungen mit Großbritannien über den EU-Ausstieg sollten die Beziehungen weiter "eng und partnerschaftlich" gestaltet werden.

Die EU erlebt angesichts von Finanzkrisen, Flüchtlingsandrang sowie Arbeitslosigkeit und schlechter Wirtschaftslage in vielen Ländern ohnehin schon die schwerste Belastungsprobe ihrer Geschichte. Rechtsparteien in Europa jubilierten über das Votum der Briten. Erste Forderungen nach Referenden in anderen EU-Staaten wurden laut. Der britische Rechtspopulist Nigel Farage, einer der populärsten Brexit-Befürworter, frohlockte: "Die EU versagt, die EU stirbt."

SCHOTTEN UND NORDIREN MEHRHEITLICH FÜR EU-VERBLEIB

Auch dem Vereinigten Königreich selbst könnte ein Zerfall drohen. So strebt die schottische Regierungspartei SNP nun einen neuen Volksentscheid zur Loslösung Edinburghs von London an, um allein in der EU verbleiben zu können. "Ein zweites Unabhängigkeitsreferendum ist nun höchstwahrscheinlich", sagte Ministerpräsidentin und SNP-Parteichefin Nicola Sturgeon.

Bei dem Referendum hatten Schotten und Nordiren mehrheitlich für den Verbleib in der EU votiert. Die Wahlbeteiligung lag bei 72 Prozent. Insgesamt stimmten 17,4 Millionen Wähler für den Brexit, 16,1 Millionen dagegen.

BRITISCHE FÜHRUNG DEMONSTRATIV GELASSEN

Mit dem Austritt der Briten verliert die EU nach 43 Jahren London als ihre Finanzhauptstadt, ihre zweitstärkste Volkswirtschaft und das Land mit der drittgrößten Bevölkerung. Zudem ist das Land - zusammen mit Frankreich - einer von zwei EU-Staaten mit Atomwaffen und Ständigem UN-Sicherheitsratssitz.

Die britische Führung reagierte demonstrativ gelassen auf das Drängen der EU-Führung, schnell Entscheidungen zu treffen. "Es gibt keine Notwendigkeit für einen genauen Zeitplan", sagte Cameron. Die Verhandlungen mit Brüssel solle sein Amtsnachfolger führen, der im Oktober gekürt werden könnte. Im Gespräch sind unter anderem Boris Johnson (52), Ex-Bürgermeister von London, Justizminister Michael Gove (48) sowie Schatzkanzler George Osbourne (45).

EU-MITGLIEDSCHAFT LEICHTFERTIG VERSPIELT?

Cameron hatte das Referendum bereits 2013 vorgeschlagen - vor allem mit dem innenpolitischen Kalkül, EU-Kritiker in den eigenen Reihen ruhigzustellen. Diese Rechnung ging nicht auf. Zahlreiche Warnungen von Politikern aus der ganzen Welt, vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und von Wirtschaftsverbänden verhallten ungehört.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier warf der britischen Regierung vor, die EU-Mitgliedschaft leichtfertig verspielt zu haben. Der SPD-Politiker erinnerte am Freitag in einem ZDF-Interview daran, dass das Referendum seinen Ursprung in Auseinandersetzungen innerhalb der konservativen Regierungspartei des britischen Premierministers David Cameron hatte. "Die Regierung (hat) mit dem europäischen Schicksal gespielt und hat verloren."

OBAMA TELEFONIERT MIT CAMERON UND MERKEL

US-Präsident Barack Obama telefonierte am Freitag mit Cameron und Merkel. Die USA würden sich mit den europäischen Verbündeten weiter abstimmen, um die Stabilität des globalen Finanzsystems zu sichern, sagte Obama in einer Rede an der Universität Stanford (Kalifornien)./dm/pm/toz/sv/cn/DP/jha

24.06.2016

Devisen: Pfund bricht nach 'Ja' zum Brexit ein - Auch Euro unter Druck

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Unsicherheit nach der Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union hat die Kurse des britischen Pfund und des Euro am Freitag stark belastet. Da sich viele Marktteilnehmer zuletzt auf einen Verbleib Großbritanniens in der EU eingerichtet hatten, waren die Ausschläge sehr groß.

Das Pfund rutschte zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit 1985 ab. Nach einem Fall bis auf 1,3229 US-Dollar berappelte sich der Kurs aber zumindest etwas bis auf 1,3679 Dollar. In der Nacht zum Freitag hatte die britische Währung allerdings zeitweise noch 1,50 Dollar gekostet.

Auch der Euro machte einen Teil seiner Verluste wett, nachdem er zunächst fast bis auf 1,09 Dollar abgesackt war. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1117 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1066 (Donnerstag: 1,1389) Dollar festgesetzt.

Neben dem geschwundenen Vertrauen in die EU schwächten auch Erwartungen weiterer geldpolitischer Lockerungen in Reaktion auf den Brexit den Euro. JPMorgan-Experte David Mackie geht davon aus, dass die EZB den Leitzins weiter senken und das Anleihekaufprogramm noch stärker ausweiten wird. Die EZB signalisierte am Freitag ihre Handlungsbereitschaft. Man sei bereit, "falls nötig, den Märkten zusätzliche Liquidität in Euro und anderen Währungen bereitzustellen."

Die als sichere Häfen geltenden Währungen Yen und Franken waren unterdessen im Aufwind. Im Gegenzug fiel der Eurokurs von über 1,10 Franken auf zwischenzeitlich bis zu 1,06237 Franken. Allerdings ist ein zu starker Franken den Schweizern schon lange ein Dorn im Auge. Die Schweizerische Notenbank griff ein, um den Kurs des Schweizer Franken zu stabilisieren. Am Abend lag der Eurokurs bei 1,0824 Franken./mis/jsl/jha/

24.06.2016

BREXIT/ROUNDUP: Russlands Nationalisten bejubeln den Brexit

MOSKAU (dpa-AFX) - Einen Krimsekt auf den Brexit! In Russland wird das Ergebnis der britischen Volksabstimmung vor allem von nationalistischen Politikern bejubelt. Doch die Folgen sind für das Riesenland nicht absehbar. Es kann sein, dass mancher Verantwortliche verzweifelt einen Wodka kippt.

Mit der Europäischen Union kann Russland traditionell wenig anfangen, Brüssel gilt als Feind. "Das ländliche, provinzielle, arbeitende Großbritannien hat Nein gesagt zu der Union, die von der Finanzmafia, Globalisten und anderen geschaffen wurde", freute sich Parlamentsvize Wladimir Schirinowski (70), Chef der nationalistischen Liberaldemokraten.

Politisch sympathisiert Russland zwar mit den EU-Gegnern, doch in der Realpolitik agiert es vorsichtig. Präsident Wladimir Putin mag keine Unruhe, keine abrupten Entwicklungen, die der Kreml nicht steuern kann.

Äußerungen des britischen Premierministers David Cameron über ein angebliches Interesse Moskaus an einem EU-Ausstieg Londons entbehren aus Putins Sicht jeder Grundlage. "Russland hat sich in die Frage eines Brexits nie eingemischt, nie darüber geäußert, es hat sie nicht beeinflusst und dies auch nie versucht", sagte Putin am Freitag in Usbekistan. Die Vorwürfe seien ein Versuch des scheidenden Regierungschefs Cameron gewesen, die Briten zu beeinflussen.

Einen Seitenhieb auf die EU kann sich der Kremlchef dennoch nicht verkneifen: Er sehe in der Brexit-Entscheidung den Protest der Briten gegen eine zunehmende Machtfülle der Brüsseler Bürokratie.

Anders als Kanzlerin Angela Merkel oder US-Präsident Barack Obama hatte Putin im Vorfeld nicht klar gegen den Brexit Stellung bezogen. "Moskau ist daran interessiert, dass die Europäische Union eine blühende, stabile und berechenbare Wirtschaftsmacht bleibt", sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Freitag.

Für Russland zählt, wie es mit seinen Öl- und Gasexporten weitergeht. Der Brexit werde den Ölpreis noch stärker schwanken lassen, erwartet Vize-Energieminister Alexej Teksler. Außerdem ist Großbritannien ein wichtiger Zielmarkt für die geplante Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Der Bau der Gasleitung zwischen Russland und Deutschland ist in der EU umstritten. "Zum jetzigen Zeitpunkt" erwarte er aber keine Auswirkungen auf das Projekt, sagte Teksler.

Von einem "unangenehmen Ereignis" spricht Finanzminister Anton Siluanow. Dem Rubel täten Turbulenzen in der Weltwirtschaft nicht gut. Insgesamt hält Siluanow aber die Folgen des Brexit für Russlands Wirtschaft für überschaubar. Fraglich ist, was mit dem Handel russischer Aktien, mit russischen Investitionen in London wird.

Russlands Außenpolitiker versuchten abzuschätzen, wie sich der EU-Abschied auf die bilateralen Beziehungen mit Brüssel und London auswirkt. Der russland-kritische Block in der EU aus Briten, Polen und Balten werde geschwächt, sagte der kremltreue Experte Sergej Karaganow. Er tröstete die Europäer: Vielleicht sei die EU ohne die Briten als ständige Spielverderber (wörtlich: Spoiler) besser dran. Das Außenministerium in Moskau erwartet keine Verbesserung im chronisch angespannten Verhältnis seines Landes zu Großbritannien.

Russland hofft allerdings darauf, dass die transatlantische Anbindung der EU geschwächt wird. "Der Austritt trennt Europa von den Angelsachsen ab, also von den USA", meint Boris Titow, Vorsitzender der russischen Fortschrittspartei. "Ab dann dauert es nicht lange bis zu einem geeinten Eurasien - vielleicht zehn Jahre."/fko/DP/she

24.06.2016

BREXIT/GESAMT-ROUNDUP 2: Schock für Börsenwelt - Finanzwerte rauschen in Keller

(Aktualisierung: Mit Handelsschluss Frankfurt/London/Paris und -eröffnung in New York, weiteren Details)

FRANKFURT/LONDON (dpa-AFX) - Von wegen Brexit-Angst "abgehakt": Der nun beschlossene EU-Austritt Großbritanniens hat für ein böses Erwachen an den Weltbörsen gesorgt. Nachdem es zuvor tagelang von vielen Händlern und Analysten noch geheißen hatte, die Befürchtungen zum Ausgang des Referendums seien fast schon verflogen, brachen nach dem "Out"-Votum Finanzwerte rund um den Globus ein.

Unklar ist bisher, ob sich die Schock-Reaktion zu einem Abwärtstrend verfestigen könnte. "Wir müssen sofort versuchen, den Prozess in den Märkten zu stabilisieren", sagte der britische Außenminister Philip Hammond am Freitag. Bis zum Abend fing sich der Handel wieder ein wenig. Aber der Internationale Währungsfonds, Notenbanken und die G7-Staaten betonten ausdrücklich, dass man für Hilfen bereitstehe.

- FRANKFURT: Der Dax war am Donnerstagabend noch mit einem klaren Plus von 1,85 Prozent auf 10 257,03 Punkte aus dem Handel gegangen - es war der fünfte Tagesanstieg in Folge. Am Freitag ging es dann im frühen Handel um bis zu 10 Prozent drastisch abwärts. Vor allem Bankenwerte gerieten massiv unter Druck, auch Autobauer und Energieunternehmen wie Eon und RWE . Nach dem Kursbeben fing sich der Dax ein wenig, er schloss am Abend 6,82 Prozent im Minus bei 9557,16 Zählern. Doch die Unsicherheit dürfte hoch bleiben. "Im schlimmsten Fall wäre der Brexit der erste Schritt zum kompletten Zerfall Europas", warnte die Chefvolkswirtin der Helaba, Gertrud Traud. Andere hielten die Lage aber für beherrschbar.

- EUROPA/LONDON/PARIS: Bei der Eröffnung am Morgen erlebten Europas Börsen die größten Verluste seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der EuroStoxx 50 rutschte zum Beginn um 9 Prozent ab. Auf Tagesbasis drehte er von plus 2 Prozent am Donnerstagabend auf minus 8,6 Prozent am Freitagabend. Auch der Aktienhandel in Großbritannien erlitt einen Dämpfer: Der FTSE 100 knickte zum Start um gut 8 Prozent ein. Das Tagesminus fiel mit 3,15 Prozent relativ glimpflich aus, am Donnerstagabend waren es zum Handelsende plus 1,23 Prozent gewesen. In Paris sank der CAC 40 am Freitagmorgen um 9 Prozent, abends war der Stand bei minus 8,04 Prozent - nach 1,96 Prozent Vortagesgewinn.

- NEW YORK: Auch das Haupt-Börsenbarometer der USA reagierte auf den Sieg der Brexit-Befürworter. Am Donnerstagabend hatte der Dow Jones Industrial 1,29 Prozent höher bei 18 011,07 Punkten geschlossen. Der Handelsstart am Freitag fiel nach der großen Zuversicht der Vortage ernüchternd aus: minus 2,09 Prozent auf 17 635,34 Zähler. Der Dow sackte damit aber lange nicht so stark ab wie die Europa-Börsen.

- ASIEN: In Fernost hatte der Handel die Nachrichten aus der Nacht zuerst verdauen können, ein deutliches Abrutschen war die Folge. Der Nikkei-Index in Tokio stürzte - nach einem 1,07-Prozent-Zuwachs zum Donnerstagsschluss - am Freitag um 7,92 Prozent auf 14 952 Punkte ab. Auch in Hongkong, Seoul, Mumbai und zuvor in Sydney ging es bergab.

- PFUND: Am Devisenmarkt kam es ebenfalls zu heftigen Turbulenzen. Das britische Pfund sank am Freitagmorgen auf bis auf 1,3229 Dollar. Das war der tiefste Stand zur US-Währung seit dem Jahr 1985. Am Nachmittag berappelte sich das Pfund wieder auf 1,3795 Dollar.

- EURO: Die europäische Gemeinschaftswährung verlor klar an Wert. Gegenüber dem US-Dollar büßte der Euro 3,5 Prozent ein, zwischendurch ging es bis auf 1,0913 Dollar herab, das niedrigste Niveau seit März. Die EZB setzte ihn nach leichter Erholung auf 1,1066 Dollar fest.

- YEN: Viele Devisenanleger flüchteten in den Yen, dem gegenüber das Pfund am Freitag um über 14 Prozent einbrach. Umgekehrt war Japans Währung zum Pfund dabei so viel wert wie zuletzt im Dezember 2012.

- FRANKEN: Angesichts des nachgebenden Euro legte auch der Außenwert des Franken zu. Gegenüber der Schweizer Währung fiel der Euro von mehr als 1,10 Franken zwischenzeitlich auf bis zu 1,06 Franken.

- GOLD: Der Preis für das als "sicherer Hafen" geltende Edelmetall schoss auf bis zu 1358 Dollar je Feinunze (31 Gramm) empor - der höchste Stand seit Sommer 2014. Im Internet suchten die Briten sechsmal häufiger "Gold kaufen" als sonst, ergab eine Google -Analyse.

- ANLEIHEN: Der Durchschnittszins deutscher Bundesanleihen fiel am Freitag auf ein Rekordtief - wie beim Gold gab es hier eine hohe Nachfrage. Die Umlaufrendite sank von -0,07 auf -0,20 Prozent./jap/DP/she

24.06.2016

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 24.06.2016

BREXIT/GESAMT-ROUNDUP: EU-Ausstieg der Briten stürzt Europa in historische Krise

LONDON - Schock für Europa: Die Briten haben für den Austritt aus der EU gestimmt und stürzen den Staatenbund damit in die schwerste Krise seiner fast 60-jährigen Geschichte. In einem historischen Volksentscheid stimmten 51,9 Prozent für den Brexit. Premierminister David Cameron, der für einen Verbleib geworben hatte, kündigte seinen Rücktritt bis spätestens Oktober an. Er versicherte zugleich, dass Regierung und Parlament den Volkswillen respektieren und mit der EU den Austritt aushandeln werden.

BREXIT/ROUNDUP 2: Notenbanken wollen gemeinsam Finanzmärkte beruhigen

FRANKFURT - Nach dem Brexit-Votum wollen sich führende Notenbanken gegen Turbulenzen an den Finanzmärkten stemmen. Der britische Notenbankchef Mark Carney stellte 250 Milliarden Pfund zur Stützung der Märkte in Aussicht. Die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank Fed und die japanischen Währungshüter betonten ihre Handlungsbereitschaft. Die Schweizerische Nationalbank schritt unterdessen gleich zur Tat und griff am Devisenmarkt ein.

USA: Michigan-Konsumklima fällt stärker als erwartet

MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juni stärker als erwartet eingetrübt. Wie die Universität von Michigan am Freitag mitteilte, fiel der Indikator laut einer zweiten Schätzung von 94,7 Punkten im Vormonat auf 93,5 Punkte. In einer ersten Erhebung war noch ein Rückgang auf 94,3 Punkte ermittelt worden. Volkswirte hatten mit einer Revision für den Juni auf 94,1 Punkte gerechnet.

BREXIT: US-Notenbank stellt Dollar-Liqudität in Aussicht

WASHINGTON - Die amerikanische Notenbank Fed ist angesichts des Brexit-Votums alarmiert. Sie beobachte die Entwicklungen an den weltweiten Finanzmärkten zusammen mit anderen Zentralbanken genau, teilte die Fed am Freitag in Washington mit. Zudem sei sie darauf vorbereitet, Dollar-Liquidität zur Verfügung zu stellen, falls dies aufgrund von Refinanzierungsdruck an den weltweiten Märkten notwendig werden sollte, der sich auch auf die Wirtschaft der Vereinigten Staaten auswirken könnte.

BREXIT: IWF ruft EU und Großbritannien zu 'sanftem Übergang' auf

WASHINGTON - Der Internationale Währungsfonds ruft Großbritannien und die Europäische Union zur Zusammenarbeit auf, um nach dem Brexit einen "sanften Übergang" in eine neue wirtschaftliche Beziehung sicherzustellen. IWF-Chefin Christine Lagarde erklärte in einer am Freitag in Washington verbreiteten Mitteilung, London und Brüssel müssten Ablauf und Ziele des EU-Ausstiegs Großbritanniens klarstellen. Der IWF unterstütze die Bank von England und die Europäische Zentralbank darin, für die nötige Liquidität des Bankensystems zu sorgen und Schwankungen nach der Abstimmung zu begrenzen, erklärte Lagarde.

USA: Aufträge für langlebige Güter fallen überraschend deutlich

WASHINGTON - Die Neuaufträge für langlebige Güter sind in den USA im Mai stärker gefallen als erwartet. Sie seien zum Vormonat um 2,2 Prozent gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet.

BREXIT/ROUNDUP 2: Banken bemühen sich um Schadensbegrenzung - Folgen unklar

FRANKFURT/LONDON - Nach dem Brexit-Schock stehen Banken weltweit vor einer ungewissen Zukunft. Aktienkurse der Geldhäuser brachen am Freitag im zweistelligen Prozentbereich ein. Vor allem die britischen Institute gerieten dabei unter die Räder. Bank-Manager bemühten sich in ersten Reaktionen um Schadensbegrenzung und betonten gegenüber Anlegern sowie Kunden, alles unter Kontrolle zu haben. Die britische Notenbank versicherte, notfalls mit mehr als 250 Milliarden Pfund die Märkte zu stabilisieren. Die Bankenbranche forderte nun eine möglichst schnelle Klärung der künftigen Beziehung zwischen Großbritannien und der EU.

BREXIT/Tsipras: EU muss mit mehr sozialer Gerechtigkeit reagieren

ATHEN - Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hat nach dem britischen EU-Referendum mehr soziale Gerechtigkeit in der Europäischen Union gefordert. "Wir brauchen (nach dem Brexit) eine neue Vision und einen Neustart für das Vereinigte Europa", sagte Tsipras am Freitag in einer Erklärung. Das Ziel sei ein sozial gerechtes und demokratisches Europa.

BREXIT/ROUNDUP: Notenbanken wollen gemeinsam Finanzmärkte beruhigen

FRANKFURT - Nach dem Brexit-Votum wollen sich führende Notenbanken gegen Turbulenzen an den Finanzmärkten stemmen. Der britische Notenbankchef Mark Carney stellte 250 Milliarden Pfund zur Stützung der Märkte in Aussicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die japanische Notenbank betonten ihre Handlungsbereitschaft. Die Schweizerische Nationalbank schritt unterdessen gleich zur Tat und griff am Devisenmarkt ein.

BREXIT/ROUNDUP: Merkel ruft zur Besonnenheit auf - 'Einschnitt für Europa'

BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach der Brexit-Entscheidung Großbritanniens für einen EU-Austritt zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. "Die Europäische Union ist stark genug, um die richtigen Antworten auf den heutigen Tag zu geben", sagte sie am Freitag nach Beratungen mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsparteien und mehreren Ministern im Kanzleramt in Berlin. Ziel der Verhandlungen mit Großbritannien über den Ausstieg aus der EU solle es sein, die künftigen Beziehungen der EU mit dem Land "eng und partnerschaftlich" zu gestalten.

BREXIT/Euro-Gruppenchef Dijsselbloem: Briten wählen Instabilität

DEN HAAG - Großbritannien hat sich nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem für den Weg der Instabilität entschieden. "Wir in der EU müssen eine andere Wahl treffen," sagte der niederländische Finanzminister am Freitag in Den Haag. "Instabilität ist das letzte, was wir in Europa und der Eurozone brauchen." Die Entscheidung der Briten werde auch für die Eurozone nichts ändern. Sie werde "festentschlossen, den Weg der wirtschaftlichen Erholung fortsetzen", betonte Dijsselbloem. Der Finanzminister erwartet auch, dass sich die Finanzmärkte und Börsen in der nächsten Zeit wieder stabilisierten. Von einer Panikstimmung in Europa könne keine Rede sein.

ROUNDUP/Deutschland: Ifo-Geschäftsklima steigt überraschend

MÜNCHEN - Die Stimmung der deutschen Unternehmen ist im Juni überraschend gestiegen. Das Ifo-Geschäftsklima kletterte zum Vormonat um 0,9 Punkte auf 108,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit November 2015. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 107,4 Punkte gerechnet. Der Vormonatswert ist von 107,7 Punkte auf 107,8 Punkte nach oben revidiert.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

/jsl

24.06.2016

BREXIT/Commerzbank-Chefvolkswirt: Großbritannien wird im Binnenmarkt bleiben

FRANKFURT (dpa-AFX) - Großbritannien wird trotz des anstehenden EU-Austritts nach Einschätzung vom Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer im europäischen Binnenmarkt bleiben. "Auch die Europäische Union hat ein Interesse an einer sauberen Scheidung", sagte Krämer am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Schließlich ist Großbritannien der zweitgrößte Handelspartner der anderen EU-Länder nach den USA und vor China.

"An der Einführung von Zöllen kann die Rest-EU kein Interesse haben", sagte Krämer. Insbesondere die deutsche Wirtschaft habe ein großes Interesse an einem weiteren Zugang zum wichtigen britischen Exportmarkt. Die britische Wirtschaft sei noch mehr angewiesen auf ihre Geschäftskontakte in der EU. Dies gelte insbesondere für den wichtigen Bankensektor. "Die EU-Gegner werden realisieren, dass sie die Bande mit der Union nicht völlig kappen können."

Großbritannien müsste dann die Regeln des Binnenmarktes respektieren, Beiträge an die EU entrichten und die ungeliebte Arbeitnehmerfreizügigkeit respektieren. "Es ist nicht vorstellbar, dass die EU auf die Personenfreizügigkeit als einer der Grundpfeiler des Binnenmarktes verzichtet", sagte Krämer. Dies werde angesichts der aufgeheizten Stimmung in der Bevölkerung nur schwer zu vermitteln sein. "Die Briten gewinnen also nicht so viel, wenn sie die EU verlassen." Dies zeige, dass die Brexit-Entscheidung "sehr emotional" getroffen wurde.

"Die Finanzmärkte haben zwar heftig, aber nicht panisch reagiert", sagte Krämer. Er erwarte nach den Turbulenzen wieder eine Beruhigung an den Finanzmärkten. Voraussetzung sei jedoch, dass sich langsam eine konstruktive Lösung abzeichne und Großbritannien einen Status im Binnenmarkt erhält, wie ihn beispielsweise auch Norwegen hat./jsl/bgf/jha/

24.06.2016

Devisen: Euro und Pfund nach Brexit-Referendum abgestürzt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union hat zu heftigen Turbulenzen am Devisenmarkt geführt. Der Eurokurs gab deutlich nach, das britische Pfund rutschte auf den tiefsten Stand seit 1985 ab. Die als sichere Häfen geltenden Währungen Yen und Franken waren unterdessen stark im Aufwind. "Die Marktreaktionen fielen heftig aus - aber nichts anderes war zu erwarten", kommentiert Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. Führende Notenbanken haben unterdessen ihre Bereitschaft zu Eingriffen betont.

Der Euro verlor am Freitag zwischenzeitlich etwa 3,5 Prozent an Wert und fiel bis auf 1,0913 US-Dollar. Das war der tiefste Stand seit März. Da sich viele Marktteilnehmer in den vergangenen Handelstagen auf einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union eingerichtet hatten, waren die Ausschläge ungewöhnlich hoch. Am Nachmittag hatte sich der Euro wieder etwas erholt und lag bei 1,1100 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1066 (Donnerstag: 1,1389) Dollar festgesetzt.

Neben dem geschwundenen Vertrauen in die EU schwächten auch Erwartungen weiterer geldpolitischer Lockerungen in Reaktion auf den Brexit den Euro. JPMorgan-Experte David Mackie geht davon aus, dass die EZB den Leitzins weiter senken und das Anleihekaufprogramm noch stärker ausweiten wird. Die EZB signalisierte am Freitag ihre Handlungsbereitschaft. Man sei bereit, "falls nötig, den Märkten zusätzliche Liquidität in Euro und anderen Währungen bereitzustellen."

Unterdessen sorgte die panikartige Reaktion auf das Brexit-Votum vor allem beim Pfund für einen Ausverkauf. Die britische Währung fiel zwischenzeitlich unter 1,33 Dollar bis auf 1,3229 Dollar. Das war der tiefste Stand seit dem Jahr 1985. Damit war das Pfund rund elf Prozent billiger als in der Nacht, als die britische Währung zeitweise noch etwas mehr als 1,50 Dollar gekostet hatte. Am Nachmittag lag das Pfund bei 1,3795 Dollar.

Die Schweizer Notenbank schritt am Freitag gleich zur Tat. Man habe am Devisenmarkt eingegriffen, um die Situation zu stabilisieren und werde am Markt aktiv bleiben, teilte die Notenbank mit. Der Franken hatte zuvor kräftig zugelegt. Im Gegenzug fiel der Eurokurs von über 1,10 Franken auf zwischenzeitlich bis zu 1,06237 Franken. Zuletzt lag der Kurs bei 1,0776 Franken.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80750 (0,76595) britische Pfund , 113,23 (120,38) japanische Yen und 1,0808 (1,0876) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1313,85 (1262,15) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 370,00 (35 180,00) Euro./jsl/stb

24.06.2016

DOW-FLASH: Dow Jones für 2016 wieder im Minus - EU-Austritt der Briten belastet

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Unsicherheit infolge der Zustimmung der Briten zu einem Ausscheiden aus der Europäischen Union hat den Dow Jones Industrial am Freitag im Verlauf immer weiter abrutschen lassen. Der US-Leitindex sank gut eine halbe Stunde vor dem Handelsschluss um 3,45 Prozent auf 17 390,14 Punkte. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist das Börsenbarometer damit wieder ins Minus gefallen.

Am Donnerstag hatte der Dow Jones noch die Marke von 18 000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte./mis/jha/

24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt Eon auf 'Outperform' - Ziel 11,41 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Eon nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt auf "Outperform" mit einem Kursziel von 11,41 Euro belassen. Analystin Deepa Venkateswaran wertete in einer Studie vom Freitag das Wahlergebnis als nur leicht negativ für die beiden deutschen Versorger Eon und RWE./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Oddo Seydler belässt Daimler auf 'Buy' - Ziel 84 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Investmentbank Oddo Seydler hat die Einstufung für Daimler auf "Buy" mit einem Kursziel von 84 Euro belassen. Von den europäischen Autobauern sei BMW wohl am stärksten vom Brexit betroffen, Renault und Fiat Chrysler am wenigsten, schrieb Analyst François Maury in einer am Freitag vorgelegten Studie. Volkswagen, Daimler und Peugeot lägen wohl irgendwo dazwischen. Die Daimler-Aktie gehöre gemeinsam mit der von Renault zu den attraktivsten im Sektor./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt RWE auf 'Market-Perform' - Ziel 12,30 Euro

NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für RWE nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 12,30 Euro belassen. Analystin Deepa Venkateswaran wertete in einer Studie vom Freitag das Wahlergebnis als nur leicht negativ für die beiden deutschen Versorger Eon und RWE./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Commerzbank belässt Volkswagen-Vorzüge auf 'Hold' - Ziel 137 Euro

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Commerzbank hat die Einstufung für Volkswagen nach Spekulationen um Entschädigungszahlungen des Autobauers an US-Kunden auf "Hold" mit einem Kursziel von 137 Euro belassen. Die kolportierte Entschädigungssumme zwischen 0,5 und 3,4 Milliarden US-Dollar erscheine auf den ersten Blick glaubwürdig und liege im Rahmen der von den Wolfsburgern gebildeten Rückstellungen, schrieb Analyst Sascha Gommel in einer Studie vom Freitag./ajx/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Lampe belässt Norma Group auf 'Kaufen' - Ziel 53 Euro

DÜSSELDORF (dpa-AFX Broker) - Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat Norma Group nach dem angekündigten Kauf des Verbindungstechnik-Geschäfts von Parker auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 53 Euro belassen. Der Deal würde den Umsatz des Autozulieferers um rund 4 Prozent steigern, schrieb Analyst Christian Ludwig in einer Studie vom Freitag. Der Kaufpreis dürfte unter 40 Millionen Euro liegen./mzs/edh

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: Berenberg belässt Henkel auf 'Buy' - Ziel 117 Euro

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Die Privatbank Berenberg hat die Einstufung für Henkel nach dem angekündigten Kauf des US-Waschmittelherstellers Sun Products auf "Buy" mit einem Kursziel von 117 Euro belassen. Die Sun-Übernahme sei ein ansehnlicher Deal, der allerdings nicht überraschend komme, schrieb Analyst James Targett in einer Studie vom Freitag. Henkel sei einer der attraktivsten Werte unter den von ihm beobachteten Konsumgüter-Aktien./mzs

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24.06.2016

ANALYSE-FLASH: NordLB belässt Henkel auf 'Halten' - Ziel 104 Euro

HANNOVER (dpa-AFX Broker) - Die NordLB hat die Einstufung für Henkel nach der angekündigten Übernahme des US-Waschmittelherstellers Sun Products auf "Halten" mit einem Kursziel von 104 Euro belassen. Strategisch sei die Transaktion für den deutschen Konsumgüterhersteller durchaus sinnvoll, schrieb Analyst Thorsten Strauß in einer Studie vom Freitag. Dies reiche für eine Hochstufung der bereits recht hoch bewerteten Aktie jedoch nicht aus./mzs/edh

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24.06.2016

AKTIEN IM FOKUS: Brexit-Turbulenzen lassen Henkel, Adidas & Co relativ kalt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Brexit-Schock hat Aktien aus der deutschen Konsumgüter- und Pharmabranche und auch aus dem Immobiliensektor am Freitag nur geringfügig getroffen. Entsprechend der Devise, dass Dinge des täglichen Bedarfs sowie Lebensmittel oder auch Medikamente auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten genötigt werden, gaben solche als defensiv bezeichneten Aktien im Vergleich zum Gesamtmarkt weit unterdurchschnittlich nach oder legten sogar zu.

Im Dax verbuchten die Anteilsscheine von Henkel am frühen Nachmittag ein Plus von 0,24 Prozent. Sie profitierten zugleich auch von einem Zukauf: Der Konsumgüterkonzern stärkt sein US-Geschäft mit der Übernahme des Waschmittelherstellers The Sun Products für 3,2 Milliarden Euro. Laut Berenberg-Analyst James Targett ist dies genau der Schritt, auf den viele schon gewartet hätten.

Adidas gaben zwar um 3,5 Prozent nach, hatten allerdings auch erst am Tag zuvor ein Rekordhoch bei 124,75 Euro erreicht. Fresenius Medical Care (FMC) und Merck KGaA verloren im mit minus 7 Prozent sehr schwachen Dax jeweils rund 2,5 Prozent. Im MDax hielten sich Fielmann mit minus 2,6 Prozent vergleichsweise stabil.

Auch die Aktien des spätzyklischen und daher ebenfalls nicht so konjunktursensiblen Immobiliensektors hielten sich besser als der Durchschnitt der deutschen Aktien. Ihnen kommt zudem die Tiefzinsphase der Notenbanken zupass, die die Finanzierung von Krediten günstig macht. So büßten Vonovia im Dax 0,8 Prozent ein und Deutsche Wohnen im MDax 0,6 Prozent. LEG Immobilien verloren 0,9 Prozent und im SDax zeigten sich Ado Properties mit minus 0,06 Prozent stabil.

"Die Investoren sind vorerst ratlos und suchen die sicheren Häfen", begründete Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner die relative Stärke der als defensiv geltenden Unternehmen. "Qualität und Sicherheit bilden derzeit die beiden wichtigsten Kriterien der großen institutionellen Investoren, um in Aktien zu investieren."

Laut Bert Flossbach, Mitbegründer von Deutschlands größtem Vermögensverwalter Flossbach von Storch, sind Ereignisse wie der Brexit auch Chancen. "Man schaut auf eine Firma und denkt: guter Laden, aber leider etwas teuer und dann kommt nun so eine Situation und da halte ich die Hand auf. Das ist der Tag, an dem ich möglicherweise mal diese oder jene Aktie zu dem Preis bekomme, zu dem ich sie immer mal haben wollte." Und bei hohen Risiken auf der Konjunkturseite, ob nun der Brexit oder auch Wirtschaftsrisiken in China oder die US-Präsidentenwahl, blieben defensive Werte die erste Wahl und gehörten dann zu den "robustesten".

Das zeigte auch ihre starke Entwicklung seit der Finanzkrise 2008: Es waren vor allem die Aktien aus defensiven Branchen, die die Erholung vorantrieben und schließlich von Rekordhoch zu Rekordhoch eilten. Die Henkel-Aktien etwa erreichten ihr letztes Rekordhoch im April 2015. Seit ihrem Tief bei 17,50 im Jahr 2009 bis heute haben sie inzwischen 500 Prozent zugelegt. Die ebenfalls im April 2015 letztmals auf Rekordhoch gekletterte Merck-Aktie hat seit der Finanzmarktkrise immerhin 230 Prozent hinzugewonnen und Fielmann rund 220 Prozent./ck/fbr

24.06.2016

AKTIEN IM FOKUS: Brexit bringt Banken-Titel unter Beschuss

FRANKFURT (dpa-AFX) - Für die europäischen Banken ist das Votum der Briten für einen Brexit ein heftiger Schlag vor den Bug - entsprechend fielen die Papiere der Branche am Freitag nach der Handelseröffnung erst einmal ins Bodenlose. Der Banken-Subindex rutschte in der Spitze um nahezu 15 Prozent ab. Noch schlimmer traf es die Aktien der Deutsche Bank und der Commerzbank : Beide Titel brachen zeitweise um mehr als 18 Prozent ein. Zuletzt konnten sich die Kurse aber bereits wieder etwas erholen, so betrugen die Abschläge noch 12,91 Prozent beziehungsweise 10,62 Prozent.

Auch die Aktien des im MDax notierten Immobilienfinanzierers Aareal Bank gehörten zu den Leidtragenden mit teils mehr als 17 Prozent Abschlag, sie erholten sich aber am schnellsten und standen zuletzt noch mit knapp 7 Prozent im Minus. Auch im übrigen Europa ging es für die Branchen-Titel rasant abwärts, Papiere britischer Banken waren die größten Opfer und büßten teils mehr als ein Viertel ihres Wertes ein.

Nachdem in der vergangenen Woche die Brexit-Angst kräftig auf die Kurse der deutschen aber auch internationalen Geldinstitute gedrückt hatte, hatten sich die Notierungen mit der zunehmenden Zuversicht der Anleger zuletzt wieder deutlich erholt. An diesem Freitagmorgen wurden diese jüngsten Gewinne mit einem Mal wieder ausradiert.

John Cryan, Chef des größten deutschen Finanzinstituts Deutsche Bank, versuchte zu beruhigen: Die Bank sei für mögliche Turbulenzen infolge des britischen Austritts gut gerüstet, betonte er. Die neuen Turbulenzen treffen sein Haus zur Unzeit. Die Bank hat sich bis heute nicht von den Folgen der Finanzkrise erholt und steckt noch mitten in einem Sanierungsprogramm.

Die Folgen des Brexit für die Banken sind derzeit kaum absehbar. Experten rechnen nun mit heftigen Verwerfungen im Sektor, unter denen vor allem aber die britischen Institute zu leiden haben dürften.

"Die Institute können derzeit grenzüberschreitend frei agieren und durch einen Brexit würden sich echte Handelsbarrieren auftürmen", hatte bereits in dieser Woche LBBW-Marktstratege Markus Herrmann in einem Gespräch mit dpa-AFX gewarnt. Die Institute verfügten über ein kompliziertes Netz aus Geschäfts- und Kreditverflechtung, dies zu entwirren, wird teuer. Als Belastung hinzu kommen die Wechselkursschwankungen. Das britische Pfund verlor zuletzt zum Euro deutlich an Wert.

Die hohe Volatilität an den Kapitalmärkten dürfte den Banken als klassische Stillhalter bei vielen Optionsgeschäften nun zusätzliche Risiken in ihre Handelsdepots bringen, erläuterte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Ähnlich wie bei dem Fall, als die Schweizerische Notenbank unerwartet den Schweizer Franken vom Euro abkoppelte, könnten nun einige Banken auf dem falschen Fuß erwischt werden, warnte er.

Nach Einschätzung von Analyst Torsten Windes von der NordLB wird vor allem die Finanzbranche in London, dem wichtigsten Kreditmarkt in Europa, empfindliche Rückschläge hinnehmen müssen. Der Experte geht von einer deutlichen Eintrübung der britischen Wirtschaft bereits im zweiten Halbjahr aus, 2017 dürfe Großbritannien dann in die Rezession schlittern.

Der Präsident der deutschen Bankenverbandes BdB, Hans-Walter Peters, bemühte sich, die Wogen zu glätten. "Die Lage an den Finanzmärkten dürfte sich nach dem ersten Schock rasch beruhigen", sagte er. Die Notenbanken hätten alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen, um stabilisierend eingreifen zu können."

Peters geht nun davon aus, das die Finanzplätze Kontinentaleuropas mittelfristig bei einem Austritt des Vereinigten Königreichs an Bedeutung gewinnen werden. Der Chefökonom der Berenberg Bank, Holger Schmieding, erläuterte: London werde zwar weiterhin ein wichtiges Finanzzentrum. Ein Teil der Geschäfte dürfte nun jedoch abwandern. Damit werde London nun von einem "Onshore" zu einem "Offshore"-Finanzzentrum in Europa./tav/enl/fbr

dpa-AFX STIMMUNGSINDIKATOR

Der dpa-AFX-Stimmungsindikator misst das Verhältnis von Hoch- zu Abstufungen der Dax-Werte (Basis: 30-Tage-Durchschnitt). Ein Wert von 50 sagt aus, dass sich Hoch- und Abstufungen die Waage halten. Die Grafik zeigt den Indikator im Verhältnis zur DAX-Kurve.

End-of-Day-DAX-Kursdaten Quelle: vwd GmbH

dpa-AFX Analyser